Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Excursions into the Subject of
the Gospel of Mark
GA 124

7 March 1911, Berlin

Translate the original German text into any language:

Achter Vortrag

Achter Vortrag

[ 1 ] Wenn man sich an der Hand der Geisteswissenschaft auf die Betrachtung der Evangelien einläßt, dann macht man die Erfahrung, daß geradezu gewaltigste Erlebnisse uns aus diesen Evangelien entgegenklingen. Und man darf sagen, daß vielleicht die Menschen überhaupt erst eine Vorstellung bekommen werden von dem, was alles aus dem geistigen Erleben ihrer Verfasser, ihrer Schreiber, in diese Evangelien eingeflossen ist, wenn einmal Geisteswissenschaft etwas Populäreres geworden sein wird, als sie heute ist. Insbesondere werden dann auch allerlei Dinge an den Evangelien erkannt werden, welche nicht direkt in diesen Urkunden drinnen stehen, sondern welche einem nur auffallen können, wenn man diese vier Evangelien nebeneinander stellt und sie nebeneinander betrachtet. Da kann ja allerlei auffallen.

[ 1 ] Wenn man sich an der Hand der Geisteswissenschaft auf die Betrachtung der Evangelien einläßt, dann macht man die Erfahrung, daß geradezu gewaltigste Erlebnisse uns aus diesen Evangelien entgegenklingen. Und man darf sagen, daß vielleicht die Menschen überhaupt erst eine Vorstellung bekommen werden von dem, was alles aus dem geistigen Erleben ihrer Verfasser, ihrer Schreiber, in diese Evangelien eingeflossen ist, wenn einmal Geisteswissenschaft etwas Populäreres geworden sein wird, als sie heute ist. Insbesondere werden dann auch allerlei Dinge an den Evangelien erkannt werden, welche nicht direkt in diesen Urkunden drinnen stehen, sondern welche einem nur auffallen können, wenn man diese vier Evangelien nebeneinander stellt und sie nebeneinander betrachtet. Da kann ja allerlei auffallen.

[ 2 ] Ich will zunächst einmal darauf aufmerksam machen, daß wir im Matthäus-Evangelium der eigentlichen Darstellung des Christus-Impulses eine Kindheitsgeschichte vorangeschickt sehen, die mit der Schilderung des althebräischen Volkes beginnt, beziehungsweise mit dem Stammvater desselben, so daß also zur Darstellung des ChristusImpulses im Matthäus-Evangelium nur bis zum Beginn des althebräischen Volkes zurückgegangen wird. Wir lernen also gewissermaßen aus diesem Evangelium den Träger der Christus-Wesenheit kennen als herausgewachsen aus dem althebräischen Volke. Wenn wir dann hinübergehen zur Betrachtung des Markus-Evangeliums, dann tritt uns der Christus-Impuls selber unmittelbar entgegen. Alles von der Kindheitsgeschichte wird zunächst unberücksichtigt gelassen. Nachdem wir darauf aufmerksam gemacht worden sind, daß durch Johannes den Täufer der große Vorherverkündiger des Christus-Impulses spricht, beginnt das Markus-Evangelium sogleich mit der Schilderung der Johannes-Taufe im Jordan. Dann wieder lernen wir durch das Lukas-Evangelium neuerdings eine Art von Kindheitsgeschichte kennen, aber jetzt eine solche, die viel weiter zurückgeht in bezug auf die Herleitung des Menschen Jesus von Nazareth, die sozusagen bis zum Beginn der Menschheit auf der Erde zurückgeht. Indem die Abstammung des Jesus von Nazareth bis zu Adam zurückgeführt wird und dann gesagt wird, «der war Gottes», gibt uns diese Kindheitsgeschichte deutlich zu erkennen, daß das Menschliche in dem Jesus von Nazareth zurückgeführt werden soll bis zu dem Zeitpunkt, wo der Mensch sich erst hervorgebildet hat seinem Ursprunge nach aus göttlich-geistigen Wesenheiten. Also bis zu jenem Zeitpunkt werden wir im LukasEvangelium zurückgeführt, der den Menschen nicht mehr als ein im Fleische verkörpertes Erdenwesen antrifft, sondern ihn antrifft als ein geistiges Wesen, welches gleichsam eben hervorgeht aus dem Schoße göttlicher Geistigkeit. Dann werden wir im Johannes-Evangelium so vor die große Tatsache gestellt, daß wir wieder ohne alle Kindheitsgeschichte, ohne alle Besprechung der Schicksale des Jesus von Nazareth sogleich - und nun in einem ganz besonders tiefen Sinne - zu dem Wesen des Christus hingeführt werden.

[ 2 ] Ich will zunächst einmal darauf aufmerksam machen, daß wir im Matthäus-Evangelium der eigentlichen Darstellung des Christus-Impulses eine Kindheitsgeschichte vorangeschickt sehen, die mit der Schilderung des althebräischen Volkes beginnt, beziehungsweise mit dem Stammvater desselben, so daß also zur Darstellung des ChristusImpulses im Matthäus-Evangelium nur bis zum Beginn des althebräischen Volkes zurückgegangen wird. Wir lernen also gewissermaßen aus diesem Evangelium den Träger der Christus-Wesenheit kennen als herausgewachsen aus dem althebräischen Volke. Wenn wir dann hinübergehen zur Betrachtung des Markus-Evangeliums, dann tritt uns der Christus-Impuls selber unmittelbar entgegen. Alles von der Kindheitsgeschichte wird zunächst unberücksichtigt gelassen. Nachdem wir darauf aufmerksam gemacht worden sind, daß durch Johannes den Täufer der große Vorherverkündiger des Christus-Impulses spricht, beginnt das Markus-Evangelium sogleich mit der Schilderung der Johannes-Taufe im Jordan. Dann wieder lernen wir durch das Lukas-Evangelium neuerdings eine Art von Kindheitsgeschichte kennen, aber jetzt eine solche, die viel weiter zurückgeht in bezug auf die Herleitung des Menschen Jesus von Nazareth, die sozusagen bis zum Beginn der Menschheit auf der Erde zurückgeht. Indem die Abstammung des Jesus von Nazareth bis zu Adam zurückgeführt wird und dann gesagt wird, «der war Gottes», gibt uns diese Kindheitsgeschichte deutlich zu erkennen, daß das Menschliche in dem Jesus von Nazareth zurückgeführt werden soll bis zu dem Zeitpunkt, wo der Mensch sich erst hervorgebildet hat seinem Ursprunge nach aus göttlich-geistigen Wesenheiten. Also bis zu jenem Zeitpunkt werden wir im LukasEvangelium zurückgeführt, der den Menschen nicht mehr als ein im Fleische verkörpertes Erdenwesen antrifft, sondern ihn antrifft als ein geistiges Wesen, welches gleichsam eben hervorgeht aus dem Schoße göttlicher Geistigkeit. Dann werden wir im Johannes-Evangelium so vor die große Tatsache gestellt, daß wir wieder ohne alle Kindheitsgeschichte, ohne alle Besprechung der Schicksale des Jesus von Nazareth sogleich - und nun in einem ganz besonders tiefen Sinne - zu dem Wesen des Christus hingeführt werden.

[ 3 ] Wir selber haben nun im Laufe der geisteswissenschaftlichen Entwickelung, die wir in den letzten Jahren zu absolvieren hatten, einen gewissen Gang bei der Betrachtung der Evangelien eingeschlagen, indem wir zuerst an dasjenige Evangelium herangetreten sind, welches uns die höchsten Ausblicke in die abstrakte Geistigkeit des Christus geben konnte, an das Johannes-Evangelium. Wir haben dann das Lukas-Evangelium betrachtet, um zu zeigen, wie dieses höchste Geistige, im Menschen sich auslebend, dargestellt wird, wenn dieser Mensch zurückverfolgt wird bis zu dem Zeitpunkt, wo er selbst hervorgegangen ist als irdischer Mensch aus der Göttlichkeit. Und wir haben dann das Matthäus-Evangelium betrachtet, um den ChristusImpuls als hervorgehend aus dem althebräischen Volke zu verstehen. Das Markus-Evangelium haben wir uns gewissermaßen bis zuletzt aufgespart. Warum wir das getan haben, werden wir nur recht verstehen, wenn wir manches von dem, was wir aus der allgemeinen Geisteswissenschaft in den letzten Zeiten berühren konnten, verbinden mit uns seit älteren Zeiten Bekanntem und mit manchem Neuen. Es ist deshalb in dem letzten Vortrage hier auf mancherlei im Menschenleben in der Zusammensetzung der menschlichen Wesensglieder aufmerksam gemacht worden, und es soll heute noch einmal eine ähnliche Betrachtung angestellt werden zur Einleitung, die uns wieder auf einzelnes in der Entwickelung des Menschen selber hinweisen kann. Denn es wird für die Menschheit immer notwendiger werden, daß die Entwickelungsbedingungen des Menschen erkannt - ja, nicht nur erkannt, sondern eingehalten werden.

[ 3 ] Wir selber haben nun im Laufe der geisteswissenschaftlichen Entwickelung, die wir in den letzten Jahren zu absolvieren hatten, einen gewissen Gang bei der Betrachtung der Evangelien eingeschlagen, indem wir zuerst an dasjenige Evangelium herangetreten sind, welches uns die höchsten Ausblicke in die abstrakte Geistigkeit des Christus geben konnte, an das Johannes-Evangelium. Wir haben dann das Lukas-Evangelium betrachtet, um zu zeigen, wie dieses höchste Geistige, im Menschen sich auslebend, dargestellt wird, wenn dieser Mensch zurückverfolgt wird bis zu dem Zeitpunkt, wo er selbst hervorgegangen ist als irdischer Mensch aus der Göttlichkeit. Und wir haben dann das Matthäus-Evangelium betrachtet, um den ChristusImpuls als hervorgehend aus dem althebräischen Volke zu verstehen. Das Markus-Evangelium haben wir uns gewissermaßen bis zuletzt aufgespart. Warum wir das getan haben, werden wir nur recht verstehen, wenn wir manches von dem, was wir aus der allgemeinen Geisteswissenschaft in den letzten Zeiten berühren konnten, verbinden mit uns seit älteren Zeiten Bekanntem und mit manchem Neuen. Es ist deshalb in dem letzten Vortrage hier auf mancherlei im Menschenleben in der Zusammensetzung der menschlichen Wesensglieder aufmerksam gemacht worden, und es soll heute noch einmal eine ähnliche Betrachtung angestellt werden zur Einleitung, die uns wieder auf einzelnes in der Entwickelung des Menschen selber hinweisen kann. Denn es wird für die Menschheit immer notwendiger werden, daß die Entwickelungsbedingungen des Menschen erkannt - ja, nicht nur erkannt, sondern eingehalten werden.

[ 4 ] Der Mensch wird, je weiter wir der Zukunft entgegenschreiten, immer selbständiger, immer individueller werden wollen. Der Glaube an äußere Autoritäten wird immer mehr und mehr ersetzt werden durch die Autorität der eigenen Seele. Das ist ein notwendiger Gang der Entwickelung. Damit aber dieser Gang von Heil und Segen werden kann, muß der Mensch seine eigene Wesenheit erkennen. Man kann nun nicht sagen, daß wir heute schon als gesamte Menschheit ganz besonders vorgeschritten wären in bezug auf die Schätzung und die Erkenntnis der menschlichen Wesenheit. Denn was geschieht heute unter vielem andern innerhalb unserer Zeitgeschichte? An allerlei Menschheitsprogrammen, an allerlei Menschheitsidealen und an dem, was man so nennt, fehlt es gewiß in unserer Zeit nicht. Man könnte fast sagen: Nicht nur jeder zweite Mensch, sondern jeder Mensch möchte heute auftreten als eine Art kleiner Messias mit einem Spezialideal, möchte aus seinem Kopfe und aus seinem Herzen heraus ein ideelles Bild von dem aufstellen, was der Menschheit zum Heile und zum Segen gereichen soll. - Und an Vereinen und Gesellschaften, die begründet werden, um dieses oder jenes, wovon die Menschen glauben, daß es das Notwendigste sei, in unsere Kultur einzuführen, daran fehlt es insbesondere heute nicht. Programme und ideelle Forderungen haben wir heute in Hülle und Fülle, und auch an Glauben für solche Programme fehlt es nicht. Denn die Kraft der Überzeugung bei denen, die solche Programme in unserer Zeit aufstellen, ist bis zu einem solchen Grade gediehen, daß es nächstens nötig wird, eine Art von Konzil abzuhalten, welches die Unfehlbarkeit eines jeden Menschen beschließen würde. Damit geben wir etwas an von dem, was im tiefsten Sinne charakteristisch ist für unsere Zeit.

[ 4 ] Der Mensch wird, je weiter wir der Zukunft entgegenschreiten, immer selbständiger, immer individueller werden wollen. Der Glaube an äußere Autoritäten wird immer mehr und mehr ersetzt werden durch die Autorität der eigenen Seele. Das ist ein notwendiger Gang der Entwickelung. Damit aber dieser Gang von Heil und Segen werden kann, muß der Mensch seine eigene Wesenheit erkennen. Man kann nun nicht sagen, daß wir heute schon als gesamte Menschheit ganz besonders vorgeschritten wären in bezug auf die Schätzung und die Erkenntnis der menschlichen Wesenheit. Denn was geschieht heute unter vielem andern innerhalb unserer Zeitgeschichte? An allerlei Menschheitsprogrammen, an allerlei Menschheitsidealen und an dem, was man so nennt, fehlt es gewiß in unserer Zeit nicht. Man könnte fast sagen: Nicht nur jeder zweite Mensch, sondern jeder Mensch möchte heute auftreten als eine Art kleiner Messias mit einem Spezialideal, möchte aus seinem Kopfe und aus seinem Herzen heraus ein ideelles Bild von dem aufstellen, was der Menschheit zum Heile und zum Segen gereichen soll. - Und an Vereinen und Gesellschaften, die begründet werden, um dieses oder jenes, wovon die Menschen glauben, daß es das Notwendigste sei, in unsere Kultur einzuführen, daran fehlt es insbesondere heute nicht. Programme und ideelle Forderungen haben wir heute in Hülle und Fülle, und auch an Glauben für solche Programme fehlt es nicht. Denn die Kraft der Überzeugung bei denen, die solche Programme in unserer Zeit aufstellen, ist bis zu einem solchen Grade gediehen, daß es nächstens nötig wird, eine Art von Konzil abzuhalten, welches die Unfehlbarkeit eines jeden Menschen beschließen würde. Damit geben wir etwas an von dem, was im tiefsten Sinne charakteristisch ist für unsere Zeit.

[ 5 ] Durch die Geisteswissenschaft werden wir nicht abgehalten, an unsere Zukunft zu denken. Aber wir werden darauf hingewiesen, daß Grundbedingungen und Gesetze da sind, die nicht ungestraft außer acht gelassen werden dürfen, wenn wir in bezug auf die Impulse etwas erreichen wollen. Denn was glaubt der heutige Mensch? Er geht mit sich zu Rate, es steigt in seiner Seele dieses oder jenes Ideal auf, und er hält sich für fähig, im weitesten Umkreise dieses Ideal in die Wirklichkeit einzuführen. Dabei denkt er nicht daran, daß etwa der Zeitpunkt, um dieses Ideal in die Wirklichkeit einzuführen, noch nicht gekommen sein könnte, und daß das Bild, das er sich von diesem Ideal macht, vielleicht nur eine Karikatur ist, und daß vielleicht erst eine mehr oder weniger ferne Zukunft ein solches Ideal ausreifen lassen könnte. Kurz, das kann der Mensch heute so schwer verstehen, daß in der Entwickelung ein jegliches Ereignis vorbereitet sein muß, daß ein jegliches Ereignis in einen bestimmten, durch die allgemeinen makrokosmischen Weltenverhältnisse bedingten Zeitpunkt hineinfallen muß. Es ist für den heutigen Menschen außerordentlich schwierig, so etwas zu fassen. Es ist das aber doch ein allgemeines Gesetz und gilt für jeden einzelnen Menschen, wie es gilt für das ganze Menschengeschlecht. Für den einzelnen Menschen können wir dieses Gesetz erkennen, wenn wir geistesforscherisch das Leben beobachten. Da können wir uns sozusagen an das Kleinste, Nächstliegendste halten, an irgend etwas, was aus unserer Seele selber entspringen soll.

[ 5 ] Durch die Geisteswissenschaft werden wir nicht abgehalten, an unsere Zukunft zu denken. Aber wir werden darauf hingewiesen, daß Grundbedingungen und Gesetze da sind, die nicht ungestraft außer acht gelassen werden dürfen, wenn wir in bezug auf die Impulse etwas erreichen wollen. Denn was glaubt der heutige Mensch? Er geht mit sich zu Rate, es steigt in seiner Seele dieses oder jenes Ideal auf, und er hält sich für fähig, im weitesten Umkreise dieses Ideal in die Wirklichkeit einzuführen. Dabei denkt er nicht daran, daß etwa der Zeitpunkt, um dieses Ideal in die Wirklichkeit einzuführen, noch nicht gekommen sein könnte, und daß das Bild, das er sich von diesem Ideal macht, vielleicht nur eine Karikatur ist, und daß vielleicht erst eine mehr oder weniger ferne Zukunft ein solches Ideal ausreifen lassen könnte. Kurz, das kann der Mensch heute so schwer verstehen, daß in der Entwickelung ein jegliches Ereignis vorbereitet sein muß, daß ein jegliches Ereignis in einen bestimmten, durch die allgemeinen makrokosmischen Weltenverhältnisse bedingten Zeitpunkt hineinfallen muß. Es ist für den heutigen Menschen außerordentlich schwierig, so etwas zu fassen. Es ist das aber doch ein allgemeines Gesetz und gilt für jeden einzelnen Menschen, wie es gilt für das ganze Menschengeschlecht. Für den einzelnen Menschen können wir dieses Gesetz erkennen, wenn wir geistesforscherisch das Leben beobachten. Da können wir uns sozusagen an das Kleinste, Nächstliegendste halten, an irgend etwas, was aus unserer Seele selber entspringen soll.

[ 6 ] Ich will Ihnen nun nicht allgemeine Ideen vordeklamieren, sondern mich mehr an die Beobachtung halten. Deshalb will ich zunächst einmal annehmen, irgend jemand komme in die Lage, eine Idee mit aller Intensität in seiner Seele zu fassen, so daß er für diese Idee entflammt ist, daß diese Idee in seiner Seele auch eine ganz bestimmte Gestalt annimmt, daß er durchdrungen ist von dem Willen, diese Idee in irgendeiner Weise zu verwirklichen. Also nehmen wir an, diese Idee taucht in seinem Kopfe auf und er ist durchdrungen von dem Empfindungsimpuls seines Herzens. Dann wird der Mensch der heutigen Zeit nicht recht warten können; er wird natürlich frisch darauf losgehen, diese Idee zu verwirklichen.

[ 6 ] Ich will Ihnen nun nicht allgemeine Ideen vordeklamieren, sondern mich mehr an die Beobachtung halten. Deshalb will ich zunächst einmal annehmen, irgend jemand komme in die Lage, eine Idee mit aller Intensität in seiner Seele zu fassen, so daß er für diese Idee entflammt ist, daß diese Idee in seiner Seele auch eine ganz bestimmte Gestalt annimmt, daß er durchdrungen ist von dem Willen, diese Idee in irgendeiner Weise zu verwirklichen. Also nehmen wir an, diese Idee taucht in seinem Kopfe auf und er ist durchdrungen von dem Empfindungsimpuls seines Herzens. Dann wird der Mensch der heutigen Zeit nicht recht warten können; er wird natürlich frisch darauf losgehen, diese Idee zu verwirklichen.

[ 7 ] Nehmen wir an, diese Idee sei zunächst eine kleine Idee, die nur irgendwelche Mitteilungen über wissenschaftliche oder künstlerische Fakta betreffe. Wird der Okkultist, der die Gesetze kennt, auch eine solche wildfremde Idee der Welt gleich entgegenbringen? -— Nehmen wir an, daß es sich um eine kleine Idee handelt. Da weiß der Okkultist, daß die erste Art, wie diese Idee auftritt, zunächst ein Leben dieser Idee im menschlichen Astralleib ist. Das könnte man äußerlich schon daran beobachten, daß der Enthusiasmus in unserer Seele vorhanden ist. Der ist zunächst eine Kraft in unserem Astralleib. Es wird nun in der Regel von Unheil sein, wenn der Mensch die Idee in diesem Stadium nicht in sich ruhen läßt, sondern sie gleich vor seine Mitmenschen oder vor die Welt trägt, denn zunächst muß diese Idee einen ganz bestimmten Weg durchmachen. Sie muß nämlich den Astralleib immer tiefer und tiefer ergreifen und sich dann wie ein Siegelabdruck einprägen in den Ätherleib. Wenn diese Idee nun eine kleine Idee ist, so kann das ein Prozeß sein, der zum Beispiel in sieben Tagen verläuft. Aber diese Zeit ist notwendig. Und wenn der Mensch stürmisch darauf loswettert mit seiner Idee, so hat er immer die Tendenz, ein Wichtiges zu übersehen, nämlich, daß nach sieben Tagen ein ganz bestimmtes Erlebnis auftritt, das subtiler Art ist. Merkt man auf solche Dinge, so kann man dieses Erlebnis haben; wütet man darauf los mit seiner Idee und sagt: Herein damit in die Welt! - so ist die Folge die, daß die Seele gar nicht geneigt ist, auf das hinzuhorchen, was am siebenten Tage stattfindet. Am siebenten Tage findet nämlich bei einer kleinen Idee immer statt, daß man eigentlich nicht recht etwas damit anzufangen weiß, daß sie einem wieder in der Seele entschwindet. Man ist beunruhigt, innerlich vielleicht sogar gequält, mit allerlei Zweifeln durchsetzt, während man aber doch die Idee, trotzdem sie zu etwas Quälerischem geworden ist, liebgewonnen hat. Der Enthusiasmus hat sich verwandelt in ein intimes Gefühl der Liebe. So ist diese Idee jetzt im Ätherleib drinnen.

[ 7 ] Nehmen wir an, diese Idee sei zunächst eine kleine Idee, die nur irgendwelche Mitteilungen über wissenschaftliche oder künstlerische Fakta betreffe. Wird der Okkultist, der die Gesetze kennt, auch eine solche wildfremde Idee der Welt gleich entgegenbringen? -— Nehmen wir an, daß es sich um eine kleine Idee handelt. Da weiß der Okkultist, daß die erste Art, wie diese Idee auftritt, zunächst ein Leben dieser Idee im menschlichen Astralleib ist. Das könnte man äußerlich schon daran beobachten, daß der Enthusiasmus in unserer Seele vorhanden ist. Der ist zunächst eine Kraft in unserem Astralleib. Es wird nun in der Regel von Unheil sein, wenn der Mensch die Idee in diesem Stadium nicht in sich ruhen läßt, sondern sie gleich vor seine Mitmenschen oder vor die Welt trägt, denn zunächst muß diese Idee einen ganz bestimmten Weg durchmachen. Sie muß nämlich den Astralleib immer tiefer und tiefer ergreifen und sich dann wie ein Siegelabdruck einprägen in den Ätherleib. Wenn diese Idee nun eine kleine Idee ist, so kann das ein Prozeß sein, der zum Beispiel in sieben Tagen verläuft. Aber diese Zeit ist notwendig. Und wenn der Mensch stürmisch darauf loswettert mit seiner Idee, so hat er immer die Tendenz, ein Wichtiges zu übersehen, nämlich, daß nach sieben Tagen ein ganz bestimmtes Erlebnis auftritt, das subtiler Art ist. Merkt man auf solche Dinge, so kann man dieses Erlebnis haben; wütet man darauf los mit seiner Idee und sagt: Herein damit in die Welt! - so ist die Folge die, daß die Seele gar nicht geneigt ist, auf das hinzuhorchen, was am siebenten Tage stattfindet. Am siebenten Tage findet nämlich bei einer kleinen Idee immer statt, daß man eigentlich nicht recht etwas damit anzufangen weiß, daß sie einem wieder in der Seele entschwindet. Man ist beunruhigt, innerlich vielleicht sogar gequält, mit allerlei Zweifeln durchsetzt, während man aber doch die Idee, trotzdem sie zu etwas Quälerischem geworden ist, liebgewonnen hat. Der Enthusiasmus hat sich verwandelt in ein intimes Gefühl der Liebe. So ist diese Idee jetzt im Ätherleib drinnen.

[ 8 ] Wenn sie nun weiter gedeihen soll, muß sie die äußere Astralsubstanz, die uns immer umgibt, ergreifen. Also von unserem Astralleib muß sie zunächst in unsern Ätherleib wandern und von dort in die äußere Astralität. Zu diesem Wege braucht die Idee wieder sieben Tage. Und wenn man dann nicht ein solcher Zögling ist, daß man sagt: Wenn die Idee uns anfängt zu quälen, will man sie nicht mehr haben, also flugs hinunter mit ihr! — sondern wenn man achtgibt auf den Gang des Lebens, dann kann man nach dieser Zeit erkennen, daß etwas eintritt, was sich etwa so ausdrücken läßt: Ein äußeres Entgegenkommen findet man für seine Idee, so daß man sich sagt: Es ist gut, daß du vierzehn Tage gewartet hast, denn jetzt bist du mit deiner Idee nicht mehr allein. Es ist so, wie wenn du inspiriert wirst von dem Makrokosmos, so daß in deine Idee etwas eindringt von der äußeren Welt. - Man fühlt dann erst, daß man als Mensch im Zusammenklang ist mit der ganzen geistigen Welt, die einem etwas entgegenbringt, wenn man ihr etwas entgegenbringt. Das ist ein gewisses beseeligendes Gefühl, das dann auftritt nach einem Zeitraum von etwa zweimal sieben Tagen.

[ 8 ] Wenn sie nun weiter gedeihen soll, muß sie die äußere Astralsubstanz, die uns immer umgibt, ergreifen. Also von unserem Astralleib muß sie zunächst in unsern Ätherleib wandern und von dort in die äußere Astralität. Zu diesem Wege braucht die Idee wieder sieben Tage. Und wenn man dann nicht ein solcher Zögling ist, daß man sagt: Wenn die Idee uns anfängt zu quälen, will man sie nicht mehr haben, also flugs hinunter mit ihr! — sondern wenn man achtgibt auf den Gang des Lebens, dann kann man nach dieser Zeit erkennen, daß etwas eintritt, was sich etwa so ausdrücken läßt: Ein äußeres Entgegenkommen findet man für seine Idee, so daß man sich sagt: Es ist gut, daß du vierzehn Tage gewartet hast, denn jetzt bist du mit deiner Idee nicht mehr allein. Es ist so, wie wenn du inspiriert wirst von dem Makrokosmos, so daß in deine Idee etwas eindringt von der äußeren Welt. - Man fühlt dann erst, daß man als Mensch im Zusammenklang ist mit der ganzen geistigen Welt, die einem etwas entgegenbringt, wenn man ihr etwas entgegenbringt. Das ist ein gewisses beseeligendes Gefühl, das dann auftritt nach einem Zeitraum von etwa zweimal sieben Tagen.

[ 9 ] Dann muß diese Idee aber wieder den Weg zurück machen, und zwar zunächst wieder von der äußeren Astralität in den Ätherleib hinein. Dann spüren wir sie schon recht gegenständlich, und die Versuchung ist da eine recht große, sie der Welt zu übergeben. Da müssen wir nun wieder mit aller Kraft zurückhalten; denn es ist jetzt die Gefahr vorhanden, daß die Idee, weil sie noch in dem Ätherleibe ruht, in einer kalten Weise in die Welt eintreten würde und kalt, eiisig der Welt mitgeteilt würde. Wenn wir aber einen weiteren Zeitraum von sieben Tagen abwarten, so geht das, was eisig ist, herauf und durchdringt sich mit der Wärme des eigenen astralischen Leibes wieder, gewinnt den Charakter des Persönlichen; so daß wir das, was wir erst geboren und von Göttern haben taufen lassen, nun der Welt übergeben dürfen als unser eigenes. Diese letzten drei Stadien müßte eigentlich jeder Impuls, den wir in unserer Seele fühlen, durchmachen, bis er reif wird in uns selber. Das gilt für eine kleine Idee.

[ 9 ] Dann muß diese Idee aber wieder den Weg zurück machen, und zwar zunächst wieder von der äußeren Astralität in den Ätherleib hinein. Dann spüren wir sie schon recht gegenständlich, und die Versuchung ist da eine recht große, sie der Welt zu übergeben. Da müssen wir nun wieder mit aller Kraft zurückhalten; denn es ist jetzt die Gefahr vorhanden, daß die Idee, weil sie noch in dem Ätherleibe ruht, in einer kalten Weise in die Welt eintreten würde und kalt, eiisig der Welt mitgeteilt würde. Wenn wir aber einen weiteren Zeitraum von sieben Tagen abwarten, so geht das, was eisig ist, herauf und durchdringt sich mit der Wärme des eigenen astralischen Leibes wieder, gewinnt den Charakter des Persönlichen; so daß wir das, was wir erst geboren und von Göttern haben taufen lassen, nun der Welt übergeben dürfen als unser eigenes. Diese letzten drei Stadien müßte eigentlich jeder Impuls, den wir in unserer Seele fühlen, durchmachen, bis er reif wird in uns selber. Das gilt für eine kleine Idee.

[ 10 ] Für eine Idee, die bedeutungsvoller sein kann, werden längere Zeiträume, aber immer solche, die im Rhythmus von sieben zu sieben ablaufen, notwendig sein. So bilden die Wochen, nicht Monate, dann aber wieder Jahre einen solchen Rhythmus, so daß wir einen Ablauf von sieben zu sieben Wochen und dann von sieben zu sieben Jahren haben können.

[ 10 ] Für eine Idee, die bedeutungsvoller sein kann, werden längere Zeiträume, aber immer solche, die im Rhythmus von sieben zu sieben ablaufen, notwendig sein. So bilden die Wochen, nicht Monate, dann aber wieder Jahre einen solchen Rhythmus, so daß wir einen Ablauf von sieben zu sieben Wochen und dann von sieben zu sieben Jahren haben können.

[ 11 ] Daraus sehen wir also, daß es nicht bloß darauf ankommt, wie der heutige Mensch glaubt, irgend etwas als Impuls in seiner Seele zu haben, sondern daß man die Fähigkeit besitzen muß, diesen Impuls geduldig zu tragen, ihn taufen zu lassen vom Weltengeiste und ihn dann im reifen Zustande auszuleben. Man könnte noch andere solche Gesetze, die es gibt, hinzufügen; denn was man Entwickelung der Seele nennt, ist voll von solchen Gesetzmäßigkeiten. Wenn wir so zum Beispiel an einem Tage ganz besonders fühlen - und diese Tage sind für das Menschenleben recht verschieden — : Du bist heute wie vom Weltengeiste begünstigt, in dir steigen Ideen auf! - dann ist es gut, nicht etwa darauf loszurasen, sondern zu wissen, daß nach neunzehn Tagen ein ähnlicher Befruchtungsprozeß in der Seele vorhanden ist. Kurz, die menschliche Seelenentwickelung ist voller solcher Gesetzmäßigkeit. Nun hat ja der Mensch - man könnte sagen, Gott sei Dank - ein starkes instinktives Gefühl dafür, diese Dinge nicht gar zu übertreiben, sie nicht ganz außer acht zu lassen. Er beachtet sie schon. Insbesondere die Menschen, die darauf angewiesen sind, Höheres in sich auszubilden und es reifen zu lassen, die beachten es, ohne eigentlich die Gesetze zu kennen. So würde man leicht nachweisen können, wie künstlerische Naturen einen gewissen Rhythmus, eine gewisse Periodizität in ihrem Schaffen zeigen, einen gewissen Rhythmus nach Tagen, nach Wochen, nach Jahren und so weiter. Das kann gerade bei Künstlern allerersten Ranges recht leicht gezeigt werden, zum Beispiel an Goethe: daß tatsächlich in seiner Seele irgend etwas auftritt und nach viermal sieben Jahren eigentlich erst reif wird, und dann in einer anderen Gestalt, als wir es zuerst in der Seele Goethes haben auftreten sehen, herauskommt.

[ 11 ] Daraus sehen wir also, daß es nicht bloß darauf ankommt, wie der heutige Mensch glaubt, irgend etwas als Impuls in seiner Seele zu haben, sondern daß man die Fähigkeit besitzen muß, diesen Impuls geduldig zu tragen, ihn taufen zu lassen vom Weltengeiste und ihn dann im reifen Zustande auszuleben. Man könnte noch andere solche Gesetze, die es gibt, hinzufügen; denn was man Entwickelung der Seele nennt, ist voll von solchen Gesetzmäßigkeiten. Wenn wir so zum Beispiel an einem Tage ganz besonders fühlen - und diese Tage sind für das Menschenleben recht verschieden — : Du bist heute wie vom Weltengeiste begünstigt, in dir steigen Ideen auf! - dann ist es gut, nicht etwa darauf loszurasen, sondern zu wissen, daß nach neunzehn Tagen ein ähnlicher Befruchtungsprozeß in der Seele vorhanden ist. Kurz, die menschliche Seelenentwickelung ist voller solcher Gesetzmäßigkeit. Nun hat ja der Mensch - man könnte sagen, Gott sei Dank - ein starkes instinktives Gefühl dafür, diese Dinge nicht gar zu übertreiben, sie nicht ganz außer acht zu lassen. Er beachtet sie schon. Insbesondere die Menschen, die darauf angewiesen sind, Höheres in sich auszubilden und es reifen zu lassen, die beachten es, ohne eigentlich die Gesetze zu kennen. So würde man leicht nachweisen können, wie künstlerische Naturen einen gewissen Rhythmus, eine gewisse Periodizität in ihrem Schaffen zeigen, einen gewissen Rhythmus nach Tagen, nach Wochen, nach Jahren und so weiter. Das kann gerade bei Künstlern allerersten Ranges recht leicht gezeigt werden, zum Beispiel an Goethe: daß tatsächlich in seiner Seele irgend etwas auftritt und nach viermal sieben Jahren eigentlich erst reif wird, und dann in einer anderen Gestalt, als wir es zuerst in der Seele Goethes haben auftreten sehen, herauskommt.

[ 12 ] Man könnte nun leicht nach den Neigungen der heutigen Zeit sagen: Ja, mein lieber Geistesforscher, solche Gesetze mag es ja geben; aber warum soll sich der Mensch viel darum kümmern? Instinktiv wird er sie schon beobachten. — Ja, dieser Satz galt für die Vergangenheit. Weil aber die Menschen immer selbständiger werden, immer mehr und mehr hinhorchen auf die eigene Individualität, müssen sie auch immer mehr und mehr einen inneren Kalender in sich entwickeln lernen. Wie die Menschen einen äußeren Kalender haben, der seine große Bedeutung hat für die physischen Verrichtungen, so wird der Mensch für die Zukunft, wenn seine Seele an Intensität wächst, zum Beispiel innere Wochen fühlen, wird ein aufund abwogendes Lebensgefühl und innere Sonntage fühlen. Denn nach der Verinnerlichung hin rückt die Menschheit vor. Vieles von dem, was die Menschheit früher erlebt hat in der Einteilung des äußeren Lebens zahlenmäßig, das wird der Mensch später innerlich erleben, das wird eine Auferstehung des Makrokosmischen in der Seele erleben, je weiter wir der Zukunft entgegengehen. Es wird ihm eine selbstverständliche Pflicht sein, nicht Tumult und Rumor in der menschlichen Entwickelung anzurichten, indem er die heiligen Gesetze der Seelenentwickelung fortwährend übertritt. Die Menschen werden aufsteigen zu dem Verständnis, daß es nur einem raffinierten, höheren Egoismus entspricht, wenn sie immer gleich das, was in ihrer Seele Platz greift, mitteilen wollen. Und die Menschen werden selbstverständlich dazu kommen, den Geist in ihrer Seele zu fühlen, und zwar nicht abstrakt, wie sie es heute tun, sondern sie werden empfinden, wie dieser Geist in ihrer Seele regelmäßig und gesetzmäßig wirkt. Und sie werden, wenn ihnen etwas eingefallen ist, wenn sie selber ihr Seelisches mitteilen wollen, nicht darauf losstürzen wie ein wütender Stier auf die Menschheit, sondern darauf hinhorchen, was die geisterfüllte Natur im Innern des Menschen spricht.

[ 12 ] Man könnte nun leicht nach den Neigungen der heutigen Zeit sagen: Ja, mein lieber Geistesforscher, solche Gesetze mag es ja geben; aber warum soll sich der Mensch viel darum kümmern? Instinktiv wird er sie schon beobachten. — Ja, dieser Satz galt für die Vergangenheit. Weil aber die Menschen immer selbständiger werden, immer mehr und mehr hinhorchen auf die eigene Individualität, müssen sie auch immer mehr und mehr einen inneren Kalender in sich entwickeln lernen. Wie die Menschen einen äußeren Kalender haben, der seine große Bedeutung hat für die physischen Verrichtungen, so wird der Mensch für die Zukunft, wenn seine Seele an Intensität wächst, zum Beispiel innere Wochen fühlen, wird ein aufund abwogendes Lebensgefühl und innere Sonntage fühlen. Denn nach der Verinnerlichung hin rückt die Menschheit vor. Vieles von dem, was die Menschheit früher erlebt hat in der Einteilung des äußeren Lebens zahlenmäßig, das wird der Mensch später innerlich erleben, das wird eine Auferstehung des Makrokosmischen in der Seele erleben, je weiter wir der Zukunft entgegengehen. Es wird ihm eine selbstverständliche Pflicht sein, nicht Tumult und Rumor in der menschlichen Entwickelung anzurichten, indem er die heiligen Gesetze der Seelenentwickelung fortwährend übertritt. Die Menschen werden aufsteigen zu dem Verständnis, daß es nur einem raffinierten, höheren Egoismus entspricht, wenn sie immer gleich das, was in ihrer Seele Platz greift, mitteilen wollen. Und die Menschen werden selbstverständlich dazu kommen, den Geist in ihrer Seele zu fühlen, und zwar nicht abstrakt, wie sie es heute tun, sondern sie werden empfinden, wie dieser Geist in ihrer Seele regelmäßig und gesetzmäßig wirkt. Und sie werden, wenn ihnen etwas eingefallen ist, wenn sie selber ihr Seelisches mitteilen wollen, nicht darauf losstürzen wie ein wütender Stier auf die Menschheit, sondern darauf hinhorchen, was die geisterfüllte Natur im Innern des Menschen spricht.

[ 13 ] Was wird es bedeuten für die Menschen, wenn immer mehr und mehr Geltung haben wird, was so aus der Gesetzmäßigkeit des inneren Geistigen in die Welt tritt, auf das wir hinhorchen sollen, von dem wir uns inspirieren lassen sollen? - Im weitesten Umfange haben die Menschen heute noch kein Gefühl für eine solche Sache. Sie glauben nicht daran, daß die Geister im Innern den Menschen ergreifen und gesetzmäßig wirken werden. Man wird es noch lange - auch dort, wo man es mit der menschlichen Kultur gut meint - als eine Torheit betrachten, wenn von diesem inneren gesetzmäßigen Wirken des Geistes gesprochen wird. Und an denjenigen, die aus der geisteswissenschaftlichen Erkenntnis heraus an den Geist glauben, wird sich durch die tiefe Antipathie der uns überkommenen Zeiten erfüllen, was gerade für unsere Zeiten im Markus-Evangelium gesagt ist: «Wenn sie euch nun abführen und überantworten werden, so sorget nicht voraus, was ihr reden sollt, und bedenket auch nicht zuvor; sondern was euch zu derselbigen Stunde gegeben wird, das redet. Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der heilige Geist.»

[ 13 ] Was wird es bedeuten für die Menschen, wenn immer mehr und mehr Geltung haben wird, was so aus der Gesetzmäßigkeit des inneren Geistigen in die Welt tritt, auf das wir hinhorchen sollen, von dem wir uns inspirieren lassen sollen? - Im weitesten Umfange haben die Menschen heute noch kein Gefühl für eine solche Sache. Sie glauben nicht daran, daß die Geister im Innern den Menschen ergreifen und gesetzmäßig wirken werden. Man wird es noch lange - auch dort, wo man es mit der menschlichen Kultur gut meint - als eine Torheit betrachten, wenn von diesem inneren gesetzmäßigen Wirken des Geistes gesprochen wird. Und an denjenigen, die aus der geisteswissenschaftlichen Erkenntnis heraus an den Geist glauben, wird sich durch die tiefe Antipathie der uns überkommenen Zeiten erfüllen, was gerade für unsere Zeiten im Markus-Evangelium gesagt ist: «Wenn sie euch nun abführen und überantworten werden, so sorget nicht voraus, was ihr reden sollt, und bedenket auch nicht zuvor; sondern was euch zu derselbigen Stunde gegeben wird, das redet. Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der heilige Geist.»

[ 14 ] Eine solche Stelle, die insbesondere auf unsere Zeit hindeutet, müssen wir so zu verstehen suchen, daß sie ihre Geltung durch das Stehen im ganzen Zusammenhange nicht allein des Markus-Evangeliums, sondern auch der anderen Evangelien erhält. Wenn Sie sich im Markus-Evangelium umschauen, werden Sie sehen, daß es Dinge enthält, die zum allergrößten Teil auch in den andern Evangelien zu finden sind. Aber eine Stelle im Markus-Evangelium ist doch ganz merkwürdig, die so in den andern Evangelien nicht vorkommt. Diese eine Stelle ist aus dem Grunde ganz besonders merkwürdig, weil die Evangelienforscher allerlei wirkliche große Torheiten gerade über diese Stelle gesprochen haben. Es ist, wo der Christus Jesus zu einer Predigt an das Volk heraustritt und wo gesagt wird, nachdem er seine Apostel gewählt hat: «Und sie kamen zu Hause; und da kam aber mal das Volk zusammen, also daß sie nicht Raum hatten zu essen. Und da es die Seinen hörten, gingen sie aus und wollten ihn halten; denn sie sprachen: Er ist von Sinnen.»

[ 14 ] Eine solche Stelle, die insbesondere auf unsere Zeit hindeutet, müssen wir so zu verstehen suchen, daß sie ihre Geltung durch das Stehen im ganzen Zusammenhange nicht allein des Markus-Evangeliums, sondern auch der anderen Evangelien erhält. Wenn Sie sich im Markus-Evangelium umschauen, werden Sie sehen, daß es Dinge enthält, die zum allergrößten Teil auch in den andern Evangelien zu finden sind. Aber eine Stelle im Markus-Evangelium ist doch ganz merkwürdig, die so in den andern Evangelien nicht vorkommt. Diese eine Stelle ist aus dem Grunde ganz besonders merkwürdig, weil die Evangelienforscher allerlei wirkliche große Torheiten gerade über diese Stelle gesprochen haben. Es ist, wo der Christus Jesus zu einer Predigt an das Volk heraustritt und wo gesagt wird, nachdem er seine Apostel gewählt hat: «Und sie kamen zu Hause; und da kam aber mal das Volk zusammen, also daß sie nicht Raum hatten zu essen. Und da es die Seinen hörten, gingen sie aus und wollten ihn halten; denn sie sprachen: Er ist von Sinnen.»

[ 15 ] Diese Stelle ist so in den andern Evangelien eigentlich nicht vorhanden. Wenn wir nun daran denken, daß die Entwickelung nach der Menschenzukunft hin so verlaufen wird, daß das paulinische Wort: Nicht ich, sondern der Christus in mir! - immer wahrer und wahrer werden wird, daß also dasjenige menschliche Ich allein fruchtbar werden kann, das den Christus-Impuls in sich aufnimmt, so dürfen wir gerade die angeführte Stelle im eminentesten Sinne auf unsere Zeit beziehen. Dies Schicksal, das der Christus Jesus vorbildlich während der palästinensischen Ereignisse gehabt hat, wird - wie alle ChristusEreignisse - an der ganzen Menschheit im Laufe der Zeit sich ausleben. Immer mehr und mehr wird man in der nächsten Menschenzukunft verspüren, daß überall, wo im geisteswissenschaftlichen Sinne der Christus aus dem inneren Verständnisse heraus verkündigt wird, tiefste Antipathien sich geltend machen werden bei allen denjenigen, welche an die Geisteswissenschaft instinktiv nicht heran wollen. Man wird es im Grunde genommen nicht schwer haben einzusehen, daß in der Zukunft sich das ausleben wird, was uns als vorbildliches ChristusEreignis gerade im Markus-Evangelium geschildert ist. Die äußere Lebenspraxis vieler Menschen, wie auch vieles von dem, was sich als Kunst geltend machen wird, vor allem aber im weitesten Umfange das, was sich als Wissenschaft gebärden wird, wird in bezug auf diejenigen, welche den Geist im Christus-Sinne verkündigen werden, gerade von der nächsten Zukunft sagen: Es gehen aus ihr solche Menschen hervor, bei denen es scheint, als ob sie von Sinnen wären.

[ 15 ] Diese Stelle ist so in den andern Evangelien eigentlich nicht vorhanden. Wenn wir nun daran denken, daß die Entwickelung nach der Menschenzukunft hin so verlaufen wird, daß das paulinische Wort: Nicht ich, sondern der Christus in mir! - immer wahrer und wahrer werden wird, daß also dasjenige menschliche Ich allein fruchtbar werden kann, das den Christus-Impuls in sich aufnimmt, so dürfen wir gerade die angeführte Stelle im eminentesten Sinne auf unsere Zeit beziehen. Dies Schicksal, das der Christus Jesus vorbildlich während der palästinensischen Ereignisse gehabt hat, wird - wie alle ChristusEreignisse - an der ganzen Menschheit im Laufe der Zeit sich ausleben. Immer mehr und mehr wird man in der nächsten Menschenzukunft verspüren, daß überall, wo im geisteswissenschaftlichen Sinne der Christus aus dem inneren Verständnisse heraus verkündigt wird, tiefste Antipathien sich geltend machen werden bei allen denjenigen, welche an die Geisteswissenschaft instinktiv nicht heran wollen. Man wird es im Grunde genommen nicht schwer haben einzusehen, daß in der Zukunft sich das ausleben wird, was uns als vorbildliches ChristusEreignis gerade im Markus-Evangelium geschildert ist. Die äußere Lebenspraxis vieler Menschen, wie auch vieles von dem, was sich als Kunst geltend machen wird, vor allem aber im weitesten Umfange das, was sich als Wissenschaft gebärden wird, wird in bezug auf diejenigen, welche den Geist im Christus-Sinne verkündigen werden, gerade von der nächsten Zukunft sagen: Es gehen aus ihr solche Menschen hervor, bei denen es scheint, als ob sie von Sinnen wären.

[ 16 ] Denn das muß immer wieder und wieder gesagt werden, daß die wichtigsten Tatsachen des geistigen Lebens, wie sie von der Geisteswissenschaft dargestellt werden, gegen die Zukunft hin als Phantastereien und Narreteien bei dem größten Teil der Menschheit werden angesehen werden. Und wir sollen aus dem Markus-Evangelium die Stärkung schöpfen, die wir brauchen, um festzustehen gegen einen Widerspruch, der sich erheben wird gegenüber der Wahrheit, die auf spirituellem Felde wird gefunden werden können.

[ 16 ] Denn das muß immer wieder und wieder gesagt werden, daß die wichtigsten Tatsachen des geistigen Lebens, wie sie von der Geisteswissenschaft dargestellt werden, gegen die Zukunft hin als Phantastereien und Narreteien bei dem größten Teil der Menschheit werden angesehen werden. Und wir sollen aus dem Markus-Evangelium die Stärkung schöpfen, die wir brauchen, um festzustehen gegen einen Widerspruch, der sich erheben wird gegenüber der Wahrheit, die auf spirituellem Felde wird gefunden werden können.

[ 17 ] Wenn man eine Empfindung hat für die feineren stilistischen Unterschiede des Markus-Evangeliums von den andern Evangelien, so merkt man auch, daß geisteswissenschaftlich gerade im MarkusEvangelium manches anders enthalten ist als in den übrigen Evangelien. Man merkt, daß durch den Satzbau, durch die Auslassung manches Satzes, der in den andern Evangelien enthalten ist, manches, was leicht abstrakt genommen werden könnte, eine besondere Schattierung erhält. Hat man dafür eine Empfindung, dann wird man insbesondere auch merken, daß im Markus-Evangelium eine einschneidende, eine bedeutungsvolle Ich-Lehre gegeben ist, eine Lehre von der ganzen Bedeutung des menschlichen Ich. Um dies zu verstehen, beachte man nur eine einzige Stelle dieses Evangeliums mit allen ihren Eigenheiten, die sie dadurch hat, daß dieses oder jenes ausgelassen ist, was in den andern Evangelien innerhalb dieser Stelle vorkommt. Hat man nun eine Empfindung für solche Eigenheiten, dann wird man fühlen können das ganz Bedeutungsvolle, was in dieser Stelle des Markus-Evangeliums liegt. Führen wir sie uns vor Augen:

[ 17 ] Wenn man eine Empfindung hat für die feineren stilistischen Unterschiede des Markus-Evangeliums von den andern Evangelien, so merkt man auch, daß geisteswissenschaftlich gerade im MarkusEvangelium manches anders enthalten ist als in den übrigen Evangelien. Man merkt, daß durch den Satzbau, durch die Auslassung manches Satzes, der in den andern Evangelien enthalten ist, manches, was leicht abstrakt genommen werden könnte, eine besondere Schattierung erhält. Hat man dafür eine Empfindung, dann wird man insbesondere auch merken, daß im Markus-Evangelium eine einschneidende, eine bedeutungsvolle Ich-Lehre gegeben ist, eine Lehre von der ganzen Bedeutung des menschlichen Ich. Um dies zu verstehen, beachte man nur eine einzige Stelle dieses Evangeliums mit allen ihren Eigenheiten, die sie dadurch hat, daß dieses oder jenes ausgelassen ist, was in den andern Evangelien innerhalb dieser Stelle vorkommt. Hat man nun eine Empfindung für solche Eigenheiten, dann wird man fühlen können das ganz Bedeutungsvolle, was in dieser Stelle des Markus-Evangeliums liegt. Führen wir sie uns vor Augen:

[ 18 ] Und der Jesus zog aus, und seine Bekenner begleiteten ihn in die Orte, die waren in der Umgegend von Cäsarea Philippi. Und als sie des Weges gingen, sprach er zu denen, die um ihn herum waren: Was sagen die Leute darüber, was das Ich sei? Was erkennen die Leute als das Ich an? - Da antworteten die, welche um den Jesus waren: Die Leute sagen, es müsse im Ich leben, damit das Ich richtig sei, Johannes der Täufer. Andere aber auch sagen, es müsse dieses Ich durchzogen sein von Elias, und Elias müsse in dem Ich leben; andere wieder sagen, ein anderer der Propheten müsse so behandelt werden, daß das Ich sagt: Nicht ich, sondern dieser Prophet in mir wirkt. — Er aber sprach zu denen, die um ihn waren: Was sagt denn ihr, daß das Ich sei? - Da antwortete Petrus: Das Ich so gefaßt, daß wir es erkennen in seiner Geistigkeit als Du, das ist der Christus! — Und da antwortete er denen, die um ihn herum waren: Hütet euch davor, dies den gewöhnlichen Menschen zu sagen! Denn dies Geheimnis können sie noch nicht verstehen. — Diejenigen aber, die um ihn herum durch dieses Wort angeregt waren, fing er an, das Folgende zu lehren: Das im Menschen, was äußerlich physisch ausdrückt die Ichheit, das muß, wenn diese Ichheit im Menschen voll aufleben soll, vieles leiden; und so wie es war, muß es sich gefallen lassen, daß die ältesten Meister der Menschheit und diejenigen, die da wissen, was in der heiligsten Weisheit steht, daß diese sagen: In der Gestalt, in der es so vorhanden ist, ist es nicht zu brauchen; es muß in der Gestalt getötet werden und nach einem durch die Weltverhältnisse bedingten Rhythmus von drei Tagen wieder aufleben aus einer höheren Gestalt heraus. - Und bestürzt waren sie alle, als er diese Worte frei und offen redete.

[ 18 ] Und der Jesus zog aus, und seine Bekenner begleiteten ihn in die Orte, die waren in der Umgegend von Cäsarea Philippi. Und als sie des Weges gingen, sprach er zu denen, die um ihn herum waren: Was sagen die Leute darüber, was das Ich sei? Was erkennen die Leute als das Ich an? - Da antworteten die, welche um den Jesus waren: Die Leute sagen, es müsse im Ich leben, damit das Ich richtig sei, Johannes der Täufer. Andere aber auch sagen, es müsse dieses Ich durchzogen sein von Elias, und Elias müsse in dem Ich leben; andere wieder sagen, ein anderer der Propheten müsse so behandelt werden, daß das Ich sagt: Nicht ich, sondern dieser Prophet in mir wirkt. — Er aber sprach zu denen, die um ihn waren: Was sagt denn ihr, daß das Ich sei? - Da antwortete Petrus: Das Ich so gefaßt, daß wir es erkennen in seiner Geistigkeit als Du, das ist der Christus! — Und da antwortete er denen, die um ihn herum waren: Hütet euch davor, dies den gewöhnlichen Menschen zu sagen! Denn dies Geheimnis können sie noch nicht verstehen. — Diejenigen aber, die um ihn herum durch dieses Wort angeregt waren, fing er an, das Folgende zu lehren: Das im Menschen, was äußerlich physisch ausdrückt die Ichheit, das muß, wenn diese Ichheit im Menschen voll aufleben soll, vieles leiden; und so wie es war, muß es sich gefallen lassen, daß die ältesten Meister der Menschheit und diejenigen, die da wissen, was in der heiligsten Weisheit steht, daß diese sagen: In der Gestalt, in der es so vorhanden ist, ist es nicht zu brauchen; es muß in der Gestalt getötet werden und nach einem durch die Weltverhältnisse bedingten Rhythmus von drei Tagen wieder aufleben aus einer höheren Gestalt heraus. - Und bestürzt waren sie alle, als er diese Worte frei und offen redete.

[ 19 ] Da muß ich eine Anmerkung machen. Ein solches Wort durfte bis dahin nur in den Mysterien gesprochen werden. Es war ein Geheimnis, das bis dahin nur innerhalb der Mysterientempel gesprochen war, das Geheimnis, daß der Mensch durchmachen mußte das «Stirb und Werde» in der Initiation und aufwachen mußte nach drei Tagen. Daraus erklärt es sich, wenn es heißt:

[ 19 ] Da muß ich eine Anmerkung machen. Ein solches Wort durfte bis dahin nur in den Mysterien gesprochen werden. Es war ein Geheimnis, das bis dahin nur innerhalb der Mysterientempel gesprochen war, das Geheimnis, daß der Mensch durchmachen mußte das «Stirb und Werde» in der Initiation und aufwachen mußte nach drei Tagen. Daraus erklärt es sich, wenn es heißt:

[ 20 ] Petrus war bestürzt, nahm den Christus beiseite und bedeutete ihm, daß so etwas nicht frei und offen gesagt werden dürfe. Da wandte sich der Christus Jesus um und sagte: Sagst du so etwas, Petrus, dann gibt dir das der Satan ein; denn wie du diese Wahrheit sprichst, liegt sie hinter unserer Zeit, gehört der Vergangenheit an; da mußte sie in die Tempel eingeschlossen werden. In der Zukunft wird sie in dem Hinblick auf das Urmysterium von Golgatha nach und nach Eigentum der ganzen Menschheit werden können. So ist es bestimmt in der göttlichen Führung der Weltentwickelung. Und wer anderes sagt, der spricht nicht aus der göttlichen Weisheit heraus, sondern wandelt die göttliche Weisheit in die zeitliche Gestalt um, die sie beim Menschen in der Vergangenheit hatte.

[ 20 ] Petrus war bestürzt, nahm den Christus beiseite und bedeutete ihm, daß so etwas nicht frei und offen gesagt werden dürfe. Da wandte sich der Christus Jesus um und sagte: Sagst du so etwas, Petrus, dann gibt dir das der Satan ein; denn wie du diese Wahrheit sprichst, liegt sie hinter unserer Zeit, gehört der Vergangenheit an; da mußte sie in die Tempel eingeschlossen werden. In der Zukunft wird sie in dem Hinblick auf das Urmysterium von Golgatha nach und nach Eigentum der ganzen Menschheit werden können. So ist es bestimmt in der göttlichen Führung der Weltentwickelung. Und wer anderes sagt, der spricht nicht aus der göttlichen Weisheit heraus, sondern wandelt die göttliche Weisheit in die zeitliche Gestalt um, die sie beim Menschen in der Vergangenheit hatte.

[ 21 ] So ungefähr müssen wir diese Stelle verstehen, die uns insbesondere in ihrer ganzen lapidaren Größe im Markus-Evangelium entgegentritt. Wir müssen uns klarmachen, daß der Christus-Impuls gerade im Sinne des Markus-Evangeliums darin besteht, daß wir den Christus aufnehmen in unser Ich und das Wort des Paulus: Nicht ich, sondern der Christus in mir! — immer mehr und mehr verwirklichen; und zwar nicht allein den abstrakten Christus, sondern den Christus, der den Heiligen Geist gesandt hat, den konkreten Geist, der in gesetzmäßiger Weise, wie es heute geschildert worden ist, inspirierend mit seinem inneren Kalender in der Menschenseele wirkt.

[ 21 ] So ungefähr müssen wir diese Stelle verstehen, die uns insbesondere in ihrer ganzen lapidaren Größe im Markus-Evangelium entgegentritt. Wir müssen uns klarmachen, daß der Christus-Impuls gerade im Sinne des Markus-Evangeliums darin besteht, daß wir den Christus aufnehmen in unser Ich und das Wort des Paulus: Nicht ich, sondern der Christus in mir! — immer mehr und mehr verwirklichen; und zwar nicht allein den abstrakten Christus, sondern den Christus, der den Heiligen Geist gesandt hat, den konkreten Geist, der in gesetzmäßiger Weise, wie es heute geschildert worden ist, inspirierend mit seinem inneren Kalender in der Menschenseele wirkt.

[ 22 ] In der vorchristlichen Zeit kamen die Menschen zu dieser Wahrheit nur dadurch, daß sie sich in den Mysterien einweihen ließen und dreieinhalb Tage in einem todähnlichen Zustand waren, nachdem sie durchgemacht hatten die tragischen Leiden des Menschen, wie er auf dem physischen Plan ist, wenn er sich hinaufentwickeln soll zu geistigen Höhen; so daß sie kennengelernt hatten, daß dieser Mensch verworfen werden, getötet werden muß, und daß ein höherer Mensch in ihm auferstehen muß — das heißt, daß sie das «Stirb und Werde» durchgemacht hatten. Was aber vorher nur in den Mysterien erfahren werden konnte, das wurde ein geschichtliches Ereignis - ich verweise hier auf mein Buch «Das Christentum als mystische Tatsache» - durch das Mysterium von Golgatha, und die Menschen wurden dadurch alle in die Möglichkeit versetzt, Schüler dieser großen Weisheit zu sein, indem sie sich verbunden fühlten mit dem Mysterium von Golgatha. Was früher nur erlebt wurde in den Mysterienstätten, das kann jetzt erlebt werden im Hinblick auf die Stätte von Golgatha. So bedeutet das Verständnis des Christus-Impulses eben das bedeutsamste Verständnis, das sich der Mensch für seine Erdenwesenheit erwerben kann, für das, was nach dem Christus-Impuls immer mehr und mehr im menschlichen Ich erwachen soll.

[ 22 ] In der vorchristlichen Zeit kamen die Menschen zu dieser Wahrheit nur dadurch, daß sie sich in den Mysterien einweihen ließen und dreieinhalb Tage in einem todähnlichen Zustand waren, nachdem sie durchgemacht hatten die tragischen Leiden des Menschen, wie er auf dem physischen Plan ist, wenn er sich hinaufentwickeln soll zu geistigen Höhen; so daß sie kennengelernt hatten, daß dieser Mensch verworfen werden, getötet werden muß, und daß ein höherer Mensch in ihm auferstehen muß — das heißt, daß sie das «Stirb und Werde» durchgemacht hatten. Was aber vorher nur in den Mysterien erfahren werden konnte, das wurde ein geschichtliches Ereignis - ich verweise hier auf mein Buch «Das Christentum als mystische Tatsache» - durch das Mysterium von Golgatha, und die Menschen wurden dadurch alle in die Möglichkeit versetzt, Schüler dieser großen Weisheit zu sein, indem sie sich verbunden fühlten mit dem Mysterium von Golgatha. Was früher nur erlebt wurde in den Mysterienstätten, das kann jetzt erlebt werden im Hinblick auf die Stätte von Golgatha. So bedeutet das Verständnis des Christus-Impulses eben das bedeutsamste Verständnis, das sich der Mensch für seine Erdenwesenheit erwerben kann, für das, was nach dem Christus-Impuls immer mehr und mehr im menschlichen Ich erwachen soll.

[ 23 ] Wir können uns nun selber in einer gewissen Weise durch die Evangelien inspirieren lassen. So war für die Zeit, in welche das Christus-Ereignis selber hineinfiel, das Matthäus-Evangelium ein gutes Inspirationsbuch. Für unsere Zeit gilt dies insbesondere von dem Markus-Evangelium. Wir wissen ja, wie unser Zeitalter dasjenige ist, welches die Bewußtseinsseele vorzugsweise herausarbeiten soll, die sich abtrennt in ihrer Isolation von ihrem Milieu. Wir wissen, daß wir jetzt berufen sind, nicht so sehr die Abstammung von einem einzelnen Volkstum ins Auge zu fassen, sondern dasjenige, was in uns leben soll nach dem Paulinischen Ausspruch: Nicht ich, sondern der Christus in mir! — So ist unser fünfter nachatlantischer Zeitraum derjenige, welcher insbesondere inspiriert sein wird durch das Markus-Evangelium. Dagegen wird die sechste nachatlantische Kulturperiode die Aufgabe haben, den ganzen Menschen nach und nach auszufüllen mit der Christus-Wesenheit. Während im fünften Kulturzeitraum die Christus-Wesenheit Gegenstand des Studiums, der Vertiefung, der inneren Versenkung sein wird, werden in der sechsten Kulturepoche die Menschen in ihre ganze Wesenheit die ChristusWesenheit aufnehmen. Dazu werden sie das besondere Gut nehmen, was wir als die innere Wesenheit des Lukas-Evangeliums kennengelernt haben, das uns gezeigt hat den ganzen Ursprung des Jesus von Nazareth - sowohl desjenigen Jesus, den das Matthäus-Evangelium schildert und der zurückführt auf Zarathustra, wie auch des Jesus des Lukas-Evangeliums, der zurückführt auf Buddha und den Buddhismus. Denn so haben wir ja das Lukas-Evangelium betrachtet, daß uns der Jesus von Nazareth klar wurde seiner ganzen langen Entwickelung nach, so daß wir in der Tat zurückgehen konnten bis zum göttlich-geistigen Ursprung des Menschen. Und als göttlich-geistiges Wesen wird sich der Mensch immer mehr und mehr fühlen können und sich als solches durchdringen müssen mit dem Christus-Impuls. Das kann ihm als ein Ideal zwar voranleuchten, konkret aber wird es erst, wenn er sich an dem Lukas-Evangelium real herauferhebt bis zur Erfassung des physisch-sinnlichen Menschen mit seinem göttlichen Ursprung als einem Geistwesen.

[ 23 ] Wir können uns nun selber in einer gewissen Weise durch die Evangelien inspirieren lassen. So war für die Zeit, in welche das Christus-Ereignis selber hineinfiel, das Matthäus-Evangelium ein gutes Inspirationsbuch. Für unsere Zeit gilt dies insbesondere von dem Markus-Evangelium. Wir wissen ja, wie unser Zeitalter dasjenige ist, welches die Bewußtseinsseele vorzugsweise herausarbeiten soll, die sich abtrennt in ihrer Isolation von ihrem Milieu. Wir wissen, daß wir jetzt berufen sind, nicht so sehr die Abstammung von einem einzelnen Volkstum ins Auge zu fassen, sondern dasjenige, was in uns leben soll nach dem Paulinischen Ausspruch: Nicht ich, sondern der Christus in mir! — So ist unser fünfter nachatlantischer Zeitraum derjenige, welcher insbesondere inspiriert sein wird durch das Markus-Evangelium. Dagegen wird die sechste nachatlantische Kulturperiode die Aufgabe haben, den ganzen Menschen nach und nach auszufüllen mit der Christus-Wesenheit. Während im fünften Kulturzeitraum die Christus-Wesenheit Gegenstand des Studiums, der Vertiefung, der inneren Versenkung sein wird, werden in der sechsten Kulturepoche die Menschen in ihre ganze Wesenheit die ChristusWesenheit aufnehmen. Dazu werden sie das besondere Gut nehmen, was wir als die innere Wesenheit des Lukas-Evangeliums kennengelernt haben, das uns gezeigt hat den ganzen Ursprung des Jesus von Nazareth - sowohl desjenigen Jesus, den das Matthäus-Evangelium schildert und der zurückführt auf Zarathustra, wie auch des Jesus des Lukas-Evangeliums, der zurückführt auf Buddha und den Buddhismus. Denn so haben wir ja das Lukas-Evangelium betrachtet, daß uns der Jesus von Nazareth klar wurde seiner ganzen langen Entwickelung nach, so daß wir in der Tat zurückgehen konnten bis zum göttlich-geistigen Ursprung des Menschen. Und als göttlich-geistiges Wesen wird sich der Mensch immer mehr und mehr fühlen können und sich als solches durchdringen müssen mit dem Christus-Impuls. Das kann ihm als ein Ideal zwar voranleuchten, konkret aber wird es erst, wenn er sich an dem Lukas-Evangelium real herauferhebt bis zur Erfassung des physisch-sinnlichen Menschen mit seinem göttlichen Ursprung als einem Geistwesen.

[ 24 ] Und für den siebenten nachatlantischen Kulturzeitraum bis zur nächsten großen Katastrophe hin wird das Johannes-Evangelium ein Inspirationsbuch sein, während es heute für das geistige Leben des Menschen eine Richtschnur sein kann. Da werden allerdings die Menschen noch manches nötig haben, was sie während des sechsten Zeitraumes als geistige Wesen gut begreifen lernen müssen. Vieles aber werden die Menschen verlernen müssen von dem, was sie heute glauben, werden es gründlich verlernen müssen. Das wird zwar nicht schwer sein, denn die wissenschaftlichen Tatsachen werden es beweisen, daß manches wird überwunden werden müssen.

[ 24 ] Und für den siebenten nachatlantischen Kulturzeitraum bis zur nächsten großen Katastrophe hin wird das Johannes-Evangelium ein Inspirationsbuch sein, während es heute für das geistige Leben des Menschen eine Richtschnur sein kann. Da werden allerdings die Menschen noch manches nötig haben, was sie während des sechsten Zeitraumes als geistige Wesen gut begreifen lernen müssen. Vieles aber werden die Menschen verlernen müssen von dem, was sie heute glauben, werden es gründlich verlernen müssen. Das wird zwar nicht schwer sein, denn die wissenschaftlichen Tatsachen werden es beweisen, daß manches wird überwunden werden müssen.

[ 25 ] So wird heute noch manches so angesehen werden, daß diejenigen «von Sinnen» sind, welche aufmerksam machen auf die selbstverständliche Weisheit, daß die heute gebräuchliche Einteilung der Nerven in motorische und sensorische ein Unding ist. Nerven, die motorische sein sollen, gibt es nicht. Es gibt nur Empfindungsnerven. Die motorischen Nerven sind auch Empfindungsnerven; nur sind sie dazu da, die entsprechenden Bewegungen in den Muskeln selbst zur Empfindung zu bringen. Es wird gar nicht viel Zeit dazu gehören, so werden die Menschen es einsehen, daß der Muskel allerdings nicht in Bewegung gebracht wird durch Nerven, sondern daß er in Bewegung kommt durch unsern astralischen Leib, und zwar durch das in unserem Astralleibe, was in diesem zunächst nicht unmittelbar so wahrgenommen wird, wie es ist. Denn das ist ein Gesetz, daß das, was wirken soll, nicht unmittelbar wahrgenommen wird. Was den Muskel in Bewegung bringt, was irgendeine Bewegung des Muskels hervorruft, das hängt zusammen mit dem Astralleib, und zwar so, daß im Astralleib selber zur Bewegung des Muskels eine Art Tonentwickelung, eine Art Schallentwickelung stattfindet. Etwas wie eine Art Musikalisches durchdringt unsern Astralleib, und der Ausdruck dieser Tonentwikkelung ist die Muskelbewegung. Es ist wirklich so, wie wenn wir bei den bekannten Chladnischen Klangfiguren leicht beweglichen Staub auf eine Metallplatte bringen und diese dann mit einem Violinbogen streichen: da bekommen wir eine Figur. Von lauter solchen Figuren — die aber Tonfiguren sind - ist auch unser Astralleib durchzogen, die zusammen bewirken, daß unser Astralleib eine bestimmte Lage annimmt. Das ist eingeprägt in dem Astralleib. Ganz trivial können sich die Menschen davon überzeugen, wenn sie den Bizeps, den Oberarmmuskel, recht anspannen und ihn dann ans Ohr bringen: wenn sie sich einige Übung dafür aneignen, nur den Muskel recht anspannen und den Daumen anlegen, dann können sie den Ton hören. Es soll das kein Beweis sein, sondern nur etwas, wodurch man trivial illustrieren kann, was damit gemeint ist. - So sind wir musikalisch durchdrungen und leben es aus in unsern Muskelbewegungen. Und daß wir etwas von unsern Muskelbewegungen kennen, dazu haben wir die motorischen Nerven, wie man sie unrichtig nennt. Es spricht heute, wie die Dinge in der Physiologie gruppiert werden, noch vieles dagegen, aber nur scheinbar.

[ 25 ] So wird heute noch manches so angesehen werden, daß diejenigen «von Sinnen» sind, welche aufmerksam machen auf die selbstverständliche Weisheit, daß die heute gebräuchliche Einteilung der Nerven in motorische und sensorische ein Unding ist. Nerven, die motorische sein sollen, gibt es nicht. Es gibt nur Empfindungsnerven. Die motorischen Nerven sind auch Empfindungsnerven; nur sind sie dazu da, die entsprechenden Bewegungen in den Muskeln selbst zur Empfindung zu bringen. Es wird gar nicht viel Zeit dazu gehören, so werden die Menschen es einsehen, daß der Muskel allerdings nicht in Bewegung gebracht wird durch Nerven, sondern daß er in Bewegung kommt durch unsern astralischen Leib, und zwar durch das in unserem Astralleibe, was in diesem zunächst nicht unmittelbar so wahrgenommen wird, wie es ist. Denn das ist ein Gesetz, daß das, was wirken soll, nicht unmittelbar wahrgenommen wird. Was den Muskel in Bewegung bringt, was irgendeine Bewegung des Muskels hervorruft, das hängt zusammen mit dem Astralleib, und zwar so, daß im Astralleib selber zur Bewegung des Muskels eine Art Tonentwickelung, eine Art Schallentwickelung stattfindet. Etwas wie eine Art Musikalisches durchdringt unsern Astralleib, und der Ausdruck dieser Tonentwikkelung ist die Muskelbewegung. Es ist wirklich so, wie wenn wir bei den bekannten Chladnischen Klangfiguren leicht beweglichen Staub auf eine Metallplatte bringen und diese dann mit einem Violinbogen streichen: da bekommen wir eine Figur. Von lauter solchen Figuren — die aber Tonfiguren sind - ist auch unser Astralleib durchzogen, die zusammen bewirken, daß unser Astralleib eine bestimmte Lage annimmt. Das ist eingeprägt in dem Astralleib. Ganz trivial können sich die Menschen davon überzeugen, wenn sie den Bizeps, den Oberarmmuskel, recht anspannen und ihn dann ans Ohr bringen: wenn sie sich einige Übung dafür aneignen, nur den Muskel recht anspannen und den Daumen anlegen, dann können sie den Ton hören. Es soll das kein Beweis sein, sondern nur etwas, wodurch man trivial illustrieren kann, was damit gemeint ist. - So sind wir musikalisch durchdrungen und leben es aus in unsern Muskelbewegungen. Und daß wir etwas von unsern Muskelbewegungen kennen, dazu haben wir die motorischen Nerven, wie man sie unrichtig nennt. Es spricht heute, wie die Dinge in der Physiologie gruppiert werden, noch vieles dagegen, aber nur scheinbar.

[ 26 ] Dies ist jedoch nur eine Art von solchen Wahrheiten, die immer mehr und mehr die Menschen davon überzeugen werden, daß der Mensch wirklich ein geistiges Wesen ist, wirklich eingesponnen ist in die Weltensphärenharmonien, bis in seine Muskeln hinein. Und gerade die Geisteswissenschaft, die berufen ist, den sechsten Zeitraum in bezug auf die geistige Erfassung der Welt vorzubereiten, wird es mit allem einzelnen in bezug auf solche Wahrheiten vom Menschen als von einem Geistwesen zu tun haben. Gerade wie der Ton in einer gewissen Beziehung in eine höhere Sphäre heraufkommt, wenn er aus dem musikalischen Ton zum menschlichen gesprochenen Wort wird, so ist es auch im Weltenzusammenhange: die Sphärenharmonie wird etwas Höheres, wenn sie zum Weltenwort, zum -Logos wird. Das wird sie, wenn alles, was als Sphärenharmonie wirkt, Wort, Logos wird. Nun haben wir in der physischen Organisation des Menschen als das nächst Höhere — physiologisch — das Blut. Gerade so nun, wie der Muskel eingespannt ist in die Sphärenharmonien, so ist das Blut eingespannt in den Logos und kann immer mehr und mehr Ausdruck des Logos werden, wie es dies unbewußt seit der Menschwerdung ist. Das heißt, es besteht auf dem physischen Plan die Tendenz, daß in seinem Blut, das der Ausdruck des Ich ist, vom Menschen bewußt der Ausdruck des Logos empfunden wird. Und wenn die Menschen im sechsten Kulturabschnitt sich als Geistwesen kennengelernt haben, werden sie nicht mehr an der Phantasterei festhalten, daß die Muskeln durch die motorischen Nerven in Bewegung kommen, sondern sie werden erkennen, daß die Muskeln aus der persönlich gewordenen Sphärenharmonie heraus bewegt werden. Und im siebenten Kulturzeitraum werden dann die Menschen bis in das Blut hinein sich durchsetzt fühlen können vom Logos und werden dann erst fühlen können, was eigentlich im Johannes-Evangelium ausgedrückt ist. Denn erst im siebenten Kulturzeitraum wird das Johannes-Evangelium erkannt werden können in seiner Wissenschaftlichkeit. Und dann wird man nach und nach fühlen, wenn man die Wissenschaftlichkeit des Johannes-Evangeliums erkannt haben wird, daß in jedem Buche über Physiologie die ersten Worte des Johannes-Evangeliums stehen müßten, daß alles in der Wissenschaft hintendieren müßte auf diese Worte. Am besten ist es, wenn man sagt: Man kann heute schon vieles davon begreifen, aber noch lange nicht alles. Man kann es als ein Ideal sich vorhalten.

[ 26 ] Dies ist jedoch nur eine Art von solchen Wahrheiten, die immer mehr und mehr die Menschen davon überzeugen werden, daß der Mensch wirklich ein geistiges Wesen ist, wirklich eingesponnen ist in die Weltensphärenharmonien, bis in seine Muskeln hinein. Und gerade die Geisteswissenschaft, die berufen ist, den sechsten Zeitraum in bezug auf die geistige Erfassung der Welt vorzubereiten, wird es mit allem einzelnen in bezug auf solche Wahrheiten vom Menschen als von einem Geistwesen zu tun haben. Gerade wie der Ton in einer gewissen Beziehung in eine höhere Sphäre heraufkommt, wenn er aus dem musikalischen Ton zum menschlichen gesprochenen Wort wird, so ist es auch im Weltenzusammenhange: die Sphärenharmonie wird etwas Höheres, wenn sie zum Weltenwort, zum -Logos wird. Das wird sie, wenn alles, was als Sphärenharmonie wirkt, Wort, Logos wird. Nun haben wir in der physischen Organisation des Menschen als das nächst Höhere — physiologisch — das Blut. Gerade so nun, wie der Muskel eingespannt ist in die Sphärenharmonien, so ist das Blut eingespannt in den Logos und kann immer mehr und mehr Ausdruck des Logos werden, wie es dies unbewußt seit der Menschwerdung ist. Das heißt, es besteht auf dem physischen Plan die Tendenz, daß in seinem Blut, das der Ausdruck des Ich ist, vom Menschen bewußt der Ausdruck des Logos empfunden wird. Und wenn die Menschen im sechsten Kulturabschnitt sich als Geistwesen kennengelernt haben, werden sie nicht mehr an der Phantasterei festhalten, daß die Muskeln durch die motorischen Nerven in Bewegung kommen, sondern sie werden erkennen, daß die Muskeln aus der persönlich gewordenen Sphärenharmonie heraus bewegt werden. Und im siebenten Kulturzeitraum werden dann die Menschen bis in das Blut hinein sich durchsetzt fühlen können vom Logos und werden dann erst fühlen können, was eigentlich im Johannes-Evangelium ausgedrückt ist. Denn erst im siebenten Kulturzeitraum wird das Johannes-Evangelium erkannt werden können in seiner Wissenschaftlichkeit. Und dann wird man nach und nach fühlen, wenn man die Wissenschaftlichkeit des Johannes-Evangeliums erkannt haben wird, daß in jedem Buche über Physiologie die ersten Worte des Johannes-Evangeliums stehen müßten, daß alles in der Wissenschaft hintendieren müßte auf diese Worte. Am besten ist es, wenn man sagt: Man kann heute schon vieles davon begreifen, aber noch lange nicht alles. Man kann es als ein Ideal sich vorhalten.

[ 27 ] Aus allem, was ich heute gesprochen habe, ersehen wir, daß man für die vierte nachatlantische Kulturepoche als besonders inspirierend das Matthäus-Evangelium anzusehen hatte, daß wir aber insbesondere für unsere Zeit als inspirierend das Markus-Evangelium anzusehen haben, daß für den nächsten, den sechsten Kulturzeitraum das LukasEvangelium wichtig wird, und daß wir uns darauf vorzubereiten haben, weil alles, was in der Zukunft eintreten soll, schon in der Vergangenheit seine Keime haben muß. Und alles, was im Laufe der Menschheitsentwickelung kommen muß, wird durch das JohannesEvangelium, indem wir dasselbe begreifen, voll sein Ausleben finden gegen den siebenten Zeitraum, gegen das Hereinbrechen der neuen Katastrophe hin. Deshalb wird es ganz besonders wichtig sein, daß wir das Markus-Evangelium auffassen als ein Buch, das uns Anleitung geben kann für manches, was wir zu üben, und für manches, vor dem wir uns zu hüten haben. Gerade die Sätze des Markus-Evangeliums in ihrer Kürze und in ihrem lapidaren Stil geben uns die Bedeutung des Christus-Impulses für das menschliche Ich und das Einleben dieses Impulses in das menschliche Ich.

[ 27 ] Aus allem, was ich heute gesprochen habe, ersehen wir, daß man für die vierte nachatlantische Kulturepoche als besonders inspirierend das Matthäus-Evangelium anzusehen hatte, daß wir aber insbesondere für unsere Zeit als inspirierend das Markus-Evangelium anzusehen haben, daß für den nächsten, den sechsten Kulturzeitraum das LukasEvangelium wichtig wird, und daß wir uns darauf vorzubereiten haben, weil alles, was in der Zukunft eintreten soll, schon in der Vergangenheit seine Keime haben muß. Und alles, was im Laufe der Menschheitsentwickelung kommen muß, wird durch das JohannesEvangelium, indem wir dasselbe begreifen, voll sein Ausleben finden gegen den siebenten Zeitraum, gegen das Hereinbrechen der neuen Katastrophe hin. Deshalb wird es ganz besonders wichtig sein, daß wir das Markus-Evangelium auffassen als ein Buch, das uns Anleitung geben kann für manches, was wir zu üben, und für manches, vor dem wir uns zu hüten haben. Gerade die Sätze des Markus-Evangeliums in ihrer Kürze und in ihrem lapidaren Stil geben uns die Bedeutung des Christus-Impulses für das menschliche Ich und das Einleben dieses Impulses in das menschliche Ich.

[ 28 ] Wichtig ist es, daß wir einsehen, daß es unsere Aufgabe ist, den Christus im Geiste zu begreifen, daß wir begreifen müssen, wie sich für die verschiedenen Zeitpunkte in die Zukunft hinein der Christus offenbaren wird. Für unsere Zeit wurde versucht, diese Aufgabe anzugeben in den Stellen des Rosenkreuzermysteriums «Die Pforte der Einweihung» in den Worten, die der Seherin Theodora in den Mund gelegt werden. Hier haben wir etwas wie ein Wiederkehren des Ereignisses, das Paulus vor Damaskus erlebte. Und es wäre nur ein Ausdruck des Materialismus unserer Zeit, wenn man glauben wollte, daß sich der Christus-Impuls noch einmal materiell ausleben sollte in einem physischen Menschenleib. Daß wir uns davor zu hüten haben, das können wir aus dem Markus-Evangelium lernen, das wieder für unsern Zeitraum eine ganz besondere Mahnung darstellt. Und wenn auch manches, was im Markus-Evangelium enthalten ist, schon gegolten hat für die Vergangenheit, so gelten seine Sätze doch namentlich in dem angedeuteten hohen moralischen Sinne für unsere nächste Zukunft. Da werden wir auf dem geistigen Gebiete die Notwendigkeit sehen des spirituellen Einflusses, der von der Geisteswissenschaft ausgehen muß.

[ 28 ] Wichtig ist es, daß wir einsehen, daß es unsere Aufgabe ist, den Christus im Geiste zu begreifen, daß wir begreifen müssen, wie sich für die verschiedenen Zeitpunkte in die Zukunft hinein der Christus offenbaren wird. Für unsere Zeit wurde versucht, diese Aufgabe anzugeben in den Stellen des Rosenkreuzermysteriums «Die Pforte der Einweihung» in den Worten, die der Seherin Theodora in den Mund gelegt werden. Hier haben wir etwas wie ein Wiederkehren des Ereignisses, das Paulus vor Damaskus erlebte. Und es wäre nur ein Ausdruck des Materialismus unserer Zeit, wenn man glauben wollte, daß sich der Christus-Impuls noch einmal materiell ausleben sollte in einem physischen Menschenleib. Daß wir uns davor zu hüten haben, das können wir aus dem Markus-Evangelium lernen, das wieder für unsern Zeitraum eine ganz besondere Mahnung darstellt. Und wenn auch manches, was im Markus-Evangelium enthalten ist, schon gegolten hat für die Vergangenheit, so gelten seine Sätze doch namentlich in dem angedeuteten hohen moralischen Sinne für unsere nächste Zukunft. Da werden wir auf dem geistigen Gebiete die Notwendigkeit sehen des spirituellen Einflusses, der von der Geisteswissenschaft ausgehen muß.

[ 29 ] Wenn wir die folgenden Worte im richtigen Sinne geistig erfassen, werden wir sie gerade auf unser Zeitalter und seine nächste Zukunft beziehen können: «Denn diese Tage werden eine Drangsal bringen, wie sie nie gewesen ist bisher, vom Anfange der Kreatur, die Gott geschaffen, und wie sie auch nie wieder sein wird.» Auf das Verständnis des Menschen müssen wir diese Worte anwenden: alle Drangsal steht in Aussicht für die Zukunft, welche das Wahre in seiner spirituellen Wahrheit zum Ausdruck bringen wird. «Und wenn der Herr diese Tage nicht verkürzt, wird nichts gerettet werden für das, was geistige Nahrung sein wird; aber um der Auserwählten willen hat er die Tage dieser Auserwählten kürzer gemacht.» Und hierauf heißt es dann: «Wenn jemand zu der Zeit wird zu euch sagen: Siehe, hier ist der Christus! siehe, da ist er! so glaubet es nicht.» Damit weist das Markus-Evangelium hin auf eine eventuelle matenialistische Auffassung des Christus. «Denn es werden sich erheben falsche Christi und falsche Propheten, die Zeichen und Wunder tun, daß sie auch die Auserwählten verführen, wenn es möglich wäre. Ihr aber sehet euch vor! Seht, ich habe euch alles vorausgesagt!»

[ 29 ] Wenn wir die folgenden Worte im richtigen Sinne geistig erfassen, werden wir sie gerade auf unser Zeitalter und seine nächste Zukunft beziehen können: «Denn diese Tage werden eine Drangsal bringen, wie sie nie gewesen ist bisher, vom Anfange der Kreatur, die Gott geschaffen, und wie sie auch nie wieder sein wird.» Auf das Verständnis des Menschen müssen wir diese Worte anwenden: alle Drangsal steht in Aussicht für die Zukunft, welche das Wahre in seiner spirituellen Wahrheit zum Ausdruck bringen wird. «Und wenn der Herr diese Tage nicht verkürzt, wird nichts gerettet werden für das, was geistige Nahrung sein wird; aber um der Auserwählten willen hat er die Tage dieser Auserwählten kürzer gemacht.» Und hierauf heißt es dann: «Wenn jemand zu der Zeit wird zu euch sagen: Siehe, hier ist der Christus! siehe, da ist er! so glaubet es nicht.» Damit weist das Markus-Evangelium hin auf eine eventuelle matenialistische Auffassung des Christus. «Denn es werden sich erheben falsche Christi und falsche Propheten, die Zeichen und Wunder tun, daß sie auch die Auserwählten verführen, wenn es möglich wäre. Ihr aber sehet euch vor! Seht, ich habe euch alles vorausgesagt!»

[ 30 ] So stark wird der Anprall des Materialismus sein, daß es nötig sein wird für die Menschenseelen, die Festigkeit zu gewinnen, die wirklich das Wort wird aushalten können: Es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten! - Aber wenn man dann sagen wird: Hier ist der Christus! — dann wird der, welcher sich unter den richtigen Einfluß der Geisteswissenschaft gestellt hat, auch die Mahnung befolgen können: Wenn man zu euch sprechen wird: Seht, hier ist der Christus! - so glaubet es nicht!

[ 30 ] So stark wird der Anprall des Materialismus sein, daß es nötig sein wird für die Menschenseelen, die Festigkeit zu gewinnen, die wirklich das Wort wird aushalten können: Es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten! - Aber wenn man dann sagen wird: Hier ist der Christus! — dann wird der, welcher sich unter den richtigen Einfluß der Geisteswissenschaft gestellt hat, auch die Mahnung befolgen können: Wenn man zu euch sprechen wird: Seht, hier ist der Christus! - so glaubet es nicht!