Popular Occultism
GA 94
29 June 1906, Leipzig
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Populärer Okkultismus, 2nd ed.
Zweiter Vortrag
Zweiter Vortrag
[ 1 ] Gestern wurde angestrebt, die Wesenheit des Menschen aufzuzeigen, soweit die drei Leiber und der Wesenskern in Betracht kommen. Den Aufstieg des Menschen in die übersinnlichen Welten wollen wir jetzt betrachten. Deshalb müssen wir einen Blick in das tun, was man die drei Welten nennt, und erst, wenn wir die Eigentümlichkeiten dieser drei Welten beschrieben haben, können wir Karma, Reinkarnation und so weiter besprechen. Die physische Welt, die wir mit den Sinnen wahrnehmen, ist die erste, diese bewohnt der Mensch. Dann haben wir eine zweite, die astralische Welt, und dann die dritte, die geistige Welt oder Devachan. Deva heißt Gott und Chan heißt Gebiet, Wohnung; Devachan bedeutet also Gottesgebiet. Insofern der Mensch ein geistiges Wesen ist, hat er Anteil an der geistigen Welt. Die physische Welt braucht man nicht zu beschreiben, die kennt jeder genau. In erzählender Form sollen die astralische und die devachanische Welt geschildert werden.
[ 1 ] Gestern wurde angestrebt, die Wesenheit des Menschen aufzuzeigen, soweit die drei Leiber und der Wesenskern in Betracht kommen. Den Aufstieg des Menschen in die übersinnlichen Welten wollen wir jetzt betrachten. Deshalb müssen wir einen Blick in das tun, was man die drei Welten nennt, und erst, wenn wir die Eigentümlichkeiten dieser drei Welten beschrieben haben, können wir Karma, Reinkarnation und so weiter besprechen. Die physische Welt, die wir mit den Sinnen wahrnehmen, ist die erste, diese bewohnt der Mensch. Dann haben wir eine zweite, die astralische Welt, und dann die dritte, die geistige Welt oder Devachan. Deva heißt Gott und Chan heißt Gebiet, Wohnung; Devachan bedeutet also Gottesgebiet. Insofern der Mensch ein geistiges Wesen ist, hat er Anteil an der geistigen Welt. Die physische Welt braucht man nicht zu beschreiben, die kennt jeder genau. In erzählender Form sollen die astralische und die devachanische Welt geschildert werden.
[ 2 ] Das erste, was man sich klarmachen muß, ist, daß die anderen Welten nicht an anderen Orten sind, sondern daß sie uns ebenso umgeben wie die physische Welt und diese durchdringen. Darum wandert der Mensch nach dem Tode auch nicht nach anderen Orten, sondern die Art und Weise seiner Anschauung und seines Bewußtseins ändert sich. Genau wie bei einem Blindgeborenen, der plötzlich sehend geworden ist und der ja auch nicht in eine andere Welt versetzt ist, dem sich vielmehr nur ein neuer Sinn erschlossen hat, so verhält es sich beim Menschen, wenn er stirbt oder eingeweiht wird. Dann ist um ihn herum nicht eine neue, ganz andere Welt, es sind nur die Sinne für die physische Welt ausgeschaltet, dagegen nimmt er nun wahr, was ihm vorher entgangen, was ihm bis dahin verborgen geblieben war.
[ 2 ] Das erste, was man sich klarmachen muß, ist, daß die anderen Welten nicht an anderen Orten sind, sondern daß sie uns ebenso umgeben wie die physische Welt und diese durchdringen. Darum wandert der Mensch nach dem Tode auch nicht nach anderen Orten, sondern die Art und Weise seiner Anschauung und seines Bewußtseins ändert sich. Genau wie bei einem Blindgeborenen, der plötzlich sehend geworden ist und der ja auch nicht in eine andere Welt versetzt ist, dem sich vielmehr nur ein neuer Sinn erschlossen hat, so verhält es sich beim Menschen, wenn er stirbt oder eingeweiht wird. Dann ist um ihn herum nicht eine neue, ganz andere Welt, es sind nur die Sinne für die physische Welt ausgeschaltet, dagegen nimmt er nun wahr, was ihm vorher entgangen, was ihm bis dahin verborgen geblieben war.
[ 3 ] Betrachten wir zunächst die Astralwelt. Das ist die Welt, in welcher der Mensch jede Nacht und auch zunächst nach dem Tode sich befindet. Wenn er aufhört, seine Sinne der physischen Welt zu öffnen, können ihm die Sinne für diese Astralwelt aufgehen. Wird der Mensch hellsehend, dann ist er zunächst in der astralischen Welt, und er nimmt wahr, was als Ätherleib und Astralleib beschrieben worden ist. Die Astralwelt unterscheidet sich außerordentlich von der physischen. Wer in sie eintritt, steht vor einem verwirrenden Anblick von Erscheinungen. Was man wahrnehmen kann, ist so anders, daß man sich erst daran gewöhnen muß, darin zu schauen. Man wird falsch lesen, wenn man ebenso lesen will wie in der physischen Welt. Alles wird dort wie im Spiegel gesehen, verkehrt oder entgegengesetzt. Die Zahl 365 würde in der Astralwelt 563 sein. Das ist besonders im Anfang sehr verwirrend. Wenn man es mit Zeitumständen zu tun hat, so rechnet man in der physischen Welt alles von vorne nach dem Ende zu. In der Astralwelt ist es umgekehrt. Ein Menschenleben wird zum Beispiel in der Astralwelt nicht von der Geburt bis zum Tode verfolgt, sondern vom letzten Lebensaugenblick an rückwärts. Hier in der physischen Welt sieht man zuerst das Ei und dann das herausschlüpfende Huhn, in der Astralwelt zuerst das Huhn und dann das Ei. Das wichtigste ist aber, daß in der Astralwelt alle die Bilder unserer moralischen Eigenschaften, wie Lust und Unlust, Schmerz und Freude, Haß und Liebe, als auf uns zueilend erscheinen. Der Hellseher bemerkt sie alle auf sich zuströmen.
[ 3 ] Betrachten wir zunächst die Astralwelt. Das ist die Welt, in welcher der Mensch jede Nacht und auch zunächst nach dem Tode sich befindet. Wenn er aufhört, seine Sinne der physischen Welt zu öffnen, können ihm die Sinne für diese Astralwelt aufgehen. Wird der Mensch hellsehend, dann ist er zunächst in der astralischen Welt, und er nimmt wahr, was als Ätherleib und Astralleib beschrieben worden ist. Die Astralwelt unterscheidet sich außerordentlich von der physischen. Wer in sie eintritt, steht vor einem verwirrenden Anblick von Erscheinungen. Was man wahrnehmen kann, ist so anders, daß man sich erst daran gewöhnen muß, darin zu schauen. Man wird falsch lesen, wenn man ebenso lesen will wie in der physischen Welt. Alles wird dort wie im Spiegel gesehen, verkehrt oder entgegengesetzt. Die Zahl 365 würde in der Astralwelt 563 sein. Das ist besonders im Anfang sehr verwirrend. Wenn man es mit Zeitumständen zu tun hat, so rechnet man in der physischen Welt alles von vorne nach dem Ende zu. In der Astralwelt ist es umgekehrt. Ein Menschenleben wird zum Beispiel in der Astralwelt nicht von der Geburt bis zum Tode verfolgt, sondern vom letzten Lebensaugenblick an rückwärts. Hier in der physischen Welt sieht man zuerst das Ei und dann das herausschlüpfende Huhn, in der Astralwelt zuerst das Huhn und dann das Ei. Das wichtigste ist aber, daß in der Astralwelt alle die Bilder unserer moralischen Eigenschaften, wie Lust und Unlust, Schmerz und Freude, Haß und Liebe, als auf uns zueilend erscheinen. Der Hellseher bemerkt sie alle auf sich zuströmen.
[ 4 ] Für einen Unerfahrenen ist das ein großer Wirrwarr. Er kann erleben, daß allerlei tierische Gestalten auf ihn zukommen, auch schreckliche Menschengestalten und so weiter. Es gibt Menschen, die solche Erlebnisse erzählen. Sie sind wirklich in einer sehr bedauernswerten Lage, wenn durch eine Erkrankung ihnen die astralische Welt in unregelmäßiger Weise sichtbar geworden ist. Wenn man anfängt ernsthaft zu meditieren, sich zu schulen, dann entwickelt sich das Hellsehen regelmäßig, und dann weiß man, um was es sich in der Astralwelt handelt. Bei jenen anderen Menschen aber hat sich der Blick in die Astralwelt durch eine Gehirnerkrankung oder dergleichen unregelmäßig geöffnet. Schreckliche Gestalten, die sie auf sich zukommen sehen, die sich auf sie stürzen, sind in Wahrheit ihre eigenen Leidenschaften, die von ihnen ausgehen und die in der Astralwelt sich im Spiegelbild zeigen. Weil in der Astralwelt alles umgekehrt ist und sie das Lesen darin nicht verstehen, stürmt alles auf sie ein. Da erscheint alles im Bild. Losbrechender Jähzorn kann zum Beispiel im Bilde eines Tigers sich darstellen, der sie angreift. So ist es mit allen diesen wilden Gestalten. Denn jede Begierde, jede Leidenschaft wird zum Dämon. Der ungeschulte Mensch weiß aber nichts damit anzufangen und hält das Geschaute für eine Einbildung, eine Phantasterei, doch das ist es durchaus nicht. Es ist ein Bild, ein Spiegelbild.
[ 4 ] Für einen Unerfahrenen ist das ein großer Wirrwarr. Er kann erleben, daß allerlei tierische Gestalten auf ihn zukommen, auch schreckliche Menschengestalten und so weiter. Es gibt Menschen, die solche Erlebnisse erzählen. Sie sind wirklich in einer sehr bedauernswerten Lage, wenn durch eine Erkrankung ihnen die astralische Welt in unregelmäßiger Weise sichtbar geworden ist. Wenn man anfängt ernsthaft zu meditieren, sich zu schulen, dann entwickelt sich das Hellsehen regelmäßig, und dann weiß man, um was es sich in der Astralwelt handelt. Bei jenen anderen Menschen aber hat sich der Blick in die Astralwelt durch eine Gehirnerkrankung oder dergleichen unregelmäßig geöffnet. Schreckliche Gestalten, die sie auf sich zukommen sehen, die sich auf sie stürzen, sind in Wahrheit ihre eigenen Leidenschaften, die von ihnen ausgehen und die in der Astralwelt sich im Spiegelbild zeigen. Weil in der Astralwelt alles umgekehrt ist und sie das Lesen darin nicht verstehen, stürmt alles auf sie ein. Da erscheint alles im Bild. Losbrechender Jähzorn kann zum Beispiel im Bilde eines Tigers sich darstellen, der sie angreift. So ist es mit allen diesen wilden Gestalten. Denn jede Begierde, jede Leidenschaft wird zum Dämon. Der ungeschulte Mensch weiß aber nichts damit anzufangen und hält das Geschaute für eine Einbildung, eine Phantasterei, doch das ist es durchaus nicht. Es ist ein Bild, ein Spiegelbild.
[ 5 ] Woher kommt es, daß manche Menschen das heute erleben müssen? Das liegt an unserer materialistischen Zeit. Werfen wir einmal einen Blick zurück in das 13., 14. Jahrhundert und vergegenwärtigen wir uns eine deutsche Stadt jener Zeit. Da war alles aus dem Schönheitssinn der damaligen Seelen gebildet. Da drückt noch jedes Haus, ja jedes Türschloß, jeder Schlüssel etwas besonderes aus, jedes Ding hatte sein eigenes Gepräge und war mit Liebe gefertigt. Die es schufen, taten es aus einem Gefühl, das noch heute auf uns wirkt. Das ist in unserer Zeit ganz anders. In einer modernen Stadt spricht das, was wir sehen, nicht unser Gefühl an, nichts berührt uns, höchstens die in den Läden ausliegenden Dinge, wie Bücher und so weiter, ziehen unsere Aufmerksamkeit auf sich. Nichts Heiliges, nichts Religiöses ist mehr in der Außenwelt ausgebreitet. Damals gab es noch sehr wenige Bücher, aber in den wenigen fand man etwas für seine Seele. Bedenken Sie, was heute alles gelesen wird: Dinge, welche die Sensation, die Sinnlichkeit erregen. Wenn nun die Seele von außen nichts mehr bekommt, so trägt sie doch tief in sich die Sehnsucht nach dem Religiösen. Diese schließt sie tief in sich ein. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß wir etwas vom Mittelalter zurückersehnen. Bei Menschen, die gar nichts mehr von den höheren Welten hören, aber tief im Inneren den lebhaften Drang danach empfinden, kann diese religiöse Sehnsucht plötzlich durchbrechen, so daß sie sich als religiöse Leidenschaft im Spiegelbild zeigt, wie ich es oben angedeutet habe. Denn alles, was in der physischen Welt vorhanden ist als, wie man so sagt, reale Wirklichkeit, zeigt sich in der astralischen Welt in Bildern. Sie sehen in der Astralwelt nicht unmittelbar Schmerz oder Freude, sondern Sie sehen den Schmerz als dunkel gefärbte Gestalt, die Freude dagegen in einer hellen, gelben, freundlichen Gestalt. Sie lernen diese Bilder nach und nach verstehen. Bei diesem Schauen ist absolut nichts Willkürliches oder Unbestimmtes, sondern Sie lernen sehr bald, wie Schmerz und Freude von einer bestimmten Art auch stets als Bilder bestimmter Art erscheinen.
[ 5 ] Woher kommt es, daß manche Menschen das heute erleben müssen? Das liegt an unserer materialistischen Zeit. Werfen wir einmal einen Blick zurück in das 13., 14. Jahrhundert und vergegenwärtigen wir uns eine deutsche Stadt jener Zeit. Da war alles aus dem Schönheitssinn der damaligen Seelen gebildet. Da drückt noch jedes Haus, ja jedes Türschloß, jeder Schlüssel etwas besonderes aus, jedes Ding hatte sein eigenes Gepräge und war mit Liebe gefertigt. Die es schufen, taten es aus einem Gefühl, das noch heute auf uns wirkt. Das ist in unserer Zeit ganz anders. In einer modernen Stadt spricht das, was wir sehen, nicht unser Gefühl an, nichts berührt uns, höchstens die in den Läden ausliegenden Dinge, wie Bücher und so weiter, ziehen unsere Aufmerksamkeit auf sich. Nichts Heiliges, nichts Religiöses ist mehr in der Außenwelt ausgebreitet. Damals gab es noch sehr wenige Bücher, aber in den wenigen fand man etwas für seine Seele. Bedenken Sie, was heute alles gelesen wird: Dinge, welche die Sensation, die Sinnlichkeit erregen. Wenn nun die Seele von außen nichts mehr bekommt, so trägt sie doch tief in sich die Sehnsucht nach dem Religiösen. Diese schließt sie tief in sich ein. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß wir etwas vom Mittelalter zurückersehnen. Bei Menschen, die gar nichts mehr von den höheren Welten hören, aber tief im Inneren den lebhaften Drang danach empfinden, kann diese religiöse Sehnsucht plötzlich durchbrechen, so daß sie sich als religiöse Leidenschaft im Spiegelbild zeigt, wie ich es oben angedeutet habe. Denn alles, was in der physischen Welt vorhanden ist als, wie man so sagt, reale Wirklichkeit, zeigt sich in der astralischen Welt in Bildern. Sie sehen in der Astralwelt nicht unmittelbar Schmerz oder Freude, sondern Sie sehen den Schmerz als dunkel gefärbte Gestalt, die Freude dagegen in einer hellen, gelben, freundlichen Gestalt. Sie lernen diese Bilder nach und nach verstehen. Bei diesem Schauen ist absolut nichts Willkürliches oder Unbestimmtes, sondern Sie lernen sehr bald, wie Schmerz und Freude von einer bestimmten Art auch stets als Bilder bestimmter Art erscheinen.
[ 6 ] Daher lernt der Schüler auf dem Astralplan erst allmählich lesen und lernt die Bilder kennen. Helle Bilder deuten immer auf etwas nach der sympathischen Seite hin, dunkle Bilder und Farben immer auf etwas nach der antipathischen Seite hin. Die bildliche Anschauung: das ist das Wesentliche in der astralischen Welt. Goethe, der bis zu einem gewissen Grade astralisch schauen konnte, charakterisiert diese Eigenschaft der Astralwelt am Schlusse seines «Faust» sehr schön: «Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis ...»
[ 6 ] Daher lernt der Schüler auf dem Astralplan erst allmählich lesen und lernt die Bilder kennen. Helle Bilder deuten immer auf etwas nach der sympathischen Seite hin, dunkle Bilder und Farben immer auf etwas nach der antipathischen Seite hin. Die bildliche Anschauung: das ist das Wesentliche in der astralischen Welt. Goethe, der bis zu einem gewissen Grade astralisch schauen konnte, charakterisiert diese Eigenschaft der Astralwelt am Schlusse seines «Faust» sehr schön: «Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis ...»
[ 7 ] Der Astralplan enthält aber nicht bloß die Spiegelbilder der physischen Welt, sondern auch Wesenheiten, die der Mensch auf dem physischen Plan nie kennenlernen kann. Unser Geist ist heruntergestiegen bis zum physischen Plan und hat sich sozusagen mit Fleisch umkleidet, umhüllt. Auf dem Astralplan findet man aber auch Wesen, die sich nie mit Fleisch umkleidet haben. Diese huschen fortwährend zwischen unseren physischen Gestalten umher, nur nimmt sie der gewöhnliche Mensch nicht wahr. Sie sind deshalb keine Erfindung, kein Märchen. Jeder, der die Astralwelt bewußt erlebt, nimmt sie wahr. Und noch andere Wesen umgeben den Menschen, nämlich seine eigenen Gedanken. Stellen wir uns die Wirkung eines Gedankens vor. Der Gedanke ist zum Beispiel zunächst in der Seele: Dieser Mensch ist ein schlechter Kerl. - Dieser Gedanke nimmt in der Astralwelt Gestalt an. Jeder Gedanke, der von Ihnen ausgeht, nimmt dort Gestalt an. Die Gedanken sind auf dem Astralplan Wirklichkeiten. Jeder Gedanke, den wir in die Welt setzen, nimmt, wie das Kind im Mutterleibe physische Materie annimmt, Astralstoff an. Wenn wir also einen Gedanken haben, so umkleidet sich dieser mit astralischer Materie, verdichtet sich zu bestimmten Formen. Es gibt Wesenheiten, für welche die Gedanken der Menschen eine willkommene Gelegenheit sind, sich zu verkörpern, sich einen astralischen Leib zu verschaffen. Diese Wesenheiten haben eine Gier, sich astralisch zu materialisieren. Diese wichtige Tatsache weist auf unsere Verantwortung hin, die wir im Leben haben. Nehmen wir einen Raum, in dem Männer beim Dämmerschoppen sitzen. Was sind ihre Gedanken? Einfach aus Mitteilungssucht reden sie, ihre Gedanken sind ohne jeden Wert. Ein solcher Raum ist nachher für den Hellseher sehr merkwürdig bevölkert. Die Wollust am einfachsten Schwatzen, die Mitteilungssucht, die nicht aus der Absicht entspringt, andern etwas Edles mitzuteilen, gibt nämlich recht schlimmen Wesenheiten Gelegenheit, sich zu verkörpern, die dann auch allerlei greuliches Zeug treiben, weil sie sich in solcher Masse verkörpern.
[ 7 ] Der Astralplan enthält aber nicht bloß die Spiegelbilder der physischen Welt, sondern auch Wesenheiten, die der Mensch auf dem physischen Plan nie kennenlernen kann. Unser Geist ist heruntergestiegen bis zum physischen Plan und hat sich sozusagen mit Fleisch umkleidet, umhüllt. Auf dem Astralplan findet man aber auch Wesen, die sich nie mit Fleisch umkleidet haben. Diese huschen fortwährend zwischen unseren physischen Gestalten umher, nur nimmt sie der gewöhnliche Mensch nicht wahr. Sie sind deshalb keine Erfindung, kein Märchen. Jeder, der die Astralwelt bewußt erlebt, nimmt sie wahr. Und noch andere Wesen umgeben den Menschen, nämlich seine eigenen Gedanken. Stellen wir uns die Wirkung eines Gedankens vor. Der Gedanke ist zum Beispiel zunächst in der Seele: Dieser Mensch ist ein schlechter Kerl. - Dieser Gedanke nimmt in der Astralwelt Gestalt an. Jeder Gedanke, der von Ihnen ausgeht, nimmt dort Gestalt an. Die Gedanken sind auf dem Astralplan Wirklichkeiten. Jeder Gedanke, den wir in die Welt setzen, nimmt, wie das Kind im Mutterleibe physische Materie annimmt, Astralstoff an. Wenn wir also einen Gedanken haben, so umkleidet sich dieser mit astralischer Materie, verdichtet sich zu bestimmten Formen. Es gibt Wesenheiten, für welche die Gedanken der Menschen eine willkommene Gelegenheit sind, sich zu verkörpern, sich einen astralischen Leib zu verschaffen. Diese Wesenheiten haben eine Gier, sich astralisch zu materialisieren. Diese wichtige Tatsache weist auf unsere Verantwortung hin, die wir im Leben haben. Nehmen wir einen Raum, in dem Männer beim Dämmerschoppen sitzen. Was sind ihre Gedanken? Einfach aus Mitteilungssucht reden sie, ihre Gedanken sind ohne jeden Wert. Ein solcher Raum ist nachher für den Hellseher sehr merkwürdig bevölkert. Die Wollust am einfachsten Schwatzen, die Mitteilungssucht, die nicht aus der Absicht entspringt, andern etwas Edles mitzuteilen, gibt nämlich recht schlimmen Wesenheiten Gelegenheit, sich zu verkörpern, die dann auch allerlei greuliches Zeug treiben, weil sie sich in solcher Masse verkörpern.
[ 8 ] Im Okkultismus sagt man: Auf dem physischen Plan ist eine Lüge eben eine Lüge, auf dem Astralplan aber ist sie ein Mord. Dies verhält sich nämlich so: Erzählen Sie etwas, so erzeugen Sie eine entsprechende Gedankenform. Aber auch die Tatsache, von der erzählt wird, strahlt eine Gedankenform aus. Wenn nun Ihre Gedankenform der anderen entspricht, wenn sie mit ihr übereinstimmt, dann strömen die beiden Formen auf dem Astralplan zusammen und verstärken sich. Damit haben Sie das Leben dieser Wesenheit verstärkt. Aber bei einer Unwahrheit stimmt die Gedankenform, die von Ihrer Aussage ausströmt, nicht überein mit derjenigen, die von der Sache selbst ausgeht. Die Formen platzen aufeinander und zerstören sich. So wirkt die Unwahrheit, die Lüge, lebenzerstörend und tötend auf andere. Im okkulten Sinne von Moral sprechen, heißt nicht nur sie predigen, sondern sie begründen durch Tatsachen der höheren Welten. Schopenhauer sagte mit Recht: Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer.
[ 8 ] Im Okkultismus sagt man: Auf dem physischen Plan ist eine Lüge eben eine Lüge, auf dem Astralplan aber ist sie ein Mord. Dies verhält sich nämlich so: Erzählen Sie etwas, so erzeugen Sie eine entsprechende Gedankenform. Aber auch die Tatsache, von der erzählt wird, strahlt eine Gedankenform aus. Wenn nun Ihre Gedankenform der anderen entspricht, wenn sie mit ihr übereinstimmt, dann strömen die beiden Formen auf dem Astralplan zusammen und verstärken sich. Damit haben Sie das Leben dieser Wesenheit verstärkt. Aber bei einer Unwahrheit stimmt die Gedankenform, die von Ihrer Aussage ausströmt, nicht überein mit derjenigen, die von der Sache selbst ausgeht. Die Formen platzen aufeinander und zerstören sich. So wirkt die Unwahrheit, die Lüge, lebenzerstörend und tötend auf andere. Im okkulten Sinne von Moral sprechen, heißt nicht nur sie predigen, sondern sie begründen durch Tatsachen der höheren Welten. Schopenhauer sagte mit Recht: Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer.
[ 9 ] Ein kurzer Aufenthalt des Menschen in der Astralwelt verläuft im Schlaf. Wenn der Mensch schläft, was geschieht da mit ihm? Sein physischer und Ätherleib bleiben im Bett, Astralleib und Ich treten heraus. Den Astralleib sieht der Hellseher während der Nacht in reger Arbeit. Der Mensch verbraucht am Tage seine physischen Kräfte in der Arbeit und so weiter. Deshalb ermüdet er. Diese Kräfte müssen wieder ersetzt werden. Und diese Arbeit besorgt der Astralleib während der Nacht. Was aber tut er am Tage? Da nimmt er die physische Welt wahr. Ist im Schlaf der Astralleib aus dem physischen und Ätherleib herausgegangen, dann sieht und hört der Mensch nichts. Denn durch den Astralleib nimmt der Mensch wahr. Auge, Ohr undalleSinnesorgane sind nur die Werkzeuge des wahrnehmenden Astralleibes. Da setzt er beispielsweise alle Schwingungen der Luft in Tonempfindungen um. Während der Nacht ist ihm diese Arbeit erspart, er schafft dann für den physischen und vor allem für den Ätherleib neue Kräfte. Er muß aus dem physischen Leib heraussteigen, um diese Arbeit des Wiederherstellens des Gleichgewichtes leisten zu können. Wenn der Mensch viele Träume hat, dann wird diese Arbeit gleichsam unterbrochen. Daher sind unruhige Träume gesundheitsschädlich.
[ 9 ] Ein kurzer Aufenthalt des Menschen in der Astralwelt verläuft im Schlaf. Wenn der Mensch schläft, was geschieht da mit ihm? Sein physischer und Ätherleib bleiben im Bett, Astralleib und Ich treten heraus. Den Astralleib sieht der Hellseher während der Nacht in reger Arbeit. Der Mensch verbraucht am Tage seine physischen Kräfte in der Arbeit und so weiter. Deshalb ermüdet er. Diese Kräfte müssen wieder ersetzt werden. Und diese Arbeit besorgt der Astralleib während der Nacht. Was aber tut er am Tage? Da nimmt er die physische Welt wahr. Ist im Schlaf der Astralleib aus dem physischen und Ätherleib herausgegangen, dann sieht und hört der Mensch nichts. Denn durch den Astralleib nimmt der Mensch wahr. Auge, Ohr undalleSinnesorgane sind nur die Werkzeuge des wahrnehmenden Astralleibes. Da setzt er beispielsweise alle Schwingungen der Luft in Tonempfindungen um. Während der Nacht ist ihm diese Arbeit erspart, er schafft dann für den physischen und vor allem für den Ätherleib neue Kräfte. Er muß aus dem physischen Leib heraussteigen, um diese Arbeit des Wiederherstellens des Gleichgewichtes leisten zu können. Wenn der Mensch viele Träume hat, dann wird diese Arbeit gleichsam unterbrochen. Daher sind unruhige Träume gesundheitsschädlich.
[ 10 ] Welche Veränderungen gehen im Schlaf bei dem vor, der allmählich hellsehend wird? Die Nacht wird für einen solchen Menschen etwas ganz anderes. Der gewöhnliche Mensch verliert beim Einschlafen sein Bewußtsein, um es beim Aufwachen wieder zu erhalten. Er kann nicht wahrnehmen, was astral vorgeht, weil ihm die Organe dazu fehlen. Für den Hellseher wird die Nacht zu etwas ganz anderem. Er wird nicht bewußtlos wie der gewöhnliche Mensch. Der nicht Geschulte erlebt die Astralwelt im Traume in chaotischer Weise. Für den Geschulten wird sie regelmäßig in ihrer Erscheinung. Zunächst werden es flüchtige, auf und ab wogende, aber regelmäßig sich bildende Wahrnehmungen sein. Nehmen wir an, ein Mensch schläft ein, und ein traumartiges Bild, eine braunrötliche Gestalt steigt auf, die menschliche, jedoch verzerrte Züge hat, die aber allmählich Ähnlichkeit annimmt mit den Zügen eines Freundes. Der Mensch wacht darüber auf und fragt sich: Was ist das? Der Freund ist doch in New York, denkt er - und hält das Bild für eine reine Einbildung. Nach einiger Zeit erfährt er, daß sein Freund in Gefahr, etwa bei einem Unglücksfall dabei war, der aber noch glücklich vorüberging. Er forscht nach, und es wird ihm klar, daß jener nächtliche Eindruck kam, als sein Freund in jene Gefahr geriet. Bildlich hatte sich dieses Ereignis vor seine Seele gestellt.
[ 10 ] Welche Veränderungen gehen im Schlaf bei dem vor, der allmählich hellsehend wird? Die Nacht wird für einen solchen Menschen etwas ganz anderes. Der gewöhnliche Mensch verliert beim Einschlafen sein Bewußtsein, um es beim Aufwachen wieder zu erhalten. Er kann nicht wahrnehmen, was astral vorgeht, weil ihm die Organe dazu fehlen. Für den Hellseher wird die Nacht zu etwas ganz anderem. Er wird nicht bewußtlos wie der gewöhnliche Mensch. Der nicht Geschulte erlebt die Astralwelt im Traume in chaotischer Weise. Für den Geschulten wird sie regelmäßig in ihrer Erscheinung. Zunächst werden es flüchtige, auf und ab wogende, aber regelmäßig sich bildende Wahrnehmungen sein. Nehmen wir an, ein Mensch schläft ein, und ein traumartiges Bild, eine braunrötliche Gestalt steigt auf, die menschliche, jedoch verzerrte Züge hat, die aber allmählich Ähnlichkeit annimmt mit den Zügen eines Freundes. Der Mensch wacht darüber auf und fragt sich: Was ist das? Der Freund ist doch in New York, denkt er - und hält das Bild für eine reine Einbildung. Nach einiger Zeit erfährt er, daß sein Freund in Gefahr, etwa bei einem Unglücksfall dabei war, der aber noch glücklich vorüberging. Er forscht nach, und es wird ihm klar, daß jener nächtliche Eindruck kam, als sein Freund in jene Gefahr geriet. Bildlich hatte sich dieses Ereignis vor seine Seele gestellt.
[ 11 ] Mit solchen Erfahrungen kann das Hellsehen anfangen. Es werden dann die regelmäßigen Gestalten immer häufiger, und diese neue Welt gewinnt immer mehr Gestalt. Dem Hellseher ist das Innere des Menschen nicht mehr verschlossen. Wenn Sie hellsehend werden, dann werden Sie die Aura des Menschen, das Bild seines Seelenlebens sehen, das ihn umschwebt. Die Seelen der Menschen werden offen vor Ihren Augen liegen. Wie Sie die Hautfarbe und die Hand des Menschen sehen, werden Sie dann die Bilder des Seelenlebens vor sich haben.
[ 11 ] Mit solchen Erfahrungen kann das Hellsehen anfangen. Es werden dann die regelmäßigen Gestalten immer häufiger, und diese neue Welt gewinnt immer mehr Gestalt. Dem Hellseher ist das Innere des Menschen nicht mehr verschlossen. Wenn Sie hellsehend werden, dann werden Sie die Aura des Menschen, das Bild seines Seelenlebens sehen, das ihn umschwebt. Die Seelen der Menschen werden offen vor Ihren Augen liegen. Wie Sie die Hautfarbe und die Hand des Menschen sehen, werden Sie dann die Bilder des Seelenlebens vor sich haben.
[ 12 ] Bisher sprach ich nur von Bildern. Wogen denn nur Bilder auf und ab? Ist denn die Astralwelt stumm? In der Tat, so ist es zunächst für den Hellseher. Diese astralische Welt ist zunächst eine stumme. Aber es kommt eine Zeit, wo diese Bilder anfangen zu tönen, Stimmen aus der geistigen Welt lassen sich hören. Pythagoras spricht von der Sphärenmusik. Das war keine Phantasterei von ihm: der Weg, den ein Stern macht, wird zu einem Ton für den Hellseher. Auch Goethe wußte davon. Im «Faust» heißt es:
[ 12 ] Bisher sprach ich nur von Bildern. Wogen denn nur Bilder auf und ab? Ist denn die Astralwelt stumm? In der Tat, so ist es zunächst für den Hellseher. Diese astralische Welt ist zunächst eine stumme. Aber es kommt eine Zeit, wo diese Bilder anfangen zu tönen, Stimmen aus der geistigen Welt lassen sich hören. Pythagoras spricht von der Sphärenmusik. Das war keine Phantasterei von ihm: der Weg, den ein Stern macht, wird zu einem Ton für den Hellseher. Auch Goethe wußte davon. Im «Faust» heißt es:
Die Sonne tönt nach alter Weise
in Brudersphären Wettgesang,
und ihre vorgeschriebne Reise
vollendet sie mit Donnergang ...
Die Sonne tönt nach alter Weise
in Brudersphären Wettgesang,
und ihre vorgeschriebne Reise
vollendet sie mit Donnergang ...
[ 13 ] und weiter:
[ 13 ] und weiter:
Tönend wird für Geistesohren
schon der neue Tag geboren ...
Tönend wird für Geistesohren
schon der neue Tag geboren ...
[ 14 ] Freilich, die Gelehrten sagen, das habe Goethe bildlich gemeint. Aber nach einer gewissen Entwickelung fängt der Hellseher an, Töne zu hören. Goethe meint die geistige Wesenheit der Sonne. Und wenn die Alten die Sterne bezeichneten, so meinten sie mit den Namen, die sie ihnen gaben, den Geist der Planeten. Das, was man als Sonne sieht, ist nur der physische Leib der Sonne, und Goethe wußte recht gut, daß es einen Sonnengeist gibt. Wenn der Hellseher nach einer bestimmten Zeit zunächst Töne wahrnimmt, so nimmt er noch später das «innere Wort» wahr. Die Gabe, das innere Wort zu hören, nennt man Inspiration, so wie man die Gabe, die Bilder der Astralwelt wahrzunehmen, Imagination nennt. In der Imagination wird geschaut, in der Inspiration wird gehört. Wenn Jakob Böhme und Paracelsus von Inspiration redeten, so meinten sie diese Gabe. Und so spricht man auch davon, daß die religiösen Urkunden inspiriert sind. Die sie geschrieben haben, waren Inspirierte, das heißt Eingeweihte, die das innere Wort hatten. Wenn der Mensch das Schauen entwickelt, dann erschließt sich ihm die Astralwelt. Im inneren Hören erschließt sich ihm die Devachanwelt, die geistige Welt.
[ 14 ] Freilich, die Gelehrten sagen, das habe Goethe bildlich gemeint. Aber nach einer gewissen Entwickelung fängt der Hellseher an, Töne zu hören. Goethe meint die geistige Wesenheit der Sonne. Und wenn die Alten die Sterne bezeichneten, so meinten sie mit den Namen, die sie ihnen gaben, den Geist der Planeten. Das, was man als Sonne sieht, ist nur der physische Leib der Sonne, und Goethe wußte recht gut, daß es einen Sonnengeist gibt. Wenn der Hellseher nach einer bestimmten Zeit zunächst Töne wahrnimmt, so nimmt er noch später das «innere Wort» wahr. Die Gabe, das innere Wort zu hören, nennt man Inspiration, so wie man die Gabe, die Bilder der Astralwelt wahrzunehmen, Imagination nennt. In der Imagination wird geschaut, in der Inspiration wird gehört. Wenn Jakob Böhme und Paracelsus von Inspiration redeten, so meinten sie diese Gabe. Und so spricht man auch davon, daß die religiösen Urkunden inspiriert sind. Die sie geschrieben haben, waren Inspirierte, das heißt Eingeweihte, die das innere Wort hatten. Wenn der Mensch das Schauen entwickelt, dann erschließt sich ihm die Astralwelt. Im inneren Hören erschließt sich ihm die Devachanwelt, die geistige Welt.
