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Theosophy
GA 9

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Einzelne Bemerkungen und Ergänzungen

[ 1 ] Zu Seite 35. Von «Lebenskraft» sprechen galt noch vor kurzer Zeit als ein Merkmal eines unwissenschaftlichen Kopfes. Gegenwärtig beginnt man da und dort auch wieder in der Wissenschaft der Idee einer solchen «Lebenskraft» nicht abgeneigt zu sein, wie sie in älteren Zeiten angenommen worden ist. Wer den Gang der wissenschaftlichen Entwicklung in der Gegenwart durchschaut, wird aber doch die konsequentere Logik bei denjenigen sehen, welche in Anbetracht dieser Entwicklung von «Lebenskraft» nichts wissen wollen. Zu dem, was man gegenwärtig «Naturkräfte» nennt, gehört «Lebenskraft» durchaus nicht. Und wer von den Denkgewohnheiten und Vorstellungsarten der gegenwärtigen Wissenschaften nicht zu höheren übergehen will, der sollte nicht von «Lebenskraft» sprechen. Erst die Art des Denkens und die Voraussetzungen der «Geisteswissenschaft» machen es möglich, widerspruchslos an solche Dinge heranzutreten. Auch solche Denker, die ihre Anschauungen auf einem rein naturwissenschaftlichen Boden gewinnen wollen, haben gegenwärtig den Glauben verlassen, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch für die Erklärung der Lebenserscheinungen nur solche Kräfte gelten lassen wollte, die auch in der leblosen Natur wirksam sind. Das Buch eines so bedeutenden Naturforschers wie Oscar Hertwig: «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwins Zufallstheorie», ist eine weithin leuchtende wissenschaftliche Erscheinung. Es widerspricht der Annahme, dass die bloßen physikalischen und chemischen Gesetzeszusammenhänge das Lebendige gestalten können. — Bedeutsam ist es auch, dass im sogenannten Neovitalismus sich eine Anschauung geltend macht, die für das Lebendige wieder besondere Kraftwirkungen gelten lässt, ähnlich wie es die älteren Anhänger der «Lebenskraft» taten. — Aber niemand wird auf diesem Gebiete über schemenhaft abstrakte Begriffe hinausgelangen, der nicht anerkennen kann, dass sich das im Leben über die unorganischen Kräfte hinaus Wirksame nur in einer Wahrnehmung erreichen lässt, die zum Anschauen eines Übersinnlichen aufsteigt. Nicht auf eine gleichartige Fortsetzung des auf Unorganisches gerichteten naturwissenschaftlichen Erkennens in das Lebensgebiet hin kommt es an, sondern auf die Erringung einer andersgearteten Erkenntnis.

[ 2 ] Zu Seite 36. Wenn hier vom «Tastsinn» der niederen Organismen gesprochen wird, so ist mit diesem Worte nicht das gemeint, was in den gewöhnlichen Darstellungen der «Sinne» mit diesem Ausdrucke bezeichnet wird. Gegen die Berechtigung dieses Ausdruckes könnte sogar vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft viel eingewendet werden. Es ist vielmehr hier mit «Tastsinn» ein allgemeines Gewahrwerden eines äußeren Eindruckes gemeint, im Gegensatz zu dem besonderen Gewahrwerden, das im Sehen, Hören und so weiter besteht.

[ 3 ] Zu Seite 36-60. Es kann scheinen, als ob die in diesen Ausführungen gegebene Gliederung der menschlichen Wesenheit auf einer rein willkürlichen Unterscheidung von Teilen innerhalb des einheitlichen Seelenlebens beruhte. Demgegenüber ist zu betonen, dass diese Gliederung im einheitlichen Seelenleben eine ähnliche Bedeutung hat wie das Erscheinen der sieben Regenbogenfarbennuancen beim Durchgange des Lichtes durch ein Prisma. Was der Physiker vollbringt zur Erklärung der Lichterscheinungen, indem er diesen Durchgang und die sieben Farbennuancen in seinem Gefolge studiert, das vollbringt in entsprechender Art der Geistesforscher für die Seelenwesenheit. Die sieben Seelenglieder sind nicht bloße Unterscheidungen des abstrahierenden Verstandes. Sie sind dies ebensowenig wie die sieben Farben gegenüber dem Lichte. Es beruht in beiden Fällen die Unterscheidung auf der inneren Natur der Tatsachen. Nur dass die sieben Glieder am Lichte sichtbar werden durch eine äußerliche Vorrichtung, die sieben Glieder der Seele durch die auf das Wesen der Seele gehende geistgemäße Betrachtung. Es kann das wahre Wesen der Seele ohne die Erkenntnis dieser Gliederung nicht erfasst werden. Denn durch die drei Glieder: physischer Leib, Lebensleib, Seelenleib, gehört die Seele der vergänglichen Welt an; durch die andern vier Glieder wurzelt sie im Ewigen. In der «einheitlichen Seele» ist Vergängliches und Ewiges unterschiedslos verbunden. Man kann, wenn man die Gliederung nicht durchschaut, nicht das Verhältnis der Seele zur Gesamtwelt kennenlernen. Noch ein anderer Vergleich darf gebraucht werden. Der Chemiker spaltet das Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Diese beiden Stoffe kann man in dem «einheitlichen Wasser» nicht beobachten. Sie haben aber ihre eigene Wesenheit. Sowohl der Wasserstoff als auch der Sauerstoff bilden Verbindungen mit anderen Stoffen. So gehen im Tode die drei «niederen Glieder der Seele» Verbindungen mit der vergänglichen Weltwesenheit ein; die vier höheren fügen sich dem Ewigen ein. Wer sich sträubt, in die Gliederung der Seele sich einzulassen, der gleicht einem Chemiker, der nichts davon wissen wollte, das Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen.

[ 4 ] Zu Seite 43. Geisteswissenschaftliche Darstellungen müssen ganz genau genommen werden. Denn nur in der genauen Prägung der Ideen haben sie einen Wert. Wer zum Beispiel in dem Satze: «Sie (die Empfindungen und so weiter) werden bei ihm (nämlich beim Tier) nicht mit selbständigen, über das unmittelbare Erleben hinausgehenden Gedanken durchwoben», die Worte «selbständigen, über das unmittelbare Erleben hinausgehenden» unbeachtet lässt, der könnte leicht in den Irrtum verfallen, hier werde behauptet, in dem Empfinden oder in den Instinkten der Tiere seien keine Gedanken enthalten. Nun steht aber gerade wahre Geisteswissenschaft auf dem Boden einer Erkenntnis, die sagt, dass alles innere Erleben der Tiere (wie alles Dasein überhaupt) gedankendurchwoben ist. Nur sind die Gedanken des Tieres nicht selbständige eines im Tiere lebenden «Ich», sondern sie sind diejenigen des tierischen Gruppen-Ich, welches als ein von außen das Tier beherrschendes Wesen anzusehen ist. Es ist dieses Gruppen-Ich nicht in der physischen Welt vorhanden wie das Ich des Menschen, sondern es wirkt auf das Tier herein aus der auf Seite 90 ff. beschriebenen Seelenwelt. (Genaueres darüber ist in meiner «Geheimwissenschaft» zu finden.) Worauf es beim Menschen ankommt, das ist, dass die Gedanken in ihm selbständiges Dasein gewinnen, dass sie nicht mittelbar in der Empfindung, sondern unmittelbar als Gedanken auch seelisch erlebt werden.

[ 5 ] Zu Seite 48. Wenn gesagt wird, kleine Kinder sagen: «Karl ist brav», «Marie will das haben», so muss wohl beachtet werden, dass es weniger darauf ankommt, wie früh Kinder das Wort «Ich» gebrauchen, als darauf, wann sie mit diesem Worte die entsprechende Vorstellung verknüpfen. Wenn Kinder das Wort von Erwachsenen hören, so mögen sie immerhin dasselbe gebrauchen, ohne dass sie die Vorstellung des «Ich» haben. Doch deutet der zumeist späte Gebrauch des Wortes allerdings auf eine wichtige Entwicklungstatsachen hin, nämlich ich auf die allmähliche Entfaltung der Ich-Vorstellung aus dem dunklen Ich-Gefühl heraus.

[ 6 ] Zu Seite 52 und 53. Man wird in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und in meiner «Geheimwissenschaft» die eigentliche Wesenheit der «Intuition» beschrieben finden. Man könnte leicht bei ungenauer Beachtung der Sache zwischen dem Gebrauche dieses Wortes in den beiden Büchern und demjenigen, der sich in diesem Buche auf Seite 52 findet, einen Widerspruch finden. Er ist für den nicht vorhanden, der genau beachtet, dass dasjenige, was aus der geistigen Welt durch die Intuition sich in voller Wirklichkeit für die übersinnliche Erkenntnis enthüllt, sich in seiner niedersten Offenbarung dem Geistselbst so ankündigt wie das äußere Dasein der physischen Welt in der Empfindung.

[ 7 ] Zu Seite 61 ff. Über «Wiederverkörperung des Geistes und Schicksal». Gegenüber den Ausführungen dieses Abschnittes wird zu bedenken sein, dass hier der Versuch gemacht ist, aus der gedanklichen Betrachtung des menschlichen Lebenslaufes selbst, ohne Hinblick auf geisteswissenschaftliche Erkenntnisse, wie sie in den andern Abschnitten dargestellt werden, Vorstellungen zu gewinnen darüber, inwiefern dieses Menschenleben und sein Schicksal über sich selbst hinaus zu wiederholten Erdenleben weist. Diese Vorstellungen werden ganz selbstverständlich demjenigen recht bedenklich erscheinen müssen, der nur die gewohnten, auf das Einzelleben gerichteten «fest begründet» findet. Allein, man sollte auch bedenken, dass die hier gegebene Darstellung die Meinung zu begründen sucht, eine solch gewohnte Vorstellungsart könne eben nicht zu Erkenntnissen über die Gründe des Lebenslaufes führen. Deshalb müssen andere Vorstellungen gesucht werden, die den gewohnten scheinbar widersprechen. Und man sucht diese anderen Vorstellungen nur dann nicht, wenn man es grundsätzlich ablehnt, auf einen nur seelisch zu erfassenden Verlauf von Vorgängen die gedankliche Betrachtung ebenso anzuwenden wie auf einen im Physischen sich vollziehenden. Bei einer solchen Ablehnung legt man zum Beispiel keinen Wert auf die Tatsache, dass ein Schicksalsschlag, der das Ich trifft, in der Empfindung sich verwandt erweist dem Auftreffen einer Erinnerung auf ein Erlebnis, das dem erinnerten verwandt ist. Aber wer versucht, wahrzunehmen, wie ein Schicksalsschlag wirklich erlebt wird, der kann dieses Erleben unterscheiden von den Aussagen, die entstehen müssen, wenn der Gesichtspunkt in der Außenwelt genommen wird und dadurch jede lebendige Beziehung des Schlages zum Ich selbstverständlich wegfällt. Für einen solchen Gesichtspunkt erscheint der Schlag entweder als Zufall oder als eine von außen kommende Bestimmung. Da es auch solche Schicksalsschläge gibt, die gewissermaßen einen ersten Einschlag in das Menschenleben bilden und die ihre Folgen erst später zeigen werden, ist die Versuchung um so größer, das für diese Geltende zu verallgemeinern und auf eine andere Möglichkeit gar nicht zu achten. Man beginnt darauf zu achten, wenn die Lebenserfahrungen das Vorstellungsvermögen in eine Richtung bringen, wie sie bei Goethes Freund Knebel sich findet, der in einem Briefe schreibt: «Man wird bei genauer Beobachtung finden, dass in dem Leben der meisten Menschen sich ein gewisser Plan findet, der, durch die eigene Natur oder durch die Umstände, die sie führen, ihnen gleichsam vorgezeichnet ist. Die Zustände ihres Lebens mögen noch so abwechselnd und veränderlich sein, es zeigt sich am Ende doch ein Ganzes, das unter sich eine gewisse Übereinstimmung bemerken lässt ... Die Hand eines bestimmten Schicksals, so verborgen sie auch wirken mag, zeigt sich auch genau, sie mag nun durch äußere Wirkung oder innere Regung bewegt sein: ja, widersprechende Gründe bewegen sich oftmals in ihrer Richtung. So verwirrt der Lauf ist, so zeigt sich immer Grund und Richtung durch.» Solch einer Beobachtung kann leicht mit Einwänden begegnet werden, insbesondere von solchen Persönlichkeiten, die sich auf die Beachtung der Seelenerlebnisse nicht einlassen wollen, aus der sie stammt. Der Verfasser dieses Buches glaubt in den Ausführungen über wiederholte Erdenleben und Schicksal aber genau die Grenzen gezeichnet zu haben, innerhalb der man Vorstellungen über die Gründe der Lebensgestaltung bilden kann. Er hat darauf verwiesen, dass die Anschauung, zu der diese Vorstellungen lenken, von ihnen nur «silhouettenhaft» bestimmt wird, dass sie nur gedanklich vorbereiten können auf dasjenige, was geisteswissenschaftlich gefunden werden muss. Aber diese gedankliche Vorbereitung ist eine innere Seelenverrichtung, die, wenn sie ihre Tragweite nicht falsch einschätzt, wenn sie nicht «beweisen», sondern die Seele bloß «üben» will, den Menschen vorurteilslos-empfänglich macht für Erkenntnisse, die ihm ohne solche Vorbereitung töricht erscheinen.

[ 8 ] Zu Seite 96. Was in diesem Buche in dem späteren Kapitel «Pfad der Erkenntnis» von «geistigen Wahrnehmungsorganen» nur kurz gesagt wird, davon findet sich eine ausführliche Darstellung in meinen Büchern «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und in meiner «Geheimwissenschaft».

[ 9 ] Zu Seite 122. Es wäre unrichtig, wenn man deswegen eine rastlose Unruhe in der geistigen Welt annehmen wollte, weil es in ihr «eine Ruhe, ein Verweilen an einem Orte, wie sie in der physischen Welt vorhanden sind», nicht gibt. Es ist dort, wo «die Urbilder schaffende Wesenheiten» sind, zwar nicht das vorhanden, was «Ruhe an einem Orte» genannt werden kann, wohl aber jene Ruhe, welche geistiger Art ist und welche mit tätiger Beweglichkeit vereinbar ist. Sie lässt sich vergleichen mit der ruhigen Befriedigung und Beseligung des Geistes, die im Handeln, nicht im Untätigsein sich offenbaren.

[ 10 ] Zu Seite 127 und 129. Man muss das Wort «Absichten» gegenüber den treibenden Gewalten der Weltentwicklung gebrauchen, obwohl dadurch zu der Versuchung Veranlassung gegeben wird, diese Gewalten einfach so vorzustellen, wie menschliche Absichten sind. Vermieden kann diese Versuchung nur werden, wenn man sich bei solchen Worten, die doch nun einmal aus dem Bereich der menschlichen Welt genommen werden müssen, erhebt zu einer Bedeutung derselben, in welcher ihnen alles genommen ist, was sie an engbegrenztem Menschlichem haben, dafür ihnen aber gegeben wird dasjenige, was der Mensch ihnen in den Fällen seines Lebens annähernd gibt, in denen er sich gewissermaßen über sich selbst erhebt.

[ 11 ] Zu Seite 128. Weiteres über das «geistige Wort» findet man in meiner «Geheimwissenschaft».

[ 12 ] Zu Seite 144. Wenn an dieser Stelle gesagt ist: «... er kann von dein Ewigen aus die Richtung für die Zukunft bestimmen», so ist dies ein Hinweis auf die besondere Art der menschlichen Seelenverfassung in der entsprechenden Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Ein Schicksalsschlag, der den Menschen im Leben der physischen Welt trifft, kann für die Seelenverfassung dieses Lebens etwas dem Willen des Menschen ganz Widerstrebendes zu haben scheinen: in dem Leben zwischen Tod und Geburt waltet in der Seele eine dem Willen ähnliche Kraft, welche dem Menschen die Richtung gibt nach dem Erleben dieses Schicksalsschlages. Die Seele sieht gewissermaßen, dass ihr aus früheren Erdenleben eine Unvollkommenheit anhaftet. Eine Unvollkommenheit, die von einer unschönen Tat oder einem unschönen Gedanken herrührt. In der Seele entsteht zwischen Tod und Geburt der willensähnliche Impuls, die Unvollkommenheit auszugleichen. Sie nimmt deswegen in ihr Wesen die Tendenz auf, in dem weiteren Erdenleben sich in ein Unglück zu stürzen, um durch dessen Erleiden den Ausgleich herbeizuführen. Nach der Geburt im physischen Leibe ahnt die Seele, die von einem Schicksalsschlage getroffen wird, nicht, dass sie in dem rein geistigen Leben vor der Geburt sich selbst die Richtung nach diesem Schicksalsschlage gegeben hat. Was also völlig ungewollt erscheint vom Gesichtspunkt des Erdenlebens, ist von der Seele gewollt im Übersinnlichen. «Von dem Ewigen aus bestimmt sich der Mensch die Zukunft.»

[ 13 ] Zu Seite 158 ff. Das Kapitel dieses Buches: «Von den Gedankenformen und der menschlichen Aura», ist wohl das, welches am leichtesten zu Missverständnissen Anlass gibt. Gegnerische Empfindungen finden gerade in diesen Ausführungen die besten Gelegenheiten zu ihren Einwänden. Es liegt zum Beispiel wirklich recht nahe, zu verlangen, dass die Aussagen des Sehers auf diesem Gebiete durch Versuche bewiesen werden sollen, welche der naturwissenschaftlichen Vorstellungsart entsprechen. Man kann fordern, es sollen sich eine Anzahl von Menschen, die vorgeben, das Geistige der Aura zu schauen, anderen Menschen gegenüberstellen und deren Aura auf sich wirken lassen. Dann mögen die Seher sagen, welche Gedanken, Empfindungen und so weiter sie als Aura bei den beobachteten Menschen schauen. Wenn dann ihre Angaben untereinander übereinstimmen und wenn sich herausstellt, dass die beobachteten Menschen wirklich die von den Sehern angegebenen Empfindungen, Gedanken und so weiter gehabt haben, dann wolle man an das Vorhandensein der Aura glauben. Das ist gewiss ganz naturwissenschaftlich gedacht. Allein, es kommt das Folgende in Betracht: Die Arbeit des Geistesforschers an der eigenen Seele, die ihm die Fähigkeit des geistigen Schauens gibt, geht dahin, eben diese Fähigkeit zu erwerben. Ob er dann in einem einzelnen Falle etwas in der geistigen Welt wahrnimmt und was er wahrnimmt, das hängt nicht von ihm ab. Das fließt ihm zu als eine Gabe aus der geistigen Welt. Er kann sie nicht erzwingen, er muss warten, bis sie ihm wird. Seine Absicht, die Wahrnehmung herbeizuführen, kann nie zu den Ursachen des Eintreffens dieser Wahrnehmung gehören. Gerade diese Absicht aber fordert die naturwissenschaftliche Vorstellungsart für das Experiment. Die geistige Welt aber lässt sich nicht befehlen. Sollte der Versuch zustande kommen, so müsste er von der geistigen Welt aus angestellt werden. In dieser müsste ein Wesen die Absicht haben, die Gedanken eines oder mehrerer Menschen einem oder mehreren Sehern zu offenbaren. Diese Seher müssten dann durch «geistigen Antrieb» zur Beobachtung zusammengeführt werden. Dann würden ihre Angaben ganz gewiss miteinander stimmen. So paradox dies alles für das rein naturwissenschaftliche Denken erscheinen mag: es ist doch so. Geistige «Experimente» können nicht wie physische zustande kommen. Wenn der Seher zum Beispiel den Besuch einer ihm fremden Person erhält, so kann er nicht ohne weiteres sich «vornehmen», die Aura dieser Person zu beobachten. Aber er schaut die Aura, wenn innerhalb der geistigen Welt Veranlassung ist, dass sie sich ihm enthüllt. — Mit diesen wenigen Worten soll nur auf das Missverständliche des oben angedeuteten Einwurfes hingewiesen werden. Was die Geisteswissenschaft zu erfüllen hat, ist, anzugeben, auf welchem Wege der Mensch zum Schauen der Aura kommt; auf welchem Wege er sich also selbst die Erfahrung von ihrem Vorhandensein verschaffen kann. Es kann also die Wissenschaft dem, der erkennen will, nur erwidern: wende die Bedingungen des Schauens auf deine eigene Seele an, und du wirst schauen. Die obige Forderung der naturwissenschaftlichen Vorstellungsart erfüllt zu sehen, wäre allerdings bequemer; allein, wer sie stellt, zeigt, dass er sich nicht von den allerersten Ergebnissen der Geisteswissenschaft wirklich unterrichtet hat.

[ 14 ] Mit der in diesem Buche gegebenen Darstellung der «menschlichen Aura» sollte nicht der auf das «Übersinnliche» gehenden Sensationslust entgegengekommen werden, die sich gegenüber der geistigen Welt nur dann für befriedigt erklärt, wenn man ihr etwas als «Geist» vorweist, das sich in der Vorstellung nicht von dem Sinnlichen unterscheidet, bei dem sie also mit ihrem Vorstellen bequem in diesem Sinnlichen bleiben kann. Was auf seiten 158 und 159 f. gesagt ist über die besondere Art, wie die aurische Farbe vorzustellen ist, könnte doch wohl geeignet sein, diese Darstellung vor einem solchen Missverständnis zu bewahren. Aber es muss auch von dem, der nach rechter Einsicht auf diesem Gebiete strebt, durchschaut werden, dass die Menschenseele notwendig die geistige — nicht sinnliche — Anschauung des Aurischen vor sich hinstellt, wenn sie das Erlebnis des Geistigen und Seelischen hat. Ohne eine solche Anschauung bleibt das Erlebnis im Unbewussten. Man sollte die bildhafte Anschauung nicht mit dem Erlebnis selbst verwechseln; aber man sollte sich auch klar darüber sein, dass in dieser bildhaften Anschauung das Erlebnis einen völlig zutreffenden Ausdruck findet. Nicht einen solchen etwa, den die anschauende Seele willkürlich macht, sondern einen solchen, der sich selbst im übersinnlichen Wahrnehmen bildet. — Man wird gegenwärtig einem Naturforscher verzeihen, wenn er sich veranlasst findet, von einer Art «menschlicher Aura» so zu sprechen, wie es Professor Dr. Moritz Benedikt in seinem Buche über «Ruten- und Pendellehre» tut. «Es gibt, wenn auch eine geringe Anzahl von Menschen, die «dunkelangepasst» sind. Ein relativ größerer Teil dieser Minorität sieht in der Dunkelheit sehr viel Objekte ohne Farben, und nur relativ sehr wenige sehen die Objekte auch gefärbt ... Eine größere Anzahl Gelehrte und Ärzte wurden in meiner Dunkelkammer von meinen zwei klassischen «Dunkelangepassten»... untersucht, und es konnte den von denselben Untersuchten kein gerechter Zweifel an der Richtigkeit der Beobachtung und Schilderung zurückbleiben... Farbenwahrnehmende Dunkelangepasste sehen nun an der Vorderseite die Stirn und den Scheitel blau, die übrige rechte Hälfte ebenfalls blau und die linke rot oder manche ... orangegelb. Rückwärts findet dieselbe Teilung und dieselbe Färbung statt.» Aber man wird das Sprechen von «Aura» dem Geistesforscher nicht so leicht verzeihen. Hier soll nun weder zu diesen Ausführungen Benedikts — die zu den interessantesten der modernen Naturlehre gehören — irgendwie Stellung genommen werden, noch soll eine billige Gelegenheit ergriffen werden, die manche so gerne ergreifen, um Geisteswissenschaft durch die Naturwissenschaft zu «entschuldigen». Es sollte nur darauf hingewiesen werden, wie in einem Falle ein Naturforscher zu Behauptungen kommen kann, die solchen der Geisteswissenschaft nicht so ganz unähnlich sind. Betont muss dabei aber auch werden, dass die geistig zu erfassende Aura, von der in diesem Buche die Rede ist, etwas ganz anderes ist als die mit physischen Mitteln zu erforschende, von der bei Benedikt die Rede ist. Man gibt sich natürlich einer groben Täuschung hin, wenn man meint, die «geistige Aura» könne ein mit äußeren naturwissenschaftlichen Mitteln zu Erforschendes sein. Sie ist nur dem geistigen Schauen zugänglich, das durch den Erkenntnispfad gegangen ist (wie er im letzten Kapitel dieses Buches beschrieben ist). Aber auf einem Missverständnisse beruhte es auch, wenn man geltend machte, dass die Wirklichkeit des geistig Wahrzunehmenden auf dieselbe Art erwiesen werden soll wie diejenige des sinnlich Wahrzunehmenden.

Versions Available:

Theosophy, Steiner Online Library
  1. Theosophy 1965, tr. M. Cotterell and A. P. Shepherd
  2. Theosophy 1971, tr. H. Monges and G. Church
  3. Theosophie 2003, 32nd ed.

Addenda

[ 1 ] 1. To Chapter I-4 Paragraph 5: To speak of a vital force was still regarded a short time ago as a sign of an unscientific mind. Today there are here and there among scientists some who are not averse to the once entertained idea of a vital force. But anyone who examines the course of modern scientific development will, nevertheless, perceive the more consistent logic of those who, in view of this development, refuse to listen to anything about such a vital force. Certainly, vital force does not belong to what are called today forces of nature. Anyone who is not willing to pass from the habits of thought and the conceptions of modern science to a higher mode of thinking should not speak of vital force. Only the mode of thinking and the presuppositions of spiritual science make it possible to deal with such things without inconsistency. Further, those thinkers who seek to form their conclusions purely on the ground of modern science have abandoned the belief that obtained in the latter half of the nineteenth century, namely, that the phenomena of life could only be explained through references to the same forces that are at work in inanimate nature. The book of such a noted naturalist as Oskar Hertwig, The Development of Organisms; A Refutation of Darwin's Theory of Chance, is a scientific phenomenon that sheds its light far and wide. It opposes the assumption that the inter-workings of mere physical and chemical laws are able to shape the living thing. It is also significant that, in so-called Neo-Vitalism, a view is becoming prevalent that also admits the activity of a special force in living things much after the manner of the older theory of vital force. In this domain, however, we shall never be able to get beyond shadowy abstract concepts unless we recognize that the only possible way of reaching what in life transcends in its activity the inorganic forces is by means of a mode of perception that rises to supersensible vision. The point is that the kind of knowledge modern science has been applying to the inorganic cannot be carried over into the region of life, but that an entirely different kind of knowledge must be acquired.

[ 2 ] 2. To Chapter I-4 Paragraph 5: When the sense of touch of the lower organisms is mentioned here, the word “sense” does not mean the same thing referred to by this term in the usual descriptions of the sense. Indeed, from the point of view of spiritual science, much can be said against the use of this word. What is meant here by sense of touch is rather the general attaining to awareness of an external impression in contrast to the special attaining to awareness that consists in seeing, hearing, and so forth.

[ 3 ] 3. To Chapter I-4 Paragraphs 5-28: It may appear as if the manner of dividing the being of man employed in this book rests upon a purely arbitrary differentiation of parts within the unitary soul life. It must be emphasized that this differentiation within the unitary soul life may be compared with the phenomenon of the seven color nuances in the rainbow, caused by light passing through a prism. What the physicist accomplishes with his explanation of the phenomenon of light through his study of this process, and the resultant seven shades of color, is accomplished by the spiritual scientist with regard to the soul being of man. The seven members in light become visible through an external contrivance, while the seven members of the soul become observable by a method consistent with the spiritual nature of the soul being of man. The soul's true nature cannot be grasped without the knowledge of this inner organization because the soul, through its three members, physical body, life body and soul body, belongs to the transitory world; through its other four members, it is rooted in the eternal. In the unitary soul the transitory and the eternal are indistinguishably united. Unless one is aware of this differentiation of the soul, it is not possible to understand its relation to the world as a whole. Another comparison may also be used. The chemist separates water into hydrogen and oxygen. Neither of these substances can be observed in the unitary water. Nevertheless, each has its own proper existence. Hydrogen and oxygen both unite with other substances. Thus at death, the three lower members of the soul unite with the transitory part of the world being; the four higher members unite with the eternal. Anyone who objects to taking this differentiation of the soul into account resembles an analytical chemist who objects to knowing anything about the separation of water into hydrogen and oxygen.

[ 4 ] 4. To Chapter I-4 Paragraph 10: It is necessary that the statements of spiritual science be taken literally because only in the accurate expression of the ideas have they value. For example, take the sentence, “They (the sensations) do not, in its case (namely, that of the animal), become interwoven with independent thoughts, transcending the immediate experiences.” If the words “independent, transcending the immediate experiences” are left out of account, it would be easy to fall into the mistake of thinking that it is claimed here that the sensations and instincts of animals do not contain thoughts. The truth is, that spiritual science is based on a knowledge that says that all inner experience of animals, as well as existence in general, is interwoven with thought. Only the thoughts of the animals are not those of an independent ego living in the animal, but those of the animal group-ego, which must be regarded as a being governing the animal from without. This group-ego is not, like the human ego, present in the physical world, but works down into the animal from the soul world as described in part 1 of Chapter III. (Further details regarding this are to be found in my Occult Science, an Outline.) The point to make clear is that in man, thought attains to an independent existence; that in him, it is not experienced indirectly in sensation, but directly in the soul as thought.

[ 5 ] 5. To Chapter I-4 Paragraph 16: When it is said that little children say, “Charles is good,” “Mary want to have this,” it must be specially noted that the important point is not so much how soon children use the word “I,” but when they connect the corresponding idea with that word. When children hear adults using the word, it is easy for them to use it too, without forming the idea of the “I.” The generally late use of the word points to an important fact in evolution, namely, to the gradual unfolding of the idea “I” out of the dim “I” feeling.

[ 6 ] 6. To Chapter I-4 Paragraphs 20-21: A description of the real nature of intuition is to be found in my books, Knowledge of the Higher Worlds and Its Attainment, and Occult Science, an Outline. Through lack of accurate attention, a contradiction might be detected between the use of the word in those two books, and what is said concerning it in this one (part 4 of Chapter I). To the careful observer, however this contradiction does not exist. It will be seen that what is revealed in all its fullness from the spiritual world to supersensible perception, through intuition, makes itself known in its lowest manifestation in the spirit self, just as the external physical world makes itself known in sensation.

[ 7 ] 7. To Chapter II: On Re-embodiment of the Spirit and Destiny. Concerning the statements in this section of the book, it must be borne in mind that—disregarding for the moment the facts of spiritual science already given in other parts of the book—the attempt is made, by means of thoughtful observation of the course of human life, to gain an idea of the extent to which this human life with its destiny, points to repeated earth-lives. These ideas will, of course, appear questionable to those who regard the customary belief in a single life on earth as the only well-founded one. It should also be borne in mind, however, that the intention here is to show that the ordinary way of looking at things can never lead to an understanding of the deeper foundations of life. For this reason, other conceptions must be sought that apparently contradict the generally accepted ones. This search is only hindered by the deliberate refusal to apply the same thoughtful consideration to a course of events belonging to the soul, that is applied to a series of events in the physical world. In thus refusing, no value is attached, for instance, to the fact that when a stroke of fate falls upon the “I,” the effect in the realm of feeling bears a relation to that produced when the memory meets an experience related to what is remembered. Anyone who tries to observe how a stroke of fate is really experienced will be able to differentiate between this experience and the assertions to which a point of view that is merely external must necessarily give rise, and through which, of course, every living connection between this stroke of fate and the ego is lost sight of. For such a point of view, the blow appears to be either the result of chance or to have been determined by some external cause. The fact that there are also strokes of fate that, in a certain way, break into a human life for the first time, only showing their results later on, makes the temptation all the greater to generalize on this basis without taking other possibilities into account.

People do not begin to pay heed to these other possibilities until experience of life has brought their imaginative faculty into a direction similar to the one that may be observed in Goethe's friend, Knebel, who wrote in a letter, “On close observation it will be seen that there is a plan in the lives of most people that seems traced out for them, either through their own nature or through the circumstances that affect them. The conditions of their lives may be ever so varied and changeable, but taken as a whole, a certain conformity will be apparent in the end. . . . However secretly it may operate, the hand of a definite destiny, whether moved by an outer cause or by an inner impulse, may be clearly discerned; even conflicting causes often move in its direction. However confused the course of life may be, plan and definite direction are always discernible.”

It is easy to raise objections to observations of this kind, especially for people who are not willing to consider the experiences of the soul in which such observation has its origin. The author of this book, however, believes that in what he has said about repeated earth-lives and destiny, he has accurately drawn the boundary line within which one can form conceptions about the underlying causes shaping human life. He has pointed out the fact that the view to which these ideas lead can only be defined by them in silhouette-like form, that they can only prepare the thoughts for what must be discovered by means of spiritual science. This thought-preparation is an inner work of the soul. If it does not over-estimate itself, if it does not seek to prove but aims merely at being an exercise of the soul, it makes a man impartially open to knowledge that must appear foolish, without such preparation.

[ 8 ] 8. To Chapter III-1 Paragraph 5: The subject of the spiritual organs of perception that is only alluded to briefly at the end of this book in the chapter on The Path Of Knowledge, is more fully dealt with in my books, Knowledge of the Higher Worlds and its Attainment and Occult Science, an Outline.

[ 9 ] 9. To Chapter III-3 Paragraph 3: It would be incorrect to imagine that there is ceaseless unrest in the spiritual world because “a state of rest, a remaining in one place such as we find in the physical world,” does not exist there. It is true that where the “archetypes are creative beings,” there is nothing that can be called “rest in one place,” but there is the rest that is of a spiritual kind, and that is compatible with active mobility. It may be likened to the restful contentment and bliss of the spirit that is manifest in deeds, but not in being inactive.

[ 10 ] 10. To Chapter III-3 Paragraph 8: One is obliged to use the word “purposes” with regard to the great evolutionary powers of the world, although in so doing occasion is given to the temptation to conceive of these powers simply as one thinks of human purposes. In the case of such words, which have naturally to be taken from the sphere of the human world, this temptation can be avoided only by learning to perceive in them a new significance and meaning, from which all that they contain of the narrowly limited human element has been eliminated. In place of this a meaning may be imparted to them that is given to such words at those moments in life when a man rises to a certain extent above himself.

[ 11 ] 11. To Chapter III-3 Paragraph 8: Further particulars about the “Spiritual Word” are to be found in my Occult Science, an Outline.

[ 12 ] 12. To Chapter III-4 Paragraph 10: When it is said, here, “Out of the Eternal he can determine the direction for the future,” this is intended to point to the special way in which human soul is constituted during the time between death and a new birth. A stroke of destiny that befalls a person during life in the physical world may seem, from the point of view of that (physical) life, to contain something altogether opposed to the man's own will. In the life between death and rebirth a force, resembling will, rules in the soul that gives to the person the tendency toward experiencing this very blow of fate. The soul sees, as it were, that an imperfection has clung to it from earlier earth-lives—an imperfection that had its origin in an ugly deed or an ugly thought. Between death and re-birth, there arises in the soul a will-like impulse to make good this imperfection. The soul, therefore, becomes imbued with the tendency to plunge into a misfortune in the coming earth-life, in order, through enduring it, to bring about equilibrium. After its birth in the physical body, the soul, when met by some hard fate, has no glimmering of the fact that in the purely spiritual life before birth, the impulse that led to this hard fate has been voluntarily accepted by it. What, therefore, seems completely unwished for from the point of view of earth-life is willed by the soul itself in the supersensible. “Out of the Eternal man determines the future for himself.”

[ 13 ] 13. To Chapter III-6: The chapter in this book on Thought Forms and the Human Aura is doubtless the one that may most easily lead to misconceptions. It is precisely with regard to these descriptions that antagonistic feelings find the best opportunity for raising objections. It is, indeed, natural to demand, for instance, that the statements of the seer in this domain should be proved by experiments corresponding to the scientific mode of thinking. It may be demanded that a number of people who assert that they are able to see the spiritual of the aura should place themselves in front of other people and allow their auras to work upon them. Then these seers should be asked to say what thoughts and feelings they see as the auras of the people they are observing. If their reports coincide, and if it is found that the persons observed really have had the feelings and thoughts reported by the seers, then one could believe in the existence of the aura. That is certainly thought quite scientifically. The following, however, must be taken into account. The work that the spiritual researcher does in his own soul, through which he acquires the capacity for spiritual vision, has, as its aim, the acquisition of this capacity. Whether he is then able in any given case to perceive something in the spiritual world does not depend upon himself, nor, for that matter, does what he perceives. That flows to him as a gift from the spiritual world. He cannot take it by force, but must wait until it comes to him. His intention to bring about the perception has no bearing on the real causes of its happening, but this intention is exactly what modern science demands for the experiment. The spiritual world, however, will not allow itself to be dictated to. If the above attempt is to succeed, it would have to be instituted from the spiritual world. In that world a being would have to have the intention of revealing the thoughts of one or more persons to one or more people who are able to “see.” These seers would then have to be brought together through a spiritual impulse for their work of observation. In that case their reports would certainly coincide. Paradoxical as all this may appear to the purely scientific mind, it is, nevertheless, true.

Spiritual experiments cannot be undertaken in the same way as those of a physical nature. If the seer, for example, receives the visit of a person who is a stranger to him, he cannot at once undertake to observe the aura of this person, but he sees the aura when there is occasion in the spiritual world for it to be revealed to him. These few words are intended merely to draw attention to the misconception in the objection described above. What spiritual science has to do is to point the way by which a man may come to see the aura, by what means he may himself bring about the experiences of its reality. Thus the only reply that spiritual science can make to the would-be seer is, “The conditions have been made known; apply them to your own soul, and you will see.” It would certainly be more convenient if the above demands of the modern scientific mode of thought could be fulfilled, but whoever asks for tests of this kind shows that he has not made himself acquainted with the very first results of spiritual science.

[ 14 ] The statements made in this book about the human aura are not intended to encourage the desire for supersensible sensation. This desire only admits itself satisfied with regard to the spiritual world if it is shown something as “spirit” that cannot be distinguished in thought from the physically sensible, so that it can rest comfortably and remain with its conceptions in that same physical sense-world. What is said on part 6 of Chapter III about the way in which the auric color is to be imagined is certainly calculated to prevent such misunderstanding. Anyone, however, who is striving for true insight into these things must clearly perceive that the human soul, in experiencing the spiritual and psychic, has of necessity before it the spiritual, not the physical-sensible view of the aura. Without this view, the experience remains in the unconscious. It is a mistake to confuse the pictorial perception with the actual experience itself, but one ought also to make quite clear to oneself that in this same pictorial perception the experience finds a completely true expression; not one, for instance, that the beholding soul creates arbitrarily, but one that takes shape of itself in supersensible perception.

At the present time, a modern scientist would be forgiven should be feel called upon to speak of a kind of human aura such as Prof. Dr. Moritz Benedikt describes in his book on the Rod and Pendulum Theory (Ruten und Pendellehre). “There exists, even though in small numbers, human beings who are adapted to the dark. A relatively large fraction of this minority see in the dark many objects without colors, and only relatively few see the objects colored also. . .A considerable number of learned men and physicians have been subjected to research in my dark room by my two classical `subjects' or `seers in the dark,' who see colors, see in the front the forehead and scalp blue, and see the rest of the right half likewise blue and the justify red, or some it. . .orange-yellow. To the rear, the same division is found, and the same coloring.” The spiritual researcher is not so easily forgiven when he speaks of the aura.

There is no intention here of taking up any kind of attitude toward all that Benedikt has worked out, which belongs to the most interesting modern theories of nature. Neither is it intended to take advantage of a cheap opportunity to make excuses for spiritual science through natural science, which so many enjoy doing. It is only intended to point out how, in one instance, a scientist can be brought to make assertions that are not unlike those of spiritual science. At the same time, it must be emphasized that the aura that is spoken of in this book, and that can only be grasped spiritually, is something quite different from what can be investigated by physical means and about which Benedikt speaks. We surrender ourselves to a gross illusion if we think that the spiritual aura can be one that may be subject to research by the external means of modern science. That aura is only accessible to the spiritual perception reached by the path of knowledge as described in the last chapter of this book. It would also be a mistake to suppose that the truth and reality of what is spiritually perceived can be demonstrated in the same way as can what is perceived through the senses.