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The Gospel of St. John
GA 94

28 October 1906, Munich

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Das Johannes-Evangelium, 2nd ed.
  1. The Gospel of St. John, tr. SOL

Zweiter Vortrag

Zweiter Vortrag

[ 1 ] Daß im Johannes-Evangelium etwas gegeben ist, was nur auf höheren Bewußtseinsebenen zu erleben möglich ist, haben wir gestern gesehen. Ehe er derartiges erleben kann, muß sich der Mensch erst höher entwickeln.

[ 1 ] Daß im Johannes-Evangelium etwas gegeben ist, was nur auf höheren Bewußtseinsebenen zu erleben möglich ist, haben wir gestern gesehen. Ehe er derartiges erleben kann, muß sich der Mensch erst höher entwickeln.

[ 2 ] Der Mensch ist eben ein in Entwickelung begriffenes Wesen. Wir können es von untergeordneten zu immer höheren Zuständen verfolgen. Das zeigt schon der Unterschied zwischen einem Wilden und einem zivilisierten Europäer, oder zwischen einem gewöhnlichen Menschen und einem Genie wie Schiller, Goethe oder Franz von Assisi. Jedem Menschen steht eine unbegrenzte Entwickelungsmöglichkeit offen. Um das zu verstehen, wollen wir an den gestrigen Vortrag anknüpfen und uns anhand eines Schemas die theosophischen Grundlehren über die Entwickelung der menschlichen Wesensglieder klarmachen:

[ 2 ] Der Mensch ist eben ein in Entwickelung begriffenes Wesen. Wir können es von untergeordneten zu immer höheren Zuständen verfolgen. Das zeigt schon der Unterschied zwischen einem Wilden und einem zivilisierten Europäer, oder zwischen einem gewöhnlichen Menschen und einem Genie wie Schiller, Goethe oder Franz von Assisi. Jedem Menschen steht eine unbegrenzte Entwickelungsmöglichkeit offen. Um das zu verstehen, wollen wir an den gestrigen Vortrag anknüpfen und uns anhand eines Schemas die theosophischen Grundlehren über die Entwickelung der menschlichen Wesensglieder klarmachen:

[ 3 ] Während der folgenden Ausführungen wird das nachstehende Schema an die "Tafel gezeichnet, beginnend von links unten.

[ 3 ] Während der folgenden Ausführungen wird das nachstehende Schema an die "Tafel gezeichnet, beginnend von links unten.

IV. Ich
IIIa. Empfindungsseele IIIb. Verstandesseele IIIc. Bewußtseinsseele
III. Astralleib, Empfindungsleib V. Manas, Geistselbst
II. Ätherleib, Lebensleib VI. Lebensgeist, Budhi
I. Physischer Leib VII. Geistesmensch, Atman
IV. Ich
IIIa. Empfindungsseele IIIb. Verstandesseele IIIc. Bewußtseinsseele
III. Astralleib, Empfindungsleib V. Manas, Geistselbst
II. Ätherleib, Lebensleib VI. Lebensgeist, Budhi
I. Physischer Leib VII. Geistesmensch, Atman

[ 4 ] Wir haben also gesehen, daß der Mensch seinen physischen Leib gemeinsam hat mit allen leblosen Wesen, den Ätherleib mit allem Pflanzlichen unserer physischen Welt und den astralen Leib mit allen tierischen Lebewesen seiner Umgebung. Wir haben dann gesehen, daß der Mensch hinsichtlich seiner Entwickelung sich von allen Wesen dadurch unterscheidet, daß er Ich zu sich sagen kann.

[ 4 ] Wir haben also gesehen, daß der Mensch seinen physischen Leib gemeinsam hat mit allen leblosen Wesen, den Ätherleib mit allem Pflanzlichen unserer physischen Welt und den astralen Leib mit allen tierischen Lebewesen seiner Umgebung. Wir haben dann gesehen, daß der Mensch hinsichtlich seiner Entwickelung sich von allen Wesen dadurch unterscheidet, daß er Ich zu sich sagen kann.

[ 5 ] Das Ich ist keineswegs ein ganz einfaches Gebilde. Genauer gesehen istes auch wiederum etwas Gegliedertes. Das Tier empfindet, hat Begierde und Leidenschaft, die Pflanze nicht; das Tier deshalb, weil es eben schon einen Astralleib besitzt. In diesem entwickelt sich beim Menschen das Ich. Dieses Ich ist aber schon längst an der Arbeit gewesen, bevor der Mensch davon ein klares Bewußtsein bekam. Darüber belehrt uns genauer ein Blick in die Menschheitsentwickelung.

[ 5 ] Das Ich ist keineswegs ein ganz einfaches Gebilde. Genauer gesehen istes auch wiederum etwas Gegliedertes. Das Tier empfindet, hat Begierde und Leidenschaft, die Pflanze nicht; das Tier deshalb, weil es eben schon einen Astralleib besitzt. In diesem entwickelt sich beim Menschen das Ich. Dieses Ich ist aber schon längst an der Arbeit gewesen, bevor der Mensch davon ein klares Bewußtsein bekam. Darüber belehrt uns genauer ein Blick in die Menschheitsentwickelung.

[ 6 ] Die Erde war nicht immer so wie heute. Ihr Antlitz hat sich wiederholt umgebildet, die heutigen Kontinente waren nicht immer da. Während der vorletzten Erdperiode war da, wo heute der Atlantische Ozean wogt, ein Kontinent, die Atlantis. In uralten Sagen haben sich Spuren davon erhalten und die Kunde ihres Unterganges. In der Bibel ist die Sintflut damit gemeint. Die andersgearteten Urväter, deren Nachkommen wir selbst sind, haben das erlebt. In dieser alten Atlantis herrschten ganz andere Luft- und Wasserverhältnisse als jetzt. Das Ganze war in einen dichten Nebel gehüllt. Im Worte Nebelheim, Niflheim haben wir noch einen Anklang daran. Nicht gab es Regen und nicht Sonnenschein; statt Regen nur Nebelströmungen, statt Sonne nur diffuses Erhellen. Erst nach langen Zeiträumen schlug der Nebel sich nieder als Wasser. Die Sonne drang nur ein klein wenig, wie eine schwache Ahnung, durch den steten Nebel. In solcher Umgebung lebte der Mensch auch ein ganz anderes Seelen- und Geistesleben als heute. Erst gegen das Ende der atlantischen Periode, etwa in der Gegend des heutigen Irland, zeigt der Mensch zum ersten Male das Ich-Bewußtsein, kann der Mensch klar und logisch denken. Im Nebel hatte es keine Möglichkeit gegeben, die Gegenstände so abzugrenzen wie heute. Ein Bewußtsein, wie wir es haben, lernt der Mensch erst an seiner Umgebung entwickeln. In demselben Maße als die Gegenstände aus dem Nebel heraustauchten, lernte das physische Auge sehen; in demselben Maße entwickelte sich auch die Bewußtseinsseele und innerhalb derselben das von sich selber wissende Ich. Sprechen konnte der Mensch schon damals.

[ 6 ] Die Erde war nicht immer so wie heute. Ihr Antlitz hat sich wiederholt umgebildet, die heutigen Kontinente waren nicht immer da. Während der vorletzten Erdperiode war da, wo heute der Atlantische Ozean wogt, ein Kontinent, die Atlantis. In uralten Sagen haben sich Spuren davon erhalten und die Kunde ihres Unterganges. In der Bibel ist die Sintflut damit gemeint. Die andersgearteten Urväter, deren Nachkommen wir selbst sind, haben das erlebt. In dieser alten Atlantis herrschten ganz andere Luft- und Wasserverhältnisse als jetzt. Das Ganze war in einen dichten Nebel gehüllt. Im Worte Nebelheim, Niflheim haben wir noch einen Anklang daran. Nicht gab es Regen und nicht Sonnenschein; statt Regen nur Nebelströmungen, statt Sonne nur diffuses Erhellen. Erst nach langen Zeiträumen schlug der Nebel sich nieder als Wasser. Die Sonne drang nur ein klein wenig, wie eine schwache Ahnung, durch den steten Nebel. In solcher Umgebung lebte der Mensch auch ein ganz anderes Seelen- und Geistesleben als heute. Erst gegen das Ende der atlantischen Periode, etwa in der Gegend des heutigen Irland, zeigt der Mensch zum ersten Male das Ich-Bewußtsein, kann der Mensch klar und logisch denken. Im Nebel hatte es keine Möglichkeit gegeben, die Gegenstände so abzugrenzen wie heute. Ein Bewußtsein, wie wir es haben, lernt der Mensch erst an seiner Umgebung entwickeln. In demselben Maße als die Gegenstände aus dem Nebel heraustauchten, lernte das physische Auge sehen; in demselben Maße entwickelte sich auch die Bewußtseinsseele und innerhalb derselben das von sich selber wissende Ich. Sprechen konnte der Mensch schon damals.

[ 7 ] Gehen wir noch weiter zurück in die ersten Zeiten der Atlantis, so finden wir, daß der Mensch wesentlich anders aussah. Kein äußeres Anschauen hatte er damals, sondern eine andere Wahrnehmungsart, in Bildern. Um diesen Bewußtseinszustand zu begreifen, stellen Sie sich einen recht lebhaften Traum vor, der etwas von Ihrer Umgebung widerspiegelt. Als Beispiel mag folgender "Traum dienen. Ein Student träumt, er stünde an der Tür des Hörsaals, ein anderer streift ihn absichtlich, was ein schweres Vergehen ist, das nur durch ein Duell gesühnt werden kann. Er fordert ihn, sie fahren in den Wald, das Duell beginnt, der erste Schuß kracht. Da wacht unser Student auf - er hat den Stuhl neben seinem Bett umgestoßen. Wäre er wach gewesen, so hätte er bemerkt, daß ein Stuhl umfiel. Weil aber seine Bewußtseinsseele im Schlafe herabgedämmert war, hat er mit einer tieferen, weniger entwickelten Seelenkraft wahrgenommen. Die dramatische Handlung des Traumes ist eine bildliche Umgestaltung eines äußeren Vorgangs.

[ 7 ] Gehen wir noch weiter zurück in die ersten Zeiten der Atlantis, so finden wir, daß der Mensch wesentlich anders aussah. Kein äußeres Anschauen hatte er damals, sondern eine andere Wahrnehmungsart, in Bildern. Um diesen Bewußtseinszustand zu begreifen, stellen Sie sich einen recht lebhaften Traum vor, der etwas von Ihrer Umgebung widerspiegelt. Als Beispiel mag folgender "Traum dienen. Ein Student träumt, er stünde an der Tür des Hörsaals, ein anderer streift ihn absichtlich, was ein schweres Vergehen ist, das nur durch ein Duell gesühnt werden kann. Er fordert ihn, sie fahren in den Wald, das Duell beginnt, der erste Schuß kracht. Da wacht unser Student auf - er hat den Stuhl neben seinem Bett umgestoßen. Wäre er wach gewesen, so hätte er bemerkt, daß ein Stuhl umfiel. Weil aber seine Bewußtseinsseele im Schlafe herabgedämmert war, hat er mit einer tieferen, weniger entwickelten Seelenkraft wahrgenommen. Die dramatische Handlung des Traumes ist eine bildliche Umgestaltung eines äußeren Vorgangs.

[ 8 ] In ähnlicher Weise verliefen die Bewußtseinsvorgänge bei den alten Atlantiern. Wohl waren die Bilder geregelter, geordneter, aber sie besaßen keine klare Wahrnehmung ihrer Umgebung. Das Empfindungsleben drückte sich recht charakteristisch aus in feinen Tast- und Farbwahrnehmungen. Nahm der Frühatlantier eine warme Nebelströmung wahr, die sich ihm in roter Farbenempfindung symbolisierte, so wußte er, daß sich etwas Sympathisches ihm nahe. Oder wenn er einem anderen, ihm unsympathischen Menschen begegnete, zeigte das sich ihm auch an durch eine ganz bestimmte Empfindung, die zum Bilde wurde, zum häßlichen Farbton. Doch die Wärme zum Beispiel symbolisierte sich ihm in einer schönen roten Wolke. So geschah es in mannigfachen Graden und Variationen. Der Frühatlantier hatte also bildliche Wahrnehmungen. Wir haben solche nurmehr beim Schmerz, der ja offenbar nur in uns ist, so viel er auch von der Außenwelt verursacht wird und laut werden kann. Auch unser Schmerz wird innerlich seelisch erlebt, und ist also als solcher doch wahrer als die äußeren Tatsachen.

[ 8 ] In ähnlicher Weise verliefen die Bewußtseinsvorgänge bei den alten Atlantiern. Wohl waren die Bilder geregelter, geordneter, aber sie besaßen keine klare Wahrnehmung ihrer Umgebung. Das Empfindungsleben drückte sich recht charakteristisch aus in feinen Tast- und Farbwahrnehmungen. Nahm der Frühatlantier eine warme Nebelströmung wahr, die sich ihm in roter Farbenempfindung symbolisierte, so wußte er, daß sich etwas Sympathisches ihm nahe. Oder wenn er einem anderen, ihm unsympathischen Menschen begegnete, zeigte das sich ihm auch an durch eine ganz bestimmte Empfindung, die zum Bilde wurde, zum häßlichen Farbton. Doch die Wärme zum Beispiel symbolisierte sich ihm in einer schönen roten Wolke. So geschah es in mannigfachen Graden und Variationen. Der Frühatlantier hatte also bildliche Wahrnehmungen. Wir haben solche nurmehr beim Schmerz, der ja offenbar nur in uns ist, so viel er auch von der Außenwelt verursacht wird und laut werden kann. Auch unser Schmerz wird innerlich seelisch erlebt, und ist also als solcher doch wahrer als die äußeren Tatsachen.

[ 9 ] Der Atlantier entwickelte indessen schon geordnete Vorstellungen. Nicht so der Lemurier. Der atlantischen Periode geht nämlich voran die lemurische. Der Mensch konnte noch keine Sprache äußern..Er war lediglich in der Lage, das, was auch das Tier empfindet, mehr zu verinnerlichen. So entwickelte sich bei ihm das, was wir die Empfindungsseele nennen. Den Kontinent Lemurien, der durch die Gewalten des Feuers unterging, haben wir uns zu denken zwischen Afrika, Australien und Asien.

[ 9 ] Der Atlantier entwickelte indessen schon geordnete Vorstellungen. Nicht so der Lemurier. Der atlantischen Periode geht nämlich voran die lemurische. Der Mensch konnte noch keine Sprache äußern..Er war lediglich in der Lage, das, was auch das Tier empfindet, mehr zu verinnerlichen. So entwickelte sich bei ihm das, was wir die Empfindungsseele nennen. Den Kontinent Lemurien, der durch die Gewalten des Feuers unterging, haben wir uns zu denken zwischen Afrika, Australien und Asien.

[ 10 ] Nun aber zurück zu unserem Schema: IIIa Empfindungsseele, IIIb Verstandesseele, IIIc Bewußtseinsseele sind alle drei Umwandlungen, veredelte Umgestaltungen aus dem Astralleib. Erst gegen Ende der atlantischen Zeit wird. der Mensch fähig, in bewußter Weise an sich zu arbeiten. Was tut er nun?

[ 10 ] Nun aber zurück zu unserem Schema: IIIa Empfindungsseele, IIIb Verstandesseele, IIIc Bewußtseinsseele sind alle drei Umwandlungen, veredelte Umgestaltungen aus dem Astralleib. Erst gegen Ende der atlantischen Zeit wird. der Mensch fähig, in bewußter Weise an sich zu arbeiten. Was tut er nun?

[ 11 ] Bisher haben die kosmischen Kräfte den Menschen in seiner Entwickelung hinaufgehoben. Jetzt fängt der Mensch an, seine Entwikkelung mit Bewußtsein selbst in die Hand zu nehmen, an sich selbst zu arbeiten, sich zu erziehen. An welchem Leibe beginnt er nun seine Arbeit? Es ist wichtig, hier auf die Reihenfolge streng zu achten. Zuerst war und ist der Mensch imstande, an seinem und in seinen Astralleib hineinzuarbeiten. Und auf dieser Fähigkeitsstufe steht im großen ganzen der Mensch der Gegenwart auch heute noch. Im allgemeinen können wir vom heutigen Menschen sagen: Er verwendet seine Erlebnisse und Erfahrungen dazu, seinen Astralleib umzugestalten. Später werden wir sehen, daß eine höhere Entwickelungsstufe darin besteht, in die niederen Leiber hineinzuarbeiten. Bleiben wir zunächst bei der ersten: bei der Fähigkeit, den Astralleib umzuwandeln.

[ 11 ] Bisher haben die kosmischen Kräfte den Menschen in seiner Entwickelung hinaufgehoben. Jetzt fängt der Mensch an, seine Entwikkelung mit Bewußtsein selbst in die Hand zu nehmen, an sich selbst zu arbeiten, sich zu erziehen. An welchem Leibe beginnt er nun seine Arbeit? Es ist wichtig, hier auf die Reihenfolge streng zu achten. Zuerst war und ist der Mensch imstande, an seinem und in seinen Astralleib hineinzuarbeiten. Und auf dieser Fähigkeitsstufe steht im großen ganzen der Mensch der Gegenwart auch heute noch. Im allgemeinen können wir vom heutigen Menschen sagen: Er verwendet seine Erlebnisse und Erfahrungen dazu, seinen Astralleib umzugestalten. Später werden wir sehen, daß eine höhere Entwickelungsstufe darin besteht, in die niederen Leiber hineinzuarbeiten. Bleiben wir zunächst bei der ersten: bei der Fähigkeit, den Astralleib umzuwandeln.

[ 12 ] Vergleichen wir zu diesem Zweck den Kulturmenschen mit dem Wilden. Der Wilde folgt zuerst hemmungslos seinen Trieben, Begierden und Leidenschaften, jedem Gelüste. Er kann aber dann beginnen an seinem Selbst mitzuarbeiten. Zu gewissen Trieben sagt er: bleibe; zu anderen: hebe dich von hinnen. So hört etwa der Menschenfresser auf mit seiner Gewohnheit, seinesgleichen zu fressen; er verläßt damit eine gewisse Kulturstufe und wird ein anderer. Oder er lernt logisch handeln, lernt zum Beispiel pflügen. Dadurch wird sein Astralleib immer mehr gegliedert. Früher bestimmten äußere Mächte den Menschen, jetzttuteer es selbst. Der Astralleib eines Hottentotten kreist in wilden dunkelroten Wirbeln, bei einem Menschen wie Schiller in hellen grünen und gelben, bei Franz von Assisi in wundervollem Blau. So wird an dem Astralleib gearbeitet. Das nun, was ganz bewußt in den Astralleib vom Ich hineingearbeitet wird, nennt man Geistselbst oder Manas. Mit dem bewußten Hineinarbeiten des Ich beginnt etwas ganz Eigenartiges. Vorher jedoch, ehe man zur Bildung dieses Manas kommt, bleibt im Astralleib jener Teil, den auch das Tier hat, ganz unverändert. 'Irotz Zunahme an Verstand kann der Astralleib im wesentlichen unverändert, etwa voll tierischer Begierden bleiben. Es gibt aber Einflüsse, die den Empfindungsleib sehr wohl umwandeln: bewußte Religiosität und Kunst. Aus diesen saugen wir Kraft zur Selbstüberwindung und Veredlung, das ist eine viel stärkere Macht als bloße Moral. So viel hat der Mensch von Manas oder Geistselbst, als er in seinen Astralleib hineingearbeitet hat. Dieses ist nicht etwas Äußerliches, es ist ein Umwandlungsprodukt dessen, was früher Empfindungsseele war.

[ 12 ] Vergleichen wir zu diesem Zweck den Kulturmenschen mit dem Wilden. Der Wilde folgt zuerst hemmungslos seinen Trieben, Begierden und Leidenschaften, jedem Gelüste. Er kann aber dann beginnen an seinem Selbst mitzuarbeiten. Zu gewissen Trieben sagt er: bleibe; zu anderen: hebe dich von hinnen. So hört etwa der Menschenfresser auf mit seiner Gewohnheit, seinesgleichen zu fressen; er verläßt damit eine gewisse Kulturstufe und wird ein anderer. Oder er lernt logisch handeln, lernt zum Beispiel pflügen. Dadurch wird sein Astralleib immer mehr gegliedert. Früher bestimmten äußere Mächte den Menschen, jetzttuteer es selbst. Der Astralleib eines Hottentotten kreist in wilden dunkelroten Wirbeln, bei einem Menschen wie Schiller in hellen grünen und gelben, bei Franz von Assisi in wundervollem Blau. So wird an dem Astralleib gearbeitet. Das nun, was ganz bewußt in den Astralleib vom Ich hineingearbeitet wird, nennt man Geistselbst oder Manas. Mit dem bewußten Hineinarbeiten des Ich beginnt etwas ganz Eigenartiges. Vorher jedoch, ehe man zur Bildung dieses Manas kommt, bleibt im Astralleib jener Teil, den auch das Tier hat, ganz unverändert. 'Irotz Zunahme an Verstand kann der Astralleib im wesentlichen unverändert, etwa voll tierischer Begierden bleiben. Es gibt aber Einflüsse, die den Empfindungsleib sehr wohl umwandeln: bewußte Religiosität und Kunst. Aus diesen saugen wir Kraft zur Selbstüberwindung und Veredlung, das ist eine viel stärkere Macht als bloße Moral. So viel hat der Mensch von Manas oder Geistselbst, als er in seinen Astralleib hineingearbeitet hat. Dieses ist nicht etwas Äußerliches, es ist ein Umwandlungsprodukt dessen, was früher Empfindungsseele war.

[ 13 ] Solange ich bloß an meinem Empfindungsleib arbeite, verwende ich meine Errungenschaften, um diesen meinen Astralleib umzuarbeiten. Mehr kann alle Moral der Welt nicht leisten, ebenso alle Intellektualität. Arbeitet aber wahre Religiosität in mir, so drückt sich diese stärkere Kraft durch den Astralleib hindurch und wirkt bis in den nächstniederen, den Ätherleib hinein. Das ist natürlich eine viel stärkere Leistung, wie wenn das Ich bloß Astralisches umarbeitet, denn das Rohmaterial des Ätherleibes ist ja viel gröber, widerstandsfähiger als der feinere astrale Leib. Das Ergebnis dieser Umwandlung nennen wir den Lebensgeist oder Budhi. Der Lebensgeist ist also der vergeistigte Lebensleib. Ein solcher, der es darin zur höchsten Stufe gebracht hatte, wurde im Orient ein Buddha genannt. Diese ungeheure moralische Kraft geht vom Bewußtsein aus, wenn die drei Seelen durch ein starkes Ich regiert werden. Für die Menschheit im allgemeinen sind das Vorbereitungsstufen. In voller bewußter Weise arbeitet erst der Chela in seinen Ätherleib hinein. Der Chela geht darauf aus, bis in seinen Ätherleib hinein alles zu vergeistigen. Die Chelaschaft ist abgeschlossen, wenn er Budhi ganz in seinen Lebensleib hat hineinströmen lassen, so daß der Lebensleib, den er vom Ich aus veredelt, zum Lebensgeist geworden ist.

[ 13 ] Solange ich bloß an meinem Empfindungsleib arbeite, verwende ich meine Errungenschaften, um diesen meinen Astralleib umzuarbeiten. Mehr kann alle Moral der Welt nicht leisten, ebenso alle Intellektualität. Arbeitet aber wahre Religiosität in mir, so drückt sich diese stärkere Kraft durch den Astralleib hindurch und wirkt bis in den nächstniederen, den Ätherleib hinein. Das ist natürlich eine viel stärkere Leistung, wie wenn das Ich bloß Astralisches umarbeitet, denn das Rohmaterial des Ätherleibes ist ja viel gröber, widerstandsfähiger als der feinere astrale Leib. Das Ergebnis dieser Umwandlung nennen wir den Lebensgeist oder Budhi. Der Lebensgeist ist also der vergeistigte Lebensleib. Ein solcher, der es darin zur höchsten Stufe gebracht hatte, wurde im Orient ein Buddha genannt. Diese ungeheure moralische Kraft geht vom Bewußtsein aus, wenn die drei Seelen durch ein starkes Ich regiert werden. Für die Menschheit im allgemeinen sind das Vorbereitungsstufen. In voller bewußter Weise arbeitet erst der Chela in seinen Ätherleib hinein. Der Chela geht darauf aus, bis in seinen Ätherleib hinein alles zu vergeistigen. Die Chelaschaft ist abgeschlossen, wenn er Budhi ganz in seinen Lebensleib hat hineinströmen lassen, so daß der Lebensleib, den er vom Ich aus veredelt, zum Lebensgeist geworden ist.

[ 14 ] Auf der dritten Stufe erreicht der Mensch das höchste uns vorläufig erreichbare Prinzip. Er ist imstande, bis in seinen physischen Leib hinunterzuwirken. Damit kommt er über den Grad des Chela hinaus und wird «Meister». Wenn auf der zweiten Stufe Budhi seinen Ätherleib durchglüht, so bekommt der Mensch, außer moralischen Grundsätzen, seinen Charakter in seine Gewalt. Sein Temperament, seine Gedächtniskraft, seine Gewohnheiten kann er ändern. Der heutige Mensch beherrscht alles dieses nur ganz unvollkommen. Um die Aufgabe des Chela zu begreifen, vergleichen Sie sich, so wie Sie gegenwärtig sind, mit sich, als Sie zehn Jahre alt waren. Wie viel haben Sie seitdem an Kenntnissen hinzugelernt, und wie wenig hat Ihr Charakter sich geändert! Der Inhalt der Seele hat sich ganz gründlich geändert, die Gewohnheiten und Neigungen aber nur sehr gering. Wer als Kind Jähzornig, vergeßlich, neidisch, unaufmerksam war, der ist es oft auch noch als Erwachsener. Wie sehr haben sich unsere Vorstellungen und Gedanken, wie sehr wenig unsere Gewohnheiten geändert! Das gibt Ihnen einen Anhalt, um abzuschätzen, wie viel zäher, fester, schwerer bildsam der Ätherleib gegenüber dem Astralleib ist. Umgekehrt, wie viel fruchtbarer und folgenreicher eine am Ätherleib erzielte Verbesserung!

[ 14 ] Auf der dritten Stufe erreicht der Mensch das höchste uns vorläufig erreichbare Prinzip. Er ist imstande, bis in seinen physischen Leib hinunterzuwirken. Damit kommt er über den Grad des Chela hinaus und wird «Meister». Wenn auf der zweiten Stufe Budhi seinen Ätherleib durchglüht, so bekommt der Mensch, außer moralischen Grundsätzen, seinen Charakter in seine Gewalt. Sein Temperament, seine Gedächtniskraft, seine Gewohnheiten kann er ändern. Der heutige Mensch beherrscht alles dieses nur ganz unvollkommen. Um die Aufgabe des Chela zu begreifen, vergleichen Sie sich, so wie Sie gegenwärtig sind, mit sich, als Sie zehn Jahre alt waren. Wie viel haben Sie seitdem an Kenntnissen hinzugelernt, und wie wenig hat Ihr Charakter sich geändert! Der Inhalt der Seele hat sich ganz gründlich geändert, die Gewohnheiten und Neigungen aber nur sehr gering. Wer als Kind Jähzornig, vergeßlich, neidisch, unaufmerksam war, der ist es oft auch noch als Erwachsener. Wie sehr haben sich unsere Vorstellungen und Gedanken, wie sehr wenig unsere Gewohnheiten geändert! Das gibt Ihnen einen Anhalt, um abzuschätzen, wie viel zäher, fester, schwerer bildsam der Ätherleib gegenüber dem Astralleib ist. Umgekehrt, wie viel fruchtbarer und folgenreicher eine am Ätherleib erzielte Verbesserung!

[ 15 ] Als Beispiel für das verschiedene Tempo der Umwandlungsmöglichkeit kann der Satz gelten: Was Sie gelernt und erfahren haben, das hat sich verändert wie der Minutenzeiger der Uhr, Ihre Gewohnheiten wie der Stundenzeiger. Lernen ist leicht, abgewöhnen schwer. An den Schriftzügen von damals kann man Sie jetzt noch erkennen, die gehören nämlich auch zu den Gewohnheiten. Leicht ist es, Ansichten und Erkenntnisse, schwer Gewohnheiten zu ändern. Dieses so zähe Ding, Gewohnheit, nach und nach zu ändern, das ist die Aufgabe des Chela. Das bedeutet, ein anderer Mensch zu werden, indem man sich einen anderen Ätherleib schafft, also Lebensleib in Lebensgeist verwandelt. Damit bekommt man die Wachstumskräfte in seine Hand. Gewohnheiten gehören zu den offenbaren Wachstumskräften. Zerstöre ich sie, so wird Wachstumskraft, vis vitalis, zu meiner Verfügung frei, zu meiner Bewufßtseinsdirigierung. Christus sagt: «Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.» - Christus ist die Personifikation der Kraft, die den Lebensleib ändert.

[ 15 ] Als Beispiel für das verschiedene Tempo der Umwandlungsmöglichkeit kann der Satz gelten: Was Sie gelernt und erfahren haben, das hat sich verändert wie der Minutenzeiger der Uhr, Ihre Gewohnheiten wie der Stundenzeiger. Lernen ist leicht, abgewöhnen schwer. An den Schriftzügen von damals kann man Sie jetzt noch erkennen, die gehören nämlich auch zu den Gewohnheiten. Leicht ist es, Ansichten und Erkenntnisse, schwer Gewohnheiten zu ändern. Dieses so zähe Ding, Gewohnheit, nach und nach zu ändern, das ist die Aufgabe des Chela. Das bedeutet, ein anderer Mensch zu werden, indem man sich einen anderen Ätherleib schafft, also Lebensleib in Lebensgeist verwandelt. Damit bekommt man die Wachstumskräfte in seine Hand. Gewohnheiten gehören zu den offenbaren Wachstumskräften. Zerstöre ich sie, so wird Wachstumskraft, vis vitalis, zu meiner Verfügung frei, zu meiner Bewufßtseinsdirigierung. Christus sagt: «Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.» - Christus ist die Personifikation der Kraft, die den Lebensleib ändert.

[ 16 ] Nun zur dritten Stufe. Es gibt etwas, was noch schwerer unter die Gewalt des freien Willens zubekommen ist als unsere Gewohnheiten, als Seelenregungen: das ist der physische Leib in seiner animalischen und vegetativen, mechanischen oder reflektorischen Abhängigkeit. Es gibt eine Stufe menschlicher Entwickelung, in der kein Nerv sich betätigt, kein Blutkügelchen rollt ohne des Menschen bewußten Willen. Diese Selbstumwandlung greift in Verhältnisse und Zustände hinein, die lange, lange vor Atlantis und Lemurien fixiert wurden, dementsprechend also am gewohnheitshärtesten, am schwersten reversierbar sind: in kosmische Urzustände. In dieser Arbeit entwickelt der Mensch Atman, den Geistesmenschen. Die Anlage dazu ist heute in jedem Menschen vorhanden. Dieser ganze Kreislauf hängt ab von der Erlangung des vollklaren Ich-Bewußtseins.

[ 16 ] Nun zur dritten Stufe. Es gibt etwas, was noch schwerer unter die Gewalt des freien Willens zubekommen ist als unsere Gewohnheiten, als Seelenregungen: das ist der physische Leib in seiner animalischen und vegetativen, mechanischen oder reflektorischen Abhängigkeit. Es gibt eine Stufe menschlicher Entwickelung, in der kein Nerv sich betätigt, kein Blutkügelchen rollt ohne des Menschen bewußten Willen. Diese Selbstumwandlung greift in Verhältnisse und Zustände hinein, die lange, lange vor Atlantis und Lemurien fixiert wurden, dementsprechend also am gewohnheitshärtesten, am schwersten reversierbar sind: in kosmische Urzustände. In dieser Arbeit entwickelt der Mensch Atman, den Geistesmenschen. Die Anlage dazu ist heute in jedem Menschen vorhanden. Dieser ganze Kreislauf hängt ab von der Erlangung des vollklaren Ich-Bewußtseins.

[ 17 ] Die stärksten, mächtigsten Gesetze sind diejenigen des Atmungsprozesses. Der ganze Geistesmensch hängt ab von der Lungenatmung, denn sie ist der äußere Ausdruck des allmählichen Einziehens des Ich. In der alten atlantischen Zeit kam diese Anlage dann heraus durch das Ich-Sagen. In Lemurien atmete der Mensch nicht durch Lungen, sondern durch kiemenartige Organe. Auch ging er nicht wie heute, sondern schwebte oder schwamm in dem mehr flüssigen Element, wo Wasser und Luft noch ungetrennt waren. Zur Gleichgewichtserhaltung hatte er ein der Fisch-Schwimmblase analoges Organ. Je mehr die Luft allmählich sich absonderte, desto mehr wandelte diese Schwimmblase sich um zu unserer heutigen Lunge. Parallel der Lungenentwickelung geht die Erarbeitung des Ich-Bewußtseins. Das liegt noch in dem Wort: «Und Gott blies dem Menschen seinen Odem ein, und er ward eine lebendige Seele.» Atman heißt nichts anderes als «Atem». Die Regulierung des Atems ist daher eines der stärksten Flilfsmittel in der Yogaarbeit, die alle Leibesfunktionen beherrschen lehrt. Hiermit blicken wir in eine Zukunft, in der die Menschen sich von innen heraus umgestaltet haben werden.

[ 17 ] Die stärksten, mächtigsten Gesetze sind diejenigen des Atmungsprozesses. Der ganze Geistesmensch hängt ab von der Lungenatmung, denn sie ist der äußere Ausdruck des allmählichen Einziehens des Ich. In der alten atlantischen Zeit kam diese Anlage dann heraus durch das Ich-Sagen. In Lemurien atmete der Mensch nicht durch Lungen, sondern durch kiemenartige Organe. Auch ging er nicht wie heute, sondern schwebte oder schwamm in dem mehr flüssigen Element, wo Wasser und Luft noch ungetrennt waren. Zur Gleichgewichtserhaltung hatte er ein der Fisch-Schwimmblase analoges Organ. Je mehr die Luft allmählich sich absonderte, desto mehr wandelte diese Schwimmblase sich um zu unserer heutigen Lunge. Parallel der Lungenentwickelung geht die Erarbeitung des Ich-Bewußtseins. Das liegt noch in dem Wort: «Und Gott blies dem Menschen seinen Odem ein, und er ward eine lebendige Seele.» Atman heißt nichts anderes als «Atem». Die Regulierung des Atems ist daher eines der stärksten Flilfsmittel in der Yogaarbeit, die alle Leibesfunktionen beherrschen lehrt. Hiermit blicken wir in eine Zukunft, in der die Menschen sich von innen heraus umgestaltet haben werden.

[ 18 ] Bewußtes Arbeiten in den Ätherleib ist also Chelaschaft.

[ 18 ] Bewußtes Arbeiten in den Ätherleib ist also Chelaschaft.

[ 19 ] Bewußtes Arbeiten in den physischen Leib: Meisterschaft.

[ 19 ] Bewußtes Arbeiten in den physischen Leib: Meisterschaft.

[ 20 ] Der Mensch empfindet das Emporwachsen in diese zwei Stufen als eine Erschließung neuer Welten, neuer Umgebungen, vergleichbar nur mit den Empfindungen des Kindes, wenn es bei der Geburt aus dem dunklen warmen Mutterschoße in die kalte helle Welt heraustritt. Der Moment des Erzeugens von Budhi wird in allen Mysterien zweite Geburt, Neugeburt, Erweckung genannt. Wie früher der Mensch eine Welt des Inneren verließ, von der nur Nachklänge im Traum vorhanden sind, so betritt er eine neue Welt als Erweckter dieselbe Welt auf höherer Stufe. Zu jenen alten Zeiten nahm der Mensch die Welt wahr mit Hilfe seiner eigenen Innenbilder. Auf der künftigen Stufe des höheren Hellsehens tritt der Mensch aus sich heraus und sieht hinter die Wesenheit der Dinge, er sieht ihre Seelen. Es ist ein Hellsehen, das sich nach außen richtet und das «An sich» der Dinge heraushebt. Der Seher dringt zum Beispiel hinter die Oberfläche der Pflanze, des Steins hinunter. Dieses nach außen gerichtete Hellsehen erhellt bei voller Verstandeswachheit nicht nur den Urgrund seiner eigenen Seele, sondern auch den der Wesenheiten und Dinge außerhalb seiner selbst. So geht die Entwickelung vor sich.

[ 20 ] Der Mensch empfindet das Emporwachsen in diese zwei Stufen als eine Erschließung neuer Welten, neuer Umgebungen, vergleichbar nur mit den Empfindungen des Kindes, wenn es bei der Geburt aus dem dunklen warmen Mutterschoße in die kalte helle Welt heraustritt. Der Moment des Erzeugens von Budhi wird in allen Mysterien zweite Geburt, Neugeburt, Erweckung genannt. Wie früher der Mensch eine Welt des Inneren verließ, von der nur Nachklänge im Traum vorhanden sind, so betritt er eine neue Welt als Erweckter dieselbe Welt auf höherer Stufe. Zu jenen alten Zeiten nahm der Mensch die Welt wahr mit Hilfe seiner eigenen Innenbilder. Auf der künftigen Stufe des höheren Hellsehens tritt der Mensch aus sich heraus und sieht hinter die Wesenheit der Dinge, er sieht ihre Seelen. Es ist ein Hellsehen, das sich nach außen richtet und das «An sich» der Dinge heraushebt. Der Seher dringt zum Beispiel hinter die Oberfläche der Pflanze, des Steins hinunter. Dieses nach außen gerichtete Hellsehen erhellt bei voller Verstandeswachheit nicht nur den Urgrund seiner eigenen Seele, sondern auch den der Wesenheiten und Dinge außerhalb seiner selbst. So geht die Entwickelung vor sich.

[ 21 ] Der heutige Mensch lebt im manasischen Zustand, das heißt, er vermag wohl an seinem astralen, jedoch noch nicht an seinem Ätherleib, und am allerwenigsten an seinem physischen Leibe Wesentliches zu ändern. Der Mensch nimmt daher von einem anderen nur so viel auf, als seiner Entwickelungsstufe entspricht. «Du gleichst dem Geist, den du begreifst, nicht mir!» dieses Wort gilt auch hier.

[ 21 ] Der heutige Mensch lebt im manasischen Zustand, das heißt, er vermag wohl an seinem astralen, jedoch noch nicht an seinem Ätherleib, und am allerwenigsten an seinem physischen Leibe Wesentliches zu ändern. Der Mensch nimmt daher von einem anderen nur so viel auf, als seiner Entwickelungsstufe entspricht. «Du gleichst dem Geist, den du begreifst, nicht mir!» dieses Wort gilt auch hier.

[ 22 ] Nach der christlichen Terminologie entsprechen sich die Bezeichnungen:

[ 22 ] Nach der christlichen Terminologie entsprechen sich die Bezeichnungen:

Vater Sohn-Wort Geist, Heiliger Geist
Atman Budhi Manas
Vater Sohn-Wort Geist, Heiliger Geist
Atman Budhi Manas

[ 23 ] Aus welchem Grunde wird Budhi das «Wort» genannt? Damit treten wir an den Rand eines der großen Mysterien heran, und wir werden sehen, welch hohe Bedeutung in der Bezeichnung «Wort» liegt.

[ 23 ] Aus welchem Grunde wird Budhi das «Wort» genannt? Damit treten wir an den Rand eines der großen Mysterien heran, und wir werden sehen, welch hohe Bedeutung in der Bezeichnung «Wort» liegt.

[ 24 ] Wir haben gesehen, daß der Mensch seinen Lebensleib durchgeistigt mit der Budhi. Was bewirkt der Lebensleib im Menschen? Wachstum und Fortpflanzung, alles, was das Lebewesen vom Mineral unterscheidet. Welches ist die höchste Äußerung des Lebensleibes? Die Fortpflanzung, das Wachstum über sich selbst hinaus. Was wird nun aus dieser letzten Äußerung des Lebensleibes, wenn der Mensch den Weg zurück zur Vergeistigung bewußt zurücklegt? Worin verwandelt sich diese Fortpflanzungskraft, was wird aus ihr, wenn sie geläutert, durchgeistigt ist? — Im menschlichen Kehlkopf haben Sie die Läuterung, die Umwandlung der Fortpflanzungskraft, und in dem artikulierten Vokallaut, im menschlichen Wort das umgewandelte Fortpflanzungsvermögen. Analog dem Gesetz «Alles ist unten wie oben» finden wir den entsprechenden Vorgang auch im Physischen: den Stimmbruch, die Mutation zur Zeit der Geschlechtsreife. Alles, was Geist wird, geht vom Wort oder vom Inhalt des Wortes aus. Das ist das allererste Hereinscheinen von Budhi, wenn aus der menschlichen Seele der erste artikulierte Laut dringt. Ein Mantram wirkt deshalb so bedeutsam, weil es ein geistig artikuliertes Wort ist. Ein Mantram ist deshalb für den Chela das Mittel, um hinunterzuwirken in die Tiefen seiner Seele.

[ 24 ] Wir haben gesehen, daß der Mensch seinen Lebensleib durchgeistigt mit der Budhi. Was bewirkt der Lebensleib im Menschen? Wachstum und Fortpflanzung, alles, was das Lebewesen vom Mineral unterscheidet. Welches ist die höchste Äußerung des Lebensleibes? Die Fortpflanzung, das Wachstum über sich selbst hinaus. Was wird nun aus dieser letzten Äußerung des Lebensleibes, wenn der Mensch den Weg zurück zur Vergeistigung bewußt zurücklegt? Worin verwandelt sich diese Fortpflanzungskraft, was wird aus ihr, wenn sie geläutert, durchgeistigt ist? — Im menschlichen Kehlkopf haben Sie die Läuterung, die Umwandlung der Fortpflanzungskraft, und in dem artikulierten Vokallaut, im menschlichen Wort das umgewandelte Fortpflanzungsvermögen. Analog dem Gesetz «Alles ist unten wie oben» finden wir den entsprechenden Vorgang auch im Physischen: den Stimmbruch, die Mutation zur Zeit der Geschlechtsreife. Alles, was Geist wird, geht vom Wort oder vom Inhalt des Wortes aus. Das ist das allererste Hereinscheinen von Budhi, wenn aus der menschlichen Seele der erste artikulierte Laut dringt. Ein Mantram wirkt deshalb so bedeutsam, weil es ein geistig artikuliertes Wort ist. Ein Mantram ist deshalb für den Chela das Mittel, um hinunterzuwirken in die Tiefen seiner Seele.

[ 25 ] So haben wir im Physischen die Kraft des Fortpflanzungsvermögens, durch welche das Leben über den Eigenleib hinaus erzeugt und weitergegeben wird, zu etwas Dauerndem wird. Und wie die physischen Zeugungsorgane leibliches Leben, so geben die wortzeugenden Organe - Zunge und Kehlkopf, Odem - geistiges Leben weiter wie Zündungsapparate. Im Physiologischen ist der enge Zusammenhang zwischen Stimme und Zeugung offensichtlich. Er tritt uns entgegen im Nachtigallensang, im Balzen, Stimmwechsel, Stimmzauber, im Gesang, Gurren, Krähen, Röhren. Wir können geradezu den Kehlkopf das höhere Geschlechtsorgan nennen. Das Wort ist Zeugungskraft für neue Menschengeister, der Mensch erreicht im Worte eine vergeistigte Schöpferkraft. Heute beherrscht der Mensch die Luft mit dem Wort, indem er sie rhythmisch-organisch gestaltet, erregt, belebt. Auf höherer Stufe vermag er das in dem flüssigen und zuletzt in dem festen Element. Dann haben Sie das Wort umgestaltet zum Schöpferworte, Der Mensch wird in seiner Entwickelung das erreichen, denn es war ursprünglich so da. Der Lebensleib, hervorgeströmt aus dem Worte des Urgeistes, - das ist wörtlich zu nehmen. Deshalb wird Budhi das «Wort» genannt, was nichts anderes heißt als: Ich bin.

[ 25 ] So haben wir im Physischen die Kraft des Fortpflanzungsvermögens, durch welche das Leben über den Eigenleib hinaus erzeugt und weitergegeben wird, zu etwas Dauerndem wird. Und wie die physischen Zeugungsorgane leibliches Leben, so geben die wortzeugenden Organe - Zunge und Kehlkopf, Odem - geistiges Leben weiter wie Zündungsapparate. Im Physiologischen ist der enge Zusammenhang zwischen Stimme und Zeugung offensichtlich. Er tritt uns entgegen im Nachtigallensang, im Balzen, Stimmwechsel, Stimmzauber, im Gesang, Gurren, Krähen, Röhren. Wir können geradezu den Kehlkopf das höhere Geschlechtsorgan nennen. Das Wort ist Zeugungskraft für neue Menschengeister, der Mensch erreicht im Worte eine vergeistigte Schöpferkraft. Heute beherrscht der Mensch die Luft mit dem Wort, indem er sie rhythmisch-organisch gestaltet, erregt, belebt. Auf höherer Stufe vermag er das in dem flüssigen und zuletzt in dem festen Element. Dann haben Sie das Wort umgestaltet zum Schöpferworte, Der Mensch wird in seiner Entwickelung das erreichen, denn es war ursprünglich so da. Der Lebensleib, hervorgeströmt aus dem Worte des Urgeistes, - das ist wörtlich zu nehmen. Deshalb wird Budhi das «Wort» genannt, was nichts anderes heißt als: Ich bin.

Gott Leben Licht entspricht den drei Reichen
physischer Leib Wort Astralleib
Ätherleib Empfindungsleib
Lebensleib
Gott Leben Licht entspricht den drei Reichen
physischer Leib Wort Astralleib
Ätherleib Empfindungsleib
Lebensleib

[ 26 ] So sehen wir in geometrischer Klarheit die johanneischen Wunderworte: «Im Urbeginne war das Wort, und das Wort war bei Gott, und ein Gott (Schöpfer) war das Wort. In diesem war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.» Der Astralleib, der sternenleuchtend ist, der wird zum Wortlicht; der Urgott, das Leben und das Licht, das sind die drei Grundbegriffe des Johannes-Evangeliums. Johannes mußte sich bis zu Budhi hinaufentwickeln, um erfassen zu können, was in dem Christus Jesus sich offenbarte. Die anderen drei Evangelisten waren nicht so hoch entwickelt. Johannes ‚gibt das Höchste, er war ein Erweckter. Johannes heißen alle, die erweckt sind. Das ist ein Gattungsname, und die Auferweckung des Lazarus im Johannes-Evangelium ist nichts anderes als die Beschreibung dieser Erweckung. Der Schreiber des Johannes-Evangeliums, wir werden später seinen Namen hören, nennt sich nie anders als «der Jünger, den der Herr lieb hat». Das ist die Bezeichnung für die intimsten Schüler, für diejenigen, bei denen es dem Lehrer und Meister gelungen ist, den Jünger zu erwecken. Die Beschreibung einer solchen Erweckung gibt der Verfasser des Johannes-Evangeliums in der Auferweckung des Lazarus: «der Herr hatte ihn lieb», er konnte ihn erwecken.

[ 26 ] So sehen wir in geometrischer Klarheit die johanneischen Wunderworte: «Im Urbeginne war das Wort, und das Wort war bei Gott, und ein Gott (Schöpfer) war das Wort. In diesem war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.» Der Astralleib, der sternenleuchtend ist, der wird zum Wortlicht; der Urgott, das Leben und das Licht, das sind die drei Grundbegriffe des Johannes-Evangeliums. Johannes mußte sich bis zu Budhi hinaufentwickeln, um erfassen zu können, was in dem Christus Jesus sich offenbarte. Die anderen drei Evangelisten waren nicht so hoch entwickelt. Johannes ‚gibt das Höchste, er war ein Erweckter. Johannes heißen alle, die erweckt sind. Das ist ein Gattungsname, und die Auferweckung des Lazarus im Johannes-Evangelium ist nichts anderes als die Beschreibung dieser Erweckung. Der Schreiber des Johannes-Evangeliums, wir werden später seinen Namen hören, nennt sich nie anders als «der Jünger, den der Herr lieb hat». Das ist die Bezeichnung für die intimsten Schüler, für diejenigen, bei denen es dem Lehrer und Meister gelungen ist, den Jünger zu erwecken. Die Beschreibung einer solchen Erweckung gibt der Verfasser des Johannes-Evangeliums in der Auferweckung des Lazarus: «der Herr hatte ihn lieb», er konnte ihn erwecken.

[ 27 ] Nur wenn wir in tiefster Demut uns solchen religiösen Urkunden nahen wie das Johannes-Evangelium eine ist, dürfen wir hoffen, bis zum wörtlichen Verständnis zu gelangen, und wenigstens einen kleinen Teil seines heiligen Inhaltes unserem Verständnis zu erschließen.

[ 27 ] Nur wenn wir in tiefster Demut uns solchen religiösen Urkunden nahen wie das Johannes-Evangelium eine ist, dürfen wir hoffen, bis zum wörtlichen Verständnis zu gelangen, und wenigstens einen kleinen Teil seines heiligen Inhaltes unserem Verständnis zu erschließen.