Excursions into the Subject of
the Gospel of Mark
GA 124
6 December 1910, Berlin
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Exkurse in das Gebiet des Markus-Evangeliums, 4th ed.
Vierter Vortrag
Vierter Vortrag
[ 1 ] Aus meinem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache» konnten Sie alle entnehmen, daß die Evangelien, wenn man sie richtig verstehen will, in einer ganz gewissen Weise aufgefaßt werden müssen. Indem ich nun die Betrachtungen über die Evangelien in diesem Winter hier fortsetze, bemerke ich ausdrücklich, daß es ja nicht möglich ist, daß für die jüngeren Mitglieder sozusagen immer wieder vom Anfange angefangen wird, und daß daher gewiß manches in den Ausführungen, die da kommen werden, für jüngere Mitglieder schwer verständlich sein wird. Es ist bereits gelegentlich der Generalversammlung gesagt worden, wie notwendig es ist, daß die jüngeren Mitglieder an den Kursen teilnehmen, die eingerichtet worden sind, damit das Frühere immer nachgeholt werden kann, denn sonst könnten wir nicht weiterschreiten. Aber ich möchte dabei eines ganz besonders bemerken: Es scheint eben nicht durchführbar zu sein, daß die jüngeren Mitglieder wirklich energisch daran arbeiten, die Anfangspartien des geisteswissenschaftlichen Lebens nachzuholen. Deshalb wird es immer wieder und wieder vorkommen - ich will jetzt hypothetisch davon reden -, daß die jüngeren Mitglieder dieses oder jenes, was gewissermaßen den höheren Gebieten der Geisteswissenschaft angehört und gewisse Voraussetzungen macht, unverständlich finden werden und sich deshalb ein ganz sonderbares Urteil über Geisteswissenschaft bilden werden. Das liegt dann an den entsprechenden Mitgliedern, und nicht an dem, was gemeint ist.
[ 1 ] Aus meinem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache» konnten Sie alle entnehmen, daß die Evangelien, wenn man sie richtig verstehen will, in einer ganz gewissen Weise aufgefaßt werden müssen. Indem ich nun die Betrachtungen über die Evangelien in diesem Winter hier fortsetze, bemerke ich ausdrücklich, daß es ja nicht möglich ist, daß für die jüngeren Mitglieder sozusagen immer wieder vom Anfange angefangen wird, und daß daher gewiß manches in den Ausführungen, die da kommen werden, für jüngere Mitglieder schwer verständlich sein wird. Es ist bereits gelegentlich der Generalversammlung gesagt worden, wie notwendig es ist, daß die jüngeren Mitglieder an den Kursen teilnehmen, die eingerichtet worden sind, damit das Frühere immer nachgeholt werden kann, denn sonst könnten wir nicht weiterschreiten. Aber ich möchte dabei eines ganz besonders bemerken: Es scheint eben nicht durchführbar zu sein, daß die jüngeren Mitglieder wirklich energisch daran arbeiten, die Anfangspartien des geisteswissenschaftlichen Lebens nachzuholen. Deshalb wird es immer wieder und wieder vorkommen - ich will jetzt hypothetisch davon reden -, daß die jüngeren Mitglieder dieses oder jenes, was gewissermaßen den höheren Gebieten der Geisteswissenschaft angehört und gewisse Voraussetzungen macht, unverständlich finden werden und sich deshalb ein ganz sonderbares Urteil über Geisteswissenschaft bilden werden. Das liegt dann an den entsprechenden Mitgliedern, und nicht an dem, was gemeint ist.
[ 2 ] In meinem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache» ist gezeigt worden, daß wir die Evangelien im wesentlichen aufzufassen haben als Einweihungsbücher. Das heißt, daß diese Evangelien im Grunde genommen nichts anderes sind als in gewisser Art umgeschriebene, alte Einweihungsritualien. Was wird in solchen alten Einweihungs- oder Initiationsvorschriften gestanden haben? In ihnen war vorzugsweise enthalten, wie der Kandidat für die Schulung zu den höheren Welten stufenweise seinen Weg hinaufgeführt werden sollte, wie er nach und nach gewisse innere Erlebnisse, gewisse Erlebnisse seiner Seele durchzumachen hatte, wie er die in seiner Seele schlummernden Kräfte zur Erweckung zu bringen hatte; wie sich eine höhere Stufe an eine niedere angliederte, bis zu jener Stufe der Initiation hinauf, auf welcher hereinbricht in die Seele des zu Initiierenden die geistige Welt, auf welcher an ihn herankommen die Geheimnisse der geistigen Welt. Dann kann er also hineinschauen in diese geistige Welt, kann zum Beispiel schauen die verschiedenen Wesenheiten der einzelnen Hierarchien, wie wir sie im Laufe der Zeit aufgezählt und auch in mancherlei Zusammenhängen charakterisiert haben. Was also der Einzuweihende zu tun hat, war der Inhalt solcher Einweihungsbücher.
[ 2 ] In meinem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache» ist gezeigt worden, daß wir die Evangelien im wesentlichen aufzufassen haben als Einweihungsbücher. Das heißt, daß diese Evangelien im Grunde genommen nichts anderes sind als in gewisser Art umgeschriebene, alte Einweihungsritualien. Was wird in solchen alten Einweihungs- oder Initiationsvorschriften gestanden haben? In ihnen war vorzugsweise enthalten, wie der Kandidat für die Schulung zu den höheren Welten stufenweise seinen Weg hinaufgeführt werden sollte, wie er nach und nach gewisse innere Erlebnisse, gewisse Erlebnisse seiner Seele durchzumachen hatte, wie er die in seiner Seele schlummernden Kräfte zur Erweckung zu bringen hatte; wie sich eine höhere Stufe an eine niedere angliederte, bis zu jener Stufe der Initiation hinauf, auf welcher hereinbricht in die Seele des zu Initiierenden die geistige Welt, auf welcher an ihn herankommen die Geheimnisse der geistigen Welt. Dann kann er also hineinschauen in diese geistige Welt, kann zum Beispiel schauen die verschiedenen Wesenheiten der einzelnen Hierarchien, wie wir sie im Laufe der Zeit aufgezählt und auch in mancherlei Zusammenhängen charakterisiert haben. Was also der Einzuweihende zu tun hat, war der Inhalt solcher Einweihungsbücher.
[ 3 ] Wenn wir nun die vorchristlichen Zeiten verfolgen, so finden wir, daß zahlreiche Menschen in den verschiedenen Mysterienstätten eingeweiht wurden - nicht immer in der ganz gleichen, aber im wesentlichen in derselben Art - und hinaufgeführt wurden die Stufen bis zu jenem Punkt, wo sie hineinschauen konnten in die geistige Welt, wo sie die Wesenheiten der einzelnen Hierarchien geisthaft - im Gegensatz zu leibhaft - vor sich haben konnten. Das war so in den vorchristlichen Zeiten. Was bedeutet das Christentum gegenüber diesen Eingeweihten der alten Mysterien? Was bedeutet ihnen gegenüber der Christus-Impuls? Er bedeutet, daß eine Wesenheit, die äußerlich für die Wahrnehmung des physischen Planes bekannt war als Jesus von Nazareth, nicht auf dem gewöhnlichen Wege der alten Mysterien, nicht so wie es in den vorchristlichen Zeiten immer üblich war, die Geheimnisse der geistigen Welt offenbarte, sondern in einer andern Art. Eine Persönlichkeit, die im Sinne der alten Einweihungsritualien initiiert worden war, konnte, wenn das große Ereignis, das ich eben charakterisiert habe, an ihrer Seele vorbeigegangen war, hinaustreten zu den andern Menschen und sprechen von den Geheimnissen der geistigen Reiche. Nun war aber mit dem Christus-Ereignis etwas da, wodurch die Persönlichkeit des Jesus von Nazareth von den Geheimnissen der geistigen Reiche sprechen konnte, ohne auf dem von altersher üblichen Wege dazu geführt worden zu sein. Denn diese Persönlichkeit des Jesus von Nazareth wurde dazu geführt dadurch, daß sie bei der sogenannten Jordan-Taufe in sich empfing den Christus-Geist. Von dem Augenblick an, da diese Persönlichkeit bei der Jordan-Taufe, also in einem historischen Ereignis, sozusagen weltgeschichtlich eingeweiht wurde, von diesem Moment an sprach der Christus-Geist — aber in einer viel höheren Weise - von den Geheimnissen der geistigen Reiche zur Umwelt. Es war also mit dem Christus etwas da auf dem physischen Plan, offen für alle Welt, was vorher nur in den Tiefen der Mysterien bis zu einem gewissen Grade eben für die Einzuweihenden erreichbar war, so daß sie dann hinausgehen konnten, um von den Geheimnissen der geistigen Reiche zu ihren Mitmenschen zu reden. Wenn wir uns die Sache bildlich vorstellen wollten, könnten wir sagen: Wir blicken hinein in die alten Mysterientempel und sehen, wie von dem Hierophanten die Persönlichkeiten eingeweiht wurden, so daß sie hineinschauen konnten in die geistigen Reiche und dann hinausgehen und lehren konnten von der geistigen Welt. Das alles entwickelte sich immer in dem tiefsten Geheimnis der Mysterientempel. Und in der Außenwelt, außerhalb der Mysterien, war so etwas wie ein Hinaufgelangen zu der Möglichkeit, von den geistigen Reichen zu sprechen, nicht dagewesen. Jetzt war das, was oft und oft in den Tiefen der Mysterien geschehen war, gleichsam herausgetragen nach Palästina, stellte sich dar als weltgeschichtliches Ereignis, als die Entwickelung des Jesus von Nazareth, stellte sich dar als weltgeschichtliche Initiation in dem Mysterium von Golgatha. Also das Mysterium wie hinausgetragen in die Weltgeschichte, hingestellt als historische Tatsache vor aller Welt - so haben wir den Zusammenhang des Mysteriums von Golgatha mit den Mysterien der alten heiligen Tempel aufzufassen.
[ 3 ] Wenn wir nun die vorchristlichen Zeiten verfolgen, so finden wir, daß zahlreiche Menschen in den verschiedenen Mysterienstätten eingeweiht wurden - nicht immer in der ganz gleichen, aber im wesentlichen in derselben Art - und hinaufgeführt wurden die Stufen bis zu jenem Punkt, wo sie hineinschauen konnten in die geistige Welt, wo sie die Wesenheiten der einzelnen Hierarchien geisthaft - im Gegensatz zu leibhaft - vor sich haben konnten. Das war so in den vorchristlichen Zeiten. Was bedeutet das Christentum gegenüber diesen Eingeweihten der alten Mysterien? Was bedeutet ihnen gegenüber der Christus-Impuls? Er bedeutet, daß eine Wesenheit, die äußerlich für die Wahrnehmung des physischen Planes bekannt war als Jesus von Nazareth, nicht auf dem gewöhnlichen Wege der alten Mysterien, nicht so wie es in den vorchristlichen Zeiten immer üblich war, die Geheimnisse der geistigen Welt offenbarte, sondern in einer andern Art. Eine Persönlichkeit, die im Sinne der alten Einweihungsritualien initiiert worden war, konnte, wenn das große Ereignis, das ich eben charakterisiert habe, an ihrer Seele vorbeigegangen war, hinaustreten zu den andern Menschen und sprechen von den Geheimnissen der geistigen Reiche. Nun war aber mit dem Christus-Ereignis etwas da, wodurch die Persönlichkeit des Jesus von Nazareth von den Geheimnissen der geistigen Reiche sprechen konnte, ohne auf dem von altersher üblichen Wege dazu geführt worden zu sein. Denn diese Persönlichkeit des Jesus von Nazareth wurde dazu geführt dadurch, daß sie bei der sogenannten Jordan-Taufe in sich empfing den Christus-Geist. Von dem Augenblick an, da diese Persönlichkeit bei der Jordan-Taufe, also in einem historischen Ereignis, sozusagen weltgeschichtlich eingeweiht wurde, von diesem Moment an sprach der Christus-Geist — aber in einer viel höheren Weise - von den Geheimnissen der geistigen Reiche zur Umwelt. Es war also mit dem Christus etwas da auf dem physischen Plan, offen für alle Welt, was vorher nur in den Tiefen der Mysterien bis zu einem gewissen Grade eben für die Einzuweihenden erreichbar war, so daß sie dann hinausgehen konnten, um von den Geheimnissen der geistigen Reiche zu ihren Mitmenschen zu reden. Wenn wir uns die Sache bildlich vorstellen wollten, könnten wir sagen: Wir blicken hinein in die alten Mysterientempel und sehen, wie von dem Hierophanten die Persönlichkeiten eingeweiht wurden, so daß sie hineinschauen konnten in die geistigen Reiche und dann hinausgehen und lehren konnten von der geistigen Welt. Das alles entwickelte sich immer in dem tiefsten Geheimnis der Mysterientempel. Und in der Außenwelt, außerhalb der Mysterien, war so etwas wie ein Hinaufgelangen zu der Möglichkeit, von den geistigen Reichen zu sprechen, nicht dagewesen. Jetzt war das, was oft und oft in den Tiefen der Mysterien geschehen war, gleichsam herausgetragen nach Palästina, stellte sich dar als weltgeschichtliches Ereignis, als die Entwickelung des Jesus von Nazareth, stellte sich dar als weltgeschichtliche Initiation in dem Mysterium von Golgatha. Also das Mysterium wie hinausgetragen in die Weltgeschichte, hingestellt als historische Tatsache vor aller Welt - so haben wir den Zusammenhang des Mysteriums von Golgatha mit den Mysterien der alten heiligen Tempel aufzufassen.
[ 4 ] Nun waren diese Einweihungsvorschriften, wenn sie auch im wesentlichen dieselben Stufen überall enthielten, doch bei den verschiedenen Völkern an den verschiedenen Orten der Erde durch dieses oder jenes im einzelnen verschieden, angepaßt den menschlichen Individualitäten nach Zeit und Raum. Versetzen wir uns einmal mit dem, was wir jetzt eben gesagt haben, in die Seele einer derjenigen Persönlichkeiten, die, wie man sie gewöhnlich nennt, als Evangelisten beteiligt sind an der Niederschrift unserer Evangelien. Solche Persönlichkeiten kannten durch ihre eigene okkulte Schulung in einer gewissen Weise die Einweihungsvorschriften dieser oder jener Völker, dieser oder jener Mysterien. Sie wußten, was man durchzumachen hatte, um hinaufzugelangen zu der Möglichkeit, die Geheimnisse der geistigen Reiche und der geistigen Hierarchien zu verkünden. Und jetzt hatten sie wahrgenommen durch die Ereignisse von Palästina und durch das Mysterium von Golgatha, daß dasjenige, was man sonst nur sehen konnte, wenn man ein Eingeweihter der Mysterientempel war, sich draußen auf dem großen Plan der Weltgeschichte abgespielt hatte für alle Menschen und sich nun immer mehr und mehr einbürgern sollte in die Herzen und Gemüter aller Menschen.
[ 4 ] Nun waren diese Einweihungsvorschriften, wenn sie auch im wesentlichen dieselben Stufen überall enthielten, doch bei den verschiedenen Völkern an den verschiedenen Orten der Erde durch dieses oder jenes im einzelnen verschieden, angepaßt den menschlichen Individualitäten nach Zeit und Raum. Versetzen wir uns einmal mit dem, was wir jetzt eben gesagt haben, in die Seele einer derjenigen Persönlichkeiten, die, wie man sie gewöhnlich nennt, als Evangelisten beteiligt sind an der Niederschrift unserer Evangelien. Solche Persönlichkeiten kannten durch ihre eigene okkulte Schulung in einer gewissen Weise die Einweihungsvorschriften dieser oder jener Völker, dieser oder jener Mysterien. Sie wußten, was man durchzumachen hatte, um hinaufzugelangen zu der Möglichkeit, die Geheimnisse der geistigen Reiche und der geistigen Hierarchien zu verkünden. Und jetzt hatten sie wahrgenommen durch die Ereignisse von Palästina und durch das Mysterium von Golgatha, daß dasjenige, was man sonst nur sehen konnte, wenn man ein Eingeweihter der Mysterientempel war, sich draußen auf dem großen Plan der Weltgeschichte abgespielt hatte für alle Menschen und sich nun immer mehr und mehr einbürgern sollte in die Herzen und Gemüter aller Menschen.
[ 5 ] Die Evangelisten waren nicht Biographen in unserem Sinne, wo man das in die Biographien schreibt, was die Welt eigentlich nichts angeht und was kein Mensch von irgendeiner wirkenden Persönlichkeit zu wissen braucht. Sie waren keine Biographen, die jede Privatangelegenheit aufstöberten, sondern sie waren in dem Sinne Beschreiber des Christus-Lebens, daß sie sagten: Da hat sich mit dem Jesus von Nazareth, in dem der Christus gewesen ist, etwas zugetragen, was wir immer wieder und wieder gesehen haben in den Mysterien, dort aber nicht als historisches Ereignis zusammengezogen auf einzelne Jahre. Hier dagegen ist es historisches Ereignis geworden, aber es ist eine Wiederholung der Tempelritualien. Wir könnten also das Jesus-Leben beschreiben, wenn wir angeben die Stufen, die sonst bei den Einweihungen durchgemacht wurden.
[ 5 ] Die Evangelisten waren nicht Biographen in unserem Sinne, wo man das in die Biographien schreibt, was die Welt eigentlich nichts angeht und was kein Mensch von irgendeiner wirkenden Persönlichkeit zu wissen braucht. Sie waren keine Biographen, die jede Privatangelegenheit aufstöberten, sondern sie waren in dem Sinne Beschreiber des Christus-Lebens, daß sie sagten: Da hat sich mit dem Jesus von Nazareth, in dem der Christus gewesen ist, etwas zugetragen, was wir immer wieder und wieder gesehen haben in den Mysterien, dort aber nicht als historisches Ereignis zusammengezogen auf einzelne Jahre. Hier dagegen ist es historisches Ereignis geworden, aber es ist eine Wiederholung der Tempelritualien. Wir könnten also das Jesus-Leben beschreiben, wenn wir angeben die Stufen, die sonst bei den Einweihungen durchgemacht wurden.
[ 6 ] Deshalb nehmen sich die Evangelien aus wie sozusagen in Weltgeschichte umgesetzte Einweihungsvorschriften. Wir finden die Einweihungsvorschriften der alten Mysterien wieder in den Evangelien, aber so, daß in einer gewissen Weise der Grund angegeben wird, warum das, was sich früher in den Tiefen der Tempel zugetragen hat, herausgetreten ist auf den großen Plan der Weltgeschichte. Das finden wir in einer gewissen Weise motiviert. Und man darf sagen, derjenige Evangelist, der gleich mit dieser Begründung beginnt, der gleich von Anfang an sagt, warum er eigentlich in die Lage gekommen ist, von einem welthistorischen Ereignis zu schreiben, das eine ins Große umgesetzte Einweihungsvorschrift erfüllt, das ist der Schreiber des Markus-Evangeliums. Er spricht von Anfang an aus, wie die Menschheit sich entwickelt hat, damit dieses große Ereignis eintreten konnte, daß die Einweihung aus den Tempeltiefen hinausgetragen werden konnte auf den Plan der Weltgeschichte. Er macht von vornherein darauf aufmerksam, daß es zusammenhängt mit einem über alle Maßen wichtigen Ereignis der ganzen Menschheitsentwickelung, das insbesondere die hebräischen Propheten den Menschen vorausgesagt haben. Denn was eingetreten ist in Palästina als Mysterium von Golgatha, das haben die wahren Eingeweihten - und zu denen gehören in einem gewissen Sinne die hebräischen Propheten - vorausgesehen und vorausgesagt.
[ 6 ] Deshalb nehmen sich die Evangelien aus wie sozusagen in Weltgeschichte umgesetzte Einweihungsvorschriften. Wir finden die Einweihungsvorschriften der alten Mysterien wieder in den Evangelien, aber so, daß in einer gewissen Weise der Grund angegeben wird, warum das, was sich früher in den Tiefen der Tempel zugetragen hat, herausgetreten ist auf den großen Plan der Weltgeschichte. Das finden wir in einer gewissen Weise motiviert. Und man darf sagen, derjenige Evangelist, der gleich mit dieser Begründung beginnt, der gleich von Anfang an sagt, warum er eigentlich in die Lage gekommen ist, von einem welthistorischen Ereignis zu schreiben, das eine ins Große umgesetzte Einweihungsvorschrift erfüllt, das ist der Schreiber des Markus-Evangeliums. Er spricht von Anfang an aus, wie die Menschheit sich entwickelt hat, damit dieses große Ereignis eintreten konnte, daß die Einweihung aus den Tempeltiefen hinausgetragen werden konnte auf den Plan der Weltgeschichte. Er macht von vornherein darauf aufmerksam, daß es zusammenhängt mit einem über alle Maßen wichtigen Ereignis der ganzen Menschheitsentwickelung, das insbesondere die hebräischen Propheten den Menschen vorausgesagt haben. Denn was eingetreten ist in Palästina als Mysterium von Golgatha, das haben die wahren Eingeweihten - und zu denen gehören in einem gewissen Sinne die hebräischen Propheten - vorausgesehen und vorausgesagt.
[ 7 ] Wenn wir uns versetzen in die Seele eines solchen Menschen wie der Prophet Jesajas, von dem gerade das Markus-Evangelium ausgeht, dann haben wir in seinen Worten etwa das Folgende gegeben. Er sagt: Es wird eine Zeit kommen, in der es in den menschlichen Seelen anders ausschauen wird als jetzt; aber diese Zeit bereitet sich jetzt schon vor. — Dies meinte Jesajas zu seiner eigenen Zeit. Was also wollte der Prophet Jesajas sagen? Sie wissen ja, daß das Markus-Evangelium gleich beginnt mit der Anführung der gewaltigen Worte dieses Propheten. Sie kennen diese Worte, wie sie gebräuchlich sind, und wie sie im Markus-Evangelium etwa in der folgenden Weise angeführt werden. Ich will eine übliche Übersetzung dieser Worte nehmen, wie sie in der Carl Weizsäckerschen Übersetzung stehen.
[ 7 ] Wenn wir uns versetzen in die Seele eines solchen Menschen wie der Prophet Jesajas, von dem gerade das Markus-Evangelium ausgeht, dann haben wir in seinen Worten etwa das Folgende gegeben. Er sagt: Es wird eine Zeit kommen, in der es in den menschlichen Seelen anders ausschauen wird als jetzt; aber diese Zeit bereitet sich jetzt schon vor. — Dies meinte Jesajas zu seiner eigenen Zeit. Was also wollte der Prophet Jesajas sagen? Sie wissen ja, daß das Markus-Evangelium gleich beginnt mit der Anführung der gewaltigen Worte dieses Propheten. Sie kennen diese Worte, wie sie gebräuchlich sind, und wie sie im Markus-Evangelium etwa in der folgenden Weise angeführt werden. Ich will eine übliche Übersetzung dieser Worte nehmen, wie sie in der Carl Weizsäckerschen Übersetzung stehen.
[ 8 ] «Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der soll dir den Weg bereiten. Hört, wie es ruft in der Wüste: bereitet den Weg des Herrn, macht eben seine Pfade.»
[ 8 ] «Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der soll dir den Weg bereiten. Hört, wie es ruft in der Wüste: bereitet den Weg des Herrn, macht eben seine Pfade.»
[ 9 ] So stehen sie in einer als außerordentlich gut für die deutsche Evangelienliteratur geltenden Übersetzung.
[ 9 ] So stehen sie in einer als außerordentlich gut für die deutsche Evangelienliteratur geltenden Übersetzung.
[ 10 ] Diese Worte des Jesajas sind in der Tat diejenigen, durch die der Prophet hinweist auf das große Ereignis der Weltgeschichte in Palästina, auf das Mysterium von Golgatha. Sie wissen, wieviel Mühe wir gehabt haben bei der Betrachtung der andern Evangelien, um die maßgebenden Stellen in einer einigermaßen verständigen Weise in unser Deutsch hereinzubringen. Es handelt sich ja bei diesen Dingen nicht darum, daß man eine lexikale Übersetzung gibt, sondern daß man die betreffenden Wendungen so herüberbringt, daß der tiefe, bedeutungsvolle Sinn, der gemeint ist, uns aus den deutschen Worten ebenso entgegentönen kann, nicht nur für unsere theoretische Auffassung, sondern auch für unser ganzes Fühlen, wie er entgegentönte denen, die die ganze Eigenart der damaligen Sprechweise kannten. Denn die damalige Sprechweise war total anders als die heutige. Vor allem muß darauf aufmerksam gemacht werden, daß jene Sprechweise nicht so abstrakt, so nüchtern und philiströs war wie unser heutiger Sprachgebrauch; sondern die Sprechweise und die ganze Art und Weise des Ausdrucks war so, daß man immer einen reicheren Sinn, eine reichere Bedeutung, eine gewisse Inhaltsfülle heraushörte neben dem unmittelbaren Wortsinn, und doch aber wieder in eindeutiger Weise wußte, was diese Inhaltsfülle war. Wesentlich ist zu erfassen, daß man viel mehr eine Welt hörte aus den Worten, als heute die Menschen gewöhnt sind bei dem zu hören, was man sagt. Nun ist es gerade eine Eigentümlichkeit der alten hebräischen Sprache, ungeheuer reich in dieser Beziehung zu sein, hinter den Worten geradezu ganze Welten zu verbergen, während man ein Bild brauchte, das ganz und gar bloß von der Sinneswelt genommen war. Solche Ausdrücke wie «bereitet den Weg» oder «macht eben die Pfade», das sind Bilder, die von der Sinneswelt genommen sind - wie man einen Weg bereitet mit Schaufeln und Spaten. Wenn man so etwas aussprach, war es eine Eigentümlichkeit dieser gegenüber allen anderen besonders großartigen Sprache, daß hinter diesen Ausdrücken, die äußerlich auf etwas angewendet wurden, eben ganze geistige Welten steckten — aber in eindeutiger Weise, so daß man nicht in beliebiger Art auslegen kann, wie es zum Beispiel unsere modernen Gelehrten mit den Dichtern tun, indem sie alles mögliche hineinlesen. Man konnte nicht in beliebiger Weise alles mögliche in die Dinge hineingeheimnissen. Das beruhte zum Teil darauf, daß in der althebräischen Sprache die Möglichkeit vorhanden war, durch das persönliche Gebrauchen der ja in der Schrift nicht ausgedrückten Vokalisierung im Laute ganze Weltengeheimnisse zu geben. Es war ein Gefühl vorhanden für solche Weltengeheimnisse.
[ 10 ] Diese Worte des Jesajas sind in der Tat diejenigen, durch die der Prophet hinweist auf das große Ereignis der Weltgeschichte in Palästina, auf das Mysterium von Golgatha. Sie wissen, wieviel Mühe wir gehabt haben bei der Betrachtung der andern Evangelien, um die maßgebenden Stellen in einer einigermaßen verständigen Weise in unser Deutsch hereinzubringen. Es handelt sich ja bei diesen Dingen nicht darum, daß man eine lexikale Übersetzung gibt, sondern daß man die betreffenden Wendungen so herüberbringt, daß der tiefe, bedeutungsvolle Sinn, der gemeint ist, uns aus den deutschen Worten ebenso entgegentönen kann, nicht nur für unsere theoretische Auffassung, sondern auch für unser ganzes Fühlen, wie er entgegentönte denen, die die ganze Eigenart der damaligen Sprechweise kannten. Denn die damalige Sprechweise war total anders als die heutige. Vor allem muß darauf aufmerksam gemacht werden, daß jene Sprechweise nicht so abstrakt, so nüchtern und philiströs war wie unser heutiger Sprachgebrauch; sondern die Sprechweise und die ganze Art und Weise des Ausdrucks war so, daß man immer einen reicheren Sinn, eine reichere Bedeutung, eine gewisse Inhaltsfülle heraushörte neben dem unmittelbaren Wortsinn, und doch aber wieder in eindeutiger Weise wußte, was diese Inhaltsfülle war. Wesentlich ist zu erfassen, daß man viel mehr eine Welt hörte aus den Worten, als heute die Menschen gewöhnt sind bei dem zu hören, was man sagt. Nun ist es gerade eine Eigentümlichkeit der alten hebräischen Sprache, ungeheuer reich in dieser Beziehung zu sein, hinter den Worten geradezu ganze Welten zu verbergen, während man ein Bild brauchte, das ganz und gar bloß von der Sinneswelt genommen war. Solche Ausdrücke wie «bereitet den Weg» oder «macht eben die Pfade», das sind Bilder, die von der Sinneswelt genommen sind - wie man einen Weg bereitet mit Schaufeln und Spaten. Wenn man so etwas aussprach, war es eine Eigentümlichkeit dieser gegenüber allen anderen besonders großartigen Sprache, daß hinter diesen Ausdrücken, die äußerlich auf etwas angewendet wurden, eben ganze geistige Welten steckten — aber in eindeutiger Weise, so daß man nicht in beliebiger Art auslegen kann, wie es zum Beispiel unsere modernen Gelehrten mit den Dichtern tun, indem sie alles mögliche hineinlesen. Man konnte nicht in beliebiger Weise alles mögliche in die Dinge hineingeheimnissen. Das beruhte zum Teil darauf, daß in der althebräischen Sprache die Möglichkeit vorhanden war, durch das persönliche Gebrauchen der ja in der Schrift nicht ausgedrückten Vokalisierung im Laute ganze Weltengeheimnisse zu geben. Es war ein Gefühl vorhanden für solche Weltengeheimnisse.
[ 11 ] Im Griechischen - in dieser Sprache haben wir ja zunächst den Text der Evangelien - ist dies schon nicht mehr in so starkem Maße der Fall. Dennoch wäre es noch immer möglich, auch ohne Okkultismus aus dem Griechischen viel bessere Übersetzungen aus den betreffenden Dingen herauszuholen, als es von denen geschehen ist, welche die Evangelien übersetzt haben. Denn im Grunde genommen hat immer nur einer den andern abgeschrieben, ohne daß man auch nur philologisch darangegangen wäre zu prüfen, wie es sich mit der Sache verhält, wenn man den griechischen Text vor sich hat. Ich werde Ihnen an einzelnen Beispielen später zeigen, der Vollständigkeit wegen, wie man Fehler gemacht hat und so weiter. Heute will ich aber unsere Betrachtungen damit nicht aufhalten, sondern ich will versuchen, nicht philologisch, sondern mit Zuhilfenahme dessen, was man aus der geistigen Forschung wissen kann, einiges Wesentliche aus dem Beginn des Markus-Evangeliums Ihnen vor Augen zu führen. So möchte ich zunächst einmal die so maßgebende Stelle anführen, durch die aus der Prophetie des Jesajas gezeigt werden soll, was kommen soll mit dem Ereignis von Palästina, damit Sie herausfühlen können, was damit gemeint ist.
[ 11 ] Im Griechischen - in dieser Sprache haben wir ja zunächst den Text der Evangelien - ist dies schon nicht mehr in so starkem Maße der Fall. Dennoch wäre es noch immer möglich, auch ohne Okkultismus aus dem Griechischen viel bessere Übersetzungen aus den betreffenden Dingen herauszuholen, als es von denen geschehen ist, welche die Evangelien übersetzt haben. Denn im Grunde genommen hat immer nur einer den andern abgeschrieben, ohne daß man auch nur philologisch darangegangen wäre zu prüfen, wie es sich mit der Sache verhält, wenn man den griechischen Text vor sich hat. Ich werde Ihnen an einzelnen Beispielen später zeigen, der Vollständigkeit wegen, wie man Fehler gemacht hat und so weiter. Heute will ich aber unsere Betrachtungen damit nicht aufhalten, sondern ich will versuchen, nicht philologisch, sondern mit Zuhilfenahme dessen, was man aus der geistigen Forschung wissen kann, einiges Wesentliche aus dem Beginn des Markus-Evangeliums Ihnen vor Augen zu führen. So möchte ich zunächst einmal die so maßgebende Stelle anführen, durch die aus der Prophetie des Jesajas gezeigt werden soll, was kommen soll mit dem Ereignis von Palästina, damit Sie herausfühlen können, was damit gemeint ist.
[ 12 ] Der griechische Text heißt ja:
[ 12 ] Der griechische Text heißt ja:
Ἰδοὺ, ἀποστέλλω τὸν ἄγγελόν μου πρὸ προσώπου σου, ὃς κατασκευάσει τὴν ὁδόν σου.
Φωνὴ βοῶντος ἐν τῇ ἐρήμῳ, Ἑτοιμάσατε τὴν ὁδὸν Κυρίου, εὐθείας ποιεῖτε τὰς τρίβους αὐτοῦ.(Idou egō apostellō ton angelon mou pro prosōpou sou, hos kataskeuasei tēn hodon sou emprosthen sou,
Phōnē boōntos en tē erēmō: Hetoimasate tēn hodon Kyriou, eutheiās poieite tās tribous autou.)
Ἰδοὺ, ἀποστέλλω τὸν ἄγγελόν μου πρὸ προσώπου σου, ὃς κατασκευάσει τὴν ὁδόν σου.
Φωνὴ βοῶντος ἐν τῇ ἐρήμῳ, Ἑτοιμάσατε τὴν ὁδὸν Κυρίου, εὐθείας ποιεῖτε τὰς τρίβους αὐτοῦ.(Idou egō apostellō ton angelon mou pro prosōpou sou, hos kataskeuasei tēn hodon sou emprosthen sou,
Phōnē boōntos en tē erēmō: Hetoimasate tēn hodon Kyriou, eutheiās poieite tās tribous autou.)
[ 13 ] Es kommt nun vor allen Dingen darauf an, daß wir uns klar sind, daß das Wort Angelos, Bote oder Engel, in diesen alten Zeiten nur in dem Sinne gebraucht worden ist, wie wir es im Sinne unserer Hierarchien-Darstellung brauchen, also als Bezeichnung für solche Wesenheiten, die in der Hierarchie, wenn man von oben nach unten geht, dem Menschen unmittelbar vorangehen. Man muß es fühlen, wenn hier steht τὸν ἄγγελόν, daß da eine Wesenheit gerade aus dieser Stufe der Hierarchien gemeint ist. Fühlt man das nicht, so kann man die ganze Stelle überhaupt nicht verstehen. Deshalb kann auch nur die Geisteswissenschaft die Grundlage bilden zum Verständnis einer solchen Sache. Wenn wir sie aber richtig verstehen, können wir uns dadurch eine Grundlage schaffen für das, was der Okkultismus über das Christus-Ereignis zu sagen hat. Denn was ist das Wesentliche des Christus-Impulses? Wir haben es so gesagt: Es ist durch den Christus-Impuls das volle Bewußtsein erst dafür in die Menschenseele gekommen, daß in der menschlichen Seele ein Ich Platz greifen soll, ein selbstbewußtes Ich, und daß aus diesem selbstbewußten Ich heraus nach und nach im Verlaufe der folgenden Erdenentwickelung alle die Geheimnisse kommen müssen, die früher durch eine Art natürlichen Hellsehens aus dem astralischen Leib heraus gekommen sind.
[ 13 ] Es kommt nun vor allen Dingen darauf an, daß wir uns klar sind, daß das Wort Angelos, Bote oder Engel, in diesen alten Zeiten nur in dem Sinne gebraucht worden ist, wie wir es im Sinne unserer Hierarchien-Darstellung brauchen, also als Bezeichnung für solche Wesenheiten, die in der Hierarchie, wenn man von oben nach unten geht, dem Menschen unmittelbar vorangehen. Man muß es fühlen, wenn hier steht τὸν ἄγγελόν, daß da eine Wesenheit gerade aus dieser Stufe der Hierarchien gemeint ist. Fühlt man das nicht, so kann man die ganze Stelle überhaupt nicht verstehen. Deshalb kann auch nur die Geisteswissenschaft die Grundlage bilden zum Verständnis einer solchen Sache. Wenn wir sie aber richtig verstehen, können wir uns dadurch eine Grundlage schaffen für das, was der Okkultismus über das Christus-Ereignis zu sagen hat. Denn was ist das Wesentliche des Christus-Impulses? Wir haben es so gesagt: Es ist durch den Christus-Impuls das volle Bewußtsein erst dafür in die Menschenseele gekommen, daß in der menschlichen Seele ein Ich Platz greifen soll, ein selbstbewußtes Ich, und daß aus diesem selbstbewußten Ich heraus nach und nach im Verlaufe der folgenden Erdenentwickelung alle die Geheimnisse kommen müssen, die früher durch eine Art natürlichen Hellsehens aus dem astralischen Leib heraus gekommen sind.
[ 14 ] Es ist vorangegangen der Zeit, in der wir leben, diese andere Zeit, in der die Menschen noch bis zu einem gewissen Grade in der nachatlantischen Kultur ein natürliches Hellsehen gehabt haben, durch das sie hineinblicken konnten in die geistige Welt. Da strömten in gewissen abnormen Zuständen der Seele die Geheimnisse der geistigen Welt herunter; da sahen die Menschen hinauf in die Hierarchien. Natürlich am meisten und am längsten sahen sie zu derjenigen Hierarchie, die dem Menschen am allernächsten steht, zu der Hierarchie der Engel. Als unmittelbar über dem Menschen stehende Wesenheiten sahen sie die Engel. Von sich selbst nahm der Mensch in diesen Zeiten alten Hellsehens noch nicht wahr, daß er in sich selber etwas hatte, was ihn hinaufführen sollte in die geistige Welt. Er mußte es ansehen als eine ihm von äußeren Mächten erwiesene Gnade, als ein Hereinschicken der geistigen Mächte in die Seele. Daher konnten die Propheten in der folgenden Art hinweisen auf die Zukunft: Es wird die Zeit kommen, da wird der Mensch sein Ich fühlen; da wird er wissen, daß es das selbstbewußte Ich ist, woraus die Geheimnisse der geistigen Welten heraussprießen sollen. Alles muß in der Zeit kommen. Aber die Zeit wird kommen, wo der Mensch sagen kann: Wenn ich mein Ich in mir habe, so dringe ich aus der Kraft des Ich heraus hinauf in die Geheimnisse der geistigen Welt.
[ 14 ] Es ist vorangegangen der Zeit, in der wir leben, diese andere Zeit, in der die Menschen noch bis zu einem gewissen Grade in der nachatlantischen Kultur ein natürliches Hellsehen gehabt haben, durch das sie hineinblicken konnten in die geistige Welt. Da strömten in gewissen abnormen Zuständen der Seele die Geheimnisse der geistigen Welt herunter; da sahen die Menschen hinauf in die Hierarchien. Natürlich am meisten und am längsten sahen sie zu derjenigen Hierarchie, die dem Menschen am allernächsten steht, zu der Hierarchie der Engel. Als unmittelbar über dem Menschen stehende Wesenheiten sahen sie die Engel. Von sich selbst nahm der Mensch in diesen Zeiten alten Hellsehens noch nicht wahr, daß er in sich selber etwas hatte, was ihn hinaufführen sollte in die geistige Welt. Er mußte es ansehen als eine ihm von äußeren Mächten erwiesene Gnade, als ein Hereinschicken der geistigen Mächte in die Seele. Daher konnten die Propheten in der folgenden Art hinweisen auf die Zukunft: Es wird die Zeit kommen, da wird der Mensch sein Ich fühlen; da wird er wissen, daß es das selbstbewußte Ich ist, woraus die Geheimnisse der geistigen Welten heraussprießen sollen. Alles muß in der Zeit kommen. Aber die Zeit wird kommen, wo der Mensch sagen kann: Wenn ich mein Ich in mir habe, so dringe ich aus der Kraft des Ich heraus hinauf in die Geheimnisse der geistigen Welt.
[ 15 ] Das mußte aber vorbereitet werden. So mußte also sozusagen die unterste Stufe der Hierarchien, der Mensch, vorbereitet werden, indem dem Menschen dasjenige geschickt wird, was er noch nicht ist, damit er sich vorbereiten kann zu dem, was er werden soll. Der Bote, der Engel mußte dem Menschen verkünden, daß er ein Ich werden soll im vollen Sinne des Wortes. Und während nun die früheren Engel die Aufgabe hatten, die geistige Welt zu zeigen, mußte jetzt ein besonderer Engel die besondere Aufgabe erhalten, etwas weiter zu gehen mit den Öffenbarungen an die Menschen, mußte ihnen sagen, daß sie in ihr Ich hineindringen sollen, während die früheren Engel so offenbart hatten, wie es nicht für ein Ich bestimmt war.
[ 15 ] Das mußte aber vorbereitet werden. So mußte also sozusagen die unterste Stufe der Hierarchien, der Mensch, vorbereitet werden, indem dem Menschen dasjenige geschickt wird, was er noch nicht ist, damit er sich vorbereiten kann zu dem, was er werden soll. Der Bote, der Engel mußte dem Menschen verkünden, daß er ein Ich werden soll im vollen Sinne des Wortes. Und während nun die früheren Engel die Aufgabe hatten, die geistige Welt zu zeigen, mußte jetzt ein besonderer Engel die besondere Aufgabe erhalten, etwas weiter zu gehen mit den Öffenbarungen an die Menschen, mußte ihnen sagen, daß sie in ihr Ich hineindringen sollen, während die früheren Engel so offenbart hatten, wie es nicht für ein Ich bestimmt war.
[ 16 ] So macht Jesajas darauf aufmerksam: Es wird die Zeit des IchGeheimnisses kommen, und aus der allgemeinen Schar der Engel wird einer abgeordnet werden, der euch dann zeigen wird, daß dieses IchGeheimnis kommen wird. — So nur können wir verstehen, was es heißt, daß der Engel, der Bote vorangeschickt werden soll. Vor wem also wird denn dieser Bote vorangeschickt? Er wird vorangeschickt vor dem Menschen, der zu seinem selbstbewußten Ich kommen soll, und er soll kommen als eine Wesenheit aus der Hierarchie der Angeloi, die im allgemeinen noch nicht so zum Menschen gesprochen hatte, daß vorausgesetzt wurde, der Mensch sei ein selbstbewußstes Ich. Dieser Bote also, von dem der Prophet Jesajas spricht, soll kommen und die Menschheit aufmerksam machen, daß sie sich vorbereiten soll, in ihrem Innern, in ihrer Seele einen Platz zu schaffen für das Ich, für die volle Geltendmachung des Ich. Es soll also mit dieser Stelle im wesentlichen hingedeutet werden auf den großen Umschwung in der Entwickelung der menschlichen Seele, daß die Menschen, nachdem sie früher sozusagen immer aus sich selber heraus mußten, um in die geistige Welt hineinzukommen, von jetzt ab in ihrem Ich verbleiben können und aus dem Ich selber herausholen können die Geheimnisse der geistigen Welt.
[ 16 ] So macht Jesajas darauf aufmerksam: Es wird die Zeit des IchGeheimnisses kommen, und aus der allgemeinen Schar der Engel wird einer abgeordnet werden, der euch dann zeigen wird, daß dieses IchGeheimnis kommen wird. — So nur können wir verstehen, was es heißt, daß der Engel, der Bote vorangeschickt werden soll. Vor wem also wird denn dieser Bote vorangeschickt? Er wird vorangeschickt vor dem Menschen, der zu seinem selbstbewußten Ich kommen soll, und er soll kommen als eine Wesenheit aus der Hierarchie der Angeloi, die im allgemeinen noch nicht so zum Menschen gesprochen hatte, daß vorausgesetzt wurde, der Mensch sei ein selbstbewußstes Ich. Dieser Bote also, von dem der Prophet Jesajas spricht, soll kommen und die Menschheit aufmerksam machen, daß sie sich vorbereiten soll, in ihrem Innern, in ihrer Seele einen Platz zu schaffen für das Ich, für die volle Geltendmachung des Ich. Es soll also mit dieser Stelle im wesentlichen hingedeutet werden auf den großen Umschwung in der Entwickelung der menschlichen Seele, daß die Menschen, nachdem sie früher sozusagen immer aus sich selber heraus mußten, um in die geistige Welt hineinzukommen, von jetzt ab in ihrem Ich verbleiben können und aus dem Ich selber herausholen können die Geheimnisse der geistigen Welt.
[ 17 ] Vergleichen wir einmal eine alte Seele mit einer Seele aus der Zeit des herannahenden Christus-Impulses. Stellen wir uns vor Augen einen Menschen der vorchristlichen Zeit, besonders früherer Jahrhunderte. Wenn er hinaufgelangen wollte in die höheren Welten, so konnte er das nicht mit der Aufrechterhaltung des Selbstbewußtseins, soweit es schon entwickelt war. Er mußte es geradezu entäußern, mußte kommen in einen Selbst-entäußerten Zustand, mußte aufgehen in die Welt der Hierarchien, in die Welt der Geistigkeit selber. Sein Bewußtsein wurde herabgestimmt. Das war ein altes Gefühl der früheren, vorchristlichen Zeit.
[ 17 ] Vergleichen wir einmal eine alte Seele mit einer Seele aus der Zeit des herannahenden Christus-Impulses. Stellen wir uns vor Augen einen Menschen der vorchristlichen Zeit, besonders früherer Jahrhunderte. Wenn er hinaufgelangen wollte in die höheren Welten, so konnte er das nicht mit der Aufrechterhaltung des Selbstbewußtseins, soweit es schon entwickelt war. Er mußte es geradezu entäußern, mußte kommen in einen Selbst-entäußerten Zustand, mußte aufgehen in die Welt der Hierarchien, in die Welt der Geistigkeit selber. Sein Bewußtsein wurde herabgestimmt. Das war ein altes Gefühl der früheren, vorchristlichen Zeit.
[ 18 ] In welcher Lage war nun ein Mensch, der schon nicht mehr so recht in der Zeit lebte, wo es das Richtige war, daß man mit Selbstentäußerung sich in die geistige Welt hineinfinden konnte, sondern der in der Zeit lebte, wo man sich in die Stufe versetzt finden konnte, das Ich zu entwickeln? Vorhanden war das Ich ja schon in der atlantischen Zeit; aber daß daraus die volle Sicherheit für die größten Geheimnisse quellen konnte, das wurde erst durch den Christus-Impuls gebracht. Gerade aus diesem Grunde fühlte ein Mensch der alten Einweihung etwa so, daß er sagte: Wenn ich in die geistige Welt kommen will, wenn ich mir die Offenbarungen aus der geistigen Welt erwerben soll, so muß ich eine gewisse Stelle in mir unterdrücken, und ich muß andere Stellen in meiner Seele besonders lebendig machen.
[ 18 ] In welcher Lage war nun ein Mensch, der schon nicht mehr so recht in der Zeit lebte, wo es das Richtige war, daß man mit Selbstentäußerung sich in die geistige Welt hineinfinden konnte, sondern der in der Zeit lebte, wo man sich in die Stufe versetzt finden konnte, das Ich zu entwickeln? Vorhanden war das Ich ja schon in der atlantischen Zeit; aber daß daraus die volle Sicherheit für die größten Geheimnisse quellen konnte, das wurde erst durch den Christus-Impuls gebracht. Gerade aus diesem Grunde fühlte ein Mensch der alten Einweihung etwa so, daß er sagte: Wenn ich in die geistige Welt kommen will, wenn ich mir die Offenbarungen aus der geistigen Welt erwerben soll, so muß ich eine gewisse Stelle in mir unterdrücken, und ich muß andere Stellen in meiner Seele besonders lebendig machen.
[ 19 ] Was mußte er unterdrücken? Und was mußte er besonders lebendig machen? Was allmählich zum Ich heranwachsen sollte, das mußte er unterdrücken, das mußte sozusagen dunkler und dumpfer werden in seiner Seele. Darauf durfte er gar keine Rücksicht nehmen, das mußte etwas Ödes, etwas Leeres in ihm werden. Dagegen der astralische Leib, also der Leib, der Hellsichtigkeit in einem gewissen Grade geben konnte, mußte ganz besonders entflammt werden. Dann rückten in den astralischen Leib die alten hellseherischen Beobachtungen herein.
[ 19 ] Was mußte er unterdrücken? Und was mußte er besonders lebendig machen? Was allmählich zum Ich heranwachsen sollte, das mußte er unterdrücken, das mußte sozusagen dunkler und dumpfer werden in seiner Seele. Darauf durfte er gar keine Rücksicht nehmen, das mußte etwas Ödes, etwas Leeres in ihm werden. Dagegen der astralische Leib, also der Leib, der Hellsichtigkeit in einem gewissen Grade geben konnte, mußte ganz besonders entflammt werden. Dann rückten in den astralischen Leib die alten hellseherischen Beobachtungen herein.
[ 20 ] Ich sagte, das Ich war schon in einem gewissen Grade da. Aber man konnte es nicht brauchen, wenn man die Geheimnisse der geistigen Welt erforschen wollte. Das Ich mußte unterdrückt und der astralische Leib entflammt werden. Aber das Entflammen der Impulse im Astralleib ist immer unmöglicher geworden. In den alten Zeiten gehörte es zu den elementarsten Eigenschaften des Menschen, daß er sein Ich unterdrücken und den Astralleib in Tätigkeit versetzen konnte, so daß die Geheimnisse der geistigen Welt in ihn hineinströmten. Darin bestand aber gerade die Fortentwickelung, daß der Astralleib immer unfähiger wurde, in sich herein zu bekommen die Geheimnisse der geistigen Welt. Der Mensch mußte sich etwa sagen: Mein Astralleib wird immer unfähiger, um das zu erreichen, was früher die Menschen in der alten Hellsichtigkeit erreicht haben; aber was in mir ist, mein Ich, das will auch noch nicht recht heraus, das kann sich noch nicht aufraffen, aus sich etwas zu erreichen.
[ 20 ] Ich sagte, das Ich war schon in einem gewissen Grade da. Aber man konnte es nicht brauchen, wenn man die Geheimnisse der geistigen Welt erforschen wollte. Das Ich mußte unterdrückt und der astralische Leib entflammt werden. Aber das Entflammen der Impulse im Astralleib ist immer unmöglicher geworden. In den alten Zeiten gehörte es zu den elementarsten Eigenschaften des Menschen, daß er sein Ich unterdrücken und den Astralleib in Tätigkeit versetzen konnte, so daß die Geheimnisse der geistigen Welt in ihn hineinströmten. Darin bestand aber gerade die Fortentwickelung, daß der Astralleib immer unfähiger wurde, in sich herein zu bekommen die Geheimnisse der geistigen Welt. Der Mensch mußte sich etwa sagen: Mein Astralleib wird immer unfähiger, um das zu erreichen, was früher die Menschen in der alten Hellsichtigkeit erreicht haben; aber was in mir ist, mein Ich, das will auch noch nicht recht heraus, das kann sich noch nicht aufraffen, aus sich etwas zu erreichen.
[ 21 ] Und die allerbesten Hellseher empfanden am allermeisten etwas Wüstes, etwas Ödes in der Seele. Das war das Ich, dem noch kein Impuls gegeben war. Und daneben empfanden sie die Unmöglichkeit, sich durch das Ich in die geistige Welt hinaufzuversetzen. Daraus können Sie die Stimmung entnehmen, in der jemand war zur Zeit des herannahenden Christus-Impulses, der einen Einblick tun wollte in die geistige Welt. Ein solcher mußte sich sagen: In meinem Astralleib kann ich nicht mehr das entwickeln, was früher möglich war; mein Ich kann aber noch keinen Impuls aufnehmen; das ist noch etwas Wüstes in meiner Seele, das kann nicht in die geistige Welt hinauf.
[ 21 ] Und die allerbesten Hellseher empfanden am allermeisten etwas Wüstes, etwas Ödes in der Seele. Das war das Ich, dem noch kein Impuls gegeben war. Und daneben empfanden sie die Unmöglichkeit, sich durch das Ich in die geistige Welt hinaufzuversetzen. Daraus können Sie die Stimmung entnehmen, in der jemand war zur Zeit des herannahenden Christus-Impulses, der einen Einblick tun wollte in die geistige Welt. Ein solcher mußte sich sagen: In meinem Astralleib kann ich nicht mehr das entwickeln, was früher möglich war; mein Ich kann aber noch keinen Impuls aufnehmen; das ist noch etwas Wüstes in meiner Seele, das kann nicht in die geistige Welt hinauf.
[ 22 ] Da wurden dann angewendet gewisse Methoden, gewisse Trainierungen zur Zeit des herannahenden Christus-Impulses, die darin bestanden, daß man Bekanntschaft machen lernte mit dem, was noch nicht vom Geist erfüllt sein konnte. Wer in die höheren Welten hinauf wollte, der wurde darauf verwiesen, daß man ihm sagte: Werde dir klar: mit deinem Astralleib kannst du nicht hinauf; du mußt vor allen Dingen eintreten in die Stelle deines Inneren, wo du dich als Mensch so fühlst, als ob du gar keinen Zusammenhang hättest mit der Außenwelt.
[ 22 ] Da wurden dann angewendet gewisse Methoden, gewisse Trainierungen zur Zeit des herannahenden Christus-Impulses, die darin bestanden, daß man Bekanntschaft machen lernte mit dem, was noch nicht vom Geist erfüllt sein konnte. Wer in die höheren Welten hinauf wollte, der wurde darauf verwiesen, daß man ihm sagte: Werde dir klar: mit deinem Astralleib kannst du nicht hinauf; du mußt vor allen Dingen eintreten in die Stelle deines Inneren, wo du dich als Mensch so fühlst, als ob du gar keinen Zusammenhang hättest mit der Außenwelt.
[ 23 ] So war die Stimmung in der Zeit des herannahenden ChristusImpulses für den, der die Einweihung suchte. Und jeder, der die Einweihung suchte, mußte sich klarmachen: In bezug auf meinen Astralleib muß ich darauf verzichten, in die geistige Welt hinaufzukommen, denn die Zeit ist vorüber, um durch den Astralleib hineinzukommen in die geistige Welt. Das Ich ist dazu noch unvorbereitet. Aber an dem, was eben heraus will und eindringen will in die geistige Welt, wo es den Impuls aufnehmen will, an dem kann ich erkennen — mehr als erkennen kann ich nicht -, daß etwas da ist, was mit aller Kraft und Macht hinstrebt zu dem geistigen Impuls!
[ 23 ] So war die Stimmung in der Zeit des herannahenden ChristusImpulses für den, der die Einweihung suchte. Und jeder, der die Einweihung suchte, mußte sich klarmachen: In bezug auf meinen Astralleib muß ich darauf verzichten, in die geistige Welt hinaufzukommen, denn die Zeit ist vorüber, um durch den Astralleib hineinzukommen in die geistige Welt. Das Ich ist dazu noch unvorbereitet. Aber an dem, was eben heraus will und eindringen will in die geistige Welt, wo es den Impuls aufnehmen will, an dem kann ich erkennen — mehr als erkennen kann ich nicht -, daß etwas da ist, was mit aller Kraft und Macht hinstrebt zu dem geistigen Impuls!
[ 24 ] Diese Seelenerfahrung eines jeden, der in jener Zeit den Weg zum Geisteslicht suchte, nannte man den Weg in die Einsamkeit der Seele oder auch den Weg in die Einsamkeit. Was mußte der Bote also tun, der vorbereiten sollte auf das Christus-Ereignis? Er mußte den Leuten, die etwas wissen wollten von dem herannahenden Impuls, sagen, wie der Weg ist in die Einsamkeit. Er mußte die Einsamkeit gründlich kennen. Er mußte ein Prediger sein für die Einsamkeit der Seele.
[ 24 ] Diese Seelenerfahrung eines jeden, der in jener Zeit den Weg zum Geisteslicht suchte, nannte man den Weg in die Einsamkeit der Seele oder auch den Weg in die Einsamkeit. Was mußte der Bote also tun, der vorbereiten sollte auf das Christus-Ereignis? Er mußte den Leuten, die etwas wissen wollten von dem herannahenden Impuls, sagen, wie der Weg ist in die Einsamkeit. Er mußte die Einsamkeit gründlich kennen. Er mußte ein Prediger sein für die Einsamkeit der Seele.
[ 25 ] Immer mehr und mehr werden Sie kennenlernen gerade an der Hand des Markus-Evangeliums, daß in gewissen Fällen die großen geistigen Wesenheiten, durch welche die wichtigen Angelegenheiten der Menschheitsentwickelung geschehen sollen, sich ihre Werkzeuge aussuchen in fleischlichen Wesenheiten, wenn diese dazu geeignet sind, und eine Inkarnation nehmen, um in der Seele zu wohnen, die im Fleische verkörpert ist. Jener Bote, von dem Jesajas gesprochen hat, der nicht in ganz gewöhnlichem Sinne als ein Mensch aufgefaßt werden darf, nahm Besitz von der Seele des wiederinkarnierten Elias, lebte darin und war der Bote, der die Menschen aufmerksam machen sollte auf den herannahenden Christus-Impuls. Und aus der Seele Johannes des Täufers sprach der Bote dann, auf den Jesajas hingewiesen hatte.
[ 25 ] Immer mehr und mehr werden Sie kennenlernen gerade an der Hand des Markus-Evangeliums, daß in gewissen Fällen die großen geistigen Wesenheiten, durch welche die wichtigen Angelegenheiten der Menschheitsentwickelung geschehen sollen, sich ihre Werkzeuge aussuchen in fleischlichen Wesenheiten, wenn diese dazu geeignet sind, und eine Inkarnation nehmen, um in der Seele zu wohnen, die im Fleische verkörpert ist. Jener Bote, von dem Jesajas gesprochen hat, der nicht in ganz gewöhnlichem Sinne als ein Mensch aufgefaßt werden darf, nahm Besitz von der Seele des wiederinkarnierten Elias, lebte darin und war der Bote, der die Menschen aufmerksam machen sollte auf den herannahenden Christus-Impuls. Und aus der Seele Johannes des Täufers sprach der Bote dann, auf den Jesajas hingewiesen hatte.
[ 26 ] Wo also ertönt die Stimme des Boten? In dem, was ich Ihnen jetzt eben charakterisiert habe als die Einsamkeit der Seele. Da können wir dann lesen, daß im Markus-Evangelium steht: Höret das Rufen in der Seeleneinsamkeit. ὲν τῇ ὲpήμω (tē erēmō) dürfen wir nicht einfach übersetzen, als ob es bloß äußerlich gemeint sei, mit dem Bilde der Wüste; sondern da ist ein Bild hingestellt, durch das wir die ganze geistige Welt wahrnehmen sollen. ὲν τῇ ὲpήμω heißt eigentlich: in der Einsamkeit.
[ 26 ] Wo also ertönt die Stimme des Boten? In dem, was ich Ihnen jetzt eben charakterisiert habe als die Einsamkeit der Seele. Da können wir dann lesen, daß im Markus-Evangelium steht: Höret das Rufen in der Seeleneinsamkeit. ὲν τῇ ὲpήμω (tē erēmō) dürfen wir nicht einfach übersetzen, als ob es bloß äußerlich gemeint sei, mit dem Bilde der Wüste; sondern da ist ein Bild hingestellt, durch das wir die ganze geistige Welt wahrnehmen sollen. ὲν τῇ ὲpήμω heißt eigentlich: in der Einsamkeit.
[ 27 ] Nun müssen wir, um den Ausspruch weiter zu verstehen, uns ein wenig befassen mit der eigentlichen Bedeutung, wie sie selbst noch spurenweise im Griechischen vorhanden ist, wie sie aber festgestellt werden kann, wenn man mit dem Griechischen die Urtradition zusammenhält, mit der Bedeutung dessen, was man fühlte bei dem Worte Kyrios oder Herr; was hier gewöhnlich übersetzt ist mit: «Bereitet den Weg des Herrn.» Ein solches Wort hatte nicht jene abstrakte, philiströse Bedeutung in dem alten Sprachschatz, in der alten Ausdrucksweise, wie es heute hat. In der Zeit des Materialismus sind die Menschen besonders in bezug auf die Sprache Philister geworden und haben nicht mehr in der Sprache das, was man nennen kann Körper seelischer Wesenheiten, daß man eine ganze Welt fühlt bei den Worten, wie in alten Zeiten. Man kann heute derartiges höchstens wieder aufs neue versuchen. So habe ich es versucht in der «Pforte der Einweihung» darzustellen, wie es möglich sein wird, Welten fühlen zu können.
[ 27 ] Nun müssen wir, um den Ausspruch weiter zu verstehen, uns ein wenig befassen mit der eigentlichen Bedeutung, wie sie selbst noch spurenweise im Griechischen vorhanden ist, wie sie aber festgestellt werden kann, wenn man mit dem Griechischen die Urtradition zusammenhält, mit der Bedeutung dessen, was man fühlte bei dem Worte Kyrios oder Herr; was hier gewöhnlich übersetzt ist mit: «Bereitet den Weg des Herrn.» Ein solches Wort hatte nicht jene abstrakte, philiströse Bedeutung in dem alten Sprachschatz, in der alten Ausdrucksweise, wie es heute hat. In der Zeit des Materialismus sind die Menschen besonders in bezug auf die Sprache Philister geworden und haben nicht mehr in der Sprache das, was man nennen kann Körper seelischer Wesenheiten, daß man eine ganze Welt fühlt bei den Worten, wie in alten Zeiten. Man kann heute derartiges höchstens wieder aufs neue versuchen. So habe ich es versucht in der «Pforte der Einweihung» darzustellen, wie es möglich sein wird, Welten fühlen zu können.
[ 28 ] Was fühlte man bei dem Worte Kyrios, wenn man es aussprach in solchem Zusammenhange wie in dem angedeuteten? Man fühlte, daß damit nur das Bild gemeint sei für das, was im Menschen vorgeht, was für den Menschen im innerlichen Seelenleben sich ergibt. Man fühlte das Auftauchen des aus den Untergründen der Seele heraufkommenden und immer mehr und mehr an die Oberfläche drängenden Ich als das Erscheinen eines Herrn und Herrschers, als den Richtunggebenden unter den Seelenkräften — so wie wir heute sagen: Der Mensch hat Denken, Fühlen und Wollen; diese verschiedenen Seelenkräfte sind sozusagen die Diener der Seele. Aber einen Herrn gibt es in der Seele, einen Kyrios: das Ich. Das drückt sich dadurch aus, daß wir nicht nur sagen: Es denkt in uns. — In alten Zeiten konnte man nicht sagen: Ich denke -, sondern da sagte man: Es denkt. - Und in bezug auf Fühlen und Wollen sagte man ebenso: Es fühlt, und es will da drinnen.
[ 28 ] Was fühlte man bei dem Worte Kyrios, wenn man es aussprach in solchem Zusammenhange wie in dem angedeuteten? Man fühlte, daß damit nur das Bild gemeint sei für das, was im Menschen vorgeht, was für den Menschen im innerlichen Seelenleben sich ergibt. Man fühlte das Auftauchen des aus den Untergründen der Seele heraufkommenden und immer mehr und mehr an die Oberfläche drängenden Ich als das Erscheinen eines Herrn und Herrschers, als den Richtunggebenden unter den Seelenkräften — so wie wir heute sagen: Der Mensch hat Denken, Fühlen und Wollen; diese verschiedenen Seelenkräfte sind sozusagen die Diener der Seele. Aber einen Herrn gibt es in der Seele, einen Kyrios: das Ich. Das drückt sich dadurch aus, daß wir nicht nur sagen: Es denkt in uns. — In alten Zeiten konnte man nicht sagen: Ich denke -, sondern da sagte man: Es denkt. - Und in bezug auf Fühlen und Wollen sagte man ebenso: Es fühlt, und es will da drinnen.
[ 29 ] In der Zeit nun, als der Herr der Seelenkräfte, das Ich, sich geltend machte, da wurde dieser große Umschwung in der Menschheitsentwickelung so gefühlt, daß man jetzt sagte: Ich denke, ich fühle, ich will. -— So waren in früheren Zeiten die Seelen gleichsam in einer gewissen Weise in einem unterbewußten Zustand, gefangen, untergetaucht in die dienenden Kräfte. Jetzt nahte der Herr der Seelenkräfte, das Ich. Es ist mit dieser Stelle zunächst gar nicht irgendeine Persönlichkeit oder Wesenheit gemeint, sondern nur das Auftauchen des Ich als des Herrn in dem ganzen Gefüge der Seele: Der Herr innerhalb der Seele kommt!
[ 29 ] In der Zeit nun, als der Herr der Seelenkräfte, das Ich, sich geltend machte, da wurde dieser große Umschwung in der Menschheitsentwickelung so gefühlt, daß man jetzt sagte: Ich denke, ich fühle, ich will. -— So waren in früheren Zeiten die Seelen gleichsam in einer gewissen Weise in einem unterbewußten Zustand, gefangen, untergetaucht in die dienenden Kräfte. Jetzt nahte der Herr der Seelenkräfte, das Ich. Es ist mit dieser Stelle zunächst gar nicht irgendeine Persönlichkeit oder Wesenheit gemeint, sondern nur das Auftauchen des Ich als des Herrn in dem ganzen Gefüge der Seele: Der Herr innerhalb der Seele kommt!
[ 30 ] Das wurde auch in denjenigen Tempeln verkündet, die vorbereiten sollten auf das, was da vorgehen konnte mit der Menschheit. Mit heiliger Scheu und heiliger Ehrfurcht wurde es verkündet: Bisher waren die Seelen so, daß sie nur dienende Kräfte in sich hatten: Denken, Fühlen und Wollen. Jetzt aber naht der Herr, der Kyrios innerhalb der menschlichen Seele. Dies Große geht vor, freilich nach und nach erst entwickelt es sich — bis ans Ende der Erdenzeit, wo es dann immer mächtiger und mächtiger werden wird. Aber es kommt. Und der Christus bringt zuerst den Impuls. Es ist die große Stunde im Werdegang der Weltenuhr, wo der Christus lebt. Da steht die Weltenuhr in dem Zeichen, wo das Ich immer mächtiger aufgehen wird als der Herr der Seelenkräfte. Und es wird am Ziel angelangt sein dann, wenn die Erde herunterfallen wird im Kosmos und der Mensch zu höheren Stufen hinaufsteigt.
[ 30 ] Das wurde auch in denjenigen Tempeln verkündet, die vorbereiten sollten auf das, was da vorgehen konnte mit der Menschheit. Mit heiliger Scheu und heiliger Ehrfurcht wurde es verkündet: Bisher waren die Seelen so, daß sie nur dienende Kräfte in sich hatten: Denken, Fühlen und Wollen. Jetzt aber naht der Herr, der Kyrios innerhalb der menschlichen Seele. Dies Große geht vor, freilich nach und nach erst entwickelt es sich — bis ans Ende der Erdenzeit, wo es dann immer mächtiger und mächtiger werden wird. Aber es kommt. Und der Christus bringt zuerst den Impuls. Es ist die große Stunde im Werdegang der Weltenuhr, wo der Christus lebt. Da steht die Weltenuhr in dem Zeichen, wo das Ich immer mächtiger aufgehen wird als der Herr der Seelenkräfte. Und es wird am Ziel angelangt sein dann, wenn die Erde herunterfallen wird im Kosmos und der Mensch zu höheren Stufen hinaufsteigt.
[ 31 ] Nur wenn man so fühlt, wie man damals fühlen mußte, kann man eine Vorstellung davon bekommen, was Jesajas sagen wollte und was Johannes der Täufer wieder aufnahm. Hingewiesen sollte werden auf das große Ereignis der Menschenseele, auf die Fortentwickelung der Menschenseele. Dann müssen wir aber auch das Wort eddeiag (eutheias) nicht übersetzen mit «eben», wie es gewöhnlich abstrakt übersetzt wird, sondern mit «offen», nicht nur gerade, sondern offen, so daß sie gangbar werden, die Wege. Also der Kyrios kommt daher, nimmt seine Richtung auf die menschliche Seele. Aber der Mensch muß etwas dazu tun, damit der Herr die menschliche Seele wirklich ergreifen kann. Es muß der Weg frei gemacht werden, muß offen gemacht werden. Kurz, wollen wir die betreffende Stelle so übersetzen, daß irgend etwas damit anzufangen sein soll, so müßte eigentlich übersetzt werden, wenn wir uns ein wenig an das Traditionelle halten:
[ 31 ] Nur wenn man so fühlt, wie man damals fühlen mußte, kann man eine Vorstellung davon bekommen, was Jesajas sagen wollte und was Johannes der Täufer wieder aufnahm. Hingewiesen sollte werden auf das große Ereignis der Menschenseele, auf die Fortentwickelung der Menschenseele. Dann müssen wir aber auch das Wort eddeiag (eutheias) nicht übersetzen mit «eben», wie es gewöhnlich abstrakt übersetzt wird, sondern mit «offen», nicht nur gerade, sondern offen, so daß sie gangbar werden, die Wege. Also der Kyrios kommt daher, nimmt seine Richtung auf die menschliche Seele. Aber der Mensch muß etwas dazu tun, damit der Herr die menschliche Seele wirklich ergreifen kann. Es muß der Weg frei gemacht werden, muß offen gemacht werden. Kurz, wollen wir die betreffende Stelle so übersetzen, daß irgend etwas damit anzufangen sein soll, so müßte eigentlich übersetzt werden, wenn wir uns ein wenig an das Traditionelle halten:
[ 32 ] «Bemerke» - «Siehe» ist schon nicht mehr das Richtige -, «ich sende vor dem Ich in dir meinen Engel; der soll die Richtung vorbereiten.
[ 32 ] «Bemerke» - «Siehe» ist schon nicht mehr das Richtige -, «ich sende vor dem Ich in dir meinen Engel; der soll die Richtung vorbereiten.
[ 33 ] Höret das Rufen» — «Seele» steht nicht da, das wußte aber ein jeder - «in der Seelen-Einsamkeit» - jenes Rufen, das verlangt nach dem Herrn der Seele -: «Bereitet die Richtung des Seelen-Herrschers; arbeitet, daß offen ist ihm der Weg» — oder die Bahn.
[ 33 ] Höret das Rufen» — «Seele» steht nicht da, das wußte aber ein jeder - «in der Seelen-Einsamkeit» - jenes Rufen, das verlangt nach dem Herrn der Seele -: «Bereitet die Richtung des Seelen-Herrschers; arbeitet, daß offen ist ihm der Weg» — oder die Bahn.
[ 34 ] In diesem Wortgefüge haben Sie ungefähr, was eine Vorstellung von dem gibt, was man fühlen kann in den Worten des Jesajas. Diese Worte und was in diesem Wortgefüge liegt, das hatte wiederaufgenommen der Engel, der Angelos in der Seele Johannes' des Täufers. Warum konnte er das? - Da müssen wir ein wenig eingehen auf die Art und Weise, wie Johannes der Täufer selber eingeweiht war, wie die Initiation in der Seele Johannes’ des Täufers wirkte.
[ 34 ] In diesem Wortgefüge haben Sie ungefähr, was eine Vorstellung von dem gibt, was man fühlen kann in den Worten des Jesajas. Diese Worte und was in diesem Wortgefüge liegt, das hatte wiederaufgenommen der Engel, der Angelos in der Seele Johannes' des Täufers. Warum konnte er das? - Da müssen wir ein wenig eingehen auf die Art und Weise, wie Johannes der Täufer selber eingeweiht war, wie die Initiation in der Seele Johannes’ des Täufers wirkte.
[ 35 ] Aus früheren Darstellungen wissen Sie, daß der Mensch entweder eingeweiht werden kann durch Hinuntersteigen in das Innere der eigenen Seele, oder daß er erweckt werden kann für ein Heraustreten der Seele, für ein Freiwerden vom Leib und für ein Ergießen der Seelenkräfte in den Makrokosmos. Diese zwei Wege sind bei den verschiedenen Völkern in der verschiedensten Weise eingehalten worden. Wenn der Mensch seine Seele ergießen wollte in den Makrokosmos, so waren die dabei durchzumachenden zwölf Stufen sozusagen markiert durch die zwölf Zeichen des Tierkreises, indem seine Seelenkraft ausfloß nach bestimmten Stellen, nach bestimmten Richtungen des Makrokosmos. Nun war im allgemeinen schon außerordentlich viel erreicht, namentlich zu einem bestimmten Zweck der weltgeschichtlichen Entwickelung war etwas Bedeutsames erreicht, wenn irgendeine Seele so weit entwickelt war, daß sie alle die Kräfte des Makrokosmos in sich empfangen konnte, die von solchen Weltgeheimnissen herrührten, welche im Sinne eines einzigen Sternbildes waren. Das war nämlich überhaupt bei den alten Einweihungsriten so, daß der eine zum Beispiel eingeweiht wurde in die Geheimnisse des Makrokosmos, so daß sein Seelen-Ausfließen in das Makrokosmische sich hinbewegte in der Richtung des Steinbocks, bei andern in der Richtung des Krebses, der Waage, der Jungfrau und so weiter. Ich habe wiederholt betont, daß es zwölf verschiedene Möglichkeiten gibt, in das Makrokosmische auszufließen, die symbolisch angedeutet werden mit den zwölf Zeichen des Tierkreises. Sollte nun jemand die Inittation erreichen durch Austließen der Seele in den Makrokosmos, und sollte er nicht gleich die höchste, die Sonnen-Initiation erreichen, sondern gewissermaßen eine Partial-, eine Teil-Initiation, so wurde sein Seelenblick, sein Seelenlicht hingelenkt auf die Geheimnisse, die zu finden waren im Zusammenhange mit einem gewissen Sternbilde. Dazu mußte aber sein Blick unabhängig werden von dem Materiellen, das heißt, es wurde dafür gesorgt — entweder bei den Mysterienriten oder, wie beim Täufer Johannes, durch eine Gnade von oben -, daß des Betreffenden Blick hingeleitet wurde auf ein Sternbild - so aber, daß er zwischen sich und dem betreffenden Sternbild die Erde hatte. Das heißt, in der Nacht mußte sein Blick gelenkt werden durch die Erde hindurch nach dem Sternbild hin. Wenn man ein Sternbild sieht mit den physischen Augen, so sieht man das physische Sternbild. Wenn man aber hindurchsehen kann durch das Materielle der Erde, wobei also das physische Sternbild bedeckt ist mit dem Materiellen der Erde, so sieht man nicht das Physische, sondern das Geistige, das heißt die Geheimnisse, welche das Sternbild ausdrückt.
[ 35 ] Aus früheren Darstellungen wissen Sie, daß der Mensch entweder eingeweiht werden kann durch Hinuntersteigen in das Innere der eigenen Seele, oder daß er erweckt werden kann für ein Heraustreten der Seele, für ein Freiwerden vom Leib und für ein Ergießen der Seelenkräfte in den Makrokosmos. Diese zwei Wege sind bei den verschiedenen Völkern in der verschiedensten Weise eingehalten worden. Wenn der Mensch seine Seele ergießen wollte in den Makrokosmos, so waren die dabei durchzumachenden zwölf Stufen sozusagen markiert durch die zwölf Zeichen des Tierkreises, indem seine Seelenkraft ausfloß nach bestimmten Stellen, nach bestimmten Richtungen des Makrokosmos. Nun war im allgemeinen schon außerordentlich viel erreicht, namentlich zu einem bestimmten Zweck der weltgeschichtlichen Entwickelung war etwas Bedeutsames erreicht, wenn irgendeine Seele so weit entwickelt war, daß sie alle die Kräfte des Makrokosmos in sich empfangen konnte, die von solchen Weltgeheimnissen herrührten, welche im Sinne eines einzigen Sternbildes waren. Das war nämlich überhaupt bei den alten Einweihungsriten so, daß der eine zum Beispiel eingeweiht wurde in die Geheimnisse des Makrokosmos, so daß sein Seelen-Ausfließen in das Makrokosmische sich hinbewegte in der Richtung des Steinbocks, bei andern in der Richtung des Krebses, der Waage, der Jungfrau und so weiter. Ich habe wiederholt betont, daß es zwölf verschiedene Möglichkeiten gibt, in das Makrokosmische auszufließen, die symbolisch angedeutet werden mit den zwölf Zeichen des Tierkreises. Sollte nun jemand die Inittation erreichen durch Austließen der Seele in den Makrokosmos, und sollte er nicht gleich die höchste, die Sonnen-Initiation erreichen, sondern gewissermaßen eine Partial-, eine Teil-Initiation, so wurde sein Seelenblick, sein Seelenlicht hingelenkt auf die Geheimnisse, die zu finden waren im Zusammenhange mit einem gewissen Sternbilde. Dazu mußte aber sein Blick unabhängig werden von dem Materiellen, das heißt, es wurde dafür gesorgt — entweder bei den Mysterienriten oder, wie beim Täufer Johannes, durch eine Gnade von oben -, daß des Betreffenden Blick hingeleitet wurde auf ein Sternbild - so aber, daß er zwischen sich und dem betreffenden Sternbild die Erde hatte. Das heißt, in der Nacht mußte sein Blick gelenkt werden durch die Erde hindurch nach dem Sternbild hin. Wenn man ein Sternbild sieht mit den physischen Augen, so sieht man das physische Sternbild. Wenn man aber hindurchsehen kann durch das Materielle der Erde, wobei also das physische Sternbild bedeckt ist mit dem Materiellen der Erde, so sieht man nicht das Physische, sondern das Geistige, das heißt die Geheimnisse, welche das Sternbild ausdrückt.
[ 36 ] Johannes’ des Täufers Blick wurde so geschult, daß er in der Nacht schauen konnte durch die materielle Erde hindurch auf das Sternbild des Wassermanns. Er hatte also jene Initiation gehabt, als der Angelos von seiner Seele Besitz nahm, die man die Wassermann-Initiation nennt. So konnte der Täufer Johannes — mit allem, was er selber wußte, was er selber fühlte - dem Angelos alle Fähigkeiten zur Verfügung stellen, damit durch den Angelos ausgesprochen werden konnte alles, was die Wassermann-Initiation war, und was es gab als Hinweis darauf, daß die Herrschaft des Ich, des xVoiog, des Herrn in der Seele kommen werde. Das gab die Wassermann-Initiation.
[ 36 ] Johannes’ des Täufers Blick wurde so geschult, daß er in der Nacht schauen konnte durch die materielle Erde hindurch auf das Sternbild des Wassermanns. Er hatte also jene Initiation gehabt, als der Angelos von seiner Seele Besitz nahm, die man die Wassermann-Initiation nennt. So konnte der Täufer Johannes — mit allem, was er selber wußte, was er selber fühlte - dem Angelos alle Fähigkeiten zur Verfügung stellen, damit durch den Angelos ausgesprochen werden konnte alles, was die Wassermann-Initiation war, und was es gab als Hinweis darauf, daß die Herrschaft des Ich, des xVoiog, des Herrn in der Seele kommen werde. Das gab die Wassermann-Initiation.
[ 37 ] Gleichzeitig aber wies der Täufer Johannes darauf hin, daß auch die Zeit gekommen war, wo diese Wassermann-Initiation sozusagen an einem Übergang steht, wo sie durch eine andere ersetzt werden muß, damit man völlig verstehe die herannahende Herrschaft des Ich. Deshalb sagte er zu seinen intimen Schülern: Ich bin der, der imstande ist, seinem Engel alle die Kräfte zur Verfügung zu stellen, die aus der Wassermann-Initiation kommen. Nach mir aber muß Einer kommen, der die nachherigen Kräfte seinem Engel zur Verfügung stellen kann.
[ 37 ] Gleichzeitig aber wies der Täufer Johannes darauf hin, daß auch die Zeit gekommen war, wo diese Wassermann-Initiation sozusagen an einem Übergang steht, wo sie durch eine andere ersetzt werden muß, damit man völlig verstehe die herannahende Herrschaft des Ich. Deshalb sagte er zu seinen intimen Schülern: Ich bin der, der imstande ist, seinem Engel alle die Kräfte zur Verfügung zu stellen, die aus der Wassermann-Initiation kommen. Nach mir aber muß Einer kommen, der die nachherigen Kräfte seinem Engel zur Verfügung stellen kann.
[ 38 ] Wenn Sie das Fortschreiten der Sonnenrichtung bei Tag nehmen vom Sternbild des Widders durch den Stier, die Zwillinge und so weiter bis zur Jungfrau hin, so müssen Sie das Vorschreiten in der Nacht von der Richtung der Waage, des Wassermannes zum Sternbild der Fische hin nehmen; das ist die Richtung zur geistigen Sonne. Johannes hatte die Wassermann-Initiation empfangen, und er wies darauf hin, daß der, welcher da kommen wird, die Initiation der Fische haben werde, das heißt diejenige Initiation also, die folgen muß auf die Johannes-Initiation, und die als eine höhere angesehen wurde. Deshalb sagte Johannes der Täufer zu seinen intimen Schülern: Ich kann meinem Engel durch die Wassermann-Initiation nur die Kräfte zur Verfügung stellen, daß er verkünden kann, daß der Herr, der xVo10g, kommt; es wird aber einer kommen, der die Kräfte hat, welche durch die Initiation mit dem Sternbild der Fische symbolisiert sind. Und der wird aufnehmen den Christus!
[ 38 ] Wenn Sie das Fortschreiten der Sonnenrichtung bei Tag nehmen vom Sternbild des Widders durch den Stier, die Zwillinge und so weiter bis zur Jungfrau hin, so müssen Sie das Vorschreiten in der Nacht von der Richtung der Waage, des Wassermannes zum Sternbild der Fische hin nehmen; das ist die Richtung zur geistigen Sonne. Johannes hatte die Wassermann-Initiation empfangen, und er wies darauf hin, daß der, welcher da kommen wird, die Initiation der Fische haben werde, das heißt diejenige Initiation also, die folgen muß auf die Johannes-Initiation, und die als eine höhere angesehen wurde. Deshalb sagte Johannes der Täufer zu seinen intimen Schülern: Ich kann meinem Engel durch die Wassermann-Initiation nur die Kräfte zur Verfügung stellen, daß er verkünden kann, daß der Herr, der xVo10g, kommt; es wird aber einer kommen, der die Kräfte hat, welche durch die Initiation mit dem Sternbild der Fische symbolisiert sind. Und der wird aufnehmen den Christus!
[ 39 ] Damit wies Johannes der Täufer hin auf den Jesus von Nazareth. Und darum haben die alten Traditionen dem Christus Jesus das Symbol der Fische gegeben. Und weil alles, was äußerlich geschieht, Symbol für innere Vorgänge ist, obwohl es auch äußerlich geschieht, darum werden als Gehilfen dem Fisch-Initiierten Fischer zugeteilt. Das alles sind zugleich äußerliche, historische Ereignisse und zugleich für die geistigen Geheimnisse tief symbolische Handlungen.
[ 39 ] Damit wies Johannes der Täufer hin auf den Jesus von Nazareth. Und darum haben die alten Traditionen dem Christus Jesus das Symbol der Fische gegeben. Und weil alles, was äußerlich geschieht, Symbol für innere Vorgänge ist, obwohl es auch äußerlich geschieht, darum werden als Gehilfen dem Fisch-Initiierten Fischer zugeteilt. Das alles sind zugleich äußerliche, historische Ereignisse und zugleich für die geistigen Geheimnisse tief symbolische Handlungen.
[ 40 ] Und eine höhere Weihe wird über die Menschheit kommen! sagte Johannes. Er konnte nur die Weihe geben, die aus dem Wassermann, dem Wassermenschen, kommt. Und Johannes bezeichnete sich als Wassermensch. Das ist ganz klar. Nur werden wir immer mehr und mehr sehen müssen, wie mit den Bildern, die für die menschlichen Geheimnisse gebraucht werden, ebenso astronomische, kosmische Geheimnisse zusammenhängen. Ich habe euch mit Wasser getauft, sagte Johannes. Die Wassertaufe war allerdings das, was in der Gewalt derjenigen war, die vom Himmel herunter die Initiation des Wassermanns erhalten hatten. Indem aber die geistige Sonne in der entgegengesetzten Weise fortschreitet wie die physische - denn während die physische Sonne fortschreitet vom Sternbild der Jungfrau zum Sternbild der Waage, schreitet die geistige Sonne vor, im Sinne des Fortschreitens von Johannes dem Täufer zu Jesus von Nazareth, von dem Wassermann zu den Fischen -, indem jemand auftritt in der Welt mit der Initiation der Fische und imstande ist, diejenigen geistigen Kräfte, denjenigen geistigen Impuls aufzunehmen, für den Werkzeug sein muß diese Initiation der Fische; da ist es möglich, daß nicht nur getauft wird, wie Johannes taufte, sondern daß im höheren Sinne getauft wird, wie es von Johannes bezeichnet wird als die Taufe mit dem Heiligen Geist.
[ 40 ] Und eine höhere Weihe wird über die Menschheit kommen! sagte Johannes. Er konnte nur die Weihe geben, die aus dem Wassermann, dem Wassermenschen, kommt. Und Johannes bezeichnete sich als Wassermensch. Das ist ganz klar. Nur werden wir immer mehr und mehr sehen müssen, wie mit den Bildern, die für die menschlichen Geheimnisse gebraucht werden, ebenso astronomische, kosmische Geheimnisse zusammenhängen. Ich habe euch mit Wasser getauft, sagte Johannes. Die Wassertaufe war allerdings das, was in der Gewalt derjenigen war, die vom Himmel herunter die Initiation des Wassermanns erhalten hatten. Indem aber die geistige Sonne in der entgegengesetzten Weise fortschreitet wie die physische - denn während die physische Sonne fortschreitet vom Sternbild der Jungfrau zum Sternbild der Waage, schreitet die geistige Sonne vor, im Sinne des Fortschreitens von Johannes dem Täufer zu Jesus von Nazareth, von dem Wassermann zu den Fischen -, indem jemand auftritt in der Welt mit der Initiation der Fische und imstande ist, diejenigen geistigen Kräfte, denjenigen geistigen Impuls aufzunehmen, für den Werkzeug sein muß diese Initiation der Fische; da ist es möglich, daß nicht nur getauft wird, wie Johannes taufte, sondern daß im höheren Sinne getauft wird, wie es von Johannes bezeichnet wird als die Taufe mit dem Heiligen Geist.
[ 41 ] Ich habe Ihnen in dem heutigen Vortrag in einer gewissen Beziehung ein Zweifaches vorgeführt. Einmal, daß mit den Worten, die hier im Markus-Evangelium in Betracht kommen, Vorgänge der Menschheitsentwickelung gemeint sind, auch historische Vorgänge, indem wohl gesprochen wird von einer höheren Macht, die nicht einmal Mensch ist, sondern ein Angelos, die aber spricht durch den Leib des Johannes des Täufers. Auf der andern Seite habe ich gezeigt, daß mit den Darstellungen, die gegeben werden, Vorgänge am Himmel gemeint sind, nämlich das Vorrücken der geistigen Sonne vom Sternbilde des Wassermanns zum Sternbild der Fische. Das Markus-Evangelium enthält in der Tat in jeder Zeile etwas, was man nur dann lesen kann, wenn man bei dem Verfolgen der Worte immer im Auge hat zugleich einen menschlichen Sinn und einen kosmischen, astronomischen Sinn, und wenn wir uns klar sind, daß im Menschen etwas lebt, was in seiner wahren Bedeutung nur am Himmel zu finden ist.
[ 41 ] Ich habe Ihnen in dem heutigen Vortrag in einer gewissen Beziehung ein Zweifaches vorgeführt. Einmal, daß mit den Worten, die hier im Markus-Evangelium in Betracht kommen, Vorgänge der Menschheitsentwickelung gemeint sind, auch historische Vorgänge, indem wohl gesprochen wird von einer höheren Macht, die nicht einmal Mensch ist, sondern ein Angelos, die aber spricht durch den Leib des Johannes des Täufers. Auf der andern Seite habe ich gezeigt, daß mit den Darstellungen, die gegeben werden, Vorgänge am Himmel gemeint sind, nämlich das Vorrücken der geistigen Sonne vom Sternbilde des Wassermanns zum Sternbild der Fische. Das Markus-Evangelium enthält in der Tat in jeder Zeile etwas, was man nur dann lesen kann, wenn man bei dem Verfolgen der Worte immer im Auge hat zugleich einen menschlichen Sinn und einen kosmischen, astronomischen Sinn, und wenn wir uns klar sind, daß im Menschen etwas lebt, was in seiner wahren Bedeutung nur am Himmel zu finden ist.
[ 42 ] Da muß man allerdings den Zusammenhang der makrokosmischen Geheimnisse mit den Geheimnissen der Menschennatur etwas genauer begreifen. Ich kann heute am Schluß nur andeuten, was dahinter steckt. Ich habe heute in dieser Richtung überhaupt nur Ahnungen geben wollen. Denn wir werden in Untiefen hineintauchen müssen beim Markus-Evangelium, über die Sie sehr lange zu denken haben werden, wenn Sie sie zu mehr als nur Ahnungen erheben wollen. Aber wie das Markus-Evangelium zu lesen ist, das möchte ich durch folgendes klarmachen.
[ 42 ] Da muß man allerdings den Zusammenhang der makrokosmischen Geheimnisse mit den Geheimnissen der Menschennatur etwas genauer begreifen. Ich kann heute am Schluß nur andeuten, was dahinter steckt. Ich habe heute in dieser Richtung überhaupt nur Ahnungen geben wollen. Denn wir werden in Untiefen hineintauchen müssen beim Markus-Evangelium, über die Sie sehr lange zu denken haben werden, wenn Sie sie zu mehr als nur Ahnungen erheben wollen. Aber wie das Markus-Evangelium zu lesen ist, das möchte ich durch folgendes klarmachen.
[ 43 ] Sie alle kennen den Regenbogen. Der Regenbogen steht zum Beispiel für das Kind als eine Realität am Firmament. Das Kind wird zunächst glauben, wenn man es ihm nicht erklärt hat, daß es den Regenbogen mit den Händen greifen kann, daß es ihn anfassen kann. Später lernt dann der Mensch, daß im Grunde genommen dieser Regenbogen gar nicht von sich abhängt, sondern nur entsteht, wenn eine gewisse Konstellation des Regens mit dem Sonnenschein vorhanden ist; und wenn Regen und Sonnenschein in andere Verhältnisse zueinander kommen, dann verschwindet er auch wieder. Er ist also keine Realität, er ist nur ein Scheinbild; die Wirklichkeit sind Regen und Sonnenschein in bezug auf den Regenbogen.
[ 43 ] Sie alle kennen den Regenbogen. Der Regenbogen steht zum Beispiel für das Kind als eine Realität am Firmament. Das Kind wird zunächst glauben, wenn man es ihm nicht erklärt hat, daß es den Regenbogen mit den Händen greifen kann, daß es ihn anfassen kann. Später lernt dann der Mensch, daß im Grunde genommen dieser Regenbogen gar nicht von sich abhängt, sondern nur entsteht, wenn eine gewisse Konstellation des Regens mit dem Sonnenschein vorhanden ist; und wenn Regen und Sonnenschein in andere Verhältnisse zueinander kommen, dann verschwindet er auch wieder. Er ist also keine Realität, er ist nur ein Scheinbild; die Wirklichkeit sind Regen und Sonnenschein in bezug auf den Regenbogen.
[ 44 ] Wenn der Mensch auf dem Wege der okkulten Entwickelung ein wenig vorwärts rückt, dann gibt es etwas, was er ganz von selbst vergleicht mit dem Regenbogen, indem er sagt: Es ist eigentlich im Grunde genommen gar nichts Wahres, sondern nur ein Schein, der zusammengehalten wird durch äußere Dinge. - Wissen Sie, was dieser Schein ist? Der Mensch selber! Der Mensch ist nur ein Scheinbild. Und nimmt man ihn mit den physischen Sinnen als Realität, so gibt man sich einer Illusion hin; dann gibt man sich der Maya hin, dem großen Nichtsein. Denn Maya, zusammengesetzt aus mahat aya mahat = groß, ya = Sein, a = nicht, Verneinung, also aya = das Nichtsein — ; mahat aya heißt «das große Nichtsein».
[ 44 ] Wenn der Mensch auf dem Wege der okkulten Entwickelung ein wenig vorwärts rückt, dann gibt es etwas, was er ganz von selbst vergleicht mit dem Regenbogen, indem er sagt: Es ist eigentlich im Grunde genommen gar nichts Wahres, sondern nur ein Schein, der zusammengehalten wird durch äußere Dinge. - Wissen Sie, was dieser Schein ist? Der Mensch selber! Der Mensch ist nur ein Scheinbild. Und nimmt man ihn mit den physischen Sinnen als Realität, so gibt man sich einer Illusion hin; dann gibt man sich der Maya hin, dem großen Nichtsein. Denn Maya, zusammengesetzt aus mahat aya mahat = groß, ya = Sein, a = nicht, Verneinung, also aya = das Nichtsein — ; mahat aya heißt «das große Nichtsein».
[ 45 ] Auf dem Wege der okkulten Entwickelung kommt der Mensch dazu, daß er sich mit etwas vergleicht wie dem Regenbogen. Der Mensch ist nur ein Scheingebilde. Und Scheingebilde ist alles, was an die physischen Sinne herantritt. Auch die Sonne als physischer Weltenkörper ist ein Scheinbild. Was die physische Wissenschaft als Gasball im Weltenraume beschreibt, das ist für die praktischen Zwekke ganz gut. Aber wer es als Wirklichkeit nimmt, der gibt sich der Maya, der Täuschung, dem großen Nichtsein hin. Was wahr ist, das ist, daß dort ein Sammelplatz für geistige Hierarchien ist, deren Taten sich ausdrücken in der Wärme und dem Licht, und die uns in Wärme und Licht zufließen von der Sonne. Was wir als Wärme und Licht wahrnehmen, das ist Schein. Aber so ist alles Schein. Da glaubt der Mensch, er habe ein Herz in der Brust. Aber das Herz ist ein Scheingebilde, nicht mehr. Das ist so ähnlich, wie wenn wir im Herbstnebel abends auf die Straßen gehen und sehen gewisse Ringe um die Laternen herum; aber diese Ringe sind auch nichts Wirkliches, sondern bewirkt durch ganz bestimmte Kräfte. So ist auch das menschliche Herz bewirkt durch ganz gewisse Kräfte. Das können Sie sich etwa in folgender Weise vorstellen. Nehmen Sie an, der Kreis stelle dar das Himmelsgewölbe; dann strömen von der einen Seite in uns herein eine Art von Kräften, und von der andern Seite kommen andere Kräfte herein: diese Kräfte schneiden sich. In Wahrheit ist im Menschen da nichts vorhanden, wo er sein Herz glaubt, als Kräfte, die vom Himmel hereinströmen und sich schneiden. Denken Sie sich alles übrige hinaus, und nur Kräfte, die so zusammenkommen, wie es beim Regenbogen ist: und das Resultat ist das menschliche Herz. So ist es mit den übrigen Organen auch: es sind Schnittkräfte, die entstehen durch das Sichschneiden der betreffenden Weltenkräfte.
[ 45 ] Auf dem Wege der okkulten Entwickelung kommt der Mensch dazu, daß er sich mit etwas vergleicht wie dem Regenbogen. Der Mensch ist nur ein Scheingebilde. Und Scheingebilde ist alles, was an die physischen Sinne herantritt. Auch die Sonne als physischer Weltenkörper ist ein Scheinbild. Was die physische Wissenschaft als Gasball im Weltenraume beschreibt, das ist für die praktischen Zwekke ganz gut. Aber wer es als Wirklichkeit nimmt, der gibt sich der Maya, der Täuschung, dem großen Nichtsein hin. Was wahr ist, das ist, daß dort ein Sammelplatz für geistige Hierarchien ist, deren Taten sich ausdrücken in der Wärme und dem Licht, und die uns in Wärme und Licht zufließen von der Sonne. Was wir als Wärme und Licht wahrnehmen, das ist Schein. Aber so ist alles Schein. Da glaubt der Mensch, er habe ein Herz in der Brust. Aber das Herz ist ein Scheingebilde, nicht mehr. Das ist so ähnlich, wie wenn wir im Herbstnebel abends auf die Straßen gehen und sehen gewisse Ringe um die Laternen herum; aber diese Ringe sind auch nichts Wirkliches, sondern bewirkt durch ganz bestimmte Kräfte. So ist auch das menschliche Herz bewirkt durch ganz gewisse Kräfte. Das können Sie sich etwa in folgender Weise vorstellen. Nehmen Sie an, der Kreis stelle dar das Himmelsgewölbe; dann strömen von der einen Seite in uns herein eine Art von Kräften, und von der andern Seite kommen andere Kräfte herein: diese Kräfte schneiden sich. In Wahrheit ist im Menschen da nichts vorhanden, wo er sein Herz glaubt, als Kräfte, die vom Himmel hereinströmen und sich schneiden. Denken Sie sich alles übrige hinaus, und nur Kräfte, die so zusammenkommen, wie es beim Regenbogen ist: und das Resultat ist das menschliche Herz. So ist es mit den übrigen Organen auch: es sind Schnittkräfte, die entstehen durch das Sichschneiden der betreffenden Weltenkräfte.


[ 46 ] Wenn Sie von einer Stelle bis zu einer andern gehen, und Sie sagen: In mir sind die Impulse, daß ich von hier bis dorthin gehe -, dann sagen Sie etwas, was in dieser Weise der Maya angehört. Warum? Weil vom Makrokosmos Kräfte kommen, die sich hier unten schneiden und durch den Schnitt hervorrufen ein Scheingebilde in bezug auf die Richtung und die Kräfte des Gehens. Was hier unten aufeinandergefolgt ist, das ist nur ein Schnitt der kosmischen Kräfte. Und wenn wir das Wahre wissen wollen, so müssen wir fragen: Was geschieht im Makrokosmos? Was bewirken die kosmischen Kräfte, die oberen und die unteren? - Sie bewirken das in uns, was so aussieht, als ob wir ein Herz haben, eine Leber und so weiter, oder das, was so ausschaut, daß wir sagen: Ich gehe von dort nach dort. Wollen wir es in Wahrheit beschreiben, so müssen wir die kosmischen Kräfte beschreiben.
[ 46 ] Wenn Sie von einer Stelle bis zu einer andern gehen, und Sie sagen: In mir sind die Impulse, daß ich von hier bis dorthin gehe -, dann sagen Sie etwas, was in dieser Weise der Maya angehört. Warum? Weil vom Makrokosmos Kräfte kommen, die sich hier unten schneiden und durch den Schnitt hervorrufen ein Scheingebilde in bezug auf die Richtung und die Kräfte des Gehens. Was hier unten aufeinandergefolgt ist, das ist nur ein Schnitt der kosmischen Kräfte. Und wenn wir das Wahre wissen wollen, so müssen wir fragen: Was geschieht im Makrokosmos? Was bewirken die kosmischen Kräfte, die oberen und die unteren? - Sie bewirken das in uns, was so aussieht, als ob wir ein Herz haben, eine Leber und so weiter, oder das, was so ausschaut, daß wir sagen: Ich gehe von dort nach dort. Wollen wir es in Wahrheit beschreiben, so müssen wir die kosmischen Kräfte beschreiben.
[ 47 ] Wollen wir beschreiben, was Johannes der Täufer tat, indem er die Leute taufte, so müssen wir beschreiben, was der Makrokosmos ihm befahl, das heißt die Kräfte, die symbolisiert sind durch die Kräfte des Wassermannes. Die wurden einmal beschlossen in der großen Weltenloge und hineingesandt in die Kräfte des Johannes. So müssen wir in der Weltensprache lesen, was an einem bestimmten Ort geschah. So las der Schreiber des Markus-Evangeliums für das, was in Palästina geschah, die betreffenden Vorgänge am Himmel. Er beschreibt astronomische Vorgänge und sagt: Faßt die Dinge so auf: wenn hier eine Wand ist, worauf ein Schattenspiel sichtbar ist, so müßt ihr, wenn ihr den wahren Grund dafür kennenlernen wollt, hinschauen auf das, was eigentlich gespiegelt wird in den Schatten. Ich beschreibe, was am Jordan geschehen ist, was jedoch nur das Werkzeug für etwas anderes war; denn in Wahrheit beschreibe ich, was durch die astronomischen Kräfte aus dem Makrokosmos hereinwirkt auf die Erde!
[ 47 ] Wollen wir beschreiben, was Johannes der Täufer tat, indem er die Leute taufte, so müssen wir beschreiben, was der Makrokosmos ihm befahl, das heißt die Kräfte, die symbolisiert sind durch die Kräfte des Wassermannes. Die wurden einmal beschlossen in der großen Weltenloge und hineingesandt in die Kräfte des Johannes. So müssen wir in der Weltensprache lesen, was an einem bestimmten Ort geschah. So las der Schreiber des Markus-Evangeliums für das, was in Palästina geschah, die betreffenden Vorgänge am Himmel. Er beschreibt astronomische Vorgänge und sagt: Faßt die Dinge so auf: wenn hier eine Wand ist, worauf ein Schattenspiel sichtbar ist, so müßt ihr, wenn ihr den wahren Grund dafür kennenlernen wollt, hinschauen auf das, was eigentlich gespiegelt wird in den Schatten. Ich beschreibe, was am Jordan geschehen ist, was jedoch nur das Werkzeug für etwas anderes war; denn in Wahrheit beschreibe ich, was durch die astronomischen Kräfte aus dem Makrokosmos hereinwirkt auf die Erde!
[ 48 ] Kosmische Kräfte beschreibt der Schreiber des Markus-Evangeliums. Überall sind es Himmelserscheinungen. Und was er beschreibt, das ist der Ausdruck, die Projektion, das Schattenbild, welches die ganzen Vorgänge im Makrokosmos herunterwerfen auf das kleine Erdengebiet Palästina. Das müssen wir uns klarmachen, wenn wir nur ein wenig eindringen wollen in die ganze Größe und Bedeutung dieser Urkunde des Markus-Evangeliums. Aber wir mußten uns zuerst eine Ahnung verschaffen von dem, was da eigentlich vorliegt. Wir mußten einmal verstehen, daß im Beginn des Markus-Evangeliums gesagt wird: Der Prophet Jesajas hat vorhergesagt, daß der Herr der Seelenkräfte für den Menschen kommen wird, und daß der Bote leben wird in Johannes dem Täufer, der die Menschen vorbereiten wird auf das Herannahen dieses Herrschers der Seelenkräfte. - Dieser Bote mußte Platz nehmen in einem Leib, der einer Menschenseele angehörte, die mit den Kräften des Wassermanns inituert war. So konnte er in die Wege leiten, was zu tun war auf der Erde durch eine Persönlichkeit wie Jesus von Nazareth, die sich dazu vorbereitet hatte, daß sie die Fische-Initiation empfangen und dadurch den Christus aufnehmen konnte.
[ 48 ] Kosmische Kräfte beschreibt der Schreiber des Markus-Evangeliums. Überall sind es Himmelserscheinungen. Und was er beschreibt, das ist der Ausdruck, die Projektion, das Schattenbild, welches die ganzen Vorgänge im Makrokosmos herunterwerfen auf das kleine Erdengebiet Palästina. Das müssen wir uns klarmachen, wenn wir nur ein wenig eindringen wollen in die ganze Größe und Bedeutung dieser Urkunde des Markus-Evangeliums. Aber wir mußten uns zuerst eine Ahnung verschaffen von dem, was da eigentlich vorliegt. Wir mußten einmal verstehen, daß im Beginn des Markus-Evangeliums gesagt wird: Der Prophet Jesajas hat vorhergesagt, daß der Herr der Seelenkräfte für den Menschen kommen wird, und daß der Bote leben wird in Johannes dem Täufer, der die Menschen vorbereiten wird auf das Herannahen dieses Herrschers der Seelenkräfte. - Dieser Bote mußte Platz nehmen in einem Leib, der einer Menschenseele angehörte, die mit den Kräften des Wassermanns inituert war. So konnte er in die Wege leiten, was zu tun war auf der Erde durch eine Persönlichkeit wie Jesus von Nazareth, die sich dazu vorbereitet hatte, daß sie die Fische-Initiation empfangen und dadurch den Christus aufnehmen konnte.
[ 49 ] Was auf der Erde geschieht, sind die Spiegelungen kosmischer Vorgänge, die sich zu den kosmischen Verhältnissen verhalten wie der Regenbogen zu Regen und Sonnenschein, so daß wir Regen und Sonnenschein studieren müssen, wenn wir den Regenbogen beschreiben wollen. Und wenn wir wissen wollen, was in dem Herzen Johannes’ des Täufers, oder des Jesus von Nazareth war, der die Wohnstätte des Christus wurde, so müssen wir kosmische Vorgänge studieren. Denn die ganze Welt sprach sich für die Menschen aus in dem Ereignis der Vorgänge in Palästina und auf Golgatha. Und wer das Markus-Evangelium anders liest, als daß es ihm nur die Buchstaben gibt für große Weltenvorgänge, der steht auf keinem andern Standpunkt als der, welcher sagt: hier ist eine Gruppe solcher Striche, dort ist eine Gruppe anderer Striche — der aber nicht darauf hinweist, worauf das Wort Herr hinweist, der nur auf die schwarzen Striche hinweist. In dieser Weise wird allerdings einfach in unserer Zeit das Markus-Evangelium beschrieben. Denn was im Markus-Evangelium erzählt wird, das ist nur das Alleräußerste der Buchstaben. Man muß aufrücken, um das zu verstehen, worauf die Vorgänge in Palästina hinweisen sollten wie in einem Schattenspiel.
[ 49 ] Was auf der Erde geschieht, sind die Spiegelungen kosmischer Vorgänge, die sich zu den kosmischen Verhältnissen verhalten wie der Regenbogen zu Regen und Sonnenschein, so daß wir Regen und Sonnenschein studieren müssen, wenn wir den Regenbogen beschreiben wollen. Und wenn wir wissen wollen, was in dem Herzen Johannes’ des Täufers, oder des Jesus von Nazareth war, der die Wohnstätte des Christus wurde, so müssen wir kosmische Vorgänge studieren. Denn die ganze Welt sprach sich für die Menschen aus in dem Ereignis der Vorgänge in Palästina und auf Golgatha. Und wer das Markus-Evangelium anders liest, als daß es ihm nur die Buchstaben gibt für große Weltenvorgänge, der steht auf keinem andern Standpunkt als der, welcher sagt: hier ist eine Gruppe solcher Striche, dort ist eine Gruppe anderer Striche — der aber nicht darauf hinweist, worauf das Wort Herr hinweist, der nur auf die schwarzen Striche hinweist. In dieser Weise wird allerdings einfach in unserer Zeit das Markus-Evangelium beschrieben. Denn was im Markus-Evangelium erzählt wird, das ist nur das Alleräußerste der Buchstaben. Man muß aufrücken, um das zu verstehen, worauf die Vorgänge in Palästina hinweisen sollten wie in einem Schattenspiel.
[ 50 ] Versuchen Sie dahinter zu kommen, was es heißt: Irdische Vorgänge sind ein Schattenbild makrokosmischer Vorgänge -, und Sie werden den ersten Schritt getan haben, um eine der größten Urkunden der Welt, das Markus-Evangelium, nach und nach verstehen zu können.
[ 50 ] Versuchen Sie dahinter zu kommen, was es heißt: Irdische Vorgänge sind ein Schattenbild makrokosmischer Vorgänge -, und Sie werden den ersten Schritt getan haben, um eine der größten Urkunden der Welt, das Markus-Evangelium, nach und nach verstehen zu können.
