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The Course of My Life
GA 28

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Chapter XXIX

[ 1 ] Auf geistigem Gebiete wollte in die Erkenntniserrungenschaften des letzten Drittels des Jahrhunderts ein neues Licht in das Werden der Menschheit hereinbrechen. Aber der geistige Schlaf, in den die materialistische Ausdeutung dieser Errungenschaften versetzte, verhinderte, dieses auch nur zu ahnen, geschweige denn zu bemerken.

[ 2 ] So kam die Zeit herauf, die sich in geistiger Richtung durch ihr eigenes Wesen hätte entwickeln müssen, die aber ihr eigenes Wesen verleugnete. Die Zeit, die die Unmöglichkeit des Lebens zu verwirklichen begann.

[ 3 ] Einige Sätze aus Ausführungen möchte ich hierhersetzen, die ich im März 1898 in den «Dramaturgischen Blättern» (die seit Beginn 1898 dem «Magazin» als Beiblatt angeschlossen waren) schrieb. Von der «Vortragskunst» sage ich: «Mehr als auf irgend einem andern Gebiete ist auf diesem der Lernende ganz sich selber und dem Zufall überlassen ... Bei der Gestalt, welche unser öffentliches Leben angenommen hat, kommt gegenwärtig fast jeder in die Lage, öfter öffentlich sprechen zu müssen... Die Erhebung der gewöhnlichen Rede zum Kunstwerk ist eine Seltenheit... Es fehlt uns fast ganz das Gefühl für die Schönheit des Sprechens und noch mehr für charakteristisches Sprechen... Niemandem wird man das Recht zugestehen, über einen Sänger zu schreiben, der keine Kenntnis des richtigen Singens hat... In bezug auf die Schauspielkunst stellt man weit geringere Anforderungen... Die Leute, die verstehen, ob ein Vers richtig gesprochen wird oder nicht, werden immer seltener... Man hält künstlerisches Sprechen heute vielfach für verfehlten Idealismus... Dazu hätte man nie kommen können, wenn man sich der künstlerischen Ausbildungsfähigkeit der Sprache besser bewußt wäre...»

[ 4 ] Was mir da vorschwebte, konnte erst viel später in der Anthroposophischen Gesellschaft eine Art Verwirklichung finden. Marie v. Sivers (Marie Steiner), die für Sprachkunst Begeisterte, widmete sich zunächst selbst einem echt künstlerischen Sprechen; und mit ihrer Hilfe wurde es dann möglich, in Kursen für Sprachgestaltung und dramatische Darstellung für Erhebung dieses Gebietes zur wahren Kunst zu wirken.

[ 5 ] Ich durfte dieses hier anführen, um zu zeigen, wie gewisse Ideale sich durch mein ganzes Leben hindurch ihre Entfaltung suchen, weil doch viele Menschen in meiner Entwickelung Widersprechendes finden wollen.

[ 6 ] In diese Zeit fällt meine Freundschaft mit dem jung verstorbenen Dichter Ludwig Jacobowski. Er war eine Persönlichkeit, deren seelische Grundstimmung in innerer Tragik atmete. Er trug schwer an dem Schicksal, daß er Jude war. Er stand einem Bureau vor, das, unter der Direktion eines freisinnigen Abgeordneten, den Verein zur «Abwehr des Antisemitismus» leitete und dessen Zeitschrift herausgab. Eine Überlast von Arbeit lag auf Ludwig Jacobowski nach dieser Richtung. Und eine Arbeit, die täglich einen brennenden Schmerz erneuerte. Denn sie stellte täglich vor seine Seele die Vorstellung von der Stimmung gegen sein Volk, an der er doch so sehr litt.

[ 7 ] Daneben entfaltete er eine reiche Tätigkeit auf dem Gebiete der Volkskunde. Er sammelte alles, dessen er habhaft werden konnte, als Grundlage für ein Werk über das Werden der Volkstümer seit Urzeiten. Einzelne Aufsätze, die er aus seinem reichen Wissen auf diesem Gebiete schrieb, sind sehr interessant. Sie sind zunächst im materialistischen Sinne der Zeit geschrieben; aber Jacobowski wäre, hätte er länger gelebt, sicher einer Vergeistigung seines Forschens zugänglich gewesen.

[ 8 ] Aus diesen Betätigungen strahlt heraus Ludwig Jacobowskis Dichtung. Nicht ganz ursprünglich; aber doch von tief menschlicher Empfindung und voll eines seelenkräftigen Erlebens. «Leuchtende Tage» nannte er seine lyrischen Dichtungen. Sie waren, wenn die Stimmung sie ihm schenkte, in seiner Lebenstragik wirklich das, was wie geistige Sonnentage für ihn wirkte. Daneben schrieb er Romane. In «Werther der Jude» lebt alle innere Tragik Ludwig Jacobowskis. In «Loki, Roman eines Gottes» schuf er ein Werk, das aus deutscher Mythologie heraus geboren ist. Das Seelenvolle, das aus diesem Roman spricht, ist ein schöner Abglanz von des Dichters Liebe zum Mythologischen im Volkstum.

[ 9 ] Überschaut man, was Ludwig Jacobowski leistete, so ist man erstaunt über die Fülle auf den verschiedensten Gebieten. Trotzdem pflegte er Verkehr mit vielen Menschen und fühlte sich wohl im geselligen Leben. Dazu gab er damals noch die Monatsschrift «Die Gesellschaft» heraus, die eine ungeheure Überbürdung für ihn bedeutete.

[ 10 ] Er verzehrte sich am Leben, nach dessen Inhalt er sehnsüchtig begehrte, um künstlerisch dessen Gestaltung zu bewirken.

[ 11 ] Er gründete eine Gesellschaft «Die Kommenden», die aus Literaten, Künstlern, Wissenschaftern und künstlerisch interessierten Persönlichkeiten bestand. Da versammelte man sich jede Woche einmal. Dichter brachten ihre Dichtungen vor. Vorträge über die mannigfaltigsten Gebiete des Erkennens und Lebens wurden gehalten. Ein zwangloses Zusammensein schloß den Abend. Ludwig Jacobowski war der Mittelpunkt des sich immer mehr vergrößernden Kreises. Jeder liebte die liebenswürdige, ideenerfüllte Persönlichkeit, die in dieser Gemeinschaft sogar feinen, edlen Humor entfaltete.

[ 12] Aus all dem riß ein jäher Tod den erst Dreißigjährigen. An einer Hirnhautentzündung, der Folge seiner unausgesetzten Anstrengungen, ging er zugrunde.

[ 13 ] Mir blieb nur die Aufgabe, für den Freund die Begräbnisrede zu halten und seinen Nachlaß zu redigieren.

[ 14 ] Ein schönes Denkmal in einem Buche mit Beiträgen seiner Freunde setzte ihm die Dichterin Marie Stona, mit der er befreundet war.

[ 15 ] Alles an Ludwig Jacobowski war liebewert; seine innere Tragik, sein Herausstreben aus dieser zu seinen «leuchtenden Tagen», seine Hingabe an das bewegte Leben. Ich habe das Andenken an unsere Freundschaft stets lebendig im Herzen bewahrt und sehe auf die kurze Zeit unseres Zusammenlebens mit inniger Hingabe an den Freund zurück.

[ 16 ] Eine andere freundschaftliche Beziehung entstand dazumal zu Martha Asmus; eine philosophisch denkende aber stark zum Materialismus neigende Dame. Diese Neigung wurde allerdings dadurch gemildert, daß Martha Asmus intensiv in den Erinnerungen an ihren früh verstorbenen Bruder Paul Asmus lebte, der ein entschiedener Idealist war. Paul Asmus erlebt wie ein philosophischer Eremit den philosophischen Idealismus der Hegelzeit noch einmal im letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts. Er schreibt eine Schrift über das «Ich» und eine solche über die indogermanischen Religionen. Beide in der Form des Hegelstiles, aber im Inhalte durchaus selbständig.

[ 17 ] Diese interessante Persönlichkeit, die damals schon lange nicht mehr lebte, wurde mir durch die Schwester Martha Asmus recht nahe gebracht. Wie ein neues meteorartiges Aufblitzen der geistgeneigten Philosophie des Jahrhundertbeginnes gegen das Jahrhundertende erschien sie mir.

[ 18 ] Weniger enge, aber immerhin eine Zeitlang bedeutsame Beziehungen bildeten sich zu den «Friedrichhagenern» heraus, zu Bruno Wille und Wilhelm Bölsche. Bruno Wille ist ja der Verfasser einer Schrift über «Philosophie der Befreiung durch das reine Mittel.» Nur der Titel hat den Anklang an meine «Philosophie der Freiheit». Der Inhalt bewegt sich auf einem ganz anderen Gebiete. In weitesten Kreisen bekannt wurde Bruno Wille durch seine sehr bedeutenden «Offenbarungen des Wachholderbaumes». Ein Weltanschauungsbuch aus dem schönsten Natursinn heraus geschrieben, durchdrungen von der Überzeugung, daß Geist aus allem materiellen Dasein spricht. Wilhelm Bölsche ist ja bekannt durch zahlreiche populär-naturwissenschaftliche Schriften, die in weitesten Kreisen ganz außerordentlich beliebt sind.

[ 19 ] Von dieser Seite ging die Begründung einer «Freien Hochschule» aus, zu der ich zugezogen wurde. Es wurde mir der Unterricht in der Geschichte zugeteilt. Bruno Wille besorgte das Philosophische, Bölsche das Naturwissenschaftliche, Theodor Kappstein, ein freigeistig gesinnter Theologe, die Erkenntnis des Religiösen.

[ 20 ] Eine zweite Begründung war der «Giordano-Bruno-Bund». Es sollten sich in demselben solche Persönlichkeiten zusammenfinden, die einer geistig-monistischen Weltanschauung sympathisch gegenüberstanden. Es kam dabei auf die Betonung dessen an, daß es nicht zwei Weltprinzipien, Stoff und Geist gebe, sondern daß der Geist als Einheitsprinzip alles Sein bilde. Bruno Wille leitete diesen Bund mit einem sehr geistvollen Vortrage ein, dem er das Goethe'sche Wort zugrunde legte: «Materie nie ohne Geist». Leider ergab sich zwischen Wille und mir nach diesem Vortrage ein kleines Mißverständnis. Meine an den Vortrag angeschlossenen Worte, daß Goethe, lange nachdem er dies schöne Wort geprägt hatte, es in gewichtiger Weise dadurch ergänzt habe, daß er in der wirksamen Geisttätigkeit des Daseins Polarität und Steigerung als die konkreten Geistgestaltungen gesehen habe, und daß dadurch das allgemeine Wort erst vollen Inhalt bekomme, wurde wie ein Einwand gegen Willes Vortrag genommen, den ich doch voll in seiner Bedeutung anerkannte.

[ 21 ] Aber vollends in einen Gegensatz zu der Leitung des Giordano-Bruno-Bundes kam ich, als ich einen Vortrag über den Monismus selbst hielt. Ich betonte in demselben, daß die schroffe dualistische Fassung «Stoff und Geist» eigentlich eine Schöpfung der neuesten Zeit ist. Daß auch Geist und Natur in den Gegensatz, den der GiordanoBruno-Bund bekämpfen will, erst in den allerletzten Jahrhunderten zu einander gebracht worden sind. Dann machte ich darauf aufmerksam, wie diesem Dualismus gegenüber die Scholastik Monismus sei. Wenn sie auch einen Teil des Seins der menschlichen Erkenntnis entzogen und dem «Glauben» zuerteilt habe, so stelle die Scholastik doch ein Weltsystem dar, das von der Gottheit, der Geistwelt bis in die Einzelheiten der Natur hinein eine einheitliche (monistische) Konstitution zeige. Damit stellte ich auch die Scholastik höher als den Kantianismus.

[ 22 ] Mit diesem Vortrage entfesselte ich die größte Aufregung. Man dachte, ich wolle dem Katholizismus in den Bund hinein die Wege öffnen. Nur Wolfgang Kirchbach und Martha Asmus standen von den leitenden Persönlichkeiten auf meiner Seite. Die andern konnten sich keine Vorstellung davon machen, was ich mit der «verkannten Scholastik» eigentlich wolle. Jedenfalls waren sie davon überzeugt, daß ich geeignet sei, in den Giordano-Bruno-Bund die größte Verwirrung hineinzubringen.

[ 23 ] Ich muß dieses Vortrages gedenken, weil er in die Zeit fällt, in der später Viele mich als Materialisten sehen. Dieser «Materialist» galt damals zahlreichen Personen als der, der die mittelalterliche Scholastik neuerdings heraufbeschwören möchte.

[ 24 ] Trotz alledem konnte ich später im Giordano-Bruno-Bund meinen grundlegenden anthroposophischen Vortrag halten, der der Ausgangspunkt meiner anthroposophischen Tätigkeit geworden ist.

[ 25 ] Mit dem öffentlichen Mitteilen dessen, was Anthroposophie als Wissen von der geistigen Welt enthält, sind Entschlüsse notwendig, die nicht ganz leicht werden.

[ 26] Es werden sich diese Entschlüsse am besten charakterisieren lassen, wenn man auf einiges Historische blickt. Entsprechend den ganz anders gearteten Seelenverfassungen einer älteren Menschheit hat es ein Wissen von der geistigen Welt immer, bis zum Beginne der neueren Zeit, etwa bis zum vierzehnten Jahrhundert, gegeben. Es war nur eben ganz anders als das den Erkenntnisbedingungen der Gegenwart angemessene Anthroposophische.

[ 27 ] Von dem genannten Zeitpunkte an konnte die Menschheit zunächst keine Geist-Erkenntnis hervorbringen. Sie bewahrte das «alte Wissen», das die Seelen in bildhafter Form geschaut haben, und das auch nur in symbolischbildlicher Form vorhanden war.

[ 28 ] Dieses «alte Wissen» wurde in alten Zeiten nur innerhalb der «Mysterien» gepflegt. Es wurde denen mitgeteilt, die man erst reif dazu gemacht hatte, den «Eingeweihten». Es sollte nicht an die Öffentlichkeit gelangen, weil da die Tendenz zu leicht vorhanden ist, es unwürdig zu behandeln. Diese Gepflogenheit haben nun diejenigen spätern Persönlichkeiten beibehalten, die Kunde von dem «alten Wissen» erlangten und es weiterpflegten. Sie taten es in engsten Kreisen mit Menschen, die sie dazu vorbereiteten.

[ 29 ] Und so blieb es bis in die Gegenwart.

[ 30 ] Von den Persönlichkeiten, die mir mit einer solchen Forderung bezüglich der Geist-Erkenntnis entgegentraten, will ich eine nennen, die innerhalb des Wiener Kreises der Frau Lang, den ich gekennzeichnet habe, sich bewegte, die ich aber auch in andern Kreisen, in denen ich in Wien verkehrte, traf. Es ist Friedrich Eckstein, der ausgezeichnete Kenner jenes «alten Wissens». Friedrich Eckstein hat, solange ich mit ihm verkehrte, nicht viel geschrieben. Was er aber schrieb, war voll Geist. Aber niemand ahnt aus seinen Ausführungen zunächst den intimen Kenner alter Geist-Erkenntnis. Die wirkt im Hintergrunde seines geistigen Arbeitens. Eine sehr bedeutende Abhandlung habe ich, lange nachdem das Leben auch von diesem Freunde mich entfernt hatte, in einer Schriftensammlung gelesen über die böhmischen Brüder.

[ 31 ] Friedrich Eckstein vertrat nun energisch die Meinung, man dürfe die esoterische Geist-Erkenntnis nicht wie das gewöhnliche Wissen öffentlich verbreiten. Er stand mit dieser Meinung nicht allein; sie war und ist die fast aller Kenner der «alten Weisheit». Inwiefern in der von H.P. Blavatsky begründeten «Theosophischen Gesellschaft» die als Regel von den Bewahrern «alter Weisheit» streng geltend gemachte Meinung durchbrochen wurde, davon werde ich später zu sprechen haben.

[ 32 ] Friedrich Eckstein wollte, daß man als «Eingeweihter in altes Wissen» das, was man öffentlich vertritt, einkleidet mit der Kraft, die aus dieser «Einweihung» kommt, daß man aber dieses Exoterische streng scheide von dem Esoterischen, das im engsten Kreise bleiben solle, der es voll zu würdigen versteht.

[ 33 ] Ich mußte mich, sollte ich eine öffentliche Tätigkeit für Geist-Erkenntnis entfalten, entschließen, mit dieser Tradition zu brechen. Ich sah mich vor die Bedingungen des geistigen Lebens der Gegenwart gestellt. Denen gegenüber sind Geheimhaltungen, wie sie in älteren Zeiten selbstverständlich waren, eine Unmöglichkeit. Wir leben in der Zeit, die Öffentlichkeit will, wo irgend ein Wissen auftritt. Und die Anschauung von der Geheimhaltung ist ein Anachronismus. Einzig und allein möglich ist, daß man Persönlichkeiten stufenweise mit der Geist-Erkenntnis bekannt macht und niemand zuläßt zu einer Stufe, auf der die höhern Teile des Wissens mitgeteilt werden, wenn er die niedrigeren noch nicht kennt. Das entspricht ja auch den Einrichtungen der niedern und höhern Schulen.

[ 34 ] Ich hatte auch niemand gegenüber eine Verpflichtung zur Geheimhaltung. Denn ich nahm von «alter Weisheit» nichts an; was ich an Geist-Erkenntnis habe, ist durchaus Ergebnis meiner eigenen Forschung. Nur, wenn sich mir eine Erkenntnis ergeben hat, so ziehe ich dasjenige heran, was von irgend einer Seite an «altem Wissen» schon veröffentlicht ist, um die Übereinstimmung und zugleich den Fortschritt zu zeigen, der der gegenwärtigen Forschung möglich ist.

[ 35 ] So war ich mir denn von einem gewissen Zeitpunkte an ganz klar darüber, daß ich mit einem öffentlichen Auftreten mit der Geist-Erkenntnis das Rechte tue.

Versions Available:

The Story of My Life 1928, tr. H. Collison
  1. The Course of My Life, Steiner Online Library
  2. Mein Lebensgang, 9th ed.

Chapter XXIX

[ 1 ] From the spiritual sphere new light on the evolution of humanity sought to break through in the knowledge acquired during the last third of the nineteenth century. But the spiritual sleep in which this acquired knowledge was given its materialistic interpretation prevented even a notion of the new light, much less any proper attention to it.

[ 2 ] So that time arrived which ought by its own nature to have evolved in the direction of the spirit, but which belied its own being – the time wherein it began to be impossible for life to make itself real.

[ 3 ] I wish to set down here certain sentences taken from articles which I wrote in March 1898 for the Dramaturgische Blätter (which had become a supplement of the Magazine at the beginning of 1898). Referring to the art of lecturing, I said: “In this field more than in any other is the learner left wholly to himself and to chance ... Because of the form which our public life has taken on, almost everybody nowadays has frequent need to speak in public ... The elevation of ordinary speech to a work of art is a rarity. We lack almost wholly the feeling for the beauty of speaking, and still more for speaking that is characteristic ... To no one devoid of all knowledge of correct singing would the right be granted to discuss a singer ... In the case of dramatic art the requirements imposed are far slighter ... Persons who know whether or not a verse is properly spoken become steadily scarcer ... People nowadays often look upon artistic speaking as ineffective idealism. We could never have come to this had we been more aware of the educative possibilities of speech ...”

[ 4 ] What then hovered before me could come to a form of realization only much later, within the Anthroposophical Society. Marie von Sievers (Marie Steiner), who was enthusiastic on behalf of the art of speech, first dedicated herself to genuinely artistic speaking; and then for the first time it became possible with her help to work for the elevation of speech to a true art by means of courses in speaking and dramatic representations.

[ 5 ] I venture to introduce this subject just here in order to show how certain ideals have sought their unfolding all through my life, though many persons have tried to find contradictions in my evolution.

[ 6 ] To this period belongs my friendship with the young poet, now dead, Ludwig Jacobowski. He was a personality whose dominant mood of soul breathed the breath of inner tragedy. It was hard for him to bear the fate that made him a Jew. He represented a bureau which, under the guidance of a liberal deputy, directed the union “Defence against Anti-Semitism” and published its organ. An excessive burden in connection with this work rested upon Ludwig Jacobowski. And a sort of work which renewed every day a burning pain; for it brought home to him daily the realization of the feeling against his people which caused him so much suffering.

[ 7 ] Along with this he developed a fruitful activity in the field of folk-lore. He collected everything obtainable as the basis for a work on the evolution of the peoples from primitive times. Individual papers of his, based upon his rich fund of knowledge in this field, are very interesting. They were at first written in the materialistic spirit of the time; but, had Jacobowski lived longer, he would certainly have been open to a spiritualizing of his research.

[ 8] Out of this activity streamed the poetry of Ludwig Jacobowski. Not wholly original; and yet born of deeply human feeling and filled with an experience of the powers of the soul. Leuchtende Tage1Luminous Days. he called his lyrical poems. These, when the mood bestowed them upon him, were in his life-tragedy really something that affected him like days of spiritual sunlight. Besides, he wrote novels. In Werther der Jude2Werther the Jew. there lived all the inner tragedy of Ludwig Jacobowski. In Loki, Roman eines Gottes,3Philosophy of Freedom through the Pure Means. he produced a work born of German mythology. The soulful quality which speaks from this novel is a beautiful reflection of the poet's love of the mythological element in a folk.

[ 9 ] A survey of what Ludwig Jacobowski achieved leaves one astonished at its fulness in the most divers fields. Yet he associated with many persons and enjoyed social life. More over, he was then editing the monthly Die Gesellschaft,4Society which meant for him an enormous burden of work.

[ 10 ] He had a consuming passion for life, whose essence he craved to know in order that he might mould this into artistic form.

[ 11 ] He founded a society, Die Kommenden,5The Coming Ones consisting of writers, artists, scientists, and persons interested in the arts. The meetings there were weekly. Poets read their poems; lectures were given in the most divers fields of knowledge and life. The evening ended in an informal social gathering. Ludwig Jacobowski was the central point of his ever growing circle. Everybody was attached to the lovable personality, so full of ideas, who, moreover, developed in this club a fine and noble sense of humour.

[ 12 ] Away from all this he was snatched by an early death, when he had just reached thirty years. He was taken off by an inflammation of the brain, caused by his unceasing labours.

[ 13 ] There remained to me only the duty of giving the funeral address for my friend and editing his literary remains.

[ 14 ] A beautiful memorial of him was made by his friend, Marie Stona, in the form of a book consisting of papers by friends of his.

[ 15 ] Everything about Ludwig Jacobowski was lovable: his inner tragedy, his striving outward from this to his “luminous days,” his absorption in the life of movement. I keep always alive in my heart thoughts of our friendship, and look back upon our brief association with an inner devotion to my friend.

[ 16 ] Another friend with whom I came to be associated at that time was Martha Asmers, a woman philosophically thoughtful but strongly inclined to materialism. This tendency, however, was modified through the fact that Martha Asmers kept intensely alive the memory of her brother Paul Asmers, who had died early, and who was a decided idealist.

During the last third of the nineteenth century Paul Asmers had lived, like a philosophical hermit, in the idealism of the time of Hegel. He wrote a paper on the ego, and a similar one on the Indo-Germanic religion – both characteristically Hegelian in form, but both thoroughly independent.

[ 17 ] This interesting personality, who had then long been dead, was brought really close to me through the sister Martha Asmers. It seemed to me that in him the spirit-tending philosophy of the beginning of the century flamed forth like a meteor toward its end.

[ 18 ] Less intimate, but of constant significance for a long time thereafter, were the relationships which came about between the “Friedrich Hageners” – Bruno Wille and Wilhelm Bölsche – and myself. Bruno Wille is the author of a work entitled Philosophie der Befreiung* durch das reine Mittel.6Philosophy of Freedom through the Pure Means. Only the title coincides with my Philosophie der Freiheit. The content moves in an entirely different sphere. Bruno Wille became very widely known through his important Offenbarungen des Wachholderbaumes,7Revelations of the Juniper Tree. a philosophical book written out of the most beautiful feeling for nature, permeated by the conviction that spirit speaks from every material existence. Wilhelm Bölsche is known through numerous popular writings on the natural sciences which are extraordinarily popular among the widest circles of readers.

[ 19 ] From this side came the founding of a Free Higher Institute, into which I was drawn. I was entrusted with the teaching of history. Bruno Wille took charge of philosophy, Bölsche of natural sciences, and Theodor Kappstein, a liberally minded theologian, the science of religion.

[ 20 ] A second foundation was the Giordano Bruno Union. In this the idea was to bring together such persons as were sympathetic toward a spiritual-monistic philosophy. Emphasis was placed upon the idea that there are not two world-principles – matter and spirit – but that spirit constitutes the sole principle of all existence. Bruno Wille inaugurated the Union with a very brilliant lecture based upon the saying of Goethe: “Never matter without spirit.” Unfortunately a slight misunderstanding arose between Wille and me after this lecture. My words following the lecture – that long after Goethe had coined this beautiful expression, he had supplemented it in impressive fashion, in that he had seen polarity and ascent as the concrete spiritual shapings in the actual spiritual activity in existence, and that in this way the general saying first received its full content – this remark of mine was interpreted as a reflection upon Wille's lecture, which, however, I had fully accepted in the sense he himself intended.

[ 21 ] But I brought upon myself the direct opposition of the leadership of the Giordano Bruno Union when I read a paper on monism. In this I laid stress upon the fact that the crude dualistic conception, “matter and spirit,” is really a creation of the most recent times, and that likewise only during the most recent centuries were spirit and nature brought into the opposition which the Giordano Bruno Union would oppose. Then I indicated how this dualism is opposed by scholastic monism. Even though scholasticism withdrew from human knowledge a part of existence and assigned this part to “faith,” yet scholasticism set up a world-system marked by a unified (monistic) constitution, from the Godhead and the divine all the way to the details of nature. I thus set even scholasticism higher than Kantianism.

[ 22 ] This paper of mine aroused the greatest excitement. It was supposed that I wished to open the road for Catholicism into the Union. Of the leading personalities, only Wolfgang Kirchbach and Martha Asmers stood by me. The rest could form no notion as to what I really meant to do with the “misunderstood scholasticism.” In any case, they were convinced that I was likely to bring the greatest confusion into the Giordano Bruno Union.

[ 23 ] I must call attention to this paper because it belongs to a time during which, according to the later views of many persons, I was a materialist. But at that time this materialist passed with many persons as the one who would swear afresh by medieval scholasticism.

[ 24 ] In spite of all this I was able later to deliver before the Giordano Bruno Union my basic anthroposophic lecture, which became the point of departure for my anthroposophic activity.

[ 25 ] In imparting to the public that which anthroposophy contains as knowledge of the spiritual world, decisions are necessary which are not altogether easy. The character of these decisions can best be understood if one glances at a single historical fact.

[ 26 ] In accordance with the quite differently constituted temper of mind of an earlier humanity, there has always been a knowledge of the spiritual world up to the beginning of the modern age, approximately until the fourteenth century. This knowledge, however, was quite different from anthroposophy, which is adapted to the conditions of cognition characterizing the present day.

[ 27 ] After the period mentioned, humanity could at first bring forth no knowledge of the spiritual world. Men could only confirm the “ancient knowledge,” which the mind had beheld in the form of pictures, and which was also available later only in symbolic-picture form.

[ 28 ] This “ancient knowledge” was practised in remote times only within the “mysteries.” It was imparted to those who had first been made ripe for it, the “initiates.” It was not to reach the public because there the tendency was too strong to use it in an unworthy manner. This practice has been maintained only by those later personalities who received the lore of the “ancient knowledge” and continued to foster it. They did this in the most restricted circles with men whom they had previously prepared.

[ 29 ] And thus it has continued even to the present time.

[ 30 ] Of the persons maintaining such a position in relation to spiritual knowledge whom I have encountered, I may select one who was active within the Viennese circle of Frau Lang to which I have referred but whom I met also in other circles with which I was associated in Vienna. This was Friedrich Eckstein, the distinguished expert in the “ancient knowledge.” While I was associated with Friedrich Eckstein, he had not written much. But what he did write was filled with the spirit. No one, however, sensed from his essays the intimate expert in the “ancient knowledge.” This was active in the background of his spiritual work. Long after life had removed me from this friend also, I read in a collection of his writings a very significant paper on the Bohemian Brothers.

[ 31 ] Friedrich Eckstein represented the earnest conviction that esoteric spiritual knowledge should not be publicly propagated like ordinary knowledge. He was not alone in this conviction; it was and is that of almost all experts in the “ancient wisdom.” To what extent this conviction of the guardians of the “ancient wisdom,” strongly enforced as a rule, was broken through in the Theosophical Society founded by H. P. Blavatsky – of this I shall have occasion to speak later.

[ 32 ] Friedrich Eckstein wished that, as “initiate in the ancient knowledge,” one should clothe what one treats publicly in the force which comes from this “initiation,” but that one should separate the exoteric strictly from the esoteric, which should remain within the most restricted circles of those who fully understood how to honour it.

[ 33 ] If I was to develop a public activity on behalf of spiritual knowledge, I had to determine to break with this tradition. I found myself faced by the requirements of the contemporary intellectual life. In the presence of these the preservation of mysteries such as were inevitable in ancient times was an impossibility. We live in the time which demands publicity wherever any sort of knowledge appears. The point of view favouring the preservation of mysteries is an anachronism. The sole and only possibility is that persons should be taught spiritual knowledge by stages, and that no one should be admitted to a stage at which the higher portions of this knowledge are to be imparted until he knows the lower. This, indeed, corresponds with the practice in lower and higher schools even of an ordinary sort.

[ 34 ] Moreover, I was under no obligation to anyone to guard mysteries, for I received nothing from the “ancient wisdom”; what I possess of spiritual knowledge is entirely the result of my own researches. When any knowledge has come to me, only then I set beside it whatever of the “ancient knowledge” has already been made public from any side, in order to point out the harmony in mood and, at the same time, the advance which is possible to contemporary research.

[ 35 ] So, after a certain point of time, it was quite clear to me that in coming before the public with spiritual knowledge I should be doing the right thing.