The Gospel of St. John
GA 94
4 November 1906, Munich
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Das Johannes-Evangelium, 2nd ed.
Sechster Vortrag
Sechster Vortrag
[ 1 ] Wir schlossen gestern damit, daß wir versuchten, ein Licht auf das zu werfen, was im Johannes-Evangelium erzählt wird über die Hochzeit zu Kana, und wir haben es als besonders wichtig hervorgehoben, daß da gesagt wird «die Mutter Jesu war da». Johannes nennt sowohl hier wie an allen anderen Stellen, wo er die Mutter Jesu erwähnt, diese nie anders; nie nennt er sie Maria, ebensowenig wie er sich selbst Johannes nennt, sondern nur immer den «Jünger, den der Herr lieb hatte». Wir sahen, daß mit der Hochzeit in Galiläa gemeint ist die Verbindung der Menschen miteinander über die Blutsschranken hinaus. Ferner heißt es da, wo die Kreuzigung Christi geschildert wird: «Es stund aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester Maria, des Kleophas Weib, und Maria Magdalena.» Nach der Darstellung des Schreibers des Johannes-Evangeliums hat also die Mutter Jesu nicht Maria geheißen, denn sonst müßten ja zwei Schwestern denselben Namen getragen haben. Es sei auch auf die Worte hingewiesen: «Weib, siehe, das ist dein Sohn! Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.» Heute wollen wir die Bausteine herbeitragen zum richtigen Verständnis des Folgenden. Erinnern wir uns noch einmal, daß Johannes oder besser der Schreiber des Johannes-Evangeliums ein Eingeweihter war; daß ein wirklich Initiierter dieses Evangelium geschrieben hat, einer, der den Himmel offen sah und genaue Kenntnisse der astralen und der devachanischen Welt hatte. Johannes gibt auch an, wie man zur Erlangung eines solchen Zustandes kommt: durch Meditation der Eingangsworte. Läßt man diese immer wieder in der Seele leben, dann werden sie zu Zauberworten, durch die man allmählich hinaufkommt zum Verständnis des Johannes-Evangeliums. Johannes will uns sagen: Wenn ihr den christlichen Weg gehen wollt, dann müßtihr euch, in der Weise, wie ich es hier erzähle, hinaufheben zum Devachan, und dann werden euch die Taten des Christus Jesus und alles, was mit ihm zusammenhängt und mit ihm geschehen ist, so erscheinen, wie ich es euch darstelle. Ein Lebensbuch, das am eigenen Leib Erlebtes darstellt, will das Johannes-Evangelium sein. Wir können das Evangelium nicht eher verstehen, bis wir die Vorgänge nicht mehr als bloße historische Tatsachen, sondern als Dinge ansehen, die von Johannes mit dem höheren Schauvermögen und dessen Sinnen gesehen worden sind. Die Hochzeit zu Kana ist zwar auch ein reales Ereignis, aber die Tatsachen werden zu Symbolen. Der gewöhnliche Mensch sieht diese Hochzeit mitihrem Weinwunder anders anals ein Erweckter wie Johannes. Ihm wird sie die prophetische Vorhersage für den ganzen zukünftigen Entwickelungsgang der Menschheit, alles dessen, was durch Christus geschehen soll.
[ 1 ] Wir schlossen gestern damit, daß wir versuchten, ein Licht auf das zu werfen, was im Johannes-Evangelium erzählt wird über die Hochzeit zu Kana, und wir haben es als besonders wichtig hervorgehoben, daß da gesagt wird «die Mutter Jesu war da». Johannes nennt sowohl hier wie an allen anderen Stellen, wo er die Mutter Jesu erwähnt, diese nie anders; nie nennt er sie Maria, ebensowenig wie er sich selbst Johannes nennt, sondern nur immer den «Jünger, den der Herr lieb hatte». Wir sahen, daß mit der Hochzeit in Galiläa gemeint ist die Verbindung der Menschen miteinander über die Blutsschranken hinaus. Ferner heißt es da, wo die Kreuzigung Christi geschildert wird: «Es stund aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester Maria, des Kleophas Weib, und Maria Magdalena.» Nach der Darstellung des Schreibers des Johannes-Evangeliums hat also die Mutter Jesu nicht Maria geheißen, denn sonst müßten ja zwei Schwestern denselben Namen getragen haben. Es sei auch auf die Worte hingewiesen: «Weib, siehe, das ist dein Sohn! Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.» Heute wollen wir die Bausteine herbeitragen zum richtigen Verständnis des Folgenden. Erinnern wir uns noch einmal, daß Johannes oder besser der Schreiber des Johannes-Evangeliums ein Eingeweihter war; daß ein wirklich Initiierter dieses Evangelium geschrieben hat, einer, der den Himmel offen sah und genaue Kenntnisse der astralen und der devachanischen Welt hatte. Johannes gibt auch an, wie man zur Erlangung eines solchen Zustandes kommt: durch Meditation der Eingangsworte. Läßt man diese immer wieder in der Seele leben, dann werden sie zu Zauberworten, durch die man allmählich hinaufkommt zum Verständnis des Johannes-Evangeliums. Johannes will uns sagen: Wenn ihr den christlichen Weg gehen wollt, dann müßtihr euch, in der Weise, wie ich es hier erzähle, hinaufheben zum Devachan, und dann werden euch die Taten des Christus Jesus und alles, was mit ihm zusammenhängt und mit ihm geschehen ist, so erscheinen, wie ich es euch darstelle. Ein Lebensbuch, das am eigenen Leib Erlebtes darstellt, will das Johannes-Evangelium sein. Wir können das Evangelium nicht eher verstehen, bis wir die Vorgänge nicht mehr als bloße historische Tatsachen, sondern als Dinge ansehen, die von Johannes mit dem höheren Schauvermögen und dessen Sinnen gesehen worden sind. Die Hochzeit zu Kana ist zwar auch ein reales Ereignis, aber die Tatsachen werden zu Symbolen. Der gewöhnliche Mensch sieht diese Hochzeit mitihrem Weinwunder anders anals ein Erweckter wie Johannes. Ihm wird sie die prophetische Vorhersage für den ganzen zukünftigen Entwickelungsgang der Menschheit, alles dessen, was durch Christus geschehen soll.
[ 2 ] Wir leben heute in der fünften Unterrasse der fünften Hauptrasse. Was sich in Palästina abspielte, fällt in die vierte Unterrasse, die griechisch-lateinische. Aus der dritten Unterrasse war das jüdische Volk hervorgegangen, das sich zu seiner Mission in Ägypten vorbereitet und von dort ausgezogen war. Ihm entstammte Jesus. Die dritte Hauptrasse spielt nun in die vierte hinein, die vierte in die fünfte, die fünfte in die sechste. So daß wir drei Epochen zu unterscheiden haben. In der esoterischen Sprache nennt man sie drei Schöpfungstage.
[ 2 ] Wir leben heute in der fünften Unterrasse der fünften Hauptrasse. Was sich in Palästina abspielte, fällt in die vierte Unterrasse, die griechisch-lateinische. Aus der dritten Unterrasse war das jüdische Volk hervorgegangen, das sich zu seiner Mission in Ägypten vorbereitet und von dort ausgezogen war. Ihm entstammte Jesus. Die dritte Hauptrasse spielt nun in die vierte hinein, die vierte in die fünfte, die fünfte in die sechste. So daß wir drei Epochen zu unterscheiden haben. In der esoterischen Sprache nennt man sie drei Schöpfungstage.


[ 3 ] Am dritten Tage aber war eine Hochzeit zu Kana: Der Schreiber des Johannes-Evangeliums sieht da dasjenige, was erst in der Zukunft, in der sechsten Rasse geschehen wird: die Vermählung des Manas, das sich im Gesetz ausdrückt, mit Budhi, der Gnade, der Freude, die große Hochzeit des ganzen manasischen Elementes mit Budhi. Das kann erstvolleintreten, wenn die Aufgabe des Christentums ganz gelöst ist. «Wer nicht verlässet Vater und Mutter und Bruder und Schwester um meinetwillen, der kann nicht mein Jünger sein», das heißt, von den engen Gemeinschaften muß die Liebe herausgeholt und zu allgemeiner Menschenliebe gemacht werden, sie muß sich von dem, was blutsverwandt ist, zu dem wenden, was geistesverwandt ist. So haben wir also in der Hochzeit zu Kana dasjenige verbildlicht, was einst geschehen soll. «Und am dritten Tage» heißt es nicht zufällig, sondern das ist wörtlich als Weltentag zu nehmen. Jede Zahl, jedes Wort, alles ist im Johannes-Evangelium höchst bedeutungsvoll.
[ 3 ] Am dritten Tage aber war eine Hochzeit zu Kana: Der Schreiber des Johannes-Evangeliums sieht da dasjenige, was erst in der Zukunft, in der sechsten Rasse geschehen wird: die Vermählung des Manas, das sich im Gesetz ausdrückt, mit Budhi, der Gnade, der Freude, die große Hochzeit des ganzen manasischen Elementes mit Budhi. Das kann erstvolleintreten, wenn die Aufgabe des Christentums ganz gelöst ist. «Wer nicht verlässet Vater und Mutter und Bruder und Schwester um meinetwillen, der kann nicht mein Jünger sein», das heißt, von den engen Gemeinschaften muß die Liebe herausgeholt und zu allgemeiner Menschenliebe gemacht werden, sie muß sich von dem, was blutsverwandt ist, zu dem wenden, was geistesverwandt ist. So haben wir also in der Hochzeit zu Kana dasjenige verbildlicht, was einst geschehen soll. «Und am dritten Tage» heißt es nicht zufällig, sondern das ist wörtlich als Weltentag zu nehmen. Jede Zahl, jedes Wort, alles ist im Johannes-Evangelium höchst bedeutungsvoll.
[ 4 ] Man muß eigentlich staunen, wenn die meisten Theologen den Jehova als Christi «Vater» ansprechen. Bei Lukas steht schlicht und deutlich da, wo der Erzengel Gabriel Maria (Sophia) die Geburt Jesu verkündigt: «Fürchte dich nicht, du hast Gnade bei Gott gefunden, der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten ...» und nie steht etwas anderes. Der Vater des Christus also ist der «Heilige Geist». Das entspricht nicht etwa bloß dem Johannes-Evangelium, sondern einer alten Tradition. Christus sagt: «Ich und der Vater sind eins.» Ich und der Heilige Geist sind eins, bedeutet das.
[ 4 ] Man muß eigentlich staunen, wenn die meisten Theologen den Jehova als Christi «Vater» ansprechen. Bei Lukas steht schlicht und deutlich da, wo der Erzengel Gabriel Maria (Sophia) die Geburt Jesu verkündigt: «Fürchte dich nicht, du hast Gnade bei Gott gefunden, der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten ...» und nie steht etwas anderes. Der Vater des Christus also ist der «Heilige Geist». Das entspricht nicht etwa bloß dem Johannes-Evangelium, sondern einer alten Tradition. Christus sagt: «Ich und der Vater sind eins.» Ich und der Heilige Geist sind eins, bedeutet das.
[ 5 ] Nun ergibt sich die Frage: Wer war die Mutter Jesu? Um das zu erkennen, ist das Wissen von dem Wesen der Einweihung notwendig. Dann erst werden wir klar sehen, daß wir es hier mit Vorgängen in höheren Welten zu tun haben. Dadurch werden wir uns zugleich vorbereiten zum Verständnis des Johannes-Evangeliums vom 13. Kapitel an.
[ 5 ] Nun ergibt sich die Frage: Wer war die Mutter Jesu? Um das zu erkennen, ist das Wissen von dem Wesen der Einweihung notwendig. Dann erst werden wir klar sehen, daß wir es hier mit Vorgängen in höheren Welten zu tun haben. Dadurch werden wir uns zugleich vorbereiten zum Verständnis des Johannes-Evangeliums vom 13. Kapitel an.
[ 6 ] Hier wollen wir nun die Lehre von der Einweihung in einiger Ausführlichkeit einfügen. Denn nicht bloß um das Johannes-Evangelium handelt es sich uns hier, sondern um Theosophie. Die Lehre von den Einweihungen lehrt uns eben die «Mutter Jesu» kennen, was sie ist und was der «Heilige Geist» ist. Es herrscht heute vielfach die irrige Vorstellung, als ob es nur einen Weg zur Einweihung gebe. Das ist nicht richtig. Vom Berge gibt es nur eine Aussicht, aber verschiedene Wege können zum Gipfel führen. Ebenso verhält es sich mit der Wahrheit. Auch zu ihr gibt es verschiedene Wege. Welcher Weg für Sie der passendste ist, das hängt davon ab, an welcher Stelle des Bergfußes Sie stehen. Der «Berg» war immer der Ausdruck für den Aufstieg, so zum Beispiel der Gipfel des Berges bei der Speisung der Fünftausend.
[ 6 ] Hier wollen wir nun die Lehre von der Einweihung in einiger Ausführlichkeit einfügen. Denn nicht bloß um das Johannes-Evangelium handelt es sich uns hier, sondern um Theosophie. Die Lehre von den Einweihungen lehrt uns eben die «Mutter Jesu» kennen, was sie ist und was der «Heilige Geist» ist. Es herrscht heute vielfach die irrige Vorstellung, als ob es nur einen Weg zur Einweihung gebe. Das ist nicht richtig. Vom Berge gibt es nur eine Aussicht, aber verschiedene Wege können zum Gipfel führen. Ebenso verhält es sich mit der Wahrheit. Auch zu ihr gibt es verschiedene Wege. Welcher Weg für Sie der passendste ist, das hängt davon ab, an welcher Stelle des Bergfußes Sie stehen. Der «Berg» war immer der Ausdruck für den Aufstieg, so zum Beispiel der Gipfel des Berges bei der Speisung der Fünftausend.
[ 7 ] Es gibt drei verschiedene Wege zur Einweihung, entsprechend den Unterrassen unseres Hauptzeitalters. Die Unterrassen lösen einander keineswegs einfach zeitlich ab, sondern leben lange Zeit noch nebeneinander. Der Unterschied ist innerlich viel stärker als äußerlich. Zum Beispiel: ein Inder kann sich heute noch ungleich leichter als der Europäer hineinversenken mit Abspaltung seines Denkens in sein sympathisches Nervensystem. Wollte ein Europäer, namentlich ein Mann, den orientalischen Pfad gehen, so benötigte er dazu, schon um das bloß Physische zu ermöglichen, starker Mittel, die seinen ganzen Knochenstatus und seine Körperkonstitution auflockern müßten, was nicht ohne dauernden Schaden abgehen würde. Somit ist ein solcher Versuch dem Europäer gar nicht zu raten, und ein gutes Resultat damit zu erreichen fast unmöglich. Die Einweihung selbst ist nichts anderes als eine vollständige Umänderung der inneren Natur. Für den heutigen Europäer ist der rosenkreuzerische Pfad, der seit dem 14. bis 15. Jahrhundert gepflegt wird, der beste.
[ 7 ] Es gibt drei verschiedene Wege zur Einweihung, entsprechend den Unterrassen unseres Hauptzeitalters. Die Unterrassen lösen einander keineswegs einfach zeitlich ab, sondern leben lange Zeit noch nebeneinander. Der Unterschied ist innerlich viel stärker als äußerlich. Zum Beispiel: ein Inder kann sich heute noch ungleich leichter als der Europäer hineinversenken mit Abspaltung seines Denkens in sein sympathisches Nervensystem. Wollte ein Europäer, namentlich ein Mann, den orientalischen Pfad gehen, so benötigte er dazu, schon um das bloß Physische zu ermöglichen, starker Mittel, die seinen ganzen Knochenstatus und seine Körperkonstitution auflockern müßten, was nicht ohne dauernden Schaden abgehen würde. Somit ist ein solcher Versuch dem Europäer gar nicht zu raten, und ein gutes Resultat damit zu erreichen fast unmöglich. Die Einweihung selbst ist nichts anderes als eine vollständige Umänderung der inneren Natur. Für den heutigen Europäer ist der rosenkreuzerische Pfad, der seit dem 14. bis 15. Jahrhundert gepflegt wird, der beste.
[ 8 ] Die drei Wege der Einweihung sind die folgenden: der indischorientalische Yogaweg, der christlich-gnostische Weg bis zum 15. Jahrhundert, der christlich-rosenkreuzerische Weg seit dem 15. Jahrhundert. Der erste ist nicht für Europäer. Der zweite ist für den Menschen der mittleren Zone geeignet, er ist für uns gehbar, aber der rosenkreuzerische Weg, der vom 14. Jahrhundert ab eingeschlagen wurde, ist zweckmäßiger. Der christlich-gnostische Weg bringt zwar für den einzelnen die Wahrheit, aber der Schüler wird nicht imstande sein, ihn innerhalb des modernen Lebens konsequent durchzuführen und Antworten zu geben auf die mannigfachen Einwände der heutigen Wissenschaft und Kultur, so wie er es mit Hilfe des rosenkreuzerischen Weges zu tun vermag.
[ 8 ] Die drei Wege der Einweihung sind die folgenden: der indischorientalische Yogaweg, der christlich-gnostische Weg bis zum 15. Jahrhundert, der christlich-rosenkreuzerische Weg seit dem 15. Jahrhundert. Der erste ist nicht für Europäer. Der zweite ist für den Menschen der mittleren Zone geeignet, er ist für uns gehbar, aber der rosenkreuzerische Weg, der vom 14. Jahrhundert ab eingeschlagen wurde, ist zweckmäßiger. Der christlich-gnostische Weg bringt zwar für den einzelnen die Wahrheit, aber der Schüler wird nicht imstande sein, ihn innerhalb des modernen Lebens konsequent durchzuführen und Antworten zu geben auf die mannigfachen Einwände der heutigen Wissenschaft und Kultur, so wie er es mit Hilfe des rosenkreuzerischen Weges zu tun vermag.
[ 9 ] Der orientalische Yogaweg kennt eine Reihe von Stufen, auf denen man sich zunächst vorbereiten muß. Die sieben Stufen können nebeneinander geübt werden, aber der Mensch muß sich streng unter einen sogenannten Guru stellen. Dieser weiß Bescheid über den Zustand seiner inneren Entwickelung. Der Weg des Inders geht gleich hinauf in die Astralwelt. Im Anfange ist da der Schüler sehr hilflos, daher die strenge Unterwerfung unter den Guru, weil ihm die eigene Korrekturmöglichkeit seiner Irrtümer mangelt bei der Wahrnehmung einander hart widersprechender Tatsachen.
[ 9 ] Der orientalische Yogaweg kennt eine Reihe von Stufen, auf denen man sich zunächst vorbereiten muß. Die sieben Stufen können nebeneinander geübt werden, aber der Mensch muß sich streng unter einen sogenannten Guru stellen. Dieser weiß Bescheid über den Zustand seiner inneren Entwickelung. Der Weg des Inders geht gleich hinauf in die Astralwelt. Im Anfange ist da der Schüler sehr hilflos, daher die strenge Unterwerfung unter den Guru, weil ihm die eigene Korrekturmöglichkeit seiner Irrtümer mangelt bei der Wahrnehmung einander hart widersprechender Tatsachen.
[ 10 ] Die erste Stufe ist Yama, das heißt Unterlassen. In der physischen Welt korrigiert den Schüler bei allen seinen Wahrnehmungen und Behauptungen die physische Welt, die Wirklichkeit korrigiert ihn. So ist es aber nicht mehr in der astralischen Welt. Da stürmen die Eindrücke auf ihn ein in Bildern und Farben, in Formen und Gebilden, die in fortwährendem wogenden Wechsel und in unaufhörlicher Bewegung sind. Dazu kommt noch, daß das, was die eigene Seele denkt und will, auch zu Wesenheiten wird, und der Schüler dann eigenes und anderes Astrales noch nicht zu unterscheiden vermag. Darum muß er in der astralischen Welt von innen heraus die Richtung haben, um sicher stehen zu können. Denn wie tritt diese Welt auf? Bei einer Pflanze zum Beispiel steigt es wie eine lila Flamme auf. Die Eigenschaften der Dinge lösen sich in Farben auf, heben sich ab von den Dingen, der Astralraum ist erfüllt von hin und her wogenden Farben, Eigenschaften und Tönen. Diese Farben und Töne müssen hingehen zu den astralischen Wesenheiten und sie ausfüllen. Es erscheint Ihnen dann etwa irgendein Elementargeist in leuchtender gelber Farbe. Um da zu unterscheiden und wissen zu können, um was es sich handelt, ist Sicherheit notwendig. Indem Momente nun, wo diese Elementargeister Sie zu etwas hinleiten wollen, treten starke Kräfte auf in des Menschen innerer Natur: die eigene Seele des Menschen drückt sich darin aus, und daher treiben sie ihn dahin, wohin die Seele will. Um den hilflosen Schüler nun richtig zu leiten, muß er in der Seele des Guru leben, mit seinen Augen sehen, daher die Notwendigkeit der strengen Autorität des Guru. Bei allem, was er unternimmt, zum Beispiel sogar bei einem Hauskauf, hat der Schüler den Guru zu fragen. - Bei Ausübung desYama muß man das Unterlassen üben. Unterlassen muß man: das Töten, das Stehlen, das Lügen, das Begehren, den Genuß geistiger Getränke und Ausschweifungen. Diese Forderungen sind für den Europäer viel schwerer zu erfüllen, als es aussieht, denn es ist bei den jetzigen Zeit-, Lebens- und Kulturbedingungen in Europa kaum mehr möglich zu wissen, ob der Schüler diese Bedingungen erfüllen kann. Er tötet zum Beispiel mit jedem Atemzug, wenn er seine Atmung nicht regelt. Er hat sein Vermögen irgendwo bei einer Bank liegen in irgendeinem Unternehmen: was weiß er, was damit geschieht? Der Begriff «Unterlassen» ist für den Schüler sehr streng zu fassen, denn es handelt sich darum, daß überhaupt niemand durch uns geschädigt wird. Die einzige Möglichkeit zur teilweisen Einhaltung dieser Bedingungen ist: immer mehr bedürfnislos zu werden.
[ 10 ] Die erste Stufe ist Yama, das heißt Unterlassen. In der physischen Welt korrigiert den Schüler bei allen seinen Wahrnehmungen und Behauptungen die physische Welt, die Wirklichkeit korrigiert ihn. So ist es aber nicht mehr in der astralischen Welt. Da stürmen die Eindrücke auf ihn ein in Bildern und Farben, in Formen und Gebilden, die in fortwährendem wogenden Wechsel und in unaufhörlicher Bewegung sind. Dazu kommt noch, daß das, was die eigene Seele denkt und will, auch zu Wesenheiten wird, und der Schüler dann eigenes und anderes Astrales noch nicht zu unterscheiden vermag. Darum muß er in der astralischen Welt von innen heraus die Richtung haben, um sicher stehen zu können. Denn wie tritt diese Welt auf? Bei einer Pflanze zum Beispiel steigt es wie eine lila Flamme auf. Die Eigenschaften der Dinge lösen sich in Farben auf, heben sich ab von den Dingen, der Astralraum ist erfüllt von hin und her wogenden Farben, Eigenschaften und Tönen. Diese Farben und Töne müssen hingehen zu den astralischen Wesenheiten und sie ausfüllen. Es erscheint Ihnen dann etwa irgendein Elementargeist in leuchtender gelber Farbe. Um da zu unterscheiden und wissen zu können, um was es sich handelt, ist Sicherheit notwendig. Indem Momente nun, wo diese Elementargeister Sie zu etwas hinleiten wollen, treten starke Kräfte auf in des Menschen innerer Natur: die eigene Seele des Menschen drückt sich darin aus, und daher treiben sie ihn dahin, wohin die Seele will. Um den hilflosen Schüler nun richtig zu leiten, muß er in der Seele des Guru leben, mit seinen Augen sehen, daher die Notwendigkeit der strengen Autorität des Guru. Bei allem, was er unternimmt, zum Beispiel sogar bei einem Hauskauf, hat der Schüler den Guru zu fragen. - Bei Ausübung desYama muß man das Unterlassen üben. Unterlassen muß man: das Töten, das Stehlen, das Lügen, das Begehren, den Genuß geistiger Getränke und Ausschweifungen. Diese Forderungen sind für den Europäer viel schwerer zu erfüllen, als es aussieht, denn es ist bei den jetzigen Zeit-, Lebens- und Kulturbedingungen in Europa kaum mehr möglich zu wissen, ob der Schüler diese Bedingungen erfüllen kann. Er tötet zum Beispiel mit jedem Atemzug, wenn er seine Atmung nicht regelt. Er hat sein Vermögen irgendwo bei einer Bank liegen in irgendeinem Unternehmen: was weiß er, was damit geschieht? Der Begriff «Unterlassen» ist für den Schüler sehr streng zu fassen, denn es handelt sich darum, daß überhaupt niemand durch uns geschädigt wird. Die einzige Möglichkeit zur teilweisen Einhaltung dieser Bedingungen ist: immer mehr bedürfnislos zu werden.
[ 11 ] Die zweiteStufe, Niyama, schreibt das Beachten der Kultussymbolevor. DieindischeSchulung verlangt streng, daß derSchüler Zeremonien mitmacht, sich einem Ritual unterwirft. Dabei muß sich im Bilde vor einem abspielen, was man innerlich durchmacht. Ein Beispiel für ein solches Ritual ist im katholischen Meßopfer gegeben, das mit seinen vier Teilen die Ausdrucksform ist für das, was auch in den alten Mysterien vorging. Es besteht aus dem Evangelium (die Verkündigung), der Opferung des niederen Selbst, der Wandlung in das höhere Selbst, der Kommunion: Vereinigung mit dem Göttlichen. Was auf dem Astralplan wirklich geschieht, geschieht da im Bildeaufdemphysischen Plan. Daß man das im Bilde anschaut, hat Bedeutung. Sie nehmen das Bild auf, und eines Nachts kann den Schüler die astralische Welt dann aufnehmen und sie wird eine Kraft in ihm. Sehet in Bildern erst dasjenige an, was auf den höheren Planen sich vollziehen soll.
[ 11 ] Die zweiteStufe, Niyama, schreibt das Beachten der Kultussymbolevor. DieindischeSchulung verlangt streng, daß derSchüler Zeremonien mitmacht, sich einem Ritual unterwirft. Dabei muß sich im Bilde vor einem abspielen, was man innerlich durchmacht. Ein Beispiel für ein solches Ritual ist im katholischen Meßopfer gegeben, das mit seinen vier Teilen die Ausdrucksform ist für das, was auch in den alten Mysterien vorging. Es besteht aus dem Evangelium (die Verkündigung), der Opferung des niederen Selbst, der Wandlung in das höhere Selbst, der Kommunion: Vereinigung mit dem Göttlichen. Was auf dem Astralplan wirklich geschieht, geschieht da im Bildeaufdemphysischen Plan. Daß man das im Bilde anschaut, hat Bedeutung. Sie nehmen das Bild auf, und eines Nachts kann den Schüler die astralische Welt dann aufnehmen und sie wird eine Kraft in ihm. Sehet in Bildern erst dasjenige an, was auf den höheren Planen sich vollziehen soll.
[ 12 ] Die dritte Stufe, Asana, ist die richtige Körperstellung. Der heutige europäische Kulturmensch hat kaum noch eine Ahnung von der Bedeutung der richtigen Körperstellung. Es gehen gewaltige Strömungen fortwährend durch die Weltund durch den menschlichen Körper, und diese Ätherströmungen sind auf den Menschen von wichtigem Einfluß. Das wußte man im alten Indien, auch wieviel für den Schüler von der richtigen Körperstellung abhängt. Das Tier hat eine waagrechte Stellung gegenüber der Erdachse, die Pflanze eine vertikale. Ziehen wir eine Linie von der Blüte durch die Wurzel, so treffen wir den Mittelpunkt der Erde. Wir haben in der Pflanze das Bild dessen, was sich uns im Bau des Menschen zeigt, nur in umgekehrter Richtung; was dem menschlichen Kopf entspricht, das hat sie unten in der Wurzel, die Fortpflanzungsorgane hält sie keusch der Sonne entgegen. Die waagrechte Stellung des Tieres und die aufrechte Stellungvon Mensch und Pflanze ergeben ein Kreuz, daher das Wort Platos: Die Weltenseele ist auf dem Weltenleibe gekreuzigt. - Wie diese Linien im Kosmos verlaufen, so gehen die Strömungen durch alle Organe. Der indische Yogaschüler mußte seine Glieder in eine bestimmte Richtung legen, damit die Weltenströmungen in ihm wirken können; beim europäischen Menschen ist dies nicht möglich.
[ 12 ] Die dritte Stufe, Asana, ist die richtige Körperstellung. Der heutige europäische Kulturmensch hat kaum noch eine Ahnung von der Bedeutung der richtigen Körperstellung. Es gehen gewaltige Strömungen fortwährend durch die Weltund durch den menschlichen Körper, und diese Ätherströmungen sind auf den Menschen von wichtigem Einfluß. Das wußte man im alten Indien, auch wieviel für den Schüler von der richtigen Körperstellung abhängt. Das Tier hat eine waagrechte Stellung gegenüber der Erdachse, die Pflanze eine vertikale. Ziehen wir eine Linie von der Blüte durch die Wurzel, so treffen wir den Mittelpunkt der Erde. Wir haben in der Pflanze das Bild dessen, was sich uns im Bau des Menschen zeigt, nur in umgekehrter Richtung; was dem menschlichen Kopf entspricht, das hat sie unten in der Wurzel, die Fortpflanzungsorgane hält sie keusch der Sonne entgegen. Die waagrechte Stellung des Tieres und die aufrechte Stellungvon Mensch und Pflanze ergeben ein Kreuz, daher das Wort Platos: Die Weltenseele ist auf dem Weltenleibe gekreuzigt. - Wie diese Linien im Kosmos verlaufen, so gehen die Strömungen durch alle Organe. Der indische Yogaschüler mußte seine Glieder in eine bestimmte Richtung legen, damit die Weltenströmungen in ihm wirken können; beim europäischen Menschen ist dies nicht möglich.
[ 13 ] Viertens: Pranayama. Das ist die Lehre vom richtigen Atmen. Der Mensch tötet eigentlich fortwährend durch seinen Atmungsprozeß. Wir atmen Sauerstoff ein, vermengen ihn mit Blut und atmen Kohlensäure aus, die für Menschen und Tiere giftig ist. Wir würden sterben, wenn nicht die Pflanzen die Kohlensäure atmeten, den Kohlenstoff behielten und den Sauerstoff wieder ausatmeten. Dieser Kreislauf ist von eminenter Bedeutung und macht die Existenz der Menschen und Tiere erst möglich.
[ 13 ] Viertens: Pranayama. Das ist die Lehre vom richtigen Atmen. Der Mensch tötet eigentlich fortwährend durch seinen Atmungsprozeß. Wir atmen Sauerstoff ein, vermengen ihn mit Blut und atmen Kohlensäure aus, die für Menschen und Tiere giftig ist. Wir würden sterben, wenn nicht die Pflanzen die Kohlensäure atmeten, den Kohlenstoff behielten und den Sauerstoff wieder ausatmeten. Dieser Kreislauf ist von eminenter Bedeutung und macht die Existenz der Menschen und Tiere erst möglich.
Mensch: Pflanze
Tier: atmet aus Sauerstoff, atmet ein
atmet aus Kohlensäure: Kohlensäure, und baut sich aus
atmet ein Sauerstoff: Kohlenstoff ihren Körper auf.
Mensch: Pflanze
Tier: atmet aus Sauerstoff, atmet ein
atmet aus Kohlensäure: Kohlensäure, und baut sich aus
atmet ein Sauerstoff: Kohlenstoff ihren Körper auf.
[ 14 ] Pranayama, der rhythmisierte Atmungsprozeß, soll nach und nach den Tötungsprozeß überwinden. Der Mensch wird nicht nur sein Bewußtsein, sondern sein ganzes Leben erweitern. Im Blut ist Kohlenstoff, der mit dem eingeatmeten Sauerstoff zu Kohlensäure verbrennt, diese wird ausgeschieden; die Pflanze trennt die Bestandteile, sie atmet Sauerstoff aus, und der Mensch nimmt ihn auf. So beginnt der Kreislauf von neuem. In der Zukunft wird der Mensch den Kreislauf in sich selbst vollziehen. Wenn der Mensch imstande sein wird, aus Kohlenstoff seinen eigenen Leib aufzubauen, dann hat er seinen Zukunftszustand erreicht. Der Kohlenstoff, die Kohle entspricht dem, was die okkulte Literatur den Stein der Weisen, lapis philosophorum, nannte. Wer die Rosenkreuzerei kennt, der weiß, was der Ausspruch bedeutet, daß der Mensch sich aus Kohlenstoff einen durchsichtigen Körper aufbauen wird, gleich dem aus der Kohle sich bildenden Diamanten. Das wird geschehen.
[ 14 ] Pranayama, der rhythmisierte Atmungsprozeß, soll nach und nach den Tötungsprozeß überwinden. Der Mensch wird nicht nur sein Bewußtsein, sondern sein ganzes Leben erweitern. Im Blut ist Kohlenstoff, der mit dem eingeatmeten Sauerstoff zu Kohlensäure verbrennt, diese wird ausgeschieden; die Pflanze trennt die Bestandteile, sie atmet Sauerstoff aus, und der Mensch nimmt ihn auf. So beginnt der Kreislauf von neuem. In der Zukunft wird der Mensch den Kreislauf in sich selbst vollziehen. Wenn der Mensch imstande sein wird, aus Kohlenstoff seinen eigenen Leib aufzubauen, dann hat er seinen Zukunftszustand erreicht. Der Kohlenstoff, die Kohle entspricht dem, was die okkulte Literatur den Stein der Weisen, lapis philosophorum, nannte. Wer die Rosenkreuzerei kennt, der weiß, was der Ausspruch bedeutet, daß der Mensch sich aus Kohlenstoff einen durchsichtigen Körper aufbauen wird, gleich dem aus der Kohle sich bildenden Diamanten. Das wird geschehen.
[ 15 ] In der Zukunft wird der Mensch imstande sein, sein blaues Blut durch die Lymphdrüsen, die dann eine sehr wichtige Rolle spielen werden, umzubilden, und sich damit, wie jetzt mit dem brauchbaren roten Blut, seinen Körper zu gestalten. Die Zirbeldrüse wird in der Zukunft ein innerlicher Apparat sein für den Prozeß der Umwandlung des verbrauchten Blutes in brauchbares Blut.
[ 15 ] In der Zukunft wird der Mensch imstande sein, sein blaues Blut durch die Lymphdrüsen, die dann eine sehr wichtige Rolle spielen werden, umzubilden, und sich damit, wie jetzt mit dem brauchbaren roten Blut, seinen Körper zu gestalten. Die Zirbeldrüse wird in der Zukunft ein innerlicher Apparat sein für den Prozeß der Umwandlung des verbrauchten Blutes in brauchbares Blut.
[ 16 ] Eng damit verknüpft ist die Rhythmisierung des Atmens. Der Atmungsprozeß birgt daher die zukünftige Umgestaltung des menschlichen Organismus. In dem Augenblick, wo der Mensch hinunterarbeitet in seine niederen Leiber, steigt er auf zu höheren Planen.
[ 16 ] Eng damit verknüpft ist die Rhythmisierung des Atmens. Der Atmungsprozeß birgt daher die zukünftige Umgestaltung des menschlichen Organismus. In dem Augenblick, wo der Mensch hinunterarbeitet in seine niederen Leiber, steigt er auf zu höheren Planen.
[ 17 ] Fünftens: Pratyahara, das heißt rechtes Leben. Der Mensch muß fähig werden, rein im Inneren der Seele zu leben; er muß Vorstellungen in sich haben können, die ganz und gar unabhängig sind von der äußeren Welt. Das Ideal der Meditation ist: blind und taub werden können für seine Umgebung.
[ 17 ] Fünftens: Pratyahara, das heißt rechtes Leben. Der Mensch muß fähig werden, rein im Inneren der Seele zu leben; er muß Vorstellungen in sich haben können, die ganz und gar unabhängig sind von der äußeren Welt. Das Ideal der Meditation ist: blind und taub werden können für seine Umgebung.
[ 18 ] Sechstens: Dharana, Sammlung der Gedanken, vollständig Herr werden innerhalb seiner Vorstellungswelt, so daß der Mensch keine Eindrücke hat, als solche, die er will. Kann er dann aus einer Reihe von Vorstellungen nur eine herausnehmen und lange, lange darin leben, dann nennt man diesen Prozeß, in welchem er ruhend verbleibt mit dem ganzen Bewußtsein: Dhyana.
[ 18 ] Sechstens: Dharana, Sammlung der Gedanken, vollständig Herr werden innerhalb seiner Vorstellungswelt, so daß der Mensch keine Eindrücke hat, als solche, die er will. Kann er dann aus einer Reihe von Vorstellungen nur eine herausnehmen und lange, lange darin leben, dann nennt man diesen Prozeß, in welchem er ruhend verbleibt mit dem ganzen Bewußtsein: Dhyana.
[ 19 ] Siebentens: Ist das erreicht, dann muß man auch noch diese eine Vorstellung fallen lassen, und doch bewußt bleiben mit seiner ganzen Seele. Man behält die Form des Vorstellens bei, ohne einen Inhalt. Damit hat der Schüler die höchste Stufe, Samadhi, erreicht, das völlige Aufgehen in einen Gedanken. Jetzt kann die geistige Welt in ihn einströmen.
[ 19 ] Siebentens: Ist das erreicht, dann muß man auch noch diese eine Vorstellung fallen lassen, und doch bewußt bleiben mit seiner ganzen Seele. Man behält die Form des Vorstellens bei, ohne einen Inhalt. Damit hat der Schüler die höchste Stufe, Samadhi, erreicht, das völlige Aufgehen in einen Gedanken. Jetzt kann die geistige Welt in ihn einströmen.
[ 20 ] Durch die indische Yogaschulung gelangt man in der okkulten Entwickelung zur selben Stufe, wie durch den christlich-gnostischen Weg. Noch heute gibt es Menschen, welche den christlich-gnostischen Weg gehen. In diesem unterscheidet man sieben Stationen.
[ 20 ] Durch die indische Yogaschulung gelangt man in der okkulten Entwickelung zur selben Stufe, wie durch den christlich-gnostischen Weg. Noch heute gibt es Menschen, welche den christlich-gnostischen Weg gehen. In diesem unterscheidet man sieben Stationen.
[ 21 ] Erstens: Die Fußwaschung. Der Schüler hat durch eine lange Zeit ein ganz bestimmtes Gefühl auszubilden, und dieses hat in der Seele zu leben: klar werden muß ihm das Gesetz, daß kein Aufstieg des einen ohne ein Hinunterstoßen des anderen möglich ist. Für einen Eingeweihten gibt es soundso viele Verbrecher. Wenn einer sich mehr Wissen und Erkenntnis erringt, ist es darum seine erste Pflicht, sich hinunterzuneigen und die anderen nachzuziehen. Wie beim Menschen, so ist es in der Natur. Die Pflanze hätte zur Erde zu sprechen: Du leblose Erde, in Demut — das muß die Grundstimmung des Schülers sein — neige ich mich zu dir, denn dir verdanke ich mein Sein. — Christus selbst gibt uns in der Fußwaschung ein Beispiel dafür, indem er uns das Gefühl der innersten Demut darin vor Augen führt. Bildet der Schüler dieses Gefühl in sich aus, dann treten zwei Erlebnisse bei ihm auf, ein äußeres Symptom und ein inneres astrales Erlebnis. Das äußere Symptom ist: der Schüler hat die ganz bestimmte Empfindung, wie wenn Wasser seine Füße umspült; er nimmt den Zustand einer Fußwaschung wahr. Innerlich erlebt der christliche Schüler das Bild davon als eine reale Vision.
[ 21 ] Erstens: Die Fußwaschung. Der Schüler hat durch eine lange Zeit ein ganz bestimmtes Gefühl auszubilden, und dieses hat in der Seele zu leben: klar werden muß ihm das Gesetz, daß kein Aufstieg des einen ohne ein Hinunterstoßen des anderen möglich ist. Für einen Eingeweihten gibt es soundso viele Verbrecher. Wenn einer sich mehr Wissen und Erkenntnis erringt, ist es darum seine erste Pflicht, sich hinunterzuneigen und die anderen nachzuziehen. Wie beim Menschen, so ist es in der Natur. Die Pflanze hätte zur Erde zu sprechen: Du leblose Erde, in Demut — das muß die Grundstimmung des Schülers sein — neige ich mich zu dir, denn dir verdanke ich mein Sein. — Christus selbst gibt uns in der Fußwaschung ein Beispiel dafür, indem er uns das Gefühl der innersten Demut darin vor Augen führt. Bildet der Schüler dieses Gefühl in sich aus, dann treten zwei Erlebnisse bei ihm auf, ein äußeres Symptom und ein inneres astrales Erlebnis. Das äußere Symptom ist: der Schüler hat die ganz bestimmte Empfindung, wie wenn Wasser seine Füße umspült; er nimmt den Zustand einer Fußwaschung wahr. Innerlich erlebt der christliche Schüler das Bild davon als eine reale Vision.
[ 22 ] Zweitens: Die Geißelung. An den Menschen treten heran Schmerzen und Qualen, die ihn niederdrücken wollen. Er muß sich sagen: All das mußt du aufrecht ertragen lernen. Wenn das lange genug geübt ist, treten wieder zwei Symptome auf. Das äußere: stechende Schmerzen am ganzen Leibe, wie von einer Geißelung herrührend. Es ist ein Beweis dafür, daß die Übung bis in den Ätherleib gewirkt hat. Das innere, astrale Erlebnis ist das Bild der Geißelung.
[ 22 ] Zweitens: Die Geißelung. An den Menschen treten heran Schmerzen und Qualen, die ihn niederdrücken wollen. Er muß sich sagen: All das mußt du aufrecht ertragen lernen. Wenn das lange genug geübt ist, treten wieder zwei Symptome auf. Das äußere: stechende Schmerzen am ganzen Leibe, wie von einer Geißelung herrührend. Es ist ein Beweis dafür, daß die Übung bis in den Ätherleib gewirkt hat. Das innere, astrale Erlebnis ist das Bild der Geißelung.
[ 23 ] Drittens: Die Dornenkrönung. Der Schüler muß den Hohn und Spott ertragen lernen, mit dem sein Allerheiligstes überschüttet wird. Kopfschmerzen von wochenlanger Dauer sind das äußere Symptom dafür, innerlich ist es das astrale Bild der eigenen Dornenkrönung.
[ 23 ] Drittens: Die Dornenkrönung. Der Schüler muß den Hohn und Spott ertragen lernen, mit dem sein Allerheiligstes überschüttet wird. Kopfschmerzen von wochenlanger Dauer sind das äußere Symptom dafür, innerlich ist es das astrale Bild der eigenen Dornenkrönung.
[ 24 ] Viertens: Die Kreuztragung und Kreuzigung. Der eigene Leib wird etwas Fremdes. Er wird wie ein Stück Holz, wie das Kreuz, das Christus trug. Das Persönliche muß vollständig schwinden. Frei werden von seinem Leibe, ganz frei muß der Schüler werden. Innerlich erlebt er das Bild der Kreuzigung, äußerlich erscheinen die Stigmata an den Stellen der Wundmale Christi. Die Seitenwunde erscheint an der rechten Seite der Brust.
[ 24 ] Viertens: Die Kreuztragung und Kreuzigung. Der eigene Leib wird etwas Fremdes. Er wird wie ein Stück Holz, wie das Kreuz, das Christus trug. Das Persönliche muß vollständig schwinden. Frei werden von seinem Leibe, ganz frei muß der Schüler werden. Innerlich erlebt er das Bild der Kreuzigung, äußerlich erscheinen die Stigmata an den Stellen der Wundmale Christi. Die Seitenwunde erscheint an der rechten Seite der Brust.
[ 25 ] Fünftens: Der mystische Tod. Ein hohes Erlebnis, eine sehr hohe Stufe ist dieses, die Erfahrung eine äußerst bedeutungsvolle. Die Erkenntnis tritt auf: das Anschauen der Dinge war alles Illusion. Furchtbare Finsternis ergießt sich in den Raum, die ganze Welt versinkt. Man lernt nur eines kennen: die wahre Gestalt alles Bösen, all der Qualen und Leiden dieser Welt. Das ist der Abstieg zur Hölle. Hat man das erschöpfend durchgemacht, so kommt der Moment, wo der Vorhang zerreißt. Man sieht nun eine neue Gestalt der Welt, sieht die Welt von der anderen Seite.
[ 25 ] Fünftens: Der mystische Tod. Ein hohes Erlebnis, eine sehr hohe Stufe ist dieses, die Erfahrung eine äußerst bedeutungsvolle. Die Erkenntnis tritt auf: das Anschauen der Dinge war alles Illusion. Furchtbare Finsternis ergießt sich in den Raum, die ganze Welt versinkt. Man lernt nur eines kennen: die wahre Gestalt alles Bösen, all der Qualen und Leiden dieser Welt. Das ist der Abstieg zur Hölle. Hat man das erschöpfend durchgemacht, so kommt der Moment, wo der Vorhang zerreißt. Man sieht nun eine neue Gestalt der Welt, sieht die Welt von der anderen Seite.
[ 26 ] Sechstens: Die Grablegung. Alles auf der Welt wird für den Schüler so, wie zu seinem eigenen Leibe gehörend. Er wird eins mit der Erde, die ganze Erde wird der Leib, den man hat. Man wird in die Erde hineingelegt, und die Erde deckt einen zu.
[ 26 ] Sechstens: Die Grablegung. Alles auf der Welt wird für den Schüler so, wie zu seinem eigenen Leibe gehörend. Er wird eins mit der Erde, die ganze Erde wird der Leib, den man hat. Man wird in die Erde hineingelegt, und die Erde deckt einen zu.
[ 27 ] Siebentens: Auferstehung und Himmelfahrt. Dieser Aufstieg kann nicht mehr beschrieben werden mit Worten der menschlichen Sprache und in seiner Glorie kaum geahnt werden.
[ 27 ] Siebentens: Auferstehung und Himmelfahrt. Dieser Aufstieg kann nicht mehr beschrieben werden mit Worten der menschlichen Sprache und in seiner Glorie kaum geahnt werden.
[ 28 ] Nun wollen wir heute nur noch das Schema der dritten Einweihungsart geben, der christlich-rosenkreuzerischen Schulung, die für den modernen Menschen die günstigste ist. Dann erst, wenn wir auch diese Art erfaßt haben, können wir begreifen, was bei der Einweihung im Menschen vorgeht, und was Johannes, besser gesagt der Schreiber des Johannes-Evangeliums, beschreibt. Auch der rosenkreuzerische Weg hat sieben Stufen:
[ 28 ] Nun wollen wir heute nur noch das Schema der dritten Einweihungsart geben, der christlich-rosenkreuzerischen Schulung, die für den modernen Menschen die günstigste ist. Dann erst, wenn wir auch diese Art erfaßt haben, können wir begreifen, was bei der Einweihung im Menschen vorgeht, und was Johannes, besser gesagt der Schreiber des Johannes-Evangeliums, beschreibt. Auch der rosenkreuzerische Weg hat sieben Stufen:
Erstens: Studium.
Zweitens: Imagination.
Drittens: Erlernen der okkulten Schrift.
Viertens: Lebensrhythmus.
Fünftens: Entsprechen von Mikrokosmos und Makrokosmos.
Sechstens: Kontemplation, innere religiöse Beschauung in dem Makrokosmos.
Siebentens: Gottseligkeit.
Erstens: Studium.
Zweitens: Imagination.
Drittens: Erlernen der okkulten Schrift.
Viertens: Lebensrhythmus.
Fünftens: Entsprechen von Mikrokosmos und Makrokosmos.
Sechstens: Kontemplation, innere religiöse Beschauung in dem Makrokosmos.
Siebentens: Gottseligkeit.
[ 29 ] Das ist der dritte Weg, um auf den Bergesgipfel hinaufzukommen. Ein reales Ereignis, das Sie im Johannes-Evangelium beschrieben finden, ist das Herabfahren des Geistes als Taube auf Jesus. Damit ist zugleich die höhere Geburt gemeint, wo das empfangen wird, was man den Menschensohn nennt. Das Johannes-Evangelium 1, 18, birgt noch etwas Geheimnisvolles: «Gott hat niemand bisher mit Augen geschaut. Der eingeborene Sohn, welcher im Inneren des Weltenvaters ist, er ist der Führer zu diesem Schauen geworden.» Das ist wörtlich zu nehmen. Das Johannes-Evangelium enthält den Niederschlag astralischer Schrift. Sie wissen, auf dem Astralplan zeigt sich alles umgekehrt, darum müssen Sie umgekehrt lesen lernen.
[ 29 ] Das ist der dritte Weg, um auf den Bergesgipfel hinaufzukommen. Ein reales Ereignis, das Sie im Johannes-Evangelium beschrieben finden, ist das Herabfahren des Geistes als Taube auf Jesus. Damit ist zugleich die höhere Geburt gemeint, wo das empfangen wird, was man den Menschensohn nennt. Das Johannes-Evangelium 1, 18, birgt noch etwas Geheimnisvolles: «Gott hat niemand bisher mit Augen geschaut. Der eingeborene Sohn, welcher im Inneren des Weltenvaters ist, er ist der Führer zu diesem Schauen geworden.» Das ist wörtlich zu nehmen. Das Johannes-Evangelium enthält den Niederschlag astralischer Schrift. Sie wissen, auf dem Astralplan zeigt sich alles umgekehrt, darum müssen Sie umgekehrt lesen lernen.
