Secrets of the Biblical Creation Story
GA 122
26 August 1910, Munich
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Elfter Vortrag
The Harmony of the Bible with Clairvoyant Research
[ 1 ] Aus allem, was in den letzten Tagen und insbesondere gestern noch gesagt worden ist, werden Sie entnehmen können, in welchen Zeitenraum ungefähr unserer geisteswissenschaftlichen Beschreibung wir den Bericht der Genesis hineinzuversetzen haben. Wir haben ja schon darauf hingewiesen, daß da, wo sozusagen die ersten monumentalen Worte der Bibel einschlagen, jener Moment gemeint ist, welcher von uns geisteswissenschaftlich etwa mit den Worten angedeutet wird: Die noch gemeinsame Erden-Sonnen-Substanz schickt sich an, in eine Trennung einzutreten. Dann erfolgt diese Trennung, und während der Trennungsvorgänge spielt sich das ab, was uns die Genesis zunächst schildert. Alles das ist mit dieser Genesisschilderung gemeint, was da erfolgt bis hinein in die lemurischen Zeiten, bis zur Mondentrennung. Und was dann nach vollzogener Mondentrennung von uns geisteswissenschaftlich geschildert wird als der Verlauf der lemurischen Zeiten, als das Anbrechen der atlantischen Zeiten, das haben wir in der Schilderung zu suchen, die da folgt auf die Schöpfungstage. Das haben wir gestern schon angedeutet. Wir haben auch darauf hingedeutet, welch tiefer Sinn darin liegt, wenn gesagt wird, daß der Mensch in seine Leiblichkeit Erden-Monden-Staub eingeprägt erhielt. Das war also zu derselben Zeit, wo jener Aufstieg im Kosmos erfolgt war, den wir als ein kosmisches Avancement der Elohim zu Jahve-Elohim bezeichnet haben. Dieses Aufsteigen mußten wir etwa zusammenfallend denken mit dem Beginne der Wirksamkeit des Mondes von außen. Da müssen wir uns nur die Wirksamkeit des Mondes, das heißt jener Wesenheit, die verbunden war mit dem Vorgang der Mondentrennung, mit der Wirksamkeit des Mondes von außen, eben in der Gesamtheit der Elohim denken, das, was wir Jahve-Elohim nennen. So daß wir sagen könnten: Das Wirken des Mondes auf die Erde in ihrem ersten Stadium korrespondiert mit alledem, was wir nennen können das Einprägen des Erden-Monden-Stoffs in den Menschenleib. — Dem bis dahin bloß wärmehaften Menschenleibe wird verliehen, was gewöhnlich übersetzt wird mit den Worten: Jahve-Elohim hauchte dem Menschen den göttlichen Hauch ein und der Mensch wurde eine lebende Seele, ein lebendes Wesen, besser gesagt.
[ 1 ] From all that has been said in the last few days, and especially from what was said yesterday, you will have gathered at about what time we have placed the Genesis story. In fact we have pointed out that the first momentous words of the Bible mark. the moment when we should say in terms of Spiritual Science that the substance constituting the earth and sun, hitherto one body, makes ready to separate. Then follows the separation, and during its course what is described in the opening verses takes place. The biblical description of the creation then goes on to cover all that happens until far on into the Lemurian age, right up to the separation of the moon. What has been described by Spiritual Science as coming after the withdrawal of the moon, that is, at the end of Lemuria and in the beginning of Atlantis, took place after the “days” of creation. We pointed that out yesterday. We also pointed out the deep significance of the statement that man received in his body the imprint of the earth-moon-dust. This coincided with the cosmic event which we have called the advancement of the Elohim to become JahveElohim. We had to think of this advance as more or less coinciding with the beginning of the moon's activity from outside. Thus we must think of the process of the moon's separation, and its activity from without, as associated with that Being who represents the Elohim as one undivided entity, with Him whom we call Jahve-Elohim. The first phase of the action of the moon upon the earth coincides with the imprinting of the earth-moon material into the human body. The human body, which hitherto had consisted solely of warmth, was now endowed with something expressed as follows: And the Lord God ... breathed into his nostrils the breath of life; and man became a living soul—or, let us say, a living being.
[ 2 ] Dabei dürfen wir nicht außer acht lassen, wiederum auf das ungeheuer Treffende, Große und Gewaltige in den biblischen Ausdrücken hinzuweisen. Ich habe Sie darauf aufmerksam machen können, daß das eigentliche Erden-Menschwerden darauf beruht, daß der Mensch in seiner Geistigkeit hat warten dürfen innerhalb des geistigen Zustandes, bis die geeigneten Bedingungen im Erdenwerden selber vorhanden waren, so daß er durch die späte Annahme seiner Leiblichkeit ein reifes Wesen hat werden können. Hätte er früher von seiner Geistigkeit zur Leiblichkeit heruntersteigen müssen, etwa während jener Vorgänge, die mit dem sogenannten fünften Schöpfungstage gemeint sind, dann hätte er nur ein Wesen werden können, das physisch gleichartig mit jenen Wesenheiten wäre, die uns als in den Luft- und Wassersphären lebend geschildert werden. Wie stellt sich also eigentlich dieses Wesenhafte des Menschen in der Genesis dar? Ja, das ist ganz wunderbar großartig, und die Ausdrücke sind da so treffend gewählt, daß der moderne Mensch viel lernen könnte eben in bezug auf die richtige und treffende Wahl der Ausdrücke. Da wird uns gesagt, daß jene Wesenheiten, also die Gattungsseelen, die am fünften Schöpfungstage sich in die Materie der Erde hineinversenkten, lebende Wesen wurden, das, was wir eben heute lebende Wesen nennen. Der Mensch stieg dazumal noch nicht herunter. Jene Gattungsseelen, die noch oben gleichsam im großen Reservoir des Geistigen waren, die stiegen erst später herunter. Und auch während des sechsten Schöpfungstages stiegen zuerst die dem Menschen nächststehenden Tierwesen, die eigentlichen Erdentiere herunter. Also auch während der ersten Zeit des sogenannten sechsten Schöpfungstages durfte der Mensch nicht heruntersteigen in die dichte Materie, denn wenn er da schon die Kräfte des Erdenwerdens sich eingeprägt hätte, dann wäre er physisch ein Wesen geworden wie die Erdentiere. Zuerst stiegen herunter die Gattungsseelen der höheren Erdentiere, die nun den Erdboden im Gegensatz zur Luft und zum Wasser bevölkerten. Dann erst traten allmählich solche Bedingungen ein, daß sich die Anlagen zu dem späteren Menschen bilden konnten.
[ 2 ] We must not fail once again to notice the aptness, the grandeur, the power of the biblical words! I have impressed upon you that the proper earthly incarnation of man depended upon his being able to wait in his spiritual nature in spiritual surroundings until suitable conditions were present in the earth itself; so that it was his late assumption of his bodily nature which enabled him to become a mature being. Had he come down into his body earlier, let us say, during the events of the fifth “day,” he could only have become a being resembling physically the beings of the air and of the water. How does Genesis describe the being of man? Wonderfully! The passage is a model of accurate and appropriate wording. We are told that the group-souls who descended into earthly matter on the fifth “day” became living creatures—became what we today call living creatures. Man did not descend at that time. The group-souls who still remained above in the great reservoir of the spirit did not descend until later. And even on the sixth “day” it was the animals nearest to man, the earth-animals proper, which came down first. Thus man was not able to descend into solid matter even during the first part of the sixth “day,” for if he had imprinted the earth-forces into himself at that time he would have become a creature physically resembling the animals. The group-souls of the higher animals descended first and populated the earth, as distinct from the air and the sea. Only after that, little by little, came about conditions favourable to the formation of the prototype of humanity.
[ 3 ] Wie vollzog sich das? Das wird uns monumental angedeutet, wenn gesagt wird, daß sich die Wesenheiten der Elohim anschickten, nach jenem Bilde, das ich Ihnen geschildert habe, den Erdenmenschen zu gestalten, ihre Tätigkeiten zusammenfließen zu lassen. Wir müssen also sagen: Zuerst entstand dieser Erdenmensch dadurch, daß die Elohim mit ihren verschieden auf sie verteilten Fähigkeiten zusammenwirkten wie eine Gruppe von Wesenheiten, die ein gemeinsames Ziel haben. — Der Mensch war also zunächst das gemeinsame Ziel der Gruppe der Elohim.
[ 3 ] How was it achieved? It is conveyed to us in memorable words when we are told that the Elohim set about combining their activities in order to make man after the image I have described to you. This earth-man arose because the Elohim, each with his different capacity, worked together as a group to achieve a common purpose. Man began by being the common purpose of the Elohim as a group.
[ 4 ] Nun müssen wir uns eine genauere Vorstellung davon machen, wie am sogenannten sechsten Schöpfungstage eigentlich der Mensch entstand. Er war ja damals noch nicht so, wie er heute vor uns steht. Die physische Leiblichkeit, in der uns heute der Mensch entgegentritt, die entstand ja erst später, als die Einhauchung des von Jahve-Elohim geprägten lebendigen Odems stattfand. Bevor der Erdenstaub der Leiblichkeit eingeprägt wurde, fand jener Vorgang statt, der geschildert wird. als das Schaffen des Menschen durch die Elohim. Wie war also der Mensch, den die Elohim noch während der sogenannten lemurischen Zeit ins Dasein versetzten?
[ 4 ] We must try to get a closer idea of what man was like on the sixth “day.” He was not yet as he is today. The physical body which we find in man today only came later with the inbreathing by Jahve of the breath of life. The event which is described as the creation of man by the Elohim took place before the earth-dust had been imprinted into his bodily nature. What was he like—this man brought into existence by the Elohim, still in the Lemurian age?
[ 5 ] Erinnern Sie sich daran, was ich oftmals gesagt habe über den Charakter und die Natur des heutigen Menschen. Das, was wir den heutigen Menschen nennen, ist in einer gewissen Weise nur in bezug auf die höheren Glieder bei allen Menschen gleich. Wir haben aber den Menschen in bezug auf die Geschlechter so zu unterscheiden, daß das, was uns heute in der physischen Ausgestaltung als Mann entgegentritt, in seinem Ätherleibe weiblich ist, und ebenso ist das, was uns im Physischen weiblich entgegentritt, im Ätherleibe männlich. So ist heute das Menschentum verteilt. Das, was nach außen hin männlich erscheint, ist nach innen weiblich, und das, was nach außen weiblich erscheint, ist nach innen männlich. Wodurch vollzog sich das? Das vollzog sich dadurch, daß erst in verhältnismäßig später Zeit nach den eigentlichen Schöpfungstagen eine Differenzierung der Leiblichkeit des Menschen eintrat. In jenen Menschen, die als das gemeinsame Ziel der Elohim entstanden am sechsten Schöpfungstage, war diese Differenzierung, die Trennung in Mann und Frau, noch nicht vorhanden. Da hatten die Menschen noch eine gemeinsame Leiblichkeit. Wir stellen sie uns am deutlichsten so vor, soweit das in einem Bilde überhaupt möglich ist, daß wir sagen: Es war eben die physische Leiblichkeit noch mehr ätherisch, dafür die ätherische Leiblichkeit etwas dichter als heute. — Also das, was heute dichte, physische Leiblichkeit ist, war damals, als die Elohim es bildeten, noch nicht so dicht wie heute, und die ätherische Leiblichkeit war dichter als heute. Eine Differenzierung, ein Dichterwerden nach dem Physischen hin trat später ein unter dem Einfluß von Jahve-Elohim. Sie werden schon ahnen können, daß wir das Menschenwerk der Elohim gar nicht im Sinne von heute als männlich und weiblich ansprechen dürfen, sondern daß es männlich und weiblich zugleich war, undifferenziert, ununterschieden. Jener Mensch also, der da entstand in dem Sinne, wie die Bibel es durch die Elohim ausspricht: «Lasset uns den Menschen machen!», der war noch nicht differenziert, sondern männlich und weiblich zugleich, und es entstand durch diese Schöpfung der Elohim der Mensch männlich-weiblich. Das ist die Bedeutung, die ursprüngliche Bedeutung dessen, was so grotesk in den modernen Bibeln übersetzt ist: «Und die Elohim schufen den Menschen, ein Männlein und ein Fräulein.» Dieses «Männlein und Fräulein» ist wohl die unorganischste Übersetzung in der Bibel. Da haben wir es nicht mit einem Männlein und Fräulein im Sinne der heutigen Zeit zu tun, sondern mit dem undifferenzierten Menschen, mit dem männlich-weiblichen Menschen.
[ 5 ] Remember what I have often said about the character and nature of the man of today. It is only as regards his higher members that their physical humanity is the same in all men. As regards their sex we must distinguish. The male has a feminine etheric body, and the female a masculine etheric body. How did it come about? This differentiation, this separation into male and female, came about relatively late, after the “days” of creation. There was no such differentiation in the human being who arose on the sixth “day” as the common purpose of the Elohim. At that time all human beings had a bodily nature in common. We can best describe it (so far as representation is possible at all) by saying that the physical body was more etheric and the etheric body somewhat denser than is the case today. A differentiation between physical and etheric, a densification on the side of the physical, only occurred later under the influence of Jahve-Elohim. You will appreciate that we cannot speak of the human creation of the Elohim as separately male and female in the sense of today; the Elohim-man was at the same time both male and female, undifferentiated. Thus man, in the sense expressed by the Elohim in the words Let us make man, was still undifferentiated, still male and female at the same time. Through this deed of the Elohim the bisexual man was created. That is the meaning of the words translated male and female created he them. The words do not refer to man and woman in the sense of today, but to the undifferentiated man, the male-female man.
[ 6 ] Ich weiß ganz gut, daß zahlreiche Bibelexegeten sich gegen diese Auslegung gewendet haben und versucht haben, mit gewissem gelehrtem Großsprechertum das, was monumentale ältere Exegesen schon behauptet haben, das Richtige nämlich, ins Lächerliche zu ziehen. Man versucht sich aufzulehnen gegen diese Auslegung, daß der elohistische Mensch männlich-weiblich zugleich war, daß also das Ebenbild der Elohim, das, was nach dem Bilde der Elohim entstanden ist, der männlich-weibliche Mensch ist. Solche Exegeten, die sich dagegen auflehnen, die möchte ich fragen, worauf sie sich eigentlich stützen. Auf hellseherische Forschung dürfen sie sich nicht stützen, denn die wird niemals etwas anderes sagen, als was ich Ihnen jetzt gesagt habe. Und auf eine äußerliche Forschung? Da möchte ich die Leute einmal fragen, ob sie dann gegenüber dem, was eigentlich die Überlieferung ist, eine andere Deutung aufrechterhalten können. Man sollte doch den Leuten erzählen, was eigentlich die äußere Überlieferung der Bibel ist. Wenn man zuerst durch hellseherische Forschung die wahren Tatbestände finder, dann springt Leben, dann springt Licht hinein in diesen Bibeltext und dann kommen auch kleine Abweichungen in der Überlieferung nicht in Betracht, weil einen die Bekanntschaft mit der Wahrheit dahin führt, den Text richtig zu lesen. Etwas anderes ist es aber, wenn man philologisch an die Dinge herangeht. Man muß sich doch klar sein, daß bis in die christlichen Jahrhunderte herein auch vom ersten Teil der Bibel nichts vorhanden war, was dazu hätte verleiten können, diesen Text so zu lesen, wie er heute gelesen wird. Vokale gab es überhaupt darin nicht, und der Text war so, daß auch die Trennungen der einzelnen Worte erst gebildet werden mußten. Erst später wurden auch die Punkte hinzugesetzt, welche im Hebräischen die Vokale andeuten. Ohne die Vorbereitung durch die Geisteswissenschaft möchte ich wissen, mit welchem Rechte irgend jemand eine Interpretation geben will aus dem ursprünglichen Texte, von der man mit wissenschaftlicher Gewissenhaftigkeit sagen kann, daß sie stimmt.
[ 6 ] I am well aware that countless biblical commentators have objected to this interpretation and have sought to throw ridicule on what earlier distinguished commentators have maintained—which is nevertheless the truth. They take exception to the view that the Elohim-man was male-female, and that therefore the male-female is what was made in the image of the Elohim. I should like to ask such commentators on what they base their view. It cannot be upon clairvoyant investigation, for that will never give anything other than what I am saying. If it is upon external investigation, I should like to ask them how, in face of tradition, they justify any other interpretation. At least people ought to be told what the biblical tradition is. When through clairvoyant investigation one first discovers the true facts, then life and light breaks into the text, and minor discrepancies in the tradition no longer matter, because knowledge of the truth enables one to read the text correctly. But it is very different if one approaches the matter from the point of view of philology. One must nevertheless understand clearly that, even as late as the early centuries of the Christian era, there was nothing in the first chapters of the Bible to mislead anyone into reading the text as it is read today. There were no vowels at all, and the text was in such a condition that even the division into separate words had yet to be made. The dots which in Hebrew signify the vowels were only inserted later. Without the preparation which Spiritual Science gives, what claim has anyone to offer an interpretation of the original text, of which he can say conscientiously, and with scholarship, that it is reliable?
[ 7 ] So haben wir es also zu tun bei dem Werke der Elohim mit einem Vorbereitungsstadium für den Menschen. Alle die Vorgänge, welche wir heute mit den Ausdrücken «menschliche Fortpflanzung» oder dergleichen belegen, sind damals in bezug auf den Menschen noch ätherischer, noch geistiger. Sie stehen noch, möchte ich sagen, auf einer höheren Stufe, fast könnte man sagen auf einem höheren Plane. Erst das Werk des Jahve-Elohim machte den Menschen zu dem, was er heute geworden ist. Da mußte vorangehen die gesetzmäßige Schöpfung der anderen, niedrigen Wesenheiten. So sind also, man möchte sagen, durch einen vorzeitigen Schöpfungsakt die niederen tierischen Wesenheiten zu Lebewesen geworden. Derselbe Ausdruck nephesch wird auf diese tierischen Lebewesen angewendet und auch zuletzt auf den Menschen. Aber wie auf den Menschen? So, daß für den Zeitpunkt, da Jahve-Elohim eintritt und den Menschen zum heutigen Menschen macht, ausdrücklich dazu gesagt wird: Jahve-Elohim prägt die n’schamah ein. — Und dadurch, daß der Mensch ein höheres Glied eingeprägt erhält, dadurch wird dieser selbe Mensch ein lebendes Wesen.
[ 7 ] Thus in the Elohim-creation we have man at a preparatory stage. All the processes which are included in a term such as “human propagation” were at that time more etheric, more spiritual. They remained at a higher level. It was the deed of Jahve-Elohim which first made man into what he has become today. That had to be preceded by the creation in due order of other, lower beings. Thus the animals became living creatures by what one might almost call a premature act of creation. The same expression nephesch,1See Figure 12, below. living creature, is applied to these animals as is ultimately applied to man. But how is it applied to man? At the moment when Jahve-Elohim intervenes and makes man into the man of today, it is said that Jahve-Elohim imprints n'schamah.2See Figure 13, below. It is through having a higher member implanted into him that man himself becomes a living being.
[ 8 ] Merken Sie jetzt wohl, welch ein unendlich fruchtbarer, bedeutungsvoller Begriff da in die Evolutionslehre gerade durch die Bibel eingeführt wird! Gewiß, es wäre ja ganz töricht, in bezug auf die äußere Formung zu verkennen, daß der Mensch sozusagen an die oberste Stufe der Tierreihe gehört. Die Trivialität möge dem Darwinismus überlassen bleiben. Aber das ist das Wesentliche, daß der Mensch nicht auf dieselbe Art wie die anderen niederen Wesen zu einem lebenden Wesen geworden ist, zu einem Wesen, dessen Charakter man mit nephesch bezeichnet, sondern daß dem Menschen erst ein höheres Glied seines Wesens verliehen wurde, ein höheres Glied, das in bezug auf sein Geistig-Seelisches schon vorher vorbereitet worden ist.
[ 8 ] Note what a very fruitful concept the Bible, of all books, introduces into the theory of evolution! Of course it would be foolish not to recognise that, as regards his external form, man belongs to the highest stage of the animal kingdom. This small concession may be made to Darwinism. But the essential thing is that man did not become a living being in the same way as the other, lower beings, whose nature is described as nephesch; man was first endowed with a higher member of his being, a previously prepared soul-spiritual element.
[ 9 ] Da kommen wir nämlich zu einer anderen Parallelisierung der alten hebräischen Lehre mit unserer Geisteswissenschaft. Wir unterscheiden, wenn wir von dem menschlich Seelenhaften sprechen, die Empfindungsseele, die Verstandes- und die Bewußtseinsseele. Wir wissen, daß diese zunächst in ihrer geistig-seelischen Art entstanden sind während jener Zeiten, die mit den ersten drei Schöpfungstagen bezeichnet werden. Da bildeten sie sich ihrer Anlage nach aus. Die Umkleidung aber, die eigentliche Einprägung, so daß ein physischer Leib der Ausdruck dieser inneren wesenhaften Seelennatur des Menschen wurde, die geschah viel später. Also das müssen wir festhalten, daß sozusagen das Geistige zuerst entsteht, daß dieses Geistige sich dann zunächst mit dem Astralischen umkleidet, sich dann immer mehr und mehr verdichtet bis zum Ätherisch-Physischen hin, und daß sich dann erst das Geistige einprägt, das heißt, daß dasjenige, was früher gebildet worden ist, in Form des Lebensodems eingeprägt wird. Also das, was wie ein Kern in die Menschenwesenheit hineinverlegt wird durch Jahve-Elohim, das ist früher schon gebildet; im Schoße der Elohim ist es vorhanden. Jetzt wird es dem Menschen, dessen Leiblichkeit von anderer Seite her gebildet worden ist, eingeprägt. Es ist also etwas, was von einer anderen Seite in den Menschen hineinkommt. Und mit dieser Einprägung von n’schamah ist es erst möglich geworden, das in den Menschen hineinzuversenken, was wir die Anlage zur Ich-Natur nennen können. Denn diese alten hebräischen Ausdrücke nephesch, ruach, n’schamah, die sind nichts anderes als das, was wir parallel unseren geisteswissenschaftlichen Ausdrücken auch charakterisiert haben. Nephesch dürfen wir parallelisieren in bezug auf den Menschen mit der Empfindungsseele, ruach dürfen wir anwenden für die Verstandesseele, n’schamah für die Bewußtseinsseele.
[ 9 ] Here we come to another parallel between the ancient Hebrew doctrine and our own Spiritual Science. When we speak of the human soul, we distinguish between sentient soul, intellectual soul and consciousness soul. We know that these first arose in their soul-spiritual form during the first three “days” of creation. It was then that their characteristic tendencies were formed. But this inner soul-nature was not clothed in physical form, was not, so to say, impressed into a physical body until much later. Thus we have to understand that first there arises the spiritual, that this spiritual is then invested with the astral and then gradually condenses into the etheric-physical; it is only then that what was previously spiritual is imprinted into the body as the breath of life. Thus what was implanted as a seed into the human being by Jahve-Elohim had already been prepared earlier. It was there in the womb of the Elohim. Now it is imprinted into man, whose bodily nature had been built up from another direction. Thus it is something which enters into man from without. This impress of n'schamah first made it possible to implant in man the predisposition to, the rudiments of, the ego nature. For these old Hebrew expressions nephesch, ruach, n'schamah correspond to our spiritual scientific terms sentient soul, intellectual soul and consciousness soul respectively.
[ 10 ] So also müssen wir diese Fortentwickelung als einen außerordentlich komplizierten Vorgang darstellen. Alles das, was sich auf die Schöpfungstage selber bezieht, was sozusagen das Werk der Elohim ist vor ihrem Aufrücken zu Jahve-Elohim, müssen wir uns so vorstellen, daß es gewissermaßen in geistigen, höheren Regionen vor sich geht, und das, was wir heute physisch beobachten können in der Menschenwelt, das tritt erst ein durch das Werk von Jahve-Elohim.
[ 10 ] Thus this further evolution is very complicated. We must think of all that happened on the six “days” of creation, that is to say, we must think of the work of the Elohim before they advanced to Jahve-Elohim, as having taken place in higher, spiritual realms; and what we can see today in the world as physical man first came about through the deed of Jahve-Elohim.
[ 11 ] Von alledem, was wir so in der Bibel finden, was uns erst ein Verständnis geben kann von der eigentlichen inneren Natur des Menschen und was uns erst der seherische Blick wiederum lehrt, von alledem hatten aus ihren verschiedenen Einweihungsstätten heraus die griechischen Philosophen noch ein Bewußtsein. Plato vor allen Dingen, aber auch selbst noch Aristoteles. Wer Plato und Aristoteles kennt, der weiß, daß bei Aristoteles noch das Bewußtsein vorhanden ist, daß der Mensch durch ein höheres geistig-seelisches Glied erst zu einem lebendigen Wesen geworden ist, während die niederen Wesen durch andere Evolutionsakte hindurchgingen. Aristoteles stellte sich das etwa so vor. Die niederen tierischen Wesenheiten, die sind durch andere Evolutionsakte das geworden, was sie sind. Aber damals, als die Kräfte, die im Tier wirken, wirksam werden konnten, in jener Zeit durfte noch nicht das menschliche geistig-seelische Wesen, das noch in höheren Regionen schwebte, irdisch-leiblich werden, sonst wäre es auf niederen Tierstufen stehengeblieben. Das Menschenwesen mußte warten. Und es mußten abgesetzt werden von ihrer Souveränität die niederen tierischen Stufen durch das Einpflanzen des menschlichen Gliedes. Dafür gibt es noch einen Ausdruck, den Aristoteles gebraucht hat, phtheiresthai. Diesen Ausdruck braucht Aristoteles in dem Sinne, daß er etwa sagen würde: Gewiß, äußerlich genommen sind im Menschen dieselben Funktionen in bezug auf äußere Leiblichkeit vorhanden wie in der tierischen Natur, aber so, wie sie in der tierischen Natur sind, wirken sie souverän; im Menschen sind sie entthront von ihrer Souveränität und müssen einem höheren Prinzip folgen. Das bedeutet phtheiresthai.
[ 11 ] Of all this which we find in the Bible—and again now in clairvoyant perception—and which first enables us to understand the inner nature of man, the Greek philosophers still had a consciousness derived from their various initiation centres—Plato especially, but even Aristotle still knew something of it. Anyone familiar with the works of Plato and Aristotle knows that in Aristotle there was still an awareness that man first became a living being through the introduction of a higher soul-spiritual member, whereas the lower animals went through different evolutionary processes. Aristotle expressed it somewhat as follows. He says that the lower animals became what they were through other processes of evolution; but that at the time when the forces which are active in the animal were able to become effective, the human soul-spiritual being, which still hovered in higher regions, was not yet allowed to acquire an earthly body, otherwise it would have remained at the animal stage. The human being had to wait; in him the lower, the animal stages, had to be ousted from their sovereignty through the implanting of the human member. To express this Aristotle made use of the word φθειρεσθαι (phtheiresthai). By this he meant to say, “Of course, superficially speaking, man has the same bodily functions as the animal, but in the animal these functions are supreme, whereas in man the bodily functions have been dethroned and have to follow a higher principle.” That is the meaning of the word φθειρεσθαι.
[ 12 ] Und das liegt auch zugrunde der biblischen Schöpfungsgeschichte. Durch das Einprägen der n’schamah wurden die niederen Glieder ihrer Souveränität entthront. So hat der Mensch, indem er den Träger seiner Ichheit erhalten hat, ein höheres Glied erlangt. Dadurch wurde aber auch die Natur, die er früher hatte, die mehr ätherisch war, gleichsam um eine Stufe herunter differenziert. Er erhielt ein äußeres leibliches Glied und ein inneres mehr ätherisches Glied. Eines verdünnt sich, eines verdichtet sich. Am Menschen wiederholt sich, was wir als den Sinn der ganzen Evolution kennengelernt haben. Wir haben gesehen, wie sich die Wärme verdichtete in Luft und verdünnte in Licht, wie sich weiter die Luft zu Wasser verdichtet und zum Klangäther verdünnt und so weiter. Derselbe Vorgang vollzieht sich auf höheren Stufen für den Menschen. Das MännlichWeibliche differenziert sich weiter in Mann und Frau, differenziert sich ferner so, daß die dichtere physische Leiblichkeit nach außen, die dünnere ätherische Leiblichkeit unsichtbar nach innen geht. Damit also haben wir zu gleicher Zeit auf etwas hingewiesen, was wir als Fortschritt bezeichnen können von dem Werke der Elohim zu dem ‘Werke von Jahve-Elohim. Der Mensch, wie er heute vor uns steht, ist also ein Werk von Jahve-Elohim. Das, was wir als den sechsten Schöpfungstag bezeichnen, fällt also zeitlich zusammen mit unserer lemurischen Zeit, in der wir vom männlich-weiblichen Menschen sprechen.
[ 12 ] The same truth lies behind the biblical story of the creation. Through the implanting of n'schamah the lower members were dethroned. In the bearer of his ego man has acquired a higher member. But his earlier, more etheric nature was thereby brought down a stage and became differentiated. Man acquired an external, bodily member, and an inner, more etheric member; the one became denser and the other more rarefied. The principle was repeated in man which we have come to recognise as running through the whole of evolution. We saw how warmth condensed to air and rarefied to light, how air condensed to water and rarefied into sound-ether and so on. The same process takes place in man at higher levels. The male-female becomes differentiated into man and woman, and moreover in such a way that the denser physical body appears on the outside, the more rarefied, etheric, invisible body goes inwards. We could also call this the progress from Elohim-man to man the creation of Jahve-Elohim. The man we know today is the creation of JahveElohim, and the sixth “day” of creation corresponds with the Lemurian age, in which we speak of the male-female human being.
[ 13 ] Nun ist ja in der Bibel noch gesprochen von einem siebenten Schöpfungstage. Von diesem siebenten Schöpfungstage wird uns gesagt, daß die Arbeit der Elohim ruhte. Was heißt denn das eigentlich? Wie müssen wir diese weitere Erzählung auffassen? Wir fassen sie im Sinne der Geisteswissenschaft nur dann richtig auf, wenn wir uns klar sind, daß ja gerade jetzt der Zeitpunkt heranrückt, wo die Elohim aufsteigen, wo sie ihr Avancement durchmachen zu Jahve-Elohim. Aber Jahve-Elohim dürfen wir nicht auffassen als die Gesamtheit der Elohim, sondern vielmehr so, daß die Elohim gleichsam nur einen Teil ihrer Wesenheit abgeben an das Mondwesen, daß sie aber das, was nicht innerhalb dieses abgegebenen Teiles ihrer Wesenheit liegt, zurückbehalten, daß sie sozusagen in diesem alten Gliede ihrer Wesenheit ihre eigene weitere Evolution durchmachen. Das heißt, ihre Arbeit strömt in bezug auf dieses Glied nicht mehr in das Menschwerden ein. Sie wirken mit demjenigen Gliede im Menschwerden weiter, das in ihnen zu JahveElohim geworden ist. Das andere, das wirkt nun nicht unmittelbar auf die Erde, das widmet sich der eigenen Evolution. Das ist angedeutet mit dem «Ruhen» der irdischen Arbeit, mit dem Sabbathtag, mit dem siebenten Schöpfungstage.
[ 13 ] Now the Bible speaks of yet a seventh “day” of creation, and we are told that on this seventh “day” the Elohim rested. What does that actually mean? We only understand it aright if we realise that this is the very time when the Elohim rise, when they experience their promotion to become Jahve-Elohim. But we must not conceive Jahve-Elohim as the entire hierarchy of the Elohim united; we must understand that the Elohim give up, so to speak, only a part of their Being to the moon-Being, and hold the rest in reserve; and that in this older part of their Being they continue their own further evolution. So far as this part of them is concerned, their work is no longer devoted to the creation of man. That part of the Elohim which has become Jahve-Elohim continues to work on man. The other part does not work directly upon the earth, it devotes itself to its own evolution. That is what is meant by rest from earthly work, by the Sabbath day, by the seventh “day” of creation.
[ 14 ] Und jetzt müssen wir noch auf etwas anderes hinweisen, was wichtig ist. Wenn alles das richtig ist, was ich jetzt gesagt habe, dann müssen wir den Jahve-Menschen, dem Jahve sein Eigenwesen eingeprägt hat, als den unmittelbaren Nachfolger auffassen des Menschen, der gleichsam ätherischer, weicher am sechsten Schöpfungstage gebildet worden ist. Also haben wir eine gerade Linie von dem Menschen, der noch männlich-weiblich, der noch ätherischer ist, zum physischen Menschen. Der physische Mensch ist der Nachkomme, sozusagen ein Verdichtungszustand des ätherischen Menschen. Man müßte also sagen, wenn man schildern wollte den Jahve-Menschen, der in die Atlantis hinübergeht: Und der Mensch, der am sogenannten sechsten Schöpfungstage durch die Elohim gebildet wurde, entwickelte sich fort zu dem eingeschlechtlichen Menschen, zu dem Jahve-Menschen. Was da folgt nach den sieben Schöpfungstagen, das sind die Nachkommen der Elohim-Menschen, das sind die Nachkommen dessen, was überhaupt während der sechs Schöpfungstage ins Dasein trat. — Da ist wieder die Bibel von einer Großartigkeit, wenn sie in ihrem zweiten Kapitel uns erzählt, wie in der Tat der Jahve-Mensch ein Nachkomme ist des, wenn wir so sagen dürfen, himmlischen Menschen, des Menschen, der von den Elohim am sechsten Schöpfungstage gebildet worden ist. Genau so, wie der Sohn der Nachfolger des Vaters ist, so war der Jahve-Mensch der Nachfolger des Elohim-Menschen. Das erzählt uns die Bibel, indem sie uns in dem vierten Vers des zweiten Kapitels sagt: «Was jetzt folgen soll, das sind die Nachkommen, die nachfolgenden Geschlechter der Himmelswesen.»
[ 14 ] And now we must call attention to something else of importance. If everything that I have just been saying is correct, then we must regard the Jahve-man, the man into whom Jahve impressed his own Being, as the direct successor of the more etheric, more delicate man who was formed on the sixth “day.” Thus there is a direct line from the more etheric man, who is still male-female—from the bi-sexual man—to the physical man. Physical man is the descendant, in a densified form, of the etheric man. If one wanted to describe the Jahve-man who passes over into Atlantis, one would have to say: “And the man who was formed by the Elohim on the sixth ‘day' of creation developed further into the unisexual man, the Jahve-man.” Those who followed after the seven “days” of creation are the descendants of the Elohim-men, and thus of what came into being during the first six “days.” Again the Bible is sublime when, in the second chapter, it tells us that the Jahve-man is in fact a descendant of the heavenly man, the man who was formed by the Elohim on the sixth “day.” The Jahve-man is the descendant of the Elohim-man in precisely the same way as the son is the descendant of the father. The Bible tells us this in the fourth verse of the second chapter, which says “Those who are to follow are the descendants, the subsequent generations, of the heavenly man.”
[ 15 ] Das steht da. Nehmen Sie die Bibel, wie sie gewöhnlich heute genommen wird, so finden Sie darin den merkwürdigen Satz: «Das Obige ist die Entstehung des Himmels und der Erde, da sie geschaffen worden, am Tage, da Gott der Herr Erde und Himmel gemacht hatte.» Gewöhnlich wird die Gesamtheit der Elohim «Gott» genannt und der Jahve-Elohim «Gott der Herr». «Gott der Herr schuf Erde und Himmel.» Ich bitte Sie recht sehr, den Satz genau zu beachten, und dann bitte ich Sie, ganz gewissenhaft zu versuchen, irgendeinen vernünftigen Sinn mit diesem Satze zu verbinden. Ich möchte wissen, wer das kann. Wer es kann, der soll dann ja nur nicht irgendwie in der Bibel sich weiter umsehen, denn hier steht das Wort «tol’dot», was «die nachfolgenden Geschlechter» bedeutet und hier an gleicher Stelle steht wie bei Noah, wenn von den nachfolgenden Geschlechtern die Rede ist. So wird hier von den JahveMenschen als den Nachkommen, als den nachfolgenden Geschlechtern der Himmelswesen geradeso wie dort von den Nachkommen des Noah gesprochen. So etwa muß man diese Stelle dem Sinne nach lesen: «Dies, was da folgt, das, wovon man in dem Folgenden reden will, das sind die Nachkommen der Himmels- und Erdenwesen, die geschaffen worden sind von den Elohim und fortgesetzt worden sind von Jahve-Elohim.»
[ 15 ] That is what it really says. But if you take a modern translation, you find the remarkable sentence: These are the generations of the heavens and of the earth when they were created, in the day that the Lord God made the earth and the heavens. Usually we find the whole hierarchy of the Elohim called “God,” and Jahve-Elohim called “the Lord God”—the Lord God made the earth and the heavens. I ask you to look at this sentence carefully and try honestly to find a reasonable meaning for it. Anyone who claims to do so had better not look on ahead in his Bible, for the word used here is tol'doth,3See Figure 14, below. which means “subsequent generations”; and the same word is used in the later chapter which tells of the subsequent generations of Noah. Thus here it is speaking of the Jahve-men as the descendants, the subsequent generations, of the heavenly Beings, in the same way as there it speaks of the descendants of Noah. Thus this passage must be translated something like this: “In what follows we are speaking of the descendants of the heaven-and-earth beings who were created by the Elohim and further developed by Jahve-Elohim.”
[ 16 ] So also darf man den Jahve-Menschen auch im Sinne der Bibel als Nachkommen des Elohim-Menschen ansehen. Wer einen neuen Schöpfungsbericht annehmen will, weil die Rede davon ist, daß Gott der Herr die Menschen geschaffen hat, dem rate ich, daß er nur gleich auch in einem der nächsten Kapitel, im fünften Kapitel, das gewöhnlich so beginnt: «Dies ist das Buch der Geschlechter» — da steht nämlich das gleiche Wort‘ wie an der anderen Stelle, «tol’dot» —, daß er da, um die Regenbogenbibel vollständig zu bekommen, nun auch einen dritten Schöpfungsbericht mache! Sie haben dann alles zusammengeschmiedet aus einzelnen Bibelfetzen. Sie haben Fetzen, aber nicht mehr die Bibel. -— Wenn wir weitergehen könnten, würden wir auch das, was im fünften Kapitel gesagt wird, erklären können.
[ 16 ] Thus the Bible too looks upon the Jahve-men as the descendants of the Elohim-men. Anyone who wants to presuppose a fresh account of the creation, because it says that God created man, should also look at the fifth chapter, which begins This is the book of the generations (the word used there is the very same as in the other passages—tol'doth), and should assume a third account there—thus making his Rainbow Bible really complete! That way you will get a whole knocked up out of Bible fragments, but will no longer have the Bible. If we could go on longer, we should be able to elucidate what is said in chapter five too.
[ 17 ] So also sehen wir, wenn wir diese Dinge wirklich innerlich betrachten, daß wir es in vollem Maße zu tun haben mit einem Kongruieren der Genesis, des biblischen Schöpfungsberichtes mit dem, was wir in der Geisteswissenschaft oder Geheimwissenschaft ergründen können. Wenn wir das ins Auge fassen, dann müssen wir uns fragen: Was ist da also eigentlich gemeint mit diesen mehr oder weniger bildlichen Ausdrücken, die da gebraucht werden? Was sind die Objekte dieser Schilderung? — Dann aber müssen wir uns klar sein, daß wir ja wiederfinden, was sich aus der hellseherischen Forschung ergibt! Wie der hellseherische Blick heute im Übersinnlichen hinschaut auf den Ursprung unseres Erdendaseins, so sahen auch diejenigen, die ursprünglich den biblischen Bericht geformt haben, auf Übersinnliches hin. Hellsichtig erfaßt sind die Tatsachen, die uns da ursprünglich gegeben werden. Wenn man also in dem Sinne des rein physischen Anschauens das, was man als Vorzeit bezeichnet, konstruiert, so geht man nach den äußerlich auffindbaren Überresten. Wenn man dann immer weiter und weiter im physischen Leben und Werden zurückgeht, dann werden die physischen Gebilde sozusagen immer nebelhafter. In diesem Nebelhaften drinnen walten und weben aber die Geistigkeiten, und der Mensch selber ist ursprünglich in bezug auf seine Geistigkeit in diesen Urwesenheiten drinnen. Und wenn wir unsere Betrachtung des Erdenwerdens bis zu den Zeiten fortsetzen, welche die Genesis meint, so läuft sozusagen unser Erdenwerden in seine geistigen Urzustände hinein. Mit den Schöpfungstagen sind geistige Werdezustände gemeint, die nur durch die hellseherische Forschung erfaßbar sind, und gemeint ist, daß das Physische nach und nach aus dem Geistigen sich herausbildet.
[ 17 ] Thus, when we go deeply into these things, we see that there is full agreement between the biblical account of the creation and what we can establish through Spiritual or Occult Science. This leads us to ask why the Bible account is in a more or less pictorial form. What do these pictures represent? And then we realise that they too are the result of clairvoyant experience. Just as today the eye of the seer gazes in the supersensible upon the origin of our earth existence, so too did those who originally composed the Bible story gaze upon the supersensible. It was by clairvoyant experience that the facts originally given to us were acquired. When we set to work to construct prehistory from the point of view of purely physical observation, we start from the traces of it which are extant and discoverable by external means, and the farther back we go in physical life and physical origins the more hazy the physical forms become. But in this misty element spiritual Beings hold sway. And man himself in his spiritual part was originally within them. And if we pursue our study of its origin as far back as the times described in Genesis, we come to the original spiritual condition of our earth itself. The “days” of creation refer to spiritual stages of development, only to be grasped by spiritual investigation. What the Bible is telling us is that the physical is little by little formed out of the spiritual.
[ 18 ] Dem hellsichtigen Blick stellt sich dieses Werden so dar. Wenn der hellsichtige Blick hingewendet wird auf die Tatsachen, die uns geschildert werden in der Genesis, so wird man zunächst geistige Vorgänge finden. Alles, was da geschildert wird, stellt sich dar als geistige Vorgänge. Nichts, gar nichts würde ein physisches Auge sehen, das würde in das Nichts hineinschauen. Aber die Zeit rückt vor, wie wir das gesehen haben. Für das hellsichtige Anschauen kristallisiert sich nach und nach aus dem Geistigen das Feste heraus, wie wenn sich das Eis aus dem Wasser herausbildet und verfestigt. Aus dem Flutenmeere des Astralischen, des Devachanischen taucht auf, was nun auch physisch gesehen werden kann. Also im Fortgange der Betrachtung tritt innerhalb des anfänglich bloß geistig zu fassenden Bildes wie eine Kristallisation in dem Geistigen das Physische auf. Und damit haben wir auch darauf hingewiesen, daß der Mensch in einer früheren Zeit nicht durch ein physisches Auge gefunden werden könnte. Bis zu dem sechsten beziehungsweise siebenten Schöpfungstage, also bis zu unserer lemurischen Zeit, würde ein physisches Auge den Menschen nicht haben sehen können, denn da war er nur geistig vorhanden. Und das ist der große Unterschied einer wahren Evolutionslehre von einer erträumten. Die letztere glaubt, daß nur der physische Werdegang da ist. Nicht dadurch entsteht der Mensch, daß gleichsam die untergeordneten Wesen hinaufwachsen zur menschlichen Gestalt. Das ist das Phantastischste, das man sich vorstellen kann, daß eine tierische Gestalt sich umwandelte zur höheren Gestalt des Menschen. Während diese tierischen Gestalten entstehen, während sie unten ihr Physisches bilden, ist der Mensch schon längst vorhanden, nur steigt er erst später herunter und stellt sich neben die früher heruntergestiegenen tierischen Wesenheiten hin. Wer die Evolution nicht so ansehen kann, dem ist einfach nicht zu helfen, der steht unter der Suggestion der gegenwärtigen Begriffe; nicht etwa unter dem Einfluß der naturwissenschaftlichen Tatsachen, sondern unter der Suggestion der gegenwärtigen Meinungen.
[ 18 ] When the seer gazes upon the facts which are described for us in Genesis, he fords to begin with only spiritual processes. The physical eye would see absolutely nothing; it would gaze into a void. But, as we have seen, time goes on. Little by little for the seer the solid crystallises out of the spiritual, just as ice is formed out of water and solidifies. Out of the flowing sea of the astral, of the Devachanic, emerges what can now be seen by the physical eye. Thus, as clairvoyant observation proceeds, within the picture which to begin with has to be understood as purely spiritual, the physical emerges like a crystallisation. It follows that at an earlier time physical eyes would not have been able to discover the human being. Right up to the sixth and seventh “days” of creation, that is, right up to our Lemurian age, man could not have been seen by the physical eye; at that time he only existed spiritually. That is the great difference between a true theory of evolution and a fancy one. The fancy one assumes only a physical process of development. But man did not originate by lower beings evolving to human stature. It is utterly absurd to imagine that an animal form can be transformed into the higher, human form. During the time when the animal forms came into being, forming their physical bodies below, man had already long been in existence, but it is only later that he descends and takes his place beside the animal natures which had descended much earlier. Anyone who cannot look upon evolution in this way is beyond help; he is hypnotised as it were by modern concepts, he is influenced, not by natural scientific facts, but by contemporary opinion.
[ 19 ] Wenn wir das Menschenwerden im Zusammenhang mit dem übrigen Werden charakterisieren wollen, so müssen wir sagen: Wir haben innerhalb der Evolutionsreihe das Entstehen der, nun ich will sagen, Vögel und Meertiere als zwei Äste; dann haben wir die Landtiere als einen besonderen Zweig. Das eine würde dem sogenannten fünften Schöpfungstage, das andere dem sechsten Schöpfungstage entsprechen. Und dann tritt der Mensch auf, aber nicht, indem sich die Linie fortsetzt, nicht als Fortsetzung der Reihe, sondern indem er heruntersteigt auf die Erde. — Das ist die wahre Evolutionslehre. Und diese ist exakter in der Bibel enthalten als in irgendeinem modernen Buch, das sich der materialistischen Phantastik hingibt.
[ 19 ] If we want to connect the coming into being of man with that of all other creatures, we must say that first there appear two branches, the birds and the marine animals;4Dr. Steiner draws on the blackboard. then, as a special offshoot, come the land animals; the birds and marine animals came into existence on the fifth “day” of creation, the land animals on the sixth. And then came man, only not by producing the same line further, not as a continuation of the series, but by a descent upon the earth. That is the true theory of evolution, and it is contained more exactly in the Bible than in any modern textbook which surrenders to materialistic fantasy.
[ 20 ] Nun, meine lieben Freunde, das sind so einzelne Bemerkungen. Es wird sich ja immer in dem letzten Vortrage eines Zyklus um ergänzende Bemerkungen handeln müssen. Denn wollte man so ein Thema in ganz entsprechender Weise nach allen Seiten ausführen, ja, dann müßte man monatelang fortreden, denn diese Genesis enthält ungeheuer viel. Mit unseren Zyklen können wir immer nur Anregungen geben. Und das wollte ich auch diesmal nur. Ich möchte es noch einmal ausdrücklich betonen, daß es mir gar nicht besonders leicht geworden ist, gerade an diesen Vortragszyklus heranzutreten, denn es wird sich nicht leicht jemand eine Vorstellung davon machen, nachdem er diese Dinge gehört hat, wie schwierig der Weg ist, der zu diesen tieferen Grundlagen der biblischen Schöpfungsgeschichte führt, wie schwer es ist, die Parallelisierung der vorher aufgefundenen geisteswissenschaftlichen Tatsachen mit den entsprechenden biblischen Stellen wirklich zu finden. Wenn man gewissenhaft vorgeht, so bietet das eine außerordentlich schwierige Arbeit. Man stellt sich oft vor, daß der hellseherische Blick leicht überall hingeht. Man braucht eben nur hinzuschauen, meint man, dann ergibt sich das alles von selbst. Ja, derjenige, der naiv den Dingen gegenübersteht, der glaubt allerdings häufig, alles leicht erklären zu können. Aber je weiter man dringt — schon in der äußeren Forschung ist das der Fall —, desto mehr Schwierigkeiten ergeben sich, und wenn man gar aus der physischen in die hellseherische Forschung hineinkommt, dann stellen sich erst die eigentlichen Schwierigkeiten heraus, und dann kommt das Gefühl der großen Verantwortung, das man haben muß, wenn man überhaupt über diese Dinge den Mund auftun will. Dennoch glaube ich in gewisser Beziehung, daß ich auch nicht ein einziges Wort in diesem Vortragszyklus gebraucht habe, von dem ich nicht sagen kann: Es wird stehenbleiben können, es ist, soweit es nur geht, in der deutschen Sprache ein adäquater Ausdruck dessen, was zur richtigen Vorstellung führen kann. — Aber leicht war es nicht.
[ 20 ] These are a few fragmentary remarks such as always seem to be required in the last lecture of a Cycle. To follow up adequately every aspect of such a theme as this would take months; there is so very much in this Genesis story of creation. In our Cycles we can never do more than touch upon things, and that is all I have attempted to do this time. I should like to emphasise once more that it has not been so very easy for me to give this particular course; nor will any of my hearers readily realise how difficult it is to reach the depths upon which the Bible story is based, how hard it is to find the true parallel between already ascertained spiritual scientific facts and the corresponding passages in the Bible. If one works conscientiously, the task is an extraordinarily exacting one. It is so often assumed that the eye of the seer reaches with ease everywhere—that one has only to look, and everything follows of itself. An inexperienced person often thinks, when confronted with a problem, that he will easily be able to solve it, whereas the further he probes the more numerous are the difficulties which present themselves. This is so even in ordinary, external research, and when one leaves the physical and plunges into clairvoyant investigation, then the real difficulties begin to show themselves, and with them the feeling of the great responsibility incurred in speaking of these things at all. Nevertheless I think I may say that I have not made use of a single word in the whole of this Cycle which cannot stand, which is not as far as it goes an adequate expression in our own language of the right way to conceive these things. But it was certainly not easy.
[ 21 ] Sehen Sie, es bestand die Absicht, am Anfange oder Ende dieses Zyklus durch unseren lieben Freund, Herrn Seiling, vortragen zu lassen in jener Vortragskunst, die Sie gestern wieder in seinem Vortrage erleben konnten — es bestand die Absicht, ihn zu bitten, den Bericht über die sieben Schöpfungstage der Genesis vorzutragen. Sie werden es leicht begreiflich finden, daß es unmöglich war, die gewöhnlichen Texte vortragen zu lassen, nachdem gerade in diesem Zyklus nach adäquaten Ausdrücken gesucht worden ist für das, was eigentlich in der Genesis gesagt wird, und es bestand eine ganz leise Hoffnung, daß vielleicht heute am Ende so etwas wie eine auf Grund der geisteswissenschaftlichen Forschungen gewonnene Übersetzung hätte vorgetragen werden können. Aber bei dem großen Ansturm der vielen Besuche der letzten Tage konnte es gar nicht gewagt werden, auch nur den Versuch zu machen, irgendwie eine Übersetzung der Genesis zustande zu bringen, die vortragsfähig wäre. Mit voller Gewissenhaftigkeit konnte das nicht versucht werden, und ich muß Sie in bezug darauf auf spätere Zeiten vertrösten. Zunächst wollen wir uns mit diesen Anregungen begnügen, die aus dem Zyklus kommen können. Denn ich kann Ihnen die Versicherung geben: Ich halte eine wirkliche Übersetzung für eine Arbeit, die vielleicht hundertmal soviel geistige Kraft fordert, als angewendet hat werden müssen vom ersten Moment an, wo der Keim entstand zu unserem Rosenkreuzer-Mysterium, bis zum letzten, was geschehen ist, zur Aufführung. — Derjenige, der die Schwierigkeit kennt, der wird die Herstellung eines ordentlichen Textes der Genesis hundertmal schwieriger finden als die an sich nicht ganz leichte Sache, die wir versucht haben zustande zu bringen mit dem Rosenkreuzer-Mysterium. Gerade wenn man fortschreitet in dem, was uns gegeben ist als die großen Offenbarungen der Welt, dann türmen sich die Schwierigkeiten auf, und es ist gut, daß wir uns mit dieser Tatsache bekannt machen. Denn dadurch gerade, daß wir diese Schwierigkeiten einsehen und erkennen lernen, kommen wir immer weiter und weiter im richtigen Verständnis des Anthroposophischen.
[ 21 ] There is much that I could still say. Especially something which has been borne in upon us at every stage during these lectures—and that is the need for anthroposophical teaching so to permeate our hearts as to lift us with all the strength of our inner life to ever higher forms of perception, to an ever larger-hearted comprehension of the world. Whether we become better men in the intellectual, feeling and moral spheres—that is the touchstone for the fruitfulness of what we gather in the spiritual-scientific field. To study the parallel between spiritual-scientific investigation and the Bible can be particularly fruitful; for it enables us to experience how we ourselves are the “primal cause,” the “primal state,” as Jacob Boehme would have said, in that supersensible spiritual womb whence also came those very Elohim who developed into Jahve-Elohim, into that higher form of evolution, in order to bring about the great goal of their activity, which we call man. Let us comprehend our origin with due reverence, but also with a due sense of our responsibility. The Elohim and Jahve-Elohim gave their highest forces to the beginning of our evolution. Let us look upon this our origin as laying upon us an obligation to absorb into our human nature more and more of the spiritual forces which in the course of subsequent evolution have entered into the development of the earth.
[ 22 ] Das Anthroposophische muß Weitherzigkeit gegenüber allem empfinden, was zusammenwirken soll, damit die anthroposophische Arbeit zustande kommen kann. Deshalb dürfen wir, wenn wir auch mit bestimmten Arbeitsmethoden vorgehen, doch nicht irgendeine andere Arbeitsmerhode als etwa nicht zu uns gehörig betrachten. Heute erfordert unsere Zeitentwickelung, erfordert die geistige Evolution unserer Zeit mancherlei Wege, die zu dem großen Ziel hinführen sollen, das wir alle in Aussicht haben. Und wenn es auch durchaus nicht in meinem Felde liegt, auf einem anderen Gebiete als auf dem esoterischen arbeitend vor Sie hinzutreten, so werden Sie niemals finden, daß ich eine andere Arbeitsmethode ausschließe. Das darf ich insbesondere am Ende dieses Zyklus erwähnen, der uns ja durch die Hilfe der Esoterik in so hohe Regionen anthroposophischer Forschung hingeführt hat, und ich möchte Sie gerade im Hinblick auf dieses hinweisen darauf, daß es gut ist, wenn Sie sich für die anthroposophische Auffassung von allen Seiten her Hilfe holen, wenn Sie auch das kennenlernen, was von anderen Methoden her sich anschließt an unsere Esoterik. Deshalb möchte ich Sie hinweisen auf das Segensreiche eines Buches, das von unserem lieben Freunde Herrn Ludwig Deinhard verfaßt ist und das in schöner Weise zusammengestellt hat, was von anderen Forschungsseiten her uns nützlich sein kann, um sozusagen allseitig zu sein auf diesem Gebiete. Und da in diesem Buch ein schöner harmonischer Zusammenhang gesucht und dargestellt worden ist gerade auch mit unserer Art von Esoterik, so kann diese Darstellung ja auch uns Anthroposophen nur nützen. Sie werden da mancherlei finden, was Ihnen brauchbar sein kann auf dem anthroposophischen Wege.
[ 22 ] Not translated
[ 23 ] Auf vieles andere könnte ich noch hinweisen. Vor allen Dingen möchte ich auf ein Zweites hinweisen, auf etwas, was uns in diesen Vorträgen insbesondere, ich möchte sagen, von Stufe zu Stufe hat entgegentreten können: auf die Notwendigkeit, daß die anthroposophische Lehre in unserem Herzen und Gemüte das werde, was uns wirklich mit der ganzen Kraft unseres Innenlebens immer höher und höher bringt, zu immer höheren Empfindungsformen, zu immer weitherzigeren Lebensformen gegenüber der Auffassung der Welt. Nur indem wir bessere Menschen werden auf intellektuellem, auf empfindungsmäßigem, auf moralischem Gebiete, liefern wir den Probierstein für die Fruchtbarkeit dessen, was uns auf geisteswissenschaftlichem Felde zukommen kann. So dürfen wir sagen, daß gerade solche Lehren, die uns den Parallelismus unserer geisteswissenschaftlichen Forschung mit der Bibel zeigen, besonders fruchtbar werden können. Denn eben durch diese Lehren erfahren wir ja, wie wir selber urgründen, urständen, wie Jakob Böhme gesagt haben würde, in jenem übersinnlichen geistigen Schoß, in dem auch urständeten, urgründeten die Elohim selber, die sich hinaufentwickelten zu Jahve-Elohim, zu dieser höheren Entwickelungsform, um das als das große Ziel ihres Schaffens zustande zu bringen, was wir den Menschen nennen. Fassen wir diesen unseren Ursprung mit der nötigen Ehrfurcht auf, fassen wir ihn aber auch mit der nötigen Verantwortlichkeit auf! Begonnen haben an unserer Evolution mit ihren besten Kräften die Elohim, mit seiner besten Kraft Jahve-Elohim. Fassen wir diesen unseren Ursprung als eine Verpflichtung gegenüber unserer Menschennatur auf, daß wir immer mehr und mehr auch die geistigen Kräfte in uns einführen, die im Laufe der späteren Evolution eingetreten sind in das Erdenwerden.
[ 23 ] Not translated
[ 24 ] Wir haben von Luzifers Einfluß gesprochen. Durch ihn ist etwas, was im Schoße jener Geistigkeit lag, in der ja auch der Mensch urständete, durch diesen luziferischen Einfluß ist zunächst in diesem Schoß etwas verblieben, was in einer späteren Zeit hervorgetreten ist durch die Verkörperung des Christus in dem Leibe des Jesus von Nazareth. Seit jener Zeit wirkt als ein anderes göttliches Prinzip der Christus im Erdenwerden. Und der Hinblick auf die großen Wahrheiten der Genesis soll uns zur Verpflichtung hinführen, diese geistige Wesenheit des Christus immer mehr und mehr in unser eigenes Wesen einzuführen, denn nur dadurch werden wir unsere volle Aufgabe als Mensch erfüllen, daß wir uns mit diesem ChristusPrinzip durchdringen, nur dadurch auf der Erde immer mehr und mehr zu dem werden, wozu die Anlage in uns vorhanden war in jenen Zeiten, die mit dem biblischen Schöpfungsbericht der Genesis gemeint sind.
[ 24 ] We have spoken of the influence of Lucifer. Because of this influence something which lay in the womb of that spirituality in which man too originated remained there for the time being; it came forth later in the incarnation of the Christ in the body of Jesus of Nazareth. Since that time the Christ has worked in the earth as another divine principle. And contemplation of the great truths of Genesis ought to point us to the duty of taking more and more into our own being the spiritual Being of the Christ; for only by permeating ourselves with the Christ principle shall we be able to fulfil our human task; only so shall we become on the earth more and more what we were predisposed to be in those times with which the biblical story of creation is concerned.
[ 25 ] So kann auch eine solche Vortragsreihe dahin wirken, daß nicht nur Lehren aufgenommen werden, sondern daß Kräfte in unserer Seele erstehen. Mögen sie als Kräfte in der Seele weiterwirken, diese Lehren, die uns erflossen sind aus einer genaueren Betrachtung der Genesis, auch wenn wir manche von den Einzelheiten wieder vergessen. Das darf vielleicht gesagt werden am Schlusse dieser Tage, durch die wir wieder einmal für eine kurze Zeit so recht untertauchen wollten in den Strom des anthroposophischen Lebens: Versuchen wir, aus den Lehren die Kräfte mit uns zu nehmen, die aus solchen Lehren hervorgehen müssen! Tragen wir sie hinaus, lassen wir von diesen Kräften unser Leben draußen befruchten! — Was wir auch tun mögen, auf welchem Gebiete des Daseins, in was für einem weltlichen Berufe wir auch wirken sollen: diese Kräfte können unser Schaffen, unser Wirken befeuern, befruchten, aber auch unsere Freudigkeit, unsere Lebensseligkeit erhöhen. Und keiner, der in richtigem Sinne den großen Ursprung des Menschendaseins verstanden hat, kann in das weitere Dasein eintreten, ohne diese Lehren als Samenkräfte für Lebensbeseligung, für Lebensfreudigkeit in sich aufzunehmen. Lassen Sie aus Ihren Augen leuchten, wenn Sie Liebestaten verrichten wollen, die Wahrheit über den großen gewaltigen Ursprung, über die gewaltige Bestimmung des Menschen, und Sie werden in solcher Weise am besten hinaustragen, was anthroposophische Lehre ist. Im Werke wird sich bewahrheiten diese anthroposophische Lehre, beglückend für die Umgebung des Menschen, beseligend, erfreuend, erfrischend, gesundend für unsere eigene Geistigkeit, für unsere eigene Seele, für unsere eigene Leiblichkeit. Wir sollen bessere, gesündere, kräftigere Menschen sein dadurch, daß wir die anthroposophischen Lehren in uns aufnehmen.
[ 25 ] Thus such a series of lectures as this can not only give us knowledge, but can stir forces in our souls. Even if we forget much of its detail, may what we have learnt through a closer examination of the biblical story of creation go on working as power in our souls. I may perhaps be allowed to say this at the close of these lectures, during which we have tried to immerse ourselves in our anthroposophical life. Let us try to take with us the strength which should flow from this teaching. Let us carry it away with us, let us fructify our outside life with this strength. Whatever we may be doing, in whatever worldly profession we may be engaged, this strength can warm and ripen our creative activity as well as intensify our joy, our happiness. No one who has rightly grasped the sublime origin of human existence can go on living without taking this knowledge as a germinal force of blessing and joy for the rest of his life. When you try to carry out deeds of love, let the truth about the mighty origin of men shine forth from your eyes, and thus you will best reveal what anthroposophical teaching is. Our deeds will proclaim its truth, rejoicing those around us, conferring blessing, refreshment and health upon our own spirit, soul and body. We ought to be better, stronger, healthier human beings through having absorbed anthroposophical teaching.
[ 26 ] In diesem Sinne möchte vor allen Dingen ein solcher Zyklus wirken. Er soll nichts anderes als ein Samenkorn sein, das sich in die Seele der Zuhörer senkt, aufkeimt und draußen in der Welt Früchte trägt für die Umgebung. So gehen wir physisch auseinander, so bleiben im Geiste die Anthroposophen vereint und wollen zusammenwirken dadurch, daß sie die Lehre überführen in das Leben. Lassen Sie uns von diesem Geiste durchdrungen sein, nicht schwächer werden in diesem Geiste, bis zu jenem Momente, wo wir nicht nur auf geistigem Gebiete, sondern auch im Physischen das Wort verwirklicht sehen, das ich auch dieses Mal als das letzte aussprechen möchte: Auf Wiedersehen!
[ 26 ] May this above all be the effect of this Cycle! It should be a seed which sinks into the soul of the hearer only to spring up again and bear fruit for those around us. Thus we go our separate ways, while our spirits remain united, and we try to work together to translate this teaching into life. Let us permeate ourselves with this spirit, without weakening, until the moment when we are able to meet again not only in the spirit but in the flesh.
