Self-Knowledge and God-Knowledge II
GA 90b
17 March 1905, Cologne
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Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis II, 1st ed.
25. Über die Bedeutung der katholischen Messe im Sinne der Mystik
25. Über die Bedeutung der katholischen Messe im Sinne der Mystik
[ 1 ] Wer den Ursprung der katholischen Messe kennenlernen will, der muss sie zurückverfolgen, geschichtlich, bis in die Mysterien. — Mysterien sind Kultstätten, in denen das höhere Wissen nicht nur gelehrt und erworben wird, sondern in denen die betreffenden Erscheinungen auch vorgeführt werden. Die Mysterien haben eine besondere populäre Form angenommen in den Kultusströmungen, die von Persien und Ägypten herüberkamen. Diese sind es, aus denen die Messe hervorgegangen ist.
[ 1 ] Wer den Ursprung der katholischen Messe kennenlernen will, der muss sie zurückverfolgen, geschichtlich, bis in die Mysterien. — Mysterien sind Kultstätten, in denen das höhere Wissen nicht nur gelehrt und erworben wird, sondern in denen die betreffenden Erscheinungen auch vorgeführt werden. Die Mysterien haben eine besondere populäre Form angenommen in den Kultusströmungen, die von Persien und Ägypten herüberkamen. Diese sind es, aus denen die Messe hervorgegangen ist.
[ 2 ] Wer vor dem Erscheinen Christi Kenntnis erlangen wollte von höheren Welten, der musste als Schüler in eine Geheimschule aufgenommen werden. Er musste zuerst lernen, wie Welt und Mensch entstanden sind. Er lernte kennen eine Auseinandersetzung über die Weltentstehung und die Bedeutung des Menschen innerhalb der Welt. Man unterrichtete ihn darüber, wie der göttliche Weltengeist überall Gestalt angenommen hat. In Mineralien, Pflanzen, Tieren und so weiter sah man Gestaltungen des Weltengeistes. Der Mensch ist ein Zusammenfließen von all dem, was auch in der Welt ist. Paracelsus hat einmal gesagt: Alle Wesenheiten der Welt sind Buchstaben, und der Mensch ist das Wort, in dem sich alle diese finden. - Der Mensch ist der Mikrokosmos im Makrokosmos.
[ 2 ] Wer vor dem Erscheinen Christi Kenntnis erlangen wollte von höheren Welten, der musste als Schüler in eine Geheimschule aufgenommen werden. Er musste zuerst lernen, wie Welt und Mensch entstanden sind. Er lernte kennen eine Auseinandersetzung über die Weltentstehung und die Bedeutung des Menschen innerhalb der Welt. Man unterrichtete ihn darüber, wie der göttliche Weltengeist überall Gestalt angenommen hat. In Mineralien, Pflanzen, Tieren und so weiter sah man Gestaltungen des Weltengeistes. Der Mensch ist ein Zusammenfließen von all dem, was auch in der Welt ist. Paracelsus hat einmal gesagt: Alle Wesenheiten der Welt sind Buchstaben, und der Mensch ist das Wort, in dem sich alle diese finden. - Der Mensch ist der Mikrokosmos im Makrokosmos.
[ 3 ] Wie sich die göttliche Wesenheit spaltet in viele Einzelheiten, um dann wieder vereinigt zu werden im Menschen, das wurde dem Schüler gelehrt. Das Weitere fußte darauf, dass man den Schüler diese Spaltung des Göttlichen und die Wiedereinkehr in den Menschen erleben ließ.
[ 3 ] Wie sich die göttliche Wesenheit spaltet in viele Einzelheiten, um dann wieder vereinigt zu werden im Menschen, das wurde dem Schüler gelehrt. Das Weitere fußte darauf, dass man den Schüler diese Spaltung des Göttlichen und die Wiedereinkehr in den Menschen erleben ließ.
[ 4 ] Der Mensch hat in die Welt hineingebracht niedrige Begierden, Leidenschaften und Triebe. Die niederen Tierformen sind dekadente Produkte vom Menschen. Alles, was in den Tieren von niederen Leidenschaften zum Ausdruck kommt, hat der Mensch in die Welt hineingebracht. Ein ursprünglicher Zustand der Welt war der, wie wir ihn in der mineralischen Welt jetzt verwirklicht sehen. Der Edelstein hat kein Verlangen, keine Begierde, keinen Wunsch; keusch und anspruchslos ist der Edelstein. Man denke sich die anderen Wesenheiten mit derselben keuschen, anspruchslosen Art, dann hat man das Ideal des Geheimschülers vor sich. Es musste in ihm lebhaft das Gefühl erwachen: Du musst wieder so werden wie die reine, begierdelose Schöpfung, die so keusch aus der Hand des Schöpfers hervorgegangen ist. - Er opferte alles Niedere hin — das war die «Katharsis, die Reinigung von Trieben, Begierden, Leidenschaften — dies entspricht der «Opferung oder ‹Oblatio› in der Messe, dem zweiten Teil der Messe.
[ 4 ] Der Mensch hat in die Welt hineingebracht niedrige Begierden, Leidenschaften und Triebe. Die niederen Tierformen sind dekadente Produkte vom Menschen. Alles, was in den Tieren von niederen Leidenschaften zum Ausdruck kommt, hat der Mensch in die Welt hineingebracht. Ein ursprünglicher Zustand der Welt war der, wie wir ihn in der mineralischen Welt jetzt verwirklicht sehen. Der Edelstein hat kein Verlangen, keine Begierde, keinen Wunsch; keusch und anspruchslos ist der Edelstein. Man denke sich die anderen Wesenheiten mit derselben keuschen, anspruchslosen Art, dann hat man das Ideal des Geheimschülers vor sich. Es musste in ihm lebhaft das Gefühl erwachen: Du musst wieder so werden wie die reine, begierdelose Schöpfung, die so keusch aus der Hand des Schöpfers hervorgegangen ist. - Er opferte alles Niedere hin — das war die «Katharsis, die Reinigung von Trieben, Begierden, Leidenschaften — dies entspricht der «Opferung oder ‹Oblatio› in der Messe, dem zweiten Teil der Messe.
[ 5 ] Der erste Teil ist die Verkündigung oder das «Evangelium, wo die Botschaft von der Auflösung des Weltengeistes in der Natur mitgeteilt wurde, das verstandesmäßige Einsehen, wie die Welt geworden ist. Darauf folgt als zweiter Teil die Opferung. Der Geheimschüler musste den Willen haben, den Weg zurückzumachen zu der ursprünglichen keuschen Schöpfungsgestalt. Wenn er dazu bereit war, wurde er zu den eigentlichen Mysterien zugelassen. Er musste bei den ägyptischen Mysterien dann drei Tage lang in einem abgeschlossenen Raum allein zubringen und wurde in einen Bewusstseinszustand versetzt, in dem er höhere Arten von Wahrnehmungen machen konnte. Das Heruntersteigen des Gottes in die Welt und das Verteilen erlebte er jetzt in der Seelenwelt oder der Astralwelt, nachdem er selbst bereit war, sich in ähnlicher Weise zu opfern.
[ 5 ] Der erste Teil ist die Verkündigung oder das «Evangelium, wo die Botschaft von der Auflösung des Weltengeistes in der Natur mitgeteilt wurde, das verstandesmäßige Einsehen, wie die Welt geworden ist. Darauf folgt als zweiter Teil die Opferung. Der Geheimschüler musste den Willen haben, den Weg zurückzumachen zu der ursprünglichen keuschen Schöpfungsgestalt. Wenn er dazu bereit war, wurde er zu den eigentlichen Mysterien zugelassen. Er musste bei den ägyptischen Mysterien dann drei Tage lang in einem abgeschlossenen Raum allein zubringen und wurde in einen Bewusstseinszustand versetzt, in dem er höhere Arten von Wahrnehmungen machen konnte. Das Heruntersteigen des Gottes in die Welt und das Verteilen erlebte er jetzt in der Seelenwelt oder der Astralwelt, nachdem er selbst bereit war, sich in ähnlicher Weise zu opfern.
[ 6 ] Er erlebte zunächst ein Bild, von dem ihm durch eine sichere Vorstellung klar war: Dies warst du einmal in derjenigen Zeit, wo du noch ohne Triebe und Leidenschaften warst, wo du noch wunschlos warst. Sein eigenes Bild in urferner Vergangenheit sah er, ein Menschenbild auf höherer Stufe. Das zweite war, dass er sah, wie dies Menschenbild auf höherer Stufe ein männliches Menschenbild aus sich hervorgehen ließ, dessen Gesicht strahlte wie die Sonne. Dies war der Osiris. Er sah das Hervorgehen des Osiris aus dem Urmenschen, umgeben von einer strahlenden Aura. Aus dem zweiten Bilde wurde dann die gegenwärtige Gestalt, nachdem sich eine zweite Wesenheit abgesondert hatte - Isis —, es wurde herausgeboren Horus, der jetzige Mensch. Nun war er eine erweckte Seele.
[ 6 ] Er erlebte zunächst ein Bild, von dem ihm durch eine sichere Vorstellung klar war: Dies warst du einmal in derjenigen Zeit, wo du noch ohne Triebe und Leidenschaften warst, wo du noch wunschlos warst. Sein eigenes Bild in urferner Vergangenheit sah er, ein Menschenbild auf höherer Stufe. Das zweite war, dass er sah, wie dies Menschenbild auf höherer Stufe ein männliches Menschenbild aus sich hervorgehen ließ, dessen Gesicht strahlte wie die Sonne. Dies war der Osiris. Er sah das Hervorgehen des Osiris aus dem Urmenschen, umgeben von einer strahlenden Aura. Aus dem zweiten Bilde wurde dann die gegenwärtige Gestalt, nachdem sich eine zweite Wesenheit abgesondert hatte - Isis —, es wurde herausgeboren Horus, der jetzige Mensch. Nun war er eine erweckte Seele.
[ 7 ] In dem gegenwärtigen Menschen hat man, wenn er schlafend daliegt, zunächst den physischen Menschen, dann den Ätherkörper und ferner die eigentliche Aura, die sich aus dem Schlafenden heraushebt. Der Mensch befindet sich in seiner Aura; er hat dann den physischen Leib verlassen. Drinnen in der Tiefe der Tempelmysterien erlebte der Geheimschüler die geschilderten Zustände bewusst im Astralleib. Er war dann ein «Verwandelter, ein «Konsekrierter. Wer in dieser Weise verwandelt ist, nimmt die Lichterscheinungen der niederen Wesen wahr.
[ 7 ] In dem gegenwärtigen Menschen hat man, wenn er schlafend daliegt, zunächst den physischen Menschen, dann den Ätherkörper und ferner die eigentliche Aura, die sich aus dem Schlafenden heraushebt. Der Mensch befindet sich in seiner Aura; er hat dann den physischen Leib verlassen. Drinnen in der Tiefe der Tempelmysterien erlebte der Geheimschüler die geschilderten Zustände bewusst im Astralleib. Er war dann ein «Verwandelter, ein «Konsekrierter. Wer in dieser Weise verwandelt ist, nimmt die Lichterscheinungen der niederen Wesen wahr.
[ 8 ] Dieser Vorgang war die dritte Stufe der Mysterien, die ‹Verwandlung› des Menschen in seine astrale Gestalt. Dann war der Geheimschüler sich darüber klar geworden: So, wie du den Osiris gesehen hast, so warst du auch einmal; du bist astralisch gewesen und dann physisch geworden; ein zweites Mal sollst du dir vornehmen, verkörpert zu werden. Durch freien Entschluss sollte die Seele wieder zurückkehren in den physischen Leib. Wenn er wieder herausging aus den Mysterien, sollte er den physischen Leib bewusst an sich tragen. Jetzt bekam er auch einen neuen Namen. Er verspürte ihn als seinen urewigen Namen. Jeder von uns hat einen solchen Namen, den er in allen seinen Inkarnationen trägt. Diesen ewigen Namen trug der Eingeweihte. Er war freiwillig inkarniert in seinem Leib. Der Mensch spricht jetzt Ich zu seinem eigenen Leibe. Der aber eingeweiht war, der wusste, dass er nicht dasselbe ist wie sein Leib. Er trägt seinen Leib auf dem Rücken. Ein solcher ist in seinem Leibe gekreuzigt, er ist der in der Materie Gekreuzigte. Jetzt tritt er hinaus und tut das alles bewusst, was er früher unbewusst getan hatte. Diese Vereinigung mit dem Leibe nannte man ‹Communio›, den vierten Vorgang in den Mysterien. Derjenige, der auf diese Weise verwandelt und mit seinem Leibe wieder vereinigt ist, der war erst ein wirklicher Eingeweihter.
[ 8 ] Dieser Vorgang war die dritte Stufe der Mysterien, die ‹Verwandlung› des Menschen in seine astrale Gestalt. Dann war der Geheimschüler sich darüber klar geworden: So, wie du den Osiris gesehen hast, so warst du auch einmal; du bist astralisch gewesen und dann physisch geworden; ein zweites Mal sollst du dir vornehmen, verkörpert zu werden. Durch freien Entschluss sollte die Seele wieder zurückkehren in den physischen Leib. Wenn er wieder herausging aus den Mysterien, sollte er den physischen Leib bewusst an sich tragen. Jetzt bekam er auch einen neuen Namen. Er verspürte ihn als seinen urewigen Namen. Jeder von uns hat einen solchen Namen, den er in allen seinen Inkarnationen trägt. Diesen ewigen Namen trug der Eingeweihte. Er war freiwillig inkarniert in seinem Leib. Der Mensch spricht jetzt Ich zu seinem eigenen Leibe. Der aber eingeweiht war, der wusste, dass er nicht dasselbe ist wie sein Leib. Er trägt seinen Leib auf dem Rücken. Ein solcher ist in seinem Leibe gekreuzigt, er ist der in der Materie Gekreuzigte. Jetzt tritt er hinaus und tut das alles bewusst, was er früher unbewusst getan hatte. Diese Vereinigung mit dem Leibe nannte man ‹Communio›, den vierten Vorgang in den Mysterien. Derjenige, der auf diese Weise verwandelt und mit seinem Leibe wieder vereinigt ist, der war erst ein wirklicher Eingeweihter.
[ 9 ] Nun erschien Christus auf Erden. Diese Erscheinung Christi auf Erden bedeutete, das dasjenige, was sich früher in den Mysterien abgespielt hatte, sich jetzt vor der Welt im physischen Raume abspielte. Früher waren die Einzelnen hindurchgegangen durch die Mysterien. Alles dies war nun ein historisches Ereignis geworden, ein wirklich geschichtliches Ereignis in dem Opfertod des Christus Jesus. Nun hat Christus Jesus ein Erinnerungszeichen gestiftet als Andenken an diese Mysterien. Diejenigen, welche sich Christus anschlossen, sollten nicht mehr zu schauen brauchen. Schauen heißt: «in ein Mysterium schauen». Nicht mehr durch die Mysterien schauen lernen musste derjenige, welcher zur inneren Erkenntnis kommen sollte. Er konnte beim äußeren Zeichen bleiben. Dieses äußere Zeichen hat eine tiefere Bedeutung.
[ 9 ] Nun erschien Christus auf Erden. Diese Erscheinung Christi auf Erden bedeutete, das dasjenige, was sich früher in den Mysterien abgespielt hatte, sich jetzt vor der Welt im physischen Raume abspielte. Früher waren die Einzelnen hindurchgegangen durch die Mysterien. Alles dies war nun ein historisches Ereignis geworden, ein wirklich geschichtliches Ereignis in dem Opfertod des Christus Jesus. Nun hat Christus Jesus ein Erinnerungszeichen gestiftet als Andenken an diese Mysterien. Diejenigen, welche sich Christus anschlossen, sollten nicht mehr zu schauen brauchen. Schauen heißt: «in ein Mysterium schauen». Nicht mehr durch die Mysterien schauen lernen musste derjenige, welcher zur inneren Erkenntnis kommen sollte. Er konnte beim äußeren Zeichen bleiben. Dieses äußere Zeichen hat eine tiefere Bedeutung.
[ 10 ] Die drei obersten Glieder in der menschlichen Wesenheit sind Atma, Budhi, Manas. Früher, als man vom «Menschen» sprach, hat man von Atma, Budhi, Manas gesprochen. Damals glaubten alle daran, dass jedes Leben nur eines war in einer langen Reihe unter vielen, und dass es ein verdientes Leben war. Davon war der Mensch ganz durchdrungen. Zu gleicher Zeit hatte das persönliche Leben etwas, worüber der Mensch im Grunde hinausblickte. Er schrieb ihm nicht einen großen Wert zu.
[ 10 ] Die drei obersten Glieder in der menschlichen Wesenheit sind Atma, Budhi, Manas. Früher, als man vom «Menschen» sprach, hat man von Atma, Budhi, Manas gesprochen. Damals glaubten alle daran, dass jedes Leben nur eines war in einer langen Reihe unter vielen, und dass es ein verdientes Leben war. Davon war der Mensch ganz durchdrungen. Zu gleicher Zeit hatte das persönliche Leben etwas, worüber der Mensch im Grunde hinausblickte. Er schrieb ihm nicht einen großen Wert zu.
[ 11 ] Die Aufgabe der ersten zwei Jahrtausende nach Christus war nun, dass die Menschheit erzogen wurde für das höhere Ich durch KamaManas. Ernst und groß sollte das persönliche Leben genommen werden. Ungefähr zwei Jahrtausende bringt der Mensch im Devachan zu. Während dieses Zeitraumes wird die ganze Menschheit durch eine solche Inkarnation hindurchgehen, wo Wert auf das Persönliche gelegt wird.
[ 11 ] Die Aufgabe der ersten zwei Jahrtausende nach Christus war nun, dass die Menschheit erzogen wurde für das höhere Ich durch KamaManas. Ernst und groß sollte das persönliche Leben genommen werden. Ungefähr zwei Jahrtausende bringt der Mensch im Devachan zu. Während dieses Zeitraumes wird die ganze Menschheit durch eine solche Inkarnation hindurchgehen, wo Wert auf das Persönliche gelegt wird.
[ 12 ] Christus ging mit Petrus, Jakobus und Johannes auf den Berg - das heißt ins Heiligtum. Das war die Hinführung zum devachanischen Schauen. Dort sahen sie Moses und Elias neben Jesus. ‹El› - bei ‹Elias› — heißt ‹der Weg›, Moses heißt die ‹Wahrheit› - die sittliche Wahrheit —, Jesus ist das ‹Leben. Jesus sagt den Jüngern: Elias ist wieder erschienen. Johannes war dieser Elias. Er sagte ihnen weiter: Saget es aber nicht, bis ich wiedererscheine. - Sie sollten nicht von der Wiederverkörperungslehre sprechen, bis er in einem neuen Weltenzyklus wiederkommen würde. Zwei Jahrtausende lang sollte die Welt den Wert des Persönlichen kennenlernen. Das, was sich hindurchzieht von einer Inkarnation des Menschen zur andern, das ist die feinere Materie des Menschen, das Wasser, das Geistige. Darauf bezieht sich auch: «Der Geist Gottes brütete über den Wassern», den Gewässern — die Menschen. Der unpersönliche Mensch ist durch das Wasser symbolisiert.
[ 12 ] Christus ging mit Petrus, Jakobus und Johannes auf den Berg - das heißt ins Heiligtum. Das war die Hinführung zum devachanischen Schauen. Dort sahen sie Moses und Elias neben Jesus. ‹El› - bei ‹Elias› — heißt ‹der Weg›, Moses heißt die ‹Wahrheit› - die sittliche Wahrheit —, Jesus ist das ‹Leben. Jesus sagt den Jüngern: Elias ist wieder erschienen. Johannes war dieser Elias. Er sagte ihnen weiter: Saget es aber nicht, bis ich wiedererscheine. - Sie sollten nicht von der Wiederverkörperungslehre sprechen, bis er in einem neuen Weltenzyklus wiederkommen würde. Zwei Jahrtausende lang sollte die Welt den Wert des Persönlichen kennenlernen. Das, was sich hindurchzieht von einer Inkarnation des Menschen zur andern, das ist die feinere Materie des Menschen, das Wasser, das Geistige. Darauf bezieht sich auch: «Der Geist Gottes brütete über den Wassern», den Gewässern — die Menschen. Der unpersönliche Mensch ist durch das Wasser symbolisiert.
[ 13 ] Wein ist das Symbol für den persönlichen Menschen. Christus verwandelt das Wasser in Wein. Er stiftete aus der unpersönlichen Religion eine Religion der Persönlichkeit. Wie sich das Wasser zum Wein verhält, so verhält sich die unpersönliche Natur des Menschen zur persönlichen. Wer die Reinkarnationslehre begreifen kann und sich über die Persönlichkeit erheben will, der muss sich des Weines enthalten. Wer den Wein genießt, der wird niemals zu einer eigenen Anschauung kommen von dem, was unpersönlich ist im Menschen.
[ 13 ] Wein ist das Symbol für den persönlichen Menschen. Christus verwandelt das Wasser in Wein. Er stiftete aus der unpersönlichen Religion eine Religion der Persönlichkeit. Wie sich das Wasser zum Wein verhält, so verhält sich die unpersönliche Natur des Menschen zur persönlichen. Wer die Reinkarnationslehre begreifen kann und sich über die Persönlichkeit erheben will, der muss sich des Weines enthalten. Wer den Wein genießt, der wird niemals zu einer eigenen Anschauung kommen von dem, was unpersönlich ist im Menschen.
[ 14 ] Der niedere Leib sollte veredelt und verklärt werden, deshalb sollte zwei Jahrtausende hindurch das Christentum ohne die Wiederverkörperungslehre leben. Christus war erschienen, um die Persönlichkeit zu heiligen. Zum Zeichen dafür, dass Christus das ganze Opfer übernommen hat, welches früher in den Mysterien vor sich ging, stiftete Christus das Messopfer. Darin wiederholte sich der Mysterien-Akt in einem äußeren Zeichen.
[ 14 ] Der niedere Leib sollte veredelt und verklärt werden, deshalb sollte zwei Jahrtausende hindurch das Christentum ohne die Wiederverkörperungslehre leben. Christus war erschienen, um die Persönlichkeit zu heiligen. Zum Zeichen dafür, dass Christus das ganze Opfer übernommen hat, welches früher in den Mysterien vor sich ging, stiftete Christus das Messopfer. Darin wiederholte sich der Mysterien-Akt in einem äußeren Zeichen.
[ 15 ] Die äußere Handlung der Messe ist folgende: Der Priester geht mit dem Ministranten zum Altar. Zuerst kommen ein Vorbereitungsakt, das ‹Staffelgebet› und das ‹Kyrie Eleison›. Die tiefere Messe besteht aus vier Teilen: ‹Evangelium›, ‹Opferung› — Oblatio, ‹Wandlung› und ‹Kommunion›.
[ 15 ] Die äußere Handlung der Messe ist folgende: Der Priester geht mit dem Ministranten zum Altar. Zuerst kommen ein Vorbereitungsakt, das ‹Staffelgebet› und das ‹Kyrie Eleison›. Die tiefere Messe besteht aus vier Teilen: ‹Evangelium›, ‹Opferung› — Oblatio, ‹Wandlung› und ‹Kommunion›.
[ 16 ] Bei dem «Evangelium» wird ein Stück aus den Evangelien gelesen. Rechts am Altar geschieht das. Der eigentliche Altar ist so gebaut, dass er nach Osten geht. Der Priester steht auf der Nordseite. Hier liest er die Botschaft vor. Dies bezieht sich darauf, dass der Mensch in der ersten Wurzelrasse, der polarischen, auch im Norden war, von dort immer mehr in die Materie hinabstieg.
[ 16 ] Bei dem «Evangelium» wird ein Stück aus den Evangelien gelesen. Rechts am Altar geschieht das. Der eigentliche Altar ist so gebaut, dass er nach Osten geht. Der Priester steht auf der Nordseite. Hier liest er die Botschaft vor. Dies bezieht sich darauf, dass der Mensch in der ersten Wurzelrasse, der polarischen, auch im Norden war, von dort immer mehr in die Materie hinabstieg.
[ 17 ] Der zweite Teil der Messe ist die ‹Oblatio› oder ‹Opferung›. Der Priester opfert das, was den höheren Menschen darstellt, so wie früher der Mensch sich selbst geopfert hatte. Der Kelch ist das äußere Symbol für das menschliche Herz. Das, was wir im Herzen haben, stellt etwas Zukünftiges dar; es ist jetzt weniger ausgebildet, aber enthält das Spirituelle. Wenn der Mensch nicht mehr in der Materie denkt, sondern im Geistigen, dann wird das Herz das Denkorgan sein. Heute ist das Herz noch persönlich. Der Wein im Kelch stellt das Persönliche dar. Die Oblate bedeutet das Gehirn. Brot und Wein werden nun verwandelt in die höhere Natur, in Christus selbst.
[ 17 ] Der zweite Teil der Messe ist die ‹Oblatio› oder ‹Opferung›. Der Priester opfert das, was den höheren Menschen darstellt, so wie früher der Mensch sich selbst geopfert hatte. Der Kelch ist das äußere Symbol für das menschliche Herz. Das, was wir im Herzen haben, stellt etwas Zukünftiges dar; es ist jetzt weniger ausgebildet, aber enthält das Spirituelle. Wenn der Mensch nicht mehr in der Materie denkt, sondern im Geistigen, dann wird das Herz das Denkorgan sein. Heute ist das Herz noch persönlich. Der Wein im Kelch stellt das Persönliche dar. Die Oblate bedeutet das Gehirn. Brot und Wein werden nun verwandelt in die höhere Natur, in Christus selbst.
[ 18 ] Die Opferung bewirkt die Umwandlung des Menschen. Dieser Akt wird leise gesprochen, sodass ihn nur der Priester selbst hören kann. Dies ist eine sinnbildliche Andeutung dafür, dass das eigentlich Göttliche im Menschen etwas ist, was er nur mit sich selbst spricht. Jeder Mensch kann auch nur zu sich selbst Ich sagen. Deshalb konnte die jüdische Geheimlehre nur mit besonderer Scheu den Namen aussprechen lassen, den Namen Jahwe, der das eigentliche Ich im Innern ist. Deshalb werden auch die Worte beim «Offertorium> halb schweigend, halb murmelnd gesprochen. Daher ist der dritte Teil die «Wandlung» im Messopfer.
[ 18 ] Die Opferung bewirkt die Umwandlung des Menschen. Dieser Akt wird leise gesprochen, sodass ihn nur der Priester selbst hören kann. Dies ist eine sinnbildliche Andeutung dafür, dass das eigentlich Göttliche im Menschen etwas ist, was er nur mit sich selbst spricht. Jeder Mensch kann auch nur zu sich selbst Ich sagen. Deshalb konnte die jüdische Geheimlehre nur mit besonderer Scheu den Namen aussprechen lassen, den Namen Jahwe, der das eigentliche Ich im Innern ist. Deshalb werden auch die Worte beim «Offertorium> halb schweigend, halb murmelnd gesprochen. Daher ist der dritte Teil die «Wandlung» im Messopfer.
[ 19 ] Dies alles stellt dar, dass etwas in der äußeren Natur als ein Sinnbild dasteht für das, was die Gottheit selbst ist. In der gröberen Materie und in der feineren Materie ist die Gottheit dargestellt. Das Brot und der Wein, Leib und Blut. In dem Augenblick, wo das Bewusstsein voll erwacht ist, dass wir es zu tun haben mit der verwandelten Materie, dann haben wir auf dem Altare in der Tat in der Hostie eine solche Materie, wie sie in unserem Gehirn, und in dem Wein eine solche Materie, wie sie in unserem Herzen - im Blute - ist.
[ 19 ] Dies alles stellt dar, dass etwas in der äußeren Natur als ein Sinnbild dasteht für das, was die Gottheit selbst ist. In der gröberen Materie und in der feineren Materie ist die Gottheit dargestellt. Das Brot und der Wein, Leib und Blut. In dem Augenblick, wo das Bewusstsein voll erwacht ist, dass wir es zu tun haben mit der verwandelten Materie, dann haben wir auf dem Altare in der Tat in der Hostie eine solche Materie, wie sie in unserem Gehirn, und in dem Wein eine solche Materie, wie sie in unserem Herzen - im Blute - ist.
[ 20 ] Der Priester bricht die Hostie in einer bestimmten Weise, in eine bestimmte Anzahl Stücke, und zwar in neun Stücke:
[ 20 ] Der Priester bricht die Hostie in einer bestimmten Weise, in eine bestimmte Anzahl Stücke, und zwar in neun Stücke:


1. Corporatio = Verkörperung
2. Nativitas = Geburt
3. Circumeisio = Umhüllung
4. Apparitio = Erscheinung
5. Passio = Leiden
6. Mors = Tod
7. Resurrectio = Auferstehung
8. Gloria = Herrlichkeit
9. Regnum = Reich
1. Corporatio = Verkörperung
2. Nativitas = Geburt
3. Circumeisio = Umhüllung
4. Apparitio = Erscheinung
5. Passio = Leiden
6. Mors = Tod
7. Resurrectio = Auferstehung
8. Gloria = Herrlichkeit
9. Regnum = Reich
[ 21 ] Diese neun Stückchen repräsentieren den verwandelten Menschen, der an dem Höheren teilnimmt. Es sind die neun Teile des Menschen. Die Glieder, die der Mensch innerhalb seiner Persönlichkeit erlebt, sind 1 bis 7, und 8 und 9 ragen über die Persönlichkeit hinaus, darum werden sie nebenan hingelegt.
[ 21 ] Diese neun Stückchen repräsentieren den verwandelten Menschen, der an dem Höheren teilnimmt. Es sind die neun Teile des Menschen. Die Glieder, die der Mensch innerhalb seiner Persönlichkeit erlebt, sind 1 bis 7, und 8 und 9 ragen über die Persönlichkeit hinaus, darum werden sie nebenan hingelegt.
[ 22 ] So vereinigt sich der Mensch in der Kommunion» mit seiner siebengliedrigen Natur und strebt an 8 und 9: ‹Gloria› und ‹Regnum›. Dies wird begleitet von dem Paternoster. Zunächst kommt im Paternoster der Hinweis auf den seienden Gott des Himmels, dann «Dein Name», der Name Gottes, des Logos, der in Christus Fleisch geworden ist, dann «Dein Reich». Das Ganze ist ein Gleichnis für die daseiende Welt. Der Mensch soll seine Kommunion mit der daseienden Welt verstehen. Erst der Mensch, der aus den Mysterien herauskam, der verstand die Welt. Das kommt im Paternoster zum Ausdruck.
[ 22 ] So vereinigt sich der Mensch in der Kommunion» mit seiner siebengliedrigen Natur und strebt an 8 und 9: ‹Gloria› und ‹Regnum›. Dies wird begleitet von dem Paternoster. Zunächst kommt im Paternoster der Hinweis auf den seienden Gott des Himmels, dann «Dein Name», der Name Gottes, des Logos, der in Christus Fleisch geworden ist, dann «Dein Reich». Das Ganze ist ein Gleichnis für die daseiende Welt. Der Mensch soll seine Kommunion mit der daseienden Welt verstehen. Erst der Mensch, der aus den Mysterien herauskam, der verstand die Welt. Das kommt im Paternoster zum Ausdruck.
[ 23 ] Bei besonders festlichen Gelegenheiten kommt noch der Umgang mit dem ‹Sanctissimum› hinzu, das ist die geweihte Monstranz, innerhalb welcher der heilige Leib darinnen ist. Oben an der Monstranz ist eine sonnenähnliche Rundung mit Strahlen, die Rundung ruht in einer halbmondförmigen Hülle. So wurden auch Osiris und Isis dargestellt. Die Vereinigung von Isis und Osiris, das steht als ‹Sanctissimum› über der Messe, ein Symbol für den Zustand, als die Sonne noch den Mond umschloss.
[ 23 ] Bei besonders festlichen Gelegenheiten kommt noch der Umgang mit dem ‹Sanctissimum› hinzu, das ist die geweihte Monstranz, innerhalb welcher der heilige Leib darinnen ist. Oben an der Monstranz ist eine sonnenähnliche Rundung mit Strahlen, die Rundung ruht in einer halbmondförmigen Hülle. So wurden auch Osiris und Isis dargestellt. Die Vereinigung von Isis und Osiris, das steht als ‹Sanctissimum› über der Messe, ein Symbol für den Zustand, als die Sonne noch den Mond umschloss.
[ 24 ] Kein Priester, der nicht geweiht ist oder befugt ist, die Stola zu tragen, darf das Messopfer lesen. Die Stola ist das eigentliche Priesterkleid. Der Priester trägt zunächst einen Rock, dann die «Alba, ein hemdartiges Kleid mit Gürtel, dann ein symbolisches Kleidungsstück, dann die Stola, die über der Brust gekreuzt ist, darüber die Casul».
[ 24 ] Kein Priester, der nicht geweiht ist oder befugt ist, die Stola zu tragen, darf das Messopfer lesen. Die Stola ist das eigentliche Priesterkleid. Der Priester trägt zunächst einen Rock, dann die «Alba, ein hemdartiges Kleid mit Gürtel, dann ein symbolisches Kleidungsstück, dann die Stola, die über der Brust gekreuzt ist, darüber die Casul».
[ 25 ] Die Stola bedeutet das eigentliche Insignium der priesterlichen Würde. Darum, wenn er die Stola trägt, fühlt er sich als Diener der Kirche. Er darf dann nicht mehr seine eigene Meinung verkünden. Die persönliche Meinung bewahrt er; er sagt sich, sie kann auch falsch sein, und er verkündet, was Jahrtausende hindurch geglaubt worden ist.
[ 25 ] Die Stola bedeutet das eigentliche Insignium der priesterlichen Würde. Darum, wenn er die Stola trägt, fühlt er sich als Diener der Kirche. Er darf dann nicht mehr seine eigene Meinung verkünden. Die persönliche Meinung bewahrt er; er sagt sich, sie kann auch falsch sein, und er verkündet, was Jahrtausende hindurch geglaubt worden ist.
[ 26 ] Die neue Zeit leitete alles Spirituelle ins Materielle im vierzehnten, fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert. Die Menschen lernten die Welt nach den materiellen Verhältnisse beurteilen. Nach Galilei und Kopernikus wurde die ganze Aufmerksamkeit herabgezogen auf den physischen Plan. Alles war durch das Karma bedingt. Der Protestantismus hatte als spätere Religion kein Verständnis mehr für das Messopfer. Wenn wir die Messe zelebrieren sehen und hören, mit vollem Verständnis, so haben wir den letzten Abglanz der in den alten ägyptischen Pyramiden vollzogenen Weihe vor uns.
[ 26 ] Die neue Zeit leitete alles Spirituelle ins Materielle im vierzehnten, fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert. Die Menschen lernten die Welt nach den materiellen Verhältnisse beurteilen. Nach Galilei und Kopernikus wurde die ganze Aufmerksamkeit herabgezogen auf den physischen Plan. Alles war durch das Karma bedingt. Der Protestantismus hatte als spätere Religion kein Verständnis mehr für das Messopfer. Wenn wir die Messe zelebrieren sehen und hören, mit vollem Verständnis, so haben wir den letzten Abglanz der in den alten ägyptischen Pyramiden vollzogenen Weihe vor uns.
[ 27 ] Aus dem Sonnenmenschen Osiris ist der physische Mensch entstanden; zu dem Sonnenmenschen soll er wieder werden. Er ist unbewusst von der Sonnenhöhe herabgestiegen; bewusst soll er wieder zu ihr hinaufsteigen. Sonnenhelden sind die, welche mit solcher Sicherheit auf ihrem seelischen Wege gehen, wie die Sonne auf ihrer Bahn. Diese Sonnenhelden haben den sechsten Grad der Initiation erreicht. Die Grade der Initiation waren bei den Persern: erstens ein Rabe, zweitens ein Geheimer, drittens ein Streiter, viertens ein Löwe, fünftens ein Perser, sechstens ein Sonnenheld - Sonnenläufer -, siebtens ein Vater.
[ 27 ] Aus dem Sonnenmenschen Osiris ist der physische Mensch entstanden; zu dem Sonnenmenschen soll er wieder werden. Er ist unbewusst von der Sonnenhöhe herabgestiegen; bewusst soll er wieder zu ihr hinaufsteigen. Sonnenhelden sind die, welche mit solcher Sicherheit auf ihrem seelischen Wege gehen, wie die Sonne auf ihrer Bahn. Diese Sonnenhelden haben den sechsten Grad der Initiation erreicht. Die Grade der Initiation waren bei den Persern: erstens ein Rabe, zweitens ein Geheimer, drittens ein Streiter, viertens ein Löwe, fünftens ein Perser, sechstens ein Sonnenheld - Sonnenläufer -, siebtens ein Vater.
