Ancient Mysteries and Christianity
GA 87
15 March 1902, Berlin
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Antike Mysterien und Christentum, 1st ed.
19. Darstellung Des Initiationsprozesses
19. Darstellung Des Initiationsprozesses
[ 1 ] Unsere Aufgabe wird es sein, in den wenigen Stunden, die uns noch verbleiben in diesem Winter, so gut das geht, [unsere Betrachtungen über] die mystischen Anschauungen der christlichen Zeit womöglich bis zu Scotus Eriugena zu führen. Von heute an haben wir noch sechs Stunden: 22., 29. März, 5., 12., 19., 26. April. Bis zum neunten Jahrhundert nach Christi Geburt hoffe ich vorwärtsschreiten zu können und die Konsolidierung des Christentums zu berühren, als der heilige Augustinus die christliche Lehre vertiefte.
[ 1 ] Unsere Aufgabe wird es sein, in den wenigen Stunden, die uns noch verbleiben in diesem Winter, so gut das geht, [unsere Betrachtungen über] die mystischen Anschauungen der christlichen Zeit womöglich bis zu Scotus Eriugena zu führen. Von heute an haben wir noch sechs Stunden: 22., 29. März, 5., 12., 19., 26. April. Bis zum neunten Jahrhundert nach Christi Geburt hoffe ich vorwärtsschreiten zu können und die Konsolidierung des Christentums zu berühren, als der heilige Augustinus die christliche Lehre vertiefte.
[ 2 ] Wenn wir zurückblicken auf das, was wir in diesem Winter an uns haben vorüberziehen lassen, so waren es mystische Anschauungen, die sich vorbereitet haben im griechischen und ägyptischen Altertum. Wir haben gesehen, dass die hervorragendsten der griechischen Philosophen geschöpft haben aus dem, was wir Mysterien genannt haben. [Wir haben gesehen, dass die griechische Sagenwelt uns mystisch vertiefte Erfahrungen darstellt, das heißt, dass das, was in den Sagen äußerlich dargestellt ist, in den Mysterien innerlich erlebt wurde.] Wir haben gesehen, wie dieses mystische Erlebnis philosophisch umgegossen worden ist in die Lehren des Heraklit und in die Lehren des Platons. Und wir haben gesehen, wie bei den ägyptischen Priestern die praktische Seite ausgebildet worden ist, wie innerhalb der ägyptischen Priesterschaft ein Geheimpfad kultiviert worden ist, durch welchen der Mensch schneller hingeführt werden konnte nach dem Ziele, als wenn er sich dem Schicksal überlässt und wartet, bis [die Einweihung] kommt.
[ 2 ] Wenn wir zurückblicken auf das, was wir in diesem Winter an uns haben vorüberziehen lassen, so waren es mystische Anschauungen, die sich vorbereitet haben im griechischen und ägyptischen Altertum. Wir haben gesehen, dass die hervorragendsten der griechischen Philosophen geschöpft haben aus dem, was wir Mysterien genannt haben. [Wir haben gesehen, dass die griechische Sagenwelt uns mystisch vertiefte Erfahrungen darstellt, das heißt, dass das, was in den Sagen äußerlich dargestellt ist, in den Mysterien innerlich erlebt wurde.] Wir haben gesehen, wie dieses mystische Erlebnis philosophisch umgegossen worden ist in die Lehren des Heraklit und in die Lehren des Platons. Und wir haben gesehen, wie bei den ägyptischen Priestern die praktische Seite ausgebildet worden ist, wie innerhalb der ägyptischen Priesterschaft ein Geheimpfad kultiviert worden ist, durch welchen der Mensch schneller hingeführt werden konnte nach dem Ziele, als wenn er sich dem Schicksal überlässt und wartet, bis [die Einweihung] kommt.
[ 3 ] Die ägyptischen Mysterien und Mysterienpriester haben erreicht ihren Höhepunkt in der Initiation. Der Initiationsprozess gehörte auch den Kulten der indischen Religion an und wurde auch da vollzogen. Der Prozess hat darin bestanden, dass das große OsirisDrama als Einweihungsprozess an der einzelnen Persönlichkeit vollzogen worden ist. Die einzelne Persönlichkeit musste sich einem Vorgang unterwerfen, wodurch die Sinnlichkeit und das Leibliche so weit gereinigt wurden, dass sie die Welt auf geistige Weise begreifen konnte. Der Prozess wurde vollzogen innerhalb der ägyptischen Priestermysterien so, dass man denjenigen, welchen man für reif hielt, dass man ihn einer Ätherisierung des Leibes unterwerfen konnte, in eine Art höhere Hypnose versetzte, ihn in einen Sarg, in ein Grab legte. Mit ausgestreckten Händen lag er da im mystischen Schlaf, aus dem er am dritten Tage erweckt werden sollte. Das Erwecken aus dem mystischen Schlaf wurde dadurch vollzogen, dass es durch die aufgehende Morgensonne geschehen sollte. Jetzt hat aber dieser ganze Vorgang auf ihn einen so großen Eindruck gemacht, dass er ein tatsächlich neues Leben führte, wenn er diesen Prozess durchgemacht hatte. Jetzt konnte er verstehen, wenn die ägyptischen und indischen Weltanschauungen behaupten, dass das Irdische ein Nichts ist und dass die Sinnenwelt nichts mehr bedeutet. Goethes Worte dafür waren: «Stirb und werde.»
[ 3 ] Die ägyptischen Mysterien und Mysterienpriester haben erreicht ihren Höhepunkt in der Initiation. Der Initiationsprozess gehörte auch den Kulten der indischen Religion an und wurde auch da vollzogen. Der Prozess hat darin bestanden, dass das große OsirisDrama als Einweihungsprozess an der einzelnen Persönlichkeit vollzogen worden ist. Die einzelne Persönlichkeit musste sich einem Vorgang unterwerfen, wodurch die Sinnlichkeit und das Leibliche so weit gereinigt wurden, dass sie die Welt auf geistige Weise begreifen konnte. Der Prozess wurde vollzogen innerhalb der ägyptischen Priestermysterien so, dass man denjenigen, welchen man für reif hielt, dass man ihn einer Ätherisierung des Leibes unterwerfen konnte, in eine Art höhere Hypnose versetzte, ihn in einen Sarg, in ein Grab legte. Mit ausgestreckten Händen lag er da im mystischen Schlaf, aus dem er am dritten Tage erweckt werden sollte. Das Erwecken aus dem mystischen Schlaf wurde dadurch vollzogen, dass es durch die aufgehende Morgensonne geschehen sollte. Jetzt hat aber dieser ganze Vorgang auf ihn einen so großen Eindruck gemacht, dass er ein tatsächlich neues Leben führte, wenn er diesen Prozess durchgemacht hatte. Jetzt konnte er verstehen, wenn die ägyptischen und indischen Weltanschauungen behaupten, dass das Irdische ein Nichts ist und dass die Sinnenwelt nichts mehr bedeutet. Goethes Worte dafür waren: «Stirb und werde.»
[ 4 ] Wer die mystischen Schriften studiert, wird dieses «Stirb und werde» öfters wiederfinden. Da, wo das Geistige erwacht und das Niedere, das Greifliche wirklich verdunstet. Das Niedere, Greifliche wird zu dem Nichtigen gegenüber dem Höheren, das in uns auferwacht. Daher dieses mystische Bekenntnis in der verschiedensten Weise. Wer mystische Schriften studiert, wird häufig diesen Ausdruck gefunden haben. So ist er zum Beispiel zu finden bei Jakob Böhme, der ihn in die Worte fasste: «Wer nicht stirbt, bevor er stirbt, der verdirbt, wenn er stirbt». Für den, der dies nicht erreicht hat, ist die Sache so, dass er den Prozess auf höheren Ebenen oder in einem nächsten Leben durchmachen muss.
[ 4 ] Wer die mystischen Schriften studiert, wird dieses «Stirb und werde» öfters wiederfinden. Da, wo das Geistige erwacht und das Niedere, das Greifliche wirklich verdunstet. Das Niedere, Greifliche wird zu dem Nichtigen gegenüber dem Höheren, das in uns auferwacht. Daher dieses mystische Bekenntnis in der verschiedensten Weise. Wer mystische Schriften studiert, wird häufig diesen Ausdruck gefunden haben. So ist er zum Beispiel zu finden bei Jakob Böhme, der ihn in die Worte fasste: «Wer nicht stirbt, bevor er stirbt, der verdirbt, wenn er stirbt». Für den, der dies nicht erreicht hat, ist die Sache so, dass er den Prozess auf höheren Ebenen oder in einem nächsten Leben durchmachen muss.
[ 5 ] Dieser Initiationsprozess war es, welcher die Menschen hinaufläutern sollte zu ihrem Ziel, sie ein Stück weiterbringen sollte auf dem Wege zur Göttlichkeit. Der Mensch war dazu auserschen, die grobsinnliche Welt in eine rein ätherische zu verwandeln. Es wird uns gesagt, dass der Mensch dann einen neuen Leib angenommen hat, dass er mit einem neuen Leib begabt ist, dass er verklärt worden ist. Ein solcher Initiationsprozess wird uns so beschrieben, dass er unter gewaltigen Naturerscheinungen sich vollzog, dass es donnerte und blitzte. Dieser Prozess war es, der ihm das Erlebnis, die Erkenntnis des Geistigen vermittelte. Wenn er dieses errungen hatte, dann sah er ein, dass nicht die Materie das Wirkliche ist, sondern das Geistige.
[ 5 ] Dieser Initiationsprozess war es, welcher die Menschen hinaufläutern sollte zu ihrem Ziel, sie ein Stück weiterbringen sollte auf dem Wege zur Göttlichkeit. Der Mensch war dazu auserschen, die grobsinnliche Welt in eine rein ätherische zu verwandeln. Es wird uns gesagt, dass der Mensch dann einen neuen Leib angenommen hat, dass er mit einem neuen Leib begabt ist, dass er verklärt worden ist. Ein solcher Initiationsprozess wird uns so beschrieben, dass er unter gewaltigen Naturerscheinungen sich vollzog, dass es donnerte und blitzte. Dieser Prozess war es, der ihm das Erlebnis, die Erkenntnis des Geistigen vermittelte. Wenn er dieses errungen hatte, dann sah er ein, dass nicht die Materie das Wirkliche ist, sondern das Geistige.
[ 6 ] Wer ein mystisches Leben durchgemacht hat, der wird uns dies an irgendeiner Stelle immer verraten. Bei Goethes «Faust» möchte ich das zeigen. Sie werden finden bei ihm Anspielungen auf das Morgenrot. Sie brauchen nur nachzuschlagen die Stelle, wo Faust vor der Beschwörung des Erdgeistes die Worte spricht: «Jetzt erst erkenn’ ich, was der Weise spricht: Die Geisterwelt ist nicht verschlossen; dein Sinn ist zu, dein Herz ist tot! Auf, bade, Schüler, unverdrossen, die ird’sche Brust im Morgenrot.» Das Morgenrot ist das Licht, woran der Initiierte wieder erwacht. Als Faust gebadet heraustritt aus Lethes Flut, da sicht er wieder das Morgenrot. Auch im «Prolog im Himmel» haben wir eine solche Stelle: «Die Sonne tönt nach alter Weise in Brudersphären Wettgesang, und ihre vorgeschrieb’ne Reise vollendet sie mit Donnergang» und so weiter. Alle Dinge sind, so wie Goethe sich ausgedrückt hat, so zu nehmen, dass sie zunächst verständlich sind auch für den, der nicht in die Tiefen dringt. Aber der Eingeweihte wird sehen, dass dahinter noch etwas steckt. Das sind Goethes eigene Worte.
[ 6 ] Wer ein mystisches Leben durchgemacht hat, der wird uns dies an irgendeiner Stelle immer verraten. Bei Goethes «Faust» möchte ich das zeigen. Sie werden finden bei ihm Anspielungen auf das Morgenrot. Sie brauchen nur nachzuschlagen die Stelle, wo Faust vor der Beschwörung des Erdgeistes die Worte spricht: «Jetzt erst erkenn’ ich, was der Weise spricht: Die Geisterwelt ist nicht verschlossen; dein Sinn ist zu, dein Herz ist tot! Auf, bade, Schüler, unverdrossen, die ird’sche Brust im Morgenrot.» Das Morgenrot ist das Licht, woran der Initiierte wieder erwacht. Als Faust gebadet heraustritt aus Lethes Flut, da sicht er wieder das Morgenrot. Auch im «Prolog im Himmel» haben wir eine solche Stelle: «Die Sonne tönt nach alter Weise in Brudersphären Wettgesang, und ihre vorgeschrieb’ne Reise vollendet sie mit Donnergang» und so weiter. Alle Dinge sind, so wie Goethe sich ausgedrückt hat, so zu nehmen, dass sie zunächst verständlich sind auch für den, der nicht in die Tiefen dringt. Aber der Eingeweihte wird sehen, dass dahinter noch etwas steckt. Das sind Goethes eigene Worte.
[ 7 ] Der Initiationsprozess ist es also, der uns im Christentum als Inhalt des christlichen Glaubensbekenntnisses vorliegt. Von hier aus müssen wir [weiter] eindringen. Wir werden dann sehen, dass wir gewisse Partien des Christentums nur so verstehen können.
[ 7 ] Der Initiationsprozess ist es also, der uns im Christentum als Inhalt des christlichen Glaubensbekenntnisses vorliegt. Von hier aus müssen wir [weiter] eindringen. Wir werden dann sehen, dass wir gewisse Partien des Christentums nur so verstehen können.
[ 8 ] Wenn wir das Matthäus-Evangelium aufschlagen, so werden uns gewisse Stellen nur verständlich von diesem theosophischen Ausgangspunkt aus. Das letzte Mal schon habe ich gezeigt, wie die Essäer durch ihr Leben die Vertreter dieser [mystischen] Anschauung gewesen sind. Wir finden da die Lehre von der Nichtigkeit des Materiellen. Wenn wir das, was uns über die Essäer übermittelt ist, zu lesen verstehen, dann finden wir, dass sich durch das Essäertum in das Judentum herein verpflanzt hat diese Geheimlehre, dass.der Mensch eine innere Vertiefung erfahren kann und dass zu gleicher Zeit die Anschauung sich gebildet hat, dass sie gefördert werden kann durch den Initiationsprozess.
[ 8 ] Wenn wir das Matthäus-Evangelium aufschlagen, so werden uns gewisse Stellen nur verständlich von diesem theosophischen Ausgangspunkt aus. Das letzte Mal schon habe ich gezeigt, wie die Essäer durch ihr Leben die Vertreter dieser [mystischen] Anschauung gewesen sind. Wir finden da die Lehre von der Nichtigkeit des Materiellen. Wenn wir das, was uns über die Essäer übermittelt ist, zu lesen verstehen, dann finden wir, dass sich durch das Essäertum in das Judentum herein verpflanzt hat diese Geheimlehre, dass.der Mensch eine innere Vertiefung erfahren kann und dass zu gleicher Zeit die Anschauung sich gebildet hat, dass sie gefördert werden kann durch den Initiationsprozess.
[ 9 ] Fragen wir uns nun: Tritt uns auch im Neuen Testament der Initiationsprozess entgegen? Wenn dies der Fall wäre, dann müssten wir uns sagen, dass wir es in Jesus von Nazareth mit einem Geheimlehrer zu tun haben, der es auf sich genommen hat, der in sich die hauptsächliche Sendung gesehen hat, keinen Menschen mehr auszuschließen, wenigstens von einer Ahnung dieses mystischen Prozesses, der es nicht über sein Herz bringen konnte, die Tiefen dieser Wissenschaft nur geheim zu betreiben.
[ 9 ] Fragen wir uns nun: Tritt uns auch im Neuen Testament der Initiationsprozess entgegen? Wenn dies der Fall wäre, dann müssten wir uns sagen, dass wir es in Jesus von Nazareth mit einem Geheimlehrer zu tun haben, der es auf sich genommen hat, der in sich die hauptsächliche Sendung gesehen hat, keinen Menschen mehr auszuschließen, wenigstens von einer Ahnung dieses mystischen Prozesses, der es nicht über sein Herz bringen konnte, die Tiefen dieser Wissenschaft nur geheim zu betreiben.
[ 10 ] Nun wollen wir sehen, ob wir Spuren entdecken können, dass Jesus zu den sogenannten Eingeweihten gehört hat. Nach dem Matthäus-Evangelium ohne Frage. Wir sehen, dass wir es zu tun haben mit einem auf höchster Stufe der Reinkarnation stehenden Menschen, mit einem «Buddha» oder «Christus». Ein solcher aber konnte nach der ganzen Sache, um die es sich handelt, kein anderer sein als ein Mitglied der Essäer-Gemeinschaft. Er konnte auch kein anderer sein als ein solcher, der zu den Eingeweihten des Alten Testamentes gehörte. Christus sah die [äußere] Welt verschwinden gegenüber dem, was er als Vision sah. - Visionen im Anfangsstadium sind keine Wirklichkeiten. Auf den höheren Stufen aber ändert sich das vollständigum.-Es handelt sich da um den Inhalt, der in einer solchen Vision vermittelt wird. Nehmen wir die Vision, die der Christus hatte mit Elias und Moses zur Seite, die ihn zur vollkommenen Verklärung brachte, wo nicht bloß er, sondern auch seine Kleidung verklärt wurde. Das wäre und war die höchste Offenbarung, die einem Menschen zuteilwerden konnte, die Teilnahme an der Göttlichkeit selber. Von da zeigte es sich auch klar, dass er nicht bloß ein Sendbote Gottes, sondern ein inkarnierter Gott war. Die essäische Anschauung macht es möglich zu begreifen, dass der Mensch diese Stufe erringen kann. Im Neuen Testament wird das ausgedrückt, wenn [Christus den Jüngern] zeigen will, was er durchlebt, was er sie ahnen lassen will, ahnen lassen muss, indem er sie darauf aufmerksam macht, dass sich das Göttliche einschleichen könnte «wie ein Dieb in der Nacht»: Der Tag der Auferstehung wird erscheinen, eine Erweckung wird stattfinden. Dieses Bewusstsein will er in jedem Menschen erwecken. Und dieses Bewusstsein zu erwecken, das war seine Sendung. Es war dasjenige, was die Essäer selbst wollten. Aber die Essäer wollten einzelne Auserwählte machen. Auch Jesus war nur als Einzelner auserwählt. Es lag ihm aber daran, alle dazu zu bringen. Aber nur denen, die den guten Willen hatten, konnte er den Pfad zeigen. Und dies konnte auch nur einer, der Eingeweihter unter den Eingeweihten war.
[ 10 ] Nun wollen wir sehen, ob wir Spuren entdecken können, dass Jesus zu den sogenannten Eingeweihten gehört hat. Nach dem Matthäus-Evangelium ohne Frage. Wir sehen, dass wir es zu tun haben mit einem auf höchster Stufe der Reinkarnation stehenden Menschen, mit einem «Buddha» oder «Christus». Ein solcher aber konnte nach der ganzen Sache, um die es sich handelt, kein anderer sein als ein Mitglied der Essäer-Gemeinschaft. Er konnte auch kein anderer sein als ein solcher, der zu den Eingeweihten des Alten Testamentes gehörte. Christus sah die [äußere] Welt verschwinden gegenüber dem, was er als Vision sah. - Visionen im Anfangsstadium sind keine Wirklichkeiten. Auf den höheren Stufen aber ändert sich das vollständigum.-Es handelt sich da um den Inhalt, der in einer solchen Vision vermittelt wird. Nehmen wir die Vision, die der Christus hatte mit Elias und Moses zur Seite, die ihn zur vollkommenen Verklärung brachte, wo nicht bloß er, sondern auch seine Kleidung verklärt wurde. Das wäre und war die höchste Offenbarung, die einem Menschen zuteilwerden konnte, die Teilnahme an der Göttlichkeit selber. Von da zeigte es sich auch klar, dass er nicht bloß ein Sendbote Gottes, sondern ein inkarnierter Gott war. Die essäische Anschauung macht es möglich zu begreifen, dass der Mensch diese Stufe erringen kann. Im Neuen Testament wird das ausgedrückt, wenn [Christus den Jüngern] zeigen will, was er durchlebt, was er sie ahnen lassen will, ahnen lassen muss, indem er sie darauf aufmerksam macht, dass sich das Göttliche einschleichen könnte «wie ein Dieb in der Nacht»: Der Tag der Auferstehung wird erscheinen, eine Erweckung wird stattfinden. Dieses Bewusstsein will er in jedem Menschen erwecken. Und dieses Bewusstsein zu erwecken, das war seine Sendung. Es war dasjenige, was die Essäer selbst wollten. Aber die Essäer wollten einzelne Auserwählte machen. Auch Jesus war nur als Einzelner auserwählt. Es lag ihm aber daran, alle dazu zu bringen. Aber nur denen, die den guten Willen hatten, konnte er den Pfad zeigen. Und dies konnte auch nur einer, der Eingeweihter unter den Eingeweihten war.
[ 11 ] Wer das Schrifttum in den ersten christlichen Jahrhunderten verfolgt, namentlich der ersten Zeit, der wird sehen, wie sie sich klar waren über die Frage der Unfehlbarkeit. Das gab es schon damals, die Möglichkeit verschiedener Auslegung bei den verschiedensten Persönlichkeiten. Zugegeben, das Wesen der Persönlichkeit Jesu konnte jeder nach seiner Art auslegen. Das ist begreiflich, wenn wir uns erinnern, dass wir es zu tun haben mit Menschen, die auf verschiedenen Stufen standen. Auch wenn wir die Gnostiker verfolgen, so finden wir, dass wir es dabei mit einer Geheimlehre zu tun haben. Ebenso wie es bei den Mysten der Fall war.
[ 11 ] Wer das Schrifttum in den ersten christlichen Jahrhunderten verfolgt, namentlich der ersten Zeit, der wird sehen, wie sie sich klar waren über die Frage der Unfehlbarkeit. Das gab es schon damals, die Möglichkeit verschiedener Auslegung bei den verschiedensten Persönlichkeiten. Zugegeben, das Wesen der Persönlichkeit Jesu konnte jeder nach seiner Art auslegen. Das ist begreiflich, wenn wir uns erinnern, dass wir es zu tun haben mit Menschen, die auf verschiedenen Stufen standen. Auch wenn wir die Gnostiker verfolgen, so finden wir, dass wir es dabei mit einer Geheimlehre zu tun haben. Ebenso wie es bei den Mysten der Fall war.
[ 12 ] Der Priester fühlte sich als Träger einer Geheimlehre. Er wusste, dass die Menschen nur stufenweise zu den Geheimlehren zu führen waren. Er wusste, dass er sie in einer Form zu geben hatte, dass jedem das Herz aufgehen konnte, dass aber trotzdem der Sinn übermittelt wurde. Wir können sogar annehmen, dass der, welcher die Mitteilungen aufgeschrieben hat, auch den Sinn verstanden hat. Jesus war zugleich Geheimlehrer neben dem großen Volksredner. Man braucht nur das Gleichnis zu haben, um auch in ihm eine höhere Wahrheit zu erkennen. Der aber, welcher das Gleichnis gab, konnte nur eine eingeweihte Persönlichkeit sein. Die Gleichnisse haben den Ursprung aus dem Tiefsten der Weltseele heraus. [Jesus] hatte eine Einsicht in die Anschauungen der geistigen Welt. Er wusste, um was es sich handelt bei dem Initiationsprozess. Er war ein solcher, der durch die eigene Offenbarung des Innern die Geheimnisse der geistigen Welt erfahren, erleben konnte. Dadurch, dass er auf der Stufe der vollkommenen Inkarnation stand, war er ein solcher, welcher selbst die Initiation vollziehen konnte und sie auch tatsächlich vollzogen hat.
[ 12 ] Der Priester fühlte sich als Träger einer Geheimlehre. Er wusste, dass die Menschen nur stufenweise zu den Geheimlehren zu führen waren. Er wusste, dass er sie in einer Form zu geben hatte, dass jedem das Herz aufgehen konnte, dass aber trotzdem der Sinn übermittelt wurde. Wir können sogar annehmen, dass der, welcher die Mitteilungen aufgeschrieben hat, auch den Sinn verstanden hat. Jesus war zugleich Geheimlehrer neben dem großen Volksredner. Man braucht nur das Gleichnis zu haben, um auch in ihm eine höhere Wahrheit zu erkennen. Der aber, welcher das Gleichnis gab, konnte nur eine eingeweihte Persönlichkeit sein. Die Gleichnisse haben den Ursprung aus dem Tiefsten der Weltseele heraus. [Jesus] hatte eine Einsicht in die Anschauungen der geistigen Welt. Er wusste, um was es sich handelt bei dem Initiationsprozess. Er war ein solcher, der durch die eigene Offenbarung des Innern die Geheimnisse der geistigen Welt erfahren, erleben konnte. Dadurch, dass er auf der Stufe der vollkommenen Inkarnation stand, war er ein solcher, welcher selbst die Initiation vollziehen konnte und sie auch tatsächlich vollzogen hat.
[ 13 ] Das ist etwas, was allerdings nur die mystische Lehre vertreten kann. Nur die mystische Lehre kann gewisse Partien der Schrift in richtiger Weise lesen. Sie können die Stellen verfolgen. Es werden immer Rätsel bleiben, wenn man sie nicht im mystischen Sinne, im Zusammenhang mit dem ägyptischen Initiationsprozess begreift. Jesus ist hervorgegangen aus dem tiefen geistigen Bett der Essäer, um im Sinne der Essäer-Weisheit zu wirken. Er konnte auch die Initiation vollziehen so, wie sie zweifelsohne zum Essäer-Kult gehört hat. Da muss man aber das Evangelium zu lesen verstehen, und zwar bei Johannes, der auch ein Eingeweihter [der Essäer] war. Er erzählt es uns in sehr maskierter Form.
[ 13 ] Das ist etwas, was allerdings nur die mystische Lehre vertreten kann. Nur die mystische Lehre kann gewisse Partien der Schrift in richtiger Weise lesen. Sie können die Stellen verfolgen. Es werden immer Rätsel bleiben, wenn man sie nicht im mystischen Sinne, im Zusammenhang mit dem ägyptischen Initiationsprozess begreift. Jesus ist hervorgegangen aus dem tiefen geistigen Bett der Essäer, um im Sinne der Essäer-Weisheit zu wirken. Er konnte auch die Initiation vollziehen so, wie sie zweifelsohne zum Essäer-Kult gehört hat. Da muss man aber das Evangelium zu lesen verstehen, und zwar bei Johannes, der auch ein Eingeweihter [der Essäer] war. Er erzählt es uns in sehr maskierter Form.
[ 14 ] Die, welche das Evangelium begriffen haben, werden immer finden den Punkt, sie werden hervorgehoben finden nämlich den Punkt, welcher die Veranlassung zum Tode Jesu gebildet haben muss. Es ist das der Punkt, wo Renan in ziemlich materialistischer Weise ein gewisses unbehagliches Gefühl bekommt, wo es der Kreuzigung zugeht und wo er sich nicht erklären kann, dass das wichtigste Wunder, die Auferweckung des Lazarus, so tief gewirkt haben soll, warum die zusammengehangen haben mag mit der Kreuzigung Jesu. Die Geschichte von der Auferweckung des Lazarus ist für denjenigen, der sie so nimmt, wie sie [im Evangelium] gegeben wird, nicht zu verstehen, exoterisch nicht zu verstehen. Wer in der Auferweckung des Lazarus ein bloßes Gleichnis sehen wollte, der würde nicht weiterkommen. Auch der nicht, der es in realistischer Darstellung auffasst, wie das mit dem Feigenbaum geschah. Der eine [- Lukas -] hat es als Gleichnis aufgefasst und erzählt, der andere, Markus [- und auch Matthäus -], erzählt es als wirkliches Wunder. Mit all diesen Wundern hat nichts Gemeinschaftliches gehabt die Auferstehung des Lazarus, welche zweifellos das Wichtigste der Wunderwerke ist, welche Jesus vollzogen hat. Und diese Auferweckung des Lazarus kann nur verstanden werden, wenn sie esoterisch gefasst wird. Sie ist ein Initiationsvorgang, der uns in verhüllter Weise geschildert wird. Wenn wir die Auferweckung des Lazarus vor uns haben und wissen, dass es sich um den Initiationsprozess handelt, der uns nur in etwas maskierter Weise erzählt wird, so haben wir darin auch den Grund, weshalb die Kommentatoren so schwül gestimmt sind von dem Augenblicke an, wo dieser Initiationsprozess hinausgetragen ist in alle Welt. Er wurde ein großes Symbol. Von jetzt an glaubte man an Jesus. Man wusste jetzt, um was es sich handelte, um einen großen Geheimlehrer, der aller Welt das Evangelium verkündigen wollte.
[ 14 ] Die, welche das Evangelium begriffen haben, werden immer finden den Punkt, sie werden hervorgehoben finden nämlich den Punkt, welcher die Veranlassung zum Tode Jesu gebildet haben muss. Es ist das der Punkt, wo Renan in ziemlich materialistischer Weise ein gewisses unbehagliches Gefühl bekommt, wo es der Kreuzigung zugeht und wo er sich nicht erklären kann, dass das wichtigste Wunder, die Auferweckung des Lazarus, so tief gewirkt haben soll, warum die zusammengehangen haben mag mit der Kreuzigung Jesu. Die Geschichte von der Auferweckung des Lazarus ist für denjenigen, der sie so nimmt, wie sie [im Evangelium] gegeben wird, nicht zu verstehen, exoterisch nicht zu verstehen. Wer in der Auferweckung des Lazarus ein bloßes Gleichnis sehen wollte, der würde nicht weiterkommen. Auch der nicht, der es in realistischer Darstellung auffasst, wie das mit dem Feigenbaum geschah. Der eine [- Lukas -] hat es als Gleichnis aufgefasst und erzählt, der andere, Markus [- und auch Matthäus -], erzählt es als wirkliches Wunder. Mit all diesen Wundern hat nichts Gemeinschaftliches gehabt die Auferstehung des Lazarus, welche zweifellos das Wichtigste der Wunderwerke ist, welche Jesus vollzogen hat. Und diese Auferweckung des Lazarus kann nur verstanden werden, wenn sie esoterisch gefasst wird. Sie ist ein Initiationsvorgang, der uns in verhüllter Weise geschildert wird. Wenn wir die Auferweckung des Lazarus vor uns haben und wissen, dass es sich um den Initiationsprozess handelt, der uns nur in etwas maskierter Weise erzählt wird, so haben wir darin auch den Grund, weshalb die Kommentatoren so schwül gestimmt sind von dem Augenblicke an, wo dieser Initiationsprozess hinausgetragen ist in alle Welt. Er wurde ein großes Symbol. Von jetzt an glaubte man an Jesus. Man wusste jetzt, um was es sich handelte, um einen großen Geheimlehrer, der aller Welt das Evangelium verkündigen wollte.
[ 15 ] Nun wollen wir den Initiationsprozess selber betrachten. Solche Dinge verraten sich uns dadurch, dass die Töne angeschlagen werden, welche mystische Symbole bedeuten. Und wenn man mystische Symbole zu verstehen weiß, wenn man gewohnt ist, mystische Schriften zu lesen, dann wird man hingewiesen - wie ein Freimaurer hingewiesen wird, dass er es mit einem anderen Freimaurer zu tun hat -, man wird hingewiesen darauf, wenn ein tief mystisches Thema angeschlagen wird, so wie im Johannes-Evangelium die Auferweckung des Lazarus erzählt wird.
[ 15 ] Nun wollen wir den Initiationsprozess selber betrachten. Solche Dinge verraten sich uns dadurch, dass die Töne angeschlagen werden, welche mystische Symbole bedeuten. Und wenn man mystische Symbole zu verstehen weiß, wenn man gewohnt ist, mystische Schriften zu lesen, dann wird man hingewiesen - wie ein Freimaurer hingewiesen wird, dass er es mit einem anderen Freimaurer zu tun hat -, man wird hingewiesen darauf, wenn ein tief mystisches Thema angeschlagen wird, so wie im Johannes-Evangelium die Auferweckung des Lazarus erzählt wird.
[ 16 ] Lazarus liegt an einer Krankheit darnieder. Sie bezieht sich nur auf sein vorhergegangenes Leben. Es ist der Initiationsprozess, der bei ihm vorgenommen werden soll von dem Christus selbst. Man hat es mit einem Kranken zu tun, der schon dem Tode verfallen ist. Die Übersetzung ist nicht schlecht. Es handelt sich dann aber auch darum, dass uns die zwei Schwestern Maria und Martha vorgeführt werden. «Maria bedeutet nicht nur einen Eigennamen, «Maria ist dasselbe wie «Maya in der indischen Weltanschauung. Sie bedeutet nichts anderes als die Materie, die jungfräuliche Materie, in die der Geist sich ausgießen muss, um durch die verschiedenen Stufen der Verkörperung hindurchzugehen, durch die Stufen der unorganischen Natur, des pflanzlichen und tierischen Lebens und des Menschen zurück zur Göttlichkeit. Diese Maria ist [das Wesen], aus dem der Geist geboren werden muss aus der noch nicht vermischten Materie.
[ 16 ] Lazarus liegt an einer Krankheit darnieder. Sie bezieht sich nur auf sein vorhergegangenes Leben. Es ist der Initiationsprozess, der bei ihm vorgenommen werden soll von dem Christus selbst. Man hat es mit einem Kranken zu tun, der schon dem Tode verfallen ist. Die Übersetzung ist nicht schlecht. Es handelt sich dann aber auch darum, dass uns die zwei Schwestern Maria und Martha vorgeführt werden. «Maria bedeutet nicht nur einen Eigennamen, «Maria ist dasselbe wie «Maya in der indischen Weltanschauung. Sie bedeutet nichts anderes als die Materie, die jungfräuliche Materie, in die der Geist sich ausgießen muss, um durch die verschiedenen Stufen der Verkörperung hindurchzugehen, durch die Stufen der unorganischen Natur, des pflanzlichen und tierischen Lebens und des Menschen zurück zur Göttlichkeit. Diese Maria ist [das Wesen], aus dem der Geist geboren werden muss aus der noch nicht vermischten Materie.
[ 17 ] Wir haben es also zu tun auf der einen Seite mit Maria und auf der anderen Seite mit ihrer Schwester Martha. Wir werden sehen, dass uns beide Schwestern noch in einer besonderen Weise geschildert werden, wir werden sehen, in welchem bedeutenden Gegensatz diese Schwestern zueinander stehen. «Es geschah, dass sie wandelten. ... Da war ein Weib namens Martha. Sie nahm ihn auf in das Haus. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich zu Jesu Füßen und hörte seiner Rede zu.» - Maria ist das Symbol für das materielle Dasein, dasjenige, aus dem der Geist wieder herausgeboren werden muss, und «Martha» ist diejenige, welche Dienste leistet, welche den Geist weiterführt auf der Bahn, die Schwester des Materiellen, das eigentliche Symbol des Geistigen. So wie der Mensch in der Schwebe wandelt zwischen dem Materiellen und dem Geistigen, so wandelt Lazarus zwischen den beiden Schwestern - nicht mit seinen Schwestern. Maria war diejenige, welche den Herrn gesalbt und ihn getrocknet hat mit ihren Haaren.
[ 17 ] Wir haben es also zu tun auf der einen Seite mit Maria und auf der anderen Seite mit ihrer Schwester Martha. Wir werden sehen, dass uns beide Schwestern noch in einer besonderen Weise geschildert werden, wir werden sehen, in welchem bedeutenden Gegensatz diese Schwestern zueinander stehen. «Es geschah, dass sie wandelten. ... Da war ein Weib namens Martha. Sie nahm ihn auf in das Haus. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich zu Jesu Füßen und hörte seiner Rede zu.» - Maria ist das Symbol für das materielle Dasein, dasjenige, aus dem der Geist wieder herausgeboren werden muss, und «Martha» ist diejenige, welche Dienste leistet, welche den Geist weiterführt auf der Bahn, die Schwester des Materiellen, das eigentliche Symbol des Geistigen. So wie der Mensch in der Schwebe wandelt zwischen dem Materiellen und dem Geistigen, so wandelt Lazarus zwischen den beiden Schwestern - nicht mit seinen Schwestern. Maria war diejenige, welche den Herrn gesalbt und ihn getrocknet hat mit ihren Haaren.
[ 18 ] Das Ganze wird uns dann als eine Art von Krankengeschichte geschildert. Die Schwestern ließen ihm sagen: «Herr, siehe, der, den du lieb hast, der liegt krank. Da Jesus das hörte, sprach er: Die Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Gottes.» Sie ist im Gegenteil zum neuen Leben. Er will also den Initiationsprozess an Lazarus vollführen. Zur Ehre Gottes ist die Krankheit, dass der Mensch zur Göttlichkeit geführt wird. «Jesus aber hatte Martha lieb und ihre Schwester und Lazarus. ... Als er nun hörte, dass er krank war. ... Er blieb zwei Tage fort, da, wo er war.» Der Initiationsprozess hatte drei Tage zu dauern und am vierten Tage war der wie tot Schlafende aufzuwecken. «Dann spricht er zu den Jüngern: «Lazarus, unser Freund, schläft» — derjenige, den Jesus lieb hatte - «aber ich gehe hin, dass ich ihn aufwecke.» Die Jünger missverstanden das. Jesus sagte: «Er schläft den Tod, der durch den wirklichen Tod durchgeht. Lazarus ist gestorben, den mystischen Tod hat er durchlebt.» «Thomas sprach zu den Jüngern: «Lasst uns mitziehen, dass wir mit ihm sterben.»» - Vier Tage war Lazarus im Grabe. [Lücke in der Mitschrift].
[ 18 ] Das Ganze wird uns dann als eine Art von Krankengeschichte geschildert. Die Schwestern ließen ihm sagen: «Herr, siehe, der, den du lieb hast, der liegt krank. Da Jesus das hörte, sprach er: Die Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Gottes.» Sie ist im Gegenteil zum neuen Leben. Er will also den Initiationsprozess an Lazarus vollführen. Zur Ehre Gottes ist die Krankheit, dass der Mensch zur Göttlichkeit geführt wird. «Jesus aber hatte Martha lieb und ihre Schwester und Lazarus. ... Als er nun hörte, dass er krank war. ... Er blieb zwei Tage fort, da, wo er war.» Der Initiationsprozess hatte drei Tage zu dauern und am vierten Tage war der wie tot Schlafende aufzuwecken. «Dann spricht er zu den Jüngern: «Lazarus, unser Freund, schläft» — derjenige, den Jesus lieb hatte - «aber ich gehe hin, dass ich ihn aufwecke.» Die Jünger missverstanden das. Jesus sagte: «Er schläft den Tod, der durch den wirklichen Tod durchgeht. Lazarus ist gestorben, den mystischen Tod hat er durchlebt.» «Thomas sprach zu den Jüngern: «Lasst uns mitziehen, dass wir mit ihm sterben.»» - Vier Tage war Lazarus im Grabe. [Lücke in der Mitschrift].
[ 19 ] Ein solcher Geheimlehrer konnte natürlich von der jüdischen orthodoxen Lehre nur verfolgt werden. Die ganze Erzählung ist, wie gesagt, maskiert. Sie bezeugt uns aber, dass wir es zu tun haben mit einem Initiationsprozess und mit der Auferstehung am vierten Tage. Wenn wir diese Geheimlehren verfolgen, wird uns klar, dass man in den ersten christlichen Jahrhunderten wusste, womit man es zu tun hatte.
[ 19 ] Ein solcher Geheimlehrer konnte natürlich von der jüdischen orthodoxen Lehre nur verfolgt werden. Die ganze Erzählung ist, wie gesagt, maskiert. Sie bezeugt uns aber, dass wir es zu tun haben mit einem Initiationsprozess und mit der Auferstehung am vierten Tage. Wenn wir diese Geheimlehren verfolgen, wird uns klar, dass man in den ersten christlichen Jahrhunderten wusste, womit man es zu tun hatte.
[ 20 ] Der, welcher eingeweiht war mit dem Initiationsprozess, ist auch eingeweiht in die Apokalypse. Auch da wird uns hinlänglich in der verschiedensten Weise angedeutet, womit wir es zu tun haben. Wenn wir sie lesen unter den jetzt geschaffenen Voraussetzungen, wird uns wörtlich gesagt, dass wir es mit Christus als einem Initiator zu tun haben. [Lücke in der Mitschrift]
[ 20 ] Der, welcher eingeweiht war mit dem Initiationsprozess, ist auch eingeweiht in die Apokalypse. Auch da wird uns hinlänglich in der verschiedensten Weise angedeutet, womit wir es zu tun haben. Wenn wir sie lesen unter den jetzt geschaffenen Voraussetzungen, wird uns wörtlich gesagt, dass wir es mit Christus als einem Initiator zu tun haben. [Lücke in der Mitschrift]
[ 21 ] Das Tier ist die sinnliche Natur des Menschen. «Ihre Leichname werden liegen auf der Straße. ... Nach dreieinhalb Tagen fuhr der Geist des Lebens von Gott in sie und sie traten auf ihre Füße.» Hier haben Sie den Initiationsprozess in mehr dogmatischer Weise. Um eine [Stelle] der Apokalypse anzuführen, wird uns dies gezeigt. «Ich bin die Wurzel des Geschlechts David, der helle Morgenstern.»
[ 21 ] Das Tier ist die sinnliche Natur des Menschen. «Ihre Leichname werden liegen auf der Straße. ... Nach dreieinhalb Tagen fuhr der Geist des Lebens von Gott in sie und sie traten auf ihre Füße.» Hier haben Sie den Initiationsprozess in mehr dogmatischer Weise. Um eine [Stelle] der Apokalypse anzuführen, wird uns dies gezeigt. «Ich bin die Wurzel des Geschlechts David, der helle Morgenstern.»
[ 22 ] Dies alles zu verstehen ist notwendig, wenn wir verstehen wollen, wie Jesus gewirkt hat die Auferweckung des Lazarus, den Initiationsprozess. Wenn Sie sich das, was drum und dran hängt, vor Augen führen, dann werden Sie von selber sehen, dass es sich um nichts anderes handeln kann - schon nach der ganzen Stimmung, die rings um diesen Initiationsprozess sich ausbreitet.
[ 22 ] Dies alles zu verstehen ist notwendig, wenn wir verstehen wollen, wie Jesus gewirkt hat die Auferweckung des Lazarus, den Initiationsprozess. Wenn Sie sich das, was drum und dran hängt, vor Augen führen, dann werden Sie von selber sehen, dass es sich um nichts anderes handeln kann - schon nach der ganzen Stimmung, die rings um diesen Initiationsprozess sich ausbreitet.
[ 23 ] Ich möchte noch einmal die Frage aufwerfen: Was war das schwerste Verbrechen nach den Anschauungen des jüdischen Gerichtshofes? Wir wissen es aus Andeutungen der griechischen Geschichte - von Plutarch zum Beispiel und so weiter -, welch ungeheure Schuld derjenige auf sich lud, der die Mysterien öffentlich machte. Plutarch sagt, dass er sich hüten wird, etwas von den Mysterien öffentlich zu verraten. [Jesus] war es, welcher sich zuerst die Anschauung bildete, dass in jedem Menschen diese Ahnungen erweckt werden müssen. Die Juden konnten das nicht, sie hatten das Gesetz, den Glauben. Die Mysterien wurden als schlecht betrachtet, da den Menschen dadurch der Glaube genommen wurde. Das war [in den Augen der Pharisäer] das große Verbrechen, dass Jesus den Initiationsprozess gelehrt hat, öffentlich.
[ 23 ] Ich möchte noch einmal die Frage aufwerfen: Was war das schwerste Verbrechen nach den Anschauungen des jüdischen Gerichtshofes? Wir wissen es aus Andeutungen der griechischen Geschichte - von Plutarch zum Beispiel und so weiter -, welch ungeheure Schuld derjenige auf sich lud, der die Mysterien öffentlich machte. Plutarch sagt, dass er sich hüten wird, etwas von den Mysterien öffentlich zu verraten. [Jesus] war es, welcher sich zuerst die Anschauung bildete, dass in jedem Menschen diese Ahnungen erweckt werden müssen. Die Juden konnten das nicht, sie hatten das Gesetz, den Glauben. Die Mysterien wurden als schlecht betrachtet, da den Menschen dadurch der Glaube genommen wurde. Das war [in den Augen der Pharisäer] das große Verbrechen, dass Jesus den Initiationsprozess gelehrt hat, öffentlich.
[ 24 ] Worauf bei der Verurteilung es hauptsächlich ankam? Man frägt, ob er eine Geheimlehre hatte. Er sagt, es sei keine geheime Lehre, sondern es sei seine Aufgabe, sie vor aller Welt zu lehren. Er wurde ausdrücklich darüber vernommen, ob er seine Lehre vor aller Welt gelehrt hatte oder ob er das Mysterienhafte bewahrt hätte. Nach der Anschauung derjenigen, welche Jesus zu richten hatten, war es eine Art von Verräterei, dass er das mitgeteilt hatte, was er den Menschen nach der Anschauung derjenigen, die ihn verurteilten, nicht hätte mitteilen dürfen. So sehen wir, dass tatsächlich jenes Unbehagen, das bei verschiedenen Kommentatoren auftritt, einen tiefen Grund hatte, und wir sehen auch, dass bei der Auferweckung des Lazarus nach Johannes wir es in Jesus mit einem hervorragenden Initiator zu tun haben.
[ 24 ] Worauf bei der Verurteilung es hauptsächlich ankam? Man frägt, ob er eine Geheimlehre hatte. Er sagt, es sei keine geheime Lehre, sondern es sei seine Aufgabe, sie vor aller Welt zu lehren. Er wurde ausdrücklich darüber vernommen, ob er seine Lehre vor aller Welt gelehrt hatte oder ob er das Mysterienhafte bewahrt hätte. Nach der Anschauung derjenigen, welche Jesus zu richten hatten, war es eine Art von Verräterei, dass er das mitgeteilt hatte, was er den Menschen nach der Anschauung derjenigen, die ihn verurteilten, nicht hätte mitteilen dürfen. So sehen wir, dass tatsächlich jenes Unbehagen, das bei verschiedenen Kommentatoren auftritt, einen tiefen Grund hatte, und wir sehen auch, dass bei der Auferweckung des Lazarus nach Johannes wir es in Jesus mit einem hervorragenden Initiator zu tun haben.
Fragenbeantwortung:
Fragenbeantwortung:
[ 25 ] Die Kirche hat den Initiationsprozess zum Inspirationsprozess gemacht. Dadurch hat die Kirche ihre Mission für die Jahrtausende möglich gemacht.
[ 25 ] Die Kirche hat den Initiationsprozess zum Inspirationsprozess gemacht. Dadurch hat die Kirche ihre Mission für die Jahrtausende möglich gemacht.
[ 26 ] Das Christentum ist eine Religion für die breite Masse und auch für die Eingeweihten.
[ 26 ] Das Christentum ist eine Religion für die breite Masse und auch für die Eingeweihten.
[ 27 ] Die Mystiker schen ein, dass die Offenbarung in ihnen ist.
[ 27 ] Die Mystiker schen ein, dass die Offenbarung in ihnen ist.
[ 28 ] Wenn die Wissenschaft zu den Naturgesetzen vordringt, dann kommt auch eine Periode, wo der Glaube nicht mehr wirksam ist und sie schließlich auf das Theosophische zurückführt.
[ 28 ] Wenn die Wissenschaft zu den Naturgesetzen vordringt, dann kommt auch eine Periode, wo der Glaube nicht mehr wirksam ist und sie schließlich auf das Theosophische zurückführt.
[ 29 ] Die Kirche sollte diese Arbeit der Initiation ausführen und den großen Massen zugänglich machen.
[ 29 ] Die Kirche sollte diese Arbeit der Initiation ausführen und den großen Massen zugänglich machen.
[ 30 ] Die Kirche kann nicht mehr die Theosophie verstehen, aber die Theosophie kann die Kirche verstehen.
[ 30 ] Die Kirche kann nicht mehr die Theosophie verstehen, aber die Theosophie kann die Kirche verstehen.
[ 31 ] Im Judentum durfte nur das reine Gesetz gelehrt werden, obgleich im Talmud auch Geheimlehren enthalten sind.
[ 31 ] Im Judentum durfte nur das reine Gesetz gelehrt werden, obgleich im Talmud auch Geheimlehren enthalten sind.
[ 32 ] Was Christus von sich [und seiner] Mission sagt: «Ich weiß, dass du mich immer hörst, aber um des Volkes willen mache ich das.» Auferweckung des Lazarus.
[ 32 ] Was Christus von sich [und seiner] Mission sagt: «Ich weiß, dass du mich immer hörst, aber um des Volkes willen mache ich das.» Auferweckung des Lazarus.
