An Outline of Occult Science
GA 13
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Wesen der Menschheit
[ 1 ] Bei der Betrachtung des Menschen vom Gesichtspunkte einer übersinnlichen Erkenntnisart tritt sogleich in Kraft, was von dieser Erkenntnisart im allgemeinen gilt. Diese Betrachtung beruht auf der Anerkennung des «offenbaren Geheimnisses» in der eigenen menschlichen Wesenheit. Den Sinnen und dem auf sie gestützten Verstande ist nur ein Teil von dem zugänglich, was in übersinnlicher Erkenntnis als menschliche Wesenheit erfasst wird, nämlich der physische Leib. Um den Begriff von diesem physischen Leib zu beleuchten, muss zunächst die Aufmerksamkeit auf die Erscheinung gelenkt werden, die wie das große Rätsel über alle Beobachtung des Lebens ausgebreitet liegt: auf den Tod und, im Zusammenhang damit, auf die sogenannte leblose Natur, auf das Reich des Mineralischen, das stets den Tod in sich trägt. Es ist damit auf Tatsachen hingewiesen, deren volle Aufklärung nur durch übersinnliche Erkenntnis möglich ist und denen ein wichtiger Teil dieser Schrift gewidmet werden muss. Hier aber sollen vorerst nur einige Vorstellungen zur Orientierung angeregt werden.
[ 2 ] Innerhalb der offenbaren Welt ist der physische Menschenleib dasjenige, worinnen der Mensch der mineralischen Welt gleich ist. Dagegen kann nicht als physischer Leib das gelten, was den Menschen vom Mineral unterscheidet. Für eine unbefangene Betrachtung ist vor allem die Tatsache wichtig, dass der Tod dasjenige von der menschlichen Wesenheit bloßlegt, was, wenn der Tod eingetreten ist, mit der mineralischen Welt gleicher Art ist. Man kann auf den Leichnam als auf das vom Menschen hinweisen, was nach dem Tode Vorgängen unterworfen ist, die sich im Reiche der mineralischen Welt finden. Man kann die Tatsache betonen, dass in diesem Gliede der Menschenwesenheit, dem Leichnam, dieselben Stoffe und Kräfte wirksam sind wie im mineralischen Gebiet; aber nötig ist, nicht minder stark zu betonen, dass mit dem Tode für diesen physischen Leib der Zerfall eintritt. Berechtigt ist aber auch, zu sagen: gewiss, es sind im physischen Menschenleibe dieselben Stoffe und Kräfte wirksam wie im Mineral; aber ihre Wirksamkeit ist während des Lebens in einen höheren Dienst gestellt. Sie wirken erst der mineralischen Welt gleich, wenn der Tod eingetreten ist. Da treten sie auf, wie sie ihrer eigenen Wesenheit gemäß auftreten müssen, nämlich als Auflöser der physischen Leibesgestaltung.
[ 3 ] So ist im Menschen scharf zu scheiden das Offenbare von dem Verborgenen. Denn während des Lebens muss ein Verborgenes einen fortwährenden Kampf führen gegen die Stoffe und Kräfte des Mineralischen im physischen Leibe. Hört dieser Kampf auf, so tritt die mineralische Wirksamkeit auf. — Damit ist auf den Punkt hingewiesen, an dem die Wissenschaft vom Übersinnlichen einsetzen muss. Sie hat dasjenige zu suchen, was den angedeuteten Kampf führt. Und dies eben ist für die Beobachtung der Sinne verborgen. Es ist erst der übersinnlichen Beobachtung zugänglich. Wie der Mensch dazu gelangt, dass ihm dieses «Verborgene» so offenbar werde, wie es den gewöhnlichen Augen die sinnlichen Erscheinungen sind, davon wird in einem späteren Teile dieser Schrift gesprochen werden. Hier aber soll beschrieben werden, was sich der übersinnlichen Beobachtung ergibt.
[ 4 ] Es ist schon gesagt worden: nur dann können die Mitteilungen über den Weg, auf dem man zum höheren Schauen gelangt, dem Menschen von Wert sein, wenn er sich zuerst durch die bloße Erzählung bekanntgemacht hat mit dem, was die übersinnliche Forschung enthüllt. Denn begreifen kann man eben auch das auf diesem Gebiete, was man noch nicht beobachtet. Ja es ist der gute Weg zum Schauen derjenige, welcher vom Begreifen ausgeht.
[ 5 ] Wenn nun auch jenes Verborgene, das in dem physischen Leibe den Kampf gegen den Zerfall führt, nur für das höhere Schauen zu beobachten ist: in seinen Wirkungen liegt es für die auf das Offenbare sich beschränkende Urteilskraft klar zutage. Und diese Wirkungen drücken sich in der Form oder Gestalt aus, in welcher während des Lebens die mineralischen Stoffe und Kräfte des physischen Leibes zusammengefügt sind. Diese Form entschwindet nach und nach, und der physische Leib wird ein Teil der übrigen mineralischen Welt, wenn der Tod eingetreten ist. Die übersinnliche Anschauung aber kann dasjenige als selbständiges Glied der menschlichen Wesenheit beobachten, was die physischen Stoffe und Kräfte während des Lebens hindert, ihre eigenen Wege zu gehen, welche zur Auflösung des physischen Leibes führen. Es sei dieses selbständige Glied der «Ätherleib» oder «Lebensleib» genannt. — Wenn sich nicht sogleich, von Anfang an, Missverständnisse einschleichen sollen, so muss gegenüber diesen Bezeichnungen eines zweiten Gliedes der menschlichen Wesenheit zweierlei berücksichtigt werden. Das Wort «Äther» wird hier in einem andern Sinne gebraucht, als dies von der gegenwärtigen Physik geschieht. Diese bezeichnet zum Beispiel den Träger des Lichtes als Äther. Hier soll aber das Wort in dem Sinne begrenzt werden, der oben angegeben worden ist. Es soll angewendet werden für dasjenige, was dem höheren Schauen zugänglich ist und was sich für die Sinnesbeobachtung nur in seinen Wirkungen zu erkennen gibt, nämlich dadurch, dass es den im physischen Leibe vorhandenen mineralischen Stoffen und Kräften eine bestimmte Form oder Gestalt zu geben vermag. Und auch das Wort «Leib» soll nicht missverstanden werden. Man muss zur Bezeichnung der höheren Dinge des Daseins eben doch die Worte der gewöhnlichen Sprache gebrauchen. Und diese drücken ja für die Sinnesbeobachtung nur das Sinnliche aus. Im sinnlichen Sinne ist natürlich der «Ätherleib» durchaus nichts Leibliches, wie fein man sich ein solches auch vorstellen mag. Dass mit der Bezeichnung «Ätherleib», «Lebensleib» nicht einfach die Anschauung von der alten, naturwissenschaftlich überwundenen «Lebenskraft» erneuert werden soll, darüber hat sich der Verfasser dieses Buches in seiner «Theosophie» ausgesprochen.
[ 6 ] Indem man in der Darstellung des Übersinnlichen bis zur Erwähnung dieses «Ätherleibes» oder «Lebensleibes» gelangt, ist schon der Punkt erreicht, an dem solcher Darstellung der Widerspruch mancher gegenwärtigen Ansicht begegnen muss. Die Entwicklung des Menschengeistes hat dahin geführt, dass in unserer Zeit das Sprechen von einem solchen Gliede der menschlichen Wesenheit als etwas Unwissenschaftliches angesehen werden muss. Die materialistische Vorstellungsart ist dazu gelangt, in dem lebendigen Leibe nichts anderes zu sehen als eine Zusammenfügung von physischen Stoffen und Kräften, wie sie sich in dem sogenannten leblosen Körper, in dem Mineral, auch findet. Nur sei die Zusammenfügung in dem Lebendigen komplizierter als in dem Leblosen. Man hat auch in der gewöhnlichen Wissenschaft vor nicht allzulanger Zeit noch andere Ansichten gehabt. Wer die Schriften manchen ernsten Wissenschafters aus der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts verfolgt, dem wird klar, wie da auch «echte Naturforscher» sich bewusst waren, dass in dem lebendigen Leibe noch etwas anderes vorhanden ist als in dem leblosen Mineral. Man sprach von einer «Lebenskraft». Zwar wird diese «Lebenskraft» nicht als das vorgestellt, was oben als «Lebensleib» gekennzeichnet ist; aber der betreffenden Vorstellung liegt doch eine Ahnung davon zugrunde, dass es dergleichen gibt. Man stellte sich diese «Lebenskraft» etwa so vor, wie wenn sie in dem lebendigen Leibe zu den physischen Stoffen und Kräften hinzukäme auf ähnliche Art, wie die magnetische Kraft zu dem bloßen Eisen in dem Magneten. Dann kam die Zeit, in welcher diese «Lebenskraft» aus dem Bestande der Wissenschaft entfernt wurde. Man wollte für alles mit den bloßen physischen und chemischen Ursachen ausreichen. Gegenwärtig ist in dieser Beziehung bei manchem naturwissenschaftlichen Denker wieder ein Rückschlag eingetreten. Es wird von mancher Seite zugegeben, dass die Annahme von etwas der «Lebenskraft» Ähnlichem doch kein völliger Unsinn sei. Doch wird auch derjenige «Wissenschafter», der sich zu solchem herbeilässt, mit der hier dargestellten Anschauung in bezug auf den «Lebensleib» nicht gemeinsame Sache machen wollen. Es wird in der Regel zu keinem Ziele führen, wenn man sich vom Gesichtspunkte übersinnlicher Erkenntnis mit solchen Ansichten in eine Diskussion einlässt. Es sollte vielmehr die Sache dieser Erkenntnis sein, anzuerkennen, dass die materialistische Vorstellungsart eine notwendige Begleiterscheinung des großen naturwissenschaftlichen Fortschrittes in unserer Zeit ist. Dieser Fortschritt beruht auf einer gewaltigen Verfeinerung der Mittel zur Sinnesbeobachtung. Und es liegt einmal im Wesen des Menschen, dass er innerhalb der Entwicklung jeweilig einzelne Fähigkeiten auf Kosten anderer zu einem gewissen Vollkommenheitsgrade bringt. Die genaue Sinnesbeobachtung, die sich in einem so bedeutungsvollen Maße durch die Naturwissenschaft entwickelt hat, musste die Pflege derjenigen menschlichen Fähigkeiten in den Hintergrund treten lassen, welche in die «verborgenen Welten» führen. Aber eine Zeit ist wieder da, in welcher diese Pflege notwendig ist. Und das Verborgene wird nicht dadurch anerkannt, dass man die Urteile bekämpft, welche aus dem Ableugnen dieses Verborgenen ja doch mit logischer Folgerichtigkeit sich ergeben, sondern dadurch, dass man dieses Verborgene selbst in das rechte Licht setzt. Anerkennen werden es dann diejenigen, für welche die «Zeit gekommen ist».
[ 7 ] Es musste dies hier nur gesagt werden, damit man nicht Unbekanntschaft mit den Gesichtspunkten der Naturwissenschaft voraussetzt, wenn von einem «Ätherleib» gesprochen wird, der doch in manchen Kreisen für etwas völlig Phantastisches gelten muss.
[ 8 ] Dieser Ätherleib ist also ein zweites Glied der menschlichen Wesenheit. Ihm kommt für das übersinnliche Erkennen ein höherer Grad von Wirklichkeit zu als dem physischen Leibe. Eine Beschreibung, wie ihn das übersinnliche Erkennen sieht, kann erst in den folgenden Teilen dieser Schrift gegeben werden, wenn hervortreten wird, in welchem Sinne solche Beschreibungen zu nehmen sind. Vorläufig mag es genügen, wenn gesagt wird, dass der Ätherleib den physischen Körper überall durchsetzt und dass er wie eine Art Architekt des letzteren anzusehen ist. Alle Organe werden in ihrer Form und Gestalt durch die Strömungen und Bewegungen des Ätherleibes gehalten. Dem physischen Herzen liegt ein «Ätherherz» zugrunde, dem physischen Gehirn ein «Äthergehirn» usw. Es ist eben der Ätherleib in sich gegliedert wie der physische, nur komplizierter, und es ist in ihm alles in lebendigem Durcheinanderfließen, wo im physischen Leibe abgesonderte Teile vorhanden sind.
[ 9 ] Diesen Ätherleib hat nun der Mensch so mit dem Pflanzlichen gemein, wie er den physischen Leib mit dem Mineralischen gemein hat. Alles Lebendige hat seinen Ätherleib.
[ 10 ] Von dem Ätherleib steigt die übersinnliche Betrachtung auf zu einem weiteren Gliede der menschlichen Wesenheit. Sie deutet zur Bildung einer Vorstellung von diesem Gliede auf die Erscheinung des Schlafes hin, wie sie beim Ätherleib auf den Tod hingewiesen hat. — Alles menschliche Schaffen beruht auf der Tätigkeit im Wachen, so weit das Offenbare in Betracht kommt. Diese Tätigkeit ist aber nur möglich, wenn der Mensch die Erstarkung seiner erschöpften Kräfte sich immer wieder aus dem Schlafe holt. Handeln und Denken schwinden dahin im Schlafe, aller Schmerz, alle Lust versinken für das bewusste Leben. Wie aus verborgenen, geheimnisvollen Brunnen steigen beim Erwachen des Menschen bewusste Kräfte aus der Bewusstlosigkeit des Schlafes auf. Es ist dasselbe Bewusstsein, das beim Einschlafen hinuntersinkt in die dunklen Tiefen und das beim Aufwachen wieder heraufsteigt. Dasjenige, was das Leben immer wieder aus dem Zustand der Bewusstlosigkeit erweckt, ist im Sinne übersinnlicher Erkenntnis das dritte Glied der menschlichen Wesenheit. Man kann es den Astralleib nennen. Wie der physische Leib nicht durch die in ihm befindlichen mineralischen Stoffe und Kräfte seine Form erhalten kann, sondern wie er, um dieser Erhaltung willen, von dem Ätherleib durchsetzt sein muss, so können die Kräfte des Ätherleibes sich nicht durch sich selbst mit dem Lichte des Bewusstseins durchleuchten. Ein Ätherleib, der bloß sich selbst überlassen wäre, müsste sich fortdauernd in dem Zustande des Schlafes befinden. Man kann auch sagen: er könnte in dem physischen Leibe nur ein Pflanzensein unterhalten. Ein wachender Ätherleib ist von einem Astralleib durchleuchtet. Für die Sinnesbeobachtung verschwindet die Wirkung dieses Astralleibes, wenn der Mensch in Schlaf versinkt. Für die übersinnliche Beobachtung bleibt er noch vorhanden; nur erscheint er von dem Ätherleib getrennt oder aus ihm herausgehoben. Die Sinnesbeobachtung hat es eben nicht mit dem Astralleib selbst zu tun, sondern nur mit seinen Wirkungen in dem Offenbaren. Und solche sind während des Schlafes nicht unmittelbar vorhanden. In demselben Sinne, wie der Mensch seinen physischen Leib mit den Mineralien, seinen Ätherleib mit den Pflanzen gemein hat, ist er in bezug auf seinen Astralleib gleicher Art mit den Tieren. Die Pflanzen sind in einem fortdauernden Schlafzustande. Wer in diesen Dingen nicht genau urteilt, der kann leicht in den Irrtum verfallen, auch den Pflanzen eine Art von Bewusstsein zuzuschreiben, wie es die Tiere und Menschen im Wachzustande haben. Das kann aber nur dann geschehen, wenn man sich von dem Bewusstsein eine ungenaue Vorstellung macht. Man sagt dann, wenn auf die Pflanze ein äußerer Reiz ausgeübt wird, dann vollziehe sie gewisse Bewegungen wie das Tier auch. Man spricht von der Empfindlichkeit mancher Pflanzen, welche zum Beispiel ihre Blätter zusammenziehen, wenn gewisse äußere Dinge auf sie einwirken. Doch ist es nicht das Bezeichnende des Bewusstseins, dass ein Wesen auf eine Wirkung eine gewisse Gegenwirkung zeigt, sondern dass das Wesen in seinem Innern etwas erlebt, was zu der bloßen Gegenwirkung als ein Neues hinzukommt. Sonst könnte man auch von Bewusstsein sprechen, wenn sich ein Stück Eisen unter dem Einflusse von Wärme ausdehnt. Bewusstsein ist erst vorhanden, wenn das Wesen durch die Wirkung der Wärme zum Beispiel innerlich Schmerz erlebt.b1Auseinandersetzungen wie diejenigen, welche in diesem Buche gegeben werden über das Erinnerungsvermögen, können sehr leicht missverstanden werden. Denn wer nur die äußeren Vorgänge betrachtet, dem wird der Unterschied gar nicht ohne weiteres auffallen zwischen dem, was am Tiere, ja selbst an der Pflanze geschieht, wenn so etwas eintritt, was der Erinnerung gleicht, und dem, was hier für den Menschen als wirkliche Erinnerung gekennzeichnet wird. Gewiss, wenn ein Tier eine Handlung ein drittes, viertes usw. Mal ausführt, so mag es sie so ausführen, dass sich der äußere Vorgang so darstellt, wie wenn Erinnerung und das mit dieser verknüpfte Lernen vorhanden wären. Ja, man mag, wie es einzelne Naturforscher und ihre Anhänger tun, sogar den Begriff der Erinnerung oder des Gedächtnisses so ausdehnen, dass man sagt, wenn das Küchlein aus der Eischale kriecht, so pickt es nach den Körnern, wisse sogar die Bewegungen des Kopfes und Körpers so zu machen, dass es zum Ziele komme. Das könne es nicht in der Eischale gelernt haben, sondern es sei gelernt durch die tausend und aber tausend Wesen, von denen es abstammt (so sagt zum Beispiel Hering)8 Man kann die Erscheinung, die hier vorliegt, als etwas bezeichnen, was wie Erinnerung aussieht. Aber man wird nie zum wirklichen Begreifen der menschlichen Wesenheit kommen, wenn man nicht das ganz Besondere ins Auge fasst, was im Menschen als der Vorgang des wirklichen Wahrnehmens früherer Erlebnisse in späteren Zeitpunkten auftritt, nicht bloß als ein Hineinwirken früherer Zustände in spätere. Hier in diesem Buche wird Erinnerung dieses Wahrnehmen des Vergangenen genannt, nicht bloß das selbst veränderte Wiederauftreten des Früheren in dem Späteren. Wollte man das Wort Erinnerung schon für die entsprechenden Vorgänge im Pflanzenund Tierreiche gebrauchen, so müsste man ein anderes für den Menschen haben. Es kommt bei der obigen Darstellung dieses Buches gar nicht auf das Wort an, sondern darauf, dass behufs Verständnisses der menschlichen Wesenheit der Unterschied erkannt werden muss. Ebensowenig können scheinbar sogar sehr hohe Intelligenzleistungen von Tieren mit dem zusammengebracht werden, was hier Erinnerung genannt wird.
[ 11 ] Das vierte Glied seiner Wesenheit, welches die übersinnliche Erkenntnis dem Menschen zuschreiben muss, hat er nun nicht mehr gemein mit der ihn umgebenden Welt des Offenbaren. Es ist sein Unterscheidendes gegenüber seinen Mitwesen, dasjenige, wodurch er die Krone der zunächst zu ihm gehörigen Schöpfung ist. Die übersinnliche Erkenntnis bildet eine Vorstellung von diesem weiteren Gliede der menschlichen Wesenheit, indem sie darauf hinweist, dass auch innerhalb der wachen Erlebnisse noch ein wesentlicher Unterschied besteht. Dieser Unterschied tritt sofort hervor, wenn der Mensch seine Aufmerksamkeit darauf lenkt, dass er im wachen Zustande einerseits fortwährend in der Mitte von Erlebnissen steht, die kommen und gehen müssen, und dass er andererseits auch Erlebnisse hat, bei denen dies nicht der Fall ist. Es tritt das besonders scharf hervor, wenn man die Erlebnisse des Menschen mit denen des Tieres vergleicht. Das Tier erlebt mit großer Regelmäßigkeit die Einflüsse der äußeren Welt und wird sich unter dem Einflusse der Wärme und Kälte, des Schmerzes und der Lust, unter gewissen regelmäßig ablaufenden Vorgängen seines Leibes des Hungers und Durstes bewusst. Des Menschen Leben ist mit solchen Erlebnissen nicht erschöpft. Er kann Begierden, Wünsche entwickeln, die über das alles hinausgehen. Beim Tier würde man immer nachweisen können, wenn man weit genug zu gehen vermöchte, wo außer dem Leibe oder in dem Leibe die Veranlassung zu einer Handlung, zu einer Empfindung ist. Beim Menschen ist das keineswegs der Fall. Er kann Wünsche und Begierden erzeugen, zu deren Entstehung die Veranlassung weder innerhalb noch außerhalb seines Leibes hinreichend ist. Allem, was in dieses Gebiet fällt, muss man eine besondere Quelle geben. Und diese Quelle kann man im Sinne der übersinnlichen Wissenschaft im «Ich» des Menschen sehen. Das «Ich» kann daher als das vierte Glied der menschlichen Wesenheit angesprochen werden. — Wäre der Astralleib sich selbst überlassen, es würden sich Lust und Schmerz, Hungerund Durstgefühle in ihm abspielen; was aber dann nicht zustandekäme, ist die Empfindung: es sei ein Bleibendes in alle dem. Nicht das Bleibende als solches wird hier als «Ich» bezeichnet, sondern dasjenige, welches dieses Bleibende erlebt. Man muss auf diesem Gebiete die Begriffe ganz scharf fassen, wenn nicht Missverständnisse entstehen sollen. Mit dem Gewahrwerden eines Dauernden, Bleibenden im Wechsel der inneren Erlebnisse beginnt das Aufdämmern des «Ichgefühles». Nicht dass ein Wesen zum Beispiel Hunger empfindet, kann ihm ein Ichgefühl geben. Der Hunger stellt sich ein, wenn die erneuerten Veranlassungen zu ihm sich bei dem betreffenden Wesen geltend machen. Es fällt dann über seine Nahrung her, weil eben diese erneuerten Veranlassungen da sind. Das Ichgefühl tritt erst ein, wenn nicht nur diese erneuerten Veranlassungen zu der Nahrung hintreiben, sondern wenn bei einer vorhergehenden Sättigung eine Lust entstanden ist und das Bewusstsein dieser Lust geblieben ist, so dass nicht nur das gegenwärtige Erlebnis des Hungers, sondern das vergangene der Lust zu dem Nahrungsmittel treibt. — Wie der physische Leib zerfällt, wenn ihn nicht der Ätherleib zusammenhält; wie der Ätherleib in die Bewusstlosigkeit versinkt, wenn ihn nicht der Astralleib durchleuchtet, so müsste der Astralleib das Vergangene immer wieder in die Vergessenheit sinken lassen, wenn dieses nicht vom «Ich» in die Gegenwart herübergerettet würde. Was für den physischen Leib der Tod, für den Ätherleib der Schlaf, das ist für den Astralleib das Vergangene immer wieder in die Vergessenheit sinken lassen, wenn dieses nicht vom «Ich» in die Gegenwart herübertreten würde. Was für den physischen Leib der Tod, für den Ätherleib der Schlaf, das ist für den Astralleib das Vergessen. Man kann auch sagen: dem Ätherleib sei das Leben eigen, dem Astralleib das Bewusstsein und dem Ich die Erinnerung.
[ 12 ] Noch leichter als in den Irrtum, der Pflanze Bewusstsein zuzuschreiben, kann man in denjenigen verfallen, bei dem Tiere von Erinnerung zu sprechen. Es liegt so nahe, an Erinnerung zu denken, wenn der Hund seinen Herrn wiedererkennt, den er vielleicht ziemlich lange nicht gesehen hat. Doch in Wahrheit beruht solches Wiedererkennen gar nicht auf Erinnerung, sondern auf etwas völlig anderem. Der Hund empfindet eine gewisse Anziehung zu seinem Herrn. Diese geht aus von der Wesenheit des letzteren. Diese Wesenheit bereitet dem Hunde Lust, wenn der Herr für ihn gegenwärtig ist. Und jedesmal, wenn diese Gegenwart des Herrn eintritt, ist sie die Veranlassung zu einer Erneuerung der Lust. Erinnerung ist aber nur dann vorhanden, wenn ein Wesen nicht bloß mit seinen Erlebnissen in der Gegenwart empfindet, sondern wenn es diejenigen der Vergangenheit bewahrt. Man könnte sogar dieses zugeben und dennoch in den Irrtum verfallen, der Hund habe Erinnerung. Man könnte nämlich sagen: er trauert, wenn sein Herr ihn verlässt, also bleibt ihm die Erinnerung an denselben. Auch das ist ein unrichtiges Urteil. Durch das Zusammenleben mit dem Herrn wird für den Hund dessen Gegenwart Bedürfnis, und er empfindet dadurch die Abwesenheit in ähnlicher Art, wie er den Hunger empfinde. Wer solche Unterscheidungen nicht macht, wird nicht zur Klarheit über die wahren Verhältnisse des Lebens kommen.
[ 13 ] Aus gewissen Vorurteilen heraus wird man gegen diese Darstellung einwenden, dass man doch nicht wissen könne, ob beim Tiere etwas der menschlichen Erinnerung Ähnliches vorhanden sei oder nicht. Solcher Einwand beruht aber auf einer ungeschulten Beobachtung. Wer wirklich sinngemäß beobachten kann, wie sich das Tier im Zusammenhange seiner Erlebnisse verhält, der bemerkt den Unterschied dieses Verhaltens von dem des Menschen. Und er wird sich klar, dass das Tier sich so verhält, wie es dem Nichtvorhandensein der Erinnerung entspricht. Für die übersinnliche Beobachtung ist das ohne weiteres klar. Doch, was dieser übersinnlichen Beobachtung unmittelbar zum Bewusstsein kommt, das kann an seinen Wirkungen auf diesem Gebiete auch von der sinnlichen Wahrnehmung und deren denkender Durchdringung erkannt werden. Wenn man sagt, der Mensch wisse von seiner Erinnerung durch innere Seelenbeobachtung, die er doch beim Tiere nicht anstellen könne, so liegt einer solchen Behauptung ein verhängnisvoller Irrtum zugrunde. Was sich der Mensch über seine Erinnerungsfähigkeit zu sagen hat, das kann er nämlich gar nicht einer inneren Seelenbeobachtung entnehmen, sondern allein dem, was er mit sich in dem Verhalten zu den Dingen und Vorgängen der Außenwelt erlebt. Diese Erlebnisse macht er mit sich und mit einem andern Menschen und auch mit den Tieren auf die ganz gleiche Weise. Es ist nur ein Schein, der den Menschen blendet, wenn er glaubt, er beurteile das Vorhandensein der Erinnerung nur an der inneren Beobachtung. Was der Erinnerung als Kraft zugrunde liegt, mag innerlich genannt werden; das Urteil über diese Kraft wird auch für die eigene Person durch den Blick auf den Zusammenhang des Lebens an der Außenwelt erworben. Und diesen Zusammenhang kann man wie bei sich auch bei dem Tiere beurteilen. In bezug auf solche Dinge leidet unsere gebräuchliche Psychologie an ihren ganz ungeschulten, ungenauen, im hohen Maße durch Beobachtungsfehler täuschenden Vorstellungen.
[ 14 ] Für das «Ich» bedeuten Erinnerung und Vergessen etwas durchaus Ähnliches wie für den Astralleib Wachen und Schlaf. Wie der Schlaf die Sorgen und Bekümmernisse des Tages in ein Nichts verschwinden lässt, so breitet Vergessen einen Schleier über die schlimmen Erfahrungen des Lebens und löscht dadurch einen Teil der Vergangenheit aus. Und wie der Schlaf notwendig ist, damit die erschöpften Lebenskräfte neu gestärkt werden, so muss der Mensch gewisse Teile seiner Vergangenheit aus der Erinnerung vertilgen, wenn er neuen Erlebnissen frei und unbefangen gegenüberstehen soll. Aber gerade aus dem Vergessen erwächst ihm Stärkung für die Wahrnehmung des Neuen. Man denke an Tatsachen wie das Lernen des Schreibens. Alle Einzelheiten, welche das Kind zu durchleben hat, um schreiben zu lernen, werden vergessen. Was bleibt, ist die Fähigkeit des Schreibens. Wie würde der Mensch schreiben, wenn beim jedesmaligen Ansetzen der Feder alle die Erlebnisse in der Seele als Erinnerung aufstiegen, welche beim Schreibenlernen durchgemacht werden mussten.
[ 15 ] Nun tritt die Erinnerung in verschiedenen Stufen auf. Schon das ist die einfachste Form der Erinnerung, wenn der Mensch einen Gegenstand wahrnimmt und er dann nach dem Abwenden von dem Gegenstande die Vorstellung von ihm wieder erwecken kann. Diese Vorstellung hat der Mensch sich gebildet, während er den Gegenstand wahrgenommen hat. Es hat sich da ein Vorgang abgespielt zwischen seinem astralischen Leibe und seinem Ich. Der Astralleib hat den äußeren Eindruck von dem Gegenstande bewusst gemacht. Doch würde das Wissen von dem Gegenstande nur so lange dauern, als dieser gegenwärtig ist, wenn das Ich nicht das Wissen in sich aufnehmen und zu seinem Besitztume machen würde. Hier an diesem Punkte scheidet die übersinnliche Anschauung das Leibliche von dem Seelischen. Man spricht vom Astralleibe, solange man die Entstehung des Wissens von einem gegenwärtigen Gegenstande im Auge hat. Dasjenige aber, was dem Wissen Dauer gibt, bezeichnet man als Seele. Man sieht aber zugleich aus dem Gesagten, wie eng verbunden im Menschen der Astralleib mit dem Teile der Seele ist, welcher dem Wissen Dauer verleiht. Beide sind gewissermaßen zu einem Gliede der menschlichen Wesenheit vereinigt. Deshalb kann man auch diese Vereinigung als Astralleib bezeichnen. Auch kann man, wenn man eine genaue Bezeichnung will, von dem Astralleib des Menschen als dem Seelenleib sprechen, und von der Seele, insofern sie mit diesem vereinigt ist, als der Empfindungsseele.
[ 16 ] Das Ich steigt zu einer höheren Stufe seiner Wesenheit, wenn es seine Tätigkeit auf das richtet, was es aus dem Wissen der Gegenstände zu seinem Besitztum gemacht hat. Dies ist die Tätigkeit, durch welche sich das Ich von den Gegenständen der Wahrnehmung immer mehr loslöst, um in seinem eigenen Besitze zu arbeiten. Den Teil der Seele, dem dieses zukommt, kann man als Verstandes- oder Gemütsseele bezeichnen. — Sowohl der Empfindungsseele wie der Verstandesseele ist es eigen, dass sie mit dem arbeiten, was sie durch die Eindrücke der von den Sinnen wahrgenommenen Gegenstände erhalten und davon in der Erinnerung bewahren. Die Seele ist da ganz hingegeben an das, was für sie ein Äußeres ist. Auch dies hat sie ja von außen empfangen, was sie durch die Erinnerung zu ihrem eigenen Besitz macht. Sie kann aber über all das hinausgehen. Sie ist nicht allein Empfindungsund Verstandesseele. Die übersinnliche Anschauung vermag am leichtesten eine Vorstellung von diesem Hinausgehen zu bilden, wenn sie auf eine einfache Tatsache hinweist, die nur in ihrer umfassenden Bedeutung gewürdigt werden muss. Es ist diejenige, dass es im ganzen Umfange der Sprache einen einzigen Namen gibt, der seiner Wesenheit nach sich von allen andern Namen unterscheidet. Dies ist eben der Name «Ich». Jeden andern Namen kann dem Dinge oder Wesen, denen er zukommt, jeder Mensch geben. Das «Ich» als Bezeichnung für ein Wesen hat nur dann einen Sinn, wenn dieses Wesen sich diese Bezeichnung selbst beilegt. Niemals kann von außen an eines Menschen Ohr der Name «Ich» als seine Bezeichnung dringen; nur das Wesen selbst kann ihn auf sich anwenden. «Ich bin ein Ich nur für mich; für jeden andern bin ich ein Du; und jeder andere ist für mich ein Du.» Diese Tatsache ist der äußere Ausdruck einer tief bedeutsamen Wahrheit. Das eigentliche Wesen des «Ich» ist von allem Äußeren unabhängig; deshalb kann ihm sein Name auch von keinem Äußeren zugerufen werden. Jene religiösen Bekenntnisse, welche mit Bewusstsein ihren Zusammenhang mit der übersinnlichen Anschauung aufrechterhalten haben, nennen daher die Bezeichnung «Ich» den «unaussprechlichen Namen Gottes». Denn gerade auf das Angedeutete wird gewiesen, wenn dieser Ausdruck gebraucht wird. Kein Äußeres hat Zugang zu jenem Teile der menschlichen Seele, der hiermit ins Auge gefasst ist. Hier ist das «verborgene Heiligtum» der Seele. Nur ein Wesen kann da Einlas gewinnen, mit dem die Seele gleicher Art ist. «Der Gott, der im Menschen wohnt, spricht, wenn die Seele sich als Ich erkennt.» Wie die Empfindungsseele und die Verstandesseele in der äußeren Welt leben, so taucht ein drittes Glied der Seele in das Göttliche ein, wenn diese zur Wahrnehmung ihrer eigenen Wesenheit gelangt.
[ 17 ] Leicht kann demgegenüber das Missverständnis entstehen, als ob solche Anschauungen das Ich mit Gott für Eins erklärten. Aber sie sagen durchaus nicht, dass das Ich Gott sei, sondern nur, dass es mit dem Göttlichen von einerlei Art und Wesenheit ist. Behauptet denn jemand, der Tropfen Wasser, der dem Meere entnommen ist, sei das Meer, wenn er sagt: der Tropfen sei derselben Wesenheit oder Substanz wie das Meer? Will man durchaus einen Vergleich gebrauchen, so kann man sagen: wie der Tropfen sich zu dem Meere verhält, so verhält sich das «Ich» zum Göttlichen. Der Mensch kann in sich ein Göttliches finden, weil sein ureigenstes Wesen dem Göttlichen entnommen ist. So also erlangt der Mensch durch dieses sein drittes Seelenglied, ein inneres Wissen von sich selbst, wie er durch den Astralleib ein Wissen von der Außenwelt erhält. Deshalb kann die Geheimwissenschaft dieses dritte Seelenglied auch die Bewusstseinsseele nennen. Und in ihrem Sinne besteht das Seelische aus drei Gliedern: der Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewusstseinsseele, wie das Leibliche aus drei Gliedern besteht, dem physischen Leib, dem Ätherleib und dem Astralleib.
[ 18 ] Psychologische Beobachtungsfehler, ähnlich denjenigen, die schon für die Beurteilung der Erinnerungsfähigkeit besprochen worden sind, machen auch die rechte Einsicht in die Wesenheit des «Ich» schwierig. Man kann manches, das man glaubt einzusehen, für eine Widerlegung des oben in dieser Beziehung Ausgeführten halten, während es in Wahrheit eine Bestätigung darstellt. Solches ist der Fall, zum Beispiel, mit den Bemerkungen, die Eduard von Hartmann auf Seite 55 f. seines «Grundrisses der Psychologie» System der Philosophie im Grundriss. Band III. Bad Sachsa 1908. über das «Ich» angibt: «Zunächst ist das Selbstbewusstsein älter als das Wort Ich. Die persönlichen Fürwörter sind ein ziemlich spätes Produkt der Sprachentwicklung und haben für die Sprache nur den Wert von Abkürzungen. Das Wort Ich ist ein kürzerer Ersatz für den Eigennamen des Redenden, aber ein Ersatz, den jeder Redende als solcher von sich braucht, gleichviel mit welchem Eigennamen die anderen ihn benennen. Das Selbstbewusstsein kann sich bei Tieren und bei ununterrichteten taubstummen Menschen sehr hoch entwickeln, selbst ohne an einen Eigennamen anzuknüpfen. Das Bewusstsein des Eigennamens kann vollständig den fehlenden Gebrauch des Ich ersetzen. Mit dieser Einsicht ist der magische Nimbus beseitigt, mit dem für viele das Wörtchen Ich umkleidet ist; es kann dem Begriff des Selbstbewusstseins nicht das mindeste hinzusetzen, sondern empfängt seinen ganzen Inhalt lediglich von diesem.» Man kann mit solchen Ansichten ganz einverstanden sein; auch damit, dass dem Wörtchen Ich kein magischer Nimbus verliehen werde, der die besonnene Anschauung über die Sache nur trübt. Aber für das Wesen einer Sache entscheidet nicht, wie allmählich die Wortbezeichnung für diese Sache herbeigeführt wird. Eben darauf kommt es an, dass die wirkliche Wesenheit des Ich im Selbstbewusstsein «älter ist als das Wort Ich». Und dass der Mensch genötigt ist, dieses mit seinen nur ihm zukommenden Eigenheiten behaftete Wörtchen für das zu gebrauchen, was er im Wechselverhältnis zur Außenwelt anders erlebt, als es das Tier erleben kann. So wenig irgend etwas über die Wesenheit des Dreiecks erkannt werden kann dadurch, dass man zeigt, wie das «Wort» Dreieck sich gebildet hat, so wenig entscheidet über die Wesenheit des Ich, was man wissen kann darüber, wie aus anderem Wortgebrauch der des Ich in der Sprachentwicklung sich gestaltet hat.
[ 19 ] In der Bewusstseinsseele enthüllt sich erst die wirkliche Natur des «Ich». Denn während sich die Seele in Empfindung und Verstand an anderes verliert, ergreift sie als Bewusstseinsseele ihre eigene Wesenheit. Daher kann dieses «Ich» durch die Bewusstseinsseele auch nicht anders als durch eine gewisse innere Tätigkeit wahrgenommen werden. Die Vorstellungen von äußeren Gegenständen werden gebildet, so wie diese Gegenstände kommen und gehen; und diese Vorstellungen arbeiten im Verstande weiter durch ihre eigene Kraft. Soll aber das «Ich» sich selbst wahrnehmen, so kann es nicht bloß sich hingeben; es muss durch innere Tätigkeit seine Wesenheit aus den eigenen Tiefen erst heraufholen, um ein Bewusstsein davon zu haben. Mit der Wahrnehmung des «Ich» — mit der Selbstbesinnung — beginnt eine innere Tätigkeit des «Ich». Durch diese Tätigkeit hat die Wahrnehmung des Ich in der Bewusstseinsseele für den Menschen eine ganz andere Bedeutung als die Beobachtung alles dessen, was durch die drei Leibesglieder und durch die beiden andern Glieder der Seele an ihn herandringt. Die Kraft, welche in der Bewusstseinsseele das Ich offenbar macht, ist ja dieselbe wie diejenige, welche sich in aller übrigen Welt kundgibt. Nur tritt sie in dem Leibe und in den niederen Seelengliedern nicht unmittelbar hervor, sondern offenbart sich stufenweise in ihren Wirkungen. Die unterste Offenbarung ist diejenige durch den physischen Leib; dann geht es stufenweise hinauf bis zu dem, was die Verstandesseele erfüllt. Man könnte sagen, mit dem Hinansteigen über jede Stufe fällt einer der Schleier, mit denen das Verborgene umhüllt ist. In dem, was die Bewusstseinsseele erfüllt, tritt dieses Verborgene hüllenlos in den innersten Seelentempel. Doch zeigt es sich da eben nur wie ein Tropfen aus dem Meere der alles durchdringenden Geistigkeit. Aber der Mensch muss diese Geistigkeit hier zunächst ergreifen. Er muss sie in sich selbst erkennen; dann kann er sie auch in ihren Offenbarungen finden. Was da wie ein Tropfen hereindringt in die Bewusstseinsseele, das nennt die Geheimwissenschaft den Geist. So ist die Bewusstseinsseele mit dem Geiste verbunden, der das Verborgene in allem Offenbaren ist. Wenn der Mensch nun den Geist in aller Offenbarung ergreifen will, so muss er dies auf dieselbe Art tun, wie er das Ich in der Bewusstseinsseele ergreift. Er muss die Tätigkeit, welche ihn zum Wahrnehmen dieses Ich geführt hat, auf die offenbare Welt hinwenden. Dadurch aber entwickelt er sich zu höheren Stufen seiner Wesenheit. Er setzt den Leibesund Seelengliedern Neues an. Das nächste ist, dass er dasjenige auch noch selbst erobert, was in den niederen Gliedern seiner Seele verborgen liegt. Und dies geschieht durch seine vom Ich ausgehende Arbeit an seiner Seele. Wie der Mensch in dieser Arbeit begriffen ist, das wird anschaulich, wenn man einen Menschen, der noch ganz niederem Begehren und sogenannter sinnlicher Lust hingegeben ist, vergleicht mit einem edlen Idealisten. Der letztere wird aus dem ersteren, wenn jener sich von gewissen niederen Neigungen abzieht und höheren zuwendet. Er hat dadurch vom Ich aus veredelnd, vergeistigend auf seine Seele gewirkt. Das Ich ist Herr geworden innerhalb des Seelenlebens. Das kann so weit gehen, dass in der Seele keine Begierde, keine Lust Platz greift, ohne dass das Ich die Gewalt ist, welche den Einlass ermöglicht. Auf diese Art wird dann die ganze Seele eine Offenbarung des Ich, wie es vorher nur die Bewusstseinsseele war. Im Grunde besteht alles Kulturleben und alles geistige Streben der Menschen aus einer Arbeit, welche diese Herrschaft des Ich zum Ziele hat. Jeder gegenwärtig lebende Mensch ist in dieser Arbeit begriffen: er mag wollen oder nicht, er mag von dieser Tatsache ein Bewusstsein haben oder nicht.
[ 20 ] Durch diese Arbeit aber geht es zu höheren Stufen der Menschenwesenheit hinan. Der Mensch entwickelt durch sie neue Glieder seiner Wesenheit. Diese liegen als Verborgenes hinter dem für ihn Offenbaren. Es kann sich der Mensch aber nicht nur durch die Arbeit an seiner Seele vom Ich aus zum Herrscher über diese Seele machen, so dass diese aus dem Offenbaren das Verborgene hervortreibt, sondern er kann diese Arbeit auch erweitern. Er kann übergreifen auf den Astralleib. Dadurch bemächtigt sich das Ich dieses Astralleibes, indem es sich mit dessen verborgener Wesenheit vereinigt. Dieser durch das Ich eroberte, von ihm umgewandelte Astralleib kann das Geistselbst genannt werden. (Es ist dies dasselbe, was man in Anlehnung an die morgenländische Weisheit «Manas» nennt.) In dem Geistselbst ist ein höheres Glied der Menschenwesenheit gegeben, ein solches, das in ihr gleichsam keimhaft vorhanden ist und das im Laufe ihrer Arbeit an sich selbst immer mehr herauskommt.b2Zwischen den Veränderungen, welche sich durch die Tätigkeit des Ich im Astralleibe vollziehen, und jenen, die im Ätherleibe vorgehen, lässt sich eine feste Grenze nicht ziehen. Es gehen die einen in die anderen über. Wenn der Mensch etwas lernt und sich dadurch eine gewisse Fähigkeit des Urteiles erwirbt, so ist eine Veränderung im Astralleibe eingetreten; wenn aber dieses Urteil seine Seelenverfassung ändert, so dass er sich gewöhnt, über eine Sache nach dem Lernen anders zu empfinden als vorher, so liegt eine Änderung im Ätherleibe vor. Alles, was so menschliches Eigentum wird, dass sich der Mensch immer wieder daran erinnern kann, beruht auf einer Änderung des Ätherleibes. Was nach und nach ein fester Schatz des Gedächtnisses wird, dem liegt zugrunde, dass sich die Arbeit am Astralleibe auf den Ätherleib übertragen hat.
[ 21 ] Wie der Mensch seinen Astralleib erobert dadurch, dass er zu den verborgenen Kräften, die hinter ihm stehen, vordringt, so geschieht das im Laufe der Entwicklung auch mit dem Ätherleibe. Die Arbeit an diesem Ätherleibe ist aber eine intensivere als die am Astralleibe; denn was sich in dem ersteren verbirgt, das ist in zwei, das Verborgene des Astralleibes jedoch nur in einen Schleier gehüllt. Man kann sich einen Begriff von dem Unterschiede in der Arbeit an den beiden Leibern bilden, indem man auf gewisse Veränderungen hinweist, die mit dem Menschen im Verlaufe seiner Entwicklung eintreten können. Man denke zunächst, wie gewisse Seeleneigenschaften des Menschen sich entwickeln, wenn das Ich an der Seele arbeitet. Wie Lust und Begierden, Freude und Schmerz sich ändern können. Der Mensch braucht da nur zurückzudenken an die Zeit seiner Kindheit. Woran hat er da seine Freude gehabt; was hat ihm Leid verursacht? Was hat er zu dem hinzugelernt, was er in der Kindheit gekonnt hat? Alles das aber ist nur ein Ausdruck davon, wie das Ich die Herrschaft erlangt hat über den Astralleib. Denn dieser ist ja der Träger von Lust und Leid, von Freude und Schmerz. Und man vergleiche damit, wie wenig sich im Laufe der Zeit gewisse andere Eigenschaften des Menschen ändern, zum Beispiel sein Temperament, die tieferen Eigentümlichkeiten seines Charakters usw. Ein Mensch, der als Kind jähzornig ist, wird gewisse Seiten des Jähzorns auch für seine Entwicklung in das spätere Leben hinein oft beibehalten. Die Sache ist so auffallend, dass es Denker gibt, welche die Möglichkeit ganz in Abrede stellen, dass der Grundcharakter eines Menschen sich ändern könne. Sie nehmen an, dass dieser etwas durch das Leben hindurch Bleibendes sei, welches sich nur nach dieser oder jener Seite offenbare. Ein solches Urteil beruht aber nur auf einem Mangel in der Beobachtung. Wer den Sinn dafür hat, solche Dinge zu sehen, dem wird klar, dass sich auch Charakter und Temperament des Menschen unter dem Einflusse seines Ich ändern. Allerdings ist diese Änderung im Verhältnis zur Änderung der vorhin gekennzeichneten Eigenschaften eine langsame. Man kann den Vergleich gebrauchen, dass das Verhältnis der beiderlei Änderungen ist wie das Vorrücken des Stundenzeigers der Uhr im Verhältnis zum Minutenzeiger. Nun gehören die Kräfte, welche diese Änderung von Charakter oder Temperament bewirken, dem verborgenen Gebiet des Ätherleibes an. Sie sind gleicher Art mit den Kräften, welche im Reiche des Lebens herrschen, also mit den Wachstums-, Ernährungskräften und denjenigen, welche der Fortpflanzung dienen. Auf diese Dinge wird durch die weiteren Ausführungen dieser Schrift das rechte Licht fallen. — Also nicht, wenn sich der Mensch bloß hingibt an Lust und Leid, an Freude und Schmerz, arbeitet das Ich am Astralleib, sondern wenn sich die Eigentümlichkeiten dieser Seeleneigenschaften ändern. Und ebenso erstreckt sich die Arbeit auf den Ätherleib, wenn das Ich seine Tätigkeit an eine Änderung seiner Charaktereigenschaften, seiner Temperamente usw. wendet. Auch an dieser letzteren Änderung arbeitet jeder Mensch: er mag sich dessen bewusst sein oder nicht. Die stärksten Impulse, welche im gewöhnlichen Leben auf diese Änderung hinarbeiten, sind die religiösen. Wenn das Ich die Antriebe, die aus der Religion fließen, immer wieder und wieder auf sich wirken lässt, so bilden diese in ihm eine Macht, welche bis in den Ätherleib hineinwirkt und diesen ebenso wandelt, wie geringere Antriebe des Lebens die Verwandlung des Astralleibes bewirken. Diese geringeren Antriebe des Lebens, welche durch Lernen, Nachdenken, Veredelung der Gefühle usw. an den Menschen herankommen, unterliegen dem mannigfaltig wechselnden Dasein; die religiösen Empfindungen drücken aber allem Denken, Fühlen und Wollen etwas Einheitliches auf. Sie breiten gleichsam ein gemeinsames, einheitliches Licht über das ganze Seelenleben aus. Der Mensch denkt und fühlt heute dies, morgen jenes. Dazu führen die verschiedensten Veranlassungen. Wer aber durch sein wie immer geartetes religiöses Empfinden etwas ahnt, das sich durch allen Wechsel hindurchzieht, der wird, was er heute denkt und fühlt, ebenso auf diese Grundempfindung beziehen wie die morgigen Erlebnisse seiner Seele. Das religiöse Bekenntnis hat dadurch etwas Durchgreifendes im Seelenleben; seine Einflüsse verstärken sich im Laufe der Zeit immer mehr, weil sie in fortdauernder Wiederholung wirken. Deshalb erlangen sie die Macht, auf den Ätherleib zu wirken. — In ähnlicher Art wirken die Einflüsse der wahren Kunst auf den Menschen. Wenn er durch die äußere Form, durch Farbe und Ton eines Kunstwerkes die geistigen Untergründe desselben mit Vorstellen und Gefühl durchdringt, dann wirken die Impulse, welche dadurch das Ich empfängt, in der Tat auch bis auf den Ätherleib. Wenn man diesen Gedanken zu Ende denkt, so kann man ermessen, welch ungeheure Bedeutung die Kunst für alle menschliche Entwicklung hat. Nur auf einiges ist hiermit hingewiesen, was dem Ich die Antriebe liefert, auf den Ätherleib zu wirken. Es gibt viele dergleichen Einflüsse im Menschenleben, die dem beobachtenden Blick nicht so offen liegen wie die genannten. Aber schon aus diesen ist ersichtlich, dass im Menschen ein weiteres Glied seiner Wesenheit verborgen ist, welches das Ich immer mehr und mehr herausarbeitet. Man kann dieses Glied als das zweite des Geistes, und zwar als den Lebensgeist bezeichnen. (Es ist dasselbe, was man mit Anlehnung an die morgenländische Weisheit «Buddhi» nennt.) Der Ausdruck «Lebensgeist» ist deshalb der entsprechende, weil in dem, was er bezeichnet, dieselben Kräfte wirksam sind wie in dem «Lebensleib»; nur ist in diesen Kräften, wenn sie als Lebensleib sich offenbaren, das menschliche Ich nicht tätig. Äußern sie sich aber als Lebensgeist, so sind sie von der Tätigkeit des Ich durchsetzt.
[ 22 ] Die intellektuelle Entwicklung des Menschen, seine Läuterung und Veredelung von Gefühlen und Willensäußerungen sind das Maß seiner Verwandlung des Astralleibes zum Geistselbst; seine religiösen Erlebnisse und manche anderen Erfahrungen prägen sich dem Ätherleibe ein und machen diesen zum Lebensgeist. Im gewöhnlichen Verlaufe des Lebens geschieht dies mehr oder weniger unbewusst, dagegen besteht die sogenannte Einweihung des Menschen darin, dass er durch die übersinnliche Erkenntnis auf die Mittel hingewiesen wird, wodurch er diese Arbeit im Geistselbst und Lebensgeist ganz bewusst in die Hand nehmen kann. Von diesen Mitteln wird in späteren Teilen dieser Schrift die Rede sein. Vorläufig handelte es sich darum, zu zeigen, dass im Menschen außer der Seele und dem Leibe auch der Geist wirksam ist. Auch das wird sich später zeigen, wie dieser Geist zum Ewigen des Menschen, im Gegensatz zu dem vergänglichen Leibe, gehört.
[ 23 ] Mit der Arbeit am Astralleib und am Ätherleib ist aber die Tätigkeit des Ich noch nicht erschöpft. Diese erstreckt sich auch auf den physischen Leib. Einen Anflug von dem Einflusse des Ich auf den physischen Leib kann man sehen, wenn durch gewisse Erlebnisse zum Beispiel Erröten oder Erbleichen eintreten. Hier ist das Ich in der Tat der Veranlasser eines Vorganges im physischen Leib. Wenn nun durch die Tätigkeit des Ich im Menschen Veränderungen eintreten in bezug auf seinen Einfluss im physischen Leibe, so ist das Ich wirklich vereinigt mit den verborgenen Kräften dieses physischen Leibes. Mit denselben Kräften, welche seine physischen Vorgänge bewirken. Man kann dann sagen, das Ich arbeitet durch eine solche Tätigkeit am physischen Leibe. Es darf dieser Ausdruck nicht missverstanden werden. Die Meinung darf gar nicht aufkommen, als ob diese Arbeit etwas Grob-Materielles sei. Was am physischen Leibe als das Grob-Materielle erscheint, das ist ja nur das Offenbare an ihm. Hinter diesem Offenbaren liegen die verborgenen Kräfte seines Wesens. Und diese sind geistiger Art. Nicht von einer Arbeit an dem Materiellen, als welches der physische Leib erscheint, soll hier gesprochen werden, sondern von der geistigen Arbeit an den unsichtbaren Kräften, welche ihn entstehen lassen und wieder zum Zerfall bringen. Für das gewöhnliche Leben kann dem Menschen diese Arbeit des Ich am physischen Leibe nur mit einer sehr geringen Klarheit zum Bewusstsein kommen. Diese Klarheit kommt im vollen Maße erst, wenn unter dem Einfluss der übersinnlichen Erkenntnis der Mensch die Arbeit bewusst in die Hand nimmt. Dann aber tritt zutage, dass es noch ein drittes geistiges Glied im Menschen gibt. Es ist dasjenige, welches der Geistesmensch im Gegensatze zum physischen Menschen genannt werden kann. (In der morgenländischen Weisheit heißt dieser «Geistesmensch» das «Atma».)
[ 24 ] Man wird in bezug auf den Geistesmenschen auch dadurch leicht irregeführt, dass man in dem physischen Leibe das niedrigste Glied des Menschen sieht und sich deswegen mit der Vorstellung nur schwer abfindet, dass die Arbeit an diesem physischen Leibe zu dem höchsten Glied in der Menschenwesenheit kommen soll. Aber gerade deswegen, weil der physische Leib den in ihm tätigen Geist unter drei Schleiern verbirgt, gehört die höchste Art von menschlicher Arbeit dazu, um das Ich mit dem zu einigen, was sein verborgener Geist ist.
[ 25 ] So stellt sich der Mensch für die Geheimwissenschaft als eine aus verschiedenen Gliedern zusammengesetzte Wesenheit dar. Leiblicher Art sind: der physische Leib, der Ätherleib und der Astralleib. Seelisch sind: Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewusstseinsseele. In der Seele breitet das Ich sein Licht aus. Und geistig sind: Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch. Aus den obigen Ausführungen geht hervor, dass die Empfindungsseele und der Astralleib eng vereinigt sind und in einer gewissen Beziehung ein Ganzes ausmachen. In ähnlicher Art sind Bewusstseinsseele und Geistselbst ein Ganzes. Denn in der Bewusstseinsseele leuchtet der Geist auf und von ihr aus durchstrahlt er die andern Glieder der Menschennatur. Mit Rücksicht darauf kann man auch von der folgenden Gliederung des Menschen sprechen. Man kann Astralleib und Empfindungsseele als ein Glied zusammenfassen, ebenso Bewusstseinsseele und Geistselbst und kann die Verstandesseele, weil sie an der Ich-Natur Teil hat, weil sie in einer gewissen Beziehung schon das «Ich» ist, das sich seiner Geistwesenheit nur noch nicht bewusst ist, als «Ich» schlechtweg bezeichnen und bekommt dann sieben Teile des Menschen: 1. Physischer Leib 2. Ätherleib oder Lebensleib; 3. Astralleib; 4. Ich; 5. Geistselbst; 6. Lebensgeist; 7. Geistmensch.
[ 26 ] Auch für den an materialistische Vorstellungen gewöhnten Menschen würde diese Gliederung des Menschen im Sinne der Siebenzahl nicht das «unklar Zauberhafte» haben, das er ihr oft zuschreibt, wenn er sich genau an den Sinn der obigen Auseinandersetzungen halten würde und nicht von vornherein dieses «Zauberhafte» selbst in die Sache hineinlegen würde. In keiner andern Art, nur vom Gesichtspunkte einer höheren Form der Weltbeobachtung aus, sollte von diesen «sieben» Gliedern des Menschen gesprochen werden, so wie man von den sieben Farben des Lichtes spricht oder von den sieben Tönen der Tonleiter (indem man die Oktave als eine Wiederholung des Grundtones betrachtet). Wie das Licht in sieben Farben, der Ton in sieben Stufen erscheint, so die einheitliche Menschennatur in den gekennzeichneten sieben Gliedern. So wenig die Siebenzahl bei Ton und Farbe etwas von «Aberglauben» mit sich führt, so wenig ist das mit Bezug auf sie bei der Gliederung des Menschen der Fall. (Es ist bei einer Gelegenheit, als dies einmal mündlich vorgebracht worden ist, gesagt worden, dass die Sache bei den Farben mit der Siebenzahl doch nicht stimme, da jenseits des «Roten» und des «Violetten» doch auch noch Farben liegen, welche das Auge nur nicht wahrnimmt. Aber auch in Anbetracht dessen stimmt der Vergleich mit den Farben, denn auch jenseits des physischen Leibes auf der einen Seite und jenseits des Geistesmenschen anderseits setzt sich die Wesenheit des Menschen fort; nur sind für die Mittel der geistigen Beobachtung diese Fortsetzungen «geistig unsichtbar», wie die Farben jenseits von Rot und Violett für das physische Auge unsichtbar sind. Diese Bemerkung musste gemacht werden, weil so leicht die Meinung aufkommt, die übersinnliche Anschauung nehme es mit dem naturwissenschaftlichen Denken nicht genau, sie sei in bezug auf dasselbe dilettantisch. Wer aber richtig zusieht, was mit dem Gesagten gemeint ist, der kann finden, dass dies in Wahrheit nirgends in einem Widerspruch steht mit der echten Naturwissenschaft; weder wenn naturwissenschaftliche Tatsachen zur Veranschaulichung herangezogen werden, noch auch wenn mit den hier gemachten Äußerungen auf ein unmittelbares Verhältnis zu der Naturforschung gedeutet wird.)
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An Outline of Occult Science 1972, tr. Lisa D. Monges
II. The Essential Nature of Mankind
[ 1 ] In the observation of man from the point of view of a supersensible mode of cognition, the general principles of this method become immediately applicable. This observation rests upon the recognition of the “revealed mystery” within the individual human being. Only a part of what supersensible cognition apprehends as the human being is accessible to the senses and to the intellect dependent upon them, namely, the physical body. In order to elucidate the concept of this physical body, our attention must first be turned to that phenomenon which, as the great riddle, lies spread out over all observation of life, that is, to death and, in connection with it, to so-called lifeless nature—the mineral kingdom—which always bears death within it. We have, thereby, referred to facts that are only fully explainable through supersensible knowledge, and to which a large part of this volume must be devoted. Here, however, a few thoughts must first be offered for the sake of orientation.
[ 2 ] Within the manifest world, the physical body is the part of man having the same nature as the mineral world. On the other hand, what differentiates man from the mineral cannot be considered as physical body. Especially important in an unbiased consideration is the fact that death lays bare the part of man that, after death, is of the same nature as the mineral world. We can point to the corpse as that part of man subject to the processes of the mineral realm. It can be emphasized that in this member of man's being, the corpse, the same substances and forces are active as in the mineral realm, but it is necessary to emphasize, equally strongly, the fact that at death the decay of the physical body occurs. Yet we are also justified in saying that while it is true that the same substances and forces are active in both the human physical body and the mineral, their activity during life is dedicated to a higher purpose. Only when death has occurred is their activity similar to that of the mineral world. They then appear as they must appear, according to their own nature, namely, as the dissolver of the physical bodily form.
[ 3 ] Thus, in man we have to differentiate sharply between the visible and the concealed. For during life the concealed must wage constant battle against the substances and forces of the mineral element in the physical body. When this battle ceases, the mineral activity comes to the fore. We have thereby drawn attention to the point where the science of the supersensible must enter. It must seek that which wages the above-mentioned battle. It is just this that is hidden from sense-observation and is only accessible to supersensible observation. In a later chapter of this work we shall consider how the human being is able to reach the point where this hidden something becomes manifest to him just as the phenomena of the senses are manifest to the ordinary eye. Here, however, we shall describe the result of supersensible observation.
[ 4 ] It has already been indicated that the description of the path on which man attains to a higher perception can be of value to him only after he has become acquainted in simple narrative form with the disclosures of supersensible research. For in regard to the supersensible realm it is possible to comprehend what has not yet been observed. Indeed, the right path toward perception is that which proceeds from comprehension.
[ 5 ] Even though that hidden something, which in the physical body carries on the battle against disintegration, is only observable by higher perception, yet its effects are clearly evident to the reasoning power that limits itself to the manifest. These effects express themselves in the form or shape into which the mineral substances and forces of the physical body are fashioned during life. This form disappears by degrees and the physical body becomes a part of the rest of the mineral world when death has occurred. Supersensible perception, however, is able to observe, as an independent member of the human entity, what prevents the physical substances and forces during life from taking their own path, which leads to dissolution of the physical body. Let us call the independent member the ether or lifebody.—In order to prevent misunderstandings from the very beginning, two things should be borne in mind concerning this designation of a second member of the human entity. The word “ether” is used here in a sense quite different from the one in use in present day physics, which, for example, designates the vehicle of light as ether. Here, however, the word will be limited to the meaning given above. It will be used for what is accessible to higher perception and for what is recognizable to sense-observation only in its effects, that is through its ability to give a definite form and shape to the mineral substances and forces existing in the physical body. The word “body” also must not be misunderstood. In designating the higher things of existence, it is necessary to use the words of ordinary language, and for sense-observation these words express only the sensory. From the standpoint of the senses, the ether body is, naturally, nothing of a bodily nature, however tenuous we may picture it.1In his book, Theosophy, the author has discussed the fact that with the designation “ether body” or “life body” he has no intention of renewing the old concept of “life force” discarded by natural science.
[ 6 ] Having reached, in the presentation of the supersensible, the mention of this ether body or life body, the point has also been reached where such a concept will have to encounter the opposition of many present-day opinions. The evolution of the human spirit has led to the point where in our age the discussion of such a member of the human organism must be considered as something unscientific. The materialistic mode of thought has reached the point of seeing in the living body nothing but a combination of physical substances and forces, like those to be found in the so-called lifeless body, in the mineral. The combination in the living is supposed to be more complicated than in the lifeless, however. Not so long ago, ordinary science, too, held still other points of view. Whoever has followed the writings of many serious scientists of the first half of the nineteenth century realizes that at that time “real natural scientists” were conscious of the fact that something exists in the living body besides what is present in the lifeless mineral. They spoke of a “life force.” This “life force,” to be sure, is not visualized as having the nature of the lifebody designated here, but an inkling that something of the kind exists, underlies such a concept. This “life force” was thought of as though supplementing in the living body the physical substances and forces as the magnetic force supplements the mere iron in the magnet. Then came the time when this “life force” was discarded from the store of scientific concepts. Purely physical and chemical causes were to suffice for everything. In this respect, a reaction has set in today among many modern scientific thinkers. It is admitted on many sides that the assumption of something similar to “life force” is not, after all, pure nonsense. The scientist who admits this, however, will not be inclined to make common cause with the point of view presented here concerning the life body. It is useless, as a rule, to enter into a discussion, from the standpoint of supersensible knowledge, with people holding such views. It ought rather be the concern of this knowledge to recognize that the materialistic mode of thought is a necessary concomitant phenomenon of the great progress in natural science in our age. This progress rests upon an enormous improvement in the means of sense-observation, and it lies in the nature of man, during his evolution, at times to bring to a certain degree of perfection particular faculties at the cost of others. Exact sense-observation, which has developed so significantly through natural science, caused the cultivation of those human capacities that lead into “hidden worlds” to retreat into the background, but the time has come again when this cultivation is necessary. Acknowledgment of the concealed, however, will not be won by contending against opinions that result with logical accuracy from the denial of the concealed, but by placing the concealed itself in the proper light. Then those for whom “the time has come” will acknowledge it.
[ 7 ] It was necessary to speak of this here in order to keep people from assuming that the author is ignorant of the viewpoint of natural science when he speaks of an “ether body” that in many circles is considered as something purely fantastic.
[ 8 ] This ether body, then, is a second member of the human entity. For supersensible cognition, it possesses a higher degree of reality than the physical body. A description of its appearance to supersensible perception can only be given in a subsequent chapter of this book after the sense in which such descriptions are to be taken has become clear. For the present it may suffice to say that the ether body penetrates the physical completely and that it is to be looked upon as a kind of architect of the latter. All organs are preserved in their form and shape by means of the currents and movements of the ether body. The physical heart is based upon an “etheric heart,” the physical brain upon an “etheric brain,” and so forth. The ether body is organized like the physical body, only with greater complexity. Wherever in the physical body separated parts exist, in the ether body everything is in living, interweaving motion.
[ 9 ] The human being possesses this ether body in common with the plants, just as he possesses the physical body in common with the mineral element. Everything living has its ether body.
[ 10 ] Supersensible observation advances from the ether body to a further member of the human entity. In order to aid the student in forming a visualization of this member, it points to the phenomenon of sleep, just as it pointed to the phenomenon of death when it spoke of the ether body. All human endeavor rests upon activity in the waking state, in so far as the manifest is concerned. This activity, however, is only possible if man again and again gathers new strength for his exhausted forces from sleep. Action and thought disappear in sleep; all suffering, all pleasure are submerged for conscious life. As though out of hidden, mysterious depths, conscious forces arise out of the unconsciousness of sleep as man awakens. It is the same consciousness that sinks into shadowy depths when we go to sleep and arises again when we awaken. The power that awakens life again and again out of a state of unconsciousness is, according to supersensible cognition, the third member of the human entity, We may call it the astral body. Just as the physical body is unable to retain its form by means of the mineral substances and forces contained in it, but only by being interpenetrated by the ether body, so likewise the forces of the ether body are unable, by themselves, to illuminate this body with the light of consciousness. An ether body, left entirely to itself, would have to remain in a continuous state of sleep. We might also say: it could only maintain a plant-existence within the physical body. An awakened ether body is illuminated by an astral body. For sense-observation, the activity of the astral body disappears when man sinks into sleep. For supersensible observation, the astral body still exists, but it appears to be separated or withdrawn from the ether body. Sense-observation is not concerned with the astral body itself, but only with its effects within the manifest, and during sleep these effects are not directly present. In the same sense that man has his physical body in common with the minerals, his ether body with the plants, he is, in regard to his astral body, of the same nature as the animals. Plants are in a continuous state of sleep. A person who does not judge accurately in these things can easily fall into the error of ascribing a kind of consciousness also to plants that is similar to that of animals and men in their waking state. That, however, can happen only if he has an unclear idea of the nature of consciousness. It is then stated that if an external stimulus is applied to the plant it makes certain movements like the animal. One speaks of the “sensitivity” of some plants that, for example, contract their leaves if certain outer stimuli act upon them. Yet it is not the characteristic of consciousness that a being reacts to certain stimuli, but that the being experiences something in its inner nature that adds something new to the mere reaction. Otherwise, one could also speak of consciousness when a piece of iron expands under the influence of heat. Consciousness is present only when, through the effect of heat, the being, for example, inwardly experiences pain.
[ 11 ] The fourth member of his being that supersensible cognition must ascribe to man has nothing in common with the world of the manifest surrounding him. It is what distinguishes him from his fellow-creatures and through which he is the crown of creation belonging to him. Supersensible cognition forms a conception of this additional member of the human entity by calling attention to the essential difference in the experiences of waking life. This difference appears at once when man realizes that in the waking state he stands, on the one hand, always in the midst of experiences that of necessity come and go, and that, on the other hand, he has experiences in which this is not the case. This becomes especially clear when human and animal experiences are compared. The animal experiences with great regularity the influences of the outer world, and under the influence of heat and cold, pain and pleasure, under certain regularly recurring processes of its body, it becomes conscious of hunger and thirst. The life of man is not exhausted with such experiences. He can develop passions and desires that transcend all this. In the case of the animal it would always be possible, were we able to go far enough, to show where the cause for an action or sensation lies, outside of or within the body. With man this is by no means the case. He can produce desires and passions for whose origin neither the cause within nor without his body is sufficient. We must ascribe a special source to everything that falls within this domain. In the light of supersensible science this source can be seen in the human ego. The ego can, therefore, be called the fourth member of the human entity.—If the astral body were left to itself, pleasure and pain, feelings of hunger and thirst would take place in it; but what would not occur Is the feeling that there is something permanent in all this. Not the permanent as such is here called the “ego,” but what experiences this permanency. We must formulate the concepts precisely in this realm, if misunderstandings are not to arise. With the becoming aware of something enduring something permanent in the change of the inner experiences the dawning of the “ego feeling” begins. The fact that a being feels hunger, for example, cannot give it an ego feeling. Hunger arises when the renewed causes of it make themselves felt within the being in question. It pounces upon its food just because these renewed causes are present. The ego feeling appears when not only these renewed impulses drive the human being to seek food, but when pleasure has arisen at a previous appeasement of hunger and the consciousness of this pleasure has remained, thus making not only the present experience of hunger, but the past experience of pleasure the driving force in the human being's search for food.—Without the presence of the ether body, the physical body would decay. Without the illumination by the astral body, the ether body would sink into unconsciousness. In like manner the astral body would have to let the past sink, again and again, into oblivion, were it not for the “ego” to carry this past over into the present. What death is for the physical body, and sleep for the ether body, oblivion is for the astral body. One might also say that life belongs to the ether body, consciousness to the astral body, and memory to the ego.c1Expositions of the kind in this book about the faculty of memory can easily be misunderstood. For those who only observe external processes will not readily detect the difference between what happens in the animal or even in the plant when something appears that resembles memory, and what is here described as actual memory in man. Certainly, if an animal carries out an action a third or fourth time, it may then so perform it that the outer process appears as though the action were the result of memory and what is learned through it. Like some natural scientists and their adherents, one may, indeed, extend the concept of memory or recollection to such a point that one says that when the little chick pops from the shell and immediately pecks at the grain, knowing even how to make the movements of its head and body in order to reach its object, it could not have learned this in the shell, but that it was learned through the thousands and thousands of creatures from which it has descended. (Ewald Hering, for example, states this.) We may declare that the phenomenon under discussion has the appearance of memory. We shall, however, never gain a real comprehension of man's being if we do not hold in mind what appears quite especially unique in the human being as the process of real perception of previous experiences at subsequent times, not merely as an influence of past states into later ones. Here in this book this perception of the past, not merely the reappearance—even though changed—of the previous in the subsequent, is called memory. If one were to use the word memory for the corresponding processes in the plant and animal kingdoms, then one ought to have a different word for the processes of memory in man. It is not the word, however, that is important in the above presentation, but, for the sake of understanding the human being, the significant thing is the recognition of the difference between what occurs in man on the one hand, and in animal and plant on the other. What may appear as highly intelligent actions in animals has also no connection whatever with what is here called memory.
[ 12 ] It is even easier to fall into the error of ascribing memory to animals than it is to ascribe consciousness to plants. It is very natural to think of memory when a dog recognizes its master whom he has not seen perhaps for a long time. Yet, in reality, this recognition does not rest upon memory, but upon something quite different. The dog feels a certain attraction to its master. This attraction proceeds from the master's personality. This personality causes pleasure in the dog when the master is in its presence, and every time the master's presence reoccurs, it causes a renewal of this pleasure. Memory, however, is only present when a being not only feels with its experiences in the present, but when it retains also those of the past. One might acknowledge this and still fall into the error of thinking that the dog has memory. For it might be said that the dog mourns when its master leaves it, therefore it has retained a memory of him. That also is an incorrect conclusion. Through sharing the master's life, his presence becomes a need to the dog and it, therefore, experiences his absence in the same way that it experiences hunger. Whoever does not make these distinctions, will not arrive at clarity concerning the true relationships of life.
[ 13 ] Out of certain prejudices, one might object to this exposition by maintaining that it cannot be known whether or not there exists in the animal anything similar to human memory. Such an objection, however, is the result of untrained observation. Anyone who can observe quite factually how the animal behaves in the complex of its experiences notices the difference between its behavior and that of the human being, and he realizes that the animal's behavior corresponds to the non-existence of memory. For supersensible observation this is quite clear. Yet, what arises as direct experience in supersensible observation may also be known by its effects in this domain through sense-perception permeated by thought activity. If one says that man is aware of his memory through inner soul-observation, something he cannot carry out in the case of the animal, one states something based upon a fatal error. What man has to say to himself about his capacity for memory he cannot derive from inner soul-observation, but only from what he experiences with himself in relation to the things and occurrences of the outer world. Man has these experiences with himself and with another human being and also with animals in exactly the same way. He is blinded by pure illusion when he believes that he judges the existence of memory merely by means of inner observation. The power underlying memory may be called an inner power; the judgment concerning this power is acquired, also in regard to one's own person, through the outer world by directing one's attention to the relationships of life. Just as one is able to judge these relationships in regard to oneself, so one can judge them in regard to the animal. In regard to such things our current psychology suffers from its wholly untrained, inexact ideas, deceptive to a great degree because of errors in observation.
[ 14 ] Memory and oblivion signify for the ego what waking and sleeping signify for the astral body. Just as sleep permits the cares and troubles of the day to disappear into nothingness, oblivion spreads a veil over the bad experiences of life, blotting out a part of the past. Just as sleep is necessary for the restoration of the exhausted life forces, so man has to eradicate certain parts of the past from his memory if he is to approach new experiences freely and without bias. But precisely through forgetting, strength develops for perception of the new. Consider certain facts, like that of learning to write. All the details the child has to experience in learning to write are forgotten. What remains is the ability to write. How would man be able to write if at every stroke of the pen all the past experiences in learning to write were to arise again in the soul as memory?
[ 15 ] Memory appears in various stages. Its simplest form occurs when a person observes an object and, after turning away, is able to call up its mental image, is able to visualize it. He has formed this image while perceiving the object. A process has taken place between his astral body and his ego. The astral body has aroused the consciousness of the outer impression of the object. Yet knowledge of the object would last only as long as the latter is present, if the ego were not to absorb this knowledge and make it its own.—It is at this point that supersensible perception separates the bodily element from the soul nature. One speaks of the astral body as long as one considers the arising of knowledge of an object that is present. What, however, gives permanence to this knowledge one designates as soul. From what has been said we can see at the same time how closely the human astral body is connected with that part of the soul that gives permanence to knowledge. Both are united into one member of the human entity. This union, therefore, may also be called astral body. If we desire an exact designation, we may call the human astral body the soul body, the soul, in so far as it is united with this soul body, we may call the sentient soul.
[ 16 ] The ego rises to a higher stage of its being when it directs its activity toward what it has made its own out of the knowledge of the objects. This is the activity by which the ego severs itself more and more from the objects of perception in order to work within what it has made its own. The part of the soul in which this occurs may be designated the intellectual or mind soul.—It is characteristic of both the sentient and intellectual souls that they work with what they receive through the impressions of the objects perceived by the senses, and what is retained from this in memory. The soul is here completely surrendered to what is external to it. What it makes its own through memory it has also received from outside. But it can pass beyond all this. It is not alone sentient soul and intellectual soul. For supersensible perception it is easiest to give an idea of this passing beyond by pointing to a simple fact, the comprehensive significance of which, however, must be appreciated. This fact is the following: In the whole range of language there is one name that, through its very nature, distinguishes itself from every other name. That name is “I.” Every other name may be given by every man to the object or being to whom it applies. The “I” as designation for a being has meaning only when this being applies it to itself. The name “I” can never resound to the ear of a human being from without as his designation; only the being himself can apply it to himself. “I am an ‘I’ to myself only. For every other person I am a ‘you’ and everyone else is for me a ‘you.’ ” This fact is the outer expression of a deeply significant truth. The true nature of the “I” is independent of all that is external; therefore its name “I” cannot be called to it by anything external. Those religious denominations that have consciously maintained their relationship with supersensible perception designate the “I” as the “Ineffable Name of God.” By using this expression, reference is made to what has been indicated. Nothing of an external nature has access to that part of the soul with which we are concerned here. Here is the “hidden sanctuary” of the soul. Only a being with whom the soul is of like nature can gain entrance there. The God who dwells within man speaks when the soul becomes aware of itself as an I. Just as the sentient and intellectual souls live in the outer world, so a third soul member immerses itself in the Divine when the soul gains a perception of its own being.
[ 17 ] The above conceptions may easily be misunderstood as an attempt to identify the I with God. But it has not been stated that the I is God, but only that it is of the same nature and essence as the Divine. Would anyone contend that a drop of water is the sea when he says that the drop is of the same essence or substance as the sea? If we wish to use a comparison, we may say that the drop of water has the same relationship to the sea that the I has to the Divine. Man can find the Divine within himself because his innermost being is drawn from the Divine. Thus he acquires, through this, the third member of his soul, an inner knowledge of himself, just as he gains through his astral body a knowledge of the outer world. Therefore, occult science can call this third member of the soul the consciousness soul; and, in this sense, the soul consists of three members: the sentient soul, the intellectual soul, and the consciousness soul, just as the corporeal part of man consists of three members—the physical body, the ether body, and the astral body.
[ 18 ] Psychological errors of observation, similar to those already mentioned concerning the judging of the capacity of memory, make it difficult to gain the proper insight into the nature of the I. Much that people believe they understand can be regarded as a refutation of the above, yet it is in reality a confirmation. This is the case, for example, with the remarks about the I which Eduard von Hartmann makes in his Outline of Psychology 2Eduard von Hartmann, Grundniss der Psychologie, Vol. 111, p.55. Bad Sachsa, 1908. “In the first place, consciousness of self is more ancient than the word I. Personal pronouns are a rather late product of the evolution of languages and have only the value of abbreviations. The word I is a short substitute for the speaker's own name, but a substitute that each speaker, as such, uses for himself, no matter by what proper name others may call him. Consciousness of self can be developed in animals and in uneducated deaf and dumb persons to a high degree, even without reference to a proper name. Consciousness of the proper name can fully replace the lack of use of the word I. With this insight the magical nimbus is eliminated which for many people envelops the little word I; it cannot add the slightest thing to the concept of self-consciousness, but receives its whole content solely from the latter.” It is possible to be quite in agreement with such points of view; also with the contention that no magical nimbus be bestowed upon the little word, I, which would only dim a thoughtful consideration of the matter. But the nature of a thing is not decided by the way the verbal designation for this thing has gradually been brought about. The important point is the fact that the essential nature of the ego in self-consciousness is “more ancient than the word I” and that man is compelled to use this little word—endowed with the qualities belonging to it alone—for what he experiences, in his reciprocal relationship with the outer world, differently from the way the animal can experience it. Nothing can be known concerning the nature of the triangle by showing how the “word” triangle has been evolved; likewise, nothing can be decided concerning the nature of the I by knowing how this word has taken form in the evolution of language out of a different verbal usage.
[ 19 ] The true nature of the I reveals itself only in the consciousness soul. For while the soul sinks itself into other things in feeling and intellect, as consciousness soul it takes hold of its own being. Therefore this I can be perceived by the consciousness soul only through a certain inner activity. The visualizations of external objects are formed just as these objects come and go, and these visualizations continue to work in the Intellect by means of their own force. But if the I is to observe itself, it cannot simply surrender itself; it must, through inner activity, first lift its being out of its own depths in order to have a consciousness of it. With the perception of the I, with self-contemplation, an inner activity of the I begins. Through this activity, the perception of the I within the consciousness soul has a significance for man quite different from the observation of all that reaches him through the three corporeal members and the two other members of the soul. The force that discloses the I within the consciousness soul is indeed the same force that manifests in all the rest of the world. This force does not, however, appear directly in the body and in the lower members of the soul, but reveals itself by degrees in its effects. The lowest manifestation is the manifestation through the physical body; this then mounts up by stages to what fills the intellectual soul. One might say that, with each step upward, one of the veils that envelop the hidden falls away. In what fills the consciousness soul, the hidden enters unveiled into the innermost temple of the soul. Yet it appears there only like a drop out of the ocean of all-pervading spirituality. Here, however, man must first take hold of this spirituality. He must recognize it in himself, then he will be able to find it also in its manifestations.
What here like a drop penetrates into the consciousness soul, occult science calls the spirit. Thus the consciousness soul is united with the spirit, which is the hidden in all that is manifest. If man wishes to take hold of the spirit in all manifestation, he must do it in the same way he takes hold of the ego in the consciousness soul. He must direct the activity that has led him to the perception of this I toward the manifest world. He, thereby, develops to higher stages of his being. He adds something new to the corporeal and soul members. The next thing is that he, himself, also conquer what lies hidden within the lower members of his soul, and this happens through his work on his soul, proceeding from the ego. How man is engaged in this work becomes evident if one compares a person who still surrenders himself to his lower passions and so-called sensual lust, with a noble idealist. The latter develops out of the former if he rids himself of certain low inclinations and turns toward nobler ones. In doing so he has worked on his soul, ennobling and spiritualizing it out of his ego. The ego has become master within the soul-life. This can be carried so far that no desire, no enjoyment can gain entrance into the soul without the I being the power that makes the entrance possible. In this way, the whole soul now becomes a manifestation of the I, as this was previously the case with the consciousness soul alone. In fact, all cultural life and all spiritual human endeavor consists in a work that has as its aim this rulership of the ego. Every human being living in the present age is engaged in this work whether he wants it or not, whether he is conscious of it or not.
[ 20 ] Through this work, however, higher stages of the being of man are reached. Through it, man develops new members of his being. These lie as the concealed behind what is manifest to him. Not only can he become master of the soul by working on the latter through the power of the ego so that the soul drives the concealed into manifestation, but he can also extend this work. He can extend it to the astral body. The I thus takes possession of this astral body by uniting itself with the latter's hidden nature. This astral body, overcome and transformed by the ego, may be called the spirit self. (This is what, in connection with oriental wisdom, is called “manas.”) In the spirit self we have a higher member of man's being, one which, so to speak, exists within it as a germ and which emerges more and more as it actively works upon itself.c2No fixed boundary can be drawn between the changes resulting from the activity of the ego in the astral body and those taking place in the ether body. They pass over into each other. If man learns something and through it gains a certain power of discrimination, then a change has occurred in the astral body; if however, this judgment or discrimination so alters his soul condition that he becomes accustomed, after he has learned something about a matter, to feel differently about it from previously, a change has then taken place in the ether body. Everything that becomes a possession of the human soul that can be recalled in memory is based upon a change in the ether body. What becomes, by degrees, an immutable treasure of memory, rests on the fact that the work performed on the astral body has been transferred to the ether body.
[ 21 ] Just as the human being conquers his astral body by penetrating to the hidden forces standing behind it, so, too, in the course of evolution, does this happen with the ether body. The work upon the ether body is, however, more intensive than the work upon the astral body, for what is concealed in the former is enveloped by two veils, while the concealed in the astral body is veiled by only one. It is possible to form a concept of the difference in the work on these two bodies by pointing to certain changes that can take place in man in the course of his development. Let us call to mind how certain human soul qualities develop when the ego is working upon the soul; how passion and desire, joy and sorrow may change. It is only necessary to think back to the time of childhood. At that time, what was man's source of pleasure? What caused him pain? What has he learned in addition to what he was able to do in childhood? All this is only an expression of the way the ego has gained mastery over the astral body. For this body is the bearer of pleasure and pain, of joy and sorrow. Compare this with how little certain other qualities of man change in the course of time, for example, his temperament, the deeper peculiarities of his character, and so forth. A person, hot-tempered as a child, will often retain certain aspects of this violent temper in later life. This is such a striking fact that there are thinkers who wholly deny the possibility of any change in the fundamental character of a human being. They assume that this is something that remains unchanged throughout life, manifesting in one way or another. Such a judgment is merely based upon lack of observation. Anyone who has the capacity of observing such things can perceive clearly that also man's temperament and character change under the influence of his ego. To be sure, this change is slow when compared with the change in the qualities described above. The relationship between the two kinds of changes may be compared with the advancing of the hour hand of a clock in relation to the minute hand. The forces that bring about this change of character or temperament belong to the hidden realm of the ether body. They are of like nature with the forces that rule in the kingdom of life, that is to say, with the forces of growth and nutrition and those that bring about reproduction. Subsequent explanations in this book will shed the right light upon these matters.—The I is not working upon the astral body if the human being simply gives himself up to pleasure and pain, joy and sorrow, but if the peculiarities of these soul qualities change. Likewise, the work extends to the ether body if the ego applies its activity to the changing of its traits of character, of its temperament, and so forth. Also on this latter change every human being is working, whether he is conscious of it or not. The strongest impulses producing this change in ordinary life are the religious ones. When the I allows the impulses that flow from religion to act upon it again and again, they form within it a power that works right into the ether body and transforms it in much the same way that lesser life-impulses cause a transformation of the astral body. These lesser impulses of life, which come to man through study, contemplation, ennobling of the feelings, and so forth, are subject to the manifold changes of existence; religious experiences, however, imprint upon all thinking, feeling, and willing a uniform character. They shed, as it were, a common, uniform light over the entire soul-life. A man thinks and feels this way today, tomorrow differently. The most varied causes bring this about. But if a person through his religious feelings, whatever they may be, divines something that persists throughout all changes, he will relate his current soul experiences of thinking and feeling to that fundamental feeling just as he does with his soul experiences of tomorrow. Religious creed, therefore, has a far-reaching effect upon the whole soul-life; its influence becomes ever stronger in the course of time, because it works by means of constant repetition. It therefore acquires the power of working upon the ether body.—The influence of true art has a similar effect upon the human being. If, through outer form, through color and tone of a work of art, he penetrates to its spiritual basis with thought and feeling, then the impulses that the I thus receives work down even into the ether body. If we think this thought through to the end we can estimate what a tremendous significance art has for all human evolution. We have referred here only to a few instances that give to the I the impulse to act upon the ether body. There are many similar influences in human life that are not so apparent to the observing eye as those that have been mentioned. But from these it is evident that hidden within man there is another member of his being that the I gradually develops. This member may be called the second spiritual member, the life spirit. (It is called “buddhi” in oriental wisdom.) The expression “life spirit” is the appropriate term for the reason that the same forces are active in what it designates as in the “life body”; only, in these forces, when they manifest themselves as life body, the human ego is not active. If they manifest as life spirit, however, they are permeated by the activity of the I.
[ 22 ] The intellectual development of man, his purification and ennobling of the utterances of feeling and will are the measure of his transformation of the astral body in spirit self; his religious and many other experiences imprint themselves upon the ether body and transform it into life spirit. In the usual course of life this occurs more or less unconsciously. On the other hand, what is called initiation of man consists in his being directed by supersensible knowledge to the means that enable him to undertake this work on the spirit self and life spirit in full consciousness. These means will be discussed in later parts of this book. For the present, it was a question of showing that, beside the soul and the body, the spirit is also active within the human being. We shall see later how this spirit, in contrast to the transient body, belongs to the Eternal in man.
[ 23 ] The activity of the I is not exhausted with its work upon the astral and ether bodies; it extends also to the physical body. A trace of the influence of the I upon the physical body can be seen when, for example, under certain circumstances a person blushes or turns pale. In this case the I is actually the cause of a process in the physical body. If, through the activity of the I, changes take place in man in respect of its influence upon the physical body, the I is actually united with the hidden forces of this physical body, with the same forces that cause the physical processes to take place. It can be said, then, that the I, through this activity, works upon the physical body. This expression must not be misunderstood. It must not be imagined that this activity is something grossly material. What appears in the physical body as gross matter is only the manifested part of it. Behind this manifested part lie the hidden forces of its being, and these forces are of a spiritual nature. We are not speaking here of work upon a material substance, of which the physical body seems to consist, but of the spiritual work upon the invisible forces that bring this body into existence and allow it to decay. In ordinary life this work of the I on the physical body enters human consciousness indistinctly. Complete clarity of consciousness in this respect is acquired only if man, under the influence of supersensible knowledge, takes this activity consciously in hand. Then the fact emerges that there is still a third spiritual member in man. It is what may be called spirit man, in contrast to the physical man. (In oriental wisdom this spirit-man is called “atma.”)
[ 24 ] It is easy to be misled in respect of the spirit man, owing to the fact that in the physical body we see the lowest member of man's being, and it is, therefore, hard to be reconciled to the idea that work on the physical body brings into being the highest member of the human entity. But just because the physical body conceals the active spirit within it behind three veils, the highest form of human endeavor is needed to unite the I with this hidden spirit.
[ 25 ] Thus in occult science man presents himself as a being composed of various members. Those of a corporeal nature are the physical body, the ether body, and the astral body. Those belonging to the soul are sentient soul, intellectual soul, and consciousness soul. The I, the ego, spreads out its light within the soul. The members possessing a spiritual nature are spirit self, life spirit, and spirit man. We see from the above descriptions that the sentient soul and the astral body are closely united and in a certain respect form a whole. In a similar manner, consciousness soul and spirit self are a whole, for the spirit flashes up within the consciousness soul and from there rays through the other members of human nature. With this in mind, we can also speak of the following membering of the human being. We may combine astral body and sentient soul into a single member, likewise consciousness soul and spirit self, and the intellectual soul we may call the I, since it partakes of the I nature and, in a certain respect, is already the I that has not yet become conscious of its spiritual nature. We have, therefore, seven members of man: 1. physical body, 2. ether or life body, 3. astral body, 4. I, 5. spirit self, 6. life spirit, and 7. spirit man.
[ 26 ] Even for those who are accustomed to materialistic ideas this membering of man according to the number seven would not possess anything “vaguely magical,” which they often ascribe to it, if they but held to the meaning of the above description and did not, from the very outset, themselves introduce this magical element into the matter. It is from the standpoint of a higher form of observing the world and in no other way that we ought to speak of these seven members of man, just as we speak of the seven colors of light or of the seven tones of the scale, (considering the octave as a repetition of the tonic.) Just as light appears in seven colors, and tone in a sevenfold scale, so does the homogeneous human nature appear in the above-mentioned seven members. Just as the number seven in tone and color bears nothing of “superstition” in it, so is this also the case in regard to the sevenfold membering of the human being. (On one occasion, when this question was discussed verbally, it was said that in the case of colors the number seven does not hold good, since beyond red and violet there are other colors that are not visible to the eye. Even in this respect, however, the comparison with the colors agrees, for the being of man extends beyond the physical body on the one side and spirit man on the other, only these extensions are “spiritually invisible” to the spiritual means of observation in the same way that the colors beyond red and violet are invisible to the physical eye. This comment had to be made because the opinion so easily arises that supersensible perception is not particular with respect to natural scientific thinking, that it is amateurish in this regard. But whoever pays strict attention to what is meant by the statements made here will find that, in fact, they are nowhere in contradiction to true natural science—neither when facts of natural science are used for illustration nor when, in the remarks made here, a direct relationship to natural-scientific research is indicated.)
