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Cosmogony
GA 94

11 June 1906, Paris

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Fünfzehnter Vortrag

Fünfzehnter Vortrag

[ 1 ] Versucht man eine Vorstellung von der planetarischen Entwickelung zu geben, so muß man nicht zu Abstraktionen, sondern zu Bildern seine Zuflucht nehmen. Denn dem Bild eignet eine belebende, schöpferische Kraft, die dem bloßen Begriff nicht innewohnt. Was in der einen Welt symbolisch erscheint, entspricht einer Wirklichkeit in einer höheren Welt.

[ 1 ] Versucht man eine Vorstellung von der planetarischen Entwickelung zu geben, so muß man nicht zu Abstraktionen, sondern zu Bildern seine Zuflucht nehmen. Denn dem Bild eignet eine belebende, schöpferische Kraft, die dem bloßen Begriff nicht innewohnt. Was in der einen Welt symbolisch erscheint, entspricht einer Wirklichkeit in einer höheren Welt.

[ 2 ] Wir wissen, daß unsere Erde, bevor sie zu ihrem gegenwärtigen Zustand gelangte, eine Phase durchschritten hat, die man mondartig oder einfach Mond nennt. Aber dieser alte Mond, der unserer Erde vorhergehende Zustand, bezieht sich auf etwas ganz anderes als auf unseren gegenwärtigen Satelliten oder auf irgendeinen anderen Planeten, den die Astronomie jemals entdecken könnte. Die Himmelskörper, die der Mensch heute sieht, sind diejenigen, die sich mineralisiert haben. Unser Auge kann nur die Gegenstände sehen, die mineralische Substanz enthalten und das Licht reflektieren, das heißt, die einen physischen Körper besitzen. Wenn der Okkultist vom Mineralreich spricht, so spricht er nicht von Steinen, sondern von der Sphäre, in der sich heute das menschliche Bewußtsein entwickelt. Viele Gelehrte betrachten ein Lebewesen als eine einfache Maschine und verwerfen den Gedanken an eine Lebenskraft. Diese Denkart kommt daher, daß unser Organismus das Leben nicht direkt wahrnehmen kann. Dagegen sagt der Okkultist, daß der Mensch heute in der mineralischen Welt lebt.

[ 2 ] Wir wissen, daß unsere Erde, bevor sie zu ihrem gegenwärtigen Zustand gelangte, eine Phase durchschritten hat, die man mondartig oder einfach Mond nennt. Aber dieser alte Mond, der unserer Erde vorhergehende Zustand, bezieht sich auf etwas ganz anderes als auf unseren gegenwärtigen Satelliten oder auf irgendeinen anderen Planeten, den die Astronomie jemals entdecken könnte. Die Himmelskörper, die der Mensch heute sieht, sind diejenigen, die sich mineralisiert haben. Unser Auge kann nur die Gegenstände sehen, die mineralische Substanz enthalten und das Licht reflektieren, das heißt, die einen physischen Körper besitzen. Wenn der Okkultist vom Mineralreich spricht, so spricht er nicht von Steinen, sondern von der Sphäre, in der sich heute das menschliche Bewußtsein entwickelt. Viele Gelehrte betrachten ein Lebewesen als eine einfache Maschine und verwerfen den Gedanken an eine Lebenskraft. Diese Denkart kommt daher, daß unser Organismus das Leben nicht direkt wahrnehmen kann. Dagegen sagt der Okkultist, daß der Mensch heute in der mineralischen Welt lebt.

[ 3 ] Betrachten wir das Auge. Das ist ein komplizierter physischer Apparat, eine Art Dunkelkammer, die als Fenster die Pupille hat und als Lupe die Linse. Der ganze Körper ist aus einer Summe physischer Apparate geformt, die ebenso delikat wie kompliziert sind. Das Ohr ist wie ein Spinett mit einer Klaviatur, und die Fibern stehen anstelle der Saiten. Und entsprechend verhält es sich bei jedem Sinnesorgan.

[ 3 ] Betrachten wir das Auge. Das ist ein komplizierter physischer Apparat, eine Art Dunkelkammer, die als Fenster die Pupille hat und als Lupe die Linse. Der ganze Körper ist aus einer Summe physischer Apparate geformt, die ebenso delikat wie kompliziert sind. Das Ohr ist wie ein Spinett mit einer Klaviatur, und die Fibern stehen anstelle der Saiten. Und entsprechend verhält es sich bei jedem Sinnesorgan.

[ 4 ] Das Bewußtsein des modernen Menschen ist nur wach in bezug auf seinen physischen oder mineralischen Leib. Aber ist es erst einmal auf dieser Daseinsebene erwacht, so muß es nichtsdestoweniger nach und nach auch in den anderen Bezirken des Menschenwesens erscheinen: in demjenigen, der durch die Lebenskräfte bestimmt wird — die pflanzliche Natur des Menschen -, in demjenigen, der hauptsächlich bestimmt wird durch die Kräfte der Empfindungsfähigkeit — die animalische Natur des Menschen - und schließlich in der eigentlichen menschlichen Natur.

[ 4 ] Das Bewußtsein des modernen Menschen ist nur wach in bezug auf seinen physischen oder mineralischen Leib. Aber ist es erst einmal auf dieser Daseinsebene erwacht, so muß es nichtsdestoweniger nach und nach auch in den anderen Bezirken des Menschenwesens erscheinen: in demjenigen, der durch die Lebenskräfte bestimmt wird — die pflanzliche Natur des Menschen -, in demjenigen, der hauptsächlich bestimmt wird durch die Kräfte der Empfindungsfähigkeit — die animalische Natur des Menschen - und schließlich in der eigentlichen menschlichen Natur.

[ 5 ] Gegenwärtig kennt der Mensch nur das, was mineralischer Natur im Universum ist. Den Instinkt und das Empfindungsleben beim Tier, die Wachstumskraft bei der Pflanze kennt er nicht nach den ihnen innewohnenden eigenen Gesetzen, sondern nur nach ihrer physischen Erscheinung. Man stelle sich vor, eine Pflanze existiere nur in ihrer übersinnlichen Substanz, verlöre also ihre mineralische Substanz, so wäre sie für uns unsichtbar.

[ 5 ] Gegenwärtig kennt der Mensch nur das, was mineralischer Natur im Universum ist. Den Instinkt und das Empfindungsleben beim Tier, die Wachstumskraft bei der Pflanze kennt er nicht nach den ihnen innewohnenden eigenen Gesetzen, sondern nur nach ihrer physischen Erscheinung. Man stelle sich vor, eine Pflanze existiere nur in ihrer übersinnlichen Substanz, verlöre also ihre mineralische Substanz, so wäre sie für uns unsichtbar.

[ 6 ] Aber wenn der Mensch auch nur das Mineral kennt, so hat er dieses wenigstens in seiner Gewalt. Er bearbeitet, modelliert, schmilzt, berechnet es. Er gestaltet aufs neue das Antlitz der Erde. Noch ist er nur fähig, dieses Antlitz mit Hilfe mechanischer Mittel zu bearbeiten. Gehen wir in vorgeschichtliche Zeiten zurück, wo noch keine menschliche Hand die Erde angetastet hatte, da finden wir sie, wie sie aus der Hand der Götter hervorging. Aber seitdem der Mensch vom Mineralreich Besitz ergriffen hat, verändert sich die Erde, und man kann den Zeitpunkt voraussehen, wo ihr Antlitz ganz und gar von der menschlichen Hand geprägt sein wird und nicht mehr von der Hand der Götter.

[ 6 ] Aber wenn der Mensch auch nur das Mineral kennt, so hat er dieses wenigstens in seiner Gewalt. Er bearbeitet, modelliert, schmilzt, berechnet es. Er gestaltet aufs neue das Antlitz der Erde. Noch ist er nur fähig, dieses Antlitz mit Hilfe mechanischer Mittel zu bearbeiten. Gehen wir in vorgeschichtliche Zeiten zurück, wo noch keine menschliche Hand die Erde angetastet hatte, da finden wir sie, wie sie aus der Hand der Götter hervorging. Aber seitdem der Mensch vom Mineralreich Besitz ergriffen hat, verändert sich die Erde, und man kann den Zeitpunkt voraussehen, wo ihr Antlitz ganz und gar von der menschlichen Hand geprägt sein wird und nicht mehr von der Hand der Götter.

[ 7 ] Eine bestimmte Form war von Anfang an jedem Ding durch die Götter vorgeschrieben. Für das Mineral ist dieses Vermögen der Formgestaltung von den Göttern auf die Menschen übergegangen. In den alten Überlieferungen hat man gelehrt, daß der Mensch diese Arbeit an der Umgestaltung der Erde vollbringen solle mit dem dreifachen Ziel, Weisheit, Schönheit und Tugend zu verwirklichen. Auf dieser dreifachen Basis soll der Mensch aus der Erde einen Tempel errichten. Dann werden die Wesen, die im Laufe der Entwickelung später erschienen sind als der Mensch, das Menschenwerk betrachten, wie wir das aus der Hand der Götter hervorgegangene Mineralreich betrachten. Die Kathedralen, die Maschinen - sie sind nicht umsonst geschaffen. Der Kristall, den wir heute aus der Erde hervorholen - ihn haben die Götter geformt, wie wir unsere Monumente errichten und unsere Maschinen konstruieren. Ebenso wie sie in der Vergangenheit aus einer chaotischen Masse die mineralische Welt geschaffen haben, ebenso sind unsere Kathedralen, unsere Erfindungen, ja unsere Einrichtungen überhaupt Samenkörner, aus denen eine künftige Welt hervorgehen wird.

[ 7 ] Eine bestimmte Form war von Anfang an jedem Ding durch die Götter vorgeschrieben. Für das Mineral ist dieses Vermögen der Formgestaltung von den Göttern auf die Menschen übergegangen. In den alten Überlieferungen hat man gelehrt, daß der Mensch diese Arbeit an der Umgestaltung der Erde vollbringen solle mit dem dreifachen Ziel, Weisheit, Schönheit und Tugend zu verwirklichen. Auf dieser dreifachen Basis soll der Mensch aus der Erde einen Tempel errichten. Dann werden die Wesen, die im Laufe der Entwickelung später erschienen sind als der Mensch, das Menschenwerk betrachten, wie wir das aus der Hand der Götter hervorgegangene Mineralreich betrachten. Die Kathedralen, die Maschinen - sie sind nicht umsonst geschaffen. Der Kristall, den wir heute aus der Erde hervorholen - ihn haben die Götter geformt, wie wir unsere Monumente errichten und unsere Maschinen konstruieren. Ebenso wie sie in der Vergangenheit aus einer chaotischen Masse die mineralische Welt geschaffen haben, ebenso sind unsere Kathedralen, unsere Erfindungen, ja unsere Einrichtungen überhaupt Samenkörner, aus denen eine künftige Welt hervorgehen wird.

[ 8 ] Nach der Verwandlung der mineralischen Welt lernt der Mensch diejenige der Pflanzen zu verwandeln. Das ist ein höherer Grad des Könnens. Ebenso wie der Mensch heute Gebäude erbaut, wird der Mensch Pflanzen erschaffen und formen können, indem er an der Pflanzensubstanz arbeitet. Ja, in der Folgezeit wird der Mensch noch höher steigen, indem er nicht nur lebende, sondern sogar bewußte Wesen bilden wird, und er wird sein Vermögen auf das Tierreich ausdehnen. Wenn der Mensch imstande sein wird, sich selbst durch seinen bewußten Willen neu zu erschaffen, wird er auf einer höheren Stufe das verwirklichen, was er heute in der mineralischen Sinneswelt vollbringt.

[ 8 ] Nach der Verwandlung der mineralischen Welt lernt der Mensch diejenige der Pflanzen zu verwandeln. Das ist ein höherer Grad des Könnens. Ebenso wie der Mensch heute Gebäude erbaut, wird der Mensch Pflanzen erschaffen und formen können, indem er an der Pflanzensubstanz arbeitet. Ja, in der Folgezeit wird der Mensch noch höher steigen, indem er nicht nur lebende, sondern sogar bewußte Wesen bilden wird, und er wird sein Vermögen auf das Tierreich ausdehnen. Wenn der Mensch imstande sein wird, sich selbst durch seinen bewußten Willen neu zu erschaffen, wird er auf einer höheren Stufe das verwirklichen, was er heute in der mineralischen Sinneswelt vollbringt.

[ 9 ] Der Keim zu dieser Reproduktion seiner selbst, befreit von aller Sinnlichkeit, ist das Wort. Das erste Bewußtsein ist dem Menschen mit dem ersten Atemzug zuteil geworden. Das Bewußtsein wird seine Vollendung erreichen, wenn er imstande sein wird, in sein Wort dieselbe schöpferische Kraft einfließen zu lassen, mit der heute sein Gedankenleben begabt ist. Gegenwärtig vertraut er nur seine Worte der Luft an. Wenn er sich zu einem höheren schöpferischen Bewußtsein erhoben hat, wird er der Luft Bilder mitteilen können. Das Wort wird dann in vollem Sinne eine lebendige Imagination sein. Indem er diesen Bildern Körperhaftigkeit verleiht, wird er das Wort zum körperhaften Träger des Bildes machen. Wenn wir nicht mehr einfach unsere Gedanken in den Gegenständen verkörpern, wie zum Beispiel in der Fabrikation einer Uhr, werden wir den Bildern körperhafte Substanz verleihen. Die Uhr zum Beispiel wird lebendig sein wie eine Pflanze.

[ 9 ] Der Keim zu dieser Reproduktion seiner selbst, befreit von aller Sinnlichkeit, ist das Wort. Das erste Bewußtsein ist dem Menschen mit dem ersten Atemzug zuteil geworden. Das Bewußtsein wird seine Vollendung erreichen, wenn er imstande sein wird, in sein Wort dieselbe schöpferische Kraft einfließen zu lassen, mit der heute sein Gedankenleben begabt ist. Gegenwärtig vertraut er nur seine Worte der Luft an. Wenn er sich zu einem höheren schöpferischen Bewußtsein erhoben hat, wird er der Luft Bilder mitteilen können. Das Wort wird dann in vollem Sinne eine lebendige Imagination sein. Indem er diesen Bildern Körperhaftigkeit verleiht, wird er das Wort zum körperhaften Träger des Bildes machen. Wenn wir nicht mehr einfach unsere Gedanken in den Gegenständen verkörpern, wie zum Beispiel in der Fabrikation einer Uhr, werden wir den Bildern körperhafte Substanz verleihen. Die Uhr zum Beispiel wird lebendig sein wie eine Pflanze.

[ 10 ] Und wenn der Mensch verstehen wird, das Leben auf das Höchste, was in ihm ist, zu übertragen, werden diese Bilder ein eigenes, wirkliches Leben erlangen, vergleichbar der tierischen Existenz. Dann wird der Mensch letzten Endes sich selbst reproduzieren können. Am Ende der Umwandlung der Erde wird die ganze Atmosphäre widerhallen von der Kraft des Wortes. So muß der Mensch sich entwickeln, bis er fähig geworden ist, seine Umgebung nach dem Bild seines inneren Wesens zu modellieren. Der Eingeweihte geht ihm nur auf diesem Wege voran. Es ist einleuchtend, daß die Erde selbst heute noch nicht solche menschlichen Leiber hervorbringen kann, wie sie esam Ende ihrer Entwickelung können wird. Zu diesem Zeitpunkt werden die Körper so weit sein, daß sie als Ausdruck dessen gelten können, was man den Logos nennt. Der große Missionar, der allein in einem menschlichen Leib, gleich dem unsrigen, diese Macht des Logos, dieses «Das Wort ward Fleisch» offenbart hat, das ist der Christus. Er erscheint in der Mitte unserer Evolution, um uns ihr Ziel aufzuzeigen.

[ 10 ] Und wenn der Mensch verstehen wird, das Leben auf das Höchste, was in ihm ist, zu übertragen, werden diese Bilder ein eigenes, wirkliches Leben erlangen, vergleichbar der tierischen Existenz. Dann wird der Mensch letzten Endes sich selbst reproduzieren können. Am Ende der Umwandlung der Erde wird die ganze Atmosphäre widerhallen von der Kraft des Wortes. So muß der Mensch sich entwickeln, bis er fähig geworden ist, seine Umgebung nach dem Bild seines inneren Wesens zu modellieren. Der Eingeweihte geht ihm nur auf diesem Wege voran. Es ist einleuchtend, daß die Erde selbst heute noch nicht solche menschlichen Leiber hervorbringen kann, wie sie esam Ende ihrer Entwickelung können wird. Zu diesem Zeitpunkt werden die Körper so weit sein, daß sie als Ausdruck dessen gelten können, was man den Logos nennt. Der große Missionar, der allein in einem menschlichen Leib, gleich dem unsrigen, diese Macht des Logos, dieses «Das Wort ward Fleisch» offenbart hat, das ist der Christus. Er erscheint in der Mitte unserer Evolution, um uns ihr Ziel aufzuzeigen.

[ 11 ] Fragen wir uns nun: Unter welcher Form lebte der menschliche Geist, bevor er mittels der Atmung in uns Einzug hielt? - Die Erde ist die Wiederverkörperung eines vorhergehenden Planeten, den man im Okkultismus den Mond nennt. Auf diesem Mond gab es noch kein reines Mineral. Er bestand noch aus einer holzähnlichen Substanz, einem Mittelding zwischen Mineral und Pflanze. Seine Oberfläche hatte nicht die Härte des Minerals, höchstens könnte man sie mit dem Torf vergleichen. Es wuchsen auf dieser Weltkugel halb pflanzenhafte, halb molluskenhafte Wesen, und ein drittes Reich bewohnte sie, ein Zwischenreich zwischen dem Menschen und den gegenwärtigen Tieren. Dies waren gerade diejenigen Wesen, die mit einem traumhaften imaginativen Bewußtsein begabt waren. Man kann sich die Materie, aus der sie zusammengesetzt waren, vorstellen, wenn man sie vergleicht mit derjenigen, die heute die Nervenmasse der Krebse oder die Nerven überhaupt darstellt. In der Tat ist es die Verdichtung dieser Materie, aus der die gegenwärtige Gehirnmasse hervorgegangen ist. Aber während sie damals, auf dem Monde, in einem gallertartigen Zustand leben konnte, muß sie nun auf der Erde von einer schützenden Beinhülle umgeben sein: dem Panzer der Krustentiere oder der Schädelkapsel. So sind alle Substanzen, aus denen wir zusammengesetzt sind, aus dem Makrokosmos hervorgegangen. Und diese universelle Vorbereitung war notwendig, damit das Ich sich in den Menschen hineinsenken konnte.

[ 11 ] Fragen wir uns nun: Unter welcher Form lebte der menschliche Geist, bevor er mittels der Atmung in uns Einzug hielt? - Die Erde ist die Wiederverkörperung eines vorhergehenden Planeten, den man im Okkultismus den Mond nennt. Auf diesem Mond gab es noch kein reines Mineral. Er bestand noch aus einer holzähnlichen Substanz, einem Mittelding zwischen Mineral und Pflanze. Seine Oberfläche hatte nicht die Härte des Minerals, höchstens könnte man sie mit dem Torf vergleichen. Es wuchsen auf dieser Weltkugel halb pflanzenhafte, halb molluskenhafte Wesen, und ein drittes Reich bewohnte sie, ein Zwischenreich zwischen dem Menschen und den gegenwärtigen Tieren. Dies waren gerade diejenigen Wesen, die mit einem traumhaften imaginativen Bewußtsein begabt waren. Man kann sich die Materie, aus der sie zusammengesetzt waren, vorstellen, wenn man sie vergleicht mit derjenigen, die heute die Nervenmasse der Krebse oder die Nerven überhaupt darstellt. In der Tat ist es die Verdichtung dieser Materie, aus der die gegenwärtige Gehirnmasse hervorgegangen ist. Aber während sie damals, auf dem Monde, in einem gallertartigen Zustand leben konnte, muß sie nun auf der Erde von einer schützenden Beinhülle umgeben sein: dem Panzer der Krustentiere oder der Schädelkapsel. So sind alle Substanzen, aus denen wir zusammengesetzt sind, aus dem Makrokosmos hervorgegangen. Und diese universelle Vorbereitung war notwendig, damit das Ich sich in den Menschen hineinsenken konnte.

[ 12 ] Aber wir haben gesehen, daß der Mensch erst imstande war, den Keim seines Ich auf der Erde zu empfangen, als er die ihn umgebende Luft atmen konnte. Was atmete er nun auf dem Monde?

[ 12 ] Aber wir haben gesehen, daß der Mensch erst imstande war, den Keim seines Ich auf der Erde zu empfangen, als er die ihn umgebende Luft atmen konnte. Was atmete er nun auf dem Monde?

[ 13 ] Je weiter wir in der Entwickelung zurückgehen, desto mehr erhöht sich die Temperatur. Auf der Atlantis war alles in heiße Dämpfe gehüllt. In diesen alten Zuständen wird die Luft erst heiß, dann feurig: das Feuer nimmt die Stelle der Luft ein. Die Lemurier haben noch Feuer geatmet. Darum heißt es in den okkulten Schriften, daß die Menschen zuerst durch die Feuergeister belehrt worden seien. Als der physische Mensch auf der Erde Fuß faßte, wurde die Luft sein Lebenselement. Aber der Mensch verdirbt diese Luft, indem er sie in Kohlensäure verwandelt, und so drückt der Atmungsprozeß die Verdichtung unseres Erdballs noch um einen Grad herunter. Die Tätigkeit der Pflanzen stellt das Gleichgewicht her. Immerhin bewirkt der physische Leib, der es nötig hat, sich den Sauerstoff der Luft anzueignen, daß die Kohlensäure auf der Oberfläche der Erde sich vermehrt und infolgedessen die menschlichen Körper blutarm werden. Eine Zeit wird kommen, wo der physische Körper verschwunden sein wird und Mensch und Erde astraler Natur sein werden. Denn die physische Natur zerstört sich durch ihre eigenen Kräfte. Bevor sich aber diese Umwandlung vollendet, wird sich eine kosmische Nacht dazwischenfügen, ähnlich derjenigen, welche den Übergang vom alten Mond zu unserer gegenwärtigen Erde darstellte.

[ 13 ] Je weiter wir in der Entwickelung zurückgehen, desto mehr erhöht sich die Temperatur. Auf der Atlantis war alles in heiße Dämpfe gehüllt. In diesen alten Zuständen wird die Luft erst heiß, dann feurig: das Feuer nimmt die Stelle der Luft ein. Die Lemurier haben noch Feuer geatmet. Darum heißt es in den okkulten Schriften, daß die Menschen zuerst durch die Feuergeister belehrt worden seien. Als der physische Mensch auf der Erde Fuß faßte, wurde die Luft sein Lebenselement. Aber der Mensch verdirbt diese Luft, indem er sie in Kohlensäure verwandelt, und so drückt der Atmungsprozeß die Verdichtung unseres Erdballs noch um einen Grad herunter. Die Tätigkeit der Pflanzen stellt das Gleichgewicht her. Immerhin bewirkt der physische Leib, der es nötig hat, sich den Sauerstoff der Luft anzueignen, daß die Kohlensäure auf der Oberfläche der Erde sich vermehrt und infolgedessen die menschlichen Körper blutarm werden. Eine Zeit wird kommen, wo der physische Körper verschwunden sein wird und Mensch und Erde astraler Natur sein werden. Denn die physische Natur zerstört sich durch ihre eigenen Kräfte. Bevor sich aber diese Umwandlung vollendet, wird sich eine kosmische Nacht dazwischenfügen, ähnlich derjenigen, welche den Übergang vom alten Mond zu unserer gegenwärtigen Erde darstellte.

[ 14 ] Die Atmosphäre des Mondes enthielt Stickstoff, wie heutzutage die irdische Atmosphäre Sauerstoff enthält, und das Vorwalten des Stickstoffs ist es, was das Ende der Mondperiode und den Anfang der kosmischen Nacht bewirkt hat. Was auf der Erde an die letzten Existenzbedingungen des Mondes erinnert, das sind die Stickstoffverbindungen. Daraus erwächst auf der Erde eine destruktive Wirkung, denn diese Stickstoffverbindungen sind hier nicht an ihrem Platze. Es sind schädliche Rückstände aus den Lebensbedingungen eines anderen Weltalters. Die Verbindung von Kohlenstoff und Stickstoff hatte auf dem Mond ungefähr die gleiche Wirkung wie auf der Erde diejenige von Kohlenstoff und Sauerstoff (siehe Hinweis).

[ 14 ] Die Atmosphäre des Mondes enthielt Stickstoff, wie heutzutage die irdische Atmosphäre Sauerstoff enthält, und das Vorwalten des Stickstoffs ist es, was das Ende der Mondperiode und den Anfang der kosmischen Nacht bewirkt hat. Was auf der Erde an die letzten Existenzbedingungen des Mondes erinnert, das sind die Stickstoffverbindungen. Daraus erwächst auf der Erde eine destruktive Wirkung, denn diese Stickstoffverbindungen sind hier nicht an ihrem Platze. Es sind schädliche Rückstände aus den Lebensbedingungen eines anderen Weltalters. Die Verbindung von Kohlenstoff und Stickstoff hatte auf dem Mond ungefähr die gleiche Wirkung wie auf der Erde diejenige von Kohlenstoff und Sauerstoff (siehe Hinweis).

[ 15 ] Der Tiermensch, der auf dem Monde lebte, ist also der Vorfahre des physischen Erdenmenschen, wie die Feuergeister dieser Mondepoche die Erzeuger des gegenwärtigen Menschengeistes sind. Was sich auf dem Mond im Feuer inkarnierte, das inkarniert sich auf der Erde in der Luft.

[ 15 ] Der Tiermensch, der auf dem Monde lebte, ist also der Vorfahre des physischen Erdenmenschen, wie die Feuergeister dieser Mondepoche die Erzeuger des gegenwärtigen Menschengeistes sind. Was sich auf dem Mond im Feuer inkarnierte, das inkarniert sich auf der Erde in der Luft.

[ 16 ] Aber wo finden wir beim gegenwärtigen Menschen eine Erinnerung an die Tätigkeit dieser Feuergeister? -— Auf dem Mond hatten die Lebewesen kein warmes Blut. Was hat die Blutwärme und im Verfolg das Aufleben der Leidenschaften verursacht? Das Feuer ist es, das die Wesen auf dem Monde eingeatmet haben und das nun auf der Erde in ihrem Blute wieder Leben gewinnt. Und der Geist der Luft umgibt heute mit einem leichten Sinneskleid diesen Körper, der das Erbe des Mondzustandes bewahrt: die Blutwärme, das Gehirn, das Rückenmark, die Nerven.

[ 16 ] Aber wo finden wir beim gegenwärtigen Menschen eine Erinnerung an die Tätigkeit dieser Feuergeister? -— Auf dem Mond hatten die Lebewesen kein warmes Blut. Was hat die Blutwärme und im Verfolg das Aufleben der Leidenschaften verursacht? Das Feuer ist es, das die Wesen auf dem Monde eingeatmet haben und das nun auf der Erde in ihrem Blute wieder Leben gewinnt. Und der Geist der Luft umgibt heute mit einem leichten Sinneskleid diesen Körper, der das Erbe des Mondzustandes bewahrt: die Blutwärme, das Gehirn, das Rückenmark, die Nerven.

[ 17 ] Diese Beispiele zeigen uns, daß man sehr sorgfältig die Verwandlung der Substanzen studieren muß, um eine Umwandlung zu begreifen, wie sie sich vollzog im Laufe der Entwickelungsphasen, die der Erde vorangingen. Würden wir weiter zurückgehen, so würden wir sehen, daß unser Planet in vorhergehenden Zuständen einen rein gasförmigen Körper hatte, und, noch weiter zurück, einen Körper von reiner Klangstofflichkeit. Von diesem Klang, der das Weltenwort selber ist, nimmt die menschliche Entwickelung ihren Ausgang, um in der Folgezeit zum Licht, zum Feuer, zur Luft fortzuschreiten. Erst im vierten Zustand wird der menschliche Geist bewußt. Von diesem Zeitpunkt an kommt ihm die Orientierung, die ihm vormals durch das Wort gegeben worden war, aus seinem Inneren, und sein Bewußtsein wird sein eigener Führer. Sein ureigentliches Wesen realisiert sich im Ich. Die Bewußtwerdung des Ich, das bedeutet die Verwirklichung des Christus-Prinzips im Menschen.

[ 17 ] Diese Beispiele zeigen uns, daß man sehr sorgfältig die Verwandlung der Substanzen studieren muß, um eine Umwandlung zu begreifen, wie sie sich vollzog im Laufe der Entwickelungsphasen, die der Erde vorangingen. Würden wir weiter zurückgehen, so würden wir sehen, daß unser Planet in vorhergehenden Zuständen einen rein gasförmigen Körper hatte, und, noch weiter zurück, einen Körper von reiner Klangstofflichkeit. Von diesem Klang, der das Weltenwort selber ist, nimmt die menschliche Entwickelung ihren Ausgang, um in der Folgezeit zum Licht, zum Feuer, zur Luft fortzuschreiten. Erst im vierten Zustand wird der menschliche Geist bewußt. Von diesem Zeitpunkt an kommt ihm die Orientierung, die ihm vormals durch das Wort gegeben worden war, aus seinem Inneren, und sein Bewußtsein wird sein eigener Führer. Sein ureigentliches Wesen realisiert sich im Ich. Die Bewußtwerdung des Ich, das bedeutet die Verwirklichung des Christus-Prinzips im Menschen.

[ 18 ] Würden wir zurückgehen bis zur ersten elementaren Form, so würden wir vom Wort, vom flutenden Ton aufgenommen werden. Mit der zweiten Elementarstufe würden wir hinüberwechseln zum flutenden Licht. Die dritte Elementarstufe würde uns mit Wärme durchdringen. Endlich würden wir auf der vierten Elementarstufe, in der irdischen Atmosphäre, das Selbstbewußtsein erscheinen sehen, das dem Menschen erlaubt, Ich zu sich zu sagen. (Siehe die schematische Darstellung auf S. 104.)

[ 18 ] Würden wir zurückgehen bis zur ersten elementaren Form, so würden wir vom Wort, vom flutenden Ton aufgenommen werden. Mit der zweiten Elementarstufe würden wir hinüberwechseln zum flutenden Licht. Die dritte Elementarstufe würde uns mit Wärme durchdringen. Endlich würden wir auf der vierten Elementarstufe, in der irdischen Atmosphäre, das Selbstbewußtsein erscheinen sehen, das dem Menschen erlaubt, Ich zu sich zu sagen. (Siehe die schematische Darstellung auf S. 104.)