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Ancient Mysteries and Christianity
GA 87

29 March 1902, Berlin

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Antike Mysterien und Christentum, 1st ed.
  1. Ancient Mysteries and Christianity, tr. SOL

21. Gnosis und Apokalypse

21. Gnosis und Apokalypse

[ 1 ] Wir haben das letzte Mal begonnen, die Apokalypse zu charakterisieren. Sie stellt uns ein spätes Produkt der verschiedenen Anschauungen dar, welche sich um die Zeit von Christi Geburt ausgebildet haben, namentlich ausgebildet haben in den Schulen, aus denen die tieferen theologischen Lehren des Christentums hervorgegangen sind, die dann erst später die populäre Form angenommen haben. Den Vorgang, welcher da stattgefunden hat, könnten wir uns etwa in der Art vorstellen, dass in den verschiedensten Lehrstätten, in den verschiedensten Mysterien-Schulen im ersten und vielleicht auch noch im zweiten Jahrhundert nach Christus die alten Lehren, die aus den Mysterien stammten, in der verschiedensten Weise weitergepflegt worden sind und namentlich eine geistige, das heißt eine theologische Vertiefung erfahren haben; diese alten Lehren und diese theologische Vertiefung liegen zweifellos der späteren christlichen Theologie zugrunde. Mit dieser späteren christlichen Theologie ist es so, dass das kirchliche Christentum unter Führung der geistlichen Welt, der Bischöfe und so weiter, sie dann populär zu gestalten versucht. Nun meine ich, dass man einen Einblick gewinnt in die Art, wie sich in den ersten Jahrhunderten [nach Christi Geburt] dasjenige, was sich uns jetzt als christliche mystische Theologie darbietet, herausgebildet hat, wenn man verfolgt, wie sich in seiner eigentlichen geistigen Eigenschaft das christliche Dogma gebildet hat. Man bekommt dann die Anschauung, dass es sich gebildet hat wesentlich unter dem Einfluss der verschiedensten Mysterienkulte. In welcher Beziehung steht nun die Apokalypse zu dieser Welt der Mysterienkulte und der späteren Theologie? Der Apokalypse sieht man es jetzt noch an, dass sie hervorgegangen ist aus dem Bestreben, die Lehren der Alten aufzunehmen, zu verarbeiten und sie zu lehren als Vorbereitung, gleichsam als etwas, das hingeordnet ist auf das neue Christentum, als etwas, das berufen ist, die alten Mysterien abzulösen und den tieferen Gehalt derselben als Welt-Evangelium zu verkündigen.

[ 1 ] Wir haben das letzte Mal begonnen, die Apokalypse zu charakterisieren. Sie stellt uns ein spätes Produkt der verschiedenen Anschauungen dar, welche sich um die Zeit von Christi Geburt ausgebildet haben, namentlich ausgebildet haben in den Schulen, aus denen die tieferen theologischen Lehren des Christentums hervorgegangen sind, die dann erst später die populäre Form angenommen haben. Den Vorgang, welcher da stattgefunden hat, könnten wir uns etwa in der Art vorstellen, dass in den verschiedensten Lehrstätten, in den verschiedensten Mysterien-Schulen im ersten und vielleicht auch noch im zweiten Jahrhundert nach Christus die alten Lehren, die aus den Mysterien stammten, in der verschiedensten Weise weitergepflegt worden sind und namentlich eine geistige, das heißt eine theologische Vertiefung erfahren haben; diese alten Lehren und diese theologische Vertiefung liegen zweifellos der späteren christlichen Theologie zugrunde. Mit dieser späteren christlichen Theologie ist es so, dass das kirchliche Christentum unter Führung der geistlichen Welt, der Bischöfe und so weiter, sie dann populär zu gestalten versucht. Nun meine ich, dass man einen Einblick gewinnt in die Art, wie sich in den ersten Jahrhunderten [nach Christi Geburt] dasjenige, was sich uns jetzt als christliche mystische Theologie darbietet, herausgebildet hat, wenn man verfolgt, wie sich in seiner eigentlichen geistigen Eigenschaft das christliche Dogma gebildet hat. Man bekommt dann die Anschauung, dass es sich gebildet hat wesentlich unter dem Einfluss der verschiedensten Mysterienkulte. In welcher Beziehung steht nun die Apokalypse zu dieser Welt der Mysterienkulte und der späteren Theologie? Der Apokalypse sieht man es jetzt noch an, dass sie hervorgegangen ist aus dem Bestreben, die Lehren der Alten aufzunehmen, zu verarbeiten und sie zu lehren als Vorbereitung, gleichsam als etwas, das hingeordnet ist auf das neue Christentum, als etwas, das berufen ist, die alten Mysterien abzulösen und den tieferen Gehalt derselben als Welt-Evangelium zu verkündigen.

[ 2 ] Wenn man die Apokalypse in ihrer ganzen Komposition verfolgt, so sieht man deutlich diesen zweifachen Charakter. Man sieht deutlich aus den Grundbestandteilen die alten Anschauungen genau vertreten und dann auch sieht man durchschimmern: Nun ist die Zeit erfüllt, eine neue Art des Erlösungsweges ist in die Welt gekommen. Diese neue Art ist diejenige, welche im Christentum sich ausgelebt hat.

[ 2 ] Wenn man die Apokalypse in ihrer ganzen Komposition verfolgt, so sieht man deutlich diesen zweifachen Charakter. Man sieht deutlich aus den Grundbestandteilen die alten Anschauungen genau vertreten und dann auch sieht man durchschimmern: Nun ist die Zeit erfüllt, eine neue Art des Erlösungsweges ist in die Welt gekommen. Diese neue Art ist diejenige, welche im Christentum sich ausgelebt hat.

[ 3 ] So kann man verfolgen die zwei ineinander verflochtenen Bestandteile der Apokalypse, welche sich uns in zweifacher Siebenzahl darstellen, in einer Siebenzahl mit dem Blick auf die Vergangenheit und mit einer Siebenzahl mit dem Blick in die Zukunft. Auf die Vergangenheit bezieht sich alles, was uns bei der Eröffnung der sieben Siegel gesagt ist, und auf die Zukunft bezieht sich das, was uns gesagt wird von dem Ertönen der sieben Posaunen. Dass sich das Buch mit den sieben Siegeln nur auf die Vergangenheit bezieht, das geht aus der Lösung derselben hervor. Wenn man die ganze Situation verstehen will, dann muss man sich vergegenwärtigen: Was ist gelehrt worden in den theosophisch-mystischen Schulen? Man muss auch eine Vorstellung [davon] haben, wer der Schreiber der Apokalypse war. Es kommt nicht auf die bestimmte Persönlichkeit an, sondern darauf, woraus diese Anschauungen entstanden sind, woraus sie sich gebildet haben. Erst in der Mitte des zweiten Jahrhunderts wurden sie zusammengearbeitet zu der Form, in der wir sie jetzt haben. Der Verfasser ist hervorgegangen aus gnostischen Schulen, die im zweiten Jahrhundert nach Christus noch überall geblüht haben. Sie waren eine Fortsetzung der alten gnostischen Schulen, die nichts weiter getan haben, als die Mysterien weiter auszubilden. Was in diesen gnostischen Schulen gelehrt worden ist, das ist schwierig zu erfahren. Nur wenige Dokumente gibt es, welche uns von der eigentlichen geistigen Welt [dieser Schulen] die nötigen Hinweise geben können. Diese gnostischen Schulen, die überall in der damaligen Welt verbreitet waren, hatten eine vergeistigte Anschauung von den alten Mysterienkulten. Ich will damit nicht sagen, dass es eine höhere Stufe sei. Das Geistige in der Erkenntnis muss nicht eine höhere Stufe sein als das, wenn man hinunterdringt in das Leben und das Geistige da ergreift. Die eigentlichen Gnostiker, welche der christlichen Lehre zugrunde liegen, waren im wesentlichen Theologen und Philosophen, welche eine sehr intellektuelle Lehre kultivierten. Die Hauptsache war tatsächlich bei den Gnostikern - der Grundnerv, den wir uns aus den verschiedenen Schulen herausdestillieren können -, war eine Art Sehnsucht, die Welt des Menschen mit der großen Welt des Kosmos zu verbinden. Das letzte Mal habe ich gezeigt, dass die Christus-Lehre die kosmische Überzeugung ist, dass die Erlösungsgeschichte der Menschheit ein Vorbild dessen ist, was im einzelnen Menschen sich abspielt.

[ 3 ] So kann man verfolgen die zwei ineinander verflochtenen Bestandteile der Apokalypse, welche sich uns in zweifacher Siebenzahl darstellen, in einer Siebenzahl mit dem Blick auf die Vergangenheit und mit einer Siebenzahl mit dem Blick in die Zukunft. Auf die Vergangenheit bezieht sich alles, was uns bei der Eröffnung der sieben Siegel gesagt ist, und auf die Zukunft bezieht sich das, was uns gesagt wird von dem Ertönen der sieben Posaunen. Dass sich das Buch mit den sieben Siegeln nur auf die Vergangenheit bezieht, das geht aus der Lösung derselben hervor. Wenn man die ganze Situation verstehen will, dann muss man sich vergegenwärtigen: Was ist gelehrt worden in den theosophisch-mystischen Schulen? Man muss auch eine Vorstellung [davon] haben, wer der Schreiber der Apokalypse war. Es kommt nicht auf die bestimmte Persönlichkeit an, sondern darauf, woraus diese Anschauungen entstanden sind, woraus sie sich gebildet haben. Erst in der Mitte des zweiten Jahrhunderts wurden sie zusammengearbeitet zu der Form, in der wir sie jetzt haben. Der Verfasser ist hervorgegangen aus gnostischen Schulen, die im zweiten Jahrhundert nach Christus noch überall geblüht haben. Sie waren eine Fortsetzung der alten gnostischen Schulen, die nichts weiter getan haben, als die Mysterien weiter auszubilden. Was in diesen gnostischen Schulen gelehrt worden ist, das ist schwierig zu erfahren. Nur wenige Dokumente gibt es, welche uns von der eigentlichen geistigen Welt [dieser Schulen] die nötigen Hinweise geben können. Diese gnostischen Schulen, die überall in der damaligen Welt verbreitet waren, hatten eine vergeistigte Anschauung von den alten Mysterienkulten. Ich will damit nicht sagen, dass es eine höhere Stufe sei. Das Geistige in der Erkenntnis muss nicht eine höhere Stufe sein als das, wenn man hinunterdringt in das Leben und das Geistige da ergreift. Die eigentlichen Gnostiker, welche der christlichen Lehre zugrunde liegen, waren im wesentlichen Theologen und Philosophen, welche eine sehr intellektuelle Lehre kultivierten. Die Hauptsache war tatsächlich bei den Gnostikern - der Grundnerv, den wir uns aus den verschiedenen Schulen herausdestillieren können -, war eine Art Sehnsucht, die Welt des Menschen mit der großen Welt des Kosmos zu verbinden. Das letzte Mal habe ich gezeigt, dass die Christus-Lehre die kosmische Überzeugung ist, dass die Erlösungsgeschichte der Menschheit ein Vorbild dessen ist, was im einzelnen Menschen sich abspielt.

[ 4 ] Ich möchte eine Zusammenfassung der Weltanschauung geben, die vielleicht in keiner gnostischen Schule wirklich [so] gepflegt worden ist, die sich aber als eine Durchschnitts-Vorstellung ergibt. Wir müssen uns vorstellen, dass es sich darum handelt, einen strengen Parallelismus zwischen dem Gang in der großen Welt und dem Leben des einzelnen Menschen zu zeigen. Der Gnostiker wollte vor allen Dingen das einzelne Menschenleben darstellen als dasjenige, was auf seinem Pfade auf den verschiedenen Entwicklungsstufen mikrokosmisch das Makrokosmische wiederholt, ebenso wie auch das Geschichtliche des Weltenlebens sich wiederholt.

[ 4 ] Ich möchte eine Zusammenfassung der Weltanschauung geben, die vielleicht in keiner gnostischen Schule wirklich [so] gepflegt worden ist, die sich aber als eine Durchschnitts-Vorstellung ergibt. Wir müssen uns vorstellen, dass es sich darum handelt, einen strengen Parallelismus zwischen dem Gang in der großen Welt und dem Leben des einzelnen Menschen zu zeigen. Der Gnostiker wollte vor allen Dingen das einzelne Menschenleben darstellen als dasjenige, was auf seinem Pfade auf den verschiedenen Entwicklungsstufen mikrokosmisch das Makrokosmische wiederholt, ebenso wie auch das Geschichtliche des Weltenlebens sich wiederholt.

[ 5 ] [Wie das geschichtliche Weltleben in der gnostischen Anschauung lebte - um darzustellen, wie es zum Ausdruck gekommen ist -, will ich an dem «Auszug aus Ägypten» zeigen.) Es ist eine Allegorie der inneren Seelenentwicklung. Das Land ist als der Körper des einzelnen Individuums aufzufassen. [Der Auszug aus Ägypten entspricht also, wenn in der Geschichte der Israeliten davon gesprochen wird, dem Einzug in den «Garten Eden und dem Auszug aus dem sinnlichen Körper]. Den sucht der Gnostiker zu überwinden, gleichsam auszuziehen. Indem er sich dem Höheren nähert, wird er herausgeführt [aus der sinnlichen Natur] durch den Initiierten. Nicht sogleich wird er nach Palästina, ins «Gelobte Land» geführt. Er muss zuvor noch verschiedene Entwicklungsphasen durchmachen. Ein Symbol haben wir in der von Moses aufgerichteten ‘ehernen Schlange’ als Heilmittel gegen die vielen Schlangen. Wer von einer Schlange gebissen wurde, der musste sterben. Beim Anblick der ehernen Schlange aber sollte er am Leben bleiben. Die eherne Schlange war nichts anderes als die prophetische Vorherverkündigung der Erlösung durch den Christus Jesus. Die Schlange ist immer ein wichtiges Symbol gewesen. Das Volk gelangte dann ins Innere, ins Seelenleben, ins Gelobte Land, in welchem der Messias erscheinen muss. So haben die Gnostiker dieses Vorkommnis aufgefasst: als Allegorie des inneren Seelenlebens. Die Schlange gilt überall als Symbol für die durch die Materie sich hindurchziehende Entwicklung des geistigen Lebens. Die [eherne] Schlange vermittelt die Vernichtung der letzten materiellen Manifestation. Die allerletzte Stufe, die gröbste Stufe ist gerade die, in welcher sich der Logos, der höchste Gottesgeist zum Ausdruck bringt, aus der sich der Mensch, die menschliche Individualität [herauswinden] muss. Die Rückwendung, die Rückwanderung des Irdischen zum Göttlichen muss da angetreten werden. Die eherne Schlange ist das Symbol für den vorbildlichen Menschen, der so weit ist, dass er durch seine Vergeistigung die Vergeistigung der übrigen Welt mitbewirken kann. In einer solchen Weise legten sich die Gnostiker alle geschichtlichen Ereignisse aus. Sie sahen sie an als Allegorie für individuelle Seelenvorgänge des eigentlichen Menschen und wuchsen dadurch zu den göttlichen Weltenvorgängen heran.

[ 5 ] [Wie das geschichtliche Weltleben in der gnostischen Anschauung lebte - um darzustellen, wie es zum Ausdruck gekommen ist -, will ich an dem «Auszug aus Ägypten» zeigen.) Es ist eine Allegorie der inneren Seelenentwicklung. Das Land ist als der Körper des einzelnen Individuums aufzufassen. [Der Auszug aus Ägypten entspricht also, wenn in der Geschichte der Israeliten davon gesprochen wird, dem Einzug in den «Garten Eden und dem Auszug aus dem sinnlichen Körper]. Den sucht der Gnostiker zu überwinden, gleichsam auszuziehen. Indem er sich dem Höheren nähert, wird er herausgeführt [aus der sinnlichen Natur] durch den Initiierten. Nicht sogleich wird er nach Palästina, ins «Gelobte Land» geführt. Er muss zuvor noch verschiedene Entwicklungsphasen durchmachen. Ein Symbol haben wir in der von Moses aufgerichteten ‘ehernen Schlange’ als Heilmittel gegen die vielen Schlangen. Wer von einer Schlange gebissen wurde, der musste sterben. Beim Anblick der ehernen Schlange aber sollte er am Leben bleiben. Die eherne Schlange war nichts anderes als die prophetische Vorherverkündigung der Erlösung durch den Christus Jesus. Die Schlange ist immer ein wichtiges Symbol gewesen. Das Volk gelangte dann ins Innere, ins Seelenleben, ins Gelobte Land, in welchem der Messias erscheinen muss. So haben die Gnostiker dieses Vorkommnis aufgefasst: als Allegorie des inneren Seelenlebens. Die Schlange gilt überall als Symbol für die durch die Materie sich hindurchziehende Entwicklung des geistigen Lebens. Die [eherne] Schlange vermittelt die Vernichtung der letzten materiellen Manifestation. Die allerletzte Stufe, die gröbste Stufe ist gerade die, in welcher sich der Logos, der höchste Gottesgeist zum Ausdruck bringt, aus der sich der Mensch, die menschliche Individualität [herauswinden] muss. Die Rückwendung, die Rückwanderung des Irdischen zum Göttlichen muss da angetreten werden. Die eherne Schlange ist das Symbol für den vorbildlichen Menschen, der so weit ist, dass er durch seine Vergeistigung die Vergeistigung der übrigen Welt mitbewirken kann. In einer solchen Weise legten sich die Gnostiker alle geschichtlichen Ereignisse aus. Sie sahen sie an als Allegorie für individuelle Seelenvorgänge des eigentlichen Menschen und wuchsen dadurch zu den göttlichen Weltenvorgängen heran.

[ 6 ] Eine solche Vorstellung, bei der das Kosmologische [aus der Tiefe] herauswächst, möchte ich hier hinstellen: die Idee von dem Anfangszustande der Welt. Aus dem allgemeinen Nichts heraus gebildet stellt sich der Gnostiker den Anfang der Welt vor. Zwei große Weltlichter erscheinen dann: [der Vater und der Sohn; der ewige Weltengeist und das Abbild des ewigen Weltengeistes]. Als Drittes erscheint dann die Allmutter. Die Allmutter ist das materielle Prinzip, und hier siegt das Nichtvorhandensein der Materie. Die Gnostiker stellten sich die Materie vor als etwas, das überwunden werden muss. Das Höchste dabei ist der Vater mit dem Sohn. Diese göttlichen Wesenheiten wirken, um sich selbst wiederzuerkennen, um Leben zu werden. Das ist es, was die Entwicklung der Welt, was das eigentliche Werden bedeutet.

[ 6 ] Eine solche Vorstellung, bei der das Kosmologische [aus der Tiefe] herauswächst, möchte ich hier hinstellen: die Idee von dem Anfangszustande der Welt. Aus dem allgemeinen Nichts heraus gebildet stellt sich der Gnostiker den Anfang der Welt vor. Zwei große Weltlichter erscheinen dann: [der Vater und der Sohn; der ewige Weltengeist und das Abbild des ewigen Weltengeistes]. Als Drittes erscheint dann die Allmutter. Die Allmutter ist das materielle Prinzip, und hier siegt das Nichtvorhandensein der Materie. Die Gnostiker stellten sich die Materie vor als etwas, das überwunden werden muss. Das Höchste dabei ist der Vater mit dem Sohn. Diese göttlichen Wesenheiten wirken, um sich selbst wiederzuerkennen, um Leben zu werden. Das ist es, was die Entwicklung der Welt, was das eigentliche Werden bedeutet.

[ 7 ] Dadurch, dass der Weltengeist - Vater und Sohn - im Schoße der Allmutter aufgeht, entsteht das, was man die vier Elemente nennt, Feuer, Erde, Luft, Wasser. Diese vier Elemente stellen in ihrer geistigen Wesenheit dasjenige dar, was die Gnostiker sich unter dem höchsten Christus dachten. Sie stellten sich darunter vor eine durch Vermählung des Geistigen mit dem Materiellen hervorgegangene höchste Wesenheit. Das Materielle war zunächst als dunkle Materie Urprinzip unter dem Bilde der Allmutter, [die ebenso ursprünglich wie der Vater war]. Mit diesen vier Elementen verbinden sich die beiden obersten geistigen Wesenheiten: Vater und Sohn, und erzeugen eine geistig-materielle Wesenheit: [den Christus]. Der Christus strebt wieder zurück zum Urgrund des Daseins.

[ 7 ] Dadurch, dass der Weltengeist - Vater und Sohn - im Schoße der Allmutter aufgeht, entsteht das, was man die vier Elemente nennt, Feuer, Erde, Luft, Wasser. Diese vier Elemente stellen in ihrer geistigen Wesenheit dasjenige dar, was die Gnostiker sich unter dem höchsten Christus dachten. Sie stellten sich darunter vor eine durch Vermählung des Geistigen mit dem Materiellen hervorgegangene höchste Wesenheit. Das Materielle war zunächst als dunkle Materie Urprinzip unter dem Bilde der Allmutter, [die ebenso ursprünglich wie der Vater war]. Mit diesen vier Elementen verbinden sich die beiden obersten geistigen Wesenheiten: Vater und Sohn, und erzeugen eine geistig-materielle Wesenheit: [den Christus]. Der Christus strebt wieder zurück zum Urgrund des Daseins.

[ 8 ] Dann finden wir, dass [die Gnostiker] den Himmel als eine Art von Kreis abgeschlossen dachten. Sie stellten sich aber das Himmelsgewölbe nicht so für sich dar. Der Himmel mit Vater und Sohn ist zunächst der Logos, die geistig-materielle Wesenheit, die im All jetzt verborgen ist und den Christus darstellt: Als die höchste himmlische, geistig-ätherische Wesenheit dachten sie sich ihn als die kosmologische Wesenheit des Alls. Neben der Befruchtung der «Allmutter aber ist ein Tröpflein des Lichtes unter dem Namen der Sophia, der Weisheit, in das Chaos ausgeflossen. Durch dieses Nebenlicht, welches als verlorenes im Weltenraum eine andere Art der Verbindung mit der Materie eingegangen ist als die, welche sich in Christus darstellt, durch dieses Nebenlicht, durch diese Sophia ist alles entstanden, was zur Bildung der Menschheit - nach Anschauung der Gnostiker — geführt hat. Das ist das Untere, dasjenige, was wir noch weiter kennenlernen werden. Weil es auch den zwei Urlichtern entstammt, deshalb wird es eine Art Parallelismus mit dem Oberen geben. Durch die Verbindung der Sophia mit dem Chaotischen, mit dem materiellen Element, entsteht dasjenige, was eigentlich uns beschrieben wird in der Gnosis. Die ganze Weltentstehungslehre, wie sie in der Gnosis sich findet, ist erst entstanden aus diesen kleinen Nebenplaneten des «großen Lichtes». Die ‘Sophia-Weltmutter’ - im Gegensatz zur «Allmutter — hat die Materie nochmals befruchtet. Aus dieser Verbindung des Tröpfchens Sophia ist hervorgegangen der Sohn Jaldabaoth. Dieser erzeugte sieben weitere Söhne, und diese sind die sieben Kräfte, die sieben Sphären. Die sieben Grundkräfte der sichtbaren Welt haben wir da vor uns, also dasjenige, aus dem sich die Weltnatur aufbaut, aus der eigentlichen Materie, aus dem Lebensprinzip, aus dem Astralleib, aus der Tierseele und aus den oberen drei Geistkräften. Aus diesen [sieben Grundkräften] sei der ganze Mensch auferbaut. Aber diese sind hervorgegangen aus der Vermählung der Sophia mit den Elementen, sodass die Gnosis den Ursprung der Welt erneuert hat. Während Christus das eigentliche Erzeugnis der Vermählung des irdischen Lichtes darstellt, stellt Jaldabaoth eine Art von Untergottheit dar, welche bis herab zum menschlichen Dasein [gewirkt und] den Menschen hervorgebracht hat. Das ist also eine kosmologische Lehre, die bis herunter zum Menschen reicht.

[ 8 ] Dann finden wir, dass [die Gnostiker] den Himmel als eine Art von Kreis abgeschlossen dachten. Sie stellten sich aber das Himmelsgewölbe nicht so für sich dar. Der Himmel mit Vater und Sohn ist zunächst der Logos, die geistig-materielle Wesenheit, die im All jetzt verborgen ist und den Christus darstellt: Als die höchste himmlische, geistig-ätherische Wesenheit dachten sie sich ihn als die kosmologische Wesenheit des Alls. Neben der Befruchtung der «Allmutter aber ist ein Tröpflein des Lichtes unter dem Namen der Sophia, der Weisheit, in das Chaos ausgeflossen. Durch dieses Nebenlicht, welches als verlorenes im Weltenraum eine andere Art der Verbindung mit der Materie eingegangen ist als die, welche sich in Christus darstellt, durch dieses Nebenlicht, durch diese Sophia ist alles entstanden, was zur Bildung der Menschheit - nach Anschauung der Gnostiker — geführt hat. Das ist das Untere, dasjenige, was wir noch weiter kennenlernen werden. Weil es auch den zwei Urlichtern entstammt, deshalb wird es eine Art Parallelismus mit dem Oberen geben. Durch die Verbindung der Sophia mit dem Chaotischen, mit dem materiellen Element, entsteht dasjenige, was eigentlich uns beschrieben wird in der Gnosis. Die ganze Weltentstehungslehre, wie sie in der Gnosis sich findet, ist erst entstanden aus diesen kleinen Nebenplaneten des «großen Lichtes». Die ‘Sophia-Weltmutter’ - im Gegensatz zur «Allmutter — hat die Materie nochmals befruchtet. Aus dieser Verbindung des Tröpfchens Sophia ist hervorgegangen der Sohn Jaldabaoth. Dieser erzeugte sieben weitere Söhne, und diese sind die sieben Kräfte, die sieben Sphären. Die sieben Grundkräfte der sichtbaren Welt haben wir da vor uns, also dasjenige, aus dem sich die Weltnatur aufbaut, aus der eigentlichen Materie, aus dem Lebensprinzip, aus dem Astralleib, aus der Tierseele und aus den oberen drei Geistkräften. Aus diesen [sieben Grundkräften] sei der ganze Mensch auferbaut. Aber diese sind hervorgegangen aus der Vermählung der Sophia mit den Elementen, sodass die Gnosis den Ursprung der Welt erneuert hat. Während Christus das eigentliche Erzeugnis der Vermählung des irdischen Lichtes darstellt, stellt Jaldabaoth eine Art von Untergottheit dar, welche bis herab zum menschlichen Dasein [gewirkt und] den Menschen hervorgebracht hat. Das ist also eine kosmologische Lehre, die bis herunter zum Menschen reicht.

[ 9 ] Wie stellt sich der Gnostiker nun die Bildung des Menschen vor? Er lässt den Menschen aus den sieben Grundteilen sich aufbauen. Nur sind sie durch die Vermählung der Sophia so entstanden, dass sie den abwärtssteigenden Weg machen. Wir müssen wieder den Rückweg machen. Den Rückweg müssen wir also zurückfinden. Die Gnostiker haben sich das so vorgestellt: Jaldabaoth war in eine Art von Streit geraten mit der Sophia, die von den Himmelslichtern selber stammt. Hätte Jaldabaoth den Menschen allein gebildet, dann wäre der Mensch zweifellos verloren gewesen. Nur weil aus dem Streit ein fortwährendes Zusammenwirken von Jaldabaoth und Sophia hervorging, ist es dem Menschen möglich gemacht worden, den Rückweg zum Gott zu finden.

[ 9 ] Wie stellt sich der Gnostiker nun die Bildung des Menschen vor? Er lässt den Menschen aus den sieben Grundteilen sich aufbauen. Nur sind sie durch die Vermählung der Sophia so entstanden, dass sie den abwärtssteigenden Weg machen. Wir müssen wieder den Rückweg machen. Den Rückweg müssen wir also zurückfinden. Die Gnostiker haben sich das so vorgestellt: Jaldabaoth war in eine Art von Streit geraten mit der Sophia, die von den Himmelslichtern selber stammt. Hätte Jaldabaoth den Menschen allein gebildet, dann wäre der Mensch zweifellos verloren gewesen. Nur weil aus dem Streit ein fortwährendes Zusammenwirken von Jaldabaoth und Sophia hervorging, ist es dem Menschen möglich gemacht worden, den Rückweg zum Gott zu finden.

[ 10 ] Die Schöpfungsgeschichte in Verbindung mit der Menschengeschichte in mystisch allegorischer Form haben wir uns da vorzustellen. Der göttliche Lichtfunke, die «Sophia» ist den Menschen geblieben. Sie führten ihn zurück, es war ja ein Abstieg vom Geistigen zum Materiellen hinunter. Der Rückweg war aber durch eigene Kraft nicht möglich. Er war nur dadurch möglich, dass jetzt von der nächsten Sphäre dem Menschen die Hilfe kam. Dies geschah dadurch, dass eine Verbindung eines vollkommenen Menschen eintrat mit dem, was sich früher zur höchsten Sphäre entwickelt hatte. Das wird in gnostischer Weise versinnbildlicht. Die Rückkehr des Menschen zu Gott wurde von den Gnostikern so vorgestellt, dass dadurch der Mensch imstande war, den Pfad zum Himmel anzutreten und zu vollziehen, dass er im Verlauf der verschiedenen Leben nach und nach sich dem Göttlichen annähern kann. Wenn der Mensch dann so weit gekommen ist, dass er die Erinnerung so weit ausgebildet hat — das ist gnostisch -, dass er rückblickend die ganze kosmologische Entwicklung, wie ich sie jetzt als allgemeine gnostische Vorstellung dargestellt habe, so überschauen kann, dass er sie nicht bloß als eine Lehre, sondern als eine Tatsache vor sich hat, wenn der Mensch so wieder ein Stück des Weges zurückgelegt hat, dass er das Übrige vor seinem Geiste klar liegen sieht, dann ist er derjenige, welcher imstande ist, die Wasser des Nil aufwärtsströmen zu machen.

[ 10 ] Die Schöpfungsgeschichte in Verbindung mit der Menschengeschichte in mystisch allegorischer Form haben wir uns da vorzustellen. Der göttliche Lichtfunke, die «Sophia» ist den Menschen geblieben. Sie führten ihn zurück, es war ja ein Abstieg vom Geistigen zum Materiellen hinunter. Der Rückweg war aber durch eigene Kraft nicht möglich. Er war nur dadurch möglich, dass jetzt von der nächsten Sphäre dem Menschen die Hilfe kam. Dies geschah dadurch, dass eine Verbindung eines vollkommenen Menschen eintrat mit dem, was sich früher zur höchsten Sphäre entwickelt hatte. Das wird in gnostischer Weise versinnbildlicht. Die Rückkehr des Menschen zu Gott wurde von den Gnostikern so vorgestellt, dass dadurch der Mensch imstande war, den Pfad zum Himmel anzutreten und zu vollziehen, dass er im Verlauf der verschiedenen Leben nach und nach sich dem Göttlichen annähern kann. Wenn der Mensch dann so weit gekommen ist, dass er die Erinnerung so weit ausgebildet hat — das ist gnostisch -, dass er rückblickend die ganze kosmologische Entwicklung, wie ich sie jetzt als allgemeine gnostische Vorstellung dargestellt habe, so überschauen kann, dass er sie nicht bloß als eine Lehre, sondern als eine Tatsache vor sich hat, wenn der Mensch so wieder ein Stück des Weges zurückgelegt hat, dass er das Übrige vor seinem Geiste klar liegen sieht, dann ist er derjenige, welcher imstande ist, die Wasser des Nil aufwärtsströmen zu machen.

[ 11 ] Solche Menschen - so nehmen die Gnostiker an - gibt es. Solche Menschen kannten die Gnostiker. Das sind die «Messiass». Nun kommt etwas, was [die Gnostiker] im Christentum sehen. Da kommt ein Beginn, eine Verbindung auf halbem Wege zustande zwischen Jesus und Christus. Es ist in Jesus eine Persönlichkeit verkörpert, die sich mit dem Christus der oberen Region zu verbünden in der Lage ist. So sahen die Gnostiker die Entstehung des «Menschensohnes> -und auch die Entstehung des Buddha - auf der einen Seite; und auf der anderen Seite das Herabgelangen des Christus, des Weltengeistes und seine Verbindung mit diesen von unten herauf sich entwickelnden «Göttern.

[ 11 ] Solche Menschen - so nehmen die Gnostiker an - gibt es. Solche Menschen kannten die Gnostiker. Das sind die «Messiass». Nun kommt etwas, was [die Gnostiker] im Christentum sehen. Da kommt ein Beginn, eine Verbindung auf halbem Wege zustande zwischen Jesus und Christus. Es ist in Jesus eine Persönlichkeit verkörpert, die sich mit dem Christus der oberen Region zu verbünden in der Lage ist. So sahen die Gnostiker die Entstehung des «Menschensohnes> -und auch die Entstehung des Buddha - auf der einen Seite; und auf der anderen Seite das Herabgelangen des Christus, des Weltengeistes und seine Verbindung mit diesen von unten herauf sich entwickelnden «Göttern.

[ 12 ] Ich hoffe, damit wenigstens eine allgemeine Vorstellung [der Gnosis] hervorgerufen zu haben. [In ihrem Wesen] besteht die Gnosis darin, dass der Mensch im Laufe von verschiedenen Wiederverkörperungen diesen hohen Entwicklungsgrad erreichen kann, und dass er den höchsten erreicht hat, wenn vor seiner Erinnerung nicht nur sein persönliches Leben liegt, sondern wenn er so zurückblicken kann, wenn das Gedächtnis so weit ausgebreitet ist, dass er alle Verkörperungen im Gedächtnis zu umfassen vermag. So weit war Jesus, der sich herausgebildet hat aus dem kleinen Nebenlicht-Tröpfchen. Er ist reif, als «Vahän», als «Gefäß» den Christus aus den oberen Regionen aufzunehmen. Der Mensch wird Träger des Christus. So haben wir den aus der geistigen Welt herausgeborenen Christus und den Jesus Christus der Gnostiker.

[ 12 ] Ich hoffe, damit wenigstens eine allgemeine Vorstellung [der Gnosis] hervorgerufen zu haben. [In ihrem Wesen] besteht die Gnosis darin, dass der Mensch im Laufe von verschiedenen Wiederverkörperungen diesen hohen Entwicklungsgrad erreichen kann, und dass er den höchsten erreicht hat, wenn vor seiner Erinnerung nicht nur sein persönliches Leben liegt, sondern wenn er so zurückblicken kann, wenn das Gedächtnis so weit ausgebreitet ist, dass er alle Verkörperungen im Gedächtnis zu umfassen vermag. So weit war Jesus, der sich herausgebildet hat aus dem kleinen Nebenlicht-Tröpfchen. Er ist reif, als «Vahän», als «Gefäß» den Christus aus den oberen Regionen aufzunehmen. Der Mensch wird Träger des Christus. So haben wir den aus der geistigen Welt herausgeborenen Christus und den Jesus Christus der Gnostiker.

[ 13 ] Das ist der Christus-Begriff, der sich in den ersten zwei Jahrhunderten nach und nach herausgebildet hat. Es ist der Christus, [der einen initiierten Menschen zu höheren Stufen hinaufentwickelt]. Ein initiierter Mensch ist derjenige, welcher entwickelt wird. Ein initiierter Mensch ist derjenige, welcher sich bis zum höchsten menschlichen Zustand entwickelt hat, und ein Christus ist derjenige, welcher bis zum höchsten Geistigen hinaufgestiegen ist. Eine Verbindung auf dem halben Wege war es nach der Anschauung der Gnostiker.

[ 13 ] Das ist der Christus-Begriff, der sich in den ersten zwei Jahrhunderten nach und nach herausgebildet hat. Es ist der Christus, [der einen initiierten Menschen zu höheren Stufen hinaufentwickelt]. Ein initiierter Mensch ist derjenige, welcher entwickelt wird. Ein initiierter Mensch ist derjenige, welcher sich bis zum höchsten menschlichen Zustand entwickelt hat, und ein Christus ist derjenige, welcher bis zum höchsten Geistigen hinaufgestiegen ist. Eine Verbindung auf dem halben Wege war es nach der Anschauung der Gnostiker.

[ 14 ] Diese Anschauung sehen wir wieder ausgeprägt in der Apokalypse, nur interpretiert diese die Sache jetzt so - ich möchte das in der folgenden Manier darstellen: Derjenige Mensch, der auf dem Pfade der Vollkommenheit ist, geht Stufe um Stufe die Urkräfte zurück. Es entsiegelt sich eines nach dem anderen der sieben Siegel. So geht er den Initiationsweg der Alten. Dieser Weg ist um die Wende zum christlichen Weltalter da. Es ist aber auch ein Höheres da, das Evangelium Christi, das darin besteht, dass durch das lang vorbereitende Studium der Mensch in seiner Gänze reif geworden ist, das Evangelium in sich aufzunehmen. So soll jetzt das, was früher Kultstätte war, ersetzt werden. An deren Stelle soll jetzt die Gesamtheit der ganzen Menschheit treten. Sie soll der Tempel Gottes sein.

[ 14 ] Diese Anschauung sehen wir wieder ausgeprägt in der Apokalypse, nur interpretiert diese die Sache jetzt so - ich möchte das in der folgenden Manier darstellen: Derjenige Mensch, der auf dem Pfade der Vollkommenheit ist, geht Stufe um Stufe die Urkräfte zurück. Es entsiegelt sich eines nach dem anderen der sieben Siegel. So geht er den Initiationsweg der Alten. Dieser Weg ist um die Wende zum christlichen Weltalter da. Es ist aber auch ein Höheres da, das Evangelium Christi, das darin besteht, dass durch das lang vorbereitende Studium der Mensch in seiner Gänze reif geworden ist, das Evangelium in sich aufzunehmen. So soll jetzt das, was früher Kultstätte war, ersetzt werden. An deren Stelle soll jetzt die Gesamtheit der ganzen Menschheit treten. Sie soll der Tempel Gottes sein.

[ 15 ] Später sagte man, es würde die Kirche sein, die an die Stelle des Tempels getreten ist, und an die Stelle des Kultes von früher würde das neue Messopfer getreten sein.

[ 15 ] Später sagte man, es würde die Kirche sein, die an die Stelle des Tempels getreten ist, und an die Stelle des Kultes von früher würde das neue Messopfer getreten sein.

[ 16 ] In den vier Teilen der Messe sehen wir das geistige Leben und seine Verwandlungen sich ausdrücken. Zuerst das Geistige, das Evangelium - der Rückpfad wird verkündigt. Es geht durch zwei Messeteile hindurch; es werden Brot und Wein [dar]gebracht. Es geht dann bis zur Wandlung, in welcher Leib und Blut tatsächlich verwandelt werden zum Göttlichen. Und in der Kommunion, wo der Mensch das Göttliche aufnimmt, wird der Christus durch Jesus aufgenommen.

[ 16 ] In den vier Teilen der Messe sehen wir das geistige Leben und seine Verwandlungen sich ausdrücken. Zuerst das Geistige, das Evangelium - der Rückpfad wird verkündigt. Es geht durch zwei Messeteile hindurch; es werden Brot und Wein [dar]gebracht. Es geht dann bis zur Wandlung, in welcher Leib und Blut tatsächlich verwandelt werden zum Göttlichen. Und in der Kommunion, wo der Mensch das Göttliche aufnimmt, wird der Christus durch Jesus aufgenommen.

[ 17 ] Das spätere Christentum hat nur das, was in den gnostischen Schulen gepflegt worden ist, veräußerlicht. Derjenige, welcher eine katholische Messe sieht und versteht, wird nichts sehen als eine Verkörperung dessen, was die Gnostiker von ihrem Standpunkte aus als den Christusweg des Menschen sahen, nichts als eine Popularisierung der alten Mysterien-Lehren. Während früher der einzelne Mensch sich einweihen lassen musste, wird diese Einweihung jetzt für die ganze Gemeinde aufgebaut, Jeden Tag wird diese Symbolik für die Gemeinde wiederholt, und diese Wiederholung soll den dazu Berufenen erwecken.

[ 17 ] Das spätere Christentum hat nur das, was in den gnostischen Schulen gepflegt worden ist, veräußerlicht. Derjenige, welcher eine katholische Messe sieht und versteht, wird nichts sehen als eine Verkörperung dessen, was die Gnostiker von ihrem Standpunkte aus als den Christusweg des Menschen sahen, nichts als eine Popularisierung der alten Mysterien-Lehren. Während früher der einzelne Mensch sich einweihen lassen musste, wird diese Einweihung jetzt für die ganze Gemeinde aufgebaut, Jeden Tag wird diese Symbolik für die Gemeinde wiederholt, und diese Wiederholung soll den dazu Berufenen erwecken.

[ 18 ] Das spätere Christentum hat sich bestrebt, das Alte zu verwischen. Es wollte betonen, dass es etwas Neues ist, dass eine neue Zeit angebrochen ist. Trotzdem wird man auch in der äußeren Symbolik lauter gnostische Anschauungen wieder entdecken können, und damit wird man alte Mysterien finden können. Aber gleichzeitig wird man sehen, dass nur die in die christliche Symbolik eindringen und sie enthüllen können, denen die eigentliche Bedeutung der Sache aufgehen wird. Es handelt sich aber um eine Popularisierung, und deshalb muss [die Messe] immer und immer wieder wiederholt werden.

[ 18 ] Das spätere Christentum hat sich bestrebt, das Alte zu verwischen. Es wollte betonen, dass es etwas Neues ist, dass eine neue Zeit angebrochen ist. Trotzdem wird man auch in der äußeren Symbolik lauter gnostische Anschauungen wieder entdecken können, und damit wird man alte Mysterien finden können. Aber gleichzeitig wird man sehen, dass nur die in die christliche Symbolik eindringen und sie enthüllen können, denen die eigentliche Bedeutung der Sache aufgehen wird. Es handelt sich aber um eine Popularisierung, und deshalb muss [die Messe] immer und immer wieder wiederholt werden.

[ 19 ] Die Kirchenväter - in ihrem Standpunkte gegen die Gnostiker — stehen fast auf demselben [Standpunkte]. Ihr Bestreben ging dahin, das zu verwischen, was aus dem «Alten» herüberkam, und trotzdem können wir die ganzen Lehren noch in der Symbolik ausgedrückt finden, in der neuen Kirche, die «allgemein» sein sollte und sein will. Im Wesentlichen stellt die Apokalypse diesen Ersatz des Früheren, der Mysterien dar durch die allgemeine Gemeinschaft der Heiligen. Die Apokalypse ist nichts anderes als die Umschreibung des einen Satzes: Das Mysterium soll populär werden. Es soll nichts anderes erreicht werden, als dass in der Vorstellung der einmaligen Ur-Initiation - in der Wiederholung der Messehandlung - immer wieder darauf hingewiesen wird, dass jeder den Pfad gehen soll und dass er ihn finden wird, wenn er reif dazu ist.

[ 19 ] Die Kirchenväter - in ihrem Standpunkte gegen die Gnostiker — stehen fast auf demselben [Standpunkte]. Ihr Bestreben ging dahin, das zu verwischen, was aus dem «Alten» herüberkam, und trotzdem können wir die ganzen Lehren noch in der Symbolik ausgedrückt finden, in der neuen Kirche, die «allgemein» sein sollte und sein will. Im Wesentlichen stellt die Apokalypse diesen Ersatz des Früheren, der Mysterien dar durch die allgemeine Gemeinschaft der Heiligen. Die Apokalypse ist nichts anderes als die Umschreibung des einen Satzes: Das Mysterium soll populär werden. Es soll nichts anderes erreicht werden, als dass in der Vorstellung der einmaligen Ur-Initiation - in der Wiederholung der Messehandlung - immer wieder darauf hingewiesen wird, dass jeder den Pfad gehen soll und dass er ihn finden wird, wenn er reif dazu ist.

[ 20 ] Nur auf eine Stelle im Schlusskapitel möchte ich aufmerksam machen. Der Engel sagt da zu Johannes: «Versiegle nicht die Worte der Weissagung in diesem Buch, denn die Zeit ist nahe ...» und so weiter. Diese Dinge werden uns zeigen, dass es sich in der Apokalypse für uns handelt um eine Umschreibung des Satzes: Das Mysterium soll populär werden. Es soll als Kirche wieder aufleben.

[ 20 ] Nur auf eine Stelle im Schlusskapitel möchte ich aufmerksam machen. Der Engel sagt da zu Johannes: «Versiegle nicht die Worte der Weissagung in diesem Buch, denn die Zeit ist nahe ...» und so weiter. Diese Dinge werden uns zeigen, dass es sich in der Apokalypse für uns handelt um eine Umschreibung des Satzes: Das Mysterium soll populär werden. Es soll als Kirche wieder aufleben.

[ 21 ] Wir brauchen uns nur das ganze Gerippe der Apokalypse vor Augen zu halten, so werden wir sehen, dass es sich um nichts anderes handelt, als die Stufen der gnostischen Anschauung zu popularisieren. Die sieben Siegel bedeuten den Rückpfad des Menschen. Bei der Eröffnung des ersten Siegels wird uns symbolisiert: die Überwindung des Materiellen. Bei der Eröffnung des zweiten Siegels: wie der Mensch die höheren Geistkräfte in sich entwickelt. Bei der Eröffnung des dritten Siegels: wie das Verständnis für Maß, Ordnung und Harmonie des Weltalls in ihm aufgeht, wie die Geist-Materie ihm klar wird, wo das große Weltgeheimnis sich ihm enthüllt.

[ 21 ] Wir brauchen uns nur das ganze Gerippe der Apokalypse vor Augen zu halten, so werden wir sehen, dass es sich um nichts anderes handelt, als die Stufen der gnostischen Anschauung zu popularisieren. Die sieben Siegel bedeuten den Rückpfad des Menschen. Bei der Eröffnung des ersten Siegels wird uns symbolisiert: die Überwindung des Materiellen. Bei der Eröffnung des zweiten Siegels: wie der Mensch die höheren Geistkräfte in sich entwickelt. Bei der Eröffnung des dritten Siegels: wie das Verständnis für Maß, Ordnung und Harmonie des Weltalls in ihm aufgeht, wie die Geist-Materie ihm klar wird, wo das große Weltgeheimnis sich ihm enthüllt.

[ 22 ] Also zuerst ist der Mensch im Materiellen befangen, dann kommt er zum Lebensprinzip.

[ 22 ] Also zuerst ist der Mensch im Materiellen befangen, dann kommt er zum Lebensprinzip.

[ 23 ] Auf der vierten Stufe wird die Materie überwunden, Geist und Materie, durch den Tod. Bei der Eröffnung des fünften Siegels sehen wir die geistigen Kräfte des Menschen hervortreten, die Geistseele des Menschen sehen wir entsiegelt werden, «die Seelen derer, die erwürgt waren um des Wortes Gottes willen». Nachdem sie neu geboren sind, «schrien sie mit großer Stimme und sprachen: «Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, wie lange richtest du nicht und rächest unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen!»

[ 23 ] Auf der vierten Stufe wird die Materie überwunden, Geist und Materie, durch den Tod. Bei der Eröffnung des fünften Siegels sehen wir die geistigen Kräfte des Menschen hervortreten, die Geistseele des Menschen sehen wir entsiegelt werden, «die Seelen derer, die erwürgt waren um des Wortes Gottes willen». Nachdem sie neu geboren sind, «schrien sie mit großer Stimme und sprachen: «Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, wie lange richtest du nicht und rächest unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen!»

[ 24 ] Bei der Eröffnung des siebenten Siegels bricht der Tag des Zornes aus, der Tag, an welchem der Zorn Gottes sich über alles Materielle ausgießt, wo das Höhere aus dem Niederen heraufgeboren wird, die Budhi-Kräfte, die Weisheit. Der Mensch wird reif, zu ahnen das eigentlich Göttliche. Er wird reif, die eigentlichen Posaunen ertönen zu lassen. Diese Verkündigung ist im Evangelium geschehen, und da sehen wir, wie sich diese Reife ausdrückt in der neuen Botschaft: Christus ist auf die Welt gekommen und durchtönt die Natur.

[ 24 ] Bei der Eröffnung des siebenten Siegels bricht der Tag des Zornes aus, der Tag, an welchem der Zorn Gottes sich über alles Materielle ausgießt, wo das Höhere aus dem Niederen heraufgeboren wird, die Budhi-Kräfte, die Weisheit. Der Mensch wird reif, zu ahnen das eigentlich Göttliche. Er wird reif, die eigentlichen Posaunen ertönen zu lassen. Diese Verkündigung ist im Evangelium geschehen, und da sehen wir, wie sich diese Reife ausdrückt in der neuen Botschaft: Christus ist auf die Welt gekommen und durchtönt die Natur.

[ 25 ] Die sieben Posaunen stellen die Vergeistigung, die Christ-Werdung aller menschlichen Prinzipien dar. Während in der Apokalypse zunächst der alte Mysterien-Pfad gegangen wird, soll uns im Ertönen der Posaunen ein neuer Weg gezeigt werden, den wir finden sollen. In der Apokalypse sehen wir auch eine Art ‘Auszug aus Ägypten’—im zweiten Teil. Daher haben wir immer ein Antönen an die Plagen durch Tiere, Frösche, Heuschrecken. Man kann als Parallele lesen den Auszug der Hebräer aus Ägypten nach Palästina.

[ 25 ] Die sieben Posaunen stellen die Vergeistigung, die Christ-Werdung aller menschlichen Prinzipien dar. Während in der Apokalypse zunächst der alte Mysterien-Pfad gegangen wird, soll uns im Ertönen der Posaunen ein neuer Weg gezeigt werden, den wir finden sollen. In der Apokalypse sehen wir auch eine Art ‘Auszug aus Ägypten’—im zweiten Teil. Daher haben wir immer ein Antönen an die Plagen durch Tiere, Frösche, Heuschrecken. Man kann als Parallele lesen den Auszug der Hebräer aus Ägypten nach Palästina.

[ 26 ] Der Auszug aus Ägypten ist auf einzelne Menschen zugeschnitten. Wo der Schreiber dann hinaufkommt auf kosmologische Urgeister, wo er inmitten der himmlischen Weltmächte und dem, was im höheren Himmel sich darstellt, ist - in der Mitte das Lamm, der Christus -, da sieht er diese kosmologischen Ideen.

[ 26 ] Der Auszug aus Ägypten ist auf einzelne Menschen zugeschnitten. Wo der Schreiber dann hinaufkommt auf kosmologische Urgeister, wo er inmitten der himmlischen Weltmächte und dem, was im höheren Himmel sich darstellt, ist - in der Mitte das Lamm, der Christus -, da sieht er diese kosmologischen Ideen.

[ 27 ] Das Buch mit den sieben Siegeln eröffnet ihm die Anschauungen der alten Mysterienkulte. Er stellt sich vor, ich werde geführt vor den Heiland, den Christus Jesus. Es werden mir die sieben Siegel des Buches entsiegelt. Das heißt nichts anderes als: Es wird mir klar, dass die Welt auf der Grundlage von sieben Prinzipien aufgebaut ist, die ausgeflossen sind aus dem Ewigen. Es wird nun Neues verkündet, nachdem der Mensch auf der höchsten Stufe angelangt ist, nachdem Weisheit und Geisteskräfte sich entwickelt haben, da ertönt die erste Posaune, die Stimme des Lammes. Dann führt Christus den Menschen weiter. In einer größeren menschlichen Gemeinschaft wird die Menschheit zurückgeführt zum Göttlichen. Dass das der Fall ist, sehen wir besonders klar, wenn wir sehen, wie zuletzt beschrieben wird das siebente Gesicht [dasjenige vom Neuen Jerusalem]. Das ist nichts anderes als die neue, größere Gemeinschaft gegenüber der früheren engeren Gemeinschaft. Das neue Jerusalem ist die neue Kirche, die neue Gemeinschaft. «Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde.» Früher hatte man auch Himmel und Erde dargestellt: In die Grabkammern leuchtete das Licht des Morgens hinein.

[ 27 ] Das Buch mit den sieben Siegeln eröffnet ihm die Anschauungen der alten Mysterienkulte. Er stellt sich vor, ich werde geführt vor den Heiland, den Christus Jesus. Es werden mir die sieben Siegel des Buches entsiegelt. Das heißt nichts anderes als: Es wird mir klar, dass die Welt auf der Grundlage von sieben Prinzipien aufgebaut ist, die ausgeflossen sind aus dem Ewigen. Es wird nun Neues verkündet, nachdem der Mensch auf der höchsten Stufe angelangt ist, nachdem Weisheit und Geisteskräfte sich entwickelt haben, da ertönt die erste Posaune, die Stimme des Lammes. Dann führt Christus den Menschen weiter. In einer größeren menschlichen Gemeinschaft wird die Menschheit zurückgeführt zum Göttlichen. Dass das der Fall ist, sehen wir besonders klar, wenn wir sehen, wie zuletzt beschrieben wird das siebente Gesicht [dasjenige vom Neuen Jerusalem]. Das ist nichts anderes als die neue, größere Gemeinschaft gegenüber der früheren engeren Gemeinschaft. Das neue Jerusalem ist die neue Kirche, die neue Gemeinschaft. «Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde.» Früher hatte man auch Himmel und Erde dargestellt: In die Grabkammern leuchtete das Licht des Morgens hinein.

[ 28 ] Christus nannte sich einmal den Eckstein, die höchste Spitze der Pyramide. Er ist der, welcher das Höchste erreicht hat. - «Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, bereitet als eine geschmückte Braut ihrem Mann.» Sie ist die neue Braut, die im neuen Geist sich vermählen soll. Der Geist soll sich mit der Gemeinde verbinden und diese soll den Tempel vorstellen. «Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht zu mir: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von dem Brunnen des lebendigen Wassers umsonst.» Das lebendige Wasser ist der Weg aufwärts. Der Mensch hat den Pfad aufwärts durch Materielles hindurch zu machen, er hat sich nach aufwärts zu wenden. «Wer überwindet, der wird’s alles ererben, und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein.» Das neue Jerusalem, die Braut des Lammes ist die neue Kirche.

[ 28 ] Christus nannte sich einmal den Eckstein, die höchste Spitze der Pyramide. Er ist der, welcher das Höchste erreicht hat. - «Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, bereitet als eine geschmückte Braut ihrem Mann.» Sie ist die neue Braut, die im neuen Geist sich vermählen soll. Der Geist soll sich mit der Gemeinde verbinden und diese soll den Tempel vorstellen. «Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht zu mir: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von dem Brunnen des lebendigen Wassers umsonst.» Das lebendige Wasser ist der Weg aufwärts. Der Mensch hat den Pfad aufwärts durch Materielles hindurch zu machen, er hat sich nach aufwärts zu wenden. «Wer überwindet, der wird’s alles ererben, und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein.» Das neue Jerusalem, die Braut des Lammes ist die neue Kirche.

[ 29 ] Nach der neuen Stadt führen vier Wege. Sie «hatte zwölf Tore, und auf den Toren waren zwölf Engel und Namen darauf geschrieben, nämlich der zwölf Geschlechter der Kinder Israels». Jeder Weg führt durch drei Tore. «Vom Morgen drei Tore, von Mitternacht drei Tore, vom Mittag drei Tore, vom Abend drei Tore.» Die zwölf Tore und zwölf Engel sind zwölf Kräfte. Die Länge, Breite und Höhe der Stadt sind gleich, - wie bei der Pyramide. Die Mauer misst «hundertvierundvierzig Ellen nach dem Maß eines Menschen, das der Engel hat». ... «Die Mauer der Stadt hatte zwölf Gründe und auf denselben die Namen der zwölf Apostel des Lammes.» ... «Die Gründe der Mauer waren geschmückt mit Edelgestein.» ... «Die zwölf Tore waren zwölf Perlen.» ... «Ich sah keinen Tempel in der Stadt, denn der Herr, der allmächtige Gott ist ihr Tempel und das Lamm.» - Darinnen ist ausgesprochen, dass die äußere Stätte ersetzt wird durch den geistigen Tempel. «Die Stadt bedarf weder der Sonne noch des Mondes.» Diese alten Lichter sind ersetzt. «Die Leuchte ist das Lamm.» Alle alten Symbole sind aufgegangen in das Lamm, welches das eigentliche Evangelium gebracht hat. Sie haben aber das Christentum vorbereitet.

[ 29 ] Nach der neuen Stadt führen vier Wege. Sie «hatte zwölf Tore, und auf den Toren waren zwölf Engel und Namen darauf geschrieben, nämlich der zwölf Geschlechter der Kinder Israels». Jeder Weg führt durch drei Tore. «Vom Morgen drei Tore, von Mitternacht drei Tore, vom Mittag drei Tore, vom Abend drei Tore.» Die zwölf Tore und zwölf Engel sind zwölf Kräfte. Die Länge, Breite und Höhe der Stadt sind gleich, - wie bei der Pyramide. Die Mauer misst «hundertvierundvierzig Ellen nach dem Maß eines Menschen, das der Engel hat». ... «Die Mauer der Stadt hatte zwölf Gründe und auf denselben die Namen der zwölf Apostel des Lammes.» ... «Die Gründe der Mauer waren geschmückt mit Edelgestein.» ... «Die zwölf Tore waren zwölf Perlen.» ... «Ich sah keinen Tempel in der Stadt, denn der Herr, der allmächtige Gott ist ihr Tempel und das Lamm.» - Darinnen ist ausgesprochen, dass die äußere Stätte ersetzt wird durch den geistigen Tempel. «Die Stadt bedarf weder der Sonne noch des Mondes.» Diese alten Lichter sind ersetzt. «Die Leuchte ist das Lamm.» Alle alten Symbole sind aufgegangen in das Lamm, welches das eigentliche Evangelium gebracht hat. Sie haben aber das Christentum vorbereitet.

[ 30 ] Ich möchte noch einmal kurz zusammenfassen, was der Grundcharakter dessen ist, was die Apokalypse sagen will: Die christliche Kirche hat in sich aufgenommen die alten Mysterien. Was die alten Mysterien uns sagen, das ist die Lehre vom siebenteiligen Menschenpfad. Was das Christentum uns sagt, das stellt sich dar in einer allgemein verständlichen Weise. An die Stelle der einstigen Tempel stellt die Kirche die Zurückführung des Mikrokosmischen ins Makrokosmische. Man kann die Apokalypse nur dann verstehen, wenn man sie aus der Gnosis heraus begreift: dass wir sehen in Jesus Christus das Osterlamm, das die Welt überwunden hat, dass er sich durch seine Religion zum Träger der ganzen Menschheit gemacht hat und dann ersetzt werden die Mysterien-Tempel durch die Kirche. Und dies ist der Hauptsatz, welcher durch die Apokalypse zum Ausdruck gebracht werden soll.

[ 30 ] Ich möchte noch einmal kurz zusammenfassen, was der Grundcharakter dessen ist, was die Apokalypse sagen will: Die christliche Kirche hat in sich aufgenommen die alten Mysterien. Was die alten Mysterien uns sagen, das ist die Lehre vom siebenteiligen Menschenpfad. Was das Christentum uns sagt, das stellt sich dar in einer allgemein verständlichen Weise. An die Stelle der einstigen Tempel stellt die Kirche die Zurückführung des Mikrokosmischen ins Makrokosmische. Man kann die Apokalypse nur dann verstehen, wenn man sie aus der Gnosis heraus begreift: dass wir sehen in Jesus Christus das Osterlamm, das die Welt überwunden hat, dass er sich durch seine Religion zum Träger der ganzen Menschheit gemacht hat und dann ersetzt werden die Mysterien-Tempel durch die Kirche. Und dies ist der Hauptsatz, welcher durch die Apokalypse zum Ausdruck gebracht werden soll.