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Excursions into the Subject of
the Gospel of Mark
GA 124

10 June 1911, Berlin

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Zehnter Vortrag

The Path of Theosophy from Former Ages until Now

[ 1 ] Es ist in unserer Zeit zweifellos zu bemerken, daß jener Geist geisteswissenschaftlicher Weltanschauung, von welchem in diesem Zweige und überhaupt innerhalb unserer deutschen Sektion seit Jahren nun schon gesprochen werden konnte, sich immer mehr und mehr in der Welt einzuleben beginnt, Verständnis zu finden beginnt in den Herzen und in den Gemütern unserer Zeitgenossen. Es ist natürlich nicht möglich — was vielleicht zuweilen ganz wünschenswert wäre zur gegenseitigen Verständigung -, ab und zu von der Einführung unserer geisteswissenschaftlichen Empfindungen und Gefühle und Erkenntnisse in die gegenwärtige Welt zu sprechen. Gewiß wollte mancher von Ihnen gern wissen, wie das, was er selbst in seine Seele als seine geistige Nahrung aufnimmt, in unserer Gegenwart auf andere Herzen, andere Persönlichkeiten wirkt. Es kann ja nur bei gewissen Gelegenheiten von dieser äußeren Verbreitung unserer geisteswissenschaftlichen Anschauung gesprochen werden. Aber es kann Sie vielleicht doch mit einer gewissen Befriedigung erfüllen, wenn ich einleitungsweise sage, daß wir immer wieder und wieder sehen können, wie in den verschiedenen Landesgebieten, unter den verschiedenen Himmelsstrichen der Geist, von dem wir alle beseelt sind, seinen Einzug hält, dort mehr, dort weniger. Als ich vor einiger Zeit an einem südlicheren Punkte Österreichs, in Triest, für unsere Ideen Verständnis zu erwecken suchte, da war zu sehen, wie die Anschauungen, die wir hegen, anfangen, auch dort schon Fuß zu fassen. Und wenn wir von diesem südlicheren Punkte heraufgehen nach Kopenhagen, wo in den letzten Tagen in einer Anzahl von Vorträgen an die Herzen das herangebracht werden konnte, was wir als Geist anerkennen, so konnten wir auch dort bei unsern nördlichen Freunden sehen, wie immer mehr und mehr der Geist einzieht, der von uns gepflegt wird unter der Signatur des Rosenkreuzes. Wenn man einzelne von solchen äußeren Tatsachen zusammennimmt, dann zeigt es sich, daß Bedürfnis und Sehnsucht vorhanden ist nach dem, was wir Geisteswissenschaft nennen in unserer Gegenwart.

[ 1 ] It is easy to see how the conceptions of spiritual science that have been voiced for some years within our circle, and in the German section generally, are spreading more and more in the world, that understanding of them is beginning to find its way into the hearts and souls of our contemporaries. It is naturally not possible, although it might be a help to present day understanding, to speak casually of introducing the ideas, feelings, and knowledge of our spiritual movement into the modern world. Many of you might be glad to know how the spiritual nourishment you have received has affected other souls at the present time. It is only on certain occasions that we can speak of the spread of our spiritual ideas, but it may fill you with a certain satisfaction to know that we can see again and again how in different countries and in different hemispheres the spirit which inspires us is gaining a footing—more in one place, less in another. When I was in Triest a short time ago trying to arouse some comprehension of our point of view, I could see how the ideas we hold were gaining ground. And when from that southern city I passed northwards to Copenhagen, where, in a recent course of lectures, I tried to arouse some interest in the hearts of my hearers, it could be seen there also how the spirit we cherish under the symbol of the Rosy Cross is entering into them more and more. Taking together these separate facts one sees that a need and a longing for what we call “spiritual science” does exist at the present time.

[ 2 ] Es ist ja nun wahrhaftig der innerste Nerv jener Gesinnung, die unsere geistige Richtung durchdringt, nicht in einem äußeren Sinne irgendwelche Agitation oder Propaganda zu treiben, sondern lediglich hinzuhorchen auf das, was von den großen umfassenden Weistümern der Welt die Herzen und die Seelen der Gegenwartsmenschen brauchen - brauchen, um die Möglichkeit und Sicherheit des Lebens in unserer Zeit zu haben. Da können wir eben, mit dem Gedanken einer allgemeineren Betrachtung anknüpfend, uns darauf besinnen, daß es für uns in unserer Zeit gewissermaßen eine Art von Verpflichtung ist, diese spirituelle Gesinnung zur Nahrung unserer Seele zu machen. Das hängt ja zusammen mit der ganzen Art und Weise, wie wir hereingewachsen sind in unsere Zeit. Wir haben gewiß schon alle genügend aufgenommen von dem großen Gesetz des Karma, um zu wissen, daß es nicht eine Zufälligkeit ist, nicht eine Nebensächlichkeit, wenn diese oder jene Individualität gerade in dieser ganz bestimmten Zeit sich gedrängt fühlt, herunterzusteigen in die physische Welt, um einen physischen Leib anzunehmen. Und alle diejenigen Seelen, die hier sitzen, haben die Sehnsucht empfunden, einen physischen Leib anzunehmen um die Wende des 19., 20. Jahrhunderts, weil das, was innerhalb der physischen Umgebung während dieser Zeit gepflegt und getan werden kann, erlebt werden will von diesen Seelen - von Ihren Seelen.

[ 2 ] That we should not carry on any agitation or propaganda is a fundamental principle of our spiritual movement; we should rather listen attentively to what of the great wisdom of the world the hearts and souls of the men of to-day required, so that they may have both the possibility and the certainty of life. We may therefore add to the thoughts put forward in a general lecture like this, one more—that we consider it a kind of duty at the present time to make of these spiritual. thoughts nourishment for other souls. This depends upon the whole manner in which we enter into the life of our time. You have doubtless already accepted sufficient of the great law of Karma to know that it is not a matter of chance when an individual feels constrained at a certain point of time to assume a physical body and come down in the physical world. All the souls gathered here have felt a longing to assume a physical body at the turn of the nineteenth and twentieth centuries, because they desired to experience in their own souls all that was being prepared and carried out in their physical environment at this time.

[ 3 ] Betrachten wir einmal unsere Zeit, wie sie sich darstellt geistig für die Seelen, die eben - wie die unsrigen - in unsere Zeit hineingeboren worden sind. Es ist wirklich recht anders um die Wende des 19., 20. Jahrhunderts, in der geistigen Umwelt wie auch draußen in der exoterischen Welt, als es selbst noch vor fünfzig, sechzig Jahren war. Der Mensch, der heute heranwächst — und Sie waren ja alle in dieser Lage -, er versucht da oder dort von dem zu hören, was der Geist, die geistige Führung, die geistige Leitung der Welt ist, was die Außenwelt durchdringt in den Schöpfungen der verschiedenen Naturreiche und was in unsere Seele einzieht. Und wir dürfen sagen, seit einem halben Jahrhundert findet eine nach dem Geistigen sehnsüchtige Seele überall da, wo sie wirklich echte, geistige, spirituelle Nahrung zu empfangen sucht, außerordentlich wenig. Ja, im tiefsten Innern der Seele ist diese Sehnsucht vorhanden, die höchstens übertäubt werden kann, wenn sie nicht laut zu sprechen scheint; da ist diese Sehnsucht, und da will ein jeglicher, wo er auch steht im Leben, was er auch tun soll, geistige, wirkliche spirituelle Nahrung empfangen. Ob man sich heute auf dem Gebiete irgendeiner Wissenschaft umtut — man lernt ja nur die äußeren materiellen Tatsachen kennen, die zwar in kluger, großartiger, scharfsinniger Weise zu den großen Kulturfortschritten der Gegenwart verwertet werden, denen aber nicht abgelauscht wird, was man durch den Geist offenbaren will. Ob man als Künstler in der Welt tätig ist oder in einem praktischeren Lebenszweige steht: man findet überall wenig von dem, was man braucht, damit es in Geist, in Kopf und Hände gehen kann, damit wir nicht nur Kraft und Impulse zur Arbeit haben, sondern auch Sicherheit und Trost und Kraft im Leben. Und die Menschen am Anfange des 19. Jahrhunderts ahnten in einer gewissen Weise schon, daß in einer nahen Zukunft wenig davon vorhanden sein würde. Mancher Mensch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, da noch Reste eines alten geistigen Lebens, wenn auch in einer andern Form, vorhanden waren, sagte sich: Es ist so etwas in der Luft wie ein vollständiges Verschwinden der alten Geistesschätze, die durch Tradition aus alten Zeiten heruntergekommen sind. Aber gerade die berechtigten Kulturfortschritte des 19. Jahrhunderts werden völlig auslöschen, was an geistigen Überlieferungen aus alten Zeiten zu uns gekommen ist.

[ 3 ] Let us now consider our own age as it appears spiritually to souls, which, like our own, are born in it. Things were very different in the spiritual world, as well as in the external world, at the turn of the nineteenth and twentieth centuries to what they were even fifty or sixty years earlier. The person who is making progress—and you are all in this position—is trying to learn something of the spirit, and of the spiritual guidance of the world; of what fills surrounding space as the creatures of the different kingdoms of nature, and of what enters into our own souls. For the past half century souls longing for the spirit found extraordinarily little true spiritual nourishment where they hoped to find it. This longing for the spirit exists deep within the souls of all men, it is easily silenced for it does not speak loudly, but the longing is there, and each one whatever he is, or does in life, can receive true spiritual nourishment. Whatever department of science people take up to-day, they only learn from it external material facts which serve to further the progress of civilisation in a bright and clever way, but they learn nothing of what is revealed to man through the spirit. Whether he works as an artist or in some practical walk of life he finds little of what he has need, nothing that can enter his soul, his head, or his hands, to give him power and impulse for his work, and also assurance, solace, and power in life. At the beginning of the nineteenth century people had already come to the conclusion that in the near future little of this would be found. Many a one said to himself in the first half of the nineteenth century when some remnants of the old life still remained even if in another form:—“There seems to be something in the air; it is as if the ancient treasures of the spirit that have come down to us from olden times were disappearing. It is as if the expected advance in culture of the nineteenth century had entirely wiped out the spiritual communications that have been handed down to us from ancient times.”

[ 4 ] Manche solche Stimme hören wir. Und ich möchte zum Zeugnis dafür, wie solche Stimmen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ertönten, einiges jetzt hier anführen. Es soll die Stimme eines Mannes hier unter uns gehört werden, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts viel in der alten Art von Theosophie, kann man sagen, wußte, der auch wußte, daß nun die alte Art vollends unter dem Gang der Ereignisse des 19. Jahrhunderts verschwinden müsse, der aber zugleich fest davon überzeugt war, daß es eine Zukunft geben müsse, wo die alte Theosophie wieder kommen müsse. Die Worte, die ich jetzt vorlesen will, sind im Jahre 1847 niedergeschrieben, also als die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zu Ende ging. Und der sie niedergeschrieben hat, war einer derjenigen Denker, die es heute nicht mehr gibt, die eben die letzten Nachklänge jener alten Überlieferungen noch fühlten, die allerdings vor noch längerer Zeit abhanden gekommen sind:

[ 4 ] Many such voices were,heard,in the first half of the nineteenth century. To show what I mean I will mention but one example. There was a man living at that time who knew the old kind of Theosophy well; he knew also that this old form would completely disappear in the course of the nineteenth century, yet he was firmly convinced that a future was coming when the old Theosophy would surely return. The passage I am about to read was written in the year 1847, when the first half of the nineteenth century was drawing to a close. He who wrote it was a thinker such as is no longer met with to-day, for he was still conscious of the last echoes of those ancient communications which have long since been lost to us:—

[ 5 ] «Was die Theosophie eigentlich will, das ist bei den älteren Theosophen oft schwer zu erkennen, ... nicht minder deutlich aber auch, daß es die Theosophie auf ihrem bisherigen Wege zu keiner wissenschaftlichen Existenz und mithin auch zu keiner ins Größere gehenden Wirkung bringen kann. Sehr voreilig würde man daraus schließen, daß sie überhaupt ein wissenschaftlich unberechtigtes und nur ephemeres Phänomen sei. Dagegen zeugt schon die Geschichte laut genug. Sie erzählt uns, wie diese rätselhafte Erscheinung nie durchdringen konnte, und dessen ungeachtet immer wieder von neuem hervorbrach, ja, durch die Kette einer nie aussterbenden Tradition in ihren verschiedenartigsten Formen zusammengehalten wird. ... Es gibt vollends zu allen Zeiten wenige, in denen dieses lebendige spekulative Bedürfnis mit lebendigem religiösen Bedürfnis zusammen ist. Nur für diese letzteren aber ist die Theosophie. ... Und was die Hauptsache ist, wenn sie nur erst einmal eigentliche Wissenschaft geworden ist, und also auch deutlich bestimmte Resultate abgesetzt hat, so werden diese schon nach und nach in die allgemeine Überzeugung übergehen oder populär werden, und sich so auch als gemeingültige Wahrheiten für diejenigen vererben, die sich in die Wege nicht finden können, auf denen sie entdeckt wurden und allein entdeckt werden konnten.

[ 5 ] What Theosophy really desires is often difficult to discover from the older theosophists, and this is even less clear to-day, because on its present path theosophy can attain to no scientific existence, and therefore cannot have any great results. It would be most premature to conclude from this that it is a passing phenomenon without scientific justification. History loudly proclaims the opposite. It tells how it can never get to the bottom of this mysterious phenomenon which breaks out unnoticed again and again, and whose changing forms are preserved by the links of a never-dying tradition. At all times there has really been little that has connected this vital, speculative need, with vital religious needs. It is only for these last that theosophy exists. The main thing is, if it might one day become really scientific, and produce clearly defined results, so that it would become popular and come to be accepted generally, and in this way bequeath these truths to others who are unable to travel the path on which alone they could discover them for themselves.

[ 6 ] Doch dies ruht im Schoße der Zukunft, der wir nicht vorgreifen wollen; für jetzt mögen wir uns der schönen Darstellung des lieben Oetingers dankbar erfreuen, die gewiß in einem weiten Kreise auf Teilnahme rechnen darf.»

[ 6 ] But all this rests within the womb of the future which we have no wish to anticipate; for the present we are thankful for the beautiful writings of Oetinger, which can certainly reckon on a large circle of sympathisers.1From the introduction by Richard Rothe to “The Principles of Theosophy according to Frederick Cristopher Oetinger,” Tubingen, 1847.

[ 7 ] So sehen wir, wie der theosophische Geist empfunden wurde im Jahre 1847 von einem Manne wie Rothe in Heidelberg, der sich in seinem Vorwort beruft auf einen Theosophen, Oetinger, von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

[ 7 ] From this we see how the theosophic spirit was regarded in 1847 by a man like Richard Rothe of Heidelberg.

[ 8 ] Was ist denn der theosophische Geist eigentlich für ein Geist? Das ist ein Geist, ohne den in der Welt niemals überhaupt die wahren Kulturtaten hätten geschehen können. Und wenn wir an das Größte denken: es ist der Geist, ohne den es nie einen Homer, einen Pindar, Raffael, Michelangelo, ohne den es keine religiöse Vertiefung der Menschen gäbe, aber auch kein geistiges Leben und auch keine äußere Kultur. Denn alles, was der Mensch schaffen will, muß er aus dem. Geiste heraus schaffen. Und wenn er ohne den Geist glaubt schaffen zu können, so weiß er nicht, daß das ganze geistige Streben in Verfall kommt für gewisse Zeiten und daß etwas, was in geringerem Maße aus dem Geiste heraus stammt, auch um so mehr eher dem Tode geweiht ist als dasjenige, was aus dem Geiste heraus geschaffen ist. Was ewigen Wert hat, das stammt aus dem Geiste, und kein Schaffen bleibt, das nicht aus dem Geiste stammt. Aber auch das kleinste Schaffen, selbst wenn es für den Alltag geschieht, hat einen Ewigkeitswert und verbindet uns mit einem Geistigen, denn es steht alles, was der Mensch tut, unter der Führung des geistigen Lebens. Wir in unserem theosophischen Leben, wie wir es pflegen, wissen, daß diesem Leben die Strömung zugrundeliegt, die wir die Rosenkreuzerströmung nennen, und wir haben es öfter betont, daß die Meister der Rosenkreuzerweisheit seit dem 11., 12., 13. Jahrhundert vorbereitet haben, was seit dem Ende des 19. Jahrhunderts begonnen hat zu geschehen und was im 20. weiter geschehen wird. Was Rothe in Heidelberg zum Beispiel als eine Zukunft bezeichnet, was er ersehnt und erhofft, das soll ja für uns schon Gegenwart sein. Und es wird für uns immer mehr und mehr Gegenwart. Aber das haben seit langen Zeiten diejenigen vorbereitet, welche diese geistige Strömung zuerst auf eine dem Menschen unwahrnehmbare Weise in die Seelen haben einfließen lassen. In spezifischem Sinne ist dasjenige, was wir den Rosenkreuzerweg nennen seit dem 12., 13., 14. Jahrhundert, in unserer theosophischen Bewegung in bewußterer Gestalt vorhanden - was seit dem 11.., 12., 13., 14. Jahrhundert einströmte in die Herzen, in die Wissenschaft, was den Geist der Menschen Europas geprägt hat.

[ 8 ] What kind of spirit is the theosophic spirit really? It is a spirit without which true culture would never have taken place. When we think of what is greatest in this, we think of the spirit without which there would have been no Homer, no Pindar, Raphael or Michelangelo, without which there would have been no deep religious feeling in man; neither spiritual life nor external culture. Everything a man creates must be created by the spirit; if he thinks he can produce anything without it, he is unaware that his whole spiritual endeavour would in that case fail for a certain time. The less spiritual the source from which anything comes the sooner it dies. Anything having enduring worth must have its source in spirit. The smallest creative act, even in everyday concerns, has an eternal value and connects us with what is eternal; for everything done by man is under the guidance of spiritual life. We know that theosophical life as cultivated by us is founded in Rosicrucianism, and it has often been explained that since the eleventh, twelfth and thirteenth centuries the Masters of Rosicrucian wisdom had been preparing what has come to pass since the end of the nineteenth century and will go on further into the twentieth. What was indicated by Rothe as a “future” he hoped and longed for, has already become “present” for us to-day, and will continue to become so more and more. This had long been in preparation by those who allowed this spiritual influence to pour, at first unconsciously, into mankind. What in a special sense we have called the “Rosicrucian path” has been consciously accepted within our theosophical movement since the twelfth, thirteenth and fourteenth centuries, and what the spirit has imprinted as science on the people of Europe, has since then flowed into our hearts.

[ 9 ] Kann man sich denn aus den Vorgängen, die sich in unserer Kultur abgespielt haben, eine Vorstellung davon machen, wie dieser Geist eigentlich gewirkt hat? Ich sagte, seit dem 11., 12., 13., 14. Jahrhundert hat er als eigentlicher Rosenkreuzergeist gewirkt; aber er war immer da, hat nur die letzte Rosenkreuzerform angenommen seit dem genannten Zeitraum. Dieser Geist, der jetzt als Rosenkreuzergeist wirkt, geht zurück bis in alte Menschheitszeiten. Er hat schon in der alten atlantischen Zeit seine Mysterien gehabt. Und was in der neueren Zeit seine Wirksamkeit entfaltet, das strömte, immer bewußter und bewußter werdend, in älteren Zeiten, in Zeiten, die gar nicht lange hinter den unsrigen liegen, unbewußt in die Herzen und Seelen der Menschen herein.

[ 9 ] Can we form an idea from what has taken place in our civilisation of how this spirit works? I have said that since the eleventh, twelfth, thirteenth and fourteenth centuries it has “worked” as the true Rosicrucian spirit, but it was always there, and has only assumed this last form since the dates mentioned. This spirit that is active at present as the Rosicrucian spirit goes back to very early ages of humanity. Its mysteries existed in Atlantis. The activity it has recently developed, becoming ever more and more conscious, streamed not so very long ago in an unconscious way into the hearts and souls of men. Let us try to form some idea of how this spirit entered man unconsciously.

[ 10 ] Machen wir uns eine Vorstellung, wie dieser Geist unbewußt in die Menschheit hereinströmte. Sie sitzen hier zusammen. Wir pflegen miteinander das, was uns zeigt: In dieser oder jener Weise entwickelt sich die Menschenseele, um nach und nach hinaufzukommen in die Regionen, wo sie verstehen kann das geistige Leben, wo sie vielleicht auch schauen kann das geistige Leben. Viele von Ihnen haben sich schon seit Jahren bemüht, die Begriffe und Ideen, die uns das geistige Leben abbilden, in die Seele hereinfließen zu lassen, um aus diesen Begriffen und Ideen ihre geistige Nahrung zu haben. Sie kennen die Art und Weise, wie wir uns verständigen über die Rätsel der Welt. Oftmals ist es von mir gesagt worden, wie die verschiedenen Stufen der Entwickelung der Seele vor sich gehen, wie die Seele sich hinauflebt in die höheren Welten. Es ist gesagt worden, wie der Mensch einen höheren Teil seines Selbst von einem niederen Teil zu unterscheiden hat, es ist geschildert worden, wie der Mensch herübergekommen ist von anderen planetarischen Zuständen, wie er durchgemacht hat eine Saturn-, eine Sonnen- und eine Mondentwickelung, in der sich sein physischer Leib, sein Ätherleib und sein Astralleib ausbildete, und wie er dann seine Erdenentwickelung angetreten hat. Es ist gesagt worden, wie etwas in uns wohnt, das hier seine Schulung haben soll, um zu einem Höheren aufzusteigen. Auch das ist gesagt worden, daß gewisse Wesenheiten auf dem Monde als luziferische Wesenheiten zurückgeblieben sind, die sich dann später als Verführer heranmachten an den menschlichen Astralleib, um dem Menschen das zu geben, was sie ihm geben konnten. Dann haben wir oftmals davon gesprochen, wie der Mensch zu überwinden hat in seinem niederen Selbst dieses oder jenes, wie er zu besiegen hat dieses oder jenes, um hinaufzukommen in die Sphären, denen sein höheres Selbst angehört, wie er, um hinaufzukommen in die höheren Regionen des geistigen Lebens, das Goethe-Wort zu erfüllen hat:

[ 10 ] We meet together here, and our studies show us how the human soul has developed in this or that, till it has gradually attained to a region where it understands spiritual life, where it may even perhaps see spiritual life. Many of you have striven for years to fill your souls with thoughts and ideas which can set the spiritual life before your eyes. You know the way we regard the secrets of the world. I have often explained the different stages of development the soul passes through, and how it rises to higher worlds. You know that we have to distinguish a higher from a lower part of the self; that man has come over from other planetary conditions and has experienced the Saturn, Sun and Moon evolutions. During these his physical body, etheric body and astral body were formed; he then entered on his earthly development. You know that something dwells within us that passes through its training here so as to rise to higher conditions. You have heard that certain Beings remained behind on the Moon as Luciferic Beings, and these later approached the human astral body as tempters, giving to humanity in this way what they had to give. Then we have often spoken of how man has to overcome certain things in his lower self, that he has to conquer them before he can enter those spheres to which his higher self belongs—that in order to reach these higher regions he has to fulfil the saying of Goethe:—

[ 11 ] Und so lang du das nicht hast,
Dieses Stirb und Werde,
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde!

[ 11 ] “So long as thou hast not experienced
death and becoming,
thou art a gloomy (sorry) Guest
upon a dark earth.”

[ 12 ] Wir haben weiter gesagt, daß die menschliche Entwickelung, die heute möglich ist, und die uns Kraft und Sicherheit und wirklichen Lebensinhalt geben kann, dadurch zu erreichen ist, daß wir uns aneignen zum Beispiel die Kenntnis von der Mehrgliedrigkeit der Menschennatur, daß wir verstehen lernen, daß dieser Mensch nicht chaotisch zusammengefügt ist, sondern aus physischem Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich besteht. Wir haben das damit Gemeinte nicht als bloße Worte empfunden, sondern durch die Charakterisierung der verschiedenen Temperamente, durch die Betrachtung der Erziehung des Menschen, wie sie verläuft als Entwickelung des physischen Leibes bis zum siebenten Jahr, des Ätherleibes bis zum vierzehnten Jahr, des Astralleibes bis zum einundzwanzigsten Jahr, da haben wir diese Dinge zu bestimmten Vorstellungen gebracht. Und aus Betrachtungen über die Mission der Wahrheit, der Andacht, des Zornes und so weiter haben wir ersehen, wie es nicht abstrakte Begriffe bleiben, was wir als physischen Leib, Ätherleib, Astralleib, Empfindungsseele, Verstandes- oder Gemütsseele und Bewußtseinsseele kennengelernt haben, sondern wie sie die Anschauungen vom Leben beleben, wie sie uns durchsichtig, klar und inhaltvoll unsere Umgebung machen.

[ 12 ] We have also said that the human evolution possible to-day, and that can give us power, certainty, and real content in our lives, is only to be attained when we learn, for instance, of the manifold natures of man, and that this man is not put together in any chaotic manner, but consists of physical body, etheric body, astral body and ego. This must not be accepted merely as words, but by describing different temperaments, by studying the education of man, we have presented clear conceptions of these things, showing how up to his seventh year he is concerned with the development of the physical body, up to his fourteenth year with that of the etheric body, and up to his twenty-first year with the astral body. And we learnt from our studies dealing with the mission of truth, of devotion, of anger and so on that what we describe as physical body, etheric body, and astral body, feeling-soul, rational-soul and consciousness-soul are no abstract ideas, but that they impart life to our whole mental outlook, making everything around as clear and full of meaning.2“Metamorphoses of the Soul Volume One,” and “Metamorphoses of the Soul Volume Two,” (see Book Catalogue).

[ 13 ] So verständigen wir uns über die Rätsel der Welt. Wir können uns heute darüber verständigen. Und wenn es auch draußen noch viele Menschen gibt, die, bewußt oder unbewußt, im Materialismus verharren, so ist doch eine gewisse Anzahl von Seelen vorhanden, welche es als eine Notwendigkeit des Lebens empfinden, auf solche Darstellungen, wie sie gegeben werden können, hinzuhorchen. Viele von Ihnen würden nicht seit Jahren hier sitzen, mitleben und mitempfinden, was wir hier treiben, wenn es nicht eine Notwendigkeit des Lebens für sie wäre. Warum gibt es heute Seelen, die dies so verstehen, die in den Begriffen und Anschauungen, die wir hier entwickeln, den menschlichen Lebensweg verfolgen können? Das ist aus folgendem Grunde der Fall. Wie Sie heute mit solchen Sehnsuchten hereingeboren wurden in eine Welt, wie ich sie gerade vorhin zu schildern versuchte, so wurden unsere Vorfahren in Europa, das heißt eine große Anzahl von den heute hier anwesenden Seelen, durch die verflossenen Jahrhunderte hereingeboren in eine andere Umgebung, in eine andere Welt, als es die des 19. Jahrhunderts ist. Blicken wir zurück auf das 6., 7. oder auch auf das 12., 13. Jahrhundert, wo viele von den hier sitzenden Seelen damals inkarniert waren, und schauen wir auf das, was solche Seelen damals erlebten.

[ 13 ] It is possible by such ideas to gain understanding of the secrets of the world. And if there are many who consciously or unconsciously persist in their materialistic opinions, there is also a certain number of souls who feel it as a necessity of existence to listen to such statements as we are able to give. Many of you would not have shared in what has been practised herefor years if it were not a necessity of your life. Why are there souls present to-day who understand the views and ideas evolved here, and who conduct their lives in accordance with them? Because, as you have been born into the world with longings such as I have described, so your forefathers (which means many souls present here to-day) were born in past centuries into other surroundings and into another world than that of the nineteenth century. Let us look backwards to the sixth and seventh, or to the twelfth and thirteenth centuries, when many who are here now were incarnated, and let us see what these souls experienced at that time.

[ 14 ] In jenen Zeiten gab es allerdings keine Theosophische Gesellschaft, wo man so über alles redete, wie wir es heute tun; sondern damals hörte die Seele etwas ganz anderes von ihrer Umgebung. Versuchen wir uns zu vergegenwärtigen, was damals die Seelen hörten — von denen hörten, die nicht herumreisten, um geisteswissenschaftliche Vorträge zu halten, sondern die als Rhapsoden vortrugen oder in einer andern Weise von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt zogen, um vom Geiste zu künden. Was sprachen solche Leute damals für Worte? Wir wollen es einmal in einem einzelnen Falle vor uns hintreten lassen. Damals sagte man noch nicht: Es gibt eine Theosophie, eine Lehre vom niederen und höheren Ich; der Mensch hat einen physischen Leib, Ätherleib, Astralleib und so weiter; sondern da zogen Rhapsoden herum, das heißt solche Menschen, die berufen waren, vom Geiste zu künden, und erzählten etwa folgendes - und ich will einiges von dem, was damals durch Mittel- und Osteuropa besonders vorgetragen wurde, jetzt einmal wiederholen:

[ 14 ] There was no theosophical society in those days where people discussed things as we do here, but souls then heard something quite different from the people about them. Let me try to call up before you what these souls heard. They did not travel from place to place in order to hear lectures on spiritual science, but they heard rhapsodists who passed from village to village, from place to place, declaring things concerning the spirit. What did these people say? Let us recall a single instance of this. People did not then say:—“We have a Theosophy, a teaching concerning the lower and higher ego, that deals with the different members of man's Being and so on,” but rhapsodists travelled through the land, men who were called by the spirit to declare somewhat as follows:—(I am now repeating some of the things that were spread abroad through Middle and Eastern Europe at that time).

[ 15 ] Es war einmal ein Königssohn. Der ritt hinaus und kam an einen Graben und hörte dort, wie es aus dem Graben herauf wimmerte. Er folgte dem Lauf des Grabens, um zu sehen, was da wimmerte, und fand darin eine alte Frau. Da ließ er sein Pferd stehen, stieg herunter in den Graben und half der alten Frau herauf, denn sie war hinuntergefallen in den Graben. Als er nun sah, daß sie nicht gehen konnte, weil sie sich das Bein verletzt hatte, fragte er sie, wie sie zu diesem Unfall gekommen wäre. Da erzählte ihm die Frau: Ich bin eine alte Frau und muß früh nach Mitternacht fort in die Stadt, um Eier zu verkaufen; da bin ich in den Graben gefallen. Da sagte der Königssohn zu ihr: Sieh, du kannst jetzt nicht in deine Wohnung gehen, da will ich dich auf mein Pferd setzen und in deine Wohnung bringen. Und das tat er. Da sagte ihm die Frau: Du bist, trotzdem du von hoher Geburt bist, doch ein lieber und guter Mensch, und du sollst, weil du mir geholfen hast, von mir eine Belohnung erhalten. Und er ahnte jetzt, daß sie mehr als eine alte Frau war, denn sie sagte: Weil du solche Güte an mir bewiesen hast, sollst du den Lohn bekommen, der deiner guten Seele gebührt. Willst du die Tochter der Blumenkönigin heiraten? - Ja! sagte er. Und sie sprach weiter: Dazu brauchst du, was ich dir leicht geben kann. Und da gab sie ihm ein Glöckchen mit den Worten: Wenn du es einmal läuten wirst, kommt der Adlerkönig mit seinen Scharen und hilft dir in einer Lage, in welche du schon kommen wirst; wenn du es zweimal läutest, kommt der Fuchskönig mit seinen Scharen und hilft dir in einer Lage, in welche du schon kommen wirst; und wenn du es dreimal läutest, kommt der Fischkönig mit seinen Scharen und hilft dir in einer Lage, in die du schon kommen wirst. - Der Königssohn nahm das Glöckchen und ging nach Hause und sagte dort, daß er die Tochter der Blumenkönigin aufsuchen wolle, und ritt davon. Er ritt lange und lange, und niemand konnte ihm sagen, wo die Blumenkönigin mit ihrer Tochter wohnte. Da war dann sein Pferd schon unbrauchbar geworden und ging vollends zugrunde, so daß er die Wanderung zu Fuß fortsetzen mußte. Da kam er zu einem Greis, den er fragte, wo die Wohnung der Blumenkönigin sei. Ich kann es dir nicht sagen, gab ihm dieser zur Antwort, aber gehe nur fort, weiter und immer weiter, und du wirst meinen Vater finden, der wird es dir vielleicht sagen können. Der Königssohn ging also weiter, viele, viele Jahre, und fand einen uralten Greis. Den fragte er: Kannst du mir sagen, wo die Wohnung der Blumenkönjgin ist? Der aber antwortete ihm: Ich kann es dir nicht sagen. Aber gehe nur weiter, immer weiter, durch lange Jahre noch; da wirst du meinen Vater finden, und der wird dir ganz gewiß sagen können, wo die Wohnung der Blumenkönigiin ist. Der Königssohn ging also weiter und fand endlich einen uralten Greis, den er fragte, ob er ihm sagen könne, wo die Blumenkönigin mit ihrer Tochter wohne. Da sagte ihm der Greis: Die Blumenkönigin wohnt fern in einem Berge, den du hier von weitem siehst. Sie wird aber bewacht von einem wilden Drachen. Du kannst zunächst nicht heran, denn der Drache schläft nie in dieser Zeit; er hat nur eine gewisse Zeit, wo er schläft, und jetzt ist gerade Wachenszeit. Aber du mußt ein Stück weitergehen, zu dem andern Berg; da lebt die Drachenmutter, durch die wirst du dein Ziel erreichen. - Mutig ging er also weiter, kam zum ersten Berg, kam zum zweiten Berg und fand dort die Drachenmutter, das Urbild der Häßlichkeit. Er aber wußte, daß es von ihr abhing, ob er die Tochter der Blumenkönigin finden könnte. Da sah er in ihrer Umgebung sieben andere Drachen, die alle gierig darnach waren, die Blumenkönigin und ihre Tochter zu bewachen, die in alter Gefangenschaft waren und durch den Königssohn erlöst werden sollten. Da sagte er zu der Drachenmutter: O ich erkenne, daß ich dein Knecht werden muß, wenn ich die Blumenkönigin finden will! - Ja, sagte sie, du mußt mein Knecht werden, aber du mußt einen Dienst tun, der nicht leicht ist. Hier ist ein Pferd, das mußt du auf die Weide führen, den ersten Tag, den zweiten Tag und den dritten Tag. Wenn du es gesund nach Hause bringst, dann kannst du vielleicht nach drei Tagen erreichen, was du willst. Bringst du es aber nicht gesund nach Hause, so fressen dich die Drachen auf - wir alle fressen dich auf! — Der Königssohn ging darauf ein, und am nächsten Morgen wurde ihm das Pferd übergeben. Er wollte es auf die Weide führen, aber bald war es verschwunden. Er suchte es, aber er konnte es nicht finden und wurde darüber ganz unglücklich. Da erinnerte er sich an das Glöckchen, das ihm die alte Frau gegeben hatte, zog es heraus und läutete es einmal. Da versammelten sich

[ 15 ] There was once a king's son. He rode forth and came presently to a deep ditch, he heard moaning proceedi.ng from it. He followed the course of the ditch to discover the cause of the moaning, and there he found an old woman. He left his horse, descended into the ditch, and helped the old woman out. He then saw that she could not walk for she had injured her leg, so he asked her how this accident had come about. She then told him:—I am an old woman and I must rise early soon after midnight in order to go to the town to sell eggs. On the way I fell into this ditch.” The king's son said:—“Thou canst” not now reach thine own dwelling. I will set thee on my horse and take thee there.” This he did. The old woman said:—“Although of noble birth thou art a kind and good man, and because thou hast helped me, thou shalt receive a reward from me.” He now guessed that she was something more than an old woman. Then she said:—“Because of the kindness thou hast shown me thou shalt receive the reward that thy good soul deserves. Dost thou desire to marry the daughter of the Flower-Queen?” “Yes,” he said. Then, she continued:—“To do so thou hast need of what I can easily give thee.” And she gave him a little bell, saying:—“When this is rung once the king-eagle will come with his hosts to help thee, whatever the position in which thou mayst be, when thou ringest twice the king of the foxes with his pack will come to help thee, wherever thou art, and if thou ringest thrice the king of the fishes will come with his hosts and will help thee wherever thou art.” The king's son took the little bell and returned home and said that he was going to seek the daughter of the flower-queen, and rode forth. He rode a long, long time and no one could tell him where the daughter of the flower-queen dwelt. His horse was by this time worn out and broken down, so that he had to pursue his wanderings on foot. He met an old man and asked him where the dwelling of the flower-queen's daughter was. “I cannot tell thee,” said the old man, “go on further and ever further, and thou wilt find my father, and he will perhaps tell thee.” So the king's son went on further, and at last found a very ancient primeval man of whom he asked if he could tell him where the flower-queen dwelt with her daughter. Then the old man said to him:—“The flower-queen dwells afar in a mountain that thou canst see in the distance from here. She is, however, watched over by a savage dragon. Thou canst not reach her, for the dragon never sleeps in these days; there is only a certain time in which he sleeps, and this is his waking time. But thou must go still further to another mountain, there lives the dragon's mother. Through her thou will reach thy goal.” Courageously he went on. He reached the first mountain, then the second mountain; there he found the dragon's mother, the archetype of all ugliness. But he knew it depended on her whether he would find the daughter of the flower-queen or not. He then saw near the first, seven other dragons who all desired to watch over the flower-queen and her daughter, who had long been held prisoners and who were to be liberated by a king's son. He said to the dragon's mother:—“O, I know that I must be thy bondsman if I am to find the flower-queen!” “Yes,” she answered, “thou must be my bondsman,” and thou must do me a service that is not easy. Here is a horse, thou must lead him out to pasture the first day, the second and the third day. If thou bringst him home safe then on the third day perhaps thou mayst attain thy desire. But if thou doest not bring him safe home the dragon will eat thee—we shall all eat thee.” The next morning he was given the horse. He tried to lead it to the pasture, but soon the horse escaped from him. He sought it but could not find it, and was most unhappy. He remembered the little bell the old woman had given him. He drew it forth and rang it once.

[ 16 ] viele Adler, geführt vom Adlerkönig, die suchten das Pferd, und er konnte es so der Drachenmutter wiederbringen. Die sagte zu ihm: Weil du das Pferd zurückgebracht hast, gebe ich dir einen kupfernen Mantel, damit kannst du an dem Ball teilnehmen, der heute Nacht in dem Kreise der Blumenkönigin und ihrer Tochter stattfindet. Am zweiten Tage sollte er dann das Pferd wieder auf die Weide führen. Es wurde ihm wieder übergeben, bald aber war es wieder verschwunden, und er konnte es nirgends finden. Da zog er sein Glöckchen heraus und läutete es zweimal. Alsbald erschien der Fuchskönig, gefolgt von vielen seiner Heeresfolge, die suchten das Pferd, und er konnte es wieder der Drachenmutter überbringen. Da sagte sie ihm: Heute bekommst du einen silbernen Mantel, damit kannst du wieder zu dem Ball gehen, der heute Nacht im Kreise der Blumenkönigin und ihrer Tochter stattfindet. - Auf dem Balle aber sagte ihm die Blumenkönigin: Verlange am dritten Tage ein Füllen von diesem Pferde! Mit diesem Füllen kannst du mich erlösen, und wir werden vereinigt sein. - Am dritten Tage wurde ihm dann wieder das Pferd übergeben, um es auf die Weide zu führen. Bald war es wieder verschwunden, denn es war sehr wild. Er zog daher das Glöckchen heraus, läutete es dreimal, und es kam der Fischkönig mit seiner Heeresfolge, die suchten ihm das Pferd, und er brachte es so zum dritten Mal nach Hause. Glücklich hatte er seine Aufgabe vollendet. Da gab ihm die Drachenmutter als Lohn einen goldenen Mantel, als seine dritte Hülle, damit konnte er am dritten Tage an dem Ball bei der Blumenkönigin teilnehmen. Und außerdem konnte er als sein ihm gebührendes Geschenk das Füllen jenes Pferdes bekommen, das er gehütet hatte. Mit dem konnte er dann die Blumenkönigin und ihre Tochter hinführen zu ihrer eigenen Burg. Und um die Burg herum, da alle die andern die Tochter rauben wollten, ließ sie eine dichte Mauer von Gesträuchwerk wachsen, so daß die Burg nicht eingenommen werden konnte. Und da sagte dann die Blumenkönigin zu dem Königssohn: Du hast dir meine Tochter erworben; du sollst sie fernerhin haben, aber nur unter einer Bedingung: du darfst sie nur ein halbes Jahr haben, das andere halbe Jahr muß sie zurück unter die Oberfläche der Erde, damit sie mit mir vereint sein kann, denn nur so ist es möglich, daß du mit ihr vereinigt sein kannst. — So also bekam er die Tochter der Blumenkönigin und lebte mit ihr immer ein halbes Jahr, während sie die andere Hälfte des Jahres bei ihrer Mutter war.

[ 16 ] Then many eagles appeared led by the king-eagle. They found the horse, and he was able to lead it back to the mother dragon. She said:—“Because thou hast brought it back I will give thee a mantle of copper; with it thou canst take part in the ball that is to be given tonight in the circles of the flower-queen and her daughter.” On the second day he was again to take the horse to the meadow. It was given to him, but soon it escaped again, and nowhere could he find it So he drew forth the little bell again and rang it twice. Immediately the king of the foxes appeared with a large following. They found the horse, and he was able to restore it to the dragon's mother. She then said to him:—“To-day thou shalt receive a silver mantle with which thou canst again attend the ball that takes place tonight in the circle of the flower-queen and her daughter.” At the ball the flower-queen's daughter said to him:—“Demand on the third day a number of these horses, with them thou canst rescue us and we shall be united.” On the third day the horse was again handed over to him so that he could take it to the pastures. At once it escaped again, for it was very wild. He drew forth his little bell and rang it three times. The fish-king then appeared with his following. They found the horse and he took it back a third time. He had successfully performed his task. The dragon mother then gave him as recompense a mantle of gold as his third covering; with it he could take part on the third day at the ball at the flower-queen's dwelling. Besides this he was able to bring as a fitting present to her those horses that he had taken care of. With them he could carry the flower-queen and her daughter to their own fortress. And round this fortress which all the others wished to steal from her they allowed a thick hedge of bushes to grow so that the fortress could not be taken. Then the flower-queen said to the king's son:—“Thou bast won my daughter, thou shalt have her by and by, but only on one condition. Thou shalt only have her for half the year, the other half she must withdraw from the surface of the earth so that she may be with me; only thus is it possible for thee to be united with her.” In this way he won the daughter of the flower-queen and lived with her always for half the year; during the other half she was with her mother.

[ 17 ] In viele, viele Seelen zogen diese und andere Geschichten damals ein. Die Seelen horchten hin und nahmen es auf - nahmen es aber nicht auf, um es etwa nach der Weise von sonderbaren Theosophen der Neuzeit allegorisch auszulegen, denn als symbolische und allegorische Auslegungen sind diese Dinge nichts wert. Nein, die Menschen nahmen es auf, weil sie ihre Lust und ihr Vergnügen daran hatten, weil sie das warme Leben bei solchen Erzählungen durch ihre Seele ziehen fühlten. Und nichts weiter wollten sie, wenn dies durch ihre Seele zog, wenn ihnen erzählt wurde von dem Königssohn, von seinen Taten mit dem Glöckchen und seiner Erwerbung der Tochter der Blumenkönigin. Und viele Seelen leben jetzt, die damals so etwas gehört und in Lust und Freude aufgenommen haben. Und wenn so etwas aufgenommen wird zum Entzücken und zur Befriedigung der Seele, so lebt es weiter in der Seele. Dann nehmen solche Seelen Gedankenformen in Gefühlen und Empfindungen auf, und dann sind sie etwas anderes geworden, als sie vorher waren. Das bringt Früchte, das gibt Kräfte den Seelen, und diese Kräfte verwandeln sich, werden zu etwas anderem. Was sind sie denn geworden? Zu dem sind sie geworden, was jetzt in den Seelen ist als Sehnsucht nach einer höheren Auslegung derselben Geheimnisse, als Sehnsucht nach der Geisteswissenschaft. Damals haben die Rhapsoden nicht erzählt: Es gibt einen Menschen, der strebt zum höheren Selbst hinauf und muß dazu überwinden, was ihn herunterdrücken will als sein niederes Selbst. Sondern sie haben erzählt: Einen Königssohn gab es; der zog aus und fand einen Graben, aus dem es herauf wimmerte, und tat das, was eine gute Tat war. Heute sagen wir: Der Mensch muß etwas tun, was eine gute Tat, eine Tat der Liebe, des Opfers ist. Damals erzählte man ein solches Tun im Bilde. Heute sagen wir: Der Mensch muß in sich jene Stimmung des Geistes bekommen, durch die er eine Ahnung erhält von der geistigen Welt, einen Zusammenhang mit ihr und durch die er fähig wird, seine Kräfte so zu entwickeln, daß er mit der geistigen Welt in eine Beziehung kommen kann. Damals sagte man das im Bilde: Die alte Frau gab dem Königssohn ein Glöckchen, das läutete er. Heute wird gesagt: Der Mensch hat in sich aufgenommen die übrigen Naturreiche; was da ausgebreitet vorhanden ist, das hat der Mensch in sich harmonisch vereinigt. Er muß aber verstehen, wie das in ihm lebt, was draußen ausgebreitet ist, und kann seine niedere Natur nur dadurch überwinden, daß er das, was in den Naturreichen wirkt, in das rechte Verhältnis zu sich bringt, so daß es ihm zu Hilfe kommen kann.

[ 17 ] This and other stories entered into very many souls. They listened to them, but did not interpret them allegorically after the manner of the strange theosophists of recent times; for these things have no value as symbolic or allegoric statements. No! people accepted them because they found pleasure and joy in them, they felt warm life flow through their souls when they listened to such tales. There are many souls living now who heard such tales and accepted them with joy. And when received in this way they continued to live within these souls, they turned into thought-forms, into feelings and perceptions, thus they became something different than they were before. This produced results, it imparted powers to such souls, and these powers were changed, they were transformed into something else. Into what were they changed? They were changed into that which lives in men's souls to-day as longing for a higher elucidation of these same secrets, a longing for theosophy. The rhapsodist did not tell of people who strove towards their higher self, and to attain it must conquer the lower self which held them down, but they told of a king's son who, as he rode forth through the world, found an old woman in distress, and did a good and kindly deed! To-day, we say:—People must do good deeds, deeds of love and sacrifice. At that time men spoke in images. To-day we say:—Men must feel within such sympathy for the spirit that they divine something of the spiritual world, something that connects them with it, and enables them to develop forces that can put them in touch with it. In earlier times men were told in parables of the old woman who gave the king's son a bell. To-day they are told:—Man has taken all the other kingdoms of nature into himself, what lives scattered in them is united harmoniously in him. But he must understand how something lives in him which lives in all surrounding nature, that he can only overcome his lower nature when this is brought into right relationship with himself so that it can help him.

[ 18 ] Wie oft haben wir gesprochen von der Entwickelung des Menschen durch die Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit hinauf, wie er zurückgelassen hat die andern Reiche und das, was das Beste ist, aus ihnen herausgezogen hat, um hinaufzusteigen zu einer Höhe. Wozu hat er sich da entwickelt? Zu dem, wofür schon Plato ein Bild gebraucht, um hinzudeuten auf das, was in des Menschen Seele lebt: das Bild des Pferdes, mit dem er dahinreitet von Inkarnation zu Inkarnation. Damals stellte man das Bild hin von dem Glöckchen, das geläutet wurde, damit die Naturreiche in ihren Repräsentanten, dem Adlerkönig, dem Fuchskönig und dem Fischkönig, kamen, um das, was Beherrscher der drei Naturreiche werden soll, in das rechte Verhältnis zu bringen.

[ 18 ] We have often spoken of the evolution of man through the Saturn, Sun and Moon epochs, how he left the other kingdoms of nature behind him, retaining the best out of each, so that he might rise to something higher. By what means has he evolved? By means of that which Plato uses as a symbol—the horse; on this he rides forward from incarnation to incarnation. At that time the image of the bell was used; it was rung to summon the kingdoms of nature through their representatives—the Eagle-king, Fox-king, and Fish-king—so that he who was to become the ruler of these kingdoms might be brought into right relationship with them.

[ 19 ] Die Seele des Menschen ist wild, und nur dadurch, daß Liebe und Weisheit sie ergreifen und glätten, kommt der Mensch in das rechte Verhältnis. Damals trat es in bildhafter Weise vor die Menschen hin. Gelenkt wurde die Seele dahin, daß sie das, was wir heute anders erzählen, verstehen kann. Damals wurde erzählt: Wenn er das Glöckchen einmal läutete, kam der Adlerkönig, wenn er es zweimal läutete, kam der Fuchskönig, und wenn er es dreimal läutete, kam der Fischkönig; die brachten das Pferd zurück. Das heißt, die Stürme der Menschenseele, die wild dahinstürmt, müssen erkannt werden, und wenn wir sie erkennen, kann auch die Seele von dem Niederen befreit und in Ordnung gebracht werden.

[ 19 ] The soul of man is untamed, and only when love and wisdom control it is it brought into the right relationship. At one time this was brought to man's notice in pictures; his soul was guided so that he could understand what to-day is told us differently. At that time he was told:—When you ring the bell once the Eagle-king comes, when you ring it twice the Fox-king comes, and when you ring it three times the Fish-king; these brought back the horse. This means the storms which rage in the human soul must be recognised, and when we recognise them we can free it from the lower disturbances and bring it into order.

[ 20 ] Wir sagen: Der Mensch muß kennenlernen, wie seine eigenen Leidenschaften, Zorn und so weiter, in seiner eigenen Entwickelung zusammenhängen mit seiner Entwickelung von sieben zu sieben Jahren, das heißt, wie wir in dem menschlichen Leben kennenlernen müssen die dreifache Hüllennatur des Menschen. Damals stellte man das grandiose Bild hin: Jedesmal wenn der Königssohn mit dem Glöckchen geläutet hatte, das heißt, wenn er eines der Reiche in seine Macht gezwungen hatte, so bekam er eine Hülle. - Wir sagen heute: Wir studieren die Natur des physischen Leibes. Damals brauchte man das Bild: Die Drachenmutter gab ihm einen Mantel aus Kupfer. Wir sagen: Wir lernen kennen die Natur unseres Ätherleibes. Damals: Die Drachenmutter gab ihm das zweitemal einen silbernen Mantel. Wir sagen weiter: Wir lernen unsern Astralleib kennen mit allen auf- und abwogenden Leidenschaften und so weiter. Damals sagte man im Bilde: Die Drachenmutter gab ihm am dritten Tage einen goldenen Mantel. — Was wir heute in unsern Begriffen über die dreifache Hüllennatur des Menschen lernen, das wurde damals angeregt durch das Bild vom kupfernen, silbernen und goldenen Mantel. Und für die Seelen, die damals die Gedankenformen von dem kupfernen, dem silbernen und dem goldenen Mantel aufgenommen haben, sagen wir heute dasjenige, was ihnen Verständnis erwecken kann für den dichten physischen Leib, der sich zu den andern Hüllen des Menschen verhält wie das Erz des Kupfers zu Silber und Gold. - Wir sagen heute: Es sind auf dem Monde zurückgeblieben luziferische Wesenheiten, siebenerlei Arten, die machen sich an den Astralleib des Menschen heran. Damals sagte der Rhapsode: Als der Königssohn zu dem Berge kam, wo er die Vereinigung mit der Tochter der Blumenkönigin finden sollte, traf er sieben Drachen, die wollten ihn auffressen, wenn er sein Tagewerk nicht richtig erfüllte. Wir wissen: Wenn unsere Entwickelung nicht in der richtigen Weise geschieht, so wird durch die Kräfte der luziferischen Wesenheiten, die siebenfacher Art sind, unsere Entwikkelung eben verdorben. — Wir sagen heute: Indem wir eine geistige Entwickelung durchmachen, finden wir unser höheres Selbst. Damals stellte man das Bild hin: Der Königssohn vereinigte sich mit der Blumenkönigin. — Und wir sagen: Die menschliche Seele muß in einen gewissen Rhythmus hineinkommen.

[ 20 ] Man must learn to know how his own passions, anger and so on, are connected with his development from one seven years to another seven; he must learn to know the threefold nature of the human sheaths. In former days we were presented with a wonderful picture. Every time the king's son rang the bell (that is when by his own power he had subdued one of the kingdoms) he acquired a covering, a sheath. To-day we say:—We study the nature of the physical body; at that time an image was used, the dragon-mother gave the man a mantle of copper. To-day we say:—We study the nature of our etheric body; then it was said:—The dragon-mother gave him a silver mantle. Again we say:—We learn to know our astral body with all its surging passions. At that time they said:—The dragon-mother gave him on the third day a golden mantle. What we learn to-day concerning the threefold sheath-nature of man was brought to people at an earlier day through the image of the copper, silver, and golden mantles. And to the souls that then received the thought-form of the copper, silver, and golden mantles, we say to-day:—What brings you understanding of the dense physical body, is related to the other bodies as copper ore is to silver and gold. To-day we say:—Backward Luciferic Beings of seven different kinds remained behind on the moon and worked upon the human astral body. The rhapsodists said:—When the king's son came to the mountain where he was to be united with the flower-queen's daughter, he met seven dragons who would have devoured him if he had not accomplished his day's task. We know that if our evolution is not carried out aright it is owing to the power of the seven different kinds of Luciferic Beings. To-day we say:—In carrying out our spiritual development we find our higher self. Formerly, people were presented with a picture. The king's son they were told united himself with the flower-queen's daughter. We say:—The human soul must attain to a certain rhythm.

[ 21 ] Vor einigen Wochen habe ich gesagt: Die menschliche Seele muß, wenn in ihr irgendeine Idee aufgestiegen ist, diese in der Zeit ausreifen lassen, und sie wird dabei einen gewissen Rhythmus beobachten können, denn nach sieben Tagen ist die Idee in die Tiefe der Seele eingedrungen, nach vierzehn Tagen kann die reifer gewordene Idee die äußere Astralsubstanz ergreifen und sich vom Weltengeiste taufen lassen; nach einundzwanzig Tagen ist sie wieder reifer geworden, und erst nach viermal sieben Tagen ist sie so weit, daß wir sie als unser Persönliches der Welt übergeben können. Das ist ein innerer Rhythmus der Seele. Und nur der kann in günstigem Sinne schaffen, der nicht gierig das, was ihm einfällt, in die Welt hineinpreßt, sondern der da weiß, daß sich die Regelmäßigkeit der äußeren Welt in seiner eigenen Seele wiederholt, daß wir so leben müssen, daß wir in uns mikrokosmisch den Makrokosmos wiederholen. - Der Rhapsode sagte: Der Mensch muß seine Seelenkräfte in Einklang versetzen, muß die Tochter der Blumenkönigin suchen und mit ihr eine Ehe eingehen, wo er den einen Teil des Jahres mit der Tochter lebt und sie den andern Teil des Jahres der Mutter überläßt, die in den Tiefen wirkt. Das heißt, der Mensch setzt sich in einen Rhythmus, und der Rhythmus seines Lebens verläuft wie der Rhythmus des Makrokosmos.

[ 21 ] In one of the earlier lectures in this course I said:—When an idea rises in a man's soul he must allow it time to mature, he will then observe a certain rhythm. After seven days the idea has entered deeply into his soul; after fourteen days, the idea now being more mature, is able to lay hold of the outer astral substance, and to allow itself to be “baptised by the universal spirit”; after twenty-one days it has matured still further, and only after four times seven days does it reach the stage where he can give it to the world as his own personal gift. What I have described is an inner rhythm of the soul. A man can only create successfully when he has no desire to impart hurriedly to the world what has chanced to come to him, but knows that the orderliness of the external universe must enter in his soul. We must live so that we repeat the macrocosm microscopically in ourselves.

[ 22 ] Diese Bilder - und wir könnten Hunderte solcher Bilder anführen — regten durch ihre Gedankenformen die Seelenkräfte an, so daß heute die entsprechenden Seelen reif geworden sind, die andere Form, die wir in der Geisteswissenschaft pflegen, zu hören. Aber es mußte so kommen, daß, man möchte sagen, durch die Entbehrung die Sehnsucht erst recht groß wurde; erst mußte gleichsam alles, was in der Seele an geistiger Sehnsucht lebte, in der physischen Welt verschwinden. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist so vieles verschwunden. Mit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam dann die materialistische Kultur, und öde wurde es in bezug auf das geistige Leben. Um so größer aber wurde die Sehnsucht und um so bedeutungsvoller das Ideal der spirituellen Bewegung. Nur wenige Menschen gab es, die wie in einem stillen Martyrium in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch empfanden, wie die Ideen, die einmal erschaut worden sind, die dann erzählt wurden, fortlebten, aber im Untergange waren.

[ 22 ] These pictures which were told everywhere—and hundreds of them could be cited—stimulated the powers of the human soul by means of thought-forms, so that such souls are to-day ripe enough to listen to the other form of instruction, the form cultivated in spiritual science. But the longing for this had first to become very strong. All the conscious striving of men's souls had first to disappear from the physical plane. Then with the coming of the second half of the nineteenth century materialistic culture arose, and all was desolation as regards spiritual life. But the longing, on the other hand, grew ever greater and greater, the more the ideal of a future spiritual movement grew. There were but few remaining in the first half of the nineteenth century who felt, as in a faint memory, and experienced in silent martyrdom, how the ideas which were once perceived, discussed, and developed, still existed; but were in decline.

[ 23 ] Da war im Jahre 1803 ein Mensch geboren worden. In seiner Seele war noch so recht etwas von dem Nachklang der alten Weistümer der Vorzeit lebendig. Es lebte etwas in ihm, was ganz verwandt war mit unserer theosophischen Idee. Seine Seele war voll von dem, was wir heute nennen die geisteswissenschaftliche Lösung der Weltenrätsel: es ist Julius Mosen. Seine Seele konnte nur dadurch bestehen, daß sein Leib während des größten Teiles seines Lebens an das Bett gefesselt war. Es paßte die Seele nicht mehr zusammen mit dem Leibe, denn durch die Art und Weise, wie er diese Dinge gefaßt hatte und sie doch wieder nicht spirituell durchdringen konnte, hatte er seinen Ätherleib aus dem physischen Leib herausgezogen, der dadurch gelähmt war. Die Seele aber erhob sich in die geistigen Höhen. Im Jahre 1831 schrieb er ein merkwürdiges Werk, «Ritter Wahn». Er war gewahr geworden, daß in Italien eine wunderbare Sage lebte, eine alte italienische Volkssage vom Ritter Wahn, und indem er diese Sage betrachtete, sagte er sich: Darin lebt Geist vom Weltengeist; diese Volkssage ist so entstanden, diese Bilder sind dadurch geformt worden, daß diejenigen, welche sie geformt haben, durchdrungen waren von dem lebendigen Spirituellen der Weltenführung. -— Und was brachte er damit zustande? 1831 schrieb er ein Werk, wunderbar und hinreißend groß. Es ist natürlich vergessen worden - wie alle Dinge, die so dem geistig Großen entstammen.

[ 23 ] In 1803 a man was born in whose soul some echo of the wisdom of an earlier day still remained. Something dwelt in him that was closely related to our theosophical ideas. His soul was filled with longing to solve the secrets of spiritual science—his name was Julius Mosen. His life could only be preserved by spending the greater part of it in bed. His soul no longer suited his body, for owing to the way he had grasped these things, yet was unable spiritually to enter further into them, he had drawn his etheric body out of his physical body, and consequently he had become an invalid. He had, however, risen spiritually to considerable heights. In the year 1831 he wrote a remarkable book called “Ritter Wahn.” He knew of a wonderful legend in Italy about the Knight Wahn, and when studying it he said to himself:—Something of the spirit of the universe lives in this legend, this saga has arisen in the way it has, these pictures have been formed as they are, because those who formed them were filled with the living spiritual guidance of the world. What was the result? In 1831 he wrote a most wonderful dramatic work. It has naturally been forgotten—as everything is that originates in this way from greatness of spirit.

[ 24 ] Ritter Wahn geht aus, den Tod zu überwinden. Auf seinem Wege findet er drei Greise. Es ist Julius Mosen nun gelungen, in merkwürdiger Weise den Namen des einen Greises, il mondo, zu übersetzen mit Ird; denn er wußte, daß etwas Eigentümliches darin liegt, um es in die deutsche Sprache herüberzubringen. Ird, Zeit und Raum sind die drei Greise, die Ritter Wahn findet, als er auszieht, um den Tod zu überwinden. Aber er kann diese drei Greise nicht brauchen, denn sie sind dem Tode unterworfen. Ird ist alles das, was unterworfen ist den Gesetzen des physischen Leibes und somit dem Tode. Zeit, der Ätherleib, unterliegt der Vergänglichkeit. Und der dritte, der niedere Astralleib, der uns die Anschauung des Raumes gibt, ist auch dem Tode unterworfen. Unsere Individualität geht von Inkarnation zu Inkarnation; worinnen wir aber als in unserer dreifachen Hülle stekken, das lebt nach der italienischen Volkssage in Ird, Zeit und Raum.

[ 24 ] Ritter Wahn sets out to conquer death. On the way he meets with three old men. It occurred to Julius Mosen strangely enough to translate the name of one of the old men, it Mondo, as Ird (earth), for he knew something special lay in translating it thus into German. The name of tile three old men whom Ritter Wahn met when he set out to conquer death were Ird, Zeit, and Raum—earth, time and space. The three could not help him for they were subject to death. Ird (earth) is that which is subject to the laws of the physical body, and therefore to death; Zeit (time), the etheric body, is transient; and the third, the lower astral body, which gives us the impression of space, is also subject to death. Our individuality passes from incarnation to incarnation, but that by which we are fixed within our three sheaths according to this Italian legend is Ird, Zeit and Raum (earth, time and space). What is the Ritter Wahn?—Illusion.

[ 25 ] Was ist Ritter Wahn? Wir haben oft von dem gesprochen, was als Maya in uns einzieht. Wir sind es selbst, wir Menschen, die von Inkarnation zu Inkarnation schreiten und hinausschauen in die Welt und die große Täuschung empfangen. Wir sind ein jeder der Ritter Wahn und gehen ein jeder aus, indem wir ein Leben im Geiste führen, den Tod zu besiegen. Da treffen wir auf die drei Greise, unsere Hüllen. Alt sind sie! Der physische Leib besteht seit der Saturnzeit, der Ätherleib seit der Sonnenzeit, der Astralleib seit der Mondenzeit, und was als Ich im Menschen lebt, hat sich während der Erdenzeit eingefügt. Julius Mosen stellt es nun so dar, daß Ritter Wahn mit der Seele, durch die er den Tod besiegen will, zunächst dahinzustürmen sucht als Reiter - nach dem platonischen Bilde, das in ganz Mitteleuropa und weit darüber hinaus gelebt hat. So stürmt Ritter Wahn heran und will den Himmel erobern mit dem materialistischen Denken wie die Menschen, die sich an den Sinnenschein hängen, weil sie befangen bleiben in Täuschung und Maya. Wenn sie aber dann auch eintreten in die geistige Welt mit dem Tode, dann geschieht, was Julius Mosen so schön dargestellt hat: Sie haben ihr Leben nicht ausgelebt, sie sehnen sich wieder herunter auf die Erde zur Weiterentwickelung der Seele. Und Ritter Wahn kommt wieder herunter. Und als er die schöne Morgane erblickt, die Seele, die angeregt werden soll durch alles Irdische und — wie die Tochter der Blumenkönigin darstellen soll die Vereinigung mit alledem, was uns nur durch die Erdenschule gegeben werden kann, da, als er so verbunden ist mit der schönen Morgane, als er wieder mit der Erde verbunden ist, da verfällt er auch dem Tode — das heißt, er geht durch den Tod hindurch, um diese eigene Seele, die als Morgane auftritt, immer weiter emporzubringen während einer jeden Inkarnation.

[ 25 ] We have often spoken of what enters us as Maya. We ourselves are it; we who go on from incarnation to incarnation look out on the world, and are confronted with the great illusion. Each one of us is a “Ritter Wahn” and each one goes forth, if we live in the spirit, to conquer death. In this life we meet the three old men, our sheaths. They are very old. The physical body has existed since the age of Saturn, the etheric body since the Sun-age, the Astral body since the Moon-age, and that which dwells in man as the “I” has been united with him since the coming of the Earth-age. Julius Mosen represents this in such a way that the soul, by which Ritter Wahn would conquer death, first storms out into the world as a rider, thus employing the Platonic image which was prevalent all over Central Europe and far beyond it. So Ritter Wahn rides forth, and would conquer heaven with the aid of materialistic thoughts—as people do who trust to the senses—thereby remaining entangled in delusion and Maya. But when at death they enter the spiritual world, what happens is beautifully described by Julius Mosen—life is not exhausted, souls long to return to earth to carry out their further development. Ritter Wahn comes down to earth again. And as he sees the beautiful Morgana, the soul as it is stirred by everything earthly—just as was the flower-queen's daughter—and revealing its union with everything that can only come to man through earthly schooling, there when united with the beautiful Morgana, when again united with the earth, death falls away from him. This means he passes through death in order to raise his own soul (represented by Morgana) ever higher, to purify and develop it further in each incarnation.

[ 26 ] Aus diesen Bildern, die den Stempel von Jahrtausenden an sich tragen, fließen die Ideen herein, die sich ausleben in Künstlern wie bei Julius Mosen, bei dem sie sich herausrangen aus einer Seele, die zu groß war, um während der heranrückenden materialistischen Zeit in einem Leibe gesund zu leben, so daß er das stille Martyrium auf sich nehmen mußte für die Größe seiner glühenden Seele. Das war 1831. Das lebte in einem Menschen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das soll wieder auferstehen, aber jetzt so, daß es der Menschen Stärke, der Menschen Kräfte befeuert. Und es wird wieder auferstehen! Und das gibt uns das Bewußtsein von der Bedeutung dessen, was wir als theosophischen Geist erkennen und was als Rosenkreuzergeist in die Menschen einziehen soll.

[ 26 ] From images like these, which bear the stamp of many centuries, ideas enter into man and are aided by artists like Julius Mosen. They sprang in his case from a soul too great to live healthily in a body belonging to the age of materialism that was approaching, therefore, owing to the greatness of his glowing soul, he suffered a silent martyrdom. This was in the year 1831. All these thoughts lived in the soul of a man in the first half of the nineteenth century. They must rise again, but now so that they will kindle human powers, human forces. Yes, they will rise again This gives us some understanding of what is meant when we speak of a theosophical spirit, the spirit of Rosicrucianism which must enter into mankind.

[ 27 ] Jetzt ahnen wir, daß immer vorhanden war, was wir selbst pflegen. Wir verfallen den Täuschungen des Ritters Wahn, wenn wir annehmen wollten, daß irgend etwas in der Welt gedeihen kann, ohne daß dieser Geist durch die Adern der Menschen wirkt. Woher kamen denn die Rhapsoden des 7., 8. oder des 12. Jahrhunderts, die hinauszogen in die Welt, um die Gedankenformen zu erregen, damit die Seelen jetzt etwas anderes fassen können? Wo war das Zentrum dieser Rhapsoden? Wo hatten sie gelernt, solche Bilder vor die Menschen hinzustellen? - In denselben Tempeln hatten sie es gelernt, die wir als die Schulen der Rosenkreuzer anzusehen haben. Sie waren Schüler der Rosenkreuzer, und ihnen sagten die Lehrer: Heute könnt ihr noch nicht hinausziehen und in Ideen zu den Menschen sprechen, wie dies später der Fall sein wird; heute müßt ihr von dem Königssohn, von der Blumenkönigin und von dem dreifachen Mantel erzählen, damit die Gedankenformen sich bilden, die in den Seelen leben sollen. Und wenn die Seelen wiederkommen werden, dann werden sie verstehen, was sie dann brauchen zum weiteren Fortschritt. - Immerzu senden die geistigen Zentren ihre Abgesandten in die Welt, damit in einem jeden Zeitalter das, was in den Tiefen des Geistes ruht, an die Menschenseelen herangebracht werden kann.

[ 27 ] We now divine that what is cherished in our movement has existed always. We fall into the illusion of Ritter Wahn if we imagine anything can prosper without active co-operation of this spirit. Whence came the Rhapsodists of the seventh to the twelfth century; the men wandered through the world giving rise to thought-forms so that souls might comprehend things somewhat differently. From what centre did they come? Where had they learnt how to present such pictures to the souls of men They learnt this in those temples, which we recognise as the schools of the Rosicrucians. The Rhapsodists were pupils of the Rosicrucians. Their teachers told them:—You cannot go forth to-day and speak to mankind in ideas as will be done later; to-day you must speak to them of the king's son, of the flower-queen, of the three mantles. By this means thought-forms are built up which will live in men's souls, and when these souls return they will understand what is necessary for them for their further progress. Spiritual centres are continually sending their messengers out into the world, so that in every age that which lives in the depths of the spirit may be brought near to the souls of men.

[ 28 ] Es ist eine triviale Anschauung, wenn heute die Menschen glauben, aus ihren Phantasien heraus Märchen formen zu können. Die alten Märchen, die Ausdruck sind der alten geistigen Geheimnisse der Welt, sind so entstanden, daß die, welche sie für die Welt geformt haben, hinhorchten und lauschten bei denen, die ihnen die geistigen Geheimnisse erzählen konnten, so daß die Zusammenfügung, die Komposition gemäß den geistigen Geheimnissen ist. Deshalb können wir sagen: Es lebt in ihnen der Geist der ganzen Menschheit, des Mikrokosmos und des Makrokosmos.

[ 28 ] It is a trivial point of view when people think they can construct such tales as I have been describing from fancy. Ancient legends which express the spiritual secrets of the world arise because the men who compose them have harkened to and been purified by those who impart these secrets; the whole form of the legends is constructed in accordance with these spiritual secrets. The spirit of all humanity—both of the Microcosm and the Macrocosm—lives in them.

[ 29 ] Von denselben Tempeln heraus wurden die Rhapsoden geschickt, um inhaltsvolle Märchen zu erzählen, und aus denselben Tempeln stammen die Erkenntnislehren der heutigen Zeit, die eintreten in die Seelen und Herzen der Menschen, um die Kultur möglich zu machen, welche die Menschheit braucht. So schreitet der Geist, welcher der Menschheit zugrundeliegt, von Epoche zu Epoche. Diejenigen Wesenheiten, welche in der vorchristlichen Zeit die Individualitäten, die in den heiligen Tempeln saßen, unterwiesen und das lehrten, was sie sich selbst aus früheren planetarischen Zuständen mitgebracht hatten, unterstellten sich der Führung des Christus, dieser einzigartigen Individualität, um in dessen Sinne weiterzuwirken. Der große Lehrer, der Menschenführer ist der Christus geworden. Und wenn ich Ihnen heute noch erzählen könnte, daß die Märchen, die seit Jahrhunderten leben, auf dieselbe Weise entstanden sind, und daß sie innerhalb der ganzen westlichen Kultur Gedankenformen angeregt haben, die dasselbe ausdrücken, nur im Bilde, wie das, was wir heute vom Christus zur Welt sprechen, dann würden Sie sehen, wie in der Zeit nach dem Mysterium von Golgatha die geistige Führung der Menschheit an ihren zentralen Stätten sich in der Tat unterstellt hat der Führung des Christus. $o steht alles in der geistigen Führung im Zusammenhange mit dem Christus. Werden wir uns dieses Zusammenhanges bewußt, dann blicken wir auf zu dem Lichte, das wir haben müssen, das wir insbesondere ausnützen müssen in bezug auf das, wonach sich die Seelen gesehnt haben, als sie sich im 19. Jahrhundert inkarnierten.

[ 29 ] The Rhapsodists were sent to spread their meaningful legends through the world from the same temples whence originates the special knowledge of to-day; knowledge that entering into men's hearts and souls makes the culture they demand possible. In this way the spirit that is deeply implanted in humanity passes on from epoch to epoch. And in this way the great Beings, who in pre-Christian times instructed individualities within the holy temples concerning the things they had brought over with them from earlier planetary conditions, strengthened this teaching by introducing into it the Christ so that their work might continue in accordance with this superlative Being—the Christ who had now become the great leader and guide of mankind! When I tell you that the tales which have endured for so many centuries and called forth thought-forms in Western culture came from the same source, and expressed the same things—only in pictures—that we tell the world to-day concerning the Christ; you will realise how in the time following the Mystery of Golgotha the spiritual guides of humanity did in fact further arid support the teaching of Christ in their centres of learning. All spiritual guidance is connected with the Christ. When we are aware of this connection we catch a glimpse of the light we must have, and must make use of, more especially in respect of the things our souls longed for when they came into incarnation in the nineteenth century.

[ 30 ] Lassen wir solche Gestalten auf uns wirken, die uns bekannt-machen mit den Sehnsuchten früherer Zeiten, dann fühlen wir mit ganzer Verantwortung auf unseren Seelen ruhen: Die andern haben gewartet, damit wir das vollbringen können, wonach sie sich gesehnt haben! Was diese Geister wie zum Beispiel Julius Mosen, der einen «Ritter Wahn» und einen «Ahasver» geschaffen hat wie ein letzter Prophet des Abendlandes, ersehnten, weil in ihnen lebendig wurde, was die Abgesandten der heiligen Tempel erzählt hatten in Bildern, in Hunderten und Hunderten von Bildern, um die Seelen für die spätere Zeit vorzubereiten - was diese Geister ersehnten, das zeigt sich in den Worten, die Rothe. in Heidelberg im Jahre 1847 hinschrieb: «Wenn sie nur erst einmal eigentliche Wissenschaft geworden ist, und also auch deutlich bestimmte Resultate abgesetzt hat, so werden diese schon nach und nach in die allgemeine Überzeugung übergehen oder populär werden, und sich so auch als gemeingültige Wahrheiten für diejenigen vererben, die sich in die Wege nicht finden können, auf denen sie entdeckt wurden und allein entdeckt werden konnten!» Damals mußte ein Mann, der die Sehnsucht hatte, nicht nur für sich, sondern auch für seine Zeitgenossen, sich in die resignierten Worte finden: «Doch dies ruht im Schoße der Zukunft, der wir nicht vorgreifen wollen!» 1847 hatten in einer äußerlich vernehmbaren Weise diejenigen, welche die Geheimnisse der Rosenkreuzertempel kennen, nicht gesprochen. Was aber im Schoße der Zukunft ruht, das kann lebendig werden, wenn sich genügend viele Seelen finden, die da wissen, daß Erkenntnis Pflicht ist, weil wir unsere Seele nicht unentwickelt an den Weltengeist zurückgeben dürfen; denn sonst haben wir dem Weltengeiste selber etwas entzogen, was er uns an Kräften einverleibt hat. Wenn sich solche Seelen finden, die wissen, was sie dem Weltengeiste schuldig sind, indem sie nach Erkenntnis der Weltenrätsel streben, dann werden sich die Hoffnungen erfüllen, welche die besten Leute der alten Zeiten hegten. Ja, sie sahen auf uns, als auf die Nachgeborenen, hin und sagten: Wenn sie nur erst einmal Wissenschaft geworden sein wird, dann müßte sie populär werden, dann müßte sie die Herzen ergreifen! - Diese Herzen müssen nur erst einmal da sein, müssen erscheinen! Von denen hängt es ab, die mit richtigem Verständnis in unserer nach dem Spirituellen strebenden Vereinigung sind, um zu wissen: Ich muß sie haben, diese geistige Beleuchtung der Daseinsrätsel! Von jeder einzelnen Seele, die in unserer Vereinigung ist, hängt es ab, ob solche charakterisierten Sehnsuchten nur ein eitler Traum derer waren, die auf unser Bestes gehofft haben, oder ob es wertvolle Träume waren, die wir ihnen erfüllen.

[ 30 ] If we allow those forms to affect us which can inform us regarding the longings of earlier days, we feel we can rely upon our souls and can say—those others waited so that we might accomplish what they longed for. What spirits like Julius Mosen had longed for, because they felt within them all that the messengers of the Holy Temples had related in countless pictures, so as to prepare souls for times to come; what these souls longed for is set forth in the words of Richard Rothe, who, when speaking of theosophy in 1847 at Heidelberg, says:—“Would that one day it might become really scientific, and produce clearly defined results, so that it might become popular and be generally accepted; for only in this way can it bequeath those truths to others who are unable to travel the path on which alone they could discover them for themselves.” In those days Rothe felt this longing—not only for himself but for his contemporaries—he found resignation in saying:—“All this lies as yet within the womb of the future which we have no wish to anticipate!” Those who knew the secrets of the Rosicrucians did not speak in 1847 so that these could be perceived in an external way. But what rests within the womb of the future comes to life when a sufficient number of souls are found who realise that knowledge is a duty. We dare not give back our souls unevolved to the Spirit of the Universe, for in that case we would have deprived the Spirit of something He had implanted in us. When souls are found who realise what they owe to the Spirit of the Universe because of their strivings to solve the secrets of the world, they will have fulfilled the hopes cherished by the best men of an earlier age. These men looked to us who were to come after them and said:—“Once this knowledge becomes scientific it must become popular and lay hold of men's hearts.” But such hearts must first exist, they must be there I This depends on those who have joined our spiritual society realising:—“I must gain spiritual illumination, I must learn the secrets of existence I” It depends on each separate soul within our society, whether the longing I have described is to be but a vain dream of those who hoped for the best from us, or a worthy dream that we can realise for them.

[ 31 ] Wenn wir in unserer Zeit die wissenschaftliche Öde sehen, die Öde in der Kunst, im gesellschaftlichen Leben und überall, dann müssen wir uns sagen: Wir brauchen nicht aufzugehen in dieser Öde; wir können heraus aus ihr. Denn wieder ist eine Zeit angebrochen, in welcher die heiligen Tempel sprechen - und jetzt nicht bloß in Bildern und Märchen, sondern in solchen Wahrheiten, die zwar von vielen heute noch als Theorien genommen werden, die aber immer mehr und mehr lebendige Lebenssäfte, Blut der Seelen werden können und werden müssen. Es kann jeder einzelne sich entschließen, mit dem Besten, was er in seiner Seele hat, dieses Lebensblut aufzunehmen.

[ 31 ] When we perceive the emptiness in modern science, in art, and in social life, we feel there is no need to be lost in this desert, we can get out of it. An age has once more come round in which the Holy Temples speak, not now merely in images and parables, but in truths, which, though still regarded by many as theoretical, will become ever more and more a source of life, and will pour living sap into the souls of men. Each one can determine with the best powers of his soul to receive this living sap into himself.

[ 32 ] So ist ein Gedanke, der wie ein Ergebnis hervorgeht aus dem, was wir uns aus der Betrachtung der Zeiten haben bilden können. Und so soll der Gedanke sein, den wir jetzt in unsere Seele senken, der die Zusammenprägung ist von dem eigentlichen Sinn und Geist der Leitung und Führung der ganzen Menschheit. Wenn wir diesen Gedanken in unserer Seele wirksam sein lassen, haben wir reichliche Seelenanregung wieder für Monate, können durch Monate hindurch diesen Gedanken wieder verarbeiten. Denn wir werden sehen, daß viel in ihm ist, daß er zu einem Bau erwachsen kann - nicht etwa deswegen, weil er mit diesen oder jenen Worten ausgesprochen ist. Meine Worte mögen noch so unvollkommen sein: nicht wie der Gedanke ausgesprochen, sondern was er in Realität ist, darauf kommt es an. Und was er in Realität ist, kann in jeder einzelnen Seele leben. Denn alle Summe der Wahrheit ist in jeder einzelnen Seele als Keim vorhanden und kann erblühen, wenn sich die Seele diesem Keim hingibt.

[ 32 ] These are the thoughts we would impress on your souls at the present time, being the sum of all we have received concerning the true meaning of the spiritual guidance of mankind. When we allow such thoughts to work within our souls we have a lively stimulus for future endeavour, and we see how much of constructive force they contain that is quite independent of the actual words with which these thoughts have been expressed. However imperfect my words may be, it is the reality that matters, not the way the thoughts are expressed, and this reality can live in every soul. For the sum of all truth dwells in each separate soul like a seed which can blossom when this soul accepts it.