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Basic Elements of Esotericism
GA 93a

11 October 1905, Berlin

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XVI

XVI

[ 1 ] Wenn man die ganze Wirkungsweise von Karma verstehen will, was wir jetzt zuwegebringen wollen, so muß man sich einen Begriff machen können von dem, was man «Nirvana» nennt. Vieles gehört dazu, um die Bedeutung von Nirvana völlig zu verstehen, aber eine vorläufige Vorstellung davon wollen wir versuchen zu bekommen.

[ 1 ] Wenn man die ganze Wirkungsweise von Karma verstehen will, was wir jetzt zuwegebringen wollen, so muß man sich einen Begriff machen können von dem, was man «Nirvana» nennt. Vieles gehört dazu, um die Bedeutung von Nirvana völlig zu verstehen, aber eine vorläufige Vorstellung davon wollen wir versuchen zu bekommen.

[ 2 ] Beim Menschen ist zunächst in irgendeiner Handlung eigentlich sehr wenig von dem vorhanden, was man Freiheit nennen könnte, denn der Mensch ist eigentlich das Ergebnis seiner Taten in der Vergangenheit. Im weitesten Sinne ist dies der Fall. Um zu werden, was er ist, mußten die ganzen Naturreiche erst erschaffen werden. Mineral-, Pflanzen- und Tierreich, die er einst in sich hatte, hat er nach und nach erst aus sich herausgestellt. Dazu kommt noch, was er während der Zeit seit dem ersten Drittel der lemurischen Rasse hinzugefügt hat. Alles was er an Taten verrichtet hat, was an Gedanken und Gefühlen durch seine Seele gegangen ist, gehört auch zu seiner Vergangenheit, wird auch sein Karma. Wir sehen in eine Vergangenheit hinein, die sich gleichzeitig in ihren Wirkungen um uns herum aufbaut. Die ganze Welt um uns herum ist nichts anderes als die Wirkung vergangener Taten. Ebenso bereitet der Mensch jetzt vor, was in der Zukunft geschehen soll.

[ 2 ] Beim Menschen ist zunächst in irgendeiner Handlung eigentlich sehr wenig von dem vorhanden, was man Freiheit nennen könnte, denn der Mensch ist eigentlich das Ergebnis seiner Taten in der Vergangenheit. Im weitesten Sinne ist dies der Fall. Um zu werden, was er ist, mußten die ganzen Naturreiche erst erschaffen werden. Mineral-, Pflanzen- und Tierreich, die er einst in sich hatte, hat er nach und nach erst aus sich herausgestellt. Dazu kommt noch, was er während der Zeit seit dem ersten Drittel der lemurischen Rasse hinzugefügt hat. Alles was er an Taten verrichtet hat, was an Gedanken und Gefühlen durch seine Seele gegangen ist, gehört auch zu seiner Vergangenheit, wird auch sein Karma. Wir sehen in eine Vergangenheit hinein, die sich gleichzeitig in ihren Wirkungen um uns herum aufbaut. Die ganze Welt um uns herum ist nichts anderes als die Wirkung vergangener Taten. Ebenso bereitet der Mensch jetzt vor, was in der Zukunft geschehen soll.

[ 3 ] Nun stehen wir aber dennoch fortwährend Dingen gegenüber, die eigentlich doch nicht ganz die Wirkungen vergangener Taten sind, sondern die etwas Neues in die Welt hineinbringen. Ein bestimmter Mensch, nehmen wir zum Beispiel Herrn Kiem, ist die Wirkung vergangener Taten. Auch die Theosophische Gesellschaft ist die Wirkung vergangener Taten, und daß er mit ihr zusammengeführt wird, ist auch eine solche Wirkung. Es geschieht aber etwas Neues durch das Verhältnis des Herrn Kiem zur Theosophischen Gesellschaft; das ist wiederum die Ursache für zukünftige Taten. Wenn Licht gegen einen Stab scheint, so entsteht dahinter ein Schatten. Das ist eigentlich etwas Neues. Wenn man diese Wirkung betrachtet, sagt man sich, es ist etwas geschehen, das neu ist. Das Verhältnis der Dinge zueinander ist etwas Neues: die Schattenbildung.

[ 3 ] Nun stehen wir aber dennoch fortwährend Dingen gegenüber, die eigentlich doch nicht ganz die Wirkungen vergangener Taten sind, sondern die etwas Neues in die Welt hineinbringen. Ein bestimmter Mensch, nehmen wir zum Beispiel Herrn Kiem, ist die Wirkung vergangener Taten. Auch die Theosophische Gesellschaft ist die Wirkung vergangener Taten, und daß er mit ihr zusammengeführt wird, ist auch eine solche Wirkung. Es geschieht aber etwas Neues durch das Verhältnis des Herrn Kiem zur Theosophischen Gesellschaft; das ist wiederum die Ursache für zukünftige Taten. Wenn Licht gegen einen Stab scheint, so entsteht dahinter ein Schatten. Das ist eigentlich etwas Neues. Wenn man diese Wirkung betrachtet, sagt man sich, es ist etwas geschehen, das neu ist. Das Verhältnis der Dinge zueinander ist etwas Neues: die Schattenbildung.

[ 4 ] Alles dasjenige, was der Mensch gewöhnlich denkt, denkt er über die Dinge, über das Gewordene. Er kann aber auch über solche Verhältnisse denken, über etwas, das nicht durch die Wirkung von früher herbeigeführt ist, sondern erst in der Gegenwart eintritt. Das geschieht aber sehr selten, denn die Menschen hängen am alten, an dem, was um sie aufgeschichtet ist. Verhältnisse, die als etwas ganz Neues auftreten, werden sehr wenig den Inhalt menschlicher Gedanken bilden. Derjenige, der an der Zukunft mitarbeiten will, muß aber solche Gedanken haben, die neue Verhältnisse zwischen den Dingen ergeben. Nur Gedanken über Verhältnisse zwischen den Dingen können etwas Neues sein. Am besten sieht man das in der Kunst. Was der Künstler macht, ist in Wirklichkeit gar nicht da. Die bloße Form, die der Plastiker ausarbeitet, ist gar nicht wirklich da; sie ist kein Naturprodukt. In der Natur gibt es nur die vom Leben durchpulste Form. Die bloße Form würde den Naturgesetzen widersprechen. Der Künstler baut aus Verhältnissen etwas Neues auf. Der Maler malt, was durch die Verhältnisse eintritt: Licht und Schatten; er malt gar nicht, was wirklich da ist. Er malt nicht den Baum, sondern eine Impression, die hervorgerufen ist dadurch, daß er alle Beziehungen zum Baum darstellt.

[ 4 ] Alles dasjenige, was der Mensch gewöhnlich denkt, denkt er über die Dinge, über das Gewordene. Er kann aber auch über solche Verhältnisse denken, über etwas, das nicht durch die Wirkung von früher herbeigeführt ist, sondern erst in der Gegenwart eintritt. Das geschieht aber sehr selten, denn die Menschen hängen am alten, an dem, was um sie aufgeschichtet ist. Verhältnisse, die als etwas ganz Neues auftreten, werden sehr wenig den Inhalt menschlicher Gedanken bilden. Derjenige, der an der Zukunft mitarbeiten will, muß aber solche Gedanken haben, die neue Verhältnisse zwischen den Dingen ergeben. Nur Gedanken über Verhältnisse zwischen den Dingen können etwas Neues sein. Am besten sieht man das in der Kunst. Was der Künstler macht, ist in Wirklichkeit gar nicht da. Die bloße Form, die der Plastiker ausarbeitet, ist gar nicht wirklich da; sie ist kein Naturprodukt. In der Natur gibt es nur die vom Leben durchpulste Form. Die bloße Form würde den Naturgesetzen widersprechen. Der Künstler baut aus Verhältnissen etwas Neues auf. Der Maler malt, was durch die Verhältnisse eintritt: Licht und Schatten; er malt gar nicht, was wirklich da ist. Er malt nicht den Baum, sondern eine Impression, die hervorgerufen ist dadurch, daß er alle Beziehungen zum Baum darstellt.

[ 5 ] Auch im praktischen Handeln merkt man, daß der Mensch gewöhnlich nichts Neues schafft. Die Mehrzahl der Menschen tut nur dasjenige, was schon geschehen ist. Nur einige Menschen schaffen aus moralischer Intuition heraus, indem sie neue Pflichten, neue Taten in die Welt hineinbringen. Das Neue kommt in die Welt hinein durch Verhältnisse. Daher hat man oftmals gesagt, daß das elementare moralische Handeln überhaupt in Verhältnissen liegt. Solch moralisches Handeln besteht zum Beispiel in Taten, die durch das Verhältnis des Wohlwollens herbeigeführt werden. Bei den meisten Handlungen findet man, daß sie auf Altem fußen; selbst bei Handlungen und Geschehnissen, wo Neues eintritt, fußt man gewöhnlich noch auf Altem. Bei genauer Untersuchung stellt sich das meistens heraus. Nur solche Handlungen sind frei, bei denen der Mensch gar nicht auf Grund der Vergangenheit arbeiten würde, sondern bei denen er nur dem gegenübersteht, was durch die kombinierende und produktive Tätigkeit seiner Vernunft an Handlungen in die Welt hineinkommen kann. Solche Handlungen nennt man im Okkultismus: Aus dem Nichts heraus schaffen. - Alle anderen Handlungen sind aus dem Karma heraus geschaffen. Das sind zwei Gegensätze: Karma und das Gegenteil von Karma, das Nichts — eine Tätigkeit, die nicht auf Karma fußt.

[ 5 ] Auch im praktischen Handeln merkt man, daß der Mensch gewöhnlich nichts Neues schafft. Die Mehrzahl der Menschen tut nur dasjenige, was schon geschehen ist. Nur einige Menschen schaffen aus moralischer Intuition heraus, indem sie neue Pflichten, neue Taten in die Welt hineinbringen. Das Neue kommt in die Welt hinein durch Verhältnisse. Daher hat man oftmals gesagt, daß das elementare moralische Handeln überhaupt in Verhältnissen liegt. Solch moralisches Handeln besteht zum Beispiel in Taten, die durch das Verhältnis des Wohlwollens herbeigeführt werden. Bei den meisten Handlungen findet man, daß sie auf Altem fußen; selbst bei Handlungen und Geschehnissen, wo Neues eintritt, fußt man gewöhnlich noch auf Altem. Bei genauer Untersuchung stellt sich das meistens heraus. Nur solche Handlungen sind frei, bei denen der Mensch gar nicht auf Grund der Vergangenheit arbeiten würde, sondern bei denen er nur dem gegenübersteht, was durch die kombinierende und produktive Tätigkeit seiner Vernunft an Handlungen in die Welt hineinkommen kann. Solche Handlungen nennt man im Okkultismus: Aus dem Nichts heraus schaffen. - Alle anderen Handlungen sind aus dem Karma heraus geschaffen. Das sind zwei Gegensätze: Karma und das Gegenteil von Karma, das Nichts — eine Tätigkeit, die nicht auf Karma fußt.

[ 6 ] Und nun denken Sie sich einen Menschen, der zunächst durch Karma bestimmt wird; durch Handlungen, Gedanken, Gefühle aus der Vergangenheit. Man denke sich ihn dann so weit vorgeschritten, daß er alles Karma ausgelöscht hat, also dem Nichts gegenübersteht. Wenn er dann noch handelt, sagt man im Okkultismus: Er handelt aus dem Nirvana heraus. - Aus dem Nirvana heraus erfolgten zum Beispiel die Handlungen eines Buddha, eines Christus, wenigstens zum Teil. Der gewöhnliche Mensch nähert sich dem nur dann, wenn er künstlerisch, religiös oder weltgeschichtlich inspiriert wird. Das intuitive Schaffen kommt aus dem «Nichts». Wer dazu kommen will, muß völlig frei von Karma werden. Er kann dann seine Impulse nicht mehr aus dem nehmen, woraus der Mensch sie gewöhnlich nimmt. Die Stimmung, die ihn dann überkommt, ist die der Gottseligkeit, die als Zustand auch Nirvana genannt wird.

[ 6 ] Und nun denken Sie sich einen Menschen, der zunächst durch Karma bestimmt wird; durch Handlungen, Gedanken, Gefühle aus der Vergangenheit. Man denke sich ihn dann so weit vorgeschritten, daß er alles Karma ausgelöscht hat, also dem Nichts gegenübersteht. Wenn er dann noch handelt, sagt man im Okkultismus: Er handelt aus dem Nirvana heraus. - Aus dem Nirvana heraus erfolgten zum Beispiel die Handlungen eines Buddha, eines Christus, wenigstens zum Teil. Der gewöhnliche Mensch nähert sich dem nur dann, wenn er künstlerisch, religiös oder weltgeschichtlich inspiriert wird. Das intuitive Schaffen kommt aus dem «Nichts». Wer dazu kommen will, muß völlig frei von Karma werden. Er kann dann seine Impulse nicht mehr aus dem nehmen, woraus der Mensch sie gewöhnlich nimmt. Die Stimmung, die ihn dann überkommt, ist die der Gottseligkeit, die als Zustand auch Nirvana genannt wird.

[ 7 ] Wie steigt der Mensch auf zu Nirvana? Man blicke zurück in die Zeit der Lemurier. Da haben wir den Menschen, so wie er auf der Erde ist, zunächst auf allen vieren gehend. Diese Wesen, in denen sich der Mensch dazumal als «reiner Mensch» (als Monade) verkörperte, die gingen auf allen vieren. Dadurch, daß sich die Monaden in ihnen verkörperten, richteten sich diese Wesen allmählich auf und erhoben die vorderen Gliedmaßen. Jetzt erst beginnt das Karma. Karma als menschliches Karma ist erst möglich geworden, als die Menschen ihre Hände zur Arbeit verwendeten. Vorher schafft man kein individuelles Karma. Dies war eine sehr wichtige Stufe der menschlichen Entwickelung, als der Mensch aus einem horizontalen Wesen ein vertikales Wesen wurde und dadurch die Hände frei hatte. So entwickelte er sich in die atlantische Zeit hinüber.

[ 7 ] Wie steigt der Mensch auf zu Nirvana? Man blicke zurück in die Zeit der Lemurier. Da haben wir den Menschen, so wie er auf der Erde ist, zunächst auf allen vieren gehend. Diese Wesen, in denen sich der Mensch dazumal als «reiner Mensch» (als Monade) verkörperte, die gingen auf allen vieren. Dadurch, daß sich die Monaden in ihnen verkörperten, richteten sich diese Wesen allmählich auf und erhoben die vorderen Gliedmaßen. Jetzt erst beginnt das Karma. Karma als menschliches Karma ist erst möglich geworden, als die Menschen ihre Hände zur Arbeit verwendeten. Vorher schafft man kein individuelles Karma. Dies war eine sehr wichtige Stufe der menschlichen Entwickelung, als der Mensch aus einem horizontalen Wesen ein vertikales Wesen wurde und dadurch die Hände frei hatte. So entwickelte er sich in die atlantische Zeit hinüber.

[ 8 ] Auf der nächsthöheren Stufe lernte der Mensch seine Sprache gebrauchen. Zuerst lernte er den Gebrauch der Hände, dann lernte er den Gebrauch der Sprache. Durch die Hände erfüllt der Mensch die Umwelt mit Taten, durch die Sprache erfüllt er sie mit Worten. Wenn der Mensch gestorben ist, so bleibt das leben, was er an Taten und Worten in der Umwelt verrichtet hat. Alles was der Mensch an Taten verrichtet hat, bleibt vorhanden als des Menschen Karma. Was der Mensch aber an Worten gesprochen hat, bleibt nicht nur vorhanden als sein eigenes Karma, sondern als noch etwas wesentlich anderes.

[ 8 ] Auf der nächsthöheren Stufe lernte der Mensch seine Sprache gebrauchen. Zuerst lernte er den Gebrauch der Hände, dann lernte er den Gebrauch der Sprache. Durch die Hände erfüllt der Mensch die Umwelt mit Taten, durch die Sprache erfüllt er sie mit Worten. Wenn der Mensch gestorben ist, so bleibt das leben, was er an Taten und Worten in der Umwelt verrichtet hat. Alles was der Mensch an Taten verrichtet hat, bleibt vorhanden als des Menschen Karma. Was der Mensch aber an Worten gesprochen hat, bleibt nicht nur vorhanden als sein eigenes Karma, sondern als noch etwas wesentlich anderes.

[ 9 ] Man blicke auf die Zeit zurück, in der der Mensch noch nicht sprach, sondern nur handelte. Da waren die Handlungen etwas, das nur von der einzelnen Persönlichkeit kam. Diese hört sofort auf, nur persönlich zu sein, wenn die Sprache beginnt. Denn nun verständigen sich die Menschen untereinander. Dies ist ein ungeheuer wichtiger Moment in der atlantischen Entwickelung. Mit dem Moment, als der erste Laut hinausging, blieb Menschheitskarma in der Welt. Sobald die Menschen untereinander sprechen, fließt aus der ganzen Menschheit etwas Gemeinschaftliches. Dann geht das rein persönliche Einzelkarma über in das allgemeine Menschheitskarma. Mit dem Gesprochenen, das wir rings um uns verbreiten, verbreiten wir tatsächlich mehr als uns selbst. In dem, was wir sprechen, lebt die ganze Menschheit. Nur wenn die Taten der Hände selbstlos werden, dann werden sie es auch für die ganze Menschheit sein. Aber mit dem Sprechen kann der Mensch nicht ganz selbstsüchtige Taten vollbringen, sonst müßte es ihm ganz allein gehören. Eine Sprache kann nie ganz selbstsüchtig sein, während es die Taten der Hände meistens sind. Der Okkultist sagt: Was ich mit meinen Händen tue, kann bloß meine Tat sein; was ich spreche, spreche ich als Glied eines Volkes oder Stammes.

[ 9 ] Man blicke auf die Zeit zurück, in der der Mensch noch nicht sprach, sondern nur handelte. Da waren die Handlungen etwas, das nur von der einzelnen Persönlichkeit kam. Diese hört sofort auf, nur persönlich zu sein, wenn die Sprache beginnt. Denn nun verständigen sich die Menschen untereinander. Dies ist ein ungeheuer wichtiger Moment in der atlantischen Entwickelung. Mit dem Moment, als der erste Laut hinausging, blieb Menschheitskarma in der Welt. Sobald die Menschen untereinander sprechen, fließt aus der ganzen Menschheit etwas Gemeinschaftliches. Dann geht das rein persönliche Einzelkarma über in das allgemeine Menschheitskarma. Mit dem Gesprochenen, das wir rings um uns verbreiten, verbreiten wir tatsächlich mehr als uns selbst. In dem, was wir sprechen, lebt die ganze Menschheit. Nur wenn die Taten der Hände selbstlos werden, dann werden sie es auch für die ganze Menschheit sein. Aber mit dem Sprechen kann der Mensch nicht ganz selbstsüchtige Taten vollbringen, sonst müßte es ihm ganz allein gehören. Eine Sprache kann nie ganz selbstsüchtig sein, während es die Taten der Hände meistens sind. Der Okkultist sagt: Was ich mit meinen Händen tue, kann bloß meine Tat sein; was ich spreche, spreche ich als Glied eines Volkes oder Stammes.

[ 10 ] So schafft rings um uns herum unser Leben Reste, persönliche Rudimente durch die Taten unserer Hände, und Menschheitsrudimente durch das, was von den Worten nachlebt. Das muß man ganz genau auseinanderhalten. Alles was in der Natur um uns ist, Mineral-, Pflanzen- und Tierreich, ist da durch die Folge früherer Taten. Was um uns herum aufgebaut ist durch unsere Taten, ist tatsächlich etwas, das neu in die Welt hineinkommt. Bei jedem Menschen kommt etwas herein in die Welt, ein neuer Einschlag, und neue Einschläge kommen auch durch die ganze Menschheit.

[ 10 ] So schafft rings um uns herum unser Leben Reste, persönliche Rudimente durch die Taten unserer Hände, und Menschheitsrudimente durch das, was von den Worten nachlebt. Das muß man ganz genau auseinanderhalten. Alles was in der Natur um uns ist, Mineral-, Pflanzen- und Tierreich, ist da durch die Folge früherer Taten. Was um uns herum aufgebaut ist durch unsere Taten, ist tatsächlich etwas, das neu in die Welt hineinkommt. Bei jedem Menschen kommt etwas herein in die Welt, ein neuer Einschlag, und neue Einschläge kommen auch durch die ganze Menschheit.

[ 11 ] Wenn wir uns also sagen müssen: Der Mensch tritt in der Mitte der lemurischen Zeit auf der Erde auf und schafft zum ersten Male eigenes Karma; früher hatte er kein individuelles Karma geschaffen -, so müssen wir nun fragen: Woher kann dieses Karma nur kommen, da es als etwas Neues hereinwirkte? - Es kann nur aus dem Nirvana kommen. Damals mußte etwas hereinwirken in die Welt, das aus dem Nirvana kam, aus dem, wo aus dem «Nichts» heraus geschaffen wird. Die Wesen, die damals die Erde befruchteten, mußten bis ins Nirvana hinaufreichen. Was die vierfüßigen Wesen befruchtete, so daß sie Menschen wurden, waren Wesen, die vom Nirvanaplan herunterkamen. Sie nennt man Monaden. Das ist der Grund, warum damals Wesen dieser Art vom Nirvanaplan herunterkommen mußten. Vom Nirvanaplan ist das Wesen, das in uns, im Menschen ist, die Monade. Hier tritt etwas völlig Neues in die Welt hinein und verkörpert sich in dem, was schon da ist und was seinerseits vollständig die Wirkung früherer Taten ist.

[ 11 ] Wenn wir uns also sagen müssen: Der Mensch tritt in der Mitte der lemurischen Zeit auf der Erde auf und schafft zum ersten Male eigenes Karma; früher hatte er kein individuelles Karma geschaffen -, so müssen wir nun fragen: Woher kann dieses Karma nur kommen, da es als etwas Neues hereinwirkte? - Es kann nur aus dem Nirvana kommen. Damals mußte etwas hereinwirken in die Welt, das aus dem Nirvana kam, aus dem, wo aus dem «Nichts» heraus geschaffen wird. Die Wesen, die damals die Erde befruchteten, mußten bis ins Nirvana hinaufreichen. Was die vierfüßigen Wesen befruchtete, so daß sie Menschen wurden, waren Wesen, die vom Nirvanaplan herunterkamen. Sie nennt man Monaden. Das ist der Grund, warum damals Wesen dieser Art vom Nirvanaplan herunterkommen mußten. Vom Nirvanaplan ist das Wesen, das in uns, im Menschen ist, die Monade. Hier tritt etwas völlig Neues in die Welt hinein und verkörpert sich in dem, was schon da ist und was seinerseits vollständig die Wirkung früherer Taten ist.

[ 12 ] Wir unterscheiden also drei Stufen. Die erste ist die der äußeren, durch die Hände bewirkten Taten; die zweite ist die, welche durch die gesprochenen Worte bewirkt wird, und die dritte diejenige, welche durch den Gedanken bewirkt wird. Und der Gedanke ist noch etwas viel Umfassenderes als das, was durch die gesprochenen Worte bewirkt wird. Der Gedanke ist nicht mehr, so wie es die Sprache ist, verschieden unter den verschiedenen Völkern, sondern gehört der ganzen Menschheit.

[ 12 ] Wir unterscheiden also drei Stufen. Die erste ist die der äußeren, durch die Hände bewirkten Taten; die zweite ist die, welche durch die gesprochenen Worte bewirkt wird, und die dritte diejenige, welche durch den Gedanken bewirkt wird. Und der Gedanke ist noch etwas viel Umfassenderes als das, was durch die gesprochenen Worte bewirkt wird. Der Gedanke ist nicht mehr, so wie es die Sprache ist, verschieden unter den verschiedenen Völkern, sondern gehört der ganzen Menschheit.

[ 13 ] So steigt der Mensch von den Handlungen durch die Worte zu den Gedanken auf, und so wird er ein immer allgemeineres Wesen. Es gibt keine allgemeine Norm des Handelns, keine Logik der Handlungen. Jeder muß für sich handeln. Aber es gibt keine rein persönliche Sprache. Die Sprache gehört einer Gruppe an. Der Gedanke aber gehört der ganzen Menschheit an. So haben wir vom Besonderen zum Allgemeinen fortschreitend die drei Stufen beim Menschen: Taten, Worte, Gedanken.

[ 13 ] So steigt der Mensch von den Handlungen durch die Worte zu den Gedanken auf, und so wird er ein immer allgemeineres Wesen. Es gibt keine allgemeine Norm des Handelns, keine Logik der Handlungen. Jeder muß für sich handeln. Aber es gibt keine rein persönliche Sprache. Die Sprache gehört einer Gruppe an. Der Gedanke aber gehört der ganzen Menschheit an. So haben wir vom Besonderen zum Allgemeinen fortschreitend die drei Stufen beim Menschen: Taten, Worte, Gedanken.

[ 14 ] Insofern er sich in der Umwelt ausdrückt, hinterläßt der Mensch die Spuren des ganzen Menschheitsgeistes als Gedanken; die Spuren einer Menschengruppenseele als Worte; die Spuren seiner Menschensonderwesenheit als Handlungen. Man drückt das wohl am klarsten dadurch aus, daß man auf die Wirkungen dessen hinweist, was durch diese einzelnen Stufen bewirkt wird. Eine Individualität ist wie ein Faden, der durch alle persönlichen Erscheinungsformen in den verschiedenen Inkarnationen hindurchgeht. Eine Individualität schafft für weitere Inkarnationen. Ein Volk als Sprachgemeinschaft schafft für neue Völker. Die Menschheit schafft für eine neue Menschheit, für einen neuen Planeten. Was der Mensch für sich persönlich tut, hat eine Bedeutung für die nächste Inkarnation; was ein Volk spricht, hat eine Bedeutung für die nächste Unterrasse, für die nächste Volksinkarnation. Und wenn eine Welt da sein wird, in der unser ganzes Denken nicht mehr als Denken leben wird, sondern in den Wirkungen dieses Denkens auftreten wird, dann ist das eine neue Menschheit, das heißt ein neuer Planet. Ohne diese großen Gesichtspunkte können wir Karma nicht verstehen.

[ 14 ] Insofern er sich in der Umwelt ausdrückt, hinterläßt der Mensch die Spuren des ganzen Menschheitsgeistes als Gedanken; die Spuren einer Menschengruppenseele als Worte; die Spuren seiner Menschensonderwesenheit als Handlungen. Man drückt das wohl am klarsten dadurch aus, daß man auf die Wirkungen dessen hinweist, was durch diese einzelnen Stufen bewirkt wird. Eine Individualität ist wie ein Faden, der durch alle persönlichen Erscheinungsformen in den verschiedenen Inkarnationen hindurchgeht. Eine Individualität schafft für weitere Inkarnationen. Ein Volk als Sprachgemeinschaft schafft für neue Völker. Die Menschheit schafft für eine neue Menschheit, für einen neuen Planeten. Was der Mensch für sich persönlich tut, hat eine Bedeutung für die nächste Inkarnation; was ein Volk spricht, hat eine Bedeutung für die nächste Unterrasse, für die nächste Volksinkarnation. Und wenn eine Welt da sein wird, in der unser ganzes Denken nicht mehr als Denken leben wird, sondern in den Wirkungen dieses Denkens auftreten wird, dann ist das eine neue Menschheit, das heißt ein neuer Planet. Ohne diese großen Gesichtspunkte können wir Karma nicht verstehen.

[ 15 ] Was wir denken, hat Bedeutung für die nächsten planetarischen Zyklen. Man versetze sich nun in den Gedanken: Wird das Menschengeschlecht, das von uns bleibt und einen künftigen Planeten bewohnt, wird das auch noch denken? - So wenig wie eine neue Rasse dieselbe Sprache sprechen wird wie die vorhergehende, so wenig wird die zukünftige Menschheit noch denken. Es ist lächerlich zu fragen in unseren Gedanken, was die Gottheit ist. Der Mensch wird auf dem nächsten Planeten nicht denken, sondern in anderer Tätigkeit die Umwelt erfassen, in ganz anderer Form als auf diesem Planeten. Denken ist etwas, was uns angehört. Wenn wir durch den Gedanken die Welt erklären, so ist diese Welterklärung lediglich für uns. Dies ist von ungeheurer Tragweite, weil der Mensch sieht, wie er auch als Menschheit in den Karmafaden hineingesponnen ist und in dem ganzen Gewebe lebt und webt.

[ 15 ] Was wir denken, hat Bedeutung für die nächsten planetarischen Zyklen. Man versetze sich nun in den Gedanken: Wird das Menschengeschlecht, das von uns bleibt und einen künftigen Planeten bewohnt, wird das auch noch denken? - So wenig wie eine neue Rasse dieselbe Sprache sprechen wird wie die vorhergehende, so wenig wird die zukünftige Menschheit noch denken. Es ist lächerlich zu fragen in unseren Gedanken, was die Gottheit ist. Der Mensch wird auf dem nächsten Planeten nicht denken, sondern in anderer Tätigkeit die Umwelt erfassen, in ganz anderer Form als auf diesem Planeten. Denken ist etwas, was uns angehört. Wenn wir durch den Gedanken die Welt erklären, so ist diese Welterklärung lediglich für uns. Dies ist von ungeheurer Tragweite, weil der Mensch sieht, wie er auch als Menschheit in den Karmafaden hineingesponnen ist und in dem ganzen Gewebe lebt und webt.

[ 16 ] Wenn der morgenländische Okkultist sich solche Dinge zurechtlegt, so sagt er: Unser ganzes Leben ist so, als wenn wir ringsum von Grenzen umgeben wären durch Handeln, Sprechen, Denken. Wenn wir uns das alles wegdenken, bleibt für den gewöhnlichen Menschen kaum mehr etwas übrig. Daß er dann noch etwas hat, ist das Ergebnis der Esoterik, wenn er über alles das hinausgegangen ist. Was dann noch bleibt, das ist das Erleben des Nirvana.

[ 16 ] Wenn der morgenländische Okkultist sich solche Dinge zurechtlegt, so sagt er: Unser ganzes Leben ist so, als wenn wir ringsum von Grenzen umgeben wären durch Handeln, Sprechen, Denken. Wenn wir uns das alles wegdenken, bleibt für den gewöhnlichen Menschen kaum mehr etwas übrig. Daß er dann noch etwas hat, ist das Ergebnis der Esoterik, wenn er über alles das hinausgegangen ist. Was dann noch bleibt, das ist das Erleben des Nirvana.

[ 17 ] Der Planetengeist, der das Wesen der Welt darstellt, ist jetzt im Denken inkarniert, wird aber in Zukunft als etwas anderes inkarniert sein.

[ 17 ] Der Planetengeist, der das Wesen der Welt darstellt, ist jetzt im Denken inkarniert, wird aber in Zukunft als etwas anderes inkarniert sein.