From Akashic Research
The Fifth Gospel
GA 148
18 December 1913, Cologne
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From Akashic Research: The Fifth Gospel, tr. SOL
Das Fünfte Evangelium II
The Fifth Gospel II
[ 1 ] Bevor ich in der Betrachtung des Christus Jesus-Lebens weitergehe, möchte ich einige wenigstens andeutende Bemerkungen machen über die Art, wie solche Dinge gefunden werden. Es kann sich ja natürlich nur darum handeln, mit wenig Worten eine außerordentlich ausführliche Sache zu charakterisieren. Aber ich möchte doch, daß Sie eine Vorstellung haben von dem, was man okkulte Forschung nennen kann, die bis zu dem Grade geht, durch den man eindringt zu solchen konkreten Tatsachen, wie wir sie gestern zum Beispiel hier betrachten konnten.
[ 1 ] Before I proceed with my examination of the life of Christ Jesus, I would like to make a few remarks—albeit only brief ones—about the way in which such things are discovered. Of course, the aim here is simply to characterize an extraordinarily detailed subject in just a few words. But I would still like you to have an idea of what might be called occult research, which goes to the extent of penetrating to such concrete facts as we were able to consider here yesterday, for example.
[ 2 ] Zunächst kann man ja gegenüber diesen Dingen sagen: Es beruhen diese Forschungen auf einem Lesen in der Akasha-Chronik. - In allgemeinen Zügen habe ich in den Artikeln, die in der Zeitschrift «Lucifer-Gnosis» unter dem Titel «Aus der Akasha-Chronik» erschienen sind, hingewiesen, wie ein solches Lesen in der Akasha-Chronik aufzufassen ist. Nun muß man sich klar darüber sein, daß die verschiedenen Tatsachen des Weltgeschehens und Weltenseins in verschiedener Weise gefunden werden müssen, und so möchte ich jetzt gleichsam das, was schon gesagt worden ist, noch genauer zum Ausdruck bringen. Es ist gut, festzuhalten, daß es im Grunde genommen im Weltenall doch nichts anderes gibt als Bewußtseine. Außer dem Bewußtsein irgendwelcher Wesenheiten ist letzten Endes alles übrige dem Gebiete der Maja oder der großen Illusion angehörig. Diese Tatsache können Sie besonders aus zwei Stellen in meinen Schriften entnehmen, auch noch aus anderen, besonders aber aus zwei Stellen: zunächst aus der Darstellung der Gesamtevolution der Erde von Saturn bis Vulkan in der «Geheimwissenschaft im Umriß», wo geschildert wird das Fortschreiten vom Saturn zur Sonne, von der Sonne zum Mond, vom Mond zur Erde und so weiter, zunächst nur in Bewußtseinszuständen. Das heißt, will man zu diesen großen Tatsachen aufsteigen, so muß man so weit aufsteigen im Weltengeschehen, daß man es zu tun hat mit Bewußtseinszuständen. Also man kann eigentlich nur Bewußtseine schildern, wenn man die Realitäten schildert. Aus einer anderen Stelle in einem Buche, das in diesem Sommer erschienen ist, «Die Schwelle der geistigen Welt», ist das gleiche zu entnehmen. Da ist gezeigt, wie durch allmähliches Aufsteigen der Seherblick sich erhebt von dem, was sich um uns herum ausbreitet als Dinge, als Vorgänge in den Dingen, wie das alles sozusagen als ein Nichtiges entschwindet und schmilzt, vernichtet wird und zuletzt die Region erreicht wird, wo . nur noch Wesen in irgendwelchen Bewußtseinszuständen sind. Also, die wirklichen Realitäten der Welt sind Wesen in den verschiedenen Bewußtseinszuständen. Daß wir in dem menschlichen Bewußtseinszustand leben und von diesem Bewußtseinszustand keinen vollen Überblick über die Realitäten haben, das bewirkt, daß uns dasjenige, was keine Realität ist, als eine Realität erscheint.
[ 2 ] To begin with, one might say the following about these matters: This research is based on readings from the Akashic Records. - In general terms, I have pointed out in the articles that appeared in the journal “Lucifer-Gnosis” under the title “From the Akashic Records” how such a reading of the Akashic Records is to be understood. Now one must be clear that the various facts of world events and world existence must be discovered in different ways, and so I would now like to express what has already been said in even greater detail, as it were. It is good to note that, fundamentally speaking, there is nothing in the universe other than consciousnesses. Apart from the consciousness of certain beings, everything else ultimately belongs to the realm of Maya or the great illusion. You can glean this fact particularly from two passages in my writings, and from others as well, but especially from two: first, from the description of the overall evolution of the Earth from Saturn to Vulcan in *Outline of Esoteric Science*, where the progression from Saturn to the Sun, from the Sun to the Moon, from the Moon to the Earth, and so on, is described—initially only in states of consciousness. That is to say, if one wishes to ascend to these great realities, one must ascend so far into the course of world events that one is dealing with states of consciousness. Thus, one can actually only describe states of consciousness when describing these realities. The same can be gleaned from another passage in a book published this summer, *The Threshold of the Spiritual World*. There it is shown how, through gradual ascent, the seer’s gaze rises from what spreads out around us as things, as processes within things, how all of this, so to speak, vanishes and melts away, is destroyed, and finally the region is reached where there are only beings in various states of consciousness. Thus, the true realities of the world are beings in various states of consciousness. The fact that we live in the human state of consciousness and do not have a full overview of realities from this state of consciousness causes that which is not reality to appear to us as reality.
[ 3 ] Ich habe das vergleichsweise schon oft hervorgehoben. Sie brauchen sich nur die folgende Frage vorzulegen: Ist ein Haar, ein Menschenhaar, als solches eine Realität, auch nur im eingeschränktesten Sinne? Hat es einen selbständigen Bestand? Unsinn wäre es, zu sagen, ein Menschenhaar habe einen selbständigen Bestand. Einen Sinn hat es nut, es so anzusehen, daß man es als wachsend am Menschenleibe auffaßt, sonst kann es nicht vorkommen, es kann nicht für sich bestehen. Als Realität, die man nur im gewöhnlichen Leben im Auge hat, als selbständiges Wesen auch nur in diesem irdischen Sinne ein Haar anzusprechen, empfindet deshalb jeder als Unsinn, da nirgends ein Haar abgesondert entstehen kann. Die einzelne Pflanze empfindet man oft als ein einzelnes Wesen, und doch ist sie ebensowenig ein einzelnes Wesen wie ein Haar. Denn was das Haar am Kopfe, das ist die Pflanze am Organismus der Erde, und es hat gar keinen Sinn, die einzelne Pflanze zu betrachten. Die Erde muß man betrachten analog zum Menschen und alle Pflanzen auf der Erde als zur Erde gehörig, wie das Haar auf dem Kopfe des Menschen. So wenig wie außerhalb des Kopfes ein Haar für sich bestehen kann, so wenig kann eine Pflanze als selbständiges Wesen außerhalb des Organismus der Erde bestehen. Wichtig ist, zu berücksichtigen, wo man aufzuhören hat, wenn man ein Wesen als ein Wesen für sich ansieht. Aber im letzten Sinne, den der Mensch erreichen kann, ist alles das, was nicht in einem Bewußtsein wurzelt, kein selbständiges Wesen. Alles wurzelt in einem Bewußtsein, und zwar in verschiedener Weise.
[ 3 ] I have emphasized this point quite often. You need only ask yourself the following question: Is a hair—a human hair—a reality in and of itself, even in the most limited sense? Does it have an independent existence? It would be nonsense to say that a human hair has an independent existence. It only makes sense to view it as growing on the human body; otherwise, it cannot exist, it cannot exist on its own. To speak of a hair as a reality that one only perceives in everyday life, as an independent entity even in this earthly sense, is therefore perceived by everyone as nonsense, since a hair cannot arise in isolation anywhere. The individual plant is often perceived as a single being, and yet it is no more a single being than a hair. For what the hair is to the head, the plant is to the organism of the Earth, and it makes no sense at all to consider the individual plant. One must view the Earth analogously to a human being, and all plants on Earth as belonging to the Earth, just as hair belongs to the human head. Just as a single hair cannot exist on its own outside the head, so too can a plant not exist as an independent being outside the organism of the Earth. It is important to consider where one must stop when viewing a being as a being in its own right. But in the ultimate sense that human beings can attain, everything that is not rooted in consciousness is not an independent being. Everything is rooted in consciousness, and in various ways.
[ 4 ] Nehmen wir einmal einen Gedanken, also das, was wir als Menschen denken. Zunächst sind diese Gedanken in unserem Bewußtsein, aber sie sind nicht bloß in unserem Bewußtsein. Sie sind zugleich in dem Bewußtsein der Wesen der nächsthöheren Hierarchie, der Angeloi, der Engel. Während wir einen Gedanken haben, ist unsere ganze Gedankenwelt zum Beispiel Gedanke der Engel. Die Engel denken unser Bewußtsein. Und darum werden Sie erkennen, wie man, wenn man zum Sehertum aufsteigt, eine andere Empfindung gegenüber dem Anschauen der Wesen der höheren Welten entwickeln muß als in der gewöhnlichen äußeren Wirklichkeit. Wenn man so wie über die physisch-sinnliche Welt, über das irdische Dasein denkt, kann man nicht zu einem höheren Sehertum hinaufkommen. Man muß da nicht bloß denken, sondern man muß gedacht werden und ein Wissen davon haben, daß man gedacht wird. Es ist nicht gerade leicht, weil dazu Menschenworte heute noch nicht geprägt sind, genau zu charakterisieren, was man da für eine Empfindung gegenüber seinem Anschauen hat. Aber man kann etwa — man wähle einen Vergleich - so sagen, daß man allerlei Bewegungen ausführt und diese Bewegungen würde man nicht an sich beobachten, sondern man würde in das Auge eines Nebenmenschen blicken und dort das Spiegelbild der eigenen Bewegungen beobachten und sich sagen: Wenn man da beobachtet, so wisse man daraus, daß man dieses oder jenes mit den Händen oder dem Mienenspiel vollführt. Dieses Gefühl hat man schon bei der nächsten Stufe des Sehertums. Man weiß nur im allgemeinen, daß man denkt, aber man beobachtet sich im Bewußtsein der Wesen der nächsthöheren Hierarchie. Man läßt seine Gedanken von den Engeln denken. Man muß wissen, daß man nicht selbst seine Gedanken in seinem Bewußtsein dirigiert, sondern daß die Wesen der nächsthöheren Hierarchie diese Gedanken dirigieren. Man muß das Bewußtsein der Engel, einen durchwallend und durchwebend, fühlen. Dann erlangt man gleichsam einen Aufschluß über die fortlaufenden Impulse der Entwickelung, zum Beispiel über die Wahrheit des Christus-Impulses, wie er auch jetzt noch fortwirkt, nachdem er einmal da ist. Die Engel können diese Impulse denken; wir Menschen können sie denken und charakterisieren, wenn wir uns gegenüber unseren Gedanken so verhalten, daß wir sie hingeben den Engeln, daß diese in uns denken. Das erlangt man eben durch fortgesetztes Üben, wie ich es in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten ?» beschrieben habe. Von einem gewissen Moment an verbindet man ein Gefühl, einen Sinn mit den Worten: Deine Seele denkt jetzt nicht mehr; sie ist ein Gedanke, den die Engel denken. - Und indem das für das einzelne menschliche Erleben eine Wahrheit wird, erlebt man in sich, sagen wir, die Gedanken der allgemeinen Christus-Wahrheiten oder auch andere Gedanken über die weise Führung der Erdenevolution.
[ 4 ] Let us take a thought—that is, what we as human beings think. At first, these thoughts are in our consciousness, but they are not merely in our consciousness. They are simultaneously in the consciousness of the beings of the next higher hierarchy, the Angeloi, the angels. While we have a thought, our entire world of thought is, for example, a thought of the angels. The angels think our consciousness. And that is why you will realize that, when one ascends to clairvoyance, one must develop a different perception toward the beings of the higher worlds than in ordinary external reality. If one thinks of the physical-sensory world and earthly existence in the same way, one cannot ascend to a higher clairvoyance. One must not merely think there, but one must be thought and be aware that one is being thought. It is not exactly easy to characterize precisely what kind of sensation one has toward one’s perception there, because human words have not yet been coined for this. But one could say—to choose a comparison—that one performs all sorts of movements, and one would not observe these movements in oneself, but rather look into the eye of a fellow human being and observe there the reflection of one’s own movements, saying to oneself: When one observes this, one knows from it that one is performing this or that with one’s hands or facial expressions. One already has this feeling at the next stage of clairvoyance. One knows only in a general sense that one is thinking, but one observes oneself in the consciousness of the beings of the next higher hierarchy. One allows one’s thoughts to be thought by the angels. One must know that one does not direct one’s own thoughts in one’s consciousness, but that the beings of the next higher hierarchy direct these thoughts. One must feel the consciousness of the angels flowing through and weaving through one. Then one gains, as it were, insight into the ongoing impulses of evolution, for example into the truth of the Christ impulse, as it continues to work even now, once it has come into being. The angels can think these impulses; we humans can think and characterize them if we relate to our thoughts in such a way that we surrender them to the angels, so that they may think within us. This is attained precisely through continuous practice, as I have described in my book *How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?*. From a certain point onward, one associates a feeling, a sense, with the words: Your soul is no longer thinking; it is a thought that the angels are thinking. — And as this becomes a reality for the individual human experience, one experiences within oneself, so to speak, the thoughts of the general Christ-truths or other thoughts concerning the wise guidance of Earth’s evolution.
[ 5 ] Diejenigen Dinge, welche sich beziehen auf die einzelnen Epochen der Erdenentwickelung, auf die urindische Epoche, auf die urpersische Epoche und so weiter, die werden gedacht von den Erzengeln. Durch weiteres Üben kommt man dazu, nicht bloß von den Engeln gedacht zu werden, sondern von den Erzengeln erlebt zu werden. Man muß nur im weiteren Verlauf seines Übens dazu kommen, daß man weiß: Du gibst dein Leben dar für das Leben der Erzengel. - In dem Buche «Die Schwelle der geistigen Welt» ist einiges Genauere von diesen Dingen geschildert, nämlich, wie man das Gefühl bekommt, wenn man seine Übungen fortsetzt - auch in München habe ich davon gesprochen -, mit grotesken Worten, als wenn man den Kopf in einen Ameisenhaufen hineinstecken würde. Die Ameisen sind die Gedanken, die sich bewegen. Während man im gewöhnlichen Leben meint, man denke seine Gedanken, kommt man durch das Üben dazu, einzusehen, daß die Gedanken in einem denken, weil die Angeloi, die Engel, in einem denken. Und im weiteren Verlauf des Übens bekommt man das Gefühl, daß man in verschiedene Gebiete der Welt durch die Erzengel getragen wird und dadurch diese Gebiete kennenlernt. Wer in richtiger Weise die ägyptische Kultur, die indische Kultur schildert, der weiß erst einen Sinn zu verbinden mit dem, was es heißt: Deine Seele wird getragen von einem Erzengel in diese oder jene Zeit. — Es ist so, wie wenn die Säfte unseres Lebens wüßten, daß sie den Lebensprozeß unterhalten und im Organismus wie das Blut herumgeführt werden. So weiß der Seher: er wird von den Erzengeln im Lebensprozeß der Welt herumgeführt.
[ 5 ] The things that pertain to the individual epochs of Earth's development—the Primordial Indian Epoch, the Primordial Persian Epoch, and so on—are conceived by the archangels. Through further practice, one comes to be not merely conceived by the angels, but experienced by the archangels. One must simply, in the course of one’s further practice, come to know: You are offering your life for the life of the archangels. - In the book *The Threshold of the Spiritual World*, these matters are described in greater detail, namely how one comes to experience—as I also spoke of in Munich—a sensation, to put it in grotesque terms, as if one were sticking one’s head into an anthill. The ants are the thoughts that are moving. While in ordinary life one thinks one is thinking one’s own thoughts, through practice one comes to realize that the thoughts are thinking within one because the Angeloi, the angels, are thinking within one. And as one continues with the practice, one gets the feeling that one is being carried by the archangels to various regions of the world and thereby gets to know these regions. Whoever describes Egyptian culture or Indian culture correctly is the one who first knows how to connect a meaning to what it means: Your soul is carried by an archangel into this or that time. — It is as if the life-sustaining forces within us knew that they maintain the life process and are carried through the organism like blood. So the seer knows: he is carried through the life process of the world by the archangels.
[ 6 ] Aber die Dinge, die sich auf die Durchdringung der Seele eines einzelnen Erlebnisses beziehen, sie können erst erforscht werden, wenn die Seele einen Sinn verbindet mit den Worten: Die Seele reicht sich als Speise dar den Urbeginnen oder Archai, den Geistern der Persönlichkeit. - Das soeben Gesagte nimmt sich grotesk aus, aber wahr ist es, daß man solche konkrete Tatsachen wie das Leben des Jesus von Nazareth nicht erforschen kann, bevor man nicht einen Sinn mit den Worten verbindet: man werde als geistige Nahrung gegessen und diene so den Geistern der Persönlichkeit. Es ist etwas, das selbstverständlich für den Menschen, der heute in der äußeren Welt steht, sich wie Wahnsinn anhört. Selbstverständlich! Aber dennoch, so wahr der Bissen Brot, der in unseren Magen geht, unsere Nahrung wird - und wenn er es sich überlegen könnte, so würde er wissen, daß er einen Sinn und Lebenszweck hat, indem er durch uns Nahrung wird -, ebenso wahr ist es, daß wir Menschen den Sinn haben, den Archai zur Nahrung zu dienen. Während wir hier auf der Erde herumspazieren, sind wir zugleich Wesen, die fortwährend von den Archai verzehrt, gegessen werden. Nicht leugnen werden Sie, daß die Menschen das im gewöhnlichen Leben nicht wissen, daß sie das Wahnsinn nennen würden, wenn ihnen jemand so etwas sagte. Der Mensch ist gegenüber den Archai dasselbe, was das Weizenkorn für Sie als physische Menschen ist. Aber dies nicht nur theoretisch wissen, sondern so leben gegenüber den Archai, wie das Weizenkorn leben würde, wenn es zu Brei zermalmt durch unsere Zähne, durch Gaumen und Magen geht mit diesem Bewußtsein: Ich bin Speise des Menschen -, so auch wissen: Ich bin Speise den Archai, ich werde verdaut von den Archai, das ist ihr Leben, was ich lebe in ihnen — dies lebendig wissen, heißt, sich versetzen in das Bewußtsein der Geister der Persönlichkeit, der Archai, ebenso wie es heißt, sich versetzen in das Bewußtsein der Erzengel, wenn man weiß: Deine Seele wird getragen von den Erzengeln in diese oder jene Zeit -—, und wie es heißt, sich versetzen in das Bewußtsein der Engel, wenn man weiß: Meine Gedanken werden gedacht von den Engeln.
[ 6 ] But the things that pertain to the soul’s penetration of a single experience can only be explored once the soul attaches meaning to the words: The soul offers itself as nourishment to the primordial beginnings or Archai, the spirits of the personality. - What has just been said sounds grotesque, but it is true that one cannot explore such concrete facts as the life of Jesus of Nazareth until one attaches meaning to the words: one is eaten as spiritual nourishment and thus serves the spirits of the personality. It is something that, naturally, sounds like madness to the person who stands in the outer world today. Of course! But nevertheless, just as the morsel of bread that enters our stomach becomes our nourishment—and if it could reflect on it, it would know that it has a meaning and purpose in life by becoming nourishment through us—so too is it true that we humans have the purpose of serving as nourishment for the Archai. While we walk about here on Earth, we are at the same time beings who are continually consumed, eaten by the Archai. You will not deny that people do not know this in ordinary life, that they would call it madness if someone told them such a thing. Man is to the Archai what the grain of wheat is to you as physical human beings. But do not merely know this theoretically; rather, live toward the Archai as the grain of wheat would live if, crushed into porridge by our teeth, it passed through our palate and stomach with this awareness: I am food for man—and thus also know: I am food for the Archai, I am digested by the Archai; this is their life, which I live within them—to know this vividly means to place oneself in the consciousness of the spirits of personality, the Archai, just as it means to place oneself in the consciousness of the archangels when one knows: Your soul is carried by the archangels into this or that time — and just as it means to place oneself in the consciousness of the angels when one knows: My thoughts are thought by the angels.
[ 7 ] Die Zustände des Erlebens müssen andere werden, wenn man lesend in die höheren Welten eindringen will. Notwendig ist, mit Wissen verzehrt zu werden von den Geistern der Persönlichkeit, wenn diejenigen Tatsachen erforscht werden sollen, die so konkret wie das Leben des Jesus von Nazareth in der Menschheitsentwickelung dastehen.
[ 7 ] The states of consciousness must change if one wishes to penetrate the higher worlds through reading. It is necessary to be consumed by the spirits of the personality with knowledge if one is to explore facts that are as concrete in human development as the life of Jesus of Nazareth.
[ 8 ] Vielleicht dienten die Bemerkungen, die ich gemacht habe, doch auch einigermaßen dazu, das ganz Andersartige dieser okkulten Forschung darzulegen gegenüber den Forschungen in der äußeren Welt. Denn das Bild können Sie durchaus durchdenken, und es gibt Ihnen richtige Anhaltspunkte: Sie können sich in das Weizenkorn versetzen, das zu Brei zermalmt wird, zwischen den Zähnen zerkleinert wird, um eine Vorstellung davon zu bekommen, was durchaus analogisch richtig ist, wenn es sich um ein Lesen im Bewußtsein der Archai handelt. Man muß auch da seelisch zermalmt werden und muß es fühlen. Das heißt, höhere Forschung ist nicht möglich ohne innere Tragik, ohne inneres Erleiden. So glattweg abstrakt, daß es nicht wehtut, so wie die Forschungen in der physischen Welt verlaufen, so ist eine Forschung in den höheren Welten nicht zu erlangen, wenn sie mehr sein soll als Phantasterei. Daher die Bemühungen, die ich gestern versuchte: abzulenken bei der Schilderung des Jesuslebens von abstrakten Begriffen, von abstrakten Schilderungen. Erinnern Sie sich, worauf ich in der Hauptsache Ihre Aufmerksamkeit lenkte als auf das, worauf es ankommt. Ich sagte: So war das Leben des Jesus von Nazareth zwischen dem zwölften, achtzehnten, zwanzigsten und bis zum dreißigsten Jahr. - Was man da schildert, das ist es weniger, worauf es ankommt. Worauf es ankommt, ist, ein lebendiges Fühlen zu bekommen von dem, was die Jesusseele durchgemacht hat, indem sie das erlebte, was geschildert worden ist, nachzufühlen den Schmerz der Einsamkeit, den unendlichen Schmerz, einsam dazustehen mit Urwahrheiten, für die keine Ohren da waren, zu hören. Hinweisen wollte ich auf das Empfindungsleben des Jesus von Nazareth. Den dreifachen großen Mitschmerz der Menschheit für die Zeit vom zwölften bis zum dreißigsten Jahr wollte ich darlegen. Nicht so sehr dadurch, daß Sie die Ereignisse, die ich versuchte anzudeuten, nun sich selbst oder anderen erzählen, wissen Sie etwas von der Bedeutung des Jesus-Erlebens als einer Vorbereitung zum Mysterium von Golgatha, sondern dadurch erst, daß Sie sich eine Vorstellung verschaffen, die tief Ihre Seele bewegt und erschüttert, eine Vorstellung von dem, was gelitten werden mußte von diesem Menschen Jesus von Nazareth, bis er herantreten konnte an das Mysterium von Golgatha, damit der Christus-Impuls in die Erdenentwickelung einfließen konnte.
[ 8 ] Perhaps the remarks I have made have, to some extent, served to illustrate just how different this occult research is from research into the external world. For you can certainly reflect on this image, and it provides you with valid points of reference: You can imagine yourself as a grain of wheat being ground into porridge, being crushed between the teeth, to get an idea of what is quite analogically correct when it comes to reading in the consciousness of the Archai. There, too, one must be spiritually crushed and must feel it. That is to say, higher research is not possible without inner tragedy, without inner suffering. Research in the higher worlds cannot be attained in such a purely abstract way that it does not hurt—as research in the physical world proceeds—if it is to be more than mere fantasy. Hence the efforts I made yesterday: to steer clear of abstract concepts and abstract descriptions in the portrayal of the life of Jesus. Do you remember what I primarily drew your attention to as what really matters? I said: Such was the life of Jesus of Nazareth between the ages of twelve, eighteen, twenty, and up to thirty. - What is described there is not so much what matters. What matters is to gain a living sense of what the soul of Jesus went through by experiencing what has been described, to feel the pain of loneliness, the infinite pain of standing alone with primordial truths for which there were no ears to hear. I wanted to point out the emotional life of Jesus of Nazareth. I wanted to describe the threefold great shared suffering of humanity during the period from the twelfth to the thirtieth year. It is not so much by your recounting the events I have tried to hint at—to yourselves or to others— but rather by first forming a conception that deeply moves and shakes your soul—a conception of what this man, Jesus of Nazareth, had to suffer until he could approach the Mystery of Golgotha, so that the Christ impulse might flow into the development of the Earth.
[ 9 ] Dadurch wirdeinelebendige Vorstellung von diesem Christus-Impuls hervorgerufen, daß man dieses Leiden sich wieder erweckt, daß man die Tatsachen schildern muß, die sich auf solche Dinge beziehen, wie die jetzt betrachteten, indem man versucht, Empfindungen zu vergegenwärtigen. Das können Sie aus der Art der Akasha-Forschung entnehmen, die ich in ein paar Worten zu charakterisieren versuchte. Je mehr es gelingt, diese wogenden, wellenden und webenden Empfindungen einer solchen Wesenheit, wie Jesus von Nazareth es war, wieder in sich zu empfinden, desto mehr dringt man in solche Geheimnisse ein.
[ 9 ] This evokes a vivid conception of this Christ impulse, in that one must reawaken this suffering, and must describe the facts relating to such matters as those now under consideration, by attempting to bring these sensations to mind. You can see this from the nature of Akashic research, which I have attempted to characterize in a few words. The more one succeeds in feeling within oneself these surging, undulating, and weaving sensations of a being such as Jesus of Nazareth, the more one penetrates into such mysteries.
[ 10 ] Was nunmehr in diesem Jesusleben kommt - ich brauche es nicht zu schildern, es ist oft davon gesprochen worden -, daß durch die Johannestaufe im Jordan in die drei Hüllen des Jesus von Nazareth, nachdem sie durchgeistigt worden waren durch das Leben des ZarathustraIchs in ihnen, die Christus-Wesenheit eintrat, also eine Wesenheit aus dem Gebiete der geistigen Welt herabstieg und das weitere Schicksal hatte, nun durch drei Jahre in einem Menschenleibe zu sein, an einen Menschenleib gebunden. Wichtig ist es, daß wir uns klarmachen, was das eigentlich für eine Tatsache ist. Denn im Grunde genommen unterscheidet sich diese Tatsache ganz beträchtlich von allen anderen Tatsachen der Erdenentwickelung. Und in dem Augenblick, wo wir jetzt herantreten an das Ereignis, durch das in die Hüllen des Jesus von Nazareth die Christus-Wesenheit einzog, treten wir an etwas heran, was eigentlich nicht mehr bloß eine menschliche Angelegenheit der Erdenentwickelung ist. Das muß man sich auch einmal klarmachen. _
[ 10 ] What follows in this life of Jesus—I need not describe it, for it has often been spoken of—is that, through the baptism by John in the Jordan, the Christ-being entered the three sheaths of Jesus of Nazareth, after they had been spiritualized by the life of the Zarathustra-I within them, that is, a being descended from the realm of the spiritual world and was destined to remain in a human body for three years, bound to a human body. It is important that we realize what this actually means. For, fundamentally speaking, this event differs quite considerably from all other events in the development of the Earth. And at the very moment when we now approach the event through which the Christ-being entered the physical body of Jesus of Nazareth, we are approaching something that is actually no longer merely a human matter of Earth’s development. One must also realize this. _
[ 11 ] Man kann diese Angelegenheit vom menschlichen Standpunkt betrachten. Dann sagt man: Es hat einmal einen Menschen gegeben, wie wir ihn geschildert haben. Er nahm auf die Christus-Wesenheit, den Christus-Impuls. - Aber man kann die Sache auch ganz anders betrachten, obwohl die Betrachtungen, die man dabei anzustellen hat, recht dünn an Vorstellungen verlaufen müssen; das macht aber nichts. Wir werden uns nach unserer geisteswissenschaftlichen Vorbereitung etwas dabei denken können.
[ 11 ] One can view this matter from a human perspective. Then one says: There once was a human being, just as we have described him. He took in the Christ-essence, the Christ-impulse. - But one can also view the matter quite differently, although the considerations one must make in doing so must be rather abstract; but that does not matter. After our preparation in spiritual science, we will be able to form some understanding of it.
[ 12 ] Nehmen wir einmal an, wir säßen im Rate der Menschen nicht als Menschen und betrachteten das Mysterium von Golgatha, sondern wir säßen im Rate der höheren Hierarchien als ein Wesen der höheren Hierarchien und betrachteten das Mysterium von Golgatha. In geistiger Beziehung ist diese Änderung des Gesichtspunktes durchaus möglich. Es läßt sich dies vergleichen etwa damit: Wenn wir einen Berg vor uns haben, auf dessen mittlerer Höhe ein Dorf liegt, kann man das Dorf von unten sehen, man kann es aber auch vom Gipfel des Berges anschauen. Es ist ganz natürlich, daß man meistens das Mysterium von Golgatha vom menschlichen Standpunkte aus ansieht. Man kann aber auch einmal hinaufsteigen in die Sphäre der höheren Hierarchien. Wie würde man dann sprechen von dem Mysterium von Golgatha? Dann müßte man sagen: Als die Erde mit ihrer Entwickelung begonnen hat, da hatten die Wesenheiten der höheren Hierarchien mit den Menschen gewisse Absichten. Sie wollten die irdische Entwickelung in einer bestimmten Weise lenken. Aber in diese vorgesehene Lenkung der irdischen Angelegenheiten der Menschheit hat sich zunächst Luzifer hineingemischt. Da also schaut man als eine Wesenheit der höheren Hierarchien auf die Erdenentwickelung herab, wie man die Menschengeschicke leiten will — da verändert Luzifer die Richtung dieser Entwickelung, die man in anderer Form leiten wollte.
[ 12 ] Let us suppose that we were not sitting among human beings as human beings, contemplating the Mystery of Golgotha, but rather that we were sitting among the higher hierarchies as a being of the higher hierarchies, contemplating the Mystery of Golgotha. In a spiritual sense, this change of perspective is entirely possible. This can be compared, for example, to the following: If we have a mountain before us, with a village situated at its mid-height, one can see the village from below, but one can also view it from the summit of the mountain. It is quite natural that one usually views the Mystery of Golgotha from the human standpoint. But one can also ascend into the sphere of the higher hierarchies. How would one then speak of the Mystery of Golgotha? One would have to say: When the Earth began its evolution, the beings of the higher hierarchies had certain intentions regarding humanity. They wished to guide earthly evolution in a specific way. But into this intended guidance of humanity’s earthly affairs, Lucifer first intervened. So while one looks down upon Earth’s development as a being of the higher hierarchies, considering how to guide human destinies—Lucifer alters the direction of this development, which one had intended to guide in a different form.
[ 13 ] Jetzt sieht man weiter herunter auf die Menschheitsevolution und sagt sich: Nicht alles, was da unten geschieht, geschieht durch uns. Da mischt sich fortwährend Luzifer hinein. Dadurch, daß Luzifer sich hineinmischte und später auch noch Ahriman dazu kam, ist gegenüber den Taten der höheren Hierarchien ein fremdes Element in der Menschheitsentwickelung darin. Man kann in einer gewissen Weise es so ausdrücken, daß diese Wesenheiten der höheren Hierarchien sich sagten: Bis zu einem gewissen Grade ist das irdische Feld für uns verloren. Da sind Kräfte darinnen, die dieses irdische Feld mit den Menschenseelen uns entfernen.
[ 13 ] Now, looking further down at human evolution, one realizes: Not everything that happens down there is due to us. Lucifer is constantly interfering. Because Lucifer interfered—and later Ahriman joined in as well—there is an alien element in human development that stands in contrast to the actions of the higher hierarchies. In a certain sense, one could put it this way: these beings of the higher hierarchies said to themselves, “To a certain degree, the earthly realm is lost to us. There are forces within it that are drawing this earthly realm, along with human souls, away from us.”
[ 14 ] Nun geschieht die Lenkung durch die höheren Hierarchien so, daß diese stufenweise, je nach ihren Kräften, an dieser Führung beteiligt sind, zunächst die niedrigsten. Die Angelegenheiten der Erdenentwickelung werden so geführt, daß zwar die hohen Wesenheiten bis hinauf zu den höchsten tätig sind, daß sie aber gewisse Angelegenheiten durch ihre Diener besorgen lassen, durch die Engel, Erzengel und Archai, so daß zunächst diese eingreifen in die Evolution.
[ 14 ] The guidance provided by the higher hierarchies takes place in such a way that they are involved in this guidance step by step, according to their powers, beginning with the lowest. The affairs of Earth’s evolution are managed in such a way that, although the higher beings are active all the way up to the highest levels, they have certain matters handled by their servants—the angels, archangels, and archai—so that these beings are the first to intervene in evolution.
[ 15 ] Wir versetzen uns, so sagte ich - selbstverständlich in aller Demut -, in den Rat der höheren Hierarchien, nicht in den Rat der Menschen. Wir können dann sagen: Da sind unsere Boten, die Engel, Erzengel und Archai; sie könnten unsere Befehle so gut ausführen, wenn nicht in dem irdischen Felde fremde Kräfte darinnen wären. — Und da kommt dann der große Ratschluß der Götter heraus, der etwa zu folgendem Resultat führt: Weil wir nicht in der Lage waren, Luzifer und Ahriman von der irdischen Entwickelung abzuhalten, dadurch haben unsere Diener, die Engel, Erzengel und Archai, die Möglichkeit verloren, von einem bestimmten Zeitpunkte an für die Menschen das zu tun, was in unserem Sinne getan werden müßte. — Und dieser Zeitpunkt war eben der, in den das Mysterium von Golgatha fiel.
[ 15 ] We place ourselves, I said—in all humility, of course—in the council of the higher hierarchies, not in the council of men. We can then say: There are our messengers, the angels, archangels, and archai; they could carry out our commands just as well if there were no foreign forces at work in the earthly realm. — And then the great counsel of the gods emerges, leading to a result something like the following: Because we were unable to prevent Lucifer and Ahriman from interfering in earthly evolution, our servants—the angels, archangels, and archai—have thereby lost the ability, from a certain point in time onward, to do for humanity what ought to be done in accordance with our will. —And this point in time was precisely that in which the Mystery of Golgotha took place.
[ 16 ] Als dieser Zeitpunkt heranrückte, mußten sich die Götter der höheren Hierarchien sagen: Wir verlieren die Möglichkeit, daß unsere Diener in die Menschenseelen eingreifen. Dadurch, daß wir Luzifer und Ahriman nicht abhalten konnten, sind wir nur imstande, bis zu diesem Zeitpunkt zu wirken durch unsere Diener. Dann entstehen in den Menschenseelen Kräfte, die nicht mehr von den Engeln, Erzengeln und Archai dirigiert werden können. Die Menschen entfallen uns durch die Kräfte von Luzifer und Ahriman.
[ 16 ] As this moment drew near, the gods of the higher hierarchies had to admit to themselves: We are losing the ability for our servants to intervene in human souls. Because we were unable to prevent Lucifer and Ahriman, we are only able to act through our servants up to this point. Then forces will arise in human souls that can no longer be directed by the angels, archangels, and archai. Human beings will be lost to us through the forces of Lucifer and Ahriman.
[ 17 ] Das war tatsächlich — wenn wir so sagen dürfen — die «Stimmung im Himmel», als der Zeitpunkt herannahte, mit dem die neue Zeit als ihrem Beginne rechnet. Daß durch ihre Diener nicht mehr genügend gesorgt werden konnte für die Menschen von einem bestimmten Zeitpunkte an, das war die große «Angst» der Götter. Sie werden den Ausdruck nicht mißverstehen, denn Sie sind vorbereitet durch die Geisteswissenschaft, daß Ausdrücke einen anderen Sinn und Empfindungswert bekommen, wenn man sich ihrer bedient zur Charakterisierung der höheren Welten.
[ 17 ] That was indeed—if we may put it that way—the “mood in heaven” as the moment approached that marks the beginning of the new era. The great “fear” of the gods was that, from a certain point onward, their servants would no longer be able to provide sufficiently for humanity. You will not misunderstand the expression, for you have been prepared by spiritual science to recognize that expressions take on a different meaning and emotional significance when used to characterize the higher worlds.
[ 18 ] Diese Götterangst rückte heran; immer quälender und quälender und quälender wurde sie — wenn wir so sagen dürfen - in den Himmeln. Da entstand der Entschluß, den Sonnengeist herabzusenden, ihn hinzuopfern, indem man sich sagte: Er soll fortan ein anderes Los wählen, als im Rate der Götter zu sitzen; er soll einziehen auf den Schauplatz, wo menschliche Seelen leben. Wir opfern diesen Sonnengeist hin. Bis jetzt lebte er unter uns, in den Sphären der höheren Hierarchien; jetzt zieht er durch das Tor des Jesus in die Erdenaura ein.
[ 18 ] This fear of the gods was growing; it became more and more and more agonizing—if we may put it that way—in the heavens. Then the decision was made to send down the Sun Spirit, to sacrifice him, saying to themselves: From now on, he shall choose a different fate than sitting in the council of the gods; he shall enter the realm where human souls live. We sacrifice this Sun Spirit. Until now, he lived among us, in the spheres of the higher hierarchies; now he enters the Earth’s aura through the gate of Jesus.
[ 19 ] So war es im Rate der Götter, als das Mysterium von Golgatha eintrat; so sieht die Sache von oben aus. Wir haben es also mit einer Angelegenheit der die Erde führende: Götter, nicht bloß mit einer menschlichen Angelegenheit zu tun. Die Sache kann so angesehen werden, daß man nicht bloß fragt: Was muß für die Menschheit geschehen, damit sie nicht auf der abschüssigen Bahn sich verliert? — sondern von der anderen Seite konnte so gefragt werden: Was haben wir Götter zu tun, um einen Ausgleich zu schaffen für das, was geschehen ist, indem wir Luzifer und Ahriman zulassen mußten bei der Erdenevolution?
[ 19 ] This was the state of affairs among the gods when the Mystery of Golgotha took place; this is how the matter appears from above. We are therefore dealing with a matter concerning the gods who guide the Earth, not merely with a human affair. The matter can be viewed in such a way that one does not merely ask: What must happen for humanity so that it does not lose its way on the slippery slope? — but from the other side, one could ask: What must we gods do to create a balance for what has happened, since we had to allow Lucifer and Ahriman into the evolution of the Earth?
[ 20 ] Und nun kann man sich eine Empfindung davon verschaffen, daß das Mysterium von Golgatha noch etwas anderes ist als eine bloß irdische Angelegenheit, daß es eine Angelegenheit der Götter ist, ein Ereignis der Götterwelt. Wahrhaftig, bedeutender noch als es für die Menschen war, daß sie den Christus aufnehmen konnten, war es für die Götter, daß sie abgeben mußten den Christus an die Erde.
[ 20 ] And now one can begin to grasp that the Mystery of Golgotha is something more than merely an earthly affair; that it is a matter of the gods, an event of the divine world. Truly, even more significant for the gods than it was for human beings to receive the Christ was the fact that they had to give the Christ to the earth.
[ 21 ] Und was ist eigentlich im Grunde genommen das Erkennen des Mysteriums von Golgatha noch außer dem, daß man darin das Mittelpunktsereignis der Erde erkennen kann? — Daß man, indem man hinschaut auf das Mysterium von Golgatha, es als eine Götterangelegenheit ansieht; daß die Götter da ein Himmelsfenster öffnen, daß sie ihre Angelegenheiten eine Weile vor den Augen der Menschen abmachen, und daß der Mensch zuschauen kann bei dieser Götterangelegenheit! Das muß man fühlen lernen, indem man hinblickt auf das Mysterium von Golgatha, daß es so ist, wie wenn man vor dem immer verschlossenen Himmelshause hinginge, und wie wenn man in diesem Punkte an einem Fenster vorbeiginge und durch dieses Fenster hineinsehen dürfte in das, was sonst immer hinter den Mauern des Götterwohnsitzes unsichtbar war.
[ 21 ] And what, after all, is the true understanding of the Mystery of Golgotha, other than recognizing it as the central event of the Earth? — That by looking upon the Mystery of Golgotha, one sees it as a matter of the gods; that the gods open a window to heaven there, that they conduct their affairs for a time before the eyes of human beings, and that human beings can witness this divine affair! One must learn to feel this by looking upon the Mystery of Golgotha—that it is as if one were standing before the ever-closed house of heaven, and as if one were passing by a window at this point and were allowed to look through this window into what was otherwise always invisible behind the walls of the gods’ dwelling.
[ 22 ] So fühlt sich auch in Ehrfurcht der wirklich okkultistisch empfindende Mensch gegenüber dem Mysterium von Golgatha wie jemand, der um ein Haus herumschleicht, das überall verschlossen ist, nur ahnend, was darinnen vorgeht. An einer Stelle aber ist ein Fenster, durch das er Zeuge werden kann von einem kleinen Ausschnitt dessen, was darinnen vorgeht. Solch ein Fenster gegenüber der geistigen Welt ist für den Menschen das Mysterium von Golgatha. So muß man das empfinden, was da geschah, als die Christus-Wesenheit herabstieg in den Leib oder eigentlich in die drei Hüllen des Jesus von Nazareth. Immer tiefer und tiefer sollen wir uns mit dieser Idee durchdringen, daß wir Zuschauer sind durch das Mysterium von Golgatha bei einer Götterangelegenheit.
[ 22 ] In the same way, the person with a genuine occult sensibility feels a sense of awe toward the Mystery of Golgotha, like someone creeping around a house that is locked up tight, only sensing what is happening inside. But in one place there is a window through which he can witness a small glimpse of what is happening inside. Such a window onto the spiritual world is, for human beings, the Mystery of Golgotha. This is how we must perceive what happened there when the Christ-being descended into the body—or rather, into the three sheaths—of Jesus of Nazareth. We must allow ourselves to be permeated ever more deeply by this idea that, through the Mystery of Golgotha, we are spectators of a divine affair.
[ 23 ] Wenn von solchen Dingen gesprochen wird, müssen die Worte in einer anderen Weise gebraucht werden als im gewöhnlichen Leben. Man muß von etwas sprechen, wie von der «Angst», der «Furcht» der Götter vor dem Zeitpunkt, der dann erfüllt werden mußte in der Erdenevolution mit dem Mysterium von Golgatha. Man muß die Worte für die heilig-geistigste Angelegenheit der Menschheit in umgeprägter Weise gebrauchen. Es ist unendlich leicht für alle diejenigen in der Welt, die nur allzusehr bereit sind, aus Torheit, aus Frivolität, aus Eitelkeit oder aus anderen Gründen, herabzuwürdigen, was im heiligsten Sinne gemeint ist. Man braucht ja nichts anderes zu tun, als irgend etwas, was als Wort geprägt ist, so umzudrehen, wie man das Wort im exoterischen Leben haben will. Und man hat die Möglichkeit, in ihr Gegenteil zu verkehren eine solche Sache, die der Menschenseele abgerungen ist, wenn sie ausgesprochen ist bloß aus der inneren Nötigung heraus, die Wahrheiten der geistigen Welt zu verkündigen, die so schwer sich der Seele entreißen. Man verkehrt sie, indem man sie lächerlich, teuflisch, satanisch findet, wenn die nötige Frivolität, die nötige Leichtfertigkeit in den Seelen vorhanden ist. Diese ist in unserer Zeit nur allzusehr verbreitet in den Seelen. Und nur allzu gering ist die Wachsamkeit derer, welche da hüten sollten den Schatz der heilig-geistigen Wahrheiten, die gerade in unserer Gegenwart in die Herzen der Menschen einziehen sollen.
[ 23 ] When speaking of such things, words must be used in a different way than in everyday life. One must speak of something like the “anxiety,” the “fear” of the gods regarding the moment that was then to be fulfilled in the evolution of the Earth through the Mystery of Golgotha. One must use the words in a transformed way for the most sacred and spiritual matter of humanity. It is infinitely easy for all those in the world who are only all too ready, out of folly, frivolity, vanity, or other reasons, to belittle what is meant in the most sacred sense. One need do nothing more than twist any word, however it is coined, to suit one’s own exoteric purposes. And one has the ability to turn such a thing—which has been wrung from the human soul—into its opposite, if it is spoken merely out of the inner compulsion to proclaim the truths of the spiritual world, which are so difficult to wrest from the soul. One reverses them by finding them ridiculous, devilish, satanic, when the necessary frivolity, the necessary levity, is present in the souls. This is all too widespread in souls in our time. And all too little is the vigilance of those who ought to guard the treasure of the sacred spiritual truths that are meant to enter the hearts of people precisely in our time.
[ 24 ] Wie groß ist die Bequemlichkeit, mit der man seinen Geist nähren möchte! Wie oft muß man Bejammernswertes sehen! Wenn nur ein wenig über den Materialismus hinaus vom Geiste gesprochen wird, so erklären sich die Leute dadurch leicht befriedigt, weil sie sich dabei nicht anzustrengen, besonders ihr Gemüt nicht anzustrengen brauchen. Man sollte fühlen, wie man dadurch, daß man an der heiliggeistigen Betrachtung der heiligsten Angelegenheiten der Erdenentwickelung teilnimmt, eine Verantwortlichkeit hat gegenüber dem Gut der Schätze des Wissens, die sich auf die geistige Welt beziehen. Die Frivolität unserer Zeit auf diesem Gebiete ist so groß und nimmt es so leicht. Sie werden sie da und dort immer wieder auftauchen sehen, vielleicht aber in ihrer ganzen Abscheulichkeit nur bemerken, wenn Sie wachsam genug sind und Ihre Herzen genug für das Heiligste der geistigen Wahrheiten entzündet sind. Vielleicht können Sie sie dann taxieren und dadurch gute Hüter der Geistesschätze sein, die wir alle zusammen zu hüten berufen sind.
[ 24 ] How great is the desire for convenience when it comes to nourishing one’s spirit! How often must one witness things that are truly lamentable! If there is even a slight departure from materialism to speak of the spirit, people are easily satisfied by this, because it requires no effort on their part—especially no effort of the mind. One should feel that, by participating in the spiritual contemplation of the most sacred matters of Earth’s development, one bears a responsibility toward the treasures of knowledge pertaining to the spiritual world. The frivolity of our time in this area is so great, and it takes it so lightly. You will see it pop up here and there again and again, but perhaps you will only notice it in all its abhorrence if you are vigilant enough and your hearts are sufficiently inflamed for the most sacred of spiritual truths. Perhaps you will then be able to assess it and thereby be good guardians of the spiritual treasures that we are all called to guard together.
[ 25 ] Man kann ein so ernstes Wort vielleicht am leichtesten da sprechen, wo man auf so etwas Wichtiges hinzudeuten hat, wie das ist: daß das Mysterium von Golgatha nicht bloß eine menschliche Angelegenheit, sondern eine Götterangelegenheit ist, und daß wir wie durch ein Fenster hineinschauen in diese Angelegenheit der Götter. Aber gerade das, was zu solcher Charakteristik geschieht, es wird in einer solchen Weise entstellt werden, daß ich hier davon gar nicht sprechen mag. Dann wird vielleicht der Zeitpunkt für Sie alle kommen, wo Sie sich auf die Wahrheit besinnen müssen, daß wir Worte für die sinnliche Welt umprägen müssen, wenn wir sie für die übersinnliche Welt anwenden wollen, und daß es leicht ist, sie dann in anderem Sinne zu deuten.
[ 25 ] Perhaps the easiest place to speak such a serious word is when one must point to something as important as this: that the Mystery of Golgotha is not merely a human affair, but a divine affair, and that we are looking into this divine affair as through a window. But precisely what happens with such a characterization is that it will be distorted in such a way that I do not wish to speak of it here at all. Then perhaps the time will come for all of you when you must reflect on the truth that we must reinterpret words for the sensory world if we wish to apply them to the supersensory world, and that it is easy to interpret them in a different sense.
[ 26 ] Das populäre Christentum gab das, was ich jetzt angedeutet habe, mit den Worten: Der Vater opferte der Menschheit seinen Sohn! - In diese Worte geprägt liegt auch für Menschenherzen, die fühlen wollen, in populärer Art das angedeutet, wovon im wahren Sinne gesagt werden kann: Das Mysterium von Golgatha ist eine Götterangelegenheit!
[ 26 ] Popular Christianity expressed what I have just alluded to with the words: The Father sacrificed his Son for humanity! - These words also convey, in a popular way, to human hearts that are open to feeling, what can truly be said: The Mystery of Golgotha is a matter for the gods!
[ 27 ] Und wenn wir das zusammennehmen, was ich ausgesprochen habe, so werden wir eine Vorstellung von dem bekommen können, was sich vollzog in der Tatsache, die wir als die Johannestaufe im Jordan bezeichnen. Auf sie folgte dann das, was ja auch in den Evangelien angedeutet wird: Die Versuchung. Vom Gesichtspunkte der Akasha-Chronik werden wir etwa sagen: Nachdem der Jesus von Nazareth die Christus-Wesenheit in sich aufgenommen hatte, mußte er in die Einsamkeit gehen. Und in der Einsamkeit hatte er jetzt visionäres Erleben, das annähernd richtig in den Worten der hellseherischen Evangelienschreiber geschildert wird. Man kann es in ähnlicher Weise aussprechen; es muß nur eben angedeutet werden, daß jetzt die ChristusWesenheit mit den drei Leibern des Jesus von Nazareth wirklich in Verbindung war. Das heißt, sie war herabgestiegen aus den geistigen Höhen und nun an die Fähigkeiten der drei Leiber gebunden. Es wäre also falsch, wenn sich jemand vorstellen wollte, daß der Christus jetzt, weil er doch einer höheren Welt angehörte, aus der er herabgestiegen wat, die höhere Welt gleich hätte anschauen können, Einblick in sie gehabt hätte. Das ist nicht der Fall. Wer das unverständlich findet, der soll doch einmal bedenken, was es heißt, daß einer ein Hellseher ist. Wer ist ein Hellseher? Sie alle sind Hellseher! Alle! Keiner ist da, der nicht ein Hellseher ist. Warum sieht er nicht hell? Weil er die Organe nicht ausgebildet hat, um sich der Kräfte, die in allen Menschen sind, zu bedienen. Es handelt sich nicht darum, daß wir Fähigkeiten haben, sondern darum, daß wir sie benützen können.
[ 27 ] And if we take together what I have said, we will be able to form an idea of what took place in the event we refer to as the baptism of John in the Jordan. This was followed by what is also hinted at in the Gospels: the temptation. From the perspective of the Akashic Records, we might say: After Jesus of Nazareth had taken the Christ-essence into himself, he had to go into solitude. And in solitude he now had visionary experiences, which are described with approximate accuracy in the words of the clairvoyant Gospel writers. One can express it in a similar way; it need only be indicated that the Christ-being was now truly connected with the three bodies of Jesus of Nazareth. That is to say, it had descended from the spiritual heights and was now bound to the capacities of the three bodies. It would therefore be wrong for anyone to imagine that Christ, simply because he belonged to a higher world from which he had descended, could have immediately beheld that higher world or gained insight into it. That is not the case. Anyone who finds this incomprehensible should consider what it means to be a clairvoyant. Who is a clairvoyant? You are all clairvoyants! All of you! There is no one who is not a clairvoyant. Why does he not see clearly? Because he has not developed the faculties to make use of the powers that are in all human beings. It is not a matter of whether we have abilities, but of whether we can use them.
[ 28 ] Die Christus-Wesenheit hatte alle möglichen Fähigkeiten, aber in den drei Hüllen des Jesus von Nazareth hatte sie nur die Fähigkeiten, die den drei Hüllen, den drei Leibern des Jesus von Nazareth entsprachen. Daher mußten sie auch so kompliziert vorbereitet werden, da die Fähigkeiten dieser drei Hüllen allerdings hohe Fähigkeiten waren, die mehr bedeuteten als die entsprechenden Fähigkeiten aller anderen Menschen auf der Erde. Aber der Christus war an sie gebunden, so wahr, als Ihre hellseherischen Fähigkeiten an die Organe gebunden sind, die Sie haben und nur noch nicht benützen können. Das war möglich durch die Fähigkeiten, welche die Zarathustra-Seele in den drei Leibern des Jesus von Nazareth zurückgelassen hatte, daß jetzt der Christus sich dieser Zarathustra-Fähigkeiten in ihrem Überreste in den drei Leibern bediente, um zunächst einer Wesenheit gegenüberzutreten, die allen Stolz, allen Hochmut, deren eine Menschenseele fähig ist, aufrütteln sollte. Dieser Wesenheit trat der Christus Jesus entgegen.
[ 28 ] The Christ Being possessed all manner of abilities, but within the three bodies of Jesus of Nazareth, it possessed only those abilities that corresponded to the three bodies, the three physical forms of Jesus of Nazareth. That is why they had to be prepared so meticulously, for the abilities of these three bodies were indeed high abilities that meant more than the corresponding abilities of all other people on Earth. But Christ was bound to them, just as truly as your clairvoyant abilities are bound to the organs you possess but are not yet able to use. This was made possible by the abilities that the Zarathustra soul had left behind in the three bodies of Jesus of Nazareth, so that now the Christ made use of these Zarathustra abilities in their remnants within the three bodies in order to first confront a being whose purpose was to shake up all the pride and arrogance of which a human soul is capable. Christ Jesus confronted this being.
[ 29 ] In diesem Augenblick verspürte er, was diese Wesenheit in ihm durch jene innere Sprache der Visionen auswirkte: Das, was in der Bibel geschildert ist mit den Worten: «Alle Reiche, die du um dich siehst», es waren die Reiche der geistigen Welt, «die können dein sein, ‘ wenn du mich als den Herrn dieser Welt anerkennst!» Wenn man es im Stolz, im Hochmut am höchsten bringt und mit diesem Stolze in die geistige Welt hineingeht, so kann man innerhalb dieser geistigen Welt, dadurch, daß der Hochmut alles überflutet, in den Besitz des Weltreiches des Luzifer kommen, wenn man alles andere zurückläßt, außer dem Hochmut. Man ist nur als Mensch nicht dazu organisiert; man würde einem furchtbaren Schicksal entgegengehen.
[ 29 ] At that moment, he sensed the effect this being was having on him through the inner language of the visions: what is described in the Bible with the words: “All the kingdoms you see around you”—these were the kingdoms of the spiritual world—“can be yours, if you acknowledge me as the Lord of this world!” If one takes pride and arrogance to the highest degree and enters the spiritual world with this pride, then within that spiritual world—because arrogance floods everything—one can come into possession of Lucifer’s world kingdom, provided one leaves everything else behind except arrogance. As a human being, however, one is not constituted for this; one would be heading toward a terrible fate.
[ 30 ] Vor diese Möglichkeit wurde der Christus Jesus gestellt. Und jetzt tauchten in seiner Seele zwei Bilder auf: ein Bild, das dem Erlebnis entsprach, das er auf dem Wege zum Jordan gehabt hatte mit dem Menschen, den ich Ihnen gestern als den Verzweifelten schilderte. Und vor dem Jesus von Nazareth stand wieder die Gestalt, die an den Verzweifelten herangetreten war im Traume. Diese Gestalt sah er wieder als den, der da sagte: Erkenne mich an als den Herrn der Welt. - Dann erkannte er auch wieder in der Gestalt denjenigen, den er vor den Toren der Essäer als Luzifer gesehen hatte. Dadurch wußte er jetzt, daß Luzifer zu ihm sprach, und - er wies seinen Angriff zurück. Er besiegte Luzifer.
[ 30 ] Christ Jesus was faced with this possibility. And now two images arose in his soul: one that corresponded to the experience he had had on the way to the Jordan with the man I described to you yesterday as the desperate one. And before Jesus of Nazareth stood once more the figure who had approached the Desperate One in the dream. He saw this figure again as the one who said: Recognize me as the Lord of the World. - Then he also recognized in the figure the one he had seen as Lucifer at the gates of the Essenes. Through this, he now knew that Lucifer was speaking to him, and—he repelled his attack. He defeated Lucifer.
[ 31 ] Da traten zwei Wesen in einem zweiten Angriff an ihn heran, und das, was er als Eindruck bekam, entsprach wiederum ungefähr dem, was in der Bibel geschildert wird. Gesagt wurde ihm: Zeige deine ganze Furchtlosigkeit, deine Stärke, was du als Mensch vermagst, indem du dich hinunterstürzest von den Höhen und dich nicht vor Schaden fürchtest. — In einem solchen Falle soll in der Menschenseele alles erwachen an Kraftbewußtsein, an Mut, der den Menschen aber auch mutwillig machen kann. Zwei Gestalten standen vor ihm. Dadurch, daß Jesus den Eindruck vor den Essäertoren gehabt hatte, es seien Luzifer und Ahriman, die da fortflohen, und dadurch, daß er den Eindruck hatte, in der einen Gestalt verhülle sich das Wesen, das dem Aussätzigen, dem er auf dem Wege zum Jordan begegnet war, sich als der Tod gezeigt hatte, dadurch erkannte er jetzt Luzifer und Ahriman. So wurde das, was er auf jenem Wege erlebt hatte, wiedererlebt. Auch diese Attacke wies er ab. Er besiegte Luzifer und Ahriman!
[ 31 ] Then two beings approached him in a second attack, and the impression he received again corresponded roughly to what is described in the Bible. He was told: Show all your fearlessness, your strength, what you are capable of as a human being, by hurling yourself down from the heights and not fearing harm. — In such a case, everything in the human soul is to awaken in terms of a sense of power and courage, which, however, can also make a person reckless. Two figures stood before him. Because Jesus had had the impression before the gates of Essau that it was Lucifer and Ahriman who were fleeing, and because he had the impression that the being who had revealed himself as Death to the leper he had met on the way to the Jordan was concealed within one of these figures, he now recognized Lucifer and Ahriman. Thus, what he had experienced on that journey was relived. He repelled this attack as well. He defeated Lucifer and Ahriman!
[ 32 ] Da kam Ahriman noch einmal heran. Und jetzt war auch das, was Ahriman als eine Art Versuchung vor dem Christus Jesus sagte, etwas, was sich wiedergeben läßt mit den Worten der Bibel: «Mache, daß diese Steine zu Brot werden, um Deine Macht zu zeigen.» Aber jetzt war es, daß der Christus Jesus nicht vollständig Antwort geben konnte auf das, was Ahriman forderte. Den ersten und den zweiten Angriff konnte er abschlagen: den Angriff des Luzifer allein und des Luzifer und Ahriman zusammen, die sich gegenseitig paralysierten. Aber jetzt konnte er den Angriff des Ahriman nicht abschlagen. Daß so der Angriff des Ahriman nicht ganz abgeschlagen werden konnte, das behielt eine Bedeutung für die Wirksamkeit des ganzen Christus-Impulses auf der Erde.
[ 32 ] Then Ahriman approached once more. And now what Ahriman said to Christ Jesus as a kind of temptation was something that can be rendered in the words of the Bible: “Turn these stones into bread to show Your power.” But now it was the case that Christ Jesus could not fully respond to what Ahriman demanded. He was able to repel the first and second attacks: the attack by Lucifer alone and the attack by Lucifer and Ahriman together, who paralyzed one another. But now he could not repel Ahriman’s attack. The fact that Ahriman’s attack could not be entirely repelled retained significance for the effectiveness of the entire Christ impulse on Earth.
[ 33 ] Ich muß schon in einer etwas populären, ja fast trivialen Form charakterisieren, was das heißt: Mache diese Steine zu Brot, daß sie Nahrung werden für die Menschen. — Ahriman ist zunächst durch die Wirksamkeit der höheren Hierarchien für den Rest der Erdenentwikkelung bis zum Vulkan hin nicht vollständig aus dem Feld zu schlagen. Es wird niemals unmöglich sein, durch rein geistige Anstrengung die innere Versuchung des Luzifer zu besiegen: die von innen aufsteigenden Wünsche, Begierden, Leidenschaften, was aufsteigt an Stolz, an Hochmut, an Übermut. Luzifer läßt sich, wenn er allein den Menschen angreift, durch Geistiges besiegen. Auch wenn Luzifer und Ahriman, beide zusammen, von innen heraus den Menschen angreifen, so läßt sich durch geistige Mittel der Sieg erringen. Wenn aber Ahriman allein ist, versenkt er seine Wirksamkeit in das materielle Geschehen der Erdenevolution. Da ist er nicht ganz aus dem Felde zu schlagen. Ahriman, Mephisto, Mammon - es decken sich ja diese Begriffe -, sie stecken im Gelde, in alledem, was mit dem äußeren natürlichen Egoismus zusammenhängt. Indem immer notwendig ist, daß sich dem Menschenleben etwas von dem beimischt, was äußerlich materialistisch ist, muß der Mensch mit Ahriman rechnen. Sollte der Christus den Menschen auf Erden so recht helfen, so mußte er Ahriman wirksam sein lassen. Ahriman, das Materielle, muß mitwirken bis zum Schluß der Erdenevolution. Durch den Christus mußte die Wirksamkeit des Ahriman unbesiegt bleiben. Ahriman wurde nicht vollständig besiegt. Der Christus muß sich herbeilassen, bis zum Ende der Erdenentwickelung mit Ahriman zu kämpfen. Ahriman mußte dableiben.
[ 33 ] I must describe, in somewhat popular, even almost trivial terms, what this means: Turn these stones into bread, so that they may become food for the people. — At first, due to the influence of the higher hierarchies, Ahriman cannot be completely vanquished for the remainder of Earth’s development up to the time of the Volcano. It will never be impossible to overcome the inner temptation of Lucifer through purely spiritual effort: the desires, cravings, and passions that rise from within, the pride, arrogance, and hubris that well up. When Lucifer attacks humanity alone, he can be overcome by spiritual means. Even when Lucifer and Ahriman, together, attack humanity from within, victory can be achieved through spiritual means. But when Ahriman acts alone, he immerses his influence in the material events of Earth’s evolution. There, he cannot be completely vanquished. Ahriman, Mephisto, Mammon—these terms are, after all, synonymous—they are embedded in money, in everything connected with external, natural egoism. Since it is always necessary for something of an external, materialistic nature to be mixed into human life, human beings must reckon with Ahriman. If the Christ were to truly help humanity on Earth, he had to allow Ahriman to remain active. Ahriman, the material, must continue to act until the end of Earth’s evolution. Through the Christ, the power of Ahriman had to remain undefeated. Ahriman was not completely defeated. Christ must consent to continue fighting Ahriman until the end of Earth’s evolution. Ahriman had to remain.
[ 34 ] Dasjenige, was wir im Inneren an Angriffen des Luzifer, an Angriffen von Luzifer und Ahriman zugleich haben, können wir als Menschen besiegen. Die Kämpfe in der materiellen Außenwelt müssen ausgekämpft werden bis zum Schlusse der Erdenentwickelung. Daher mußte der Christus den Ahriman zwar in Schach halten, aber ihn neben sich bestehen lassen. Daher konnte es geschehen, daß Ahriman auch neben dem Christus auf Erden wirksam blieb während der drei Jahre, die Christus im Leibe des Jesus von Nazareth wirkte, und daß er dann in die Seele des Judas hineinfuhr und tätig war in dieser Seele zum Verrat des Christus. Was durch Judas geschah, hängt zusammen mit dem, was die nicht ganz gelöste Frage der Versuchung ist nach dem Ereignis am Jordan.
[ 34 ] As human beings, we can overcome the inner attacks of Lucifer—the attacks of both Lucifer and Ahriman. The struggles in the material outer world must be fought out until the end of Earth’s evolution. Therefore, Christ had to keep Ahriman in check, but allow him to exist alongside him. This is why it was possible for Ahriman to remain active on Earth alongside Christ during the three years that Christ worked in the body of Jesus of Nazareth, and why he then entered the soul of Judas and worked within that soul to bring about the betrayal of Christ. What happened through Judas is connected to the not entirely resolved question of the temptation following the event at the Jordan.
[ 35 ] Nach und nach erst, langsam und allmählich, verband sich die Christus-Wesenheit mit den drei Leibern. Das dauerte drei Jahre. Anfangs war sie nur lose verbunden, und erst allmählich preßte sie sich in die drei Leiber hinein. Erst als es zum Tode ging, war eine wirkliche Durchdringung der drei Leiber mit der Christus-Wesenheit da. Und all dem Leide und dem Schmerz gegenüber, die Jesus von Nazareth, wie ich Ihnen geschildert habe, in den drei Stadien seiner Entwickelung erlebt hat, ist unendlich viel größer das, was jetzt der Christus erlitt, indem er sich während drei Jahren nach und nach die Möglichkeit errang, ganz unterzutauchen in die drei menschlichen Hüllen. Das war ein fortgehender Schmerz, aber ein Schmerz, der wiederum sich verwandelte in Liebe und Liebe und Liebe. Und da kam das Folgende: Wenn wir so im ersten, im zweiten und im dritten Jahr die Art betrachten, wie der Christus Jesus im Kreise seiner nächsten Schüler lebte, so ist das verschieden in den verschiedenen Jahren. Im ersten Jahr war der Christus, wie gesagt, nur lose verbunden mit dem Leibe des Jesus von Nazareth. Da kommt es alle Augenblicke vor, daß der physische Leib da oder dort ist, und die Christus-Wesenheit wandelt mittlerweile umher. Wo in den anderen Evangelien erzählt wird, daß da oder dort der Herr seinen Jüngern erschien, da war der physische Leib an einem anderen Aufenthaltsort, während der Christus im Geistigen herumwanderte im Lande.
[ 35 ] Only little by little, slowly and gradually, did the Christ-essence unite with the three bodies. This process took three years. At first, it was only loosely connected, and only gradually did it press itself into the three bodies. It was not until the moment of death that a true permeation of the three bodies by the Christ-being took place. And compared to all the suffering and pain that Jesus of Nazareth, as I have described to you, experienced in the three stages of his development, what Christ now suffered is infinitely greater, as he gradually, over the course of three years, gained the ability to fully immerse himself in the three human bodies. That was a continuous pain, but a pain that in turn transformed into love and love and love. And then came the following: When we look at the way Christ Jesus lived among his closest disciples in the first, second, and third years, it differs from year to year. In the first year, as I said, Christ was only loosely connected to the body of Jesus of Nazareth. It happens constantly that the physical body is here or there, while the Christ-being wanders about in the meantime. Where the other Gospels recount that the Lord appeared to his disciples here or there, the physical body was at a different location, while the Christ wandered about in the spiritual realm throughout the land.
[ 36 ] Das war im Anfang. Dann verband sich immer mehr und mehr die Christus-Wesenheit mit dem Leibe des Jesus von Nazareth. Und dann geschah es später, wenn der Christus im Kreise seiner nächsten Schüler ging, daß diese mit ihm in innerer Weise verbunden waren so, daß er sozusagen nicht abgesondert von ihnen lebte. Je mehr er sich in seinen Leib einlebte, desto mehr lebte er sich in das innerste Wesen seiner Schüler ein. Jetzt ging er in der Schar seiner Schüler durch die Lande. Bald sprach er durch diesen, bald durch jenen Schüler durch die innige Gemeinschaft, wie er in die anderen sich einlebte, so daß, wenn sie über Land gingen, nicht mehr der Christus Jesus nur sprach, sondern einer der Jünger; aber der Christus sprach durch ihn. Und mit einer solchen Gewalt lebte er sich in die Jünger ein, daß sich der Gesichtsausdruck des Jüngers, durch den der Christus sprach, so veränderte, daß, wer außen zuhörte aus dem Volke, dem gegenüber, der da sprach, das Gefühl hatte, dieses sei der Meister. Der andere aber, welcher der Christus war, fiel so in sich zusammen, daß er gleichsam wie gewöhnlich aussah. So sprach er bald durch diesen, bald durch jenen im Lande umher. Das war das Geheimnis seiner Wirksamkeit in der letzten Zeit der drei Jahre.
[ 36 ] That was in the beginning. Then the Christ-essence became more and more united with the body of Jesus of Nazareth. And later, when Christ walked among his closest disciples, they were so intimately connected with him that he, so to speak, did not live apart from them. The more he became one with his body, the more he became one with the innermost being of his disciples. Now he traveled through the land in the company of his disciples. Sometimes he spoke through this disciple, sometimes through that one—through the intimate communion, as he became one with the others—so that when they traveled through the land, it was no longer Christ Jesus alone who spoke, but one of the disciples; yet Christ spoke through him. And with such power did he identify with the disciples that the facial expression of the disciple through whom Christ spoke changed so much that anyone from the crowd listening from the outside, looking at the one who was speaking, had the feeling that this was the Master. The other, however, who was Christ, withdrew so completely into himself that he looked, as it were, just as usual. Thus he spoke now through this one, now through that one, as he traveled through the land. This was the secret of his activity during the final period of the three years.
[ 37 ] Und wenn er so dahinzog mit seinen Jüngern und den Feinden immer gefährlicher erschien, dann sagten diese: Wie können wir ihm nachstellen? Wir können doch nicht die ganze Schar verhaften? Denn man weiß ja nie, wenn man den herausgreift, der da spricht, ob man den Richtigen hat oder den Falschen. Greift man den Falschen, dann ist der Richtige entkommen. Nie wußte man, ob man in dem, den man vor sich sah, nun auch den Richtigen hatte. Das war die große Angst! Man wußte, daß einmal der, einmal ein anderer sprach, und der Richtige war nicht zu erkennen, weil er die gewöhnliche Form von einem anderen annahm.
[ 37 ] And when he went about with his disciples and seemed increasingly dangerous to his enemies, they would say: How can we track him down? We can’t possibly arrest the whole crowd, can we? For when you single out the one who is speaking, you never know whether you’ve got the right one or the wrong one. If you grab the wrong one, the right one gets away. You never knew whether the person standing before you was actually the right one. That was the great fear! You knew that sometimes one person spoke, sometimes another, and the right one was unrecognizable because he took on the ordinary form of someone else.
[ 38 ] Es war etwas Wunderbares mit dieser Schar. Daher war es notwendig, daß ein Verrat geschah. Denn so, wie die Sache gewöhnlich dargestellt wird, so war sie nicht. Was sollte es denn heißen, daß der Judas dem einen Kuß geben mußte, welcher der Richtige war? Das wäre doch nach der gewöhnlichen Schilderung nicht schwer gewesen, den Jesus von Nazareth zu fassen. Der Kuß hätte keinen Sinn, wenn nicht einer, der da genau wissen konnte, welcher der Richtige war, ihn denen anzeigen mußte, die es nicht wußten. Aber aus dem angedeuteten Grunde wußten ja die Feinde nicht, wer der Richtige war.
[ 38 ] There was something wonderful about this group. That is why it was necessary for a betrayal to take place. For the way the story is usually told is not how it actually happened. What would it mean, after all, that Judas had to kiss the one who was the right one? According to the usual account, it would not have been difficult to capture Jesus of Nazareth. The kiss would have made no sense unless someone who knew exactly which one was the right one had to point him out to those who did not know. But for the reason indicated, the enemies did not know who the right one was.
[ 39 ] Erst als die großen Leiden ihm unmittelbar bevorstanden, als das Mysterium von Golgatha eintrat, da war eine vollständige Verbindung der Christus-Wesenheit mit den Leibern des Jesus von Nazareth hergestellt. Da geschah dann dasjenige, was ja in schöner Weise in den anderen Evangelien geschildert ist. Vor allen Dingen ist für den Seherblick, der sich Akasha-Chronik-mäßig hinrichtet auf das, was damals geschehen ist, durchaus eine der wirklichen Tatsachen, daß, während der Christus am Kreuze hing, in der Gegend von Golgatha weitum die Erde so wie bei einer Sonnenfinsternis verfinstert war. Ich kann nicht sagen, ob es sich um eine Sonnenfinsternis oder um eine mächtige Wolkenverfinsterung handelte, aber eine solche Finsternis, wie sie sonst bei einer Sonnenfinsternis beobachtet werden kann, war um das Ereignis des Mysteriums von Golgatha herum.
[ 39 ] It was only when the great sufferings were immediately upon him, when the Mystery of Golgotha took place, that a complete union of the Christ-being with the bodies of Jesus of Nazareth was established. Then what happened is beautifully described in the other Gospels. Above all, for the seer’s gaze, which, in the manner of the Akashic Records, focuses on what happened at that time, it is certainly a fact that, while Christ hung on the cross, the earth in the vicinity of Golgotha was darkened as if by a solar eclipse. I cannot say whether it was a solar eclipse or a powerful cloud eclipse, but a darkness such as is otherwise observed during a solar eclipse surrounded the event of the Mystery of Golgotha.
[ 40 ] Wenn der okkulte Blick das Leben auf der Erde bei einer solchen Verfinsterung ansieht, dann zeigt sich ihm alles Lebende ganz anders, als wenn eine solche Verfinsterung nicht da ist. Der Zusammenhang des Ätherleibes und des physischen Leibes ist bei den Pflanzen ein ganz anderer; und auch bei den Tieren stellen sich Astralleib und Ätherleib während einer solchen Verfinsterung ganz anders dar. Bei einer solchen Sonnenfinsternis ist es ganz anders auf der Erde, als wenn die Sonne einfach fehlt in der Nacht. Natürlich ist es nicht so, wenn im gewöhnlichen Sinne der Himmel mit Wolken bedeckt ist, sondern nur, wenn eine besonders dichte Verfinsterung eintritt, und eine solche war damals eingetreten. Wie gesagt, ich weiß noch nicht, ob es eine Sonnenfinsternis war, aber was zu sehen ist, das ist so wie eine Sonnenfinsternis. Während dieser Veränderung auf der Erde, auch im physischen Sinne, ging das, was wir die Christus-Wesenheit nennen, über in die lebendige Erdenaura. Die Erde hatte durch den Tod des Christus Jesus den Impuls des Christus empfangen.
[ 40 ] When the occult eye observes life on Earth during such an eclipse, all living things appear to it quite differently than when no such eclipse is taking place. The relationship between the etheric body and the physical body is quite different in plants; and in animals, too, the astral body and the etheric body appear quite differently during such an eclipse. During such a solar eclipse, conditions on Earth are quite different from when the sun is simply absent at night. Of course, this is not the case when the sky is covered with clouds in the ordinary sense, but only when a particularly dense eclipse occurs, and such an eclipse had occurred at that time. As I said, I do not yet know whether it was a solar eclipse, but what can be seen is like a solar eclipse. During this change on Earth, even in the physical sense, what we call the Christ Being passed into the living Earth aura. Through the death of Christ Jesus, the Earth had received the Christ impulse.
[ 41 ] Das Größte, was sich auf Erden zugetragen hat, muß man mit solch einfachen Worten stammeln, weil es eigentlich menschlichen Worten nicht möglich ist, dieses Größte irgendwie auch nur annähernd sinngemäß zu schildern.
[ 41 ] The greatest thing that has ever happened on earth must be described in such simple words, because human language is actually incapable of conveying even an approximate sense of this greatness.
[ 42 ] Dann, als der Leib des Jesus herabgenommen wurde und in ein Grab gelegt war, ist das wiederum eine wirkliche Beobachtung, daß ein Naturereignis eintrat, wie etwas, was in das moralische Menschenleben hereintritt. Ein Wirbelwind entstand, ein Erdspalt bildete sich, der den Leib des Jesus aufnahm, während weggewirbelt wurden die Tücher von dem Leichnam. Erschütternd ist diese Beobachtung, daß die Anordnung der Tücher, wie sie im Johannes-Evangelium geschildert wird, sich wirklich dem anschauenden Blick ergibt.
[ 42 ] Then, when the body of Jesus was taken down and laid in a tomb, it is again a true observation that a natural phenomenon occurred, much like something that enters into human moral life. A whirlwind arose, a fissure in the earth formed, which took in the body of Jesus, while the cloths were swept away from the corpse. It is startling to observe that the arrangement of the cloths, as described in the Gospel of John, truly presents itself to the beholder.
[ 43 ] Diese beiden Ereignisse: Erdenverfinsterung, Erdbeben und mächtiger Wirbelwind, sie zeigen uns so an einem Punkte der Erdenentwickelung, wie die Naturereignisse zugleich mit geistigen Ereignissen eintraten. Sonst findet etwas Derartiges nur bei lebenden Wesen statt, wie zum Beispiel einer Handbewegung der Willensentschluß und das Denken vorhergeht. Die Entwickelung der Erde ging so vor sich, daß wir es im gewöhnlichen Leben nur mit mechanischen Tatsachen zu tun haben. Nur in einem besonderen Augenblick haben wir es — auch bei anderen Tatsachen der Erde, aber bei dieser T’atsache im höchsten Maße — mit dem Zusammenfallen einer geistigen mit zwei physischen Tatsachen zu tun.
[ 43 ] These two events—the solar eclipse, the earthquake, and the powerful whirlwind—show us, at a certain point in the Earth’s development, how natural phenomena occurred simultaneously with spiritual events. Otherwise, something of this kind occurs only in living beings, such as when a movement of the hand is preceded by a decision of the will and thought. The Earth’s development proceeded in such a way that in ordinary life we deal only with mechanical facts. Only at a particular moment do we have to do—as with other facts of the Earth, but to the highest degree with this fact—with the coincidence of a spiritual fact with two physical facts.
[ 44 ] Ich glaube nicht, daß durch die Betrachtung dieser konkreten Tatsachen, die jetzt möglich ist, einer kleinen Anzahl von Seelen als eine Art Fünftes Evangelium zu erzählen, die große Idee beeinträchtigt werden kann, die wir uns mehr theoretisch von der Bedeutung des Mysteriums von Golgatha geschaffen haben. Im Gegenteil, ich glaube, wer versucht, immer tiefer und tiefer diese konkreten Tatsachen auf sich wirken zu lassen, fühlt das bekräftigt, was früher mehr theoretisch, mehr abstrakt, mehr gedankenmäßig über das Mysterium von Golgatha vorgetragen worden ist. Man wird aus der Art dieser Tatsachen erkennen, daß in diesem Zeitpunkt unserer ErdenentwickeJung wichtige Ereignisse dieser Erdenentwickelung sich vollziehen werden.
[ 44 ] I do not believe that considering these concrete facts—which is now possible—and presenting them to a small number of souls as a kind of Fifth Gospel can undermine the grand idea we have formed, more theoretically, of the significance of the Mystery of Golgotha. On the contrary, I believe that anyone who tries to let these concrete facts sink deeper and deeper into their being will feel that what was previously presented more theoretically, more abstractly, and more conceptually about the Mystery of Golgotha is being confirmed. From the nature of these facts, one will recognize that at this point in our Earth’s development, important events in this Earth’s development will take place.
[ 45 ] Man wird vielleicht erst die richtige Empfindung und Seelennuance gegenüber dem Mysterium von Golgatha durch die Erkenntnis dieser konkreten Tatsachen erlangen, und diese Empfindungsnuance wollte ich durch das, was ich aus dem Fünften Evangelium mitgeteilt habe, in Ihre Seelen legen. Vielleicht werden die einen oder die anderen, die an anderen Zyklen teilnehmen können, oder auch wiederum einmal die Freunde hier in Köln, noch etwas anderes aus diesem Fünften Evangelium mitbetrachten können. Denn das müssen wir sagen: Ganz abgesehen davon, daß die Menschheit heute so wenig Neigung zeigt, solche Tatsachen entgegenzunehmen, wie die sind, von denen jetzt gesprochen worden ist, abgesehen davon war die größte Notwendigkeit vorhanden, daß solche Tatsachen gerade jetzt in die Erdenentwickelung einfließen. Daher werden sie mitgeteilt, trotzdem es wahrhaftig schwierig ist, über diese Dinge zu sprechen. Und trotzdem man, wenn man seiner Neigung folgen würde, nicht darüber sprechen möchte, werden sie mitgeteilt, aus einer inneren Verpflichtung heraus, solange sie Menschenseelen gesagt werden können. Man wird sie in der Menschheitsentwickelung brauchen. Die Seelen, welche sie jetzt aufnehmen, werden sie für die Arbeit, die sie in seelisch-geistiger Beziehung in der weiteren Menschheitsentwickelung zu leisten haben, ganz gewiß brauchen.
[ 45 ] Perhaps it is only through an understanding of these concrete facts that one will come to have the right feeling and spiritual nuance toward the Mystery of Golgotha, and it is this nuance of feeling that I wished to instill in your souls through what I have shared from the Fifth Gospel. Perhaps some of you who are able to participate in other cycles, or perhaps once again our friends here in Cologne, will be able to gain further insight from this Fifth Gospel. For we must say this: Quite apart from the fact that humanity today shows so little inclination to accept such facts as those just spoken of, apart from that, there was the greatest necessity for such facts to flow into the development of the Earth precisely now. That is why they are being communicated, even though it is truly difficult to speak of these things. And even though, if one were to follow one’s inclination, one would not wish to speak of them, they are being communicated out of an inner obligation, as long as they can be conveyed to human souls. They will be needed in the development of humanity. The souls that take them in now will most certainly need them for the work they have to perform in a soul-spiritual sense in the further development of humanity.
[ 46 ] Sie sehen, nach und nach lernen wir durch unsere Betrachtungen dasjenige kennen, was in unseren Seelen aufleben soll, damit wir rechte Glieder in der fortschreitenden Menschheitsevolution werden. Das ist ja der Sinn der Menschheitsentwickelung auf der Erde, daß die Menschenseelen immer bewußter ihre Aufgaben erkennen.
[ 46 ] You see, through our reflections we are gradually coming to know what is meant to awaken within our souls, so that we may become true members of the ongoing evolution of humanity. This, after all, is the purpose of humanity’s development on Earth: that human souls may recognize their tasks with ever greater awareness.
[ 47 ] Der Christus ist erschienen. Sein Impuls hat als Tatsache gewirkt. Lange Zeit konnte er als Tatsache mehr im Unbewußten wirken; dann mußte er wirken können durch das bisher Verstandene. Er wirkte durch das, was er war, nicht durch das Verstandene. Aber immer notwendiger wird es, daß die Menschen ihn auch verstehen lernen, den Christus, der durch die Leiber des Jesus von Nazareth in die Erdenaura und damit in das lebendige Menschengeschehen eingezogen ist.
[ 47 ] Christ has appeared. His impulse has taken effect as a fact. For a long time, he was able to work as a reality more in the unconscious; then he had to be able to work through what had been understood up to that point. He worked through what he was, not through what had been understood. But it is becoming increasingly necessary for people to also learn to understand him, the Christ who, through the body of Jesus of Nazareth, has entered the Earth’s aura and thus into the living human process.
