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The Course of My Life
GA 28

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Chapter XX

[ 1 ] Ein in schönster Art gestaltetes gesellschaftliches Entgegenkommen fand ich in der Familie des Archivars am Goethe- und Schiller-Archiv, Eduard von der Hellens. Diese Persönlichkeit stand neben den anderen Mitarbeitern des Archivs in einer eigentümlichen Lage. Sie hatte in den Kreisen der Fachphilologen durch die außerordentlich gelungene Erstlingsarbeit über «Goethes Anteil an Lavaters physiognomischen Fragmenten» ein außerordentlich großes Ansehen. Von der Hellen hatte mit dieser Arbeit etwas geleistet, das jeder Fachgenosse sofort als «voll» nahm. Nur der Autor selbst dachte nicht so. Er sah die Arbeit als eine methodische Leistung an, deren Prinzipien man «lernen könne», während er nach einer inneren seelischen Erfüllung mit Geist-Gehalt allseitig streben wollte.

[ 2 ] So saßen wir, wenn nicht Besucher da waren, eine Zeitlang im alten Mitarbeiterzimmer des Archives, da dieses noch im Schlosse war, zu drei: von der Hellen, der an der Ausgabe von Goethes Briefen, Julius Wahle, der an den Tagebüchern, und ich, der an den naturwissenschaftlichen Schriften arbeitete. Aber gerade aus den geistigen Bedürfnissen Eduard von der Hellens heraus ergaben sich zwischen der Arbeit Gespräche über die allermannigfaltigsten Gebiete des geistigen und sonstigen öffentlichen Lebens. Es kamen dabei aber diejenigen Interessen durchaus zu ihrem Recht, die sich an Goethe anschlossen. Aus den Eintragungen, die Goethe in seine Tagebücher gemacht hat, aus den manchmal so hohe Standpunkte und weite Gesichtskreise offenbarenden Briefstellen Goethes konnten sich Betrachtungen ergeben, die in die Tiefen des Daseins und in die Weiten des Lebens führten.

[ 3 ] Eduard von der Hellen hatte die große Liebenswürdigkeit, die Beziehungen, die sich aus diesem oft so anregenden Archiv-Verkehre ergeben hatten, dadurch weiterzubilden, daß er mich in den Kreis seiner Familie einführte. Es ergab sich ja dadurch eine schöne Erweiterung der Geselligkeit, daß Eduard von der Hellens Familie gleichzeitig in den Kreisen verkehrte, die ich als die um Olden, um Gabriele Reuter u. a. beschrieben habe.

[ 4 ] In besonders eindringlicher Erinnerung ist mir stets die so tief sympathische Frau von der Hellen gewesen. Eine durch und durch künstlerische Natur. Eine von denen, die, wenn nicht andere Lebenspflichten aufgetreten wären, es in der Kunst zu schönen Leistungen hätte bringen können. So wie das Schicksal gewirkt hat, so kam, so weit ich weiß, das Künstlertum dieser Frau nur in Anfängen zum Vorschein. Aber wohltuend wirkte jedes Wort, das man mit ihr über Kunst sprechen durfte. Sie hatte einen wie verhaltenen, stets im Urteil vorsichtigen, aber rein-menschlich tief sympathischen Grundton. Ich ging selten von einem solchen Gespräche weg, ohne daß ich, was Frau von der Hellen mehr angeschlagen als gesagt hatte, lange sinnend in meinem Gemüte herumtrug.

[ 5 ] Von großer Liebenswürdigkeit waren auch der Vater der Frau von der Hellen, ein General-Leutnant, der den siebenziger Krieg als Major mitgemacht hatte, und dessen zweite Tochter. Wenn man im Kreise dieser Menschen war, lebten die schönsten Seiten der deutschen Geistigkeit auf, jener Geistigkeit, die von den religiösen, den schöngeistigen, den populärwissenschaftlichen Impulsen, die so lange das eigentliche geistige Wesen des Deutschen waren, hinein erflossen in alle Kreise des sozialen Lebens.

[ 6 ] Eduard von der Hellens Interessen brachten für einige Zeit das politische Leben der damaligen Zeit an mich heran. Die Unbefriedigtheit mit dem Philologischen warf von der Hellen in das rege politische Leben Weimars hinein. Da schien sich für ihn eine weitere Lebensperspektive zu eröffnen. Und das freundschaftliche Interesse für diese Persönlichkeit ließ auch mich, ohne tätigen Anteil an der Politik zu nehmen, Interesse fassen für die Bewegungen des öffentlichen Lebens.

[ 7 ] Man hatte damals vieles von dem, was heute im Leben entweder sich in seiner Unmöglichkeit gezeigt, oder in furchtbaren Metamorphosen absurde soziale Gestaltungen hervorgebracht hat, in seiner Entstehung vor sich, mit all den Hoffnungen einer Arbeiterschaft, die von beredten, energischen Führern den Eindruck empfangen hatte, es müsse für die Menschheit eine neue Zeit der sozialen Gestaltung kommen. Besonnenere und ganz radikale Elemente in der Arbeiterschaft machten sich geltend. Sie zu beobachten war um so eindrucksvoller, als ja das, was sich da zeigte, wie ein Brodeln des sozialen Lebens in den Untergründen war. Obenauf lebte doch, was an würdigem Konservatismus im Zusammenhange mit einem vornehm denkenden, für alles Humane energisch und eindringlich wirkenden Hofe sich nur hatte ausbilden können. In der Atmosphäre, die da vorhanden war, sproßten eine sich als selbstverständlich nehmende reaktionäre Partei und außerdem das, was man National-Liberalismus nannte.

[ 8 ] In all dem sich so zurechtzufinden, daß sich für ihn eine durch die Wirrnisse hindurchorientierte fruchtbare Führerrolle ergeben möchte, so mußte man interpretieren, was nun Eduard von der Hellen darlebte. Und man mußte miterleben, was er in dieser Richtung erlebte. Er besprach alle Einzelheiten, die er für eine Broschüre ausarbeitete, im Kreise seiner Freunde. Man mußte sich so tief für die damals mit ganz anderem Empfinden als jetzt begleiteten Begriffe von materialistischer Geschichtsauffassung, Klassenkampf, Mehrwert interessieren wie Eduard von der Hellen selbst. Man konnte gar nicht anders als in die zahlreichen Versammlungen mitgehen, in denen er als Redner auftrat. Er dachte, dem theoretisch gebildeten marxistischen Programme ein anderes gegenüberzusetzen, das aus dem guten Willen zum sozialen Fortschritt bei allen Arbeiterfreunden aller Parteien ersprießen sollte. An eine Art Neu-Belebung der Mittelparteien mit Aufnahme solcher Impulse in deren Programme dachte er, durch die das soziale Problem bewältigt werden könne.

[ 9 ] Die Sache verlief ohne Wirkung. Nur das darf ich sagen, daß ich ohne die Teilnahme an dieser Hellen'schen Bestrebung das öffentliche Leben in jenem Zeitraume nicht so intensiv miterlebt hätte, als es durch dieselbe geschehen ist.

[ 10 ] Noch von einer andern Richtung allerdings, aber weit weniger intensiv, kam dieses Leben an mich heran. Ja, da zeigte sich, daß ich ziemliche Widerstände entwickelte -was bei von der Hellen nicht der Fall war -, wenn Politisches sich nahte. Es lebte damals in Weimar ein freisinniger Politiker, Anhänger Eugen Richters und auch in dessen Sinne politisch tätig, Dr. Heinrich Fränkel. Ich wurde mit dem Manne bekannt. Eine kurze Bekanntschaft, die dann durch ein «Mißverständnis» abgebrochen wurde, an die ich aber oft gerne zurückdenke. Denn der Mann war in seiner Art außerordentlich liebenswert, hatte energischen Politiker-Willen und dachte, mit gutem Willen und vernünftigen Einsichten müßten sich Menschen für einen rechten Fortschritts-Weg im öffentlichen Leben begeistern lassen. Sein Leben wurde eine Kette von Enttäuschungen. Schade, daß ich selbst ihm auch eine solche bereiten mußte. Er arbeitete gerade während der Zeit unserer Bekanntschaft an einer Broschüre, bei der er an eine Massenverbreitung größten Stiles dachte. Es handelte sich für ihn darum, schon damals entgegenzuarbeiten dem Ergebnis des Bundes zwischen Groß-Industrie und Agrariertum, das in Deutschland damals keimte und was später, nach seiner Ansicht, zu verheerender Frucht sich entwickeln müßte. Seine Broschüre trug den Titel: «Kaiser, werde hart.» Er dachte daran, die Kreise um den Kaiser von dem, nach seiner Ansicht, Schädlichen überzeugen zu können. - Der Mann hatte damit nicht den geringsten Erfolg. Er sah, daß aus der Partei, der er zugehörte, und für die er arbeitete, nicht die Kräfte zu holen seien, die für eine von ihm gedachte Aktion eine Grundlage liefern können.

[ 11 ] Und so kam er dazu, sich eines Tages dafür zu begeistern, die «Deutsche Wochenschrift», die ich vor einigen Jahren kurze Zeit hindurch in Wien redigiert hatte, wieder aufleben zu lassen. Er wollte damit eine politische Strömung schaffen, die ihn vom damaligen «Freisinn» hinweg in eine mehr national-freigeistige Tätigkeit geführt hätte. Er dachte sich, ich könne in dieser Richtung mit ihm zusammen etwas machen. Das war unmöglich; allein auch für die Wiederbelebung der «Deutschen Wochenschrift» konnte ich nichts tun. Die Art, wie ich ihm dieses mitteilte, führte zu Mißverständnissen, welche die Freundschaft in kurzer Zeit zerstörten.

[ 12 ] Aber aus dieser Freundschaft ging ein anderes hervor. Der Mann hatte eine sehr liebe Frau und liebe Schwägerin. Und er führte mich auch in seine Familie ein. Diese wieder brachte mich zu einer anderen Familie. Und da spielte sich nun etwas ab, das wie das Abbild des merkwürdigen Schicksalszusammenhanges sich darstellt, der mich einst in Wien getroffen hat. Ich habe dort in einer Familie intim verkehrt, doch so, daß deren Haupt immer unsichtbar geblieben, mir aber doch geistig-seelisch so nahe gekommen war, daß ich nach seinem Tode die Begräbnisrede wie für den besten Freund gehalten habe. Die ganze Geistigkeit dieses Mannes stand durch die Familie in voller Wirklichkeit vor meiner Seele.

[ 13 ] Und jetzt trat ich in fast die ganz gleiche Beziehung zu dem Haupte der Familie, in die ich auf dem Umwege durch den freisinnigen Politiker eingeführt wurde. Dieses Familienhaupt war vor kurzer Zeit gestorben; die Witwe lebte voller Pietät im Gedenken an den Verstorbenen. Es ergab sich, daß ich aus meiner bisherigen Weimarischen Wohnung auszog, und mich bei der Familie einmietete. Da war die Bibliothek des Verstorbenen. Ein nach vielen Richtungen geistig interessierter Mensch, ganz aber wie jener in Wien lebende, abgeneigt der Berührung mit Menschen; in seiner eigenen «Geisteswelt» wie jener lebend; von der Welt so wie jener für einen «Sonderling» genommen. Ich empfand den Mann gleich dem andern, ohne ihm im physischen Leben begegnen zu können, wie «hinter den Kulissen des Daseins» durch mein Schicksal schreiten. In Wien entstand ein so schönes Band zwischen der Familie des so bekannten «Unbekannten» und mir; und in Weimar entstand zwischen dem zweiten also «Bekannten» und seiner Familie und mir ein noch bedeutungsvolleres.

[ 14 ] Wenn ich nun von den zwei «unbekannten Bekannten» reden muß, so weiß ich, daß, was ich zu sagen habe, von den meisten Menschen als wüste Phantasterei bezeichnet wird. Denn es bezieht sich darauf, wie ich den beiden Menschenseelen nahetreten durfte in dem Weltgebiet, in dem sie waren, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen waren.

[ 15 ] Es hat jedermann das innerliche Recht, Aussagen über dieses Gebiet aus dem Kreise dessen zu streichen, das ihn interessiert; sie aber als etwas behandeln, das nur als phantastisch charakterisiert werden kann, ist doch noch etwas anderes. Wenn dieses jemand tut, dann muß ich geltend machen, daß ich die Quellen zu derjenigen Seelenverfassung, aus der heraus man etwas Geistiges behaupten darf, immer bei solchen exakten Wissenszweigen wie der Mathematik oder der analytischen Mechanik gesucht habe. Leichtsinniges Hinreden, ohne Erkenntnis-Verantwortung, wird also nicht zum Vorwurf gemacht werden dürfen, wenn ich das Folgende sage.

[ 16 ] Die geistigen Anschauungskräfte, die ich damals in der Seele trug, machten mir möglich, mit den beiden Seelen eine engere Verbindung nach ihrem Erdentode zu haben. Sie waren anders geartet als andere Verstorbene. Diese machen nach dem Erdentode zunächst ein Leben durch, das, seinem Inhalte nach, eng mit dem Erdenleben zusammenhängt, das erst langsam und allmählich ähnlich demjenigen wird, das der Mensch in der rein geistigen Welt hat, in der er sein Dasein verbringt bis zu einem nächsten Erdenleben.

[ 17 ] Die beiden «unbekannten Bekannten» waren nun mit den Gedanken des materialistischen Zeitalters ziemlich gründlich bekannt geworden. Sie haben begrifflich die naturwissenschaftliche Denkungsart in sich verarbeitet. Der zweite, den mir Weimar brachte, war sogar gut bekannt mit Billroth und ähnlichen naturwissenschaftlichen Denkern. Dagegen war wohl beiden während ihres Erdenlebens eine geistgemäße Weltauffassung ferne geblieben. Sie würden wohl jede, die ihnen damals hätte entgegentreten können, abgelehnt haben, weil ihnen das «naturwissenschaftliche Denken» nun einmal als das Ergebnis der Tatsachen, nach dem Charakter der Denkgewohnheiten der Zeit, hat erscheinen müssen.

[ 18 ] Aber dieses Verbundensein mit dem Materialismus der Zeit blieb ganz in der Ideenwelt der beiden Persönlichkeiten. Sie machten die Lebensgewohnheiten nicht mit, die aus dem Materialismus ihres Denkens folgten und die bei allen andern Menschen die herrschenden waren. Sie wurden «Sonderlinge vor der Welt», lebten in primitiveren Formen, als man es damals gewohnt war und als es ihnen nach ihrem Vermögensstande zugekommen wäre. So trugen sie in die geistige Welt nicht das hinüber, was ein Verbundensein mit den materialistischen Willenswerten ihren geistigen Individualitäten hätte geben können, sondern nur dasjenige, was die materialistischen Denkwerte in diese Individualitäten verpflanzt hatten. Selbstverständlich spielte sich dies für die Seelen zum größten Teil im Unterbewußten ab. Und nun konnte ich sehen, wie diese materialistischen Denkwette nicht etwas sind, das den Menschen nach dem Tode der göttlich-geistigen Welt entfremdet; sondern daß diese Entfremdung nur durch die materialistischen Willenswerte eintritt. Sowohl die Seele, die mir in Wien nahegetreten war, sowie auch diejenige, die ich in Weimar geistig kennen lernte, waren nach dem Tode herrlich-leuchtende Geistgestalten, in denen der Seelen4nhalt erfüllt war von den Bildern der geistigen Wesenheiten, die der Welt zum Grunde liegen. Und ihr Bekanntwerden mit den Ideen, durch die sie das Materielle genauer durchdachten während ihres letzten Erdenlebens, hat nur dazu beigetragen, daß sie auch nach dem Tode ein urteilgetragenes Verhältnis zur Welt entwickeln konnten, wie es ihnen nicht geworden wäre, wenn die entsprechenden Ideen ihnen fremd geblieben wären.

[ 19 ] In diesen zwei Seelen hatten sich Wesen in meinen Schicksalsweg hereinversetzt, durch die sich mir unmittelbar aus der geistigen Welt heraus die Bedeutung der naturwissenschaftlichen Denkart enthüllte. Ich konnte sehen, daß diese Denkart an sich nicht von einer geistgemäßen Anschauung hinwegführen muß. Bei den beiden Persönlichkeiten war dieses während ihres Erdenlebens deshalb geschehen, weil sie da keine Gelegenheit fanden, das naturwissenschaftliche Denken hinaufzuheben in die Sphäre, wo geistiges Erleben beginnt. Nach ihrem Tode hatten sie das in der allervollkommensten Art vollbracht. Ich sah, man kann dieses Hinaufheben auch bewirken, wenn man im Erdenleben inneren Mut und Kraft dazu aufbringt. Ich sah auch, durch ein Mit-Erleben von Bedeutungsvollem in der geistigen Welt, daß die Menschheit sich zu der naturwissenschaftlichen Denkart hat entwickeln müssen. Frühere Denkweisen konnten die Menschenseele mit dem Geist der übersinnlichen Welt verbinden; sie konnten den Menschen, wenn er überhaupt auf Selbst-Erkenntnis (die Grundlage aller Erkenntnis) einging, dazu führen, sich als ein Abbild, oder auch ein Glied der göttlich-geistigen Welt zu wissen . sie konnten ihn aber nicht dazu bringen, sich als eine selbständige, in sich geschlossene geistige Wesenheit zu erfühlen. Es mußte deshalb der Fortschritt zum Fassen einer Ideenwelt gemacht werden, die nicht am Geiste selbst entzündet, sondern an der Materie angeregt ist, die wohl geistig, aber nicht aus dem Geiste ist

[ 20 ] Eine solche Ideenwelt kann im Menschen nicht angeregt werden in der geistigen Welt, in der er nach dem Tode, beziehungsweise vor einer neuen Geburt lebt, sondern allein im irdischen Dasein, weil er nur da der materiellen Form des Seins gegenübersteht.

[ 21 ] Was also der Mensch für sein Gesamt-Leben, auch das geistige, nach dem Tode, gewinnt durch das Verwobensein mit der naturwissenschaftlichen Denkungsart, das konnte ich an den beiden Menschenseelen erleben. Ich konnte aber auch sehen, an andern, die die Willenskonsequenzen der bloßen naturwissenschaftlichen Denkart im Erdenleben ergriffen hatten, daß sie sich der Geist-Welt entfremdeten, daß sie, sozusagen, zu einem Gesamt-Leben kommen, das mit der naturwissenschaftlichen Denkart weniger den Menschen in seinem Menschentum darstellt als ohne dieselbe.

[ 22 ] Die beiden Seelen sind «Sonderlinge vor der Welt» geworden, weil sie im Erdenleben nicht ihr Menschentum verlieren wollten; sie haben im vollen Umfange die naturwissenschaftliche Denkungsart aufgenommen, weil sie die geistige Menschheits-Etappe erreichen wollten, die ohne diese nicht möglich ist.

[ 23 ] Ich hätte wohl nicht diese Anschauungen an den beiden Seelen gewinnen können, wenn sie mir innerhalb des Erdendaseins als physische Persönlichkeiten entgegengetreten wären. Ich brauchte für das Anschauen der beiden Individualitäten in der Geistwelt, in der sich mir ihr Wesen und durch sie vieles andere enthüllen sollte, jene Zartheit des Seelenblickes in bezug auf sie, die leicht verloren geht, wenn das in der physischen Welt Erlebte das rein geistig zu Erlebende verdeckt, oder wenigstens beeinträchtigt.

[ 24 ] Ich mußte daher schon damals in der Eigenart des Auftretens der beiden Seelen innerhalb meines Erdendaseins etwas sehen, das schicksalgemäß für meinen Erkenntnispfad bestimmt war.

[ 25 ] Aber irgend etwas nach dem Spiritismus hin Gerichtetes konnte bei diesem Verhältnis zu Seelen in der geistigen Welt nicht in Betracht kommen. Es konnte für mich niemals etwas anderes für die Beziehung zur geistigen Welt Geltung haben als die wirklich geistgemäße Anschauung, von der ich später in meinen anthroposophischen Schriften öffentlich gesprochen habe. Für eine mediale Vermittlung mit den Verstorbenen war übrigens sowohl die Wiener Familie in allen ihren Gliedern wie auch die Weimarische viel zu gesund. Ich habe mich stets, wo dergleichen in Frage kam, auch für ein solches Suchen der Menschenseelen interessiert, wie es im Spiritismus zutage tritt. Der Spiritismus der Gegenwart ist der Abweg solcher Seelen nach dem Geistigen, die auch den Geist auf äußerliche - fast experimentelle - Art suchen möchten, weil sie das Wirkliche, Wahre, Echte einer geistgemäßen Art gar nicht mehr empfinden können. Gerade, wer sich ganz objektiv für den Spiritismus interessiert, ohne selbst durch ihn etwas erforschen zu wollen, der kann die rechten Vorstellungen über Wollen und Irrwege des Spiritismus durchschauen. - Mein eigenes Forschen ging stets andere Wege als der Spiritismus in irgendeiner Form. - Es war gerade auch in Weimar möglich, interessanten Verkehr mit Spiritisten zu haben, denn in der Künstlerschaft lebte eine Zeitlang diese Art, sich suchend zum Geistigen zu verhalten, intensiv auf.

[ 26 ] Mir aber kam aus dem Verkehr mit den beiden Seelen eine Erkräftigung für meine «Philosophie der Freiheit». Was in dieser angestrebt ist: es ist zum ersten ein Ergebnis meiner philosophischen Denkwege in den achtziger Jahren; es ist zum zweiten auch ein Ergebnis meines konkreten allgemeinen Hineinschauens in die geistige Welt. Zum dritten fand es aber eine Erkräftigung durch das Mit-Erleben der Geist-Erlebnisse jener beiden Seelen. In ihnen hatte ich den Aufstieg vor mir, den der Mensch der naturwissenschaftlichen Weltanschauung verdankt. In ihnen hatte ich aber auch die Furcht edler Seelen vor einem Hineinleben in das Willenselement dieser Weltanschauung vor mir. Diese Seelen bebten vor den ethischen Folgen einer solchen Weltanschauung zurück. In meiner «Philosophie der Freiheit» habe ich nun die Kraft gesucht, die aus der ethisch neutralen naturwissenschaftlichen Ideenwelt in die Welt der sittlichen Impulse führt. Ich habe zu zeigen versucht, wie der Mensch, der sich als in sich geschlossenes, geistgeartetes Wesen weiß, weil er in Ideen lebt, die nicht mehr aus dem Geist erströmend, sondern an dem materiellen Sein angeregt sind, auch für das Sittliche aus seinem Eigenwesen Intuition entwickeln kann. Dadurch leuchtet das Sittliche in der frei gewordenen Individualität als individuelle ethische Impulsivität so auf wie die Ideen der Naturanschauung.

[ 27 ] Die beiden Seelen waren nicht zu dieser moralischen Intuition vorgedrungen. Daher bebten sie (unbewußt) vor dem Leben zurück, das nur im Sinne der noch nicht erweiterten naturwissenschaftlichen Ideen hätte gehalten sein können.

[ 28 ] Ich sprach damals von «moralischer Phantasie» als von dem Quell des Sittlichen in der menschlichen Einzel-Individualität. Ich wollte damit ganz gewiß nicht auf diesen Quell als auf etwas nicht Voll-Wirkliches hinweisen. Im Gegenteil, ich wollte in der «Phantasie» die Kraft kennzeichnen, die auf allen Gebieten der wahren geistigen Welt zum Durchbruch im individuellen Menschen verhilft. Soll es allerdings zum wirklichen Erleben des Geistigen kommen, so müssen dann die geistgemäßen Erkenntniskräfte: Imagination, Inspiration, Intuition eintreten. Der erste Strahl einer Geistoffenbarung an den individuell sich wissenden Menschen geschieht aber durch die Phantasie, die ja in der Art, wie sie sich von allem Phantastischen entfernt und zum Bilde des geistig Wirklichen wird, gerade an Goethe beobachtet werden kann. In der Familie, die der weimarische «unbekannte Bekannte» zurückgelassen hatte, wohnte ich den weitaus größten Teil der Zeit, die ich in Weimar verlebt habe. Ich hatte einen Teil der Wohnung für mich; Frau Anna Eunike, mit der ich bald innig befreundet wurde, besorgte für mich in aufopferndster Weise, was zu besorgen war. Sie legte einen großen Wert darauf, daß ich ihr in ihren schweren Aufgaben bei der Erziehung der Kinder zur Seite stand. Sie war als Witwe mit vier Töchtern und einem Sohne nach Eunikes Tod zurückgeblieben.

[ 29 ] Die Kinder sah ich nur, wenn eine Gelegenheit dazu herbeigeführt wurde. Das geschah oft, denn ich wurde ja ganz als zur Familie gehörig betrachtet. Die Mahlzeiten, mit Ausnahme der am Morgen und der am Abend, nahm ich aber auswärts ein.

[ 30 ] Da, wo ich solch schönen Familienanschluß gefunden hatte, fühlte ich mich wahrlich nicht allein nur wohl. Wenn die jüngeren Besucher der Goethegesellschafts-versammlungen aus Berlin, die sich enger an mich angeschlossen hatten, einmal ganz gemütlich «unter sich» sein wollten, da kamen sie zu mir in das Eunike'sche Haus. Und ich habe, nach der Art, wie sie sich verhalten haben, allen Grund, anzunehmen, daß sie sich da recht wohl fühlten.

[ 31 ] Gerne fand sich auch Otto Erich Hartleben, wenn er in Weimar war, da ein. Das Goethe-Brevier, das er herausgegeben hat, ist da in wenigen Tagen von uns beiden zusammengestellt worden.

[ 32 ] Von meinen eigenen größeren Schriften sind dort die «Philosophie der Freiheit» und «Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» entstanden. Und ich denke, auch mancher weimarische Freund verlebte ganz gerne ein - oder auch mehrere - Stündchen bei mir im Eunike'schen Hause.

[ 33 ] Da denke ich vor allem an denjenigen, mit dem ich in einer echten freundschaftlichen Liebe verbunden war, Dr. August Fresenius. Er war, von einem gewissen Zeitpunkte an, ständiger Mitarbeiter am Archiv geworden. Vorher gab er die «Deutsche Literaturzeitung» heraus. Seine Redaktion war ganz allgemein als eine mustergültige angesehen worden. Ich hatte viel gegen Philologie, wie sie damals, namentlich unter der Führung der Scherer-Anhänger war, auf dem Herzen. August Fresenius entwaffnete mich immer wieder durch die Art, wie er Philologe war. Und er machte nicht einen Augenblick daraus ein Hehl, daß er Philologe und nur rechter Philologe sein wolle. Aber bei ihm war Philologie wirklich Liebe zum Worte, die den ganzen Menschen lebenskräftig erfüllte; und das Wort war ihm die menschliche Offenbarung, in der sich alle Gesetzmäßigkeiten des Weltalls spiegelten. Wer die Geheimnisse der Worte wahrhaft durchschauen will, der braucht dazu die Einsicht in alle Geheimnisse des Daseins. Der Philologe kann daher gar nicht anders, als ein universelles Wissen pflegen. Richtige philologische Methode entsprechend angewendet, kann von ganz Einfachem ausgehend, in weite und bedeutungsvolle Gebiete des Lebens starke Beleuchtungen werfen.

[ 34 ] Fresenius zeigte dies damals an einem Beispiele, das mein Interesse intensiv in Anspruch nahm. Wir sprachen über die Sache viel, bevor er sie in einer kurzen, aber schwerwiegenden Miszelle im «Goethe-Jahrbuch» veröffentlichte. Bis zu dieser Entdeckung Fresenius' hatten alle Persönlichkeiten, die sich mit der Erklärung des Goethe ,schen «Faust» befaßt hatten, eine Äußerung Goethes, die dieser fünf Tage vor seinem Tode zu Wilhelm von Humboldt gemacht hatte, mißverstanden. Goethe hatte die Äußerung getan: Es sind über sechzig Jahre, daß die Konzeption des «Faust» bei mir, jugendlich von vornherein klar, die weitete Reihenfolge hingegen weniger ausführlich vorlag. Die Erklärer hatten das «von vornherein» so genommen, als ob Goethe vom Anfang an eine Idee oder einen Plan des ganzen Faustdramas gehabt hätte, in die er dann die Einzelheiten mehr oder weniger hineingearbeitet hätte. Auch mein lieber Lehrer und Freund, Karl Julius Schröer, war dieser Meinung.

[ 35 ] Man bedenke: wäre dieses richtig, dann hätte man in Goethes «Faust» ein Werk vor sich, das Goethe als junger Mann in dem Hauptverlauf konzipiert hätte. Man müßte zugeben, daß es der Goethe'schen Seelenverfassung möglich gewesen wäre, so aus einer allgemeinen Idee heraus zu arbeiten, daß die ausführenden Arbeiten unter dem Feststehen der Idee sechzig Jahre dauern können. Daß dies nicht so ist, zeigte Fresenius' Entdeckung in ganz unwiderleglicher Art. Er legte dar, daß Goethe niemals das Wort «von vornherein» so brauchte, wie es ihm die Erklärer zuschrieben. Er sagte z. B., er habe ein Buch «von vornherein» gelesen, das weitere nicht mehr. Er gebrauchte das Wort «von vornherein» nur im räumlichen Sinne. Damit war bewiesen, daß alle Erklärer des «Faust» Unrecht hatten, und daß Goethe nichts über einen «von vornherein» bestandenen Plan des «Faust» gesagt habe, sondern nur, daß ihm als jungem Menschen die ersten Partien klar waren, und daß er hie und da etwas von dem Folgenden ausgeführt habe.

[ 36 ] Damit war durch rechte Anwendung der philologischen Methode ein bedeutsames Licht auf die ganze Goethe-Psychologie geworfen.

[ 37 ] Ich wundette mich damals nur, daß etwas, das die weitgehendsten Folgen für die Auffassung des Goethe'schen Geistes hätte haben sollen, eigentlich, nachdem es durch die Veröffentlichung im «Goethe-Jahrbuch» bekannt geworden war, wenig Eindruck gerade bei denen gemacht hat, die es am meisten hätte interessieren sollen.

[ 38 ] Aber es wurden mit August Fresenius nicht etwa bloß philologische Dinge besprochen. Alles, was damals die Zeit bewegte, was uns Interessierendes in Weimar oder außerhalb vorging, war Inhalt unserer langen Gespräche. Denn wir waren viel zusammen. Wir führten über manches zuweilen aufgeregte Diskussionen; alles aber endete immer in völliger Harmonie. Denn wir waren ja gegenseitig von dem Ernste überzeugt, von dem unsere Anschauungen getragen waren. Um so bitterer ist es mir, auf die Tatsache zurückblicken zu müssen, daß auch meine Freundschaft zu August Fresenius einen Riß erhalten hat im Zusammenhang mit den Mißverständnissen, die sich an mein Verhältnis zum Nietzsche-Archiv und zu Frau Dr. Förster-Nietzsche angeschlossen haben. Die Freunde konnten kein Bild gewinnen von dem, was eigentlich vorgegangen war. Ich konnte ihnen kein sie befriedigendes geben. Denn es war eigentlich nichts vorgegangen. Und alles beruhte auf mißverständlichen Illusionen, die sich im Nietzsche-Archiv festgesetzt hatten. Was ich sagen konnte, enthalten meine später erschienenen Artikel im «Magazin für Literatur». Ich bedauerte das Mißverständnis tief, denn die Freundschaft zu August Fresenius war stark in meinem Herzen begründet.

[ 39 ] In eine andere Freundschaft, an die ich seither oft gedacht habe, trat ich zu Franz Ferdinand Heitmüller, der ebenfalls, später als Wahle, v. d. Hellen und ich, in den Kreis der Archiv-Mitarbeiter eingetreten war.

[ 40 ] Heitmüller lebte sich als eine feine, künstlerisch empfindende Seele dar. Er entschied eigentlich alles durch die künstlerische Empfindung. Intellektualität lag ihm ganz ferne. Durch ihn kam etwas Künstlerisches in den ganzen Ton, in dem man im Archiv sprach. Feinsinnige Novellen lagen damals von ihm vor. Er war durchaus kein schlechter Philologe; und er arbeitete, was er als solcher für das Archiv zu arbeiten hatte, gewiß nicht schlechter als ein anderer. Aber er stand stets in einer Art innerer Opposition zu dem, was da im Archiv gearbeitet wurde. Namentlich zu der Art, wie man diese Arbeit auffaßte. Durch ihn kam es, daß eine Zeitlang recht lebhaft vor unseren Seelen stand, wie Weimar dereinst die Stätte geistig regster und vornehmster Produktion war; und wie man sich jetzt damit befriedigte, dem einst Produzierten wortglauberisch, «Lesearten feststellend» und höchstens interpretierend nachzugehen. Heitmüller schrieb anonym, was er darüber zu sagen hatte, in der S. Fischer'schen «Neuen Deutschen Rundschau» in Novellenform: «Die versunkene Vineta.» Oh, wie gab man sich damals Mühe, zu erraten, wer so das einst geistig blühende Weimar zur «versunkenen Stadt» gemacht hatte.

[ 41 ] Heitmüller lebte mit seiner Mutter, einer außerordentlich lieben Dame, in Weimar. Diese befreundete sich mit Frau Anna Eunike und verkehrte gerne in deren Haus. Und so hatte ich denn die Freude, auch die beiden Heitmüllers oft in dem Hause zu sehen, in dem ich wohnte.

[ 42 ] Eines Freundes muß ich gedenken, der ziemlich früh während meines Weimarer Aufenthaltes in meine Kreise trat, und der intim freundschaftlich mit mir verkehrte, bis ich wegging, ja auch noch dann, als ich später hie und da zu Besuch nach Weimar kam. Es war der Maler Joseph Rolletschek. Er war Deutschböhme, und nach Weimar, angezogen von der Kunstschule, gekommen. Eine Persönlichkeit, die durch und durch liebenswürdig wirkte, und mit der man im Gespräche gerne das Herz aufschloß. Rolletscheck war sentimental und leicht zynisch zu gleicher Zeit; er war pessimistisch auf der einen Seite und geneigt, das Leben so gering zu schätzen auf der andern Seite, daß es ihm gar nicht der Mühe wert erschien, die Dinge so zu werten, daß zum Pessimismus Anlaß sei. Viel mußte, wenn er dabei war, über die Ungerechtigkeiten des Lebens gesprochen werden; und endlos konnte er sich ereifern über das Unrecht, das die Welt an dem armen Schiller gegenüber dem schon vom Schicksal bevorzugten Goethe begangen habe.

[ 43 ] Trotzdem täglicher Verkehr mit solchen Persönlichkeiten den Austausch des Denkens und Empfindens fortdauernd rege erhielt, war es mir in dieser weimarischen Zeit doch nicht eigen, auch zu denen ich sonst intim mich verhielt, in der unmittelbaren Art von meinem Erleben der geistigen Welt zu sprechen. Ich hielt dafür, daß eingesehen werden müsse, wie der rechte Weg in die geistige Welt zunächst zum Erleben der reinen Ideen führt. Das war es, was ich in allen Formen geltend machte, daß der Mensch, wie er Farben, Töne, Wärmequalitäten usw. in seinem bewußten Erleben haben könne, er ebenso reine, von aller äußeren Wahrnehmung unbeeinflußte, mit einem völligen Eigenleben auftretende Ideen erleben kann. Und in diesen Ideen ist der wirkliche, lebendige Geist. Alles übrige geistige Erleben im Menschen, so sagte ich damals, müsse sich aufsprießend im Bewußtsein aus diesem Ideenerleben ergeben.

[ 44 ] Daß ich so das geistige Erleben zunächst im Ideen-Erleben suchte, führte ja zu dem Mißverständnis, von dem ich schon gesprochen habe, daß selbst intime Freunde die lebendige Wirklichkeit in den Ideen nicht sahen und mich für einen Rationalisten, oder Intellektualisten nahmen.

[ 45 ] Am energischesten im Verständnis der lebendigen Wirklichkeit der Ideenwelt verhielt sich damals eine jüngere Persönlichkeit, die öfters nach Weimar kam, Max Christlieb. Es war ziemlich im Anfange meines Weimarer Aufenthaltes, daß ich diesen nach Geist-Erkenntnis suchenden Mann öfters sah. Er hatte damals die Vorbereitung zum evangelischen Pfarrer hinter sich, machte eben sein Doktorexamen und bereitete sich darauf vor , nach Japan zu einer Art Missionsdienst zu gehen, was er auch dann bald tat.

[ 46 ] Dieser Mann sah - ich darf sagen begeistert - ein, wie man im Geiste lebt, wenn man in reinen Ideen lebt, und wie, da in der reinen Ideenwelt die ganze Natur vor der Erkenntnis aufleuchten muß, man in aller Materie nur Schein (Illusion) vor sich habe, wie durch die Ideen alles physische Sein als Geist sich enthülle. Es war mir tief befriedigend, bei einer Persönlichkeit ein schier restloses Verständnis für die Geistwesenheit zu finden. Es war Verständnis für das Geist-Sein im Ideellen. Da lebt der Geist allerdings so, daß aus dem Meere des allgemeinen ideellen Geist-Seins noch nicht empfindende, schaffende Geist-Individualitäten sich für den wahrnehmenden Blick loslösen. Von diesen Geist-Individualitäten konnte ich ja zu Max Christlieb noch nicht sprechen. Das hätte seinem schönen Idealismus zu viel zugemutet. Aber echtes Geist-Sein, das konnte man mit ihm besprechen. Er hatte sich in alles gründlich hineingelesen, was ich bis dahin geschrieben hatte. Und ich hatte im Beginn der neunziger Jahre den Eindruck: Max Christlieb hat die Gabe, so in die Geist-Welt durch die lebendige Geistigkeit des Ideellen einzudringen, wie ich es für den angemessensten Weg halten mußte. Daß er dann später diese Orientierung nicht voll eingehalten hat, sondern eine etwas andere Richtung genommen hat, das hier zu besprechen, ist keine Veranlassung.

Versions Available:

The Story of My Life 1928, tr. H. Collison
  1. The Course of My Life, Steiner Online Library
  2. Mein Lebensgang, 9th ed.

Chapter XX

[ 1 ] The hospitable welcome I met in the family of the Keeper of the Records at the Goethe-Schiller Institute, Eduard von der Hellen, was of the most delightful character. This man stood in a peculiar relationship to the other collaborators at the archives. He had an extraordinary reputation among the philological specialists because of his remarkably successful initial work on Goethes Anteil an Lavaters Physiognomischen Fragmenten.1Goethe's Share in Lavater's Physionomic Fragments. Von der Hellen had in this work produced something which every contemporary philologist accepted forthwith as “complete.” Only the author himself did not think so. He looked upon the work as a methodical achievement whose principles “could be learned” by anyone, whereas his own endeavour was to fill himself with inner spiritual content.

[ 2 ] When there were no visitors, we sat for long spells together in the old collaborators' room of the Institute while this was still at the castle: three of us – von der Hellen, who was working at an edition of Goethe's letters; Julius Wahle, occupied with the journals; and I, with the natural-scientific writings. But the very requirements of von der Hellen's mental life gave rise to conversations in the midst of the work touching upon the most manifold aspects of public life, spiritual or other. In this connection, however, those interests which are bound up with Goethe always received their due. The notes written by Goethe in his journals, and letters of Goethe's revealing a standpoint so elevated and such comprehensive vision,-these gave rise to reflections which led into the very depths of existence and the breadth of life.

[ 3 ] Eduard von der Hellen was friendly enough to introduce me into his family, in order further to develop the relationship growing out of these meetings in the Institute, often so stimulating. A still further extension of the delightful companionship came about by reason of the fact that von der Hellen's family likewise mingled in the circles I have already described – such as those grouped about Olden, Gabrielle Reuter, and others.

[ 4 ] Especially has the profoundly congenial personality of Frau von der Hellen always remained fixed in my memory. Hers was a nature wholly artistic. One of those persons who, but for other duties intervening in her life, possessed the capacity for achieving something beautiful in art. Such was her destiny that, so far as I am aware, the artistic side of this woman came to expression only in the early part of her life. But every word about art that one could exchange with her was a satisfaction. She showed a basic quality, as it were, of reserve; always cautious in judgment, and yet profoundly sympathetic in a purely human way. I seldom went away from such a conversation without carrying with me in long continued reflection what Frau von der Hellen had suggested rather than spoken.

[ 5 ] Very lovable also were the father of Frau von der Hellen and his two daughters – the father a lieutenant-general who had fought through the war of the 'seventies as a major. While one was in this group of persons, one experienced vitally the most beautiful aspect of German spiritual life: that spiritual life which had flowed into all circles of the social life out of those religious, aesthetic, or popular-scientific impulses that for so long constituted the real nature of German spirituality.

[ 6 ] Eduard von der Hellen's interests for some time brought me into touch with the political life of the times. Discontent with things philological drove von der Hellen into the lively political affairs of Weimar. There he seemed to find a broader perspective of life. And my friendly personal interest in him led me also – although without active participation in politics – to become interested in the movements of public life.

[ 7 ] Much of that which has been found to be impracticable in our present-day life, or else, in a terrible metamorphosis, has given rise to absurd social forms,-much of this was to be seen at that time in its genesis, associated with all the hopes of a working class taught by trained and forceful leaders to believe that a new time must come for men in the forms of social life. The cautious and the altogether radical elements among the workers were enforcing their views. To observe them was all the more impressive since what there appeared was like a boiling up of the lower levels of the social life. In the upper levels there was something vital which could have expressed itself only in a worthy sort of conservatism bound up with a hope for everything that is human – a hope marked by capable and profound thinking and by vigorous activity. In the atmosphere then present there sprang up a reactionary party which considered itself as indispensable, and in addition the so-called National-Liberty Party.

[ 8 ] So to adjust himself to all this that he might gain effective leadership and bring men out of this chaos – such was the interpretation one had to place upon the feeling of Eduard von der Hellen at that time. And one had to share in the experience through which he passed in this respect. He discussed among his circle of friends every detail of a brochure he was preparing. One was forced to take as deep an interest as Eduard von der Hellen himself in the conceptions – at that time accompanied by feelings quite unlike those of the present – of the materialistic interpretation of history, the class struggle, “surplus value.” One could not refrain from attending the numerous gatherings at which he appeared as lecturer. Over against the theoretically formulated Marxian programme he proposed to set up another which should grow out of a good will toward social progress on the part of all friendly working men of every party. He was thinking of a sort of revival of the middle parties by the incorporation into their platforms of those impulses which would enable them to solve the social problem.

[ 9 ] The effort proved futile. Only I am confident that I could not have participated in the public life of that period so intensely as I did had I not shared in this struggle of von der Hellen's.

[ 10 ] Yet public life had its influence upon me from another direction also, though far less intensely. Indeed, it always seemed that a mild repugnance arose within me – which was not true in relation to von der Hellen – in the very proximity of anything political. There lived in Weimar at that time Dr. Heinrich Fränkel, a liberal politician, an adherent of Eugen Richter and also active in politics in the same spirit. We became acquainted. A brief acquaintance which was later brought to an end by reason of a misunderstanding, but to which I often look back with pleasure; for the man was, in his way, extraordinarily lovable, had a strong political will, and was led by his good purpose and far-sighted-views to the belief that it was necessary to create an enthusiasm among men on behalf of a right way of progress in public affairs. His life became a succession of disillusionments. Unluckily, I myself had to be the occasion of one of those for him. He was working just at the time that I knew him at a brochure which he hoped to circulate in very great numbers. What concerned him was the desire to oppose the establishment of a combination between big industry and the agrarians, which was already beginning to take form in Germany and which, according to his view, would certainly bring devastating results in the train of its later development. His brochure bore the title, Kaiser, werde hart!2Kaiser, Be Stern! He thought he could dissuade the entourage of the Kaiser from what he believed to be harmful. The man accomplished not the slightest result by this effort. He saw that the party to which he belonged and for which he laboured could not bring to birth those forces which were needed to lay down a foundation for the policies thought out by him.

[ 11 ] This led him to conceive the idea of exerting himself to revive the Deutsche Wochenschrift, which I had edited for a short time a few years before in Vienna. By means of this he wished to set up a political current which would have enabled him to move forward from the “liberalism” of that time into a more national-liberal activity. It occurred to him that I could do something along with him in this direction. That was impossible; even for the mere revival of the Deutsche Wochenschrift I could do nothing. The manner in which I informed him of this led to misunderstandings which in a short time put an end to our friendship.

[ 12 ] But another friendship grew out of this one. The man had a very dear wife and a dear sister-in-law, and he had introduced me into his family. This in turn brought me in touch with another family. And then something came to pass that seemed like a repetition of the remarkable relationship which destiny had brought me once in Vienna. I was intimately associated with a family there, but in such a way that the head of the family remained always unseen, and yet he came so close to me in soul and spirit that after his death I delivered the address at his funeral as if he had been my best friend. The whole spiritual being of this man stood before my mind by means of his family.

[ 13 ] And now I entered into almost the same relationship with the head of the family into which I was brought in a roundabout way by the liberal politician. The head of this family had died a short while before; the widow's life was filled with pious thoughts about her dead husband. It came about that I left the home in Weimar in which I had lived till then, and took up my residence with the family. There was the library of the dead man. A man of interesting spirit in many ways, but living just like that one in Vienna, refusing all relationships with men; living like that one in his own “mental world”; considered by the world to be a recluse, as the other had been.

I felt this man like that one-though I had never met him in the flesh-entering into my destiny “from behind the veils of existence.” In Vienna there came about a beautiful relationship between the family of the “unknown” thus known and myself; and in Weimar there came about between the second “unknown” and myself a relationship even more significant.

[ 14 ] When I must speak in this way of the two “unknown known” I am aware that what I have to say will be called by most men “mad fantasy.” For this has to do with the way in which I was able to draw near to the two men in that sphere of the world in which they were after they had passed through the portal of death.

[ 15 ] Everyone has the inner right to exclude from the group of subjects which interest him all statements in regard to this sphere; but to characterize such statements as merely fantastic is something quite different. When anyone does this, then I must emphasize the fact that I have always sought in such exact branches of science as mathematics and analytical mechanics for the sources of that temper of soul which qualifies one to make assertions concerning things spiritual. When, therefore, I assert what here follows I cannot justly be accused of mere careless talk unsupported by the requisite knowledge.

[ 16 ] The power of the spiritual vision which I then bore in my soul made it possible for me to enter into a close union with these two souls after their earthly death. They were unlike other dead persons. These immediately after their earthly death go through a life which, in essence, is in close relationship with the earthly life, and which only gradually comes to resemble the life one experiences in that purely spiritual world where one's existence continues till the next earthly life.

[ 17 ] The two “unknown known” had been rather familiar with the thinking of this materialistic age. They had elaborated in concepts within themselves the natural-scientific way of thinking. The second, whom Weimar brought to me, was indeed well acquainted with Billroth and other natural scientific thinkers. On the other hand, during their earthly lives both had remained aloof from a spiritual conception of the world. The spiritual conception which they might have encountered at that time would have repelled them, since they were forced to believe that “natural-scientific thinking,” according to the habits of thought of the time, was demanded by the facts.

[ 18 ] But this union with the materialism of the time remained wholly in the world of ideas of the two persons. They did not share in the habits of life which followed from the materialism of this thinking, and which were predominant in the case of all other men. They became “recluses from the world”; lived in more primitive ways than were then customary and would have been natural to men of their means. Thus they did not carry over into the spiritual world that which a union with the materialistic “will-evaluations” would have given to their individualities, but only that which the materialistic “thought-evaluations” had planted in these individualities. Naturally this worked itself out for the souls mostly in the unconscious. And now I could see how these materialistic thought-evaluations are not something which alienates man after death from the world of the divine and spiritual, but that this alienation comes about only through materialistic will-evaluations. Both the soul which had come close to me in Vienna and also the one which I came to know spiritually in Weimar were, after death, noble shining spiritual forms whose soul-content was filled with conceptions of those spiritual beings who are at the foundation of the world. And the only result of their acquaintance with those ideas by means of which they mastered the material in thought during their previous earthly life was that after death also they were able to develop such a relationship with the world as included a capacity for judgment. This would not have been the case if the corresponding ideas had remained unknown to them.

[ 19 ] In these two souls there had crossed my predestined path beings through whom the significance of the natural-scientific way of thought was revealed to me directly from the spiritual world. I could see that this way of thought in itself need not lead away from a spiritual perception. In the case of these two personalities this had happened during their earthly life because they found no opportunity there to elevate the natural-scientific way of thinking into the sphere where spiritual experience begins. After death they accomplished this in the most complete fashion. I saw that one can achieve this elevation of thought if one brings inner mood and force to the task during the earthly life. I saw also, through my participation in that which is significant in the spiritual world, that humanity had of necessity to evolve to the scientific way of thinking. Earlier ways of thinking could unite humanity with the supersensible world; they could lead man, especially if he entered into self-knowledge (the foundation of all knowledge), to know himself as a copy, or even a member, of the spiritual world; but they could not bring him to the point where he could feel himself to be a self-sufficient, self-enclosed spiritual being. Therefore the advance had to be made to the grasp of an ideal world which is not kindled from the spirit itself, but is stimulated out of matter – which is, indeed, spiritual, but not derived from the spirit.

[ 20 ] Such a world of ideas cannot be generated in man in that spiritual world where he has his vital relationships after death and before a new birth, but only in the earthly existence, because only there does he stand face to face with materialist forms.

[ 1 ] I could realize, therefore, through these two human souls what man wins for the totality of his life, including his spiritual life after death, by reason of his being woven into the natural-scientific way of thinking. But in the case of others who had taken into themselves during their earthly lives the effects of the crass natural-scientific way of thinking upon the will, could see that these estranged themselves from the spiritual world; that they had, so to speak, arrived at a totality of life in which man is less man in his full humanity with the natural-scientific way of thinking than without it.

[ 1 ] Both these souls had been recluses from the world because they did not wish to lose their humanity during the earthly life; they had accepted the natural-scientific way of thinking in its full comprehensiveness because they wished to reach that stage of the spiritual man which cannot be attained without this.

[ 1 ] It might well have been impossible for me to attain to these perceptions in the case of these two souls if I had encountered them within the earthly existence as physical personalities. In order to perceive the two individualities in the spiritual world in which they were to reveal to me their being, and through this also many other things, I needed that sensitiveness of the soul's perception in relationship to them which is easily lost when that which has been experienced in the physical world conceals what is to be experienced spiritually, or at least interferes with this.

[ 1 ] I was forced, therefore, to perceive that the manner in which both souls entered into my earthly life was something ordained by way of destiny along my path to knowledge.

[ 1 ] But nothing whatever of a spiritistic sort can be associated with this way of relating oneself to souls in the spiritual world. Nothing could ever count with me in the relationship to the spiritual world except the genuine spiritual perception which later discussed publicly in my anthroposophic writings. Moreover, the Viennese family and all its members, as well as that of Weimar, were far too sane for a communion with the dead by the help of mediums.

[ 1 ] Wherever such things have been under discussion, I have always taken an interest also in such a seeking on the part of human souls as is manifested in spiritualism. Modern spiritualism is a way toward the spirit for such souls as would seek for the spirit in external – almost experimental – ways because they cannot any longer experience the real, the true, the genuine in a spiritual manner. It is just the sort of person who interests himself in an entirely objective manner in spiritualism, without himself having the desire to investigate something by means of it, who can see through to correct conceptions of the purpose and the errors of spiritualism. My own research moves always by a different path from that of spiritualism in any of its forms. Indeed, there were opportunities in Weimar for interesting intercourse with spiritualists; for there was an intense interest for a long time among the artists in this way of seeking to relate oneself to the spiritual.

[ 1 ] But there came to me from my intercourse with the two souls – he of Weimar was named Eunicke – an access of strength for the writing of my Philosophy of Spiritual Activity. What I aspired to do in that book was this: First, the book is the product of my way of philosophical thinking during the eighties; in the second place, it is the product also of my general concrete perception in the spiritual world; but in the third place, it was reinforced through my participation in the spiritual experiences of those two souls. In these I had before me the ascent which man owes to this natural-scientific world-conception. But I had in them also the fear which noble souls feel of entering vitally into the will-element of this world-conception. These souls shrank back from the moral effects of such a world-conception.

[ 1 ] Now I sought in my Philosophy of Spiritual Activity for that force which leads from the ethically neutral ideal world of natural science into the world of moral impulse. I sought to show how the man who knows himself as a self-enclosed being of a spiritual sort because he lives in ideas which are no longer streaming out from the spirit but are stimulated by material being, can nevertheless evolve out of his own being an intuition for the moral. In this way the moral shines in the individuality now made free as individual impulsion toward the moral, just as ideas arise from the perception of nature.

[ 1 ] The two souls had not pressed on to this moral intuition. Hence they shrank back (unconsciously) from life because this could have been maintained only in the sense of natural-scientific ideas not as yet extended further.

[ 1 ] I spoke at that time of “moral fantasy” as the source of the moral in the isolated human individuality. I was far from any intention of referring to this source as to something not wholly real. On the contrary, I wished to point out in fantasy the force which helps the spiritual world in all its aspects to break through into the individual man. Of course, if one is to attain to a real experience of the spiritual, then it is necessary that the spiritual forces of knowledge should enter into one – imagination, inspiration, intuition. But to a man conscious of himself as an individual the first ray of a spiritual revelation comes by means of fantasy; and we observe, indeed, in Goethe the way in which fantasy holds aloof from everything fantastic, and becomes a picture of the spiritually real.

[ 1 ] In the family left behind by the Weimar “unknown known,” I lived for much the greater part of the time that I remained in Weimar. I had a part of the house for myself; Frau Anna Eunicke, with whom I was soon on terms of intimate friendship, watched over all my needs in the most devoted fashion. She valued greatly the fact that I stood beside her in her heavy responsibilities for the education of the children. She had been left after Eunicke's death a widow with four daughters and a son.

[ 1 ] The children I saw only when there was some occasion for me to do so. That happened frequently, since I was looked upon just as if I belonged to the family. My meals, however, except the morning coffee and supper, I took elsewhere.3In Germany the midday meal is the principal occasion for the whole family to be together.

[ 1 ] In this place where I had formed so delightful a family connection it was not only I who felt at home. When young visitors from Berlin who had formed intimate ties with me, attending the meetings of the Goethe Society, wished for once to be quite “cozy” together, they came to me at the Eunicke home. And I have every reason to assume from the way in which they acted that they felt very much at ease there.

[ 1 ] Otto Erich Hartleben also was happy to be there whenever he was in Weimar. The Goethe Breviary that he published was there put together by us two in the space of a few days. Of my own larger works, The Philosophy of Spiritual Activity and Nietzsche as the Adversary of His Age there took form.

[ 1 ] And I think that numbers of Weimar friends also spent many a happy hour – or several hours – with me at the Eunicke home. In this connection I think most of all about the man to whom I was bound in intimate love and friendship – Dr. August Fresenius. He had become a permanent collaborator at the Museum. Before that he had been editor of the Deutsche Literaturzeit.4German Literary News. His editorial work was universally considered as the standard of excellence. I had many things in my heart against philology, especially as the science was then pursued by the adherents of Scherer. August Fresenius armed me over and over again by the way in which he was a philologist. And he never for a moment made any secret of the fact that he wished to be a philologist, and only a true philologist. But with him philology was really the love of words, which filled the whole man with its vital force; and the word was to him that human revelation in which all the laws of the universe are mirrored. Whoever wishes to see into the mysteries of words must possess an insight into all the mysteries of existence. The philologist, therefore, must do nothing less than pursue an universal knowledge. True philological methods rightly applied can move outward from the utterly simple until they cast a powerful illumination upon extensive and important spheres of life.

[ 1 ] Fresenius showed this at that time in an example which took a strong hold upon my interest. We had discussed the matter a great deal before he published it in a brief but weighty article in the Goethe Year Book.

[ 1 ] Until the discovery by Fresenius, everyone who had busied himself with the interpretation of Goethe's Faust had misunderstood a statement made by Goethe five days before his death to Wilhelm von Humboldt. Goethe made this statement: “Es sind über sechzig Jahre, dass die Konzeption des Faust bei mir, jugendlich von vornherein klar, die weitere Reihenfolge hingegen weniger ausführlich, vorlag.”5“For more than sixty years the conception of Faust has been present to my mind – the earlier parts clear in my youth, the latter parts less fully developed.” The commentators had understood von vornherein to mean that from the beginning Goethe had had an idea, a plan, of the entire Faust drama in which he had at that time more or less elaborated the details. Even my beloved teacher and friend, Karl Julius Schröer, was of this opinion. Consider: If this were correct, then we should have in Goethe's Faust a work which Goethe had conceived in main outline as a young man. We should have to assume that it was possible for such a temper of soul as Goethe's so to work outward from a general idea that the work of elaboration could go on for sixty years and yet the idea remain fixed. That this is not so was proved irrefutably by Fresenius's discovery. He maintained that Goethe never used the expression von vornherein in the way ascribed to him by the commentators. He said, for example, that he had read a book “von vornherein, das weitere nicht mehr.”6“As to the earlier parts but not the latter.” He used the expression von vornherein only in a spatial sense. It was thus shown that all Faust commentators were wrong, and that Goethe had said nothing about a plan of the Faust existing von vornherein – from the first – but only that the first parts were clear to him as a young man, and that here and there he had developed something in the latter parts.

[ 1 ] Thus an important light was cast upon the whole psychology of Goethe by the correct application of the philological method.

[ 1 ] At that time I only marveled that something which ought to have had the most far-reaching effects upon the conception of Goethe's mind really produced very little impression, after it was published in the Goethe Year Book, among those who ought to have been chiefly interested in it.

[ 1 ] But other things than mere philology were the topics of conversations with August Fresenius. Everything that stirred the men of that time, everything interesting to us which happened in Weimar or elsewhere, became the subject of long conversations between us; for we spent much time together. At times we grew excited in conversations about many things; but they all ended in complete harmony, for we were convinced of the earnestness with which our respective views were held even though opposed. So much the more distressing must it be to me to reflect upon the fact that even my friendship with August Fresenius sustained a rupture in connection with the misunderstandings associated with my relationship to the Nietzsche Archives and to Frau Dr. Förster-Nietzsche. These friends could form no conception of that which really had happened. I could do nothing to satisfy them. For the truth is that nothing at all had happened. Everything rested upon misconceptions and illusions which had become fixed in the Nietzsche Archives. What I was able to say is contained in my article published later in the Magazin fur Literatur. I felt this misunderstanding deeply, for the friendship with August Fresenius was firmly rooted in my heart.

[ 1 ] Another friendship to which I have often looked back was that which I formed with Franz Ferdinand Heitmüller, who had just then – later than Wahle, von der Hellen, and I – become a collaborator at the Institute.

[ 1 ] Heitmüller's life was that of a fine soul with the sensibilities of an artist. He made all his discriminations through his artistic sense. Intellectualism was remote from him. Through him something artistic entered into the whole tone of our conversations in the Institute. He had already published stories marked by a delicate refinement. He was by no means a bad philologist, and he did no worse than others in what he had to work at as a philologist for the Institute. But he always maintained a sort of inner opposition to what was worked out in the Institute – especially to the way in which this work was conceived. Through him it came about that for a long time we felt very deeply the fact that Weimar had once been the place giving birth to the most inspired and famous productions but that men now contented themselves with going back to the things once produced, “fixing the readings,” and giving the best interpretations with superstitious care. Heitmüller published anonymously what he had to say about this in S. Fischer's Neue Deutsche Ründschau in the form of a story – Die Versunkene Vineta.7Venice Submerged. How men then tried to discover who had made of the once spiritually flourishing Weimar a drowned city!

[ 1 ] Heitmüller lived in Weimar with his mother, a wonderfully lovable woman. She became a friend of Frau Anna Eunicke, and enjoyed coming to her home. And so I then had the happiness of frequently seeing the Heitmüllers also in the house in which I lived.

[ 1 ] One friend I have to recall who came into my circle rather early during my stay in Weimar, and with whom I was associated in intimate friendship until I left, and, indeed, even after that, when I went backwards and forwards on visits to Weimar. This was the painter Joseph Rolletscheck. He was a German Bohemian, and had been attracted to Weimar by the art school. A personality he was who impressed one as altogether lovable, and to whom one gladly laid open one's heart. Rolletscheck was sentimental and slightly cynical at the same time; he was a pessimist on one side, and inclined on the other side to value life so little that it did not seem to him worth the trouble to lay so much stress upon those things which give ground for pessimism. When he was present, the talk had to deal much with the injustices of life; and he could storm endlessly over the injustice which the world had done to poor Schiller in contrast with Goethe, the chosen of destiny before his birth.

[ 1 ] Although daily contact with such persons kept up a constant and stimulating exchange of thought and feeling, yet it was impossible for me to speak directly during this Weimar period about my experience of the spiritual world even to those with whom I was otherwise on terms of intimacy. I maintained that men must come to see that the true way into the spiritual world must lead first to the experience of pure ideas. The thing for which I argued in every sort of form was this: that, just as man can have in his conscious experience colour, tone, and heat qualities, so also he can experience pure ideas uninfluenced by any perception of the external, but appearing with the fulness of man's experience of himself. And in these ideas there is real and living spirit. All other experience of the spirit in man, so I then said, must spring up within consciousness as the result of this experience of ideas.

[ 1 ] The fact that I sought for the experience of the spirit first in the experience of ideas led to the misunderstanding of which I have already spoken – that even intimate friends did not see the living reality in ideas, and considered me a rationalist, or intellectualist.

[ 1 ] Firmest in maintaining an understanding of the living reality of the ideal world was a young man who came frequently to Weimar – Max Christlieb. It was rather early after the beginning of my stay in Weimar that I saw him, a seeker after the knowledge of the spirit. He had completed his preparation for the evangelical ministry, was just then taking his doctor's examination, and was getting ready to go to Japan to engage in some sort of missionary work, as he soon afterward did.

[ 1 ] This man saw – inspired, I dare say – that man is living in the spirit when he lives in pure ideas, and that, since all of nature must shine forth before the understanding in the world of pure ideas, therefore in everything material we have only appearance (illusions); that all physical being is revealed by means of ideas as spirit. It was profoundly satisfying to me to find a person who possessed an almost complete understanding of spiritual being. It was an understanding of the spiritual being within the idea. There, of course, the spirit so lives that feeling and creative spiritual individualities do not yet separate themselves for the conscious vision from the sea of general ideal spirit-being. Of these spirit individualities I could not yet speak to Max Christlieb This would have shocked too much his beautiful idealism. But genuine spirit-being – of this one could speak with him.

[ 1 ] He had read with thorough understanding everything that I had written up to that time. And I had the impression at the beginning of the 'nineties: “Max Christlieb has the gift of entering into the spiritual world through the spirituality of the ideal in the way that I must consider the most suitable.”

[ 1 ] The fact that he did not later wholly maintain this direction of mind, but took a somewhat different course – of this there is now no occasion to speak.