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Secrets of the Biblical Creation Story
GA 122

24 August 1910, Munich

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Neunter Vortrag

Ninth Lecture

[ 1 ] Wir haben im Verlaufe der Vorträge uns ein Bild gemacht von dem Hereinfließen früherer Vorbereitungszustände aus der alten Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit in unser Erdenwerden. Wir müssen uns natürlich immer vor Augen halten, daß das Wesentlichste, das uns interessieren kann an diesem ganzen Erdenwerden, die Entwickelung, die Heranbildung des Menschen selbst ist. Wir wissen ja, daß der Mensch in unserer ganzen planetarischen Evolution sozusagen der Erstling ist. Wenn wir den Blick zurückwenden auf das alte Saturndasein, so fällt uns ja auf, daß wir während dieses Wärmewebens nur die erste Anlage zum physischen Menschen zu verzeichnen haben und daß von alledem, was uns sonst noch heute umgibt, was wir antreffen im tierischen, im pflanzlichen, im mineralischen Reich, noch nichts vorhanden war. Diese Reiche kamen zum Menschenreich erst hinzu. Und wir werden daher fragen müssen: Wie steht es denn nun eigentlich während des Erdenwerdens, im Sinne des Berichtes der Genesis, mit der Entwickelung des Menschen im genaueren?

[ 1 ] In the course of these lectures, we have gained an understanding of how earlier preparatory states from the ancient Saturn, Sun, and Moon eras flowed into our earthly existence. Of course, we must always bear in mind that the most essential thing that can interest us in this entire process of Earth’s evolution is the development and formation of the human being itself. We know, after all, that in our entire planetary evolution, the human being is, so to speak, the first-born. When we look back at the ancient Saturn era, we notice that during this period of warmth we find only the first rudiments of the physical human being, and that nothing of all that still surrounds us today—what we encounter in the animal, plant, and mineral kingdoms—was yet present. These kingdoms were added to the human kingdom only later. And we must therefore ask: What, then, is the actual situation regarding the development of humanity during the Earth’s formation, in the sense of the Genesis account, in more detail?

[ 2 ] Wir werden schon sehen im Verlaufe der Vorträge, daß sich alles das voll bewahrheitet, was wir heute aus den geisteswissenschaftlichen Forschungen selbst heraus gewinnen wollen. Wenn wir die Genesis so oberflächlich ansehen, so könnte es uns ja scheinen, als ob der Mensch erst gleichsam wie aus der Pistole geschossen am sogenannten sechsten Schöpfungstag aufträte. Nun wissen wir aber, daß ja der Mensch das Allerwichtigste ist, daß die anderen Reiche gleichsam Abfälle sind des Menschenwerdens. Und deshalb muß uns die Frage interessieren: Wie ist es mit dem Menschen in den Schöpfungstagen, die dem sechsten vorangegangen sind? Wo haben wir da den Menschen zu suchen? — Wenn das Erdenwerden eine Art Wiederholung des Saturn, der Sonne, des Mondes darstellt, so ist ja vorauszusetzen, daß sich das Menschenwerden vor allen Dingen immer wiederholt, daß wir den Menschen nicht erst am sechsten Schöpfungstage zu suchen haben, sondern schon vorher. Wie erklärt sich dieser scheinbare Widerspruch, daß die Genesis nicht schon vorher von dem Menschen spricht?

[ 2 ] As the lectures progress, we will see that everything we hope to glean today from spiritual scientific research will indeed prove true. If we look at Genesis so superficially, it might seem to us as though human beings appeared, as it were, out of nowhere on the so-called sixth day of creation. But we know that humanity is the most important thing of all, that the other kingdoms are, as it were, byproducts of the becoming of humanity. And that is why we must ask ourselves: What of humanity in the days of creation that preceded the sixth? Where are we to look for humanity there? — If the becoming of the Earth represents a kind of repetition of Saturn, the Sun, and the Moon, then it must be assumed that the becoming of humanity, above all else, always repeats itself; that we need not look for humanity only on the sixth day of creation, but already before that. How is this apparent contradiction explained—that Genesis does not speak of humanity already before that?

[ 3 ] Nun, da ist zunächst auf eines aufmerksam zu machen. Die Genesis spricht da, wo sie von dem Menschenwerden zu sprechen beginnt, von Adam, und in gewissem Sinne ist in der alten Priestersprache des Hebräischen der Ausdruck Adam zusammenfallend mit unserem Ausdruck «der Mensch». Aber wir müssen diesen Ausdruck Adam genauer verstehen. Er rief in der Seele eines alt. hebräischen Weisen eine Vorstellung hervor, die wir in der deutschen Sprache etwa wiedergeben könnten mit dem Worte «der Erdige». Also der Mensch als solcher ist das Erdenwesen kat’ exochen, die Krönung gleichsam alles Erdenwesens, das, was zuletzt als Frucht des Erdenwerdens sich ergibt. Aber alles das, was in der Frucht zuletzt zusammenschießt, ist ja schon vorher in der ganzen Wesenheit der Pflanze, wenn wir im Bilde bleiben, darinnen. Wir werden in den vorhergehenden Schöpfungstagen den Menschen nicht finden, wenn wir uns nicht klarmachen, daß in Wirklichkeit nicht das Physische des Menschen dem GeistigSeelischen vorangeht, sondern daß es umgekehrt ist, daß das Geistig-Seelische dem Physischen vorangeht. Das, was wir heute als den physischen Erdenmenschen vor uns haben, was wir zunächst als Mensch ansprechen, das haben wir uns etwa so vorzustellen, wie wenn wir eine kleine Masse Wasser haben, die wir durch Abkühlung zu Eis erstarren lassen. So wie Wasser erstarrt zu Eis, so haben wir uns etwa am sechsten Schöpfungstage durch das Werk der Elohim den seelisch-geistigen Menschen als erstarrend, gleichsam sich verdichtend zum Erdenmenschen vorzustellen. Also das Vorrücken zum sechsten Schöpfungstage ist ein Verdichten des geistig-seelischen Menschen zum dichten Erdenmenschen. Wir werden ganz naturgemäß den Menschen an den vorhergehenden sogenannten Schöpfungstagen nicht im Bereich dessen zu suchen haben, was sich zunächst wie physische Abfälle oder wie Gesetze der physischen Abfälle des Menschenwerdens übersinnlich bildet, sondern wir werden den Menschen vorher in einem geistig-seelischen Zustande zu suchen haben. Wenn wir also im Sinne der Genesis davon sprechen, daß am ersten Tage vorhanden war das innerlich Regsame und das äußerlich sich Offenbarende, so dürfen wir den Menschen für diesen ersten Schöpfungstag nicht in dem Erdigen suchen, sondern im Umkreis der Erde als geistig-seelisches Wesen. Wir müssen sagen: sein Erdendasein bereitet sich vor als geistigseelisches Wesen.

[ 3 ] Well, there is one thing to point out first. When Genesis begins to speak of the becoming of humanity, it speaks of Adam, and in a certain sense, in the ancient priestly language of Hebrew, the term Adam coincides with our term “man.” But we must understand this term Adam more precisely. It evoked in the soul of an ancient Hebrew sage a concept that we could roughly render in English with the word “the earthly one.” Thus, the human being as such is the earthly being par excellence, the crowning achievement, as it were, of all earthly existence—that which ultimately emerges as the fruit of becoming earthly. But everything that ultimately converges in the fruit is, of course, already present beforehand in the entire being of the plant, to stay with the image. We will not find the human being in the preceding days of creation unless we realize that in reality it is not the physical aspect of the human being that precedes the spiritual-soul aspect, but that the opposite is true: the spiritual-soul aspect precedes the physical. What we have before us today as the physical human being on Earth, what we first address as a human being, we must imagine something like this: as if we had a small mass of water that we allow to solidify into ice through cooling. Just as water solidifies into ice, so must we imagine the spiritual-soul human being, through the work of the Elohim on the sixth day of creation, as solidifying, as it were, condensing into the earthly human being. Thus, the progression to the sixth day of creation is a condensation of the spiritual-soul human being into the dense earthly human being. Quite naturally, we will not have to seek the human being on the preceding so-called days of creation in the realm of what initially forms supersensibly as physical waste or as the laws of the physical waste of becoming human, but rather we will have to seek the human being beforehand in a spiritual-soul state. So when we speak in the sense of Genesis that on the first day there was the inner movement and the outward manifestation, we must not seek the human being for this first day of creation in the earthly realm, but in the sphere surrounding the Earth as a spiritual-soul being. We must say: his earthly existence is preparing itself as a spiritual-soul being.

[ 4 ] Ich will Ihnen heute zunächst die geisteswissenschaftlichen Resultate mit der Genesis ein wenig verbinden. Was bereitet sich denn in der allerersten Anlage vom Menschen vor, wenn uns die Genesis berichtet, daß durch kosmisches Sinnen die beiden Komplexe des sich innerlich Regenden und des sich äußerlich Offenbarenden entstehen? Wenn der Geist der Elohim webt, brütet durch diese Komplexe, was bereitet sich da vom Menschen vor? Das, was wir nennen können die Empfindungsseele im Sinne unserer heutigen Auseinandersetzungen auf dem Gebiet der Geisteswissenschaft, das, was wir heute als ein Innerliches anzusehen haben, das bereitet sich vor im Sinne der Genesis am sogenannten ersten Schöpfungstage bis zu dem Moment, wo es heißt: «Es werde Licht, und es ward Licht.» In alledem steckt darinnen sozusagen im geistigen Umkreise als Geistig-Seelisches vom Menschen die Empfindungsseele. Wir werden also sagen, um uns das zu verdeutlichen: Wir suchen in der Umgebung der Erde zuerst die Empfindungsseele und setzen sie an den Platz, der gewöhnlich genannt wird der erste der Schöpfungstage. — Da also, wo im Umkreise der Erde die Elohim und ihre dienenden Wesenheiten ihre Arbeiten entfalten, da, wo ein geistigseelisches Wesen webt, da haben wir, so wie heute etwa die Wolken im Luftkreise, ein Geistig-Seelisches vom Menschen in dieser geistig-seelischen Atmosphäre zu sehen, und zwar zunächst die Empfindungsseele des Menschen. Dann schreitet die Entwickelung des Menschen vor und wir haben, wenn wir den Menschen weiter verfolgen, das zu suchen, was wir Verstandes- oder Gemütsseele nennen. Die Empfindungsseele schreitet zur Verstandes- oder Gemütsseele vor, und wir haben im Umkreis der Erde diese gleichsam seelische Verdünnung der Empfindungsseele zur Verstandes- oder Gemütsseele am zweiten der sogenannten Schöpfungstage. Da also, wo der Klangäther einschlägt in das Erdenwerden, wo sich die oberen Stoffmassen von den unteren trennen, da gehört der oberen Sphäre, in ihr webend, ein Mensch an, der erst in der Empfindungsseele und Verstandes- oder Gemütsseele der Anlage nach vorhanden ist. Als dritten Moment haben wir uns dann das Vorschreiten des Menschen bis zur Bewußtseinsseele zu denken, so daß wir uns den ganzen Vorgang, der uns durch die Genesis dargestellt wird, so zu denken hätten, daß sich an diesem dritten Schöpfungstage unten auf der Erde durch die Einwirkung des Lebensäthers herausentwickelt das Grüne, das Pflanzenhafte, wie wir es geschildert haben, artgemäß. Die Erde treibt aus sich hervor, freilich nur so, daß es übersinnlich wahrnehmbar werden kann, die Grundlage des Pflanzenlebens, und oben webt im Äther das, was wir als die Bewußtseinsseele in Verbindung mit Empfindungsseele und Verstandesoder Gemütsseele zu bezeichnen haben.

[ 4 ] Today I would like to begin by connecting the findings of spiritual science with the Book of Genesis. What is taking shape in the very earliest stages of human development when Genesis tells us that the two complexes—that which stirs within and that which manifests itself outwardly—arise through cosmic thinking? When the Spirit of the Elohim weaves and broods through these complexes, what is taking shape within humanity? What we might call the feeling soul in the sense of our current discussions in the field of spiritual science—that which we must regard today as an inner aspect—is preparing itself, in the sense of Genesis, on the so-called first day of creation up to the moment when it is said: “Let there be light, and there was light.” In all of this, the soul of feeling—as the spiritual-soul aspect of the human being—is contained, so to speak, within the spiritual sphere. So, to make this clear, we will say: We first seek the soul of feeling in the vicinity of the Earth and place it in the position that is usually called the first of the days of creation. — So there, where the Elohim and their ministering beings carry out their work in the sphere surrounding the Earth, where a spiritual-soul being weaves, there we have, just as we see the clouds in the atmosphere today, a spiritual-soul aspect of the human being in this spiritual-soul atmosphere—namely, first and foremost, the human being’s sentient soul. Then human development proceeds, and as we follow the human being further, we must seek what we call the intellectual or emotional soul. The feeling soul progresses to the intellectual or emotional soul, and we have, in the sphere of the Earth, this sort of spiritual thinning of the feeling soul into the intellectual or emotional soul on the second of the so-called days of creation. Thus, where the tone ether strikes into the becoming of the Earth, where the upper material masses separate from the lower ones, there belongs to the upper sphere, weaving within it, a human being who is present only in the form of a potential in the sensory soul and the intellectual or emotional soul. As a third stage, we must then conceive of humanity’s progression toward the consciousness soul, so that we should conceive of the entire process presented to us in Genesis in such a way that on this third day of creation, down on Earth, through the influence of the life ether, the green, the plant-like, develops in accordance with its kind, as we have described. The Earth brings forth from itself—though only in a way that can be perceived supersensually—the foundation of plant life, and above, in the ether, weaves that which we must designate as the consciousness soul in connection with the feeling soul and the intellectual or emotional soul.

[ 5 ] So webt im Umkreise des Erdenwerdens der seelisch-geistige Mensch. Er ist wie in der Substanz der verschiedenen geistigen Wesenheiten darinnen. Er hat im Grunde genommen bis dahin kein selbständiges Dasein. Es ist so, wie wenn er als Organ innerhalb der Elohim, der Archai und so weiter sich bildete, in deren Leibern als Glied derselben vorhanden wäre. Daher ist es natürlich, daß uns erzählt wird von diesen Wesenheiten, denn nur sie sind eigentlich Individualitäten in dieser Zeit des Erdenwerdens; denn mit dem Schicksal dieser Wesenheiten wird auch das Schicksal der menschlichen Anlage geschildert. Aber es muß, wie Sie sich leicht denken können, wenn der Mensch einstmals wirklich die Erde bevölkern soll, etwas eintreten, was wir als eine allmähliche Verdichtung des Menschen bezeichnen können. Dieses Seelisch-Geistige muß sich nach und nach mit dem Leiblichen gleichsam umkleiden. Wir haben also am Ende dessen, was uns in der Bibel etwa als der dritte Schöpfungstag entgegentritt, einen geistig-seelischen Menschen in der Anlage, so wie wir heute sprechen von der Bewußtseinsseele, Verstandes- oder Gemütsseele und Empfindungsseele. Das alles muß sich einkleiden, gleichsam versehen mit dem äußeren Kleide. Es muß der Mensch innerhalb dieser geistig-seelischen Sphären zunächst das Kleid des astralischen Leibes erhalten. Versuchen wir uns einmal vorzustellen, was wir eigentlich damit sagen: Der Mensch muß sich jetzt nach diesem dritten Schöpfungstag mit dem astralischen Leib umkleiden. -— Wo haben wir denn beim Menschen im heutigen Leben gleichsam abgesondert vor uns seinen Astralleib, so daß wir seine Gesetze studieren können? Nun, wir haben diesen Astralleib, wenn auch in einer ganz anderen Form, als er in der Zeit war, von der uns die Genesis berichtet, abgesondert im Menschen, wenn der Mensch schläft. Da läßt er seinen Äther- und physischen Leib im Bette liegen, und der Mensch selber ist dann im Astralleib, der das Ich birgt, vorhanden.

[ 5 ] Thus does the soul-spiritual human being weave within the sphere of the Earth’s becoming. He is, as it were, present within the substance of the various spiritual beings. In essence, he has no independent existence up to that point. It is as if he were formed as an organ within the Elohim, the Archai, and so on, existing within their bodies as a part of them. It is therefore natural that we are told of these beings, for only they are truly individualities in this era of the Earth’s formation; for the fate of these beings also describes the fate of the human potential. But, as you can easily imagine, if humanity is ever to truly populate the Earth, something must occur that we might describe as a gradual densification of the human being. This soul-spiritual aspect must gradually, as it were, clothe itself with the physical. Thus, at the end of what we encounter in the Bible as the third day of creation, we have a spiritual-soul human being in the making, just as we speak today of the conscious soul, the intellectual or emotional soul, and the feeling soul. All of this must be clothed, as it were, with an outer garment. Within these spiritual-soul spheres, the human being must first receive the garment of the astral body. Let us try to imagine what we actually mean by this: After this third day of creation, the human being must now clothe themselves with the astral body. — Where, then, do we find the human being’s astral body in today’s life, as it were set apart before us, so that we can study its laws? Well, we have this astral body, albeit in a completely different form than it was in the time described in Genesis, separated from the human being when the person sleeps. There the person leaves their etheric and physical bodies in bed, and the person themselves is then present in the astral body, which contains the I.

[ 6 ] Erinnern Sie sich nun an so mancherlei, was ich Ihnen in verflossenen Jahren gesagt habe über das eigenartige Leben dieses Astralleibes im schlafenden Zustande. Erinnern Sie sich auch an das, was Sie darüber in meiner «Geheimwissenschaft» finden können. Dann werden Sie sich sagen: Wenn dieser Astralleib aus dem physischen und Ätherleib heraus ist, dann beginnen sich Verbindungen zu bilden, gleichsam Strömungen von diesem Astralleib aus nach der kosmischen Umgebung. Wenn Sie des Morgens aus dem schlafenden Zustande wiederum zum wachenden zurückkehren, so haben Sie während des schlafenden Zustandes die stärkenden Kräfte gleichsam gesogen aus dem ganzen Kosmos. In einer gewissen Beziehung war Ihr Astralleib während der Nacht durch seine Strömungen eingegliedert dem ganzen umgebenden Kosmos. Er war in Verbindung mit all den planetarischen Wesenheiten, die zu unserer Erde gehören. Er sandte seine Strömungen nach Merkur, Mars, Jupiter und so weiter, und in diesen planetarischen Wesenheiten sind die stärkenden Kräfte, die in den Astralleib hineinsenden, was wir nötig haben, um bei unserer Rückkehr in den physischen und Ätherleib den Wachzustand fortführen zu können. Gleichsam ausgegossen und vergrößert zu einem Weltendasein ist unser Astralleib während der Nacht. Das hellseherische Bewußtsein sieht beim Einschlafen den Astralleib sich aus dem physischen Leib in gewisser Beziehung herausbegeben. Das ist freilich ein ungenauer Ausdruck. Wie in einer Spirale schlängelt sich der Astralleib aus dem physischen Leib heraus, wie eine spiralige Wolke schwebt er. Aber das, was man da sieht, ist nur der Anfang der Strömungen, die sich aus diesem astralischen Leib herausgliedern. Sie gehen tatsächlich in den Weltenraum hinaus und holen sich Kräfte, durchsaugen sich mit den Kräften der Planeten. Und wenn jemand Ihnen sagen wollte, daß der Astralleib das ist, was man mit grober Hellsichtigkeit als eine Wolke gleichsam in der Nähe des physischen Leibes schweben sieht, dann sagt er Ihnen gar nicht die Wahrheit, denn dieser Astralleib ist während der Nacht ausgegossen über unser ganzes Sonnensystem. Er ist während des schlafenden Zustandes sozusagen in Verbindung mit den planetarischen Wesenheiten. Darum sprechen wir auch von einem «astralischen» Leib. Alle übrigen Erklärungen für den Ausdruck astralischer Leib, der im Mittelalter geprägt worden ist, sind nicht richtig. Wir sprechen von Astralleib aus dem Grunde, weil er im schlafenden Zustande des Menschen in gewisser innerer Verbindung ist mit den Sternen, mit der astralischen Welt, weil er in ihr ruht, weil er ihre Kräfte in sich aufnimmt.

[ 6 ] Now recall some of the things I have told you in past years about the peculiar life of this astral body during sleep. Recall also what you can find on this subject in my *Esoteric Science*. Then you will say to yourselves: When this astral body has emerged from the physical and etheric bodies, connections begin to form—as it were, currents flowing from this astral body out into the cosmic environment. When you return from the sleeping state to the waking state in the morning, you have, as it were, drawn the strengthening forces from the entire cosmos during the sleeping state. In a certain sense, your astral body was integrated into the entire surrounding cosmos through its currents during the night. It was in connection with all the planetary beings that belong to our Earth. It sent its currents to Mercury, Mars, Jupiter, and so on, and within these planetary beings are the strengthening forces that send into the astral body what we need to be able to continue the waking state upon our return to the physical and etheric bodies. Our astral body is, as it were, poured out and expanded into a cosmic existence during the night. The clairvoyant consciousness sees the astral body, as we fall asleep, in a certain sense leaving the physical body. This is, of course, an imprecise expression. Like a spiral, the astral body winds its way out of the physical body; it floats like a spiral cloud. But what one sees there is only the beginning of the currents that branch out from this astral body. They actually go out into the space of the worlds and draw in forces, imbuing themselves with the forces of the planets. And if someone were to tell you that the astral body is what one sees with gross clairvoyance as a cloud, so to speak, hovering near the physical body, then they are not telling you the truth at all, for this astral body is spread out over our entire solar system during the night. During the sleeping state, it is, so to speak, in connection with the planetary beings. That is why we also speak of an “astral” body. All other explanations for the term “astral body,” which was coined in the Middle Ages, are incorrect. We speak of the astral body because, during the human being’s sleep, it is in a certain inner connection with the stars, with the astral world; because it rests within it; because it absorbs its forces.

[ 7 ] Wenn Sie diesen Tatbestand, der heute noch der hellsichtigen Forschung sich ergibt, ins Auge fassen, dann werden Sie sich sagen: Dann müßten aber auch die ersten Strömungen, die diesen Astralleib bildeten, aus der Astralwelt, aus der Sternenwelt dem Menschen zufließen. Also mußte diese Sternenwelt vorhanden sein im Erdenwerden. — Wenn wir also sagen: Am sogenannten vierten Schöpfungstag umkleidete sich das, was früher geistig-seelisch da war, mit den Gesetzen und Kräften des Astralleibes — so müssen an diesem vierten Schöpfungstage die Sterne, die astra, im Umkreise der Erde ihre Tätigkeit entfalten.

[ 7 ] When you consider this fact, which is still evident to clairvoyant research today, you will say to yourself: But then the first currents that formed this astral body must also have flowed to humanity from the astral world, from the world of the stars. So this world of the stars must have existed during the formation of the Earth. — So when we say: On the so-called fourth day of creation, that which had previously existed as spirit and soul clothed itself with the laws and forces of the astral body — then on this fourth day of creation, the stars, the astra, must have unfolded their activity in the sphere of the Earth.

[ 8 ] Das erzählt uns auch die Genesis. Wenn uns am sogenannten vierten Schöpfungstage das geschildert wird, was wir nennen können «der Astralleib des Menschen bildet sich mit seinen Gesetzen», so parallelisiert uns die Genesis ganz richtig dieses Umkleiden des Menschen mit dem Astralleib, wo er noch immer schwebt in der geistigen oder astralischen Umgebung der Erde, mit der Tätigkeit der Sternenwelt, die zunächst zu unserer Erde gehört. Also auch darin liegt in dem Berichte der Genesis ein tiefer Sinn, der in vollständiger Kongruenz steht zu dem, was uns die hellseherische Forschung heute von dem gegenwärtigen Menschen zu sagen hat. Wir werden noch sehen, daß allerdings in jener Zeit, von der die Genesis spricht, dieser Astralleib nicht so war, wie heute unser Astralleib in der Nacht ist, aber seine Gesetze waren dieselben. Das, was in ihm als Tätigkeit sich entfaltete, war dasselbe.

[ 8 ] This is also what Genesis tells us. When, on what is called the fourth day of creation, we are told that “the astral body of the human being is formed with its own laws,” Genesis quite correctly draws a parallel between this clothing of the human being with the astral body—while he still hovers in the spiritual or astral environment of the Earth—and the activity of the starry world that initially belongs to our Earth. Thus, there is also a deeper meaning in the account of Genesis that is in complete harmony with what clairvoyant research has to say to us today about modern human beings. We shall see that, admittedly, in the time of which Genesis speaks, this astral body was not as our astral body is today at night, but its laws were the same. What unfolded within it as activity was the same.

[ 9 ] Wir werden also zu erwarten haben, daß für die nächste Zeit, die die Genesis als den fünften Schöpfungstag verzeichnet, eine weitere Verdichtung des Menschen eintritt. Der Mensch bleibt noch immer ein übersinnliches ätherisches Wesen, aber es tritt eine weitere Verdichtung ein, eine Verdichtung innerhalb des Ätherischen. Der Mensch berührt noch immer nicht die Erde, er gehört sozusagen noch immer dem mehr geistig-ätherischen Umkreise der Erde an. Und da berühren wir etwas, was zu verstehen außerordentlich wichtig ist für das ganze Werden des Menschen im Zusammenhang mit der Erde. Wenn wir auf das dem Menschen nächste Reich, auf das tierische Reich, unseren Blick lenken, dann können wir uns die Frage vorlegen, die wir ja auch öfter schon gestreift haben: Warum sind denn diese Tiere eigentlich Tiere geworden, und warum ist der Mensch Mensch geworden? — Daß der Mensch sich erst aus der Tierheit herausentwickelt hat, wie die grobe materialistische Vorstellung der Gegenwart phantasiert, das kann ja nicht einmal eine oberflächliche abstrakte Vernunft zugeben, wenn sie wirklich sich selber versteht. Wenn wir aber den Vorgang zeitlich betrachten, wenn wir gleichsam den Blick hinlenken auf das Erdenwerden, so müssen wir dennoch sagen: Bevor sichtbarlich der Mensch als Erdenwesen auftrat, sind die Tiere aufgetreten. — Damit der Mensch hat Mensch werden können auf der Erde, dazu war notwendig, daß er zu seiner Verdichtung die geeigneten Erdenverhältnisse angetroffen hat. Nehmen Sie an, der Mensch wäre in der Zeit, die uns als der fünfte Schöpfungstag bezeichnet wird, ein Erdenwesen geworden, wie er es heute ist, das heißt so dicht, daß er als ein Erdenwesen bezeichnet werden kann, was wäre dann geschehen? Wenn damals der Mensch gleichsam schon herabgestiegen wäre in das dichte Erdendasein, dann hätte er nicht die Gestalt und Wesenheit werden können, die er geworden ist, denn die Erdenverhältnisse waren damals noch nicht reif, um dem Menschen diese Gestalt zu geben. Der Mensch mußte im Geistigen warten und mußte die Erdenentwickelung sich selbst überlassen, weil sie ihm noch nicht die Bedingungen geben konnte für das irdische Dasein. Er mußte reif erst werden innerhalb einer geistig-seelischen, einer mehr ätherischen Sphäre. Hätte er nicht gewartet mit seinem Herabstieg auf die Erde, so wäre er eben mit einer tierischen Gestalt umkleidet worden. Deshalb sind die Tiere Tiere geworden, weil das seelischgeistige Wesen, das Gattungsseelenmäßige dieser Tierformen herabgestiegen ist, als die Erde noch nicht reif war, noch nicht die Be“ dingungen hergeben konnte, die für die irdische Menschengestalt notwendig waren. Der Mensch mußte oben im Geistigen warten. Das, was Tier geworden ist, ist in bezug auf das Menschwerden gleichsam zu früh herabgestiegen. Die Erde war in jener Zeit, die uns bezeichnet wird als der fünfte Schöpfungstag, mit Luft und Wasser erfüllt. Der Mensch durfte nicht herabsteigen und sich eine erdenhafte Leiblichkeit darin bilden. Die Tierwesen, die Gattungsseelen der Tiere, die da herabgestiegen sind, die wurden Wesen der Luft, Wesen des Wassers. Während also gewisse Gattungsseelen sich umkleideten mit einem Leibe, der den Bedingungen des Luftkreises, der Wassersubstanz entnommen war, mußte der Mensch warten im Geistigen, um später seine menschliche Gestalt annehmen zu können.

[ 9 ] We must therefore expect that, during the period described in Genesis as the fifth day of creation, a further densification of the human being will take place. The human being remains a supersensible, ethereal being, but a further densification occurs—a densification within the ethereal. Humanity still does not touch the earth; it still belongs, so to speak, to the more spiritual-etheric sphere surrounding the earth. And here we touch upon something that is extraordinarily important to understand for the entire development of the human being in relation to the Earth. When we turn our gaze to the realm closest to the human being—the animal realm—we can ask ourselves the question we have already touched upon more than once: Why, in fact, did these animals become animals, and why did the human being become human? — That human beings first developed out of the animal realm, as the crude materialistic conception of the present day imagines, is something that not even a superficial, abstract reason can admit, if it truly understands itself. But if we consider the process in terms of time, if we turn our gaze, as it were, to the process of becoming earthly, we must nevertheless say: Before human beings visibly appeared as earthly beings, the animals appeared. — For human beings to have been able to become human on Earth, it was necessary that they encounter the appropriate earthly conditions for their densification. Suppose that in the time designated as the fifth day of creation, human beings had become earthly beings as they are today—that is, dense enough to be called earthly beings—what would have happened then? If, at that time, humanity had already descended, so to speak, into dense earthly existence, then it could not have become the form and being that it has become, for the earthly conditions were not yet ripe at that time to give humanity this form. Humanity had to wait in the spiritual realm and had to leave earthly development to its own devices, because it could not yet provide the conditions for earthly existence. It first had to mature within a spiritual-soul, a more ethereal sphere. Had he not waited with his descent to Earth, he would simply have been clothed in an animal form. That is why animals became animals: because the soul-spiritual being, the group-soul aspect of these animal forms, descended when the Earth was not yet ripe, when it could not yet provide the conditions necessary for the earthly human form. Humanity had to wait above in the spiritual realm. That which became animal descended, so to speak, too early in relation to becoming human. The Earth was filled with air and water during that time, which is described to us as the fifth day of creation. Humanity was not permitted to descend and form an earthly physical body within it. The animal beings, the group souls of the animals that descended there, became beings of the air, beings of the water. So while certain group souls clothed themselves in a body derived from the conditions of the air sphere and the substance of water, humanity had to wait in the spiritual realm in order to later assume its human form.

[ 10 ] Die Genesis erzählt den ganzen Hergang ungeheuer geistvoll. Was würde denn geschehen sein, wenn der Mensch zum Beispiel schon am fünften Schöpfungstage in die dichte Materie heruntergestiegen wäre? Dann hätte seiner physischen Menschlichkeit noch nicht diejenige Kraft verliehen werden können, die ihm dadurch geworden ist, daß die Elohim gleichsam zu ihrer Einheit emporgestiegen sind. Wir haben ja von diesem Einswerden der Elohim gesprochen und haben gesagt, daß die Genesis das in wunderbarer Weise darstellt, indem sie vorher von den Elohim spricht und dann von Jahve-Elohim. Wir haben die Wesenheit der Elohim dadurch charakterisiert, daß wir gesagt haben: Sie woben in dem Wärmehaften, das Wärmehafte war ihr Element, gleichsam die Leiblichkeit, durch die sie sich unmittelbar ankündigten. — Als die Elohim am Ende jener Entwickelungsreihe, die uns durch die Genesis dargestellt wird, sich so weiterentwickelten, daß wir von einem Einheitsbewußtsein, von einem Jahve-Elohim sprechen können, da geschah auch eine Veränderung mit der Wesenheit dieser Elohim.

[ 10 ] Genesis recounts the entire process with tremendous spiritual insight. What would have happened, for example, if humankind had descended into dense matter as early as the fifth day of creation? Then the power that was bestowed upon their physical humanity—the power that came about because the Elohim, as it were, ascended to their unity—could not yet have been granted to them. We have, after all, spoken of this unification of the Elohim and have said that Genesis depicts this in a wonderful way by first speaking of the Elohim and then of Yahweh-Elohim. We have characterized the nature of the Elohim by saying: They wove within the warmth; the warmth was their element, as it were the physicality through which they immediately manifested themselves. — When, at the end of that series of developments presented to us in Genesis, the Elohim evolved to the point where we can speak of a unified consciousness, of a Yahweh-Elohim, a change also took place in the nature of these Elohim.

[ 11 ] Und diese Veränderung liegt in der Linie, in welcher auch die Veränderung der übrigen Wesenheiten der Hierarchien liegt. Erinnern Sie sich, daß wir von dem Leib,-sagen wir der Throne, gesprochen haben. Wir sagten, daß er sich am Beginne unserer planetarischen Entwickelung hingeopfert hat zum Wärmeelement des alten Saturn. Wir haben ferner gesagt, daß wir die Leiblichkeit der Throne während der alten Sonne in dem luftartigen Element zu suchen haben, während des alten Mondes in dem Wasser und während unserer Erdenzeit im erdigen oder festen Element. Das war gleichsam das Avancement der Throne, daß sie aufgestiegen sind, indem sie ihre Wesenheit immer mehr und mehr vom wärmehaften Zustand zum erdigen verdichtet haben.

[ 11 ] And this transformation follows the same pattern as the transformation of the other beings of the hierarchies. Recall that we spoke of the body—let us say, of the Thrones. We said that at the beginning of our planetary evolution, it sacrificed itself to become the element of heat of ancient Saturn. We have also said that we must seek the corporeality of the Thrones during the old Sun in the airy element, during the old Moon in the watery element, and during our Earth era in the earthy or solid element. This was, as it were, the advancement of the Thrones, that they ascended by condensing their being more and more from the heat-like state to the earthy one.

[ 12 ] Fragen wir uns jetzt: Wenn die Elohim ein ähnliches Avancement durchmachen, wenn sie gleichsam als Lohn für ihr Schaffen um eine Stufe hinaufsteigen durften, was mußte in dieser Beziehung mit ihnen geschehen? — Dann mußten sie, das liegt ja in der ganzen Gesetzmäßigkeit, vorschreiten zur nächsten Verdichtung. Ganz in derselben Gesetzmäßigkeit, wie die Throne in uralten Zeiten beim Übergang vom alten Saturn zur alten Sonne vom wärmehaften zum luftartigen Element fortgeschritten sind, so dürfen wir erwarten, daß da, wo die Elohim das Einheitsbewußtsein erreichten, sie auch in bezug auf ihre äußere Manifestation, auf ihr äußeres Weben in einer Leiblichkeit vom \Wärmeelement zum Luftelement vorschreiten. Das war aber noch nicht beim fünften Schöpfungstage der Fall, sondern erst am Ende jener Entwickelungslinie, die uns in der Genesis berichtet wird. Hätte der Mensch also schon am fünften Schöpfungstage in das feinere Element der Luft heruntersteigen dürfen, so wäre es ihm ergangen wie den Wesenheiten, die ihre Leiblichkeit in diesem Luftelement gesucht haben. Sie sind die in der Luft lebenden Tiere geworden, weil ihnen nicht die Kraft verliehen werden konnte, die notwendig ist, um den Sinn des Erdenwerdens herbeizuführen, die Kraft von Jahve-Elohim, nach dem Avancement der Elohim zu Jahve-Elohim. Der Mensch mußte also warten. Er durfte die Luft nicht aufnehmen. Als jene Gattungswesen herabstiegen, da mußte er warten, bis aus den Elohim Jahve-Elohim geworden war. Dann erst konnte ihm die Kraft gegeben werden, die Jahve-Elohimkraft. In dem Weben des Jahve-Elohim, in der Luft mußte er sich inkorporisieren, aber er durfte das elementarische Dasein der Luft erst in sich aufnehmen, als er es empfangen konnte von Jahve-Elohim. Wunderbar geistvoll erzählt uns das die Genesis, indem sie sagt: Es reifte der Mensch in einem mehr geistig-ätherischen Dasein heran und suchte die dichte Körperlichkeit erst dann, als die Elohim zu Jahve-Elohim emporgestiegen waren, als JahveElohim die irdische Wesenheit des Menschen bilden konnte, indem er dem Menschen die Luft einhauchte. — Es war der Ausfluß der zu Jahve-Elohim gewordenen Elohim selber, der mit der Luft in den Menschen einströmte.

[ 12 ] Let us now ask ourselves: If the Elohim underwent a similar advancement—if they were allowed to ascend a level, as it were, as a reward for their work—what must have happened to them in this regard? — Then, as is entirely in accordance with the laws of nature, they had to proceed to the next stage of densification. Just as the Thrones, in ancient times, advanced from the warm element to the airy element during the transition from the old Saturn to the old Sun, so may we expect that where the Elohim attained unity consciousness, they would also advance, in terms of their outer manifestation and their outer activity within a physical form, from the warm element to the airy element. But this was not yet the case on the fifth day of creation, but only at the end of that line of development reported to us in Genesis. Had human beings thus been permitted to descend into the finer element of air as early as the fifth day of creation, they would have fared like the beings who sought their physicality in this air element. They became the animals living in the air because they could not be endowed with the power necessary to bring about the meaning of becoming earthly—the power of Yahweh-Elohim, following the advancement of the Elohim to Yahweh-Elohim. Man therefore had to wait. He was not permitted to take in the air. When those generic beings descended, he had to wait until the Elohim had become Yahweh-Elohim. Only then could the power be given to him—the power of Yahweh-Elohim. In the weaving of Yahweh-Elohim, in the air, he had to incorporate himself, but he was not permitted to take in the elemental existence of the air until he could receive it from Yahweh-Elohim. Genesis tells us this in a wonderfully spiritual way, saying: Man matured in a more spiritual-etheric existence and sought dense physicality only when the Elohim had ascended to become Yahweh-Elohim, when Yahweh-Elohim could form the earthly being of man by breathing air into him. — It was the outpouring of the Elohim themselves, who had become Yahweh-Elohim, that flowed into humanity with the air.

[ 13 ] Da haben wir wiederum eine solche Ausführung der Genesis, die so wunderbar sich zusammenschließt mit dem, was uns die Geistesforschung der Gegenwart zeigt, und da haben Sie in der Genesis eine Evolutionslehre gegeben, gegen welche alle so stolzen Evolutionslehren der Gegenwart nichts sind als eine Phantasterei, als Dilettantismus. Denn die Genesis führt uns in das innere Werden hinein, zeigt uns, was da geschehen mußte im Übersinnlichen, bevor der Mensch zum sinnlichen Dasein fortschreiten durfte.

[ 13 ] Here we have yet another interpretation of Genesis that harmonizes so wonderfully with what modern spiritual research reveals to us; and here, in Genesis, you have a theory of evolution against which all the proud evolutionary theories of today are nothing but fantasy and amateurism. For Genesis leads us into the inner process of becoming, showing us what had to happen in the supersensible realm before human beings were permitted to advance to sensory existence.

[ 14 ] So also werden wir sagen dürfen: Der Mensch mußte noch im ätherischen Dasein verbleiben, während die anderen Wesenheiten schon sich physisch verdichteten im Luft- und Wasserkreis. Und weiter dürfen wir sagen: Es geschieht die Verdichtung des Menschen bis zum Ätherleib in derjenigen Zeitepoche, die wir in der Bibel den fünften Schöpfungstag nennen. — Da finden wir also den Menschen noch nicht unter den physischen Erdenwesen. Erst in der Zeit, die wir als den sechsten Schöpfungstag bezeichnen, haben wir den Menschen unter den eigentlichen Erdenwesen zu suchen. Da ist er sozusagen von dem Erdenwerden aufgenommen, und wir können sagen: Das, was wir heute als des Menschen physischen Leib bezeichnen, das entsteht zu jener Zeit, die in der Genesis als der sechste Schöpfungstag bezeichnet ist.

[ 14 ] So we may say: Human beings had to remain in the etheric realm, while the other beings were already becoming physically condensed within the air and water spheres. And we may further say: The condensation of the human being into the etheric body takes place during the epoch that we call the fifth day of creation in the Bible. — So we do not yet find human beings among the physical beings of the Earth. It is only in the period we call the sixth day of creation that we must look for human beings among the actual beings of the Earth. There, so to speak, they are taken up by the process of becoming earthly, and we can say: What we today call the human physical body comes into being at that time, which is referred to in Genesis as the sixth day of creation.

[ 15 ] Jetzt aber müssen wir uns noch etwas klarmachen. Sie würden noch immer fehlgehen, wenn Sie nun glauben würden, daß Sie mit gewöhnlichen Augen den Menschen hätten sehen können, der da am sechsten Schöpfungstage entstanden ist, oder gar mit den Händen angreifen, so daß Sie etwas gespürt hätten. Wenn ein Mensch mit den heutigen Sinnen damals überhaupt möglich gewesen wäre, so hätte er doch den eben entstandenen Erdenmenschen nicht wahrnehmen können. Der Mensch ist heute zu sehr geneigt, materialistisch zu denken. Daher denkt er sich gleich beim sechsten Schöpfungstag: Da war der Mensch ebenso vorhanden, wie er heute ist. — Der Mensch war allerdings schon physisch vorhanden, aber physisch ist ja zum Beispiel auch das Weben der Wärme. Wenn Sie irgendwo in einen Raum hineinkommen und in diesem differenzierte Wärmeströmungen finden, die nicht so dicht sind wie Gas, so müssen Sie das auch schon physisches Dasein nennen, und es gab schon während der Saturnzeit physisches Dasein, wenn auch nur als Wärmesubstanz. Also den Menschen im dichten Fleisch zu suchen am sogenannten sechsten Schöpfungstage, das darf nimmermehr sein. Wir dürfen ihn als Erdenwesen suchen, im Physischen, wir müssen ihn jetzt sogar im Physischen suchen, aber nur in der feinsten physischen Manifestation, als Wärmemensch. Als jenes Ereignis eintrat, das mit dem schönen Worte bezeichnet wird «Die Elohim sprachen: Lasset uns den Menschen machen!», da würde ein Wesen, das empfänglich gewesen wäre, Wärmezustände wahrzunehmen, gewisse Differenzierungen in der Wärmesubstanz gefunden haben. Wenn es hingeschritten wäre über die Erde, die dazumal bedeckt war mit dem Gattungsmäßigen des Pflanzenhaften, des Tierhaften im Luft- und Wasserelement, dann hätte es sich sagen können: Merkwürdige Dinge sind da wahrzunehmen. An gewissen Stellen sind Wärmeeindrücke wahrzunehmen, noch nicht etwa gasförmige Eindrücke, nur reine Wärmeeindrücke. Man findet gewisse Wärmedifferenzierungen im Umkreise der Erde. Da huschen Wärmewesen hin und her. — Der Mensch war eben noch nicht einmal ein gasiges Wesen, nur ein Wärmewesen war er. Denken Sie sich alles Feste weg, das an Ihnen ist, denken Sie sich auch weg alles Flüssige und alles Gasförmige, und stellen Sie sich von diesem Menschen, der Sie heute sind, nur das vor, was in Ihrem Blut als Wärme pulsiert, Ihre Blutswärme denken Sie sich, abstrahieren Sie von allem übrigen, dann haben Sie das, was damals entstand, als die Elohim das schöpferische Wort sprachen: «Lasset uns den Menschen machen!» Und der nächste Verdichtungszustand kommt erst nach den Schöpfungstagen. Das Einströmen dessen, was JahveElohim geben konnte, der Luft, das kommt erst, nachdem dieser sechste Schöpfungstag war.

[ 15 ] But now we must make one more thing clear. You would still be mistaken if you were to believe that you could have seen the human being who came into being on the sixth day of creation with your ordinary eyes, or even touched him with your hands so that you could have felt something. Even if a human being with today’s senses had been possible back then, he still would not have been able to perceive the newly created earthly human being. People today are too inclined to think materialistically. That is why they immediately imagine, regarding the sixth day of creation: “There, the human being existed just as he does today.” — The human being was indeed already physically present, but the weaving of warmth, for example, is also physical. If you enter a room somewhere and find differentiated heat currents within it that are not as dense as gas, you must already call that a physical existence, and physical existence already existed during the Saturn era, even if only as a heat substance. So to seek the human being in dense flesh on the so-called sixth day of creation—that must never be. We must seek them as earthly beings, in the physical realm; indeed, we must now seek them in the physical realm, but only in the finest physical manifestation—as beings of heat. When that event occurred, described by the beautiful words “The Elohim said: Let us make man!”, a being capable of perceiving states of warmth would have found certain differentiations within the warmth substance. Had it walked across the Earth, which at that time was covered with the generic forms of the plant and animal kingdoms in the air and water elements, it could have said to itself: Strange things are to be perceived here. In certain places, thermal impressions can be perceived—not yet gaseous impressions, but purely thermal ones. One finds certain thermal differentiations in the Earth’s surroundings. There, thermal beings flit back and forth. — Man was not even a gaseous being yet; he was merely a thermal being. Imagine everything solid about you gone, imagine everything liquid and gaseous gone as well, and of this human being that you are today, imagine only what pulsates as warmth in your blood—your blood’s warmth—and abstract from everything else; then you have what came into being back then when the Elohim spoke the creative word: “Let us make man!” And the next state of condensation comes only after the days of creation. The influx of what Yahweh-Elohim could give—the air—comes only after this sixth day of creation.

[ 16 ] Die Menschen werden nicht eher ihren eigenen Ursprung verstehen, als bis sie sich entschließen werden, ihre Herkunft so vorzustellen, daß ursprünglich im Erdenwerden ein Geistig-Seelisches vorhanden war, dann ein Astralisches, dann ein Ätherisches, daß dann von den physischen Zuständen zuerst der Wärmezustand vorhanden war und dann erst der Luftzustand. Und selbst für den Moment, wo uns nach den sechs Schöpfungstagen erzählt wird «Und Jahve-Elohim hauchte dem Menschen ein den lebendigen Odem», solange sich die Menschen nicht entschließen, sich selbst für diesen Moment physisch einen Wärme- und Luftmenschen vorzustellen, solange sie glauben, daß da schon etwas vom Fleischmenschen vorhanden war, so lange werden die Menschen ihren eigenen Ursprung nicht verstehen. Aus dem Feineren entsteht das Gröbere, nicht aus dem Gröberen das Feinere. Es ist ja für ein heutiges Bewußtsein sehr fremd, so zu denken, aber es ist die Wahrheit.

[ 16 ] People will not understand their own origins until they resolve to conceive of their origins in such a way that, in the process of the Earth’s formation, a spiritual-soul aspect was present first, then an astral aspect, then an etheric aspect; and that, among the physical states, the state of heat existed first, and only then the state of air. And even regarding the moment when, after the six days of creation, we are told, “And Yahweh-Elohim breathed into the man the breath of life”—as long as people do not resolve to imagine themselves physically as beings of warmth and air at that moment, as long as they believe that something of the physical human being was already present there—as long as that is the case, people will not understand their own origin. The coarser arises from the finer, not the finer from the coarser. It is indeed very foreign to today’s consciousness to think this way, but it is the truth.

[ 17 ] Wenn wir das ins Auge fassen, dann wird es uns auch begreiflich erscheinen, warum in so vielen Schöpfungsberichten davon die Rede ist, daß das Werden des Menschen als ein Herabsteigen aus dem Umkreise der Erde aufzufassen ist. Und wenn uns die Bibel selber, nachdem sie uns von den Schöpfungstagen gesprochen hat, von dem sogenannten Paradiese spricht, so müssen wir auch da etwas Tieferes dahinter suchen, und wir werden nur das Richtige finden, wenn wir uns geisteswissenschaftlich darüber verständigen. Es ist für den, der die Dinge kennt, wirklich recht eigentümlich, wenn unter den Bibelexegeten herumgestritten wird, ob an diesem oder jenem Orte der Erde das Paradies gelegen hat, von dem die Menschen dann ausgewandert sind. Nur zu deutlich ist in manchem Schöpfungsbericht, auch in der Bibel selber, enthalten, daß das Paradies überhaupt nicht auf dem Erdboden als solchem vorhanden war, daß es vielmehr erhaben über dem Erdboden, sozusagen in Wolkenhöhen war, und daß der Mensch, als er im Paradiese lebte, noch ein wärmehaft-gasiges Wesen war. Zweibeinig ist der Mensch wahrhaft damals noch nicht auf dem Erdboden herumgeschritten, das ist materialistische Phantastik. Wir haben uns also vorzustellen, daß der Mensch auch noch nach Ablauf der Schöpfungstage, wie sie gewöhnlich genannt werden, ein Wesen ist, das nicht dem Erdboden, sondern dem Erdenumkreise angehört.

[ 17 ] If we consider this, it will become clear to us why so many creation accounts speak of the origin of humankind as a descent from the orbit of the Earth. And when the Bible itself, after speaking to us of the days of creation, speaks of the so-called Paradise, we must also seek something deeper behind this, and we will find the truth only if we understand it from a spiritual-scientific perspective. It is truly quite peculiar to those who know these things when Bible exegetes argue back and forth about whether Paradise, from which humanity then migrated, was located at this or that place on Earth. It is only too clear in many creation accounts, including in the Bible itself, that Paradise did not exist on the earth’s surface as such, but rather was elevated above the earth, so to speak, in the heights of the clouds, and that when human beings lived in Paradise, they were still warm, gaseous beings. Man certainly did not yet walk around on two legs on the earth at that time; that is materialistic fantasy. We must therefore imagine that even after the so-called “days of creation” had passed, man was still a being that belonged not to the earth but to the sphere surrounding it.

[ 18 ] Wie ist nun der Mensch sozusagen aus dem Umkreise auf den Erdboden herabgelangt, wie ist die weitere Verdichtung geschehen von jenem Zustand, in den ihn Jahve-Elohim versetzt hat? Da kommen wir nun zu dem, was Sie ziemlich genau dargestellt finden in meiner «Geheimwissenschaft», da kommen wir zu dem, was wir den luziferischen Einfluß nennen. Wenn wir genauer charakterisieren wollen, was mit diesem luziferischen Einfluß gemeint ist, so müssen wir uns vorstellen, daß sich Wesenheiten, eben jene Wesen, die man als die luziferischen bezeichnet, gleichsam in den menschlichen Astralleib hineingossen, so daß der Mensch, wie er gebildet worden ist durch alle die Kräfte, die wir bisher geschildert haben im Erdenwerden, nachher in sich aufgenommen hat den luziferischen Einfluß. Wir werden diesen Einfluß verstehen, wenn wir sagen: Des Menschen Begierdeleben, des Menschen Wunschleben, alles, was überhaupt im Astralleib verankert ist, das wurde durchsetzt von dem luziferischen Element, wurde dadurch, wenn ich mich so ausdrücken darf, vehementer, leidenschaftlicher, dringlicher an Begierdenhaftigkeit gemacht, wurde in sich geschlossener gemacht. Kurz, das, was wit heute mit dem Ausdrucke Egoismus bezeichnen, dieses innerlich in sich Abgeschlossen-sein-Wollen, dieses Darauf-Schauen, daß man womöglich innerlich behaglich sich fühlt, das drang mit dem luziferischen Element in den Menschen ein. Alles Gute und Schlimme, was unter diesem von innerlichem Behagen Durchsetztsein verstanden werden kann, drang mit dem luziferischen Einfluß in den Menschen ein. Ein fremder Einfluß war es also zunächst. Aus dem Astralleib, wie er vorher war in der Zeit, wo er geformt worden ist von den Strömungen, die da aus der Sternenwelt hereinströmten, aus der Form, die da der Astralleib angenommen hat, wurde jetzt ein anderer Astralleib, ein solcher, der von dem luziferischen Einfluß durchdrungen war. Die Folge davon war, daß der Luftwärmeleib des Menschen zusammengezogen wurde, weiter zusammengedichtet wurde. Da entstand erst das, was man den Fleischesmenschen nennt, da entstand erst die weitere Verdichtung des Menschen. So daß wir sagen können: Das Vor-Luziferische des Menschen ist in dem elementarischen Dasein von Wärme und Luft enthalten, und in das Flüssige und in das Feste des Menschen hat sich hineingeschlichen der luziferische Einfluß. — Da ist er hineingedrungen, da lebt er drinnen. In allem, was fest, was flüssig ist, lebt der luziferische Einfluß. Und es ist gar nicht eigentlich bildlich gesprochen, sondern bezeichnet ziemlich klar, ziemlich richtig den Tatbestand, wenn ich sage: Durch diese durch den luziferischen Einfluß bewirkte Zusammenpressung des Menschenleibes wurde der Mensch schwerer und sank herunter aus dem Umkreise auf den Erdboden. — Das war der Austritt aus dem Paradiese, wie er bildlich dargestellt wird. Der Mensch bekam erst sozusagen die Schwere, die Gravitationskraft, um aus dem Umkreise der Erde auf den Erdboden herabzusinken, Das ist das Herabsteigen des Menschen auf den physischen Erdboden, das ist das, was den Menschen heruntergebracht hat bis zur Erde, während er vorher in ihrem Umkreise gewohnt hat. Wir müssen also diesen luziferischen Einfluß unter die wahrhaftigen Bildekräfte des Menschen zählen.

[ 18 ] How, then, did human beings, so to speak, descend from the celestial spheres to the earth, and how did the further densification take place from that state into which Yahweh-Elohim had placed them? Here we come to what you will find described quite precisely in my *The Secret Science*; here we come to what we call the Luciferic influence. If we wish to characterize more precisely what is meant by this Luciferic influence, we must imagine that beings—precisely those beings referred to as Luciferic—poured themselves, as it were, into the human astral body, so that the human being, having been formed by all the forces we have described thus far in the process of becoming earthly, subsequently absorbed the Luciferic influence within himself. We will understand this influence when we say: the human life of desire, the human life of longing, everything that is anchored in the astral body at all, was permeated by the Luciferic element; it was thereby, if I may put it this way, made more vehement, more passionate, more urgent in its desire-laden nature, and made more self-contained. In short, what we today describe with the term egoism—this inner desire to be self-contained, this focus on ensuring that one feels as comfortable as possible within oneself—this penetrated into human beings along with the Luciferic element. Everything good and bad that can be understood as being permeated by this inner sense of comfort entered into human beings with the Luciferic influence. It was, therefore, initially a foreign influence. From the astral body as it had been in the time when it was formed by the currents flowing in from the starry world—from the form the astral body had assumed—there now emerged a different astral body, one permeated by the Luciferic influence. The consequence of this was that the human air-heat body was contracted, further condensed. It was only then that what is called the physical human being came into being; it was only then that the further condensation of the human being took place. So that we can say: The pre-Luciferic aspect of the human being is contained in the elemental existence of warmth and air, and the Luciferic influence has crept into the liquid and solid aspects of the human being. — It has penetrated there; it lives within. In everything that is solid, in everything that is liquid, the Luciferic influence lives. And it is not really a figure of speech at all, but describes the facts quite clearly and quite accurately when I say: Through this compression of the human body brought about by the Luciferic influence, the human being became heavier and sank down from the orbits to the earth’s surface. — That was the expulsion from Paradise, as it is depicted figuratively. It was only then, so to speak, that the human being acquired the heaviness, the gravitational force, to sink down from the orbit of the Earth to the ground. This is the descent of the human being to the physical ground; this is what brought the human being down to the Earth, whereas previously he had dwelt in its orbit. We must therefore count this Luciferic influence among the true formative forces of the human being.

[ 19 ] Deshalb tritt uns auch ein merkwürdiger Parallelismus entgegen zwischen den Schilderungen des rein geisteswissenschaftlich Forschenden und denen der Bibel. Sehen Sie doch einmal, wie in meiner «Geheimwissenschaft» alles ferngehalten ist, was leicht hätte entstehen können, wenn man irgend etwas von den Schilderungen der Genesis selber herangezogen hätte. Ich möchte sagen: Davor habe ich mich wohl gehütet bei der Darstellung meiner «Geheimwissenschaft». — Ich habe nur die geisteswissenschaftlichen Forschungen zu Rate gezogen. Da kommt dann an einer bestimmten Stelle, von ganz anderer Seite her geschildert, der Iuziferische Einfluß heraus. Wenn man ihn aber gefunden hat, dann trifft man damit in der geisteswissenschaftlichen Schilderung genau jene Zeitepoche, die uns in der Bibel geschildert wird als die sogenannte Verführung des Menschen durch die Schlange, durch Luzifer. Wir finden dann diesen Parallelismus nachträglich heraus. So wahr die Schwere und Elektrizität und der Magnetismus Kräfte sind, die heute in gröberem Stile teilnehmen an der Erdenbildung, so wahr ist das, was wir luziferischen Einfluß nennen, eine Kraft, ohne welche das Erdenwerden nicht hätte vor sich gehen können. Und wir müssen unter die die Erde konstituierenden Kräfte diesen luziferischen Einfluß hinzuzählen. Namentlich morgenländische Schöpfungsberichte verlegen daher das Paradies auch — nicht so fein, wie es in der Bibel geschieht — in den Umkreis der Erde, nicht auf den Erdboden selbst, und sie fassen die Vertreibung aus dem Paradiese als ein Herabsteigen aus dem Erdenumkreis auf die Erdenoberfläche auf. So also stellt sich uns auch auf diesem Gebiete, wenn wir nur die Worte zu verstehen wissen, die volle Kongruenz heraus zwischen der geisteswissenschaftlichen Forschung und der Bibel.

[ 19 ] That is why we encounter a curious parallelism between the descriptions of the researcher working purely within the humanities and those found in the Bible. Just look at how, in my *Secret Science*, I have deliberately excluded everything that could easily have arisen had I drawn upon the descriptions in Genesis itself. I would like to say: I took great care to avoid that in the presentation of my *Secret Science*. — I consulted only spiritual scientific research. Then, at a certain point, described from a completely different perspective, the Luciferic influence emerges. But once one has found it, one encounters in the spiritual scientific description precisely that epoch which is described to us in the Bible as the so-called temptation of humanity by the serpent, by Lucifer. We then discover this parallelism in retrospect. Just as gravity, electricity, and magnetism are forces that today participate in the formation of the Earth in a more gross manner, so too is what we call the Luciferic influence a force without which the becoming of the Earth could not have taken place. And we must include this Luciferic influence among the forces constituting the Earth. Oriental creation accounts, in particular, therefore place Paradise—not as subtly as in the Bible—within the sphere of the Earth, not on the Earth’s surface itself, and they interpret the expulsion from Paradise as a descent from the Earth’s sphere to the Earth’s surface. Thus, in this realm as well, if we only know how to understand the words, the full congruence between spiritual scientific research and the Bible becomes apparent.

[ 20 ] Aber betrachten wir jetzt noch ein anderes Moment. Wir haben ja hervorgehoben, daß der Geistesforscher es nicht so leicht hat wie jene Wissenschaft, die so ziemlich nach dem Grundsatz vorgeht, in der Nacht sind alle Kühe grau, und die die verschiedensten Vorgänge auf dieselbe Ursache zurückführt. Der seelische Forscher muß da, wo sich Wolken bilden, ganz etwas anderes sehen als da, wo sich auf dem Erdboden Wasser bildet. Wir haben gesprochen von den Cherubimen als den dirigierenden Mächten bei der Wolkenbildung, und wir haben gesprochen von den Seraphimen als den dirigierenden Mächten bei dem, was als das Blitzesfeuer aus der Wolke herausquillt. Wenn Sie sich nun vorstellen, daß die Vertreibung aus dem Paradiese in Wahrheit zurückführt auf ein Herabsteigen aus dem Umkreise, dann haben Sie fast bis zur Wörtlichkeit geschildert, wie der Mensch durch seine eigene Schwere herabfällt aus dem Umkreise der Erde und zurücklassen muß die Kräfte und Wesenheiten, die die Wolken und den Blitz bilden, die Cherubime mit dem blitzenden Schwert. Der Mensch fällt gleichsam herab aus dem Erdenumkreise, aus jenem Gebiete, wo die Cherubime walten mit den feurigen Blitzesschwertern. Da haben Sie bis zur Wörtlichkeit das wiedergegeben durch die Geisteswissenschaft, was uns bei der Vertreibung aus dem Paradies dargestellt wird, wenn gesagt wird: Die Gottheit stellte hin vor das Paradies die Cherubime mit der Flamme des wirbelnden Schwertes. — Wenn Sie das ins Auge fassen, dann können Sie es fast, man möchte sagen, mit Händen greifen, wie jene alten Seher, welche uns die Genesis geschenkt haben, mit voller Seherkraft hineinschauten in die geheimnisvollen Vorgänge in diesem Weben und Wesen des Menschen in Ätherhöhen, bevor er herabgefallen war aus jenen Regionen, wo die Seraphime und Cherubime walten. Mit einer solchen Realistik schildert die Bibel, die nicht etwa bloße Vergleiche darstellen will oder bloß grobsinnliche Bilder, sondern die uns berichten will, was sich dem hellseherischen Bewußtsein ergibt.

[ 20 ] But let us now consider another aspect. We have emphasized that the spiritual researcher does not have it as easy as those sciences that proceed more or less according to the principle that “all cows are gray at night” and that attribute the most diverse phenomena to the same cause. The spiritual researcher must see something entirely different where clouds form than where water forms on the ground. We have spoken of the Cherubim as the directing powers in the formation of clouds, and we have spoken of the Seraphim as the directing powers in what bursts forth from the cloud as lightning. If you now imagine that the expulsion from Paradise in truth leads back to a descent from the orbit, then you have described almost literally how the human being, through his own heaviness, falls from the Earth’s orbit and must leave behind the forces and beings that form the clouds and the lightning—the Cherubim with the flashing sword. Humanity falls, as it were, from the Earth’s orbit, from that realm where the cherubim reign with their fiery swords of lightning. There, through spiritual science, you have rendered—almost literally—what is depicted to us in the expulsion from Paradise when it is said: The Deity placed before Paradise the cherubim with the flame of the whirling sword. — If you take this to heart, then you can almost, one might say, grasp it with your hands, just as those ancient seers who gave us Genesis looked into the mysterious processes of this weaving and being of the human being in the etheric heights with full clairvoyant power, before he had fallen from those regions where the Seraphim and Cherubim reign. It is with such realism that the Bible describes these things, not merely to present comparisons or crude sensory images, but to tell us what is revealed to the clairvoyant consciousness.

[ 21 ] Die Menschen von heute kennen nur schlecht die Vorstellungen alter Zeiten. Heute kritisiert man so viel an der Bibel herum, als ob sie so naiv wäre, daß sie uns erzählte: Das, was einst das Paradies war, das war ein großer Garten, schön hübsch mit Bäumen besetzt, Löwen und Tiger gingen darin herum, mitten drinnen die Menschen. — Nun ja, dann ist es leicht, Kritik zu üben, und ein frivoler Kritiker brachte es dahin, darauf aufmerksam zu machen: Wenn das wirklich so gewesen wäre, wie wäre es dem Menschen ergangen, wenn er in seiner Naivität einmal die Hand einem solchen Löwen hingereicht hätte? — Man kann leicht kritisieren, wenn man sich zuerst ein phantastisches Bild zurechtmacht, das in der Genesis gar nicht gemeint ist. Solche Anschauungen, die entstanden nämlich erst in den letzten Jahrhunderten. Die Menschen wissen nicht viel von den Vorstellungen früherer Jahrhunderte. Die Scholastiker des zwölften Jahrhunderts würden ein sonderbares Gesicht machen, wenn sie heute wiederkämen und hören könnten, was sie selbst über die Bibel gesagt haben sollen. Keinem der Scholastiker ist es eingefallen, solche Vorstellungen über den Bibelbericht zu haben, wie man sie heute hat. Das könnten die Menschen heute wissen, wenn sie wirklich lernen wollten. Man brauchte nur die Schriften der Scholastiker wirklich zu studieren, dann würde man schon sehen, wie da deutlich ausgesprochen ist, daß es sich um etwas anderes handelt. Wenn auch das Bewußtsein davon, daß man es im Bibelbericht mit einer Wiedergabe hellseherischer Forschung zu tun hat, schon in gewisser Weise geschwunden war, so war doch noch etwas ganz anderes vorhanden als das, was vom sechzehnten, siebzehnten Jahrhundert an als eine grobsinnliche Exegese Platz gegriffen hat. So etwas zu behaupten, wäre niemandem in den ersten Jahrhunderten des Mittelalters eingefallen. Heute ist es leicht, die Bibel zu kritisieren. Man darf nur nicht wissen, daß die Vorstellungen, die man heute bekämpft, erst vor ein paar Jahrhunderten entstanden sind. Und diejenigen, die heute am meisten gegen die Bibel streiten, die bekämpfen ein phantastisches Produkt von Menschenvorstellungen und nicht die Bibel. Es ist ein Kämpfen gegen etwas, was es gar nicht gibt, was erst zusammenphantasiert worden ist. Demgegenüber hat Geisteswissenschaft die Aufgabe, durch das Verkünden geisteswissenschaftlicher Resultate auf den wahren Sinn der Bibel wieder hinzudeuten und dadurch jene großen Eindrücke zu ermöglichen, die unsere Seele überkommen müssen, wenn wir verstehen lernen, was in so monumentaler Prägung aus alten Zeiten zu uns herübertönt.

[ 21 ] People today have little understanding of the ideas of ancient times. Today, people criticize the Bible so much, as if it were so naive as to tell us: “What was once paradise was a large garden, beautifully filled with trees, with lions and tigers roaming about, and humans right in the middle of it.” — Well, then it’s easy to criticize, and one frivolous critic went so far as to point out: If that had really been the case, what would have become of man if, in his naivety, he had ever reached out his hand to such a lion? — It’s easy to criticize when one first conjures up a fantastical image that Genesis never intended. Such views, in fact, only emerged in the last few centuries. People do not know much about the ideas of earlier centuries. The scholastics of the twelfth century would look quite astonished if they were to return today and hear what they themselves are said to have said about the Bible. It never occurred to any of the Scholastics to hold such views about the biblical account as people do today. People today could know this if they were truly willing to learn. One need only truly study the writings of the Scholastics; then one would see how clearly it is stated there that something else is at stake. Even if the awareness that the biblical account is a rendering of clairvoyant research had already faded to some extent, there was still something quite different from what took hold from the sixteenth and seventeenth centuries onward as a grossly materialistic exegesis. No one in the early centuries of the Middle Ages would have thought of making such a claim. Today it is easy to criticize the Bible. One simply must not know that the ideas one fights against today only arose a few centuries ago. And those who argue most vehemently against the Bible today are fighting a fantastical product of human imagination and not the Bible itself. It is a struggle against something that does not even exist, something that has merely been conjured up. In contrast, spiritual science has the task of pointing back to the true meaning of the Bible by proclaiming the results of spiritual scientific research, thereby making possible those profound impressions that must overwhelm our soul when we learn to understand what resounds to us from ancient times in such a monumental form.