Secrets of the Biblical Creation Story
GA 122
23 August 1910, Munich
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Achter Vortrag
The First and Second Days of Creation. The Work of Elementary Beings on Human Organs
[ 1 ] Wir gehen, wenn wir zum Verständnis des Daseins dringen wollen, von einer gewissen Seite her immer der Entwickelung dieses Daseins nach, und wir haben uns ja bei mancherlei Anlässen damit bekannt gemacht, wie alles, was uns umgibt, wessen wir gewahr werden, in Entwickelung begriffen ist. Wir müssen uns auch daran gewöhnen, diese Vorstellung von Entwickelung uns in einem gröBeren Stil zu eigen zu machen auf solchen Gebieten, bei denen man im heutigen Bewußtsein noch weniger an eine Entwickelung denkt. An eine wirkliche Entwickelung denkt man zum Beispiel wenig in bezug auf das Seelenleben des Menschen. Man denkt wohl in äußerlicher Beziehung an eine solche Entwickelung, wenn sie so offen zutage tritt wie im individuellen Dasein des Menschen von der Geburt bis zum Tode. Aber in bezug auf die Menschheit denkt man dann gleich an die Entwickelung von niederen tierischen Zuständen herauf und kommt alsdann, selbst mit Hinblick auf das, was man heute schon wissen kann, zu einer ziemlichen Phantastik, zu einer Anschauung, als ob sich so ohne weiteres das Höhere aus dem Niederen, das Menschliche aus dem Tierischen hätte herausentwickeln können. Es kann innerhalb dieses Vortragszyklus natürlich nicht meine Aufgabe sein, ausführlich vorzuführen, wie ich es oft getan habe, daß unser menschliches Bewußtsein so, wie es heute ist, eine Entwickelung im großen Stil durchgemacht hat, daß namentlich der Art von Bewußtsein, der Art des Seelenlebens, das wir heute haben, eine andere Form vorangegangen ist. Eine Art niederen hellseherischen Bewußtseins haben wir es oft genannt, was unserem gegenwärtigen äußeren Bewußtsein vorangegangen ist. Dieses heutige Bewußtsein liefert uns ja Vorstellungen von äußeren Gegenständen auf dem Wege der äußeren Wahrnehmung. Das andere Bewußtsein aber, das der Vorläufer unseres gegenwärtigen Bewußtseins ist, das können wir am besten studieren, wenn wir den Blick zur alten Mondenentwickelung zurückwenden.
[ 1 ] In our efforts to understand existence it is our practice to trace the course of some aspect of its development up to the present time, and we have had many opportunities of becoming familiar with the idea that everything we perceive around us is in course of evolution. We must get used to applying the idea of evolution more widely, we must apply it in spheres not usually associated with it today—for instance, we must apply it to the life of the soul. We probably do recognise it as it manifests itself outwardly in the life of the individual between birth and death. But so far as humanity as a whole is concerned, people immediately think of evolution as an ascent from the condition of the lower animals and draw the conclusion—even from the standpoint of modern knowledge a somewhat fanciful one—that the human has evolved out of the animal—as if the higher could, without more ado, evolve out of the lower! It is of course not my task in this cycle to show in detail, as I have often done, that our present consciousness has undergone a far-reaching evolution, that the kind of consciousness, the kind of soul-life we have today, was preceded by another form of consciousness. We have often described this earlier form as a kind of lower clairvoyant consciousness. Our modern consciousness furnishes us with mental images of outer objects by means of external perception. But that other earlier consciousness can best be studied if we look back to the Moon evolution.
[ 2 ] Das ist ja der allercharakteristischste Unterschied zwischen der alten Mondenentwickelung und unserer gegenwärtigen Erdenentwickelung, daß das Bewußtsein aufgestiegen ist von einer Art alten Hellsehens, einer Art von Bilderbewußtsein, zu dem gegenwärtigen Gegenstandsbewußtsein. Im Grunde genommen betone ich das jetzt schon seit vielen Jahren, und schon vor vielen Jahren konnten Sie sich darüber unterrichten aus den ersten Aufsätzen in «Lucifer-Gnosis» über die Entwickelung aus der Akasha-Chronik heraus. Da schon wurde betont, wie das alte traumhafte Bilderbewußtsein, das unserer eigenen Wesenheit in der Vorzeit eigen war, sich heraufentwickelt hat zum Erdenbewußtsein, zu dem, was uns heute Bewußtsein von den äußeren Dingen gibt, das heißt von dem, was wir äußere Dinge im Raume im Gegensatz zu dem nennen, was wir selber im Innern sind. Diese Unterscheidung der äußeren Gegenstände von unserem eigenen Innenleben, das ist auch das Charakteristische unseres gegenwärtigen Bewußtseinszustandes. Wenn wir irgendeinen Gegenstand, zum Beispiel diese Rose, vor uns haben, so sagen wir: Diese Rose ist da im Raume. Sie ist abgesondert von uns. Wir stehen an einem anderen Orte als sie. Wir nehmen die Rose wahr und bilden uns eine Vorstellung von ihr. Die Vorstellung ist in uns, die Rose ist draußen. — Dieses Außen und Innen zu unterscheiden ist das Charakteristische unseres Erdenbewußtseins. So war das alte Mondenbewußtsein nicht. Dieser Unterschied von außen und innen wurde von jenen Wesenheiten, die das alte Mondenbewußtsein gehabt haben, gar nicht gemacht. Denken Sie einmal, Sie hätten, wenn Sie diese Rose ansehen, gar nicht das Bewußtsein, die Rose ist da draußen und Sie stellen sie im Innern vor, sondern Sie hätten das Bewußtsein: Wenn diese Rose da im Raume schwebt, so gehört ihr eigenes Wesen nicht nur dem Raume an, der in ihr abgeschlossen ist, sondern dieses Wesen dehnt sich aus in den Raum hinaus, und die Rose ist eigentlich in Ihnen. — Ja, die Sache könnte noch weiter gehen. Denken Sie sich, Sie wenden den Blick zur Sonne und hätten nicht das Bewußtsein, die Sonne ist oben und Sie da unten, sondern das Bewußtsein, während Sie die Vorstellung der Sonne sich erzeugen, sei die Sonne in Ihnen, Ihr Bewußtsein ergreife die Sonne auf mehr oder weniger geistige Weise. Dieser Unterschied zwischen innen und außen wäre dann nicht vorhanden. Wenn Sie sich das klar machen, dann haben Sie die erste feste Eigenschaft dieses Bewußtseins, wie es war auf dem alten Monde.
[ 2 ] The most outstanding difference between the evolution of the Moon and that of our present earth is that the old form of clairvoyance, a kind of picture-consciousness, has been superseded by the present-day object-consciousness. I have for many years been calling attention to this, and years ago I was able to give information out of the Akasha Chronicle on the subject of evolution. It appeared in the early essays of the magazine Lucifer-Gnosis.1Many of these articles were subsequently published in English in book form as Atlantis and Lemuria (Anthroposophical Publishing Co., 1923). There I pointed out that the old, dreamlike picture-consciousness which characterised our own nature in former times has developed into our earth-consciousness, into what today gives us consciousness of external things, consciousness of things outside us in space as contrasted with what we ourselves are in our inner being. This ability to distinguish between external objects and our own inner life is what characterises our present state of consciousness. When we have an object in front of us—let us say a rose—we say: “That rose is there in space! It is separated from us; we stand at a different spot from it.” We perceive the rose, and make a mental image of it. The mental image is within us, the rose is outside. The distinction between outer and inner is the mark of our present-day consciousness. Consciousness on the Moon was not like that. Beings with the Moon-consciousness made no such distinction. Suppose that when you looked at the rose you were not conscious that the rose was outside, and that you were making a mental image of it, but that you felt “The real being of this rose which hovers there in space is not confined to the space which it occupies, but its being extends outward into space, and is actually in me.” Indeed you could go further. Suppose that when you looked at the sun you did not feel that the sun was above you and that you were below, but felt that while you were forming a mental image of the sun it was within you; suppose your consciousness was taking hold of it in amore or less spiritual way! Then there would be no distinction between outer and inner. If you can make that clear to yourselves, you will have grasped the outstanding characteristic of consciousness as it was throughout the Moon evolution.
[ 3 ] Ein anderes Charakteristikum ist, daß es ein bildhaftes Bewußtsein war, so daß die Dinge nicht direkt als Gegenstände erschienen, sondern wie in Sinnbildern, so wie der Traum heute manchmal in Sinnbildern wirkt. Der Traum kann zum Beispiel so wirken, daß irgendein Feuer, das außer uns ist, wahrgenommen wird meinetwillen unter dem Sinnbild eines lichtausstrahlenden Wesens, wie in einem Bilde. Ähnlich so nahm das alte Mondenbewußtsein die Dinge wahr, sagen wir, innerlich, aber auch bildhaft. Also ein bildhaftes, von der Eigenschaft der Innerlichkeit durchdrungenes Bewußtsein war dieses alte Mondenbewußtsein. Und es hatte noch einen weiteren wesentlichen Unterschied von unserem heutigen Bewußtsein. Es wirkte überhaupt nicht so, daß äußere Gegenstände vorhanden gewesen wären wie für das heutige Erdenbewußtsein. Das, was Sie heute Ihre Umgebung nennen, was Sie heute wahrnehmen im pflanzlichen, im mineralischen, im menschlichen Reiche als die Sinnesgegenstände, das war für das Bewußtsein während der alten Mondenentwickelung überhaupt nicht vorhanden. Es ist wirklich auf einer untergeordneten traumhaften Stufe damals etwas Ähnliches vorhanden gewesen, wie es heute in der Seele vorhanden ist, wenn die seherische Kraft, wenn das bewußte Hellsehen erwacht. Das erste Erwachen dieses hellseherischen Bewußtseins ist so, daß es in der ersten Zeit gar nicht schon auf äußere Wesenheiten geht. Darin liegt sogar eine Quelle zahlreicher Täuschungen für diejenigen, welche durch ihre, sagen wir, esoterische Entwickelung die Gabe hellseherischer Kräfte in sich heranbilden.
[ 3 ] Another quality of this consciousness was that it was pictorial; things did not appear directly as objects, but as images, just as today dreams often unfold as imagery. For example, a dream can take its course in such a way that a fire external to ourselves appears as a being radiating light. It was somewhat in this way that consciousness on the Moon perceived things. It was a pictorial consciousness, at the same time permeated with the quality of inwardness. There was yet another essential in which the consciousness of that time differed from that of our present time. It did not work in such a way that outer objects would have been there at all as they are for our present earth-consciousness. For the consciousness of the Moon period what we today call our environment, what we perceive in the vegetable, the mineral, the human kingdoms as sense-objects, was not there. What was there—on a lower, dreamlike level—was something similar to what there is in the soul today when the power of seership awakens, when conscious clairvoyance awakens. The first awakening of clairvoyant consciousness is of such a nature that to begin with it does not extend to external Beings. This is a source of countless deceptions to those who are training themselves esoterically to develop clairvoyance.
[ 4 ] Diese Heranbildung hellseherischer Kräfte geht ja stufenweise vor sich. Da gibt es eine erste Stufe des Hellsehens. Da entwickelt sich so mancherlei im Menschen, da sieht er so manches in seiner Umgebung. Aber er würde fehlgehen, wenn er sogleich überzeugt wäre, daß das, was er da in seiner Umgebung, also, sagen wir, im Geist-Raume, wahrnimmt, auch geistige Realität wäre. Johannes Thomasius in unserem Rosenkreuzermysterium macht dieses Stadium astralischen Hellsehens durch. Ich erinnere Sie nur an jene Bilder, die vor der Seele des Johannes Thomasius auftauchen, wenn er meditierend im Vordergrunde der Bühne sitzt und in seiner Seele aufgehen fühlt die geistige Welt. Da tauchen Bilder auf, und das erste ist, daß der Geist der Elemente ihm Bilder von Wesenheiten vor die Seele bringt, die er schon aus dem Leben kennt. Das Stück spielt ja so, daß Johannes 'Thomasius im Leben kennen gelernt hat den Professor Capesius und den Doktor Strader. Die kennt er vom physischen Plan her, er hat gewisse Vorstellungen aufgenommen von diesen beiden Persönlichkeiten auf dem physischen Plan. Da, wo nach dem großen Schmerz sozusagen durchbricht sein hellseherisches Vermögen, da sieht Johannes ’Thomasius wiederum den Professor Capesius, wiederum den Doktor Strader. Er sieht sie in merkwürdigen Gestalten. Den Capesius sieht er verjüngt, so wie er etwa im fünfundzwanzigsten, sechsundzwanzigsten Jahre seines Lebens war und nicht, wie er in dem Zeitpunkte ist, wo Johannes Thomasius in der Meditation sitzt. Ebenso sieht er den Doktor Strader nicht so, wie er in diesem Zeitpunkte ist, sondern er sieht ihn, wie er werden muß, wenn er ein Greis wird in dieser Inkarnation. Dieses und noch manches andere Bild zieht an der Seele des Johannes Thomasius vorbei. Dramatisch kann man das nur so darstellen, daß die Bilder, die eigentlich in der Seele lebendig werden durch die Meditation, sich auf der Bühne abspielen. Der Fehler kann nicht darin bestehen, daß Johannes Thomasius etwa das für Täuschung hält. Da würde er ganz fehlgehen. Die einzig richtige Stimmung dem allen gegenüber ist, daß er sich sagt: er kann jetzt noch nicht wissen, inwiefern das Täuschung oder Wirklichkeit ist. Er weiß nicht, ob das, was sich in den Bildern darstellt, eine äußere geistige Realität ist, meinetwillen, ob es das ist, was in die AkashaChronik eingeschrieben ist, oder ob er sein eigenes Selbst erweitert hat zu einer Welt. Es kann beides sein, und er muß gelten lassen, daß es beides ist. Das, was ihm fehlt, ist die Gabe der Unterscheidung zwischen geistiger Realität und Bilderbewußtsein. Das muß er sich sagen. Und erst von dem Moment an, wo das devachanische Bewußtsein einsetzt, wo Johannes Thomasius geistige Realität erlebt, indem er in dem Devachan die geistige Realität eines Wesens wahrnimmt, das er auf dem physischen Plan kennt, die Maria, da erst kann er wiederum zurückschauen und kann Realität von bloBem Bilderbewußtsein unterscheiden. So also können Sie sehen, daß der Mensch im Verlaufe seiner esoterischen Entwickelung ein Stadium durchzumachen hat, wo er von Bildern umgeben ist, wo er aber keineswegs irgendein Unterscheidungsvermögen hat zwischen dem, was als geistige Realität sich offenbart, und den Bildern selbst. In den Bildern im Rosenkreuzerdrama ließ man natürlich wirkliche geistige Realitäten sich offenbaren. Zum Beispiel ist das, was sich zeigt als Professor Capesius, das reale Bild, das in die AkashaChronik eingeschrieben worden ist von der Jugend des Capesius, und was sich zeigt als Doktor Strader, das ist das reale Bild, das in ihr eingeschrieben ist von dem Alter des Strader. Sie sind im Drama real gemeint, nur weiß Johannes Thomasius nicht, daß diese Figuren real sind.
[ 4 ] Such a training progresses by stages. There is a first stage which unfolds in various ways. In it the student sees many things around him. But he would make a great mistake if he were straightway to think that what he sees around him, so to say in spiritual space, is also spiritual reality. Johannes Thomasius in my Mystery Play goes through this stage of astral clairvoyance. Let me remind you of the scenes which rise before his soul as he sits in meditation down-stage, and feels in his soul the dawn of the spiritual world. Pictures arise in his soul, and the first one is that the Spirit of the Elements brings before him persons whom he has previously known in life. In the Play, Johannes Thomasius has come to know Professor Capesius and Doctor Strader. He knew them on the physical plane, and there formed certain impressions of them. Then, when after his great sorrow his clairvoyant capacity breaks through, he sees them again. He sees them in remarkable forms. He sees Capesius as a young man, as he was at the age of twenty-five or twenty-six, and not as he is at the moment when he, Johannes Thomasius, sits meditating; and he sees Doctor Strader as he will be in his present incarnation when he is old. This and many other pictures pass through the soul ofJohannes Thomasius. These pictures which are really living in the soul through meditation can only be represented in the play as happening on the stage. It would be quite wrong for Johannes Thomasius to regard this as deception. The only right attitude towards all this would be to say to himself that he cannot yet know how far this is reality or deception. He does not know whether what the pictures show is an external spiritual reality or not; that is, he does not know whether it is something inscribed in the Akashic record or whether he has expanded his own self to a world. It could be either, and he must recognise that fact. It is only from the moment when the Devachan consciousness begins, when in Devachan he perceives the spiritual reality of a being whom he knows on the physical plane—Maria—that he is able to look back again and to discriminate between reality and mere picture-consciousness. Thus you can see that man has to pass through a stage in the course of his esoteric development in which he is surrounded by pictures, but is unable to distinguish between what is a manifestation of spiritual reality and what is merely picture. The scenes of the Mystery Play of course were intended to express spiritual realities. The appearance of Professor Capesius is a real picture of the young Capesius, as it is inscribed in the Akashic record, and the appearance of Doctor Strader is the real Strader as he will be in his old age. They are intended to be real in the play, only Johannes Thomasius does not know it.
[ 5 ] Dieses Stadium, das da durchgemacht wird, das wurde auf einer niedrigeren, traumhaften Stufe, so daß überhaupt diese Unterscheidung unmöglich eintreten konnte, während des alten Mondenbewußtseins durchgemacht. Also erst später beginnt das Unterscheidungsvermögen, und man muß sich durchaus vertraut machen mit dem, was eben jetzt gesagt worden ist. Halten wir fest, daß der Hellseher sich hineinlebt in eine Art von Bilderbewußtsein. Während der alten Mondenzeit waren aber die Bilder, die da auftraten, in der Hauptsache etwas ganz anderes als die Gegenstände unseres Erdenbewußtseins, und sie sind es auch beim beginnenden Hellsehen heute. Beim realen beginnenden Hellsehen sieht der Hellseher gar nicht zunächst äußere geistige Wesenheiten, er sieht Bilder. Und wir müssen uns nun fragen: Was bedeuten denn diese Bilder, die da auftauchen? — Ja, sehen Sie, das sind auf der ersten Stufe des Hellsehens gar nicht Ausdrücke für äußere reale geistige Wesenheiten, sondern zunächst ist das, was da auftritt, wenn ich so sagen darf, eine Art Organbewußtsein. Es ist eine bildliche Darstellung, ein Hinausprojizieren in den Raum dessen, was eigentlich in uns selber vorgeht. Und wenn der Hellseher anfängt, in sich die Kräfte zu entwickeln, dann kann er, um jetzt ein reales Beispiel zu erwähnen, so empfinden, wie wenn er zwei helleuchtende Kugeln weit draußen im Raum wahrnehmen würde. Das sind also zwei Bilder von in gewissen Farben helleuchtenden Kugeln. Wenn der Hellseher nun sagte: Da draußen sind irgendwo zwei Wesenheiten —, so würde er wahrscheinlich etwas sehr Falsches denken. Das wird jedenfalls zunächst nicht der richtige Tatbestand sein; der wird ein ganz anderer sein. Der wird so sein, daß das Hellsehen Kräfte, die in ihm selbst arbeiten, hinausprojiziert in den Raum und wahrnimmt als zwei Kugeln. Und es können zum Beispiel diese zwei Kugeln das darstellen, was in dem astralischen Leib des Hellsehers arbeitet und innerlich die Kraft des Sehens in seinen beiden Augen bewirkt. Diese Kraft des Sehens kann sich ihm hinausprojizieren in den Raum in Form von zwei Kugeln. Also eigentlich sind es innerliche Kräfte, die sich als draußen befindliche Erscheinungen des astralischen Raumes darleben, und die größtmögliche Täuschung könnte eintreten, wenn man das etwa für die Ankündigung äußerer geistiger Wesenheiten halten würde.
[ 5 ] The stage of consciousness I have just described was experienced on the Moon, only at a lower, more dreamlike level, so that no faculty of discrimination was possible. The ability to discriminate only began later. You must try to get a thorough grasp of what I am telling you. Let us bear in mind that the clairvoyant lives in a kind of picture-consciousness. But during the Moon period the pictures which arose were in the main quite different from the objects of our earthly consciousness; and the same thing applies today in the early stages of clairvoyance. To begin with, the clairvoyant does not see spiritual things at all; he sees pictures, and the question is what do these pictures signify? In the first stages of clairvoyance they do not express real spiritual Beings, but a kind of organic consciousness. The experience is a pictorial representation, a projection into space, of what is actually taking place in himself. To take an actual example, when the clairvoyant begins to develop these forces in himself, he can have the experience of seeing two luminous globes far outside in space. He sees pictures of two globes in luminous colour. If he were then to think to himself “there outside me are two Beings,” the probability is that he would be quite wrong; at any rate that would be the case to begin with. What is happening is that his clairvoyance is projecting outwards into space forces which are at work in himself, and he sees them as two globes. And these two globes could represent what is at work in his astral body to produce within him the power of sight in his two eyes. This power of sight can be projected outwards in the form of two globes. Thus what is actually to be seen is an inner faculty showing itself as an external phenomenon in astral space. It would be a very great mistake for such an experience to be taken to herald the external presence of spiritual Beings.
[ 6 ] Noch falscher ist es, wenn man von Anfang an durch irgendwelche Mittelchen, sagen wir, dazu gebracht wird, Stimmen zu hören, und diese Stimmen gleich als Eingebungen von außen deutet. Das ist das Allerfalscheste, dem man verfallen kann. Das wird kaum etwas anderes sein als ein Echo von einem inneren Vorgang. Und während in der Regel das, was wie Farbenbilder, Formenbilder erscheint, ziemlich reinliche Vorgänge im eigenen Innern darstellt, stellen Stimmen in der Regel ziemlich wüstes Zeug, das in der Seele vorgeht, dar. Und es ist das beste, wenn ein jeglicher, der beginnt Stimmen wahrzunehmen, zunächst das größte Mißtrauen gegen den Inhalt dieser Stimmen entwickelt. — Sie sehen, der Beginn dieses bildhaften Vorstellens muß unter allen Umständen mit einer großen Vorsicht aufgenommen werden. Es ist eine Art Organbewußtsein, ein Hinausprojizieren des eigenen Innern in den Raum. Ganz normalerweise war aber dieses Bewußtsein während der alten Mondenentwickelung ein solches Organbewußtsein. Die Menschen selber auf der alten Mondenstufe nahmen kaum noch etwas anderes wahr als das, was damals in ihnen geschah.
[ 6 ] It would be a still greater error if in these early stages by some means or other it were to happen that voices were heard, and these voices taken as inspirations from outside. That is the greatest error into which one can fall. Such an experience can hardly be more than an echo of an inner process; and while what appears in picture form, in colour, usually represents fairly pure inner processes, voices as a rule manifest lower and rather worthless elements of soul-life. It is best for anyone who begins to hear voices to cultivate the greatest distrust of them. The early stages of these imaginal representations should always be received with the greatest caution. It is a kind of organic consciousness, a projection outwards into space of one's own inner being. Such an organic consciousness was quite normal during the Moon evolution. The human being at that stage scarcely perceived anything except what was happening to himself.
[ 7 ] Ich habe öfter erinnert an ein wichtiges Wort, das Goethe ausgesprochen hat: Das Auge ist am Lichte für das Licht gebildet. — Dieses Wort sollte recht tief genommen werden. All die Organe, die der Mensch hat, sind gebildet an der Umgebung, aus der Umgebung heraus. Und es ist eine oberflächliche Philosophie, die nur eine Seite der Wahrheit betont, die da sagt: Ohne das Auge könnte der Mensch kein Licht wahrnehmen. Denn die andere wichtige Seite dieser Wahrheit ist die: Ohne Licht könnte sich niemals ein Auge entwickelt haben, und ebenso ohne Ton kein Ohr, und so weiter. — Von einem tieferen Standpunkte aus ist alle Kantianerei eine Oberflächlichkeit, weil sie nur eine Seite der Wahrheit gibt. Das Licht, das den Weltenraum durchwebt und durchflutet, das ist die Ursache der Organe der Augen. Während der alten Mondenzeit war die Hauptarbeit der Wesenheiten, die an dem Werden unserer Welten teilgenommen haben, das Aufbauen der Organe. Zuerst müssen die Organe aufgebaut werden, dann können sie wahrnehmen. Unser jetziges gegenständliches Bewußtsein beruht darauf, daß zuerst die Organe gebaut worden sind. Als rein physikalische Organe wurden ja die Sinnesorgane schon während der alten Saturnzeit gebildet, das Auge etwa wie eine Camera obscura, die der Photograph hat. Solche rein physikalischen Apparate können nichts wahrnehmen. Die sind nach den physischen Gesetzen zusammengesetzt. In der alten Mondenzeit wurden diese Organe verinnerlicht. Wenn wir also das Auge in Betracht ziehen, so müssen wir sagen: Auf dem alten Saturn war es so gebildet worden, daß es höchstens ein physikalischer Apparat war. Auf der Mondenstufe wurde es durch das von außen einfallende Sonnenlicht umgestaltet zu einem Wahrnehmungsorgan, zu einem Bewußtseinsorgan. — Das Wesentliche jener Tätigkeit während des alten Mondenzustandes ist, daß die Organe sozusagen aus den Wesenheiten herausgezogen werden. Während der Erdenzeit ist das Wesentliche, daß zum Beispiel das Licht auf die Pflanzen wirkt, die Pflanzenentwickelung unterhält. Wir sehen das Produkt dieses Lichtwirkens an der äußeren Flora. So wirkte das Licht nicht während des alten Mondenzustandes. Da zog es die Organe heraus, und was der Mensch damals wahrnahm, das war diese Arbeit an seinen eigenen Organen. Es war also ein Wahrnehmen von Bildern, die allerdings den Weltenraum zu erfüllen schienen. Es schien so, wie wenn diese Bilder ausgedehnt wären im Raum. In Wahrheit waren sie nichts anderes als Ausdrücke für das Arbeiten des elementarischen Daseins an den Organen des Menschen. Wie er sich selber bildete, wie sich da gleichsam aus der eigenen Wesenheit herausentwickelten die wahrnehmenden Augen, diese Arbeit an sich selbst, sein eigenes inneres Werden, das nahm der Mensch während der alten Mondenzeit wahr. So war ihm die Außenwelt eine Innenwelt, weil die ganze Außenwelt an seinem Innern arbeitete, und er unterschied sich gar nicht in bezug auf ein Äußeres und Inneres. Die Sonne als Äußeres nahm er gar nicht wahr. Er trennte nicht die Sonne von sich, sondern er fühlte in sich das Werden seiner Augen. Und dieses Arbeiten am Werden seiner Augen, das dehnte sich ihm hinaus zu einer bildlichen Wahrnehmung, die den Raum erfüllte. Das war für ihn die Sonnenwahrnehmung, war aber ein innerlicher Vorgang.
[ 7 ] I have often called attention to an important saying of Goethe's: “The eye has been formed by the light for the light.” This saying should be taken quite seriously. All man's organs have been formed by his environment, out of his environment. It is a superficial philosophy which stresses only one side of this truth, that without the eye man could not perceive light. For the other important aspect of the truth is that without light the eye could never have developed; and in the same way without sound there would have been no ear. Looked at from a deeper standpoint Kantianism is very superficial, because it only gives half the truth. The light which weaves and floods throughout the cosmos—that is the cause of the organs of vision. During the Moon period, the main task of the Beings who took part in the development of our universe was the construction of our organs. First these organs have to be built up; then they are able to perceive. Our present objective consciousness is due to the fact that organs have first been formed for it. The sense organs, as purely physical organs, had already been formed on Saturn, with the eye somewhat like the photographer's camera obscura. Purely physical apparatuses like that can perceive nothing. They are constructed according to purely physical laws. In the Moon period the organs acquired an inner life. Thus on Saturn the eye was so formed that it was merely a physical apparatus; at the Moon stage, through the sunlight which fell upon it from without, it was transformed into an organ of perception, an organ of consciousness. The essence of this activity during the Moon evolution is that the organs were, so to say, drawn forth from the Beings. During the earth period light works essentially on the plants, maintains plant development. We see the outward result of this activity of light in our flora. During the Moon evolution light did not act in this way, it drew forth our organs; and what was perceived by man at that time was this work upon his own organs. He perceived it in the form of pictures which seemed, it is true, to fill cosmic space. The pictures seemed to be spread out in space. In reality they merely represented the work of elementary existence upon the human organs. During the Moon period what man perceived was his own inner becoming, he perceived this work upon himself, saw the way he was fashioning himself, the way he was evolving his perceiving eye out of his own being. Thus the outer world was an inner world, because the entire outer world was working upon his inner being. And he made no distinction between outer and inner. He did not perceive the sun as external to himself. He did not separate the sun from himself, but within himself he felt his eyes coming into existence. And this active coming into existence of his eyes expanded for him into a pictorial perception which filled space. That was how he perceived the sun, but it was an inner process.
[ 8 ] Das war das Charakteristische des alten Mondenbewußtseins, daß man eine Bilderwelt um sich herum wahrnahm; aber diese Bilder bedeuteten ein inneres Werden, ein inneres Aufbauen des Seelendaseins. So war der Mondenmensch im Astralischen beschlossen, fühlte sein eigenes Werden wie eine Außenwelt. Heute wäre das Wahrnehmen dieses inneren Werdens als Außenwelt, so daß man nicht unterscheiden könnte die Bilder von der Außenwelt, die man nur als Widerspiegelung des eigenen Werdens wahrnimmt, Krankheit. Während des alten Mondenbewußtseins war es das Normale. Die Arbeit also zum Beispiel jener Wesenheiten, die später die Elohim wurden, die nahm er in seinem eigenen Wesen wahr. Wie wenn Sie heute meinetwillen Ihr Blut wahrnehmen würden in sich fließen, so nahm der Mensch die Tätigkeit dieser Elohim wahr. Das war in ihm; es spiegelte sich nur in Bildern von außen her.
[ 8 ] The characteristic thing about the Moon-consciousness was that one was surrounded by a world of pictures, but these pictures represented an inner development, an inner formation of soul. Thus the Moon-man was enveloped in the astral and felt his own development as an external world. Today it would be an illness to perceive this inner development as an outer world, not to distinguish these pictures from the world outside, to perceive the outside world merely as a reflection of one's own growth. During the Moon evolution it was normal. For instance, man perceived in his own being the work of those Beings who later became the Elohim. He perceived the activity of the Elohim somewhat as today you might perceive your blood flowing into you! It was inside him, but it was reflected in pictures from without.
[ 9 ] Solch ein Bewußtsein aber war überhaupt das, was einzig und allein auf dem alten Monde möglich war. Denn das, was auf unserer Erde geschieht, muß im Einklang mit dem gesamten Kosmos geschehen. Ein solches Bewußtsein, wie es der Mensch auf der Erde hat, mit dieser Unterscheidung von Außen und Innen, mit dieser Wahrnehmung, daß äußere reale Gegenstände da draußen stehen und daß wir eine Innerlichkeit daneben sind, dieses erforderte, daß die ganze Entwickelung vom alten Mond zur Erde herüberging, daß eine ganz andere Form von Trennung in unserem kosmischen System eintrat. Die Trennung zum Beispiel von Mond und Erde, wie wir sie heute haben, die war während des alten Mondes überhaupt nicht vorhanden. Das, was wir den alten Mond nennen, müssen Sie sich so vorstellen, als ob der heutige Mond noch mit der Erde verbunden wäre. Dadurch waren überhaupt alle anderen Planeten einschließlich der Sonne ganz anders gestaltet. Und unter den Bedingungen, wie sie damals waren, konnte sich nur ein solches Bilderbewußtsein entwickeln. Erst nachdem der ganze Kosmos, der zu uns gehört, die Gestalt angenommen hatte, die er eben als Umgebung der Erde hat, konnte sich das Gegenstandsbewußtsein entwickeln, so wie wir es heute haben.
[ 9 ] But on the Moon such a consciousness was the only one possible. For what happens upon our earth has to take place in harmony with the whole cosmos. A consciousness such as man has upon the earth, with this distinction between outer and inner, with this perception that real objects are there outside us, and that our inwardness exists alongside them, called for the whole evolutionary transition from the Moon to the earth, called for an entirely different kind of cleavage in our cosmic system. During the Moon evolution, there was no separation between Moon and earth, as there is today. We have to think of the Moon as the present earth would be if the moon were still united with it. So all the other planets, including the sun, were quite differently formed; and under the conditions which then obtained only a picture-consciousness was possible. It was only after our whole cosmos had assumed the form it now has, encompassing the earth, that our present objective consciousness could develop.
[ 10 ] Wir müssen also sagen: Ein solches Bewußtsein, wie es der Mensch als Erdenbewußtsein hat, wurde ihm vorbehalten bis zur Erdenzeit. Und nicht nur der Mensch hatte es nicht, es hatten es auch nicht alle die anderen Wesenheiten, die wir anführen als zu dieser oder jener Hierarchie gehörig. Es wäre oberflächlich, wenn Sie denken würden, weil zum Beispiel die Engel ihre Menschheitsstufe auf dem alten Mond durchgemacht haben, deshalb müßten sie auf dem alten Mond ein solches Bewußtsein gehabt haben wie die Menschen heute auf der Erde. Das haben sie nicht gehabt, und das unterscheidet sie von dem Menschen, daß sie ihre Menschheit mit einem anderen Bewußtsein durchgemacht haben. Eine direkte Wiederholung dessen, was schon da war, findet niemals statt. Alles, was ein Entwickelungsmoment ist, geschieht nur einmal und geschieht, damit es eben da ist, nicht um irgend etwas anderes zu wiederholen. Also, damit einmal dieser Bewußtseinszustand entstehen konnte, den wir heute das Bewußtsein des Erdenmenschen nennen, dazu waren alle die Vorgänge nötig, die eigentlich diese Erde hervorgerufen haben, dazu war der Mensch als Mensch notwendig. Und die Erdenwesen konnten unmöglich auf den früheren Stufen der Entwickelung ein solches Bewußtsein entwickeln.
[ 10 ] Such a consciousness as man has on earth today was withheld from him until the time of earth evolution. Not only was man without it, but none of the other Beings whom we speak of as belonging to this or that hierarchy had it. It would be superficial to think, because the angels underwent their human stage on the Moon, that they must therefore have had on the Moon such a consciousness as man has today on the earth. It was not so, and this is what distinguishes them from men—that they experienced their humanity in another consciousness. An exact repetition of the past never takes place. Each evolutionary impulse happens once only, and happens for its own sake and not for the sake of repeating something. Thus to produce what we know today as human, earthly consciousness all the processes which have actually brought this earth about were needed—for that purpose man had to be there as man. It was impossible for such a form of consciousness to develop at an earlier stage of evolution.
[ 11 ] Wenn uns ein Gegenstand gegenübertritt, dann ist er außer uns, dann erscheint er uns als Wesen außer uns. Alles frühere Bewußtsein der Wesenheiten, von denen wir reden können, ist so, daß es das Innere von dem Äußeren nicht unterscheidet, daß es Unsinn wäre, zu sagen: uns erscheint etwas als vor uns stehend. Das konnten auch die Elohim nicht sagen, das gab es nicht für sie. Sie konnten nur sagen: Wir leben und weben in dem Weltenall. Wir schaffen, und wir nehmen im Schaffen dieses unser Schaffen wahr. Nicht vor uns stehen Gegenstände, nicht vor uns erscheinen Gegenstände. — Dieses Faktum, das in dem Ausspruche liegt «Vor uns erscheinen uns Gegenstände, es drückt sich in einer äußeren, sagen wir, Raumgestaltung Wesenhaftes aus, von dem man selber abgetrennt ist, dem man gegenübersteht» — das Faktum, das in diesem Ausspruche sich kundgeben kann, das trat auch für die Elohim erst während der Erdenzeit auf. Wenn sie sich fühlten, diese Elohim, während der alten Mondenzeit webend und wirksam im Lichte, das von der alten Sonne auf den Mond hinfloß, so hätten sie sagen können: «Wir fühlen uns in diesem Licht drinnen, wir fühlen, wie wir mit diesem Licht uns hineinsenken in die Wesenheiten, die auf dem alten Mond als Menschen leben. Wir durcheilen gleichsam den Raum mit diesem Licht.» Aber nicht hätten sie sagen können: «Wir sehen dieses Licht außer uns.» Das gab es nicht während des alten Mondenzustandes, das war ein völlig neues Erdenfaktum. Wenn uns das monumentale Wort auf einer gewissen Stufe der Entwickelung in der Genesis entgegentritt «Und die Elohim sprachen: «Es werde Licht!’», so muß ein neues Faktum hinzukommen: daß sie sich nicht bloß fühlen mit dem Licht hinfließend, sondern daß ihnen das Licht rückstrahlt von den Gegenständen, daß ihnen die Gegenstände von außen erscheinen. Der Schreiber der Genesis drückt das aus, indem er zu dem Worte «Und die Elohim sprachen: «Es werde Licht! >» hinzufügt «Und die Elohim sahen das Licht». Ja, in dieser Urkunde ist nichts unnötig, da ist nichts eine Phrase. Und man möchte wünschen, daß unter manchem anderen, was die Menschen von dieser alten Urkunde lernen können, sie auch dies lernten, nichts hinzuschreiben, was nicht einen vollsaftigen Inhalt hat, nichts als bloße Phrase hinzuschreiben. Der Schreiber der Genesis hat nichts Unnötiges geschrieben, nicht irgend etwas, was in spießbürgerlichem Sinn etwa eine Ausschmückung sein kann, um auch etwas Schönes zur Lichtschöpfung hinzuzufügen, nicht etwa so, daß sich die Elohim nun sagen: Ja, wir sehen das Licht und sind zufrieden mit uns, daß wir es recht gemacht haben. — Daß etwas Neues eintrat, das ist das Bedeutsame, das mit diesem kleinen Satz gesagt wird.
[ 11 ] To us an object is something outside us; earlier, all the Beings of whom we can speak had a consciousness which made no distinction between outer and inner, so that it would have been nonsense for any of them to say: “Something is standing before me.” Even the Elohim could not say that; they had no such experience. They could only say: “We live and weave in the cosmos; we create, and in creating are aware of this our creation; objects do not stand before us, do not appear to be before us.” To say “objects appear before us” conveys a situation in which we are confronted by something real formed in an external space from which we ourselves are separated. This did not come about even for the Elohim until the time of earth evolution. During the Moon evolution, when these Elohim felt themselves weaving and working in the light which streamed from the Sun upon the Moon, they might have said to themselves: “We feel ourselves to be within this light, we feel how with this light we sink into the beings who live as men on the Moon; we speed through space with this light.” But they could never have said: “We see this light outside us.” There was no such thing on the Moon. That was a completely new earth experience. When at a certain stage in the Genesis account the momentous words occur And God said, Let there be light, it meant that something new had happened, that the Elohim did not merely feel themselves to be flowing with the light, but that light streamed back to them from objects, that objects appeared to them from without. This is expressed by the writer of the Genesis account when to the words And God said, Let there be light he adds: And God saw the light. In this ancient document there is nothing superfluous, nothing meaningless. If only men could learn, among much else that this document could teach them, to ascribe to it nothing that is not pregnant with meaning, to take nothing in it as an empty phrase! The writer of the Genesis account wrote nothing unnecessary, nothing by way of commonplace embellishment to enhance the beauty of the creation of light; he does not make the Elohim say anything like this: “We see the light and are very pleased with ourselves that we have made it so well.” What the brief sentence emphasises, what it signifies, is simply that something new has come about.
[ 12 ] Und es ist mehr noch gesagt. Es steht nicht bloß da «Und die Elohim sahen das Licht», sondern «Sie sahen, daß es schön, oder gut, war». — Ich bemerke, daß der Unterschied zwischen «schön» und «gut» nicht in derselben Weise gemacht wird in der hebräischen Sprache wie heute. Dasselbe Wort steht für «schön» und für «gut». Was ist denn überhaupt mit dem gemeint, was man schön oder gut nennt? In der alten Sanskritsprache, selbst in der deutschen Sprache klingt es noch durch, was damit gemeint ist. Das Wort «schön» umfaßt alle Worte, die in allen Sprachen bedeuten, daß ein Inneres, Geistiges in einem äußeren Bilde erscheint. «Schön sein» heißt, ein Innerliches erscheint äußerlich. Und wir verbinden heute noch den besten Begriff mit dem Worte Schönheit, wenn wir uns daran halten, daß in dem schönen Objekt ein inneres geistiges Wesen wie auf der Oberfläche sich im physischen Bilde darstellt. Wir nennen etwas schön, wenn wir sozusagen in dem äußeren Sinnlichen durchscheinen sehen das Geistige. Wann ist ein Marmorwerk schön? Wenn es in der äußeren Form die Illusion erweckt: da lebt das Geistige darinnen. Das Erscheinen des Geistigen durch das Äußere, das ist das Schöne.
[ 12 ] Moreover it does not say merely And God saw the light, but that He saw that it was beautiful—or good. [The English Authorised Version uses the word “good.”] Note that in the Hebrew tongue the distinction between “beautiful” and “good” was not made as it is today. The Hebrew language has the same word for good and for beautiful. What is the significance of this? In ancient Sanskrit, even in German, there is still an echo of what it meant. The word “beautiful” covers all words in all languages which mean that an inner spiritual element reveals itself in an external form. To be beautiful means that something inward is externally manifest. Today when we use the word “beauty” we are thinking most truly when we hold that an inner spiritual reality in the beautiful object is represented on its surface in physical form. We say that something is beautiful if the spiritual, so to say, shines through what is externally sense-perceptible. When does a marble sculpture become a thing of beauty? When its form arouses the illusion that spirit indwells it. Beauty is the manifestation of the spiritual through the external.
[ 13 ] So also können wir sagen, wenn uns in der Genesis das Wort entgegentritt «Die Elohim sahen das Licht», daß darin das Spezifische der Erdenentwickelung angedeutet ist, daß aber auch das, was früher nur subjektiv zu erleben war, nun von außen erscheint, daß der Geist in seiner äußeren Erscheinung sich darstellt. Wir können also das Wort, das gewöhnlich übersetzt wird «Und die Elohim sahen das Licht, und sie sahen, daß es schön war», so ausdrücken: «Und die Elohim erlebten das Bewußtsein, daß sich ihnen das, in dem sie früher waren, als ein Äußeres gegenüberstellte, und sie erlebten in dieser Erscheinung, daß der Geist im Hintergrund war und sich zum Ausdruck brachte in dem Äußeren» — denn das liegt hinter dem Wort, daß es «schön» war. Sie werden solch eine Urkunde wie die Genesis am besten dann verstehen, wenn Sie nirgends ein Wortfüllsel suchen, sondern wenn Sie überall forschen nach den Geheimnissen, die wirklich in den Worten verborgen sind. Dann dringen Sie im großen Stil forschend vor, während eine ganze Summe von Erklärungen sonst nichts anderes ist als eine gewöhnliche Philisterei.
[ 13 ] Thus when in Genesis we come to the words God saw the light, we can say that they convey the specific quality of earth evolution; also that what could formerly only be experienced subjectively now manifests itself from without; that the spirit presents itself in its external manifestation. Thus we can paraphrase the biblical words by saying “and the Elohim experienced the consciousness that something in which they themselves formerly existed confronted them as an external phenomenon; and they realised that the spirit was behind this appearance and came to expression in the external.” This is the significance of the word “beautiful” or “good.” Wordy explanations will not help us to understand the Genesis account, but only diligent search for the secrets which are really hidden behind the words. Then research will yield rich fruits; whereas all too many interpretations are nothing but tiresome pedantry.
[ 14 ] Aber gehen wir noch um ein Stück weiter. Wir sahen, daß das Charakteristische des Mondenzustandes nur dadurch entstehen konnte, daß das Sonnenhafte sich abtrennte von dem Mondhaften. Wir sahen dann die Notwendigkeit ein, daß während der Erdenentwickelung sich neuerdings das Sonnenhafte vom Erdenhaften abtrennte, daß sozusagen eine Zweiheit nötig ist zum Leben des Bewußtseinserfüllten. Es mußte ein Herausgang des Erdenhaften stattfinden. Solches Herausgehen ist aber mit etwas anderem noch verknüpft. Es ist damit verknüpft, daß die elementarischen Zustände in dem, was das Mondenhafte, und in dem, was das Sonnenhafte wird, sozusagen ihre Natur verändern, etwas anderes werden. Wenn Sie sich die heutige Sonne auch nur physisch betrachten, so müssen Sie sich sagen, die Zustände, die wir auf der Erde haben und die wir fest und flüssig nennen, die werden wir in der physischen Sonne nicht zu suchen haben. Sie werden höchstens sagen können, daß die Sonne noch bis zum Gasförmigen heruntergeht. So sieht selbst unsere Physik die Sonne an. Eine solche Scheidung findet überhaupt statt bei der Trennung dessen, was früher eine Einheit war.
[ 14 ] Let us go a step further. We have seen that the characteristic features of the Moon evolution were only able to come about through the separation of the Sun from the Moon. Then we have seen that during the earth evolution it again became necessary for the sun to separate off from the earth; we have seen that a duality is necessary for a life of full consciousness. The earth element had to withdraw. But in such a withdrawal something else is also involved; the elementary conditions of the moon nature and of the sun nature change, become different. If you make a study of our present sun, even from a purely physical aspect you are obliged to say to yourselves: “The conditions which we have on earth and which we call solid and liquid are not to be found in the physical sun.” The most you can say is that the sun still condenses to the gaseous state. This is recognised by modern physics. Such a separation of elementary conditions comes about through the severing of what was previously a unity.
[ 15 ] Wir haben gesehen, daß das Erdenhafte sich so entwickelt, daß eine Art von Herunterverdichtung stattfindet von dem Wärmehaften bis zum Erdenhaften, Festen, und daß wie von außen hereindringend das erscheint, was das Elementarische nach oben ist, das Lichtätherische, Klangätherische, Lebensätherische. Aber bei dem, was als Sonnenhaftes hinausgeht, dürfen wir nicht ein Gleiches voraussetzen. Wir müssen vielmehr sagen: Wir haben also als ersten, feinsten Zustand dasjenige, was das Leben einschließt und bewirkt, dann das, was wir Zahl- oder Klangäther nennen können, dann Lichtäther, dann Wärmeäther, dann haben wir Luft oder Gasiges, Wässeriges und Erdiges oder Festes. Das sind die sieben Zustände des elementarischen Daseins. Im Bereiche des Erdenhaften werden wir hauptsächlich das zu suchen haben, was bis zur Wärme geht. Die Wärme durchdringt unser Erdenhaftes, während wir von dem Lichthaften sagen müssen, daß die Erde nur insofern dessen teilhaftig ist, als an dem Erdenleben die Wesenheiten der Umgebung teilnehmen, meinetwillen sagen Sie Körper der Umgebung. Licht strahlt von der Sonne auf die Erde. Wenn wir sozusagen lokalisieren wollten die drei höheren elementarischen Zustände, Lichtäther, Klangäther, Lebensäther, dann müßten wir sagen: die werden wir örtlich mehr in dem Sonnenhaften zu suchen haben. — Im Erdenhaften müssen wir das Erdige, Flüssige, Luftförmige suchen, die Wärme ist aber verteilt auf beides, auf das Erdenhafte und aufs Sonnenhafte. In das Sonnenhafte werden wir mehr zu verlegen haben das Lichthafte, das geistig Klanghafte und auch das Lebenshafte. Das Lebenerzeugende müssen wir mehr im Sonnenhaften suchen.
[ 15 ] We have seen that the earth develops in such a way that a gradual densification downward takes place from warmth to solid, to earth, and that what is above as elementary existence light-ether, sound-ether, life-ether—seems to press inwards from without. But this description does not fit the part which goes out as the sun. It would be better therefore to say that there are seven states of elementary existence. The first, the most rarefied state, which constitutes and brings about life; then what we call number, or sound-ether; then light-ether; then warmth-ether; then we have air, or the gaseous element, the watery element and fmally the earthy or solid. It is in the earth that we have to look mainly for the elements up as far as warmth. Warmth permeates the earth, whereas the earth only shares in light in so far as the Beings in its environment—or if you like the bodies in its environment—take part in the life of the earth. Light streams upon the earth from the sun. If we wish to locate the three higher elementary states—light-ether, the ether of spiritual sound, and life-ether—we must place them in the sphere of the sun. In the earth we have to look for the solid, fluid and gaseous elements; warmth is shared by both earth and sun.
[ 16 ] Zum erstenmal hat sich dieses Sonnenhafte während der alten Mondenzeit abgetrennt. Da, während der alten Mondenzeit, war zuerst das Licht von außen wirksam, aber nicht als Licht. Ich habe es ja eben ausgeführt, daß der Satz, der in der Genesis steht: «Und die Elohim sahen das Licht», unmöglich hätte ausgesprochen werden können in bezug auf die Entwickelung der Mondenzeit. Da hätte gesagt werden müssen: Und die Elohim eilten durch den Raum mit dem Licht, waren in dem Licht darinnen, sahen es aber nicht. — So wie etwa heute einer im Wasser schwimmt und eigentlich das Wasser nicht sieht, sondern sich darin vorwärts bewegt, so sah man das Licht nicht, sondern es war ein Träger der Arbeit im kosmischen Raum. Mit der Erde fing an das Licht zu erscheinen, rückzustrahlen von den Gegenständen.
[ 16 ] The Sun separated off for the first time during the Moon evolution. It was then that the light was for the first time active from without, but not then as light. I have just pointed out that the sentence in Genesis which reads And God saw the light ... could not have been spoken in respect of the Moon evolution. There one would have had to say that the Elohim speeded through space with the light, were in the light, but saw it not. Just as today one swims in water and moves forward in it without actually seeing it, so one did not see the light, but light was a bearer of the work in cosmic space. It was with the coming of earth evolution that light began to appear, to be reflected by objects.
[ 17 ] Was nun für das Licht während der Mondenzeit vorhanden war, von dem war es nur natürlich, daß ein etwas höherer Zustand während der Erdenentwickelung stattfinden mußte. Wir müssen also erwarten, daß das, was für das Licht während der alten Mondenentwickelung vorhanden war, während der Erdenentwickelung für das Klangätherische vorhanden ist. Mit anderen Worten, es geht während der Erdenentwickelung mit dem Klangäther so, wie es während der Mondenentwickelung mit dem Lichtäther ging. — Das würde bedingen, daß für die Elohim das, was wir geistig klanghaft nennen, nicht in solcher Weise rückstrahlend wahrzunehmen ist wie das Lichthafte. Wenn also die Genesis uns andeuten wollte, daß die Entwickelung vorschreitet von der Wirksamkeit des Lichtätherischen zu der des Klangätherischen, dann müßte sie uns etwa sagen: «Und die Elohim sahen im Erdenwerden das Licht und sahen, daß es schön ist» —, aber nun dürfte sie nicht in derselben Weise fortfahren: «Und die Elohim nahmen wahr während dieser Phase das Klangätherische», sondern sie müßte sagen: «Sie lebten und webten in diesem.» Dann dürfte auch nicht vom sogenannten zweiten Schöpfungstage gesagt werden, daß die Elohim wahrnahmen jene Erregung, die die Stoffe nach oben und unten abteilt. Da dürfte von dieser Arbeit der Elohim nicht gesagt werden zum Beispiel: sie nehmen sie wahr, sondern da müßte in der Genesis dieses Wort vom Wahrnehmen und Schönsein ausgelassen sein. Dann würde es dem entsprechen, was wir durch die Geisteswissenschaft konstatieren können. Also es müßte der Seher, der die Genesis geschrieben hat, am zweiten Schöpfungstag den Satz auslassen «Und die Elohim sahen... .»
[ 17 ] It was natural that this, which held good for light on the Moon, should itself reach a higher stage of development during earth evolution. It is therefore to be expected that what applied to light on the Moon should during earth evolution apply to the sound-ether. This would involve that what we call spiritual sound was not perceived by the Elohim as reverberating back to them in the manner of the reflected light. Thus, if Genesis wished to convey that evolution was advancing from the activity of the light-ether to that of sound-ether, it would have to say something like this: “And the Elohim saw the light in the developing earth, and saw that it was beautiful.” But it could not go on in the same way to say: “And the Elohim during this phase perceived the sound-ether”; it would have to say “they lived and wove in it.” Nor could it be said of the second “day” of creation that the Elohim perceived the stir which separated the elements above from those below; it could not be said of this work of the Elohim that they perceived. The words “perceive” and “beautiful” would have had to be omitted. Then the description would correspond with what can be observed through Spiritual Science. Thus the seer who wrote the Genesis account had, when describing the second “day,” to leave out the words: And God saw ...
[ 18 ] Nehmen Sie die Genesis. Da steht am ersten Tag: «Und die Elohim sahen das Licht und sahen, daß es schön war.» Am zweiten Schöpfungstage finden Sie bei den gewöhnlichsten Übersetzungen ausgedrückt, nachdem der erste Schöpfungstag verflossen ist: «Und Gott sprach: Es werde eine Ausdehnung inmitten der Wasser und es soll sich scheiden zwischen Wasser und Wasser — und es ward also. Und Gott nannte die Ausdehnung Himmel ... Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag.» Und jener Satz, der am ersten Schöpfungstag steht, er bleibt am zweiten Schöpfungstag aus! Die Genesis erzählt so, wie wir es von ihr verlangen müssen nach dem, was wir geisteswissenschaftlich konstatieren können.
[ 18 ] Now look at Genesis. On the first “day” it reads: And God saw the light, that it was good. On the second day of creation, after the end of the first day, it says: And God said, Let there be a firmament in the midst of the waters, and let it divide the waters from the waters ... and it was so. And God called the firmament Heaven. And the evening and the morning were the second day. The sentence And God saw ..., which we find on the first day, is left out on the second day. Genesis gives the facts as we should expect them to be given from what we have been able to observe by spiritual scientific method.
[ 19 ] Da haben Sie wiederum eine solche Crux, womit die Erklärer des neunzehnten Jahrhunderts gar nichts anzufangen gewußt haben. Es hat Erklärer gegeben, die gesagt haben: Nun, was ist weiter, wenn der Satz das zweitemal wegbleibt? Der Schreiber hat es eben vergessen. — Aus der Genesis sollten die Menschen lernen, daß sie nicht nur nichts hinsetzen, was nicht hingehört, sondern auch nichts weglassen, was hingehört. Der Schreiber der Genesis hat nichts vergessen. Es ist der tiefste Grund vorhanden, daß am zweiten Schöpfungstag diese Worte nicht dastehen. Das ist wiederum ein solches Faktum, wie ich schon viele erwähnen konnte, die uns mit einer so ungeheuren Schätzung und Achtung durchdringen, wenn wir in solch eine alte Urkunde hineinschauen, wie es die Genesis ist. Wir könnten viel lernen von diesen alten Schreibern, die nun wirklich keinen Eid dafür abzulegen brauchten, sondern von selber den Grundsatz befolgten, nichts hinzuzufügen und nichts hinwegzulassen von dem, was sie als Wahrheit erkannt haben. Sie waren tief durchdrungen davon, daß jegliches Wort uns heilig sein muß, das da steht, und daß wir auch nichts Notwendiges weglassen dürfen.
[ 19 ] Here again is a knotty point of which the commentators of the nineteenth century have not known what to make. There have been commentators who said: “What does it matter if the second time the words are omitted? The writer just forgot them.” Men should learn that Genesis not only records nothing irrelevant, but also omits nothing relevant. The writer has forgotten nothing There is a profound reason why on the second day of creation these words are not to be found. Here we have another example—I could quote many—of what fills us with immense reverence for such ancient records. We could learn much from these ancient writers, who really needed to take no oath, but followed of their own accord the rule of telling the whole truth, and nothing but the truth which they knew. They felt through and through that every word that stands there must be sacred to us, and equally that nothing essential must be omitted.
[ 20 ] Damit haben wir aus inneren Gründen sozusagen die Komposition dieses sogenannten ersten und zweiten Schöpfungstages eingesehen. Derjenige, der durch die Geistesforschung entdeckt, was hinter den Dingen ist, und dann herangeht an die Bibel, der sagt sich wohl: Es wäre doch wunderbar, überwältigend wunderbar, wenn diese Feinheiten, die durch eine gewissenhafte Geistesforschung gefunden werden können, sich bei dem alten Seher, der an der Genesis gearbeitet hat, wiederfinden würden. — Und wenn sich dieses Überwältigende dann bewahrheitet, dann überkommt ihn ein wunderbares Gefühl, ein Gefühl, wie es in die Menschenseelen dringen sollte, damit sie wiederum so recht die Heiligkeit empfinden, die in diesem uralten Dokument wohnt, das wir als die Genesis kennen.
[ 20 ] We have now gained an insight into the composition of what are called the first and second “days” of creation. Anyone who discovers through spiritual investigation what lies behind things might well say to himself, as he turns to his Bible, “It would be marvellous, it would be astounding, if these intimate details which can be discovered by scrupulous spiritual investigation should be corroborated by the words of the ancient seer who took part in the making of Genesis.” And when he finds that the astounding thing is true, a wonderful feeling comes over him—a feeling such as should indeed penetrate human souls if they are once more to appreciate the holiness of this ancient document.
