Secrets of the Biblical Creation Story
GA 122
22 August 1910, Munich
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Secrets of the Biblical Creation Story, tr. SOL
Siebenter Vortrag
Seventh Lecture
[ 1 ] Es wird meine Aufgabe sein, in diesen Vorträgen von den verschiedensten Seiten her eine Übersicht zu geben über alles das, was zum Verständnis der Genesis führen kann. Ich bitte Sie allerdings, bei allen solchen Auseinandersetzungen niemals den eigentlichen anthroposophischen Gesichtspunkt aus den Augen zu verlieren. Dieser anthroposophische Gesichtspunkt ist ja zunächst der, auf die Tatsachen des geistigen Lebens selber zu gehen. In erster Linie also interessiert uns bei allem, was wir besprechen, die Frage: Wie verhalten sich die Dinge im geistigen Leben, in der geistigen Entwickelung? — Also auch für das, was sich für uns mit den Berichten der Genesis deckt, ist die Hauptsache, was dem sichtbaren Entwickelungsgang unseres Erdenwerdens an übersinnlichen Ereignissen und Tatsachen vorangegangen ist. Und dann erst ist es für uns von besonderer Wichtigkeit, das, was wir zunächst unabhängig von allen Urkunden aus der geistigen Forschung selbst heraus festgestellt haben, wiederzufinden in den Urkunden der verschiedenen Zeiten, der verschiedenen Völker. Dadurch gewinnen wir die Möglichkeit, uns in das richtige Gefühlsverhältnis, in das richtige Achtungsverhältnis zu dem zu setzen, was aus fernen Zeiten und Völkern her in unser Gemüt hineintönt. Wir gewinnen dadurch die Möglichkeit, gleichsam uns zu verständigen mit denjenigen Zeiten, die wir ja in anderen Verkörperungen selber durchlebt haben, die Möglichkeit, wieder anzuknüpfen an das, was uns berührt haben muß in vergangenen Zeiträumen. So haben wir den Gesichtspunkt, der dieser Vortragsreihe zugrunde liegt, aufzufassen.
[ 1 ] My task in these lectures will be to provide an overview, from a wide variety of perspectives, of everything that can lead to an understanding of Genesis. I would ask you, however, never to lose sight of the actual anthroposophical perspective in all such discussions. This anthroposophical perspective is, first and foremost, to approach the facts of spiritual life themselves. So, in everything we discuss, we are primarily interested in the question: How do things relate to one another in spiritual life, in spiritual evolution? — Thus, even for what corresponds to the accounts in Genesis, the main point is what supersensible events and facts preceded the visible course of our Earth’s evolution. And only then is it of particular importance for us to find, in the records of various times and various peoples, that which we have first established independently of all records through spiritual research itself. Through this we gain the possibility of placing ourselves in the right emotional relationship, in the right attitude of respect, toward what resounds into our hearts from distant times and peoples. In this way, we gain the opportunity, as it were, to communicate with those times that we ourselves have lived through in other incarnations, the opportunity to reconnect with what must have touched us in past eras. This is how we are to understand the perspective underlying this series of lectures.
[ 2 ] Wir haben in den letzten Tagen versucht, uns eine Vorstellung darüber zu bilden, wie wir jene geistigen Wesenheiten, die wir aus dem Gebiete der Geisteswissenschaft her kennen, in der Genesis wiederfinden. Zum Teil ist uns das schon gelungen. Wir haben dabei den Gesichtspunkt immer im Auge gehabt, daß es sich bei dem, was zunächst uns äußerlich entgegentritt, ja selbst, was uns auf den niederen Stufen des hellseherischen Bewußtseins entgegentritt — und mit Tatsachen des hellseherischen Bewußtseins haben wir es ja im Grunde genommen immer zu tun in der Genesis —, daß es sich bei dem um Maja, um Illusion handelt; daß unsere gewöhnliche Auffassung der Sinneswelt, so wie diese Sinneswelt für unser Erkenntnisvermögen zunächst vorhanden ist, daß diese Sinneswelt Maja oder Illusion ist. Das ist ein Satz, der einem jeden geläufig ist, der sich einigermaßen mit dem Gebiete der Geisteswissenschaft beschäftigt hat. Auch daß gewissermaßen die niederen Gebiete des Hellsehertums, daß alles das, was wir ätherische und astralische Welt nennen, in einem höheren Sinn in dieses Gebiet der Täuschung hineingehört, auch das ist etwas, was keinem verborgen bleiben kann, der sich längere Zeit mit geisteswissenschaftlichen Anschauungen beschäftigt. Wir stoßen sozusagen auf den wahren Grund des Daseins, soweit er für uns erreichbar ist, erst dann, wenn wir über diese genannten Gebiete hinaus zu den tieferen Quellen des Daseins dringen. Das müssen wir uns immer wieder vor Augen halten. Und wir dürfen nicht dabei stehenbleiben, uns das bloß theoretisch zu sagen, sondern es muß sozusagen das Gefühl in Fleisch und Blut übergehen, daß wir uns Illusionen hingeben, wenn wir an dem äußeren Dasein hängenbleiben. Zu übersehen etwa das äußere Dasein, es gering zu schätzen, das wäre natürlich auch wiederum eine der großen Illusionen, denen die Menschen sich hingeben können.
[ 2 ] Over the past few days, we have been trying to form a picture of how we can find those spiritual beings, whom we know from the field of spiritual science, in the Book of Genesis. We have already succeeded to some extent. In doing so, we have always kept in mind the point of view that what first presents itself to us externally—indeed, even what presents itself to us on the lower levels of clairvoyant consciousness—and in Genesis we are, after all, always dealing with facts of clairvoyant consciousness—that this is Māyā, illusion; that our ordinary conception of the sensory world, as this sensory world initially presents itself to our cognitive faculties, is Maya or illusion. This is a statement familiar to anyone who has engaged to any extent with the field of spiritual science. Also, that the lower realms of clairvoyance, so to speak—that everything we call the etheric and astral worlds—in a higher sense belongs to this realm of illusion; this, too, is something that cannot remain hidden from anyone who has engaged with spiritual scientific views for any length of time. We come upon the true foundation of existence, so to speak, insofar as it is accessible to us, only when we go beyond these aforementioned realms to the deeper sources of existence. We must keep this constantly in mind. And we must not stop at merely stating this theoretically; rather, the feeling must, so to speak, become second nature to us that we are succumbing to illusions when we remain attached to external existence. To overlook external existence, for example, or to underestimate it, would of course also be one of the great illusions to which people can succumb.
[ 3 ] Nehmen wir einmal das, was uns ja in diesen Tagen so oft beschäftigt hat, das elementarische Dasein, das als das nächste uns erreichbar ist hinter unserem physischen Dasein, hinter dem, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen. Nehmen wir jenes elementarische Dasein, das von der Geisteswissenschaft charakterisiert wird als den Elementen des Erdigen, des Wässerigen, des Luftförmigen, des Feurigen oder Wärmehaften, des Lichtartigen, des Schallätherischen, des Lebensätherischen zugrunde liegend, nehmen wir dieses elementarische Dasein. Wir versuchen Vorstellungen zu erhalten über das Erdige, über das Wässerige, das Luftförmige und so weiter. Diese Vorstellungen suchen wir gut festzuhalten. Es ist nichts damit getan, daß wir mit einem gewissen intellektuellen Hochmut, der ja sehr leicht bei theosophisch Gläubigen verbreitet sein kann, sagen: «Nun ja, das ist ja alles Maja, Illusion!» Durch diese Maja offenbaren sich eben doch die wahren 'Wesenheiten. Und wenn wir es verschmähen, die Offenbarungen ins Auge zu fassen, die Werkzeuge und Mittel zu unserer Kenntnis zu bringen, durch welche sie sich offenbaren, so entfällt uns überhaupt ein jeglicher Inhalt, durch den wir uns das Dasein begreiflich machen wollen. Wir müssen uns darüber klar sein, daß wenn wir sagen «Wasser», «Luft» und so weiter, daß wir da Äußerungen, Manifestationen der eigentlichen wahren Geistigkeiten ins Auge fassen, daß wir aber, wenn wir sagen: «Wir wollen nichts wissen von dieser Maja», daß wir dann überhaupt zu keinen Vorstellungen dessen kommen, was dem allem zugrunde liegt. Also klar müssen wir uns auf der anderen Seite eben doch darüber sein, daß wir in dem Erdigen, Wässerigen und so weiter Äußerungen, Offenbarungen, Manifestationen von geistigen Wesenheiten vor uns haben.
[ 3 ] Let us consider what has so often occupied our thoughts these days: the elemental realm, which is the closest to us beyond our physical existence, beyond what we perceive with our senses. Let us take that elemental existence which spiritual science characterizes as underlying the elements of earth, water, air, fire or warmth, light, sound-ether, and life-ether; let us take this elemental existence. We try to form ideas about the Earthy, the Watery, the Airy, and so on. We seek to hold fast to these ideas. It is of no avail for us to say, with a certain intellectual arrogance—which can all too easily be widespread among theosophical believers—“Well, yes, that is all Maya, illusion!” It is precisely through this Maya that the true ‘beings’ reveal themselves. And if we refuse to take these revelations into account, to bring to our attention the tools and means through which they reveal themselves, then we lose all content through which we might make existence comprehensible to ourselves. We must be clear that when we say “water,” “air,” and so on, we are considering expressions, manifestations of the actual true spiritual beings; but that when we say, “We want nothing to do with this Maya,” we then arrive at no concept whatsoever of what underlies all of this. So, on the other hand, we must be clear that in the earthly, the aqueous, and so on, we have before us expressions, revelations, and manifestations of spiritual beings.
[ 4 ] Fassen wir jetzt einmal von unserem anthroposophischen Standpunkt so etwas wie das Erdige ins Auge! Wir wissen jetzt schon ganz gut, daß während des alten Saturndaseins von solch einem Erdigen nicht die Rede sein kann, auch nicht während des alten Sonnen- und Mondendaseins. Wir wissen, daß die Entwickelung hat warten müssen bis zu unserem planetarischen Dasein, daß erst dann das Erdige hat hinzukommen können zum Wärmehaften des alten Saturn, zum Luftartigen der alten Sonne und zum Wässerigen des alten Mondes. Wir wissen, daß ein jeder Entwickelungsschritt nur dadurch vor sich gehen kann, daß geistige Wesenheiten arbeiten. Von dem, was wir heute den physischen Leib nennen, das niederste Glied unserer menschlichen Wesenheit, dürfen wir sagen, wenn wir diesen physischen Leib ganz hineinstellen in das elementarische Dasein, daß er sich selbst durchgerungen hat von seiner ersten Anlage, die er auf dem alten Saturn entwickelt hat, aus dem Wärmezustand, durch den sonnenartigen Luftzustand, durch den mondartigen Wasserzustand und herangeschritten ist bis zu dem gegenwärtigen Erdenzustand. Wir haben also in unserem eigenen äußeren physischen Leib etwas, von dem wir sagen können, es hat durchschritten ein Dasein im bloßen Wärmeweben, ein Dasein als luftartiger Leib, ein Dasein als wässeriger Leib und ist aufgestiegen bis zum erdenhaften Dasein. — Wir kennen auch die Wesenheiten, welche an der alten Saturnarbeit, an dem ersten Entwickelungszustand des physischen Menschenleibes, beteiligt waren. Erinnern Sie sich an das, was Sie in meiner «Geheimwissenschaft» dargestellt finden, was auch sonst immer gesagt worden ist: Auf dem alten Saturn wirkten zunächst gewisse geistige Wesenheiten, welche ihre untergeordneten Entwickelungsstufen in einer urfernen Vergangenheit durchgemacht haben und die so weit schon waren während des alten Saturndaseins, daß sie gleichsam ihre eigene Leiblichkeit opfern konnten, hinopfern konnten, um das Grundmaterial, die Grundsubstanz abzugeben für den alten Saturn. Diese geistigen Wesenheiten sind ja in der Ordnung der Hierarchien keine anderen als diejenigen, die wir bezeichnen als die Geister des Willens. Was so als Grundsubstanz vorhanden war, was hingeopfert haben diese Geister des Willens, in das arbeiteten dann hinein die anderen geistigen Wesenheiten, die anderen Hierarchien; in das arbeiteten auch sich selber hinein die Geister der Persönlichkeit, die in dieser Willensmaterie, wenn ich so sagen darf, ausprägten ihre eigene Menschlichkeit. Und diese Willenssubstanz war es auch, die als Wärmeelement im alten Saturndasein wirkte und in der die erste Anlage zum physischen Menschenleib gebildet worden ist.
[ 4 ] Let us now consider, from our anthroposophical perspective, something like the “earthly” element! We already know quite well that there can be no question of such an “earthly” element during the old Saturn era, nor during the old Sun and Moon eras. We know that evolution had to wait until our planetary existence; only then could the earthly element be added to the warmth of the ancient Saturn, the airiness of the ancient Sun, and the watery nature of the ancient Moon. We know that every step of evolution can only take place through the work of spiritual beings. Of what we today call the physical body, the lowest member of our human being, we may say—when we place this physical body entirely within the elemental existence—that it has fought its way through from its first form, which it developed on the ancient Saturn, from the state of heat, through the sun-like state of air, through the moon-like water state, and has advanced to the present earth state. We thus have in our own outer physical body something of which we can say that it has passed through an existence in the mere heat-wave, an existence as an air-like body, an existence as a watery body, and has ascended to the earth-like existence. — We also know the beings who were involved in the work of the ancient Saturn, in the first stage of development of the physical human body. Recall what you find described in my *Esoteric Science*, and what has been said elsewhere: On ancient Saturn, certain spiritual beings were initially at work who had undergone their lower stages of development in a very distant past and who had already reached such a stage during the ancient Saturn existence that they were able, as it were, to sacrifice their own physicality, to offer it up, in order to provide the basic material, the basic substance, for ancient Saturn. In the order of the hierarchies, these spiritual beings are none other than those we designate as the spirits of the will. What existed as this basic substance—what these spirits of the will sacrificed—was then worked into by the other spiritual beings, the other hierarchies; and the spirits of personality also worked themselves into it, imprinting their own humanity, so to speak, upon this substance of will. And it was this substance of will that also functioned as the element of warmth in the ancient Saturn existence and in which the first rudiments of the physical human body were formed.
[ 5 ] Sie dürfen aber nicht glauben, daß solche geistigen Wesenheiten wie die Geister des Willens etwa mit ihrer Arbeit abschließen auf einer bestimmten Stufe. Wenn sie auch auf dem alten Saturn gewissermaßen die Hauptarbeit geleistet hatten: während des Entwickelungsganges durch Sonne, Mond und Erde wirkten sie weiter. Und sie blieben in einer gewissen Beziehung in dem Substantiellen, für das sie sich zuerst hingeopfert hatten. Wir haben ja gesehen, daß innerhalb des alten Sonnendaseins sich nach der Verdichtungsseite hin, also gleichsam nach unten, das Wärmehafte in das Lufthafte umgestaltet hat. Ein solcher Vorgang, den wir etwa dem äußeren Schein nach verfolgen können wie eine Verdichtung des Wärmehaften in das Lufthafte, der ist eben nur der Maja, der Illusion nach ein Verdichtungsvorgang. In diesem Verdichten selber liegt ein geistiges Weben und Wesen, liegt eine geistige Tätigkeit. Und derjenige, der den Dingen auf den Grund gehen will, muß fragen: Wer hat es denn gemacht innerhalb der Reihe der Hierarchien, daß aus dem dünneren \Wärmestoff, wenn ich mich so ausdrücken darf, der dichtere Luftstoff gefestigt worden ist? — Niemand anders hat das bewirkt als wiederum dieselben Geister des Willens, die den Wärmestoff aus sich herausgeopfert haben. So daß wir diese Tätigkeit der Geister des Willens so auffassen können, daß wir sagen: sie waren während des alten Saturndaseins so weit, daß sie ihre eigene Substanz als Wärme ausfließen ließen, substantiell hinopferten, daß ihr Feuer in das planetarische Dasein des alten Saturn einströmte. Dann erhärteten sie dieses ihr Feuer während des alten Sonnendaseins zum Gasigen. Sie selber waren es aber auch, die ihr Gasiges während des alten Mondendaseins zum Wässerigen dichteten, und während des Erdendaseins verdichteten sie weiter ihr Wässeriges zum Erdigen, zum Festen. — Wenn wir also heute den Blick herumwenden in der Welt und das Feste erblicken, so müssen wir sagen: In diesem Festen wirken Kräfte, die es einzig und allein möglich machen, daß dieses Feste existiert, die durch ihre eigene Wesenheit, ausgeflossen sind als Wärme auf dem alten Saturn, die immer dichter diesen Ausfluß gemacht haben bis zum Festen, das sie nun kraftvoll zusammenhalten. — Und wenn wir wissen wollen, wer das tut, wenn wir den Blick über die Maja des Festen hinaus richten, dann müssen wir sagen: Hinter allem, was uns als Festes entgegentritt, wirken und weben die Geister des Willens, die Throne. — Also auch noch innerhalb des Erdendaseins sind die Geister des Willens vorhanden. Und jetzt stellt sich uns das, was in der Genesis berichtet wird, noch in einem neuen Lichte dar.
[ 5 ] But you must not think that such spiritual beings as the spirits of will, for example, complete their work at a certain stage. Even though they had, so to speak, done the main work on the ancient Saturn, they continued to work throughout the course of evolution through the Sun, Moon, and Earth. And in a certain sense, they remained within the substantial realm for which they had first sacrificed themselves. We have seen, after all, that within the old solar existence, on the side of densification—that is, as it were, downward—the warm has been transformed into the airy. Such a process, which we can observe outwardly as a condensation of the warm into the airy, is in fact only, in the illusion of Maya, a process of condensation. In this condensation itself lies a spiritual weaving and essence, lies a spiritual activity. And whoever wishes to get to the bottom of things must ask: Who, within the hierarchy, brought about the fact that the denser airy substance was consolidated from the thinner “warmth substance,” if I may put it that way? — None other than the same spirits of will who sacrificed the warmth substance from within themselves. So that we can understand this activity of the spirits of will in such a way that we say: during the old Saturn existence, they had reached the point where they allowed their own substance to flow out as heat, sacrificed it substantially, so that their fire flowed into the planetary existence of the old Saturn. Then, during the old Sun existence, they solidified this fire of theirs into a gaseous state. But it was they themselves who, during the old Moon existence, condensed their gaseous state into a watery one, and during the Earth existence, they further condensed their watery state into an earthy, solid one. — So when we look around the world today and see the solid, we must say: Within this solidity, forces are at work that alone make it possible for this solidity to exist; forces that, through their own essence, flowed out as warmth on ancient Saturn, gradually thickening this outflow until it became the solidity that they now powerfully hold together. — And if we wish to know who does this, if we direct our gaze beyond the Maya of the solid, then we must say: Behind everything that appears to us as the solid form, the spirits of will, the Thrones, are at work and weaving. — Thus, even within earthly existence, the spirits of will are present. And now what is recounted in Genesis appears to us in a new light.
[ 6 ] Wenn wir da hören, daß es eine Art von sinnender Tätigkeit der Elohim ist, was in der Genesis mit bara bezeichnet wird, so müssen wir sagen: Ja, die Elohim schufen wieder durch ihr Sinnen wie aus der Erinnerung heraus etwas, was ich als Komplexe des Daseins bezeichnet habe. — Aber geradeso ging es auch in einer gewissen Beziehung diesen Elohim, wie es uns geht, wenn wir aus der Erinnerung heraus irgend etwas schaffen; allerdings entfalten wir solche Tätigkeit nur auf einem viel niedrigeren Gebiete. Ich möchte in einem Vergleich sprechen. Denken Sie sich, ein Mensch schläft abends ein. Seine Gefühls- und Vorstellungswelt sinkt hinunter in die Vergessenheit für sein subjektives Bewußtsein, er geht in den Schlafzustand über. Nehmen wir an, der letzte Gedanke, den er des Abends gehabt hat, sei, um ein Beispiel zu haben, der einer Rose gewesen, einer Rose, die in seiner Nähe stand, als er einschlief. Dieser Gedanke sinkt hinunter in die Vergessenheit. Am Morgen taucht der Gedanke der Rose wieder auf. Es würde nun bloß dieser Gedanke dastehen, wenn nicht die Rose geblieben wäre. Unterscheiden Sie jetzt zwischen diesen zwei Tatsachen. Die eine ist das Heraufrufen Ihrer Vorstellung von der Rose in die Erinnerung, die unter Umständen auch auftauchen könnte, wenn die Rose weggenommen worden wäre, also der Gedanke, die Erinnerung an die Rose. Wenn aber die Rose stehengeblieben ist, dann taucht für Ihr Wahrnehmen auch die substantielle Rose auf. Das ist die andere Tatsache. Ich bitte Sie, nun auch bei alledem, was wir als kosmisches Sinnen der Elohim bezeichnet haben, ähnlich zwei Tatsachen zu unterscheiden. Wenn uns also erzählt wird, daß im dritten Momente des Erdenwerdens ein kosmisches Sinnen stattfindet, daß die Elohim abtrennen das Flüssige vom Festen, daß sie das Feste heraussondern und es als Erde bezeichnen, so müssen wir da auch das kosmische Sinnen der Elohim ins Auge fassen, denen produktiv dieser Gedanke entkeimt; aber in dem, was vor ihrem Sinnen auftritt, müssen wir uns wirksam denken die Geister des Willens, die nun das Objektive in ihrer eigenen substantiellen Wesenheit wieder hervorbringen. So wirken und wirkten von Anfang an in allem Erdenhaften, das wir um uns herum haben, die Geister des Willens.
[ 6 ] When we hear that what is referred to in Genesis as *bara* is a kind of contemplative activity on the part of the Elohim, we must say: Yes, the Elohim once again created, through their contemplation and as if from memory, something that I have called “complexes of existence.” — But in a certain sense, it was just as it is for us when we create something from memory; admittedly, we only engage in such activity on a much lower plane. I would like to speak in terms of a comparison. Imagine a person falling asleep in the evening. His world of feelings and imagination sinks into oblivion for his subjective consciousness; he passes into the state of sleep. Let us assume that the last thought he had that evening was, to give an example, of a rose—a rose that stood near him as he fell asleep. This thought sinks into oblivion. In the morning, the thought of the rose resurfaces. This thought alone would remain if the rose had not stayed. Now distinguish between these two facts. One is the summoning of your image of the rose into memory, which might also arise under certain circumstances even if the rose had been removed—that is, the thought, the memory of the rose. But if the rose has remained, then the substantial rose also appears to your perception. That is the other fact. I ask you now to distinguish between two similar facts in all that we have called the cosmic thinking of the Elohim. So when we are told that in the third moment of the Earth’s becoming a cosmic thinking takes place, that the Elohim separate the liquid from the solid, that they set the solid apart and designate it as Earth, we must also take into account the cosmic thinking of the Elohim, from whom this thought productively springs; but in what occurs prior to their thinking, we must effectively conceive of the spirits of will, who now bring forth the objective in their own substantial being. Thus the spirits of will have been at work from the very beginning in all earthly things that surround us.
[ 7 ] Sie müssen sich schon bekannt machen mit solchen Vorstellungen, daß unter Umständen in dem, was uns als das Nächste umgibt, was wir oft als etwas sehr Niedriges auffassen, uns sehr hohe und erhabene Wesenheiten entgegentreten. Es ist leicht und billig, bei dem, was uns als Festes entgegentritt, zu sagen: «Das ist ja nun bloß Materie!», und vielleicht hat so mancher das Gelüste zu sagen: Darum kümmert sich der Geistesforscher gar nicht! Materie ist ja nur untergeordnetes Dasein! Was kümmert uns dieser Stoff? Wir dringen über die Materie hinauf ins Geistige! — Derjenige, der so denkt, beachtet nicht, daß in dem, was er so sehr verachten möchte, durch unzählige Zeiträume hindurch gearbeitet haben, um es in diesen Zustand des Festen zu bringen, hohe, erhabene geistige Wesenheiten. Und in der Tat, unser Gefühl müßte, wenn es normal empfände, in einer tiefen Ehrfurcht leben, wenn es vordringt von dem äußeren Stoff, gleichsam von der elementarischen Erdendecke, zu dem, was diese Erdendecke verfestet hat. Unser Gefühl sollte in tiefster Verehrung sich aneignen die höchste Achtung für die erhabenen geistigen Wesenheiten, die wir nennen die Geister des Willens, die in diesem Erdenhaften in langer Tätigkeit den festen Grund aufgebaut haben, über den wir dahinschreiten und den wir selbst in uns tragen in den erdenhaften Bestandteilen unseres physischen Leibes. Diese Geister des Willens, die wir in der christlichen Esoterik auch die Throne nennen, sie haben uns in der Tat den festen Untergrund gebaut oder, besser gesagt, gedichtet, auf dem wir dahinschreiten. Diejenigen, die als Esoteriker den Erzeugnissen der Geister des Willens innerhalb unseres Erdendaseins Namen gaben, sie nannten diese Geister die Throne, weil sie uns in der Tat die Throne gebaut haben, auf die wir als auf einen festen Untergrund uns immerdar stützen, auf dem alles andere Erdendasein wie auf seinen festen Thronen weiterfußt. Diese alten Ausdrücke enthalten etwas ungeheuer Achtungswertes und Verehrungswürdiges, was unser ganzes Gefühl in Anspruch nehmen kann.
[ 7 ] You must familiarize yourselves with the idea that, under certain circumstances, within what surrounds us most closely—what we often regard as something very lowly—we may encounter very high and sublime beings. It is easy and cheap to say, when confronted with what appears to us as solid matter: “That is merely matter!” And perhaps some are tempted to say: The spiritual researcher does not concern himself with that at all! Matter is, after all, only a subordinate form of existence! What do we care about this substance? We rise above matter into the spiritual! — The one who thinks this way fails to consider that in what he so greatly wishes to despise, high, sublime spiritual beings have worked through countless ages to bring it into this solid state. And indeed, if our feelings were normal, they would be filled with deep reverence as we move from the outer substance—as it were, from the elemental earth’s surface—to that which has solidified this earth’s surface. Our feelings should, in the deepest reverence, take on the highest respect for the sublime spiritual beings whom we call the Spirits of Will, who, through long activity in this earthly realm, have built the solid foundation upon which we walk and which we ourselves carry within us in the earthly components of our physical body. These Spirits of Will, whom we in Christian esotericism also call the Thrones, have indeed built—or rather, fashioned—the solid ground upon which we walk. Those who, as esotericists, gave names to the creations of the spirits of the will within our earthly existence called these spirits the Thrones, because they have indeed built for us the thrones upon which we always rest as upon a firm foundation, upon which all other earthly existence continues to stand as upon its own firm thrones. These ancient expressions contain something immensely worthy of respect and veneration, capable of engaging our entire sensibility.
[ 8 ] Wenn wir nun von dem Festen oder Erdigen im elementarischen Dasein wieder heraufsteigen zu dem Wäßrigen, dann müssen wir sagen: An dem Erdigen hat länger gebaut und gedichtet werden müssen als am Wäßrigen; daher werden wir auch die Grundkräfte des Wäßrigen in Wesenheiten einer niedrigeren Hierarchie zu suchen haben. — So wie das Wäßrige in unserem Umkreise als elementarisches Dasein wirkt, so ist zu seiner Verdichtung nur die Tätigkeit der Geister der Weisheit, Kyriotetes oder auch Herrschaften, notwendig gewesen, der nächsten Stufe der Hierarchien. So also sehen wir hinter dem festen Untergrunde die Geister des Willens, und hinter dem, was nicht das physische Wasser ist, was aber die Kräfte sind, die das Flüssige konstituieren, da haben wir zu sehen die Tätigkeit der Geister der Weisheit oder Kyriotetes. Gehen wir herauf zu dem Luftförmigen, dann haben wir darin tätig zu sehen eine nächstniedere Hierarchie. Auch in dem Luftförmigen, das in unserem Umkreise webt und waltet, haben wit, insofern es bewirkt ist durch hinter ihm liegende Kräfte, den Ausfluß der Tätigkeit gewisser Geister der hierarchischen Ordnung zu sehen. So wie im Wäßrigen die Geister der Weisheit wirken, so wirken im Luftförmigen die Geister der Bewegung, Dynamis, Mächte, wie wir auch gewohnt sind in der christlichen Esoterik zu sagen. Und wenn wir heraufdringen zum Wärmehaften, zum nächstdünneren Zustand, dann sind es die Geister der nächstniederen Hierarchie, die darin leben und weben, die Geister der Form, Exusiai, dieselben, die wir jetzt schon tagelang besprochen haben als die Elohim. Von einer ganz anderen Seite her haben wir bisher die Geister der Form charakterisiert als diejenigen, die in dem wärmehaften Element brüteten. Indem wir die hierarchische Ordnung verfolgen von den Geistern des Willens herunter durch die Geister der Weisheit und der Bewegung, kommen wir wiederum zu unseren Elohim, zu unseren Geistern der Form. Sie sehen, wie sich das alles zusammenschließt, wenn es einmal in der richtigen Weise zu Faden geschlagen ist.
[ 8 ] If we now ascend from the solid or earthy aspect of elemental existence back to the watery aspect, we must say: The earthy aspect required a longer period of building and shaping than the watery aspect; therefore, we must also seek the fundamental forces of the watery aspect in beings of a lower hierarchy. — Just as the aqueous realm acts as an elemental existence in our surroundings, so only the activity of the Spirits of Wisdom, the Kyriotetes or Principalities, the next level of the hierarchies, was necessary for its densification. Thus, behind the solid ground we see the Spirits of Will, and behind that which is not physical water—but rather the forces that constitute the liquid—we must see the activity of the Spirits of Wisdom or Kyriotetes. If we ascend to the airy realm, we must see at work there a hierarchy one level lower. Even in the airy realm, which weaves and reigns in our surroundings, we must see—insofar as it is brought about by forces lying behind it—the outflow of the activity of certain spirits of the hierarchical order. Just as the spirits of wisdom work in the aqueous realm, so do the spirits of movement, dynamis, and powers—as we are accustomed to saying in Christian esotericism—work in the airy realm. And when we ascend to the warm element, to the next thinner state, it is the spirits of the next lower hierarchy that live and weave within it—the spirits of form, the Exusiai—the very same ones we have been discussing for days now as the Elohim. From a completely different perspective, we have hitherto characterized the spirits of form as those that brooded within the warm element. By tracing the hierarchical order down from the spirits of will through the spirits of wisdom and motion, we come once again to our Elohim, to our spirits of form. You see how it all comes together once it has been properly woven into a thread.
[ 9 ] Versuchen Sie nun Gefühls- und Empfindungssinn hineinzubringen in alles das, was geschildert worden ist, dann werden Sie sagen: Dem, was unsere Sinne im Umkreise sehen, liegt zugrunde ein elementarisches Dasein, ein Erdiges, aber in diesem Erdigen leben in Wahrheit die Geister des Willens. Ihm liegt zugrunde ein flüssiges Element, aber in diesem leben in Wahrheit die Geister der Weisheit. Ihm liegt zugrunde ein Luftförmiges, aber darin leben in Wahrheit die Geister der Bewegung, und ein Wärmehaftes, in dem in Wahrheit die Geister der Form, die Elohim, leben.
[ 9 ] If you now try to bring a sense of feeling and perception into everything that has been described, you will say: Underlying what our senses perceive in the surrounding world is an elemental existence, an earthly one; but in truth, the spirits of the will dwell within this earthly realm. It is based on a fluid element, but in truth the spirits of wisdom live within it. It is based on an airy element, but in truth the spirits of movement live within it, and a warm element, in which in truth the spirits of form, the Elohim, live.
[ 10 ] Wir dürfen uns aber nicht denken, daß wir nun diese Gebiete streng voneinander scheiden können, daß wir feste Grenzen zwischen ihnen ziehen können. Unser ganzes Erdenleben beruht ja darauf, daß Wäßriges und Luftförmiges und Festes ineinanderwirken, daß die Wärme alles durchdringt und durchsetzt. Es gibt kein Festes, das nicht in irgendeinem Wärmezustand wäre. Die Wärme finden wir allüberall in den anderen elementarischen Daseinsstufen. Daher dürfen wir sagen: Wir finden auch das Wirken der Elohim, das eigentliche Kraftelement des Wärmehaften, allüberall. Es hat sich überall hineinergossen. Wenn es auch zu seiner Voraussetzung haben mußte die Tätigkeit der Geister des Willens, der Weisheit, der Bewegung, so durchdrang es doch während des Erdendaseins, dieses Element der Wärme, das die Manifestation der Geister der Form ist, all die niederen Stufen des Daseins. — So werden wir im Festen nicht nur gleichsam die substantielle Grundlage, den Leib der Geister des Willens finden, sondern wir sehen diesen Leib der Geister des Willens durchsetzt und durchwoben von den Elohim selber, von den Geistern der Form.
[ 10 ] However, we must not imagine that we can strictly separate these realms from one another, that we can draw firm boundaries between them. Our entire earthly existence is based on the fact that the liquid, the gaseous, and the solid interact with one another, and that heat permeates and interpenetrates everything. There is no solid substance that is not in some state of warmth. We find warmth everywhere in the other elemental stages of existence. Therefore, we may say: We also find the activity of the Elohim—the very element of warmth—everywhere. It has poured itself into everything. Even though it required as its prerequisite the activity of the spirits of will, wisdom, and movement, this element of warmth—which is the manifestation of the spirits of form—permeated all the lower levels of existence during earthly life. — Thus, in the solid, we will not only find, as it were, the substantial foundation, the body of the spirits of will, but we will see this body of the spirits of will permeated and interwoven by the Elohim themselves, by the spirits of form.
[ 11 ] Und jetzt versuchen wir, im Sinnesdasein den äußeren Ausdruck dessen zu finden, was wir eben ausgesprochen haben. Wir haben beschrieben, was im Übersinnlichen ist, ein Durcheinanderweben der Geister des Willens, der Throne, und der Geister der Form, der Elohim. Das liegt im Übersinnlichen. Aber alles Übersinnliche wirft sein Schattenbild herein in unsere Sinneswelt. Wie stellt sich das dar? Das, was substantiell sozusagen der Leib, die \Wesenhaftigkeit der Geister des Willens ist, das ist die sich ausbreitende Materie, die feste Materie. Was gewöhnlich als Materie angesehen wird, ist Illusion. Die Vorstellungen, die man sich bildet von Materie, sind Maja. In Wahrheit findet der Seher, wenn er sich sozusagen in die Gebiete begibt, wo Materie spuken soll, nicht die phantastische Vorstellung der physikalischen Materie, denn das ist ein leerer Traum. Der Begriff der Materie, von dem die sogenannte naturphilosophische Physik spricht, ist nur eine Vorstellung, eine Schwärmerei, eine Phantasterei. Solange man dabei bleibt, das als eine Rechnungsmünze zu haben, ist es gut. Wenn man aber damit glaubt etwas Wesenhaftes zu treffen, dann träumt man. Und so - träumt im Grunde genommen die Physik heute, wo sie in ihren Theorien von Materie spricht. Da, wo sie Tatsachen konstatiert, wo sie Tatsachen beschreibt, das Reale, Wirkliche, da redet sie von Wahrheit, wenn sie beschreibt, was das Auge sehen kann und was man feststellen kann mit der Rechnung. Wo sie aber anfängt zu spekulieren von Atomen, von Molekülen und so weiter, die nichts anderes sein sollen als gewisse Dinge, die materielles Dasein haben, da fängt sie an, einen Weltentraum zu spinnen, demgegenüber wir wirklich sagen müssen, es verhält sich so, wie in unserem Mysteriendrama Felix Balde im Tempel ankündigt, wenn er sagt: Wenn man irgendwo etwas kaufen wollte und sagte, mit festem Gelde bezahle ich Dich nicht; ich verspreche Dir, daß ich aus irgendeinem Nebel heraus Dukaten bilden werde, es wird sich schon verdichten zu Dukaten! — In diesem groben Vergleich kann man wirklich jene Illusion der physikalischen Theorie wiedergeben, die ganze Weltenbaue aus Urweltnebeln willig hinnimmt, wenn das sogenannte Weltanschauungsbedürfnis bezahlt werden soll mit den Münzen, die die Wissenschaft auf diesem Gebiete gerne ausgeben möchte. Mit einer Phantastik hat man es zu tun, wenn man das atomistische Dasein, wie man es heute im Auge hat, für ein reales hält. Solange man damit Abkürzungen, Rechnungsmünzen meint für das, was die Sinne zeigen, so lange steht man auf realem Boden. Durchdringt man diesen Boden des Sinnlichen, dann muß man zum Geistigen vorschreiten, dann kommt man auf das Wesen und Weben einer Grundsubstanz, die aber nichts anderes ist als die Leiblichkeit der Throne, die durchsetzt wird von der Tätigkeit der Geister der Form. Und wie stellt sich das, wie projiziert sich das in unsere Sinnenwelt herein? Nun, da haben wir ausgebreitet die feste Materie, die aber auf keiner Stufe ein Amorphes ist. Das Amorphe, das Gestaltlose wird nur dadurch hervorgerufen, daß im Grunde genommen alles Dasein, das nach der Form drängt, zersprengt, zermalmt wird. Alles, was wir gleichsam als staubartiges Dasein antreffen im Weltenbau, hat gar nicht die Anlage, staubartig zu sein. Das ist zermürbtes Dasein. Die Materie als solche hat den Drang, sich zu gestalten. Alles Feste hat den Drang, kristallinisch zu sein. Was feste Materie ist, drängt nach Kristallgestalt, drängt nach Form. So also können wir sagen: Was wir nennen das Substantielle der Throne und der Elohim, das drängt herein in unser sinnliches Dasein, indem es sich uns ankündigt als das sich ausbreitende Feste. Dadurch, daß sich überhaupt so etwas manifestiert, was wir materielles Dasein nennen, kündigt es sich an als "Wesenhaftigkeit der Throne. Dadurch, daß es gestaltet erscheint, daß gleichsam in dieser Grundsubstanz immer Gestalten geformt werden, kündigt es sich an als äußere Offenbarung der Elohim.
[ 11 ] And now let us try to find, in our sensory existence, the outward expression of what we have just described. We have described what exists in the supersensible realm: an interwoven tapestry of the spirits of the will, the Thrones, and the spirits of form, the Elohim. This lies in the supersensible realm. But everything supersensible casts its shadow into our sensory world. How does this manifest? That which is, so to speak, the substantial body, the essence of the spirits of will, is the expanding matter, the solid matter. What is usually regarded as matter is an illusion. The ideas one forms about matter are Maya. In truth, when the seer enters, so to speak, the realms where matter is said to haunt, he does not find the fantastical image of physical matter, for that is an empty dream. The concept of matter of which so-called natural-philosophical physics speaks is merely a notion, a fantasy, a figment of the imagination. As long as one treats it merely as a unit of calculation, it is fine. But if one believes that one is thereby grasping something essential, then one is dreaming. And so—in essence—physics today is dreaming when it speaks of matter in its theories. Where it states facts, where it describes facts, the real, the actual, there it speaks of truth when it describes what the eye can see and what can be determined by calculation. But where it begins to speculate about atoms, molecules, and so on—which are supposed to be nothing other than certain things that have a material existence—there it begins to spin a cosmic dream, in the face of which we really must say that the situation is as Felix Balde announces in the temple in our Mystery Drama when he says: If you wanted to buy something somewhere and said, ‘I won’t pay you with hard cash; I promise you that I will form ducats out of some kind of mist—it will condense into ducats!’ — In this crude comparison, one can truly capture that illusion of physical theory which willingly accepts entire world-structures emerging from primordial mists, provided that the so-called need for a worldview is to be paid for with the coins that science is eager to spend in this realm. One is dealing with fantasy when one regards atomistic existence, as it is understood today, as real. As long as one means by this shortcuts, accounting units for what the senses reveal, one stands on solid ground. If one penetrates this ground of the sensory, then one must proceed to the spiritual; then one arrives at the essence and weaving of a fundamental substance, which is, however, nothing other than the corporeality of the thrones, permeated by the activity of the spirits of form. And how does this present itself, how does it project itself into our sensory world? Well, there we have spread out the solid matter, which, however, is not amorphous at any level. The amorphous, the formless, is brought about only by the fact that, fundamentally, all existence that strives toward form is shattered, crushed. Everything we encounter, as it were, as a dust-like existence in the structure of the world does not at all have the potential to be dust-like. That is a worn-down existence. Matter as such has the urge to take shape. Everything solid has the urge to be crystalline. What is solid matter strives toward crystalline form, strives toward form. Thus we can say: What we call the substantial nature of the Thrones and the Elohim pushes its way into our sensory existence by announcing itself to us as the spreading solid. By the very fact that something like what we call material existence manifests itself at all, it announces itself as the “essential nature of the Thrones.” By the fact that it appears shaped, that forms are, as it were, constantly being formed within this fundamental substance, it announces itself as the outer revelation of the Elohim.
[ 12 ] Und nun blicken Sie wiederum hinein in das Geistvolle der Nomenklatur alter Zeiten. Da haben die alten Seher sich gesagt: Wenn wir Umschau halten im Materiellen, so kündigt sich uns das an in der Wesenhaftigkeit der Throne, aber dieses wird durchsetzt von einem Kraftelement, das alles das zur Form bringen will. — Daher der Name «Geister der Form»! In all diesen Namen liegt eine Hindeutung auf das wirklich Wesenhafte, das sie bedeuten. Wenden Sie also den Blick auf das Drängen nach kristallinischer Gestalt im Umkreise, dann haben Sie auf einer unteren Stufe das, was in dem Schießen in die Kristallgestalt äußerlich die Kräfte manifestiert, die da weben und walten in der Substanz der Throne als die Elohim selber, als die Geister der Form. Da sind sie tätig, die Schmiede in ihrem \Wärmeelement und schmieden aus der gestaltlosen Substanz der Geister des Willens die kristallinischen Formen der verschiedenen Erden und Metalle. Das sind die Geister in ihrer Wärmetätigkeit, die zugleich das formende Element des Daseins sind.
[ 12 ] And now let us once again look into the spiritual essence of the nomenclature of ancient times. The ancient seers said to themselves: When we look around in the material world, this reveals itself to us in the essential nature of the Thrones, but this is permeated by an element of power that seeks to give form to all things. — Hence the name “Spirits of Form”! In all these names lies a hint of the true essence they signify. So turn your gaze to the striving for crystalline form in the surrounding realm, and you will find, at a lower level, that which manifests outwardly in the crystallization the forces that weave and reign within the substance of the Thrones as the Elohim themselves, as the Spirits of Form. There they are at work, the smiths in their element of heat, forging from the formless substance of the Spirits of Will the crystalline forms of the various earths and metals. These are the spirits in their heat-active work, who are at the same time the formative element of existence.
[ 13 ] Wenn Sie die Sache so nehmen, dann blicken Sie hinein in das lebendige Wesen und Weben, das unserem Dasein zugrunde liegt. Und so müssen wir uns gewöhnen, in allem, was uns äußerlich entgegentritt, Maja oder Illusion zu sehen. Wir dürfen aber nicht stehenbleiben bei der wertlosen Theorie: Die Außenwelt ist Maja. Damit hat man gar nichts getan. Erst dann, wenn man in den einzelnen Gliedern der Maja überall durchblicken kann auf das, was ihnen wesenhaft zugrunde liegt, erst dann hat der Satz eine wahre Bedeutung, dann ist er von Nutzen. So gewöhnen wir uns also daran, in alledem, was äußerlich geschieht, was uns da umgibt, etwas zu sehen, was zwar als Illusion Wahrheit ist, aber im Grunde doch Illusion bleibt. Ein Schein ist eben ein Schein. Als solcher ist er Tatsache, aber man versteht ihn nicht, wenn man bei seiner Scheinhaftigkeit stehenbleibt. Erst dann darf man ihn auch als Schein achten und schätzen, wenn man nicht bei seiner Scheinhaftigkeit stehenbleibt.
[ 13 ] If you look at it this way, you are gazing into the living essence and interplay that underlies our existence. And so we must accustom ourselves to seeing Maya, or illusion, in everything that confronts us externally. However, we must not stop at the worthless theory that “the external world is Maya.” That accomplishes absolutely nothing. Only when one can see through the individual elements of Maya to what essentially underlies them does the statement take on true meaning; only then is it of use. So let us accustom ourselves to seeing in all that happens externally, in all that surrounds us, something that is truth as illusion, yet remains, at its core, an illusion. An appearance is just an appearance. As such, it is a fact, but one does not understand it if one stops at its illusory nature. Only then may one also respect and appreciate it as an appearance, if one does not stop at its illusory nature.
[ 14 ] Nach unserer heutigen abstrakten Anschauung wird alles durcheinandergeworfen. Das konnten die alten Seher nicht. Die hatten es nicht so bequem, überall dieselben trivialen Kräfte zu sehen, wie es etwa ein heutiger Physiker tut, der nicht nur Physiker, sondern zu gleicher Zeit zum Beispiel auch Meteorologe sein will. Wer wird denn nach heutigen physikalischen Begriffen daran zweifeln, daß dieselben Kräfte, die, sagen wir, in dem elementarischen Dasein wirken, in dem Festen, Flüssigen und so weiter, auch wirksam sind, wenn sich zum Beispiel innerhalb des Luftkreises die Wolken bilden, wenn sich das Wasser zu den Wolken ballt? Ich weiß ganz genau, daß der Physiker heute gar nicht anders denken kann, daß er als Physiker zu gleicher Zeit auch Meteorologe sein will und daß es für ihn nur einen Sinn hat, wenn er ganz dieselben Gesetze, die er für das Erdendasein in Betracht zieht, auch ausdehnt auf die Bildung der Wassermassen, die als Wolkenbildung unsere Erde umgeben. — Der Seher hat es nicht so bequem. Sobald man auf die geistigen Untergründe zurückgeht, kann man nicht überall dasselbe sehen. Andere geistige Wesenheiten sind da tätig, wenn, sagen wir, aus irgendeinem Gasigen unmittelbar auf dem Erdboden ein Flüssiges sich bildet oder wenn im Umkteise der Erde das Gasige, das Dampfförmige sich zum Flüssigen ballt. Wenn wir also auf das Entstehen des Wässerigen in unserem Luftkreis blicken, dann kann der Seher nicht sagen, das Wässerige entsteht da ganz auf dieselbe Art wie auf dem Erdboden, die schwebende Art entsteht auf dieselbe Art, wie sich Wasser dichtet in dem Erdengrunde selber, auf dem Erdboden selber. — Denn in Wirklichkeit sind andere Wesenheiten an der Wolkenbildung beteiligt als bei der Bildung des Wassers auf dem Erdboden. Das, was ich eben gesagt habe von der Teilnahme der Hierarchien an unserem elementarischen Dasein, das bezieht sich nur auf die Erde, vom Mittelpunkt bis herauf, wo wir selbst stehen, aber dieselben Kräfte reichen nicht aus, um zum Beispiel auch die Wolken zu bilden. Da sind andere Wesenheiten am Werke. Die Naturphilosophie, die sich aus der heutigen Physik bildet, geht nach einem sehr einfachen Grundsatz vor. Sie sucht zuerst einige physikalische Gesetze und sagt, die beherrschen nun alles Dasein. Und dann übersieht sie alles Verschiedene auf den verschiedenen Daseinsgebieten. Wenn man das tut, geht man nach dem Grundsatz vor: In der Nacht sind alle Kühe grau, mögen sie auch noch so verschiedene Farben haben. — Die Dinge sind aber nicht überall dieselben, sondern sie stellen sich auf den verschiedenen Gebieten sehr verschieden dar.
[ 14 ] According to our current abstract view, everything is thrown into confusion. The ancient seers were not capable of that. They did not have the luxury of seeing the same trivial forces everywhere, as, for example, a modern physicist does—one who wants to be not only a physicist but also, at the same time, a meteorologist. Who, after all, would doubt—according to today’s physical concepts—that the same forces that, let’s say, operate in the elemental realm, in solids, liquids, and so on, are also at work when, for example, clouds form within the atmosphere, when water gathers to form clouds? I know full well that the physicist today cannot think any other way, that as a physicist he also wants to be a meteorologist at the same time, and that it only makes sense to him if he extends the very same laws he considers for earthly existence to the formation of the water masses that surround our Earth as clouds. — The seer does not have it so easy. As soon as one goes back to the spiritual foundations, one cannot see the same thing everywhere. Other spiritual beings are at work there when, let us say, a liquid forms directly on the earth’s surface from some gaseous substance, or when, in the atmosphere of the earth, the gaseous and vaporous elements condense into liquid. So when we look at the formation of water in our atmosphere, the seer cannot say that water forms there in exactly the same way as on the ground, or that the floating form arises in the same way that water condenses in the earth itself, on the ground itself. — For in reality, different beings are involved in the formation of clouds than in the formation of water on the earth’s surface. What I have just said about the participation of the hierarchies in our elemental existence refers only to the earth, from the center upward to where we ourselves stand; but these same forces are not sufficient, for example, to form the clouds as well. There are other beings at work there. The natural philosophy that emerges from modern physics proceeds according to a very simple principle. It first seeks out a few physical laws and claims that these now govern all existence. And then it overlooks all the diversity in the various realms of existence. When one does this, one proceeds according to the principle: At night, all cows are gray, no matter how different their colors may be. — But things are not the same everywhere; rather, they present themselves very differently in the various realms.
[ 15 ] Derjenige nun, dem zum Bewußtsein gekommen ist durch seherische Forschung, daß innerhalb unserer Erde waltet im erdigen Element das Wesen der Throne oder der Geister des Willens, im Wässerigen das Wesen der Geister der Weisheit, im Luftförmigen das der Geister der Bewegung, im Wärmehaften das der Elohim, der steigt allmählich auf zu der Erkenntnis, daß bei der Ballung der Wolken, bei jenem eigenartigen, in unserem Erdenumkreise vor sich gehenden Wässerigwerden des Gasförmig-Wässerigen, am Werke sind jene Wesenheiten, die der Hierarchie der Cherubime angehören. So sehen wir auf unser Festes, auf das, was wir als elementarisches Erdendasein bezeichnen, und schauen in ihm ein Durcheinanderwirken der Elohim mit den Thronen. Wir richten den Blick aufwärts und sehen, wie in dem Luftförmigen, in dem ja allerdings die Geister der Bewegung walten, wie da am Werke sind die Cherubime, damit das Wässerige, das aus dem Bereiche der Geister der Weisheit aufsteigt, sich zu Wolken ballen kann. Im Umkreise unserer Erde walten ebenso wahr die Cherubime, wie da walten innerhalb des elementarischen Daseins unserer Erde die Throne, die Geister der Weisheit, die Geister der Bewegung. — Und wenn wir jetzt sehen das Weben und Wesen dieser Wolkenbildungen selber, wenn wir das sehen, was gleichsam als ihr Tieferes verborgen ist, was sich nur zuweilen kundgibt, so ist es der aus der Wolke herausdringende Blitz und Donner. Das ist auch nicht etwas, was aus dem Nichts herauskommt. Dieser Tätigkeit liegt für den Seher zugrunde das Weben und Wesen derjenigen Geister der Hierarchien, die wir als die Seraphime bezeichnen. Und damit haben wir, wenn wir in unserem Erdenbereich bleiben, wenn wir bis zum nächsten Umkreis gehen, alle einzelnen Stufen der Hierarchien gefunden.
[ 15 ] Now, the one who, through clairvoyant research, has come to realize that within our Earth the Being of the Thrones—or the Spirits of Will—reigns in the earth element, the Being of the Spirits of Wisdom in the water element, the Spirits of Movement in the air element, and the Elohim in the heat element, gradually ascends to the realization that when clouds gather, and in that peculiar process of the gaseous-watery becoming watery that takes place in our Earth’s atmosphere, those beings belonging to the hierarchy of the Cherubim are at work. Thus we look upon our solid Earth, upon what we call elemental Earth existence, and behold within it an interplay of the Elohim with the Thrones. We turn our gaze upward and see how, in the airy realm—where the spirits of movement indeed reign—the Cherubim are at work so that the watery substance rising from the realm of the spirits of wisdom may gather into clouds. Just as truly do the Cherubim reign in the atmosphere surrounding our Earth as the Thrones, the spirits of wisdom, and the spirits of movement reign within the elemental existence of our Earth. — And when we now observe the weaving and nature of these cloud formations themselves, when we see what is, as it were, hidden in their depths, what reveals itself only occasionally, it is the lightning and thunder bursting forth from the cloud. This, too, is not something that comes out of nowhere. Underlying this activity, for the seer, is the weaving and essence of those spirits of the hierarchies whom we call the Seraphim. And with this, if we remain within our earthly realm, if we go as far as the next sphere, we have found all the individual levels of the hierarchies.
[ 16 ] So sehen wir in dem, was uns sinnlich entgegentritt, den Ausfluß, die Manifestationen hierarchischer Tätigkeit. Es wäre ein völliger Unsinn, wenn man in dem aus der Wolke schlagenden Blitz dasselbe sehen würde wie das, was man sieht, wenn ein Zündholz angezündet wird. Ganz andere Kräfte walten, wenn überhaupt aus der Materie das Element, das im Blitz waltet, das Elektrische, herauskommt. Da walten die Seraphime. So haben wir die Gesamtheit der Hierarchien auch in unserem Erdenumkreise gefunden, so wie wir sie im Kosmos draußen finden können. Es dehnen eben diese Hierarchien ihre Tätigkeit auch auf das aus, was in unserem unmittelbaren Umkreise ist.
[ 16 ] Thus, in what meets us through our senses, we see the outflow, the manifestations of hierarchical activity. It would be utter nonsense to see in the lightning striking from a cloud the same thing as what one sees when a match is struck. Entirely different forces are at work, if indeed the element that governs the lightning—the electrical force—emerges from matter at all. There the Seraphim are at work. Thus we have found the totality of the hierarchies in our earthly sphere as well, just as we can find them in the cosmos beyond. These very hierarchies extend their activity to what lies within our immediate surroundings.
[ 17 ] Und wenn Sie nun die Genesis durchgehen, wenn Sie das ganze Walten und Weben der Weltenentwickelung betrachten, so wie die Genesis es uns berichtet, so finden Sie ja, daß sozusagen all die Vorstufen, die sich während des alten Saturn-, Sonnen- und Mondendaseins bildeten, sich wiederholen und daß zuletzt als die Krönung der Entwickelung der Mensch auftritt. So haben wir also diesen Bericht der Genesis so aufzufassen, daß sich das ganze Weben und Wesen der Hierarchien hineinverflicht in das, was da geschieht, und daß sich das alles gleichsam zusammendichtet zu dem letzten Produkt des Erdenwerdens, zu jener übersinnlichen Wesenheit, denn zunächst ist es noch eine übersinnliche Wesenheit, von der gesagt wird, die Elohim beschlossen sie, indem sie sagten: Nun lasset uns den Menschen machen! — Da woben sie alles das, was sie im einzelnen konnten, zu einem Gesamtwerk zusammen. Alle Tätigkeiten, die sie herüberbrachten von früheren Stufen, woben sie zusammen, um zuletzt den Menschen hervorzurufen. Alle diese Hierarchien also, die der des Menschen vorangegangen sind und die wir bezeichnen als Seraphime, Cherubime, Throne, als Geister der Weisheit, der Bewegung, der Form, als Archai oder Geister der Persönlichkeit, als Feuergeister oder Erzengel und als Engelwesen, alle diese Wesenheiten, wir haben sie gefunden webend und wesend in all diesem Dasein. Und wenn wir das, was uns die Genesis berichtet, verfolgen bis zu jener Krönung des Gebäudes hin, die mit dem Menschen erscheint am sogenannten sechsten Schöpfungstage, wenn wir das ganze Weben und Wesen sozusagen der vormenschlichen Erdenentwickelung in Betracht ziehen, so finden wir schon darin alle die verschiedenen Hierarchien. Und alle diese Hierarchien mußten zusammenwirken, um das vorzubereiten, was zuletzt im Menschen zutage trat.
[ 17 ] And when you go through Genesis, when you consider the entire unfolding and interweaving of world evolution as Genesis recounts it to us, you will find that, so to speak, all the preliminary stages that took shape during the ancient Saturn, Sun, and Moon epochs are repeated, and that ultimately, as the crowning achievement of this evolution, the human being appears. We must therefore understand this account in Genesis in such a way that the entire weaving and essence of the hierarchies is interwoven into what is happening there, and that all of this, as it were, condenses into the final product of Earth’s becoming, into that supersensible being—for at first it is still a supersensible being—of whom it is said that the Elohim decided upon it, saying: “Now let us make man!” — Then they wove together everything they could, in all its details, into a single work. All the activities they brought over from earlier stages, they wove together to finally bring forth man. All these hierarchies, then, that preceded that of man and which we designate as Seraphim, Cherubim, Thrones, as Spirits of Wisdom, of Movement, of Form, as Archai or Spirits of Personality, as Fire Spirits or Archangels, and as angelic beings—all these beings we have found weaving and existing within all this existence. And when we trace what Genesis tells us all the way to that crowning of the edifice that appears with humanity on the so-called sixth day of creation, when we consider the entire weaving and being, so to speak, of pre-human earthly development, we find all the various hierarchies already present therein. And all these hierarchies had to work together to prepare what ultimately came to light in human beings.
[ 18 ] Wir dürfen also sagen: Es ist ein Bewußtsein vorhanden gewesen bei jenem Seher oder jenen Sehern, denen die Genesis entsprang, daß alle die aufgezählten Hierarchien schon für das Vorbereitungsstadium des Menschen wirken mußten. Aber auch davon mußten sie ein Bewußtsein haben, daß zur Hervorbringung des Menschen selber, zur letzten Krönung dieser ganzen hierarchischen Ordnung, noch eine Hilfe kommen mußte von einer Seite her, die in einer gewissen Beziehung noch höher liegt als alle diese Hierarchien. Wir blicken also gleichsam über die Seraphime hinauf nach einer zunächst unbekannten, nur geahnten göttlichen Wesenheit. Verfolgen wir einmal die Tätigkeit zum Beispiel irgendeines Gliedes der hierarchischen Ordnung, sagen wir, die Tätigkeit der Elohim. Solange sie nicht zu dem Entschlusse gekommen waren, ihre Werke durch die Bildung des Menschen zu krönen, so lange reichte es aus, daß sie ihre eigene Tätigkeit in Einklang versetzten mit der Tätigkeit der Hierarchien bis zu den Seraphimen hinauf. Dann aber mußte ihnen eine Hilfe kommen von jener Seite, zu der wir eben ahnend den geistigen Blick erheben, die sozusagen über den Seraphimen steht. Wenn die Elohim zu dieser schwindelerregenden Höhe hinauf ihre schöpferische Tätigkeit richten wollten, so daß sie Hilfe von dieser Seite empfangen konnten, dann mußte etwas eintreten, was wir seiner ganzen Tragweite nach verstehen wollen. Sie mußten sozusagen über sich selbst hinauswachsen. Sie mußten lernen, mehr zu können, als sie bloß im Vorbereitungswerke gekonnt hatten. Um das Werk vollständig zu krönen, um es zu Ende .zu führen, dazu mußten die Elohim fähig werden, noch höhere Kräfte zu entwickeln, als sie bloß am Vorbereitungswerke entfaltet hatten. Es mußte also die Gruppe der Elohim gewissermaßen über sich selber hinauswachsen. Versuchen wir, uns einmal eine Vorstellung davon zu machen, wie so etwas geschehen kann. Versuchen wir uns diesen Begriff zu bilden, indem wir wiederum von etwas Trivialem ausgehen. Gehen wir von der Entwickelung des Menschen aus.
[ 18 ] We may therefore say: The seer or seers from whom Genesis sprang were aware that all the hierarchies listed had to be at work even during the preparatory stage of human development. But they must also have been aware that, for the actual creation of humanity itself—the final crowning achievement of this entire hierarchical order—help still had to come from a source that, in a certain sense, stands even higher than all these hierarchies. We thus look, as it were, beyond the Seraphim to a divine being that is at first unknown, only sensed. Let us follow, for example, the activity of some member of the hierarchical order—say, the activity of the Elohim. As long as they had not come to the decision to crown their works through the creation of the human being, it was sufficient for them to harmonize their own activity with that of the hierarchies up to the Seraphim. But then help had to come to them from that side toward which we now intuitively raise our spiritual gaze, which stands, so to speak, above the Seraphim. If the Elohim wished to direct their creative activity up to this dizzying height so that they could receive help from this side, then something had to occur that we must seek to understand in its full significance. They had to, so to speak, rise above themselves. They had to learn to do more than they had been able to do merely in the preparatory work. In order to fully crown the work, to bring it to completion, the Elohim had to become capable of developing even higher powers than they had merely unfolded in the preparatory work. The group of Elohim, so to speak, had to rise above themselves. Let us try to form an idea of how something like this can happen. Let us try to grasp this concept by starting again with something trivial. Let us take the development of the human being as our starting point.
[ 19 ] Wenn wir den Menschen ins Dasein treten sehen als ein ganz kleines Kind, da wissen wir, daß in ihm noch nicht entwickelt ist, was wir ein einheitliches Bewußtsein nennen. Das Kind spricht sogar das Ich, das zusammenhält das Bewußtsein, nach einiger Zeit erst aus. Es fügt sich dann das, was in seinem Seelenleben ist, in die Einheit des Bewußtseins zusammen. Der Mensch wächst heran, indem er die verschiedenen Tätigkeiten, die beim Kind noch dezentralisiert sind, zusammenfaßt. So ist diese Zusammenfassung beim Menschen ein Heraufentwickeln zu einem höheren Zustand. Analog können wir uns die Fortentwickelung der Elohim denken. Diese haben eine gewisse Tätigkeit entfaltet während der Vorbereitungsentwickelung zum Menschen. Dadurch, daß sie diese Tätigkeit ausgeführt haben, haben sie selber etwas gelernt, selber etwas dazu beigetragen, um sich zu einer höheren Stufe emporzuheben. Sie haben nun als Gruppe ein gewisses Einheitsbewußtsein erlangt, sind gleichsam nicht nur Gruppe geblieben, sondern sind Einheit geworden. Die Einheit wurde gleichsam wesenhaft. Das ist etwas außerordentlich Wichtiges, was wir in diesem Punkt aussprechen. Ich konnte Ihnen bisher nur sagen: Die einzelnen Elohim waren so, daß jeder etwas Besonderes konnte. Jeder konnte zum gemeinsamen Entschluß, zum gemeinsamen Bild, nach dem sie den Menschen formen wollten, etwas hinzubringen, und das, was der Mensch war, war gleichsam nur eine Vorstellung, in der sie zusammenwirken konnten. Das war in der Arbeit der Elohim zunächst noch nichts Reales. Reales war erst vorhanden, als sie das gemeinsame Produkt geschaffen hatten. In dieser Arbeit selber entwickelten sie sich aber höher, entwickelten sie ihre Einheit zu einer Realität, so daß sie jetzt nicht etwa nur sieben waren, sondern daß die Siebenheit ein Ganzes war, so daß wir jetzt von einer Elohimheit sprechen können, welche sich auf siebenfache Weise offenbart. Diese Elohimheit ist erst geworden. Sie ist das, wozu sich die Elohim hinaufgearbeitet haben.
[ 19 ] When we see a human being entering into existence as a very small child, we know that what we call a unified consciousness has not yet developed within them. It is only after some time that the child begins to utter the “I,” which holds consciousness together. What exists in the child’s inner life then coalesces into the unity of consciousness. The human being grows by synthesizing the various activities that are still decentralized in the child. Thus, this synthesis in the human being is a development toward a higher state. We can conceive of the further development of the Elohim in a similar way. They have unfolded a certain activity during the preparatory development leading to humanity. By carrying out these activities, they themselves learned something, contributed something to raise themselves to a higher level. They have now attained a certain sense of unity as a group; they have, as it were, not merely remained a group but have become a unity. The unity has, as it were, become essential. This is something extraordinarily important that we are expressing here. Up to now, I could only tell you: The individual Elohim were such that each had a special ability. Each could contribute something to the common decision, to the common image according to which they wished to shape humanity, and what humanity was was, as it were, merely a concept within which they could work together. In the work of the Elohim, this was initially not yet anything real. It only became real once they had created the common product. In this work itself, however, they developed to a higher level; they developed their unity into a reality, so that they were now not merely seven, but the Sevenfold was a whole, so that we can now speak of an Elohim-hood that reveals itself in sevenfold ways. This Elohim-hood has only just come into being. It is that which the Elohim have worked their way up to.
[ 20 ] Das kennt die Bibel. Die Bibel kennt die Vorstellung, daß die Elohim gleichsam vorher die Glieder einer Gruppe sind und sich dann zusammenordnen zu einer Einheit, so daß sie vorher zusammenarbeiten wie die Glieder einer Gruppe, und nachher von einem gemeinsamen Organismus aus gelenkt werden. Und diese reale Einheit der Elohim, in welcher die einzelnen Elohim tätig als Glieder, als Organe wirken, nennt die Bibel Jahve-Elohim. Da haben Sie nun in einer noch tieferen Weise, als es bisher möglich war, den Begriff des Jahve, des Jehova. Daher spricht die Bibel auch zunächst in ihrem Berichte nur von den Elohim, und fängt an, da wo die Elohim selber zu einer höheren Stufe, zu einer Einheit vorgeschritten sind, von Jahve-Elohim zu sprechen. Das ist der tiefere Grund, warum am Ende des Schöpfungswerkes der Jahvename plötzlich auftritt. Da sehen Sie, wie man zu den okkulten Quellen vordringen muß, wenn man so etwas verstehen will.
[ 20 ] The Bible is familiar with this concept. The Bible is familiar with the concept that the Elohim are, as it were, first the members of a group and then organize themselves into a unity, so that they first work together as the members of a group and are subsequently guided by a common organism. And this real unity of the Elohim, in which the individual Elohim act as members, as organs, the Bible calls Yahweh-Elohim. Here you have, in an even deeper way than was previously possible, the concept of Yahweh, of Jehovah. That is why the Bible initially speaks only of the Elohim in its account, and begins to speak of Yahweh-Elohim only when the Elohim themselves have advanced to a higher level, to a unity. That is the deeper reason why the name Yahweh suddenly appears at the end of the work of creation. There you see how one must delve into the occult sources if one wishes to understand such things.


[ 21 ] Was hat die Bibelexegese des neunzehnten Jahrhunderts daraus gemacht? Aus dieser ganzen Tatsache, die ich jetzt dargestellt habe aus den okkulten Quellen heraus, hat die Bibelexegese folgendes gemacht. Sie hat gesagt: Nun ja, da tritt an einer Stelle auf der Name Elohim, an einer anderen Stelle der Jahvename. Selbstverständlich liefert das den Beweis, daß die zwei Urkunden von zwei verschiedenen religiösen Überlieferungen herrühren, und man muß unterscheiden zwischen dem, was herübergetragen ist von einem Volk etwa, das die Elohim verehrt hat, und dem, was herübergetragen ist von einem Volk, das den Jahve verehrt hat. Und derjenige, der das geschrieben hat, was uns als Schöpfungsbericht vorliegt, hat beide Namen, Elohim und Jahve-Elohim, zusammengeschoben, und da haben wir nun eine Urkunde, die den Elohimnamen, und eine andere, die den Jahvenamen hat. Die muß man wieder trennen! — Es ist bereits so weit gekommen in dieser Forschung, daß wir heute sogenannte Regenbogenbibeln haben, wo alles das, was von der einen Seite hergetragen sein soll, mit Lettern in der blauen Farbe, und alles das, was von der anderen Seite hergetragen sein soll, mit Lettern in der roten Farbe gedruckt wird. Solche Bibeln gibt es schon. Schade nur, daß man dann manchmal die Sache so trennen muß, daß der Vordersatz blau und der Nachsatz rot ist, weil der Vordersatz von dem einen Volk stammen soll und der Nachsatz von dem anderen! Zu verwundern ist nur, daß Haupt- und Nebensatz so wunderbar zusammengepaßt haben, daß nur irgendein Kombinator hat kommen müssen, der diese beiden Überlieferungen zusammentrug.
[ 21 ] What did nineteenth-century biblical exegesis make of this? Based on all the facts I have just presented from occult sources, biblical exegesis arrived at the following conclusion. It said: Well, the name Elohim appears in one place, and the name Yahweh in another. Of course, this provides proof that the two documents originate from two different religious traditions, and one must distinguish between what has been passed down from a people who worshipped Elohim, for example, and what has been passed down from a people who worshipped Yahweh. And the person who wrote what we have as the creation account combined both names, Elohim and Yahweh-Elohim, and so now we have one document that has the name Elohim and another that has the name Yahweh. These must be separated again! — Research has already progressed to the point where we now have so-called “rainbow Bibles,” in which everything said to have come from one side is printed in blue letters, and everything said to have come from the other side is printed in red letters. Such Bibles already exist. It is just a pity that one sometimes has to separate the matter in such a way that the first clause is blue and the second clause is red, because the first clause is supposed to come from one people and the second from the other! The only surprising thing is that the main clause and the subordinate clause fit together so wonderfully that some kind of combinator must have come along to bring these two traditions together.
[ 22 ] Auf diese Exegese unseres Jahrhunderts ist ungeheuerster Fleiß verwendet worden, und man kann sagen, wenn man die Dinge kennt, daß vielleicht auf keine naturwissenschaftliche oder historische Forschung ein so großer Fleiß verwendet worden ist als auf diese theologische Bibelexegese des neunzehnten Jahrhunderts, die uns mit tiefer Wehmut und mit dem Gefühl einer tiefen Tragik erfüllt. Dasjenige, was der Menschheit berichten sollte von dem Spirituellsten, hat verloren den Zusammenhang mit den spirituellen Quellen. Es ist, wie wenn jemand sagen wollte: Ja, da erblicken wir zum Beispiel einen ganz anderen Stil im zweiten Teil des «Faust», wenn wir die Stelle, wo Ariel spricht, vergleichen mit den Knittelversen im ersten Teil des «Faust». Das kann unmöglich ein und derselbe Mensch geschrieben haben, und Goethe muß deshalb eine mythische Figur sein. — Es steht wirklich das Erträgnis ungeheuerster Arbeit, hingebungsvollsten Fleißes durch die Abtrennung von den okkulten Quellen tragischerweise auf demselben Boden, auf dem jemand stehen würde, der den Goethe hinwegleugnet, weil er sich nicht denken kann, daß zwei so verschiedene Dinge wie der Stil des ersten Teils des «Faust» und der des zweiten Teils von einem und demselben Menschen herrühren könne. Da sehen wir hinein in eine tiefe Tragik des Menschenlebens. Da sehen wir, wie es die Notwendigkeit hervorruft, die Geister wiederum hinzulenken zu den Quellen des spirituellen Lebens. Geisteserkenntnis ist nur möglich, wenn die Menschen den lebendigen Geist wiederum suchen werden. Sie werden ihn wiederum suchen, denn das ist verknüpft mit einem unwiderstehlichen Drang der menschlichen Seele. Und auf dem Vertrauen, daß dieser Drang in der menschlichen Seele vorhanden ist, daß das Herz den Menschen treibt, den Zusammenhang mit den geistigen Quellen wieder zu suchen, und ihn treiben wird zum Verständnis der eigentlichen Grundlage der religiösen Urkunden, darauf beruht im Grunde genommen alle Kraft, die uns beseelen kann auf dem anthroposophischen Boden. Durchdringen wir uns mit diesem Vertrauen, und wir werden auf diesem Gebiete, das uns in das geistige Leben hineinführen soll, die echten Früchte erzielen.
[ 22 ] An immense amount of effort has been devoted to this exegesis of our century, and one can say, if one is familiar with the subject, that perhaps no scientific or historical research has been the object of such great diligence as this nineteenth-century theological exegesis of the Bible, which fills us with deep melancholy and a sense of profound tragedy. That which was meant to tell humanity about the most spiritual has lost its connection to the spiritual sources. It is as if someone were to say: Yes, for example, we see a completely different style in the second part of *Faust* when we compare the passage where Ariel speaks with the doggerel in the first part of *Faust*. This cannot possibly have been written by the same person, and Goethe must therefore be a mythical figure. — The fruit of the most immense labor, the most devoted diligence, tragically stands on the same ground—due to its separation from the occult sources—as someone who denies Goethe’s existence, because he cannot conceive that two things as different as the style of the first part of *Faust* and that of the second part could originate from one and the same person. Here we glimpse a profound tragedy of human life. Here we see how it gives rise to the necessity of directing the spirits back to the sources of spiritual life. Spiritual insight is possible only if people once again seek the living spirit. They will seek it again, for this is linked to an irresistible urge of the human soul. And on the trust that this urge exists in the human soul, that the heart drives people to seek the connection with the spiritual sources once more, and will drive them to an understanding of the very foundation of the religious texts—on this, fundamentally, rests all the power that can inspire us on anthroposophical ground. Let us imbue ourselves with this trust, and we shall reap the true fruits in this realm, which is meant to lead us into spiritual life.
