Secrets of the Biblical Creation Story
GA 122
26 August 1910, Munich
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Secrets of the Biblical Creation Story, tr. SOL
Elfter Vortrag
Eleventh Lecture
[ 1 ] Aus allem, was in den letzten Tagen und insbesondere gestern noch gesagt worden ist, werden Sie entnehmen können, in welchen Zeitenraum ungefähr unserer geisteswissenschaftlichen Beschreibung wir den Bericht der Genesis hineinzuversetzen haben. Wir haben ja schon darauf hingewiesen, daß da, wo sozusagen die ersten monumentalen Worte der Bibel einschlagen, jener Moment gemeint ist, welcher von uns geisteswissenschaftlich etwa mit den Worten angedeutet wird: Die noch gemeinsame Erden-Sonnen-Substanz schickt sich an, in eine Trennung einzutreten. Dann erfolgt diese Trennung, und während der Trennungsvorgänge spielt sich das ab, was uns die Genesis zunächst schildert. Alles das ist mit dieser Genesisschilderung gemeint, was da erfolgt bis hinein in die lemurischen Zeiten, bis zur Mondentrennung. Und was dann nach vollzogener Mondentrennung von uns geisteswissenschaftlich geschildert wird als der Verlauf der lemurischen Zeiten, als das Anbrechen der atlantischen Zeiten, das haben wir in der Schilderung zu suchen, die da folgt auf die Schöpfungstage. Das haben wir gestern schon angedeutet. Wir haben auch darauf hingedeutet, welch tiefer Sinn darin liegt, wenn gesagt wird, daß der Mensch in seine Leiblichkeit Erden-Monden-Staub eingeprägt erhielt. Das war also zu derselben Zeit, wo jener Aufstieg im Kosmos erfolgt war, den wir als ein kosmisches Avancement der Elohim zu Jahve-Elohim bezeichnet haben. Dieses Aufsteigen mußten wir etwa zusammenfallend denken mit dem Beginne der Wirksamkeit des Mondes von außen. Da müssen wir uns nur die Wirksamkeit des Mondes, das heißt jener Wesenheit, die verbunden war mit dem Vorgang der Mondentrennung, mit der Wirksamkeit des Mondes von außen, eben in der Gesamtheit der Elohim denken, das, was wir Jahve-Elohim nennen. So daß wir sagen könnten: Das Wirken des Mondes auf die Erde in ihrem ersten Stadium korrespondiert mit alledem, was wir nennen können das Einprägen des Erden-Monden-Stoffs in den Menschenleib. — Dem bis dahin bloß wärmehaften Menschenleibe wird verliehen, was gewöhnlich übersetzt wird mit den Worten: Jahve-Elohim hauchte dem Menschen den göttlichen Hauch ein und der Mensch wurde eine lebende Seele, ein lebendes Wesen, besser gesagt.
[ 1 ] From everything that has been said in recent days, and especially yesterday, you will be able to deduce the approximate time period within our spiritual-scientific description into which we must place the account of Genesis. We have already pointed out that the moment marked by what might be called the first monumental words of the Bible is the very moment we describe in spiritual-scientific terms with the words: The substance still shared by Earth and Sun is preparing to undergo a separation. Then this separation takes place, and during the separation process, what Genesis initially describes to us unfolds. All that is meant by this Genesis account is what occurs up to the Lemurian epoch, up to the separation of the Moon. And what is then described by us in spiritual science after the separation of the Moon has taken place—as the course of the Lemurian epoch, as the dawn of the Atlantean epoch—we must seek in the account that follows the days of creation. We already hinted at this yesterday. We also pointed out the profound meaning behind the statement that human beings had Earth-Moon-dust imprinted into their physical bodies. This occurred at the very same time as that ascent in the cosmos which we have described as a cosmic advancement of the Elohim to the Jahve-Elohim. We had to conceive of this ascent as coinciding, so to speak, with the beginning of the moon’s influence from without. Here we must simply conceive of the moon’s influence—that is, of that entity connected with the process of the moon’s separation—with the moon’s influence from without, precisely within the totality of the Elohim, that which we call Yahweh-Elohim. So that we could say: The moon’s influence on the Earth in its first stage corresponds to all that we can call the imprinting of the Earth-Moon substance into the human body. — The human body, which until then was merely a warm vessel, is endowed with what is usually translated as: Yahweh-Elohim breathed the divine breath into man, and man became a living soul, a living being, or rather,
[ 2 ] Dabei dürfen wir nicht außer acht lassen, wiederum auf das ungeheuer Treffende, Große und Gewaltige in den biblischen Ausdrücken hinzuweisen. Ich habe Sie darauf aufmerksam machen können, daß das eigentliche Erden-Menschwerden darauf beruht, daß der Mensch in seiner Geistigkeit hat warten dürfen innerhalb des geistigen Zustandes, bis die geeigneten Bedingungen im Erdenwerden selber vorhanden waren, so daß er durch die späte Annahme seiner Leiblichkeit ein reifes Wesen hat werden können. Hätte er früher von seiner Geistigkeit zur Leiblichkeit heruntersteigen müssen, etwa während jener Vorgänge, die mit dem sogenannten fünften Schöpfungstage gemeint sind, dann hätte er nur ein Wesen werden können, das physisch gleichartig mit jenen Wesenheiten wäre, die uns als in den Luft- und Wassersphären lebend geschildert werden. Wie stellt sich also eigentlich dieses Wesenhafte des Menschen in der Genesis dar? Ja, das ist ganz wunderbar großartig, und die Ausdrücke sind da so treffend gewählt, daß der moderne Mensch viel lernen könnte eben in bezug auf die richtige und treffende Wahl der Ausdrücke. Da wird uns gesagt, daß jene Wesenheiten, also die Gattungsseelen, die am fünften Schöpfungstage sich in die Materie der Erde hineinversenkten, lebende Wesen wurden, das, was wir eben heute lebende Wesen nennen. Der Mensch stieg dazumal noch nicht herunter. Jene Gattungsseelen, die noch oben gleichsam im großen Reservoir des Geistigen waren, die stiegen erst später herunter. Und auch während des sechsten Schöpfungstages stiegen zuerst die dem Menschen nächststehenden Tierwesen, die eigentlichen Erdentiere herunter. Also auch während der ersten Zeit des sogenannten sechsten Schöpfungstages durfte der Mensch nicht heruntersteigen in die dichte Materie, denn wenn er da schon die Kräfte des Erdenwerdens sich eingeprägt hätte, dann wäre er physisch ein Wesen geworden wie die Erdentiere. Zuerst stiegen herunter die Gattungsseelen der höheren Erdentiere, die nun den Erdboden im Gegensatz zur Luft und zum Wasser bevölkerten. Dann erst traten allmählich solche Bedingungen ein, daß sich die Anlagen zu dem späteren Menschen bilden konnten.
[ 2 ] In doing so, we must not fail to point out once again the tremendous accuracy, grandeur, and power of the biblical expressions. I have been able to draw your attention to the fact that the actual Incarnation on Earth is based on the fact that man, in his spiritual nature, was permitted to wait within the spiritual state until the appropriate conditions were present in the process of becoming earthly itself, so that through the late assumption of his physicality he could become a mature being. Had he had to descend from his spiritual nature to physicality earlier, for instance during those events referred to as the so-called fifth day of creation, then he could only have become a being physically similar to those entities described to us as living in the air and water spheres. So how is this essential nature of the human being actually presented in Genesis? Indeed, it is wonderfully magnificent, and the expressions are so aptly chosen there that modern man could learn much precisely regarding the correct and apt choice of expressions. We are told there that those beings—that is, the group souls—who plunged into the matter of the Earth on the fifth day of creation became living beings, what we today call living beings. Humanity had not yet descended at that time. Those group souls, who were still up above, as it were, in the great reservoir of the spiritual, descended only later. And even during the sixth day of creation, the animal beings closest to human beings—the actual terrestrial animals—descended first. Thus, even during the early phase of the so-called sixth day of creation, human beings were not permitted to descend into dense matter; for if they had already imprinted upon themselves the forces of becoming earthly there, they would have become physical beings like the terrestrial animals. First to descend were the group souls of the higher terrestrial animals, which now populated the earth’s surface in contrast to the air and water. Only then did conditions gradually arise that allowed the predispositions for the later human being to form.
[ 3 ] Wie vollzog sich das? Das wird uns monumental angedeutet, wenn gesagt wird, daß sich die Wesenheiten der Elohim anschickten, nach jenem Bilde, das ich Ihnen geschildert habe, den Erdenmenschen zu gestalten, ihre Tätigkeiten zusammenfließen zu lassen. Wir müssen also sagen: Zuerst entstand dieser Erdenmensch dadurch, daß die Elohim mit ihren verschieden auf sie verteilten Fähigkeiten zusammenwirkten wie eine Gruppe von Wesenheiten, die ein gemeinsames Ziel haben. — Der Mensch war also zunächst das gemeinsame Ziel der Gruppe der Elohim.
[ 3 ] How did this come about? This is powerfully implied when it is said that the beings of the Elohim set out to shape the earthly human being according to the image I have described to you, allowing their activities to converge. We must therefore say: First, this human being came into being through the Elohim, with their variously distributed abilities, working together as a group of beings with a common goal. — Thus, human beings were initially the common goal of the group of Elohim.
[ 4 ] Nun müssen wir uns eine genauere Vorstellung davon machen, wie am sogenannten sechsten Schöpfungstage eigentlich der Mensch entstand. Er war ja damals noch nicht so, wie er heute vor uns steht. Die physische Leiblichkeit, in der uns heute der Mensch entgegentritt, die entstand ja erst später, als die Einhauchung des von Jahve-Elohim geprägten lebendigen Odems stattfand. Bevor der Erdenstaub der Leiblichkeit eingeprägt wurde, fand jener Vorgang statt, der geschildert wird. als das Schaffen des Menschen durch die Elohim. Wie war also der Mensch, den die Elohim noch während der sogenannten lemurischen Zeit ins Dasein versetzten?
[ 4 ] Now we must form a clearer picture of how humanity actually came into being on what is known as the sixth day of creation. After all, humanity was not yet as it appears to us today. The physical form in which humanity appears to us today did not come into being until later, when the breath of life—imprinted by Yahweh-Elohim—was breathed into it. Before the dust of the earth was imbued with physicality, the process described as the creation of humankind by the Elohim took place. What, then, was the nature of the human being whom the Elohim brought into existence during the so-called Lemurian era?
[ 5 ] Erinnern Sie sich daran, was ich oftmals gesagt habe über den Charakter und die Natur des heutigen Menschen. Das, was wir den heutigen Menschen nennen, ist in einer gewissen Weise nur in bezug auf die höheren Glieder bei allen Menschen gleich. Wir haben aber den Menschen in bezug auf die Geschlechter so zu unterscheiden, daß das, was uns heute in der physischen Ausgestaltung als Mann entgegentritt, in seinem Ätherleibe weiblich ist, und ebenso ist das, was uns im Physischen weiblich entgegentritt, im Ätherleibe männlich. So ist heute das Menschentum verteilt. Das, was nach außen hin männlich erscheint, ist nach innen weiblich, und das, was nach außen weiblich erscheint, ist nach innen männlich. Wodurch vollzog sich das? Das vollzog sich dadurch, daß erst in verhältnismäßig später Zeit nach den eigentlichen Schöpfungstagen eine Differenzierung der Leiblichkeit des Menschen eintrat. In jenen Menschen, die als das gemeinsame Ziel der Elohim entstanden am sechsten Schöpfungstage, war diese Differenzierung, die Trennung in Mann und Frau, noch nicht vorhanden. Da hatten die Menschen noch eine gemeinsame Leiblichkeit. Wir stellen sie uns am deutlichsten so vor, soweit das in einem Bilde überhaupt möglich ist, daß wir sagen: Es war eben die physische Leiblichkeit noch mehr ätherisch, dafür die ätherische Leiblichkeit etwas dichter als heute. — Also das, was heute dichte, physische Leiblichkeit ist, war damals, als die Elohim es bildeten, noch nicht so dicht wie heute, und die ätherische Leiblichkeit war dichter als heute. Eine Differenzierung, ein Dichterwerden nach dem Physischen hin trat später ein unter dem Einfluß von Jahve-Elohim. Sie werden schon ahnen können, daß wir das Menschenwerk der Elohim gar nicht im Sinne von heute als männlich und weiblich ansprechen dürfen, sondern daß es männlich und weiblich zugleich war, undifferenziert, ununterschieden. Jener Mensch also, der da entstand in dem Sinne, wie die Bibel es durch die Elohim ausspricht: «Lasset uns den Menschen machen!», der war noch nicht differenziert, sondern männlich und weiblich zugleich, und es entstand durch diese Schöpfung der Elohim der Mensch männlich-weiblich. Das ist die Bedeutung, die ursprüngliche Bedeutung dessen, was so grotesk in den modernen Bibeln übersetzt ist: «Und die Elohim schufen den Menschen, ein Männlein und ein Fräulein.» Dieses «Männlein und Fräulein» ist wohl die unorganischste Übersetzung in der Bibel. Da haben wir es nicht mit einem Männlein und Fräulein im Sinne der heutigen Zeit zu tun, sondern mit dem undifferenzierten Menschen, mit dem männlich-weiblichen Menschen.
[ 5 ] Remember what I have often said about the character and nature of modern human beings. What we call “modern human beings” is, in a certain sense, the same for all people only in regard to the higher aspects. However, we must distinguish between the sexes in such a way that what appears to us today in physical form as a man is feminine in its etheric body, and likewise, what appears to us physically as a woman is masculine in its etheric body. This is how humanity is distributed today. That which appears masculine on the outside is feminine on the inside, and that which appears feminine on the outside is masculine on the inside. How did this come about? It came about because a differentiation in human physicality did not occur until a relatively late time after the actual days of creation. In those human beings who came into being as the common goal of the Elohim on the sixth day of creation, this differentiation—the separation into man and woman—did not yet exist. At that time, human beings still shared a common physicality. We can picture them most clearly—as far as this is at all possible in an image—by saying: The physical body was still more ethereal, while the ethereal body was somewhat denser than today. —So what is today a dense, physical body was not yet as dense as it is today when the Elohim formed it, and the ethereal body was denser than it is today. A differentiation, a becoming denser in the direction of the physical, occurred later under the influence of Yahweh-Elohim. You can already surmise that we must not speak of the Elohim’s human creation in the modern sense as male and female, but that it was male and female at the same time, undifferentiated, indistinguishable. That human being, then, who came into being in the sense that the Bible expresses through the Elohim: “Let us make man!”—was not yet differentiated, but male and female at the same time, and through this creation of the Elohim, the male-female human being came into being. That is the meaning, the original meaning of what is so grotesquely translated in modern Bibles: “And the Elohim created man, a little man and a little woman.” This “little man and little woman” is surely the most inorganic translation in the Bible. We are not dealing here with a little man and a little woman in the modern sense, but with the undifferentiated human being, with the male-female human being.
[ 6 ] Ich weiß ganz gut, daß zahlreiche Bibelexegeten sich gegen diese Auslegung gewendet haben und versucht haben, mit gewissem gelehrtem Großsprechertum das, was monumentale ältere Exegesen schon behauptet haben, das Richtige nämlich, ins Lächerliche zu ziehen. Man versucht sich aufzulehnen gegen diese Auslegung, daß der elohistische Mensch männlich-weiblich zugleich war, daß also das Ebenbild der Elohim, das, was nach dem Bilde der Elohim entstanden ist, der männlich-weibliche Mensch ist. Solche Exegeten, die sich dagegen auflehnen, die möchte ich fragen, worauf sie sich eigentlich stützen. Auf hellseherische Forschung dürfen sie sich nicht stützen, denn die wird niemals etwas anderes sagen, als was ich Ihnen jetzt gesagt habe. Und auf eine äußerliche Forschung? Da möchte ich die Leute einmal fragen, ob sie dann gegenüber dem, was eigentlich die Überlieferung ist, eine andere Deutung aufrechterhalten können. Man sollte doch den Leuten erzählen, was eigentlich die äußere Überlieferung der Bibel ist. Wenn man zuerst durch hellseherische Forschung die wahren Tatbestände finder, dann springt Leben, dann springt Licht hinein in diesen Bibeltext und dann kommen auch kleine Abweichungen in der Überlieferung nicht in Betracht, weil einen die Bekanntschaft mit der Wahrheit dahin führt, den Text richtig zu lesen. Etwas anderes ist es aber, wenn man philologisch an die Dinge herangeht. Man muß sich doch klar sein, daß bis in die christlichen Jahrhunderte herein auch vom ersten Teil der Bibel nichts vorhanden war, was dazu hätte verleiten können, diesen Text so zu lesen, wie er heute gelesen wird. Vokale gab es überhaupt darin nicht, und der Text war so, daß auch die Trennungen der einzelnen Worte erst gebildet werden mußten. Erst später wurden auch die Punkte hinzugesetzt, welche im Hebräischen die Vokale andeuten. Ohne die Vorbereitung durch die Geisteswissenschaft möchte ich wissen, mit welchem Rechte irgend jemand eine Interpretation geben will aus dem ursprünglichen Texte, von der man mit wissenschaftlicher Gewissenhaftigkeit sagen kann, daß sie stimmt.
[ 6 ] I am well aware that numerous biblical exegetes have opposed this interpretation and have attempted, with a certain amount of scholarly grandstanding, to ridicule what monumental earlier exegeses have already asserted—namely, the truth. They try to rebel against this interpretation—that the Elohist human was both male and female at the same time, and that therefore the image of the Elohim, that which was created in the image of the Elohim, is the male-female human. I would like to ask such exegetes who rebel against this: on what exactly do they base their claims? They must not base themselves on clairvoyant research, for that will never say anything other than what I have just told you. And on external research? I would like to ask people whether they can then maintain a different interpretation in the face of what the tradition actually is. One should tell people what the external tradition of the Bible actually is. If one first discovers the true facts through clairvoyant research, then life springs forth, then light springs into this biblical text, and then even small deviations in the tradition are irrelevant, because familiarity with the truth leads one to read the text correctly. It is a different matter, however, when one approaches things philologically. One must realize that, well into the Christian centuries, there was nothing in the first part of the Bible that could have led one to read this text as it is read today. There were no vowels in it at all, and the text was such that even the divisions between individual words first had to be established. Only later were the dots added, which in Hebrew indicate the vowels. Without the preparation provided by spiritual science, I would like to know by what right anyone would presume to offer an interpretation of the original text that one could say, with scientific rigor, is correct.
[ 7 ] So haben wir es also zu tun bei dem Werke der Elohim mit einem Vorbereitungsstadium für den Menschen. Alle die Vorgänge, welche wir heute mit den Ausdrücken «menschliche Fortpflanzung» oder dergleichen belegen, sind damals in bezug auf den Menschen noch ätherischer, noch geistiger. Sie stehen noch, möchte ich sagen, auf einer höheren Stufe, fast könnte man sagen auf einem höheren Plane. Erst das Werk des Jahve-Elohim machte den Menschen zu dem, was er heute geworden ist. Da mußte vorangehen die gesetzmäßige Schöpfung der anderen, niedrigen Wesenheiten. So sind also, man möchte sagen, durch einen vorzeitigen Schöpfungsakt die niederen tierischen Wesenheiten zu Lebewesen geworden. Derselbe Ausdruck nephesch wird auf diese tierischen Lebewesen angewendet und auch zuletzt auf den Menschen. Aber wie auf den Menschen? So, daß für den Zeitpunkt, da Jahve-Elohim eintritt und den Menschen zum heutigen Menschen macht, ausdrücklich dazu gesagt wird: Jahve-Elohim prägt die n’schamah ein. — Und dadurch, daß der Mensch ein höheres Glied eingeprägt erhält, dadurch wird dieser selbe Mensch ein lebendes Wesen.
[ 7 ] Thus, in the work of the Elohim, we are dealing with a preparatory stage for humanity. All the processes that we today describe with terms such as “human reproduction” or the like were, in relation to humanity at that time, even more ethereal, even more spiritual. They still stand, I might say, on a higher level; one could almost say on a higher plane. It was only the work of Yahweh-Elohim that made humanity what it has become today. This had to be preceded by the lawful creation of the other, lower beings. Thus, one might say, through a prior act of creation, the lower animal beings became living creatures. The same term, nephesh, is applied to these animal beings and ultimately to humanity as well. But how does this apply to man? In such a way that, at the moment when Yahweh-Elohim intervenes and makes man into the human being of today, it is explicitly stated: Yahweh-Elohim instills the n’schamah. — And by the fact that man receives a higher element instilled within him, this same man thereby becomes a living being.
[ 8 ] Merken Sie jetzt wohl, welch ein unendlich fruchtbarer, bedeutungsvoller Begriff da in die Evolutionslehre gerade durch die Bibel eingeführt wird! Gewiß, es wäre ja ganz töricht, in bezug auf die äußere Formung zu verkennen, daß der Mensch sozusagen an die oberste Stufe der Tierreihe gehört. Die Trivialität möge dem Darwinismus überlassen bleiben. Aber das ist das Wesentliche, daß der Mensch nicht auf dieselbe Art wie die anderen niederen Wesen zu einem lebenden Wesen geworden ist, zu einem Wesen, dessen Charakter man mit nephesch bezeichnet, sondern daß dem Menschen erst ein höheres Glied seines Wesens verliehen wurde, ein höheres Glied, das in bezug auf sein Geistig-Seelisches schon vorher vorbereitet worden ist.
[ 8 ] Do you now realize what an infinitely fruitful and meaningful concept is being introduced into the theory of evolution precisely through the Bible! Certainly, it would be quite foolish to fail to recognize, in terms of external form, that man belongs, so to speak, to the highest rung of the animal ladder. Let such trivialities be left to Darwinism. But the essential point is that human beings did not become living beings in the same way as other lower creatures—beings whose nature is described as nephesh—but rather that human beings were first endowed with a higher aspect of their being, a higher aspect that had already been prepared in advance in terms of their spiritual and soul life.
[ 9 ] Da kommen wir nämlich zu einer anderen Parallelisierung der alten hebräischen Lehre mit unserer Geisteswissenschaft. Wir unterscheiden, wenn wir von dem menschlich Seelenhaften sprechen, die Empfindungsseele, die Verstandes- und die Bewußtseinsseele. Wir wissen, daß diese zunächst in ihrer geistig-seelischen Art entstanden sind während jener Zeiten, die mit den ersten drei Schöpfungstagen bezeichnet werden. Da bildeten sie sich ihrer Anlage nach aus. Die Umkleidung aber, die eigentliche Einprägung, so daß ein physischer Leib der Ausdruck dieser inneren wesenhaften Seelennatur des Menschen wurde, die geschah viel später. Also das müssen wir festhalten, daß sozusagen das Geistige zuerst entsteht, daß dieses Geistige sich dann zunächst mit dem Astralischen umkleidet, sich dann immer mehr und mehr verdichtet bis zum Ätherisch-Physischen hin, und daß sich dann erst das Geistige einprägt, das heißt, daß dasjenige, was früher gebildet worden ist, in Form des Lebensodems eingeprägt wird. Also das, was wie ein Kern in die Menschenwesenheit hineinverlegt wird durch Jahve-Elohim, das ist früher schon gebildet; im Schoße der Elohim ist es vorhanden. Jetzt wird es dem Menschen, dessen Leiblichkeit von anderer Seite her gebildet worden ist, eingeprägt. Es ist also etwas, was von einer anderen Seite in den Menschen hineinkommt. Und mit dieser Einprägung von n’schamah ist es erst möglich geworden, das in den Menschen hineinzuversenken, was wir die Anlage zur Ich-Natur nennen können. Denn diese alten hebräischen Ausdrücke nephesch, ruach, n’schamah, die sind nichts anderes als das, was wir parallel unseren geisteswissenschaftlichen Ausdrücken auch charakterisiert haben. Nephesch dürfen wir parallelisieren in bezug auf den Menschen mit der Empfindungsseele, ruach dürfen wir anwenden für die Verstandesseele, n’schamah für die Bewußtseinsseele.
[ 9 ] This brings us to another parallel between the ancient Hebrew teachings and our spiritual science. When we speak of the human soul, we distinguish between the feeling soul, the intellectual soul, and the conscious soul. We know that these first arose in their spiritual-soul nature during those times designated as the first three days of creation. There they took shape according to their inherent nature. But the envelopment, the actual imprinting, so that a physical body became the expression of this inner, essential soul nature of the human being, took place much later. So we must note that, so to speak, the spiritual arises first, that this spiritual then initially clothes itself with the astral, then becomes increasingly denser toward the etheric-physical, and that only then does the spiritual imprint itself—that is, that which was formed earlier is imprinted in the form of the breath of life. So what is placed into the human being like a core by Yahweh-Elohim has already been formed earlier; it exists in the bosom of the Elohim. Now it is imprinted upon the human being, whose physical body has been formed from another source. It is therefore something that enters the human being from another source. And it is only through this imprinting of n’schamah that it has become possible to instill within the human being what we might call the predisposition to the ego-nature. For these ancient Hebrew terms—nephesh, ruach, n’schamah—are nothing other than what we have also characterized in parallel with our spiritual-scientific terms. We may equate nephesh with the soul of sensation in relation to the human being, ruach with the soul of understanding, and n’schamah with the soul of consciousness.
[ 10 ] So also müssen wir diese Fortentwickelung als einen außerordentlich komplizierten Vorgang darstellen. Alles das, was sich auf die Schöpfungstage selber bezieht, was sozusagen das Werk der Elohim ist vor ihrem Aufrücken zu Jahve-Elohim, müssen wir uns so vorstellen, daß es gewissermaßen in geistigen, höheren Regionen vor sich geht, und das, was wir heute physisch beobachten können in der Menschenwelt, das tritt erst ein durch das Werk von Jahve-Elohim.
[ 10 ] We must therefore view this further development as an extraordinarily complex process. Everything that relates to the days of creation themselves—that is, the work of the Elohim prior to their ascension to Yahweh-Elohim—we must imagine as taking place, so to speak, in spiritual, higher regions; and what we can physically observe today in the human world comes into being only through the work of Yahweh-Elohim.
[ 11 ] Von alledem, was wir so in der Bibel finden, was uns erst ein Verständnis geben kann von der eigentlichen inneren Natur des Menschen und was uns erst der seherische Blick wiederum lehrt, von alledem hatten aus ihren verschiedenen Einweihungsstätten heraus die griechischen Philosophen noch ein Bewußtsein. Plato vor allen Dingen, aber auch selbst noch Aristoteles. Wer Plato und Aristoteles kennt, der weiß, daß bei Aristoteles noch das Bewußtsein vorhanden ist, daß der Mensch durch ein höheres geistig-seelisches Glied erst zu einem lebendigen Wesen geworden ist, während die niederen Wesen durch andere Evolutionsakte hindurchgingen. Aristoteles stellte sich das etwa so vor. Die niederen tierischen Wesenheiten, die sind durch andere Evolutionsakte das geworden, was sie sind. Aber damals, als die Kräfte, die im Tier wirken, wirksam werden konnten, in jener Zeit durfte noch nicht das menschliche geistig-seelische Wesen, das noch in höheren Regionen schwebte, irdisch-leiblich werden, sonst wäre es auf niederen Tierstufen stehengeblieben. Das Menschenwesen mußte warten. Und es mußten abgesetzt werden von ihrer Souveränität die niederen tierischen Stufen durch das Einpflanzen des menschlichen Gliedes. Dafür gibt es noch einen Ausdruck, den Aristoteles gebraucht hat, phtheiresthai. Diesen Ausdruck braucht Aristoteles in dem Sinne, daß er etwa sagen würde: Gewiß, äußerlich genommen sind im Menschen dieselben Funktionen in bezug auf äußere Leiblichkeit vorhanden wie in der tierischen Natur, aber so, wie sie in der tierischen Natur sind, wirken sie souverän; im Menschen sind sie entthront von ihrer Souveränität und müssen einem höheren Prinzip folgen. Das bedeutet phtheiresthai.
[ 11 ] Of all that we find in the Bible—which alone can give us an understanding of the true inner nature of the human being—and of all that the clairvoyant gaze in turn teaches us, the Greek philosophers still retained an awareness of these things through their various places of initiation. Plato above all, but even Aristotle himself. Anyone familiar with Plato and Aristotle knows that Aristotle still held the conviction that human beings became living beings only through a higher spiritual-soul element, whereas the lower beings underwent other stages of evolution. Aristotle envisioned it something like this. The lower animal beings became what they are through other acts of evolution. But back then, when the forces at work in animals could take effect, at that time the human spiritual-soul being—which was still hovering in higher regions—was not yet permitted to become earthly and physical; otherwise, it would have remained at lower animal stages. The human being had to wait. And the lower animal stages had to be dethroned from their sovereignty through the implantation of the human element. There is another term Aristotle used for this: phtheiresthai. Aristotle uses this term in the sense that he would say something like: Certainly, taken externally, the same functions regarding external physicality are present in humans as in animal nature, but just as they are in animal nature, they act sovereignly; in humans, they are dethroned from their sovereignty and must follow a higher principle. That is what phtheiresthai means.
[ 12 ] Und das liegt auch zugrunde der biblischen Schöpfungsgeschichte. Durch das Einprägen der n’schamah wurden die niederen Glieder ihrer Souveränität entthront. So hat der Mensch, indem er den Träger seiner Ichheit erhalten hat, ein höheres Glied erlangt. Dadurch wurde aber auch die Natur, die er früher hatte, die mehr ätherisch war, gleichsam um eine Stufe herunter differenziert. Er erhielt ein äußeres leibliches Glied und ein inneres mehr ätherisches Glied. Eines verdünnt sich, eines verdichtet sich. Am Menschen wiederholt sich, was wir als den Sinn der ganzen Evolution kennengelernt haben. Wir haben gesehen, wie sich die Wärme verdichtete in Luft und verdünnte in Licht, wie sich weiter die Luft zu Wasser verdichtet und zum Klangäther verdünnt und so weiter. Derselbe Vorgang vollzieht sich auf höheren Stufen für den Menschen. Das MännlichWeibliche differenziert sich weiter in Mann und Frau, differenziert sich ferner so, daß die dichtere physische Leiblichkeit nach außen, die dünnere ätherische Leiblichkeit unsichtbar nach innen geht. Damit also haben wir zu gleicher Zeit auf etwas hingewiesen, was wir als Fortschritt bezeichnen können von dem Werke der Elohim zu dem ‘Werke von Jahve-Elohim. Der Mensch, wie er heute vor uns steht, ist also ein Werk von Jahve-Elohim. Das, was wir als den sechsten Schöpfungstag bezeichnen, fällt also zeitlich zusammen mit unserer lemurischen Zeit, in der wir vom männlich-weiblichen Menschen sprechen.
[ 12 ] And this is also the basis of the biblical account of creation. Through the imprinting of the n’schamah, the lower elements were dethroned from their sovereignty. Thus, by receiving the bearer of his individuality, man attained a higher member. As a result, however, the nature he previously possessed—which was more ethereal—was, as it were, differentiated down a level. He received an outer physical member and an inner, more ethereal member. One becomes more subtle, the other more dense. In the human being, what we have come to know as the meaning of the entire process of evolution is repeated. We have seen how heat condensed into air and became more ethereal as light, how air further condensed into water and became more ethereal as sound-ether, and so on. The same process takes place on higher levels for the human being. The male-female principle differentiates further into man and woman, differentiating in such a way that the denser physical body extends outward, while the thinner etheric body extends invisibly inward. Thus, we have simultaneously pointed to what we may call a progression from the work of the Elohim to the ‘work of Yahweh-Elohim.’ Humanity, as it stands before us today, is thus a work of Yahweh-Elohim. What we refer to as the sixth day of creation thus coincides in time with our Lemurian era, in which we speak of the male-female human being.
[ 13 ] Nun ist ja in der Bibel noch gesprochen von einem siebenten Schöpfungstage. Von diesem siebenten Schöpfungstage wird uns gesagt, daß die Arbeit der Elohim ruhte. Was heißt denn das eigentlich? Wie müssen wir diese weitere Erzählung auffassen? Wir fassen sie im Sinne der Geisteswissenschaft nur dann richtig auf, wenn wir uns klar sind, daß ja gerade jetzt der Zeitpunkt heranrückt, wo die Elohim aufsteigen, wo sie ihr Avancement durchmachen zu Jahve-Elohim. Aber Jahve-Elohim dürfen wir nicht auffassen als die Gesamtheit der Elohim, sondern vielmehr so, daß die Elohim gleichsam nur einen Teil ihrer Wesenheit abgeben an das Mondwesen, daß sie aber das, was nicht innerhalb dieses abgegebenen Teiles ihrer Wesenheit liegt, zurückbehalten, daß sie sozusagen in diesem alten Gliede ihrer Wesenheit ihre eigene weitere Evolution durchmachen. Das heißt, ihre Arbeit strömt in bezug auf dieses Glied nicht mehr in das Menschwerden ein. Sie wirken mit demjenigen Gliede im Menschwerden weiter, das in ihnen zu JahveElohim geworden ist. Das andere, das wirkt nun nicht unmittelbar auf die Erde, das widmet sich der eigenen Evolution. Das ist angedeutet mit dem «Ruhen» der irdischen Arbeit, mit dem Sabbathtag, mit dem siebenten Schöpfungstage.
[ 13 ] Now, the Bible also speaks of a seventh day of creation. We are told that on this seventh day of creation, the work of the Elohim came to a rest. What does that actually mean? How should we interpret this further account? We can only interpret it correctly in the light of spiritual science if we realize that the time is now approaching when the Elohim will ascend, when they will undergo their advancement to become Yahweh-Elohim. But we must not understand Yahweh-Elohim as the totality of the Elohim, but rather in such a way that the Elohim, as it were, surrender only a part of their being to the lunar being, while retaining that which lies outside this surrendered part of their being, so that they undergo their own further evolution, so to speak, within this old aspect of their being. That is to say, their work no longer flows into the process of becoming human with regard to this aspect. They continue to work in the process of becoming human with that aspect of themselves that has become Yahweh-Elohim within them. The other part, however, does not now act directly upon the Earth; it devotes itself to its own evolution. This is indicated by the “rest” from earthly work, by the Sabbath day, by the seventh day of creation.
[ 14 ] Und jetzt müssen wir noch auf etwas anderes hinweisen, was wichtig ist. Wenn alles das richtig ist, was ich jetzt gesagt habe, dann müssen wir den Jahve-Menschen, dem Jahve sein Eigenwesen eingeprägt hat, als den unmittelbaren Nachfolger auffassen des Menschen, der gleichsam ätherischer, weicher am sechsten Schöpfungstage gebildet worden ist. Also haben wir eine gerade Linie von dem Menschen, der noch männlich-weiblich, der noch ätherischer ist, zum physischen Menschen. Der physische Mensch ist der Nachkomme, sozusagen ein Verdichtungszustand des ätherischen Menschen. Man müßte also sagen, wenn man schildern wollte den Jahve-Menschen, der in die Atlantis hinübergeht: Und der Mensch, der am sogenannten sechsten Schöpfungstage durch die Elohim gebildet wurde, entwickelte sich fort zu dem eingeschlechtlichen Menschen, zu dem Jahve-Menschen. Was da folgt nach den sieben Schöpfungstagen, das sind die Nachkommen der Elohim-Menschen, das sind die Nachkommen dessen, was überhaupt während der sechs Schöpfungstage ins Dasein trat. — Da ist wieder die Bibel von einer Großartigkeit, wenn sie in ihrem zweiten Kapitel uns erzählt, wie in der Tat der Jahve-Mensch ein Nachkomme ist des, wenn wir so sagen dürfen, himmlischen Menschen, des Menschen, der von den Elohim am sechsten Schöpfungstage gebildet worden ist. Genau so, wie der Sohn der Nachfolger des Vaters ist, so war der Jahve-Mensch der Nachfolger des Elohim-Menschen. Das erzählt uns die Bibel, indem sie uns in dem vierten Vers des zweiten Kapitels sagt: «Was jetzt folgen soll, das sind die Nachkommen, die nachfolgenden Geschlechter der Himmelswesen.»
[ 14 ] And now we must point out something else that is important. If everything I have just said is correct, then we must regard the Yahweh-human, into whom Yahweh has imprinted his own being, as the direct successor to the human being who was formed, as it were, in a more ethereal, softer form on the sixth day of creation. So we have a direct line from the human being who is still male-female, who is still more ethereal, to the physical human being. The physical human being is the descendant, so to speak, a condensed state of the ethereal human being. One would therefore have to say, if one wanted to describe the Yahweh-human who passes over into Atlantis: And the human being who was formed by the Elohim on the so-called sixth day of creation went on to develop into the unisex human being, into the Yahweh human being. What follows after the seven days of creation are the descendants of the Elohim human beings; these are the descendants of that which came into being during the six days of creation. — Here again the Bible is magnificent when, in its second chapter, it tells us how the Yahweh-man is indeed a descendant of, if we may say so, the heavenly man, the man who was formed by the Elohim on the sixth day of creation. Just as the Son is the successor of the Father, so was the Yahweh-man the successor of the Elohim-man. This is what the Bible tells us when it says in the fourth verse of the second chapter: “What follows now are the descendants, the succeeding generations of the heavenly beings.”
[ 15 ] Das steht da. Nehmen Sie die Bibel, wie sie gewöhnlich heute genommen wird, so finden Sie darin den merkwürdigen Satz: «Das Obige ist die Entstehung des Himmels und der Erde, da sie geschaffen worden, am Tage, da Gott der Herr Erde und Himmel gemacht hatte.» Gewöhnlich wird die Gesamtheit der Elohim «Gott» genannt und der Jahve-Elohim «Gott der Herr». «Gott der Herr schuf Erde und Himmel.» Ich bitte Sie recht sehr, den Satz genau zu beachten, und dann bitte ich Sie, ganz gewissenhaft zu versuchen, irgendeinen vernünftigen Sinn mit diesem Satze zu verbinden. Ich möchte wissen, wer das kann. Wer es kann, der soll dann ja nur nicht irgendwie in der Bibel sich weiter umsehen, denn hier steht das Wort «tol’dot», was «die nachfolgenden Geschlechter» bedeutet und hier an gleicher Stelle steht wie bei Noah, wenn von den nachfolgenden Geschlechtern die Rede ist. So wird hier von den JahveMenschen als den Nachkommen, als den nachfolgenden Geschlechtern der Himmelswesen geradeso wie dort von den Nachkommen des Noah gesprochen. So etwa muß man diese Stelle dem Sinne nach lesen: «Dies, was da folgt, das, wovon man in dem Folgenden reden will, das sind die Nachkommen der Himmels- und Erdenwesen, die geschaffen worden sind von den Elohim und fortgesetzt worden sind von Jahve-Elohim.»
[ 15 ] That is what it says. If you take the Bible as it is generally understood today, you will find this curious sentence in it: “The above is the origin of the heavens and the earth, as they were created on the day when the Lord God made the earth and the heavens.” Usually, the collective term for the Elohim is “God,” and Yahweh-Elohim is “God the Lord.” “God the Lord created the earth and the heavens.” I ask you very much to pay close attention to this sentence, and then I ask you to try very conscientiously to make any reasonable sense of it. I would like to know who can do that. Whoever can do so should then certainly not look any further in the Bible, for here the word “tol’dot” appears, which means “the subsequent generations,” and it appears here in the same context as with Noah, when speaking of the subsequent generations. Thus, here the Yahweh-people are spoken of as the descendants, as the subsequent generations of the heavenly beings, just as there they are spoken of as the descendants of Noah. This is roughly how one must read this passage in terms of its meaning: “What follows here, that which will be discussed in what follows, are the descendants of the heavenly and earthly beings who were created by the Elohim and continued by Yahweh-Elohim.”
[ 16 ] So also darf man den Jahve-Menschen auch im Sinne der Bibel als Nachkommen des Elohim-Menschen ansehen. Wer einen neuen Schöpfungsbericht annehmen will, weil die Rede davon ist, daß Gott der Herr die Menschen geschaffen hat, dem rate ich, daß er nur gleich auch in einem der nächsten Kapitel, im fünften Kapitel, das gewöhnlich so beginnt: «Dies ist das Buch der Geschlechter» — da steht nämlich das gleiche Wort‘ wie an der anderen Stelle, «tol’dot» —, daß er da, um die Regenbogenbibel vollständig zu bekommen, nun auch einen dritten Schöpfungsbericht mache! Sie haben dann alles zusammengeschmiedet aus einzelnen Bibelfetzen. Sie haben Fetzen, aber nicht mehr die Bibel. -— Wenn wir weitergehen könnten, würden wir auch das, was im fünften Kapitel gesagt wird, erklären können.
[ 16 ] Thus, one may also view the Yahweh-man, in the biblical sense, as a descendant of the Elohim-man. To anyone who wishes to accept a new creation account because it states that the Lord God created humankind, I advise them to turn immediately to one of the following chapters—specifically the fifth chapter, which usually begins: “This is the Book of Generations”—for the same word is used there as in the other passage, “tol’dot”—so that, in order to complete the Rainbow Bible, they might now also create a third creation account! They have then pieced everything together from individual scraps of the Bible. They have scraps, but no longer the Bible. — If we could continue, we would also be able to explain what is said in the fifth chapter.
[ 17 ] So also sehen wir, wenn wir diese Dinge wirklich innerlich betrachten, daß wir es in vollem Maße zu tun haben mit einem Kongruieren der Genesis, des biblischen Schöpfungsberichtes mit dem, was wir in der Geisteswissenschaft oder Geheimwissenschaft ergründen können. Wenn wir das ins Auge fassen, dann müssen wir uns fragen: Was ist da also eigentlich gemeint mit diesen mehr oder weniger bildlichen Ausdrücken, die da gebraucht werden? Was sind die Objekte dieser Schilderung? — Dann aber müssen wir uns klar sein, daß wir ja wiederfinden, was sich aus der hellseherischen Forschung ergibt! Wie der hellseherische Blick heute im Übersinnlichen hinschaut auf den Ursprung unseres Erdendaseins, so sahen auch diejenigen, die ursprünglich den biblischen Bericht geformt haben, auf Übersinnliches hin. Hellsichtig erfaßt sind die Tatsachen, die uns da ursprünglich gegeben werden. Wenn man also in dem Sinne des rein physischen Anschauens das, was man als Vorzeit bezeichnet, konstruiert, so geht man nach den äußerlich auffindbaren Überresten. Wenn man dann immer weiter und weiter im physischen Leben und Werden zurückgeht, dann werden die physischen Gebilde sozusagen immer nebelhafter. In diesem Nebelhaften drinnen walten und weben aber die Geistigkeiten, und der Mensch selber ist ursprünglich in bezug auf seine Geistigkeit in diesen Urwesenheiten drinnen. Und wenn wir unsere Betrachtung des Erdenwerdens bis zu den Zeiten fortsetzen, welche die Genesis meint, so läuft sozusagen unser Erdenwerden in seine geistigen Urzustände hinein. Mit den Schöpfungstagen sind geistige Werdezustände gemeint, die nur durch die hellseherische Forschung erfaßbar sind, und gemeint ist, daß das Physische nach und nach aus dem Geistigen sich herausbildet.
[ 17 ] So, when we truly contemplate these things inwardly, we see that we are dealing entirely with a convergence between Genesis—the biblical account of creation—and what we can uncover through spiritual science or esoteric science. When we consider this, we must ask ourselves: What is actually meant by these more or less figurative expressions that are used here? What are the objects of this description? — But then we must be clear that we are indeed finding what emerges from clairvoyant research! Just as the clairvoyant gaze today looks into the supersensible realm at the origin of our earthly existence, so too did those who originally shaped the biblical account look toward the supersensible. The facts originally given to us are perceived clairvoyantly. So when one constructs what is called prehistory in the sense of purely physical observation, one proceeds according to the outwardly discoverable remains. If one then goes further and further back in physical life and development, the physical forms become, so to speak, increasingly nebulous. Within this nebulousness, however, the spiritual beings reign and weave, and human beings themselves are originally, in terms of their spirituality, within these primordial beings. And if we continue our consideration of the Earth’s becoming back to the times referred to in Genesis, our Earth’s becoming, so to speak, runs into its spiritual primordial states. The days of creation refer to spiritual states of becoming that can only be grasped through clairvoyant research, and what is meant is that the physical gradually emerges from the spiritual.
[ 18 ] Dem hellsichtigen Blick stellt sich dieses Werden so dar. Wenn der hellsichtige Blick hingewendet wird auf die Tatsachen, die uns geschildert werden in der Genesis, so wird man zunächst geistige Vorgänge finden. Alles, was da geschildert wird, stellt sich dar als geistige Vorgänge. Nichts, gar nichts würde ein physisches Auge sehen, das würde in das Nichts hineinschauen. Aber die Zeit rückt vor, wie wir das gesehen haben. Für das hellsichtige Anschauen kristallisiert sich nach und nach aus dem Geistigen das Feste heraus, wie wenn sich das Eis aus dem Wasser herausbildet und verfestigt. Aus dem Flutenmeere des Astralischen, des Devachanischen taucht auf, was nun auch physisch gesehen werden kann. Also im Fortgange der Betrachtung tritt innerhalb des anfänglich bloß geistig zu fassenden Bildes wie eine Kristallisation in dem Geistigen das Physische auf. Und damit haben wir auch darauf hingewiesen, daß der Mensch in einer früheren Zeit nicht durch ein physisches Auge gefunden werden könnte. Bis zu dem sechsten beziehungsweise siebenten Schöpfungstage, also bis zu unserer lemurischen Zeit, würde ein physisches Auge den Menschen nicht haben sehen können, denn da war er nur geistig vorhanden. Und das ist der große Unterschied einer wahren Evolutionslehre von einer erträumten. Die letztere glaubt, daß nur der physische Werdegang da ist. Nicht dadurch entsteht der Mensch, daß gleichsam die untergeordneten Wesen hinaufwachsen zur menschlichen Gestalt. Das ist das Phantastischste, das man sich vorstellen kann, daß eine tierische Gestalt sich umwandelte zur höheren Gestalt des Menschen. Während diese tierischen Gestalten entstehen, während sie unten ihr Physisches bilden, ist der Mensch schon längst vorhanden, nur steigt er erst später herunter und stellt sich neben die früher heruntergestiegenen tierischen Wesenheiten hin. Wer die Evolution nicht so ansehen kann, dem ist einfach nicht zu helfen, der steht unter der Suggestion der gegenwärtigen Begriffe; nicht etwa unter dem Einfluß der naturwissenschaftlichen Tatsachen, sondern unter der Suggestion der gegenwärtigen Meinungen.
[ 18 ] To the clairvoyant eye, this process of becoming appears in this way. When the clairvoyant gaze is turned toward the events described to us in Genesis, one first encounters spiritual processes. Everything described there presents itself as spiritual processes. A physical eye would see nothing, absolutely nothing; it would be looking into nothingness. But time moves forward, as we have seen. To the clairvoyant gaze, the solid gradually crystallizes out of the spiritual, as if ice were forming from water and solidifying. Out of the flood-like sea of the astral and the devachanic emerges what can now also be seen physically. Thus, as the contemplation proceeds, the physical emerges within the image that was initially only spiritually perceptible, like a crystallization within the spiritual. And with this we have also pointed out that in earlier times, human beings could not be perceived by a physical eye. Up until the sixth or seventh day of creation—that is, up until our Lemurian era—a physical eye would not have been able to see the human being, for at that time he existed only spiritually. And this is the great difference between a true theory of evolution and a fancied one. The latter believes that only the physical development exists. Human beings do not come into being by the subordinate beings, so to speak, growing up to the human form. It is the most fantastical thing one can imagine—that an animal form transformed itself into the higher form of the human being. While these animal forms are coming into being, while they are forming their physical bodies below, the human being has long since existed; only later does he descend and stand alongside the animal beings who descended earlier. Anyone who cannot view evolution in this way is simply beyond help; they are under the influence of current concepts—not under the influence of scientific facts, but under the influence of current opinions.
[ 19 ] Wenn wir das Menschenwerden im Zusammenhang mit dem übrigen Werden charakterisieren wollen, so müssen wir sagen: Wir haben innerhalb der Evolutionsreihe das Entstehen der, nun ich will sagen, Vögel und Meertiere als zwei Äste; dann haben wir die Landtiere als einen besonderen Zweig. Das eine würde dem sogenannten fünften Schöpfungstage, das andere dem sechsten Schöpfungstage entsprechen. Und dann tritt der Mensch auf, aber nicht, indem sich die Linie fortsetzt, nicht als Fortsetzung der Reihe, sondern indem er heruntersteigt auf die Erde. — Das ist die wahre Evolutionslehre. Und diese ist exakter in der Bibel enthalten als in irgendeinem modernen Buch, das sich der materialistischen Phantastik hingibt.
[ 19 ] If we wish to characterize the emergence of humanity in relation to the rest of evolution, we must say: Within the evolutionary series, we have the emergence of—let me say—birds and sea creatures as two branches; then we have land animals as a separate branch. One would correspond to the so-called fifth day of creation, the other to the sixth day of creation. And then the human being appears, but not by continuing the line, not as a continuation of the series, but by descending to the earth. — That is the true doctrine of evolution. And this is more accurately contained in the Bible than in any modern book that indulges in materialistic fantasy.
[ 20 ] Nun, meine lieben Freunde, das sind so einzelne Bemerkungen. Es wird sich ja immer in dem letzten Vortrage eines Zyklus um ergänzende Bemerkungen handeln müssen. Denn wollte man so ein Thema in ganz entsprechender Weise nach allen Seiten ausführen, ja, dann müßte man monatelang fortreden, denn diese Genesis enthält ungeheuer viel. Mit unseren Zyklen können wir immer nur Anregungen geben. Und das wollte ich auch diesmal nur. Ich möchte es noch einmal ausdrücklich betonen, daß es mir gar nicht besonders leicht geworden ist, gerade an diesen Vortragszyklus heranzutreten, denn es wird sich nicht leicht jemand eine Vorstellung davon machen, nachdem er diese Dinge gehört hat, wie schwierig der Weg ist, der zu diesen tieferen Grundlagen der biblischen Schöpfungsgeschichte führt, wie schwer es ist, die Parallelisierung der vorher aufgefundenen geisteswissenschaftlichen Tatsachen mit den entsprechenden biblischen Stellen wirklich zu finden. Wenn man gewissenhaft vorgeht, so bietet das eine außerordentlich schwierige Arbeit. Man stellt sich oft vor, daß der hellseherische Blick leicht überall hingeht. Man braucht eben nur hinzuschauen, meint man, dann ergibt sich das alles von selbst. Ja, derjenige, der naiv den Dingen gegenübersteht, der glaubt allerdings häufig, alles leicht erklären zu können. Aber je weiter man dringt — schon in der äußeren Forschung ist das der Fall —, desto mehr Schwierigkeiten ergeben sich, und wenn man gar aus der physischen in die hellseherische Forschung hineinkommt, dann stellen sich erst die eigentlichen Schwierigkeiten heraus, und dann kommt das Gefühl der großen Verantwortung, das man haben muß, wenn man überhaupt über diese Dinge den Mund auftun will. Dennoch glaube ich in gewisser Beziehung, daß ich auch nicht ein einziges Wort in diesem Vortragszyklus gebraucht habe, von dem ich nicht sagen kann: Es wird stehenbleiben können, es ist, soweit es nur geht, in der deutschen Sprache ein adäquater Ausdruck dessen, was zur richtigen Vorstellung führen kann. — Aber leicht war es nicht.
[ 20 ] Well, my dear friends, these are just a few scattered remarks. The final lecture in a series will always have to consist of supplementary remarks. For if one were to explore such a topic thoroughly from every angle, one would have to speak for months on end, because this Genesis contains an immense amount of material. With our lecture cycles, we can only ever offer suggestions. And that is all I intended to do this time as well. I would like to emphasize once again that it has not been particularly easy for me to approach this particular lecture cycle, for it will not be easy for anyone to form a conception of it after hearing these things, just how difficult the path is that leads to these deeper foundations of the biblical creation story, and how hard it is to truly find parallels between the spiritual-scientific facts discovered previously and the corresponding biblical passages. If one proceeds conscientiously, this presents an extraordinarily difficult task. People often imagine that the clairvoyant gaze can easily go anywhere. One need only look, they think, and then everything will fall into place by itself. Yes, those who approach these matters naively often believe they can explain everything easily. But the further one penetrates—this is already the case in external research—the more difficulties arise, and when one moves from physical into clairvoyant research, only then do the real difficulties become apparent, and only then does the sense of great responsibility emerge that one must have if one wishes to speak at all about these things. Nevertheless, I believe in a certain sense that I have not used a single word in this lecture series of which I cannot say: It will stand the test of time; it is, as far as possible, an adequate expression in the German language of what can lead to a correct understanding. — But it was not easy.
[ 21 ] Sehen Sie, es bestand die Absicht, am Anfange oder Ende dieses Zyklus durch unseren lieben Freund, Herrn Seiling, vortragen zu lassen in jener Vortragskunst, die Sie gestern wieder in seinem Vortrage erleben konnten — es bestand die Absicht, ihn zu bitten, den Bericht über die sieben Schöpfungstage der Genesis vorzutragen. Sie werden es leicht begreiflich finden, daß es unmöglich war, die gewöhnlichen Texte vortragen zu lassen, nachdem gerade in diesem Zyklus nach adäquaten Ausdrücken gesucht worden ist für das, was eigentlich in der Genesis gesagt wird, und es bestand eine ganz leise Hoffnung, daß vielleicht heute am Ende so etwas wie eine auf Grund der geisteswissenschaftlichen Forschungen gewonnene Übersetzung hätte vorgetragen werden können. Aber bei dem großen Ansturm der vielen Besuche der letzten Tage konnte es gar nicht gewagt werden, auch nur den Versuch zu machen, irgendwie eine Übersetzung der Genesis zustande zu bringen, die vortragsfähig wäre. Mit voller Gewissenhaftigkeit konnte das nicht versucht werden, und ich muß Sie in bezug darauf auf spätere Zeiten vertrösten. Zunächst wollen wir uns mit diesen Anregungen begnügen, die aus dem Zyklus kommen können. Denn ich kann Ihnen die Versicherung geben: Ich halte eine wirkliche Übersetzung für eine Arbeit, die vielleicht hundertmal soviel geistige Kraft fordert, als angewendet hat werden müssen vom ersten Moment an, wo der Keim entstand zu unserem Rosenkreuzer-Mysterium, bis zum letzten, was geschehen ist, zur Aufführung. — Derjenige, der die Schwierigkeit kennt, der wird die Herstellung eines ordentlichen Textes der Genesis hundertmal schwieriger finden als die an sich nicht ganz leichte Sache, die wir versucht haben zustande zu bringen mit dem Rosenkreuzer-Mysterium. Gerade wenn man fortschreitet in dem, was uns gegeben ist als die großen Offenbarungen der Welt, dann türmen sich die Schwierigkeiten auf, und es ist gut, daß wir uns mit dieser Tatsache bekannt machen. Denn dadurch gerade, daß wir diese Schwierigkeiten einsehen und erkennen lernen, kommen wir immer weiter und weiter im richtigen Verständnis des Anthroposophischen.
[ 21 ] You see, the intention was to have our dear friend, Mr. Seiling, give a presentation at the beginning or end of this cycle in the style you were able to experience again yesterday in his lecture—the intention was to ask him to present the account of the seven days of creation in Genesis. You will easily understand that it was impossible to have the usual texts recited, since in this very cycle we have been searching for adequate expressions for what is actually said in Genesis, and there was a faint hope that perhaps today, at the end, something like a translation derived from spiritual scientific research might have been presented. But given the great rush of visitors in recent days, it could not be risked to even attempt to produce a translation of Genesis that would be suitable for presentation. It could not be attempted with full conscientiousness, and I must ask you to wait for a later time in this regard. For now, let us be content with these insights that can arise from the cycle. For I can assure you: I consider a true translation to be a task that demands perhaps a hundred times as much spiritual energy as had to be expended from the very first moment when the seed of our Rosicrucian Mystery was sown, right up to the final event—the performance. — Anyone who knows the difficulty will find the production of a proper text of Genesis a hundred times more difficult than the task—which is not entirely easy in itself—that we have attempted to accomplish with the Rosicrucian Mystery. Precisely as one progresses in what has been given to us as the great revelations of the world, the difficulties pile up, and it is good that we familiarize ourselves with this fact. For it is precisely by coming to see and recognize these difficulties that we advance further and further in the correct understanding of anthroposophy.
[ 22 ] Das Anthroposophische muß Weitherzigkeit gegenüber allem empfinden, was zusammenwirken soll, damit die anthroposophische Arbeit zustande kommen kann. Deshalb dürfen wir, wenn wir auch mit bestimmten Arbeitsmethoden vorgehen, doch nicht irgendeine andere Arbeitsmerhode als etwa nicht zu uns gehörig betrachten. Heute erfordert unsere Zeitentwickelung, erfordert die geistige Evolution unserer Zeit mancherlei Wege, die zu dem großen Ziel hinführen sollen, das wir alle in Aussicht haben. Und wenn es auch durchaus nicht in meinem Felde liegt, auf einem anderen Gebiete als auf dem esoterischen arbeitend vor Sie hinzutreten, so werden Sie niemals finden, daß ich eine andere Arbeitsmethode ausschließe. Das darf ich insbesondere am Ende dieses Zyklus erwähnen, der uns ja durch die Hilfe der Esoterik in so hohe Regionen anthroposophischer Forschung hingeführt hat, und ich möchte Sie gerade im Hinblick auf dieses hinweisen darauf, daß es gut ist, wenn Sie sich für die anthroposophische Auffassung von allen Seiten her Hilfe holen, wenn Sie auch das kennenlernen, was von anderen Methoden her sich anschließt an unsere Esoterik. Deshalb möchte ich Sie hinweisen auf das Segensreiche eines Buches, das von unserem lieben Freunde Herrn Ludwig Deinhard verfaßt ist und das in schöner Weise zusammengestellt hat, was von anderen Forschungsseiten her uns nützlich sein kann, um sozusagen allseitig zu sein auf diesem Gebiete. Und da in diesem Buch ein schöner harmonischer Zusammenhang gesucht und dargestellt worden ist gerade auch mit unserer Art von Esoterik, so kann diese Darstellung ja auch uns Anthroposophen nur nützen. Sie werden da mancherlei finden, was Ihnen brauchbar sein kann auf dem anthroposophischen Wege.
[ 22 ] Anthroposophy must show open-mindedness toward everything that is meant to work together so that anthroposophical work can come to fruition. Therefore, even though we proceed using specific working methods, we must not regard any other working method as somehow alien to us. Today, the development of our times, the spiritual evolution of our age, requires various paths that are meant to lead to the great goal we all have in view. And even though it is by no means within my field to address you while working in a domain other than the esoteric, you will never find that I exclude any other working method. I may mention this in particular at the end of this cycle, which has indeed led us, through the help of esotericism, into such high regions of anthroposophical research, and I would like to point out to you, precisely in view of this, that it is good for you to seek help for the anthroposophical view from all sides, and to become acquainted with what, from other methods, connects with our esotericism. That is why I would like to draw your attention to the benefits of a book written by our dear friend Mr. Ludwig Deinhard, who has beautifully compiled what can be useful to us from other fields of research, so that we may, so to speak, be well-rounded in this area. And since this book seeks and presents a beautiful, harmonious connection specifically with our kind of esotericism, this presentation can certainly be of benefit to us anthroposophists as well. You will find there many things that may be useful to you on the anthroposophical path.
[ 23 ] Auf vieles andere könnte ich noch hinweisen. Vor allen Dingen möchte ich auf ein Zweites hinweisen, auf etwas, was uns in diesen Vorträgen insbesondere, ich möchte sagen, von Stufe zu Stufe hat entgegentreten können: auf die Notwendigkeit, daß die anthroposophische Lehre in unserem Herzen und Gemüte das werde, was uns wirklich mit der ganzen Kraft unseres Innenlebens immer höher und höher bringt, zu immer höheren Empfindungsformen, zu immer weitherzigeren Lebensformen gegenüber der Auffassung der Welt. Nur indem wir bessere Menschen werden auf intellektuellem, auf empfindungsmäßigem, auf moralischem Gebiete, liefern wir den Probierstein für die Fruchtbarkeit dessen, was uns auf geisteswissenschaftlichem Felde zukommen kann. So dürfen wir sagen, daß gerade solche Lehren, die uns den Parallelismus unserer geisteswissenschaftlichen Forschung mit der Bibel zeigen, besonders fruchtbar werden können. Denn eben durch diese Lehren erfahren wir ja, wie wir selber urgründen, urständen, wie Jakob Böhme gesagt haben würde, in jenem übersinnlichen geistigen Schoß, in dem auch urständeten, urgründeten die Elohim selber, die sich hinaufentwickelten zu Jahve-Elohim, zu dieser höheren Entwickelungsform, um das als das große Ziel ihres Schaffens zustande zu bringen, was wir den Menschen nennen. Fassen wir diesen unseren Ursprung mit der nötigen Ehrfurcht auf, fassen wir ihn aber auch mit der nötigen Verantwortlichkeit auf! Begonnen haben an unserer Evolution mit ihren besten Kräften die Elohim, mit seiner besten Kraft Jahve-Elohim. Fassen wir diesen unseren Ursprung als eine Verpflichtung gegenüber unserer Menschennatur auf, daß wir immer mehr und mehr auch die geistigen Kräfte in uns einführen, die im Laufe der späteren Evolution eingetreten sind in das Erdenwerden.
[ 23 ] There are many other points I could mention. Above all, I would like to point out a second one—something that, in these lectures in particular, I would say, has emerged step by step: the necessity that the anthroposophical teaching become in our hearts and minds that which truly lifts us higher and higher with the full power of our inner life, to ever higher forms of feeling, to ever more open-hearted ways of living in relation to our view of the world. Only by becoming better human beings in the intellectual, emotional, and moral spheres do we provide the touchstone for the fruitfulness of what may come to us in the field of spiritual science. Thus we may say that precisely those teachings which show us the parallelism between our spiritual scientific research and the Bible can become particularly fruitful. For it is precisely through these teachings that we come to know how we ourselves were founded and originated, as Jacob Böhme would have said, in that supersensible spiritual womb in which the Elohim themselves were also founded and originated, developing upward to become Yahweh-Elohim, to this higher form of development, in order to bring about as the great goal of their creation what we call human beings. Let us regard this origin of ours with the necessary reverence, but let us also regard it with the necessary sense of responsibility! The Elohim began our evolution with their best powers, and Yahweh-Elohim with His best power. Let us regard this origin of ours as a commitment to our human nature, so that we may increasingly incorporate into ourselves the spiritual powers that entered into earthly existence in the course of later evolution.
[ 24 ] Wir haben von Luzifers Einfluß gesprochen. Durch ihn ist etwas, was im Schoße jener Geistigkeit lag, in der ja auch der Mensch urständete, durch diesen luziferischen Einfluß ist zunächst in diesem Schoß etwas verblieben, was in einer späteren Zeit hervorgetreten ist durch die Verkörperung des Christus in dem Leibe des Jesus von Nazareth. Seit jener Zeit wirkt als ein anderes göttliches Prinzip der Christus im Erdenwerden. Und der Hinblick auf die großen Wahrheiten der Genesis soll uns zur Verpflichtung hinführen, diese geistige Wesenheit des Christus immer mehr und mehr in unser eigenes Wesen einzuführen, denn nur dadurch werden wir unsere volle Aufgabe als Mensch erfüllen, daß wir uns mit diesem ChristusPrinzip durchdringen, nur dadurch auf der Erde immer mehr und mehr zu dem werden, wozu die Anlage in uns vorhanden war in jenen Zeiten, die mit dem biblischen Schöpfungsbericht der Genesis gemeint sind.
[ 24 ] We have spoken of Lucifer’s influence. Through him, something that lay within the bosom of that spirituality—from which humanity itself originated—remained there for a time; and this Luciferic influence caused something to remain within that bosom, which later emerged through the incarnation of the Christ in the body of Jesus of Nazareth. Since that time, Christ has been at work as a distinct divine principle in the process of becoming human. And contemplation of the great truths of Genesis should lead us to the obligation to incorporate this spiritual being of Christ more and more into our own being, for only by permeating ourselves with this Christ principle will we fulfill our full task as human beings, and only thereby will we increasingly become on Earth what the potential within us was intended to be in those times referred to in the biblical creation account of Genesis.
[ 25 ] So kann auch eine solche Vortragsreihe dahin wirken, daß nicht nur Lehren aufgenommen werden, sondern daß Kräfte in unserer Seele erstehen. Mögen sie als Kräfte in der Seele weiterwirken, diese Lehren, die uns erflossen sind aus einer genaueren Betrachtung der Genesis, auch wenn wir manche von den Einzelheiten wieder vergessen. Das darf vielleicht gesagt werden am Schlusse dieser Tage, durch die wir wieder einmal für eine kurze Zeit so recht untertauchen wollten in den Strom des anthroposophischen Lebens: Versuchen wir, aus den Lehren die Kräfte mit uns zu nehmen, die aus solchen Lehren hervorgehen müssen! Tragen wir sie hinaus, lassen wir von diesen Kräften unser Leben draußen befruchten! — Was wir auch tun mögen, auf welchem Gebiete des Daseins, in was für einem weltlichen Berufe wir auch wirken sollen: diese Kräfte können unser Schaffen, unser Wirken befeuern, befruchten, aber auch unsere Freudigkeit, unsere Lebensseligkeit erhöhen. Und keiner, der in richtigem Sinne den großen Ursprung des Menschendaseins verstanden hat, kann in das weitere Dasein eintreten, ohne diese Lehren als Samenkräfte für Lebensbeseligung, für Lebensfreudigkeit in sich aufzunehmen. Lassen Sie aus Ihren Augen leuchten, wenn Sie Liebestaten verrichten wollen, die Wahrheit über den großen gewaltigen Ursprung, über die gewaltige Bestimmung des Menschen, und Sie werden in solcher Weise am besten hinaustragen, was anthroposophische Lehre ist. Im Werke wird sich bewahrheiten diese anthroposophische Lehre, beglückend für die Umgebung des Menschen, beseligend, erfreuend, erfrischend, gesundend für unsere eigene Geistigkeit, für unsere eigene Seele, für unsere eigene Leiblichkeit. Wir sollen bessere, gesündere, kräftigere Menschen sein dadurch, daß wir die anthroposophischen Lehren in uns aufnehmen.
[ 25 ] In this way, a lecture series such as this can have the effect not only of imparting knowledge, but also of awakening forces within our souls. May these teachings, which have flowed to us from a closer examination of Genesis, continue to work as forces within our souls, even if we forget some of the details. Perhaps this may be said at the close of these days, during which we once again sought to immerse ourselves for a brief time in the stream of anthroposophical life: Let us try to take with us from these teachings the forces that must arise from them! Let us carry them forth, and let these forces fertilize our lives in the world! — Whatever we may do, in whatever sphere of existence, in whatever worldly profession we may be engaged: these forces can inspire and enrich our work and our activities, but also heighten our joy and our sense of life’s bliss. And no one who has truly understood the great origin of human existence can enter into the wider realm of existence without taking these teachings into themselves as seed forces for the joy of life, for the delight of living. Let the truth about the great, mighty origin, about the mighty destiny of the human being, shine from your eyes when you wish to perform acts of love, and in this way you will best convey what anthroposophical teaching is. In action, this anthroposophical teaching will prove true, bringing happiness to those around us, and bringing bliss, joy, refreshment, and healing to our own spirituality, to our own soul, and to our own physical being. We are to become better, healthier, and stronger human beings by taking the anthroposophical teachings into ourselves.
[ 26 ] In diesem Sinne möchte vor allen Dingen ein solcher Zyklus wirken. Er soll nichts anderes als ein Samenkorn sein, das sich in die Seele der Zuhörer senkt, aufkeimt und draußen in der Welt Früchte trägt für die Umgebung. So gehen wir physisch auseinander, so bleiben im Geiste die Anthroposophen vereint und wollen zusammenwirken dadurch, daß sie die Lehre überführen in das Leben. Lassen Sie uns von diesem Geiste durchdrungen sein, nicht schwächer werden in diesem Geiste, bis zu jenem Momente, wo wir nicht nur auf geistigem Gebiete, sondern auch im Physischen das Wort verwirklicht sehen, das ich auch dieses Mal als das letzte aussprechen möchte: Auf Wiedersehen!
[ 26 ] It is in this spirit that such a cycle is intended to have an effect above all else. It is meant to be nothing other than a seed that sinks into the souls of the listeners, sprouts, and bears fruit out in the world for those around us. Thus, while we part ways physically, we anthroposophists remain united in spirit and seek to work together by bringing the teachings to life. Let us be imbued with this spirit, let us not grow weaker in this spirit, until that moment when we see the word realized not only in the spiritual realm but also in the physical, a word I would like to utter once again as my final farewell: Goodbye!
