How to Gain Knowledge of the Higher Worlds
GA 10
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Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?
Bedingungen
[ 1 ] Es schlummern in jedem Menschen Fähigkeiten, durch die er sich Erkenntnisse über höhere Welten erwerben kann. Der Mystiker, der Gnostiker, der Theosoph sprachen stets von einer Seelen- und einer Geisterwelt, die für sie ebenso vorhanden sind wie diejenige, die man mit physischen Augen sehen, mit physischen Händen betasten kann. Der Zuhörer darf sich in jedem Augenblicke sagen: wovon dieser spricht, kann ich auch erfahren, wenn ich gewisse Kräfte in mir entwickele, die heute noch in mir schlummern. Es kann sich nur darum handeln, wie man es anzufangen hat, um solche Fähigkeiten in sich zu entwickeln. Dazu können nur diejenigen Anleitung geben, die schon in sich solche Kräfte haben. Es hat, seit es ein Menschengeschlecht gibt, auch immer eine Schulung gegeben, durch die solche, die höhere Fähigkeiten hatten, denen Anleitung gaben, die ebensolche Fähigkeiten suchten. Man nennt solche Schulung Geheimschulung; und der Unterricht, welcher da empfangen wird, heißt geheimwissenschaftlicher oder okkulter Unterricht. Eine solche Bezeichnung erweckt naturgemäß Mißverständnis. Wer sie hört, kann leicht zu dem Glauben verführt werden, daß diejenigen, die für solche Schulung tätig sind, eine besonders bevorzugte Menschenklasse darstellen wollen, die willkürlich ihr Wissen den Mitmenschen vorenthält. Ja, man denkt wohl auch, daß vielleicht überhaupt nichts Erhebliches hinter solchem Wissen stecke. Denn, wenn es ein wahres Wissen wäre – so ist man versucht zu denken –, so brauchte man daraus kein Geheimnis zu machen: man könnte es öffentlich mitteilen und die Vorteile davon allen Menschen zugänglich machen.
[ 2 ] Diejenigen, welche in die Natur des Geheimwissens eingeweiht sind, wundern sich nicht im geringsten darüber, daß die Uneingeweihten so denken. Worin das Geheimnis der Einweihung besteht, kann nur derjenige verstehen, der selbst diese Einweihung in die höheren Geheimnisse des Daseins bis zu einem gewissen Grade erfahren hat. Nun kann man fragen: wie soll denn der Uneingeweihte überhaupt irgendein menschliches Interesse an dem sogenannten Geheimwissen unter solchen Umständen erlangen? Wie und warum soll er etwas suchen, von dessen Natur er sich doch gar keine Vorstellung machen kann? Aber schon einer solchen Frage liegt eine ganz irrtümliche Vorstellung von dem Wesen des Geheimwissens zugrunde. In Wahrheit verhält es sich mit dem Geheimwissen nämlich doch nicht anders als mit allem übrigen Wissen und Können des Menschen. Dieses Geheimwissen ist für den Durchschnittsmenschen in keiner anderen Beziehung ein Geheimnis, als warum das Schreiben für den ein Geheimnis ist, der es nicht gelernt hat. Und wie jeder schreiben lernen kann, der die rechten Wege dazu wählt, so kann jeder ein Geheimschüler, ja ein Geheimlehrer werden, der die entsprechenden Wege dazu sucht. Nur in einer Hinsicht liegen die Verhältnisse hier noch anders als beim äußeren Wissen und Können. Es kann jemandem durch Armut, durch die Kulturverhältnisse, in die er hineingeboren ist, die Möglichkeit fehlen, sich die Kunst des Schreibens anzueignen; für die Erlangung von Wissen und Können in den höheren Welten gibt es kein Hindernis für denjenigen, der diese ernstlich sucht.
[ 3 ] Viele glauben, man müsse die Meister des höheren Wissens da und dort aufsuchen, um von ihnen Aüfschlüsse zu erhalten. Aber zweierlei ist richtig. Erstens wird derjenige, der ernstlich nach höherem Wissen trachtet, keine Mühe, kein Hindernis scheuen, um einen Eingeweihten aufzusuchen, der ihn in die höheren Geheimnisse der Welt einführen kann. Aber andererseits kann auch jeder sich klar darüber sein, daß ihn die Einweihung unter allen Umständen finden wird, wenn ernstes und würdiges Streben nach Erkenntnis vorliegt. Denn es gibt ein natürliches Gesetz für alle Eingeweihten, das sie dazu veranlaßt, keinem suchenden Menschen ein ihm gebührendes Wissen vorzuenthalten. Aber es gibt ein ebenso natürliches Gesetz, welches besagt, daß niemandem irgend etwas von dem Geheimwissen ausgeliefert werden kann, zu dem er nicht berufen ist. Und ein Eingeweihter ist um so vollkommener, je strenger er diese beiden Gesetze beobachtet. Das geistige Band, das alle Eingeweihten umfaßt, ist kein äußeres, aber die beiden genannten Gesetze bilden feste Klammern, durch welche die Bestandteile dieses Bandes zusammengehalten werden. Du magst in intimer Freundschaft mit einem Eingeweihten leben: du bist doch so lange von seinem Wesen getrennt, bis du selbst ein Eingeweihter geworden bist. Du magst das Herz, die Liebe eines Eingeweihten im vollsten Sinne genießen: sein Geheimnis wird er dir erst anvertrauen, wenn du reif dazu bist. Du magst ihm schmeicheln, du magst ihn foltern: nichts kann ihn bestimmen, dir irgend etwas zu verraten, von dem er weiß, daß es dir nicht verraten werden darf, weil du auf der Stufe deiner Entwickelung dem Geheimnis noch nicht den rechten Empfang in deiner Seele zu bereiten verstehst.
[ 4 ] Die Wege, die den Menschen reif zum Empfange eines Geheimnisses machen, sind genau bestimmte. Ihre Richtung ist mit unauslöschbaren, ewigen Buchstaben vorgezeichnet in den Geisteswelten, in denen die Eingeweihten die höheren Geheimnisse behüten. In alten Zeiten, die vor unsrer «Geschichte» liegen, waren die Tempel des Geistes auch äußerlich sichtbare; heute, wo unser Leben so ungeistig geworden ist, sind sie nicht in der Welt vorhanden, die dem äußeren Auge sichtbar ist. Aber sie sind geistig überall vorhanden; und jeder, der sucht, kann sie finden.
[ 5 ] Nur in seiner eigenen Seele kann der Mensch die Mittel finden, die ihm den Mund der Eingeweihten öffnen. Gewisse Eigenschaften muß er in sich bis zu einem bestimmten hohen Grade entwickeln, dann können ihm die höchsten Geistesschätze zuteil werden.
[ 6 ] Eine gewisse Grundstimmung der Seele muß den Anfang bilden. Der Geheimforscher nennt diese Grundstimmung den Pfad der Verehrung, der Devotion gegenüber der Wahrheit und Erkenntnis. Nur wer diese Grundstimmung hat, kann Geheimschüler werden. Wer Erlebnisse auf diesem Gebiete hat, der weiß, welche Anlagen bei denen schon in der Kindheit zu bemerken sind, welche später Geheimschüler werden. Es gibt Kinder, die mit heiliger Scheu zu gewissen von ihnen verehrten Personen emporblicken. Sie haben eine Ehrfurcht vor ihnen, die ihnen im tiefsten Herzensgrunde verbietet, irgendeinen Gedanken aufkommen zu lassen von Kritik, von Opposition. Solche Kinder wachsen zu Jünglingen und Jungfrauen heran, denen es wohltut, wenn sie zu irgend etwas Verehrungsvollem aufsehen können. Aus den Reihen dieser Menschenkinder gehen viele Geheimschüler hervor. Hast du einmal vor der Türe eines verehrten Mannes gestanden und hast du bei diesem deinem ersten Besuche eine heilige Scheu empfunden, auf die Klinke zu drücken, um in das Zimmer zu treten, das für dich ein «Heiligtum» ist, so hat sich in dir ein Gefühl geäußert, das der Keim sein kann für deine spätere Geheimschülerschaft. Es ist ein Glück für jeden heranwachsenden Menschen, solche Gefühle als Anlagen in sich zu tragen. Man glaube nur ja nicht, daß solche Anlagen den Keim zur Unterwürfigkeit und Sklaverei bilden. Es wird später die erst kindliche Verehrung gegenüber Menschen zur Verehrung gegenüber Wahrheit und Erkenntnis. Die Erfahrung lehrt, daß diejenigen Menschen auch am besten verstehen, das Haupt frei zu tragen, die verehren gelernt haben da, wo Verehrung am Platze ist. Und am Platze ist sie überall da, wo sie aus den Tiefen des Herzens entspringt.
[ 7 ] Wenn wir nicht das tiefgründige Gefühl in uns entwickeln, daß es etwas Höheres gibt, als wir sind, werden wir auch nicht in uns die Kraft finden, uns zu einem Höheren hinaufzuentwickeln. Der Eingeweihte hat sich nur dadurch die Kraft errungen, sein Haupt zu den Höhen der Erkenntnis zu erheben, daß er sein Herz in die Tiefen der Ehrfurcht, der Devotion geführt hat. Höhe des Geistes kann nur erklommen werden, wenn durch das Tor der Demut geschritten wird. Ein rechtes Wissen kannst du nur erlangen, wenn du gelernt hast, dieses Wissen zu achten. Der Mensch hat gewiß das Recht, sein Auge dem Lichte entgegenzuhalten; aber er muß dieses Recht erwerben. Im geistigen Leben gibt es ebenso Gesetze wie im materiellen. Streiche eine Glasstange mit einem entsprechenden Stoffe, und sie wird elektrisch, das heißt: sie erhält die Kraft, kleine Körper anzuziehen. Dies entspricht einem Naturgesetz. Hat man ein wenig Physik gelernt, so weiß man dies. Und ebenso weiß man, wenn man die Anfangsgründe der Geheimwissenschaft kennt, daß jedes in der Seele entwickelte Gefühl von wahrer Devotion eine Kraft entwickelt, die in der Erkenntnis früher oder später weiter führen kann.
[ 8 ] Wer in seinen Anlagen die devotionellen Gefühle hat, oder wer das Glück hat, sie durch eine entsprechende Erziehung eingepflanzt zu erhalten, der bringt vieles mit, wenn er im späteren Leben den Zugang zu höheren Erkenntnissen sucht. Wer eine solche Vorbereitung nicht mitbringt, dem erwachsen schon auf der ersten Stufe des Erkenntnispfades Schwierigkeiten, wenn er nicht durch Selbsterziehung die devotionelle Stimmung energisch in sich zu erzeugen unternimmt. In unserer Zeit ist es ganz besonders wichtig, daß auf diesen Punkt die volle Aufmerksamkeit gelenkt wird. Unsere Zivilisation neigt mehr zur Kritik, zum Richten, zum Aburteilen und wenig zur Devotion, zur hingebungsvollen Verehrung. Unsere Kinder schon kritisieren viel mehr, als sie hingebungsvoll verehren. Aber jede Kritik, jedes richtende Urteil vertreiben ebensosehr die Kräfte der Seele zur höheren Erkenntnis, wie jede hingebungsvolle Ehrfurcht sie entwickelt. Damit soll gar nichts gegen unsere Zivilisation gesagt sein. Es handelt sich hier gar nicht darum, Kritik an dieser unserer Zivilisation zu üben. Gerade der Kritik, dem selbstbewußten menschlichen Urteil, dem «Prüfet alles und das Beste behaltet», verdanken wir die Größe unserer Kultur. Nimmermehr hätte der Mensch die Wissenschaft, die Industrie, den Verkehr, die Rechtsverhältnisse unserer Zeit erlangt, wenn er nicht überall Kritik geübt, überall den Maßstab seines Urteils angelegt hätte. Aber was wir dadurch an äußerer Kultur gewonnen haben, mußten wir mit einer entsprechenden Einbuße an höherer Erkenntnis, an spirituellem Leben bezahlen. Betont muß werden, daß es sich beim höheren Wissen nicht um Verehrung von Menschen, sondern um eine solche gegenüber Wahrheit und Erkenntnis handelt.
[ 9 ] Nur das eine muß freilich sich jeder klarmachen, daß derjenige, der ganz in der veräußerlichten Zivilisation unserer Tage darinnen steckt, es sehr schwer hat, zur Erkenntnis der höheren Welten vorzudringen. Er kann es nur, wenn er energisch an sich arbeitet. In einer Zeit, in der die Verhältnisse des materiellen Lebens einfache waren, war auch geistiger Aufschwung leichter zu erreichen. Das Verehrungswürdige, das Heiligzuhaltende hob sich mehr von den übrigen Weltverhältnissen ab. Die Ideale werden in einem kritischen Zeitalter herabgezogen. Andere Gefühle treten an die Stelle der Verehrung, der Ehrfurcht, der Anbetung und Bewunderung. Unser Zeitalter drängt diese Gefühle immer mehr zurück, so daß sie durch das alltägliche Leben dem Menschen nur noch in sehr geringem Grade zugeführt werden. Wer höhere Erkenntnis sucht, muß sie in sich erzeugen. Er muß sie selbst seiner Seele einflößen. Das kann man nicht durch Studium. Das kann man nur durch das Leben. Wer Geheimschüler werden will, muß sich daher energisch zur devotionellen Stimmung erziehen. Er muß überall in seiner Umgebung, in seinen Erlebnissen dasjenige aufsuchen, was ihm Bewunderung und Ehrerbietung abzwingen kann. Begegne ich einem Menschen und tadle ich seine Schwächen, so raube ich mir höhere Erkenntniskraft; suche ich liebevoll mich in seine Vorzüge zu vertiefen, so sammle ich solche Kraft. Der Geheimjünger muß fortwährend darauf bedacht sein, diese Anleitung zu befolgen. Erfahrene Geheimforscher wissen, was sie für eine Kraft dem Umstande verdanken, daß sie immer wieder allen Dingen gegenüber auf das Gute sehen und mit dem richtenden Urteile zurückhalten. Aber dies darf nicht eine äußerliche Lebensregel bleiben. Sondern es muß von dem Innersten unsrer Seele Besitz ergreifen. Der Mensch hat es in seiner Hand, sich selbst zu vervollkommnen, sich mit der Zeit ganz zu verwandeln. Aber es muß sich diese Umwandlung in seinem Innersten, in seinem Gedankenleben vollziehen. Es genügt nicht, daß ich äußerlich in meinem Verhalten Achtung gegenüber einem Wesen zeige. Ich muß diese Achtung in meinen Gedanken haben. Damit muß der Geheimschüler beginnen, daß er die Devotion in sein Gedankenleben aufnimmt. Er muß auf die Gedanken der Unehrerbietung, der abfälligen Kritik in seinem Bewußtsein achten. Und er muß geradezu suchen, in sich Gedanken der Devotion zu pflegen.
[ 10 ] Jeder Augenblick, in dem man sich hinsetzt, um gewahr zu werden in seinem Bewußtsein, was in einem steckt an abfälligen, richtenden, kritischen Urteilen über Welt und Leben: – jeder solcher Augenblick bringt uns der höheren Erkenntnis näher. Und wir steigen rasch auf, wenn wir in solchen Augenblicken unser Bewußtsein nur erfüllen mit Gedanken, die uns mit Bewunderung, Achtung, Verehrung gegenüber Welt und Leben erfüllen. Wer in diesen Dingen Erfahrung hat, der weiß, daß in jedem solchen Augenblicke Kräfte in dem Menschen erweckt werden, die sonst schlummernd bleiben. Es werden dadurch dem Menschen die geistigen Augen geöffnet. Er fängt dadurch an, Dinge um sich herum zu sehen, die er früher nicht hat sehen können. Er fängt an zu begreifen, daß er vorher nur einen Teil der ihn umgebenden Welt gesehen hat. Der Mensch, der ihm gegenübertritt, zeigt ihm jetzt eine ganz andere Gestalt als vorher. Zwar wird er durch diese Lebensregel noch nicht imstande sein, schon das zu sehen, was zum Beispiel als die menschliche Aura beschrieben wird. Denn dazu ist eine noch höhere Schulung nötig. Aber eben zu dieser höheren Schulung kann er aufsteigen, wenn er vorher eine energische Schulung in Devotion durchgemacht hat. 1In übersichtlicher Art findet man den «Pfad der Erkenntnis» im letzten Abschnitt meiner «Theosophie Einführung in ubersinnliche Weltanshauung und Menschenbestimmung». Hier sollen im einzelnen praktische Gesichtspunkte angegeben werden.
[ 11 ] Geräuschlos und unbemerkt von der äußeren Welt vollzieht sich das Betreten des «Erkenntnispfades» durch den Geheimschüler. Niemand braucht an ihm eine Veränderung wahrzunehmen. Er tut seine Pflichten wie vorher; er besorgt seine Geschäfte wie ehedem. Die Verwandlung geht lediglich mit der inneren Seite der Seele vor sich, die dem äußeren Auge entzogen ist. Zunächst überstrahlt das ganze Gemütsleben des Menschen die eine Grundstimmung der Devotion gegenüber allem wahrhaft Ehrwürdigen. In diesem einen Grundgefühle findet sein ganzes Seelenleben den Mittelpunkt. Wie die Sonne durch ihre Strahlen alles Lebendige belebt, so belebt beim Geheimschüler die Verehrung alle Empfindungen der Seele.
[ 12 ] Es wird dem Menschen anfangs nicht leicht, zu glauben, daß Gefühle wie Ehrerbietung, Achtung und so weiter etwas mit seiner Erkenntnis zu tun haben. Dies rührt davon her, daß man geneigt ist, die Erkenntnis als eine Fähigkeit für sich hinzustellen, die mit dem in keiner Verbindung steht, was sonst in der Seele vorgeht. Man bedenkt dabei aber nicht, daß die Seele es ist, welche erkennt. Und für die Seele sind Gefühle das, was für den Leib die Stoffe sind, welche seine Nahrung ausmachen. Wenn man dem Leibe Steine statt Brot gibt, so erstirbt seine Tätigkeit. Ähnlich ist es mit der Seele. Für sie sind Verehrung, Achtung, Devotion nährende Stoffe, die sie gesund, kräftig machen; vor allem kräftig zur Tätigkeit des Erkennens. Mißachtung, Antipathie, Unterschätzung des Anerkennenswerten bewirken Lähmung und Ersterben der erkennenden Tätigkeit. – Für den Geistesforscher ist diese Tatsache an der Aura ersichtlich. Eine Seele, die sich verehrende, devotionelle Gefühle aneignet, bewirkt eine Veränderung ihrer Aura. Gewisse als gelbrote, braunrote zu bezeichnende geistige Farbentöne verschwinden und werden durch blaurote ersetzt. Dadurch aber öffnet sich das Erkenntnisvermögen; es empfängt Kunde von Tatsachen in seiner Umgebung, von denen es vorher keine Ahnung hatte. Die Verehrung weckt eine sympathische Kraft in der Seele, und durch diese werden Eigenschaften der uns umgebenden Wesen von uns angezogen, die sonst verborgen bleiben.
[ 13 ] Wirksamer noch wird das, was durch die Devotion zu erreichen ist, wenn eine andere Gefühlsart hinzukommt. Sie besteht darinnen, daß der Mensch lernt, sich immer weniger den Eindrücken der Außenwelt hinzugeben, und dafür ein reges Innenleben entwickelt. Ein Mensch, der von einem Eindruck der Außenwelt zu dem andern jagt, der stets nach «Zerstreuung» sucht, findet nicht den Weg zur Geheimwissenschaft. Nicht abstumpfen soll sich der Geheimschüler für die Außenwelt; aber sein reiches Innenleben soll ihm die Richtung geben, in der er sich ihren Eindrücken hingibt. Wenn ein gefühlsreicher und gemütstiefer Mensch durch eine schöne Gebirgslandschaft geht, erlebt er anderes als ein gefühlsarmer. Erst was wir im Innern erleben, gibt uns den Schlüssel zu den Schönheiten der Außenwelt. Der eine fährt über das Meer, und nur wenig innere Erlebnisse ziehen durch seine Seele; der andere empfindet dabei die ewige Sprache des Weltgeistes; ihm enthüllen sich geheime Rätsel der Schöpfung. Man muß gelernt haben, mit seinen eigenen Gefühlen, Vorstellungen umzugehen, wenn man ein inhaltvolles Verhältnis zur Außenwelt entwickeln will. Die Außenwelt ist in allen ihren Erscheinungen erfüllt von göttlicher Herrlichkeit; aber man muß das Göttliche erst in seiner Seele selbst erlebt haben, wenn man es in der Umgebung finden will. – Der Geheimschüler wird darauf verwiesen, sich Augenblicke in seinem Leben zu schaffen, in denen er still und einsam sich in sich selbst versenkt. Nicht den Angelegenheiten seines eigenen Ich aber soll er sich in solchen Augenblicken hingeben. Das würde das Gegenteil von dem bewirken, was beabsichtigt ist. Er soll vielmehr in solchen Augenblicken in aller Stille nachklingen lassen, was er erlebt hat, was ihm die äußere Welt gesagt hat. Jede Blume, jedes Tier, jede Handlung wird ihm in solchen stillen Augenblicken ungeahnte Geheimnisse enthüllen. Und er wird vorbereitet dadurch, neue Eindrücke der Außenwelt mit ganz anderen Augen zu sehen als vorher. Wer nur Eindruck nach Eindruck genießen will, stumpft sein Erkenntnisvermögen ab. Wer, nach dem Genusse, sich von dem Genusse etwas offenbaren läßt, der pflegt und erzieht sein Erkenntnisvermögen. Er muß sich nur daran gewöhnen, nicht etwa nur den Genuß nachklingen zu lassen, sondern, mit Verzicht auf weiteren Genuß, das Genossene durch innere Tätigkeit zu verarbeiten. Die Klippe ist hier eine sehr große, die Gefahr bringt. Statt in sich zu arbeiten, kann man leicht in das Gegenteil verfallen und den Genuß nur hinterher noch völlig ausschöpfen wollen. Man unterschätze nicht, daß sich hier unabsehbare Quellen des Irrtums für den Geheimschüler eröffnen. Er muß ja hindurch zwischen einer Schar von Verführern seiner Seele. Sie alle wollen sein «Ich» verhärten, in sich selbst verschließen. Er aber soll es aufschließen für die Welt. Er muß ja den Genuß suchen; denn nur durch ihn kommt die Außenwelt an ihn heran. Stumpft er sich gegen den Genuß ab, so wird er wie eine Pflanze, die aus ihrer Umgebung keine Nahrungsstoffe mehr an sich ziehen kann. Bleibt er aber beim Genusse stehen, so verschließt er sich in sich selbst. Er wird nur etwas für sich, nichts für die Welt bedeuten. Mag er in sich dann noch so sehr leben, mag er sein «Ich» noch so stark pflegen: die Welt scheidet ihn aus. Für sie ist er tot. Der Geheimschüler betrachtet den Genuß nur als ein Mittel, um sich für die Welt zu veredeln. Der Genuß ist ihm ein Kundschafter, der ihn unterrichtet über die Welt; aber er schreitet nach dem Unterricht durch den Genuß zur Arbeit vorwärts. Er lernt nicht, um das Gelernte als seine Wissensschätze aufzuhäufen, sondern um das Gelernte in den Dienst der Welt zu stellen.
[ 14 ] Es ist ein Grundsatz in aller Geheimwissenschaft, der nicht übertreten werden darf, wenn irgendein Ziel erreicht werden soll. Jede Geheimschulung muß ihn dem Schüler einprägen. Er heißt: Jede Erkenntnis, die du suchst, nur um dein Wissen zu bereichern, nur um Schätze in dir anzuhäufen, führt dich ab von deinem Wege; jede Erkenntnis aber, die du suchst, um reifer zu werden auf dem Wege der Menschenveredelung und der Weltenentwickelung, die bringt dich einen Schritt vorwärts. Dieses Gesetz fordert unerbittlich seine Beobachtung. Und man ist nicht früher Geheimschüler, ehe man dieses Gesetz zur Richtschnur seines Lebens gemacht hat. Man kann diese Wahrheit der geistigen Schulung in den kurzen Satz zusammenfassen: Jede Idee, die dir nicht zum Ideal wird, ertötet in deiner Seele eine Kraft; jede Idee, die aber zum Ideal wird, erschafft in dir Lebenskräfte.
Innere Ruhe
[ 15 ] Auf den Pfad der Verehrung und auf die Entwickelung des inneren Lebens wird der Geheimschüler im Anfange seiner Laufbahn gewiesen. Die Geisteswissenschaft gibt nun auch praktische Regeln an die Hand, durch deren Beobachtung der Pfad betreten, das innere Leben entwickelt werden kann. Diese praktischen Regeln entstammen nicht der Willkür. Sie beruhen auf uralten Erfahrungen und uraltem Wissen. Sie werden überall in der gleichen Art gegeben, wo die Wege zur höheren Erkenntnis gewiesen werden. Alle wahren Lehrer des geistigen Lebens stimmen in bezug auf den Inhalt dieser Regeln überein, wenn sie dieselben auch nicht immer in die gleichen Worte kleiden. Die untergeordnete, eigentlich nur scheinbare Verschiedenheit rührt von Tatsachen her, welche hier nicht zu besprechen sind.
[ 16 ] Kein Lehrer des Geisteslebens will durch solche Regeln eine Herrschaft über andere Menschen ausüben. Er will niemand in seiner Selbständigkeit beeinträchtigen. Denn es gibt keine besseren Schätzer und Hüter der menschlichen Selbständigkeit als die Geheimforscher. Es ist (im vorigen Kapitel) gesagt worden, das Band, das alle Eingeweihten umfaßt, sei ein geistiges, und zwei naturgemäße Gesetze bilden die Klammern, welche die Bestandteile dieses Bandes zusammenhalten. Tritt nun der Eingeweihte aus seinem umschlossenen Geistgebiet heraus, vor die Öffentlichkeit: dann kommt für ihn sogleich ein drittes Gesetz in Betracht. Es ist dieses: Richte jede deiner Taten, jedes deiner Worte so ein, daß durch dich in keines Menschen freien Willensentschluß eingegriffen wird.
[ 17 ] Wer durchschaut hat, daß ein wahrer Lehrer des Geisteslebens ganz von dieser Gesinnung durchdrungen ist, der kann auch wissen, daß er nichts von seiner Selbständigkeit einbüßt. wenn er den praktischen Regeln folgt, die ihm geboten werden.
[ 18 ] Eine der ersten dieser Regeln kann nun etwa in die folgenden Worte der Sprache gekleidet werden: «Schaffe dir Augenblicke innerer Ruhe und lerne in diesen Augenblicken das Wesentliche von dem Unwesentlichen unterscheiden.» – Es wird hier gesagt, diese praktische Regel laute so in «Worte der Sprache gefaßt». Ursprünglich werden nämlich alle Regeln und Lehren der Geisteswissenschaft in einer sinnbildlichen Zeichensprache gegeben. Und wer ihre ganze Bedeutung und Tragweite kennenlernen will, der muß erst diese sinnbildliche Sprache sich zum Verständnis bringen. Dieses Verständnis ist davon abhängig, daß der Betreffende bereits die ersten Schritte in der Geheimwissenschaft getan hat. Diese Schritte aber kann er durch die genaue Beobachtung solcher Regeln gehen, wie sie hier gegeben werden. Jedem steht der Weg offen, der ernstliches Wollen hat.
[ 19 ] Einfach ist die obige Regel bezüglich der Augenblicke der inneren Ruhe. Und einfach ist auch ihre Befolgung. Aber zum Ziele führt sie nur, wenn sie ebenso ernst und streng angefaßt wird, wie sie einfach ist. – Ohne Umschweife soll daher hier auch gesagt werden, wie diese Regel zu befolgen ist.
[ 20 ] Der Geheimschüler hat sich eine kurze Zeit von seinem täglichen Leben auszusondern, um sich in dieser Zeit mit etwas ganz anderem zu befassen, als die Gegenstände seiner täglichen Beschäftigung sind. Und auch die Art seiner Beschäftigung muß eine ganz andere sein als diejenige, mit der er den übrigen Tag ausfüllt. Das ist aber nicht so zu verstehen, als ob dasjenige, was er in dieser ausgesonderten Zeit vollbringt, nichts zu tun habe mit dem Inhalt seiner täglichen Arbeit. Im Gegenteil: der Mensch, der solche abgesonderten Augenblicke in der rechten Art sucht, wird bald bemerken, daß er durch sie erst die volle Kraft zu seiner Tagesaufgabe erhält. Auch darf nicht geglaubt werden, daß die Beobachtung dieser Regel jemandem wirklich Zeit von seiner Pflichtenleistung entziehen könne. Wenn jemand wirklich nicht mehr Zeit zur Verfügung haben sollte, so genügen fünf Minuten jeden Tag. Es kommt darauf an, wie diese fünf Minuten angewendet werden.
[ 21 ] In dieser Zeit soll der Mensch sich vollständig herausreißen aus seinem Alltagsleben. Sein Gedanken-, sein Gefühlsleben soll da eine andere Färbung erhalten, als sie sonst haben. Er soll seine Freuden, seine Leiden, seine Sorgen, seine Erfahrungen, seine Taten vor seiner Seele vorbeiziehen lassen. Und er soll sich dabei so stellen, daß er alles das, was er sonst erlebt, von einem höheren Gesichtspunkte aus ansieht. Man denke nur einmal daran, wie man im gewöhnlichen Leben etwas ganz anders ansieht, was ein anderer erlebt oder getan hat, als was man selbst erlebt oder getan hat. Das kann nicht anders sein. Denn mit dem, was man selbst erlebt oder tut, ist man verwoben; das Erlebnis oder die Tat eines anderen betrachtet man nur. Was man in den ausgesonderten Augenblicken anzustreben hat, ist nun, die eigenen Erlebnisse und Taten so anzuschauen, so zu beurteilen, als ob man sie nicht selbst, sondern als ob sie ein anderer erlebt oder getan hätte. Man stelle sich einmal vor: jemand habe einen schweren Schicksalsschlag erlebt. Wie anders steht er dem gegenüber als einem ganz gleichen Schicksalsschlage bei seinem Mitmenschen? Niemand kann das für unberechtigt halten. Es liegt in der menschlichen Natur. Und ähnlich wie in solchen außergewöhnlichen Fällen ist es in den alltäglichen Angelegenheiten des Lebens. Der Geheimschüler muß die Kraft suchen, sich selbst in gewissen Zeiten wie ein Fremder gegenüberzustehen. Mit der inneren Ruhe des Beurteilers muß er sich selbst entgegentreten. Erreicht man das, dann zeigen sich einem die eigenen Erlebnisse in einem neuen Lichte. Solange man in sie verwoben ist, solange man in ihnen steht, hängt man mit dem Unwesentlichen ebenso zusammen wie mit dem Wesentlichen. Kommt man zur inneren Ruhe des Überblicks, dann sondert sich das Wesentliche von dem Unwesentlichen. Kummer und Freude, jeder Gedanke, jeder Entschluß erscheinen anders, wenn man sich so selbst gegenübersteht. Es ist, wie wenn man den ganzen Tag hindurch in einem Orte sich aufgehalten hat und das Kleinste ebenso nahe gesehen hat wie das Größte; dann des Abends auf einen benachbarten Hügel steigt und den ganzen Ort auf einmal überschaut. Da erscheinen die Teile dieses Ortes in anderen gegenseitigen Verhältnissen, als wenn man darinnen ist. Mit gegenwärtig erlebten Schicksalsfügungen wird und braucht dies nicht zu gelingen; mit länger vergangenen muß es vom Schüler des Geisteslebens erstrebt werden. – Der Wert solcher inneren, ruhigen Selbstschau hängt viel weniger davon ab, was man dabei erschaut, als vielmehr davon, daß man in sich die Kraft findet, die solche innere Ruhe entwickelt.
[ 22 ] Denn jeder Mensch trägt neben seinem – wir wollen ihn so nennen – Alltagsmenschen in seinem Innern noch einen höheren Menschen. Dieser höhere Mensch bleibt so lange verborgen, bis er geweckt wird. Und jeder kann diesen höheren Menschen nur selbst in sich erwecken. Solange aber dieser höhere Mensch nicht erweckt ist, so lange bleiben auch die in jedem Menschen schlummernden höheren Fähigkeiten verborgen, die zu übersinnlichen Erkenntnissen führen.
[ 23 ] Solange jemand die Frucht der inneren Ruhe nicht fühlt, muß er sich eben sagen, daß er in der ernsten strengen Befolgung der angeführten Regel fortfahren muß. Für jeden, der so verfährt, kommt der Tag, wo es um ihn herum geistig hell wird, wo sich einem Auge, das er bis dahin in sich nicht gekannt hat, eine ganz neue Welt erschließen wird.
[ 24 ] Und nichts braucht sich im äußeren Leben des Geheimschülers zu ändern dadurch, daß er anfängt, diese Regel zu befolgen. Er geht seinen Pflichten nach wie vorher; er duldet dieselben Leiden und erlebt dieselben Freuden zunächst wie vorher. In keiner Weise kann er dadurch dem «Leben» entfremdet werden. Ja, er kann um so voller den übrigen Tag hindurch diesem «Leben» nachgehen, weil er in seinen ausgesonderten Augenblicken ein«höheres Leben» sich aneignet. Nach und nach wird dieses «höhere Leben» schon seinen Einfluß auf das gewöhnliche geltend machen. Die Ruhe der ausgesonderten Augenblicke wird ihre Wirkung auch auf den Alltag haben. Der ganze Mensch wird ruhiger werden, wird Sicherheit bei seinen Handlungen gewinnen, wird nicht mehr aus der Fassung gebracht werden können durch alle möglichen Zwischenfälle. Allmählich wird sich solch angehender Geheimschüler sozusagen immer mehr selbst leiten und weniger von den Umständen und äußeren Einflüssen leiten lassen. Ein solcher Mensch wird bald bemerken, was für eine Kraftquelle solche ausgesonderte Zeitabschnitte für ihn sind. Er wird anfangen, sich über Dinge nicht mehr zu ärgern, über die er sich vorher geärgert hat, unzählige Dinge, die er vorher gefürchtet hat, hören auf, ihm Befürchtungen zu machen. Eine ganz neue Lebensauffassung eignet er sich an. Vorher ging er vielleicht zaghaft an diese oder jene Verrichtung. Er sagte sich: Oh, meine Kraft reicht nicht aus, dies so zu machen, wie ich es gerne gemacht hätte. Jetzt kommt ihm nicht mehr dieser Gedanke, sondern vielmehr ein ganz anderer. Nunmehr sagt er sich nämlich: Ich will alle Kraft zusammennehmen, um meine Sache so gut zu machen, als ich nur irgend kann. Und den Gedanken, der ihn zaghaft machen könnte, unterdrückt er. Denn er weiß, daß ihn eben die Zaghaftigkeit zu einer schlechten Leistung veranlassen könnte, daß jedenfalls diese Zaghaftigkeit nichts beitragen kann zur Verbesserung dessen, was ihm obliegt. Und so ziehen Gedanke nach Gedanke in die Lebensauffassung des Geheimschülers ein, die fruchtbar, förderlich sind für sein Leben. Sie treten an die Stelle von solchen, die ihm hinderlich, schwächend waren. Er fängt an, sein Lebensschiff einen sicheren, festen Gang zu führen innerhalb der Wogen des Lebens, während es vorher von diesen Wogen hin und her geschlagen worden ist.
[ 25 ] Und solche Ruhe und Sicherheit wirken auch auf das ganze menschliche Wesen zurück. Der innere Mensch wächst dadurch. Und mit ihm wachsen jene inneren Fähigkeiten, welche zu den höheren Erkenntnissen führen. Denn durch seine in dieser Richtung gemachten Fortschritte gelangt der Geheimschüler allmählich dahin, daß er selbst bestimmt, wie die Eindrücke der Außenwelt auf ihn einwirken dürfen. Er hört zum Beispiel ein Wort, durch das ein anderer ihn verletzen oder ärgern will. Vor seiner Geheimschülerschaft wäre er auch verletzt worden oder hätte sich geärgert. Da er nun den Pfad der Geheimschülerschaft betreten hat, ist er imstande, dem Worte seinen verletzenden oder ärgerlichen Stachel zu nehmen, bevor es den Weg zu seinem Inneren gefunden hat. Oder ein anderes Beispiel. Ein Mensch wird leicht ungeduldig, wenn er warten soll. Er betritt den Pfad des Geheimschülers. Er durchdringt sich in seinen Augenblicken der Ruhe so sehr mit dem Gefühl von der Zwecklosigkeit vieler Ungeduld, daß er fortan bei jeder erlebten Ungeduld sofort dieses Gefühl gegenwärtig hat. Die Ungeduld, die sich schon einstellen wollte, verschwindet, und eine Zeit, die sonst verlorengegangen wäre unter den Vorstellungen der Ungeduld, wird vielleicht ausgefüllt von einer nützlichen Beobachtung, die während des Wartens gemacht werden kann.
[ 26 ] Nun muß man sich nur die Tragweite von alledem vergegenwärtigen. Man bedenke, daß der «höhere Mensch» im Menschen in fortwährender Entwickelung ist. Durch die beschriebene Ruhe und Sicherheit wird ihm aber allein eine gesetzmäßige Entwickelung ermöglicht. Die Wogen des äußeren Lebens zwängen den inneren Menschen von allen Seiten ein, wenn der Mensch nicht dieses Leben beherrscht, sondern von ihm beherrscht wird. Ein solcher Mensch ist wie eine Pflanze, die sich in einer Felsspalte entwickeln soll. Sie verkümmert so lange, bis man ihr Raum schafft. Dem inneren Menschen können keine äußeren Kräfte Raum schaffen. Das vermag nur die innere Ruhe, die er seiner Seele schafft. Äußere Verhältnisse können nur seine äußere Lebenslage ändern; den «geistigen Menschen» in ihm können sie nie und nimmer erwecken. – In sich selbst muß der Geheimschüler einen neuen, einen höheren Menschen gebären.
[ 27 ] Dieser «höhere Mensch» wird dann der «innere Herrscher», der mit sicherer Hand die Verhältnisse des äußeren Menschen führt. Solange der äußere Mensch die Oberhand und Leitung hat, ist dieser «innere» sein Sklave und kann daher seine Kräfte nicht entfalten. Hängt es von etwas anderem als von mir ab, ob ich mich ärgere oder nicht, so bin ich nicht Herr meiner selbst, oder noch besser gesagt : ich habe den «Herrscher in mir» noch nicht gefunden. Ich muß in mir die Fähigkeit entwickeln, die Eindrücke der Außenwelt nur in einer durch mich selbst bestimmten Weise an mich herankommen zu lassen; dann kann ich erst Geheimschüler werden. Und nur insoweit der Geheimschüler ernstlich nach dieser Kraft sucht, kann er zum Ziel kommen. Es kommt nicht darauf an, wie weit es einer in einer bestimmten Zeit bringt; sondern allein darauf, daß er ernstlich sucht. Schon manchen hat es gegeben, der jahrelang sich angestrengt hat, ohne an sich einen merklichen Fortschritt zu bemerken; viele von denen aber, die nicht verzweifelt, sondern unerschütterlich geblieben sind, haben dann ganz plötzlich den «inneren Sieg» errungen.
[ 28 ] Es gehört gewiß in mancher Lebenslage eine große Kraft dazu, sich Augenblicke innerer Ruhe zu schaffen. Aber je größer die notwendige Kraft, desto bedeutender ist auch das, was erreicht wird. Alles hängt in bezug auf die Geheimschülerschaft davon ab, daß man energisch, mit innerer Wahrheit und rückhaltloser Aufrichtigkeit sich selbst, mit allen seinen Handlungen und Taten, als ein völlig Fremder gegenüberstehen kann.
[ 29 ] Aber nur eine Seite der inneren Tätigkeit des Geheimschülers ist durch diese Geburt des eigenen höheren Menschen gekennzeichnet. Es muß dazu noch etwas anderes kommen. Wenn sich nämlich der Mensch auch selbst als ein Fremder gegenübersteht, so betrachtet er doch nur sich selbst; er sieht auf diejenigen Erlebnisse und Handlungen, mit denen er durch seine besondere Lebenslage verwachsen ist. Er muß darüber hinauskommen. Er muß sich erheben zu einem rein Menschlichen, das nichts mehr mit seiner besonderen Lage zu tun hat. Er muß zu einer Betrachtung derjenigen Dinge übergehen, die ihn als Mensch etwas angingen, auch wenn er unter ganz anderen Verhältnissen, in einer ganz anderen Lage lebte. Dadurch lebt in ihm etwas auf, was über das Persönliche hinausragt. Er richtet damit den Blick in höhere Welten, als diejenigen sind, mit denen ihn der Alltag zusammenführt. Und damit beginnt der Mensch zu fühlen, zu erleben, daß er solchen höheren Welten angehört. Es sind das Welten, über die ihm seine Sinne, seine alltägliche Beschäftigung nichts sagen können. So erst verlegt er den Mittelpunkt seines Wesens in sein Inneres. Er hört auf die Stimmen in seinem Innern, die in den Augenblicken der Ruhe zu ihm sprechen; er pflegt im Innern Umgang mit der geistigen Welt. Er ist dem Alltag entrückt. Der Lärm dieses Alltags ist für ihn verstummt. Es ist um ihn herum still geworden. Er weist alles ab, was ihn an solche Eindrücke von außen erinnert. Die ruhige Beschaulichkeit im Innern, die Zwiesprache mit der rein geistigen Welt füllt seine ganze Seele aus. – Ein natürliches Lebensbedürfnis muß dem Geheimschüler solche stille Beschaulichkeit werden. Er ist zunächst ganz in eine Gedankenwelt versenkt. Er muß für diese stille Gedankentätigkeit ein lebendiges Gefühl entwickeln. Er muß lieben lernen, was ihm der Geist da zuströmt. Bald hört er dann auch auf, diese Gedankenwelt als etwas zu empfinden, was unwirklicher sei als die Dinge des Alltags, die ihn umgeben. Er fängt an, mit seinen Gedanken umzugehen wie mit den Dingen im Raume. Und dann naht für ihn auch der Augenblick, indem er das, was sich ihm in der Stille innerer Gedankenarbeit offenbart, als viel höher, wirklicher zu fühlen beginnt als die Dinge im Raume. Er erfährt, daß sich Leben in dieser Gedankenwelt ausspricht. Er sieht ein, daß sich in Gedanken nicht bloße Schattenbilder ausleben, sondern, daß durch sie verborgene Wesenheiten zu ihm sprechen. Es fängt an, aus der Stille heraus zu ihm zu sprechen. Vorher hat es nur durch sein Ohr zu ihm getönt; jetzt tönt es durch seine Seele. Eine innere Sprache – ein inneres Wort – hat sich ihm erschlossen. Beseligt im höchsten Grade fühlt sich der Geheimschüler, wenn er diesen Augenblick zum ersten Male erlebt. Über seine ganze äußere Welt ergießt sich ein inneres Licht. Ein zweites Leben beginnt für ihn. Der Strom einer göttlichen, einer gottbeseligenden Welt ergießt sich durch ihn.
[ 30 ] Solches Leben der Seele in Gedanken, das sich immer mehr erweitert zu einem Leben in geistiger Wesenheit, nennt die Gnosis, die Geisteswissenschaft Meditation (beschauliches Nachdenken). Diese Meditation ist das Mittel zu übersinnlicher Erkenntnis. – Aber nicht schwelgen in Gefühlen soll der Geheimschüler in solchen Augenblicken. Er soll nicht unbestimmte Empfindungen in seiner Seele haben. Das würde ihn nur hindern, zu wahrer geistiger Erkenntnis zu kommen. Klar, scharf, bestimmt sollen sich seine Gedanken gestalten. Dazu wird er einen Anhalt finden, wenn er sich nicht blind an die Gedanken hält, die ihm aufsteigen. Er soll sich vielmehr mit den hohen Gedanken durchdringen, welche vorgeschrittene, schon vom Geist erfaßte Menschen in solchen Augenblicken gedacht haben. Er soll zum Ausgangspunkte die Schriften nehmen, die selbst solcher Offenbarung in der Meditation entsprossen sind. In der mystischen, in der gnostischen, in der geisteswissenschaftlichen Literatur von heute findet der Geheimschüler solche Schriften. Da ergeben sich ihm die Stoffe zu seiner Meditation. Die Geistsucher haben selbst in solchen Schriften die Gedanken der göttlichen Wissenschaft niedergelegt; der Geist hat durch seine Boten sie der Welt verkündigen lassen.
[ 31 ] Durch solche Meditation geht eine völlige Verwandlung mit dem Geheimschüler vor. Er fängt an, über die Wirklichkeit ganz neue Vorstellungen sich zu bilden. Alle Dinge erhalten für ihn einen anderen Wert. Immer wieder muß es gesagt werden: nicht weltfremd wird der Geheimschüler durch solche Wandlung. Er wird auf keinen Fall seinem alltäglichen Pflichtenkreis entfremdet. Denn er lernt einsehen, daß die geringste Handlung, die er zu vollbringen hat, das geringste Erlebnis, das sich ihm darbietet, im Zusammenhang stehen mit den großen Weltwesenheiten und Weltereignissen. Wird ihm dieser Zusammenhang durch seine beschaulichen Augenblicke erst klar, dann geht er mit neuer vollerer Kraft in seinen täglichen Wirkungskreis. Denn jetzt weiß er: was er arbeitet, was er leidet, das arbeitet, leidet er um eines großen, geistigen Weltzusammenhanges willen. Kraft zum Leben, nicht Lässigkeit quillt aus der Meditation.
[ 32 ] Mit sicherem Schritt geht der Geheimschüler durch das Leben. Was es ihm auch bringen mag, läßt ihn aufrecht schreiten. Vorher hat er nicht gewußt, warum er arbeitet, warum er leidet: jetzt weiß er dies. Einzusehen ist, daß solche Meditationstätigkeit besser zum Ziele führt, wenn sie unter Anleitung erfahrener Menschen geschieht. Solchen Menschen, die von sich aus wissen, wie alles am besten zu machen ist. Man sehe daher den Rat, die Anweisung solcher Menschen sich an. Man verliert dadurch wahrlich nicht seine Freiheit. Was sonst nur unsicheres Tappen sein kann, wird durch solche Anleitung zum zielsicheren Arbeiten. Wer sich um solche kümmert, die in dieser Richtung Wissen, Erfahrung haben, wird niemals vergeblich anklopfen. Er sei sich nur bewußt, daß er nichts anderes sucht als den Rat eines Freundes, nicht die Übermacht eines solchen, der herrschen will. Man wird immer finden, daß diejenigen, die wirklich wissen, die bescheidensten Menschen sind, und daß ihnen nichts ferner liegt als dasjenige, was die Menschen Machtgelüste nennen.
[ 33 ] Wer sich durch die Meditation erhebt zu dem, was den Menschen mit dem Geist verbindet, der beginnt in sich das zu beleben, was ewig in ihm ist, was nicht durch Geburt und Tod begrenzt ist. Nur diejenigen können zweifeln an einem solchen Ewigen, die es nicht selbst erlebt haben. So ist die Meditation der Weg, der den Menschen auch zur Erkenntnis, zur Anschauung seines ewigen, unzerstörbaren Wesenskernes führt. Und nur durch sie kann der Mensch zu solcher Anschauung kommen. Gnosis, Geisteswissenschaft sprechen von der Ewigkeit dieses Wesenskernes, von der Wiederverkörperung desselben. Oft wird gefragt, warum weiß der Mensch nichts von seinen Erlebnissen, die jenseits von Geburt und Tod liegen? Aber nicht so sollte gefragt werden. Sondern vielmehr so: wie gelangt man zu solchem Wissen? In der richtigen Meditation eröffnet sich der Weg. Durch sie lebt die Erinnerung auf an Erlebnisse, die jenseits von Geburt und Tod liegen. Jeder kann dieses Wissen erwerben; in jedem liegen die Fähigkeiten, selbst zu erkennen, selbst zu schauen, was echte Mystik, Geisteswissenschaft, Anthroposophie und Gnosis lehren. Er muß nur die richtigen Mittel wählen. Nur ein Wesen, das Ohren und Augen hat, kann Töne und Farben wahrnehmen. Und auch das Auge kann nichts wahrnehmen, wenn das Licht fehlt, das die Dinge sichtbar macht. In der Geheimwissenschaft sind die Mittel gegeben, die geistigen Ohren und Augen zu entwickeln und das geistige Licht zu entzünden. Als drei Stufen können die Mittel der geistigen Schulung bezeichnet werden: 1. Die Vorbereitung. Sie entwickelt die geistigen Sinne. 2. Die Erleuchtung. Sie zündet das geistige Licht an. 3. Die Einweihung. Sie eröffnet den Verkehr mit den Höheren Wesenheiten des Geistes.
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The Way of Initiation 1960, tr. Max Gysi
How to Attain Knowledge of the Higher Worlds
[ 1 ] In every man there are latent faculties by means of which he can acquire for himself knowledge of the higher worlds. The mystic, theosophist, or gnostic speaks of a soul-world and a spirit-world, which are, for him, just as real as the world which we see with our physical eyes, or touch with our physical hands. At every moment his listener may say to himself: What he speaks about I too can learn, when I have developed within myself certain powers which today lie slumbering within me. There remains only the question as to how one has to commence in order to develop within oneself such faculties. For this only those can give advice who have already developed such powers within themselves. As: long as the human race has existed, there have always been schools in which those who possessed these higher faculties gave instruction to those who were in search of them. Such are called the occult schools, and the instruction which is imparted therein is called esoteric science, or occult teaching. Such a designation naturally awakens misunderstanding. He who hears it may be very easily misled into the belief that those who work in these, schools desire to represent a special, privileged class, which arbitrarily withholds its knowledge from its fellow-creatures. Indeed, he may even think that perhaps there is nothing really important behind such knowledge. For he is tempted to think that, if it were a true knowledge, there would then be no need to make a secret about it: one might then communicate it publicly and open up its advantages to all men.
[ 2 ] Those who have been initiated into the nature of the occult knowledge are not in the least surprised that the uninitiated should so think. Only he who has to a certain degree experienced this initiation into the higher secrets of being can understand the secret of that initiation. But it may be asked: How, then, shall the uninitiated, considering the circumstances, develop any interest at all in this so-called occult knowledge? How and why ought they to search for something of whose nature they can form no idea? But such a question is based upon an entirely erroneous conception of the real nature of occult knowledge. There is, in truth, no difference between occult knowledge and all the rest of man's knowledge and capacity. This occult knowledge is no more of a secret for the average man than writing is a secret to him who has never learned to read. And just as everyone who chooses the correct method may learn to write, so too can everyone who searches after the right way become a disciple, and even a teacher. In only one respect are the conditions here different from those that apply to external thought activities. The possibility of acquiring the art of writing may be withheld from someone through poverty, or through the state of civilisation into which he has been born; but for the attainment of knowledge in the higher worlds there is no obstacle for him who sincerely reaches for it.
[ 3 ] Many believe that one has to find, here or there, the Masters of the higher knowledge, in order to receive enlightenment from them. In the first place, he who strives earnestly after the higher knowledge need not be afraid of any difficulty or obstacle in his search for an Initiate who shall be able to lead him into the profounder secrets of the world. Everyone, on the contrary, may be certain that an Initiate will find him out, under any circumstances, if there is in him an earnest and worthy endeavour to attain this knowledge. For it is a strict law amongst all Initiates to withhold from no man the knowledge that is due to him. But there is an equally strict law which insists that no one shall receive any occult knowledge until he is worthy. And the more strictly he observes these two laws, the more perfect is an Initiate. The order which embraces all Initiates is surrounded, as it were, by a wall, and the two laws here mentioned form two strong principles by which the constituents of this wall are held together. You may live in close friendship with an Initiate, yet this wall will separate him from you just as long as you have not become an Initiate yourself. You may enjoy in the fullest sense the heart, the love of an Initiate, yet he will only impart to you his secret when you yourself are ready for it. You may flatter him; you may torture him; nothing will induce him to divulge to you anything which he knows ought not to be disclosed, inasmuch as you, at the present stage of your evolution, do not understand how rightly to receive the secret into your soul.
[ 4 ] The ways which prepare a man for the reception of a secret are clearly prescribed. They are indicated by the unfading, everlasting letters within the temples where the Initiates guard the hi4her secrets. In ancient times, anterior to “history,” these temples were outwardly visible; today, because our lives have become so unspiritual, they are mostly quite invisible to external sight. Yet they are present everywhere, and all who seek may find them.
[ 5 ] Only within his soul may a man discover the means which will open for him the lips of the Initiate. To a certain high degree he must develop within himself special faculties, and then the greatest treasures of the Spirit become his own.
[ 6 ] He must begin with a certain fundamental attitude of the soul: the student of Occultism calls it the Path of Devotion, of Veneration. Only he who maintains this attitude can, in Occultism, become a disciple. And he who has experience in these things is able to perceive even in the child the signs of approaching discipleship. There are children who look up with religious awe to those they venerate. For such people they have a respect which forbids them to admit even in the innermost sanctuary of the heart any thought of criticism or opposition. Such children grow up into young men and maidens who feel happy when they are able to look up to anything venerable. From the ranks of such children are recruited many disciples.
Have you ever paused outside the door of some venerated man, and have you, on this your first visit, felt a religious awe as you pressed the handle, in order to enter the room which for you is a holy place? Then there has been manifested in you an emotion which may be the germ of your future discipleship. It is a blessing for every developing person to have such emotions upon which to build. Only it must not be thought that such qualities are the germ of submissiveness and slavery. Experience teaches us that those can best hold their heads erect who have learnt to venerate where veneration is due. And veneration is always in its place when it rises from the depths of the heart.
[ 7 ] If we do not develop within ourselves this deeply-rooted feeling that there is something higher than ourselves, we shall never find enough strength to evolve to something higher. The Initiate has only acquired the power of lifting his intellect to the heights of knowledge by guiding his heart into the depths of veneration and devotion. The heights of the Spirit can only be reached by passing through the portals of humility. You can only acquire right knowledge when you have learnt to esteem it. Man has certainly the right to gaze upon the Reality, but he must first acquire this right. There are laws in the spiritual life, as in the physical life. Rub a glass rod with an appropriate material and it will become electric, that is to say, it will receive the power of attracting small bodies. This exemplifies natural law. And if one has learnt even a little of physics, one knows this. Similarly, if one is acquainted with the first principles of Occultism, one knows that every feeling of true devotion which opens out in the soul, develops a power which may, sooner or later, lead to the Path of Knowledge.
[ 8 ] He who possesses within himself this feeling of devotion, or who is fortunate enough to receive it from his education, brings a great deal along with him, when, later in life, he seeks an entrance to the higher knowledge. But he who brings no such preparation will find himself confronted with difficulties even upon the first step of the Path of Knowledge, unless he undertakes, by rigorous self-education, to create the devotional mood within himself. In our time it is especially important that full attention be given to this point. Our civilisation tends much more towards criticism, the giving of judgments, and so forth, than toward devotion, and a selfless veneration. Our children already criticise far more than they worship. But every judgment, every carping criticism, frustrates the powers of the soul for the attainment of the higher knowledge, in the same measure that all heartfelt devotion develops them. In this we do not wish to say anything against our civilisation. It is in no way a question of passing a criticism upon it. It is just to this critical faculty, this self-conscious human judgment, this “prove all things and hold fast the good,” that we owe the greatness of our civilisation. We could never have attained to the science, the commerce, the industry, the law of our time, had we not exercised our critical faculty everywhere, had we not everywhere applied the standard of our judgment. But what we have thereby gained in external culture we have had to pay for with a corresponding loss of the higher knowledge, of the spiritual life.
[ 9 ] Now the one thing that everyone must clearly understand is that for him who is right in the centre of the objective civilisation of our time, it is very difficult to advance to the knowledge of the higher worlds. He can only do so if he works energetically within himself. At a time when the conditions of outward life were simpler, spiritual exaltation was easier of attainment. That which ought to be venerated, that which ought to be kept holy, stood out in better relief from the ordinary things of the world. In a period of criticism these ideals are lowered; other emotions take the place of veneration, respect, prayer, and wonder. Our own age continually pushes these emotions further and further back, so that in the daily life of the people they play but a very small part. He who seeks for, higher knowledge must create it within himself; he must himself instil it into his soul. It cannot be done by study: it can only be done through life. He who wishes to become a disciple must therefore assiduously cultivate the devotional mood. Everywhere in his environment he must look for that which demands of him admiration and homage. Whenever his duties or circumstances permit, he should try to renounce entirely all criticism or judgment. If I meet a man and blame him for his weakness, I rob myself of power to win the higher knowledge; but if I try to enter lovingly into his merits, I then gather such power. The disciple must continually try to follow out this advice. Experienced occultists are aware how much they owe to the continual searching for the good in all things, and the withholding of all carping criticism. This must not remain only as an external rule of life; rather must it take possession of the innermost part of our souls. We have it in our power to perfect ourselves, and by and by to transform ourselves completely. But this transformation must take place in the innermost self, in the mental life. It is not enough that I show respect only in my outward bearing toward a person; I must have this respect in my thought. The disciple must begin by drawing this devotion into his thought-life, He must altogether banish from his consciousness all thoughts of disrespect, of criticism, and he must endeavour straightway to cultivate thoughts of devotion.
[ 10 ] Every moment in which we set ourselves to banish from our consciousness whatever remains in it of disparaging, suspicious judgment of our fellow-men, every such moment brings us nearer to the knowledge of higher things. And we rise rapidly when, in such moments, we fill our consciousness only with thoughts that evoke in us admiration, respect, and veneration for men and things. He who has experience in these matters will know that in every such moment powers are awakened in man which otherwise remain dormant. In this way the spiritual eyes of a man are opened. He begins to see things around him which hitherto he was unable to see. He begins to understand that hitherto he had only seen a part of the world around him. The man with whom he comes in contact now shows him quite a different aspect from what he showed before. Of course, he will not yet, through this rule of life alone, be able to see what has elsewhere been described as the human aura, because, for that, a still higher training is necessary. But he can rise to this higher training if he has previously gone through a thorough training in devotion. [In the last chapter of the book entitled Theosophie (Berlin, C. A. Schwetschke und Sohn), Dr. Rudolf Steiner fully describes this “Path of Knowledge;” here it is only intended to give some practical details.]
[ 11 ] Noiseless and unnoticed by the outer world is the treading of the “Path of Discipleship.” It is not necessary that anyone should notice a change in the disciple. He does his duties as hitherto; he attends to his business as before. The transformation goes on only in the inner part of the soul, hidden from outward sight. At first the entire soul-life of a man is flooded by this fundamental mood of devotion for everything which is truly venerable. His entire soul-life finds in this fundamental mood its pivot. Just as the sun, through its rays, will vivify everything living, so in the life of the disciple this reverence vivifies all the perceptions of the soul.
[ 12 ] At first it is not easy for people to believe that feelings like reverence, respect, and so forth, have anything to do with their perceptions. This comes from the fact that one is inclined to think of perception as a faculty quite by itself, one that stands in no relation to what otherwise happens in the soul. In so thinking, we do not remember that it is the soul which perceives. And feelings are for the soul what food is for the body. If we give the body stones in place of bread its activity will cease. It is the same with the soul. Veneration, homage, devotion, are as nutriment which makes it healthy and strong, and especially strong for the activity of perception. Disrespect, antipathy, and under-estimation, bring about the starvation and withering of this activity. For the occultist this fact is visible in the aura. A soul which harbours the feelings of devotion and reverence, brings about a change in its aura. Certain yellowish-red or brown-red tints will vanish, and tints of bluish-red will replace them. And then the organ of perception opens. It receives information of facts in its neighbourhood of which hitherto it had no knowledge. Reverence awakens a sympathetic power in the soul, and through this we attract similar qualities in the beings which surround us, which would otherwise remain hidden. [ 13 ] More effective still is that power which can be obtained by devotion when another feeling is added. One learns to give oneself up less and less to the impressions of the outer world, and to develop in its place a vivid inward life. He who darts from one impression of the outer world to another, constantly seeks dissipations, cannot find the way to Occultism. The disciple must not blunt himself to the outer world; but rich inner life will point out the direction in which he ought to lend himself to its impressions. When passing through a beautiful mountain district, the man with depth of soul and richness of emotion has different experiences from the man with few emotions. Only what we experience within ourselves opens up the beauties of the outer world. One man sails across the ocean, and only a few inward experiences pass through his soul: but another will then hear the eternal language of the World-Spirit, and for him are unveiled the mysteries of creation.
One must have learnt to control one's own feelings and ideas if one wishes to develop any intimate relationship with the outer world. Every phenomenon in that outer World is full of divine splendour, but one must have felt the Divine within oneself before one can hope to discover it without. The disciple is told to set apart certain moments of his daily life during which to withdraw into himself, quietly and alone. But at such time he ought not to occupy himself with his own personal affairs, for this would bring about the contrary of that which he is aiming at. During these moments he ought rather to listen in complete silence to the echoes of what he has experienced, of what the outward world has told him. Then, in these periods of quiet, every flower, every animal, every action will unveil to him secrets undreamed of, and thus he will prepare himself to receive new impressions of the external world, as if he viewed it with different eyes. For he who merely desires to enjoy impression after impression, only stultifies the perceptive faculty, while he who lets the enjoyment afterwards reveal something to him, thus enlarges and educates it. But he must be careful not merely to let the enjoyment reverberate, as it were; but, renouncing any further enjoyment, rather to work upon his pleasurable experiences with an inward activity. The danger at this point is very great. Instead of working within one self, it is easy to fall into the opposite habit of afterwards trying to completely exhaust the enjoyment. Let us not undervalue the unforeseen sources of error which here confront the disciple. He must of necessity pass through a host of temptations, each of which tends only to harden his Ego and to imprison it within itself. He ought to open it wide for the whole world. It is necessary that he should seek enjoyment, for in this way only can the outward world get at him; and if he blunts himself to enjoyment he becomes as a plant which cannot any longer draw nourishment from its environment. Yet, if he stops at the enjoyment, he is then shut up within himself, and will only be something to himself and nothing to the world. However much he may live within himself, however intensely he may cultivate his Ego, the world will exclude him. He is dead to the world. But the disciple considers enjoyment only as a means of ennobling himself for the world. Pleasure is to him as a scout who informs him concerning the world, and after having been taught by pleasure he passes on to work. He does not learn in order that he may accumulate learning as his own treasure, but in order that he may put his learning at the service of the world.
[ 14 ] In all forms of Occultism there is a fundamental principle which cannot be transgressed, if any goal at all is to be reached. Every occult teacher must impress it upon his pupils, and it runs as follows: Every branch of knowledge which you seek only to enrich your own learning, only to accumulate treasure for yourself, leads you away from the Path: but all knowledge which you seek for working in the service of humanity and for the uplifting of the world, brings you a step forward. This law must be rigidly observed; nor is one a genuine disciple until he has adopted it as the guide for his whole life. In many occult schools this truth is expressed in the following short sentences. Every idea which does not become an ideal for you, slays a power in your soul: every idea which becomes an ideal creates within you living powers.
The Path of Discipleship
[ 15 ] At the very beginning of course the student is directed to the Path of Reverence, and the development of the inner life. But the occult teaching also gives practical instructions by the observance of which he may learn to tread that Path and develop that inner life. These practical directions have no arbitrary basis. They rest on ancient experience and ancient wisdom, and wheresoever the ways to higher knowledge are marked out, they remain of the same nature. All genuine teachers of Occultism are in agreement as to the essential character of these rules, although they do not always express them in the same words. This difference, which is of a minor character and is more apparent than real, is due to circumstances which need not be touched on here.
[ 16 ] No teacher wishes by means of such rules to establish an ascendancy over other persons. He would not tamper with individual independence. Indeed, no one respects and cherishes human individuality more than the teachers of Occultism. It was said (in the first part of this book) that the order which embraces all Initiates was surrounded by a wall, and that two laws formed the principles by which it was upheld. Whenever the Initiate leaves this enclosure and steps forth into the world, he must submit to a third inviolable law. It is this: Keep watch over each of your actions and each of your words, in order that you may not hinder the free-will of any human being. [ 17 ] Those who recognise that genuine occult teachers are thoroughly permeated with this principle will understand that they need sacrifice none of their independence by the practical directions which they are advised to follow.
[ 18 ] One of the first of these rules may be thus expressed in our language: “Provide for yourself moments of inward calm, and in these moments learn to distinguish between the real and the unreal.” I say advisedly “expressed in our language,” because originally all rules and teachings of occult science were expressed in a symbolical sign-language. Those who desire to master its whole scope and meaning must first obtain permission to learn this symbolical language, and before this permission can be obtained, it is necessary to have taken the first steps in occult knowledge. This may be achieved by the careful observance of such rules as are here given. The Path stands open to all who earnestly will to enter it.
[ 19 ] Simple, in truth, is the rule concerning moments of inner calm, and easy it is to follow; but it only leads to the goal when the pursuit is as earnest and strict as the way is simple. I will, therefore, state without further preamble the method in which this rule should be observed.
[ 20 ] The student must mark off a small part of his daily life in which to occupy himself with something quite different from the avocations of his ordinary life, and the way in which he occupies himself at such a time must also differ from the way in which he performs the rest of his duties. But this does not mean that what he does in the time thus set apart has no connection with his daily work. On the contrary, the man who seeks such moments in the right way will soon find that it is just this which gives him the full power to do his daily task. Nor must it be supposed that the observance of this rule really deprives anyone of time needed for the performance of his duties. If any person really has no more time at his disposal, five minutes a day will suffice. The real point is the manner in which these five minutes are spent.
[ 21 ] At these periods a man should raise himself completely above his work-a-day life. His thoughts and feelings must take on a different colouring. His joys and sorrows, his cares, experiences, and actions, must pass in review before his soul. And he must cultivate a frame of mind which enables him to regard all his other experiences from a higher point of view. We need only bear in rind how different is the point of view from which in ordinary life we regard the experiences and actions of another, and that from which we judge our own. This is inevitable, for we are interwoven with our own actions and experiences, while we only contemplate those of another. Our aim in these moments of retirement must be to contemplate and judge our own experiences and actions as though it were not ourselves but some other person to whom they applied. Suppose, for example, that a certain misfortune has befallen someone. What a different attitude that person takes towards it as compared with an identical misfortune that has befallen his neighbour! No one can blame this attitude as unjustifiable; it is a part of human nature. And just as it is in exceptional circumstances, so it is also in the daily affairs of life. The student must endeavour to attain the power of regarding himself at certain tines as he would regard a stranger. He must contemplate himself with the inward calm of the critic. When this is attained, our own experiences present themselves in a new light. As long as we are interwoven with them and are, as it were, inside them, we are as closely connected with the unreal as with the real. When we attain to a calm survey, the real is separated from the unreal. Sorrow and joy, every thought, every resolve, appear changed when we contemplate ourselves in this way. It is as though we had spent the whole day in a place where we saw the smallest objects at the same range of vision as the largest ones, and in the evening climbed a neighbouring hill and surveyed the whole scene at once. Then the parts of the place take on proportions different from those they bore when seen from within. The value of such calm inward contemplation depends less on the actual thing we contemplate than on the power which such inward calm develops in us.
[ 22 ] For in every human being there is, besides what we call the work-a-day man, a higher being. This higher being remains concealed until it is awakened. And each of us can only awaken it for himself. But as long as this higher being is not awakened, the higher faculties which lie dormant in every man and lead to supersensual knowledge, must remain hidden. This power which leads to inward calm is a magic force that sets free certain higher faculties. [ 23 ] Until a seeker feels this magic force within him, he must continue to follow strictly and earnestly the rule here given. To every man who thus perseveres, the day will come when a spiritual light is revealed to him, and a whole new world, whose existence was hitherto unsuspected, is discerned by an eye within him.
[ 24 ] Because he begins to follow this rule, there is no need for any outward change in the life of the student. He performs his duties as before, and at first he endures the same sorrows and experiences the same joys as of old. In no way does it estrange him from life, rather is he enabled to devote himself to it the more completely, because in the moments set apart he has a Higher Life of his own. Gradually this Higher Life will make its influence felt on the ordinary life. The calm of the moments set apart will influence the ordinary existence as well. The whole man will grow calmer, will attain serenity in all his actions, and will cease to be perturbed by all manner of incidents. Gradually will a student who thus advances guide himself more and more, and be less directed by circumstances and external influences. Such a man will soon discover how great a source of strength lies for him in these periods of contemplation. He will cease to be worried by things that formerly worried him; and countless matters that used to inspire him with fear will cease to alarm him. He acquires a new outlook on life. Formerly he may have taken up this or that task with a sense of timidity. He would say: “I lack the power to do this as well as I could wish.” Now he no longer admits such a thought but, instead of it, one quite different. He now says to himself: “I will summon up all my strength so as to do my work as well as I possibly can.” And he suppresses the thought which encourages timidity; for he knows that this very timidity might spoil his undertaking, and that at any rate it can contribute nothing to the improvement of his labour. And thus one thought after another, each fraught with advantage to his whole life, begins to penetrate the student's outlook. They take the place of those that had a hampering and weakening effect. He begins to steer his own ship with a firm, secure course among the waves of life, which formerly tossed it helplessly to and fro.
[ 25 ] And this calm and serenity react, on the whole being. They assist the growth of the inner man, and of those inner faculties which lead to the higher knowledge. For it is by his progress in this direction that the student gradually attains to a state in which he himself determines the manner in which the impressions of the external world shall affect him, Thus, he may hear a word, spoken with the object of wounding or vexing him. Before he began his occult studies it would indeed have wounded or vexed him. But now that he treads the Path of Discipleship, he is able to take from it the sting which gives it the power to hurt, before ever it enters his consciousness. Take another example: we naturally grow impatient when we are kept waiting, but the student is so permeated in his moments of calm with the realisation of the uselessness of impatience, that this feeling is present with him on every such occasion. The impatience which would naturally overcome him vanishes, and an interval which would otherwise have been wasted in the expression of impatience, may be utilised by making some, profitable observation during the period of waiting.
[ 26 ] Now we must realise the significance of these facts. We must remember that the “Higher Being” in a man is in constant development, and only the state of calm and serenity here described renders an orderly development possible. The waves of outward life press in upon the inner man from all sides, if, instead of controlling this outward life, he is controlled by it. Such a man is like a plant which tries to expand in a cleft in the rock, and is stunted in its growth until new space is given it. No outward forces can supply space for the inner man; it can only be supplied by the inner calm which he may give to his soul. Outward circumstances can only alter the course of his outward life; they can never awaken the spiritual, inner man. The student must himself give birth to the new and higher man within him.
[ 27 ] The higher man becomes the “inner Ruler,” who directs the circumstances of the outer man with sure guidance. As long as the latter has the upper hand, this inner man is enslaved, and therefore cannot develop his powers. If another than myself has the power to make me angry, I am not master of myself, or, to put it better, I have not yet found “the Ruler within me.” I must develop the power within of letting the impressions of the outer world approach me only in the way in which I myself choose; then only do I really become an occult student. And only by earnestly striving after this power can a student reach the goal. It is not of so much importance to achieve a great deal in a given time, as to be earnest in the search. Many have striven for years without noticing any marked advance; but many of those who did not despair, and struggled on undaunted, have sometimes quite suddenly achieved the “inner victory.”
[ 28 ] In many situations it requires a good deal of effort to achieve these moments of inward calm. But the greater the effort needed, the more important is the achievement. In esoteric studies, everything depends on the energy, inward truthfulness, and uncompromising sincerity with which we contemplate ourselves and our actions from the standpoint of complete strangers.
[ 29 ] But only one side of the student's inner activity is characterised by this birth of his own higher being. Something else is needed in addition. Even if a man regards himself as a stranger, it is only himself that he contemplates; he looks at those experiences and actions with which he is connected through his particular mode of life, and it is necessary for him to rise above this, and attain to a purely human point of view, no longer connected with his own individual circumstances. He must pass on to the contemplation of those things which concern him as a human being, even though he himself dwell in a different condition and different circumstances. In this way something is brought to birth within him which rises beyond the personal point of view. Thus his gaze is directed to higher worlds than those he knows in every-day life. And then he begins to feel and realise that he belongs to these higher worlds about which his senses and his daily occupations can tell him nothing. In this way he shifts the central point of his being to the inner part of his nature. He listens to the voices within him which speak to him in his moments of calm; and inwardly he cultivates an intercourse with the spiritual world. He is removed from the every-day world, and no longer hears its voices. All around him there is silence. He puts away from him all his external surroundings, and everything which even reminds him of such external impressions. His entire soul is filled with calm inward contemplation and converse with the purely spiritual world. This calm contemplation must become a necessity to the student. He is plunged completely in a world of thoughts. He must develop an earnest desire for such calm thinking. He must learn to love the in-pouring of the spirit. He will soon cease to regard this thought-world as more unreal than the everyday things which surround him. He begins to deal with his thoughts as with things existing in space. He discovers that this thought-world is an expression of life. He realises that thoughts are not mere phantoms, but that through them beings speak to him who were hidden before. He begins to hear voices speak to him through the silence. Formerly his ear was the only organ of hearing; now he can listen with his soul. An inner language and an inner voice are revealed to him. It is a moment of the supremest ecstasy to the student when this experience first comes to him. An inner light floods the whole external world for him, and he is “born anew.” Through his being passes a current from a divine world, bringing with it divine bliss.
[ 30 ] This thought-life of the soul, which is gradually widened into a life of spiritual being, is designated by the Gnosis and by Theosophy as meditation (contemplative thought). This meditation is the means by which super-sensual knowledge is attained. But during such moments the student must not be content to give himself up to the luxury of sensation. He must not permit undefined feelings to take possession of his soul. That would only hinder him from attaining true spiritual knowledge. His thoughts must be clearly and sharply defined, and he will be helped in this by not allowing himself to be carried away blindly by the thoughts that spring up within him. Rather must he permeate his mind with the lofty thoughts which originated with advanced students to whom inspiration has already come. Let him first of all study those writings which themselves originated in such moments of meditation. The student will find such in the mystical, gnostic, and theosophical literature of our time, and will there gain the material for his meditation. Wise men have themselves inscribed in these books the thoughts of divine science, or have proclaimed them to the world through their agents.
[ 31 ] Such meditation produces a complete transformation in the student. He begins to form entirely new conceptions of Reality. All things acquire fresh values in his eyes. And it cannot be declared too often that this transformation does not estrange him from actuality, or remove him from his daily round of duties. For then he knows that his labour and his suffering are given and endured for the sake of a great spiritual cosmic whole. Thus, instead of weariness, his meditation gives him strength to live.
[ 32 ] With firm step the student passes through life. No matter what it may bring him, he goes forward erect. In the past he knew not why he worked and suffered, but now he knows. It is obvious that such meditation is more likely to lead to the goal, if conducted under the direction of experienced persons, who know actually how everything may best be done. We should, therefore, seek the advice and direction of such experienced guides (Gurus they are called in certain schools of thought). What would else be mere uncertain groping is transformed by such direction into work that is sure of its goal. Those who apply to the teachers possessed of such knowledge and experience will never apply in vain. Only they must be quite clear that it is the advice of a friend they desire, not the domination of a would-be ruler. Those who really know are always the most modest of men, and nothing is further from their nature than what is called the passion for power.
[ 33 ] Those who, by means of meditation, rise to that which unites man with spirit, are bringing to life within them the eternal element which is limited by neither birth nor death.. Only those who have had no experience of it themselves can doubt the existence of this eternal element. Thus meditation becomes the way by which man also attains to the recognition and contemplation of his eternal, indestructible, essential being. And only through meditation can one attain to such a view of life. Gnosis and Theosophy tell of the eternal nature of this essential being, and of its reincarnation. The question is often asked: “Why does a man know nothing of those experiences which lie beyond the borders of birth and death?” Not thus should we ask, but rather: “How may we attain to such knowledge?” The entrance to the Path is opened by right meditation.. This alone can revive the memory of events that lie beyond the borders of birth and death. Everyone can attain to this knowledge; in each of us is the faculty of recognising and contemplating for ourselves the truths of Mysticism, Theosophy, and Gnosis; but the right means must be chosen. Only a being with ears and eyes can perceive tones and colours, nor can the eye perceive, if the light by which things are visible be wanting. Occult science gives the means of developing the spiritual ears and eyes, and kindling the spiritual light. There are, according to esoteric teachers, three steps by which the goal may be attained: 1, Probation. This develops the spiritual senses. 2. Enlightenment. This kindles the spiritual light. 3. Initiation. This establishes intercourse with the higher spiritual beings.
