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Secrets of the Biblical Creation Story
GA 122

18 August 1910, Munich

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Dritter Vortrag

Ha'aretz and Haschamayim

[ 1 ] Bei mancherlei von dem, was in diesem Vortragszyklus gesagt werden muß und was überhaupt im Verlaufe unserer anthroposophischen Unterredungen zur Sprache kommt, könnte es scheinen, namentlich der Außenwelt, die noch wenig bekannt ist mit den Empfindungen, die in unseren Kreisen herrschen, als ob es mir eine gewisse Befriedigung und Freude machte, wenn ich gedrängt bin, dieses oder jenes scheinbar im Gegensatz zu der modernen Wissenschaft zu sagen. Ich möchte wirklich gerade in diesem Punkt nicht gern mißverstanden sein. Sie dürfen alle überzeugt davon sein, daß es mich stets eine harte Überwindung kostet, mich in Gegensatz zu stellen zu dem, was man heute wissenschaftliche Behauptung nennt, und daß ich es an keinem anderen Punkte jemals tun würde als da, wo es mir genau möglich ist, selbst das wirklich zu entwickeln, was Wissenschaft heute zu sagen hat in bezug auf das jeweilig in Rede Stehende. Ich fühle das Verantwortlichkeitsgefühl, nichts vorzubringen im Gegensatz zur modernen Wissenschaft, wo es mir nicht auch möglich wäre, überall anzuführen, was diese moderne Wissenschaft in dem betreffenden Punkte zu sagen hat. Und man kann sich, wenn man von diesem Gesichtspunkte ausgeht, solch wichtigen Kapiteln wie das, was wir in diesen Tagen zu besprechen haben, nur nähern, wenn man es tut mit einer gewissen heiligen Scheu und eben mit einem entsprechenden Verantwortlichkeitsgefühl.

[ 1 ] In a good many places in this course of lectures—as well as elsewhere in our Anthroposophical discussions—it may well sound as if I rather enjoyed having to set myself up in opposition, or apparent opposition, to “modern science.” I am thinking more of people in the outside world unacquainted with the kind of feeling that prevails in our circles, but it is a point on which I am particularly anxious to avoid any misunderstanding. You may take it as definite that it is a very real effort for me to do anything of the sort; and that I only do it precisely at those points where I myself am able to develop or carry further what science has to say. My sense of responsibility is such that it will not permit me to bring forward anything that conflicts with the opinions of modern science, unless I have first placed myself in a position to understand, and if necessary reproduce, its findings on the subject in hand. No one having such an attitude could possibly approach the all-important matters which are to occupy us in the next few days without the deepest sense of awe and of the responsibility that goes with it.

[ 2 ] Es muß ja leider gesagt werden, daß in bezug auf Fragen, die dabei berücksichtigt werden müssen, moderne Wissenschaft ganz und gar versagen muß, daß moderne Wissenschafter nicht einmal in der Lage sind, zu wissen, warum ihre Ausgangspunkte versagen müssen, daß sie nicht in der Lage sind einzusehen, warum den wirklichen, großen Fragen des Lebens und des Daseins gegenüber gerade moderne Wissenschaft so intensiv dilettantisch sein muß, wie nur irgend möglich ist. Also ich bitte Sie recht sehr, das, was gesagt wird, immer so aufzunehmen, daß im Hintergrunde ein volles Bewußtsein von alledem steht, was in dem betreffenden Punkte moderne Wissenschaft zu sagen hätte. Nur kann natürlich in einer kurzen Vortragsreihe nicht verlangt werden, daß etwa polemisch in den Einzelheiten alles berücksichtigt werde, was zur Widerlegung dieser oder jener modernen Anschauung über den betreffenden Punkt zu sagen wäre. Ich muß mich so viel als irgend möglich auf das Positive beschränken und darauf vertrauen, daß in einem Kreise von Anthroposophen die Voraussetzung, die ich eben gemacht habe, wirklich auch in allen Einzelheiten gemacht wird.

[ 2 ] Unfortunately, it just has to be said that, as regards the questions now to come before us, modern science breaks down altogether. The scientists are not even in a position to know why this should be so, or to perceive why their science must necessarily prove so hopelessly amateurish in face of the real and the great problems of existence. So, although in a short course of lectures it is naturally not possible to engage in controversy about every detail, please take it for granted that behind all I say I am fully aware of the modern scientific outlook on these subjects. Only, as far as possible, I must confine myself to what is positive, and trust that in a circle of Anthroposophists this will always be understood.

[ 3 ] Ich versuchte Ihnen gestern zu zeigen, wie jene urgewaltigen Worte, die am Ausgangspunkte der Bibel stehen und die uns in einer Sprache vorliegen, die ganz anderer Natur ist als die modernen Sprachen, wie diese urgewaltigen Worte nur dann richtig gedeutet werden können, wenn wir versuchen, alles das zu vergessen, was in unseren Empfindungen, in unseren Gefühlen auflebt bei den gebräuchlichen Übersetzungen und Übertragungen dieser Worte in moderne Sprache. Denn die Sprache, in der ursprünglich diese urgewaltigen Schöpfungsworte uns gegeben sind, hat wirklich die Eigentümlichkeit, daß sie durch den Charakter ihrer Laute Herz und Sinn hinlenkt zu den Bildern, die vor dem Seherauge auftauchen, wenn es sich hinrichtet auf den Punkt, wo aus dem Übersinnlichen das Sinnliche unserer Welt hervorquillt. Und es liegt eine Gewalt und eine Kraft in allen einzelnen Lauten, in denen, wenn wir so sagen dürfen, der Urbeginn unseres Erdendaseins vor uns hingestellt wird. Wir werden noch öfter im Verlaufe dieser Vorträge gerade auf den Charakter dieser Sprache hinzuweisen haben. Heute aber möchte ich auf einiges für uns zunächst notwendige Sachliche eingehen.

[ 3 ] In the last lecture I tried to show how those tremendous, archetypal words with which the Bible opens—words which are put before us in a language different in its very nature from modern tongues—can only be rightly interpreted if we try to forget the attitude of mind and feeling we have acquired as a result of the usual modern renderings. For the language in which these powerful words of creation were originally given to us has actually the peculiarity that the very character of its sounds directs the heart and mind towards those pictures which arise before the eye of the seer when he contemplates the moment of the welling-forth of the sense-perceptible part of our world out of the supersensible. Every single sound in which the immemorial origin of our earth existence is placed before us is full of active power. In the course of these lectures we shall often have to refer to the character of this language; today, however, let us confine ourselves to one of the first essentials.

[ 4 ] Sie wissen ja, daß in der Bibel nach den Worten, die ich gestern versuchte ein wenig im Bilde vor Ihre Seele hinzumalen, Eigenschaften von dem einen Komplex stehen, der da auftauchte aus dem göttlichen Sinnen, aus dem produktiven Sinnen heraus. Ich sagte Ihnen, daß wir uns vorzustellen haben, daß wie aus einer kosmischen Erinnerung heraus zwei Komplexe auftauchten. Der eine war ein Komplex, der sich etwa vergleichen läßt mit dem Vorstellungscharakter, der in uns auftauchen kann, der andere war ein Komplex, der mit einem Begierden- oder Willenscharakter verglichen werden kann. Der eine enthält alles das, was sich nach außen offenbaren, ankündigen will, gleichsam nach außen hin kraften will, haschamajim. Der andere Komplex, ha’arez, enthält das innerlich Regsame, das innerlich von Begehren Durchdrungene, das innerlich Belebende, sich Regende. Von diesem innerlich Belebenden, sich Regenden werden uns dann Eigenschaften angeführt, und diese Eigenschaften werden in der Bibel angedeutet mit charakteristischen Lautcharakteren. Es wird uns gesagt, daß dieses sich innerlich Regende in einem Zustand war, der bezeichnet wird als tohu wabohu, was in der deutschen Sprache gewöhnlich ja wiedergegeben wird mit «wüste und wirr». Verstehen aber können wir es nur dann, wenn wir uns wiederum genau den bildhaften Charakter dessen vor Augen malen, was eigentlich mit dem tohu wabohu gemeint ist. Und wir kommen nur darauf, was gemeint ist, wenn wir aus unserer geisteswissenschaftlichen Erkenntnis heraus uns vergegenwärtigen, was da eigentlich, sagen wir, im Raume durcheinanderwogte, als alles das, was früher durchschritten. hatte das Saturn-, Sonnen- und Mondendasein, als das Erdendasein, als planetarischer Erdenzustand wieder auftauchte.

[ 4 ] You know that in the Bible, after the words which yesterday I at least tried to put before your souls in picture form, there comes a description of one of the complexes which arose out of the divine meditation, out of the divine productive musing. I told you that we have to conceive that, as if out of a cosmic memory, two complexes arose. One was a complex which may be compared with the thoughts which can arise in us; the other is of the nature of desire or will. The one complex contains all that tends towards outer manifestation, tends to proclaim itself, tends, as it were, to force its way out—haschamayim. The other complex—ha'aretz—consists of an inner activity, a permeation with inward craving; it is something which inwardly vivifies, animates. Then we are told of certain qualities of this inner, vivifying, self-stimulating element, and these are indicated in the Bible by appropriate sounds. We are told that this self-stimulating element was in a state which is designated as tohu wabohu1See Figure below.without form and void. To understand what is meant by tohu wabohu we must try to recapture a picture of what it expresses; and we only succeed in doing that if out of our spiritual scientific knowledge we call to mind what it was that, after its passage through the Saturn, Sun and Moon evolutions, emerged again and surged through space as our planetary earth existence.

[ 5 ] Ich machte Sie gestern darauf aufmerksam, daß das, was wir den festen Zustand nennen, also was einen Widerstand auf unsere Sinne ausübt, während des Saturn-, Sonnen- und Mondenzustandes noch nicht vorhanden war, daß da nur das Element des Feurigen oder der Wärme, das Element des Gasigen oder Luftförmigen und das Element des Wässerigen vorhanden war. Und im Grunde genommen fügt sich erst mit dem Aufgehen des planetarischen Erdenzustandes das Feste zu den früheren elementarischen Zuständen hinzu. Also in jenem Moment, wo das ins Dasein trat, was wir gestern charakterisiert haben, wo auch sozusagen die Tendenz auftritt, daß sich das Sonnenhafte von dem Erdhaften abspaltet, da haben wir, wenn wir das elementarische Weben ins Auge fassen, es mit einem sich gegenseitig Durchdringen der Elemente Wärme, Luft und Wasser zu tun. Das wogte und webte durcheinander. Wie das zunächst durcheinanderwogte und -webte, wie wir es uns vorzustellen haben, wenn wir es uns vor den geistigen Sinn hinmalen, das deuten uns diese Worte an, die im Deutschen etwa wiedergegeben werden mit «wüste und wirt», aber natürlich nur in ganz ungenauer Weise, und die prägnant bezeichnet werden durch das, was die Lautzusammenfügung ist tohu wabohu. Denn was bedeutet dieses tohu wabohu? Wenn wir uns bildhaft vor die Seele führen, was in der Seele angeregt werden kann durch diese Laute, dann ist es etwa das Folgende.

[ 5 ] I pointed out yesterday that what we call solidity, the state which offers a certain resistance to our senses, did not exist during the Saturn, Sun and Moon evolutions; only the elements of fire or warmth, gas or air, and water were to be found there. It was only with the emergence of the earth that the solid element was added. Thus at the moment when there happened what we were describing yesterday, when the tendency began for the sun to split off from the earth, there is a mutual interpenetration of the elements warmth, air and water—they surged through one another. That preliminary surging interpenetration which we have tried to picture to ourselves is thr meaning of the phrase inadequately translated as without form and void, but eloquently and effectively rendered by the succession of sounds tohu wabohu. What then does tohu wabohu signify?

[ 6 ] Der Laut, der da unserem T sich vergleichen läßt, der regt an ein Bild des Auseinanderkraftens von einem Mittelpunkt nach allen Seiten des Raumes, nach allen Richtungen des Raumes. Also in dem Augenblick, wo man den T-Laut anschlägt, wird angeregt das Bild von einem aus dem Mittelpunkt nach allen Richtungen des Raumes Auseinanderkraften, ins Unbegrenzte hin Auseinanderkraften. So daß wir uns also vorzustellen haben das Ineinandergewobensein der Elemente Wärme, Luft und Wasser und da drinnen ein Auseinanderkraften wie von einem Mittelpunkt aus nach allen Seiten, und wir würden dieses Auseinanderkraften haben, wenn nur der erste Teil des Lautgefüges da wäre, tohu. Der zweite Teil, was soll er ergeben? Er ergibt nun genau das Entgegengesetzte von dem, was ich eben gesagt habe. Der regt an durch seinen Lautcharakter — durch alles das, was wach wird in der Seele bei dem Buchstaben, der sich mit unserem B vergleichen läßt, Bet —, der regt an alles das, was Sie im Bilde bekommen, wenn Sie sich eine mächtig große Kugel, eine Hohlkugel denken, sich selbst im Inneren vorstellen und nun von allen Punkten, von allen inneren Punkten dieser Hohlkugel wiederum Strahlen nach innen sich denken, nach dem Mittelpunkt hereinstrahlend. Also Sie denken sich dieses Bild, einen Punkt inmitten des Raumes, von da aus Kräfte nach allen Richtungen des Raumes ausstrahlend, tohu; diese Strahlen sich gleichsam an einem äußeren Kugelgehäuse verfangend, zurückstrahlend in sich selber, von allen Richtungen des Raumes wieder zurück, dann haben Sie das bohu. Dann, wenn Sie sich diese Vorstellung machen und sich all die Kraftstrahlen erfüllt denken von dem, was gegeben ist in den drei elementarischen "Wesenheiten Wärme, Luft und Wasser, wenn Sie sich diese Kraftstrahlen denken, wie sie sich gleichsam in diesen drei durcheinanderwogenden Elementen bilden, dann haben Sie die Charakteristik dessen, was das innerlich Regsame ist. So also wird uns durch diese Lautzusammenstellung die Art angedeutet, wie das elementarische Dasein dirigiert wird durch die Elohim.

[ 6 ] If we try to picture what can be aroused in our souls by these sounds it is something like this. The sound which resembles our own T calls up a picture of forces diverging from a central point in every direction. Thus the moment one utters the T sound one gets the picture of forces diverging from a centre in every direction to illimitable distances. So that we have to imagine the elements warmth, air and water permeating, interpenetrating each other, and within them a tendency to diverge, as from a centre in all directions. The sound tohu alone would suffice to express this tendency to push outwards, to separate. What then does the second part of the phrase signify? It expresses the very opposite of what I have just described. The character of the sound resembling our B, called forth by the letter Bet, expresses what you would get if you imagined an enormous sphere, a hollow sphere, with yourself inside it, and rays proceeding from every point inside this sphere towards its centre. Thus you imagine a point within space whence forces stream out in all directions—that is tohu; these forces are arrested at the extremities of the spherical enclosure, and turned back again on themselves from every direction of space—that is bohu. And if you have formed this idea, and think of all these streams of force as filled with the three elementary substances of warmth, air and water, then you know the character of this inner animation. The combination of these sounds indicates the way in which elementary existence is guided by the Elohim.

[ 7 ] Was ist denn aber mit dem Ganzen jetzt überhaupt gesagt? Wir werden nicht den ganzen großartigen dramatischen Vorgang der sieben Schöpfungstage verstehen, wenn wir uns diese Einzelheiten nicht vor die Seele führen. Führen wir sie uns vor die Seele, dann wird uns das Ganze als ein wunderbares, gewaltiges kosmisches Drama erscheinen. Was soll eigentlich gesagt werden? Da erinnern wir uns noch einmal daran, daß wir es in all dem, was zum Beispiel durch das Zeitwort bara gemeint ist — in den Urbeginnen «schufen» die Götter —, mit einer seelisch-geistigen Tätigkeit zu tun haben. Ich verglich das gestern damit, daß innerhalb der Seele Vorstellungskomplexe heraufgerufen werden. So denken wir uns in den Raum hineingelagert die Elohim, und wir denken uns das, was angedeutet ist mit «schuf», bara, als eine kosmisch-seelische Tätigkeit eines Ersinnens. Was sie ersinnen, das ist dann angegeben mit haschamajim und ha’arez, das nach außen Strahlende und das innerlich Regsame. Aber jetzt wird auf etwas anderes Bedeutsames hingewiesen. Versetzen Sie sich, damit Sie einen möglichst guten Vergleich haben, in den Zustand des Aufwachens. Es dringen in Ihre Seele herauf Vorstellungskomplexe. So dringen in der Seele der Elohim herauf haschamajim und ha’arez.

[ 7 ] How far has this brought us? We shall not understand the sublime process of the seven days of creation unless we bear these details in mind. If we do so, then the whole will seem a wonderful cosmic drama. Let us recall once more that in the word bara—“in the beginning the Gods created”—we are concerned with a soul-spiritual activity. I have likened it to the thoughts which are called up in our own souls. Thus we may think of the Elohim as arrayed in space, and bara as a cosmic soul-activity, a pondering. What the Elohim ponder is expressed by haschamayim and ha'aretz—the outward radiation and the inner, mobile energy. To make the comparison as close as possible picture yourselves in the moment of awakening; groups of ideas arise in your souls. This is how haschamayim and ha'aretz arise in the souls of the Elohim.

[ 8 ] Nun wissen wir aber, das haben wir ja schon gestern hervorgehoben, daß diese Elohim herüberkamen in ihrer eigenen Entwickelung von dem Saturn-, Sonnen- und Mondenzustand. So war das, was sie ersannen, wirklich in einer ähnlichen Lage wie Ihre Vorstellungskomplexe, wenn Sie aufwachen und sie in Ihre Seele heraufrufen. Dann können Sie sie gleichsam seelisch-geistig anschauen, Sie können sagen, wie sie sind. Sie können sagen: Wenn ich am Morgen aufwache und wiederfinde, was früher in meiner Seele sich gelagert hat und was ich mir heraufrufe, dann kann ich beschreiben, wie es ist. — So konnte für die Elohim beschrieben werden, was sich jetzt ergab, nachdem sie etwa, wenn ich es sehr grob ausdrücken würde, sich sagten: Wir wollen jetzt einmal ersinnen, was in unsere Seele tritt, wenn wir uns alles das zurückrufen, was während des alten Saturn-, Sonnen- und Mondenzustandes sich zugetragen hat. Wir wollen sehen, wie das in der Erinnerung sich ausnimmt. — Und es nahm sich so aus, daß es bezeichnet wird mit den Worten tohu wabohu, daß es bezeichnet werden konnte durch ein Bild, wie ich es eben jetzt schilderte mit den Strahlen, die von einem Mittelpunkt ausgehen in den Raum hinaus und wieder zurück, so daß die Elemente in diesen Kraftstrahlen ineinanderwogen. Also konnten die Elohim etwa sagen: So also nimmt es sich aus, nachdem wir es bis zu diesem Punkt geführt haben. So hat es sich wieder hergestellt.

[ 8 ] Now you know that these Elohim came over to earth evolution at the stage to which they had evolved during the Saturn, Sun and Moon evolutions. So that they are in a somewhat similar situation to your own when on awakening you call up thoughts in your souls. You can contemplate those thoughts, you can say what they are. You can say: “When I awake in the morning and recall what has previously been left in my mind, I can describe it.” It was something the same with the Elohim, when they said to themselves: “Let us now reflect upon what arises in our souls when we recall what took place during the ancient Saturn, Sun and Moon evolutions. Let us see how it looks in recollection.” What it looked like is expressed in the phrase tohu wabohu; it could be expressed by a picture such as I have given you, as streams radiating from a centre outwards into space and back again, in such a way that the elements are interwoven in this streaming of forces. Thus the Elohim could say to themselves: “At the stage to which you have so far brought things this is what they look like. This is how they are resumed.”

[ 9 ] Nun aber, um das Folgende zu verstehen, was in den modernen Sprachen gewöhnlich so ausgedrückt wird: «Finsternis war über den flutenden Stoffen» oder «über den Wassern», um das zu verstehen, müssen wir uns noch ein anderes vor Augen führen. Wir müssen den Blick wiederum zurückwenden auf den Hergang der Entwickelung, bevor das Erdendasein gekommen war.

[ 9 ] Now in order to understand what comes next, usually rendered “darkness was above the fluid substances” or “above the waters”(above the abyss)—or darkness was upon the face of the waters (English A.V.)—we must take into consideration something else. We must once more turn our attention to the course of evolution before the earth came into existence.

[ 10 ] Da haben wir zuerst das Saturndasein hereinwebend im feurigen Element. Dann kommt dazu das Sonnendasein mit dem luftartigen Element. Sie können es aber in meiner «Geheimwissenschaft» nachlesen, daß mit diesem Hinzukommen der Luft noch ein anderes verknüpft ist. Es kommt ja nicht nur zu dem Wärmeelement das gasige oder luftförmige Element hinzu. Das ist sozusagen die Vergröberung des Wärmeelementes. Das feine Wärmeelement des alten Saturn vergröbert sich zu dem gasigen Elemente. Aber ein jedes solches Vergröbern ist verbunden mit dem Hervorgehen eines Feineren. Wenn das Vergröbern zu dem gasigen Element gleichsam ein Heruntersteigen ist, so ist auf der anderen Seite das Hinaufsteigen zu dem Lichtelement gegeben. So daß, wenn wir von dem alten Saturn zur alten Sonne herüberkommen, wir sagen müssen: Der alte Saturn ist noch ganz im Wärmeelement webend; während des Sonnenzustandes kommt dazu etwas Verdichtetes, das Gasige, dann aber auch das Lichtelement, das da macht, daß sich die Wärme und das Gasige nach außen hin erstrahlend offenbaren kann.

[ 10 ] First we have the Saturn existence, inweaving in the fiery element. Then comes the Sun existence, with its addition of the airy element. But in my Occult Science you can read how with the addition of the air something else is associated. The fine warmth element of Saturn condenses to a gaseous element. But every such densification is accompanied by a counter-process of refinement. Condensation to the gaseous element is a descending process, but on the other side there is an ascent to the light element. Thus, speaking of the transition from Saturn to Sun, we must say that Saturn still weaves solely in the element of warmth, whereas during the Sun evolution something denser, the gaseous element, is added, but so also is light. The light element makes it possible for the warmth and the air to manifest themselves in outward radiance.

[ 11 ] Wenn wir nun den einen der Komplexe nehmen, die da auftreten, denjenigen, der angedeutet wird mit ha'arez, das, was gewöhnlich übersetzt wird mit «Erde», und beachten, daß die Elohim, nachdem sie sich erinnert hatten, ihn ins Seelenauge faßten, dann müssen wir uns fragen: Wie mußten sie ihn bezeichnen? —- Sie konnten ihn nicht so bezeichnen, daß in ihm jetzt wieder aufgelebt hat, was schon in der alten Sonne war. Es fehlte das Lichtelement. Das hatte sich abgesondert. Dadurch war ha’arez einseitig geworden. Es hatte das Licht nicht mitgenommen, sondern nur die dichteren Elemente, das wäßrige, das luftförmige und das Wärmeelement. Es fehlte das Licht allerdings nicht in dem, was mit haschamajim angedeutet wird, aber haschamajim ist das Sonnenhafte, das sich herausbewegt aus dem anderen Komplex. In diesem anderen Komplex fehltcii die Verfeinerungen der Elemente, fehlte das Licht. So daß wir sagen können: In dem einen der Komplexe wogten so, wie wir es eben mit dem tohu wabohu bezeichnet haben, durcheinander die Wärme-, Luft- und Wasserelemente. Und sie waren entblößt; ihnen fehlte, was im alten Sonnendasein in die Entwickelung eingetreten ist, das Lichtelement. Sie waren also dunkel geblieben, sie hatten nichts Sonnenhaftes. Das war mit dem haschamajim herausgezogen aus ihnen. So bedeutet also der Fortschritt zur Erdenentwickelung nichts anderes als: Dasjenige, was als Licht in dem alten Sonnenhaften enthalten war, solange dieses noch mit dem verbunden war, was wir Erde nennen, das war herausgezogen, und ein dunkles Gewebe der Elemente Wärme, Luft und Wasser war als das ha’arez zurückgeblieben.

[ 11 ] Now let us take one of the two complexes—the one expressed as ha'aretz, usually translated as “earth”—and ask ourselves how the Elohim, turning their attention to this complex after their act of recollection, would have described it. They could not have said that what had already existed in the Sun evolution had now come to life again. For it was without light; light had separated from it. Ha'aretz had thus become one-sided. It had not brought with it the light, but only the coarser elements, the gaseous and the warmth elements. True, there was no lack of light in what is expressed by haschamayim, but haschamayim is the sunlike, issuing from the other complex. In ha'aretz there was no rarefaction, there was no light. We may then say that in one of the complexes warmth, air and water surged through one another in the way which is indicated by tohu wabohu. These elements were denuded, they lacked the light which had entered into evolution on the Sun. They remained dark, had nothing sunlike about them; for that had withdrawn with haschamayim. Thus the progress of earth evolution means that the light, which it still had so long as the sun remained united with it, had now withdrawn; and a dark fabric woven of the elements of warmth, air and water was left.

[ 12 ] Damit haben wir also das, was die Elohim ersannen, noch genauer vor unsere Seele hingestellt. Wir werden es uns aber niemals in der tichtigen Weise vorstellen können, wenn wir uns nicht immer bewußt bleiben, daß alles das, was wir als elementarisches Dasein bezeichnen, Luft, Wasser und auch Wärme, im Grunde genommen auch die äußere Ausdrucksform von geistigen Wesenheiten ist. Es ist nicht ganz richtig, zu sagen das Kleid, man muß es vielmehr als eine äußere Kundgebung auffassen. Also alles, was man so bezeichnet als Luft, Wasser, Wärme, ist im Grunde genommen Maja, Illusion, ist zunächst nur für den äußeren Anblick, auch des Seelenauges, vorhanden. In Wahrheit, wenn man auf seine eigentliche Wesenheit eingeht, ist es Seelisch-Geistiges, ist es äußere Ankündigung des Seelisch-Geistigen der Elohim. Wenn wir aber diese Elohim betrachten, dann dürfen wir sie uns noch nicht irgend menschenähnlich vorstellen, denn das war ja gerade ihr Ziel, den Menschen zu gestalten, den Menschen ins Dasein zu rufen in seiner eigenartigen Organisation, die eben jetzt von ihnen ersonnen ist. Menschlich also dürfen wir sie uns nicht denken. Wohl aber müssen wir in gewisser Beziehung bei diesen Elohim schon eine Art von Scheidung in ihrer Wesenheit ins Auge fassen. Wenn wir heute vom Menschen sprechen, so können wir ihn ja gar nicht verstehen, wenn wir seine Wesenheit nicht scheiden in ein Leibliches, ein Seelisches und ein Geistiges. Und Sie wissen ja, wie sehr es uns gerade auf dem anthroposophischen Felde beschäftigt, die Wirksamkeit und Wesenheit dieser Trinitätt des Menschen, dieses Leiblichen, Seelischen und Geistigen, genauer kennen zu lernen. So zu unterscheiden, in dieser Dreiheit eine Wesenheit zu erkennen, dazu sind wir allerdings erst beim Menschen genötigt, und wir würden natürlich den größten Fehler machen, wenn wir die Wesenheit der Vormenschheit, die also in der Bibel als die Elohim bezeichnet wird, in ähnlicher Weise uns denken würden wie den Menschen. Aber wir müssen bei ihnen doch schon unterscheiden eine Art Leibliches und eine Art Geistiges.

[ 12 ] We now have the content of the meditation of the Elohim before our souls in more detail. But we shall never be able to think of it in the right way unless we are conscious all the time that air, water and even warmth are external expressions of spiritual Beings. It would not be quite correct to call this elemental existence their “garment”; it should rather be regarded as making known their presence externally. Thus what we call air, water, warmth, are maya, illusion; they are only there for the outward aspect, and this is so even for the mind's eye. In reality this elemental existence is something psycho-spiritual, it is the external manifestation of the soul-spiritual of the Elohim. But we must not think of the Elohim as at all like man, for man is actually their goal. To fashion man, to call man, with his own peculiar organisation, into existence, that is the very matter of their cogitation. So we must not think of them as human, but we must certainly envisage that there is already in their nature a certain cleavage. When we speak of man today, we do not understand him at all unless we distinguish between body, soul and spirit. You know what great efforts we Anthroposophists have made to get a closer understanding of the activity and nature of this human trinity. To recognise this unity in trinity first becomes necessary in the case of man; and it would be a great mistake to think of Beings who existed before man, the Beings whom the Bible calls Elohim, as if they resembled man. Nevertheless in their case too we can rightly distinguish between a kind of body and a kind of spirit.

[ 13 ] Nun werden Sie, wenn Sie beim Menschen den Unterschied machen zwischen seinem Leiblichen und seinem Geistigen, sich ja durchaus bewußt sein, daß auch in der äußeren Gestalt, als die sich Ihnen der Mensch darbietet, seine Wesenheit in verschiedener Weise wohnt. Wir werden zum Beispiel nicht versucht sein, in der Hand oder in den Beinen das eigentlich Geistige des Menschen zu lokalisieren, sondern wir sagen: Im wesentlichen ist das Leibliche zum Beispiel im Rumpfe, in den Beinen, in den Händen. Das Geistige hat seine Organe im Kopf, im Gehirn; da hat es seine Werkzeuge. — Wir unterscheiden also innerhalb der äußeren Gestalt des Menschen so, daß wir gewisse Teile mehr als den Ausdruck des Leiblichen, gewisse Teile mehr als den des Geistigen begreifen.

[ 13 ] Now when you distinguish between body and spirit in man, you are well aware that even his outer form bears testimony to the fact that his being lives in it in a variety of ways. For instance, we do not try to locate man's mind in his hand or his legs, but we say that his bodily functions are in his trunk and his limbs, and that the organ of his mind is the head, the brain; the brain is the instrument of mind. Thus we distinguish in the external human form certain parts as the expression of the physical, and certain other parts as the expression of the spiritual.

[ 14 ] Ein solches müssen wir nun auch in bezug auf die Elohim, wenn auch nicht in gleicher, doch in ähnlicher Weise tun. Im Grunde genommen ist das ganze Gewebe und Gewoge, von dem ich gesprochen habe, nur dann richtig verstanden, wenn wir es auffassen als die Leiblichkeit des Geistig-Seelischen der Elohim. Also alles das, was sich als elementarisches Weben des Luftigen, des Wärmehaften, des Wäßrigen dargestellt hat, ist die äußere Leiblichkeit der Elohim. Aber wir müssen die Teile der Elohim wieder in verschiedener Weise an diese elementarischen Glieder verteilen, wir müssen an das Wäßrige und an das Luftförmige mehr das Leibliche, das Gröbere der Elohim geknüpft denken. Und in alledem, was als Wärmeelement das Gasige und das Wäßrige durchsetzte, was dieses tohu wabohu als das Wärmeelement durchdrang, was es durchwogte als wogende Wärme, in dem wirkte das, was wir nennen können das Geistige der Elohim. Ebenso wie wir sagen, im Menschen wirkt das mehr Leibliche in seinem Rumpf, in den Beinen und den Händen, das mehr Geistige in seinem Kopfe, so können wir sagen, wenn wir den ganzen Kosmos auffassen als eine Leiblichkeit der Elohim: In dem Luft- und in dem Wasserelemente lebte das mehr Leibliche der Elohim, und in dem Wärmeelemente webte das Geistige. — Damit haben Sie dann den Kosmos selbst aufgefaßt als eine Leiblichkeit der Elohim. Und nachdem das äußerlich Leibliche charakterisiert ist als etwas, was ein tohu wabohu der elementarischen Wesenheiten war, haben Sie in dem, was als Wärme diese elementarischen Wesenheiten durchdrang, den webenden Geist der Elohim lokalisiert.

[ 14 ] We have to look upon the Elohim in somewhat the same way. All this surging elementary web of which I have spoken can only be correctly understood if it is looked upon as the bodily vehicle of the Elohim's psycho-spiritual. These elements of air, warmth and water are the external embodiment of the Elohim. But we have to make a further distinction; we have to look upon the watery and gaseous elements as more connected with the bodily, denser functions of the Elohim, and what permeates this tohu wabohu as warmth as being the element in which their spiritual part is at work. Just as in the case of man we say that the more bodily part functions in the trunk and the limbs, and the more spiritual part in the head, so if we look upon the entire cosmos as an embodiment of the Elohim, we can say that their more specifically bodily part lived in the air and the water, and their spiritual part moved in the warmth

[ 15 ] Nun gebraucht die Bibel ein merkwürdiges Wort, um das Verhältnis dieses Geistigen der Elohim zu den Elementen auszudrücken: «Ruach Elohim m'rachephet.» Ein merkwürdiges Wort, auf das wir näher eingehen müssen, wenn wir verstehen wollen, wie der Geist der Elohim die anderen Elemente durchwebte. Dieses Wort, racheph, wir können es nur verstehen, wenn wir sozusagen alles zu Hilfe nehmen, was in der damaligen Zeit durch die Seele zog, wenn dieses Wort ausgesprochen wurde. Wenn man sagt: «Und der Geist der Götter webte auf sich ausbreitenden Stoffmassen» oder «auf den Wassern», so ist damit gar nichts gesagt. Denn zu der richtigen Deutung dieses Zeitwortes, racheph, kommen wir nur, wenn Sie sich denken — ich muß es durch einen etwas, ich möchte sagen groben, anschaulichen Vergleich charakterisieren —, ein Huhn sitzt auf den Eiern, und die Brutwärme von dem Huhn strahlt aus über die Eier, die darunter sind. Und wenn Sie sich nun denken die Tätigkeit dieser Brutwärme, die von dem Huhn in die Eier strahlt, um da die Eier zum Ausreifen zu bringen, diese Tätigkeit der Wärme, dieses Strahlen der Wärme von dem Huhn in die Eier hinein, dann haben Sie einen Begriff von dem Zeitwort, das da steht und uns sagt, was der Geist im Wärmeelemente tut. Es wäre natürlich durchaus ungenau ausgedrückt, wenn man sagen würde, der Geist der Elohim «brütet», weil nicht das gemeint ist, was man sich heute unter der sinnlichen Tätigkeit des Brütens vorstellt; es ist vielmehr die Aktivität der ausstrahlenden Wärme damit gemeint. So wie die Wärme vom Huhn strahlt, so strahlte in die anderen elementarischen Zustände, in den luftförmigen und den wäßrigen, durch das Wärmeelement der Geist der Elohim hinein. Wenn Sie sich das denken, dann haben Sie das Bild dessen, was gemeint ist, wenn gesagt wird: «Und der Geist der Elohim brütete über den Stoffmassen, über den Wassern.»

[ 15 ] Now the Bible makes use of a remarkable phrase to express the relationship of this spiritual part of the Elohim to the elements: Ruach Elohim m'rachephet [See Figure 4, below.]—a phrase which we must go into more closely if we would understand how the spirit of the Elohim permeated the other elements. We can only understand the verb racheph by praying in aid, so to speak, all the associations which it would have carried with it in those days. If one simply says “And the spirit of the Gods moved upon the outspread substances—upon the waters” one has said almost nothing. We can only understand the word if we think of a hen sitting upon her eggs, and of her brooding warmth radiating out over the eggs beneath her. (I know it is a crude illustration, but it does help to bring out the meaning.) And if you think of the energy of this brooding warmth which streams from the hen into the eggs in order to bring the eggs to maturity, then you can have a notion of the meaning of the verb used here to convey what the spirit does in the element of warmth. It would of course be quite inaccurate to say that the spirit of the Elohim broods, because what the physical activity of brooding conveys today is not what is meant. What is meant to be conveyed is the activity of the outraying warmth. As warmth radiates from the hen, so the spirit of the Elohim radiates by means of the warmth element into the other elementary states. When you think of this, you have a picture of what is meant by the words: And the spirit of God (the Elohim) moved upon the face of the waters.

[ 16 ] Nun haben wir aber auch bis zu einem gewissen Grade uns das Bild konstruiert, das vor der Seele des althebräischen Weisen schwebte, wenn er an diesen Urzustand dachte. Wir haben uns konstruiert einen Komplex, der in der Art, wie ich Ihnen das tohu wabohu charakterisiert habe, sozusagen kugelig ineinanderwogende Wärme, Luft und Wasser hatte, von dem sich abgesondert hatte alles lichtartige Element in dem haschamajim, und wir haben dieses Ineinanderwogen der elementarischen drei Zustände von Finsternis innerlich durchsetzt. Wir haben in dem einen Element, in dem Wärmehaften, wogend und webend das Geisthafte der Elohim, das nach allen Seiten mit der sich verbreitenden Wärme wie wogend sich selber verbreitet und zur Reifung bringt, was zunächst unreif ist in dem finsteren Elemente.

[ 16 ] Now, up to a point, we have reconstructed the picture which hovered before the soul of the ancient Hebrew sage when he thought about this primeval condition. We have constructed a complex of spherically interwoven warmth, air, water, such as I have described the tohu wabohu to be, from which all the light had withdrawn with the haschamayim, and this interweaving of the three elementary states was inwardly permeated with darkness. In the one element, the warmth, there weaves or surges the spirituality of the Elohim, which itself expands with the expanding warmth, and brings to maturity what is at first immature in the darker elements.

[ 17 ] So stehen wir, wenn wir bis zum Ende dieses Satzes kommen, der gewöhnlich angedeutet wird mit den Worten: «Und der Geist der Elohim brütete über den Wassern», sozusagen innerhalb einer Charakteristik dessen, was im ersten Vers der Bibel in dem ha’arez angedeutet wird mit dem Worte «Erde». Wir haben charakterisiert, was da sozusagen zurückgeblieben ist, nachdem das haschamajim abgezogen war.

[ 17 ] Thus when we come to the sentence And the Spirit of God moved upon the face of the waters, we are dwelling on one characteristic of what in the first verse of the Bible is called ha'aretz—earth. We are expressing what is left after haschamayim has been withdrawn.

[ 18 ] Fassen wir jetzt noch einmal die früheren Zustände ins Auge. Wir können zurückgehen von der Erde zum Mondenzustand, zum Sonnen- und zum Saturnzustand. Gehen wir einmal zum alten Sonnenzustand zurück. Wir wissen, daß damals von einer Trennung des heute Erdenhaften von dem Sonnenhaften noch nicht die Rede sein konnte, also auch nicht davon, daß das Erdenhafte von außen vom Lichte bestrahlt wird. Das ist ja das Wesentliche unseres Erdenlebens, daß das Licht von außen kommt, daß die Erde von außen bestrahlt wird. Sie müssen sich die Erdkugel eingeschlossen in die Sonne denken, einen Teil der Sonne selber bildend und also nicht Licht empfangend, sondern selber zu demjenigen Wesen gehörend, das Licht in den Raum hineinstrahlt, dann haben Sie den alten Sonnenzustand. Dieser alte Sonnenzustand ist nur dadurch zu charakterisieren, daß man sagt: alles Erdenhafte ist nicht ein Lichtempfangendes, es gehört zu dem Lichtverbreitenden, es ist selber eine Lichtquelle.

[ 18 ] Now let us recall once more the earlier conditions. From the earth we can look back to the Moon, Sun and Saturn conditions. Let us go back to the Sun. We know that at that time there was no separation of what we today call earth from the sun. Therefore the earthly part was not illumined by light from without. That its light comes from without is the essential characteristic of life on earth. At that time, however, you have to think of the earth-sphere as enclosed within the Sun, forming part of the Sun, not receiving light, but itself forming part of the Being that is radiating light into space. This condition can be summed up by saying simply that in it the earth element does not receive light, but is itself a source of light.

[ 19 ] Fassen Sie jetzt den Unterschied ins Auge! Der alte Sonnenzustand: die Erde beteiligt sich an der Ausstrahlung des Lichtes; der neue Zustand, der Erdenzustand: die Erde beteiligt sich nicht mehr daran. Die Erde hat aus sich herausgehen lassen alles das, was lichtverbreitend ist. Sie ist darauf angewiesen, von außen das Licht zu empfangen. Das Licht muß in sie einstrahlen. Das ist der charakteristische Unterschied des neuen Erdenzustandes im Laufe der Entwickelung von dem alten Sonnenzustand. Mit der Abtrennung des Sonnenhaften, des haschamajim, ist mitgegangen das Lichthafte. Das ist jetzt außerhalb der Erde. Und das elementarische Dasein, das im ha’arez durcheinanderwogt als tohu wabohu, das hat keinen eigenen Lichtzustand, das hat nur etwas, was man nennen kann «durchbrüter sein von dem Geist der Elohim». Aber das machte es nicht in sich selber hell, das ließ es in sich dunkel.

[ 19 ] Mark the difference! In the Sun evolution the earth itself participated in the radiation of light. In the earth evolution that is no longer the case. The earth has surrendered the radiant element, it has to receive light from without; light has to stream into it. That is the essential difference between the earth, as it has become in the course of evolution, and the Sun condition; with the separation of the sun, of the haschamayim, the light went out too. All that is now outside the earth. The elementary existence which surges in ha'aretz as tohu wabohu has no light of its own. The Spirit of God moved upon the face of the waters, but that did not make the earth light; it left it in darkness.

[ 20 ] Fassen wir jetzt das Ganze des elementarischen Daseins noch einmal ins Auge. Sie wissen ja aus früheren Vorträgen: Wenn wir das, was wir die elementarischen Zustände nennen, innerhalb unseres Erdendaseins aufzählen, so fangen wir mit dem Festen an, gehen dann nach dem Wäßrigen, nach dem Gas- oder Luftförmigen und nach dem Wärmeelemente. Damit haben wir sozusagen die dichtesten Stoffzustände angegeben. Aber damit sind diese Zustände noch nicht erschöpft. Wenn wir weiter hinaufgehen, so finden wir feinere Zustände, die nicht viel charakterisiert sind, wenn man sie als «feinere Stofflichkeit» bezeichnet. Es kommt darauf an, daß wir sie als feinere Zustände gegenüber den gröberen des Gasigen, Wärmehaften und so weiter erkennen. Man nennt sie gewöhnlich ätherische Zustände. Und wir haben ja immer unterschieden in diesen feineren Zuständen als erstes das Lichthafte. Wenn wir also von der Wärme hinuntergehen ins Dichtere, kommen wir zum Gasigen, wenn wir weiter hinaufgehen, zum Lichthaften. Wenn wir noch weiter hinaufgehen von dem Lichthaften, so kommen wir zu einem noch feineren Ätherzustand; dann kommen wir schon zu etwas, was eigentlich in der gewöhnlichen Sinneswelt nicht unmittelbar gegeben ist. Es ist uns in der Sinneswelt nur ein äußerer Abglanz gegeben von dem, was wir bezeichnen können als einen feineren Ätherzustand gegenüber dem Lichtäther. Okkultistisch kann man davon sprechen, daß die Kräfte in diesem feineren Äther dieselben sind, welche das chemische Anordnen, das Ineinanderfügen der Stoffe dirigieren, das Organisieren des Stoffes in der Art, wie man es etwa ausdrücken kann, wenn man auf eine Platte feinen Staub legt, die Platte dann mit einem Violinbogen streicht und so die sogenannten Chladnischen Klangfiiguren bekommt. Was der grobe sinnliche Ton da bewirkt in dem Staub, das geschieht überhaupt im Raum. Der Raum ist in sich differenziert, wird durchwogt von solchen Kräften, die feiner sind als die Lichtkräfte und die im Geistigen das darstellen, was im Sinnlichen der Ton ist. So daß wir von einem chemischen oder Klangäther als einem feineren Elemente sprechen können, wenn wir aufwärtsgehen von der Wärme zum Licht, von da zu diesem feineren Äther, der die Kräfte enthält, die den Stoff differenzieren, trennen und zusammenfügen, der aber in Wirklichkeit tonartige, klangartige Wesenheit hat, von dem der sinnliche Klang, den das sinnliche Ohr hört, nur ein äußerer Ausdruck, nämlich ein durch die Luft hindurchgegangener Ausdruck ist. Das bringt uns nahe diesem feineren Elemente, das oberhalb des Lichtes liegt. Wenn wir also davon sprechen, daß mit dem haschamajim das sich äußerlich Offenbarende herausgetreten ist aus dem ha’arez, dann müssen wir uns nicht nur das durch das Lichthafte sich Offenbarende denken, sondern auch das, was sich offenbart durch das feinere Ätherhafte des Klanghaften, des Tonhaften, das dieses Licht wiederum durchsetzt.

[ 20 ] Let us take another look at this elementary existence as a whole. You know of course from earlier lectures that we are accustomed to enumerate what we call the elementary states within our earth existence, beginning with the solid, then coming to the watery, next to the gaseous or aeriform and then to the warmth. These four constitute the denser conditions of matter. But we have not yet finished. If we go further upwards we meet with finer conditions, of which we do not get a much better idea by calling them finer substances. The main thing is to recognise them as finer relatively to the denser ones, the gaseous, the warmth and so on. They are usually called etheric states, and we have always distinguished light as the first of these finer states. Thus, when we descend from warmth into the denser, we come to the gaseous condition; if we ascend, we come to light. Ascending still further, beyond the light we come to a yet finer etheric condition, we come to something which is not really recognisable in the ordinary sense-world. We only get a kind of external reflection of it. From the occult point of view one can say that the forces in this finer ether are those which govern the chemical affinities of matter, the chemical combinations, the organisation of substances such as we can observe if, for instance, we place a fine powder on a metal plate, and then draw the bow of a violin across the plate, getting as a result the “Chladni” sound-figures. What the coarse physical tone brings about in the powder also occurs throughout space. Space is differentiated, is permeated, by forces which are more rarefied than the forces of light, by forces which represent in the spiritual what tone is in the sense-world. So that when we ascend from warmth to light, and from light to this finer element, we can speak of a chemical or sound-ether, which has the power to decompose and to combine substances, but is in reality of the nature of sound, sound of which the sense-perceptible tone which the ear hears is only the outward expression, the expression made by its passage through air. That brings us somewhat nearer to this finer element which is above light. Thus when we say that what has the quality of manifesting itself externally withdrew from the ha'aretz with the haschamayim we must not think only of the light, but also of the finer etheric element of sound which permeates light.

[ 21 ] Ebenso wie wir von der Wärme abwärtsgehen zu dem Gasigen und von da zum Wässerigen, so können wir nach aufwärts von der Wärme zum Licht, vom Licht zum Tonhaften, zum chemisch Ordnenden gehen. Und vom Wässerigen können wir nach abwärts schreiten zum Erdigen. Wohin kommen wir nun, wenn wir von dem Klanghaften zu noch feinerem, höherem Ätherischen steigen, das also wiederum mit dem haschamajim hinausgegangen ist? Da kommen wir zu etwas, was sozusagen als der feinste ätherische Zustand wiederum webt in dem eben beschriebenen Ton- oder Klanghaften, in dem chemisch Ordnenden. Wenn Sie das geistige Ohr richten nach diesem Ätherzustand, den ich eben beschrieben habe, dann hören Sie natürlich nicht einen äußeren Luftklang, aber Sie hören den Ton, der den Raum differenziert, der ihn durchsetzt und die Materien ordnet, wie der 'Ton, der durch den Bogen an der Platte hervorgerufen wird, die Chladnischen Klangfiguren ordnet. Aber in dieses Dasein hinein, das durch den Klangäther geordnet ist, ergießt sich eben der höhere Ätcherzustand. Der durchdringt, durchsetzt das Klangätherische so, wie in uns den Klang, den unser Mund ausspricht, der Sinn des Gedankens durchdringt, das was den Klang zum Worte macht. Das fassen Sie ins Auge, was den Klang zum sinnvollen Worte macht, dann bekommen Sie eine Vorstellung von dem, was den Klangäther durchwebt als das feinere ätherische Element, was kosmisch durchwebt und Sinn gibt dem ordnenden Weltenklang: das den Raum durchwogende Wort. Und dieses den Raum durchwogende Wort, das sich hineinergießt in den Klangesäther, das ist zu gleicher Zeit der Ursprung des Lebens, das ist wirklich webendes, wogendes Leben. Das also, was mit dem haschamajim herausgezogen ist aus dem ha’arez, was in das Sonnenhafte gegangen ist gegenüber dem anderen, Niederen, dem Erdenhaften, gegenüber dem tohu wabohu, das ist etwas, was sich äußerlich ankündigen kann als Lichthaftes. Hinter diesem steht aber ein geistig Klanghaftes, hinter diesem das kosmische Sprechen. Deshalb dürfen wir sagen: In der brütenden Wärme lebt sich zunächst aus das niedrige Geistige der Elohim, so wie etwa unsere Begierden sich in unserem niederen Seelenhaften ausleben. Das höhere Geistige der Elohim, das ist hinausgegangen mit dem haschamajim, das lebt im Lichthaften, geistig Klanghaften, geistig Worthaften, in dem kosmischen Worte. Alles das, was in dieses Sonnenhafte hinausgegangen ist, das kann allein von außen wieder hereinstrahlen in das tohu wabohu.

[ 21 ] Just as we go downward from warmth to air, and thence to water, so we can go upward from warmth to light, and from light to what is of the nature of sound, of chemical combination. And from water we can descend lower to earth. When we mount from the sound-ether we come to a still higher etheric condition, which also withdrew with the haschamayim. We come to the finest etheric state of all, which weaves within the chemical or sound-ether we have just been describing. If you turn your spiritual ear in this direction, you do not of course hear a noise in the external air, but you hear the tone which vibrates through space, the tone which permeates space and organises matter just as the tone produced by the bow of a violin organises the Chladni sound-figures. But into this condition brought about by the sound-ether is poured a still higher etheric mode. And this higher ether permeates the sound-ether just as the meaning of our thought permeates the sound which our mouth utters, thereby transforming tone into word. Try to comprehend what it is that transforms tone into a word full of meaning; then you will have some idea of this finer etheric element permeating the organising sound-ether and giving meaning to it—the Word which vibrates through space. And this Word, which thrills through space and pours itself out into the sound-ether, is at the same time the source of life, it is really vibrant, weaving life! Thus what has withdrawn out of the ha'aretz with the haschamayim, what has gone into the sun, as distinct from the other, the lower, the earth part—as distinct from the tohu wabohu—announces itself externally as light. But behind the light is spiritual tone, and behind that is cosmic speech. Thus we may say that in the brooding warmth lives the lower spiritual part of the Elohim, somewhat as our own desire lives in the lower part of our soul. The higher spirituality of the Elohim, which went out with the haschamayim, lives in the light, in the spiritual sound, in the spiritual word, the cosmic Word. These can only stream into the tohu wabohu again from without.

[ 22 ] Versuchen wir jetzt, uns das Ganze bildhaft vor Augen zu führen, was vor der Seele des althebräischen Weisen schwebte als das ha’arez, das haschamajim. Was da als geistig Lichthaftes, Klanghaftes, Sprechendes, Wortbildendes hinausgezogen ist, wenn das wiederum hereinstrahlt, wie wirkt es dann? Es wirkt wie ein aus dem Sonnenhaften heraus sich sprechendes Licht, als ein Licht, hinter dem das kosmische Sprechen steht. Also denken wir uns alles das, was wir im tohu wabohu gegeben haben in seiner Finsternis, in seinem Durcheinanderwogen des Wärmehaften, des Gasigen, des Wässerigen, denken wir es in seiner sozusagen lichtverlorenen Finsternis. Und nun denken wir uns aus der Tätigkeit der Elohim heraus von außen einstrahlen durch das schöpferische Wort, das als die höchste Äther-Entität zugrunde liegt, von außen hereinstrahlen mit dem Licht das, was aus dem Wort herausströmt. Wie soll man das bezeichnen, was da vorgeht? Man kann es nicht treffender bezeichnen, als wenn man das monumentale Wort hinstellt, das besagt: Die Wesenheiten, die mit dem haschamajim ihr Höchstes in das Ätherische hinausgetrieben hatten, erstrahlten zurücksprechendes Licht aus dem Weltenraum in das tohu wabohu hinein! — Damit haben Sie den Tatbestand dessen gegeben, was in den monumentalen Worten liegt: Und die Götter sprachen: Es werde Licht! und es ward Licht in dem, was Finsternis war, in tohu wabohu. — Da haben Sie das Bild, das dem althebräischen Weisen vorschwebte.

[ 22 ] Let us now try to bring before us in a picture what hovered before the soul of the Hebrew sage as ha'aretz, as haschamayim. When what withdrew as spiritual light, as sound, as the uttering and formative Word-element, streams back again, how does it act? It works from the sun as articulate light, as light giving utterance to cosmic speech. Let us think of what we have called tohu wabohu in its darkness, in its surging interweaving of warmth, air and water; let us think of it in its light-forsaken darkness. And then let us think that out of the activity of the Elohim, through the creative Word, which as the highest etheric entity lies behind their activity, there rays in with the light all that streams out from the Word. How is one to describe what is taking place? One cannot more fittingly express it than by saying that the Beings who had withdrawn their highest into the etheric with haschamayim radiated answering light out of cosmic space into the tohu wabohu. There you have the substance of the memorable verse: And God said, Let there be light: and there was light. There you have the picture which hovered before the Hebrew sage.

[ 23 ] So müssen wir uns die Wesenheit der Elohim über den ganzen Kosmos ausgedehnt denken, diesen ganzen Kosmos uns wie den Leib denken; das, was das elementarische Dasein ist in dem tohu wabohu als die niedrigste Gestalt des Leiblichen, das Wärmehafte als etwas höhere Gestalt, als die Gestalt des höchsten Geistigen das haschamajim, das hinausgegangen ist und jetzt von außen herein schaffend wirkt in die ganze Gestaltung des tohu wabohu.

[ 23 ] So we must think of the Beings of the Elohim as spread over the whole cosmos, we must think of this whole cosmos as their body, and the elementary existence in the tohu wabohu as the lowest form of this body; of the warmth as a somewhat higher form; and we must think of the haschamayim, the part which has withdrawn, as the highest spirituality, which now works creatively into the whole structure of the tohu wabohu.

[ 24 ] Nun können Sie sagen: Damit führst du uns eigentlich vor, daß durch das kosmisch gesprochene lichtstrahlende Wort das tohu wabohu, das Durcheinanderwogen des Elementarischen, geordnet wurde, zu dem gemacht wurde, was es später wurde. Von wo aus wird nun aber die menschliche Gestalt organisiert? — Es kann keine solche menschliche Gestalt geben, wie wir sie haben, die auf zwei Beinen aufrecht geht, die die Hände gebraucht, wie wir sie gebrauchen, ohne daß sie von den im Gehirn veranlagten und von dort ausstrahlenden Kräften organisiert wird. Von den höchsten geistigen Kräften, die da ausstrahlen von unserem Geistigen, wird unsere Gestalt organisiert. Immer wird das Niedrige von dem Höheren organisiert. So wurde das ha’arez gleichsam als der Leib der Elohim, als das Niedrige, von dem höheren Leiblichen, von dem haschamajim und dem darin wirkenden Geistigen der Elohim organisiert. Also von dem, was hinausgegangen ist, nimmt das höchste Geistige der Elohim Besitz und organisiert es, wie es sich ausdrückt in den Worten: «Das durch das kosmische Sprechen sich offenbarende Licht strömt ein in die Finsternis.» Dadurch wird das tohu wabohu organisiert, aus der Unordnung der Elemente herausgehoben. Wenn Sie sich also denken in dem haschamajim gleichsam den Kopf der Elohim und in dem Elementarischen, das zurückgeblieben ist, den Rumpf und die Gliedmaßen, und durch die Macht des Kopfes nunmehr organisiert Rumpf und Gliedmaßen, das Elementarische, dann haben Sie den tatsächlichen Vorgang, dann haben Sie gleichsam den Menschen vergrößert zum Kosmos; und in diesem Kosmos wirkt er organisierend von den Organen des Geistes aus, die im haschamajim liegen. Einen sich organisierenden makrokosmischen Menschen, das dürfen wir uns als ein Bild vor die Seele malen, wenn wir uns all die Kräftestrahlungen denken, die von dem haschamajim nach dem ha’arez herunterströmen.

[ 24 ] Now you see what I am leading up to—that it was the cosmic Word expressing radiant light which organised the surging of the elementary part, the tohu wabohu, and made it what it later became. Whence comes the power which organises the human form? There can be no human form such as we have, standing upright on two legs, making use of hands, unless it be organised by forces emanating from the brain. Our own form is organised by the highest spiritual forces streaming out from our own spiritual part. The lower is always organised by the higher. In the same way the ha'aretz, the body of the Elohim, their lower part, was organised by their higher bodily part, the haschamayim, and by the spiritual essence of the Elohim working within it. Thus the highest spirituality of the Elohim takes possession of what has been cast out, and organises it, and we can express this by saying that the light manifesting itself through the cosmic Word streams into the darkness. That is how the tohu wabohu was organised, raised out of the disorder of the elements. Thus, if you think of the haschamayim as the head of the Elohim, and the elementary part which is left behind as the trunk and limbs, organised through the power of the head, then you have the actual process. Then you have man expanded to cover the whole cosmos. And out of the spiritual organs in haschamayim he organises himself. When we think of all the streams of energy which pour out from the haschamayim to the ha'aretz we may venture to picture it as a macrocosmic man organising himself.

[ 25 ] Und jetzt fassen wir einmal unseren heutigen Menschen auf, um uns das Bild noch genauer vor die Seele malen zu können. Fragen wir uns einmal: Ja, wodurch ist denn der Mensch für die Geisteswissenschaft — nicht für die dilettantische Wissenschaft von heute — so geworden, wie er heute ist? Wodurch hat er denn die bestimmte Gestalt, die ihn ja doch unterscheidet von allen übrigen Lebewesen in seiner Umgebung; was macht ihn denn eigentlich zum Menschen? Was webt denn da durch diese menschliche Gestalt hindurch? — Es ist ungeheuer leicht, wenn man sich keine Binde vor die Augen legt, zu sagen, was den Menschen zum Menschen macht. Dasjenige, was er hat und alle übrigen Wesen um ihn herum im irdischen Dasein nicht haben, die Sprache, die in Lauten zum Vorschein kommt, das macht ihn zum Menschen. Denken Sie sich die tierische Gestalt. Wodurch kann sie zur Menschengestalt herauforganisiert werden? Was muß hineinschlagen in sie, damit sie zur menschlichen Gestalt wird? Stellen wir die Frage so: Denken wir uns eine tierische Gestalt, und wir müßten sie mit etwas durchströmen, mit einem Hauch durchströmen — was müßte dieser Hauch enthalten, daß dadurch diese Gestalt anfangen würde zu sprechen? — Sie müßte innerlich sich so organisiert fühlen, daß sie Lauthaftes von sich ausstrahlte! Das Lauthafte schafft aus der tierischen Gestalt die menschliche Gestalt.

[ 25 ] Now in order to paint the picture more accurately, let us turn our attention to man as he is today. Let us ask ourselves how man has become what he is—I mean, what he is to the spiritual scientist, not to ordinary science. What is it that has given him the special structure which distinguishes him from all the rest of the living creatures around him? What is it which weaves throughout this human form? If one does not blind oneself it is very easy to say what makes him man; it is something he possesses which none of the beings around him has—speech, which expresses itself in its own proper sounds. That is what makes him man. Think of the form of the animal and ask yourselves how it could be raised to the level of the human form. What would have to permeate it for it to become human? Let us put the question in this way. Let us think of an animal form, and imagine that we have to make a breath enter into it—what would this breath have to contain, in order to make this form begin to speak? It would have to feel itself inwardly organised in such a way that it uttered the sounds of speech. It is the sounds of speech which make the animal structure human!

[ 26 ] Wie kann man daher den Kosmos sich bildhaft vorstellen, innerlich erfühlen? Wie kann man alles das, was ich Ihnen in Bildern vor die Seele geschrieben habe, in umständlicher Weise Bild für Bild aus dem Elementarischen herauskonstruiert habe, wie kann man das erfühlen, wie kann man die Gestalt des makrokosmischen Menschen gleichsam innerlich erfühlen? Wenn man anfängt zu fühlen, wie der Laut in die Gestalt schießt! Man lerne fühlen am Laut A, wenn er dahinsaust durch die Luft, nicht bloß den Ton, man lerne fühlen, wie sich dieser Laut gestaltet, so wie sich der Staub gestaltet durch den Ton des Fiedelbogens, der die Platte streicht. Man lerne fühlen das A und lerne fühlen das B, wie sie durch den Raum hinweben! Man lerne sie nicht bloß als Lautstrahl fühlen, sondern als sich Gestaltendes, dann fühlt man so, wie der althebräische Weise fühlte, wenn er sich in Lauten anregen ließ zu den Gestalten der Bilder, die ich Ihnen hingestellt habe vor das geistige Auge. So wirkte der Laut. Deshalb mußte ich sagen: Das Bet regte an etwas sich Umschließendes, etwas wie ein Gehäushaftes, etwas sich Abschließendes und im Inneren einen Inhalt Einschließendes. Dasjenige, was mit dem Resch angedeutet wurde, das regte an etwas, was man fühlte, wie man sich fühlt, wenn man sein Haupt fühlt. Und das Schin regte etwas an, was ich bezeichnete mit dem Aufstacheln. — Dos ist eine durchaus objektive Sprache, eine Sprache, die in ihrer Lauthervorbringung sich zum Bilde kristallisiert, wenn die Seele sich von ihr anregen läßt. Daher liegt auch in diesen Lauten selber die hohe Schule, die den Weisen hinführte zu den Bildern, die sich vor die Seele des Sehers drängen, wenn er ins Übersinnliche hineintritt. So setzt sich Laut in Geistgestalt um und zaubert vor die Seele Bilder, welche sich so zusammenfügen, wie ich es Ihnen beschrieben habe. Das ist das ungeheuer Bedeutsame an dieser alten Urkunde, daß sie in einer Sprache erhalten ist, welche in ihren Lauten gestaltenschaffend ist, deren Laute sich in der Seele kristallisieren zu Gestalten. Und diese Gestalten sind die Bilder, die man gewinnt, wenn man zum Übersinnlichen vordringt, aus dem sich das Sinnliche unseres physischen Erdenplanes herausentwickelt hat. Wenn man das ins Auge faßt, dann gelangt man dazu, jene tiefe, ungeheure Scheu und Ehrfurcht zu empfinden vor dem, wie die Welt sich entwickelt, und man lernt empfinden, wie es wahrhaft kein Zufall ist, daß dieses große, dieses urgewaltige Dokument des Menschendaseins gerade in dieser Schrift uns übermittelt ist, in einer Schrift, die in ihren Charakteren selber imstande ist, den Geist in der Seele bildhaft zu erwecken und uns hinzuführen zu dem, was der Seher in unserer Zeit wiederum herausholen soll. Das ist die Empfindung, die der Anthroposoph sich aneignen sollte, wenn er sich dieser alten Urkunde nähert, die am Ausgangspunkte des Alten Testamentes steht.

[ 26 ] How then can one picture the cosmos? Out of all that I have put before your souls, all that I have built up gradually out of this elementary existence, picture by picture, how can one come to feel the cosmos inwardly, how can one come inwardly to feel the structure of macrocosmic man? By beginning to feel how the sounds of speech flash into form. When the sound of A soughs through the air, learn to feel not merely its tone, learn to feel the form it makes, just as the tone of the violin bow, passed over the edge of a plate, makes a form in the powder. Learn to feel the A and the B in their transience through space; learn to experience them not merely as sound, but as form-making; then you will feel as the Hebrew sage felt when the sounds of speech stimulated in him the pictures which I have put before your mind's eye. That was the effect of the sounds of speech. That is why I had to say that Bet (B) aroused the idea of something enclosing, like a shell shutting something off and enclosing an inner content. Resch (R) stimulated a feeling such as one has when one feels one's head: and Schin (S) suggested what I might describe as a pricking or penetrating. That is a thoroughly objective language, a language which, if the soul is receptive, crystallises into pictures as the sounds are uttered. In the sounds themselves lies the lofty discipline which led the sage to the pictures which crowd upon the soul of the seer when he enters into the supersensible world. Sound is in this way transmuted into spiritual form, and conjures before the soul pictures which form a connected whole in the way I have described. What is so remarkable about this ancient record is that it has been preserved in a language the sounds of which create form, the sounds of which crystallise in the soul into form. And these forms are the very pictures which one gets when one penetrates to the supersensible out of which our material physical has evolved. When one comes to understand this, one feels a deep awe and reverence for the way in which the world has evolved; and one comes to realise that truly it is by no mere chance that this great document of human existence has been transmitted in this script—a script which by means of its very characters is capable of arousing pictures in the soul, and of guiding us to what in our own time the seer is to discover anew. That is the feeling which the Anthroposophist ought to cultivate when he approaches this ancient document.