Seelenunsterblichkeit, Schicksalskräfte und menschlicher Lebenslauf
GA 89
25 November 1905
Die Namen der Wochentage und die Evolution des Menschen
[ 1 ] In der Reihenfolge der Wochentage kommt die Evolution unseres Planetensystems zum Ausdrucke. Man muß sich dabei nur ganz klar sein, daß esoterisch die Erde durch die beiden Planeten Mars und Merkur zu ersetzen ist. Es steht nämlich die erste Hälfte der Erdentwickelung, vom Anfang bis zur Mitte des atlantischen Zeitalters (1. 2.3. und halbe 4. Rasse) mit dem Mars, die zweite Hälfte (halbe 4. 5. 6. 7. Rasse) mit dem Merkur in einem esoterischen Verhältnis. Als die Wesen, die sich auf dem Monde entwickelt hatten, aus dem Pralayadunkel (1. Runde der Erde) auftauchten, war vom Menschen folgendes in der Anlage entwickelt: 1. Der physische Leib (vom Saturn her). 2. Der Äther-Doppelleib (von der Sonne her). 3. Der Empfindungsleib (vom Monde her). Nach allem, was vom Monde her veranlagt war, konnte sich nun — ohne äußeren Einfluß - in der ersten Erdenhälfte (1. 2. 3. Runde) die Empfindungsseele hinzuentwickeln, die selbst mit dem Empfindungsleib verschmilzt. Der Mensch war also, vermöge der in der geraden Evolutionslinie liegenden Tendenz veranlagt als ein Wesen zu erstarren, das nach folgendem Schema aufgebaut gewesen wäre:
[ 2 ] Sollte nun der Mensch sich weiter entwickeln, dann brauchte er einen neuen Einschlag. Es mußten auf die Erde während der ersten Hälfte ihrer Evolution Kräfte gepflanzt werden, welche von den drei vorhergehenden Weltkörpern noch nicht da waren. Die leitenden Wesen der Erdentwickelung entnahmen solche Kräfte während der ersten Hälfte dieser Entwickelung vom Mars; sie nehmen sie während der zweiten vom Merkur. Durch die Marskräfte erfährt die Empfindungsseele (Astralkörper) eine Auffrischung. Sie wird zu dem, was in meiner «Theosophie» Verstandesseele genannt wird. Durch die vom Merkur geholten Kräfte wird diese Verstandesseele wieder so aufgefrischt, daß sie bei ihrer eigenen Evolutionsstufe nicht stehenbleibt, sondern sich zur Bewußtseinsseele aufschließt. Und innerhalb der Bewußtseinsseele wird das «Geistselbst» (Manas) geboren. Dieses wird auf dem Jupiter das den Menschen beherrschende Prinzip sein. In gleicher Art wird das mit dem Lebensgeist (Budhi) auf der Venus und mit Atma auf dem Vulkan sein. Parallelisiert man somit die Glieder der menschlichen Wesenheit mit den Planeten und ihren Kräften, soweit die letzteren Anteil an der Ausbildung dieser Glieder haben, so erhält man das folgende Schema.
[ 3 ] Der Mensch war nicht auf dem Mars; aber seine Verstandesseele steht so in einer esoterischen Beziehung zu diesem Planeten, daß ihre Kräfte von ihm heruntergeholt sind. Räumlich hat man sich das so vorzustellen, daß die Erde, bevor sie in ihrer vierten Runde selbst ätherisch (also physisch) geworden ist, durch den Mars - der damals ätherisch war, hindurchgegangen ist. Schematisch hat man sich das so vorzustellen:
[ 4 ] Dieser Durchgang dauerte sogar noch herein in die physische Erdenzeit; und während er sich vollzog, entnahmen die leitenden Wesen dem Mars die zur Verstandesseele notwendige Kamamaterie, und da diese ihr physisches Vehikel im warmen Blut hat (im Aresblut des Kampfmenschen), so wurde damals das Eisen der Erde eingefügt, das ein Bestandteil des Blutes ist.
[ 5 ] Ebenso wenig wird der Mensch jemals den Merkur wirklich bewohnen, wohl aber steht er seit der Mitte der Atlantischen Welt mit der Kamamaterie (eigentlich Kama-Manas-Materie) des Merkur in Verbindung, und aus ihr haben die leitenden Wesen die menschliche Bewußtseinsseele mit Kräften versehen. Als physisches Vehikel ist durch diese Einwirkung des Merkur das Quecksilber (Merkur) auf die Erde gekommen. Nach der Entwickelung der Erde zum plastischen Zustand wird räumlich die Erde durch den Merkur durchgehen. Die Erde selbst wird dann astral sein, der Merkur aber ätherisch. — Schematisch ist das so:
[ 6 ] Diese ganze Evolutionsbahn der Erde haben nun die Eingeweihten in der Reihenfolge der Wochentage festgelegt:
1. Sonnabend = Saturntag: Saturday
2. Sonntag
3. Montag
4. Marstag = mardi = diustag (diu ist der deutsche Ares, Mars od. Kriegsgott)
5. Merkurtag = mercredi = Wotanstag (Wotan ist der deutsche Merkur; siehe Tacitus Germania)
6. Jupitertag = jeudi = Donarstag (donar ist der deutsche Jupiter) Venustag = vendredi = Frejatag (freja ist die deutsche Venus)
7. Vulkantag wird nicht gebildet, weil Wiederholung, wie Oktav Wiederholung der Prim ist.
[ 7 ] Nun wird in den Geheimschulen noch eine andere Gesetzmäßigkeit der Wochentage gelehrt, welche nicht etwa mit der ersten in Widerspruch steht, sondern ganz mit ihr vereinbar ist. Sie beruht darauf, daß ein Tag in 4 Teile zerlegt wird und jedem Teil ein Planet zuerteilt wird. Das ganze hat dann die Planetenfolge im Abstande von der Erde zur Grundlage; nämlich
[ 8 ] Man hat somit:
[ 9 ] * In der Rubrik «I. Tag» muß sich Rudolf Steiner verschrieben haben: Venus und Merkur müssen umgestellt werden. Vgl. auch die davorstehende Skizze (Faksimile der Handschrift).
[ 9 ] Man schreibe also die Planeten zu den Tagesvierteln in der Reihenfolge Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter, Saturn, dann fange man wieder an: Mond, Merkur usw. ist man dann so oft herum, daß man wieder den Mond an erster Stelle hätte, dann sind 7 Tage erschöpft.
[ 10 ] Dieser Einteilung liegt das Verhältnis von 4 (Tetragramm) zu 7 zu Grunde. Es hat dies den Sinn, daß am ersten Teil des Tages einer der Grundteile dem Planeten zugeordnet ist, zu dem er nach seinen Kräften gehört:
[ 11 ] Durch eine solche Gesetzmäßigkeit ersieht man, wie der Mensch aus dem Makrokosmos heraus gebaut ist und dadurch die mannigfaltigsten Beziehungen zu den Konstellationen der Körper des Makrokosmos hat.
