Excursions into the Subject of
the Gospel of Mark
GA 124
7 March 1911, Berlin
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Background to the Gospel of St. Mark, tr. Goddard, et.al.
Achter Vortrag
8. Laws of Rhythm in the Domain of Soul-and-Spirit.
[ 1 ] Wenn man sich an der Hand der Geisteswissenschaft auf die Betrachtung der Evangelien einläßt, dann macht man die Erfahrung, daß geradezu gewaltigste Erlebnisse uns aus diesen Evangelien entgegenklingen. Und man darf sagen, daß vielleicht die Menschen überhaupt erst eine Vorstellung bekommen werden von dem, was alles aus dem geistigen Erleben ihrer Verfasser, ihrer Schreiber, in diese Evangelien eingeflossen ist, wenn einmal Geisteswissenschaft etwas Populäreres geworden sein wird, als sie heute ist. Insbesondere werden dann auch allerlei Dinge an den Evangelien erkannt werden, welche nicht direkt in diesen Urkunden drinnen stehen, sondern welche einem nur auffallen können, wenn man diese vier Evangelien nebeneinander stellt und sie nebeneinander betrachtet. Da kann ja allerlei auffallen.
[ 1 ] When we study the Gospels in the light of Spiritual Science we find descriptions of momentous, overwhelming experiences. And it is only when Spiritual Science has been studied much more widely than it is to-day, that men will be able to form an adequate idea of what has been poured into these Gospels out of the spiritual experiences undergone by their authors. They will realise then that many things become apparent only when the accounts given in the four Gospels are studied side by side.
[ 2 ] Ich will zunächst einmal darauf aufmerksam machen, daß wir im Matthäus-Evangelium der eigentlichen Darstellung des Christus-Impulses eine Kindheitsgeschichte vorangeschickt sehen, die mit der Schilderung des althebräischen Volkes beginnt, beziehungsweise mit dem Stammvater desselben, so daß also zur Darstellung des ChristusImpulses im Matthäus-Evangelium nur bis zum Beginn des althebräischen Volkes zurückgegangen wird. Wir lernen also gewissermaßen aus diesem Evangelium den Träger der Christus-Wesenheit kennen als herausgewachsen aus dem althebräischen Volke. Wenn wir dann hinübergehen zur Betrachtung des Markus-Evangeliums, dann tritt uns der Christus-Impuls selber unmittelbar entgegen. Alles von der Kindheitsgeschichte wird zunächst unberücksichtigt gelassen. Nachdem wir darauf aufmerksam gemacht worden sind, daß durch Johannes den Täufer der große Vorherverkündiger des Christus-Impulses spricht, beginnt das Markus-Evangelium sogleich mit der Schilderung der Johannes-Taufe im Jordan. Dann wieder lernen wir durch das Lukas-Evangelium neuerdings eine Art von Kindheitsgeschichte kennen, aber jetzt eine solche, die viel weiter zurückgeht in bezug auf die Herleitung des Menschen Jesus von Nazareth, die sozusagen bis zum Beginn der Menschheit auf der Erde zurückgeht. Indem die Abstammung des Jesus von Nazareth bis zu Adam zurückgeführt wird und dann gesagt wird, «der war Gottes», gibt uns diese Kindheitsgeschichte deutlich zu erkennen, daß das Menschliche in dem Jesus von Nazareth zurückgeführt werden soll bis zu dem Zeitpunkt, wo der Mensch sich erst hervorgebildet hat seinem Ursprunge nach aus göttlich-geistigen Wesenheiten. Also bis zu jenem Zeitpunkt werden wir im LukasEvangelium zurückgeführt, der den Menschen nicht mehr als ein im Fleische verkörpertes Erdenwesen antrifft, sondern ihn antrifft als ein geistiges Wesen, welches gleichsam eben hervorgeht aus dem Schoße göttlicher Geistigkeit. Dann werden wir im Johannes-Evangelium so vor die große Tatsache gestellt, daß wir wieder ohne alle Kindheitsgeschichte, ohne alle Besprechung der Schicksale des Jesus von Nazareth sogleich - und nun in einem ganz besonders tiefen Sinne - zu dem Wesen des Christus hingeführt werden.
[ 2 ] Let me first of all call attention to the fact that in St. Matthew's Gospel the account of the Christ Impulse is preceded by references to childhood and a record of the generations of the Hebrew people from their first ancestor onwards. In this Gospel the account of the Christ Impulse takes us to the beginning of the Hebrew people from whom the bearer of the Christ Being is born. In St. Mark's Gospel we meet the Christ Impulse at the very beginning. The whole childhood story is omitted. We are simply told that John the Baptist was the forerunner of the Christ Impulse and the Gospel then begins at once with the description of the Baptism by John in the Jordan. From St. Luke's Gospel we get a different childhood story which traces the ancestry of Jesus of Nazareth much further back, ‘to the very beginning of humanity on Earth; the descent is traced to Adam who, it is then said, ‘was the son of God’. This indicates clearly that the human nature in Jesus of Nazareth is to be traced right back to the time when man was formed from divine-spiritual Beings. Thus St. Luke's Gospel takes us back to an epoch when man must not be regarded as an earthly being incarnated in the flesh, but as a spiritual being born from the womb of divine spirituality. In St. John's Gospel, again without any childhood story or any mention of the destinies of Jesus of Nazareth, we are led in a very profound way to the Christ Being Himself.
[ 3 ] Wir selber haben nun im Laufe der geisteswissenschaftlichen Entwickelung, die wir in den letzten Jahren zu absolvieren hatten, einen gewissen Gang bei der Betrachtung der Evangelien eingeschlagen, indem wir zuerst an dasjenige Evangelium herangetreten sind, welches uns die höchsten Ausblicke in die abstrakte Geistigkeit des Christus geben konnte, an das Johannes-Evangelium. Wir haben dann das Lukas-Evangelium betrachtet, um zu zeigen, wie dieses höchste Geistige, im Menschen sich auslebend, dargestellt wird, wenn dieser Mensch zurückverfolgt wird bis zu dem Zeitpunkt, wo er selbst hervorgegangen ist als irdischer Mensch aus der Göttlichkeit. Und wir haben dann das Matthäus-Evangelium betrachtet, um den ChristusImpuls als hervorgehend aus dem althebräischen Volke zu verstehen. Das Markus-Evangelium haben wir uns gewissermaßen bis zuletzt aufgespart. Warum wir das getan haben, werden wir nur recht verstehen, wenn wir manches von dem, was wir aus der allgemeinen Geisteswissenschaft in den letzten Zeiten berühren konnten, verbinden mit uns seit älteren Zeiten Bekanntem und mit manchem Neuen. Es ist deshalb in dem letzten Vortrage hier auf mancherlei im Menschenleben in der Zusammensetzung der menschlichen Wesensglieder aufmerksam gemacht worden, und es soll heute noch einmal eine ähnliche Betrachtung angestellt werden zur Einleitung, die uns wieder auf einzelnes in der Entwickelung des Menschen selber hinweisen kann. Denn es wird für die Menschheit immer notwendiger werden, daß die Entwickelungsbedingungen des Menschen erkannt - ja, nicht nur erkannt, sondern eingehalten werden.
[ 3 ] In the course of the development of Spiritual Science we have followed a definite path in our study of the Gospels. We began with the Gospel which reveals the very highest insight into the spirituality of Christ—namely, the Gospel of St. John. Then we studied the Gospel of St. Luke, in order to understand how the highest spirituality in human nature reveals itself when man's descent is traced back to the time when he came forth, as earthly man, from the Godhead. Study of St. Matthew's Gospel then helped us to understand the Christ Impulse as proceeding from the ancient Hebrew people. Study of St. Mark's Gospel has been left to the last. To understand the reason for this, many subjects recently touched upon must be connected both with facts already familiar to us and with others that are new. That is why in the last lecture I said something about aspects of human life in connection with the several members of man's being. I shall be speaking in a similar strain to-day, as a kind of introduction to certain aspects of evolution. For it will become more and more necessary to recognise the conditions upon which human evolution depends—indeed not only to recognise but also to heed them.
[ 4 ] Der Mensch wird, je weiter wir der Zukunft entgegenschreiten, immer selbständiger, immer individueller werden wollen. Der Glaube an äußere Autoritäten wird immer mehr und mehr ersetzt werden durch die Autorität der eigenen Seele. Das ist ein notwendiger Gang der Entwickelung. Damit aber dieser Gang von Heil und Segen werden kann, muß der Mensch seine eigene Wesenheit erkennen. Man kann nun nicht sagen, daß wir heute schon als gesamte Menschheit ganz besonders vorgeschritten wären in bezug auf die Schätzung und die Erkenntnis der menschlichen Wesenheit. Denn was geschieht heute unter vielem andern innerhalb unserer Zeitgeschichte? An allerlei Menschheitsprogrammen, an allerlei Menschheitsidealen und an dem, was man so nennt, fehlt es gewiß in unserer Zeit nicht. Man könnte fast sagen: Nicht nur jeder zweite Mensch, sondern jeder Mensch möchte heute auftreten als eine Art kleiner Messias mit einem Spezialideal, möchte aus seinem Kopfe und aus seinem Herzen heraus ein ideelles Bild von dem aufstellen, was der Menschheit zum Heile und zum Segen gereichen soll. - Und an Vereinen und Gesellschaften, die begründet werden, um dieses oder jenes, wovon die Menschen glauben, daß es das Notwendigste sei, in unsere Kultur einzuführen, daran fehlt es insbesondere heute nicht. Programme und ideelle Forderungen haben wir heute in Hülle und Fülle, und auch an Glauben für solche Programme fehlt es nicht. Denn die Kraft der Überzeugung bei denen, die solche Programme in unserer Zeit aufstellen, ist bis zu einem solchen Grade gediehen, daß es nächstens nötig wird, eine Art von Konzil abzuhalten, welches die Unfehlbarkeit eines jeden Menschen beschließen würde. Damit geben wir etwas an von dem, was im tiefsten Sinne charakteristisch ist für unsere Zeit.
[ 4 ] As they advance into the future men will become more and more independent, more and more individualistic. Belief in external authorities will be increasingly replaced by belief in the authority of a man's own soul. This is a necessary trend of evolution. If, however, it is to bring well-being and blessing, man must have knowledge of his own being, and it cannot be said that humanity in general has yet advanced very far in this respect. What is particularly characteristic of the present day? There is no shortage of ideals and programmes for the good of humanity. Practically every single individual comes forward as a small-scale Messiah and is anxious to create a picture of ideal human happiness. Above all there is no shortage of associations and societies founded for the purpose of introducing into our culture something they consider essential. There is also abundant faith in these programmes and ideals: indeed so convinced of their value are their promoters that it will soon be necessary to set up a kind of Council to establish the infallibility of individuals concerned! All this is deeply characteristic of our age.
[ 5 ] Durch die Geisteswissenschaft werden wir nicht abgehalten, an unsere Zukunft zu denken. Aber wir werden darauf hingewiesen, daß Grundbedingungen und Gesetze da sind, die nicht ungestraft außer acht gelassen werden dürfen, wenn wir in bezug auf die Impulse etwas erreichen wollen. Denn was glaubt der heutige Mensch? Er geht mit sich zu Rate, es steigt in seiner Seele dieses oder jenes Ideal auf, und er hält sich für fähig, im weitesten Umkreise dieses Ideal in die Wirklichkeit einzuführen. Dabei denkt er nicht daran, daß etwa der Zeitpunkt, um dieses Ideal in die Wirklichkeit einzuführen, noch nicht gekommen sein könnte, und daß das Bild, das er sich von diesem Ideal macht, vielleicht nur eine Karikatur ist, und daß vielleicht erst eine mehr oder weniger ferne Zukunft ein solches Ideal ausreifen lassen könnte. Kurz, das kann der Mensch heute so schwer verstehen, daß in der Entwickelung ein jegliches Ereignis vorbereitet sein muß, daß ein jegliches Ereignis in einen bestimmten, durch die allgemeinen makrokosmischen Weltenverhältnisse bedingten Zeitpunkt hineinfallen muß. Es ist für den heutigen Menschen außerordentlich schwierig, so etwas zu fassen. Es ist das aber doch ein allgemeines Gesetz und gilt für jeden einzelnen Menschen, wie es gilt für das ganze Menschengeschlecht. Für den einzelnen Menschen können wir dieses Gesetz erkennen, wenn wir geistesforscherisch das Leben beobachten. Da können wir uns sozusagen an das Kleinste, Nächstliegendste halten, an irgend etwas, was aus unserer Seele selber entspringen soll.
[ 5 ] Spiritual Science does not stop us from thinking about our future, but indicates certain fundamental laws and conditions which cannot be disregarded with impunity if its impulses are to achieve any positive effect. What does a modern man believe? An ideal takes shape in his soul and he considers himself capable of making it everywhere a reality. He does not pause to reflect that the time may not be ripe for its fulfilment, that the picture he has formed of it may be a caricature or that it can become mature only in a more or less distant future. In short, it is very difficult for a man today to understand that every event must be prepared for and occur at a particular point of time determined by macrocosmic conditions. Nevertheless this is a universal law and holds good for each individual as well as for the whole human race. We can recognise how this law affects an individual when we study his life in the light of Spiritual Science for we can turn to experiences lying very near at hand.
[ 6 ] Ich will Ihnen nun nicht allgemeine Ideen vordeklamieren, sondern mich mehr an die Beobachtung halten. Deshalb will ich zunächst einmal annehmen, irgend jemand komme in die Lage, eine Idee mit aller Intensität in seiner Seele zu fassen, so daß er für diese Idee entflammt ist, daß diese Idee in seiner Seele auch eine ganz bestimmte Gestalt annimmt, daß er durchdrungen ist von dem Willen, diese Idee in irgendeiner Weise zu verwirklichen. Also nehmen wir an, diese Idee taucht in seinem Kopfe auf und er ist durchdrungen von dem Empfindungsimpuls seines Herzens. Dann wird der Mensch der heutigen Zeit nicht recht warten können; er wird natürlich frisch darauf losgehen, diese Idee zu verwirklichen.
[ 6 ] I am not going just to generalise but will keep to what can be observed. Let us suppose that someone conceives an idea which fires him with enthusiasm; it takes definite form in his soul and he is anxious to bring it in some way to fulfilment. The idea comes into his head and his heart urges him to act. In such circumstances a man of to-day will find it almost impossible to wait; he will go all out to bring this idea to fulfilment.
[ 7 ] Nehmen wir an, diese Idee sei zunächst eine kleine Idee, die nur irgendwelche Mitteilungen über wissenschaftliche oder künstlerische Fakta betreffe. Wird der Okkultist, der die Gesetze kennt, auch eine solche wildfremde Idee der Welt gleich entgegenbringen? -— Nehmen wir an, daß es sich um eine kleine Idee handelt. Da weiß der Okkultist, daß die erste Art, wie diese Idee auftritt, zunächst ein Leben dieser Idee im menschlichen Astralleib ist. Das könnte man äußerlich schon daran beobachten, daß der Enthusiasmus in unserer Seele vorhanden ist. Der ist zunächst eine Kraft in unserem Astralleib. Es wird nun in der Regel von Unheil sein, wenn der Mensch die Idee in diesem Stadium nicht in sich ruhen läßt, sondern sie gleich vor seine Mitmenschen oder vor die Welt trägt, denn zunächst muß diese Idee einen ganz bestimmten Weg durchmachen. Sie muß nämlich den Astralleib immer tiefer und tiefer ergreifen und sich dann wie ein Siegelabdruck einprägen in den Ätherleib. Wenn diese Idee nun eine kleine Idee ist, so kann das ein Prozeß sein, der zum Beispiel in sieben Tagen verläuft. Aber diese Zeit ist notwendig. Und wenn der Mensch stürmisch darauf loswettert mit seiner Idee, so hat er immer die Tendenz, ein Wichtiges zu übersehen, nämlich, daß nach sieben Tagen ein ganz bestimmtes Erlebnis auftritt, das subtiler Art ist. Merkt man auf solche Dinge, so kann man dieses Erlebnis haben; wütet man darauf los mit seiner Idee und sagt: Herein damit in die Welt! - so ist die Folge die, daß die Seele gar nicht geneigt ist, auf das hinzuhorchen, was am siebenten Tage stattfindet. Am siebenten Tage findet nämlich bei einer kleinen Idee immer statt, daß man eigentlich nicht recht etwas damit anzufangen weiß, daß sie einem wieder in der Seele entschwindet. Man ist beunruhigt, innerlich vielleicht sogar gequält, mit allerlei Zweifeln durchsetzt, während man aber doch die Idee, trotzdem sie zu etwas Quälerischem geworden ist, liebgewonnen hat. Der Enthusiasmus hat sich verwandelt in ein intimes Gefühl der Liebe. So ist diese Idee jetzt im Ätherleib drinnen.
[ 7 ] Let us suppose that the idea is, in itself, insignificant, or merely a matter of information about scientific or artistic facts. An occultist, who knows the law, will not immediately proclaim his unfamiliar idea to the world. An occultist knows that such ideas live, first of all, in the astral body: the presence of enthusiasm in the soul is sufficient evidence of this, for enthusiasm is preeminently a force in the astral body. Now as a rule it will be harmful if at this stage a man does not let the idea rest as it is but proclaims it at once to his fellow-men or to the world, for the idea must follow a quite definite course. It must take deeper and deeper hold of the astral body and then impress itself into the etheric body like the imprint of a seal. If the idea is of no great importance this process may take seven days—that is the minimum time necessary. And if a man storms around with his idea he is always apt to overlook something very important, namely that after seven days there will be a subtle but quite definite experience. This experience we may have if we pay proper attention. But if a man rushes wildly around trying to launch the idea into the world, the soul will certainly not be alert to what may happen on the seventh day. In the case of an idea of only slight importance we shall always find that on the seventh day we don't really know what to do with it, and it fades away. We may feel ill at ease, perhaps inwardly worried and oppressed with all kinds of doubts, yet in spite of this we find ourselves attuned to the idea. Enthusiasm has changed into an intimate feeling of love: the idea is now in the etheric body.
[ 8 ] Wenn sie nun weiter gedeihen soll, muß sie die äußere Astralsubstanz, die uns immer umgibt, ergreifen. Also von unserem Astralleib muß sie zunächst in unsern Ätherleib wandern und von dort in die äußere Astralität. Zu diesem Wege braucht die Idee wieder sieben Tage. Und wenn man dann nicht ein solcher Zögling ist, daß man sagt: Wenn die Idee uns anfängt zu quälen, will man sie nicht mehr haben, also flugs hinunter mit ihr! — sondern wenn man achtgibt auf den Gang des Lebens, dann kann man nach dieser Zeit erkennen, daß etwas eintritt, was sich etwa so ausdrücken läßt: Ein äußeres Entgegenkommen findet man für seine Idee, so daß man sich sagt: Es ist gut, daß du vierzehn Tage gewartet hast, denn jetzt bist du mit deiner Idee nicht mehr allein. Es ist so, wie wenn du inspiriert wirst von dem Makrokosmos, so daß in deine Idee etwas eindringt von der äußeren Welt. - Man fühlt dann erst, daß man als Mensch im Zusammenklang ist mit der ganzen geistigen Welt, die einem etwas entgegenbringt, wenn man ihr etwas entgegenbringt. Das ist ein gewisses beseeligendes Gefühl, das dann auftritt nach einem Zeitraum von etwa zweimal sieben Tagen.
[ 8 ] If the idea is to continue to thrive it must now lay hold of the outer astral substance which always surrounds us. Hence it must pass from the astral body into the etheric body and from there into the outer astrality. For this, seven more days are needed. And unless the man in question is such a novice that when the idea begins to worry him he wants to get rid of it, he will realise, if he pays attention to what happens, that after this period something from without comes to meet his idea; he then recognises that it has been beneficial to wait fourteen days, because now he is not alone with his idea. It is as if he had been inspired from the Macrocosm, as if something had penetrated into his idea from the outer world. He will then for the first time feel in harmony with the whole spiritual world and will realise that it brings something to him when he has something to bring to it. A certain feeling of contentment arises after a period of about twice seven days.
[ 9 ] Dann muß diese Idee aber wieder den Weg zurück machen, und zwar zunächst wieder von der äußeren Astralität in den Ätherleib hinein. Dann spüren wir sie schon recht gegenständlich, und die Versuchung ist da eine recht große, sie der Welt zu übergeben. Da müssen wir nun wieder mit aller Kraft zurückhalten; denn es ist jetzt die Gefahr vorhanden, daß die Idee, weil sie noch in dem Ätherleibe ruht, in einer kalten Weise in die Welt eintreten würde und kalt, eiisig der Welt mitgeteilt würde. Wenn wir aber einen weiteren Zeitraum von sieben Tagen abwarten, so geht das, was eisig ist, herauf und durchdringt sich mit der Wärme des eigenen astralischen Leibes wieder, gewinnt den Charakter des Persönlichen; so daß wir das, was wir erst geboren und von Göttern haben taufen lassen, nun der Welt übergeben dürfen als unser eigenes. Diese letzten drei Stadien müßte eigentlich jeder Impuls, den wir in unserer Seele fühlen, durchmachen, bis er reif wird in uns selber. Das gilt für eine kleine Idee.
[ 9 ] But now the idea has to retrace its path, to pass from the outer astrality back into the etheric body. It has then become concrete and the temptation to communicate it to the world is very great. We must resist this with all our might, for there is now the danger that because the idea still lies in the etheric body, it may pass coldly into the world. If we wait another seven days the coldness leaves it and it is again filled with the warmth of the individual astral body and takes on a personal quality. That to which we gave birth and have allowed to be baptised by the Gods may now be given over to the world as our own. Every impulse in the soul must pass through these last three stages before it becomes fully mature. This holds good for ideas of no great significance.
[ 10 ] Für eine Idee, die bedeutungsvoller sein kann, werden längere Zeiträume, aber immer solche, die im Rhythmus von sieben zu sieben ablaufen, notwendig sein. So bilden die Wochen, nicht Monate, dann aber wieder Jahre einen solchen Rhythmus, so daß wir einen Ablauf von sieben zu sieben Wochen und dann von sieben zu sieben Jahren haben können.
[ 10 ] In the case of an idea of weight and importance, longer periods will be necessary, but always in this rhythm of seven to seven.
[ 11 ] Daraus sehen wir also, daß es nicht bloß darauf ankommt, wie der heutige Mensch glaubt, irgend etwas als Impuls in seiner Seele zu haben, sondern daß man die Fähigkeit besitzen muß, diesen Impuls geduldig zu tragen, ihn taufen zu lassen vom Weltengeiste und ihn dann im reifen Zustande auszuleben. Man könnte noch andere solche Gesetze, die es gibt, hinzufügen; denn was man Entwickelung der Seele nennt, ist voll von solchen Gesetzmäßigkeiten. Wenn wir so zum Beispiel an einem Tage ganz besonders fühlen - und diese Tage sind für das Menschenleben recht verschieden — : Du bist heute wie vom Weltengeiste begünstigt, in dir steigen Ideen auf! - dann ist es gut, nicht etwa darauf loszurasen, sondern zu wissen, daß nach neunzehn Tagen ein ähnlicher Befruchtungsprozeß in der Seele vorhanden ist. Kurz, die menschliche Seelenentwickelung ist voller solcher Gesetzmäßigkeit. Nun hat ja der Mensch - man könnte sagen, Gott sei Dank - ein starkes instinktives Gefühl dafür, diese Dinge nicht gar zu übertreiben, sie nicht ganz außer acht zu lassen. Er beachtet sie schon. Insbesondere die Menschen, die darauf angewiesen sind, Höheres in sich auszubilden und es reifen zu lassen, die beachten es, ohne eigentlich die Gesetze zu kennen. So würde man leicht nachweisen können, wie künstlerische Naturen einen gewissen Rhythmus, eine gewisse Periodizität in ihrem Schaffen zeigen, einen gewissen Rhythmus nach Tagen, nach Wochen, nach Jahren und so weiter. Das kann gerade bei Künstlern allerersten Ranges recht leicht gezeigt werden, zum Beispiel an Goethe: daß tatsächlich in seiner Seele irgend etwas auftritt und nach viermal sieben Jahren eigentlich erst reif wird, und dann in einer anderen Gestalt, als wir es zuerst in der Seele Goethes haben auftreten sehen, herauskommt.
[ 11 ] You see, then, that what really matters is not, as a modern man thinks, to have an impulse in his soul but to be able to bear this impulse with patience, to let it be baptised by the World-Spirit and to let it live and achieve a state of maturity. Other such laws could be cited for the soul's development is a process full of ordered rhythms. For example, on some particular day—and such days vary greatly—we may feel that we have been blessed by the World-Spirit and ideas surge up from within us. In these circumstances it is a good thing not to lose our head but to recognise that after nineteen days a similar process of fructification may be expected. As I say, the development of the human soul is a process full of regular rhythms. On the whole, man has a healthy instinct not to carry these things to excess or to disregard them entirely. He takes heed of them, especially if he is one who aims at developing higher qualities and who allows them to mature; he heeds these things without being consciously aware of the law. It would be easy to show that in the creative work of artists there is evidence of a certain periodicity, a certain rhythmic process, a rhythm of days or weeks or years. This is particularly apparent in the lives of artists of the first rank—in the life of Goethe, for instance. It can easily be shown that something arises in Goethe's soul, becomes mature only after a period of four times seven years, and then appears in a different form.
[ 12 ] Man könnte nun leicht nach den Neigungen der heutigen Zeit sagen: Ja, mein lieber Geistesforscher, solche Gesetze mag es ja geben; aber warum soll sich der Mensch viel darum kümmern? Instinktiv wird er sie schon beobachten. — Ja, dieser Satz galt für die Vergangenheit. Weil aber die Menschen immer selbständiger werden, immer mehr und mehr hinhorchen auf die eigene Individualität, müssen sie auch immer mehr und mehr einen inneren Kalender in sich entwickeln lernen. Wie die Menschen einen äußeren Kalender haben, der seine große Bedeutung hat für die physischen Verrichtungen, so wird der Mensch für die Zukunft, wenn seine Seele an Intensität wächst, zum Beispiel innere Wochen fühlen, wird ein aufund abwogendes Lebensgefühl und innere Sonntage fühlen. Denn nach der Verinnerlichung hin rückt die Menschheit vor. Vieles von dem, was die Menschheit früher erlebt hat in der Einteilung des äußeren Lebens zahlenmäßig, das wird der Mensch später innerlich erleben, das wird eine Auferstehung des Makrokosmischen in der Seele erleben, je weiter wir der Zukunft entgegengehen. Es wird ihm eine selbstverständliche Pflicht sein, nicht Tumult und Rumor in der menschlichen Entwickelung anzurichten, indem er die heiligen Gesetze der Seelenentwickelung fortwährend übertritt. Die Menschen werden aufsteigen zu dem Verständnis, daß es nur einem raffinierten, höheren Egoismus entspricht, wenn sie immer gleich das, was in ihrer Seele Platz greift, mitteilen wollen. Und die Menschen werden selbstverständlich dazu kommen, den Geist in ihrer Seele zu fühlen, und zwar nicht abstrakt, wie sie es heute tun, sondern sie werden empfinden, wie dieser Geist in ihrer Seele regelmäßig und gesetzmäßig wirkt. Und sie werden, wenn ihnen etwas eingefallen ist, wenn sie selber ihr Seelisches mitteilen wollen, nicht darauf losstürzen wie ein wütender Stier auf die Menschheit, sondern darauf hinhorchen, was die geisterfüllte Natur im Innern des Menschen spricht.
[ 12 ] In line with the tendency of the times, the general attitude might be: Yes, that is all very well; there may be such laws, but why should people trouble much about them? They will observe them instinctively.—Now that may have been true in the past; but because men are becoming more independent, more and more attentive to their own individuality, they must also learn to develop an inner calendar. Just as there are outer calendars of importance for everyday matters, so in the future, as the intensity of man's soul-life increases, he will have a feeling of ‘inner weeks’, of an inner ebb and flow of life, of inner ‘Sundays’, for the trend of humanity is towards an increasing inwardness. As we move towards the future, much of what man has experienced in the past as a result of the rhythmical periodicity of his life will be experienced later on as a macrocosmic resurrection in the life of soul. It will then seem to be an obvious duty to avoid bringing tumult and disorder into evolution by constantly transgressing the laws of the soul's development. Men will come to realise that the wish to communicate immediately whatever takes root in the soul is only a subtler form of egoism. They will come to feel the spirit working in the soul, not abstractly, as nowadays, but in conformity with law. And when some idea occurs to them, when they may desire to communicate some inner experience to others, they will not set about their fellow-men like raging bulls but listen to what spirit-filled nature has to say in their inmost soul.
[ 13 ] Was wird es bedeuten für die Menschen, wenn immer mehr und mehr Geltung haben wird, was so aus der Gesetzmäßigkeit des inneren Geistigen in die Welt tritt, auf das wir hinhorchen sollen, von dem wir uns inspirieren lassen sollen? - Im weitesten Umfange haben die Menschen heute noch kein Gefühl für eine solche Sache. Sie glauben nicht daran, daß die Geister im Innern den Menschen ergreifen und gesetzmäßig wirken werden. Man wird es noch lange - auch dort, wo man es mit der menschlichen Kultur gut meint - als eine Torheit betrachten, wenn von diesem inneren gesetzmäßigen Wirken des Geistes gesprochen wird. Und an denjenigen, die aus der geisteswissenschaftlichen Erkenntnis heraus an den Geist glauben, wird sich durch die tiefe Antipathie der uns überkommenen Zeiten erfüllen, was gerade für unsere Zeiten im Markus-Evangelium gesagt ist: «Wenn sie euch nun abführen und überantworten werden, so sorget nicht voraus, was ihr reden sollt, und bedenket auch nicht zuvor; sondern was euch zu derselbigen Stunde gegeben wird, das redet. Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der heilige Geist.»
[ 13 ] What will it mean for men when they come more and more to recognise the spirituality which works in the world in obedience to law and by which they should let themselves be inspired? The vast majority of men to-day still have no feeling for such things. They do not believe that spiritual beings will lay hold of and work within their soul according to law. Even those who sincerely desire to work for cultural progress will for a long time yet regard it as madness to speak of this ordered activity of the spirit. And owing to the antipathy that is so prevalent to-day, those whose belief in the spirit is founded on spiritual-scientific knowledge will find that certain words in St. Mark's Gospel are directly applicable to them, and indeed to the present time: ‘But when they shall lead you, and deliver you up, take no thought beforehand what ye shall speak, neither do ye premeditate: but whatsoever shall be given you in that hour, that speak ye; for it is not ye that speak, but the Holy Ghost’ (xiii, 11).
[ 14 ] Eine solche Stelle, die insbesondere auf unsere Zeit hindeutet, müssen wir so zu verstehen suchen, daß sie ihre Geltung durch das Stehen im ganzen Zusammenhange nicht allein des Markus-Evangeliums, sondern auch der anderen Evangelien erhält. Wenn Sie sich im Markus-Evangelium umschauen, werden Sie sehen, daß es Dinge enthält, die zum allergrößten Teil auch in den andern Evangelien zu finden sind. Aber eine Stelle im Markus-Evangelium ist doch ganz merkwürdig, die so in den andern Evangelien nicht vorkommt. Diese eine Stelle ist aus dem Grunde ganz besonders merkwürdig, weil die Evangelienforscher allerlei wirkliche große Torheiten gerade über diese Stelle gesprochen haben. Es ist, wo der Christus Jesus zu einer Predigt an das Volk heraustritt und wo gesagt wird, nachdem er seine Apostel gewählt hat: «Und sie kamen zu Hause; und da kam aber mal das Volk zusammen, also daß sie nicht Raum hatten zu essen. Und da es die Seinen hörten, gingen sie aus und wollten ihn halten; denn sie sprachen: Er ist von Sinnen.»
[ 14 ] We must try to understand a passage such as this, which has special significance for our own time because of its place in the whole framework not only of St. Mark's Gospel but in that of the other Gospels as well. Generally speaking, St. Mark's Gospel contains a good deal that is also found in the other Gospels. But there is one very remarkable passage which does not occur in the other Gospels and is particularly noteworthy because of the silly statements that have been made about it by biblical commentators. It is the passage where we are told that after Christ Jesus had chosen His disciples, He went out to preach to the people:‘And they went into an house. And the multitude cometh together again, so that they could not so much as eat bread. And when his friends heard of it, they went out to lay hold on him, for, they said, he is beside himself’ (iii, 20-1).
[ 15 ] Diese Stelle ist so in den andern Evangelien eigentlich nicht vorhanden. Wenn wir nun daran denken, daß die Entwickelung nach der Menschenzukunft hin so verlaufen wird, daß das paulinische Wort: Nicht ich, sondern der Christus in mir! - immer wahrer und wahrer werden wird, daß also dasjenige menschliche Ich allein fruchtbar werden kann, das den Christus-Impuls in sich aufnimmt, so dürfen wir gerade die angeführte Stelle im eminentesten Sinne auf unsere Zeit beziehen. Dies Schicksal, das der Christus Jesus vorbildlich während der palästinensischen Ereignisse gehabt hat, wird - wie alle ChristusEreignisse - an der ganzen Menschheit im Laufe der Zeit sich ausleben. Immer mehr und mehr wird man in der nächsten Menschenzukunft verspüren, daß überall, wo im geisteswissenschaftlichen Sinne der Christus aus dem inneren Verständnisse heraus verkündigt wird, tiefste Antipathien sich geltend machen werden bei allen denjenigen, welche an die Geisteswissenschaft instinktiv nicht heran wollen. Man wird es im Grunde genommen nicht schwer haben einzusehen, daß in der Zukunft sich das ausleben wird, was uns als vorbildliches ChristusEreignis gerade im Markus-Evangelium geschildert ist. Die äußere Lebenspraxis vieler Menschen, wie auch vieles von dem, was sich als Kunst geltend machen wird, vor allem aber im weitesten Umfange das, was sich als Wissenschaft gebärden wird, wird in bezug auf diejenigen, welche den Geist im Christus-Sinne verkündigen werden, gerade von der nächsten Zukunft sagen: Es gehen aus ihr solche Menschen hervor, bei denen es scheint, als ob sie von Sinnen wären.
[ 15 ] When we consider that in the future course of human evolution St. Paul's saying, ‘Not I, but Christ in me’, will become more and more true, that only an Ego which receives into itself the Christ Impulse can work fruitfully, we are justified in regarding the passage as particularly relevant to the present time. The destiny lived through by Christ Jesus during the events in Palestine will be lived through by the whole of mankind in the course of the ages. In the immediate future it will be more and more noticeable that wherever Christ is proclaimed with inner understanding, intense antipathy will be displayed by those who instinctively avoid Spiritual Science. It will not be difficult in the future to see how a prototypal event in Christ's life described in St. Mark's Gospel is coming to expression. Men's attitude to daily life, or the way in which art develops, and more particularly what is so widely accepted as science, will make it clear that what was said of Christ will be said of those who proclaim the Spirit in the truly Christian sense: There are many among them who seem to be beside themselves.
[ 16 ] Denn das muß immer wieder und wieder gesagt werden, daß die wichtigsten Tatsachen des geistigen Lebens, wie sie von der Geisteswissenschaft dargestellt werden, gegen die Zukunft hin als Phantastereien und Narreteien bei dem größten Teil der Menschheit werden angesehen werden. Und wir sollen aus dem Markus-Evangelium die Stärkung schöpfen, die wir brauchen, um festzustehen gegen einen Widerspruch, der sich erheben wird gegenüber der Wahrheit, die auf spirituellem Felde wird gefunden werden können.
[ 16 ] Again and again we must repeat that as time goes on the most important facts of the spiritual life as presented by Spiritual Science will be regarded as fantastic nonsense by the greater part of humanity. And from the Gospel of St. Mark we should draw the strength we need to stand firm in face of opposition to the truths that will be unveiled in the domain of the spirit.
[ 17 ] Wenn man eine Empfindung hat für die feineren stilistischen Unterschiede des Markus-Evangeliums von den andern Evangelien, so merkt man auch, daß geisteswissenschaftlich gerade im MarkusEvangelium manches anders enthalten ist als in den übrigen Evangelien. Man merkt, daß durch den Satzbau, durch die Auslassung manches Satzes, der in den andern Evangelien enthalten ist, manches, was leicht abstrakt genommen werden könnte, eine besondere Schattierung erhält. Hat man dafür eine Empfindung, dann wird man insbesondere auch merken, daß im Markus-Evangelium eine einschneidende, eine bedeutungsvolle Ich-Lehre gegeben ist, eine Lehre von der ganzen Bedeutung des menschlichen Ich. Um dies zu verstehen, beachte man nur eine einzige Stelle dieses Evangeliums mit allen ihren Eigenheiten, die sie dadurch hat, daß dieses oder jenes ausgelassen ist, was in den andern Evangelien innerhalb dieser Stelle vorkommt. Hat man nun eine Empfindung für solche Eigenheiten, dann wird man fühlen können das ganz Bedeutungsvolle, was in dieser Stelle des Markus-Evangeliums liegt. Führen wir sie uns vor Augen:
[ 17 ] If we have any feeling for the finer variations of style between the Gospel of St. Mark and the other Gospels, we shall also notice that the form in which certain things are presented by St. Mark is different from that to be found in the other Gospels. We become aware that through the actual structure of the sentences, through the omission of certain sentences found in the other Gospels, many things that might easily be taken abstractly are given definite shades of meaning. If we are sufficiently perceptive we shall realise that St. Mark's Gospel contains incisive and very important teaching concerning the ‘I’, concerning the inmost significance of the ‘I’ in man. To understand this we need only look carefully at one passage in the Gospel which has all the peculiar features due to the omission of details that are included in the accounts given in the other Gospels. Here is the passage in St. Mark's Gospel which, if there is a feeling for such details, will indicate its deep significance:
[ 18 ] Und der Jesus zog aus, und seine Bekenner begleiteten ihn in die Orte, die waren in der Umgegend von Cäsarea Philippi. Und als sie des Weges gingen, sprach er zu denen, die um ihn herum waren: Was sagen die Leute darüber, was das Ich sei? Was erkennen die Leute als das Ich an? - Da antworteten die, welche um den Jesus waren: Die Leute sagen, es müsse im Ich leben, damit das Ich richtig sei, Johannes der Täufer. Andere aber auch sagen, es müsse dieses Ich durchzogen sein von Elias, und Elias müsse in dem Ich leben; andere wieder sagen, ein anderer der Propheten müsse so behandelt werden, daß das Ich sagt: Nicht ich, sondern dieser Prophet in mir wirkt. — Er aber sprach zu denen, die um ihn waren: Was sagt denn ihr, daß das Ich sei? - Da antwortete Petrus: Das Ich so gefaßt, daß wir es erkennen in seiner Geistigkeit als Du, das ist der Christus! — Und da antwortete er denen, die um ihn herum waren: Hütet euch davor, dies den gewöhnlichen Menschen zu sagen! Denn dies Geheimnis können sie noch nicht verstehen. — Diejenigen aber, die um ihn herum durch dieses Wort angeregt waren, fing er an, das Folgende zu lehren: Das im Menschen, was äußerlich physisch ausdrückt die Ichheit, das muß, wenn diese Ichheit im Menschen voll aufleben soll, vieles leiden; und so wie es war, muß es sich gefallen lassen, daß die ältesten Meister der Menschheit und diejenigen, die da wissen, was in der heiligsten Weisheit steht, daß diese sagen: In der Gestalt, in der es so vorhanden ist, ist es nicht zu brauchen; es muß in der Gestalt getötet werden und nach einem durch die Weltverhältnisse bedingten Rhythmus von drei Tagen wieder aufleben aus einer höheren Gestalt heraus. - Und bestürzt waren sie alle, als er diese Worte frei und offen redete.
[ 18 ] And Jesus went out accompanied by His disciples into the towns that are in the neighbourhood of Caesarea Philippi. And on the way He asked those who were around Him: ‘What do men say of the ‘I’? Whom do men recognise as the ‘I’?’—And those who were around Jesus answered: ‘Men say that in the ‘I’, if the ‘I’ is the true ‘I’, there must live John the Baptist; but others say that this ‘I’ must be filled with Elias, that Elias must live in the ‘I’; others again say that another of the prophets must be regarded in such a way that the ‘I’ says: Not I, but this prophet works in me.’ But He said to those around him: ‘But whom do you say is the ‘I’?’ And Peter answered: ‘We understand the ‘I’ in its essential spirituality to be Thou, the Christ!’ And Christ charged those around Him: ‘Tell nothing of this to ordinary men, for they cannot yet understand this mystery!’ (viii, 27-33) 1Dr. Steiner was not quoting any of the usual versions of this passage but giving an extended paraphrase to clarify the points he wanted to make. But to those around Him who had been inwardly stirred by His words He began to give this teaching: That which is the outward, physical expression of Ego-hood in the human being must endure much suffering if the ‘I’ is to live in man. The ancient Masters of humanity and those who have knowledge of the holiest wisdom declare that in the form in which the ‘I’ is present, it cannot function; in this form it must be killed and after a rhythm of three days—a rhythm determined by cosmic laws—it must rise again in a higher form. And they were all amazed that He spoke these words openly before all men ...
[ 19 ] Da muß ich eine Anmerkung machen. Ein solches Wort durfte bis dahin nur in den Mysterien gesprochen werden. Es war ein Geheimnis, das bis dahin nur innerhalb der Mysterientempel gesprochen war, das Geheimnis, daß der Mensch durchmachen mußte das «Stirb und Werde» in der Initiation und aufwachen mußte nach drei Tagen. Daraus erklärt es sich, wenn es heißt:
[ 19 ] At this point I must make a comment. Up to that time such words would have been permissible only in the secrecy of the Mysteries. A secret otherwise strictly guarded in the Mystery-temples was that in the process of Initiation a man must pass through the experience of ‘dying and becoming’ and waken after three days. This is an indication of the meaning of the verses which are to the following effect.—
[ 20 ] Petrus war bestürzt, nahm den Christus beiseite und bedeutete ihm, daß so etwas nicht frei und offen gesagt werden dürfe. Da wandte sich der Christus Jesus um und sagte: Sagst du so etwas, Petrus, dann gibt dir das der Satan ein; denn wie du diese Wahrheit sprichst, liegt sie hinter unserer Zeit, gehört der Vergangenheit an; da mußte sie in die Tempel eingeschlossen werden. In der Zukunft wird sie in dem Hinblick auf das Urmysterium von Golgatha nach und nach Eigentum der ganzen Menschheit werden können. So ist es bestimmt in der göttlichen Führung der Weltentwickelung. Und wer anderes sagt, der spricht nicht aus der göttlichen Weisheit heraus, sondern wandelt die göttliche Weisheit in die zeitliche Gestalt um, die sie beim Menschen in der Vergangenheit hatte.
[ 20 ] Peter was amazed, took the Christ apart and intimated to Him that such things should not be spoken of openly. Then Christ Jesus turned about and said: ‘In speaking thus, Peter, the words are being put into your mouth by, Satan. The way in which you speak of this truth now belongs to the past, not to the present. In the past, such a truth was confined to the Temples; but in the future, because of the Mystery of Golgotha, it will be openly announced to all humanity. This is ordained by the divine guidance of world-evolution. Anyone who speaks in a contrary sense is not speaking out of divine wisdom but is distorting the divine wisdom into the form that was fitting only in the past.’
[ 21 ] So ungefähr müssen wir diese Stelle verstehen, die uns insbesondere in ihrer ganzen lapidaren Größe im Markus-Evangelium entgegentritt. Wir müssen uns klarmachen, daß der Christus-Impuls gerade im Sinne des Markus-Evangeliums darin besteht, daß wir den Christus aufnehmen in unser Ich und das Wort des Paulus: Nicht ich, sondern der Christus in mir! — immer mehr und mehr verwirklichen; und zwar nicht allein den abstrakten Christus, sondern den Christus, der den Heiligen Geist gesandt hat, den konkreten Geist, der in gesetzmäßiger Weise, wie es heute geschildert worden ist, inspirierend mit seinem inneren Kalender in der Menschenseele wirkt.
[ 21 ] This is more or less how we must understand the above passage in the Gospel of St. Mark. We must realise that according to this Gospel the Christ Impulse means that we are to receive the Christ into the ‘I’, thus fulfilling the words of St. Paul, ‘Not I, but Christ in me’—not an abstract Christ but the Christ who sent the Holy Spirit, the Spirit who works as inspiration in the human soul as described to-day, following the rhythms of an inner calendar.
[ 22 ] In der vorchristlichen Zeit kamen die Menschen zu dieser Wahrheit nur dadurch, daß sie sich in den Mysterien einweihen ließen und dreieinhalb Tage in einem todähnlichen Zustand waren, nachdem sie durchgemacht hatten die tragischen Leiden des Menschen, wie er auf dem physischen Plan ist, wenn er sich hinaufentwickeln soll zu geistigen Höhen; so daß sie kennengelernt hatten, daß dieser Mensch verworfen werden, getötet werden muß, und daß ein höherer Mensch in ihm auferstehen muß — das heißt, daß sie das «Stirb und Werde» durchgemacht hatten. Was aber vorher nur in den Mysterien erfahren werden konnte, das wurde ein geschichtliches Ereignis - ich verweise hier auf mein Buch «Das Christentum als mystische Tatsache» - durch das Mysterium von Golgatha, und die Menschen wurden dadurch alle in die Möglichkeit versetzt, Schüler dieser großen Weisheit zu sein, indem sie sich verbunden fühlten mit dem Mysterium von Golgatha. Was früher nur erlebt wurde in den Mysterienstätten, das kann jetzt erlebt werden im Hinblick auf die Stätte von Golgatha. So bedeutet das Verständnis des Christus-Impulses eben das bedeutsamste Verständnis, das sich der Mensch für seine Erdenwesenheit erwerben kann, für das, was nach dem Christus-Impuls immer mehr und mehr im menschlichen Ich erwachen soll.
[ 22 ] In pre-Christian times these truths were accessible only to those who were initiated in the Mysteries and had remained for three and a half days in a deathlike condition, after having undergone the tragic sufferings which man must experience on the physical plane if he is finally to attain the heights of spiritual life. Such individuals learnt that the ‘earthly man’ must be discarded and slain, that a higher man must rise from within. This was the experience of ‘dying and becoming’. What could formerly be experienced only in the Mysteries became historical fact through the Mystery of Golgotha, as I have shown in Christianity as Mystical Fact. Henceforward it was possible for all men who felt themselves united with the Mystery of Golgotha to become disciples of this great wisdom. Contemplation of what took place on Golgotha could now lead to an experience that could hitherto have been undergone only in the Mysteries. An understanding of the Christ Impulse is consequently the most important thing which a man can acquire for his earthly being, for the power which, since the coming of the Christ Impulse, must waken in the human ‘I’.
[ 23 ] Wir können uns nun selber in einer gewissen Weise durch die Evangelien inspirieren lassen. So war für die Zeit, in welche das Christus-Ereignis selber hineinfiel, das Matthäus-Evangelium ein gutes Inspirationsbuch. Für unsere Zeit gilt dies insbesondere von dem Markus-Evangelium. Wir wissen ja, wie unser Zeitalter dasjenige ist, welches die Bewußtseinsseele vorzugsweise herausarbeiten soll, die sich abtrennt in ihrer Isolation von ihrem Milieu. Wir wissen, daß wir jetzt berufen sind, nicht so sehr die Abstammung von einem einzelnen Volkstum ins Auge zu fassen, sondern dasjenige, was in uns leben soll nach dem Paulinischen Ausspruch: Nicht ich, sondern der Christus in mir! — So ist unser fünfter nachatlantischer Zeitraum derjenige, welcher insbesondere inspiriert sein wird durch das Markus-Evangelium. Dagegen wird die sechste nachatlantische Kulturperiode die Aufgabe haben, den ganzen Menschen nach und nach auszufüllen mit der Christus-Wesenheit. Während im fünften Kulturzeitraum die Christus-Wesenheit Gegenstand des Studiums, der Vertiefung, der inneren Versenkung sein wird, werden in der sechsten Kulturepoche die Menschen in ihre ganze Wesenheit die ChristusWesenheit aufnehmen. Dazu werden sie das besondere Gut nehmen, was wir als die innere Wesenheit des Lukas-Evangeliums kennengelernt haben, das uns gezeigt hat den ganzen Ursprung des Jesus von Nazareth - sowohl desjenigen Jesus, den das Matthäus-Evangelium schildert und der zurückführt auf Zarathustra, wie auch des Jesus des Lukas-Evangeliums, der zurückführt auf Buddha und den Buddhismus. Denn so haben wir ja das Lukas-Evangelium betrachtet, daß uns der Jesus von Nazareth klar wurde seiner ganzen langen Entwickelung nach, so daß wir in der Tat zurückgehen konnten bis zum göttlich-geistigen Ursprung des Menschen. Und als göttlich-geistiges Wesen wird sich der Mensch immer mehr und mehr fühlen können und sich als solches durchdringen müssen mit dem Christus-Impuls. Das kann ihm als ein Ideal zwar voranleuchten, konkret aber wird es erst, wenn er sich an dem Lukas-Evangelium real herauferhebt bis zur Erfassung des physisch-sinnlichen Menschen mit seinem göttlichen Ursprung als einem Geistwesen.
[ 23 ] In this present age we can be inspired in a special way by the Gospels. The Gospel of St. Matthew was a particularly valuable source of inspiration for the epoch in which the Christ Event actually occurred. For our own time the same can be said of the Gospel of St. Mark. We know that this is the age of the development of the Consciousness or Spiritual Soul which detaches itself, isolates itself, from its environment. We know too that in our age primary attention should not be paid to racial descent but rather to the living impulse expressed in the words of St. Paul: Not I, but Christ in me. Our own fifth post-Atlantean epoch can, as I have said, be inspired particularly by the Gospel of St. Mark. By contrast, man's task in the sixth epoch will be to permeate himself wholly with the Christ Being. Whereas in the fifth epoch the Christ Being will be a subject of study, of deep meditation, in the sixth epoch men will be permeated by the Christ Being in all reality. They will find particular help in the Gospel of St. Luke, which reveals the whole origin of Jesus of Nazareth—that is to say, of the Jesus described in St. Matthew's Gospel who leads back to Zarathustra, and the Jesus of St. Luke's Gospel who leads back to the Buddha and Buddhism. St. Luke's Gospel gives a picture of the evolution of Jesus of Nazareth, reaching back to the divine-spiritual origin of man. It will be more and more possible for man to feel himself a divine-spiritual being. To be permeated by the Christ Impulse can hover as an ideal before him but this ideal becomes reality only if, in the light of St. Luke's Gospel, he recognises physical man in the sense-world as a spiritual being having a divine origin.
[ 24 ] Und für den siebenten nachatlantischen Kulturzeitraum bis zur nächsten großen Katastrophe hin wird das Johannes-Evangelium ein Inspirationsbuch sein, während es heute für das geistige Leben des Menschen eine Richtschnur sein kann. Da werden allerdings die Menschen noch manches nötig haben, was sie während des sechsten Zeitraumes als geistige Wesen gut begreifen lernen müssen. Vieles aber werden die Menschen verlernen müssen von dem, was sie heute glauben, werden es gründlich verlernen müssen. Das wird zwar nicht schwer sein, denn die wissenschaftlichen Tatsachen werden es beweisen, daß manches wird überwunden werden müssen.
[ 24 ] The Gospel of St. John which may well be a manual of guidance for the spiritual life of man to-day will be the book of inspiration for the seventh post-Atlantean epoch. Men will then stand in need of a great deal which, as spiritual beings, they will have had to master during the sixth epoch. But they will also have to unlearn from its very foundations much of what they believe to-day. Admittedly, this will not be so very difficult because scientific facts will themselves show that many beliefs will have to be discarded.
[ 25 ] So wird heute noch manches so angesehen werden, daß diejenigen «von Sinnen» sind, welche aufmerksam machen auf die selbstverständliche Weisheit, daß die heute gebräuchliche Einteilung der Nerven in motorische und sensorische ein Unding ist. Nerven, die motorische sein sollen, gibt es nicht. Es gibt nur Empfindungsnerven. Die motorischen Nerven sind auch Empfindungsnerven; nur sind sie dazu da, die entsprechenden Bewegungen in den Muskeln selbst zur Empfindung zu bringen. Es wird gar nicht viel Zeit dazu gehören, so werden die Menschen es einsehen, daß der Muskel allerdings nicht in Bewegung gebracht wird durch Nerven, sondern daß er in Bewegung kommt durch unsern astralischen Leib, und zwar durch das in unserem Astralleibe, was in diesem zunächst nicht unmittelbar so wahrgenommen wird, wie es ist. Denn das ist ein Gesetz, daß das, was wirken soll, nicht unmittelbar wahrgenommen wird. Was den Muskel in Bewegung bringt, was irgendeine Bewegung des Muskels hervorruft, das hängt zusammen mit dem Astralleib, und zwar so, daß im Astralleib selber zur Bewegung des Muskels eine Art Tonentwickelung, eine Art Schallentwickelung stattfindet. Etwas wie eine Art Musikalisches durchdringt unsern Astralleib, und der Ausdruck dieser Tonentwikkelung ist die Muskelbewegung. Es ist wirklich so, wie wenn wir bei den bekannten Chladnischen Klangfiguren leicht beweglichen Staub auf eine Metallplatte bringen und diese dann mit einem Violinbogen streichen: da bekommen wir eine Figur. Von lauter solchen Figuren — die aber Tonfiguren sind - ist auch unser Astralleib durchzogen, die zusammen bewirken, daß unser Astralleib eine bestimmte Lage annimmt. Das ist eingeprägt in dem Astralleib. Ganz trivial können sich die Menschen davon überzeugen, wenn sie den Bizeps, den Oberarmmuskel, recht anspannen und ihn dann ans Ohr bringen: wenn sie sich einige Übung dafür aneignen, nur den Muskel recht anspannen und den Daumen anlegen, dann können sie den Ton hören. Es soll das kein Beweis sein, sondern nur etwas, wodurch man trivial illustrieren kann, was damit gemeint ist. - So sind wir musikalisch durchdrungen und leben es aus in unsern Muskelbewegungen. Und daß wir etwas von unsern Muskelbewegungen kennen, dazu haben wir die motorischen Nerven, wie man sie unrichtig nennt. Es spricht heute, wie die Dinge in der Physiologie gruppiert werden, noch vieles dagegen, aber nur scheinbar.
[ 25 ] To-day, for instance, a man would be considered to be ‘out of his mind’ if he were to maintain that the usual distinction made between ‘motor’ and ‘sensory’ nerves is nonsense. Motor nerves, as they are called, simply do not exist; there are only sensory nerves. The so-called motor nerves are sensory nerves, but their function is to make us aware of the corresponding movements in the muscles. Before very long it will be recognised that the muscles are not set in motion by the nerves but by the astral body—moreover by a force in the astral body that is not directly perceived in its real form: for it is a law that what is to produce an effect is not directly perceptible. What gives rise to movement in the muscles is connected with the astral body, in which a sound or tone, a kind of resonance, is produced. Something akin to music pervades the astral body and muscular movement is the expression of this. What happens can be compared with the well-known Chladni sound-figures which are produced when a fine powder or sand is scattered on a metal plate and forms itself into figures when the plate is made to vibrate by drawing a violin bow across it. Our astral body is filled with numbers of such figures or tone-forms which bring it into a particular condition. In a quite simple way you can convince yourself of this by tightening the biceps—the upper-arm muscle—and holding it close to your ear. When you have acquired the knack of making the muscle sufficiently taut and lay your thumb on it you will be able to hear a sound.—This is not meant to be taken as absolute proof but is merely a trivial illustration. We are, so to speak, permeated with music and give expression to this in the movements of our muscles. And we have the ‘motor’ nerves, as they are wrongly called, in order that we may be aware to some extent of the muscular movements. The way in which facts are grouped together in physiology still seems—but only seems—to contradict this.
[ 26 ] Dies ist jedoch nur eine Art von solchen Wahrheiten, die immer mehr und mehr die Menschen davon überzeugen werden, daß der Mensch wirklich ein geistiges Wesen ist, wirklich eingesponnen ist in die Weltensphärenharmonien, bis in seine Muskeln hinein. Und gerade die Geisteswissenschaft, die berufen ist, den sechsten Zeitraum in bezug auf die geistige Erfassung der Welt vorzubereiten, wird es mit allem einzelnen in bezug auf solche Wahrheiten vom Menschen als von einem Geistwesen zu tun haben. Gerade wie der Ton in einer gewissen Beziehung in eine höhere Sphäre heraufkommt, wenn er aus dem musikalischen Ton zum menschlichen gesprochenen Wort wird, so ist es auch im Weltenzusammenhange: die Sphärenharmonie wird etwas Höheres, wenn sie zum Weltenwort, zum -Logos wird. Das wird sie, wenn alles, was als Sphärenharmonie wirkt, Wort, Logos wird. Nun haben wir in der physischen Organisation des Menschen als das nächst Höhere — physiologisch — das Blut. Gerade so nun, wie der Muskel eingespannt ist in die Sphärenharmonien, so ist das Blut eingespannt in den Logos und kann immer mehr und mehr Ausdruck des Logos werden, wie es dies unbewußt seit der Menschwerdung ist. Das heißt, es besteht auf dem physischen Plan die Tendenz, daß in seinem Blut, das der Ausdruck des Ich ist, vom Menschen bewußt der Ausdruck des Logos empfunden wird. Und wenn die Menschen im sechsten Kulturabschnitt sich als Geistwesen kennengelernt haben, werden sie nicht mehr an der Phantasterei festhalten, daß die Muskeln durch die motorischen Nerven in Bewegung kommen, sondern sie werden erkennen, daß die Muskeln aus der persönlich gewordenen Sphärenharmonie heraus bewegt werden. Und im siebenten Kulturzeitraum werden dann die Menschen bis in das Blut hinein sich durchsetzt fühlen können vom Logos und werden dann erst fühlen können, was eigentlich im Johannes-Evangelium ausgedrückt ist. Denn erst im siebenten Kulturzeitraum wird das Johannes-Evangelium erkannt werden können in seiner Wissenschaftlichkeit. Und dann wird man nach und nach fühlen, wenn man die Wissenschaftlichkeit des Johannes-Evangeliums erkannt haben wird, daß in jedem Buche über Physiologie die ersten Worte des Johannes-Evangeliums stehen müßten, daß alles in der Wissenschaft hintendieren müßte auf diese Worte. Am besten ist es, wenn man sagt: Man kann heute schon vieles davon begreifen, aber noch lange nicht alles. Man kann es als ein Ideal sich vorhalten.
[ 26 ] This is one example of the kind of truths by which people will gradually be convinced that man is indeed a spiritual being, woven into the harmony of the spheres even in his muscles. And Spiritual Science which has to make preparation for a spiritual understanding of the world in the sixth post-Atlantean epoch, will have to concern itself in every detail with the truth that man is a spiritual being. Just as a musical tone rises into a higher sphere when it becomes a spoken human word, so in macrocosmic existence the harmony of the spheres rises to a higher stage when it becomes the Cosmic Word, the Logos. Now in man's physical organism, the blood, in the physiological sense, is at a higher stage than the muscles. And just as the muscles are attuned to the harmony of the spheres, so is the blood attuned to the Logos and can be experienced more and more strongly as an expression of the Logos—as indeed has been the case unconsciously ever since man was created. This means that on the physical plane man will eventually feel the blood, which is the expression of the ‘I’, to be the expression of the Logos. And in the sixth epoch, when men have learnt to recognise themselves as spiritual beings, they will no longer cling to the fantastic idea that the muscles are moved by ‘motor’ nerves but will recognise that they are moved by the harmony of the spheres which has become part of their own personality. In the seventh post-Atlantean epoch men will feel their very blood to be permeated by the Logos and will grasp for the first time the real content of what is said in St. John's Gospel. For not until the seventh epoch will the scientific nature of this Gospel come to be recognised. And then it will be felt that the first words of the Gospel ought to stand at the beginning of every book on physiology, that the whole of science should move in the direction indicated by these words. The best thing to say at the moment is that much of this can even to-day be understood, but by no means all; it can hover as an ideal before us.
[ 27 ] Aus allem, was ich heute gesprochen habe, ersehen wir, daß man für die vierte nachatlantische Kulturepoche als besonders inspirierend das Matthäus-Evangelium anzusehen hatte, daß wir aber insbesondere für unsere Zeit als inspirierend das Markus-Evangelium anzusehen haben, daß für den nächsten, den sechsten Kulturzeitraum das LukasEvangelium wichtig wird, und daß wir uns darauf vorzubereiten haben, weil alles, was in der Zukunft eintreten soll, schon in der Vergangenheit seine Keime haben muß. Und alles, was im Laufe der Menschheitsentwickelung kommen muß, wird durch das JohannesEvangelium, indem wir dasselbe begreifen, voll sein Ausleben finden gegen den siebenten Zeitraum, gegen das Hereinbrechen der neuen Katastrophe hin. Deshalb wird es ganz besonders wichtig sein, daß wir das Markus-Evangelium auffassen als ein Buch, das uns Anleitung geben kann für manches, was wir zu üben, und für manches, vor dem wir uns zu hüten haben. Gerade die Sätze des Markus-Evangeliums in ihrer Kürze und in ihrem lapidaren Stil geben uns die Bedeutung des Christus-Impulses für das menschliche Ich und das Einleben dieses Impulses in das menschliche Ich.
[ 27 ] Everything I have been saying indicates that St. Matthew's Gospel could be a source of inspiration especially for the fourth post-Atlantean epoch, just as that of St. Mark can be for our own. The Gospel of St. Luke will be especially important for the sixth epoch. We must ourselves prepare the conditions that will then prevail, for the seed of whatever the future holds in store must have been planted in the past. If we understand the contents of St. John's Gospel we shall find everything that is to be lived out in the further course of human evolution, everything that is to develop in the seventh epoch up to the time of the next great catastrophe. Therefore it will be particularly important for us to regard St. Mark's Gospel as a book that can give guidance for much that we must practise and also for much that we must guard against. The very sentences of this Gospel are themselves an indication of the significance of the Christ Impulse for the ‘I’ of man.
[ 28 ] Wichtig ist es, daß wir einsehen, daß es unsere Aufgabe ist, den Christus im Geiste zu begreifen, daß wir begreifen müssen, wie sich für die verschiedenen Zeitpunkte in die Zukunft hinein der Christus offenbaren wird. Für unsere Zeit wurde versucht, diese Aufgabe anzugeben in den Stellen des Rosenkreuzermysteriums «Die Pforte der Einweihung» in den Worten, die der Seherin Theodora in den Mund gelegt werden. Hier haben wir etwas wie ein Wiederkehren des Ereignisses, das Paulus vor Damaskus erlebte. Und es wäre nur ein Ausdruck des Materialismus unserer Zeit, wenn man glauben wollte, daß sich der Christus-Impuls noch einmal materiell ausleben sollte in einem physischen Menschenleib. Daß wir uns davor zu hüten haben, das können wir aus dem Markus-Evangelium lernen, das wieder für unsern Zeitraum eine ganz besondere Mahnung darstellt. Und wenn auch manches, was im Markus-Evangelium enthalten ist, schon gegolten hat für die Vergangenheit, so gelten seine Sätze doch namentlich in dem angedeuteten hohen moralischen Sinne für unsere nächste Zukunft. Da werden wir auf dem geistigen Gebiete die Notwendigkeit sehen des spirituellen Einflusses, der von der Geisteswissenschaft ausgehen muß.
[ 28 ] It is important to realise that our task is to grasp the reality of Christ in the spirit and to be aware of how Christ will reveal himself in future epochs. In my Rosicrucian Mystery Play, The Portal of Initiation, an attempt was made to indicate this task by words spoken by the seeress, Theodora. There will be something like a repetition of the event experienced by Paul at the gate of Damascus, but to believe that the Christ Impulse will come into the world again in a human physical body would merely be an expression of the materialism of our times. We can learn from the Gospel of St. Mark how to guard against such a belief, for the Gospel contains a special warning for our own epoch. And although much of the Gospel has a bearing on the past, its verses apply, in the high moral sense I have indicated, to our immediate future. We shall then realise the urgent necessity of the influence that must proceed from Spiritual Science.
[ 29 ] Wenn wir die folgenden Worte im richtigen Sinne geistig erfassen, werden wir sie gerade auf unser Zeitalter und seine nächste Zukunft beziehen können: «Denn diese Tage werden eine Drangsal bringen, wie sie nie gewesen ist bisher, vom Anfange der Kreatur, die Gott geschaffen, und wie sie auch nie wieder sein wird.» Auf das Verständnis des Menschen müssen wir diese Worte anwenden: alle Drangsal steht in Aussicht für die Zukunft, welche das Wahre in seiner spirituellen Wahrheit zum Ausdruck bringen wird. «Und wenn der Herr diese Tage nicht verkürzt, wird nichts gerettet werden für das, was geistige Nahrung sein wird; aber um der Auserwählten willen hat er die Tage dieser Auserwählten kürzer gemacht.» Und hierauf heißt es dann: «Wenn jemand zu der Zeit wird zu euch sagen: Siehe, hier ist der Christus! siehe, da ist er! so glaubet es nicht.» Damit weist das Markus-Evangelium hin auf eine eventuelle matenialistische Auffassung des Christus. «Denn es werden sich erheben falsche Christi und falsche Propheten, die Zeichen und Wunder tun, daß sie auch die Auserwählten verführen, wenn es möglich wäre. Ihr aber sehet euch vor! Seht, ich habe euch alles vorausgesagt!»
[ 29 ] If we understand the spiritual meaning of the following passage we shall be able to relate it to our own times and to the immediate future: ‘For in those days shall be affliction, such as was not from the beginning of the creation which God created unto this time, neither shall be again’ (xiii, 19-23). These words must be applied to man's power of understanding. There is every prospect of affliction in the future, when truth will come to expression in its full spiritual reality. ‘And except that the Lord had shortened those days, no flesh should be saved (that is to say, nothing would have been saved of spiritual nourishment): but for the elect's sake, whom he hath chosen, he hath shortened the days.’ Then come the words: ‘And then, if any man shall say to you, Lo, here is Christ! or lo, he is there! believe him not. ...’ Here the Gospel of St. Mark is pointing to a possible materialistic conception of Christ. ‘For false Christs and false prophets shall rise, and shall show signs and wonders, to seduce, if it were possible, even the elect. But take ye heed: behold, I have foretold you all things!’
[ 30 ] So stark wird der Anprall des Materialismus sein, daß es nötig sein wird für die Menschenseelen, die Festigkeit zu gewinnen, die wirklich das Wort wird aushalten können: Es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten! - Aber wenn man dann sagen wird: Hier ist der Christus! — dann wird der, welcher sich unter den richtigen Einfluß der Geisteswissenschaft gestellt hat, auch die Mahnung befolgen können: Wenn man zu euch sprechen wird: Seht, hier ist der Christus! - so glaubet es nicht!
[ 30 ] So powerful will be the onslaught of materialism that it will be essential for human souls to acquire the strength to stand the test expressed in the words: False Christs and false prophets will arise.—But if it is then said: Here is Christ!—those who have felt the true influence of Spiritual Science will obey the exhortation: If any man shall say to you, Lo, here is Christ—believe it not!
