Excursions into the Subject of
the Gospel of Mark
GA 124
10 June 1911, Berlin
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Exkurse in das Gebiet des Markus-Evangeliums, 4th ed.
Zehnter Vortrag
Zehnter Vortrag
[ 1 ] Es ist in unserer Zeit zweifellos zu bemerken, daß jener Geist geisteswissenschaftlicher Weltanschauung, von welchem in diesem Zweige und überhaupt innerhalb unserer deutschen Sektion seit Jahren nun schon gesprochen werden konnte, sich immer mehr und mehr in der Welt einzuleben beginnt, Verständnis zu finden beginnt in den Herzen und in den Gemütern unserer Zeitgenossen. Es ist natürlich nicht möglich — was vielleicht zuweilen ganz wünschenswert wäre zur gegenseitigen Verständigung -, ab und zu von der Einführung unserer geisteswissenschaftlichen Empfindungen und Gefühle und Erkenntnisse in die gegenwärtige Welt zu sprechen. Gewiß wollte mancher von Ihnen gern wissen, wie das, was er selbst in seine Seele als seine geistige Nahrung aufnimmt, in unserer Gegenwart auf andere Herzen, andere Persönlichkeiten wirkt. Es kann ja nur bei gewissen Gelegenheiten von dieser äußeren Verbreitung unserer geisteswissenschaftlichen Anschauung gesprochen werden. Aber es kann Sie vielleicht doch mit einer gewissen Befriedigung erfüllen, wenn ich einleitungsweise sage, daß wir immer wieder und wieder sehen können, wie in den verschiedenen Landesgebieten, unter den verschiedenen Himmelsstrichen der Geist, von dem wir alle beseelt sind, seinen Einzug hält, dort mehr, dort weniger. Als ich vor einiger Zeit an einem südlicheren Punkte Österreichs, in Triest, für unsere Ideen Verständnis zu erwecken suchte, da war zu sehen, wie die Anschauungen, die wir hegen, anfangen, auch dort schon Fuß zu fassen. Und wenn wir von diesem südlicheren Punkte heraufgehen nach Kopenhagen, wo in den letzten Tagen in einer Anzahl von Vorträgen an die Herzen das herangebracht werden konnte, was wir als Geist anerkennen, so konnten wir auch dort bei unsern nördlichen Freunden sehen, wie immer mehr und mehr der Geist einzieht, der von uns gepflegt wird unter der Signatur des Rosenkreuzes. Wenn man einzelne von solchen äußeren Tatsachen zusammennimmt, dann zeigt es sich, daß Bedürfnis und Sehnsucht vorhanden ist nach dem, was wir Geisteswissenschaft nennen in unserer Gegenwart.
[ 1 ] Es ist in unserer Zeit zweifellos zu bemerken, daß jener Geist geisteswissenschaftlicher Weltanschauung, von welchem in diesem Zweige und überhaupt innerhalb unserer deutschen Sektion seit Jahren nun schon gesprochen werden konnte, sich immer mehr und mehr in der Welt einzuleben beginnt, Verständnis zu finden beginnt in den Herzen und in den Gemütern unserer Zeitgenossen. Es ist natürlich nicht möglich — was vielleicht zuweilen ganz wünschenswert wäre zur gegenseitigen Verständigung -, ab und zu von der Einführung unserer geisteswissenschaftlichen Empfindungen und Gefühle und Erkenntnisse in die gegenwärtige Welt zu sprechen. Gewiß wollte mancher von Ihnen gern wissen, wie das, was er selbst in seine Seele als seine geistige Nahrung aufnimmt, in unserer Gegenwart auf andere Herzen, andere Persönlichkeiten wirkt. Es kann ja nur bei gewissen Gelegenheiten von dieser äußeren Verbreitung unserer geisteswissenschaftlichen Anschauung gesprochen werden. Aber es kann Sie vielleicht doch mit einer gewissen Befriedigung erfüllen, wenn ich einleitungsweise sage, daß wir immer wieder und wieder sehen können, wie in den verschiedenen Landesgebieten, unter den verschiedenen Himmelsstrichen der Geist, von dem wir alle beseelt sind, seinen Einzug hält, dort mehr, dort weniger. Als ich vor einiger Zeit an einem südlicheren Punkte Österreichs, in Triest, für unsere Ideen Verständnis zu erwecken suchte, da war zu sehen, wie die Anschauungen, die wir hegen, anfangen, auch dort schon Fuß zu fassen. Und wenn wir von diesem südlicheren Punkte heraufgehen nach Kopenhagen, wo in den letzten Tagen in einer Anzahl von Vorträgen an die Herzen das herangebracht werden konnte, was wir als Geist anerkennen, so konnten wir auch dort bei unsern nördlichen Freunden sehen, wie immer mehr und mehr der Geist einzieht, der von uns gepflegt wird unter der Signatur des Rosenkreuzes. Wenn man einzelne von solchen äußeren Tatsachen zusammennimmt, dann zeigt es sich, daß Bedürfnis und Sehnsucht vorhanden ist nach dem, was wir Geisteswissenschaft nennen in unserer Gegenwart.
[ 2 ] Es ist ja nun wahrhaftig der innerste Nerv jener Gesinnung, die unsere geistige Richtung durchdringt, nicht in einem äußeren Sinne irgendwelche Agitation oder Propaganda zu treiben, sondern lediglich hinzuhorchen auf das, was von den großen umfassenden Weistümern der Welt die Herzen und die Seelen der Gegenwartsmenschen brauchen - brauchen, um die Möglichkeit und Sicherheit des Lebens in unserer Zeit zu haben. Da können wir eben, mit dem Gedanken einer allgemeineren Betrachtung anknüpfend, uns darauf besinnen, daß es für uns in unserer Zeit gewissermaßen eine Art von Verpflichtung ist, diese spirituelle Gesinnung zur Nahrung unserer Seele zu machen. Das hängt ja zusammen mit der ganzen Art und Weise, wie wir hereingewachsen sind in unsere Zeit. Wir haben gewiß schon alle genügend aufgenommen von dem großen Gesetz des Karma, um zu wissen, daß es nicht eine Zufälligkeit ist, nicht eine Nebensächlichkeit, wenn diese oder jene Individualität gerade in dieser ganz bestimmten Zeit sich gedrängt fühlt, herunterzusteigen in die physische Welt, um einen physischen Leib anzunehmen. Und alle diejenigen Seelen, die hier sitzen, haben die Sehnsucht empfunden, einen physischen Leib anzunehmen um die Wende des 19., 20. Jahrhunderts, weil das, was innerhalb der physischen Umgebung während dieser Zeit gepflegt und getan werden kann, erlebt werden will von diesen Seelen - von Ihren Seelen.
[ 2 ] Es ist ja nun wahrhaftig der innerste Nerv jener Gesinnung, die unsere geistige Richtung durchdringt, nicht in einem äußeren Sinne irgendwelche Agitation oder Propaganda zu treiben, sondern lediglich hinzuhorchen auf das, was von den großen umfassenden Weistümern der Welt die Herzen und die Seelen der Gegenwartsmenschen brauchen - brauchen, um die Möglichkeit und Sicherheit des Lebens in unserer Zeit zu haben. Da können wir eben, mit dem Gedanken einer allgemeineren Betrachtung anknüpfend, uns darauf besinnen, daß es für uns in unserer Zeit gewissermaßen eine Art von Verpflichtung ist, diese spirituelle Gesinnung zur Nahrung unserer Seele zu machen. Das hängt ja zusammen mit der ganzen Art und Weise, wie wir hereingewachsen sind in unsere Zeit. Wir haben gewiß schon alle genügend aufgenommen von dem großen Gesetz des Karma, um zu wissen, daß es nicht eine Zufälligkeit ist, nicht eine Nebensächlichkeit, wenn diese oder jene Individualität gerade in dieser ganz bestimmten Zeit sich gedrängt fühlt, herunterzusteigen in die physische Welt, um einen physischen Leib anzunehmen. Und alle diejenigen Seelen, die hier sitzen, haben die Sehnsucht empfunden, einen physischen Leib anzunehmen um die Wende des 19., 20. Jahrhunderts, weil das, was innerhalb der physischen Umgebung während dieser Zeit gepflegt und getan werden kann, erlebt werden will von diesen Seelen - von Ihren Seelen.
[ 3 ] Betrachten wir einmal unsere Zeit, wie sie sich darstellt geistig für die Seelen, die eben - wie die unsrigen - in unsere Zeit hineingeboren worden sind. Es ist wirklich recht anders um die Wende des 19., 20. Jahrhunderts, in der geistigen Umwelt wie auch draußen in der exoterischen Welt, als es selbst noch vor fünfzig, sechzig Jahren war. Der Mensch, der heute heranwächst — und Sie waren ja alle in dieser Lage -, er versucht da oder dort von dem zu hören, was der Geist, die geistige Führung, die geistige Leitung der Welt ist, was die Außenwelt durchdringt in den Schöpfungen der verschiedenen Naturreiche und was in unsere Seele einzieht. Und wir dürfen sagen, seit einem halben Jahrhundert findet eine nach dem Geistigen sehnsüchtige Seele überall da, wo sie wirklich echte, geistige, spirituelle Nahrung zu empfangen sucht, außerordentlich wenig. Ja, im tiefsten Innern der Seele ist diese Sehnsucht vorhanden, die höchstens übertäubt werden kann, wenn sie nicht laut zu sprechen scheint; da ist diese Sehnsucht, und da will ein jeglicher, wo er auch steht im Leben, was er auch tun soll, geistige, wirkliche spirituelle Nahrung empfangen. Ob man sich heute auf dem Gebiete irgendeiner Wissenschaft umtut — man lernt ja nur die äußeren materiellen Tatsachen kennen, die zwar in kluger, großartiger, scharfsinniger Weise zu den großen Kulturfortschritten der Gegenwart verwertet werden, denen aber nicht abgelauscht wird, was man durch den Geist offenbaren will. Ob man als Künstler in der Welt tätig ist oder in einem praktischeren Lebenszweige steht: man findet überall wenig von dem, was man braucht, damit es in Geist, in Kopf und Hände gehen kann, damit wir nicht nur Kraft und Impulse zur Arbeit haben, sondern auch Sicherheit und Trost und Kraft im Leben. Und die Menschen am Anfange des 19. Jahrhunderts ahnten in einer gewissen Weise schon, daß in einer nahen Zukunft wenig davon vorhanden sein würde. Mancher Mensch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, da noch Reste eines alten geistigen Lebens, wenn auch in einer andern Form, vorhanden waren, sagte sich: Es ist so etwas in der Luft wie ein vollständiges Verschwinden der alten Geistesschätze, die durch Tradition aus alten Zeiten heruntergekommen sind. Aber gerade die berechtigten Kulturfortschritte des 19. Jahrhunderts werden völlig auslöschen, was an geistigen Überlieferungen aus alten Zeiten zu uns gekommen ist.
[ 3 ] Betrachten wir einmal unsere Zeit, wie sie sich darstellt geistig für die Seelen, die eben - wie die unsrigen - in unsere Zeit hineingeboren worden sind. Es ist wirklich recht anders um die Wende des 19., 20. Jahrhunderts, in der geistigen Umwelt wie auch draußen in der exoterischen Welt, als es selbst noch vor fünfzig, sechzig Jahren war. Der Mensch, der heute heranwächst — und Sie waren ja alle in dieser Lage -, er versucht da oder dort von dem zu hören, was der Geist, die geistige Führung, die geistige Leitung der Welt ist, was die Außenwelt durchdringt in den Schöpfungen der verschiedenen Naturreiche und was in unsere Seele einzieht. Und wir dürfen sagen, seit einem halben Jahrhundert findet eine nach dem Geistigen sehnsüchtige Seele überall da, wo sie wirklich echte, geistige, spirituelle Nahrung zu empfangen sucht, außerordentlich wenig. Ja, im tiefsten Innern der Seele ist diese Sehnsucht vorhanden, die höchstens übertäubt werden kann, wenn sie nicht laut zu sprechen scheint; da ist diese Sehnsucht, und da will ein jeglicher, wo er auch steht im Leben, was er auch tun soll, geistige, wirkliche spirituelle Nahrung empfangen. Ob man sich heute auf dem Gebiete irgendeiner Wissenschaft umtut — man lernt ja nur die äußeren materiellen Tatsachen kennen, die zwar in kluger, großartiger, scharfsinniger Weise zu den großen Kulturfortschritten der Gegenwart verwertet werden, denen aber nicht abgelauscht wird, was man durch den Geist offenbaren will. Ob man als Künstler in der Welt tätig ist oder in einem praktischeren Lebenszweige steht: man findet überall wenig von dem, was man braucht, damit es in Geist, in Kopf und Hände gehen kann, damit wir nicht nur Kraft und Impulse zur Arbeit haben, sondern auch Sicherheit und Trost und Kraft im Leben. Und die Menschen am Anfange des 19. Jahrhunderts ahnten in einer gewissen Weise schon, daß in einer nahen Zukunft wenig davon vorhanden sein würde. Mancher Mensch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, da noch Reste eines alten geistigen Lebens, wenn auch in einer andern Form, vorhanden waren, sagte sich: Es ist so etwas in der Luft wie ein vollständiges Verschwinden der alten Geistesschätze, die durch Tradition aus alten Zeiten heruntergekommen sind. Aber gerade die berechtigten Kulturfortschritte des 19. Jahrhunderts werden völlig auslöschen, was an geistigen Überlieferungen aus alten Zeiten zu uns gekommen ist.
[ 4 ] Manche solche Stimme hören wir. Und ich möchte zum Zeugnis dafür, wie solche Stimmen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ertönten, einiges jetzt hier anführen. Es soll die Stimme eines Mannes hier unter uns gehört werden, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts viel in der alten Art von Theosophie, kann man sagen, wußte, der auch wußte, daß nun die alte Art vollends unter dem Gang der Ereignisse des 19. Jahrhunderts verschwinden müsse, der aber zugleich fest davon überzeugt war, daß es eine Zukunft geben müsse, wo die alte Theosophie wieder kommen müsse. Die Worte, die ich jetzt vorlesen will, sind im Jahre 1847 niedergeschrieben, also als die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zu Ende ging. Und der sie niedergeschrieben hat, war einer derjenigen Denker, die es heute nicht mehr gibt, die eben die letzten Nachklänge jener alten Überlieferungen noch fühlten, die allerdings vor noch längerer Zeit abhanden gekommen sind:
[ 4 ] Manche solche Stimme hören wir. Und ich möchte zum Zeugnis dafür, wie solche Stimmen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ertönten, einiges jetzt hier anführen. Es soll die Stimme eines Mannes hier unter uns gehört werden, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts viel in der alten Art von Theosophie, kann man sagen, wußte, der auch wußte, daß nun die alte Art vollends unter dem Gang der Ereignisse des 19. Jahrhunderts verschwinden müsse, der aber zugleich fest davon überzeugt war, daß es eine Zukunft geben müsse, wo die alte Theosophie wieder kommen müsse. Die Worte, die ich jetzt vorlesen will, sind im Jahre 1847 niedergeschrieben, also als die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zu Ende ging. Und der sie niedergeschrieben hat, war einer derjenigen Denker, die es heute nicht mehr gibt, die eben die letzten Nachklänge jener alten Überlieferungen noch fühlten, die allerdings vor noch längerer Zeit abhanden gekommen sind:
[ 5 ] «Was die Theosophie eigentlich will, das ist bei den älteren Theosophen oft schwer zu erkennen, ... nicht minder deutlich aber auch, daß es die Theosophie auf ihrem bisherigen Wege zu keiner wissenschaftlichen Existenz und mithin auch zu keiner ins Größere gehenden Wirkung bringen kann. Sehr voreilig würde man daraus schließen, daß sie überhaupt ein wissenschaftlich unberechtigtes und nur ephemeres Phänomen sei. Dagegen zeugt schon die Geschichte laut genug. Sie erzählt uns, wie diese rätselhafte Erscheinung nie durchdringen konnte, und dessen ungeachtet immer wieder von neuem hervorbrach, ja, durch die Kette einer nie aussterbenden Tradition in ihren verschiedenartigsten Formen zusammengehalten wird. ... Es gibt vollends zu allen Zeiten wenige, in denen dieses lebendige spekulative Bedürfnis mit lebendigem religiösen Bedürfnis zusammen ist. Nur für diese letzteren aber ist die Theosophie. ... Und was die Hauptsache ist, wenn sie nur erst einmal eigentliche Wissenschaft geworden ist, und also auch deutlich bestimmte Resultate abgesetzt hat, so werden diese schon nach und nach in die allgemeine Überzeugung übergehen oder populär werden, und sich so auch als gemeingültige Wahrheiten für diejenigen vererben, die sich in die Wege nicht finden können, auf denen sie entdeckt wurden und allein entdeckt werden konnten.
[ 5 ] «Was die Theosophie eigentlich will, das ist bei den älteren Theosophen oft schwer zu erkennen, ... nicht minder deutlich aber auch, daß es die Theosophie auf ihrem bisherigen Wege zu keiner wissenschaftlichen Existenz und mithin auch zu keiner ins Größere gehenden Wirkung bringen kann. Sehr voreilig würde man daraus schließen, daß sie überhaupt ein wissenschaftlich unberechtigtes und nur ephemeres Phänomen sei. Dagegen zeugt schon die Geschichte laut genug. Sie erzählt uns, wie diese rätselhafte Erscheinung nie durchdringen konnte, und dessen ungeachtet immer wieder von neuem hervorbrach, ja, durch die Kette einer nie aussterbenden Tradition in ihren verschiedenartigsten Formen zusammengehalten wird. ... Es gibt vollends zu allen Zeiten wenige, in denen dieses lebendige spekulative Bedürfnis mit lebendigem religiösen Bedürfnis zusammen ist. Nur für diese letzteren aber ist die Theosophie. ... Und was die Hauptsache ist, wenn sie nur erst einmal eigentliche Wissenschaft geworden ist, und also auch deutlich bestimmte Resultate abgesetzt hat, so werden diese schon nach und nach in die allgemeine Überzeugung übergehen oder populär werden, und sich so auch als gemeingültige Wahrheiten für diejenigen vererben, die sich in die Wege nicht finden können, auf denen sie entdeckt wurden und allein entdeckt werden konnten.
[ 6 ] Doch dies ruht im Schoße der Zukunft, der wir nicht vorgreifen wollen; für jetzt mögen wir uns der schönen Darstellung des lieben Oetingers dankbar erfreuen, die gewiß in einem weiten Kreise auf Teilnahme rechnen darf.»
[ 6 ] Doch dies ruht im Schoße der Zukunft, der wir nicht vorgreifen wollen; für jetzt mögen wir uns der schönen Darstellung des lieben Oetingers dankbar erfreuen, die gewiß in einem weiten Kreise auf Teilnahme rechnen darf.»
[ 7 ] So sehen wir, wie der theosophische Geist empfunden wurde im Jahre 1847 von einem Manne wie Rothe in Heidelberg, der sich in seinem Vorwort beruft auf einen Theosophen, Oetinger, von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
[ 7 ] So sehen wir, wie der theosophische Geist empfunden wurde im Jahre 1847 von einem Manne wie Rothe in Heidelberg, der sich in seinem Vorwort beruft auf einen Theosophen, Oetinger, von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
[ 8 ] Was ist denn der theosophische Geist eigentlich für ein Geist? Das ist ein Geist, ohne den in der Welt niemals überhaupt die wahren Kulturtaten hätten geschehen können. Und wenn wir an das Größte denken: es ist der Geist, ohne den es nie einen Homer, einen Pindar, Raffael, Michelangelo, ohne den es keine religiöse Vertiefung der Menschen gäbe, aber auch kein geistiges Leben und auch keine äußere Kultur. Denn alles, was der Mensch schaffen will, muß er aus dem. Geiste heraus schaffen. Und wenn er ohne den Geist glaubt schaffen zu können, so weiß er nicht, daß das ganze geistige Streben in Verfall kommt für gewisse Zeiten und daß etwas, was in geringerem Maße aus dem Geiste heraus stammt, auch um so mehr eher dem Tode geweiht ist als dasjenige, was aus dem Geiste heraus geschaffen ist. Was ewigen Wert hat, das stammt aus dem Geiste, und kein Schaffen bleibt, das nicht aus dem Geiste stammt. Aber auch das kleinste Schaffen, selbst wenn es für den Alltag geschieht, hat einen Ewigkeitswert und verbindet uns mit einem Geistigen, denn es steht alles, was der Mensch tut, unter der Führung des geistigen Lebens. Wir in unserem theosophischen Leben, wie wir es pflegen, wissen, daß diesem Leben die Strömung zugrundeliegt, die wir die Rosenkreuzerströmung nennen, und wir haben es öfter betont, daß die Meister der Rosenkreuzerweisheit seit dem 11., 12., 13. Jahrhundert vorbereitet haben, was seit dem Ende des 19. Jahrhunderts begonnen hat zu geschehen und was im 20. weiter geschehen wird. Was Rothe in Heidelberg zum Beispiel als eine Zukunft bezeichnet, was er ersehnt und erhofft, das soll ja für uns schon Gegenwart sein. Und es wird für uns immer mehr und mehr Gegenwart. Aber das haben seit langen Zeiten diejenigen vorbereitet, welche diese geistige Strömung zuerst auf eine dem Menschen unwahrnehmbare Weise in die Seelen haben einfließen lassen. In spezifischem Sinne ist dasjenige, was wir den Rosenkreuzerweg nennen seit dem 12., 13., 14. Jahrhundert, in unserer theosophischen Bewegung in bewußterer Gestalt vorhanden - was seit dem 11.., 12., 13., 14. Jahrhundert einströmte in die Herzen, in die Wissenschaft, was den Geist der Menschen Europas geprägt hat.
[ 8 ] Was ist denn der theosophische Geist eigentlich für ein Geist? Das ist ein Geist, ohne den in der Welt niemals überhaupt die wahren Kulturtaten hätten geschehen können. Und wenn wir an das Größte denken: es ist der Geist, ohne den es nie einen Homer, einen Pindar, Raffael, Michelangelo, ohne den es keine religiöse Vertiefung der Menschen gäbe, aber auch kein geistiges Leben und auch keine äußere Kultur. Denn alles, was der Mensch schaffen will, muß er aus dem. Geiste heraus schaffen. Und wenn er ohne den Geist glaubt schaffen zu können, so weiß er nicht, daß das ganze geistige Streben in Verfall kommt für gewisse Zeiten und daß etwas, was in geringerem Maße aus dem Geiste heraus stammt, auch um so mehr eher dem Tode geweiht ist als dasjenige, was aus dem Geiste heraus geschaffen ist. Was ewigen Wert hat, das stammt aus dem Geiste, und kein Schaffen bleibt, das nicht aus dem Geiste stammt. Aber auch das kleinste Schaffen, selbst wenn es für den Alltag geschieht, hat einen Ewigkeitswert und verbindet uns mit einem Geistigen, denn es steht alles, was der Mensch tut, unter der Führung des geistigen Lebens. Wir in unserem theosophischen Leben, wie wir es pflegen, wissen, daß diesem Leben die Strömung zugrundeliegt, die wir die Rosenkreuzerströmung nennen, und wir haben es öfter betont, daß die Meister der Rosenkreuzerweisheit seit dem 11., 12., 13. Jahrhundert vorbereitet haben, was seit dem Ende des 19. Jahrhunderts begonnen hat zu geschehen und was im 20. weiter geschehen wird. Was Rothe in Heidelberg zum Beispiel als eine Zukunft bezeichnet, was er ersehnt und erhofft, das soll ja für uns schon Gegenwart sein. Und es wird für uns immer mehr und mehr Gegenwart. Aber das haben seit langen Zeiten diejenigen vorbereitet, welche diese geistige Strömung zuerst auf eine dem Menschen unwahrnehmbare Weise in die Seelen haben einfließen lassen. In spezifischem Sinne ist dasjenige, was wir den Rosenkreuzerweg nennen seit dem 12., 13., 14. Jahrhundert, in unserer theosophischen Bewegung in bewußterer Gestalt vorhanden - was seit dem 11.., 12., 13., 14. Jahrhundert einströmte in die Herzen, in die Wissenschaft, was den Geist der Menschen Europas geprägt hat.
[ 9 ] Kann man sich denn aus den Vorgängen, die sich in unserer Kultur abgespielt haben, eine Vorstellung davon machen, wie dieser Geist eigentlich gewirkt hat? Ich sagte, seit dem 11., 12., 13., 14. Jahrhundert hat er als eigentlicher Rosenkreuzergeist gewirkt; aber er war immer da, hat nur die letzte Rosenkreuzerform angenommen seit dem genannten Zeitraum. Dieser Geist, der jetzt als Rosenkreuzergeist wirkt, geht zurück bis in alte Menschheitszeiten. Er hat schon in der alten atlantischen Zeit seine Mysterien gehabt. Und was in der neueren Zeit seine Wirksamkeit entfaltet, das strömte, immer bewußter und bewußter werdend, in älteren Zeiten, in Zeiten, die gar nicht lange hinter den unsrigen liegen, unbewußt in die Herzen und Seelen der Menschen herein.
[ 9 ] Kann man sich denn aus den Vorgängen, die sich in unserer Kultur abgespielt haben, eine Vorstellung davon machen, wie dieser Geist eigentlich gewirkt hat? Ich sagte, seit dem 11., 12., 13., 14. Jahrhundert hat er als eigentlicher Rosenkreuzergeist gewirkt; aber er war immer da, hat nur die letzte Rosenkreuzerform angenommen seit dem genannten Zeitraum. Dieser Geist, der jetzt als Rosenkreuzergeist wirkt, geht zurück bis in alte Menschheitszeiten. Er hat schon in der alten atlantischen Zeit seine Mysterien gehabt. Und was in der neueren Zeit seine Wirksamkeit entfaltet, das strömte, immer bewußter und bewußter werdend, in älteren Zeiten, in Zeiten, die gar nicht lange hinter den unsrigen liegen, unbewußt in die Herzen und Seelen der Menschen herein.
[ 10 ] Machen wir uns eine Vorstellung, wie dieser Geist unbewußt in die Menschheit hereinströmte. Sie sitzen hier zusammen. Wir pflegen miteinander das, was uns zeigt: In dieser oder jener Weise entwickelt sich die Menschenseele, um nach und nach hinaufzukommen in die Regionen, wo sie verstehen kann das geistige Leben, wo sie vielleicht auch schauen kann das geistige Leben. Viele von Ihnen haben sich schon seit Jahren bemüht, die Begriffe und Ideen, die uns das geistige Leben abbilden, in die Seele hereinfließen zu lassen, um aus diesen Begriffen und Ideen ihre geistige Nahrung zu haben. Sie kennen die Art und Weise, wie wir uns verständigen über die Rätsel der Welt. Oftmals ist es von mir gesagt worden, wie die verschiedenen Stufen der Entwickelung der Seele vor sich gehen, wie die Seele sich hinauflebt in die höheren Welten. Es ist gesagt worden, wie der Mensch einen höheren Teil seines Selbst von einem niederen Teil zu unterscheiden hat, es ist geschildert worden, wie der Mensch herübergekommen ist von anderen planetarischen Zuständen, wie er durchgemacht hat eine Saturn-, eine Sonnen- und eine Mondentwickelung, in der sich sein physischer Leib, sein Ätherleib und sein Astralleib ausbildete, und wie er dann seine Erdenentwickelung angetreten hat. Es ist gesagt worden, wie etwas in uns wohnt, das hier seine Schulung haben soll, um zu einem Höheren aufzusteigen. Auch das ist gesagt worden, daß gewisse Wesenheiten auf dem Monde als luziferische Wesenheiten zurückgeblieben sind, die sich dann später als Verführer heranmachten an den menschlichen Astralleib, um dem Menschen das zu geben, was sie ihm geben konnten. Dann haben wir oftmals davon gesprochen, wie der Mensch zu überwinden hat in seinem niederen Selbst dieses oder jenes, wie er zu besiegen hat dieses oder jenes, um hinaufzukommen in die Sphären, denen sein höheres Selbst angehört, wie er, um hinaufzukommen in die höheren Regionen des geistigen Lebens, das Goethe-Wort zu erfüllen hat:
[ 10 ] Machen wir uns eine Vorstellung, wie dieser Geist unbewußt in die Menschheit hereinströmte. Sie sitzen hier zusammen. Wir pflegen miteinander das, was uns zeigt: In dieser oder jener Weise entwickelt sich die Menschenseele, um nach und nach hinaufzukommen in die Regionen, wo sie verstehen kann das geistige Leben, wo sie vielleicht auch schauen kann das geistige Leben. Viele von Ihnen haben sich schon seit Jahren bemüht, die Begriffe und Ideen, die uns das geistige Leben abbilden, in die Seele hereinfließen zu lassen, um aus diesen Begriffen und Ideen ihre geistige Nahrung zu haben. Sie kennen die Art und Weise, wie wir uns verständigen über die Rätsel der Welt. Oftmals ist es von mir gesagt worden, wie die verschiedenen Stufen der Entwickelung der Seele vor sich gehen, wie die Seele sich hinauflebt in die höheren Welten. Es ist gesagt worden, wie der Mensch einen höheren Teil seines Selbst von einem niederen Teil zu unterscheiden hat, es ist geschildert worden, wie der Mensch herübergekommen ist von anderen planetarischen Zuständen, wie er durchgemacht hat eine Saturn-, eine Sonnen- und eine Mondentwickelung, in der sich sein physischer Leib, sein Ätherleib und sein Astralleib ausbildete, und wie er dann seine Erdenentwickelung angetreten hat. Es ist gesagt worden, wie etwas in uns wohnt, das hier seine Schulung haben soll, um zu einem Höheren aufzusteigen. Auch das ist gesagt worden, daß gewisse Wesenheiten auf dem Monde als luziferische Wesenheiten zurückgeblieben sind, die sich dann später als Verführer heranmachten an den menschlichen Astralleib, um dem Menschen das zu geben, was sie ihm geben konnten. Dann haben wir oftmals davon gesprochen, wie der Mensch zu überwinden hat in seinem niederen Selbst dieses oder jenes, wie er zu besiegen hat dieses oder jenes, um hinaufzukommen in die Sphären, denen sein höheres Selbst angehört, wie er, um hinaufzukommen in die höheren Regionen des geistigen Lebens, das Goethe-Wort zu erfüllen hat:
[ 11 ] Und so lang du das nicht hast,
Dieses Stirb und Werde,
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde!
[ 11 ] Und so lang du das nicht hast,
Dieses Stirb und Werde,
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde!
[ 12 ] Wir haben weiter gesagt, daß die menschliche Entwickelung, die heute möglich ist, und die uns Kraft und Sicherheit und wirklichen Lebensinhalt geben kann, dadurch zu erreichen ist, daß wir uns aneignen zum Beispiel die Kenntnis von der Mehrgliedrigkeit der Menschennatur, daß wir verstehen lernen, daß dieser Mensch nicht chaotisch zusammengefügt ist, sondern aus physischem Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich besteht. Wir haben das damit Gemeinte nicht als bloße Worte empfunden, sondern durch die Charakterisierung der verschiedenen Temperamente, durch die Betrachtung der Erziehung des Menschen, wie sie verläuft als Entwickelung des physischen Leibes bis zum siebenten Jahr, des Ätherleibes bis zum vierzehnten Jahr, des Astralleibes bis zum einundzwanzigsten Jahr, da haben wir diese Dinge zu bestimmten Vorstellungen gebracht. Und aus Betrachtungen über die Mission der Wahrheit, der Andacht, des Zornes und so weiter haben wir ersehen, wie es nicht abstrakte Begriffe bleiben, was wir als physischen Leib, Ätherleib, Astralleib, Empfindungsseele, Verstandes- oder Gemütsseele und Bewußtseinsseele kennengelernt haben, sondern wie sie die Anschauungen vom Leben beleben, wie sie uns durchsichtig, klar und inhaltvoll unsere Umgebung machen.
[ 12 ] Wir haben weiter gesagt, daß die menschliche Entwickelung, die heute möglich ist, und die uns Kraft und Sicherheit und wirklichen Lebensinhalt geben kann, dadurch zu erreichen ist, daß wir uns aneignen zum Beispiel die Kenntnis von der Mehrgliedrigkeit der Menschennatur, daß wir verstehen lernen, daß dieser Mensch nicht chaotisch zusammengefügt ist, sondern aus physischem Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich besteht. Wir haben das damit Gemeinte nicht als bloße Worte empfunden, sondern durch die Charakterisierung der verschiedenen Temperamente, durch die Betrachtung der Erziehung des Menschen, wie sie verläuft als Entwickelung des physischen Leibes bis zum siebenten Jahr, des Ätherleibes bis zum vierzehnten Jahr, des Astralleibes bis zum einundzwanzigsten Jahr, da haben wir diese Dinge zu bestimmten Vorstellungen gebracht. Und aus Betrachtungen über die Mission der Wahrheit, der Andacht, des Zornes und so weiter haben wir ersehen, wie es nicht abstrakte Begriffe bleiben, was wir als physischen Leib, Ätherleib, Astralleib, Empfindungsseele, Verstandes- oder Gemütsseele und Bewußtseinsseele kennengelernt haben, sondern wie sie die Anschauungen vom Leben beleben, wie sie uns durchsichtig, klar und inhaltvoll unsere Umgebung machen.
[ 13 ] So verständigen wir uns über die Rätsel der Welt. Wir können uns heute darüber verständigen. Und wenn es auch draußen noch viele Menschen gibt, die, bewußt oder unbewußt, im Materialismus verharren, so ist doch eine gewisse Anzahl von Seelen vorhanden, welche es als eine Notwendigkeit des Lebens empfinden, auf solche Darstellungen, wie sie gegeben werden können, hinzuhorchen. Viele von Ihnen würden nicht seit Jahren hier sitzen, mitleben und mitempfinden, was wir hier treiben, wenn es nicht eine Notwendigkeit des Lebens für sie wäre. Warum gibt es heute Seelen, die dies so verstehen, die in den Begriffen und Anschauungen, die wir hier entwickeln, den menschlichen Lebensweg verfolgen können? Das ist aus folgendem Grunde der Fall. Wie Sie heute mit solchen Sehnsuchten hereingeboren wurden in eine Welt, wie ich sie gerade vorhin zu schildern versuchte, so wurden unsere Vorfahren in Europa, das heißt eine große Anzahl von den heute hier anwesenden Seelen, durch die verflossenen Jahrhunderte hereingeboren in eine andere Umgebung, in eine andere Welt, als es die des 19. Jahrhunderts ist. Blicken wir zurück auf das 6., 7. oder auch auf das 12., 13. Jahrhundert, wo viele von den hier sitzenden Seelen damals inkarniert waren, und schauen wir auf das, was solche Seelen damals erlebten.
[ 13 ] So verständigen wir uns über die Rätsel der Welt. Wir können uns heute darüber verständigen. Und wenn es auch draußen noch viele Menschen gibt, die, bewußt oder unbewußt, im Materialismus verharren, so ist doch eine gewisse Anzahl von Seelen vorhanden, welche es als eine Notwendigkeit des Lebens empfinden, auf solche Darstellungen, wie sie gegeben werden können, hinzuhorchen. Viele von Ihnen würden nicht seit Jahren hier sitzen, mitleben und mitempfinden, was wir hier treiben, wenn es nicht eine Notwendigkeit des Lebens für sie wäre. Warum gibt es heute Seelen, die dies so verstehen, die in den Begriffen und Anschauungen, die wir hier entwickeln, den menschlichen Lebensweg verfolgen können? Das ist aus folgendem Grunde der Fall. Wie Sie heute mit solchen Sehnsuchten hereingeboren wurden in eine Welt, wie ich sie gerade vorhin zu schildern versuchte, so wurden unsere Vorfahren in Europa, das heißt eine große Anzahl von den heute hier anwesenden Seelen, durch die verflossenen Jahrhunderte hereingeboren in eine andere Umgebung, in eine andere Welt, als es die des 19. Jahrhunderts ist. Blicken wir zurück auf das 6., 7. oder auch auf das 12., 13. Jahrhundert, wo viele von den hier sitzenden Seelen damals inkarniert waren, und schauen wir auf das, was solche Seelen damals erlebten.
[ 14 ] In jenen Zeiten gab es allerdings keine Theosophische Gesellschaft, wo man so über alles redete, wie wir es heute tun; sondern damals hörte die Seele etwas ganz anderes von ihrer Umgebung. Versuchen wir uns zu vergegenwärtigen, was damals die Seelen hörten — von denen hörten, die nicht herumreisten, um geisteswissenschaftliche Vorträge zu halten, sondern die als Rhapsoden vortrugen oder in einer andern Weise von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt zogen, um vom Geiste zu künden. Was sprachen solche Leute damals für Worte? Wir wollen es einmal in einem einzelnen Falle vor uns hintreten lassen. Damals sagte man noch nicht: Es gibt eine Theosophie, eine Lehre vom niederen und höheren Ich; der Mensch hat einen physischen Leib, Ätherleib, Astralleib und so weiter; sondern da zogen Rhapsoden herum, das heißt solche Menschen, die berufen waren, vom Geiste zu künden, und erzählten etwa folgendes - und ich will einiges von dem, was damals durch Mittel- und Osteuropa besonders vorgetragen wurde, jetzt einmal wiederholen:
[ 14 ] In jenen Zeiten gab es allerdings keine Theosophische Gesellschaft, wo man so über alles redete, wie wir es heute tun; sondern damals hörte die Seele etwas ganz anderes von ihrer Umgebung. Versuchen wir uns zu vergegenwärtigen, was damals die Seelen hörten — von denen hörten, die nicht herumreisten, um geisteswissenschaftliche Vorträge zu halten, sondern die als Rhapsoden vortrugen oder in einer andern Weise von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt zogen, um vom Geiste zu künden. Was sprachen solche Leute damals für Worte? Wir wollen es einmal in einem einzelnen Falle vor uns hintreten lassen. Damals sagte man noch nicht: Es gibt eine Theosophie, eine Lehre vom niederen und höheren Ich; der Mensch hat einen physischen Leib, Ätherleib, Astralleib und so weiter; sondern da zogen Rhapsoden herum, das heißt solche Menschen, die berufen waren, vom Geiste zu künden, und erzählten etwa folgendes - und ich will einiges von dem, was damals durch Mittel- und Osteuropa besonders vorgetragen wurde, jetzt einmal wiederholen:
[ 15 ] Es war einmal ein Königssohn. Der ritt hinaus und kam an einen Graben und hörte dort, wie es aus dem Graben herauf wimmerte. Er folgte dem Lauf des Grabens, um zu sehen, was da wimmerte, und fand darin eine alte Frau. Da ließ er sein Pferd stehen, stieg herunter in den Graben und half der alten Frau herauf, denn sie war hinuntergefallen in den Graben. Als er nun sah, daß sie nicht gehen konnte, weil sie sich das Bein verletzt hatte, fragte er sie, wie sie zu diesem Unfall gekommen wäre. Da erzählte ihm die Frau: Ich bin eine alte Frau und muß früh nach Mitternacht fort in die Stadt, um Eier zu verkaufen; da bin ich in den Graben gefallen. Da sagte der Königssohn zu ihr: Sieh, du kannst jetzt nicht in deine Wohnung gehen, da will ich dich auf mein Pferd setzen und in deine Wohnung bringen. Und das tat er. Da sagte ihm die Frau: Du bist, trotzdem du von hoher Geburt bist, doch ein lieber und guter Mensch, und du sollst, weil du mir geholfen hast, von mir eine Belohnung erhalten. Und er ahnte jetzt, daß sie mehr als eine alte Frau war, denn sie sagte: Weil du solche Güte an mir bewiesen hast, sollst du den Lohn bekommen, der deiner guten Seele gebührt. Willst du die Tochter der Blumenkönigin heiraten? - Ja! sagte er. Und sie sprach weiter: Dazu brauchst du, was ich dir leicht geben kann. Und da gab sie ihm ein Glöckchen mit den Worten: Wenn du es einmal läuten wirst, kommt der Adlerkönig mit seinen Scharen und hilft dir in einer Lage, in welche du schon kommen wirst; wenn du es zweimal läutest, kommt der Fuchskönig mit seinen Scharen und hilft dir in einer Lage, in welche du schon kommen wirst; und wenn du es dreimal läutest, kommt der Fischkönig mit seinen Scharen und hilft dir in einer Lage, in die du schon kommen wirst. - Der Königssohn nahm das Glöckchen und ging nach Hause und sagte dort, daß er die Tochter der Blumenkönigin aufsuchen wolle, und ritt davon. Er ritt lange und lange, und niemand konnte ihm sagen, wo die Blumenkönigin mit ihrer Tochter wohnte. Da war dann sein Pferd schon unbrauchbar geworden und ging vollends zugrunde, so daß er die Wanderung zu Fuß fortsetzen mußte. Da kam er zu einem Greis, den er fragte, wo die Wohnung der Blumenkönigin sei. Ich kann es dir nicht sagen, gab ihm dieser zur Antwort, aber gehe nur fort, weiter und immer weiter, und du wirst meinen Vater finden, der wird es dir vielleicht sagen können. Der Königssohn ging also weiter, viele, viele Jahre, und fand einen uralten Greis. Den fragte er: Kannst du mir sagen, wo die Wohnung der Blumenkönjgin ist? Der aber antwortete ihm: Ich kann es dir nicht sagen. Aber gehe nur weiter, immer weiter, durch lange Jahre noch; da wirst du meinen Vater finden, und der wird dir ganz gewiß sagen können, wo die Wohnung der Blumenkönigiin ist. Der Königssohn ging also weiter und fand endlich einen uralten Greis, den er fragte, ob er ihm sagen könne, wo die Blumenkönigin mit ihrer Tochter wohne. Da sagte ihm der Greis: Die Blumenkönigin wohnt fern in einem Berge, den du hier von weitem siehst. Sie wird aber bewacht von einem wilden Drachen. Du kannst zunächst nicht heran, denn der Drache schläft nie in dieser Zeit; er hat nur eine gewisse Zeit, wo er schläft, und jetzt ist gerade Wachenszeit. Aber du mußt ein Stück weitergehen, zu dem andern Berg; da lebt die Drachenmutter, durch die wirst du dein Ziel erreichen. - Mutig ging er also weiter, kam zum ersten Berg, kam zum zweiten Berg und fand dort die Drachenmutter, das Urbild der Häßlichkeit. Er aber wußte, daß es von ihr abhing, ob er die Tochter der Blumenkönigin finden könnte. Da sah er in ihrer Umgebung sieben andere Drachen, die alle gierig darnach waren, die Blumenkönigin und ihre Tochter zu bewachen, die in alter Gefangenschaft waren und durch den Königssohn erlöst werden sollten. Da sagte er zu der Drachenmutter: O ich erkenne, daß ich dein Knecht werden muß, wenn ich die Blumenkönigin finden will! - Ja, sagte sie, du mußt mein Knecht werden, aber du mußt einen Dienst tun, der nicht leicht ist. Hier ist ein Pferd, das mußt du auf die Weide führen, den ersten Tag, den zweiten Tag und den dritten Tag. Wenn du es gesund nach Hause bringst, dann kannst du vielleicht nach drei Tagen erreichen, was du willst. Bringst du es aber nicht gesund nach Hause, so fressen dich die Drachen auf - wir alle fressen dich auf! — Der Königssohn ging darauf ein, und am nächsten Morgen wurde ihm das Pferd übergeben. Er wollte es auf die Weide führen, aber bald war es verschwunden. Er suchte es, aber er konnte es nicht finden und wurde darüber ganz unglücklich. Da erinnerte er sich an das Glöckchen, das ihm die alte Frau gegeben hatte, zog es heraus und läutete es einmal. Da versammelten sich
[ 15 ] Es war einmal ein Königssohn. Der ritt hinaus und kam an einen Graben und hörte dort, wie es aus dem Graben herauf wimmerte. Er folgte dem Lauf des Grabens, um zu sehen, was da wimmerte, und fand darin eine alte Frau. Da ließ er sein Pferd stehen, stieg herunter in den Graben und half der alten Frau herauf, denn sie war hinuntergefallen in den Graben. Als er nun sah, daß sie nicht gehen konnte, weil sie sich das Bein verletzt hatte, fragte er sie, wie sie zu diesem Unfall gekommen wäre. Da erzählte ihm die Frau: Ich bin eine alte Frau und muß früh nach Mitternacht fort in die Stadt, um Eier zu verkaufen; da bin ich in den Graben gefallen. Da sagte der Königssohn zu ihr: Sieh, du kannst jetzt nicht in deine Wohnung gehen, da will ich dich auf mein Pferd setzen und in deine Wohnung bringen. Und das tat er. Da sagte ihm die Frau: Du bist, trotzdem du von hoher Geburt bist, doch ein lieber und guter Mensch, und du sollst, weil du mir geholfen hast, von mir eine Belohnung erhalten. Und er ahnte jetzt, daß sie mehr als eine alte Frau war, denn sie sagte: Weil du solche Güte an mir bewiesen hast, sollst du den Lohn bekommen, der deiner guten Seele gebührt. Willst du die Tochter der Blumenkönigin heiraten? - Ja! sagte er. Und sie sprach weiter: Dazu brauchst du, was ich dir leicht geben kann. Und da gab sie ihm ein Glöckchen mit den Worten: Wenn du es einmal läuten wirst, kommt der Adlerkönig mit seinen Scharen und hilft dir in einer Lage, in welche du schon kommen wirst; wenn du es zweimal läutest, kommt der Fuchskönig mit seinen Scharen und hilft dir in einer Lage, in welche du schon kommen wirst; und wenn du es dreimal läutest, kommt der Fischkönig mit seinen Scharen und hilft dir in einer Lage, in die du schon kommen wirst. - Der Königssohn nahm das Glöckchen und ging nach Hause und sagte dort, daß er die Tochter der Blumenkönigin aufsuchen wolle, und ritt davon. Er ritt lange und lange, und niemand konnte ihm sagen, wo die Blumenkönigin mit ihrer Tochter wohnte. Da war dann sein Pferd schon unbrauchbar geworden und ging vollends zugrunde, so daß er die Wanderung zu Fuß fortsetzen mußte. Da kam er zu einem Greis, den er fragte, wo die Wohnung der Blumenkönigin sei. Ich kann es dir nicht sagen, gab ihm dieser zur Antwort, aber gehe nur fort, weiter und immer weiter, und du wirst meinen Vater finden, der wird es dir vielleicht sagen können. Der Königssohn ging also weiter, viele, viele Jahre, und fand einen uralten Greis. Den fragte er: Kannst du mir sagen, wo die Wohnung der Blumenkönjgin ist? Der aber antwortete ihm: Ich kann es dir nicht sagen. Aber gehe nur weiter, immer weiter, durch lange Jahre noch; da wirst du meinen Vater finden, und der wird dir ganz gewiß sagen können, wo die Wohnung der Blumenkönigiin ist. Der Königssohn ging also weiter und fand endlich einen uralten Greis, den er fragte, ob er ihm sagen könne, wo die Blumenkönigin mit ihrer Tochter wohne. Da sagte ihm der Greis: Die Blumenkönigin wohnt fern in einem Berge, den du hier von weitem siehst. Sie wird aber bewacht von einem wilden Drachen. Du kannst zunächst nicht heran, denn der Drache schläft nie in dieser Zeit; er hat nur eine gewisse Zeit, wo er schläft, und jetzt ist gerade Wachenszeit. Aber du mußt ein Stück weitergehen, zu dem andern Berg; da lebt die Drachenmutter, durch die wirst du dein Ziel erreichen. - Mutig ging er also weiter, kam zum ersten Berg, kam zum zweiten Berg und fand dort die Drachenmutter, das Urbild der Häßlichkeit. Er aber wußte, daß es von ihr abhing, ob er die Tochter der Blumenkönigin finden könnte. Da sah er in ihrer Umgebung sieben andere Drachen, die alle gierig darnach waren, die Blumenkönigin und ihre Tochter zu bewachen, die in alter Gefangenschaft waren und durch den Königssohn erlöst werden sollten. Da sagte er zu der Drachenmutter: O ich erkenne, daß ich dein Knecht werden muß, wenn ich die Blumenkönigin finden will! - Ja, sagte sie, du mußt mein Knecht werden, aber du mußt einen Dienst tun, der nicht leicht ist. Hier ist ein Pferd, das mußt du auf die Weide führen, den ersten Tag, den zweiten Tag und den dritten Tag. Wenn du es gesund nach Hause bringst, dann kannst du vielleicht nach drei Tagen erreichen, was du willst. Bringst du es aber nicht gesund nach Hause, so fressen dich die Drachen auf - wir alle fressen dich auf! — Der Königssohn ging darauf ein, und am nächsten Morgen wurde ihm das Pferd übergeben. Er wollte es auf die Weide führen, aber bald war es verschwunden. Er suchte es, aber er konnte es nicht finden und wurde darüber ganz unglücklich. Da erinnerte er sich an das Glöckchen, das ihm die alte Frau gegeben hatte, zog es heraus und läutete es einmal. Da versammelten sich
[ 16 ] viele Adler, geführt vom Adlerkönig, die suchten das Pferd, und er konnte es so der Drachenmutter wiederbringen. Die sagte zu ihm: Weil du das Pferd zurückgebracht hast, gebe ich dir einen kupfernen Mantel, damit kannst du an dem Ball teilnehmen, der heute Nacht in dem Kreise der Blumenkönigin und ihrer Tochter stattfindet. Am zweiten Tage sollte er dann das Pferd wieder auf die Weide führen. Es wurde ihm wieder übergeben, bald aber war es wieder verschwunden, und er konnte es nirgends finden. Da zog er sein Glöckchen heraus und läutete es zweimal. Alsbald erschien der Fuchskönig, gefolgt von vielen seiner Heeresfolge, die suchten das Pferd, und er konnte es wieder der Drachenmutter überbringen. Da sagte sie ihm: Heute bekommst du einen silbernen Mantel, damit kannst du wieder zu dem Ball gehen, der heute Nacht im Kreise der Blumenkönigin und ihrer Tochter stattfindet. - Auf dem Balle aber sagte ihm die Blumenkönigin: Verlange am dritten Tage ein Füllen von diesem Pferde! Mit diesem Füllen kannst du mich erlösen, und wir werden vereinigt sein. - Am dritten Tage wurde ihm dann wieder das Pferd übergeben, um es auf die Weide zu führen. Bald war es wieder verschwunden, denn es war sehr wild. Er zog daher das Glöckchen heraus, läutete es dreimal, und es kam der Fischkönig mit seiner Heeresfolge, die suchten ihm das Pferd, und er brachte es so zum dritten Mal nach Hause. Glücklich hatte er seine Aufgabe vollendet. Da gab ihm die Drachenmutter als Lohn einen goldenen Mantel, als seine dritte Hülle, damit konnte er am dritten Tage an dem Ball bei der Blumenkönigin teilnehmen. Und außerdem konnte er als sein ihm gebührendes Geschenk das Füllen jenes Pferdes bekommen, das er gehütet hatte. Mit dem konnte er dann die Blumenkönigin und ihre Tochter hinführen zu ihrer eigenen Burg. Und um die Burg herum, da alle die andern die Tochter rauben wollten, ließ sie eine dichte Mauer von Gesträuchwerk wachsen, so daß die Burg nicht eingenommen werden konnte. Und da sagte dann die Blumenkönigin zu dem Königssohn: Du hast dir meine Tochter erworben; du sollst sie fernerhin haben, aber nur unter einer Bedingung: du darfst sie nur ein halbes Jahr haben, das andere halbe Jahr muß sie zurück unter die Oberfläche der Erde, damit sie mit mir vereint sein kann, denn nur so ist es möglich, daß du mit ihr vereinigt sein kannst. — So also bekam er die Tochter der Blumenkönigin und lebte mit ihr immer ein halbes Jahr, während sie die andere Hälfte des Jahres bei ihrer Mutter war.
[ 16 ] viele Adler, geführt vom Adlerkönig, die suchten das Pferd, und er konnte es so der Drachenmutter wiederbringen. Die sagte zu ihm: Weil du das Pferd zurückgebracht hast, gebe ich dir einen kupfernen Mantel, damit kannst du an dem Ball teilnehmen, der heute Nacht in dem Kreise der Blumenkönigin und ihrer Tochter stattfindet. Am zweiten Tage sollte er dann das Pferd wieder auf die Weide führen. Es wurde ihm wieder übergeben, bald aber war es wieder verschwunden, und er konnte es nirgends finden. Da zog er sein Glöckchen heraus und läutete es zweimal. Alsbald erschien der Fuchskönig, gefolgt von vielen seiner Heeresfolge, die suchten das Pferd, und er konnte es wieder der Drachenmutter überbringen. Da sagte sie ihm: Heute bekommst du einen silbernen Mantel, damit kannst du wieder zu dem Ball gehen, der heute Nacht im Kreise der Blumenkönigin und ihrer Tochter stattfindet. - Auf dem Balle aber sagte ihm die Blumenkönigin: Verlange am dritten Tage ein Füllen von diesem Pferde! Mit diesem Füllen kannst du mich erlösen, und wir werden vereinigt sein. - Am dritten Tage wurde ihm dann wieder das Pferd übergeben, um es auf die Weide zu führen. Bald war es wieder verschwunden, denn es war sehr wild. Er zog daher das Glöckchen heraus, läutete es dreimal, und es kam der Fischkönig mit seiner Heeresfolge, die suchten ihm das Pferd, und er brachte es so zum dritten Mal nach Hause. Glücklich hatte er seine Aufgabe vollendet. Da gab ihm die Drachenmutter als Lohn einen goldenen Mantel, als seine dritte Hülle, damit konnte er am dritten Tage an dem Ball bei der Blumenkönigin teilnehmen. Und außerdem konnte er als sein ihm gebührendes Geschenk das Füllen jenes Pferdes bekommen, das er gehütet hatte. Mit dem konnte er dann die Blumenkönigin und ihre Tochter hinführen zu ihrer eigenen Burg. Und um die Burg herum, da alle die andern die Tochter rauben wollten, ließ sie eine dichte Mauer von Gesträuchwerk wachsen, so daß die Burg nicht eingenommen werden konnte. Und da sagte dann die Blumenkönigin zu dem Königssohn: Du hast dir meine Tochter erworben; du sollst sie fernerhin haben, aber nur unter einer Bedingung: du darfst sie nur ein halbes Jahr haben, das andere halbe Jahr muß sie zurück unter die Oberfläche der Erde, damit sie mit mir vereint sein kann, denn nur so ist es möglich, daß du mit ihr vereinigt sein kannst. — So also bekam er die Tochter der Blumenkönigin und lebte mit ihr immer ein halbes Jahr, während sie die andere Hälfte des Jahres bei ihrer Mutter war.
[ 17 ] In viele, viele Seelen zogen diese und andere Geschichten damals ein. Die Seelen horchten hin und nahmen es auf - nahmen es aber nicht auf, um es etwa nach der Weise von sonderbaren Theosophen der Neuzeit allegorisch auszulegen, denn als symbolische und allegorische Auslegungen sind diese Dinge nichts wert. Nein, die Menschen nahmen es auf, weil sie ihre Lust und ihr Vergnügen daran hatten, weil sie das warme Leben bei solchen Erzählungen durch ihre Seele ziehen fühlten. Und nichts weiter wollten sie, wenn dies durch ihre Seele zog, wenn ihnen erzählt wurde von dem Königssohn, von seinen Taten mit dem Glöckchen und seiner Erwerbung der Tochter der Blumenkönigin. Und viele Seelen leben jetzt, die damals so etwas gehört und in Lust und Freude aufgenommen haben. Und wenn so etwas aufgenommen wird zum Entzücken und zur Befriedigung der Seele, so lebt es weiter in der Seele. Dann nehmen solche Seelen Gedankenformen in Gefühlen und Empfindungen auf, und dann sind sie etwas anderes geworden, als sie vorher waren. Das bringt Früchte, das gibt Kräfte den Seelen, und diese Kräfte verwandeln sich, werden zu etwas anderem. Was sind sie denn geworden? Zu dem sind sie geworden, was jetzt in den Seelen ist als Sehnsucht nach einer höheren Auslegung derselben Geheimnisse, als Sehnsucht nach der Geisteswissenschaft. Damals haben die Rhapsoden nicht erzählt: Es gibt einen Menschen, der strebt zum höheren Selbst hinauf und muß dazu überwinden, was ihn herunterdrücken will als sein niederes Selbst. Sondern sie haben erzählt: Einen Königssohn gab es; der zog aus und fand einen Graben, aus dem es herauf wimmerte, und tat das, was eine gute Tat war. Heute sagen wir: Der Mensch muß etwas tun, was eine gute Tat, eine Tat der Liebe, des Opfers ist. Damals erzählte man ein solches Tun im Bilde. Heute sagen wir: Der Mensch muß in sich jene Stimmung des Geistes bekommen, durch die er eine Ahnung erhält von der geistigen Welt, einen Zusammenhang mit ihr und durch die er fähig wird, seine Kräfte so zu entwickeln, daß er mit der geistigen Welt in eine Beziehung kommen kann. Damals sagte man das im Bilde: Die alte Frau gab dem Königssohn ein Glöckchen, das läutete er. Heute wird gesagt: Der Mensch hat in sich aufgenommen die übrigen Naturreiche; was da ausgebreitet vorhanden ist, das hat der Mensch in sich harmonisch vereinigt. Er muß aber verstehen, wie das in ihm lebt, was draußen ausgebreitet ist, und kann seine niedere Natur nur dadurch überwinden, daß er das, was in den Naturreichen wirkt, in das rechte Verhältnis zu sich bringt, so daß es ihm zu Hilfe kommen kann.
[ 17 ] In viele, viele Seelen zogen diese und andere Geschichten damals ein. Die Seelen horchten hin und nahmen es auf - nahmen es aber nicht auf, um es etwa nach der Weise von sonderbaren Theosophen der Neuzeit allegorisch auszulegen, denn als symbolische und allegorische Auslegungen sind diese Dinge nichts wert. Nein, die Menschen nahmen es auf, weil sie ihre Lust und ihr Vergnügen daran hatten, weil sie das warme Leben bei solchen Erzählungen durch ihre Seele ziehen fühlten. Und nichts weiter wollten sie, wenn dies durch ihre Seele zog, wenn ihnen erzählt wurde von dem Königssohn, von seinen Taten mit dem Glöckchen und seiner Erwerbung der Tochter der Blumenkönigin. Und viele Seelen leben jetzt, die damals so etwas gehört und in Lust und Freude aufgenommen haben. Und wenn so etwas aufgenommen wird zum Entzücken und zur Befriedigung der Seele, so lebt es weiter in der Seele. Dann nehmen solche Seelen Gedankenformen in Gefühlen und Empfindungen auf, und dann sind sie etwas anderes geworden, als sie vorher waren. Das bringt Früchte, das gibt Kräfte den Seelen, und diese Kräfte verwandeln sich, werden zu etwas anderem. Was sind sie denn geworden? Zu dem sind sie geworden, was jetzt in den Seelen ist als Sehnsucht nach einer höheren Auslegung derselben Geheimnisse, als Sehnsucht nach der Geisteswissenschaft. Damals haben die Rhapsoden nicht erzählt: Es gibt einen Menschen, der strebt zum höheren Selbst hinauf und muß dazu überwinden, was ihn herunterdrücken will als sein niederes Selbst. Sondern sie haben erzählt: Einen Königssohn gab es; der zog aus und fand einen Graben, aus dem es herauf wimmerte, und tat das, was eine gute Tat war. Heute sagen wir: Der Mensch muß etwas tun, was eine gute Tat, eine Tat der Liebe, des Opfers ist. Damals erzählte man ein solches Tun im Bilde. Heute sagen wir: Der Mensch muß in sich jene Stimmung des Geistes bekommen, durch die er eine Ahnung erhält von der geistigen Welt, einen Zusammenhang mit ihr und durch die er fähig wird, seine Kräfte so zu entwickeln, daß er mit der geistigen Welt in eine Beziehung kommen kann. Damals sagte man das im Bilde: Die alte Frau gab dem Königssohn ein Glöckchen, das läutete er. Heute wird gesagt: Der Mensch hat in sich aufgenommen die übrigen Naturreiche; was da ausgebreitet vorhanden ist, das hat der Mensch in sich harmonisch vereinigt. Er muß aber verstehen, wie das in ihm lebt, was draußen ausgebreitet ist, und kann seine niedere Natur nur dadurch überwinden, daß er das, was in den Naturreichen wirkt, in das rechte Verhältnis zu sich bringt, so daß es ihm zu Hilfe kommen kann.
[ 18 ] Wie oft haben wir gesprochen von der Entwickelung des Menschen durch die Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit hinauf, wie er zurückgelassen hat die andern Reiche und das, was das Beste ist, aus ihnen herausgezogen hat, um hinaufzusteigen zu einer Höhe. Wozu hat er sich da entwickelt? Zu dem, wofür schon Plato ein Bild gebraucht, um hinzudeuten auf das, was in des Menschen Seele lebt: das Bild des Pferdes, mit dem er dahinreitet von Inkarnation zu Inkarnation. Damals stellte man das Bild hin von dem Glöckchen, das geläutet wurde, damit die Naturreiche in ihren Repräsentanten, dem Adlerkönig, dem Fuchskönig und dem Fischkönig, kamen, um das, was Beherrscher der drei Naturreiche werden soll, in das rechte Verhältnis zu bringen.
[ 18 ] Wie oft haben wir gesprochen von der Entwickelung des Menschen durch die Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit hinauf, wie er zurückgelassen hat die andern Reiche und das, was das Beste ist, aus ihnen herausgezogen hat, um hinaufzusteigen zu einer Höhe. Wozu hat er sich da entwickelt? Zu dem, wofür schon Plato ein Bild gebraucht, um hinzudeuten auf das, was in des Menschen Seele lebt: das Bild des Pferdes, mit dem er dahinreitet von Inkarnation zu Inkarnation. Damals stellte man das Bild hin von dem Glöckchen, das geläutet wurde, damit die Naturreiche in ihren Repräsentanten, dem Adlerkönig, dem Fuchskönig und dem Fischkönig, kamen, um das, was Beherrscher der drei Naturreiche werden soll, in das rechte Verhältnis zu bringen.
[ 19 ] Die Seele des Menschen ist wild, und nur dadurch, daß Liebe und Weisheit sie ergreifen und glätten, kommt der Mensch in das rechte Verhältnis. Damals trat es in bildhafter Weise vor die Menschen hin. Gelenkt wurde die Seele dahin, daß sie das, was wir heute anders erzählen, verstehen kann. Damals wurde erzählt: Wenn er das Glöckchen einmal läutete, kam der Adlerkönig, wenn er es zweimal läutete, kam der Fuchskönig, und wenn er es dreimal läutete, kam der Fischkönig; die brachten das Pferd zurück. Das heißt, die Stürme der Menschenseele, die wild dahinstürmt, müssen erkannt werden, und wenn wir sie erkennen, kann auch die Seele von dem Niederen befreit und in Ordnung gebracht werden.
[ 19 ] Die Seele des Menschen ist wild, und nur dadurch, daß Liebe und Weisheit sie ergreifen und glätten, kommt der Mensch in das rechte Verhältnis. Damals trat es in bildhafter Weise vor die Menschen hin. Gelenkt wurde die Seele dahin, daß sie das, was wir heute anders erzählen, verstehen kann. Damals wurde erzählt: Wenn er das Glöckchen einmal läutete, kam der Adlerkönig, wenn er es zweimal läutete, kam der Fuchskönig, und wenn er es dreimal läutete, kam der Fischkönig; die brachten das Pferd zurück. Das heißt, die Stürme der Menschenseele, die wild dahinstürmt, müssen erkannt werden, und wenn wir sie erkennen, kann auch die Seele von dem Niederen befreit und in Ordnung gebracht werden.
[ 20 ] Wir sagen: Der Mensch muß kennenlernen, wie seine eigenen Leidenschaften, Zorn und so weiter, in seiner eigenen Entwickelung zusammenhängen mit seiner Entwickelung von sieben zu sieben Jahren, das heißt, wie wir in dem menschlichen Leben kennenlernen müssen die dreifache Hüllennatur des Menschen. Damals stellte man das grandiose Bild hin: Jedesmal wenn der Königssohn mit dem Glöckchen geläutet hatte, das heißt, wenn er eines der Reiche in seine Macht gezwungen hatte, so bekam er eine Hülle. - Wir sagen heute: Wir studieren die Natur des physischen Leibes. Damals brauchte man das Bild: Die Drachenmutter gab ihm einen Mantel aus Kupfer. Wir sagen: Wir lernen kennen die Natur unseres Ätherleibes. Damals: Die Drachenmutter gab ihm das zweitemal einen silbernen Mantel. Wir sagen weiter: Wir lernen unsern Astralleib kennen mit allen auf- und abwogenden Leidenschaften und so weiter. Damals sagte man im Bilde: Die Drachenmutter gab ihm am dritten Tage einen goldenen Mantel. — Was wir heute in unsern Begriffen über die dreifache Hüllennatur des Menschen lernen, das wurde damals angeregt durch das Bild vom kupfernen, silbernen und goldenen Mantel. Und für die Seelen, die damals die Gedankenformen von dem kupfernen, dem silbernen und dem goldenen Mantel aufgenommen haben, sagen wir heute dasjenige, was ihnen Verständnis erwecken kann für den dichten physischen Leib, der sich zu den andern Hüllen des Menschen verhält wie das Erz des Kupfers zu Silber und Gold. - Wir sagen heute: Es sind auf dem Monde zurückgeblieben luziferische Wesenheiten, siebenerlei Arten, die machen sich an den Astralleib des Menschen heran. Damals sagte der Rhapsode: Als der Königssohn zu dem Berge kam, wo er die Vereinigung mit der Tochter der Blumenkönigin finden sollte, traf er sieben Drachen, die wollten ihn auffressen, wenn er sein Tagewerk nicht richtig erfüllte. Wir wissen: Wenn unsere Entwickelung nicht in der richtigen Weise geschieht, so wird durch die Kräfte der luziferischen Wesenheiten, die siebenfacher Art sind, unsere Entwikkelung eben verdorben. — Wir sagen heute: Indem wir eine geistige Entwickelung durchmachen, finden wir unser höheres Selbst. Damals stellte man das Bild hin: Der Königssohn vereinigte sich mit der Blumenkönigin. — Und wir sagen: Die menschliche Seele muß in einen gewissen Rhythmus hineinkommen.
[ 20 ] Wir sagen: Der Mensch muß kennenlernen, wie seine eigenen Leidenschaften, Zorn und so weiter, in seiner eigenen Entwickelung zusammenhängen mit seiner Entwickelung von sieben zu sieben Jahren, das heißt, wie wir in dem menschlichen Leben kennenlernen müssen die dreifache Hüllennatur des Menschen. Damals stellte man das grandiose Bild hin: Jedesmal wenn der Königssohn mit dem Glöckchen geläutet hatte, das heißt, wenn er eines der Reiche in seine Macht gezwungen hatte, so bekam er eine Hülle. - Wir sagen heute: Wir studieren die Natur des physischen Leibes. Damals brauchte man das Bild: Die Drachenmutter gab ihm einen Mantel aus Kupfer. Wir sagen: Wir lernen kennen die Natur unseres Ätherleibes. Damals: Die Drachenmutter gab ihm das zweitemal einen silbernen Mantel. Wir sagen weiter: Wir lernen unsern Astralleib kennen mit allen auf- und abwogenden Leidenschaften und so weiter. Damals sagte man im Bilde: Die Drachenmutter gab ihm am dritten Tage einen goldenen Mantel. — Was wir heute in unsern Begriffen über die dreifache Hüllennatur des Menschen lernen, das wurde damals angeregt durch das Bild vom kupfernen, silbernen und goldenen Mantel. Und für die Seelen, die damals die Gedankenformen von dem kupfernen, dem silbernen und dem goldenen Mantel aufgenommen haben, sagen wir heute dasjenige, was ihnen Verständnis erwecken kann für den dichten physischen Leib, der sich zu den andern Hüllen des Menschen verhält wie das Erz des Kupfers zu Silber und Gold. - Wir sagen heute: Es sind auf dem Monde zurückgeblieben luziferische Wesenheiten, siebenerlei Arten, die machen sich an den Astralleib des Menschen heran. Damals sagte der Rhapsode: Als der Königssohn zu dem Berge kam, wo er die Vereinigung mit der Tochter der Blumenkönigin finden sollte, traf er sieben Drachen, die wollten ihn auffressen, wenn er sein Tagewerk nicht richtig erfüllte. Wir wissen: Wenn unsere Entwickelung nicht in der richtigen Weise geschieht, so wird durch die Kräfte der luziferischen Wesenheiten, die siebenfacher Art sind, unsere Entwikkelung eben verdorben. — Wir sagen heute: Indem wir eine geistige Entwickelung durchmachen, finden wir unser höheres Selbst. Damals stellte man das Bild hin: Der Königssohn vereinigte sich mit der Blumenkönigin. — Und wir sagen: Die menschliche Seele muß in einen gewissen Rhythmus hineinkommen.
[ 21 ] Vor einigen Wochen habe ich gesagt: Die menschliche Seele muß, wenn in ihr irgendeine Idee aufgestiegen ist, diese in der Zeit ausreifen lassen, und sie wird dabei einen gewissen Rhythmus beobachten können, denn nach sieben Tagen ist die Idee in die Tiefe der Seele eingedrungen, nach vierzehn Tagen kann die reifer gewordene Idee die äußere Astralsubstanz ergreifen und sich vom Weltengeiste taufen lassen; nach einundzwanzig Tagen ist sie wieder reifer geworden, und erst nach viermal sieben Tagen ist sie so weit, daß wir sie als unser Persönliches der Welt übergeben können. Das ist ein innerer Rhythmus der Seele. Und nur der kann in günstigem Sinne schaffen, der nicht gierig das, was ihm einfällt, in die Welt hineinpreßt, sondern der da weiß, daß sich die Regelmäßigkeit der äußeren Welt in seiner eigenen Seele wiederholt, daß wir so leben müssen, daß wir in uns mikrokosmisch den Makrokosmos wiederholen. - Der Rhapsode sagte: Der Mensch muß seine Seelenkräfte in Einklang versetzen, muß die Tochter der Blumenkönigin suchen und mit ihr eine Ehe eingehen, wo er den einen Teil des Jahres mit der Tochter lebt und sie den andern Teil des Jahres der Mutter überläßt, die in den Tiefen wirkt. Das heißt, der Mensch setzt sich in einen Rhythmus, und der Rhythmus seines Lebens verläuft wie der Rhythmus des Makrokosmos.
[ 21 ] Vor einigen Wochen habe ich gesagt: Die menschliche Seele muß, wenn in ihr irgendeine Idee aufgestiegen ist, diese in der Zeit ausreifen lassen, und sie wird dabei einen gewissen Rhythmus beobachten können, denn nach sieben Tagen ist die Idee in die Tiefe der Seele eingedrungen, nach vierzehn Tagen kann die reifer gewordene Idee die äußere Astralsubstanz ergreifen und sich vom Weltengeiste taufen lassen; nach einundzwanzig Tagen ist sie wieder reifer geworden, und erst nach viermal sieben Tagen ist sie so weit, daß wir sie als unser Persönliches der Welt übergeben können. Das ist ein innerer Rhythmus der Seele. Und nur der kann in günstigem Sinne schaffen, der nicht gierig das, was ihm einfällt, in die Welt hineinpreßt, sondern der da weiß, daß sich die Regelmäßigkeit der äußeren Welt in seiner eigenen Seele wiederholt, daß wir so leben müssen, daß wir in uns mikrokosmisch den Makrokosmos wiederholen. - Der Rhapsode sagte: Der Mensch muß seine Seelenkräfte in Einklang versetzen, muß die Tochter der Blumenkönigin suchen und mit ihr eine Ehe eingehen, wo er den einen Teil des Jahres mit der Tochter lebt und sie den andern Teil des Jahres der Mutter überläßt, die in den Tiefen wirkt. Das heißt, der Mensch setzt sich in einen Rhythmus, und der Rhythmus seines Lebens verläuft wie der Rhythmus des Makrokosmos.
[ 22 ] Diese Bilder - und wir könnten Hunderte solcher Bilder anführen — regten durch ihre Gedankenformen die Seelenkräfte an, so daß heute die entsprechenden Seelen reif geworden sind, die andere Form, die wir in der Geisteswissenschaft pflegen, zu hören. Aber es mußte so kommen, daß, man möchte sagen, durch die Entbehrung die Sehnsucht erst recht groß wurde; erst mußte gleichsam alles, was in der Seele an geistiger Sehnsucht lebte, in der physischen Welt verschwinden. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist so vieles verschwunden. Mit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam dann die materialistische Kultur, und öde wurde es in bezug auf das geistige Leben. Um so größer aber wurde die Sehnsucht und um so bedeutungsvoller das Ideal der spirituellen Bewegung. Nur wenige Menschen gab es, die wie in einem stillen Martyrium in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch empfanden, wie die Ideen, die einmal erschaut worden sind, die dann erzählt wurden, fortlebten, aber im Untergange waren.
[ 22 ] Diese Bilder - und wir könnten Hunderte solcher Bilder anführen — regten durch ihre Gedankenformen die Seelenkräfte an, so daß heute die entsprechenden Seelen reif geworden sind, die andere Form, die wir in der Geisteswissenschaft pflegen, zu hören. Aber es mußte so kommen, daß, man möchte sagen, durch die Entbehrung die Sehnsucht erst recht groß wurde; erst mußte gleichsam alles, was in der Seele an geistiger Sehnsucht lebte, in der physischen Welt verschwinden. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist so vieles verschwunden. Mit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam dann die materialistische Kultur, und öde wurde es in bezug auf das geistige Leben. Um so größer aber wurde die Sehnsucht und um so bedeutungsvoller das Ideal der spirituellen Bewegung. Nur wenige Menschen gab es, die wie in einem stillen Martyrium in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch empfanden, wie die Ideen, die einmal erschaut worden sind, die dann erzählt wurden, fortlebten, aber im Untergange waren.
[ 23 ] Da war im Jahre 1803 ein Mensch geboren worden. In seiner Seele war noch so recht etwas von dem Nachklang der alten Weistümer der Vorzeit lebendig. Es lebte etwas in ihm, was ganz verwandt war mit unserer theosophischen Idee. Seine Seele war voll von dem, was wir heute nennen die geisteswissenschaftliche Lösung der Weltenrätsel: es ist Julius Mosen. Seine Seele konnte nur dadurch bestehen, daß sein Leib während des größten Teiles seines Lebens an das Bett gefesselt war. Es paßte die Seele nicht mehr zusammen mit dem Leibe, denn durch die Art und Weise, wie er diese Dinge gefaßt hatte und sie doch wieder nicht spirituell durchdringen konnte, hatte er seinen Ätherleib aus dem physischen Leib herausgezogen, der dadurch gelähmt war. Die Seele aber erhob sich in die geistigen Höhen. Im Jahre 1831 schrieb er ein merkwürdiges Werk, «Ritter Wahn». Er war gewahr geworden, daß in Italien eine wunderbare Sage lebte, eine alte italienische Volkssage vom Ritter Wahn, und indem er diese Sage betrachtete, sagte er sich: Darin lebt Geist vom Weltengeist; diese Volkssage ist so entstanden, diese Bilder sind dadurch geformt worden, daß diejenigen, welche sie geformt haben, durchdrungen waren von dem lebendigen Spirituellen der Weltenführung. -— Und was brachte er damit zustande? 1831 schrieb er ein Werk, wunderbar und hinreißend groß. Es ist natürlich vergessen worden - wie alle Dinge, die so dem geistig Großen entstammen.
[ 23 ] Da war im Jahre 1803 ein Mensch geboren worden. In seiner Seele war noch so recht etwas von dem Nachklang der alten Weistümer der Vorzeit lebendig. Es lebte etwas in ihm, was ganz verwandt war mit unserer theosophischen Idee. Seine Seele war voll von dem, was wir heute nennen die geisteswissenschaftliche Lösung der Weltenrätsel: es ist Julius Mosen. Seine Seele konnte nur dadurch bestehen, daß sein Leib während des größten Teiles seines Lebens an das Bett gefesselt war. Es paßte die Seele nicht mehr zusammen mit dem Leibe, denn durch die Art und Weise, wie er diese Dinge gefaßt hatte und sie doch wieder nicht spirituell durchdringen konnte, hatte er seinen Ätherleib aus dem physischen Leib herausgezogen, der dadurch gelähmt war. Die Seele aber erhob sich in die geistigen Höhen. Im Jahre 1831 schrieb er ein merkwürdiges Werk, «Ritter Wahn». Er war gewahr geworden, daß in Italien eine wunderbare Sage lebte, eine alte italienische Volkssage vom Ritter Wahn, und indem er diese Sage betrachtete, sagte er sich: Darin lebt Geist vom Weltengeist; diese Volkssage ist so entstanden, diese Bilder sind dadurch geformt worden, daß diejenigen, welche sie geformt haben, durchdrungen waren von dem lebendigen Spirituellen der Weltenführung. -— Und was brachte er damit zustande? 1831 schrieb er ein Werk, wunderbar und hinreißend groß. Es ist natürlich vergessen worden - wie alle Dinge, die so dem geistig Großen entstammen.
[ 24 ] Ritter Wahn geht aus, den Tod zu überwinden. Auf seinem Wege findet er drei Greise. Es ist Julius Mosen nun gelungen, in merkwürdiger Weise den Namen des einen Greises, il mondo, zu übersetzen mit Ird; denn er wußte, daß etwas Eigentümliches darin liegt, um es in die deutsche Sprache herüberzubringen. Ird, Zeit und Raum sind die drei Greise, die Ritter Wahn findet, als er auszieht, um den Tod zu überwinden. Aber er kann diese drei Greise nicht brauchen, denn sie sind dem Tode unterworfen. Ird ist alles das, was unterworfen ist den Gesetzen des physischen Leibes und somit dem Tode. Zeit, der Ätherleib, unterliegt der Vergänglichkeit. Und der dritte, der niedere Astralleib, der uns die Anschauung des Raumes gibt, ist auch dem Tode unterworfen. Unsere Individualität geht von Inkarnation zu Inkarnation; worinnen wir aber als in unserer dreifachen Hülle stekken, das lebt nach der italienischen Volkssage in Ird, Zeit und Raum.
[ 24 ] Ritter Wahn geht aus, den Tod zu überwinden. Auf seinem Wege findet er drei Greise. Es ist Julius Mosen nun gelungen, in merkwürdiger Weise den Namen des einen Greises, il mondo, zu übersetzen mit Ird; denn er wußte, daß etwas Eigentümliches darin liegt, um es in die deutsche Sprache herüberzubringen. Ird, Zeit und Raum sind die drei Greise, die Ritter Wahn findet, als er auszieht, um den Tod zu überwinden. Aber er kann diese drei Greise nicht brauchen, denn sie sind dem Tode unterworfen. Ird ist alles das, was unterworfen ist den Gesetzen des physischen Leibes und somit dem Tode. Zeit, der Ätherleib, unterliegt der Vergänglichkeit. Und der dritte, der niedere Astralleib, der uns die Anschauung des Raumes gibt, ist auch dem Tode unterworfen. Unsere Individualität geht von Inkarnation zu Inkarnation; worinnen wir aber als in unserer dreifachen Hülle stekken, das lebt nach der italienischen Volkssage in Ird, Zeit und Raum.
[ 25 ] Was ist Ritter Wahn? Wir haben oft von dem gesprochen, was als Maya in uns einzieht. Wir sind es selbst, wir Menschen, die von Inkarnation zu Inkarnation schreiten und hinausschauen in die Welt und die große Täuschung empfangen. Wir sind ein jeder der Ritter Wahn und gehen ein jeder aus, indem wir ein Leben im Geiste führen, den Tod zu besiegen. Da treffen wir auf die drei Greise, unsere Hüllen. Alt sind sie! Der physische Leib besteht seit der Saturnzeit, der Ätherleib seit der Sonnenzeit, der Astralleib seit der Mondenzeit, und was als Ich im Menschen lebt, hat sich während der Erdenzeit eingefügt. Julius Mosen stellt es nun so dar, daß Ritter Wahn mit der Seele, durch die er den Tod besiegen will, zunächst dahinzustürmen sucht als Reiter - nach dem platonischen Bilde, das in ganz Mitteleuropa und weit darüber hinaus gelebt hat. So stürmt Ritter Wahn heran und will den Himmel erobern mit dem materialistischen Denken wie die Menschen, die sich an den Sinnenschein hängen, weil sie befangen bleiben in Täuschung und Maya. Wenn sie aber dann auch eintreten in die geistige Welt mit dem Tode, dann geschieht, was Julius Mosen so schön dargestellt hat: Sie haben ihr Leben nicht ausgelebt, sie sehnen sich wieder herunter auf die Erde zur Weiterentwickelung der Seele. Und Ritter Wahn kommt wieder herunter. Und als er die schöne Morgane erblickt, die Seele, die angeregt werden soll durch alles Irdische und — wie die Tochter der Blumenkönigin darstellen soll die Vereinigung mit alledem, was uns nur durch die Erdenschule gegeben werden kann, da, als er so verbunden ist mit der schönen Morgane, als er wieder mit der Erde verbunden ist, da verfällt er auch dem Tode — das heißt, er geht durch den Tod hindurch, um diese eigene Seele, die als Morgane auftritt, immer weiter emporzubringen während einer jeden Inkarnation.
[ 25 ] Was ist Ritter Wahn? Wir haben oft von dem gesprochen, was als Maya in uns einzieht. Wir sind es selbst, wir Menschen, die von Inkarnation zu Inkarnation schreiten und hinausschauen in die Welt und die große Täuschung empfangen. Wir sind ein jeder der Ritter Wahn und gehen ein jeder aus, indem wir ein Leben im Geiste führen, den Tod zu besiegen. Da treffen wir auf die drei Greise, unsere Hüllen. Alt sind sie! Der physische Leib besteht seit der Saturnzeit, der Ätherleib seit der Sonnenzeit, der Astralleib seit der Mondenzeit, und was als Ich im Menschen lebt, hat sich während der Erdenzeit eingefügt. Julius Mosen stellt es nun so dar, daß Ritter Wahn mit der Seele, durch die er den Tod besiegen will, zunächst dahinzustürmen sucht als Reiter - nach dem platonischen Bilde, das in ganz Mitteleuropa und weit darüber hinaus gelebt hat. So stürmt Ritter Wahn heran und will den Himmel erobern mit dem materialistischen Denken wie die Menschen, die sich an den Sinnenschein hängen, weil sie befangen bleiben in Täuschung und Maya. Wenn sie aber dann auch eintreten in die geistige Welt mit dem Tode, dann geschieht, was Julius Mosen so schön dargestellt hat: Sie haben ihr Leben nicht ausgelebt, sie sehnen sich wieder herunter auf die Erde zur Weiterentwickelung der Seele. Und Ritter Wahn kommt wieder herunter. Und als er die schöne Morgane erblickt, die Seele, die angeregt werden soll durch alles Irdische und — wie die Tochter der Blumenkönigin darstellen soll die Vereinigung mit alledem, was uns nur durch die Erdenschule gegeben werden kann, da, als er so verbunden ist mit der schönen Morgane, als er wieder mit der Erde verbunden ist, da verfällt er auch dem Tode — das heißt, er geht durch den Tod hindurch, um diese eigene Seele, die als Morgane auftritt, immer weiter emporzubringen während einer jeden Inkarnation.
[ 26 ] Aus diesen Bildern, die den Stempel von Jahrtausenden an sich tragen, fließen die Ideen herein, die sich ausleben in Künstlern wie bei Julius Mosen, bei dem sie sich herausrangen aus einer Seele, die zu groß war, um während der heranrückenden materialistischen Zeit in einem Leibe gesund zu leben, so daß er das stille Martyrium auf sich nehmen mußte für die Größe seiner glühenden Seele. Das war 1831. Das lebte in einem Menschen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das soll wieder auferstehen, aber jetzt so, daß es der Menschen Stärke, der Menschen Kräfte befeuert. Und es wird wieder auferstehen! Und das gibt uns das Bewußtsein von der Bedeutung dessen, was wir als theosophischen Geist erkennen und was als Rosenkreuzergeist in die Menschen einziehen soll.
[ 26 ] Aus diesen Bildern, die den Stempel von Jahrtausenden an sich tragen, fließen die Ideen herein, die sich ausleben in Künstlern wie bei Julius Mosen, bei dem sie sich herausrangen aus einer Seele, die zu groß war, um während der heranrückenden materialistischen Zeit in einem Leibe gesund zu leben, so daß er das stille Martyrium auf sich nehmen mußte für die Größe seiner glühenden Seele. Das war 1831. Das lebte in einem Menschen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das soll wieder auferstehen, aber jetzt so, daß es der Menschen Stärke, der Menschen Kräfte befeuert. Und es wird wieder auferstehen! Und das gibt uns das Bewußtsein von der Bedeutung dessen, was wir als theosophischen Geist erkennen und was als Rosenkreuzergeist in die Menschen einziehen soll.
[ 27 ] Jetzt ahnen wir, daß immer vorhanden war, was wir selbst pflegen. Wir verfallen den Täuschungen des Ritters Wahn, wenn wir annehmen wollten, daß irgend etwas in der Welt gedeihen kann, ohne daß dieser Geist durch die Adern der Menschen wirkt. Woher kamen denn die Rhapsoden des 7., 8. oder des 12. Jahrhunderts, die hinauszogen in die Welt, um die Gedankenformen zu erregen, damit die Seelen jetzt etwas anderes fassen können? Wo war das Zentrum dieser Rhapsoden? Wo hatten sie gelernt, solche Bilder vor die Menschen hinzustellen? - In denselben Tempeln hatten sie es gelernt, die wir als die Schulen der Rosenkreuzer anzusehen haben. Sie waren Schüler der Rosenkreuzer, und ihnen sagten die Lehrer: Heute könnt ihr noch nicht hinausziehen und in Ideen zu den Menschen sprechen, wie dies später der Fall sein wird; heute müßt ihr von dem Königssohn, von der Blumenkönigin und von dem dreifachen Mantel erzählen, damit die Gedankenformen sich bilden, die in den Seelen leben sollen. Und wenn die Seelen wiederkommen werden, dann werden sie verstehen, was sie dann brauchen zum weiteren Fortschritt. - Immerzu senden die geistigen Zentren ihre Abgesandten in die Welt, damit in einem jeden Zeitalter das, was in den Tiefen des Geistes ruht, an die Menschenseelen herangebracht werden kann.
[ 27 ] Jetzt ahnen wir, daß immer vorhanden war, was wir selbst pflegen. Wir verfallen den Täuschungen des Ritters Wahn, wenn wir annehmen wollten, daß irgend etwas in der Welt gedeihen kann, ohne daß dieser Geist durch die Adern der Menschen wirkt. Woher kamen denn die Rhapsoden des 7., 8. oder des 12. Jahrhunderts, die hinauszogen in die Welt, um die Gedankenformen zu erregen, damit die Seelen jetzt etwas anderes fassen können? Wo war das Zentrum dieser Rhapsoden? Wo hatten sie gelernt, solche Bilder vor die Menschen hinzustellen? - In denselben Tempeln hatten sie es gelernt, die wir als die Schulen der Rosenkreuzer anzusehen haben. Sie waren Schüler der Rosenkreuzer, und ihnen sagten die Lehrer: Heute könnt ihr noch nicht hinausziehen und in Ideen zu den Menschen sprechen, wie dies später der Fall sein wird; heute müßt ihr von dem Königssohn, von der Blumenkönigin und von dem dreifachen Mantel erzählen, damit die Gedankenformen sich bilden, die in den Seelen leben sollen. Und wenn die Seelen wiederkommen werden, dann werden sie verstehen, was sie dann brauchen zum weiteren Fortschritt. - Immerzu senden die geistigen Zentren ihre Abgesandten in die Welt, damit in einem jeden Zeitalter das, was in den Tiefen des Geistes ruht, an die Menschenseelen herangebracht werden kann.
[ 28 ] Es ist eine triviale Anschauung, wenn heute die Menschen glauben, aus ihren Phantasien heraus Märchen formen zu können. Die alten Märchen, die Ausdruck sind der alten geistigen Geheimnisse der Welt, sind so entstanden, daß die, welche sie für die Welt geformt haben, hinhorchten und lauschten bei denen, die ihnen die geistigen Geheimnisse erzählen konnten, so daß die Zusammenfügung, die Komposition gemäß den geistigen Geheimnissen ist. Deshalb können wir sagen: Es lebt in ihnen der Geist der ganzen Menschheit, des Mikrokosmos und des Makrokosmos.
[ 28 ] Es ist eine triviale Anschauung, wenn heute die Menschen glauben, aus ihren Phantasien heraus Märchen formen zu können. Die alten Märchen, die Ausdruck sind der alten geistigen Geheimnisse der Welt, sind so entstanden, daß die, welche sie für die Welt geformt haben, hinhorchten und lauschten bei denen, die ihnen die geistigen Geheimnisse erzählen konnten, so daß die Zusammenfügung, die Komposition gemäß den geistigen Geheimnissen ist. Deshalb können wir sagen: Es lebt in ihnen der Geist der ganzen Menschheit, des Mikrokosmos und des Makrokosmos.
[ 29 ] Von denselben Tempeln heraus wurden die Rhapsoden geschickt, um inhaltsvolle Märchen zu erzählen, und aus denselben Tempeln stammen die Erkenntnislehren der heutigen Zeit, die eintreten in die Seelen und Herzen der Menschen, um die Kultur möglich zu machen, welche die Menschheit braucht. So schreitet der Geist, welcher der Menschheit zugrundeliegt, von Epoche zu Epoche. Diejenigen Wesenheiten, welche in der vorchristlichen Zeit die Individualitäten, die in den heiligen Tempeln saßen, unterwiesen und das lehrten, was sie sich selbst aus früheren planetarischen Zuständen mitgebracht hatten, unterstellten sich der Führung des Christus, dieser einzigartigen Individualität, um in dessen Sinne weiterzuwirken. Der große Lehrer, der Menschenführer ist der Christus geworden. Und wenn ich Ihnen heute noch erzählen könnte, daß die Märchen, die seit Jahrhunderten leben, auf dieselbe Weise entstanden sind, und daß sie innerhalb der ganzen westlichen Kultur Gedankenformen angeregt haben, die dasselbe ausdrücken, nur im Bilde, wie das, was wir heute vom Christus zur Welt sprechen, dann würden Sie sehen, wie in der Zeit nach dem Mysterium von Golgatha die geistige Führung der Menschheit an ihren zentralen Stätten sich in der Tat unterstellt hat der Führung des Christus. $o steht alles in der geistigen Führung im Zusammenhange mit dem Christus. Werden wir uns dieses Zusammenhanges bewußt, dann blicken wir auf zu dem Lichte, das wir haben müssen, das wir insbesondere ausnützen müssen in bezug auf das, wonach sich die Seelen gesehnt haben, als sie sich im 19. Jahrhundert inkarnierten.
[ 29 ] Von denselben Tempeln heraus wurden die Rhapsoden geschickt, um inhaltsvolle Märchen zu erzählen, und aus denselben Tempeln stammen die Erkenntnislehren der heutigen Zeit, die eintreten in die Seelen und Herzen der Menschen, um die Kultur möglich zu machen, welche die Menschheit braucht. So schreitet der Geist, welcher der Menschheit zugrundeliegt, von Epoche zu Epoche. Diejenigen Wesenheiten, welche in der vorchristlichen Zeit die Individualitäten, die in den heiligen Tempeln saßen, unterwiesen und das lehrten, was sie sich selbst aus früheren planetarischen Zuständen mitgebracht hatten, unterstellten sich der Führung des Christus, dieser einzigartigen Individualität, um in dessen Sinne weiterzuwirken. Der große Lehrer, der Menschenführer ist der Christus geworden. Und wenn ich Ihnen heute noch erzählen könnte, daß die Märchen, die seit Jahrhunderten leben, auf dieselbe Weise entstanden sind, und daß sie innerhalb der ganzen westlichen Kultur Gedankenformen angeregt haben, die dasselbe ausdrücken, nur im Bilde, wie das, was wir heute vom Christus zur Welt sprechen, dann würden Sie sehen, wie in der Zeit nach dem Mysterium von Golgatha die geistige Führung der Menschheit an ihren zentralen Stätten sich in der Tat unterstellt hat der Führung des Christus. $o steht alles in der geistigen Führung im Zusammenhange mit dem Christus. Werden wir uns dieses Zusammenhanges bewußt, dann blicken wir auf zu dem Lichte, das wir haben müssen, das wir insbesondere ausnützen müssen in bezug auf das, wonach sich die Seelen gesehnt haben, als sie sich im 19. Jahrhundert inkarnierten.
[ 30 ] Lassen wir solche Gestalten auf uns wirken, die uns bekannt-machen mit den Sehnsuchten früherer Zeiten, dann fühlen wir mit ganzer Verantwortung auf unseren Seelen ruhen: Die andern haben gewartet, damit wir das vollbringen können, wonach sie sich gesehnt haben! Was diese Geister wie zum Beispiel Julius Mosen, der einen «Ritter Wahn» und einen «Ahasver» geschaffen hat wie ein letzter Prophet des Abendlandes, ersehnten, weil in ihnen lebendig wurde, was die Abgesandten der heiligen Tempel erzählt hatten in Bildern, in Hunderten und Hunderten von Bildern, um die Seelen für die spätere Zeit vorzubereiten - was diese Geister ersehnten, das zeigt sich in den Worten, die Rothe. in Heidelberg im Jahre 1847 hinschrieb: «Wenn sie nur erst einmal eigentliche Wissenschaft geworden ist, und also auch deutlich bestimmte Resultate abgesetzt hat, so werden diese schon nach und nach in die allgemeine Überzeugung übergehen oder populär werden, und sich so auch als gemeingültige Wahrheiten für diejenigen vererben, die sich in die Wege nicht finden können, auf denen sie entdeckt wurden und allein entdeckt werden konnten!» Damals mußte ein Mann, der die Sehnsucht hatte, nicht nur für sich, sondern auch für seine Zeitgenossen, sich in die resignierten Worte finden: «Doch dies ruht im Schoße der Zukunft, der wir nicht vorgreifen wollen!» 1847 hatten in einer äußerlich vernehmbaren Weise diejenigen, welche die Geheimnisse der Rosenkreuzertempel kennen, nicht gesprochen. Was aber im Schoße der Zukunft ruht, das kann lebendig werden, wenn sich genügend viele Seelen finden, die da wissen, daß Erkenntnis Pflicht ist, weil wir unsere Seele nicht unentwickelt an den Weltengeist zurückgeben dürfen; denn sonst haben wir dem Weltengeiste selber etwas entzogen, was er uns an Kräften einverleibt hat. Wenn sich solche Seelen finden, die wissen, was sie dem Weltengeiste schuldig sind, indem sie nach Erkenntnis der Weltenrätsel streben, dann werden sich die Hoffnungen erfüllen, welche die besten Leute der alten Zeiten hegten. Ja, sie sahen auf uns, als auf die Nachgeborenen, hin und sagten: Wenn sie nur erst einmal Wissenschaft geworden sein wird, dann müßte sie populär werden, dann müßte sie die Herzen ergreifen! - Diese Herzen müssen nur erst einmal da sein, müssen erscheinen! Von denen hängt es ab, die mit richtigem Verständnis in unserer nach dem Spirituellen strebenden Vereinigung sind, um zu wissen: Ich muß sie haben, diese geistige Beleuchtung der Daseinsrätsel! Von jeder einzelnen Seele, die in unserer Vereinigung ist, hängt es ab, ob solche charakterisierten Sehnsuchten nur ein eitler Traum derer waren, die auf unser Bestes gehofft haben, oder ob es wertvolle Träume waren, die wir ihnen erfüllen.
[ 30 ] Lassen wir solche Gestalten auf uns wirken, die uns bekannt-machen mit den Sehnsuchten früherer Zeiten, dann fühlen wir mit ganzer Verantwortung auf unseren Seelen ruhen: Die andern haben gewartet, damit wir das vollbringen können, wonach sie sich gesehnt haben! Was diese Geister wie zum Beispiel Julius Mosen, der einen «Ritter Wahn» und einen «Ahasver» geschaffen hat wie ein letzter Prophet des Abendlandes, ersehnten, weil in ihnen lebendig wurde, was die Abgesandten der heiligen Tempel erzählt hatten in Bildern, in Hunderten und Hunderten von Bildern, um die Seelen für die spätere Zeit vorzubereiten - was diese Geister ersehnten, das zeigt sich in den Worten, die Rothe. in Heidelberg im Jahre 1847 hinschrieb: «Wenn sie nur erst einmal eigentliche Wissenschaft geworden ist, und also auch deutlich bestimmte Resultate abgesetzt hat, so werden diese schon nach und nach in die allgemeine Überzeugung übergehen oder populär werden, und sich so auch als gemeingültige Wahrheiten für diejenigen vererben, die sich in die Wege nicht finden können, auf denen sie entdeckt wurden und allein entdeckt werden konnten!» Damals mußte ein Mann, der die Sehnsucht hatte, nicht nur für sich, sondern auch für seine Zeitgenossen, sich in die resignierten Worte finden: «Doch dies ruht im Schoße der Zukunft, der wir nicht vorgreifen wollen!» 1847 hatten in einer äußerlich vernehmbaren Weise diejenigen, welche die Geheimnisse der Rosenkreuzertempel kennen, nicht gesprochen. Was aber im Schoße der Zukunft ruht, das kann lebendig werden, wenn sich genügend viele Seelen finden, die da wissen, daß Erkenntnis Pflicht ist, weil wir unsere Seele nicht unentwickelt an den Weltengeist zurückgeben dürfen; denn sonst haben wir dem Weltengeiste selber etwas entzogen, was er uns an Kräften einverleibt hat. Wenn sich solche Seelen finden, die wissen, was sie dem Weltengeiste schuldig sind, indem sie nach Erkenntnis der Weltenrätsel streben, dann werden sich die Hoffnungen erfüllen, welche die besten Leute der alten Zeiten hegten. Ja, sie sahen auf uns, als auf die Nachgeborenen, hin und sagten: Wenn sie nur erst einmal Wissenschaft geworden sein wird, dann müßte sie populär werden, dann müßte sie die Herzen ergreifen! - Diese Herzen müssen nur erst einmal da sein, müssen erscheinen! Von denen hängt es ab, die mit richtigem Verständnis in unserer nach dem Spirituellen strebenden Vereinigung sind, um zu wissen: Ich muß sie haben, diese geistige Beleuchtung der Daseinsrätsel! Von jeder einzelnen Seele, die in unserer Vereinigung ist, hängt es ab, ob solche charakterisierten Sehnsuchten nur ein eitler Traum derer waren, die auf unser Bestes gehofft haben, oder ob es wertvolle Träume waren, die wir ihnen erfüllen.
[ 31 ] Wenn wir in unserer Zeit die wissenschaftliche Öde sehen, die Öde in der Kunst, im gesellschaftlichen Leben und überall, dann müssen wir uns sagen: Wir brauchen nicht aufzugehen in dieser Öde; wir können heraus aus ihr. Denn wieder ist eine Zeit angebrochen, in welcher die heiligen Tempel sprechen - und jetzt nicht bloß in Bildern und Märchen, sondern in solchen Wahrheiten, die zwar von vielen heute noch als Theorien genommen werden, die aber immer mehr und mehr lebendige Lebenssäfte, Blut der Seelen werden können und werden müssen. Es kann jeder einzelne sich entschließen, mit dem Besten, was er in seiner Seele hat, dieses Lebensblut aufzunehmen.
[ 31 ] Wenn wir in unserer Zeit die wissenschaftliche Öde sehen, die Öde in der Kunst, im gesellschaftlichen Leben und überall, dann müssen wir uns sagen: Wir brauchen nicht aufzugehen in dieser Öde; wir können heraus aus ihr. Denn wieder ist eine Zeit angebrochen, in welcher die heiligen Tempel sprechen - und jetzt nicht bloß in Bildern und Märchen, sondern in solchen Wahrheiten, die zwar von vielen heute noch als Theorien genommen werden, die aber immer mehr und mehr lebendige Lebenssäfte, Blut der Seelen werden können und werden müssen. Es kann jeder einzelne sich entschließen, mit dem Besten, was er in seiner Seele hat, dieses Lebensblut aufzunehmen.
[ 32 ] So ist ein Gedanke, der wie ein Ergebnis hervorgeht aus dem, was wir uns aus der Betrachtung der Zeiten haben bilden können. Und so soll der Gedanke sein, den wir jetzt in unsere Seele senken, der die Zusammenprägung ist von dem eigentlichen Sinn und Geist der Leitung und Führung der ganzen Menschheit. Wenn wir diesen Gedanken in unserer Seele wirksam sein lassen, haben wir reichliche Seelenanregung wieder für Monate, können durch Monate hindurch diesen Gedanken wieder verarbeiten. Denn wir werden sehen, daß viel in ihm ist, daß er zu einem Bau erwachsen kann - nicht etwa deswegen, weil er mit diesen oder jenen Worten ausgesprochen ist. Meine Worte mögen noch so unvollkommen sein: nicht wie der Gedanke ausgesprochen, sondern was er in Realität ist, darauf kommt es an. Und was er in Realität ist, kann in jeder einzelnen Seele leben. Denn alle Summe der Wahrheit ist in jeder einzelnen Seele als Keim vorhanden und kann erblühen, wenn sich die Seele diesem Keim hingibt.
[ 32 ] So ist ein Gedanke, der wie ein Ergebnis hervorgeht aus dem, was wir uns aus der Betrachtung der Zeiten haben bilden können. Und so soll der Gedanke sein, den wir jetzt in unsere Seele senken, der die Zusammenprägung ist von dem eigentlichen Sinn und Geist der Leitung und Führung der ganzen Menschheit. Wenn wir diesen Gedanken in unserer Seele wirksam sein lassen, haben wir reichliche Seelenanregung wieder für Monate, können durch Monate hindurch diesen Gedanken wieder verarbeiten. Denn wir werden sehen, daß viel in ihm ist, daß er zu einem Bau erwachsen kann - nicht etwa deswegen, weil er mit diesen oder jenen Worten ausgesprochen ist. Meine Worte mögen noch so unvollkommen sein: nicht wie der Gedanke ausgesprochen, sondern was er in Realität ist, darauf kommt es an. Und was er in Realität ist, kann in jeder einzelnen Seele leben. Denn alle Summe der Wahrheit ist in jeder einzelnen Seele als Keim vorhanden und kann erblühen, wenn sich die Seele diesem Keim hingibt.
