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Theosophy
GA 9

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Vorrede zur 6. Auflage (1914)

Fast jedesmal, wenn eine neue Auflage dieses Buches nötig wurde, habe ich seine Ausführungen wieder aufmerksam durchgearbeitet. Auch dieses Mal habe ich mich der Aufgabe unterzogen. Über die erneute Durcharbeitung hätte ich ähnliches zu sagen wie über diejenige für die dritte Auflage. Ich lasse daher dem Inhalt des Buches die «Vorrede zur dritten Auflage» vorangehen. — Doch habe ich diesmal eine besondere Sorgfalt darauf verwendet, viele Einzelheiten der Darstellung zu einer noch größeren Klarheit zu bringen, als ich dies für die vorigen Auflagen zu tun vermochte. Ich weiß, dass vieles, sehr vieles in dieser Richtung noch geschehen müsste. Allein bei Darstellungen der geistigen Welt ist man für das Auffinden des prägnanten Wortes, der entsprechenden Wendung, die eine Tatsache, ein Erlebnis zum Ausdruck bringen sollen, von den Wegen abhängig, welche die Seele geht. Auf diesen Wegen ergibt sich, wenn «die rechte Stunde da ist», der Ausdruck, nach dem man vergeblich sucht, wenn man ihn mit Absicht herbeiführen will. Ich glaube, dass ich an manchen Stellen dieser Neuauflage eben in Beziehung auf wichtige Einzelheiten im Erkennen der geistigen Welt habe Wichtiges tun dürfen. Manches erscheint mir erst jetzt so dargestellt, wie es sein soll. Ich darf es aussprechen, dass dieses Buch etwas mitgemacht hat von dem, was meine Seele seit dessen erstem Erscheinen vor zehn Jahren, nach weiterer Erkenntnis der geistigen Welt ringend, durchlebt hat. Mag auch die Anlage, ja für alles Wesentliche selbst die Fassung dieser Auflage mit der ersten noch völlig übereinstimmen; an vielen Stellen des Buches wird man doch sehen können, dass es mir als ein Lebendiges gegenüber gestanden hat, dem ich gegeben habe von dem, was ich glaube mir in zehn Jahren der Geistesforschung errungen zu haben. Sollte das Buch eine Neuauflage des alten sein und nicht ein völlig neues werden, so konnte sich die Umgestaltung naturgemäß nur in bescheidenen Grenzen halten. Ich war namentlich auch bestrebt, durch einzelne «Erweiterungen und Ergänzungen» dafür zu sorgen, dass diese oder jene Frage, welche sich der Leser an mancher Stelle aufwerfen kann, ihre Antwort in dem Buche selbst finde.

In bewegter Zeit und mit bewegter Seele schreibe ich diese Sätze, welche der sechsten Auflage des Buches vorgedruckt werden sollen. Deren Druck war bis Seite 1892 vollendet, als das schicksaltragende Ereignis über Europa hereinbrach, das jetzt die Menschheit erlebt. Mir scheint es unmöglich, da ich diese Vorrede schreibe, nicht hier anzudeuten, was auf die Seele in solcher Zeit einstürmt.

Berlin, 7. September 1914
Rudolf Steiner

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Theosophy, Steiner Online Library
  1. Theosophie 2003, 32nd ed.

Preface to the 6th edition (1914)

Almost every time a new edition of this book became necessary, I carefully reviewed its contents. I have done so again this time. I have similar comments to make about this review as I did about the one for the third edition. I therefore let the “Preface to the Third Edition” precede the content of the book. — However, this time I have taken special care to make many details of the presentation even clearer than I was able to do for the previous editions. I know that much, very much, still needs to be done in this direction. But when describing the spiritual world, finding the right word, the right phrase to express a fact or an experience, depends on the paths that the soul takes. On these paths, when “the right moment comes,” the expression that one searches for in vain when trying to bring it about deliberately will emerge. I believe that in some places in this new edition, I have been able to do something important in relation to important details in the recognition of the spiritual world. Only now does some of it appear to me to be presented as it should be. I can say that this book has undergone something of what my soul has experienced since its first publication ten years ago, struggling for further knowledge of the spiritual world. Even though the structure, and indeed everything essential, of this edition is still completely consistent with the first, in many places in the book it will be apparent that I have treated it as a living entity to which I have given what I believe I have gained in ten years of spiritual research. If the book were to be a new edition of the old one and not a completely new one, the changes could naturally only be modest. I was also particularly keen to ensure, through individual “extensions and additions,” that any questions the reader might have in some places would find their answers in the book itself.

In turbulent times and with a turbulent soul, I write these sentences, which are to be preprinted in the sixth edition of the book. Its printing was completed up to page 1892 when the fateful event that is now being experienced by humanity broke over Europe. As I write this preface, it seems impossible to me not to hint at what is weighing on the soul in such times.

Berlin, September 7, 1914
Rudolf Steiner