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Original Impulses of Spiritual Science
GA 96

18 February 1907, Berlin

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15. Das Vaterunser

15. The Lord's Prayer: An Esoteric Study, Movement and Change an Essential Principle in the World of the Spirit, School of Turanian Adepts

[ 1 ] Wir haben durch das, was ich das letzte Mal hier vor Ihnen sprechen konnte, gesehen, wie in einem altbekannten Gebet eigentlich die ganze geisteswissenschaftliche Anschauung von dem Wesen des Menschen zum Ausdruck kommt. Wir haben uns dabei überzeugen können, wie die religiösen Strömungen, die religiösen Lehren und Verrichtungen aus dem herausgeschöpft sind, was wir im Laufe der Zeiten durch die Geisteswissenschaft selbst kennengelernt haben. Dabei haben wir uns den Vorgang so vorzustellen, daß die Menschheit ursprünglich von einer universellen, allumfassenden Grundanschauung ausgegangen ist, die in den Religionsbekenntnissen der verschiedenen Völker je nach der Verschiedenheit der nationalen Charaktere zum Ausdruck kommt. Nun können Sie natürlich die Frage stellen: Wie hat man sich genauer vorzustellen, daß die Grundwahrheiten, die Grundweisheiten der Menschheit mit dem zusammenhängen, was in den verschiedenen einzelnen Religionsbekenntnissen durch die Religionsstifter diesem oder jenem Volke verkündigt worden ist? — Es ist gewiß eine an sich auffällige Tatsache, daß uns in den sieben Bitten des Vaterunsers wirklich die geisteswissenschaftlichen Grundbegriffe entgegentreten, und einem Außenstehenden, der sich wenig mit dem befaßt hat, was man durch die Geisteswissenschaft heute kennenlernen kann, muß ja vieles phantastisch erscheinen, und er kann dann leicht sagen: Das alles ist nur hineingetragen in das, was ihr aus den religiösen Urkunden erhalten habt.

[ 1 ] The last time I spoke to you we were able to see how a familiar old prayer truly reflects the whole way the human being is seen in the science of the spirit. We realized that the religious streams, religious teachings and rites have come from something which we ourselves have come to know in the course of time through the science of the spirit. The way we should see this is like this. Originally humanity started with a universal, all-embracing basic view which in the religious confessions of different nations finds expression in accord with the differences in national character. You may of course ask how exactly can it be that the basic truths, the basic wisdom of humanity are connected with what people of different nations have been told by the people who founded the different religions. It really is quite remarkable that we find the basic concepts of spiritual science in the seven petitions in the Lord’s Prayer. Many of the things we are now able to see through the science of the spirit must seem figments of the imagination to someone who has not given these things much consideration before, and he may easily say: All this has merely been put into knowledge you have obtained from the religious works.

[ 2 ] Um sich ein wenig tiefer auf die Frage einzulassen, wie die großen Grundweisheiten ursprünglich in die Religionsbekenntnisse hineinkamen, muß man zunächst von einer Grundfrage ausgehen. Man muß sich klarmachen, daß das, was wir heute wissen können, was uns heute durch die geisteswissenschaftliche Anschauung gelehrt wird, nicht in derselben Weise schon in den urältesten Zeiten in den Religionsanschauungen vorgetragen worden ist. Man muß sich klar darüber sein, daß die Form, wie solche Wahrheiten an die Menschen herangetragen wurden, je nach den Zeiten ganz verschieden war. Die alten religiösen Urkunden, die Sie aufschlagen, sprechen zu den Menschen in Bildern und nicht in Begriffen. Diese Bilder, die sich vielfach an die sinnliche Vorstellung anlehnen, sind von den religiösen Urkunden nach Möglichkeit beibehalten worden. So wird zum Beispiel die Erkenntnis immer als ein Licht, die Weisheit als eine Art flüssiges Element, als Wasser angesprochen. Immer wieder können Sie, wenn Sie genau zusehen, in den ältesten Zeiten dieselben Bilder finden. Das hat einen ganz bestimmten Grund, und wir werden heute einiges von dem, was wir schon kennen, zusammenfassen, um uns so recht hineinzuversenken, wie die allerersten Lehrer der Menschheit auf die Völker gewirkt haben, denen sie die Wohltat religiöser Lehren gebracht haben. Wenn wir uns klarmachen wollen, wie die Religionsstifter vor denen, die wir als die großen Eingeweihten bezeichnen, also vor einem Hermes, Zarathustra, Buddha, Moses, vor endlich dem größten, dem Christus Jesus, gewirkt haben, müssen wir uns noch einmal in den Unterschied versenken, der zwischen dem gewöhnlichen und dem astralen oder imaginativen Bewußtsein des Menschen besteht.

[ 2 ] If we are to go a bit more deeply into the question as to how the great wisdom of old originally came to be part of religious beliefs, we need to consider a basic question. We have to understand that anything we are able to know today, the things taught out of the science of the spirit today, were not presented in the same way in the earliest religious belief systems. We have to understand that the way in which such things were presented varied in the course of time. The old religious books you open speak to human beings in images and not ideas. These images, in many ways connected with ideas based on sensory perceptions, have been as far as possible preserved in those religious works. Thus insight is always referred to as a light, wisdom as a kind of fluid element, as water. If you look carefully, you’ll again and again find the same images in those very early times. There is a definite reason for this. Today we’ll bring together some of the things we know already so that we may enter really deeply into the way in which the very first teachers of humanity worked among the nations to which they brought the blessing of religious teachings. To understand how religious teachers worked who came before those whom we call the great initiates—Hermes, Zarathustra, Buddha, Moses and finally the greatest, Christ Jesus—we must once more contemplate the difference which exists between people’s ordinary conscious awareness and their astral or imaginative awareness.

[ 3 ] Heute hat der gewöhnliche Mensch vom Morgen bis zum Abend das, was wir das gegenständliche Bewußtsein genannt haben, das ihm die Dinge so zeigt, daß sie ihm als außer ihm selbst stehend erscheinen, mit den Eigenschaften, die seine Sinne ihm zeigen. Dieses Bewußtsein ist nicht das einzige. Allerdings sind für die meisten der heutigen Menschen die andern Bewußtseinszustände verborgen, hinuntergetaucht in ein unbestimmtes Dunkel, das wir den traumlosen Schlaf nennen, der aber für den Eingeweihten eine ganz bestimmte Bedeutung hat. Für den Eingeweihten, der auch die Welt hinter dieser physischen Erscheinung kennt, gibt es auch vom Einschlafen bis zum Aufwachen einen bewußten Zustand, in dem er allerdings nicht dieselben Dinge, die hier sind, so wahrnimmt, wie sie hier sind, aber er nimmt eine Welt an sich wahr. Wie für den gewöhnlichen Menschen der traumlose Schlaf ein unbewußter Zustand ist, so ist es für den Eingeweihten ein bewußter, in dem er die geistige Welt schaut.

[ 3 ] People generally have an object-related awareness from morning till night. This shows things in such a way that they appear to be outside the human being and that their properties are those we perceive with the senses. This is not the only form of conscious awareness. The other forms are, however, hidden from most people today; they lie in the vague darkness which we call dreamless sleep, though for initiates this has a specific meaning. For initiates who know the world behind the physical objects there is a further state of conscious awareness which comes between going to sleep and waking up. In this, they do not perceive the objects that exist here the way they are here, but they perceive a world of its own. For ordinary mortals, dreamless sleep is an unconscious state, but for initiates it is a condition in which they consciously perceive the world of the spirit.

[ 4 ] Wenn wir uns klarmachen wollen, wie dieser unbewußte Zustand ein bewußter wird, so müssen wir jenen Zwischenzustand betrachten, den der Mensch ja außerdem kennt, den traumerfüllten Schlaf, der uns die gewöhnlichen, alltäglichen Wahrnehmungen oder die inneren Zustände der Seele in Sinnbildern zeigt. Diese Bildlichkeit, die der Traum zeigt, können Sie aber auch finden, wenn Sie das Bewußtsein des Eingeweihten studieren, wenn er in der geistigen Welt weilt. Er sieht die Dinge in der geistigen Welt in Bildern. Allerdings sind dies nicht so chaotische Bilder, wie sie der Traum Ihnen zeigt. Sie haben mit den Bildern des Traumes nur das gemein, daß sie sich fortwährend verwandeln. Der Tisch und der Stuhl zeigen immer diese Gestalt, so wie sie einmal da sind. Die Pflanzen und Menschen, sofern sie äußere Gegenstände sind, zeigen die Gestalt, die sie einmal haben. Aber je mehr wir ins Reich des Bewußten hinüberkommen, finden wir Verwandlungen. Die Pflanze, die aus dem Keim aufsprießt und Stamm, Blätter, Blüte und Frucht entfaltet, das Tier, das seine Willkür ausdrückt, die menschliche Wesenheit - im Verändern der Gesten und der Physiognomie sehen wir sie in Bewegung. Das alles aber ist etwas Bleibendes gegenüber dem, was ein Mensch in einem höheren Zustande in der Welt des Devachan erlebt. Da sehen wir eine fortwährende Verwandlung. Wer durch die betreffenden Übungen seinen Eintritt in die geistige Welt findet, lernt dort, wie sich die Farbe einer Pflanze wie eine Flamme heraushebt aus der Pflanze. Er lernt erkennen, wie die Farben im freien Raum auf- und absteigende Gebilde sind. Eine richtige Anschauung hat er aber erst, wenn er imstande ist, Farben und Töne für sich zu sehen und sie zu bestimmten Wesenheiten hinzuleiten. Fortwährend sind derartige Wesenheiten um uns. Wenn Sie das Violett dieser Blume herausholen könnten, daß sich das Violett frei hinbewegt im Raum, so haben Sie darin den Ausdruck für das Leben einer geistigen Innenwelt der Pflanze. So wirkt auch die menschliche Aura, und das, was wir Astralkörper nennen. Alle menschlichen Neigungen, Gefühle der Eitelkeit und des Egoismus, drücken sich darin durch ganz bestimmte Farbenströmungen aus, so daß wir sagen können: Inneres seelisches Erleben drückt sich in der menschlichen Aura aus. Die Aura ist niemals still, nichts ist da stationär, wie es hier in der Sinnenwelt Stationäres gibt. Und wenn ein Wesen in der geistigen Welt einen Gefühls- oder Willensimpuls hat, können Sie immer sehen, wie das in ganz bestimmten Veränderungen der Farben und Töne zum Ausdruck kommt. Die ewige Bewegung ist das Wesentliche der höheren Welten.

[ 4 ] To understand how this unconscious state comes to conscious awareness we have to consider the intermediate state which we also know—dream-filled sleep. This shows common, everyday sensory perceptions or the inner states of the soul in allegorical form. But the image quality you have in your dreams is something you’ll also find if you study the conscious mind of an initiate when he is in the world of the spirit. He sees the things of that world in images, though these are not as chaotic as our dream images. The only thing they have in common with dream images is that they are always changing. This table and this chair always look the same once they are where they are. Plants and people, in so far as they are objects outside us, show the form they have at the time. But the more we go towards the realm of conscious life, the more do we find transformation—the plant germinating from its seed and developing stem, leaves, flower and fruit; the animal making voluntary movements, the human being we see in motion as gestures and physiognomy change. All this does however have permanence compared to the things a human being experiences in the world of devachan when he has reached a higher level of development. There we see continuous change. Anyone who gains access to the world of the spirit by doing the necessary exercises will see how there the colour of a plant rises above the plant like a flame. He comes to see colours as configurations that rise and fall in free space. He will only come to true vision, however, when he is able to see colours and sounds by themselves and make them move towards specific entities. Such entities are always present around us. If you were able to take the violet from the flower so that the colour moved independently in space, this would reflect the life in the plant’s inner spiritual world. The human aura and the astral bodies, as we call them, act in the same way. All human inclinations, feelings of vanity and egoism appear as quite specific streams of colour in their auras, and we are able to say that the inner life of the soul comes to expression in the human aura. The aura is never still, nothing is stationary the way things are stationary here in the world we perceive through the senses. And when an entity in the world of the spirit has a feeling or will impulse, you can always see it reflected in quite specific changes in colour and sound. Constant change is the essential characteristic of the higher worlds.

[ 5 ] Natürlich ist das verwirrend für den, der die höheren Welten zum ersten Mal betritt. Das bewirkt aber auch wieder, daß sich in diesen höheren Welten alles, was da vorhanden ist, augenblickgemäß offenbart. Kann der Mensch sein Seelenleben für den, der ihn nur mit physischen Augen betrachten kann, verbergen, so kann er demjenigen, der mit geistigen Augen schauen kann, nichts verbergen. Da liegt alles klar am Tag, so daß Sie sich sagen müssen: Wollen wir einen Menschen, so wie er vor uns steht, mit sinnlichen Augen erforschen, so müssen wir aus dem Äußeren, wie er lächelt oder weint, auf seine Seele schließen. Anders ist es in der höheren Welt. Ein Schluß von dem Äußeren auf das Innere findet dort nicht statt. Das Innere liegt ganz offen da. Wir leben mit dem Wesen der Dinge dort zusammen. Dieses Bewußtsein kann sich in unserer Zeit nur der Eingeweihte aneignen. Nur er kann bewußt in der höheren Welt leben. Er kann dem Bewußtseinszustand vom Aufwachen bis zum Einschlafen einen andern Zustand hinzufügen, durch den er imstande ist, das Innere zu dem Äußeren hinzuzufügen. So wie er bewußt das Innere der Dinge erleben kann, so konnten dies in gewisser Beziehung in uralter Zeit alle Menschen. Vor ihrem heutigen Bewußtseinszustand hatten die Menschen denjenigen, durch den sie die Dinge von innen sahen.

[ 5 ] This is of course confusing for anyone who is entering the higher worlds for the first time. It also happens because everything in these higher worlds shows itself the way it is at the moment. People can hide their inner life from those who are only able to observe them with physical eyes, but not from someone who is able to see with eyes of the spirit. Then all is revealed, and you have to say to yourself: If we want to study someone with the eyes of the senses, we have to draw conclusions as to his soul life from outer signs—the way he smiles or weeps. It is different in the higher world. There no conclusions regarding inner life are drawn from outer appearances. The inner life is openly displayed. We live with the essence of things there. In our time, only an initiate can develop this awareness, for he needs to be able to live in the higher world in conscious awareness. To the level of consciousness we have from waking up to going to sleep he can add another, and this enables him to add the inner to the outer. All people were able to do this in a way in the far distant past. Before the human race reached today’s state of conscious awareness, they had one where they saw things from the inside.

[ 6 ] Wenn wir in urferne Zeiten zurückgehen, kommen wir zu Menschen, die immer weniger von dem haben, was der Mensch heute hat. Der heutige Mensch kann zählen und rechnen. In der Mitte der Atlantis würden Sie Menschen finden, die noch nicht zählen und rechnen konnten, bei denen man von Logik noch nicht reden konnte. In dieser Beziehung kann heute das geringste Schulkind mehr, als irgendein Atlantier gekonnt hat. Aber dafür konnte der Atlantier etwas anderes. Wenn er irgendein Wesen der Natur betrachtete, eine Pflanze zum Beispiel, konnte er ein ganz bestimmtes Gefühl in sich aufsteigen sehen. Für ihn hatte jede Pflanze einen bestimmten Gefühlswert. Während der heutige Mensch in einer gewissen gleichgültigen Weise an den Pflanzen vorbeigeht, stiegen in dem Atlantier lebhafte Empfindungen und Gefühle auf. Ja, wenn wir weit genug zurückgehen, bis in die Zeiten der ersten Atlantier, würden wir finden, daß sie auch noch nicht so lebhafte Farbenvorstellungen hatten wie der heutige Mensch. Wenn ein solcher Atlantier auf ein Veilchen zugegangen wäre, hätte er es nicht so gesehen, wie es hier steht, sondern so, wie wenn hier eine Art Nebelgebilde aufstiege. Ebenso würde er bei einer Rose nicht die rote Farbe auf der Rose selbst gesehen haben, sondern eine rote Aura um die Rose herum, die rote Farbe frei schwebend. Wenn Sie sich jetzt irgendeinen Kristall ansehen, dann sehen Sie ihn, wenn es ein Rubin ist, rot gefärbt. Die ersten Atlantier aber würden bei einem solchen Kristall nicht die Farbe im Kristall gesehen haben. Er wäre ihnen erschienen wie umgeben von einem Strahlenkranz von Farben, und der Rubin würde ihnen gleichsam nur wie eine Art von Einschnitt in diesen Farbenkranz erschienen sein. Wenn Sie sich diesen Zeiten nähern, kommen Sie in eine urferne Vergangenheit, wo der Mensch überhaupt nicht mehr die Umrisse eines andern Menschen gesehen haben würde, nicht mehr die Umrisse einer Pflanze oder eines Tieres. Wenn er sich einem andern Menschen näherte, der ihm feindlich gesinnt war, so nahm er vielmehr eine bräunlich-rötliche Farbe wahr. Nahm er eine schöne bläuliche Farbe wahr, so konnte er sich sagen: Dieser Mensch ist mir friedlich gesinnt. — So drückte sich ihm das Innenleben eines Menschen in solchen Farben aus.

[ 6 ] Going back into the far distant past we come to human beings who have less and less of the abilities we have today. Today we are able to count and do sums. In the middle of the Atlantean period you would find people who could not yet count and do sums, and there was no such thing as logic for them. In this respect the least of our schoolchildren today can do more than any Atlantean was ever able to do. But the Atlantean could do something else instead. Studying some life form, a plant, for example, he would have quite a specific feeling rise in him. Every plant had a specific feeling quality for him. Today people walk past plants in a way that is quite indifferent, but an Atlantean would develop lively sensations and feelings. If we go far enough back, to the times of the earliest Atlanteans, we would find that they also did not see the lively colours people do today. If such an Atlantean had walked up to a violet, he would not have seen it the way we have it here before us, but as if a kind of misty form arose before him. Nor would he have seen the red colour of a rose, but a red aura around the rose, with the red colour floating freely in space. If you look at a crystal today, it would be red if it were a ruby. The earliest Atlanteans would not have seen the colour in the crystal. The crystal would have been surrounded by a radiant circle of colour for them, and the ruby would have been like something cut out from this radiant circle. Going back to those times you go to a far distant past where human beings would not have seen the outline of other human beings, nor of a plant or an animal. Approaching someone who was hostile to them they would perceive a browny red colour. If they saw a beautiful blueish colour they would have been able to say to themselves: This person comes to me in peace. The inner life of a human being would show itself to them in such colours.

[ 7 ] Gehen wir noch weiter zurück, dann kommen wir in jene urferne Vergangenheit des alten Lemurien, das zwischen Asien, Australien und Afrika lag. Da war nicht nur das Bewußtsein im Erkennen ein völlig anderes, sondern da war sogar alles, was man Willensimpuls nennen kann, anders. Der Wille wirkte noch magisch, er hatte eine Kraft über die übrigen Gegenstände; er zeigte sich wie eine Naturkraft, die auf die andern Gegenstände wirkt. Wenn der Lemurier seine Hand über eine Pflanze hielt und seinen Willen hineinversenkte, konnte er durch seinen bloßen Willen diese Pflanze rasch wachsen machen.

[ 7 ] Going even further back we come to the far, far distant past of ancient Lemuria, which lay between Asia, Australia and Africa. Not only did human beings have a different state of consciousness when they perceived things then, but everything we may call will impulse was also different. The will still worked through magic; it had power over other objects; it was like a force of nature that influences other objects. When a Lemurian held his hand above a plant and let his will go down into it, he could make the plant grow rapidly by just using his will.

[ 8 ] Die Kräfte draußen in der Natur sind keine andern als die im Menschen befindlichen. Dadurch daß der Mensch ein abgeschlossenes Wesen geworden ist, eingeschlossen in eine Haut, sind seine Kräfte immer mehr den Kräften der Natur entfernter, immer unähnlicher geworden. Am unähnlichsten den Kräften der Natur ist das menschliche Denken. Das Kombinieren und Rechnen ist dem, was als solches in der Natur draußen vorhanden ist, am allerfremdesten. Dennoch, wenn Sie weit genug zurückgehen könnten, würden Sie sehen, daß es damals Wesen gegeben hat, die geistigen Vorfahren der Menschheit, welche es für einen — vergleichsweise -— großen Unsinn angesehen hätten, zu sagen: Ich fasse einen Begriff von irgendeinem Außending. - Das hätten sie gar nicht sagen können, sondern sie hätten den Begriff gleichsam gesehen, und zwar als Tätigkeit, sogar als Wesenheit gesehen. Wer sich heute von irgendeinem Ding einen Begriff bildet, hat sich vorzustellen, daß dieses Ding ursprünglich von demselben Begriff gebildet worden ist. Sie bekommen eine Vorstellung davon, wenn Sie sich an den Vorgang irgendeines menschlichen Hervorbringens erinnern. Sie können sich einen Begriff von einer fertigen Uhr, dem Mechanismus des Werkes, dem Vorwärtsgang der Zeiger bilden. Sie könnten das niemals, wenn nicht einmal einer vor Ihnen als Uhrmacher dagewesen wäre und vorgedacht hätte, was Sie jetzt nachdenken. Was er hineingelegt hat, denken Sie nach.

[ 8 ] The forces active in the natural world are exactly those that also exist in the human being. Because man has become a closed-off life form enclosed in a skin, his powers have gradually come to be more removed from and unlike the forces of nature. Human thinking is most unlike the forces of nature. To make mental connections and do sums is quite alien to anything that exists in nature. However, if you were able to go back far enough you’d see that there were life forms once, the mental ancestors of humanity, who would have considered it to be great nonsense, comparatively speaking, to say: 'I am forming an idea of something that is outside me'. They could not have said this, but they would have seen the idea, as it were, seeing it as an activity and even seeing the essence of it as an entity. To get an idea of this today you have to realize that the object was originally produced out of that idea. You get a notion of this if you think of the way something or other is produced by a person. You may think of a finished clock, the mechanism of it, and the way the hands move. You would not be able to do this if there had not been a clock maker earlier on to think the thoughts you are thinking now. You follow the thoughts he has put into the clock.

[ 9 ] Alle Begriffe, die sich der Mensch heute bilden kann, alles was das Denken heute tut, hat in unserer Vergangenheit als Wirklichkeit existiert, die erst in die Dinge hineingelegt wurde. Ein jedes Wesen wird begriffen durch seinen Begriff. Einmal wurde ein jedes Wesen nach diesem Begriff geformt. Es war in der Welt nicht anders, als es heute in der menschlichen Kunst ist: Die Begriffe, die sich der Mensch heute macht, sind ursprünglich in die Dinge hineingelegt. Würden Sie noch weiter zurückgehen, würden Sie sehen, wie diese Menschen niemals hätten sagen können: Ich bilde mir einen Begriff, indem ich die Dinge anschaue -, sondern sie haben wirklich gesehen, was da geschehen ist, wie da der Begriff hineingelegt worden ist. Sie haben gleichsam den Werkmeistern der Dinge zugeschaut.

[ 9 ] All ideas human beings are able to have today, everything our thinking does today, existed as a reality in our past, a reality that has been put into the objects. Everything is grasped in its idea. And once upon a time each of them was shaped according to the idea. The situation in the world was no different from the situation we have in the arts today. The ideas people develop today were originally put into the objects. If you were to go even further back you would see that those people could never have said: ‘I develop an idea by looking at things,’ for they truly saw what was happening there, how the idea was put in. They were watching the master craftsmen, as it were.

[ 10 ] Da bekommen Sie den Unterschied zwischen dem heutigen Verstande des Menschen und jenem Intellekt der damaligen Zeit, den wit den schöpferischen zu nennen haben. Wenn Sie aber diese Wesen kennenlernen würden, die noch aus eigener Anschauung von dem schöpferischen Verstande gewußt haben, im Gegensatz zu dem heutigen bloß aufnehmenden Verstande, würden Sie finden, daß diese Wesen ganz anders waren. Sie waren noch nicht in einem Menschenleibe verkörpert. Was heute in den menschlichen Hüllen wohnt, war damals noch in dem Schoß der göttlich-geistigen Wesenheiten beschlossen.

[ 10 ] This gives you the difference between the rational thinking of people today and the intellect of those early times, which we’ll have to call creative. But if you were to meet those who still knew the creative mind from personal experience—very different from modern minds which merely take things in—you would find them to be very different from us. They had not yet incarnated in a human body. The essential human being which today dwells in the enveloping bodies was still in the keeping of divine spirits at that time.

[ 11 ] Wir sind unmerklich über den Zeitpunkt der Erdenentwickelung hinweggeschtritten, der sich uns vergleichsweise so darstellen würde: Unten auf der Erde gab es schon ein physisches Leben, es waren dort unten Wesenheiten, ganz andere, aber ähnlich den heutigen Mineralien, Pflanzen und Tieren, und dann Wesenheiten, die nicht Menschen. waren, die aber zwischen den Tieren und Menschen standen und reif waren, die menschliche Seele zu empfangen. Sie waren so weit organisiert, daß sie die menschliche Seele aufnehmen konnten. Nur vergleichsweise kann man sagen, wie man sich das zu denken hat: Unten auf der Erde wandelten die Menschen umher, die eigentlich noch Tiermenschen waren. Stellen Sie sich nun die menschlichen Körper als einzelne Schwämmchen vor und die Seelen als Wassertropfen, die alle zusammen noch zu einer gemeinsamen Wassermasse vereinigt waren; die physische Erde mit dem ganzen Gewimmel von Wesenheiten, gleichsam eingehüllt — wie von der heutigen Lufthülle - von einer seelischen Hülle. In dieser war noch alles ungesondert, wie die Wassertropfen. Und so, wie wenn Sie nun die Wassermasse von den Schwämmchen aufsaugen lassen, wo dann jedes einen einzelnen Tropfen für sich bekommt, so war es in der damaligen Zeit. Was einheitliche Seelensubstanz war, wurde aufgesogen von den einzelnen Menschenleibern, verteilt auf die einzelnen Menschenleiber. Dadurch entstand erst die menschliche Seele. Niemals würde ohne diesen Prozeß die menschliche Substanz sich in viele einzelne Individualitäten getrennt haben.

[ 11 ] Without noticing it, we have gone past a time in earth evolution that would appear like this, if we were to make the comparison: Physical life already existed on earth; forms had developed down below that were quite different from but in a way similar to today’s minerals, plants and animals, and others that were not yet human beings but were between animals and humans and ripe to be given the human soul. Their organization had reached a point where they would be able to receive the human soul. We can only make an approximation, but we may visualize human beings walking about down on earth who were really still animal-humans. Now think of the human bodies as small individual sponges and the souls as drops of water which at the time were still all united in a common body of water. So you have the physical earth teeming with fife, and enveloping it a soul atmosphere—rather like our air atmosphere today. Within that soul atmosphere everything was still undivided, like the drops of water. And what happened then was just like it would be if you now let the sponges absorb the water, with every sponge receiving a single drop. Common soul substance was absorbed into individual human bodies; it was divided among them. And it was only through this that the human soul came into being. Without this process, the human substance would never have divided into numerous single individuals.

[ 12 ] Damit aber beginnt auch der Prozeß, durch den sich der Mensch allmählich von der Umgebung abtrennt, und dadurch bekommt er auch ein besonderes gegenständliches Bewußtsein. Vorher hatte er das Bewußtsein, welches sich nicht Begriffe bildete, sondern die Seele war selbst noch ganz in der Weltenseele, und sie empfing von der gemeinschaftlichen Weltenseele wie von innen heraus ihre ganze Weisheit. Sie brauchte nicht nach außen zu schauen. Wirklich könnte man sagen, diese gemeinsame Weltenseele konnte noch alles; sie hat nach den gemeinsamen Begriffen alles, was heute auf der Erde ist, gebildet. Diese Begriffe bekamen die Menschen, indem von der gemeinsamen Weltenseele jener Tropfen der Weisheit gegeben wurde. Das ist der Unterschied zwischen dem uralten Wissen, bevor es einmal im Fleische verkörpert war, und dem heutigen Wissen, das entsteht, indem der Mensch sich nach außen richtet.

[ 12 ] This also began the process in which human beings gradually separated from the environment, and this would give them a distinct awareness of objects around them. Before this they did not develop concepts, for the soul was still wholly within the world soul, receiving the whole of its wisdom from the communal world soul as though it came from within. They did not need to look outside. We might truly say that this communal world soul could still do everything; it created everything that exists on earth today according to common concepts. Human beings received those concepts when that droplet of wisdom was given out by the communal world soul. That is the difference between the ancient knowledge before it was embodied in the flesh, and today’s knowledge which arises when human beings turn to the outside.

[ 13 ] In dem Augenblick, wo der Mensch nicht mehr mit den Sinnen wahrnimmt, sinkt heute sein Inneres in das unbestimmte Dunkel hinunter, das wir traumlosen Schlaf nennen. Vom Menschen bleibt beim Schlafe der physische Körper und der Ätherkörper liegen, der Astralkörper begibt sich heraus. Was ist es im Menschen, das die äußere Welt wahrnimmt? Der Astralleib nimmt die Farben und Töne wahr. Der Astralleib erlebt eine Lust, wenn er irgend etwas Lustvolles genießt, der Astralleib empfindet den Schmerz als solchen. Dieser Astralleib kann aber heute im Menschen nichts bewirken, wenn er nicht im physischen Leibe darin ist, denn er braucht, um seine Umgebung wahrzunehmen, Augen, Ohren, die ganzen physischen Werkzeuge auch für Lust, Leid, Schmerz, Freude und so weiter. Zwar ist der physische Leib das bloße Werkzeug, aber er ist notwendig für den heutigen Astralleib. Im Augenblick wo der astralische Leib aus dem physischen Leib heraus ist, nimmt er nicht mehr wahr.

[ 13 ] The moment we no longer perceive with the senses, our inner life goes down into the indefinite sphere of darkness we call dreamless sleep today. The physical body and the ether body remain lying in the bed during sleep, the astral body goes outside. What is it in the human being which perceives the outside world? The astral body perceives colours and sounds. The astral body experiences pleasure when we enjoy something pleasurable and it feels pain as such. But this astral body cannot do anything in the human being today unless it is in a physical body, for it needs eyes, ears and all the physical tools to perceive the environment and also pleasure, pain, sorrow, joy, and so on. The physical body is just a tool, but it is necessary to today’s astral body. The moment the astral body is outside the physical body it no longer has perceptions.

[ 14 ] Dieser Astralleib ist ganz derselbe, welcher früher in der gemeinsamen, die Erde umgebenden Seelensubstanz darin war. Wenn Sie alle Astralleiber aussondern und zusammensetzen, würden Sie bekommen, was als astrale oder Seelensubstanz die Menschen damals umgeben hat. Wenn man heute alle Menschen, wie sie auf der Erde sind, in Schlaf bringen könnte, so daß also das ganze Menschengeschlecht schlafen würde, und man würde dann alle Astralleiber herausheben und mit der übrigen Substanz mischen, so würde man sehen, wie der traumlose Schlaf vollständig aufhört. Zwar würden die Seelen nicht durch die äußeren Werkzeuge Farben und Töne wahrnehmen, aber an allen diesen Astralleibern würden Farben aufzusteigen beginnen und ringsherum sich fortwährend verwandelnde Farbenbilder schweben, und innerhalb finge es an zu tönen. Das alles würde dann wiederum die Erde umgeben, so wie es in jener Zeit war, bevor die erste Verkörperung irgendeiner Seele stattfand.

[ 14 ] This is the very astral body which in earlier times was in the common soul substance that surrounded the earth. If you were to separate out all astral bodies and put them together, you would have the astral or soul substance which at that time existed around humanity. If we were able to get all human beings on earth today to fall asleep at the same time, so that the whole human race would be asleep at once, and if we were to lift out all the astral bodies and mix them into the rest of the substance, we would see dreamless sleep come to an end altogether. The souls would no longer perceive colours and sounds with their external tools, but colours would begin to rise on all those astral bodies, and constantly changing colour images would be floating all around, and sound would begin to arise within. All this would then surround the earth again, the way it was in those times before any soul ever came to enter into a body.

[ 15 ] Die Verdunkelung jenes uralten Bewußtseinszustandes, die Sie heute aus Ihrem traumlosen Schlaf kennen, ist dadurch eingetreten, daß die gemeinsame astrale Substanz durch die Weltseele in einzelne Teile getrennt wurde und die einzelnen Teile in menschliche Leiber hineinzogen. Noch weiter können Sie gehen. Was heute Nacht ist, was heute für die Menschen in ein unbestimmtes Dunkel hinuntersinkt, war zu einer Zeit, von der wir jetzt sprechen, durchaus lichterfüllt, von Wahrnehmungen der geistigen Welt erfüllt, war durchaus Tag. So daß Sie also jetzt zu einem Zustande der Menschheit geführt sind, wo die ganze Menschheit astral wahrgenommen hat, allerdings nicht in einem physischen Leibe.

[ 15 ] The dimming of that ancient state of conscious awareness, something you know from your dreamless sleep today, occurred because the common astral substance was divided into individual parts by the world soul and these were absorbed into human bodies. You can go even further. At the time of which we are speaking, night as we know it today, with the human soul going down into an indefinite sphere of darkness, was wholly filled with light; it was day. So you have now been taken to a condition where humanity had astral perceptions, though not in a physical body.

[ 16 ] Nun stellen Sie sich einmal die Frage: Was hat denn die Menschheit seit jener Zeit eigentlich gewonnen? Was ist denn hinzugekommen zu dem, was sie schon hatte? Was hat sich der Mensch durch die fleischliche Verkörperung erworben? — Er hat sich die Möglichkeit erworben, zu sich «Ich» zu sagen. Das ganze Bewußtsein, so hellseherisch es auch war, war bloß ein mehr oder weniger gesteigertes Traumbewußtsein. Selbstbewußt waren die Menschen noch nicht. Dies hat die Menschheit also gewonnen. Das ist das eigentliche Geschenk Gottes, wovon die religiösen Urkunden, wie die Bibel, berichten: daß in der Zeit, als die Menschheit sich verkörperte, den Menschen das Selbstbewußtsein geschenkt worden ist. Das haben die Menschen früher nicht gekannt, und dieses Selbstbewußtsein wird sich in der gegenwärtigen Menschheit immer mehr steigern. Es ist das, was sich von jener Zeit an, die wir nicht mehr in dumpfem oder hellseherischem Bewußtsein verbringen, geoffenbart hat: das «Ich bin», und das wir mit keinem andern Namen nennen können, als: «Ich bin der Ich-bin.» Da haben Sie das Jahvewort: «Ich bin, der da war, der da ist und der da sein wird.»

[ 16 ] Now let us ask the question as to what humanity has actually gained since those days. What has been added to what human beings had already? What has humanity gained through incarnation? They have gained the ability to say ‘I’ to themselves. The whole level of consciousness, however clairvoyant, was merely a more or less enhanced dream level of consciousness. Human beings had no self awareness at that time, so this is what humanity has gained. It is the gift which God gave them. Religious records such as the Bible tell us that human beings were given self-awareness at the time when they incarnated. They did not know it until then, and this self-awareness will be progressively enhanced in present-day humanity. It is the principle which from the time when we were no longer in a dim or clairvoyant state of consciousness came to be revealed as the ‘I am’, and we can call it by no other name but ‘I am the I am’. This, then, is the word of Jahve: ‘I am he who was, who is, and who shall be.’92Genesis 3: 14; Rev. 1:8.

[ 17 ] So sind wir zurückgekommen auf eine Zeit, wo dieses Ich-binWort noch ausgelöscht war. Im Menschen war es noch nicht vorhanden. Der Mensch hatte ein Bewußtsein, das ihm eingegossen war, das er sich nicht dadurch erwarb, daß er die äußeren Gegenstände ansah. Wo war ein Ich-bin-Bewußtsein? Dieses Selbstbewußtsein hatten göttliche Wesenheiten. Menschliche Wesenheiten haben es nach der physischen Einverleibung bekommen. Da haben Sie den Unterschied zwischen dem, was man im Christentum den Heiligen Geist nennt und dem Geist an sich. Der Heilige Geist ist derjenige, der oben, vor der Verkörperung, das Selbstbewußtsein hatte, und der Geist an sich ist der, welcher im Menschen das Ich-Bewußtsein hatte. So daß Sie, wenn Sie alle Ich-Bewußtseine zusammenwerfen und.damit auch von dem Egoismus trennen würden, den Heiligen Geist wiederum bekommen würden.

[ 17 ] We have thus gone back to a time when this ‘I am’ word was still extinguished. It was not yet in the human being. Human beings had a conscious awareness that had been poured into them and which they did not gain by looking at outside objects. Where did the ‘I am’ awareness reside? Divine spirits had such awareness. Human beings gained it after incarnation in a physical body. There you have the difference between the Holy Spirit, as it is termed among Christians, and the spirit as such. The Holy Spirit is the one which had self awareness up above, before incarnation; the spirit as such had self awareness in the human being. If you were to throw all self awarenesses into one pot, separating them from egoism, you would once again have the Holy Spirit.

[ 18 ] Nun haben Sie das, wovon wir ausgegangen sind, in die radikalste Form gekleidet. Wir sind zurückgegangen zu einer ganz sonderbaren Art von Lehre. Während heute so gelehrt wird, daß Mensch dem Menschen gegenübertritt und dem Schüler gesagt wird: So sind die Dinge -, war damals nur eines möglich: ein solches Lehren, das zu gleicher Zeit Arbeit, Tun war. Es war ein Ausgießen der Weisheit in die einzelnen Wesen. Nicht von außen kam die Weisheit; von innen floß sie den Menschen zu, ein Vorgang, den heute nur noch der Eingeweihte kennt. Würden Sie nun die Zeiten durchmessen von derjenigen, die ich eben charakterisiert habe, wo es kein Lehren, sondern nur ein Erleuchten von innen heraus gab, bis zu unserer Zeit, so würden Sie eine Zwischenzeit finden, in welcher die Menschen sozusagen halb in dem einen und halb in dem andern Zustand waren. Das war die Mitte der atlantischen Zeit. Da konnte der Mensch schon bestimmte Umrisse der Dinge erkennen, da konnte er sehen, wie sich nach und nach die Farbe an die Oberfläche der Gegenstände legte, sehen, wie die einzelnen Dinge Eigenschaften bekamen. Aber er sah das nur so, wie wenn alles in einem Farbennebel eingehüllt wäre. Er hörte noch die ganze Welt durchtönt von Tönen, die weise Töne waren, die ihm etwas sagten und ihm Kunde von andern Wesen brachten. Das alles ging aber noch sehr durcheinander in diesem Zwischenzustand. Das war auch die Zeit, wo eine Lehre begann, die sich allmählich zu der späteren Art und Weise der religiösen Mitteilungen an die Menschen umgestaltet hat.

[ 18 ] You now have the point we started from in its most radical form. We have found our way back to a very strange way of teaching. Today we teach face to face, with the student told: This is how things are. In those times only one thing was possible, a method of teaching that was at the same time also work, doing. Wisdom was poured out into individuals. The wisdom did not come from outside; it came to human beings from inside, a process known only to initiates today. If you were now to move on to our own time from the times I have been speaking of just now, when there was no teaching but only enlightenment from inside, you would pass through an intermediate period where people were half in the one state, we might say, and half in the other. This was the middle of the Atlantean age. People were then able to see definite outlines to things, and would gradually see colour covering the surfaces of objects, see how individual things gained characteristics. But the way they would see it was as if it was all enveloped in a mist of colours. They would still hear sounds that went through the whole world, wise sounds that would tell them something and bring them knowledge of other entities. But everything was still very confused at this intermediate stage. It was also the time when a way of teaching began that gradually changed to become the later way of presenting religious contents to humanity.

[ 19 ] Wenn wir in die alte atlantische Zeit zurückgehen könnten, würden wir eine große Adeptenschule finden. Daß heute jemand Weisheit in sich aufnehmen kann, ist dadurch möglich, daß die damaligen turanischen Adepten Schüler gehabt haben; ihre Schüler haben wieder andere unterwiesen bis zu unserer Zeit heran, so daß eine direkte Tradition zurückführt bis zu der turanischen Adeptenschule hin. Damals mußte man Rücksicht darauf nehmen, daß die Menschen in einem Zwischenzustande waren, wo sie erst einen Teil der heutigen Wahrnehmungsart hatten. Sie konnten erst in unbestimmten Umrissen die Gegenstände erkennen. Aber sie haben zum Teil auch noch von innen heraus die Wahrheit bekommen können. Bis fünf hätten damals die wenigsten Menschen zählen können. Ohne Selbstbewußtsein ist das nicht möglich. Aber sie konnten aufnehmen, was auf ihr Inneres, auf ihr halb so€mnambules Bewußtsein reflektiert wurde. Man mußte sie erleuchten, wollte man ihnen die höchste Weisheit beibringen. Aber man mußte sie ihnen bildlich beibringen, und dazu hatten die turanischen Adepten gewisse Methoden. Sie hätten das nicht in der Weise gekonnt, wie man es heute mit einem Vortrag tut. Die Adepten selbst waren der Menschheit weit voraus und haben das alles selbst gewußt, aber die übrige Menschheit war noch außerordentlich primitiv. Man versetzte die Menschen in einen hypnotischen Zustand, um ihnen Weisheit beizubringen. Was heute Unrecht ist, das war dazumal etwas ganz Normales. In eine Art von Schlafzustand wurde der Mensch versetzt, und diesen Schlafzustand benutzte man, um ihn in der folgenden Weise zu erleuchten. Vor der ersten Einkörperung der menschlichen Seele in den Leib gab es keine Nacht, da waren alle Menschen erleuchtet. Da war der traumlose Schlaf gerade das, worin die Menschen Wahrnehmungen hatten. Jetzt hatten sie das schon nicht mehr. Das war verschwunden, und sie hatten dafür die Fähigkeit eingetauscht, daß sie die Gegenstände in allgemeinen Umrissen sahen. So weit an äußeren Wahrnehmungen ein Zufluß da war, so viel war an dem inneren Wahrnehmen verlorengegangen. Aber nun hatte man bei den Adepten gewisse Fähigkeiten ausgebildet. Man hatte das gelernt, was man heute die okkulte Schrift nennt, was man heute auch das okkulte Sprechen nennen würde. Sie alle wissen, daß es sogenannte Mantrams gibt, gewisse Urformeln der Gebete, daß in dem Laut der Sprache eine bestimmte Wirkung liegt. So waren auch die ersten Worte des Johannes-Evangeliums beschaffen. Wenn es hier heißt: «Im Urbeginne war das Wort» -, so liegt in dem «Ur», in dem «Beginne» ein bestimmter Wert, der ursprünglich überhaupt in den ersten Worten des Johannes-Evangeliums gelegen hat. Das alles ist aber doch nur schattenhaft gegen das, was damals als Tonzusammensetzung in der Adeptenschule angewendet wurde. Dadurch wurde das ersetzt, was der damalige Mensch an Erleuchtungsfähigkeit verloren hatte. Von dem andern Menschen, der ein Eingeweihter war, konnte er diese Erleuchtung wieder im hypnotischen Schlaf erhalten, so daß diese Schüler von ihren vorgeschrittenen Mitbrüdern eine Art künstlicher Erleuchtung empfingen, wodurch der Mensch wiederum in jener Welt, die ihn immer umgeben hatte, die Geister am Werke sah, wie vordem, bevor die Menschenseele sich verkörpert hatte. Das erlebten die Schüler der turanischen Zeit, so waren die ersten religiösen Unterweisungen, so wurden ihnen die Weltgesetze beigebracht. Und von jenen Erleuchtungen her empfing man Formeln und Zeichnungen, denn auch durch Zeichnungen konnte man wirken, wenn die Linie eine ganz bestimmte Gesetzmäßigkeit hatte, wirkte sie so, daß sie dem Menschen große Weltengeheimnisse beibringen konnte. Wenn Sie einem Menschen einen Wirbel hinzeichneten, er hätte diesen Wirbel mit seinen offenen Augen nicht gesehen. Wurde ihm dieser Wirbel aber im hypnotischen Schlaf vorgehalten oder auch abgeklopft, dann hätte dies ganz besondere Empfindungen hervorgerufen, zum Beispiel so, wie sich eine Pflanze bis zum Samenkorn entwickelt und aus dem Samenkorn eine neue Pflanze wird. Solche Formeln, solche Linien wurden dann von diesen Adeptenschulen aus überliefert und später durch die verschiedenen Religionsstifter den Völkern gegeben.

[ 19 ] If we were able to go back to Atlantean times, we would find a major school for adepts. People are able to take in wisdom today due to the fact that the Turanian adepts of those times had pupils; those pupils then instructed others and so on, until our own time, so that we have a direct tradition going back to Turanian adept schools93The Turanians were the fourth sub-race on Atlantis. See Steiner R. Cosmic Memory (GA 11), chapter on our Atlantic ancestors. Tr. K. E. Zimmer. New York: Harper and Row 1981 At the time, it had to be taken into account that human beings were in an intermediate state and had only part of today’s ability for sensory perception. They were only able to see objects in vague outlines. At the same time they were still able to receive some of the truth from inside. Very few people would have been able to count up to five at that time. This is not possible without self-awareness. But they were able to take in the things reflected on to their inner, half somnambulant state of consciousness. They had to be enlightened to teach them the most sublime wisdom. But this had to be given in images, and the Turanian adepts had special methods for this. They could not have done it the way one does when giving a lecture today. The adepts themselves were well ahead of humanity and knew all these things themselves, but the rest of humanity was still extraordinarily primitive. People were put into a trance to teach them wisdom. Something which would be wrong today was perfectly normal then. The individual would be put into a kind of sleep state, and this sleep state was used to enlighten him in the following way. Before the human soul first incarnated in a body there was no night, all human beings were enlightened. Dreamless sleep was the state in which they then had sensory perceptions. They no longer had these by this time. The faculty had gone, and instead they had the ability to see objects in general outline. Inner perception was lost to the same degree as external sensory perception increased. But a special skill had been developed among the adepts; they had learned what we would call occult writing today, or we might also call it occult speech. You all know that there are mantras, ancient formulations of prayers, and that the sound of the words has a certain influence. This holds true for the first words in the Gospel of John. When it says: ‘In the original beginning was the word’, the ‘original’ carries a specific value which originally was inherent in those first words in the Gospel of John altogether. All this is but a shadow compared to the sound compositions used in the adept schools. This made up for the capacity for enlightenment which people had lost. They were able to receive this enlightenment in a trance from another individual who was an initiate. The pupils were thus given a kind of artificial enlightenment by their more advanced brethren, so that they would see the spirits at work again, like before, at work in a world that had always been there around them before the human soul had incarnated. Those were the experiences the pupils would have in Turanian times; those were the first religious instructions; this is how they were taught the laws of the cosmos. Enlightenment of this kind would give the people formulas and line drawings, for drawings, too, would have an influence. A line following a specific law would have the effect of teaching people great secrets of the world. If you drew a vortex for someone, it was something he would not have seen with his eyes open. But if the vortex was shown to him when he was in a trance, or if it was tapped out, this would have evoked quite specific inner responses, for example the way a plant develops until it produces seed and then a new plant grows from the seed. Such formulas and such lines were later handed down from the adept schools and given to the nations by the founders of the different religions.

[ 20 ] Je weiter wir zurückgehen, desto mehr ist das, was als Seele auf die einzelnen Menschen verteilt wurde, eine einheitliche Seele. Dadurch, daß die einzelnen Seelen verteilt und voneinander abgeschlossen wurden, sind sie verschieden geworden. Im Schlaf sind heute noch alle Astralleiber einander ähnlich; am Tage sehen sie ziemlich verschieden aus. So war es auch in diesem hypnotischen Zustande, wo eigentlich die Astralleiber unterrichtet wurden, die dann alle ziemlich gleich waren. Da konnte man allen eine gewisse Urweisheit mitteilen. Als aber dem Menschen diese Fähigkeit, auf eine solche Art Weisheit zu empfangen, abhanden gekommen war, mußte man im alten Indien so lehren, wie der indische Leib es erforderte, in Persien, wie der persische Leib es erforderte, und wiederum anders in Griechenland, in Ägypten und bei den Germanen. Das erforderten die äußeren physischen Leiber nach den verschiedenen Einflüssen, die auf sie ausgeübt wurden. Das hatten die Religions-Urstifter in jene Formen hineingegossen, die uns heute als die ägyptische Hermeslehre überliefert werden, als die Lehre Zarathustras und so weiter.

[ 20 ] The further back we go, the more is the soul principle that was distributed among individual human beings a uniform soul. When the individual souls were distributed they were closed off from one another, and they then grew different. In sleep, all astral bodies are still similar to one another today. In the daytime they look fairly different from each other. And that is how it was in this trance state in which the astral bodies that were given instruction were really fairly similar. It was therefore possible to convey a certain original wisdom to them all. But when human beings were no longer able to receive wisdom in this way, the teaching in ancient India had to be the way the Indian body required it, in ancient Persia as the Persian body required it, and different again in Greece, in Egypt and among the ancient Germans. The outer physical bodies required this, according to the different influences that were brought to bear on them. The founders of the original religions had cast their teaching in the forms we now know from tradition as Egyptian Hermetic teaching, the teaching of Zarathustra, and so on.

[ 21 ] Aber in allen Grundformen der wirklichen Religionen lebt dasjenige, wodurch sie entstanden sind. Jene Erleuchtung, welche der Mensch früher empfangen hat, ist ja auch etwas ganz anderes, als es heute geschehen kann. Das war eine Mitteilung nicht durch Lehren, sondern durch Leben. Das ist eine viel intimere Art, wie der Schüler da dem Lehrer gegenübersteht. Sie können sich eine Vorstellung davon machen, daß beispielsweise der Wirbel direkt Empfindungen anregte. Heute teilt man Begriffe mit, und die Empfindungen müssen sich erst an den Begriffen entzünden. Aber gerade aus dieser Art der Einwirkung durch das Leben sind die Religionsformeln entstanden. So war gerade die siebengliedrige Natur des Menschen etwas, was in der Adeptenschule der Turanier mitgeteilt worden ist. So aber sind sie im Vaterunser heute noch als Gedanken verborgen. Dieses Vaterunser ist der Ausdruck der siebengliedrigen Menschennatur.

[ 21 ] But in all the basic forms of true religions there still lives the principle out of which they have arisen. The enlightenment given to human beings in earlier times was something very different from what can be done today. Things were conveyed not by teaching but in a living way. A pupil would relate to his teacher in a much more intimate way then. You can imagine perhaps that a vortex would elicit a direct inner response. Today, concepts are conveyed, and our inner responses have to catch fire from those concepts. But the religious formulas arose from exactly this way of influencing people through life itself. The sevenfold nature of man was one of the things that was made known in the Turanian adept school. And it still makes up the hidden thoughts in the Lord’s Prayer today. The Lord’s Prayer reflects the sevenfold nature of man.

[ 22 ] Dem Schüler der turanischen Adepten wurde es dadurch klargemacht, daß man ihm eine Tonskala als Sinnbild für die sieben Glieder des Menschen zu Gehör brachte, vermischt mit bestimmten Farbenvorstellungen und einer Aromaskala. Was in der siebengliedrigen Harmonieskala lag, das stieg in ihm als inneres Erlebnis auf, wozu das, was äußerlich da war, nur ein Mittel darstellte. Das gossen die großen Religionsstifter in gewisse Formeln, und das goß auch der größte von ihnen in das Vaterunser, und ein jeder, der das Vaterunser betet, hat die Wirkung des Vaterunsers.

[ 22 ] This would be made clear to the disciple of the Turanian adepts by letting him hear a scale, the seven sounds of which represented the seven parts of the human being, with certain colours shown and a scale of aromas. The principle that lives in the sevenfold harmony of the scale would become an inner experience; the external things were just a means to this. The founders of the great religions then poured this into a number of formulas, the greatest of them the Lord’s Prayer, and everyone who says the Lord’s Prayer is influenced by it.

[ 23 ] Das Vaterunser ist ein Gebet, das als solches kein Mantram ist. Es wird seine Bedeutung noch haben, wenn Tausende und aber Tausende von Jahren vorübergegangen sind, denn es ist ein Gedankenmantram. In die Gedanken hineingegossen wurde die Wirkung des Vaterunsers, und ebenso wahr, wie es ist, daß der Mensch ganz gut verdauen kann, ohne daß er sich erst von einem Physiologen sagen läßt, worin die Wirkung des Verdauungsprozesses besteht, ebenso wahr ist es, daß der, der das Vaterunser betet, die Wirkung des Vaterunsers verspürt, auch wenn ersich das nicht sagen läßt. Die Wirkung des Vaterunsers ist da, denn sie liegt in der Gewalt der Gedanken selbst. Allerdings kommt noch eine höhere Erkenntnis hinzu, die dem Vaterunser eine tiefere Bedeutung verleiht, und keiner darf sich dieser verschließen. So ist der Weg, welchen die religiösen Wahrheiten gemacht haben.

[ 23 ] The Lord’s Prayer is a prayer and as such is not a mantra. It will still have meaning when thousands and thousands of years will have passed, for it is a thought mantra. The effect of the Lord’s Prayer was poured into the thoughts, and just as we are well able to digest food without having a physiologist tell us how the digestive process works, so will someone who says the Lord’s Prayer feel the effect of it even if he is not told all about it The effect of the Lord’s Prayer is there, for it lies in the power of the thoughts themselves. There is, however, higher knowledge that will give the Lord’s Prayer deeper meaning, and no one should reject this. This, then, is the road that has been taken by the religious truths.

[ 24 ] Ihre Seelen, die heute in Ihren Leibern leben, lebten einstmals in der gemeinsamen göttlichen Geistsubstanz und wurden dort somnambul erleuchtet. Ohne Ich-Bewußtsein konnten sie wahrnehmen, wie die geistig-göttlichen Kräfte schaffen. Dann wurden die Seelen eingegliedert. Dadurch wurde ihnen diese Wahrnehmung immer mehr verdunkelt und sogar die Möglichkeit genommen, diesen Zustand künstlich hervorzurufen, wie er noch in der turanischen Adeptenschule hergestellt werden konnte. Nur ein Nachklang der Empfindungen, die von Mensch zu Mensch mitgeteilt werden können, sind die religiösen Lehren und Formeln, die aus jener Urweisheit herausgeholt sind, welche die Welt selbst geschaffen hat. Die Weisheit des Alten Testamentes ist wie gesprochen von den Urideen, von der Urweisheit, die den Dingen zugrunde liegt und die Ihre Seele einstmals gehabt hat. In der Zukunft wird es nun so sein, daß die Menschen das, was sie ursprünglich im dumpfen Traumbewußtsein besessen haben, wiederum, aber jetzt in hellem, klarem Bewußtsein, aus der Seele heraus haben werden. Der Mensch wird sein gegenwärtiges helles, klares Bewußtsein haben und dazu die Erleuchtung. Zur Erlangung des Selbstbewußtseins mußte der Mensch die ursprüngliche Hellsichtigkeit aufgeben, und je mehr diese ursprüngliche Hellsichtigkeit heruntergedämpft wurde, desto mehr ging das innere Ich-Bewußtsein auf. Wird das einmal an seinem Gipfel angelangt sein, so wird der Mensch bei seiner letzten Inkarnation angekommen sein, in sich als Frucht seines Lebens die alte Hellsichtigkeit und ein neuerworbenes Element noch dazu.

[ 24 ] Your souls, living in your bodies today, once lived in the common divine spirit substance and were enlightened there in a sleepwalking state. Without self-awareness, they were able to perceive the divine spiritual powers at work. Then the souls were incarnated. The old way of perception became more and more obscured and they finally were also no longer able to produce this state artificially, the way in which it was still done at the Turanian adept school. The religious teachings and formulas which have come down from the original wisdom that once created the world are a mere echo of the inner responses that can be passed on from one individual to another. The wisdom of the Old Testament is like something spoken by the first and original ideas, the original wisdom that is at the bottom of all things, a wisdom which your soul once had. In future, human beings will have this again, this wisdom they originally had in a dim dreamlike consciousness; but they will have it in bright, clear conscious awareness, from the soul. Human beings will have their present bright, clear conscious minds and also enlightenment. Humanity had to give up the original clairvoyance in order to gain self-awareness, and as this clairvoyance grew less and less, inner self-awareness developed more and more. Once this has reached its peak, the human being will have come to his last incarnation, bearing the old clairvoyance within him as the fruit of life that is also an element which has been newly acquired.

[ 25 ] Immer wieder hört man die Phrase, die Menschen müßten nach und nach in einem Allbewußtsein aufgehen. Das wäre die Erlösung, wenn sie ihr heutiges Bewußtsein verlören und in einem Allbewußtsein aufgingen. So verhält es sich aber nicht. Das Ich-Bewußtsein, das einstmals gar nicht da war, wird noch nach der letzten Verkörperung bestehen. Was sich aus der gemeinsamen geistigen Substanz herausgegliedert hat, wird wieder zusammenfließen. Aber das stellen Sie sich jetzt so vor: Ursprünglich hatten Sie klares Wasser, das ist aufgesogen worden von den vielen Schwämmchen. Während dieser Absonderung wird jedoch alles aufgenommen, was aus der Umgebung aufgenommen werden kann. Jeder Tropfen färbt sich mit einer ganz bestimmten Färbung. Wenn die Schwämmchen wieder ausgedrückt werden, dann bringt ein jedes seine Farbe mit. Das ist eine Mannigfaltigkeit von Farben, schillernd, schöner als es jemals vorher hätte sein können. So bringt ein jeder Mensch, wenn er wieder in das Allgeistige zurückkehrt, seine besondere Färbung mit. Das ist sein individuelles Bewußtsein, das unverlierbar ist. Ein Zusammenklang von allen Bewußtseinen, eine Harmonie wird das Allbewußtsein sein. In Freiheit werden die Wesen, die durch die Menschheit gegangen sind, eine Einheit sein. Sie werden viele bleiben, doch weil sie eine Einheit sein wollen, aber nicht gezwungen werden, eine Einheit zu bilden, daher werden sie eine Einheit sein. Jeder hat sein Bewußtsein erhalten, und alle zusammen bilden durch ihren Willen ein einheitliches Bewußtsein. So müssen wir uns Anfang und Ende unseres heutigen Weltenprozesses vorstellen.

[ 25 ] A phrase one often hears is that people should gradually lose themselves in a common consciousness, that redemption lies in their losing their present-day conscious awareness and becoming part of a collective mind and spirit. But that is not how it is. Our self-awareness, which once did not exist at all, will continue to exist after our last incarnation. Everything that had separated out from the common spiritual substance will come together again. You can visualize it like this: Initially you had clear water, and this was absorbed into the many small sponges. During this period of separation, everything in the environment that can be taken up will be taken up. Every droplet gains its own special colouring. When the small sponges are squeezed dry again, each brings its own colour with it. That is a vast variety of colours, shimmering, more beautiful than it could ever have been before. On returning to the collective spirit, every human being brings his own colour note with him. This is his individual conscious awareness, something that can never be lost. The collective consciousness will be a symphony of all individual conscious minds, a harmony. The spirits that have gone through the human stage will freely unite and be one. They will continue to be many individuals, but they will also be one because they want to be one though they are not forced to be so. All have retained the conscious mind, and through their will they all come together in a conscious awareness that is one. This is how we should think of the beginning and end of our present world process.

[ 26 ] Nicht Phrasen dürfen wir gebrauchen, sondern wir müssen die Dinge so, wie sie sind, betrachten. Das Reden vom. «Aufgehen in einem Allbewußtsein» ist eine pantheistische Phrase. Gerade wenn wir vom Ewigkeitsstandpunkt sprechen, werden wir uns einen Satz vor die Seele hinstellen müssen, der uns anzeigt, daß die Menschheit nicht umsonst da war, daß sie eine Bedeutung im Weltenall hatte. Mit andern Worten, der, der sich auf das Studium der Weltentatsachen einläßt, sagt sich zuletzt, daß der Mensch dazu berufen ist, etwas mit beizutragen, diesem Leben einen Sinn zu geben. Er hat zuletzt am Altar der Gottheit das Stück, das er sich selbst erworben hat, niederzulegen. Und daraus wird das Gewebe gewoben werden, wie es so schön heißt, das der ganze Erdengeist webt. Das enthält alle menschlichen Iche, und Goethe hat als ein wirklicher Eingeweihter gesprochen, wenn er als einen realen Prozeß schildert:

[ 26 ] We must not use phrases but consider things the way they are. To talk of ‘losing oneself in a common consciousness’ is a pantheistic phrase. It is exactly when we speak from the point of view of eternity that we shall have to consider words that will show that humanity has not existed for nothing, that it had significance within the universe. In other words, someone who studies the real facts in this world will finally say to himself that man is destined to contribute, to give meaning to this life. Ultimately he will have to place the piece he has gained for himself on the altar of the godhead. And this creates a fabric, as it has been put so beautifully, which the whole spirit of the earth is weaving. This holds all the human ‘I’s, and Goethe spoke as a true initiate when he described it as a real process:

In Lebensfluten, im Tatensturm
Wall ich auf und ab,
Webe hin und her!
Geburt und Grab,
Ein ewiges Meer,
Ein wechselnd Weben,
Ein glühend Leben,
So schaff ich am sausenden Webstuhl der Zeit
Und wirke der Gottheit lebendiges Kleid.

I ply on my wave
With weaving motion
Birth and the grave,
A boundless ocean,
Ceaselessly giving
Weft of living,
Forms unending,
Glowing and blending,
So work I on the whirring loom of time,
The life that clothes the deity sublime.94Goethe, Faust 1, Night scene.

[ 27 ] Die Gottheit wird das unsterbliche Kleid tragen, wenn die Erde ihre Vollendung erreicht haben wird, und die einzelnen Menschen werden das Gewebe bei ihrem Hinaufbewegen durch die einzelnen Verkörperungen, in ihrem Durchgang durch Geburt und Tod, gewoben haben.

[ 27 ] The deity will wear the immortal garb when earth will have reached its completion. Individual human beings will have woven the fabric as they moved up through their individual incarnations, always going through birth and death.