From Akashic Research
The Fifth Gospel
GA 148
18 December 1913, Cologne
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Das Fünfte Evangelium II
Lecture II
[ 1 ] Bevor ich in der Betrachtung des Christus Jesus-Lebens weitergehe, möchte ich einige wenigstens andeutende Bemerkungen machen über die Art, wie solche Dinge gefunden werden. Es kann sich ja natürlich nur darum handeln, mit wenig Worten eine außerordentlich ausführliche Sache zu charakterisieren. Aber ich möchte doch, daß Sie eine Vorstellung haben von dem, was man okkulte Forschung nennen kann, die bis zu dem Grade geht, durch den man eindringt zu solchen konkreten Tatsachen, wie wir sie gestern zum Beispiel hier betrachten konnten.
[ 1 ] Before continuing with the study of the life of Jesus Christ, I would like to mention some indications about the way such things are found. With few words such a comprehensive subject can of course only be characterized. But I want you to have an idea of what we can call occult research, at the stage where one can penetrate to such concrete facts as those which, for example, we considered here yesterday.
[ 2 ] Zunächst kann man ja gegenüber diesen Dingen sagen: Es beruhen diese Forschungen auf einem Lesen in der Akasha-Chronik. - In allgemeinen Zügen habe ich in den Artikeln, die in der Zeitschrift «Lucifer-Gnosis» unter dem Titel «Aus der Akasha-Chronik» erschienen sind, hingewiesen, wie ein solches Lesen in der Akasha-Chronik aufzufassen ist. Nun muß man sich klar darüber sein, daß die verschiedenen Tatsachen des Weltgeschehens und Weltenseins in verschiedener Weise gefunden werden müssen, und so möchte ich jetzt gleichsam das, was schon gesagt worden ist, noch genauer zum Ausdruck bringen. Es ist gut, festzuhalten, daß es im Grunde genommen im Weltenall doch nichts anderes gibt als Bewußtseine. Außer dem Bewußtsein irgendwelcher Wesenheiten ist letzten Endes alles übrige dem Gebiete der Maja oder der großen Illusion angehörig. Diese Tatsache können Sie besonders aus zwei Stellen in meinen Schriften entnehmen, auch noch aus anderen, besonders aber aus zwei Stellen: zunächst aus der Darstellung der Gesamtevolution der Erde von Saturn bis Vulkan in der «Geheimwissenschaft im Umriß», wo geschildert wird das Fortschreiten vom Saturn zur Sonne, von der Sonne zum Mond, vom Mond zur Erde und so weiter, zunächst nur in Bewußtseinszuständen. Das heißt, will man zu diesen großen Tatsachen aufsteigen, so muß man so weit aufsteigen im Weltengeschehen, daß man es zu tun hat mit Bewußtseinszuständen. Also man kann eigentlich nur Bewußtseine schildern, wenn man die Realitäten schildert. Aus einer anderen Stelle in einem Buche, das in diesem Sommer erschienen ist, «Die Schwelle der geistigen Welt», ist das gleiche zu entnehmen. Da ist gezeigt, wie durch allmähliches Aufsteigen der Seherblick sich erhebt von dem, was sich um uns herum ausbreitet als Dinge, als Vorgänge in den Dingen, wie das alles sozusagen als ein Nichtiges entschwindet und schmilzt, vernichtet wird und zuletzt die Region erreicht wird, wo . nur noch Wesen in irgendwelchen Bewußtseinszuständen sind. Also, die wirklichen Realitäten der Welt sind Wesen in den verschiedenen Bewußtseinszuständen. Daß wir in dem menschlichen Bewußtseinszustand leben und von diesem Bewußtseinszustand keinen vollen Überblick über die Realitäten haben, das bewirkt, daß uns dasjenige, was keine Realität ist, als eine Realität erscheint.
[ 2 ] To begin with, we can say that this research rests on a study of the Akasha Chronicle. In general terms, I described how such reading in the Akasha Chronical is to be understood in articles in the magazine “Lucifer-Gnosis” which appeared under the title “From the Akasha Chronicle”. It should be clear that different facts about cosmic events and cosmic being must be researched in different ways, so now I would like to be more specific about what has already been said. Basically in the universe there is nothing but consciousness. Except for consciousness, everything else belongs in the domain of maya, or the great illusion. You can find these facts in two places—in others as well—but especially in the description of the evolution of the earth from ancient Saturn to Vulcan in An Outline Of Occult Science, where the evolution from ancient Saturn to ancient Sun, from Sun to ancient Moon, from Moon to Earth, and so on, are described as stages of consciousness. This means that if one wants to reach these important facts, he must ascend to a stage of cosmic events where they consist of stages of consciousness. Therefore, if we are describing realities we can only describe various stages of consciousness. It is also included in another book published this summer: The Threshold of the Spiritual World. Shown there is how through a gradual ascension of the seer's vision it rises from the objects and processes around us, which disappear into nothingness, melt away so to speak, and finally reaches the region where there are only beings in various stages of consciousness. So the true realities of the world are beings in the various stages of consciousness. Due to the fact that we live in the human stage of consciousness, and in this stage of consciousness have no complete overview of the realities involved, the effect is that what is unreal appears to us as real.
[ 3 ] Ich habe das vergleichsweise schon oft hervorgehoben. Sie brauchen sich nur die folgende Frage vorzulegen: Ist ein Haar, ein Menschenhaar, als solches eine Realität, auch nur im eingeschränktesten Sinne? Hat es einen selbständigen Bestand? Unsinn wäre es, zu sagen, ein Menschenhaar habe einen selbständigen Bestand. Einen Sinn hat es nut, es so anzusehen, daß man es als wachsend am Menschenleibe auffaßt, sonst kann es nicht vorkommen, es kann nicht für sich bestehen. Als Realität, die man nur im gewöhnlichen Leben im Auge hat, als selbständiges Wesen auch nur in diesem irdischen Sinne ein Haar anzusprechen, empfindet deshalb jeder als Unsinn, da nirgends ein Haar abgesondert entstehen kann. Die einzelne Pflanze empfindet man oft als ein einzelnes Wesen, und doch ist sie ebensowenig ein einzelnes Wesen wie ein Haar. Denn was das Haar am Kopfe, das ist die Pflanze am Organismus der Erde, und es hat gar keinen Sinn, die einzelne Pflanze zu betrachten. Die Erde muß man betrachten analog zum Menschen und alle Pflanzen auf der Erde als zur Erde gehörig, wie das Haar auf dem Kopfe des Menschen. So wenig wie außerhalb des Kopfes ein Haar für sich bestehen kann, so wenig kann eine Pflanze als selbständiges Wesen außerhalb des Organismus der Erde bestehen. Wichtig ist, zu berücksichtigen, wo man aufzuhören hat, wenn man ein Wesen als ein Wesen für sich ansieht. Aber im letzten Sinne, den der Mensch erreichen kann, ist alles das, was nicht in einem Bewußtsein wurzelt, kein selbständiges Wesen. Alles wurzelt in einem Bewußtsein, und zwar in verschiedener Weise.
[ 3 ] You have only to ask yourselves the following question. Is a human strand of hair a reality, even in a narrow sense? Does it have an independent existence? It would be nonsense to say that a human strand of hair has an independent existence. It does make sense to consider it as growing from the human body, otherwise it is not possible for it to exist on its own. Everyone would agree that it is nonsense to speak of a strand of hair as having an independent existence. A plant is often seen as an individual being, but is no more an individual being than is a strand of hair. For what the strand of hair is to the head, the plant is to the earth organism, and it makes no sense to consider the plant in isolation. We must think of the earth as analogous to man and all plants on the earth as belonging to the earth, as does the hair on one's head. It is no more possible for a plant to exist as an independent being outside the earth organism than it is for hair to exist without a head to grow on. It is important to know when to cease considering something as an autonomous being. But everything which the human being can attain to which does not have its roots in consciousness is not an independent being. Everything is rooted in consciousness, only in different ways.
[ 4 ] Nehmen wir einmal einen Gedanken, also das, was wir als Menschen denken. Zunächst sind diese Gedanken in unserem Bewußtsein, aber sie sind nicht bloß in unserem Bewußtsein. Sie sind zugleich in dem Bewußtsein der Wesen der nächsthöheren Hierarchie, der Angeloi, der Engel. Während wir einen Gedanken haben, ist unsere ganze Gedankenwelt zum Beispiel Gedanke der Engel. Die Engel denken unser Bewußtsein. Und darum werden Sie erkennen, wie man, wenn man zum Sehertum aufsteigt, eine andere Empfindung gegenüber dem Anschauen der Wesen der höheren Welten entwickeln muß als in der gewöhnlichen äußeren Wirklichkeit. Wenn man so wie über die physisch-sinnliche Welt, über das irdische Dasein denkt, kann man nicht zu einem höheren Sehertum hinaufkommen. Man muß da nicht bloß denken, sondern man muß gedacht werden und ein Wissen davon haben, daß man gedacht wird. Es ist nicht gerade leicht, weil dazu Menschenworte heute noch nicht geprägt sind, genau zu charakterisieren, was man da für eine Empfindung gegenüber seinem Anschauen hat. Aber man kann etwa — man wähle einen Vergleich - so sagen, daß man allerlei Bewegungen ausführt und diese Bewegungen würde man nicht an sich beobachten, sondern man würde in das Auge eines Nebenmenschen blicken und dort das Spiegelbild der eigenen Bewegungen beobachten und sich sagen: Wenn man da beobachtet, so wisse man daraus, daß man dieses oder jenes mit den Händen oder dem Mienenspiel vollführt. Dieses Gefühl hat man schon bei der nächsten Stufe des Sehertums. Man weiß nur im allgemeinen, daß man denkt, aber man beobachtet sich im Bewußtsein der Wesen der nächsthöheren Hierarchie. Man läßt seine Gedanken von den Engeln denken. Man muß wissen, daß man nicht selbst seine Gedanken in seinem Bewußtsein dirigiert, sondern daß die Wesen der nächsthöheren Hierarchie diese Gedanken dirigieren. Man muß das Bewußtsein der Engel, einen durchwallend und durchwebend, fühlen. Dann erlangt man gleichsam einen Aufschluß über die fortlaufenden Impulse der Entwickelung, zum Beispiel über die Wahrheit des Christus-Impulses, wie er auch jetzt noch fortwirkt, nachdem er einmal da ist. Die Engel können diese Impulse denken; wir Menschen können sie denken und charakterisieren, wenn wir uns gegenüber unseren Gedanken so verhalten, daß wir sie hingeben den Engeln, daß diese in uns denken. Das erlangt man eben durch fortgesetztes Üben, wie ich es in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten ?» beschrieben habe. Von einem gewissen Moment an verbindet man ein Gefühl, einen Sinn mit den Worten: Deine Seele denkt jetzt nicht mehr; sie ist ein Gedanke, den die Engel denken. - Und indem das für das einzelne menschliche Erleben eine Wahrheit wird, erlebt man in sich, sagen wir, die Gedanken der allgemeinen Christus-Wahrheiten oder auch andere Gedanken über die weise Führung der Erdenevolution.
[ 4 ] Let us take thought, that is, what we as humans think. At first these thoughts are in our consciousness, but not merely in our consciousness. At the same time they are in the consciousness of the beings of the next higher hierarchy, the angeloi, the angels. But whereas we may have one thought, all our thoughts are the angels' thoughts. The angels think our consciousness. Thus you can see that when we ascend to clairvoyance, we must develop a different feeling towards perceiving the beings of the higher worlds than is the case in ordinary reality. If we thinks as we do in the physical-sensory earthly existence, we cannot achieve higher clairvoyance. One must not merely think, one must also be thought, and be aware that one is being thought. It is not easy—for human words have not yet been devised to describe what the feeling about this perceiving is. But to use a comparison: we make all kinds of movements and if we don't observe these movements in ourselves, but in the eyes of another and see there the reflection of our own movements we say to ourselves: by observing in this way we know that we are doing this or that with our hands or with our facial expressions. One already has this feeling at the next stage of clairvoyance. We know in general that we are thinking, but we see ourselves [doing it] in the consciousness of the beings of the next higher hierarchy. We let the angels think our thoughts. We must realize that we are not conducting our thoughts, but that the beings of the next hierarchy are conducting them. We must feel the interweaving, undulating consciousness of the angels. We then receive information about the continuous impulse of evolution, for example about the truth of the Christ-impulse, how it continues to be active now. The angels can think this impulse; we humans can also think and describe it, if we devote our thoughts to the angels so they think in us. We can achieve this by continuous practice, as I described in my book Knowledge of the Higher Worlds and its Attainment. From a certain moment on we connect a feeling, a sensation with the words: “Your soul doesn't think any more, it is a thought which the angels think”. And when this becomes a truth for the individual human experience, we experience the thoughts about the truths of the Christ-impulse, also other thoughts about the wise guidance of earth evolution.
[ 5 ] Diejenigen Dinge, welche sich beziehen auf die einzelnen Epochen der Erdenentwickelung, auf die urindische Epoche, auf die urpersische Epoche und so weiter, die werden gedacht von den Erzengeln. Durch weiteres Üben kommt man dazu, nicht bloß von den Engeln gedacht zu werden, sondern von den Erzengeln erlebt zu werden. Man muß nur im weiteren Verlauf seines Übens dazu kommen, daß man weiß: Du gibst dein Leben dar für das Leben der Erzengel. - In dem Buche «Die Schwelle der geistigen Welt» ist einiges Genauere von diesen Dingen geschildert, nämlich, wie man das Gefühl bekommt, wenn man seine Übungen fortsetzt - auch in München habe ich davon gesprochen -, mit grotesken Worten, als wenn man den Kopf in einen Ameisenhaufen hineinstecken würde. Die Ameisen sind die Gedanken, die sich bewegen. Während man im gewöhnlichen Leben meint, man denke seine Gedanken, kommt man durch das Üben dazu, einzusehen, daß die Gedanken in einem denken, weil die Angeloi, die Engel, in einem denken. Und im weiteren Verlauf des Übens bekommt man das Gefühl, daß man in verschiedene Gebiete der Welt durch die Erzengel getragen wird und dadurch diese Gebiete kennenlernt. Wer in richtiger Weise die ägyptische Kultur, die indische Kultur schildert, der weiß erst einen Sinn zu verbinden mit dem, was es heißt: Deine Seele wird getragen von einem Erzengel in diese oder jene Zeit. — Es ist so, wie wenn die Säfte unseres Lebens wüßten, daß sie den Lebensprozeß unterhalten und im Organismus wie das Blut herumgeführt werden. So weiß der Seher: er wird von den Erzengeln im Lebensprozeß der Welt herumgeführt.
[ 5 ] Those things related to the epochs of the earth's evolution—the ancient Indian epoch, the ancient Persian epoch and so forth—are thought by the archangels. By means of further [meditative] practice we are able not only to be thought by the angels, but to be experienced by the archangels. You must then come to the point where you know that you are delivering your life to the life of the archangels. In The Threshold of the Spiritual World I go into this in more detail: how you have the feeling, when you continue the exercises—I also spoke about this in Munich, using a grotesque example—as if you were to stick your head in an anthill, and the ants are the thoughts in movement. Whereas in ordinary life we think that we think our thoughts, through practice we realize that the thoughts think in us, because the angels think in us. And continuing with practice we arrive at the feeling that we are brought to various regions of the world by the archangels and thus learn about those regions. To correctly describe the [ancient] Indian or Egyptian cultures one must understand the meaning of: “Your soul has been brought to this or that time by an archangel”. It is as though our life body fluids knew that they support the life process and are carried through the organism as the blood is. Thus the seer knows that he is conducted through the life process of the world by the archangels. But where individual experiences of the soul are concerned, they can only be investigated if the soul gives meaning to the words: The soul delivers itself as food to the Archai, the spirits of personality.
[ 6 ] Aber die Dinge, die sich auf die Durchdringung der Seele eines einzelnen Erlebnisses beziehen, sie können erst erforscht werden, wenn die Seele einen Sinn verbindet mit den Worten: Die Seele reicht sich als Speise dar den Urbeginnen oder Archai, den Geistern der Persönlichkeit. - Das soeben Gesagte nimmt sich grotesk aus, aber wahr ist es, daß man solche konkrete Tatsachen wie das Leben des Jesus von Nazareth nicht erforschen kann, bevor man nicht einen Sinn mit den Worten verbindet: man werde als geistige Nahrung gegessen und diene so den Geistern der Persönlichkeit. Es ist etwas, das selbstverständlich für den Menschen, der heute in der äußeren Welt steht, sich wie Wahnsinn anhört. Selbstverständlich! Aber dennoch, so wahr der Bissen Brot, der in unseren Magen geht, unsere Nahrung wird - und wenn er es sich überlegen könnte, so würde er wissen, daß er einen Sinn und Lebenszweck hat, indem er durch uns Nahrung wird -, ebenso wahr ist es, daß wir Menschen den Sinn haben, den Archai zur Nahrung zu dienen. Während wir hier auf der Erde herumspazieren, sind wir zugleich Wesen, die fortwährend von den Archai verzehrt, gegessen werden. Nicht leugnen werden Sie, daß die Menschen das im gewöhnlichen Leben nicht wissen, daß sie das Wahnsinn nennen würden, wenn ihnen jemand so etwas sagte. Der Mensch ist gegenüber den Archai dasselbe, was das Weizenkorn für Sie als physische Menschen ist. Aber dies nicht nur theoretisch wissen, sondern so leben gegenüber den Archai, wie das Weizenkorn leben würde, wenn es zu Brei zermalmt durch unsere Zähne, durch Gaumen und Magen geht mit diesem Bewußtsein: Ich bin Speise des Menschen -, so auch wissen: Ich bin Speise den Archai, ich werde verdaut von den Archai, das ist ihr Leben, was ich lebe in ihnen — dies lebendig wissen, heißt, sich versetzen in das Bewußtsein der Geister der Persönlichkeit, der Archai, ebenso wie es heißt, sich versetzen in das Bewußtsein der Erzengel, wenn man weiß: Deine Seele wird getragen von den Erzengeln in diese oder jene Zeit -—, und wie es heißt, sich versetzen in das Bewußtsein der Engel, wenn man weiß: Meine Gedanken werden gedacht von den Engeln.
[ 6 ] What I just said sounds grotesque, but it is nevertheless true that one cannot investigate such concrete facts as the life of Jesus of Nazareth before one gives meaning to the words: One is eaten as spiritual food and thus serves the Spirits of Personality. Obviously this sounds like madness to people who live in the outer world. Of course it does! Nevertheless it is just as true as the piece of bread that enters our stomachs becomes our food, and if it could think it would know that its existence has meaning and purpose in that we make it our food. It is just as true that we humans have the purpose of serving the Archai as food. While we walk around here on earth we are at the same time beings who are continually consumed, eaten by the Archai. You will not deny that people in ordinary life don't know this, and that they would call it madness if someone told them something like this. Man is for the Archai what a grain of wheat is for you as a physical human being. Don't only know this theoretically, but live in respect to the Archai as a grain of wheat would live were it to be ground to porridge by our teeth and pass through our pallets and stomach with the awareness: I am human food. Therefore also know: I am the Archai's food, I am digested by the Archai; that is their life, which I live in them. To vividly know this means to enter the consciousness of the Spirits of Personality, the Archai. Just as what it means to enter the consciousness of the Archangels when one knows: Your soul is brought to this or that epoch by the Archangels; and what it means to enter the consciousness of the Angels when one knows: My thoughts are thought by the angels.
[ 7 ] Die Zustände des Erlebens müssen andere werden, wenn man lesend in die höheren Welten eindringen will. Notwendig ist, mit Wissen verzehrt zu werden von den Geistern der Persönlichkeit, wenn diejenigen Tatsachen erforscht werden sollen, die so konkret wie das Leben des Jesus von Nazareth in der Menschheitsentwickelung dastehen.
[ 7 ] If we wish to enter the higher worlds, the conditions of experience must be different. It is necessary to be knowingly consumed by the Spirits of Personality if concrete facts such as the life of Jesus of Nazareth in human evolution are to be investigated.
[ 8 ] Vielleicht dienten die Bemerkungen, die ich gemacht habe, doch auch einigermaßen dazu, das ganz Andersartige dieser okkulten Forschung darzulegen gegenüber den Forschungen in der äußeren Welt. Denn das Bild können Sie durchaus durchdenken, und es gibt Ihnen richtige Anhaltspunkte: Sie können sich in das Weizenkorn versetzen, das zu Brei zermalmt wird, zwischen den Zähnen zerkleinert wird, um eine Vorstellung davon zu bekommen, was durchaus analogisch richtig ist, wenn es sich um ein Lesen im Bewußtsein der Archai handelt. Man muß auch da seelisch zermalmt werden und muß es fühlen. Das heißt, höhere Forschung ist nicht möglich ohne innere Tragik, ohne inneres Erleiden. So glattweg abstrakt, daß es nicht wehtut, so wie die Forschungen in der physischen Welt verlaufen, so ist eine Forschung in den höheren Welten nicht zu erlangen, wenn sie mehr sein soll als Phantasterei. Daher die Bemühungen, die ich gestern versuchte: abzulenken bei der Schilderung des Jesuslebens von abstrakten Begriffen, von abstrakten Schilderungen. Erinnern Sie sich, worauf ich in der Hauptsache Ihre Aufmerksamkeit lenkte als auf das, worauf es ankommt. Ich sagte: So war das Leben des Jesus von Nazareth zwischen dem zwölften, achtzehnten, zwanzigsten und bis zum dreißigsten Jahr. - Was man da schildert, das ist es weniger, worauf es ankommt. Worauf es ankommt, ist, ein lebendiges Fühlen zu bekommen von dem, was die Jesusseele durchgemacht hat, indem sie das erlebte, was geschildert worden ist, nachzufühlen den Schmerz der Einsamkeit, den unendlichen Schmerz, einsam dazustehen mit Urwahrheiten, für die keine Ohren da waren, zu hören. Hinweisen wollte ich auf das Empfindungsleben des Jesus von Nazareth. Den dreifachen großen Mitschmerz der Menschheit für die Zeit vom zwölften bis zum dreißigsten Jahr wollte ich darlegen. Nicht so sehr dadurch, daß Sie die Ereignisse, die ich versuchte anzudeuten, nun sich selbst oder anderen erzählen, wissen Sie etwas von der Bedeutung des Jesus-Erlebens als einer Vorbereitung zum Mysterium von Golgatha, sondern dadurch erst, daß Sie sich eine Vorstellung verschaffen, die tief Ihre Seele bewegt und erschüttert, eine Vorstellung von dem, was gelitten werden mußte von diesem Menschen Jesus von Nazareth, bis er herantreten konnte an das Mysterium von Golgatha, damit der Christus-Impuls in die Erdenentwickelung einfließen konnte.
[ 8 ] Perhaps what I have said will serve to show that this occult research is completely different from research in the outer world. If you can think the analogies through, they provide the correct hints: You can imagine yourselves as the grains of wheat ground into porridge by your teeth in order to have a mental image, which is an analogy for reading in the consciousness of the Archai. One must be mentally ground up and feel it. It means that higher research is not possible without inner pain and suffering. If it is so abstract that it doesn't hurt, as is research in the physical world, then research in the higher worlds cannot be achieved if it is to be more than complete fantasy. Therefore my efforts yesterday in describing the life of Jesus to separate it from abstract concepts and descriptions. Remember what I said in an attempt to point out what is important. I said: this was the life of Jesus of Nazareth from his twelfth, eighteenth and up to his thirtieth year. What I described is less important than having a vivid feeling of what Jesus' soul went through, to feel the pain of loneliness, the endless pain of having to stand alone with the untruths about which there were many ears to hear. I wanted to point out Jesus of Nazareth's feelings. His great threefold compassion for humanity from his twelfth to his thirtieth year. Not by describing the events to yourselves or to others, will you know something about the meaning of Jesus' experience as preparation for the Mystery of Golgotha, but rather that by conceiving of an idea—a mental picture—which shocks and moves your souls, a picture of what that man Jesus of Nazareth had to suffer before the Mystery of Golgotha in order that the Christ-impulse could stream into the earth's evolution.
[ 9 ] Dadurch wirdeinelebendige Vorstellung von diesem Christus-Impuls hervorgerufen, daß man dieses Leiden sich wieder erweckt, daß man die Tatsachen schildern muß, die sich auf solche Dinge beziehen, wie die jetzt betrachteten, indem man versucht, Empfindungen zu vergegenwärtigen. Das können Sie aus der Art der Akasha-Forschung entnehmen, die ich in ein paar Worten zu charakterisieren versuchte. Je mehr es gelingt, diese wogenden, wellenden und webenden Empfindungen einer solchen Wesenheit, wie Jesus von Nazareth es war, wieder in sich zu empfinden, desto mehr dringt man in solche Geheimnisse ein.
[ 9 ] In this way a vivid idea of the Christ-impulse is brought about in that the suffering is reawakened, so that one must describe these facts which are related to such things by trying to bring to mind feelings. You can see this in how I tried to characterize in few words what Akasha research is. The more you are able to feel in yourselves the billowing, undulating feelings in a being such as Jesus of Nazareth was, the more you fathom such mysteries.
[ 10 ] Was nunmehr in diesem Jesusleben kommt - ich brauche es nicht zu schildern, es ist oft davon gesprochen worden -, daß durch die Johannestaufe im Jordan in die drei Hüllen des Jesus von Nazareth, nachdem sie durchgeistigt worden waren durch das Leben des ZarathustraIchs in ihnen, die Christus-Wesenheit eintrat, also eine Wesenheit aus dem Gebiete der geistigen Welt herabstieg und das weitere Schicksal hatte, nun durch drei Jahre in einem Menschenleibe zu sein, an einen Menschenleib gebunden. Wichtig ist es, daß wir uns klarmachen, was das eigentlich für eine Tatsache ist. Denn im Grunde genommen unterscheidet sich diese Tatsache ganz beträchtlich von allen anderen Tatsachen der Erdenentwickelung. Und in dem Augenblick, wo wir jetzt herantreten an das Ereignis, durch das in die Hüllen des Jesus von Nazareth die Christus-Wesenheit einzog, treten wir an etwas heran, was eigentlich nicht mehr bloß eine menschliche Angelegenheit der Erdenentwickelung ist. Das muß man sich auch einmal klarmachen. _
[ 10 ] I have often spoken about what happened then—that through the baptism in the Jordan, after Jesus of Nazareth's three bodies [physical, etheric, astral] were spiritualized by the Zarathustra-I in them, the Christ-being entered them, that is, a being from the realm of the spiritual world descended whose destiny was to live bound in a human body for three years. It is important to understand what that fact means. Because this fact is fundamentally different from all other facts in the earth's evolution. Here we are entering into something which is not merely a human event in the earth's evolution. This must by clear.
[ 11 ] Man kann diese Angelegenheit vom menschlichen Standpunkt betrachten. Dann sagt man: Es hat einmal einen Menschen gegeben, wie wir ihn geschildert haben. Er nahm auf die Christus-Wesenheit, den Christus-Impuls. - Aber man kann die Sache auch ganz anders betrachten, obwohl die Betrachtungen, die man dabei anzustellen hat, recht dünn an Vorstellungen verlaufen müssen; das macht aber nichts. Wir werden uns nach unserer geisteswissenschaftlichen Vorbereitung etwas dabei denken können.
[ 11 ] We can consider this from a human standpoint. Then we say: “Once there was a man as we have described him. He received the Christ-being, the Christ-impulse”. But we can also consider it differently, although the considerations are rather skimpy on representations, that's doesn't matter. By means of our spiritual-scientific preparation, we will be able to make something of them.
[ 12 ] Nehmen wir einmal an, wir säßen im Rate der Menschen nicht als Menschen und betrachteten das Mysterium von Golgatha, sondern wir säßen im Rate der höheren Hierarchien als ein Wesen der höheren Hierarchien und betrachteten das Mysterium von Golgatha. In geistiger Beziehung ist diese Änderung des Gesichtspunktes durchaus möglich. Es läßt sich dies vergleichen etwa damit: Wenn wir einen Berg vor uns haben, auf dessen mittlerer Höhe ein Dorf liegt, kann man das Dorf von unten sehen, man kann es aber auch vom Gipfel des Berges anschauen. Es ist ganz natürlich, daß man meistens das Mysterium von Golgatha vom menschlichen Standpunkte aus ansieht. Man kann aber auch einmal hinaufsteigen in die Sphäre der höheren Hierarchien. Wie würde man dann sprechen von dem Mysterium von Golgatha? Dann müßte man sagen: Als die Erde mit ihrer Entwickelung begonnen hat, da hatten die Wesenheiten der höheren Hierarchien mit den Menschen gewisse Absichten. Sie wollten die irdische Entwickelung in einer bestimmten Weise lenken. Aber in diese vorgesehene Lenkung der irdischen Angelegenheiten der Menschheit hat sich zunächst Luzifer hineingemischt. Da also schaut man als eine Wesenheit der höheren Hierarchien auf die Erdenentwickelung herab, wie man die Menschengeschicke leiten will — da verändert Luzifer die Richtung dieser Entwickelung, die man in anderer Form leiten wollte.
[ 12 ] Imagine that we are sitting in a council considering the Mystery of Golgotha not as men, but in a council of the higher hierarchies as the beings of the higher hierarchies are considering the Mystery of Golgotha. In a spiritual sense this change in viewpoint is possible. A comparison could be: We have a mountain before us and halfway up is a town. We can see the town from below, but it can also be observed from the summit. Naturally we mostly observe the Mystery of Golgotha from a human point of view. But we could also climb up to the sphere of the higher hierarchies. How then would we speak of the Mystery of Golgotha? We would have to say: When the earth's evolution began, the beings of the higher hierarchies had certain intentions for humanity. They wanted to guide the earth's evolution in a certain way. But Lucifer inserted himself into this intended guidance of humanity's earthly affairs. So if we are looking down at earth evolution as a being of the higher hierarchies, we see that Lucifer changed the direction of this evolution from our original intention.
[ 13 ] Jetzt sieht man weiter herunter auf die Menschheitsevolution und sagt sich: Nicht alles, was da unten geschieht, geschieht durch uns. Da mischt sich fortwährend Luzifer hinein. Dadurch, daß Luzifer sich hineinmischte und später auch noch Ahriman dazu kam, ist gegenüber den Taten der höheren Hierarchien ein fremdes Element in der Menschheitsentwickelung darin. Man kann in einer gewissen Weise es so ausdrücken, daß diese Wesenheiten der höheren Hierarchien sich sagten: Bis zu einem gewissen Grade ist das irdische Feld für uns verloren. Da sind Kräfte darinnen, die dieses irdische Feld mit den Menschenseelen uns entfernen.
[ 13 ] And we say: Not everything that happens down there happens through us. Lucifer is continually intervening. Due to Lucifer's intervention, and later Ahriman's, a foreign element is present in human evolution. It could be expressed in such a way that the beings of the higher hierarchies say: “To a certain extent the sphere of the earth has been lost to us. There are forces there which distance the earth with its humanity from us”.
[ 14 ] Nun geschieht die Lenkung durch die höheren Hierarchien so, daß diese stufenweise, je nach ihren Kräften, an dieser Führung beteiligt sind, zunächst die niedrigsten. Die Angelegenheiten der Erdenentwickelung werden so geführt, daß zwar die hohen Wesenheiten bis hinauf zu den höchsten tätig sind, daß sie aber gewisse Angelegenheiten durch ihre Diener besorgen lassen, durch die Engel, Erzengel und Archai, so daß zunächst diese eingreifen in die Evolution.
[ 14 ] Guidance by the higher hierarchies is gradual; each participates according to its powers, first of all the lowest. All the hierarchies participate in earth's evolution, up to highest, but these latter leave certain tasks to their subordinates—to the Angels, Archangels and Archai. So they are the first to be active in the evolutionary process.
[ 15 ] Wir versetzen uns, so sagte ich - selbstverständlich in aller Demut -, in den Rat der höheren Hierarchien, nicht in den Rat der Menschen. Wir können dann sagen: Da sind unsere Boten, die Engel, Erzengel und Archai; sie könnten unsere Befehle so gut ausführen, wenn nicht in dem irdischen Felde fremde Kräfte darinnen wären. — Und da kommt dann der große Ratschluß der Götter heraus, der etwa zu folgendem Resultat führt: Weil wir nicht in der Lage waren, Luzifer und Ahriman von der irdischen Entwickelung abzuhalten, dadurch haben unsere Diener, die Engel, Erzengel und Archai, die Möglichkeit verloren, von einem bestimmten Zeitpunkte an für die Menschen das zu tun, was in unserem Sinne getan werden müßte. — Und dieser Zeitpunkt war eben der, in den das Mysterium von Golgatha fiel.
[ 15 ] We transfer ourselves—in all humility of course—to the council of the higher hierarchies, not the council of men. Then we can say: “Our messengers, the Angels, Archangels and Archai are there; they could carry out our orders very well if foreign powers were not present in the sphere of earth”. So the great council decides something like the following: "Since we were not able to prevent Lucifer and Ahriman from interfering in the earth's evolution, our subordinates, the Angles, Archangels and Archai, have lost the ability, from a certain point in time, to do for humanity what had to be done according to our intentions." And this point in time was when the Mystery of Golgotha took place.
[ 16 ] Als dieser Zeitpunkt heranrückte, mußten sich die Götter der höheren Hierarchien sagen: Wir verlieren die Möglichkeit, daß unsere Diener in die Menschenseelen eingreifen. Dadurch, daß wir Luzifer und Ahriman nicht abhalten konnten, sind wir nur imstande, bis zu diesem Zeitpunkt zu wirken durch unsere Diener. Dann entstehen in den Menschenseelen Kräfte, die nicht mehr von den Engeln, Erzengeln und Archai dirigiert werden können. Die Menschen entfallen uns durch die Kräfte von Luzifer und Ahriman.
[ 16 ] As this point in time approached, the gods of the higher hierarchies had to say: “We are losing the possibility for our subordinates to intervene in human souls. Because we could not deter Lucifer and Ahriman, we have only been able to act through our subordinates until this point in time. Thus forces arise in human souls, which can no longer be conducted by the Angels, Archangels and Archai. The human beings are turning away from us through the powers of Lucifer and Ahriman”.
[ 17 ] Das war tatsächlich — wenn wir so sagen dürfen — die «Stimmung im Himmel», als der Zeitpunkt herannahte, mit dem die neue Zeit als ihrem Beginne rechnet. Daß durch ihre Diener nicht mehr genügend gesorgt werden konnte für die Menschen von einem bestimmten Zeitpunkte an, das war die große «Angst» der Götter. Sie werden den Ausdruck nicht mißverstehen, denn Sie sind vorbereitet durch die Geisteswissenschaft, daß Ausdrücke einen anderen Sinn und Empfindungswert bekommen, wenn man sich ihrer bedient zur Charakterisierung der höheren Welten.
[ 17 ] That was really—if I may express it so—the mood in heaven as the point in time approached which was calculated to be the beginning of the new era. Because their subordinates could no longer sufficiently care for humanity from a certain point in time, it became the “angst” of the gods. You will not misunderstand this, for you are prepared by spiritual science to understand that expressions have a different sense and feeling value when used to characterize the higher worlds.
[ 18 ] Diese Götterangst rückte heran; immer quälender und quälender und quälender wurde sie — wenn wir so sagen dürfen - in den Himmeln. Da entstand der Entschluß, den Sonnengeist herabzusenden, ihn hinzuopfern, indem man sich sagte: Er soll fortan ein anderes Los wählen, als im Rate der Götter zu sitzen; er soll einziehen auf den Schauplatz, wo menschliche Seelen leben. Wir opfern diesen Sonnengeist hin. Bis jetzt lebte er unter uns, in den Sphären der höheren Hierarchien; jetzt zieht er durch das Tor des Jesus in die Erdenaura ein.
[ 18 ] This divine anxiety grew, ever more tantalizing, ever more worryingly—if I may say so—in the heavens. So the decision was made to send the Sun Spirit down, to sacrifice him by deciding: “He shall choose a different lot from now on than that of sitting in the council of the gods: he shall enter the arena where human souls live. We sacrifice this Sun-Spirit to them. Until now he has lived among us, in the spheres of the higher hierarchies; now he will enter the earth aura through the portal of Jesus”.
[ 19 ] So war es im Rate der Götter, als das Mysterium von Golgatha eintrat; so sieht die Sache von oben aus. Wir haben es also mit einer Angelegenheit der die Erde führende: Götter, nicht bloß mit einer menschlichen Angelegenheit zu tun. Die Sache kann so angesehen werden, daß man nicht bloß fragt: Was muß für die Menschheit geschehen, damit sie nicht auf der abschüssigen Bahn sich verliert? — sondern von der anderen Seite konnte so gefragt werden: Was haben wir Götter zu tun, um einen Ausgleich zu schaffen für das, was geschehen ist, indem wir Luzifer und Ahriman zulassen mußten bei der Erdenevolution?
[ 19 ] That's how it looked from above in the council of the gods as the Mystery of Golgotha approached. It was an affair of the gods who guide the earth, not merely a human affair. It can be understood as not merely asking: What must be done so humanity is not lost on its precipitous path? Rather the question: What should we gods do in order to create a counterbalance for what has happened because we had to allow Lucifer and Ahriman into earth evolution?
[ 20 ] Und nun kann man sich eine Empfindung davon verschaffen, daß das Mysterium von Golgatha noch etwas anderes ist als eine bloß irdische Angelegenheit, daß es eine Angelegenheit der Götter ist, ein Ereignis der Götterwelt. Wahrhaftig, bedeutender noch als es für die Menschen war, daß sie den Christus aufnehmen konnten, war es für die Götter, daß sie abgeben mußten den Christus an die Erde.
[ 20 ] And one can then create a feeling that the Mystery of Golgotha is other than a mere earthly affair, that it is an affair of the gods, an event of the world of the gods. Truly, it was more important for the gods that they had to give up Christ to the earth than it was for humanity to receive Christ.
[ 21 ] Und was ist eigentlich im Grunde genommen das Erkennen des Mysteriums von Golgatha noch außer dem, daß man darin das Mittelpunktsereignis der Erde erkennen kann? — Daß man, indem man hinschaut auf das Mysterium von Golgatha, es als eine Götterangelegenheit ansieht; daß die Götter da ein Himmelsfenster öffnen, daß sie ihre Angelegenheiten eine Weile vor den Augen der Menschen abmachen, und daß der Mensch zuschauen kann bei dieser Götterangelegenheit! Das muß man fühlen lernen, indem man hinblickt auf das Mysterium von Golgatha, daß es so ist, wie wenn man vor dem immer verschlossenen Himmelshause hinginge, und wie wenn man in diesem Punkte an einem Fenster vorbeiginge und durch dieses Fenster hineinsehen dürfte in das, was sonst immer hinter den Mauern des Götterwohnsitzes unsichtbar war.
[ 21 ] And what is knowledge of the Mystery of Golgotha more than recognizing it as earth's central event? That when one observes the Mystery of Golgotha it is seen as an affair of the gods, that the gods opened a window to heaven, that the gods revealed their affairs to human eyes for a while and that men could observe these godly affairs! One must learn to feel this observing the Mystery of Golgotha by imagining that if one were to pass by the closed house of heaven, one could look through that window and see what otherwise is invisible behind the walls of the domicile of the gods.
[ 22 ] So fühlt sich auch in Ehrfurcht der wirklich okkultistisch empfindende Mensch gegenüber dem Mysterium von Golgatha wie jemand, der um ein Haus herumschleicht, das überall verschlossen ist, nur ahnend, was darinnen vorgeht. An einer Stelle aber ist ein Fenster, durch das er Zeuge werden kann von einem kleinen Ausschnitt dessen, was darinnen vorgeht. Solch ein Fenster gegenüber der geistigen Welt ist für den Menschen das Mysterium von Golgatha. So muß man das empfinden, was da geschah, als die Christus-Wesenheit herabstieg in den Leib oder eigentlich in die drei Hüllen des Jesus von Nazareth. Immer tiefer und tiefer sollen wir uns mit dieser Idee durchdringen, daß wir Zuschauer sind durch das Mysterium von Golgatha bei einer Götterangelegenheit.
[ 22 ] The person with reverent feelings about the occult nature of the Mystery of Golgotha is like someone who walks silently around a house that is always closed, only suspecting what is happening inside. At one point there is a window through which he can witness a small part of what is happening inside. For humanity the Mystery of Golgotha is such a window to the spiritual world. Therefore we must feel what happened as the Christ-being descended into the body—or rather the three bodies—of Jesus of Nazareth. We should absorb this idea ever deeper, that we are witnesses to a godly affair through the Mystery of Golgotha.
[ 23 ] Wenn von solchen Dingen gesprochen wird, müssen die Worte in einer anderen Weise gebraucht werden als im gewöhnlichen Leben. Man muß von etwas sprechen, wie von der «Angst», der «Furcht» der Götter vor dem Zeitpunkt, der dann erfüllt werden mußte in der Erdenevolution mit dem Mysterium von Golgatha. Man muß die Worte für die heilig-geistigste Angelegenheit der Menschheit in umgeprägter Weise gebrauchen. Es ist unendlich leicht für alle diejenigen in der Welt, die nur allzusehr bereit sind, aus Torheit, aus Frivolität, aus Eitelkeit oder aus anderen Gründen, herabzuwürdigen, was im heiligsten Sinne gemeint ist. Man braucht ja nichts anderes zu tun, als irgend etwas, was als Wort geprägt ist, so umzudrehen, wie man das Wort im exoterischen Leben haben will. Und man hat die Möglichkeit, in ihr Gegenteil zu verkehren eine solche Sache, die der Menschenseele abgerungen ist, wenn sie ausgesprochen ist bloß aus der inneren Nötigung heraus, die Wahrheiten der geistigen Welt zu verkündigen, die so schwer sich der Seele entreißen. Man verkehrt sie, indem man sie lächerlich, teuflisch, satanisch findet, wenn die nötige Frivolität, die nötige Leichtfertigkeit in den Seelen vorhanden ist. Diese ist in unserer Zeit nur allzusehr verbreitet in den Seelen. Und nur allzu gering ist die Wachsamkeit derer, welche da hüten sollten den Schatz der heilig-geistigen Wahrheiten, die gerade in unserer Gegenwart in die Herzen der Menschen einziehen sollen.
[ 23 ] When we speak of such things words must be used in a different way than in ordinary life. One must speak about such things as the gods' “angst” and “fear” before the time of the Mystery of Golgotha. One must use words about the spiritual affairs of humanity in a different way. It is very easy for those who are all too ready to denigrate what is meant in the most sacred sense—whether from stupidity, frivolousness, pride or other reasons. All they have to do is twist the meaning of words into how they are used in exoteric life. In that way it is possible to turn them into the opposite of what is meant, even though they come from the need to announce the truths of the spiritual world which are so difficult to wring from the soul. Their meanings are reversed, thereby making them sound ridiculous or satanic. This is all too widespread in our times. And those who should be protecting the treasure of the sacred-spiritual truths, which are so necessary for human souls just in these times, are not wakeful enough.
[ 24 ] Wie groß ist die Bequemlichkeit, mit der man seinen Geist nähren möchte! Wie oft muß man Bejammernswertes sehen! Wenn nur ein wenig über den Materialismus hinaus vom Geiste gesprochen wird, so erklären sich die Leute dadurch leicht befriedigt, weil sie sich dabei nicht anzustrengen, besonders ihr Gemüt nicht anzustrengen brauchen. Man sollte fühlen, wie man dadurch, daß man an der heiliggeistigen Betrachtung der heiligsten Angelegenheiten der Erdenentwickelung teilnimmt, eine Verantwortlichkeit hat gegenüber dem Gut der Schätze des Wissens, die sich auf die geistige Welt beziehen. Die Frivolität unserer Zeit auf diesem Gebiete ist so groß und nimmt es so leicht. Sie werden sie da und dort immer wieder auftauchen sehen, vielleicht aber in ihrer ganzen Abscheulichkeit nur bemerken, wenn Sie wachsam genug sind und Ihre Herzen genug für das Heiligste der geistigen Wahrheiten entzündet sind. Vielleicht können Sie sie dann taxieren und dadurch gute Hüter der Geistesschätze sein, die wir alle zusammen zu hüten berufen sind.
[ 24 ] How great is the comfort with which we like to feed our spirit! How often must we see lamentable things! If when speaking of the spirit one goes even a little beyond materialism, people declare themselves satisfied because that way they don't have to strain themselves, in particular they don't have to strain their sensibilities. What we must feel is that because we are taking part in a consideration of the most sacred developments in earthly evolution, we have a responsibility toward the treasures of knowledge relating to the spiritual world. There is great frivolity in our times about such things, and people tend to take it all lightly. You will notice it popping up here and there, but will only recognize its abominable nature if you're alert enough and your hearts are kindled enough for the most sacred of the spiritual truths. Perhaps then you can assess the value of the spiritual treasures and become their good guardians, for we are all called to guard them together.
[ 25 ] Man kann ein so ernstes Wort vielleicht am leichtesten da sprechen, wo man auf so etwas Wichtiges hinzudeuten hat, wie das ist: daß das Mysterium von Golgatha nicht bloß eine menschliche Angelegenheit, sondern eine Götterangelegenheit ist, und daß wir wie durch ein Fenster hineinschauen in diese Angelegenheit der Götter. Aber gerade das, was zu solcher Charakteristik geschieht, es wird in einer solchen Weise entstellt werden, daß ich hier davon gar nicht sprechen mag. Dann wird vielleicht der Zeitpunkt für Sie alle kommen, wo Sie sich auf die Wahrheit besinnen müssen, daß wir Worte für die sinnliche Welt umprägen müssen, wenn wir sie für die übersinnliche Welt anwenden wollen, und daß es leicht ist, sie dann in anderem Sinne zu deuten.
[ 25 ] Perhaps the easiest way to speak of something so important is: that the Mystery of Golgotha is not merely a human affair, but also an affair of the gods, and that we can observe this affair of the gods. But the way this is described will be distorted in such a way that I hesitate to even mention it. The time will perhaps come when it will be realized that we must reformulate the words of the sensible world when we use them for the super-sensible world, and that it is easy to insinuate other meanings to them.
[ 26 ] Das populäre Christentum gab das, was ich jetzt angedeutet habe, mit den Worten: Der Vater opferte der Menschheit seinen Sohn! - In diese Worte geprägt liegt auch für Menschenherzen, die fühlen wollen, in populärer Art das angedeutet, wovon im wahren Sinne gesagt werden kann: Das Mysterium von Golgatha ist eine Götterangelegenheit!
[ 26 ] Popular Christianity says what I have just indicated with the words: “The Father sacrificed his son for humanity”. These words describe what is felt by human hearts in a popular sense, though the true meaning is: The Mystery of Golgotha is an affair of the gods.
[ 27 ] Und wenn wir das zusammennehmen, was ich ausgesprochen habe, so werden wir eine Vorstellung von dem bekommen können, was sich vollzog in der Tatsache, die wir als die Johannestaufe im Jordan bezeichnen. Auf sie folgte dann das, was ja auch in den Evangelien angedeutet wird: Die Versuchung. Vom Gesichtspunkte der Akasha-Chronik werden wir etwa sagen: Nachdem der Jesus von Nazareth die Christus-Wesenheit in sich aufgenommen hatte, mußte er in die Einsamkeit gehen. Und in der Einsamkeit hatte er jetzt visionäres Erleben, das annähernd richtig in den Worten der hellseherischen Evangelienschreiber geschildert wird. Man kann es in ähnlicher Weise aussprechen; es muß nur eben angedeutet werden, daß jetzt die ChristusWesenheit mit den drei Leibern des Jesus von Nazareth wirklich in Verbindung war. Das heißt, sie war herabgestiegen aus den geistigen Höhen und nun an die Fähigkeiten der drei Leiber gebunden. Es wäre also falsch, wenn sich jemand vorstellen wollte, daß der Christus jetzt, weil er doch einer höheren Welt angehörte, aus der er herabgestiegen wat, die höhere Welt gleich hätte anschauen können, Einblick in sie gehabt hätte. Das ist nicht der Fall. Wer das unverständlich findet, der soll doch einmal bedenken, was es heißt, daß einer ein Hellseher ist. Wer ist ein Hellseher? Sie alle sind Hellseher! Alle! Keiner ist da, der nicht ein Hellseher ist. Warum sieht er nicht hell? Weil er die Organe nicht ausgebildet hat, um sich der Kräfte, die in allen Menschen sind, zu bedienen. Es handelt sich nicht darum, daß wir Fähigkeiten haben, sondern darum, daß wir sie benützen können.
[ 27 ] And if we consider all of what I have said, we can have an idea of what happened during the event which we call the baptism by John in the Jordan. The temptation, which is also described in the Gospels, followed. From the viewpoint of the Akasha Chronicle we would say: After Jesus of Nazareth took the Christ-being into himself he had to go into the wilderness. There he had clairvoyant visions, which are described fairly accurately by the words of the clairvoyant Gospel writers. It could also be said that now the Christ-being was really bound to the three bodies of Jesus. That means that he descended from the spiritual world and became limited to the capacities of the three bodies. Therefore it would be false to think that Christ, because he belonged to a higher world from which he had descended, could now immediately envision that higher world. That is not the case. Whoever finds this incomprehensible should think again about what it means to be clairvoyant. You are all clairvoyant! All! There is not one here who is not clairvoyant. So why don't you all see clairvoyantly? Because you haven't developed the organs in order to use the forces which reside in all humans. It is not a question of having the capacities, but rather of being able to use them.
[ 28 ] Die Christus-Wesenheit hatte alle möglichen Fähigkeiten, aber in den drei Hüllen des Jesus von Nazareth hatte sie nur die Fähigkeiten, die den drei Hüllen, den drei Leibern des Jesus von Nazareth entsprachen. Daher mußten sie auch so kompliziert vorbereitet werden, da die Fähigkeiten dieser drei Hüllen allerdings hohe Fähigkeiten waren, die mehr bedeuteten als die entsprechenden Fähigkeiten aller anderen Menschen auf der Erde. Aber der Christus war an sie gebunden, so wahr, als Ihre hellseherischen Fähigkeiten an die Organe gebunden sind, die Sie haben und nur noch nicht benützen können. Das war möglich durch die Fähigkeiten, welche die Zarathustra-Seele in den drei Leibern des Jesus von Nazareth zurückgelassen hatte, daß jetzt der Christus sich dieser Zarathustra-Fähigkeiten in ihrem Überreste in den drei Leibern bediente, um zunächst einer Wesenheit gegenüberzutreten, die allen Stolz, allen Hochmut, deren eine Menschenseele fähig ist, aufrütteln sollte. Dieser Wesenheit trat der Christus Jesus entgegen.
[ 28 ] The Christ-being had all possible capacities, but in the three bodies of Jesus of Nazareth he only had the capacities which corresponded to those three bodies. That is why they had to be prepared in such a complicated manner, for the capacities of these three bodies were indeed high capacities, greater than the corresponding capacities of all the other people on the earth. But Christ was bound to them just as your clairvoyant capacities are bound to the organs which you have, only cannot yet use. It was possible through the capacities which the Zarathustra-soul had left behind in Jesus of Nazareth's three bodies, the remnants of which now served Christ to confront a being who could arouse all the pride and arrogance that a human soul is capable of. This being confronted the Christ Jesus.
[ 29 ] In diesem Augenblick verspürte er, was diese Wesenheit in ihm durch jene innere Sprache der Visionen auswirkte: Das, was in der Bibel geschildert ist mit den Worten: «Alle Reiche, die du um dich siehst», es waren die Reiche der geistigen Welt, «die können dein sein, ‘ wenn du mich als den Herrn dieser Welt anerkennst!» Wenn man es im Stolz, im Hochmut am höchsten bringt und mit diesem Stolze in die geistige Welt hineingeht, so kann man innerhalb dieser geistigen Welt, dadurch, daß der Hochmut alles überflutet, in den Besitz des Weltreiches des Luzifer kommen, wenn man alles andere zurückläßt, außer dem Hochmut. Man ist nur als Mensch nicht dazu organisiert; man würde einem furchtbaren Schicksal entgegengehen.
[ 29 ] At that moment he sensed what that being was attempting in the language of visions—what the Bible describes with the words: “All the kingdoms you see before you”—kingdoms of the spiritual world—“can be yours if you recognize me as the lord of this world.” If one is full of pride and arrogance and brings it into the spiritual world, one can own this world's kingdom of Lucifer because arrogance submerges everything else if everything except arrogance is left behind. But man is not prepared for that; it would mean confronting a terrible destiny.
[ 30 ] Vor diese Möglichkeit wurde der Christus Jesus gestellt. Und jetzt tauchten in seiner Seele zwei Bilder auf: ein Bild, das dem Erlebnis entsprach, das er auf dem Wege zum Jordan gehabt hatte mit dem Menschen, den ich Ihnen gestern als den Verzweifelten schilderte. Und vor dem Jesus von Nazareth stand wieder die Gestalt, die an den Verzweifelten herangetreten war im Traume. Diese Gestalt sah er wieder als den, der da sagte: Erkenne mich an als den Herrn der Welt. - Dann erkannte er auch wieder in der Gestalt denjenigen, den er vor den Toren der Essäer als Luzifer gesehen hatte. Dadurch wußte er jetzt, daß Luzifer zu ihm sprach, und - er wies seinen Angriff zurück. Er besiegte Luzifer.
[ 30 ] The Christ Jesus faced this possibility. Then two images appeared before his soul. The first was of his experience on the way to the Jordan river, which I described yesterday as having met the despairing man. And once again the figure which had appeared to that despairing man in a dream stood before Jesus of Nazareth's soul, who now said: “Recognize me as lord of the world”. Then he recognized that figure as the one he had seen at the gates of the Essenes: Lucifer! Therefore he knew that now Lucifer was speaking to him, and he repulsed the attack. He defeated Lucifer.
[ 31 ] Da traten zwei Wesen in einem zweiten Angriff an ihn heran, und das, was er als Eindruck bekam, entsprach wiederum ungefähr dem, was in der Bibel geschildert wird. Gesagt wurde ihm: Zeige deine ganze Furchtlosigkeit, deine Stärke, was du als Mensch vermagst, indem du dich hinunterstürzest von den Höhen und dich nicht vor Schaden fürchtest. — In einem solchen Falle soll in der Menschenseele alles erwachen an Kraftbewußtsein, an Mut, der den Menschen aber auch mutwillig machen kann. Zwei Gestalten standen vor ihm. Dadurch, daß Jesus den Eindruck vor den Essäertoren gehabt hatte, es seien Luzifer und Ahriman, die da fortflohen, und dadurch, daß er den Eindruck hatte, in der einen Gestalt verhülle sich das Wesen, das dem Aussätzigen, dem er auf dem Wege zum Jordan begegnet war, sich als der Tod gezeigt hatte, dadurch erkannte er jetzt Luzifer und Ahriman. So wurde das, was er auf jenem Wege erlebt hatte, wiedererlebt. Auch diese Attacke wies er ab. Er besiegte Luzifer und Ahriman!
[ 31 ] Then two beings came to attack him, and he had the impression which was more or less what the Bible describes. They said to him: “Show all your fearlessness, your strength, show what you can do as a man by throwing yourself from the heights and not fear being injured”. In such a case consciousness of strength and courage should awaken in the human soul, but it can also make him a sensualist. Two figures stood before him. Because Jesus had had the impression that it was Lucifer and Ahriman who had flown away from the Essene gates, he now had the impression that within one of them was the same being whom the leper had encountered and who had presented himself as death. Because of these experiences he recognized Lucifer and Ahriman. Thus he relived what he had experienced on the road to the Jordan. He also repulsed this attack. He defeated both Lucifer and Ahriman.
[ 32 ] Da kam Ahriman noch einmal heran. Und jetzt war auch das, was Ahriman als eine Art Versuchung vor dem Christus Jesus sagte, etwas, was sich wiedergeben läßt mit den Worten der Bibel: «Mache, daß diese Steine zu Brot werden, um Deine Macht zu zeigen.» Aber jetzt war es, daß der Christus Jesus nicht vollständig Antwort geben konnte auf das, was Ahriman forderte. Den ersten und den zweiten Angriff konnte er abschlagen: den Angriff des Luzifer allein und des Luzifer und Ahriman zusammen, die sich gegenseitig paralysierten. Aber jetzt konnte er den Angriff des Ahriman nicht abschlagen. Daß so der Angriff des Ahriman nicht ganz abgeschlagen werden konnte, das behielt eine Bedeutung für die Wirksamkeit des ganzen Christus-Impulses auf der Erde.
[ 32 ] Then Ahriman came again. A kind of temptation ensued. He said to Christ Jesus something similar to what the Bible describes: “Make these stones into bread to show your power.” But now Jesus could not give a complete answer to what Ahriman demanded. He was able to repulse the first and the second attacks: the attack by Lucifer alone and the attack of both together. But now he could not repulse Ahriman's attack. The fact that he could not totally repulse Ahriman's attack had meaning for the effectiveness of the Christ-impulse on earth.
[ 33 ] Ich muß schon in einer etwas populären, ja fast trivialen Form charakterisieren, was das heißt: Mache diese Steine zu Brot, daß sie Nahrung werden für die Menschen. — Ahriman ist zunächst durch die Wirksamkeit der höheren Hierarchien für den Rest der Erdenentwikkelung bis zum Vulkan hin nicht vollständig aus dem Feld zu schlagen. Es wird niemals unmöglich sein, durch rein geistige Anstrengung die innere Versuchung des Luzifer zu besiegen: die von innen aufsteigenden Wünsche, Begierden, Leidenschaften, was aufsteigt an Stolz, an Hochmut, an Übermut. Luzifer läßt sich, wenn er allein den Menschen angreift, durch Geistiges besiegen. Auch wenn Luzifer und Ahriman, beide zusammen, von innen heraus den Menschen angreifen, so läßt sich durch geistige Mittel der Sieg erringen. Wenn aber Ahriman allein ist, versenkt er seine Wirksamkeit in das materielle Geschehen der Erdenevolution. Da ist er nicht ganz aus dem Felde zu schlagen. Ahriman, Mephisto, Mammon - es decken sich ja diese Begriffe -, sie stecken im Gelde, in alledem, was mit dem äußeren natürlichen Egoismus zusammenhängt. Indem immer notwendig ist, daß sich dem Menschenleben etwas von dem beimischt, was äußerlich materialistisch ist, muß der Mensch mit Ahriman rechnen. Sollte der Christus den Menschen auf Erden so recht helfen, so mußte er Ahriman wirksam sein lassen. Ahriman, das Materielle, muß mitwirken bis zum Schluß der Erdenevolution. Durch den Christus mußte die Wirksamkeit des Ahriman unbesiegt bleiben. Ahriman wurde nicht vollständig besiegt. Der Christus muß sich herbeilassen, bis zum Ende der Erdenentwickelung mit Ahriman zu kämpfen. Ahriman mußte dableiben.
[ 33 ] I must characterize what this mean in a popular, almost frivolous way: Make these stones into bread, so they become food for humanity. The higher hierarchies were not able to completely eliminate Ahriman from the field of the earth's evolution until the Vulcan epoch. It will never be possible through purely spiritual efforts to defeat Ahriman's inner temptations: the desires, cravings and lusts which arise from within, and what arises as arrogance and sensuality. When Lucifer attacks men alone he can be defeated by spirituality. Also when Lucifer and Ahriman attack together from within, they can be defeated through spiritual means. But when Ahriman is alone, he engulfs his effectiveness in the material events of earth evolution. That cannot be completely fended off. Ahriman, Mephisto, Mammon—they mean the same. They are immersed in money and in everything connected with human egotism. The fact that it is necessary for human life to be commingled with materialistic things means that humanity must reckon with Ahriman. If Christ was to help earthly humanity in the right way he had to allow Ahriman to act. Ahriman, the material, must be active until the end of the earth's evolution. His work had to remain undefeated by Christ, not completely overcome. The Christ must accept the struggle with Ahriman until the end of earth evolution. Ahriman had to remain.
[ 34 ] Dasjenige, was wir im Inneren an Angriffen des Luzifer, an Angriffen von Luzifer und Ahriman zugleich haben, können wir als Menschen besiegen. Die Kämpfe in der materiellen Außenwelt müssen ausgekämpft werden bis zum Schlusse der Erdenentwickelung. Daher mußte der Christus den Ahriman zwar in Schach halten, aber ihn neben sich bestehen lassen. Daher konnte es geschehen, daß Ahriman auch neben dem Christus auf Erden wirksam blieb während der drei Jahre, die Christus im Leibe des Jesus von Nazareth wirkte, und daß er dann in die Seele des Judas hineinfuhr und tätig war in dieser Seele zum Verrat des Christus. Was durch Judas geschah, hängt zusammen mit dem, was die nicht ganz gelöste Frage der Versuchung ist nach dem Ereignis am Jordan.
[ 34 ] We as humans can overcome the attacks of Lucifer and the attacks of Lucifer and Ahriman together. The struggle in the material outer world must be fought out until the end of the earth's evolution. Therefore Christ had to hold Ahriman in check, but allow him to stand alongside him. For this reason Ahriman remained active during the three years that Christ worked in the body of Jesus of Nazareth, and he entered the soul of Judas and was decisive in the betrayal of Jesus. What happened through Judas is related to the temptation in the desert after the baptism in the Jordan.
[ 35 ] Nach und nach erst, langsam und allmählich, verband sich die Christus-Wesenheit mit den drei Leibern. Das dauerte drei Jahre. Anfangs war sie nur lose verbunden, und erst allmählich preßte sie sich in die drei Leiber hinein. Erst als es zum Tode ging, war eine wirkliche Durchdringung der drei Leiber mit der Christus-Wesenheit da. Und all dem Leide und dem Schmerz gegenüber, die Jesus von Nazareth, wie ich Ihnen geschildert habe, in den drei Stadien seiner Entwickelung erlebt hat, ist unendlich viel größer das, was jetzt der Christus erlitt, indem er sich während drei Jahren nach und nach die Möglichkeit errang, ganz unterzutauchen in die drei menschlichen Hüllen. Das war ein fortgehender Schmerz, aber ein Schmerz, der wiederum sich verwandelte in Liebe und Liebe und Liebe. Und da kam das Folgende: Wenn wir so im ersten, im zweiten und im dritten Jahr die Art betrachten, wie der Christus Jesus im Kreise seiner nächsten Schüler lebte, so ist das verschieden in den verschiedenen Jahren. Im ersten Jahr war der Christus, wie gesagt, nur lose verbunden mit dem Leibe des Jesus von Nazareth. Da kommt es alle Augenblicke vor, daß der physische Leib da oder dort ist, und die Christus-Wesenheit wandelt mittlerweile umher. Wo in den anderen Evangelien erzählt wird, daß da oder dort der Herr seinen Jüngern erschien, da war der physische Leib an einem anderen Aufenthaltsort, während der Christus im Geistigen herumwanderte im Lande.
[ 35 ] Slowly and gradually the Christ-being united with the three bodies of Jesus. It took three years. At the beginning the bond was loose, and then it gradually pressed into the three bodies. Only when death approached were the three bodies truly permeated with the Christ-being. And all the suffering and pain experienced during the three stages of his development was immeasurably increased as he gradually was able to completely immerse himself in the three human bodies. It was a continual pain, but a pain which was transformed into love—and love—and love. And then the following happened. When we consider how the Christ Jesus lived during the first, second and third years he spent with his closest disciples, we find it to be different in each year. In the first year Christ was, as I said, only loosely bound to the body of Jesus of Nazareth. So there were moments when the physical body was in one place or another and the Christ-being was elsewhere. The other Gospels report that the lord appeared to his disciples when his physical body was somewhere else—meaning that Christ wandered about the land in spirit.
[ 36 ] Das war im Anfang. Dann verband sich immer mehr und mehr die Christus-Wesenheit mit dem Leibe des Jesus von Nazareth. Und dann geschah es später, wenn der Christus im Kreise seiner nächsten Schüler ging, daß diese mit ihm in innerer Weise verbunden waren so, daß er sozusagen nicht abgesondert von ihnen lebte. Je mehr er sich in seinen Leib einlebte, desto mehr lebte er sich in das innerste Wesen seiner Schüler ein. Jetzt ging er in der Schar seiner Schüler durch die Lande. Bald sprach er durch diesen, bald durch jenen Schüler durch die innige Gemeinschaft, wie er in die anderen sich einlebte, so daß, wenn sie über Land gingen, nicht mehr der Christus Jesus nur sprach, sondern einer der Jünger; aber der Christus sprach durch ihn. Und mit einer solchen Gewalt lebte er sich in die Jünger ein, daß sich der Gesichtsausdruck des Jüngers, durch den der Christus sprach, so veränderte, daß, wer außen zuhörte aus dem Volke, dem gegenüber, der da sprach, das Gefühl hatte, dieses sei der Meister. Der andere aber, welcher der Christus war, fiel so in sich zusammen, daß er gleichsam wie gewöhnlich aussah. So sprach er bald durch diesen, bald durch jenen im Lande umher. Das war das Geheimnis seiner Wirksamkeit in der letzten Zeit der drei Jahre.
[ 36 ] That was in the beginning. Then the Christ-being bound himself more and more to the body of Jesus of Nazareth. Later, when Christ was with the circle of his closest disciples, they were so intimately united with him that he was never separated from them. The more he lived into his body, the more he lived in the inner being of his disciples. He traveled about the land with his disciples. He would speak through one of them, then through another disciple of the inner group, so that as they went about the land it was no longer only Christ Jesus who spoke, but one of the disciples; but Christ spoke through them. He lived in the disciples with such power that the facial expressions of a disciple through whom Christ spoke changed so much that the people who heard him had the feeling that he was the master. Another, though, who was really Christ, was so modest that he looked ordinary. In this way he spoke through one then another throughout the land. That was the secret of his effectiveness during the last of the three years.
[ 37 ] Und wenn er so dahinzog mit seinen Jüngern und den Feinden immer gefährlicher erschien, dann sagten diese: Wie können wir ihm nachstellen? Wir können doch nicht die ganze Schar verhaften? Denn man weiß ja nie, wenn man den herausgreift, der da spricht, ob man den Richtigen hat oder den Falschen. Greift man den Falschen, dann ist der Richtige entkommen. Nie wußte man, ob man in dem, den man vor sich sah, nun auch den Richtigen hatte. Das war die große Angst! Man wußte, daß einmal der, einmal ein anderer sprach, und der Richtige war nicht zu erkennen, weil er die gewöhnliche Form von einem anderen annahm.
[ 37 ] As he went about with his disciples in this way and he seemed ever more dangerous to his enemies, they wondered: “How can we hunt him down? We can't arrest the whole bunch. For we can never know when we grab the one who is speaking if he's the right or the wrong one. If we grab the wrong one, the right one escapes.” That was their greatest fear. They knew that one spoke and then a different one did. And the right one was unrecognizable, for he took on the ordinary form of another.
[ 38 ] Es war etwas Wunderbares mit dieser Schar. Daher war es notwendig, daß ein Verrat geschah. Denn so, wie die Sache gewöhnlich dargestellt wird, so war sie nicht. Was sollte es denn heißen, daß der Judas dem einen Kuß geben mußte, welcher der Richtige war? Das wäre doch nach der gewöhnlichen Schilderung nicht schwer gewesen, den Jesus von Nazareth zu fassen. Der Kuß hätte keinen Sinn, wenn nicht einer, der da genau wissen konnte, welcher der Richtige war, ihn denen anzeigen mußte, die es nicht wußten. Aber aus dem angedeuteten Grunde wußten ja die Feinde nicht, wer der Richtige war.
[ 38 ] There was something wonderful about that group. Therefore a betrayal was needed. The way this is usually described is mistaken. What is it supposed to mean that Judas had to kiss the right one? According to the usual accounts it should not have been difficult to trap Jesus of Nazareth. So the kiss would make no sense if someone who knew which was the right one had to point him out to those who could already have known anyway. But because of the reasons I have related, the enemies did not know who the right one was.
[ 39 ] Erst als die großen Leiden ihm unmittelbar bevorstanden, als das Mysterium von Golgatha eintrat, da war eine vollständige Verbindung der Christus-Wesenheit mit den Leibern des Jesus von Nazareth hergestellt. Da geschah dann dasjenige, was ja in schöner Weise in den anderen Evangelien geschildert ist. Vor allen Dingen ist für den Seherblick, der sich Akasha-Chronik-mäßig hinrichtet auf das, was damals geschehen ist, durchaus eine der wirklichen Tatsachen, daß, während der Christus am Kreuze hing, in der Gegend von Golgatha weitum die Erde so wie bei einer Sonnenfinsternis verfinstert war. Ich kann nicht sagen, ob es sich um eine Sonnenfinsternis oder um eine mächtige Wolkenverfinsterung handelte, aber eine solche Finsternis, wie sie sonst bei einer Sonnenfinsternis beobachtet werden kann, war um das Ereignis des Mysteriums von Golgatha herum.
[ 39 ] Only when the great suffering—the Mystery of Golgotha—was before him was the total union of the Christ-being with the bodies of Jesus of Nazareth accomplished. What happened then is beautifully described in the other Gospels. For the seer who reads in the Akasha Chronicle about what happened, it is a fact that while Christ was hanging on the cross something like an eclipse of the sun took place in the area around Golgotha. I can't say if it was an eclipse of the sun or a powerful darkening of the clouds, but a darkening like what can be observed during an eclipse of the sun took place in the area around the event of the Mystery of Golgotha.
[ 40 ] Wenn der okkulte Blick das Leben auf der Erde bei einer solchen Verfinsterung ansieht, dann zeigt sich ihm alles Lebende ganz anders, als wenn eine solche Verfinsterung nicht da ist. Der Zusammenhang des Ätherleibes und des physischen Leibes ist bei den Pflanzen ein ganz anderer; und auch bei den Tieren stellen sich Astralleib und Ätherleib während einer solchen Verfinsterung ganz anders dar. Bei einer solchen Sonnenfinsternis ist es ganz anders auf der Erde, als wenn die Sonne einfach fehlt in der Nacht. Natürlich ist es nicht so, wenn im gewöhnlichen Sinne der Himmel mit Wolken bedeckt ist, sondern nur, wenn eine besonders dichte Verfinsterung eintritt, und eine solche war damals eingetreten. Wie gesagt, ich weiß noch nicht, ob es eine Sonnenfinsternis war, aber was zu sehen ist, das ist so wie eine Sonnenfinsternis. Während dieser Veränderung auf der Erde, auch im physischen Sinne, ging das, was wir die Christus-Wesenheit nennen, über in die lebendige Erdenaura. Die Erde hatte durch den Tod des Christus Jesus den Impuls des Christus empfangen.
[ 40 ] When occult vision observes life on earth during such a darkening, all living things are shown to him differently than when there is no such darkening. In plants the connection of the etheric body and the physical body is different; and also in animals the astral body and the etheric appear completely different. During an eclipse of the sun it is different on the earth from when the sun is simply missing in the night. Of course this is not the case when in the ordinary sense the sky is covered with clouds; only when an especially thick darkening occurs. And such a darkening took place then. As I said, I cannot yet tell if it was an eclipse of the sun, but what can be seen was like an eclipse of the sun. While this transformation of the earth was taking place, also in the physical sense, he whom we call the Christ-being went over into the earth's living aura. Through the death of Christ Jesus the earth received the Christ impulse.
[ 41 ] Das Größte, was sich auf Erden zugetragen hat, muß man mit solch einfachen Worten stammeln, weil es eigentlich menschlichen Worten nicht möglich ist, dieses Größte irgendwie auch nur annähernd sinngemäß zu schildern.
[ 41 ] The greatest event to occur on earth must be described in such simple, stammering words, because it is impossible to even approximate this greatness with human words.
[ 42 ] Dann, als der Leib des Jesus herabgenommen wurde und in ein Grab gelegt war, ist das wiederum eine wirkliche Beobachtung, daß ein Naturereignis eintrat, wie etwas, was in das moralische Menschenleben hereintritt. Ein Wirbelwind entstand, ein Erdspalt bildete sich, der den Leib des Jesus aufnahm, während weggewirbelt wurden die Tücher von dem Leichnam. Erschütternd ist diese Beobachtung, daß die Anordnung der Tücher, wie sie im Johannes-Evangelium geschildert wird, sich wirklich dem anschauenden Blick ergibt.
[ 42 ] When the body of Jesus was taken down and placed in a tomb, a natural event occurred. A whirlwind arose, then the earth split open and the body of Jesus was taken into it as the shrouds were blown away from the body. It is awesome to see that the arrangement of the shrouds described in the Gospel of John coincides with this vision.
[ 43 ] Diese beiden Ereignisse: Erdenverfinsterung, Erdbeben und mächtiger Wirbelwind, sie zeigen uns so an einem Punkte der Erdenentwickelung, wie die Naturereignisse zugleich mit geistigen Ereignissen eintraten. Sonst findet etwas Derartiges nur bei lebenden Wesen statt, wie zum Beispiel einer Handbewegung der Willensentschluß und das Denken vorhergeht. Die Entwickelung der Erde ging so vor sich, daß wir es im gewöhnlichen Leben nur mit mechanischen Tatsachen zu tun haben. Nur in einem besonderen Augenblick haben wir es — auch bei anderen Tatsachen der Erde, aber bei dieser T’atsache im höchsten Maße — mit dem Zusammenfallen einer geistigen mit zwei physischen Tatsachen zu tun.
[ 43 ] These two events: the darkening of the earth, the earthquake and the powerful whirlwind show at one point in the earth's evolution how natural events coincide with spiritual events. Otherwise such things only occur with living beings as, for example, when thinking and a decision of the will precede a hand's movement. In ordinary life we are only concerned with such mechanical phenomena. Only at a very special moment did a spiritual and two physical phenomena coincide—also in other earthly phenomena, but most especially with this one.
[ 44 ] Ich glaube nicht, daß durch die Betrachtung dieser konkreten Tatsachen, die jetzt möglich ist, einer kleinen Anzahl von Seelen als eine Art Fünftes Evangelium zu erzählen, die große Idee beeinträchtigt werden kann, die wir uns mehr theoretisch von der Bedeutung des Mysteriums von Golgatha geschaffen haben. Im Gegenteil, ich glaube, wer versucht, immer tiefer und tiefer diese konkreten Tatsachen auf sich wirken zu lassen, fühlt das bekräftigt, was früher mehr theoretisch, mehr abstrakt, mehr gedankenmäßig über das Mysterium von Golgatha vorgetragen worden ist. Man wird aus der Art dieser Tatsachen erkennen, daß in diesem Zeitpunkt unserer ErdenentwickeJung wichtige Ereignisse dieser Erdenentwickelung sich vollziehen werden.
[ 44 ] I don't think that the consideration of these concrete facts, which it is now possible to describe to a small number of people as a kind of Fifth Gospel, can detract from the grand ideas we have more theoretically worked through about the Mystery of Golgotha. On the contrary, I believe that if we try to let these concrete facts work on us more and more deeply we will feel what was previously presented more theoretically, more abstractly, strengthened. We will realize through these facts that in this our own time in earthly evolution important events will take place.
[ 45 ] Man wird vielleicht erst die richtige Empfindung und Seelennuance gegenüber dem Mysterium von Golgatha durch die Erkenntnis dieser konkreten Tatsachen erlangen, und diese Empfindungsnuance wollte ich durch das, was ich aus dem Fünften Evangelium mitgeteilt habe, in Ihre Seelen legen. Vielleicht werden die einen oder die anderen, die an anderen Zyklen teilnehmen können, oder auch wiederum einmal die Freunde hier in Köln, noch etwas anderes aus diesem Fünften Evangelium mitbetrachten können. Denn das müssen wir sagen: Ganz abgesehen davon, daß die Menschheit heute so wenig Neigung zeigt, solche Tatsachen entgegenzunehmen, wie die sind, von denen jetzt gesprochen worden ist, abgesehen davon war die größte Notwendigkeit vorhanden, daß solche Tatsachen gerade jetzt in die Erdenentwickelung einfließen. Daher werden sie mitgeteilt, trotzdem es wahrhaftig schwierig ist, über diese Dinge zu sprechen. Und trotzdem man, wenn man seiner Neigung folgen würde, nicht darüber sprechen möchte, werden sie mitgeteilt, aus einer inneren Verpflichtung heraus, solange sie Menschenseelen gesagt werden können. Man wird sie in der Menschheitsentwickelung brauchen. Die Seelen, welche sie jetzt aufnehmen, werden sie für die Arbeit, die sie in seelisch-geistiger Beziehung in der weiteren Menschheitsentwickelung zu leisten haben, ganz gewiß brauchen.
[ 45 ] By means of these concrete facts you will perhaps be able to achieve the right feelings and nuance of soul about the Mystery of Golgotha, and it is this nuance of feeling that I wished to present to your souls with what I have related from the Fifth Gospel. Perhaps some of you will be able to attend other lectures on the Mystery of Golgotha, or we may be able to continue here in Cologne. For we must say: Regardless of the fact that people nowadays show so little interest in hearing about the facts we have spoken about today, there is a great necessity for such facts to flow into human evolution, especially now. Therefore they have been disclosed, although it is quite difficult to speak of these things. Nevertheless, although I may be inclined not to speak of them, I do so from a sense of inner responsibility, as long as there are people to hear them. They will be needed in humanity's evolution. Those who are hearing them now will surely need them for the spiritual work they are doing for further human development.
[ 46 ] Sie sehen, nach und nach lernen wir durch unsere Betrachtungen dasjenige kennen, was in unseren Seelen aufleben soll, damit wir rechte Glieder in der fortschreitenden Menschheitsevolution werden. Das ist ja der Sinn der Menschheitsentwickelung auf der Erde, daß die Menschenseelen immer bewußter ihre Aufgaben erkennen.
[ 46 ] You see, gradually we are learning through our considerations what should arise in our souls in order to be useful members of advancing human evolution. That is the meaning of human development on earth—that human souls be more aware of their tasks.
[ 47 ] Der Christus ist erschienen. Sein Impuls hat als Tatsache gewirkt. Lange Zeit konnte er als Tatsache mehr im Unbewußten wirken; dann mußte er wirken können durch das bisher Verstandene. Er wirkte durch das, was er war, nicht durch das Verstandene. Aber immer notwendiger wird es, daß die Menschen ihn auch verstehen lernen, den Christus, der durch die Leiber des Jesus von Nazareth in die Erdenaura und damit in das lebendige Menschengeschehen eingezogen ist.
[ 47 ] The Christ has come. His impulse is working. For a long time he could act only in the unconscious; then he had to act through what was understood until that time. But it will be ever more necessary for man to learn to understand him, the Christ, who through the bodies of Jesus of Nazareth has entered the earth's aura and humanity's development.
