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At the Gates of Theosophy
GA 95

23 August 1906, Stuttgart

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Zweiter Vortrag

Zweiter Vortrag

[ 1 ] Wenn man von den Erkenntnissen höherer Daseinsgebiete spricht, von denen die Eingeweihten wissen, die aber dem gewöhnlichen Menschen heute noch nicht zugänglich sind, dann wird gegenüber diesem Besprechen übersinnlicher Tatsachen oft ein naheliegender Einwand gemacht. Er heißt: Was erzählt ihr, die ihr vorgebt, ein höheres Wissen zu besitzen, uns von höheren Welten? Was hat das für eine Bedeutung für uns, die wir doch selbst nicht in übersinnliche Welten hineinschauen können? | Darauf erwidere ich mit den schönen Worten einer jungen Zeitgenossin, die durch ihr Schicksal in den weitesten Kreisen bekanntgeworden ist: Helen Keller. Sie wurde im zweiten Lebensjahre blind und taub. Im siebenten Jahre war dieses Menschenkind noch immer wie eine Art Tier. Da fand sich eine liebevolle Seele, eine geniale Lehrerin, und heute, im sechsundzwanzigsten Lebensjahre, gehört Helen Keller wohl zu den Gebildetsten ihres Volkes. Sie ist eingedrungen in die Wissenschaften und hat eine erstaunliche Belesenheit; sie ist vertraut nicht nur mit den klassischen und modernen Dichtern, sondern sie kennt auch und studiert die Philosophen, wie Plato, Spinoza und so weiter. Und sie, der die Welt des Lichtes und der Töne verschlossen ist für immer, hegt einen ergreifenden Lebensmut und innige Freude über die Schönheit und Herrlichkeit der Welt. Einige Sätze aus ihrem Buch über «Optimismus» schreiben sich uns fest in die Seele. Sie sagt: Oh, es lagerte sich um mich herum durch Jahre Nacht und Finsternis, und es hat sich eine Seele gefunden, die mich gelehrt hat, und an Stelle von Nacht und Finsternis trat Friede und Hoffnung. - Eine andere Stelle: Ich habe mir durch Denken und Empfinden den Himmel erobert. Eines nur konnte dieser Seele gegeben werden — nicht Gesicht oder Gehör, die Sinneswelt bleibt ihr verschlossen, nur durch Kunde anderer Menschen dringt sie zu ihr —, aber die erhabenen Gedanken der großen Genien sind in ihre Seele geflossen, und durch die Kunde der Wissenden hat sie Anteil an einer Welt, die Sie alle kennen.

[ 1 ] Wenn man von den Erkenntnissen höherer Daseinsgebiete spricht, von denen die Eingeweihten wissen, die aber dem gewöhnlichen Menschen heute noch nicht zugänglich sind, dann wird gegenüber diesem Besprechen übersinnlicher Tatsachen oft ein naheliegender Einwand gemacht. Er heißt: Was erzählt ihr, die ihr vorgebt, ein höheres Wissen zu besitzen, uns von höheren Welten? Was hat das für eine Bedeutung für uns, die wir doch selbst nicht in übersinnliche Welten hineinschauen können? | Darauf erwidere ich mit den schönen Worten einer jungen Zeitgenossin, die durch ihr Schicksal in den weitesten Kreisen bekanntgeworden ist: Helen Keller. Sie wurde im zweiten Lebensjahre blind und taub. Im siebenten Jahre war dieses Menschenkind noch immer wie eine Art Tier. Da fand sich eine liebevolle Seele, eine geniale Lehrerin, und heute, im sechsundzwanzigsten Lebensjahre, gehört Helen Keller wohl zu den Gebildetsten ihres Volkes. Sie ist eingedrungen in die Wissenschaften und hat eine erstaunliche Belesenheit; sie ist vertraut nicht nur mit den klassischen und modernen Dichtern, sondern sie kennt auch und studiert die Philosophen, wie Plato, Spinoza und so weiter. Und sie, der die Welt des Lichtes und der Töne verschlossen ist für immer, hegt einen ergreifenden Lebensmut und innige Freude über die Schönheit und Herrlichkeit der Welt. Einige Sätze aus ihrem Buch über «Optimismus» schreiben sich uns fest in die Seele. Sie sagt: Oh, es lagerte sich um mich herum durch Jahre Nacht und Finsternis, und es hat sich eine Seele gefunden, die mich gelehrt hat, und an Stelle von Nacht und Finsternis trat Friede und Hoffnung. - Eine andere Stelle: Ich habe mir durch Denken und Empfinden den Himmel erobert. Eines nur konnte dieser Seele gegeben werden — nicht Gesicht oder Gehör, die Sinneswelt bleibt ihr verschlossen, nur durch Kunde anderer Menschen dringt sie zu ihr —, aber die erhabenen Gedanken der großen Genien sind in ihre Seele geflossen, und durch die Kunde der Wissenden hat sie Anteil an einer Welt, die Sie alle kennen.

[ 2 ] Das ist die Situation dessen, der nur durch die Mitteilungen anderer von höheren Welten hört und selbst nicht hineinschauen kann in diese höheren Welten. Solch ein Vergleich lehrt die Bedeutsamkeit der Mitteilungen aus höheren Welten, wenn man sie auch noch nicht selbst schauen kann. Aber noch etwas anderes steht vor unserer Seele. Helen Keller muß sich sagen: Niemals werde ich die Welt selbst schauen. — Jeder Mensch aber kann sich sagen: Auch ich werde die höheren Welten schauen, wenn meine Geistesaugen geöffnet werden. — Die geistigen Augen und Ohren der Seele sind für jeden operierbar, wenn er nur die nötige Geduld und Ausdauer hat.

[ 2 ] Das ist die Situation dessen, der nur durch die Mitteilungen anderer von höheren Welten hört und selbst nicht hineinschauen kann in diese höheren Welten. Solch ein Vergleich lehrt die Bedeutsamkeit der Mitteilungen aus höheren Welten, wenn man sie auch noch nicht selbst schauen kann. Aber noch etwas anderes steht vor unserer Seele. Helen Keller muß sich sagen: Niemals werde ich die Welt selbst schauen. — Jeder Mensch aber kann sich sagen: Auch ich werde die höheren Welten schauen, wenn meine Geistesaugen geöffnet werden. — Die geistigen Augen und Ohren der Seele sind für jeden operierbar, wenn er nur die nötige Geduld und Ausdauer hat.

[ 3 ] Wie lange dauert es denn, bis ich einen Einblick gewinne? - so fragen wieder andere. Da hat der bedeutende Denker Subba Row eine schöne Antwort gegeben. Er sagt: Der eine erreicht es in siebzig Inkarnationen, der andere in sieben Inkarnationen, der eine in siebzig Jahren, der andere in sieben Jahren, ein anderer in sieben Monaten, in sieben Wochen, in sieben Tagen, in sieben Stunden. — Oder die höhere Erkenntnis kommt, wie die Bibel sagt, «wie ein Dieb in der Nacht». Jedes geistige Auge kann geöffnet werden, wenn der Mensch nur die nötige Energie und Geduld hat. Darum kann jeder Freude und Hoffnung schöpfen aus den Mitteilungen anderer, denn was wir hören über die höheren Welten, sind keine Theorien, ist nicht etwas, was ohne Beziehung zu unserem Leben steht. Es ist etwas, was uns zwei Dinge als Früchte bringt, die wir haben müssen im Leben, wenn wir es richtig ergreifen wollen: Kraft und Sicherheit. Und beides gewinnen wir im vollsten Umfange: Kraft aus den Impulsen der höheren Welten, Sicherheit, wenn wir das Woher und Wohin des Menschen wissen, wenn uns bewußt wird, daß wir sichtbar ein Geschöpf der unsichtbaren Welt sind. Aber nur der kennt recht die sichtbare Welt, der auch von den zwei anderen Welten weiß.

[ 3 ] Wie lange dauert es denn, bis ich einen Einblick gewinne? - so fragen wieder andere. Da hat der bedeutende Denker Subba Row eine schöne Antwort gegeben. Er sagt: Der eine erreicht es in siebzig Inkarnationen, der andere in sieben Inkarnationen, der eine in siebzig Jahren, der andere in sieben Jahren, ein anderer in sieben Monaten, in sieben Wochen, in sieben Tagen, in sieben Stunden. — Oder die höhere Erkenntnis kommt, wie die Bibel sagt, «wie ein Dieb in der Nacht». Jedes geistige Auge kann geöffnet werden, wenn der Mensch nur die nötige Energie und Geduld hat. Darum kann jeder Freude und Hoffnung schöpfen aus den Mitteilungen anderer, denn was wir hören über die höheren Welten, sind keine Theorien, ist nicht etwas, was ohne Beziehung zu unserem Leben steht. Es ist etwas, was uns zwei Dinge als Früchte bringt, die wir haben müssen im Leben, wenn wir es richtig ergreifen wollen: Kraft und Sicherheit. Und beides gewinnen wir im vollsten Umfange: Kraft aus den Impulsen der höheren Welten, Sicherheit, wenn wir das Woher und Wohin des Menschen wissen, wenn uns bewußt wird, daß wir sichtbar ein Geschöpf der unsichtbaren Welt sind. Aber nur der kennt recht die sichtbare Welt, der auch von den zwei anderen Welten weiß.

[ 4 ] Die drei Welten sind:

[ 4 ] Die drei Welten sind:

1. die physische Welt, der Schauplatz aller Menschen
2. die astralische oder seelische Welt
3. die devachanische oder geistige Welt.

1. die physische Welt, der Schauplatz aller Menschen
2. die astralische oder seelische Welt
3. die devachanische oder geistige Welt.

[ 5 ] Diese drei Welten sind räumlich voneinander nicht getrennt. Es umgeben uns die Dinge der physischen Welt, die wir mit den äußeren Sinnesorganen wahrnehmen; aber in demselben Raume mit uns ist auch die astralische Welt. Ebenso wie in der physischen Welt leben wir auch zugleich in den beiden anderen Welten, in der astralischen und in der devachanischen Welt. Überall, wo wir sind, sind auch die drei Welten. Wir sehen die höheren Welten nur noch nicht, gleich dem Blinden, der die physische Welt nicht sieht. Aber wenn die Seelensinne dem Menschen geöffnet werden, dann tritt die neue Welt mit den neuen Eigenschaften und den neuen Wesenheiten für ihn hervor. Bekommt er neue Sinne, bekommt er auch neue Dinge.

[ 5 ] Diese drei Welten sind räumlich voneinander nicht getrennt. Es umgeben uns die Dinge der physischen Welt, die wir mit den äußeren Sinnesorganen wahrnehmen; aber in demselben Raume mit uns ist auch die astralische Welt. Ebenso wie in der physischen Welt leben wir auch zugleich in den beiden anderen Welten, in der astralischen und in der devachanischen Welt. Überall, wo wir sind, sind auch die drei Welten. Wir sehen die höheren Welten nur noch nicht, gleich dem Blinden, der die physische Welt nicht sieht. Aber wenn die Seelensinne dem Menschen geöffnet werden, dann tritt die neue Welt mit den neuen Eigenschaften und den neuen Wesenheiten für ihn hervor. Bekommt er neue Sinne, bekommt er auch neue Dinge.

[ 6 ] Wenn wir nun zu einer näheren Betrachtung dieser drei Welten schreiten, so können wir sagen: Die physische Welt ist nicht besonders zu charakterisieren. Jeder kennt sie, und jeder lernt die physischen Gesetze, die darin gelten, kennen.

[ 6 ] Wenn wir nun zu einer näheren Betrachtung dieser drei Welten schreiten, so können wir sagen: Die physische Welt ist nicht besonders zu charakterisieren. Jeder kennt sie, und jeder lernt die physischen Gesetze, die darin gelten, kennen.

[ 7 ] Die Astralwelt lernt er kennen nach dem Tode, oder er lebt jetzt darin als Eingeweihter. Der Schüler, dessen Sinne für die Astralwelt geöffnet werden, ist zunächst in einer Verwirrung, denn was dort auftaucht, ist mit nichts in der physischen Welt recht zu vergleichen. Man muß viele Dinge ganz neu lernen. Die Astralwelt charakterisiert sich durch eine Reihe von Eigenschaften. Eine verwirrende Eigenschaft ist vor allem für den Schüler, daß ihm alle Dinge verkehrt, sozusagen im Spiegelbilde erscheinen, so daß er sich gewöhnen muß, sie ganz anders anzusehen. Er muß zum Beispiel lernen, Zahlen von rückwärts nach vorwärts zu lesen. Wir sind gewohnt, eine Zahl so zu lesen, daß, wenn dasteht 3, 4, 5, wir 345 lesen; in der Astralwelt müssen wir umgekehrt, 543 lesen. Alles kehrt sich zum Spiegelbild um. Das ist sehr wichtig zu wissen. Das trifft auch für höhere Dinge, zum Beispiel moralische Dinge zu, auch solche erscheinen im Spiegelbild. Das begreifen die Leute zunächst nicht recht. Viele Menschen heutzutage klagen, daß sie sich umgeben sehen von bösartigen schwarzen Gestalten, die sie bedrohen und beängstigen und dergleichen. Das ist eine Erscheinung, die heute schon sehr viele Menschen befällt und über die die meisten gar nicht Bescheid wissen. In vielen Fällen verhält es sich nun so: Es sind das die eigenen Triebe, Begierden und Leidenschaften, die im Menschen leben, und zwar in dem, was wir den Astralkörper nennen. Der gewöhnliche Mensch sieht ja nicht seine eigenen Leidenschaften, aber durch besondere Vorgänge in der Seele und im Gehirn kann der Fall eintreten, daß sie ihm sichtbar werden; nur erscheinen sie ihm dann wie im Spiegelbild. Wie einer, der in den Spiegel schaut und rund um sich die Gegenstände sieht, so erblickt er rund um sich die Spiegelbilder seiner eigenen Triebe und so weiter. Alles, was aus ihm herausströmt, sieht er dann auf sich einströmen. Eine andere Erscheinung ist, daß die Zeit und die Ereignisse nach rückwärts gehen. Zum Beispiel sehen wir im Physischen zuerst die Henne und dann das Ei. Im Astralischen sieht man umgekehrt erst das Ei und dann die Henne, welche das Ei gelegt hat. Im Astralen bewegt sich die Zeit zurück; erst sieht man die Wirkung und dann die Ursache. Daher der prophetische Blick; niemand könnte künftige Ereignisse voraussehen ohne dieses Rückwärtsgehen von Zeitereignissen.

[ 7 ] Die Astralwelt lernt er kennen nach dem Tode, oder er lebt jetzt darin als Eingeweihter. Der Schüler, dessen Sinne für die Astralwelt geöffnet werden, ist zunächst in einer Verwirrung, denn was dort auftaucht, ist mit nichts in der physischen Welt recht zu vergleichen. Man muß viele Dinge ganz neu lernen. Die Astralwelt charakterisiert sich durch eine Reihe von Eigenschaften. Eine verwirrende Eigenschaft ist vor allem für den Schüler, daß ihm alle Dinge verkehrt, sozusagen im Spiegelbilde erscheinen, so daß er sich gewöhnen muß, sie ganz anders anzusehen. Er muß zum Beispiel lernen, Zahlen von rückwärts nach vorwärts zu lesen. Wir sind gewohnt, eine Zahl so zu lesen, daß, wenn dasteht 3, 4, 5, wir 345 lesen; in der Astralwelt müssen wir umgekehrt, 543 lesen. Alles kehrt sich zum Spiegelbild um. Das ist sehr wichtig zu wissen. Das trifft auch für höhere Dinge, zum Beispiel moralische Dinge zu, auch solche erscheinen im Spiegelbild. Das begreifen die Leute zunächst nicht recht. Viele Menschen heutzutage klagen, daß sie sich umgeben sehen von bösartigen schwarzen Gestalten, die sie bedrohen und beängstigen und dergleichen. Das ist eine Erscheinung, die heute schon sehr viele Menschen befällt und über die die meisten gar nicht Bescheid wissen. In vielen Fällen verhält es sich nun so: Es sind das die eigenen Triebe, Begierden und Leidenschaften, die im Menschen leben, und zwar in dem, was wir den Astralkörper nennen. Der gewöhnliche Mensch sieht ja nicht seine eigenen Leidenschaften, aber durch besondere Vorgänge in der Seele und im Gehirn kann der Fall eintreten, daß sie ihm sichtbar werden; nur erscheinen sie ihm dann wie im Spiegelbild. Wie einer, der in den Spiegel schaut und rund um sich die Gegenstände sieht, so erblickt er rund um sich die Spiegelbilder seiner eigenen Triebe und so weiter. Alles, was aus ihm herausströmt, sieht er dann auf sich einströmen. Eine andere Erscheinung ist, daß die Zeit und die Ereignisse nach rückwärts gehen. Zum Beispiel sehen wir im Physischen zuerst die Henne und dann das Ei. Im Astralischen sieht man umgekehrt erst das Ei und dann die Henne, welche das Ei gelegt hat. Im Astralen bewegt sich die Zeit zurück; erst sieht man die Wirkung und dann die Ursache. Daher der prophetische Blick; niemand könnte künftige Ereignisse voraussehen ohne dieses Rückwärtsgehen von Zeitereignissen.

[ 8 ] Es ist nicht wertlos, diese Eigentümlichkeiten der Astralwelt kennenzulernen. Viele Mythen und Sagen aller Völker haben sich mit wunderbarer Weisheit damit beschäftigt, zum Beispiel die Sage vom Herkules auf dem Scheidewege. Es wird gesagt, daß er sich einst hingestellt fühlte vor zwei weibliche Gestalten, die eine schön und verlockend; sie versprach ihm Lust, Glück und Seligkeit, die zweite einfach und ernst, von Mühsal, schwerer Arbeit und Entsagung sprechend. Die beiden Gestalten sind das Laster und die Tugend. Diese Sage sagt uns richtig, wie im Astralen des Herkules eigene zwei Naturen vor ihn treten, die eine, die ihn zum Bösen, die andere Natur, die ihn zum Guten drängt. Und diese erscheinen im Spiegelbilde als zwei Frauengestalten mit entgegengesetzten Eigenschaften: das Laster schön, üppig, bestrickend, die Tugend häßlich und abstoßend. Ein jedes Bild erscheint im Astralen umgekehrt.

[ 8 ] Es ist nicht wertlos, diese Eigentümlichkeiten der Astralwelt kennenzulernen. Viele Mythen und Sagen aller Völker haben sich mit wunderbarer Weisheit damit beschäftigt, zum Beispiel die Sage vom Herkules auf dem Scheidewege. Es wird gesagt, daß er sich einst hingestellt fühlte vor zwei weibliche Gestalten, die eine schön und verlockend; sie versprach ihm Lust, Glück und Seligkeit, die zweite einfach und ernst, von Mühsal, schwerer Arbeit und Entsagung sprechend. Die beiden Gestalten sind das Laster und die Tugend. Diese Sage sagt uns richtig, wie im Astralen des Herkules eigene zwei Naturen vor ihn treten, die eine, die ihn zum Bösen, die andere Natur, die ihn zum Guten drängt. Und diese erscheinen im Spiegelbilde als zwei Frauengestalten mit entgegengesetzten Eigenschaften: das Laster schön, üppig, bestrickend, die Tugend häßlich und abstoßend. Ein jedes Bild erscheint im Astralen umgekehrt.

[ 9 ] Die Gelehrten schreiben solche Sagen dem Volksgeist zu. Dies ist nicht wahr. Auch nicht zufällig sind diese Sagen entstanden. Die großen Eingeweihten haben sie nach ihrer Weisheit geformt und den Menschen mitgeteilt. Alle Sagen, Mythen, alle Religionen, alle Volksdichtungen dienen zur Lösung der Welträtsel und beruhen auf Eingebungen der Eingeweihten.

[ 9 ] Die Gelehrten schreiben solche Sagen dem Volksgeist zu. Dies ist nicht wahr. Auch nicht zufällig sind diese Sagen entstanden. Die großen Eingeweihten haben sie nach ihrer Weisheit geformt und den Menschen mitgeteilt. Alle Sagen, Mythen, alle Religionen, alle Volksdichtungen dienen zur Lösung der Welträtsel und beruhen auf Eingebungen der Eingeweihten.

[ 10 ] Die Erkenntnisse der höheren Welten bringen uns Impulse und Kräfte zum Leben, und durch sie wird eine Begründung der Moral erlangt. Schopenhauer sagt: «Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer.» Ohne eine wirkliche Begründung jedoch wird man sich die Moral nie wirklich zu eigen machen.

[ 10 ] Die Erkenntnisse der höheren Welten bringen uns Impulse und Kräfte zum Leben, und durch sie wird eine Begründung der Moral erlangt. Schopenhauer sagt: «Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer.» Ohne eine wirkliche Begründung jedoch wird man sich die Moral nie wirklich zu eigen machen.

[ 11 ] Viele Menschen sagen: Was sollen uns die Erkenntnisse höherer Welten, wenn wir nur gute Menschen werden und moralische Prinzipien haben! - Aber auf die Dauer werden keine Moralpredigten eine Wirkung haben, wohl aber wird die Erkenntnis der Wahrheit die richtige Moral begründen. Der Moralprediger gleicht dem Menschen, der dem Ofen seine Pflichten vom Heizen und Wärmen vorpredigt, ihm aber keine Kohlen gibt. Will man Moral begründen, muß man der Seele «Heizmaterial» geben, und das geschieht nur durch die Erkenntnis der Wahrheit.

[ 11 ] Viele Menschen sagen: Was sollen uns die Erkenntnisse höherer Welten, wenn wir nur gute Menschen werden und moralische Prinzipien haben! - Aber auf die Dauer werden keine Moralpredigten eine Wirkung haben, wohl aber wird die Erkenntnis der Wahrheit die richtige Moral begründen. Der Moralprediger gleicht dem Menschen, der dem Ofen seine Pflichten vom Heizen und Wärmen vorpredigt, ihm aber keine Kohlen gibt. Will man Moral begründen, muß man der Seele «Heizmaterial» geben, und das geschieht nur durch die Erkenntnis der Wahrheit.

[ 12 ] Es gibt einen Satz im Okkultismus, der jetzt bekannt werden kann: Jede Lüge ist in der Astralwelt ein Mord! - Das ist ein sehr bedeutungsvoller Satz, dessen Wichtigkeit nur der einsieht, der Erkenntnis der höheren Welten hat. Wie leichthin sprechen die Menschen: Ach, das ist ja nur ein Gedanke, ein Gefühl, das bleibt in der Seele; eine Ohrfeige darf ich nicht geben, aber ein schlechter Gedanke, der schadet nichts. — Es gibt kein unwahreres Sprichwort als: Gedanken sind zollfrei, - denn jeder Gedanke, jedes Gefühl ist eine Wirklichkeit, und wenn ich denke, einer sei ein schlechter Mensch oder ich liebe ihn nicht, so ist das für den, der in die Astralwelt hineinschauen kann, wie ein Pfeil, wie ein Blitz, der sich wie eine Flintenkugel gegen den Astralleib des anderen bewegt und ihn schädigt. Jedes Gefühl, jeder Gedanke ist eine Wesenheit, eine Form in der Astralwelt, und für den, der Einblick hat in diese Welt, ist es oft viel schlimmer, mit anzusehen, wenn einer einen schlechten Gedanken über seinen Mitmenschen hat, als wenn er ihn physisch schädigt. Macht man diese Wahrheit bekannt, so heißt das Moral begründen, nicht predigen. Sagt man über einen Menschen die Wahrheit, so bildet sich eine Gedankenform, die der Seher nach Form und Farbe erkennen kann und die das Leben des Nächsten verstärkt. Der Gedanke, der eine Wahrheit enthält, geht auf die Wesenheit hin, auf die er sich bezieht, und fördert und belebt sie. Wenn ich also eine Wahrheit denke über meinen Mitmenschen, so stärke ich sein Leben; sage ich eine Lüge über ihn, so ströme ich eine feindliche Kraft auf ihn, die zerstörend, ja tötend wirkt. Daher ist jede Lüge ein Mord. Jede Wahrheit bildet ein lebenförderndes Element, jede Lüge ein lebenhemmendes Element. Wer das weiß, der wird sich mehr in acht nehmen in bezug auf Wahrheit und Lüge als jener, dem man nur predigt, man solle nur immer hübsch die Wahrheit sagen.

[ 12 ] Es gibt einen Satz im Okkultismus, der jetzt bekannt werden kann: Jede Lüge ist in der Astralwelt ein Mord! - Das ist ein sehr bedeutungsvoller Satz, dessen Wichtigkeit nur der einsieht, der Erkenntnis der höheren Welten hat. Wie leichthin sprechen die Menschen: Ach, das ist ja nur ein Gedanke, ein Gefühl, das bleibt in der Seele; eine Ohrfeige darf ich nicht geben, aber ein schlechter Gedanke, der schadet nichts. — Es gibt kein unwahreres Sprichwort als: Gedanken sind zollfrei, - denn jeder Gedanke, jedes Gefühl ist eine Wirklichkeit, und wenn ich denke, einer sei ein schlechter Mensch oder ich liebe ihn nicht, so ist das für den, der in die Astralwelt hineinschauen kann, wie ein Pfeil, wie ein Blitz, der sich wie eine Flintenkugel gegen den Astralleib des anderen bewegt und ihn schädigt. Jedes Gefühl, jeder Gedanke ist eine Wesenheit, eine Form in der Astralwelt, und für den, der Einblick hat in diese Welt, ist es oft viel schlimmer, mit anzusehen, wenn einer einen schlechten Gedanken über seinen Mitmenschen hat, als wenn er ihn physisch schädigt. Macht man diese Wahrheit bekannt, so heißt das Moral begründen, nicht predigen. Sagt man über einen Menschen die Wahrheit, so bildet sich eine Gedankenform, die der Seher nach Form und Farbe erkennen kann und die das Leben des Nächsten verstärkt. Der Gedanke, der eine Wahrheit enthält, geht auf die Wesenheit hin, auf die er sich bezieht, und fördert und belebt sie. Wenn ich also eine Wahrheit denke über meinen Mitmenschen, so stärke ich sein Leben; sage ich eine Lüge über ihn, so ströme ich eine feindliche Kraft auf ihn, die zerstörend, ja tötend wirkt. Daher ist jede Lüge ein Mord. Jede Wahrheit bildet ein lebenförderndes Element, jede Lüge ein lebenhemmendes Element. Wer das weiß, der wird sich mehr in acht nehmen in bezug auf Wahrheit und Lüge als jener, dem man nur predigt, man solle nur immer hübsch die Wahrheit sagen.

[ 13 ] Die Astralwelt ist in der Hauptsache aus Formen und Farben zusammengesetzt. Solche gibt es auch in der physischen Welt; wir sind aber gewohnt, auf dem physischen Plan die Farben immer mit einem Gegenstand verbunden zu sehen. In der astralen Welt schwebt diese Farbe wie ein Flammenbild frei in der Luft. Es gibt eine Erscheinung der physischen Welt, die an diese schwebenden Farben erinnert, das ist der Regenbogen. Aber die astralischen Farbenbilder sind frei im Raum beweglich, sie vibrieren wie eine Flut von Farben, ein Farbenmeer in immer wechselnden, verschiedenartigen Linien und Formen.

[ 13 ] Die Astralwelt ist in der Hauptsache aus Formen und Farben zusammengesetzt. Solche gibt es auch in der physischen Welt; wir sind aber gewohnt, auf dem physischen Plan die Farben immer mit einem Gegenstand verbunden zu sehen. In der astralen Welt schwebt diese Farbe wie ein Flammenbild frei in der Luft. Es gibt eine Erscheinung der physischen Welt, die an diese schwebenden Farben erinnert, das ist der Regenbogen. Aber die astralischen Farbenbilder sind frei im Raum beweglich, sie vibrieren wie eine Flut von Farben, ein Farbenmeer in immer wechselnden, verschiedenartigen Linien und Formen.

[ 14 ] Allmählich aber kommt der Schüler dazu, eine gewisse Ähnlichkeit zwischen der physischen und astralen Welt zu erkennen. Zuerst erscheint ihm diese Glut, dieses Farbenmeer sozusagen als herrenlos, es haftet nicht an Gegenständen. Dann aber treten die Farbenflocken zusammen und heften sich, zwar nicht an Gegenstände, aber an Wesenheiten. Während vorher nur eine schwebende Form gesehen wurde, offenbaren sich jetzt durch diese Farben geistige Wesenheiten, die man Götter, Devas, nennt. Es sprechen sich darin geistige Wesenheiten aus. Eine Welt von Wesenheiten, die durch Farben zu uns spricht, ist die Astralwelt.

[ 14 ] Allmählich aber kommt der Schüler dazu, eine gewisse Ähnlichkeit zwischen der physischen und astralen Welt zu erkennen. Zuerst erscheint ihm diese Glut, dieses Farbenmeer sozusagen als herrenlos, es haftet nicht an Gegenständen. Dann aber treten die Farbenflocken zusammen und heften sich, zwar nicht an Gegenstände, aber an Wesenheiten. Während vorher nur eine schwebende Form gesehen wurde, offenbaren sich jetzt durch diese Farben geistige Wesenheiten, die man Götter, Devas, nennt. Es sprechen sich darin geistige Wesenheiten aus. Eine Welt von Wesenheiten, die durch Farben zu uns spricht, ist die Astralwelt.

[ 15 ] Die Astralwelt ist die Welt der Farben; höher noch steht die devachanische, die geistige Welt. Wenn der Schüler die geistige Welt kennenlernt, bemerkt er das an einem ganz bestimmten Vorgang; er lernt verstehen ein tiefes Wort indischer Weisheit, Tat tvam asi, das heißt: Das bist du! - Darüber ist viel geschrieben worden. Die wahre Bedeutung lernt der Schüler erst kennen, wenn er von der astralischen in die Devachanwelt eintritt. Da sieht er in einem Moment seine physische Gestalt außerhalb seiner selbst und sagt: Das bist du. Während er früher zu sich gesprochen hat: Das bin ich, - sieht er jetzt seine physische Gestalt außerhalb seiner selbst und sagt: Das bist du. - In diesem Moment ist der Mensch in der Devachanweelt. Da tritt für ihn zu der Welt der Farben klar und deutlich noch eine andere Welt hinzu: die Welt der Töne, die in einem gewissen Sinne schon da war, aber nicht diese Bedeutung hatte. Die Devachanwelt ist die tönende Welt. Dieses Tönen bezeichnete Pythagoras als Sphärenmusik. Tönend hört man die Weltenkörper ihre Bahnen ziehen. Man vernimmt die Weltenharmonie, alles lebt in Tönen. Goethe läßt als Eingeweihter die Sonne tönen, er zeigt das Geheimnis des Devachan. Als Faust im Himmel, in der geistigen Welt ist, umgeben von Devas, da tönt die Sonne, da tönen die Sphären:

[ 15 ] Die Astralwelt ist die Welt der Farben; höher noch steht die devachanische, die geistige Welt. Wenn der Schüler die geistige Welt kennenlernt, bemerkt er das an einem ganz bestimmten Vorgang; er lernt verstehen ein tiefes Wort indischer Weisheit, Tat tvam asi, das heißt: Das bist du! - Darüber ist viel geschrieben worden. Die wahre Bedeutung lernt der Schüler erst kennen, wenn er von der astralischen in die Devachanwelt eintritt. Da sieht er in einem Moment seine physische Gestalt außerhalb seiner selbst und sagt: Das bist du. Während er früher zu sich gesprochen hat: Das bin ich, - sieht er jetzt seine physische Gestalt außerhalb seiner selbst und sagt: Das bist du. - In diesem Moment ist der Mensch in der Devachanweelt. Da tritt für ihn zu der Welt der Farben klar und deutlich noch eine andere Welt hinzu: die Welt der Töne, die in einem gewissen Sinne schon da war, aber nicht diese Bedeutung hatte. Die Devachanwelt ist die tönende Welt. Dieses Tönen bezeichnete Pythagoras als Sphärenmusik. Tönend hört man die Weltenkörper ihre Bahnen ziehen. Man vernimmt die Weltenharmonie, alles lebt in Tönen. Goethe läßt als Eingeweihter die Sonne tönen, er zeigt das Geheimnis des Devachan. Als Faust im Himmel, in der geistigen Welt ist, umgeben von Devas, da tönt die Sonne, da tönen die Sphären:

Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.

Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.

[ 16 ] Er meint den Geist der Sonne, der wirklich tönt, wenn man in der Devachanwelt weilt. Daß Goethe dies meint, können wir daraus ersehen, daß er bei dem Bilde bleibt. Im zweiten Teil von «Faust», als Faust wieder in diese Welt entrückt wird, heißt es:

[ 16 ] Er meint den Geist der Sonne, der wirklich tönt, wenn man in der Devachanwelt weilt. Daß Goethe dies meint, können wir daraus ersehen, daß er bei dem Bilde bleibt. Im zweiten Teil von «Faust», als Faust wieder in diese Welt entrückt wird, heißt es:

Tönend wird für Geistesohren
Schon der neue Tag geboren.
Felsentore knarren rasselnd,
Phöbus’ Räder rollen prasselnd,
Welch Getöse bringt das Licht!
Es drommetet, es posaunet,
Auge blinzt und Ohr erstaunet,
Unerhörtes hört sich nicht.

Tönend wird für Geistesohren
Schon der neue Tag geboren.
Felsentore knarren rasselnd,
Phöbus’ Räder rollen prasselnd,
Welch Getöse bringt das Licht!
Es drommetet, es posaunet,
Auge blinzt und Ohr erstaunet,
Unerhörtes hört sich nicht.

[ 17 ] Man hört die devachanische und sieht die astralische Welt. Beim Eintritt in die devachanische Welt bleibt für den Schüler die Astralwelt voll bestehen, sie verändert sich aber für ihn. Wenn man zuerst die Devachanwelt betritt, bietet sie einem einen merkwürdigen Anblick: Man sieht in der Devachanwelt jedes Ding im Negativ, wie auf der photographischen Platte. Wo ein physischer Gegenstand ist, sieht man nichts; was physisch hell ist, ist dort schwarz, und umgekehrt. Man sieht alles in den Komplementärfarben: statt Blau Gelb, statt Rot Grün. In der ersten Region des Devachan sind die Urbilder der physischen Welt, insofern diese nicht mit Leben begabt ist, also die Urbilder der Mineralien und ferner die der Pflanzen, Tiere und Menschen, insofern es sich um ihre physischen Formen handelt. Es ist die Region, die das Grundgerüste des Geisterlandes bildet. Es kann verglichen werden mit dem festen Land unserer physischen Erde; daher heißt sie die «Kontinentalmasse» des Devachan. Ein Mensch, der vor einem Eingeweihten steht, erscheint dort, wo er physisch den Raum ausfüllt, dunkel, aber ringsherum von einer Strahlenhülle umgeben.

[ 17 ] Man hört die devachanische und sieht die astralische Welt. Beim Eintritt in die devachanische Welt bleibt für den Schüler die Astralwelt voll bestehen, sie verändert sich aber für ihn. Wenn man zuerst die Devachanwelt betritt, bietet sie einem einen merkwürdigen Anblick: Man sieht in der Devachanwelt jedes Ding im Negativ, wie auf der photographischen Platte. Wo ein physischer Gegenstand ist, sieht man nichts; was physisch hell ist, ist dort schwarz, und umgekehrt. Man sieht alles in den Komplementärfarben: statt Blau Gelb, statt Rot Grün. In der ersten Region des Devachan sind die Urbilder der physischen Welt, insofern diese nicht mit Leben begabt ist, also die Urbilder der Mineralien und ferner die der Pflanzen, Tiere und Menschen, insofern es sich um ihre physischen Formen handelt. Es ist die Region, die das Grundgerüste des Geisterlandes bildet. Es kann verglichen werden mit dem festen Land unserer physischen Erde; daher heißt sie die «Kontinentalmasse» des Devachan. Ein Mensch, der vor einem Eingeweihten steht, erscheint dort, wo er physisch den Raum ausfüllt, dunkel, aber ringsherum von einer Strahlenhülle umgeben.

[ 18 ] Wenn die Sinne feiner werden, treten die Urbilder des Lebens hinzu, und alles, was Leben ist, flutet wie das Wasser auf der Erde dahin. Hier kann man ein Mineral nicht sehen, weil es kein pulsierendes Leben hat, wohl aber die Pflanze, das Tier und den Menschen. Wie das Blut im Körper, so fließt alles Leben im Devachan. Man nennt diese zweite Abteilung die «Meere» des Devachan.

[ 18 ] Wenn die Sinne feiner werden, treten die Urbilder des Lebens hinzu, und alles, was Leben ist, flutet wie das Wasser auf der Erde dahin. Hier kann man ein Mineral nicht sehen, weil es kein pulsierendes Leben hat, wohl aber die Pflanze, das Tier und den Menschen. Wie das Blut im Körper, so fließt alles Leben im Devachan. Man nennt diese zweite Abteilung die «Meere» des Devachan.

[ 19 ] In der dritten Abteilung, dem «Luftkreis», flutet alles dahin, was an Gefühlen und Empfindungen, an Lust und Schmerz im Physischen lebt.

[ 19 ] In der dritten Abteilung, dem «Luftkreis», flutet alles dahin, was an Gefühlen und Empfindungen, an Lust und Schmerz im Physischen lebt.

[ 20 ] Die physischen Gebilde sind gleichsam die feste kontinentale Grundlage im Devachan. Alles, was Leben in sich hat, ist Meer. Alles, was Lust und Leid bedeutet, ist in dem Luftkreis des Devachan enthalten. Der Inhalt all dessen, was auf Erden gelitten und genossen wird, stellt sich hier dar, also alles Tierische und Menschliche. Eine Schlacht zum Beispiel erscheint dem Eingeweihten auf dem Devachanplan wie feurige, zuckende Blitze, wie gewaltiger Donner, man könnte sagen, wie ein heftiges Gewitter. Aber es sind nicht die physischen Wirkungen der Schlacht, sondern die Leidenschaften der feindlichen Heere, die sich da gegenüberstehen und die dem Eingeweihten wie schwere Wolken mit Donner und Blitz erscheinen.

[ 20 ] Die physischen Gebilde sind gleichsam die feste kontinentale Grundlage im Devachan. Alles, was Leben in sich hat, ist Meer. Alles, was Lust und Leid bedeutet, ist in dem Luftkreis des Devachan enthalten. Der Inhalt all dessen, was auf Erden gelitten und genossen wird, stellt sich hier dar, also alles Tierische und Menschliche. Eine Schlacht zum Beispiel erscheint dem Eingeweihten auf dem Devachanplan wie feurige, zuckende Blitze, wie gewaltiger Donner, man könnte sagen, wie ein heftiges Gewitter. Aber es sind nicht die physischen Wirkungen der Schlacht, sondern die Leidenschaften der feindlichen Heere, die sich da gegenüberstehen und die dem Eingeweihten wie schwere Wolken mit Donner und Blitz erscheinen.

[ 21 ] Die vierte Abteilung des Devachan geht hinaus über all das, was auch ohne den Menschen schon vorhanden wäre. Sie enthält alles das, was an originellen Gedanken im Menschen lebt, durch die er Neues in die Welt bringt und auf die Welt wirkt, gleichgültig, ob es die Gedanken eines Gelehrten oder Ungelehrten, eines Dichters oder eines Bauern sind. Es brauchen also keine großen Erfindungen zu sein, diese Gedanken können auch dem Alltag angehören.

[ 21 ] Die vierte Abteilung des Devachan geht hinaus über all das, was auch ohne den Menschen schon vorhanden wäre. Sie enthält alles das, was an originellen Gedanken im Menschen lebt, durch die er Neues in die Welt bringt und auf die Welt wirkt, gleichgültig, ob es die Gedanken eines Gelehrten oder Ungelehrten, eines Dichters oder eines Bauern sind. Es brauchen also keine großen Erfindungen zu sein, diese Gedanken können auch dem Alltag angehören.

[ 22 ] Nach diesen vier Partien steht man an der Grenze der geistigen Welt. Wie uns nachts der Himmel wie eine Hohlkugel, umgrenzt von einem Sternenkranz, erscheint, so ist es mit dieser Grenze des Devachan. Aber das ist eine bedeutungsvolle Grenze, sie heißt «Akasha-Chronik». Alles, was der Mensch je getan und gewirkt hat, wenn es auch nicht von Geschichtsbüchern gemeldet wird, es bleibt in jenem unvergänglichen Geschichtsbuch an der Grenze des Devachan, das man die Akasha-Chronik nennt, eingeschrieben. Alles, was je von bewußten Wesen in der Welt bewirkt wurde, ist dort zu erfahren. Will der Seher zum Beispiel etwas wissen über Cäsar, dann nimmt er irgendeine Kleinigkeit aus der Geschichte als Anhalt, um einen festen Punkt zu haben, auf den er sich konzentrieren kann. Das tut er geistig; dann zeigen sich um ihn herum Bilder von all dem, was Cäsar tat, was um ihn herum geschehen ist, wie er seine Legionen gelenkt, seine Schlachten geschlagen, seine Siege erfochten hat. Aber in merkwürdiger Weise tritt das auf; der Seher sieht nicht nur eine abstrakte Schrift, sondern wie in Schattenrissen, in Bildern zieht alles vorüber. Es spielt sich nicht das ab, was sich im Raume zugetragen hat, sondern etwas ganz anderes. Wenn Cäsar zum Beispiel seine Siege erfochten hat, hat er gedacht; alles, was um ihn herum vorging, lebte auch in seinen Gedanken, jede Armbewegung lebt ja auch in den Gedanken. Die Absichten, also das, was Cäsar sich vorgestellt und gedacht hat, als er seine Legionen lenkte, und auch deren Vorstellungen, das zeigt die Akasha-Chronik. Sie ist ein treues Abbild alles dessen, was vorgegangen ist; was bewußte Wesen überhaupt erlebt haben, das wird da verzeichnet. Der Eingeweihte kann so die ganze menschliche Vergangenheit ablesen. Aber er muß es erst lernen. Diese Akasha-Bilder führen eine verwirrende Sprache, weil Akasha etwas Lebendiges ist. Aber man darf das Akasha-Bild Cäsars nicht verwechseln mit der Individualität Cäsars. Die kann schon wieder verkörpert sein. Das Verwechseln passiert namentlich dann leicht, wenn man durch äußere Mittel Zugang gewinnt zu den Akasha-Bildern. So spielen sie oft eine Rolle in spiritistischen Sitzungen. Der Spiritist glaubt einen verstorbenen Menschen zu sehen, es ist aber nur dessen Akasha-Bild. Ein Akasha-Bild von Goethe zum Beispiel kann auftreten, wie er im Jahre 1796 gewirkt hat; der Unkundige verwechselt es mit der Individualität Goethes. Das ist um so verwirrender, als dieses Bild lebt, auf Fragen Antwort gibt, und zwar nicht nur solche, die schon damals gegeben wurden, sondern ganz neue, die nicht ausgesprochen wurden. Es sind nicht Wiederholungen, sondern Antworten, so wie sie Goethe damals gegeben haben könnte. Es ist durchaus möglich, daß dieses Akasha-Bild Goethes sogar ein Gedicht macht im Stil und Sinn des damaligen Goethe. Die Akasha-Bilder sind eben richtig lebendige Gebilde.

[ 22 ] Nach diesen vier Partien steht man an der Grenze der geistigen Welt. Wie uns nachts der Himmel wie eine Hohlkugel, umgrenzt von einem Sternenkranz, erscheint, so ist es mit dieser Grenze des Devachan. Aber das ist eine bedeutungsvolle Grenze, sie heißt «Akasha-Chronik». Alles, was der Mensch je getan und gewirkt hat, wenn es auch nicht von Geschichtsbüchern gemeldet wird, es bleibt in jenem unvergänglichen Geschichtsbuch an der Grenze des Devachan, das man die Akasha-Chronik nennt, eingeschrieben. Alles, was je von bewußten Wesen in der Welt bewirkt wurde, ist dort zu erfahren. Will der Seher zum Beispiel etwas wissen über Cäsar, dann nimmt er irgendeine Kleinigkeit aus der Geschichte als Anhalt, um einen festen Punkt zu haben, auf den er sich konzentrieren kann. Das tut er geistig; dann zeigen sich um ihn herum Bilder von all dem, was Cäsar tat, was um ihn herum geschehen ist, wie er seine Legionen gelenkt, seine Schlachten geschlagen, seine Siege erfochten hat. Aber in merkwürdiger Weise tritt das auf; der Seher sieht nicht nur eine abstrakte Schrift, sondern wie in Schattenrissen, in Bildern zieht alles vorüber. Es spielt sich nicht das ab, was sich im Raume zugetragen hat, sondern etwas ganz anderes. Wenn Cäsar zum Beispiel seine Siege erfochten hat, hat er gedacht; alles, was um ihn herum vorging, lebte auch in seinen Gedanken, jede Armbewegung lebt ja auch in den Gedanken. Die Absichten, also das, was Cäsar sich vorgestellt und gedacht hat, als er seine Legionen lenkte, und auch deren Vorstellungen, das zeigt die Akasha-Chronik. Sie ist ein treues Abbild alles dessen, was vorgegangen ist; was bewußte Wesen überhaupt erlebt haben, das wird da verzeichnet. Der Eingeweihte kann so die ganze menschliche Vergangenheit ablesen. Aber er muß es erst lernen. Diese Akasha-Bilder führen eine verwirrende Sprache, weil Akasha etwas Lebendiges ist. Aber man darf das Akasha-Bild Cäsars nicht verwechseln mit der Individualität Cäsars. Die kann schon wieder verkörpert sein. Das Verwechseln passiert namentlich dann leicht, wenn man durch äußere Mittel Zugang gewinnt zu den Akasha-Bildern. So spielen sie oft eine Rolle in spiritistischen Sitzungen. Der Spiritist glaubt einen verstorbenen Menschen zu sehen, es ist aber nur dessen Akasha-Bild. Ein Akasha-Bild von Goethe zum Beispiel kann auftreten, wie er im Jahre 1796 gewirkt hat; der Unkundige verwechselt es mit der Individualität Goethes. Das ist um so verwirrender, als dieses Bild lebt, auf Fragen Antwort gibt, und zwar nicht nur solche, die schon damals gegeben wurden, sondern ganz neue, die nicht ausgesprochen wurden. Es sind nicht Wiederholungen, sondern Antworten, so wie sie Goethe damals gegeben haben könnte. Es ist durchaus möglich, daß dieses Akasha-Bild Goethes sogar ein Gedicht macht im Stil und Sinn des damaligen Goethe. Die Akasha-Bilder sind eben richtig lebendige Gebilde.

[ 23 ] So wunderbar sind diese Tatsachen, aber es sind Tatsachen.

[ 23 ] So wunderbar sind diese Tatsachen, aber es sind Tatsachen.