Excursions into the Subject of
the Gospel of Mark
GA 124
19 December 1910, Berlin
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Excursions into the Subject of the Gospel of Mark, tr. SOL
Fünfter Vortrag
Fifth Lecture
[ 1 ] Es ist das letzte Mal hier damit begonnen worden, einige Hinweise auf die Natur und den Charakter des Markus-Evangeliums zu geben. Daraus ging schon hervor, daß es sich bei der Betrachtung des Markus-Evangeliums fast noch mehr als in Anlehnung an die andern Evangelien darum handeln kann, etwas zu geben über die großen Gesetze sowohl der Menschheitsentwickelung wie auch der kosmischen Entwickelung im allgemeinen. Man muß wohl sagen: Anknüpfend an das, was aus den Tiefen der christlichen Mysterien in diesem Evangelium angedeutet ist, gibt es dazu Veranlassung, vielleicht am tiefsten einzudringen in manche Geheimnisse und Gesetze des kosmischen und des Menschheitswerdens.
[ 1 ] We began here last time by offering some insights into the nature and character of the Gospel of Mark. It was already evident from this that, when considering the Gospel of Mark—almost even more so than when drawing on the other Gospels—the aim may be to shed light on the great laws governing both human development and cosmic development in general. It must be said: Building on what is hinted at in this Gospel from the depths of the Christian mysteries, there is reason to delve perhaps most deeply into certain mysteries and laws of cosmic and human evolution.
[ 2 ] Nun dachte ich allerdings ursprünglich, daß es möglich sein würde, im Verlaufe dieses Winters schon hier bedeutsame und intime Hinweise zu geben auf Dinge, die wir innerhalb unserer geisteswissenschaftlichen Entwickelung bisher nicht gehört haben, oder vielleicht besser gesagt, auf Dinge, die auf geistigen Ebenen liegen, die wir bisher noch nicht berührt haben. Es wird aber dennoch notwendig sein, daß von diesem ursprünglichen Plan für diesen Winter abgesehen werde, aus dem einfachen Grunde, weil gerade dieser Berliner Zweig in den letzten Wochen in einer so überraschenden Weise gewachsen ist, daß es nicht möglich sein würde, alles, was ursprünglich hat gesagt werden sollen, jetzt in dieser Zeit zum Verständnis zu bringen. Es ist schon notwendig, daß man nicht nur zum Beispiel in bezug auf Mathematik oder irgendeine andere Wissenschaft eine Vorbildung für eine bestimmte Stufe voraussetzt, sondern das muß in einem noch höheren Grade der Fall sein, wenn zu gewissen Höhen der geisteswissenschaftlichen Betrachtung emporgeschritten wird. Daher wird später einmal darüber nachgedacht werden, wie die Partien des Markus-Evangeliums, die in einem so weiten Kreise noch nicht zu besprechen sind, zu Gehör gebracht werden können.
[ 2 ] Originally, however, I thought it would be possible, in the course of this winter, to offer here significant and intimate insights into matters we have not yet heard of within our spiritual scientific development—or perhaps, to put it better, into matters that lie on spiritual levels we have not yet touched upon. It will nevertheless be necessary to depart from this original plan for this winter, for the simple reason that this Berlin branch in particular has grown in such a surprising way in recent weeks that it would not be possible to convey everything that was originally intended to be said at this time. It is indeed necessary not only to assume a certain level of prior knowledge, for example in mathematics or any other science, but this must be the case to an even greater degree when one ascends to certain heights of spiritual scientific contemplation. Therefore, consideration will be given at a later time to how the sections of the Gospel of Mark that cannot yet be discussed in such a broad context might be presented.
[ 3 ] Vor allen Dingen ist es aber notwendig, wenn wir eine solche Schrift wie das Markus-Evangelium verstehen wollen, daß wir uns einmal genau vor Augen führen, durch welche wichtigen Faktoren die Entwickelung der Menschheit vor sich gegangen ist. Das wird ja, ich möchte sagen, als eine abstrakte, sehr allgemeine Wahrheit immer betont: daß es zu allen Zeiten gewisse Führer der Menschheit gegeben hat, die, weil sie in einer gewissen Beziehung standen zu den Mysterien, zu den geistigen, übersinnlichen Welten, dadurch in der Lage waren, Impulse in die Menschheitsentwickelung hineinzuversetzen, welche zum Fortschritt und zur Fortbewegung dieser Menschheitsentwickelung beitragen konnten. Nun gibt es zwei hauptsächlichste, wesentlichste Arten, wie der Mensch in Beziehung kommen kann zu den übersinnlichen, geistigen Welten. Die eine Art ist diejenige, welche wir insbesondere deutlich studieren können, wenn wir mit ein paar Zügen — wie es in der nächsten Zeit sogar öffentlich, exoterisch im öffentlichen Vortrag geschehen soll — auf das Bild des großen Menschheitsführers Zarathustra hinweisen; und die andere Art, wie solche Menschheitsführer mit den geistigen Welten in Beziehung treten können, kann uns vor das Seelenauge treten, wenn wir uns die Eigenart des großen Buddha vor die Seele rufen. Allerdings sind diese beiden Menschheitsführer, Buddha und Zarathustra, in bezug auf die ganze Art und Weise ihres Wirkens sehr voneinander verschieden. Wir müssen uns darüber klar sein, daß sich in dem, was Buddha und der Buddhismus jene Versenkung nennen, die eintrat unter dem Bodhibaum - was also ein symbolischer Ausdruck für eine gewisse mystische Vertiefung des Buddha ist —, ein Weg bietet, den das Menschen-Ich unternimmt in die eigene Wesenheit, in die eigene tiefere Natur hinein. Dieser Weg, den in einer so außerordentlichen Weise Buddha eingeschlagen hat, ist ein Hinunterstieg des menschlichen Ich in die Tiefen, in die Abgründe der eigenen menschlichen Wesenheit.
[ 3 ] Above all, however, if we wish to understand a text such as the Gospel of Mark, it is necessary that we first clearly bring to mind the key factors that have shaped the development of humanity. This is, I would say, always emphasized as an abstract, very general truth: that at all times there have been certain leaders of humanity who, because they stood in a certain relationship to the mysteries, to the spiritual, supersensible worlds, were thereby able to impart impulses into human development that could contribute to the progress and advancement of this human development. Now there are two main, essential ways in which human beings can come into relationship with the supersensible, spiritual worlds. One way is the one we can study particularly clearly when we point out—in a few strokes, as will soon be done publicly, exoterically, in a public lecture—the image of the great leader of humanity, Zarathustra; and the other way in which such leaders of humanity can enter into relationship with the spiritual worlds can appear before our inner eye when we call to mind the unique character of the great Buddha. However, these two leaders of humanity, Buddha and Zarathustra, are very different from one another in regard to the entire nature of their work. We must be clear that in what Buddha and Buddhism call the absorption that occurred under the Bodhi tree—which is thus a symbolic expression for a certain mystical deepening of the Buddha—there lies a path that the human ego undertakes into its own being, into its own deeper nature. This path, which Buddha embarked upon in such an extraordinary way, is a descent of the human ego into the depths, into the abysses of one’s own human being.
[ 4 ] Sie werden eine genauere Vorstellung davon bekommen, was damit gemeint ist, wenn Sie sich klarmachen, daß wir die Entwickelung des Menschen verfolgt haben durch vier Stadien hindurch, von denen drei bereits abgeschlossen sind; innerhalb des vierten stehen wir jetzt. Wir haben die Menschheitsentwickelung verfolgt durch die Saturn-, Sonnen- und Mondentwickelung hindurch und stehen jetzt innerhalb der Erdenentwickelung. Wir wissen, daß diese drei Stadien der Menschheitsentwickelung der Ausbildung des physischen Leibes, des Ätherleibes und des Astralleibes des Menschen entsprechen und daß wir jetzt innerhalb der Erdenentwickelung stehen, die da bedeutet die Ausbildung des menschlichen Ich, soweit eben dieses Ich als ein Glied der menschlichen Wesenheit ausgebildet werden soll. Von den verschiedensten Gesichtspunkten aus haben wir diesen Menschen als ein Ich charakterisiert, das von drei Hüllen umschlossen ist: von der astralischen Hülle, entsprechend der Mondentwickelung, von der ätherischen Hülle, entsprechend der Sonnenentwickelung, und von der physischen Hülle, entsprechend der Saturnentwickelung. Etwas schematisch können wir uns diesen Menschen in folgender Weise zeichnen:
[ 4 ] You will gain a clearer understanding of what this means when you realize that we have traced human evolution through four stages, three of which have already been completed; we are now in the fourth. We have traced human evolution through the Saturn, Sun, and Moon stages and are now within the Earth stage. We know that these three stages of human development correspond to the formation of the human physical body, the etheric body, and the astral body, and that we are now within the Earth stage, which signifies the formation of the human ego, insofar as this ego is to be developed as a member of the human being. From a wide variety of perspectives, we have characterized this human being as an “I” enclosed by three sheaths: the astral sheath, corresponding to the Lunar stage; the etheric sheath, corresponding to the Solar stage; and the physical sheath, corresponding to the Saturn stage. Schematically, we can depict this human being as follows:


[ 5 ] Wie der Mensch nun heute in seiner normalen Entwickelung dasteht und sein Bewußtsein entwickelt hat, weiß er im Grunde genommen nichts, hat er kein Bewußtsein von seinem Astralleib, von seinem Ätherleib und von seinem physischen Leib. Sie werden natürlich jetzt sagen, von seinem physischen Leibe hätte der Mensch doch ein Bewußtsein. Das ist nämlich nicht der Fall. Denn was man gewöhnlich als den physischen Leib des Menschen ansieht, ist nur eine Maya, eine Illusion. Was da dem Menschen entgegentritt, und was er für den physischen Leib hält, ist im Grunde genommen schon das Ineinanderwirken der vier Glieder der menschlichen Wesenheit, physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich, und das Resultat, das ganze Ergebnis dieses Zusammenwirkens ist das, was sozusagen für die Augen sichtbar, für die Hände greifbar dem Menschen entgegentritt. Wenn Sie den physischen Leib wirklich sehen wollten, so müßten Sie — ähnlich wie man aus einer chemischen Zusammensetzung, die aus vier Stoffen besteht, drei beseitigt und einen zurückbehält - aus dem menschlichen Wesen beseitigen können Ich, Astralleib und Ätherleib; dann würden Sie zurückbehalten den physischen Leib. Das ist aber unter den heutigen Bedingungen des Erdendaseins nicht möglich. Sie werden vielleicht meinen, das geschieht ja jedesmal, wenn ein Mensch stirbt. Das ist aber nicht richtig. Denn was beim Tode eines Menschen zurückbleibt, ist nicht der physische Leib des Menschen, sondern das ist der Leichnam. Mit den Gesetzen, die dann im physischen Leibe tätig sind, wenn der Tod eingetreten ist, könnte der physische Leib nicht leben. Das sind nicht seine ureigenen Gesetze, sondern das sind Gesetze, die der äußeren Welt angehören. Wenn Sie also diese Gedanken verfolgen, werden Sie sich sagen müssen, daß das, was man gewöhnlich den physischen Leib des Menschen nennt, eine Maya ist, ein Truggebilde, und was wir in der Geisteswissenschaft bezeichnen als den physischen Leib, das ist jene Gesetzmäßigkeit, jener Gesetze-Organismus, der innerhalb unserer mineralischen Welt den physischen Leib des Menschen so schafft, wie das Kristallisationsgesetz des Quarzes oder das des Smaragdes den Quarz oder Smaragd schafft. Diese in der mineralisch-physischen Welt wirksame Menschenorganisation, das ist eigentlich der physische Leib des Menschen. Und nichts anderes ist auch in der Geisteswissenschaft gemeint überall da, wo von dem physischen Leib des Menschen gesprochen wird. Denn was der Mensch heute von der Welt kennt, das ist nichts anderes als das Ergebnis seiner sinnlichen Wahrnehmung, dessen, was die Sinne wahrnehmen. So aber, wie die menschlichen Sinne wahrnehmen, kann nur wahrgenommen werden in einem Organismus, in welchem ein Ich sitzt. Die heutige oberflächliche Betrachtungsweise setzt natürlich voraus, daß zum Beispiel auch ein Tier ebenso die äußere Welt wahrnimmt, wie der Mensch sie durch seine Sinne wahrnimmt. Das ist eine ganz konfuse Anschauung, und die Menschen würden sich sehr wundern, wenn sie, was ja auch einmal wird geschehen müssen, eingeführt würden in die Art und Weise, wie sich das Weltbild eines Pferdes, eines Hundes oder eines anderen Tieres ausnimmt. Die Umgebung des Hundes oder die Umgebung des Pferdes gleichsam hingezeichnet, hingemalt, würde sich ganz anders ausnehmen als das, was das Weltbild des Menschen ist. Denn damit die Sinne so die Welt wahrnehmen, wie der Mensch sie wahrnimmt, dazu gehört, daß das Ich sich ausgießt über die Welt und die Sinnesorgane, Augen, Ohren und so weiter, erfüllt. Also nur ein Organismus, in dem ein Ich wohnt, hat ein solches Weltbild, wie der Mensch es hat, und der äußere Organismus des Menschen steht da drinnen, gehört nur diesem Weltbilde an. Daher müssen Sie sagen: Was man gewohnt ist, den physischen Leib des Menschen zu nennen, ist nur ein Ergebnis unserer sinnlichen Betrachtung und nicht die Realität.
[ 5 ] Given the state of human development today and the level to which human consciousness has evolved, people essentially know nothing; they have no awareness of their astral body, their etheric body, or their physical body. Of course, you might say that people do have an awareness of their physical body. But that is not the case. For what is usually regarded as the human physical body is merely a maya, an illusion. What confronts the human being there, and what they take for the physical body, is essentially already the interplay of the four members of the human being—physical body, etheric body, astral body, and I—and the result, the entire outcome of this interplay, is what, so to speak, confronts the human being as visible to the eyes and tangible to the hands. If you truly wanted to see the physical body, you would have to—much as one might remove three of the four substances in a chemical compound and retain one—be able to remove the ego, the astral body, and the etheric body from the human being; then you would be left with the physical body. But this is not possible under the present conditions of earthly existence. You might think that this happens every time a person dies. But that is not correct. For what remains after a person’s death is not the person’s physical body, but rather the corpse. The physical body could not live by the laws that are active within it once death has occurred. These are not its own inherent laws, but rather laws that belong to the external world. So if you follow these thoughts, you will have to conclude that what is commonly called the human physical body is a Maya, an illusion, and what we in spiritual science designate as the physical body is that regularity, that organism of laws, which within our mineral world creates the human physical body just as the law of crystallization of quartz or that of the emerald creates the quartz or the emerald. This human organization active in the mineral-physical world is actually the human physical body. And this is precisely what is meant in spiritual science whenever the human physical body is discussed. For what the human being knows of the world today is nothing other than the result of sensory perception—that which the senses perceive. Yet the way the human senses perceive can only occur within an organism in which an “I” resides. Today’s superficial view naturally assumes, for example, that an animal perceives the external world in the same way that a human being perceives it through their senses. This is a completely confused view, and people would be very surprised if they were introduced—as must eventually happen—to the way in which the worldview of a horse, a dog, or another animal appears. If the dog’s environment or the horse’s environment were, so to speak, sketched or painted, it would look quite different from what the human worldview is. For in order for the senses to perceive the world as humans do, it is necessary for the “I” to pour itself out over the world and fill the sensory organs—eyes, ears, and so on. Thus, only an organism in which an “I” dwells has a worldview such as that of a human being, and the human being’s external organism stands within it, belonging solely to this worldview. Therefore, you must say: What we are accustomed to calling the physical body of a human being is merely a result of our sensory observation and not reality.
[ 6 ] Wenn wir von dem physischen Menschen sprechen, von allem, was der Mensch als Physisches um sich herum hat, so ist es das Ich, das mit Hilfe der Sinne und des Verstandes, der an das Gehirn gebunden ist, die Welt anschaut. Daher kennt der Mensch nur das, worüber sein Ich ausgebreitet ist, was seinem Ich angehört. Sobald irgendwie das Ich nicht dabei sein kann bei etwas, was von dem Weltbilde gegeben ist, dann hört überhaupt das Weltbild auf, eine Wahrnehmung zu sein, das heißt, der Mensch schläft dann ein. Dann ist aber kein Weltbild um ihn herum; er wird dann bewußtlos. Wo Sie hinschauen, an jedem Punkt ist mit dem, was Sie wahrnehmen, Ihr Ich verbunden, das heißt, es ist über Ihre Wahrnehmung ausgegossen, so daß Sie eigentlich nur den Inhalt Ihres Ich kennen. Der Mensch kennt als normaler Mensch den Inhalt seines Ich, und was seine eigene Natur und Wesenheit ist, wo hinein er an jedem Morgen beim Aufwachen steigt, Astralleib, Ätherleib, physischer Leib, das kennt er als heutiger Mensch nicht, denn in dem Augenblicke, wo er als heutiger Mensch aufwacht, sieht er nicht seinen Astralleib. Der heutige Mensch würde sogar entsetzt sein, wenn er seinen Astralleib wahrnehmen würde, das heißt die Summe aller Triebe, Begierden und Leidenschaften, die sich durch die wiederholten Erdenleben angehäuft haben. Der Mensch sieht auch nicht seinen Ätherleib. Das könnte er gar nicht ertragen. Wenn er eintaucht in seine eigene Natur, in physischen Leib, Ätherleib und Astralleib, ist er sogleich in bezug auf seine Wahrnehmung abgelenkt auf die Außenwelt. Da sieht er das, was ihm gute Götter ausbreiten über die Fläche seines Schauens, damit er gar nicht in die Lage kommt, weil er es nicht ertragen könnte, in sein eigenes Inneres hinunterzusteigen.
[ 6 ] When we speak of the physical human being—of everything that surrounds the human being in a physical sense—it is the “I” that perceives the world with the aid of the senses and the intellect, which is connected to the brain. Therefore, the human being knows only that which the “I” encompasses, that which belongs to the “I.” As soon as the ego cannot be present in some way with something that is part of the world picture, the world picture ceases to be a perception altogether; that is, the human being then falls asleep. But then there is no world picture around him; he then becomes unconscious. Wherever you look, at every point, your ego is connected to what you perceive; that is, it is spread out over your perception, so that you actually know only the content of your ego. As a normal human being, one knows the content of one’s ego, and what one’s own nature and being is—into which one ascends every morning upon waking—the astral body, the etheric body, the physical body—one does not know these as a human being today, for at the moment when one wakes up as a human being today, one does not see one’s astral body. Modern humans would even be horrified if they were to perceive their astral body—that is, the sum of all the drives, desires, and passions that have accumulated through repeated earthly lives. Nor do they see their etheric body; they could not bear it at all. When he delves into his own nature—into his physical body, etheric body, and astral body—his perception is immediately diverted toward the external world. There he sees what benevolent forces spread out before his gaze, so that he never finds himself in a position to descend into his own inner being, for he could not bear it.
[ 7 ] Wir sagen daher mit Recht, wenn wir in der Geisteswissenschaft von diesem Vorgange sprechen: In dem Augenblick, wo der Mensch des Morgens aufwacht, tritt er eigentlich ein in das Tor der eigenen Wesenheit. Aber an diesem Tore steht ein Wächter; dieser Wächter ist der kleine Hüter der Schwelle. Er läßt den Menschen nicht eintreten in die eigene Wesenheit, sondern lenkt ihn sogleich auf die äußere Welt ab. Jeden Morgen trifft der Mensch diesen kleinen Hüter der Schwelle. Wer bewußt beim Aufwachen eintritt in seine Hüllennatur, lernt diesen kleinen Hüter der Schwelle kennen. Und im Grunde genommen handelt es sich für das mystische Leben nur darum, ob dieser kleine Hüter der Schwelle uns als Menschen die Wohltat erweist, uns für unsere eigene innere Wesenheit zu betäuben, so daß wir nicht da hinuntersteigen können, und unser Ich auf unsere Umgebung hinzulenken, oder ob er uns durchläßt durch das Tor und uns in unsere eigene Wesenheit eintreten läßt.
[ 7 ] We are therefore right to say, when we speak of this process in spiritual science: The moment a person wakes up in the morning, they are actually stepping through the gate of their own being. But at this gate stands a guardian; this guardian is the little guardian of the threshold. He does not allow the human being to enter into his own being, but immediately diverts him toward the outer world. Every morning, the human being encounters this little guardian of the threshold. Whoever consciously enters into his outer nature upon waking comes to know this little guardian of the threshold. And fundamentally, the mystical life is concerned only with whether this little guardian of the threshold does us the favor of numbing us to our own inner being—so that we cannot descend into it—and directing our ego toward our surroundings, or whether he lets us pass through the gate and allows us to enter our own being.
[ 8 ] So also ist das mystische Leben das Eintreten durch das eben bezeichnete Tor an dem kleinen Hüter der Schwelle vorbei in die eigene menschliche Wesenheit. Und was für den großen Buddha symbolisch bezeichnet wird als das Sitzen unter dem Bodhibaum, ist nichts anderes als das Hinuntersteigen in die eigene innere Wesenheit durch das Tor, das uns sonst diese eigene Wesenheit verschließt. Was Buddha erleben mußte, um hinunterzusteigen in diese eigene innere Wesenheit, das ist dargestellt innerhalb des Buddhismus. Diese Dinge sind nicht etwa bloße Legenden, sondern Wiedergaben von tiefen, innerlich erlebten Wahrheiten, von seelischen Wirklichkeiten.
[ 8 ] Thus, the mystical life is the act of passing through the gate just described, past the little guardian of the threshold, into one’s own human being. And what is symbolically described for the great Buddha as sitting under the Bodhi tree is nothing other than descending into one’s own inner being through the gate that otherwise closes off this very being to us. What the Buddha had to experience in order to descend into this inner being of his own is depicted within Buddhism. These things are not mere legends, but rather renderings of profound, inwardly experienced truths, of spiritual realities.
[ 9 ] Was Buddha erlebt hat beim Hinuntersteigen in die eigene Wesenheit, das wird im Buddhismus dargestellt als die sogenannte Versuchung des Buddha. Der Buddha beschreibt es ja im Sinne dieser Versuchungsgeschichte, wie selbst solche Wesenheiten, die er lieb hat, sich ihm nahen in dem Momente, wo er mystisch in das eigene Innere hineinsteigen will. Er beschreibt, daß sie sich ihm zu nähern scheinen, ihn auffordern, dies oder jenes zu tun, zum Beispiel falsche Übungen vorzunehmen, um in einer falschen Weise in die eigene innere Wesenheit einzutreten. Da wird uns sogar vorgeführt die Gestalt der Mutter des Buddha - in seinem geistigen Schauen sieht er sie —, die ihn auffordert, eine falsche Askese zu beginnen. Das ist natürlich nicht die wirkliche Mutter des Buddha. Aber darin besteht gerade die Versuchung, daß ihm für sein sich erst entwikkelndes Schauen nicht die wirkliche Mutter, sondern eine Maske, eine Maya, eine Illusion entgegentritt. Er aber widersteht. Dann treten ihm eine Anzahl dämonischer Gestalten entgegen, die er schildert als Gier, wie sie entspricht dem Hunger- und Durstgefühl, oder als Leidenschaften, Triebe, Stolz, Hochmut, Eitelkeit, Geiz. Sie alle treten an ihn heran — wie? Nun, soweit sie noch in seiner eigenen Hüllennatur, in seiner astralischen Wesenheit sind, soweit er sie in seinen starken Momenten, in dem Sitzen unter dem Bodhibaum schon besiegt hat. Und in einer wunderbaren Weise wird uns in dieser Versuchung des Buddha dargestellt, wie alle die Gewalten und Mächte unseres Astralleibes, die da sind, weil wir uns durch die absteigende Entwickelung der Menschheit im Verlaufe der aufeinanderfolgenden Inkarnationen immer schlechter und schlechter gemacht haben, sich geltend machen. Trotzdem er schon so hoch gestiegen ist, kann er sie noch schauen und muß nun durch das letzte Steigen in die Höhe das Letzte besiegen, was als versuchende Dämonen für seinen Astralleib vorhanden ist.
[ 9 ] What the Buddha experienced as he descended into his own being is described in Buddhism as the so-called Temptation of the Buddha. In this story of temptation, the Buddha describes how even those beings he loves approach him at the very moment when he seeks to descend mystically into his own inner being. He describes how they seem to draw near to him, urging him to do this or that—for example, to perform false practices in order to enter his own inner being in a false way. We are even shown the figure of the Buddha’s mother—in his spiritual vision he sees her—who urges him to begin a false asceticism. This is, of course, not the Buddha’s real mother. But the temptation lies precisely in the fact that, for his still-developing vision, it is not the real mother but a mask, a Maya, an illusion that confronts him. But he resists. Then a number of demonic figures confront him, which he describes as greed—corresponding to the feeling of hunger and thirst—or as passions, drives, pride, arrogance, vanity, and avarice. They all approach him—how? Well, insofar as they are still within his own veiled nature, within his astral being, insofar as he has already conquered them in his moments of strength, while sitting beneath the Bodhi tree. And in a wondrous way, this temptation of the Buddha shows us how all the forces and powers of our astral body—which exist because we have made ourselves worse and worse through the downward development of humanity in the course of successive incarnations—make themselves felt. Even though he has already risen so high, he can still perceive them and must now, through the final ascent, overcome the last of what remains as tempting demons for his astral body.
[ 10 ] Was wird dann eine menschliche Persönlichkeit finden, wenn sie durch die Region des Astralleibes, durch die Versuchung, hinuntersteigt in den physischen Leib und Ätherleib, das heißt, wenn sie jetzt wirklich kennenlernt diese beiden Glieder der menschlichen Wesenheit? Wenn wir das erkennen wollen, müssen wir auf eines aufmerksam machen, was der Mensch durch das Hinuntersteigen in die eigene Wesenheit erleben kann. Wir müssen darauf aufmerksam machen, daß der Mensch im Verlaufe seiner Verkörperungen innerhalb der Erdenentwickelung zwar in der Lage war, seinen Astralleib in starker Weise zu verderben, aber weniger in der Lage war, das wirklich zu verderben, was in ihm als Ätherleib und physischer Leib ist. Den Astralleib verdirbt man durch alles, was man nennen kann die Egoismen in der Menschennatur, Neid, Haß, Selbstsucht im allgemeinen, Hochmut, Stolz und so weiter. Durch alle diese Dinge verdirbt man den Astralleib, auch durch alle niederen Triebe und so weiter. Den Ätherleib verdirbt man im Grunde genommen als Mensch nur — denn viel mehr Macht hat man als heutiger normaler Mensch nicht — durch die Lüge, und höchstens unbewußt durch den Irrtum. Aber auch dann kann immer nur ein Teil des Ätherleibes verdorben werden. Ein gewisser Teil des Ätherleibes ist so stark, daß der Mensch, wenn er sich auch noch so sehr bemühen würde, etwas daran zu verderben, es nicht könnte, denn der Ätherleib würde widerstehen. So weit kann der Mensch nicht hinuntersteigen in seine eigene Natur mit seinen eigenen individuellen Kräften, daß er den Ätherleib oder physischen Leib verderben könnte. Nur im Verlaufe der Inkarnationen können die Fehler, die der Mensch direkt entzündet, weiter wirken auf den physischen Leib und Ätherleib; und sie erscheinen dann als Krankheiten, als Schädigungen und als Krankheitsdispositionen, auch im physischen Leibe. Aber der Mensch kann nicht direkt, nicht unmittelbar von seiner Individualität aus auf seinen physischen Leib wirken. Wenn er sich in den Finger schneidet, so ist das nicht von der Seele aus auf den physischen Leib gewirkt; wenn der physische Leib infiziert wird, auch nicht. Im Verlaufe seiner Inkarnationen ist der Mensch nur fähig geworden, auf den Astralleib und auf einen Teil des Ätherleibes zu wirken; aber auf den physischen Leib kann er nur mittelbar, niemals direkt einwirken.
[ 10 ] What will a human personality discover when it descends through the region of the astral body—through temptation—into the physical body and the etheric body; that is, when it truly comes to know these two aspects of the human being? If we wish to understand this, we must draw attention to what a human being can experience by descending into their own being. We must point out that, in the course of their incarnations within the course of Earth’s evolution, human beings have indeed been able to corrupt their astral body to a great extent, but have been less able to truly corrupt what lies within them as the etheric body and the physical body. One corrupts the astral body through everything that can be called the egoisms in human nature: envy, hatred, selfishness in general, arrogance, pride, and so on. Through all these things one corrupts the astral body, as well as through all the lower instincts and so on. As a human being, one can essentially corrupt the etheric body only—for a normal person today has no greater power than that—through lying, and at most unconsciously through error. But even then, only a part of the etheric body can ever be corrupted. A certain part of the etheric body is so strong that no matter how hard a person might try to corrupt it, they could not do so, for the etheric body would resist. A person cannot descend so far into their own nature with their own individual powers that they could corrupt the etheric body or the physical body. Only in the course of incarnations can the faults that a person directly kindles continue to affect the physical body and the etheric body; and they then appear as illnesses, as injuries, and as predispositions to illness, even in the physical body. But a person cannot act directly, not immediately from their individuality, upon their physical body. If he cuts his finger, this is not an effect of the soul on the physical body; nor is it the case when the physical body becomes infected. In the course of his incarnations, the human being has become capable only of acting upon the astral body and upon a part of the etheric body; but he can act upon the physical body only indirectly, never directly.
[ 11 ] Daher können wir sagen: Wenn wir hinunterkommen in die Region des Ätherleibes, auf die wir noch einen direkten Einfluß haben, so zeigt sich in dieser Region alles dasjenige, was schon dem Menschen der aufeinanderfolgenden Erdenleben, der Inkarnationen angehört; so daß in dem Augenblick, wo der Mensch eintaucht in seine eigene Wesenheit, er auch eintaucht in die vorherigen, weiter zurückliegenden Inkarnationen. Der Mensch findet also den Weg zu den früheren Verkörperungen durch Untertauchen in die eigene Wesenheit. Und wenn nun dieses Untertauchen ein so intensives, so gewaltiges und umfassendes ist, wie es bei dem großen Buddha der Fall war, so geht auch dieses Einblicken in die Inkarnationen immer weiter und weiter.
[ 11 ] Therefore, we can say: When we descend into the region of the etheric body, over which we still have direct influence, everything that already belongs to the human being’s successive earthly lives—the incarnations—becomes apparent in this region; so that the moment the human being immerses themselves in their own being, they also immerse themselves in their previous, more distant incarnations. Human beings thus find the path to their earlier incarnations by immersing themselves in their own being. And when this immersion is as intense, as powerful, and as comprehensive as it was in the case of the great Buddha, this insight into the incarnations extends further and further.
[ 12 ] Nun ist der Mensch ursprünglich überhaupt eine geistige Wesenheit, und alles, was seine Hüllen sind, hat sich später um seine geistige Wesenheit herum gegliedert. Der Mensch ist aus dem Geiste entsprungen, und alles Äußere ist wie eine Verdichtung aus dem Geiste heraus. Daher kommt der Mensch durch dieses Untertauchen in seine eigene Wesenheit in den Geist der Welt hinein. Dieses Hinuntersteigen in sich, dieses Durchbrechen der Hülle des physischen Leibes ist ein Weg in das geistige Gefüge der Welt, um zu sehen, wie sich immer wieder und wieder im Verlaufe der Inkarnationen dieser physische Leib auferbaut hat. Und wenn der Mensch weit genug zurückgeht, bis in die Zeiten, wo der Mensch im alten primitiven Hellsehen ein Glied der geistigen Welt war, dann schaut er eben in die geistige Welt hinein.
[ 12 ] Now, human beings are, in their original essence, purely spiritual beings, and everything that constitutes their physical forms has developed later around their spiritual essence. Human beings have sprung from the spirit, and everything external is like a condensation arising from the spirit. Thus, through this immersion into his own being, man enters into the spirit of the world. This descent into oneself, this breaking through the shell of the physical body, is a path into the spiritual fabric of the world, to see how this physical body has been built up again and again in the course of incarnations. And when the human being goes back far enough, to the times when, through ancient primitive clairvoyance, the human being was a member of the spiritual world, then he looks right into the spiritual world.
[ 13 ] In dem, was von Buddha überliefert ist - und das ist wieder keine bloße Legende -, haben Sie die Stufen, die Buddha erreichte beim Durchgehen durch die eigene Wesenheit, wovon er selber sagt: Als ich soweit war, daß ich die Erleuchtung hatte — das heißt, wo er sich fühlen konnte als ein Glied der geistigen Welt -, da war ich so weit, daß ich die geistige Welt wie eine sich ausbreitende Wolke liegen sah, aber ich konnte noch nichts darinnen unterscheiden, denn ich fühlte mich noch nicht vollkommen. Dann kam ich einen Schritt weiter. Da sah ich nicht mehr bloß die geistige Welt wie eine sich ausbreitende Wolke liegen, sondern ich konnte auch einzelne Gebilde unterscheiden, aber ich konnte noch nicht sehen, was sie waren, denn ich war noch nicht vollkommen. Wieder stieg ich einen Schritt höher und fand nun nicht bloß sich unterscheidende Wesenheiten, sondern ich konnte wissen, was es für Wesenheiten waren.
[ 13 ] In what has been handed down from the Buddha—and this, too, is not mere legend—you will find the stages the Buddha reached as he journeyed through his own being, of which he himself says: When I had reached the point of enlightenment—that is, when I could feel myself as a member of the spiritual world—I had reached the point where I saw the spiritual world lying before me like a spreading cloud, but I could not yet distinguish anything within it, for I did not yet feel complete. Then I took another step forward. There I no longer saw only the spiritual world lying like a spreading cloud, but I could also distinguish individual forms; yet I could not yet see what they were, for I was not yet perfect. Again I ascended one step higher and now found not only distinct beings, but I could know what kind of beings they were.
[ 14 ] Und das geht nun so weit, bis er selbst sein Urbild sah, das heruntergestiegen ist von Inkarnation zu Inkarnation, und es im richtigen Verhältnis zur geistigen Welt sehen konnte. Das ist der eine Weg, der mystische Weg, das Durchgehen durch die eigene Wesenheit bis zu dem Punkte, wo jene Grenze durchbrochen wird, jenseits welcher dann die geistige Welt erreicht werden kann. Auf diesem Wege erlangt der eine Teil der Menschheitsführer dasjenige, was solche Individualitäten haben müssen, damit sie Impulse geben können für die Fortentwickelung der Menschheit.
[ 14 ] And this process continues until he himself saw his archetype, which has descended from incarnation to incarnation, and was able to perceive it in its proper relationship to the spiritual world. This is the one path, the mystical path: passing through one’s own being to the point where that boundary is broken through, beyond which the spiritual world can then be reached. On this path, one group of humanity’s leaders attains that which such individuals must possess in order to provide the impulses for humanity’s further development.
[ 15 ] Auf ganz anderem Wege erlangen solche Persönlichkeiten wie zum Beispiel der ursprüngliche Zarathustra die Möglichkeit, Menschheitsführer zu werden. Wenn Sie noch einmal auf das zurückblicken, was ich von Buddha gesagt habe, so werden Sie sich klar sein, daß er in seinen früheren Inkarnationen, wo er bis zum Bodhisattva gekommen war, schon von Stufe zu Stufe hinaufgestiegen sein mußte. Durch die Erleuchtung — das Sitzen unter dem Bodhibaum -, die so dargestellt werden muß, wie ich sie jetzt dargestellt habe, kommt eine Persönlichkeit, welche durch die in ihrer Individualität liegenden Verdienste nach und nach hoch hinaufgestiegen ist, zum Hineinschauen in die geistigen Welten. Wenn die Menschheit immer nur auf solche Führer angewiesen gewesen wäre, so wäre es nicht möglich gewesen, die Menschheit so vorwärtszubringen, wie sie vorwärtsgekommen ist. Es gab eben noch andere Führer. Von dieser anderen Art war Zarathustra. Ich spreche jetzt nicht von der Individualität des Zarathustra, sondern von der Persönlichkeit des ursprünglichen Zarathustra, dem Verkünder des Ahura Mazdao. Wenn wir eine solche Persönlichkeit an dem Platze, wo sie uns in der Welt entgegentritt, studieren, so ist zunächst in ihr keine Individualität, welche durch eigene Verdienste besonders hoch gestiegen wäre, sondern eine solche Persönlichkeit wird ausersehen, Träger zu sein, Hülle zu sein für eine geistige Wesenheit, für eine geistige Individualität, die sich nicht selber in der Welt fleischlich inkarnieren kann, die nur in eine menschliche Hülle hineinleuchten und innerhalb derselben wirken kann.
[ 15 ] Through a completely different path, personalities such as the original Zarathustra gain the opportunity to become leaders of humanity. If you look back once more at what I have said about Buddha, you will realize that in his earlier incarnations, where he had advanced as far as the Bodhisattva, he must already have ascended from stage to stage. Through enlightenment—sitting beneath the Bodhi tree—which must be depicted as I have just described it, a personality who has gradually ascended to great heights through the merits inherent in their individuality gains the ability to look into the spiritual worlds. If humanity had always been dependent solely on such leaders, it would not have been possible to advance humanity as far as it has. There were, however, other leaders as well. Zarathustra was of this other kind. I am not speaking now of the individuality of Zarathustra, but of the personality of the original Zarathustra, the herald of Ahura Mazdao. When we study such a personality in the place where it meets us in the world, there is initially no individuality within it that has risen particularly high through its own merits; rather, such a personality is chosen to be a vessel, a vessel for a spiritual being, for a spiritual individuality that cannot incarnate itself in the world in a physical form, but can only shine into a human vessel and work within it.
[ 16 ] Ich habe in meinem Rosenkreuzermysterium «Die Pforte der Einweihung» darauf aufmerksam gemacht, wie eine menschliche Wesenheit durchgeistet wird in einem bestimmten Zeitpunkt, wenn es notwendig ist für die Weltentwickelung, von einer höheren Wesenheit. Das ist nicht bloß als ein poetisches Bild gemeint, sondern als poetische Repräsentation einer okkulten Wirklichkeit.
[ 16 ] In my Rosicrucian mystery work *The Gate of Initiation*, I drew attention to how a human being is inhabited at a specific point in time, when it is necessary for the development of the world, by a higher being. This is not meant merely as a poetic image, but as a poetic representation of an occult reality.
[ 17 ] Die Persönlichkeit des ursprünglichen Zarathustra war also keine solche, die durch sich selbst so hoch gestiegen wäre wie Buddha, sondern sie war dazu ausersehen, daß eine höhere Individualität in ihr gleichsam Platz nähme, sie durchgeistigte, sie durchweste. Solche Persönlichkeiten waren hauptsächlich bei allen denjenigen Kulturen in den alten Zeiten, das heißt bei allen vorchristlichen Kulturen, zu finden, die sich entwickelt hatten durch Europa, durch das nordwestliche und mittelwestliche Asien hindurch, nicht aber bei jenen Kulturen der vorchristlichen Zeiten, die sich durch Afrika, Arabien, auch durch die vorderasiatischen Länder hindurch nach Asien hineinerstreckten. Während in den letztgenannten Ländern jene Art der Einweihung vorherrschend war, die ich eben beschrieben habe in der höchsten Entfaltung bei dem großen Buddha, war die andere Art der Einweihung, die ich jetzt bei Zarathustra an einem besonderen Beispiel darstellen will, besonders bei den nördlichen Völkern heimisch. Auch in unsern Gegenden war noch vor drei bis vier Jahrtausenden nur die Möglichkeit vorhanden, eine solche Initiation zu geben, wie ich sie jetzt schildern will.
[ 17 ] The personality of the original Zarathustra was therefore not one that had risen to such heights through its own efforts as Buddha had, but was destined to be inhabited, as it were, by a higher individuality that would permeate and inspire it. Such personalities were found primarily in all those cultures of ancient times—that is, in all pre-Christian cultures—that had developed throughout Europe and across northwestern and central-western Asia, but not in those pre-Christian cultures that extended into Asia through Africa, Arabia, and the countries of the Near East. While in the latter countries the type of initiation I have just described—in its highest form as exemplified by the great Buddha—was predominant, the other type of initiation, which I now wish to illustrate with a specific example from Zarathustra, was particularly prevalent among the northern peoples. Even in our regions, as recently as three to four millennia ago, the only possibility was to confer the kind of initiation I am now about to describe.
[ 18 ] Etwa in folgender Weise war die Zarathustra-Persönlichkeit dazu ausersehen, Träger zu sein einer höheren Wesenheit, die sich nicht selbst inkarnieren sollte. Es war gleichsam bestimmt von den geistigen Welten: In dieses Kind soll hineinversenkt werden eine göttlichgeistige Wesenheit, die in diesem Menschen wirken kann, sich seines Gehirns, seiner Werkzeuge und seines Willens bedienen kann, wenn dieses Kind herangewachsen ist. Dazu muß allerdings von vornherein etwas ganz anderes mit dem Menschen geschehen, als sonst in der menschlichen individuellen Entwickelung geschieht. Nun spielen sich ja allerdings die Vorgänge, welche jetzt ein wenig beschrieben werden sollen, nicht so sehr physisch-sinnlich ab, als vielmehr in dem ganzen Leben eines solchen heranwachsenden Menschen, obwohl natürlich ein anderer, der mit groben Sinnen ein solches Kind verfolgen würde, es nicht beobachten könnte. Wer es aber beobachten kann, der sieht, daß da von vornherein zwischen den Seelenkräften eines solchen Kindes und der äußeren Welt Konflikte spielen, daß dieses Kind ein Wollen, eine Impulsivität hat, die gleichsam im Widerspruch steht mit dem, was sich ringsherum abspielt. Das ist ja der göttlichen, der geisterfüllten Persönlichkeiten Schicksal, daß sie als Fremdlinge heranwachsen, daß ihre Umgebung keinen Sinn und keine Empfindung hat, um sie recht zu verstehen. Gewöhnlich sind nur ganz wenige, vielleicht ist sogar nur eine Persönlichkeit vorhanden, die eine Ahnung davon haben kann, was mit einem solchen Menschen heranwächst. Leicht dagegen entwickeln sich Konflikte mit der Umwelt, und es tritt dann nicht erst in späteren Jahren das auf, was ich Ihnen jetzt mit der Versuchungsgeschichte des Buddha geschildert habe, was entsteht, wenn der Mensch in die eigene Wesenheit hinuntersteigt.
[ 18 ] In much the same way, the personality of Zarathustra was destined to be the vessel for a higher being who was not to incarnate itself. It was, as it were, determined by the spiritual worlds: a divine-spiritual being was to be immersed into this child, a being capable of working within this human being, of making use of his brain, his faculties, and his will once this child had grown up. For this to happen, however, something quite different must occur with the human being from the very beginning than what usually happens in individual human development. Now, the processes that are to be described here do not so much take place on the physical-sensory level as they do throughout the entire life of such a growing human being, although, of course, someone else who were to observe such a child with gross senses would not be able to perceive them. But whoever can observe it sees that from the very beginning there are conflicts between the soul forces of such a child and the outer world, that this child has a will, an impulsiveness, that stands, as it were, in contradiction to what is happening all around. Such is the fate of the divine, spirit-filled personalities: that they grow up as strangers, that their surroundings lack the sense and feeling to truly understand them. Usually there are only very few, perhaps even just one person, who can have a sense of what is developing within such a human being. Conversely, conflicts with the environment easily arise, and what I have just described to you in the story of the Buddha’s temptation—what arises when a person descends into their own being—does not occur only in later years.
[ 19 ] Wie der Mensch im normalen Leben ist, wird ihm in seine Hüllennatur, die ihm von Eltern und Volk gegeben wird, seine Individualität hineingeboren. Diese Individualität stimmt nicht immer ganz zu den äußeren Hüllen, und deshalb fühlen sich die Menschen immer mehr oder weniger unbefriedigt mit der Art und Weise, wie sie das Schicksal bedacht hat. Aber ein so herber, ein so gewaltiger Konflikt, wie er zum Beispiel bei Zarathustra vorhanden war, ist nicht möglich, wenn ein Mensch mit seiner Individualität so heranwächst, wie es dem gewöhnlichen Menschenleben entspricht. Betrachtet man nun hellseherisch ein solches Kind, wie es Zarathustra war, so stellt sich heraus, daß es in sich Empfindungen, Fähigkeiten, Gedanken- und Willenskräfte hat, die sich ganz und gar anders ausnehmen als das, was sich ringsherum in der Menschheit an Empfindungen, Willensimpulsen, Vorstellungen und so weiter entwickelt. Vor allen Dingen stellt sich heraus - und zwar stellt es sich immer heraus, es wird nur nicht beachtet, weil man heute nicht psychische, geistige Tatsachen betrachtet —, daß die Umgebung von der wahren Natur eines solchen Kindes nichts weiß, dagegen ganz instinktiv Haß gegen einen solchen Menschen empfindet, nicht mag, was da heranwächst. Das ist der schärfste Konflikt, der dem hellsichtigen Auge entgegentritt: daß ein solches Kind, das eigentlich zu einem Heilande der Menschheit geboren ist, ringsherum Stürme von Haß entfesselt. Das muß sein. Denn dadurch, daß es so anders ist, kommen die großen Impulse in die Menschheit hinein. Solche Dinge werden uns dann erzählt für entsprechende Persönlichkeiten, wie sie uns bei Zarathustra erzählt werden.
[ 19 ] Just as a person is in ordinary life, their individuality is born into the outer shell bestowed upon them by their parents and their people. This individuality does not always fully align with the outer shell, and that is why people always feel more or less dissatisfied with the way fate has treated them. But a conflict as bitter and as violent as that which existed, for example, in Zarathustra is not possible if a person grows up with his individuality in a way that corresponds to ordinary human life. If one now observes such a child as Zarathustra was through clairvoyance, it becomes apparent that he possesses within himself feelings, abilities, and powers of thought and will that are entirely different from what develops in the surrounding humanity in terms of feelings, impulses of will, ideas, and so on. Above all, it turns out—and indeed it always turns out this way, though it is simply not noticed because people today do not consider psychic, spiritual facts—that the environment knows nothing of the true nature of such a child, yet instinctively feels hatred toward such a person, disliking what is growing up there. This is the sharpest conflict that meets the clairvoyant eye: that such a child, who is actually born to be a savior of humanity, unleashes storms of hatred all around. This must be so. For it is precisely because the child is so different that the great impulses enter into humanity. Such things are then told to us in connection with corresponding personalities, as they are told to us in the case of Zarathustra.
[ 20 ] Da wird erzählt, daß Zarathustra eines kann, was sonst erst nach Wochen beim Menschen auftritt: daß er so sehen kann auf die Harmonie der Welt, daß er sein «Zarathustra-Lächeln» entwickelt. Dieses Lächeln des eben geborenen Zarathustra wird uns geschildert als das erste, was ihn uns zeigt als etwas ganz anderes als die übrigen Menschen rings um ihn herum. Das zweite ist, daß sich ein Feind, eine Art König Herodes in dem Gebiete fand, wo Zarathustra geboren war. Duransarun hieß er; und eigenhändig - nachdem er ausgekundschaftet hatte die Geburt des Zarathustra, die ihm von den Magiern, den Chaldäern, verraten worden war - versuchte er, das Kind zu ermorden. Nun erzählt die Legende: In dem Augenblick, da er das Schwert erhob und das Kind töten wollte, erlahmte ihm die Hand, und er mußte davon ablassen. — Das alles sind nur Bilder, die das geistige Bewußtsein hätte sehen können, Bilder von geistigen Realitäten. Weiter wird erzählt, wie dieser Feind des Zarathustra-Kindes, weil er es nicht auf diese Weise töten konnte, es hinaustragen ließ durch einen Diener zu den wilden Tieren in die Wüste, damit diese es umbrächten. Aber als man es dann sucht, hat kein wildes Tier es angerührt, sondern man findet das Kind ruhig schlafend. Als auch dieser Versuch mißglückt ist, läßt der Feind das Zarathustra-Kind so aussetzen, daß eine ganze Herde von Kühen und Ochsen darüberlaufen muß, die es zertrampeln sollen. Aber das erste Tier, so erzählt die Legende, nahm das Kind zwischen die Beine, trug es fort, so daß die ganze übrige Herde vorüberlaufen mußte, und setzte es dann nieder. So geschah ihm nichts. Dasselbe wiederholte sich mit einer Herde von Pferden. Und als letztes versuchte der Feind, daß man einer Schar von wilden Tieren, nachdem man ihnen alle Jungen weggerissen hatte, statt deren das Zarathustra-Kind hinlegte. Aber es stellte sich heraus, als man von seiten der Eltern nachschaute, daß auch diese Tiere dem Kinde nichts getan hatten, sondern daß sogar, wie es in der Legende heißt, das Zarathustra-Kind von den «himmlischen Kühen» durch lange Zeiten genährt worden ist.
[ 20 ] It is said that Zarathustra is capable of something that usually takes weeks to develop in humans: that he can perceive the harmony of the world in such a way that he develops his “Zarathustra smile.” This smile of the newborn Zarathustra is described to us as the first thing that reveals him to be something entirely different from the other people around him. The second is that an enemy, a sort of King Herod, was found in the region where Zarathustra was born. His name was Duransarun; and with his own hand—after he had learned of Zarathustra’s birth, which had been revealed to him by the Magi, the Chaldeans—he attempted to murder the child. Now the legend tells: At the very moment he raised his sword and was about to kill the child, his hand went limp, and he had to desist. — All of this is merely imagery that spiritual consciousness might have perceived, images of spiritual realities. The story continues to tell how this enemy of the child Zarathustra, since he could not kill him in this way, had a servant carry him out to the wild animals in the desert so that they might kill him. But when they went to look for him, no wild animal had touched him; instead, they found the child sleeping peacefully. When this attempt also failed, the enemy had the child of Zarathustra abandoned in such a way that a whole herd of cows and oxen would have to run over it, trampling it to death. But the first animal, so the legend tells, took the child between its legs, carried it away so that the rest of the herd had to pass by, and then set it down. Thus, no harm came to him. The same thing happened with a herd of horses. And finally, the enemy tried to have a pack of wild animals, after all their young had been snatched away, have the Zarathustra child placed in their stead. But when the parents checked, it turned out that these animals, too, had not harmed the child; rather, as the legend states, the Zarathustra child had been nourished by the “heavenly cows” for a long time.
[ 21 ] Wir brauchen zunächst in einer solchen Summe von Angaben nichts anderes zu sehen, als daß durch die Anwesenheit des geistigen Wesens, der geistigen Individualität, die in eine solche Seele hineinfährt, ganz besondere Kräfte wachgerufen werden, um ein solches Kind mit seiner Umgebung in eine Disharmonie zu bringen, die notwendig ist, damit der Menschheitsentwickelung Impulse nach aufwärts gegeben werden können. Denn immer sind Disharmonien notwendig, wenn wirklich zur Vollkommenheit geschritten werden soll. Dann aber soll darauf hingewiesen werden, wie diese Kräfte nun auch so sind, daß sie trotzdem einer solchen Wesenheit, einem solchen Kinde nützen, um es hinaufzuführen zu den Zusammenhängen mit der geistigen Welt, in die es kommen soll. Wodurch erlebt aber das Kind selber alle diese Konflikte?
[ 21 ] At first, we need see nothing more in such a wealth of information than that the presence of the spiritual being, the spiritual individuality, which enters into such a soul, awakens very special forces to bring such a child into disharmony with its surroundings—a disharmony that is necessary so that upward impulses can be given to the development of humanity. For disharmony is always necessary if we are truly to advance toward perfection. It should then be pointed out, however, that these forces are such that they nevertheless benefit such a being, such a child, by leading it upward toward the connections with the spiritual world into which it is to enter. But through what does the child itself experience all these conflicts?
[ 22 ] Stellen Sie sich vor, daß dieses Hineingehen der Seele in die eigene Wesenheit ein Moment des Aufwachens wäre. Wenn die Seele in sich erleben kann den physischen Leib und Ätherleib, dann macht sie die Entwickelung durch, die ich bei Buddha charakterisiert habe. Denken Sie sich nun das Einschlafen bewußt. So wie es heute ist, verliert der Mensch beim Einschlafen das Bewußtsein - es hört auf, und die Nichtsheit ist um den Menschen herum als Weltbild. Denken Sie aber, der Mensch behielte beim Einschlafen sein Bewußtsein. Dann würde er umgeben sein von einer geistigen Welt, in die sich der Mensch eben im Schlafe ergießt. Da sind aber wieder gewisse Hindernisse. Es steht auch abends, wenn wir einschlafen, vor einem Tore, das wir passieren müssen, ein Hüter der Schwelle. Das ist der große Hüter der Schwelle, der uns nicht hineinläßt in die geistige Welt, solange wir unreif sind; uns aus dem Grunde nicht hineinläßt, weil wir, wenn wir noch nicht unser Inneres stark und fest gemacht haben, gewissen Gefahren ausgesetzt sind, wenn wir unser Ich ergießen wollten über die geistige Welt, in die wir mit dem Einschlafen hineinkommen.
[ 22 ] Imagine that this entry of the soul into its own being were a moment of awakening. When the soul can experience the physical body and the etheric body within itself, it undergoes the development I described in the case of Buddha. Now imagine falling asleep consciously. As it is today, when a person falls asleep, they lose consciousness—it ceases, and nothingness surrounds them as their worldview. But imagine if a person retained their consciousness while falling asleep. Then they would be surrounded by a spiritual world into which the person pours themselves during sleep. But there are certain obstacles here as well. Even in the evening, when we fall asleep, there stands a guardian of the threshold before a gate that we must pass through. This is the great guardian of the threshold, who does not let us enter the spiritual world as long as we are immature; who does not let us in for this reason: because, if we have not yet made our inner being strong and firm, we are exposed to certain dangers if we were to pour out our ego into the spiritual world into which we enter when we fall asleep.
[ 23 ] Diese Gefahren bestehen darin, daß wir, statt in dieser geistigen Welt das Objektive zu sehen, was da drinnen ist, nur das sehen würden, was wir selber mit unsern Phantastereien, mit unsern Gedanken, Empfindungen und Gefühlen hineintragen. Und wir tragen gerade dasjenige hinein, was das Schlechteste an uns ist, was nicht der Wahrheit entspricht. Daher wird ein unreifes Eintreten in diese geistige Welt bedeuten, daß der Mensch nicht eine Wirklichkeit sieht, sondern Phantasiegebilde, phantastische Gebilde, Gebilde, die man eigentlich in der Geisteswissenschaft technisch dadurch bezeichnet, daß sie kein menschliches Sehen sind. Wenn der Mensch das Objektive sehen würde in der geistigen Welt, so würde er um eine Stufe höher steigen, er würde Menschliches sehen. Es ist immer das Zeichen eines phantastischen Sehens, wenn der Mensch beim Aufsteigen in die geistige Welt Tiergestalten sieht. Denn diese Tiergestalten bedeuten seine eigenen Phantastereien, weil er zu wenig in sich selber gefestigt ist. Was in der Nacht unbewußt ist, muß eine Kraft in sich aufnehmen, damit die äußere geistige Welt objektiv wird. Sonst wird sie subjektiv, und wir tragen unsere eigenen Phantastereien in die geistige Welt hinein. Wir tragen sie ja sonst auch hinein, aber der Hüter der Schwelle behütet uns davor, sie zu sehen. Denn das ist ja ein rein innerlicher Vorgang, das Hinaufsteigen in die geistige Welt und dieses Umgebensein von Tiergestalten, die auf uns Attacken ausüben, weil sie uns in Irrtum treiben wollen. Wir brauchen uns nur mit immer größerer Stärke zu umgeben, dann können wir in die geistige Welt eintreten.
[ 23 ] These dangers lie in the fact that, instead of seeing the objective reality of what exists in this spiritual world, we would see only what we ourselves bring into it through our fantasies, our thoughts, sensations, and feelings. And we bring in precisely what is worst in us, what does not correspond to the truth. Therefore, entering this spiritual world prematurely means that a person does not see reality, but rather figments of the imagination, fantastical constructs—constructs that are technically described in spiritual science as not being human vision. If a person were to see the objective in the spiritual world, they would ascend a step higher; they would see what is human. It is always a sign of fantastical vision when a person, upon ascending into the spiritual world, sees animal forms. For these animal forms represent their own fantasies, because they are not sufficiently grounded within themselves. What is unconscious at night must absorb a force within itself so that the outer spiritual world becomes objective. Otherwise, it becomes subjective, and we carry our own fantasies into the spiritual world. We do carry them in otherwise as well, but the Guardian of the Threshold protects us from seeing them. For this is, after all, a purely inner process: the ascent into the spiritual world and this being surrounded by animal figures that attack us because they want to lead us into error. We need only surround ourselves with ever greater strength; then we can enter the spiritual world.
[ 24 ] Wenn ein solches Kind wie das Zarathustra-Kind von einer höheren Wesenheit ausgefüllt ist, so ist natürlich das Körperchen unreif und muß erst reif gemacht werden. Da ist das, was die menschliche Organisation ist, die Verstandes- und Sinnesorganisation, gleichsam aufgeplustert. Ein solches Kind ist in einer Welt, welche ganz gut wirklich mit dem «bei wilden Tieren sein» dargestellt werden kann. Wir haben schon öfter dargestellt, wie bei derartigen Schilderungen Historisches und Bildliches nur zwei verschiedene Seiten derselben Sache sind. Da spielen sich die Geschehnisse so ab, daß dasjenige, was die spirituellen Mächte sind, wenn es äußerlich als Feindliches sich geltend macht wie beim Zarathustra-Kinde, sich zum Beispiel in der Person des Königs Duransarun zeigt. Das Ganze ist aber auch in seinem Urbilde in der geistigen Welt vorhanden, so daß die äußeren Handlungen dem entsprechen, was innerhalb der geistigen Welt geschieht. In der heutigen Denkweise ist der Mensch nicht fähig, einen solchen Gedanken leicht zu fassen. Wenn man sagt, daß die Ereignisse um Zarathustra eine Bedeutung haben in der geistigen Welt, so denkt der Mensch: Dann sind sie nicht wirklich. Wenn man aber beweist, daß sie historisch sind, dann ist der heutige Mensch wieder geneigt, jede Persönlichkeit nur als so weit entwickelt anzusehen wie sich selber. Das ist ja das Bestreben der heutigen liberalen Theologen, sich zum Beispiel die Gestalt des Jesus von Nazareth ähnlich oder nicht viel über das hinausgehend vorzustellen, was sie selbst sich denken können als ihr eigenes Ideal. Es stört heute sehr die materialistische Seelenruhe der Menschen, wenn sie sich große Individualitäten vorstellen sollen. Es darf nicht etwas in der Welt existieren, was gar zu sehr erhaben ist über den jeweiligen Professor oder Theologen, der sich zu einem solchen Ideal erheben will. Wir haben es aber bei den großen Ereignissen mit etwas zu tun, was zugleich historisch und symbolisch-spirituell ist, so daß das eine das andere nicht ausschließt. Wer nicht begreift, daß das Äußere noch etwas anderes bedeutet, der wird überhaupt nicht zum Begreifen des Wirklichen und Wesentlichen kommen.
[ 24 ] When a child such as the Zarathustra child is filled by a higher being, the little body is naturally immature and must first be brought to maturity. In such a case, the human constitution—the constitution of the intellect and the senses—is, as it were, inflated. Such a child exists in a world that can quite aptly be described as “being among wild animals.” We have often described how, in such depictions, the historical and the pictorial are merely two different sides of the same thing. Events unfold in such a way that what the spiritual powers are—when they assert themselves outwardly as hostile, as in the case of the Zarathustra child—manifests, for example, in the person of King Duransarun. But the whole thing also exists in its archetype in the spiritual world, so that the external actions correspond to what happens within the spiritual world. In today’s way of thinking, people are not able to grasp such a thought easily. When one says that the events surrounding Zarathustra have significance in the spiritual world, people think: Then they are not real. But if one proves that they are historical, then modern people are again inclined to view every personality as developed only to the same extent as themselves. This is, after all, the aim of today’s liberal theologians: to imagine, for example, the figure of Jesus of Nazareth as similar to—or not much beyond—what they themselves can conceive as their own ideal. It greatly disturbs people’s materialistic peace of mind today when they are asked to imagine great individualities. Nothing may exist in the world that is too exalted above the respective professor or theologian who wishes to elevate himself to such an ideal. But in the case of great events, we are dealing with something that is both historical and symbolic-spiritual, so that one does not exclude the other. Whoever does not understand that the external form signifies something else will never come to understand the real and essential.
[ 25 ] Diese Seele des Zarathustra-Kindes wurde also wirklich in früher Jugend in große Gefahren geführt; aber zu gleicher Zeit standen ihr helfend zur Seite, wie es in der Legende heißt, die himmlischen Kühe; die stärkten sie.
[ 25 ] The soul of the child Zarathustra was thus indeed led into great dangers in his early youth; but at the same time, as the legend tells, the heavenly cows stood by his side to help him; they strengthened him.
[ 26 ] Bei allen großen Weltanschauungsstiftern in dem ganzen Gebiet vom Kaspischen Meer durch unsere Gegenden hindurch bis zum Westen Europas können Sie diese Erscheinung finden, daß solche Persönlichkeiten, ohne daß sie durch ihre eigene Entwickelung emporgestiegen wären, durchdrungen werden von einer geistigen Wesenheit, um zu Menschheitsführern zu werden. Das keltische Volk hatte solche Sagen in ziemlich großer Anzahl. Von einem keltischen Religionsstifter Habich wird geschildert, wie er auch ausgesetzt und von himmlischen Kühen gesäugt wurde, wie feindliche Angriffe sich geltend machten, wie die Tiere zurückweichen vor ihm, kurz, diese Schilderungen der Gefahren für den keltischen Führer Habich sind so, daß man sagen könnte: Es sind von den sieben Zarathustra-Wundern einige ausgewählt - gleichsam weil uns Zarathustra als die größte Persönlichkeit in dieser Art zu gelten hat. Einige Züge aus den Zarathustra-Wundern finden Sie immerdar, durch Griechenland hindurch bis in die keltischen Gegenden. Sie brauchen nur an Romulus und Remus zu denken, um ein ganz bekanntes Beispiel zu haben.
[ 26 ] Among all the great founders of worldviews throughout the region stretching from the Caspian Sea through our lands to Western Europe, you can observe this phenomenon: such individuals, without having risen through their own development, are imbued by a spiritual being in order to become leaders of humanity. The Celtic people had a considerable number of such legends. The account of Habich, a Celtic religious founder, describes how he too was abandoned and nursed by heavenly cows, how enemy attacks were repelled, how animals retreated before him—in short, these descriptions of the dangers faced by the Celtic leader Habich are such that one might say: Some of the seven miracles of Zarathustra have been selected—as it were, because Zarathustra is regarded as the greatest figure of this kind. Certain features of the miracles of Zarathustra can be found throughout Greece and into the Celtic regions. One need only think of Romulus and Remus to have a well-known example.
[ 27 ] Das ist der andere Weg, wodurch Menschheitsführer entstehen. Damit haben wir in einem tieferen Sinne charakterisiert, was wir schon oft betrachtet haben: die zwei großen Kulturströme der nachatlantischen Zeit. Nach der großen atlantischen Katastrophe entwikkelte sich die eine Kulturströmung durch Afrika, Arabien und das südliche Asien, die andere mehr nördlich davon durch Europa und das nördliche Asien nach Zentral-Asien hin. Dort stießen beide Strömungen zusammen. Und alles, was daraus entstanden ist, ist unsere nachatlantische Kultur. Die nördliche Strömung hatte Führer, wie ich sie Jetzt an Zarathustra geschildert habe, die südliche dagegen solche, wie sie in höchster Repräsentation in dem großen Buddha erschienen.
[ 27 ] This is the other path through which leaders of humanity emerge. In this way, we have characterized in a deeper sense what we have often considered: the two great cultural currents of the post-Atlantean era. After the great Atlantean catastrophe, one cultural current developed through Africa, Arabia, and South Asia, while the other, further north, extended through Europe and North Asia toward Central Asia. There the two currents converged. And everything that emerged from this is our post-Atlantean culture. The northern current had leaders such as I have now described in Zarathustra, while the southern current had leaders such as those who appeared in their highest representation in the great Buddha.
[ 28 ] Wenn Sie sich nun an das erinnern, was wir mit Bezug auf das Christus-Ereignis schon kennen, so werden Sie sich sagen: Wie steht diese Johannes-Taufe am Jordan jetzt vor uns?
[ 28 ] If you now recall what we already know about the Christ event, you will ask yourself: How does John’s baptism in the Jordan appear to us now?
[ 29 ] Der Christus senkt sich hernieder, eine geistig-göttliche Wesenheit, wie sie sich bei all den nördlichen Führern und Weltanschauungsstiftern, am größten bei Zarathustra, in eine menschliche Wesenheit gesenkt haben. Es ist derselbe Vorgang, nur ins Größte übertragen: Der Christus senkt sich in eine menschliche Wesenheit, aber nicht in ihrer Kindheit, sondern im dreißigsten Lebensjahre, und diese Persönlichkeit des Jesus von Nazareth wird dazu ganz besonders vorbereitet. Beide Geheimnisse der Menschheitsführerschaft in Synthese, in Vereinigung, in Harmonie miteinander sollen uns dargestellt werden. Und während die beiden Evangelisten Matthäus und Lukas vorzugsweise darstellen, wie sich die menschliche Persönlichkeit gebildet hat, in die sich der Christus hineinsenkt, stellt uns das MarkusEvangelium dar, welcher Art und Natur die Christus-Wesenheit selbst war. Das überfließende Element in dieser großen Individualität wird uns insbesondere durch das Markus-Evangelium dargestellt. Daher schildern in einer so wunderbar klaren Weise das Matthäus- und das Lukas-Evangelium eine andere Versuchungsgeschichte als das Markus-Evangelium, weil Markus darstellt den Christus, der eingezogen ist in den Jesus von Nazareth. Da muß diejenige Versuchungsgeschichte auftreten, die sonst schon im kindlichen Alter auftritt: das Zusammensein mit Tieren und das Helfen der geistigen Kräfte. Daher sehen Sie es an wie eine Wiederholung der Zarathustra-Wunder, wenn uns im Markus-Evangelium imposant einfach erzählt wird: «Und der Geist trieb ihn in die Einsamkeit; ... und er war bei den Tieren, und die Engel» — das heißt, die geistigen Wesenheiten — «dienten ihm». Während das Matthäus-Evangelium ganz anders schildert, etwas, was sich wie eine Wiederholung der Buddha-Versuchung ausnimmt, das heißt dessen, was geschieht beim Hinuntersteigen in die eigene Wesenheit, wo alle die Versuchungen und Verführungen herantreten an die betreffende menschliche Seele.
[ 29 ] Christ descends, a spiritual-divine being, just as all the northern leaders and founders of worldviews—most notably Zarathustra—have descended into a human being. It is the same process, only transposed to the greatest scale: Christ descends into a human being, but not in childhood, rather in the thirtieth year of life, and this personality of Jesus of Nazareth is specially prepared for this. Both mysteries of human leadership are to be presented to us in synthesis, in union, in harmony with one another. And while the two evangelists, Matthew and Luke, primarily depict how the human personality into which the Christ descends was formed, the Gospel of Mark presents to us the character and nature of the Christ-being itself. The overflowing element in this great individuality is presented to us in particular through the Gospel of Mark. That is why the Gospels of Matthew and Luke describe a different account of the temptation than the Gospel of Mark, because Mark portrays the Christ who has entered into the Jesus of Nazareth. Here, the account of the temptation must appear that otherwise occurs already in childhood: being with animals and the assistance of spiritual forces. That is why you can see it as a repetition of the Zarathustra miracles when the Gospel of Mark tells us in impressively simple terms: “And the Spirit drove him into the wilderness; … and he was with the animals, and the angels”—that is, the spiritual beings—“served him.” Whereas the Gospel of Matthew describes something quite different, something that appears to be a repetition of the Buddha’s temptation—that is, what happens when one descends into one’s own being, where all the temptations and seductions approach the human soul in question.
[ 30 ] So also können wir sagen: Matthäus und Lukas schildern den Weg, den der Christus machte, indem er hinunterstieg in die Hüllen, die er durch den Jesus von Nazareth überliefert erhalten hatte; und das Markus-Evangelium schildert, was der Christus erleben mußte als eine Art Versuchungsgeschichte, indem er zusammenstieß mit der Umgebung, wie alle die Religionsstifter zusammengestoßen sind, die von einer geistigen Wesenheit von oben inspiriert oder intuitiert worden sind. Beides macht der Christus Jesus durch, während die früheren Menschheitsführer nur immer eines durchgemacht haben. Er vereinigt die beiden Arten des Weges in die geistige Welt. Das ist gerade das Wesentliche, daß das, was früher sich abspielte in zwei großen Strömen, in die dann verschiedene kleine einmündeten, zusammenfließt in einen einzigen Strom.
[ 30 ] Thus we can say: Matthew and Luke describe the path that Christ took as he descended into the forms he had received through Jesus of Nazareth; and the Gospel of Mark describes what the Christ had to experience as a kind of story of temptation, as he clashed with his surroundings, just as all the founders of religions have clashed who were inspired or guided by a spiritual being from above. The Christ Jesus undergoes both, whereas the earlier leaders of humanity have always undergone only one. He unites the two kinds of paths into the spiritual world. This is precisely the essential point: that what previously unfolded in two great currents, into which various smaller ones then flowed, now converges into a single current.
[ 31 ] Erst von diesem Gesichtspunkt aus können wir die scheinbaren oder wirklichen Widersprüche zwischen den Evangelien verstehen. Der Schreiber des Markus-Evangeliums war eingeweiht in solche Mysterien, die ihn gerade befähigten, das zu schildern, was die Markus-Versuchung ist: das Hinausgehen zu den Tieren und die Hilfe von geistigen Wesenheiten. Lukas war eingeweiht in die andere Seite. Jeder der Schreiber der Evangelien schilderte das, was ihm nahelag und bekannt war. Es sind also verschiedene Seiten des Ereignisses von Palästina oder des Mysteriums von Golgatha, die uns in den Evangelien dargestellt werden.
[ 31 ] Only from this perspective can we understand the apparent or actual contradictions between the Gospels. The writer of the Gospel of Mark was initiated into such mysteries that enabled him to describe what the Markan temptation is: going out to the animals and receiving help from spiritual beings. Luke was initiated into the other aspect. Each of the Gospel writers described what was close to him and familiar to him. Thus, it is different aspects of the events in Palestine or the Mystery of Golgotha that are presented to us in the Gospels.
[ 32 ] Damit wollte ich Ihnen von einem Gesichtspunkt aus, den wir hier noch nicht besprechen konnten, noch einmal vor Augen führen, wie man verstehen muß den Entwickelungsgang der Menschheit und das Eingreifen solcher Individualitäten, die also über die Entwickelung vom Bodhisattva zum Buddha hinaufgehen; und wie man verstehen muß die Entwickelung derjenigen, bei denen nicht recht in Betracht kommt, was sie als Menschen sind, sondern das, was von oben herunter kommt. Nur in der Christus-Figur vereinigen sich die beiden Arten. Wenn man das weiß, kann die Christus-Gestalt erst recht verstanden werden.
[ 32 ] With this, I wanted to illustrate to you once again, from a perspective we have not yet been able to discuss here, how one must understand the course of human development and the intervention of such individualities who thus ascend from the development of the Bodhisattva to the Buddha; and how one must understand the development of those in whom what they are as human beings does not really come into consideration, but rather what comes down from above. Only in the figure of Christ do these two aspects unite. Once one knows this, the figure of Christ can be understood all the more fully.
[ 33 ] Dadurch werden Sie auch begreifen, daß manche Unebenheiten in den mythischen Persönlichkeiten auftreten müssen. Wenn geschildert wird, daß gewisse geistige Wesenheiten dies oder jenes - in bezug auf Recht oder Unrecht und dergleichen - getan haben, wie zum Beispiel Siegfried, dann hört man wohl: Aber er war doch ein Eingeweihter, wurde gesagt? — Aber bei einer solchen Persönlichkeit, durch die eine geistige Wesenheit wirkt, kommt die individuelle Evolution - zum Beispiel des Siegfried - nicht in Betracht. Siegfried kann Fehler haben. Es handelt sich aber darum, der Entwickelung der Menschheit etwas zu geben. Dazu muß die geeignetste Persönlichkeit ausgesucht werden. Man kann nicht alles über denselben Kamm scheren, man kann nicht bei einem Siegfried in derselben Weise urteilen wie bei einer südlichen Führerpersönlichkeit; denn die ganze Natur und Art ist eine andere als bei denjenigen, die hinuntersteigen in die eigene Wesenheit.
[ 33 ] This will also help you understand that certain inconsistencies are bound to arise in mythical figures. When it is described that certain spiritual beings have done this or that—in terms of right or wrong and the like—such as Siegfried, one might well ask: But wasn’t he an initiate, as was said? — Yet with such a personality through whom a spiritual being acts, individual evolution—for example, that of Siegfried—is not a factor. Siegfried can make mistakes. However, the point is to contribute something to the development of humanity. For this, the most suitable personality must be chosen. One cannot lump everything together; one cannot judge a Siegfried in the same way as a southern leader; for the entire nature and character is different from that of those who descend into their own being.
[ 34 ] Man kann also sagen: Es durchdringt die nördlichen Gestalten eine geistige Wesenheit und drängt sie heraus aus der eigenen Wesenheit, macht, daß sie aufsteigen können in den Makrokosmos. Während bei den südlichen Kulturen der Mensch hinuntersteigt in den Mikrokosmos, gießt er sich hinaus bei der nördlichen Kulturströmung in den Makrokosmos und kommt daher dazu, daß er erkennt die ganzen geistigen Hierarchien, wie zum Beispiel Zarathustra die geistige Natur der Sonne erkannt hat.
[ 34 ] One might therefore say: A spiritual entity permeates the northern figures and propels them out of their own being, enabling them to ascend into the macrocosm. Whereas in southern cultures the human being descends into the microcosm, in the northern cultural current he pours himself out into the macrocosm and thereby comes to recognize the entire spiritual hierarchies, just as, for example, Zarathustra recognized the spiritual nature of the sun.
[ 35 ] Wir können also das Gesagte darin zusammenfassen: Der mystische Weg, der Buddha-Weg, führt durch das eigene Innere so weit, daß man mit Durchbruch des eigenen Innern in die geistige Welt kommt. Der Zarathustra-Weg entreißt den Menschen dem Mikrokosmos und ergießt ihn über den Makrokosmos, so daß dessen Geheimnisse durchsichtig werden. Für die großen Geister, welche die Geheimnisse der großen Welt enthüllen sollen, hat die Welt noch wenig Verständnis. Daher ist wirklich sehr wenig Verständnis verbreitet zum Beispiel über die Zarathustra-Wesenheit. Wir werden sehen, wie sehr sich das, was wir über Zarathustra zu sagen haben, von dem unterscheidet, was man gewöhnlich heute darüber sagt.
[ 35 ] We can thus summarize what has been said as follows: The mystical path, the Buddha-path, leads through one’s own inner being to such an extent that, through a breakthrough of one’s inner self, one enters the spiritual world. The Zarathustra path snatches the human being from the microcosm and pours him out over the macrocosm, so that its mysteries become transparent. The world still has little understanding for the great spirits who are to unveil the mysteries of the great world. Therefore, there is truly very little understanding, for example, of the Zarathustra being. We shall see how much what we have to say about Zarathustra differs from what is commonly said about him today.
[ 36 ] Das ist wieder ein Exkurs von denen, die Sie nach und nach bekanntmachen sollen mit dem Wesen des Markus-Evangeliums.
[ 36 ] This is yet another digression intended to gradually familiarize you with the nature of the Gospel of Mark.
