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Popular Occultism
GA 94

2 July 1906, Leipzig

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Populärer Okkultismus, 2nd ed.
  1. Popular Occultism, tr. SOL

Fünfter Vortrag

Fünfter Vortrag

[ 1 ] Wir mußten zuvor die höheren Welten im allgemeinen kennenlernen, um heute klar herausarbeiten zu können, was Wiederverkörperung und Karma ist. Man versteht unter Wiederverkörperung den Durchgang des Menschengeistes durch verschiedene Erdenleben. Dieses Gesetz der Wiederverkörperung ist im Grunde genommen dasselbe, das sich auch in der übrigen Natur findet. Nehmen Sie eine einfache Substanz, zum Beispiel Kochsalz. Das «verkörpert» sich, kristallisiert sich immer von neuem in Würfeln. Wir können da von einer Wiederverkörperung der Form sprechen. Ähnlich können wir dieses Gesetz in der Pflanzenwelt beobachten. Die Blumen vergehen, aber ihre Arten bleiben bestehen, sie zeigen sich im nächsten Jahr wiederum als gleichgeartete Blumen. Hier liegt eine Wiederverkörperung der Arten vor. Dasselbe findet sich im Tierreich.

[ 1 ] Wir mußten zuvor die höheren Welten im allgemeinen kennenlernen, um heute klar herausarbeiten zu können, was Wiederverkörperung und Karma ist. Man versteht unter Wiederverkörperung den Durchgang des Menschengeistes durch verschiedene Erdenleben. Dieses Gesetz der Wiederverkörperung ist im Grunde genommen dasselbe, das sich auch in der übrigen Natur findet. Nehmen Sie eine einfache Substanz, zum Beispiel Kochsalz. Das «verkörpert» sich, kristallisiert sich immer von neuem in Würfeln. Wir können da von einer Wiederverkörperung der Form sprechen. Ähnlich können wir dieses Gesetz in der Pflanzenwelt beobachten. Die Blumen vergehen, aber ihre Arten bleiben bestehen, sie zeigen sich im nächsten Jahr wiederum als gleichgeartete Blumen. Hier liegt eine Wiederverkörperung der Arten vor. Dasselbe findet sich im Tierreich.

[ 2 ] Beim Menschen spricht man nicht von der Art, sondern von der Individualität. Da erhält sich nicht die Art durch Entstehen und Vergehen hindurch, sondern die Individualität, der eigentliche Wesenskern des Menschen. Dieser erscheint in einer immer neuen Persönlichkeit. Die jeweilige Persönlichkeit ist nur der Ausdruck der ewigen Individualität. Nicht immer herrschte auf Erden die Reinkarnation, und sie dauert auch in die Zukunft hinein nicht ewig, sondern hat eine bestimmte Dauer.

[ 2 ] Beim Menschen spricht man nicht von der Art, sondern von der Individualität. Da erhält sich nicht die Art durch Entstehen und Vergehen hindurch, sondern die Individualität, der eigentliche Wesenskern des Menschen. Dieser erscheint in einer immer neuen Persönlichkeit. Die jeweilige Persönlichkeit ist nur der Ausdruck der ewigen Individualität. Nicht immer herrschte auf Erden die Reinkarnation, und sie dauert auch in die Zukunft hinein nicht ewig, sondern hat eine bestimmte Dauer.

[ 3 ] Hat nun die Wiederholung der Erdenleben einen Wert, eine Bedeutung? Man muß sich nur klar darüber sein, was Reinkarnation und Karma eigentlich sind. Dieses Gesetz ist eng verknüpft mit dem ganzen Entwickelungsprozeß der Menschheit auf der Erde. Sehen wir zurück in das alte Griechenland: Wie waren damals die Verhältnisse so anders, und wie gründlich hat sich die ganze äußere Art des Lebens in diesen zwei Jahrtausenden geändert! Im allgemeinen ist das Antlitz der Erde, der gesamten Kultur jedesmal gänzlich verändert, wenn der Mensch seine nächste Wiederverkörperung durchmacht. Immer dann tritt eine neue Inkarnation für den Menschen ein, wenn dieser etwas Neues auf der Erde zu vollbringen hat. In zwölfmal 2160 Jahren absolviert die Sonne einen vollen Kreislauf um den ganzen Tierkreis. Die alten Völker haben noch den Zusammenhang gekannt, der zwischen dem menschlichen Leben und diesem Gang der Sonne durch die zwölf Sternbilder besteht. In uralten Zeiten wurde in Persien das Bild der Zwillinge verehrt; es folgte eine Zeit, in welcher man den Stier verehrte. Diese Verehrung fand ihren historischen Ausdruck im Mithras- und Apiskult. Danach kam die Zeit, wo man das Lamm, den Widder verehrte. Je 2160 Jahre fallen auf jedes dieser Bilder. Man rechnet durchschnittlich, daß zwei Inkarnationen in diesen Zeitraum von 2160 Jahren fallen; eine davon ist weiblich, die andere männlich.

[ 3 ] Hat nun die Wiederholung der Erdenleben einen Wert, eine Bedeutung? Man muß sich nur klar darüber sein, was Reinkarnation und Karma eigentlich sind. Dieses Gesetz ist eng verknüpft mit dem ganzen Entwickelungsprozeß der Menschheit auf der Erde. Sehen wir zurück in das alte Griechenland: Wie waren damals die Verhältnisse so anders, und wie gründlich hat sich die ganze äußere Art des Lebens in diesen zwei Jahrtausenden geändert! Im allgemeinen ist das Antlitz der Erde, der gesamten Kultur jedesmal gänzlich verändert, wenn der Mensch seine nächste Wiederverkörperung durchmacht. Immer dann tritt eine neue Inkarnation für den Menschen ein, wenn dieser etwas Neues auf der Erde zu vollbringen hat. In zwölfmal 2160 Jahren absolviert die Sonne einen vollen Kreislauf um den ganzen Tierkreis. Die alten Völker haben noch den Zusammenhang gekannt, der zwischen dem menschlichen Leben und diesem Gang der Sonne durch die zwölf Sternbilder besteht. In uralten Zeiten wurde in Persien das Bild der Zwillinge verehrt; es folgte eine Zeit, in welcher man den Stier verehrte. Diese Verehrung fand ihren historischen Ausdruck im Mithras- und Apiskult. Danach kam die Zeit, wo man das Lamm, den Widder verehrte. Je 2160 Jahre fallen auf jedes dieser Bilder. Man rechnet durchschnittlich, daß zwei Inkarnationen in diesen Zeitraum von 2160 Jahren fallen; eine davon ist weiblich, die andere männlich.

[ 4 ] Was wir uns in einem Leben als Wissen und Erkenntnis angeeignet haben, das kommt im nächsten Leben als Fähigkeiten heraus. Karma ist das Gesetz von Ursache und Wirkung in den verschiedenen Lebensläufen. Für die physische Welt wird das Gesetz von Ursache und Wirkung allgemein anerkannt, nicht aber für das geistige Leben. Und doch sollte man ebenso nach den verschiedenen Ursachen der Lebensverhältnisse der Menschen fragen. Karma ist das große Gesetz der Weltengerechtigkeit. Aber man darf Karma nicht fatalistisch verstehen. Es brauchen nicht alle Ereignisse Folgen aus der Vergangenheit zu sein. Es kommen auch neue Dinge an den Menschen heran, die dann in späteren Leben ihren Ausgleich finden. Man kann die Wirkung des Karmagesetzes mit der Technik des Kaufmanns vergleichen, der ein Kontobuch führt. Die Vertreter des Bekenntnis-Christentums wenden gegen das Karmagesetz ein, der Tod Jesu sei ein stellvertretendes Sühneopfer gewesen - die Theosophie aber lehre Selbsterlösung und Sündenausgleich durch Karma, darauf könne die christliche Religion nicht eingehen. Aber dieser Einwand beruht auf einem Mißverständnis. Ebenso ist es ein Mißverständnis, wenn eingewendet wird, wenn jemand in Not sei, dann dürfe ich ihm nicht helfen, denn ich dürfe in sein Karma nicht eingreifen. Nehmen Sie an, ein Mensch gelangt an den Punkt, wo er sich selbst nicht mehr helfen kann. Dann helfen Sie ihm, und durch diese Hilfe verbessern Sie sein Schicksal. Oder Sie können zwölf Menschen helfen, dann sind Ihnen zwölf Dankbarkeit schuldig. Diesen zwölften wird es nicht einfallen, zu sagen, der kann uns gar nicht helfen, Karma erfordert, daß wir uns selbst helfen. Aber die Hilfe, die ein anderer leistet, schreibt sich in das Karma ein und wird später ausgeglichen. So kann ein mächtiger, großer Geist nicht bloß einem Menschen oder tausend helfen, sondern der ganzen Menschheit indem Augenblick, wo sie es braucht. Darin bestand die Tat des Christus Jesus auf Erden. Sie ist eine Hilfe für alle Menschen und schrieb sich ein in das Karma aller Menschen und ist eine Wirkung für alle Menschen. Indem die Geisteswissenschaft solches lehrt, ist . sie die beste Dienerin des Christentums. Sie vermittelt das wahre Verständnis des Christentums. Sie hat aufklärende Arbeit zu leisten, damit der Weg gefunden werde.

[ 4 ] Was wir uns in einem Leben als Wissen und Erkenntnis angeeignet haben, das kommt im nächsten Leben als Fähigkeiten heraus. Karma ist das Gesetz von Ursache und Wirkung in den verschiedenen Lebensläufen. Für die physische Welt wird das Gesetz von Ursache und Wirkung allgemein anerkannt, nicht aber für das geistige Leben. Und doch sollte man ebenso nach den verschiedenen Ursachen der Lebensverhältnisse der Menschen fragen. Karma ist das große Gesetz der Weltengerechtigkeit. Aber man darf Karma nicht fatalistisch verstehen. Es brauchen nicht alle Ereignisse Folgen aus der Vergangenheit zu sein. Es kommen auch neue Dinge an den Menschen heran, die dann in späteren Leben ihren Ausgleich finden. Man kann die Wirkung des Karmagesetzes mit der Technik des Kaufmanns vergleichen, der ein Kontobuch führt. Die Vertreter des Bekenntnis-Christentums wenden gegen das Karmagesetz ein, der Tod Jesu sei ein stellvertretendes Sühneopfer gewesen - die Theosophie aber lehre Selbsterlösung und Sündenausgleich durch Karma, darauf könne die christliche Religion nicht eingehen. Aber dieser Einwand beruht auf einem Mißverständnis. Ebenso ist es ein Mißverständnis, wenn eingewendet wird, wenn jemand in Not sei, dann dürfe ich ihm nicht helfen, denn ich dürfe in sein Karma nicht eingreifen. Nehmen Sie an, ein Mensch gelangt an den Punkt, wo er sich selbst nicht mehr helfen kann. Dann helfen Sie ihm, und durch diese Hilfe verbessern Sie sein Schicksal. Oder Sie können zwölf Menschen helfen, dann sind Ihnen zwölf Dankbarkeit schuldig. Diesen zwölften wird es nicht einfallen, zu sagen, der kann uns gar nicht helfen, Karma erfordert, daß wir uns selbst helfen. Aber die Hilfe, die ein anderer leistet, schreibt sich in das Karma ein und wird später ausgeglichen. So kann ein mächtiger, großer Geist nicht bloß einem Menschen oder tausend helfen, sondern der ganzen Menschheit indem Augenblick, wo sie es braucht. Darin bestand die Tat des Christus Jesus auf Erden. Sie ist eine Hilfe für alle Menschen und schrieb sich ein in das Karma aller Menschen und ist eine Wirkung für alle Menschen. Indem die Geisteswissenschaft solches lehrt, ist . sie die beste Dienerin des Christentums. Sie vermittelt das wahre Verständnis des Christentums. Sie hat aufklärende Arbeit zu leisten, damit der Weg gefunden werde.