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Anthroposophical Guiding Principles
GA 26

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Anthroposophische Leitsätze, 12th revised ed. 2024
  1. Anthroposophical Guiding Principles, tr. SOL

Der Besuch der Anthroposophischen Gesellschaft in Frankreich.

Der Besuch der Anthroposophischen Gesellschaft in Frankreich.

[ 1 ] Vom 23. bis zum 27. Mai hatte ich Vorträge in Paris für die französischen Freunde der Anthroposophie zu halten. Fräulein Alice Sauerwein, die von mir zur Leiterin der Anthroposophischen Gesellschaft in Frankreich ernannt worden ist, hat in der hingebendsten, opferwilligsten und umsichtigsten Art diesen Besuch vorbereitet. Und dank dieser Vorbereitungen ist die Veranstaltung auch in der allerbefriedigendsten Weise verlaufen. Vom Vorstande am Goetheanum waren Frau Dr. Ita Wegman, die Schriftführerin, und Fräulein Dr. Vreede mitgekommen.

[ 1 ] Vom 23. bis zum 27. Mai hatte ich Vorträge in Paris für die französischen Freunde der Anthroposophie zu halten. Fräulein Alice Sauerwein, die von mir zur Leiterin der Anthroposophischen Gesellschaft in Frankreich ernannt worden ist, hat in der hingebendsten, opferwilligsten und umsichtigsten Art diesen Besuch vorbereitet. Und dank dieser Vorbereitungen ist die Veranstaltung auch in der allerbefriedigendsten Weise verlaufen. Vom Vorstande am Goetheanum waren Frau Dr. Ita Wegman, die Schriftführerin, und Fräulein Dr. Vreede mitgekommen.

[ 2 ] Sie begann mit einem Mitgliedervortrage am 23. Mai, den ich in der Art hielt, die durch die Weihnachtstagung am Goetheanum bedingt ist. Ich muss besonders dankbar unserem Freunde Dr. Jules Sauerwein sein, der schon während des Französischen Kurses (1922) am Goetheanum sich der Mühe unterzogen hatte, meine deutsch gehaltenen Vorträge zu übersetzen, und der auch diesmal diese Aufgabe für meine sämtlichen Pariser Vorträge übernommen hat. Es war zu bemerken, ein wie schöner Widerhall in den Herzen der Freunde sich zeigte gegenüber dem Ton, der durch die Weihnachtstagung in die Mitteilungen aus dem Geistgebiete gekommen ist. Das Ablegen aller Reserven und die ganz unmittelbare Darstellung dessen, was aus den Offenbarungen der geistigen Welt sich ergibt, kommt dem entgegen, was die Seelen von Anthroposophie erwarten. Man darf wohl im Allgemeinen sagen: Seit Weihnachten gelingt es, die Seelenwärme, die zur Mitteilung anthroposophischer Anschauungen eine so große Wohltat ist, wirklich in den Vortragsräumen zu haben.

[ 2 ] Sie begann mit einem Mitgliedervortrage am 23. Mai, den ich in der Art hielt, die durch die Weihnachtstagung am Goetheanum bedingt ist. Ich muss besonders dankbar unserem Freunde Dr. Jules Sauerwein sein, der schon während des Französischen Kurses (1922) am Goetheanum sich der Mühe unterzogen hatte, meine deutsch gehaltenen Vorträge zu übersetzen, und der auch diesmal diese Aufgabe für meine sämtlichen Pariser Vorträge übernommen hat. Es war zu bemerken, ein wie schöner Widerhall in den Herzen der Freunde sich zeigte gegenüber dem Ton, der durch die Weihnachtstagung in die Mitteilungen aus dem Geistgebiete gekommen ist. Das Ablegen aller Reserven und die ganz unmittelbare Darstellung dessen, was aus den Offenbarungen der geistigen Welt sich ergibt, kommt dem entgegen, was die Seelen von Anthroposophie erwarten. Man darf wohl im Allgemeinen sagen: Seit Weihnachten gelingt es, die Seelenwärme, die zur Mitteilung anthroposophischer Anschauungen eine so große Wohltat ist, wirklich in den Vortragsräumen zu haben.

[ 3 ] Für diese Veranstaltung innerhalb der französischen Anthroposophischen Gesellschaft ist noch das besonders hervorzuheben, dass diese Seelenwärme durch die ausgezeichnete Übersetzungsart Dr. Sauerweins hindurch sich voll erhielt, sodass im Ganzen mir, dem Vortragenden, die schönste Stimmung aus dem Mitgliederkreise entgegenkam.

[ 3 ] Für diese Veranstaltung innerhalb der französischen Anthroposophischen Gesellschaft ist noch das besonders hervorzuheben, dass diese Seelenwärme durch die ausgezeichnete Übersetzungsart Dr. Sauerweins hindurch sich voll erhielt, sodass im Ganzen mir, dem Vortragenden, die schönste Stimmung aus dem Mitgliederkreise entgegenkam.

[ 4 ] Dieser Mitgliedervortrag wurde durch zwei weitere, am 24. und 25. Mai fortgesetzt. Inhalt dieser Vorträge war die Schicksals-(Karma)-Frage. Die Art, wie das Schicksal im Erdenleben des Menschen drinnensteht, wie in seinem Wirken eine ganz andere Gesetzmäßigkeit als in den Naturvorgängen sich offenbart, wurde auseinandergesetzt. Die Schicksalsbildung in dem Menschendasein zwischen Tod und neuer Geburt führt in der Schilderung dann zu den geistigen Welten, denen der Mensch angehört und die er in diesem Dasein durchwandert. Von besonderer Wichtigkeit erscheint auch die Darstellung, wie durch die Menschen selbst in ihren aufeinanderfolgenden Erdenleben die Kräfte der einen Geschichtsepoche in die andere hinübergetragen werden. Beispiele, die ich jetzt ganz rückhaltlos für dieses Gebiet gebe, scheinen mir den esoterischen Zug zu erhöhen. Das Wesen des Christus innerhalb aller dieser Tatsachenkomplexe wurde entsprechend charakterisiert.

[ 4 ] Dieser Mitgliedervortrag wurde durch zwei weitere, am 24. und 25. Mai fortgesetzt. Inhalt dieser Vorträge war die Schicksals-(Karma)-Frage. Die Art, wie das Schicksal im Erdenleben des Menschen drinnensteht, wie in seinem Wirken eine ganz andere Gesetzmäßigkeit als in den Naturvorgängen sich offenbart, wurde auseinandergesetzt. Die Schicksalsbildung in dem Menschendasein zwischen Tod und neuer Geburt führt in der Schilderung dann zu den geistigen Welten, denen der Mensch angehört und die er in diesem Dasein durchwandert. Von besonderer Wichtigkeit erscheint auch die Darstellung, wie durch die Menschen selbst in ihren aufeinanderfolgenden Erdenleben die Kräfte der einen Geschichtsepoche in die andere hinübergetragen werden. Beispiele, die ich jetzt ganz rückhaltlos für dieses Gebiet gebe, scheinen mir den esoterischen Zug zu erhöhen. Das Wesen des Christus innerhalb aller dieser Tatsachenkomplexe wurde entsprechend charakterisiert.

[ 5 ] Am 25. Mai fand die Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft in Frankreich statt. Ich durfte Fräulein Sauerwein die vollste Anerkennung ihres so energischen Wirkens durch den Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft am Goetheanum zum Ausdruck bringen. Dann setzte ich die Bedeutung der Impulse der Weihnachtstagung für das weitere Wirken der Anthroposophischen Gesellschaft auseinander und erinnerte daran, wie ich genau vor zehn Jahren in Paris einen Vortrag über Anthroposophie vor einer begrenzten Öffentlichkeit halten konnte.

[ 5 ] Am 25. Mai fand die Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft in Frankreich statt. Ich durfte Fräulein Sauerwein die vollste Anerkennung ihres so energischen Wirkens durch den Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft am Goetheanum zum Ausdruck bringen. Dann setzte ich die Bedeutung der Impulse der Weihnachtstagung für das weitere Wirken der Anthroposophischen Gesellschaft auseinander und erinnerte daran, wie ich genau vor zehn Jahren in Paris einen Vortrag über Anthroposophie vor einer begrenzten Öffentlichkeit halten konnte.

[ 6 ] Und einen ebensolchen öffentlichen Vortrag vor einem eingeladenen Publikum konnte ich auch diesmal am 26. Mai halten. Er behandelte das Thema «Wie gewinnt man Erkenntnisse der geistigen Welten?». Ich glaube, man wird sagen können, der esoterische Zug, der seit der Weihnachtstagung in der anthroposophischen Bewegung waltet, lebte auch in diesem öffentlichen Vortrag. Und auch hier konnte man bemerken, wie sich die Seelen öffnen, wenn man ohne alle Reserve von der Wahrheit der geistigen Welt spricht. Es waren über vierhundert Zuhörer da, und auch hier ergab die Notwendigkeit des Übersetzens keine Beeinträchtigung der Stimmung.

[ 6 ] Und einen ebensolchen öffentlichen Vortrag vor einem eingeladenen Publikum konnte ich auch diesmal am 26. Mai halten. Er behandelte das Thema «Wie gewinnt man Erkenntnisse der geistigen Welten?». Ich glaube, man wird sagen können, der esoterische Zug, der seit der Weihnachtstagung in der anthroposophischen Bewegung waltet, lebte auch in diesem öffentlichen Vortrag. Und auch hier konnte man bemerken, wie sich die Seelen öffnen, wenn man ohne alle Reserve von der Wahrheit der geistigen Welt spricht. Es waren über vierhundert Zuhörer da, und auch hier ergab die Notwendigkeit des Übersetzens keine Beeinträchtigung der Stimmung.

[ 7 ] Fräulein Rihouet führte uns Besuchern vom Goetheanum die Kinder der von ihr so hingebungs- und einsichtsvoll geleiteten Eurythmieschule vor. Wir konnten nur unsere vollste Befriedigung über die schönen Erfolge, die Fräulein Rihouet erzielt hat, aussprechen. Es ist mir auch Herzensbedürfnis, hier zu sagen, dass ich innige Freude empfinde über das Wirken Fräulein Rihouets innerhalb der französischen Gesellschaft. Das von ihr redigierte, unter großen Opfern herausgegebene Journal «Science spirituelle» muss die besten Früchte zeitigen, denn es ist vorzüglich gestaltet und vertritt ganz energisch die anthroposophische Sache.

[ 7 ] Fräulein Rihouet führte uns Besuchern vom Goetheanum die Kinder der von ihr so hingebungs- und einsichtsvoll geleiteten Eurythmieschule vor. Wir konnten nur unsere vollste Befriedigung über die schönen Erfolge, die Fräulein Rihouet erzielt hat, aussprechen. Es ist mir auch Herzensbedürfnis, hier zu sagen, dass ich innige Freude empfinde über das Wirken Fräulein Rihouets innerhalb der französischen Gesellschaft. Das von ihr redigierte, unter großen Opfern herausgegebene Journal «Science spirituelle» muss die besten Früchte zeitigen, denn es ist vorzüglich gestaltet und vertritt ganz energisch die anthroposophische Sache.

[ 8 ] Es konnten auch zwei esoterische Stunden der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am 26. und 27. Mai gehalten und auch damit ganz unmittelbar im Geiste des Goetheanums gewirkt werden.

[ 8 ] Es konnten auch zwei esoterische Stunden der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am 26. und 27. Mai gehalten und auch damit ganz unmittelbar im Geiste des Goetheanums gewirkt werden.

[ 9 ] Am 27. Mai konnte ich mit meiner lieben Mitarbeiterin, Frau Dr. Ita Wegman, zusammen einen medizinischen Abend veranstalten. Dr. Auzimour, der ausgezeichnete Arzt, gab uns dazu die Möglichkeit, indem er in außerordentlich liebenswürdigem Entgegenkommen sein Heim zu diesem Abend zur Verfügung stellte und ihm befreundete Ärzte zu diesem Vortrage einlud. Ich setzte die Prinzipien der Pathologie und Therapie auseinander, die von der Anthroposophie her die Medizin bereichern können. Ich machte darauf aufmerksam, wie es der Anthroposophie ganz ferne liegt, in dilettantischer oder laienhafter Art die wissenschaftliche Medizin zu unterschätzen, wie es ihr vielmehr darauf ankäme, diese voll anzuerkennen und nur zu ihr hinzuzufügen, was aus einer wirklich wissenschaftlichen Geist-Erkenntnis für das Erfassen des Erkrankungs- und Heilungsvorganges erfasst werden könne. - Ich erwähnte, wie die alten Mysterien stets im innigen Vereine das Erringen geistiger Erkenntnisse mit dem Heilen behandelten, und dass durch die ähnliche innige Verbindung des in Arlesheim unmittelbar mit dem Goetheanum verbundenen, von Frau Dr. Wegman so sachgemäß geleiteten klinisch-therapeutischen Institutes, der Anfang zu einer Erneuerung des Mysterienwesens auch auf diesem Gebiete gemacht werden soll. Es ist aber selbstverständlich, dass nicht die seelisch-instinktive Art der alten Mysterien wieder aufleben kann, sondern eine solche, die dem voll-entwickelten, aber zum Spirituellen gehobenen modernen Bewusstsein entspricht, angestrebt werden muss. Wir müssen Dr. Auzimour für sein freundschaftliches Entgegenkommen und für seine Förderung unserer Sache den allerwärmsten Dank aussprechen.

[ 9 ] Am 27. Mai konnte ich mit meiner lieben Mitarbeiterin, Frau Dr. Ita Wegman, zusammen einen medizinischen Abend veranstalten. Dr. Auzimour, der ausgezeichnete Arzt, gab uns dazu die Möglichkeit, indem er in außerordentlich liebenswürdigem Entgegenkommen sein Heim zu diesem Abend zur Verfügung stellte und ihm befreundete Ärzte zu diesem Vortrage einlud. Ich setzte die Prinzipien der Pathologie und Therapie auseinander, die von der Anthroposophie her die Medizin bereichern können. Ich machte darauf aufmerksam, wie es der Anthroposophie ganz ferne liegt, in dilettantischer oder laienhafter Art die wissenschaftliche Medizin zu unterschätzen, wie es ihr vielmehr darauf ankäme, diese voll anzuerkennen und nur zu ihr hinzuzufügen, was aus einer wirklich wissenschaftlichen Geist-Erkenntnis für das Erfassen des Erkrankungs- und Heilungsvorganges erfasst werden könne. - Ich erwähnte, wie die alten Mysterien stets im innigen Vereine das Erringen geistiger Erkenntnisse mit dem Heilen behandelten, und dass durch die ähnliche innige Verbindung des in Arlesheim unmittelbar mit dem Goetheanum verbundenen, von Frau Dr. Wegman so sachgemäß geleiteten klinisch-therapeutischen Institutes, der Anfang zu einer Erneuerung des Mysterienwesens auch auf diesem Gebiete gemacht werden soll. Es ist aber selbstverständlich, dass nicht die seelisch-instinktive Art der alten Mysterien wieder aufleben kann, sondern eine solche, die dem voll-entwickelten, aber zum Spirituellen gehobenen modernen Bewusstsein entspricht, angestrebt werden muss. Wir müssen Dr. Auzimour für sein freundschaftliches Entgegenkommen und für seine Förderung unserer Sache den allerwärmsten Dank aussprechen.



Weitere Leitsätze, die für die Anthroposophische Gesellschaft vom Goetheanum ausgesendet werden

Weitere Leitsätze, die für die Anthroposophische Gesellschaft vom Goetheanum ausgesendet werden

[ 10 ] 50. Es ist von ganz besonderer Wichtigkeit, darauf hinzuweisen, wie die Betrachtung des geschichtlichen Lebens der Menschheit dadurch belebt wird, daß man zeigt, es sind die Menschenseelen selbst, welche die Ergebnisse der einen Geschichtsepoche in die andere hinübertragen, indem sie in ihren wiederholten Erdenleben von Epoche zu Epoche wandeln.

[ 10 ] 50. Es ist von ganz besonderer Wichtigkeit, darauf hinzuweisen, wie die Betrachtung des geschichtlichen Lebens der Menschheit dadurch belebt wird, daß man zeigt, es sind die Menschenseelen selbst, welche die Ergebnisse der einen Geschichtsepoche in die andere hinübertragen, indem sie in ihren wiederholten Erdenleben von Epoche zu Epoche wandeln.

[ 11 ] 51. Man wird leicht gegen eine solche Betrachtung einwenden, daß sie der Geschichte das Elementarische und Naive nimmt; aber man tut damit unrecht. Sie vertieft vielmehr die Anschauung des Geschichtlichen, das sie bis in das Innerste der Menschenwesenheit hinein verfolgt. Geschichte wird dadurch reicher und konkreter, nicht ärmer und abstrakter. Man muß nur in der Darstellung Herz und Sinn für die lebende Menschenseele entwickeln, in die man dadurch tief hineinschaut.

[ 11 ] 51. Man wird leicht gegen eine solche Betrachtung einwenden, daß sie der Geschichte das Elementarische und Naive nimmt; aber man tut damit unrecht. Sie vertieft vielmehr die Anschauung des Geschichtlichen, das sie bis in das Innerste der Menschenwesenheit hinein verfolgt. Geschichte wird dadurch reicher und konkreter, nicht ärmer und abstrakter. Man muß nur in der Darstellung Herz und Sinn für die lebende Menschenseele entwickeln, in die man dadurch tief hineinschaut.

[ 12 ] 52. Es sollen die Epochen im Leben zwischen Tod und neuer Geburt mit Beziehung auf die Karmabildung behandelt werden.

[ 12 ] 52. Es sollen die Epochen im Leben zwischen Tod und neuer Geburt mit Beziehung auf die Karmabildung behandelt werden.

[ 13 ] Das «Wie» dieser Behandlung der Karmabildung soll den Inhalt der weiteren Leitsätze bilden.

[ 13 ] Das «Wie» dieser Behandlung der Karmabildung soll den Inhalt der weiteren Leitsätze bilden.