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The Rudolf Steiner Archive

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Excursions into the Subject of
the Gospel of Mark
GA 124

7 March 1911, Berlin

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Achter Vortrag

Eighth Lecture

[ 1 ] Wenn man sich an der Hand der Geisteswissenschaft auf die Betrachtung der Evangelien einläßt, dann macht man die Erfahrung, daß geradezu gewaltigste Erlebnisse uns aus diesen Evangelien entgegenklingen. Und man darf sagen, daß vielleicht die Menschen überhaupt erst eine Vorstellung bekommen werden von dem, was alles aus dem geistigen Erleben ihrer Verfasser, ihrer Schreiber, in diese Evangelien eingeflossen ist, wenn einmal Geisteswissenschaft etwas Populäreres geworden sein wird, als sie heute ist. Insbesondere werden dann auch allerlei Dinge an den Evangelien erkannt werden, welche nicht direkt in diesen Urkunden drinnen stehen, sondern welche einem nur auffallen können, wenn man diese vier Evangelien nebeneinander stellt und sie nebeneinander betrachtet. Da kann ja allerlei auffallen.

[ 1 ] When one approaches the study of the Gospels through the lens of spiritual science, one discovers that truly profound experiences resonate from these Gospels. And one might say that perhaps people will only begin to grasp what has flowed into these Gospels from the spiritual experiences of their authors and scribes once spiritual science has become more widely known than it is today. In particular, all sorts of things will then be recognized in the Gospels that are not directly contained within these texts, but which can only be noticed when one places these four Gospels side by side and considers them together. All sorts of things can be noticed there.

[ 2 ] Ich will zunächst einmal darauf aufmerksam machen, daß wir im Matthäus-Evangelium der eigentlichen Darstellung des Christus-Impulses eine Kindheitsgeschichte vorangeschickt sehen, die mit der Schilderung des althebräischen Volkes beginnt, beziehungsweise mit dem Stammvater desselben, so daß also zur Darstellung des ChristusImpulses im Matthäus-Evangelium nur bis zum Beginn des althebräischen Volkes zurückgegangen wird. Wir lernen also gewissermaßen aus diesem Evangelium den Träger der Christus-Wesenheit kennen als herausgewachsen aus dem althebräischen Volke. Wenn wir dann hinübergehen zur Betrachtung des Markus-Evangeliums, dann tritt uns der Christus-Impuls selber unmittelbar entgegen. Alles von der Kindheitsgeschichte wird zunächst unberücksichtigt gelassen. Nachdem wir darauf aufmerksam gemacht worden sind, daß durch Johannes den Täufer der große Vorherverkündiger des Christus-Impulses spricht, beginnt das Markus-Evangelium sogleich mit der Schilderung der Johannes-Taufe im Jordan. Dann wieder lernen wir durch das Lukas-Evangelium neuerdings eine Art von Kindheitsgeschichte kennen, aber jetzt eine solche, die viel weiter zurückgeht in bezug auf die Herleitung des Menschen Jesus von Nazareth, die sozusagen bis zum Beginn der Menschheit auf der Erde zurückgeht. Indem die Abstammung des Jesus von Nazareth bis zu Adam zurückgeführt wird und dann gesagt wird, «der war Gottes», gibt uns diese Kindheitsgeschichte deutlich zu erkennen, daß das Menschliche in dem Jesus von Nazareth zurückgeführt werden soll bis zu dem Zeitpunkt, wo der Mensch sich erst hervorgebildet hat seinem Ursprunge nach aus göttlich-geistigen Wesenheiten. Also bis zu jenem Zeitpunkt werden wir im LukasEvangelium zurückgeführt, der den Menschen nicht mehr als ein im Fleische verkörpertes Erdenwesen antrifft, sondern ihn antrifft als ein geistiges Wesen, welches gleichsam eben hervorgeht aus dem Schoße göttlicher Geistigkeit. Dann werden wir im Johannes-Evangelium so vor die große Tatsache gestellt, daß wir wieder ohne alle Kindheitsgeschichte, ohne alle Besprechung der Schicksale des Jesus von Nazareth sogleich - und nun in einem ganz besonders tiefen Sinne - zu dem Wesen des Christus hingeführt werden.

[ 2 ] I would first like to point out that in the Gospel of Matthew, the actual presentation of the Christ impulse is preceded by a nativity story that begins with a description of the ancient Hebrew people, or rather with their forefather, so that the presentation of the Christ impulse in the Gospel of Matthew only goes back as far as the beginning of the ancient Hebrew people. We thus learn, as it were, from this Gospel to recognize the bearer of the Christ essence as having grown out of the ancient Hebrew people. When we then turn to a consideration of the Gospel of Mark, the Christ impulse itself immediately confronts us. Everything concerning the childhood narrative is initially left out of consideration. After we have been made aware that John the Baptist speaks as the great forerunner of the Christ impulse, the Gospel of Mark begins immediately with the account of John’s baptism in the Jordan. Then again, through the Gospel of Luke, we come to know a new kind of childhood story, but one that goes much further back in tracing the lineage of the man Jesus of Nazareth, going back, so to speak, to the beginning of humanity on earth. By tracing the lineage of Jesus of Nazareth back to Adam and then stating, “he was God’s,” this nativity story clearly shows us that the human aspect of Jesus of Nazareth is to be traced back to the point in time when humanity first emerged from its origin as divine-spiritual beings. Thus, the Gospel of Luke takes us back to that point in time when humanity is no longer encountered as an earthly being embodied in the flesh, but rather as a spiritual being emerging, as it were, from the bosom of divine spirituality. Then, in the Gospel of John, we are confronted with the great fact that, once again, without any account of his childhood, without any discussion of the fate of Jesus of Nazareth, we are immediately—and now in a particularly profound sense—led to the essence of Christ.

[ 3 ] Wir selber haben nun im Laufe der geisteswissenschaftlichen Entwickelung, die wir in den letzten Jahren zu absolvieren hatten, einen gewissen Gang bei der Betrachtung der Evangelien eingeschlagen, indem wir zuerst an dasjenige Evangelium herangetreten sind, welches uns die höchsten Ausblicke in die abstrakte Geistigkeit des Christus geben konnte, an das Johannes-Evangelium. Wir haben dann das Lukas-Evangelium betrachtet, um zu zeigen, wie dieses höchste Geistige, im Menschen sich auslebend, dargestellt wird, wenn dieser Mensch zurückverfolgt wird bis zu dem Zeitpunkt, wo er selbst hervorgegangen ist als irdischer Mensch aus der Göttlichkeit. Und wir haben dann das Matthäus-Evangelium betrachtet, um den ChristusImpuls als hervorgehend aus dem althebräischen Volke zu verstehen. Das Markus-Evangelium haben wir uns gewissermaßen bis zuletzt aufgespart. Warum wir das getan haben, werden wir nur recht verstehen, wenn wir manches von dem, was wir aus der allgemeinen Geisteswissenschaft in den letzten Zeiten berühren konnten, verbinden mit uns seit älteren Zeiten Bekanntem und mit manchem Neuen. Es ist deshalb in dem letzten Vortrage hier auf mancherlei im Menschenleben in der Zusammensetzung der menschlichen Wesensglieder aufmerksam gemacht worden, und es soll heute noch einmal eine ähnliche Betrachtung angestellt werden zur Einleitung, die uns wieder auf einzelnes in der Entwickelung des Menschen selber hinweisen kann. Denn es wird für die Menschheit immer notwendiger werden, daß die Entwickelungsbedingungen des Menschen erkannt - ja, nicht nur erkannt, sondern eingehalten werden.

[ 3 ] In the course of the spiritual-scientific development we have undergone in recent years, we ourselves have now taken a certain approach to the study of the Gospels, beginning with the Gospel that could offer us the highest insights into the abstract spirituality of Christ: the Gospel of John. We then examined the Gospel of Luke to show how this highest spirituality, as it manifests itself in a human being, is portrayed when that human being is traced back to the point in time when he himself emerged as an earthly human being from the Divine. And we then examined the Gospel of Matthew to understand the Christ impulse as emerging from the ancient Hebrew people. We have, so to speak, saved the Gospel of Mark for last. We will only truly understand why we did this if we connect some of what we have been able to touch upon from general spiritual science in recent times with what has been known to us since earlier times and with some new insights. That is why, in the last lecture here, attention was drawn to various aspects of human life in the composition of the human being’s constituent parts, and today a similar consideration is to be made once more by way of introduction, which can again point us to specific aspects in the development of the human being itself. For it will become ever more necessary for humanity that the conditions of human development be recognized—indeed, not only recognized, but observed.

[ 4 ] Der Mensch wird, je weiter wir der Zukunft entgegenschreiten, immer selbständiger, immer individueller werden wollen. Der Glaube an äußere Autoritäten wird immer mehr und mehr ersetzt werden durch die Autorität der eigenen Seele. Das ist ein notwendiger Gang der Entwickelung. Damit aber dieser Gang von Heil und Segen werden kann, muß der Mensch seine eigene Wesenheit erkennen. Man kann nun nicht sagen, daß wir heute schon als gesamte Menschheit ganz besonders vorgeschritten wären in bezug auf die Schätzung und die Erkenntnis der menschlichen Wesenheit. Denn was geschieht heute unter vielem andern innerhalb unserer Zeitgeschichte? An allerlei Menschheitsprogrammen, an allerlei Menschheitsidealen und an dem, was man so nennt, fehlt es gewiß in unserer Zeit nicht. Man könnte fast sagen: Nicht nur jeder zweite Mensch, sondern jeder Mensch möchte heute auftreten als eine Art kleiner Messias mit einem Spezialideal, möchte aus seinem Kopfe und aus seinem Herzen heraus ein ideelles Bild von dem aufstellen, was der Menschheit zum Heile und zum Segen gereichen soll. - Und an Vereinen und Gesellschaften, die begründet werden, um dieses oder jenes, wovon die Menschen glauben, daß es das Notwendigste sei, in unsere Kultur einzuführen, daran fehlt es insbesondere heute nicht. Programme und ideelle Forderungen haben wir heute in Hülle und Fülle, und auch an Glauben für solche Programme fehlt es nicht. Denn die Kraft der Überzeugung bei denen, die solche Programme in unserer Zeit aufstellen, ist bis zu einem solchen Grade gediehen, daß es nächstens nötig wird, eine Art von Konzil abzuhalten, welches die Unfehlbarkeit eines jeden Menschen beschließen würde. Damit geben wir etwas an von dem, was im tiefsten Sinne charakteristisch ist für unsere Zeit.

[ 4 ] As we move further into the future, human beings will increasingly seek to become more independent and more individual. Faith in external authorities will be increasingly replaced by the authority of one’s own soul. This is a necessary course of development. However, for this course to become a source of salvation and blessing, human beings must recognize their own essence. One cannot say, however, that we as humanity as a whole are particularly advanced today in terms of our appreciation and understanding of human nature. For what is happening today, among many other things, within our contemporary history? There is certainly no shortage in our time of all manner of humanistic programs, all manner of humanistic ideals, and what is commonly referred to as such. One could almost say: Not just every other person, but every person today wants to present themselves as a sort of little messiah with a special ideal, wanting to create from their own mind and heart an ideal image of what is to serve as salvation and blessing for humanity. - And there is certainly no shortage today of associations and societies founded to introduce into our culture this or that which people believe to be most necessary. We have programs and idealistic demands in abundance today, and there is no lack of faith in such programs either. For the power of conviction among those who formulate such programs in our time has grown to such an extent that it will soon be necessary to convene a kind of council that would declare the infallibility of every human being. In this, we convey something of what is, in the deepest sense, characteristic of our time.

[ 5 ] Durch die Geisteswissenschaft werden wir nicht abgehalten, an unsere Zukunft zu denken. Aber wir werden darauf hingewiesen, daß Grundbedingungen und Gesetze da sind, die nicht ungestraft außer acht gelassen werden dürfen, wenn wir in bezug auf die Impulse etwas erreichen wollen. Denn was glaubt der heutige Mensch? Er geht mit sich zu Rate, es steigt in seiner Seele dieses oder jenes Ideal auf, und er hält sich für fähig, im weitesten Umkreise dieses Ideal in die Wirklichkeit einzuführen. Dabei denkt er nicht daran, daß etwa der Zeitpunkt, um dieses Ideal in die Wirklichkeit einzuführen, noch nicht gekommen sein könnte, und daß das Bild, das er sich von diesem Ideal macht, vielleicht nur eine Karikatur ist, und daß vielleicht erst eine mehr oder weniger ferne Zukunft ein solches Ideal ausreifen lassen könnte. Kurz, das kann der Mensch heute so schwer verstehen, daß in der Entwickelung ein jegliches Ereignis vorbereitet sein muß, daß ein jegliches Ereignis in einen bestimmten, durch die allgemeinen makrokosmischen Weltenverhältnisse bedingten Zeitpunkt hineinfallen muß. Es ist für den heutigen Menschen außerordentlich schwierig, so etwas zu fassen. Es ist das aber doch ein allgemeines Gesetz und gilt für jeden einzelnen Menschen, wie es gilt für das ganze Menschengeschlecht. Für den einzelnen Menschen können wir dieses Gesetz erkennen, wenn wir geistesforscherisch das Leben beobachten. Da können wir uns sozusagen an das Kleinste, Nächstliegendste halten, an irgend etwas, was aus unserer Seele selber entspringen soll.

[ 5 ] Spiritual science does not prevent us from thinking about our future. But we are reminded that there are fundamental conditions and laws that cannot be disregarded with impunity if we wish to achieve anything in relation to these impulses. For what does modern man believe? He consults within himself; this or that ideal arises in his soul, and he considers himself capable of bringing this ideal into reality on the broadest scale. Yet they do not consider that the time to bring this ideal into reality may not yet have come, that the image they form of this ideal is perhaps merely a caricature, and that perhaps only a more or less distant future could allow such an ideal to mature. In short, it is so difficult for people today to understand that every event must be prepared for in the course of development, that every event must fall at a specific point in time determined by the general macrocosmic conditions of the world. It is extraordinarily difficult for people today to grasp such a thing. Yet this is a general law and applies to every single human being, just as it applies to the entire human race. We can recognize this law in the individual human being when we observe life from a spiritual-scientific perspective. There we can, so to speak, focus on the smallest, most immediate thing, on something that is to spring from our own soul.

[ 6 ] Ich will Ihnen nun nicht allgemeine Ideen vordeklamieren, sondern mich mehr an die Beobachtung halten. Deshalb will ich zunächst einmal annehmen, irgend jemand komme in die Lage, eine Idee mit aller Intensität in seiner Seele zu fassen, so daß er für diese Idee entflammt ist, daß diese Idee in seiner Seele auch eine ganz bestimmte Gestalt annimmt, daß er durchdrungen ist von dem Willen, diese Idee in irgendeiner Weise zu verwirklichen. Also nehmen wir an, diese Idee taucht in seinem Kopfe auf und er ist durchdrungen von dem Empfindungsimpuls seines Herzens. Dann wird der Mensch der heutigen Zeit nicht recht warten können; er wird natürlich frisch darauf losgehen, diese Idee zu verwirklichen.

[ 6 ] I do not wish to present you with general ideas, but rather to stick to observation. Therefore, I will first assume that someone finds themselves in a situation where they grasp an idea with all the intensity of their soul, so that they are inflamed by this idea, that this idea takes on a very specific form in their soul, and that they are permeated by the will to realize this idea in some way. So let us assume that this idea arises in his mind and he is permeated by the emotional impulse of his heart. Then the person of today will not be able to wait; he will naturally set out immediately to realize this idea.

[ 7 ] Nehmen wir an, diese Idee sei zunächst eine kleine Idee, die nur irgendwelche Mitteilungen über wissenschaftliche oder künstlerische Fakta betreffe. Wird der Okkultist, der die Gesetze kennt, auch eine solche wildfremde Idee der Welt gleich entgegenbringen? -— Nehmen wir an, daß es sich um eine kleine Idee handelt. Da weiß der Okkultist, daß die erste Art, wie diese Idee auftritt, zunächst ein Leben dieser Idee im menschlichen Astralleib ist. Das könnte man äußerlich schon daran beobachten, daß der Enthusiasmus in unserer Seele vorhanden ist. Der ist zunächst eine Kraft in unserem Astralleib. Es wird nun in der Regel von Unheil sein, wenn der Mensch die Idee in diesem Stadium nicht in sich ruhen läßt, sondern sie gleich vor seine Mitmenschen oder vor die Welt trägt, denn zunächst muß diese Idee einen ganz bestimmten Weg durchmachen. Sie muß nämlich den Astralleib immer tiefer und tiefer ergreifen und sich dann wie ein Siegelabdruck einprägen in den Ätherleib. Wenn diese Idee nun eine kleine Idee ist, so kann das ein Prozeß sein, der zum Beispiel in sieben Tagen verläuft. Aber diese Zeit ist notwendig. Und wenn der Mensch stürmisch darauf loswettert mit seiner Idee, so hat er immer die Tendenz, ein Wichtiges zu übersehen, nämlich, daß nach sieben Tagen ein ganz bestimmtes Erlebnis auftritt, das subtiler Art ist. Merkt man auf solche Dinge, so kann man dieses Erlebnis haben; wütet man darauf los mit seiner Idee und sagt: Herein damit in die Welt! - so ist die Folge die, daß die Seele gar nicht geneigt ist, auf das hinzuhorchen, was am siebenten Tage stattfindet. Am siebenten Tage findet nämlich bei einer kleinen Idee immer statt, daß man eigentlich nicht recht etwas damit anzufangen weiß, daß sie einem wieder in der Seele entschwindet. Man ist beunruhigt, innerlich vielleicht sogar gequält, mit allerlei Zweifeln durchsetzt, während man aber doch die Idee, trotzdem sie zu etwas Quälerischem geworden ist, liebgewonnen hat. Der Enthusiasmus hat sich verwandelt in ein intimes Gefühl der Liebe. So ist diese Idee jetzt im Ätherleib drinnen.

[ 7 ] Let us assume that this idea is, at first, a small idea concerning only some information about scientific or artistic facts. Will the occultist, who knows the laws, immediately counter such a completely foreign idea to the world? — Let us assume that it is a small idea. The occultist knows that the first way this idea manifests is initially as a life of this idea within the human astral body. This can already be observed externally by the fact that enthusiasm is present in our soul. This is initially a force within our astral body. It will generally be disastrous if the person does not allow the idea to rest within them at this stage, but instead immediately presents it to their fellow human beings or to the world, for this idea must first undergo a very specific process. It must, in fact, take hold of the astral body ever more deeply and then imprint itself like a seal upon the etheric body. If this idea is a small one, this process may take, say, seven days. But this time is necessary. And if a person rushes headlong with their idea, they always tend to overlook something important, namely that after seven days a very specific experience occurs, one of a subtle nature. If one pays attention to such things, one can have this experience; if one rushes headlong with one’s idea and says, “Let it come into the world!”—the result is that the soul is not at all inclined to listen to what takes place on the seventh day. For on the seventh day, with a small idea, it always happens that one doesn’t really know what to do with it, that it vanishes from one’s soul again. One is unsettled, perhaps even tormented inwardly, filled with all sorts of doubts, yet one has grown fond of the idea, even though it has become something tormenting. The enthusiasm has transformed into an intimate feeling of love. Thus, this idea is now within the etheric body.

[ 8 ] Wenn sie nun weiter gedeihen soll, muß sie die äußere Astralsubstanz, die uns immer umgibt, ergreifen. Also von unserem Astralleib muß sie zunächst in unsern Ätherleib wandern und von dort in die äußere Astralität. Zu diesem Wege braucht die Idee wieder sieben Tage. Und wenn man dann nicht ein solcher Zögling ist, daß man sagt: Wenn die Idee uns anfängt zu quälen, will man sie nicht mehr haben, also flugs hinunter mit ihr! — sondern wenn man achtgibt auf den Gang des Lebens, dann kann man nach dieser Zeit erkennen, daß etwas eintritt, was sich etwa so ausdrücken läßt: Ein äußeres Entgegenkommen findet man für seine Idee, so daß man sich sagt: Es ist gut, daß du vierzehn Tage gewartet hast, denn jetzt bist du mit deiner Idee nicht mehr allein. Es ist so, wie wenn du inspiriert wirst von dem Makrokosmos, so daß in deine Idee etwas eindringt von der äußeren Welt. - Man fühlt dann erst, daß man als Mensch im Zusammenklang ist mit der ganzen geistigen Welt, die einem etwas entgegenbringt, wenn man ihr etwas entgegenbringt. Das ist ein gewisses beseeligendes Gefühl, das dann auftritt nach einem Zeitraum von etwa zweimal sieben Tagen.

[ 8 ] If it is to continue to develop, it must take hold of the external astral substance that constantly surrounds us. Thus, it must first pass from our astral body into our etheric body and from there into the external astral realm. This journey takes the idea another seven days. And if one is not the sort of person who says: When the idea begins to torment us, we no longer want it, so off with it! — but if one pays attention to the course of life, then after this time one can recognize that something occurs that might be expressed something like this: One finds an external response to one’s idea, so that one says to oneself: It is good that you waited fourteen days, for now you are no longer alone with your idea. It is as if you are inspired by the macrocosm, so that something from the outer world enters into your idea. - Only then does one feel that, as a human being, one is in harmony with the entire spiritual world, which offers something in return when one offers something to it. This is a certain uplifting feeling that arises after a period of about fourteen days.

[ 9 ] Dann muß diese Idee aber wieder den Weg zurück machen, und zwar zunächst wieder von der äußeren Astralität in den Ätherleib hinein. Dann spüren wir sie schon recht gegenständlich, und die Versuchung ist da eine recht große, sie der Welt zu übergeben. Da müssen wir nun wieder mit aller Kraft zurückhalten; denn es ist jetzt die Gefahr vorhanden, daß die Idee, weil sie noch in dem Ätherleibe ruht, in einer kalten Weise in die Welt eintreten würde und kalt, eiisig der Welt mitgeteilt würde. Wenn wir aber einen weiteren Zeitraum von sieben Tagen abwarten, so geht das, was eisig ist, herauf und durchdringt sich mit der Wärme des eigenen astralischen Leibes wieder, gewinnt den Charakter des Persönlichen; so daß wir das, was wir erst geboren und von Göttern haben taufen lassen, nun der Welt übergeben dürfen als unser eigenes. Diese letzten drei Stadien müßte eigentlich jeder Impuls, den wir in unserer Seele fühlen, durchmachen, bis er reif wird in uns selber. Das gilt für eine kleine Idee.

[ 9 ] But then this idea must make its way back again, first from the outer astral realm into the etheric body. Then we already sense it quite concretely, and the temptation is quite great to hand it over to the world. Here we must hold back with all our strength; for there is now the danger that the idea, because it still rests in the etheric body, would enter the world in a cold manner and be communicated to the world in a cold, icy way. But if we wait a further period of seven days, what is icy rises up and interpenetrates once more with the warmth of our own astral body, taking on a personal character; so that what we first gave birth to and had baptized by the gods, we may now present to the world as our own. Every impulse we feel in our soul must actually pass through these last three stages until it matures within us. This applies even to a small idea.

[ 10 ] Für eine Idee, die bedeutungsvoller sein kann, werden längere Zeiträume, aber immer solche, die im Rhythmus von sieben zu sieben ablaufen, notwendig sein. So bilden die Wochen, nicht Monate, dann aber wieder Jahre einen solchen Rhythmus, so daß wir einen Ablauf von sieben zu sieben Wochen und dann von sieben zu sieben Jahren haben können.

[ 10 ] For an idea that may be more meaningful, longer periods of time will be necessary—but always ones that follow a seven-to-seven rhythm. Thus, weeks, not months, and then years again, form such a rhythm, so that we can have a sequence of seven-to-seven weeks and then seven-to-seven years.

[ 11 ] Daraus sehen wir also, daß es nicht bloß darauf ankommt, wie der heutige Mensch glaubt, irgend etwas als Impuls in seiner Seele zu haben, sondern daß man die Fähigkeit besitzen muß, diesen Impuls geduldig zu tragen, ihn taufen zu lassen vom Weltengeiste und ihn dann im reifen Zustande auszuleben. Man könnte noch andere solche Gesetze, die es gibt, hinzufügen; denn was man Entwickelung der Seele nennt, ist voll von solchen Gesetzmäßigkeiten. Wenn wir so zum Beispiel an einem Tage ganz besonders fühlen - und diese Tage sind für das Menschenleben recht verschieden — : Du bist heute wie vom Weltengeiste begünstigt, in dir steigen Ideen auf! - dann ist es gut, nicht etwa darauf loszurasen, sondern zu wissen, daß nach neunzehn Tagen ein ähnlicher Befruchtungsprozeß in der Seele vorhanden ist. Kurz, die menschliche Seelenentwickelung ist voller solcher Gesetzmäßigkeit. Nun hat ja der Mensch - man könnte sagen, Gott sei Dank - ein starkes instinktives Gefühl dafür, diese Dinge nicht gar zu übertreiben, sie nicht ganz außer acht zu lassen. Er beachtet sie schon. Insbesondere die Menschen, die darauf angewiesen sind, Höheres in sich auszubilden und es reifen zu lassen, die beachten es, ohne eigentlich die Gesetze zu kennen. So würde man leicht nachweisen können, wie künstlerische Naturen einen gewissen Rhythmus, eine gewisse Periodizität in ihrem Schaffen zeigen, einen gewissen Rhythmus nach Tagen, nach Wochen, nach Jahren und so weiter. Das kann gerade bei Künstlern allerersten Ranges recht leicht gezeigt werden, zum Beispiel an Goethe: daß tatsächlich in seiner Seele irgend etwas auftritt und nach viermal sieben Jahren eigentlich erst reif wird, und dann in einer anderen Gestalt, als wir es zuerst in der Seele Goethes haben auftreten sehen, herauskommt.

[ 11 ] From this we see, then, that it is not merely a matter of modern people believing they have some kind of impulse within their souls, but rather that one must possess the ability to bear this impulse patiently, to allow it to be baptized by the World Spirit, and then to live it out in its mature state. One could add other such laws that exist; for what is called the development of the soul is full of such laws. If, for example, we feel particularly inspired on a certain day—and these days vary greatly in human life—: You feel today as if favored by the World Spirit, ideas arise within you! —then it is good not to rush headlong into it, but to know that after nineteen days a similar process of fertilization is taking place in the soul. In short, the development of the human soul is full of such laws. Now, human beings—one might say, thank God—have a strong instinctive sense not to overdo these things, nor to ignore them entirely. They do take them into account. In particular, people who depend on cultivating something higher within themselves and allowing it to mature take this into account without actually knowing the laws. One could easily demonstrate how artistic natures exhibit a certain rhythm, a certain periodicity in their creative work—a certain rhythm based on days, weeks, years, and so on. This can be demonstrated quite easily, especially in the case of artists of the very highest order, for example in Goethe: that something actually arises in his soul and only truly matures after four times seven years, and then emerges in a different form than we first saw it arise in Goethe’s soul.

[ 12 ] Man könnte nun leicht nach den Neigungen der heutigen Zeit sagen: Ja, mein lieber Geistesforscher, solche Gesetze mag es ja geben; aber warum soll sich der Mensch viel darum kümmern? Instinktiv wird er sie schon beobachten. — Ja, dieser Satz galt für die Vergangenheit. Weil aber die Menschen immer selbständiger werden, immer mehr und mehr hinhorchen auf die eigene Individualität, müssen sie auch immer mehr und mehr einen inneren Kalender in sich entwickeln lernen. Wie die Menschen einen äußeren Kalender haben, der seine große Bedeutung hat für die physischen Verrichtungen, so wird der Mensch für die Zukunft, wenn seine Seele an Intensität wächst, zum Beispiel innere Wochen fühlen, wird ein aufund abwogendes Lebensgefühl und innere Sonntage fühlen. Denn nach der Verinnerlichung hin rückt die Menschheit vor. Vieles von dem, was die Menschheit früher erlebt hat in der Einteilung des äußeren Lebens zahlenmäßig, das wird der Mensch später innerlich erleben, das wird eine Auferstehung des Makrokosmischen in der Seele erleben, je weiter wir der Zukunft entgegengehen. Es wird ihm eine selbstverständliche Pflicht sein, nicht Tumult und Rumor in der menschlichen Entwickelung anzurichten, indem er die heiligen Gesetze der Seelenentwickelung fortwährend übertritt. Die Menschen werden aufsteigen zu dem Verständnis, daß es nur einem raffinierten, höheren Egoismus entspricht, wenn sie immer gleich das, was in ihrer Seele Platz greift, mitteilen wollen. Und die Menschen werden selbstverständlich dazu kommen, den Geist in ihrer Seele zu fühlen, und zwar nicht abstrakt, wie sie es heute tun, sondern sie werden empfinden, wie dieser Geist in ihrer Seele regelmäßig und gesetzmäßig wirkt. Und sie werden, wenn ihnen etwas eingefallen ist, wenn sie selber ihr Seelisches mitteilen wollen, nicht darauf losstürzen wie ein wütender Stier auf die Menschheit, sondern darauf hinhorchen, was die geisterfüllte Natur im Innern des Menschen spricht.

[ 12 ] One might easily say, in keeping with the prevailing attitudes of our time: Yes, my dear spiritual researcher, such laws may well exist; but why should people concern themselves with them? He will observe them instinctively. — Yes, this statement was true in the past. But because people are becoming more and more independent, listening more and more to their own individuality, they must also learn to develop an inner calendar within themselves more and more. Just as people have an external calendar, which is of great importance for physical activities, so in the future, as the soul grows in intensity, people will, for example, feel inner weeks, experience a sense of life that ebbs and flows, and feel inner Sundays. For humanity is moving toward innerization. Much of what humanity has previously experienced in the numerical division of external life, people will later experience internally; they will experience a resurrection of the macrocosmic in the soul, the further we move toward the future. It will be a natural duty for them not to cause turmoil and upheaval in human development by continually transgressing the sacred laws of soul development. People will come to understand that it is merely a form of refined, higher selfishness when they always want to immediately share whatever takes hold in their soul. And people will naturally come to feel the Spirit within their soul—not abstractly, as they do today, but they will sense how this Spirit works regularly and lawfully within their soul. And when something occurs to them, when they themselves wish to share their innermost feelings, they will not rush upon humanity like a raging bull, but will listen to what the spirit-filled nature within the human being speaks.

[ 13 ] Was wird es bedeuten für die Menschen, wenn immer mehr und mehr Geltung haben wird, was so aus der Gesetzmäßigkeit des inneren Geistigen in die Welt tritt, auf das wir hinhorchen sollen, von dem wir uns inspirieren lassen sollen? - Im weitesten Umfange haben die Menschen heute noch kein Gefühl für eine solche Sache. Sie glauben nicht daran, daß die Geister im Innern den Menschen ergreifen und gesetzmäßig wirken werden. Man wird es noch lange - auch dort, wo man es mit der menschlichen Kultur gut meint - als eine Torheit betrachten, wenn von diesem inneren gesetzmäßigen Wirken des Geistes gesprochen wird. Und an denjenigen, die aus der geisteswissenschaftlichen Erkenntnis heraus an den Geist glauben, wird sich durch die tiefe Antipathie der uns überkommenen Zeiten erfüllen, was gerade für unsere Zeiten im Markus-Evangelium gesagt ist: «Wenn sie euch nun abführen und überantworten werden, so sorget nicht voraus, was ihr reden sollt, und bedenket auch nicht zuvor; sondern was euch zu derselbigen Stunde gegeben wird, das redet. Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der heilige Geist.»

[ 13 ] What will it mean for people when what emerges into the world from the laws of the inner spiritual realm—to which we are to listen and from which we are to draw inspiration—gains ever greater significance? - For the most part, people today still have no sense of such a thing. They do not believe that spirits within will take hold of human beings and act in accordance with spiritual laws. For a long time to come—even among those who mean well for human culture—it will be regarded as folly to speak of this inner, law-governed activity of the spirit. And for those who believe in the spirit based on spiritual scientific knowledge, the deep antipathy of the times that have come upon us will bring to pass what is said in the Gospel of Mark specifically for our times: “When they take you away and hand you over, do not worry beforehand about what you are to say, nor plan it in advance; but whatever is given to you at that very hour, speak that. For it is not you who speak, but the Holy Spirit.”

[ 14 ] Eine solche Stelle, die insbesondere auf unsere Zeit hindeutet, müssen wir so zu verstehen suchen, daß sie ihre Geltung durch das Stehen im ganzen Zusammenhange nicht allein des Markus-Evangeliums, sondern auch der anderen Evangelien erhält. Wenn Sie sich im Markus-Evangelium umschauen, werden Sie sehen, daß es Dinge enthält, die zum allergrößten Teil auch in den andern Evangelien zu finden sind. Aber eine Stelle im Markus-Evangelium ist doch ganz merkwürdig, die so in den andern Evangelien nicht vorkommt. Diese eine Stelle ist aus dem Grunde ganz besonders merkwürdig, weil die Evangelienforscher allerlei wirkliche große Torheiten gerade über diese Stelle gesprochen haben. Es ist, wo der Christus Jesus zu einer Predigt an das Volk heraustritt und wo gesagt wird, nachdem er seine Apostel gewählt hat: «Und sie kamen zu Hause; und da kam aber mal das Volk zusammen, also daß sie nicht Raum hatten zu essen. Und da es die Seinen hörten, gingen sie aus und wollten ihn halten; denn sie sprachen: Er ist von Sinnen.»

[ 14 ] We must seek to understand such a passage, which refers specifically to our time, in such a way that its validity is derived from its place within the overall context not only of the Gospel of Mark, but also of the other Gospels. If you look through the Gospel of Mark, you will see that it contains things that, for the most part, can also be found in the other Gospels. But there is one passage in the Gospel of Mark that is quite remarkable, as it does not appear in the other Gospels. This particular passage is especially remarkable because Gospel scholars have spoken all sorts of truly great nonsense specifically about it. It is where Jesus Christ goes out to preach to the people, and where it is said, after he has chosen his apostles: “And they came home; and the people gathered together so that they had no room to eat. And when his own heard this, they went out to seize him, for they said, ‘He is out of his mind.’”

[ 15 ] Diese Stelle ist so in den andern Evangelien eigentlich nicht vorhanden. Wenn wir nun daran denken, daß die Entwickelung nach der Menschenzukunft hin so verlaufen wird, daß das paulinische Wort: Nicht ich, sondern der Christus in mir! - immer wahrer und wahrer werden wird, daß also dasjenige menschliche Ich allein fruchtbar werden kann, das den Christus-Impuls in sich aufnimmt, so dürfen wir gerade die angeführte Stelle im eminentesten Sinne auf unsere Zeit beziehen. Dies Schicksal, das der Christus Jesus vorbildlich während der palästinensischen Ereignisse gehabt hat, wird - wie alle ChristusEreignisse - an der ganzen Menschheit im Laufe der Zeit sich ausleben. Immer mehr und mehr wird man in der nächsten Menschenzukunft verspüren, daß überall, wo im geisteswissenschaftlichen Sinne der Christus aus dem inneren Verständnisse heraus verkündigt wird, tiefste Antipathien sich geltend machen werden bei allen denjenigen, welche an die Geisteswissenschaft instinktiv nicht heran wollen. Man wird es im Grunde genommen nicht schwer haben einzusehen, daß in der Zukunft sich das ausleben wird, was uns als vorbildliches ChristusEreignis gerade im Markus-Evangelium geschildert ist. Die äußere Lebenspraxis vieler Menschen, wie auch vieles von dem, was sich als Kunst geltend machen wird, vor allem aber im weitesten Umfange das, was sich als Wissenschaft gebärden wird, wird in bezug auf diejenigen, welche den Geist im Christus-Sinne verkündigen werden, gerade von der nächsten Zukunft sagen: Es gehen aus ihr solche Menschen hervor, bei denen es scheint, als ob sie von Sinnen wären.

[ 15 ] This passage does not actually appear in the other Gospels. If we now consider that the course of human development toward the future will be such that the Pauline saying, “Not I, but Christ in me!” will become ever truer, and that therefore only the human self that takes in the Christ impulse can bear fruit, then we may apply the passage cited above to our own time in the most profound sense. This destiny, which Christ Jesus exemplified during the events in Palestine, will—like all Christ events—unfold for all of humanity over the course of time. In the near future, people will increasingly sense that wherever Christ is proclaimed in the spiritual-scientific sense from a place of inner understanding, the deepest antipathies will arise among all those who instinctively reject spiritual science. It will not be difficult to see that in the future, what is described to us as an exemplary Christ event, particularly in the Gospel of Mark, will play out. The outward way of life of many people, as well as much of what will assert itself as art, but above all, to the greatest extent, that which will present itself as science, will, with regard to those who proclaim the Spirit in the Christ-sense, say of the very near future: “From it emerge such people that it seems as if they were out of their minds.”

[ 16 ] Denn das muß immer wieder und wieder gesagt werden, daß die wichtigsten Tatsachen des geistigen Lebens, wie sie von der Geisteswissenschaft dargestellt werden, gegen die Zukunft hin als Phantastereien und Narreteien bei dem größten Teil der Menschheit werden angesehen werden. Und wir sollen aus dem Markus-Evangelium die Stärkung schöpfen, die wir brauchen, um festzustehen gegen einen Widerspruch, der sich erheben wird gegenüber der Wahrheit, die auf spirituellem Felde wird gefunden werden können.

[ 16 ] For it must be said again and again that the most important facts of spiritual life, as presented by spiritual science, will be regarded by the majority of humanity in the future as fantasies and follies. And we are to draw from the Gospel of Mark the strength we need to stand firm against the opposition that will arise against the truth that can be found in the spiritual realm.

[ 17 ] Wenn man eine Empfindung hat für die feineren stilistischen Unterschiede des Markus-Evangeliums von den andern Evangelien, so merkt man auch, daß geisteswissenschaftlich gerade im MarkusEvangelium manches anders enthalten ist als in den übrigen Evangelien. Man merkt, daß durch den Satzbau, durch die Auslassung manches Satzes, der in den andern Evangelien enthalten ist, manches, was leicht abstrakt genommen werden könnte, eine besondere Schattierung erhält. Hat man dafür eine Empfindung, dann wird man insbesondere auch merken, daß im Markus-Evangelium eine einschneidende, eine bedeutungsvolle Ich-Lehre gegeben ist, eine Lehre von der ganzen Bedeutung des menschlichen Ich. Um dies zu verstehen, beachte man nur eine einzige Stelle dieses Evangeliums mit allen ihren Eigenheiten, die sie dadurch hat, daß dieses oder jenes ausgelassen ist, was in den andern Evangelien innerhalb dieser Stelle vorkommt. Hat man nun eine Empfindung für solche Eigenheiten, dann wird man fühlen können das ganz Bedeutungsvolle, was in dieser Stelle des Markus-Evangeliums liegt. Führen wir sie uns vor Augen:

[ 17 ] If one has a sense of the subtle stylistic differences between the Gospel of Mark and the other Gospels, one also notices that, from a spiritual-scientific perspective, certain elements are presented differently in the Gospel of Mark than in the other Gospels. One notices that through the sentence structure, through the omission of certain sentences found in the other Gospels, certain elements that could easily be taken abstractly take on a special nuance. If one has a sense of this, one will also notice in particular that the Gospel of Mark contains a radical, significant doctrine of the “I,” a doctrine of the full significance of the human “I.” To understand this, one need only consider a single passage from this Gospel with all its peculiarities, which arise from the omission of this or that element found in the other Gospels within this passage. If one has a sense for such peculiarities, then one will be able to feel the profound significance that lies in this passage of the Gospel of Mark. Let us bring it before our eyes:

[ 18 ] Und der Jesus zog aus, und seine Bekenner begleiteten ihn in die Orte, die waren in der Umgegend von Cäsarea Philippi. Und als sie des Weges gingen, sprach er zu denen, die um ihn herum waren: Was sagen die Leute darüber, was das Ich sei? Was erkennen die Leute als das Ich an? - Da antworteten die, welche um den Jesus waren: Die Leute sagen, es müsse im Ich leben, damit das Ich richtig sei, Johannes der Täufer. Andere aber auch sagen, es müsse dieses Ich durchzogen sein von Elias, und Elias müsse in dem Ich leben; andere wieder sagen, ein anderer der Propheten müsse so behandelt werden, daß das Ich sagt: Nicht ich, sondern dieser Prophet in mir wirkt. — Er aber sprach zu denen, die um ihn waren: Was sagt denn ihr, daß das Ich sei? - Da antwortete Petrus: Das Ich so gefaßt, daß wir es erkennen in seiner Geistigkeit als Du, das ist der Christus! — Und da antwortete er denen, die um ihn herum waren: Hütet euch davor, dies den gewöhnlichen Menschen zu sagen! Denn dies Geheimnis können sie noch nicht verstehen. — Diejenigen aber, die um ihn herum durch dieses Wort angeregt waren, fing er an, das Folgende zu lehren: Das im Menschen, was äußerlich physisch ausdrückt die Ichheit, das muß, wenn diese Ichheit im Menschen voll aufleben soll, vieles leiden; und so wie es war, muß es sich gefallen lassen, daß die ältesten Meister der Menschheit und diejenigen, die da wissen, was in der heiligsten Weisheit steht, daß diese sagen: In der Gestalt, in der es so vorhanden ist, ist es nicht zu brauchen; es muß in der Gestalt getötet werden und nach einem durch die Weltverhältnisse bedingten Rhythmus von drei Tagen wieder aufleben aus einer höheren Gestalt heraus. - Und bestürzt waren sie alle, als er diese Worte frei und offen redete.

[ 18 ] And Jesus set out, and his followers accompanied him to the towns in the vicinity of Caesarea Philippi. And as they were walking along the road, he said to those around him: “What do people say about who I am? How do people identify me?” - Then those who were around Jesus answered: “People say that John the Baptist must live within the I for the I to be true. But others also say that this I must be permeated by Elijah, and that Elijah must live within the I; still others say that another of the prophets must be treated in such a way that the I says: ‘Not I, but this prophet within me is acting.’” — But he said to those who were around him: “What do you say, then, that the Self is?” - Then Peter answered: “The Self, understood in such a way that we recognize it in its spirituality as ‘You’—that is the Christ!” — And then he answered those who were around him: “Take care not to tell this to ordinary people! For they cannot yet understand this mystery.” — But to those around him who were stirred by these words, he began to teach the following: That which in man outwardly and physically expresses the I-ness must, if this I-ness is to come fully alive in man, suffer much; and just as it was, it must accept that the oldest masters of humanity and those who know what is contained in the most sacred wisdom say: In the form in which it currently exists, it is of no use; it must be killed in that form and, following a three-day rhythm dictated by worldly conditions, be reborn from a higher form. — And they were all dismayed when he spoke these words freely and openly.

[ 19 ] Da muß ich eine Anmerkung machen. Ein solches Wort durfte bis dahin nur in den Mysterien gesprochen werden. Es war ein Geheimnis, das bis dahin nur innerhalb der Mysterientempel gesprochen war, das Geheimnis, daß der Mensch durchmachen mußte das «Stirb und Werde» in der Initiation und aufwachen mußte nach drei Tagen. Daraus erklärt es sich, wenn es heißt:

[ 19 ] I must make a comment here. Until then, such a word was permitted to be spoken only within the Mysteries. It was a secret that had previously been spoken only within the Mystery temples—the secret that the human being had to undergo the “die and become” in initiation and had to awaken after three days. This explains the statement:

[ 20 ] Petrus war bestürzt, nahm den Christus beiseite und bedeutete ihm, daß so etwas nicht frei und offen gesagt werden dürfe. Da wandte sich der Christus Jesus um und sagte: Sagst du so etwas, Petrus, dann gibt dir das der Satan ein; denn wie du diese Wahrheit sprichst, liegt sie hinter unserer Zeit, gehört der Vergangenheit an; da mußte sie in die Tempel eingeschlossen werden. In der Zukunft wird sie in dem Hinblick auf das Urmysterium von Golgatha nach und nach Eigentum der ganzen Menschheit werden können. So ist es bestimmt in der göttlichen Führung der Weltentwickelung. Und wer anderes sagt, der spricht nicht aus der göttlichen Weisheit heraus, sondern wandelt die göttliche Weisheit in die zeitliche Gestalt um, die sie beim Menschen in der Vergangenheit hatte.

[ 20 ] Peter was dismayed; he took Christ aside and told him that such things should not be spoken freely and openly. Then Christ Jesus turned and said: “When you say such things, Peter, it is Satan who puts them into your mind; for as you speak this truth, it lies beyond our time, belongs to the past; there it had to be confined within the temples. In the future, in light of the primordial mystery of Golgotha, it will gradually be able to become the property of all humanity. Thus is it ordained in the divine guidance of world development. And whoever says otherwise does not speak from divine wisdom, but transforms divine wisdom into the temporal form it had among humans in the past.

[ 21 ] So ungefähr müssen wir diese Stelle verstehen, die uns insbesondere in ihrer ganzen lapidaren Größe im Markus-Evangelium entgegentritt. Wir müssen uns klarmachen, daß der Christus-Impuls gerade im Sinne des Markus-Evangeliums darin besteht, daß wir den Christus aufnehmen in unser Ich und das Wort des Paulus: Nicht ich, sondern der Christus in mir! — immer mehr und mehr verwirklichen; und zwar nicht allein den abstrakten Christus, sondern den Christus, der den Heiligen Geist gesandt hat, den konkreten Geist, der in gesetzmäßiger Weise, wie es heute geschildert worden ist, inspirierend mit seinem inneren Kalender in der Menschenseele wirkt.

[ 21 ] This is roughly how we must understand this passage, which confronts us with particular force in all its succinct grandeur in the Gospel of Mark. We must realize that the Christ impulse, precisely in the sense of the Gospel of Mark, consists in our taking Christ into our inner self and in Paul’s words: “Not I, but Christ in me!” — and to realize this more and more; and not merely the abstract Christ, but the Christ who sent the Holy Spirit, the concrete Spirit who, as described today, works inspiringly within the human soul through his inner calendar in accordance with the laws of nature.

[ 22 ] In der vorchristlichen Zeit kamen die Menschen zu dieser Wahrheit nur dadurch, daß sie sich in den Mysterien einweihen ließen und dreieinhalb Tage in einem todähnlichen Zustand waren, nachdem sie durchgemacht hatten die tragischen Leiden des Menschen, wie er auf dem physischen Plan ist, wenn er sich hinaufentwickeln soll zu geistigen Höhen; so daß sie kennengelernt hatten, daß dieser Mensch verworfen werden, getötet werden muß, und daß ein höherer Mensch in ihm auferstehen muß — das heißt, daß sie das «Stirb und Werde» durchgemacht hatten. Was aber vorher nur in den Mysterien erfahren werden konnte, das wurde ein geschichtliches Ereignis - ich verweise hier auf mein Buch «Das Christentum als mystische Tatsache» - durch das Mysterium von Golgatha, und die Menschen wurden dadurch alle in die Möglichkeit versetzt, Schüler dieser großen Weisheit zu sein, indem sie sich verbunden fühlten mit dem Mysterium von Golgatha. Was früher nur erlebt wurde in den Mysterienstätten, das kann jetzt erlebt werden im Hinblick auf die Stätte von Golgatha. So bedeutet das Verständnis des Christus-Impulses eben das bedeutsamste Verständnis, das sich der Mensch für seine Erdenwesenheit erwerben kann, für das, was nach dem Christus-Impuls immer mehr und mehr im menschlichen Ich erwachen soll.

[ 22 ] In pre-Christian times, people arrived at this truth only by undergoing initiation into the mysteries and spending three and a half days in a death-like state, after having endured the tragic sufferings of the human being as he exists on the physical plane when he is to evolve to spiritual heights; so that they had come to know that this human being must be cast aside, must be killed, and that a higher human being must rise within him—that is, that they had undergone the “die and become.” But what previously could only be experienced in the Mysteries became a historical event—I refer here to my book *Christianity as a Mystical Fact*—through the Mystery of Golgotha, and through this, all people were given the opportunity to be disciples of this great wisdom by feeling connected to the Mystery of Golgotha. What was once experienced only in the mystery temples can now be experienced in relation to the site of Golgotha. Thus, understanding the Christ impulse is precisely the most significant understanding that a human being can acquire for their earthly existence, for that which, following the Christ impulse, is to awaken more and more within the human ego.

[ 23 ] Wir können uns nun selber in einer gewissen Weise durch die Evangelien inspirieren lassen. So war für die Zeit, in welche das Christus-Ereignis selber hineinfiel, das Matthäus-Evangelium ein gutes Inspirationsbuch. Für unsere Zeit gilt dies insbesondere von dem Markus-Evangelium. Wir wissen ja, wie unser Zeitalter dasjenige ist, welches die Bewußtseinsseele vorzugsweise herausarbeiten soll, die sich abtrennt in ihrer Isolation von ihrem Milieu. Wir wissen, daß wir jetzt berufen sind, nicht so sehr die Abstammung von einem einzelnen Volkstum ins Auge zu fassen, sondern dasjenige, was in uns leben soll nach dem Paulinischen Ausspruch: Nicht ich, sondern der Christus in mir! — So ist unser fünfter nachatlantischer Zeitraum derjenige, welcher insbesondere inspiriert sein wird durch das Markus-Evangelium. Dagegen wird die sechste nachatlantische Kulturperiode die Aufgabe haben, den ganzen Menschen nach und nach auszufüllen mit der Christus-Wesenheit. Während im fünften Kulturzeitraum die Christus-Wesenheit Gegenstand des Studiums, der Vertiefung, der inneren Versenkung sein wird, werden in der sechsten Kulturepoche die Menschen in ihre ganze Wesenheit die ChristusWesenheit aufnehmen. Dazu werden sie das besondere Gut nehmen, was wir als die innere Wesenheit des Lukas-Evangeliums kennengelernt haben, das uns gezeigt hat den ganzen Ursprung des Jesus von Nazareth - sowohl desjenigen Jesus, den das Matthäus-Evangelium schildert und der zurückführt auf Zarathustra, wie auch des Jesus des Lukas-Evangeliums, der zurückführt auf Buddha und den Buddhismus. Denn so haben wir ja das Lukas-Evangelium betrachtet, daß uns der Jesus von Nazareth klar wurde seiner ganzen langen Entwickelung nach, so daß wir in der Tat zurückgehen konnten bis zum göttlich-geistigen Ursprung des Menschen. Und als göttlich-geistiges Wesen wird sich der Mensch immer mehr und mehr fühlen können und sich als solches durchdringen müssen mit dem Christus-Impuls. Das kann ihm als ein Ideal zwar voranleuchten, konkret aber wird es erst, wenn er sich an dem Lukas-Evangelium real herauferhebt bis zur Erfassung des physisch-sinnlichen Menschen mit seinem göttlichen Ursprung als einem Geistwesen.

[ 23 ] We can now, in a certain sense, draw inspiration from the Gospels ourselves. For the time in which the Christ event itself took place, the Gospel of Matthew was a good source of inspiration. For our time, this applies in particular to the Gospel of Mark. We know, after all, that our age is one in which the conscious soul—which separates itself in isolation from its milieu—is to be developed above all. We know that we are now called not so much to focus on descent from a single people, but on that which is to live within us according to the Pauline saying: Not I, but Christ in me! — Thus, our fifth post-Atlantean epoch is the one that will be particularly inspired by the Gospel of Mark. In contrast, the sixth post-Atlantean cultural epoch will have the task of gradually filling the whole human being with the Christ-essence. While in the fifth cultural epoch the Christ-essence will be the object of study, deepening, and inner contemplation, in the sixth cultural epoch human beings will take up the Christ-essence into their entire being. To this end, they will draw upon the special treasure we have come to know as the inner essence of the Gospel of Luke, which has shown us the entire origin of Jesus of Nazareth—both the Jesus described in the Gospel of Matthew, who traces back to Zarathustra, and the Jesus of the Gospel of Luke, who traces back to Buddha and Buddhism. For this is how we have viewed the Gospel of Luke: so that the Jesus of Nazareth became clear to us in terms of his entire long development, enabling us to trace back to the divine-spiritual origin of the human being. And as a divine-spiritual being, humanity will be able to feel itself more and more as such and must permeate itself with the Christ impulse. This may indeed shine before them as an ideal, but it only becomes concrete when they truly rise up through the Gospel of Luke to the point of comprehending the physical-sensory human being with its divine origin as a spiritual being.

[ 24 ] Und für den siebenten nachatlantischen Kulturzeitraum bis zur nächsten großen Katastrophe hin wird das Johannes-Evangelium ein Inspirationsbuch sein, während es heute für das geistige Leben des Menschen eine Richtschnur sein kann. Da werden allerdings die Menschen noch manches nötig haben, was sie während des sechsten Zeitraumes als geistige Wesen gut begreifen lernen müssen. Vieles aber werden die Menschen verlernen müssen von dem, was sie heute glauben, werden es gründlich verlernen müssen. Das wird zwar nicht schwer sein, denn die wissenschaftlichen Tatsachen werden es beweisen, daß manches wird überwunden werden müssen.

[ 24 ] And for the seventh post-Atlantean cultural epoch, leading up to the next great catastrophe, the Gospel of John will serve as a book of inspiration, whereas today it can serve as a guide for human spiritual life. However, people will still need to learn many things that they must come to understand well as spiritual beings during the sixth period. But people will have to unlearn much of what they believe today; they will have to unlearn it thoroughly. That will not be difficult, however, for scientific facts will prove that many things will have to be overcome.

[ 25 ] So wird heute noch manches so angesehen werden, daß diejenigen «von Sinnen» sind, welche aufmerksam machen auf die selbstverständliche Weisheit, daß die heute gebräuchliche Einteilung der Nerven in motorische und sensorische ein Unding ist. Nerven, die motorische sein sollen, gibt es nicht. Es gibt nur Empfindungsnerven. Die motorischen Nerven sind auch Empfindungsnerven; nur sind sie dazu da, die entsprechenden Bewegungen in den Muskeln selbst zur Empfindung zu bringen. Es wird gar nicht viel Zeit dazu gehören, so werden die Menschen es einsehen, daß der Muskel allerdings nicht in Bewegung gebracht wird durch Nerven, sondern daß er in Bewegung kommt durch unsern astralischen Leib, und zwar durch das in unserem Astralleibe, was in diesem zunächst nicht unmittelbar so wahrgenommen wird, wie es ist. Denn das ist ein Gesetz, daß das, was wirken soll, nicht unmittelbar wahrgenommen wird. Was den Muskel in Bewegung bringt, was irgendeine Bewegung des Muskels hervorruft, das hängt zusammen mit dem Astralleib, und zwar so, daß im Astralleib selber zur Bewegung des Muskels eine Art Tonentwickelung, eine Art Schallentwickelung stattfindet. Etwas wie eine Art Musikalisches durchdringt unsern Astralleib, und der Ausdruck dieser Tonentwikkelung ist die Muskelbewegung. Es ist wirklich so, wie wenn wir bei den bekannten Chladnischen Klangfiguren leicht beweglichen Staub auf eine Metallplatte bringen und diese dann mit einem Violinbogen streichen: da bekommen wir eine Figur. Von lauter solchen Figuren — die aber Tonfiguren sind - ist auch unser Astralleib durchzogen, die zusammen bewirken, daß unser Astralleib eine bestimmte Lage annimmt. Das ist eingeprägt in dem Astralleib. Ganz trivial können sich die Menschen davon überzeugen, wenn sie den Bizeps, den Oberarmmuskel, recht anspannen und ihn dann ans Ohr bringen: wenn sie sich einige Übung dafür aneignen, nur den Muskel recht anspannen und den Daumen anlegen, dann können sie den Ton hören. Es soll das kein Beweis sein, sondern nur etwas, wodurch man trivial illustrieren kann, was damit gemeint ist. - So sind wir musikalisch durchdrungen und leben es aus in unsern Muskelbewegungen. Und daß wir etwas von unsern Muskelbewegungen kennen, dazu haben wir die motorischen Nerven, wie man sie unrichtig nennt. Es spricht heute, wie die Dinge in der Physiologie gruppiert werden, noch vieles dagegen, aber nur scheinbar.

[ 25 ] Even today, many people still view those who point out the self-evident truth—that the current classification of nerves into motor and sensory nerves is an absurdity—as “out of their minds.” There are no such things as “motor” nerves. There are only sensory nerves. Motor nerves are also sensory nerves; they merely serve to bring about the corresponding sensations of movement in the muscles themselves. It will not take long at all before people come to realize that the muscle is indeed not set in motion by nerves, but that it comes into motion through our astral body, and specifically through that part of our astral body which is not initially perceived directly as it is. For it is a law that what is meant to have an effect is not perceived directly. What sets the muscle in motion, what causes any movement of the muscle, is connected to the astral body, and specifically in such a way that within the astral body itself, a kind of tonal development, a kind of sound development, takes place in relation to the movement of the muscle. Something like a musical quality permeates our astral body, and the expression of this tonal development is the muscle movement. It is truly as if, in the well-known Chladni figures, we were to place light, movable dust on a metal plate and then stroke it with a violin bow: there we obtain a figure. Our astral body is also permeated by countless such figures—which are, however, sound figures—that together cause our astral body to assume a specific position. This is imprinted in the astral body. People can easily convince themselves of this by tensing their biceps, the upper arm muscle, and then bringing it close to their ear: if they practice this a bit—simply tensing the muscle and placing their thumb against it—they can hear the tone. This is not meant to be proof, but merely a simple illustration of what is meant here. - Thus we are permeated by music and express it through our muscle movements. And to be aware of our muscle movements, we have what are incorrectly called the motor nerves. The way things are grouped in physiology today still suggests otherwise, but only superficially.

[ 26 ] Dies ist jedoch nur eine Art von solchen Wahrheiten, die immer mehr und mehr die Menschen davon überzeugen werden, daß der Mensch wirklich ein geistiges Wesen ist, wirklich eingesponnen ist in die Weltensphärenharmonien, bis in seine Muskeln hinein. Und gerade die Geisteswissenschaft, die berufen ist, den sechsten Zeitraum in bezug auf die geistige Erfassung der Welt vorzubereiten, wird es mit allem einzelnen in bezug auf solche Wahrheiten vom Menschen als von einem Geistwesen zu tun haben. Gerade wie der Ton in einer gewissen Beziehung in eine höhere Sphäre heraufkommt, wenn er aus dem musikalischen Ton zum menschlichen gesprochenen Wort wird, so ist es auch im Weltenzusammenhange: die Sphärenharmonie wird etwas Höheres, wenn sie zum Weltenwort, zum -Logos wird. Das wird sie, wenn alles, was als Sphärenharmonie wirkt, Wort, Logos wird. Nun haben wir in der physischen Organisation des Menschen als das nächst Höhere — physiologisch — das Blut. Gerade so nun, wie der Muskel eingespannt ist in die Sphärenharmonien, so ist das Blut eingespannt in den Logos und kann immer mehr und mehr Ausdruck des Logos werden, wie es dies unbewußt seit der Menschwerdung ist. Das heißt, es besteht auf dem physischen Plan die Tendenz, daß in seinem Blut, das der Ausdruck des Ich ist, vom Menschen bewußt der Ausdruck des Logos empfunden wird. Und wenn die Menschen im sechsten Kulturabschnitt sich als Geistwesen kennengelernt haben, werden sie nicht mehr an der Phantasterei festhalten, daß die Muskeln durch die motorischen Nerven in Bewegung kommen, sondern sie werden erkennen, daß die Muskeln aus der persönlich gewordenen Sphärenharmonie heraus bewegt werden. Und im siebenten Kulturzeitraum werden dann die Menschen bis in das Blut hinein sich durchsetzt fühlen können vom Logos und werden dann erst fühlen können, was eigentlich im Johannes-Evangelium ausgedrückt ist. Denn erst im siebenten Kulturzeitraum wird das Johannes-Evangelium erkannt werden können in seiner Wissenschaftlichkeit. Und dann wird man nach und nach fühlen, wenn man die Wissenschaftlichkeit des Johannes-Evangeliums erkannt haben wird, daß in jedem Buche über Physiologie die ersten Worte des Johannes-Evangeliums stehen müßten, daß alles in der Wissenschaft hintendieren müßte auf diese Worte. Am besten ist es, wenn man sagt: Man kann heute schon vieles davon begreifen, aber noch lange nicht alles. Man kann es als ein Ideal sich vorhalten.

[ 26 ] This, however, is only one type of such truths that will increasingly convince people that human beings are truly spiritual beings, truly woven into the harmonies of the world spheres, right down to their muscles. And it is precisely spiritual science, which is called upon to prepare the sixth epoch with regard to the spiritual apprehension of the world, that will have to deal with every detail concerning such truths about human beings as spiritual beings. Just as sound, in a certain sense, ascends to a higher sphere when it transforms from a musical tone into the human spoken word, so it is also in the context of the world: the harmony of the spheres becomes something higher when it becomes the world-word, the Logos. It becomes this when everything that acts as the harmony of the spheres becomes word, becomes Logos. Now, in the physical organization of the human being, the next higher level—physiologically speaking—is the blood. Just as the muscle is integrated into the harmonies of the spheres, so is the blood integrated into the Logos and can increasingly become an expression of the Logos, as it has been unconsciously since the Incarnation. That is to say, there is a tendency on the physical plane for the human being to consciously perceive the expression of the Logos in his blood, which is the expression of the I. And when human beings in the sixth cultural epoch have come to know themselves as spiritual beings, they will no longer cling to the fantasy that the muscles are set in motion by the motor nerves, but they will recognize that the muscles are moved out of the sphere harmony that has become personal. And in the seventh cultural epoch, people will then be able to feel the Logos permeating them right down into their blood, and only then will they be able to feel what is actually expressed in the Gospel of John. For it is only in the seventh cultural epoch that the Gospel of John will be able to be recognized in its scientific nature. And then, once the scientific nature of the Gospel of John has been recognized, people will gradually come to feel that the first words of the Gospel of John ought to appear in every book on physiology, that everything in science ought to tend toward these words. It is best to say: One can already understand much of it today, but by no means everything. One can hold it up as an ideal.

[ 27 ] Aus allem, was ich heute gesprochen habe, ersehen wir, daß man für die vierte nachatlantische Kulturepoche als besonders inspirierend das Matthäus-Evangelium anzusehen hatte, daß wir aber insbesondere für unsere Zeit als inspirierend das Markus-Evangelium anzusehen haben, daß für den nächsten, den sechsten Kulturzeitraum das LukasEvangelium wichtig wird, und daß wir uns darauf vorzubereiten haben, weil alles, was in der Zukunft eintreten soll, schon in der Vergangenheit seine Keime haben muß. Und alles, was im Laufe der Menschheitsentwickelung kommen muß, wird durch das JohannesEvangelium, indem wir dasselbe begreifen, voll sein Ausleben finden gegen den siebenten Zeitraum, gegen das Hereinbrechen der neuen Katastrophe hin. Deshalb wird es ganz besonders wichtig sein, daß wir das Markus-Evangelium auffassen als ein Buch, das uns Anleitung geben kann für manches, was wir zu üben, und für manches, vor dem wir uns zu hüten haben. Gerade die Sätze des Markus-Evangeliums in ihrer Kürze und in ihrem lapidaren Stil geben uns die Bedeutung des Christus-Impulses für das menschliche Ich und das Einleben dieses Impulses in das menschliche Ich.

[ 27 ] From everything I have spoken about today, we can see that the Gospel of Matthew was to be regarded as particularly inspiring for the fourth post-Atlantean cultural epoch, but that we must regard the Gospel of Mark as inspiring especially for our own time, that the Gospel of Luke will become important for the next, the sixth, cultural epoch, and that we must prepare ourselves for this, because everything that is to come in the future must already have its seeds in the past. And everything that must come in the course of human development will, through our understanding of the Gospel of John, find its full expression toward the seventh epoch, toward the onset of the new catastrophe. That is why it will be particularly important that we regard the Gospel of Mark as a book that can guide us in many things we must practice and in many things we must guard against. It is precisely the sentences of the Gospel of Mark, in their brevity and their concise style, that convey to us the significance of the Christ impulse for the human ego and the way this impulse takes root in the human ego.

[ 28 ] Wichtig ist es, daß wir einsehen, daß es unsere Aufgabe ist, den Christus im Geiste zu begreifen, daß wir begreifen müssen, wie sich für die verschiedenen Zeitpunkte in die Zukunft hinein der Christus offenbaren wird. Für unsere Zeit wurde versucht, diese Aufgabe anzugeben in den Stellen des Rosenkreuzermysteriums «Die Pforte der Einweihung» in den Worten, die der Seherin Theodora in den Mund gelegt werden. Hier haben wir etwas wie ein Wiederkehren des Ereignisses, das Paulus vor Damaskus erlebte. Und es wäre nur ein Ausdruck des Materialismus unserer Zeit, wenn man glauben wollte, daß sich der Christus-Impuls noch einmal materiell ausleben sollte in einem physischen Menschenleib. Daß wir uns davor zu hüten haben, das können wir aus dem Markus-Evangelium lernen, das wieder für unsern Zeitraum eine ganz besondere Mahnung darstellt. Und wenn auch manches, was im Markus-Evangelium enthalten ist, schon gegolten hat für die Vergangenheit, so gelten seine Sätze doch namentlich in dem angedeuteten hohen moralischen Sinne für unsere nächste Zukunft. Da werden wir auf dem geistigen Gebiete die Notwendigkeit sehen des spirituellen Einflusses, der von der Geisteswissenschaft ausgehen muß.

[ 28 ] It is important that we realize that it is our task to comprehend Christ in the spirit, that we must understand how Christ will reveal himself at various points in the future. For our time, an attempt has been made to articulate this task in the passages of the Rosicrucian Mystery “The Gate of Initiation” in the words attributed to the seer Theodora. Here we have something like a recurrence of the event that Paul experienced before Damascus. And it would be nothing but an expression of the materialism of our time to believe that the Christ impulse is to be lived out once more in a physical human body. That we must guard against this, we can learn from the Gospel of Mark, which again represents a very special warning for our era. And even if some of what is contained in the Gospel of Mark already applied to the past, its statements nevertheless apply—particularly in the high moral sense indicated—to our immediate future. There we shall see, in the spiritual realm, the necessity of the spiritual influence that must emanate from spiritual science.

[ 29 ] Wenn wir die folgenden Worte im richtigen Sinne geistig erfassen, werden wir sie gerade auf unser Zeitalter und seine nächste Zukunft beziehen können: «Denn diese Tage werden eine Drangsal bringen, wie sie nie gewesen ist bisher, vom Anfange der Kreatur, die Gott geschaffen, und wie sie auch nie wieder sein wird.» Auf das Verständnis des Menschen müssen wir diese Worte anwenden: alle Drangsal steht in Aussicht für die Zukunft, welche das Wahre in seiner spirituellen Wahrheit zum Ausdruck bringen wird. «Und wenn der Herr diese Tage nicht verkürzt, wird nichts gerettet werden für das, was geistige Nahrung sein wird; aber um der Auserwählten willen hat er die Tage dieser Auserwählten kürzer gemacht.» Und hierauf heißt es dann: «Wenn jemand zu der Zeit wird zu euch sagen: Siehe, hier ist der Christus! siehe, da ist er! so glaubet es nicht.» Damit weist das Markus-Evangelium hin auf eine eventuelle matenialistische Auffassung des Christus. «Denn es werden sich erheben falsche Christi und falsche Propheten, die Zeichen und Wunder tun, daß sie auch die Auserwählten verführen, wenn es möglich wäre. Ihr aber sehet euch vor! Seht, ich habe euch alles vorausgesagt!»

[ 29 ] If we grasp the following words spiritually in their true sense, we will be able to apply them directly to our own age and its immediate future: “For those days will be a time of distress such as has not been since the beginning of the creation that God created, nor ever will be.” We must apply these words to human understanding: all tribulation lies ahead in the future, which will express the True One in His spiritual truth. “And if the Lord had not shortened those days, nothing would be saved that is to be spiritual nourishment; but for the sake of the elect, He has shortened the days of these elect.” And then it says: “If anyone says to you at that time, ‘Look, here is the Christ!’ or ‘Look, there he is!’ do not believe it.” Thus, the Gospel of Mark points to a possible materialistic conception of the Christ. “For false Christs and false prophets will arise and perform signs and wonders, so as to lead astray, if possible, even the elect. But be on your guard! See, I have foretold everything to you!”

[ 30 ] So stark wird der Anprall des Materialismus sein, daß es nötig sein wird für die Menschenseelen, die Festigkeit zu gewinnen, die wirklich das Wort wird aushalten können: Es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten! - Aber wenn man dann sagen wird: Hier ist der Christus! — dann wird der, welcher sich unter den richtigen Einfluß der Geisteswissenschaft gestellt hat, auch die Mahnung befolgen können: Wenn man zu euch sprechen wird: Seht, hier ist der Christus! - so glaubet es nicht!

[ 30 ] The onslaught of materialism will be so powerful that it will be necessary for human souls to gain the strength that can truly withstand the word: False Christs and false prophets will appear! - But when people then say, “Here is the Christ!”—then those who have placed themselves under the right influence of spiritual science will also be able to heed the warning: “When they say to you, ‘Look, here is the Christ!’—do not believe it!”