The Christian Mystery
GA 97
25 April 1906, Leipzig
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The Christian Mystery, tr. Meuss
28. Welches sind die Gründe dafür, dass es heute eine theosophische Bewegung gibt?
28. The Reasons for the Existence of the Theosophical Movement
[ 1 ] Es ist keine Zufälligkeit, daß es eine theosophische Bewegung gibt. Sie hängt mit der ganzen Entwickelung des 19. Jahrhunderts zusammen, mit der Ausbreitung des Materialismus, die in den vierziger Jahren - ungefähr, auch etwas vor- und nachher - ausschlaggebend wurde. Schon in den vorangegangenen letzten vier Jahrhunderten bereitete sich der Materialismus vor. Um das zu verstehen, muß man sich einmal bis in das 5. und 6. Jahrhundert zurückversetzen. Man macht sich eine ganz falsche Vorstellung von den geistigen Zuständen damaliger Zeiten. Es ist der größte Irrtum, anzunehmen, daß der Mensch damals so dachte wie heute. Zum Beispiel von den Sternen hatte man noch im 13,14. und 15. Jahrhundert eine ganz andere Vorstellung. Jetzt sieht der Mensch auf ihnen nur Materielles. Im Mittelalter sah man in jedem Stern einen Geist. Nicht nur für den Ungelehrten, sondern auch für den Gebildeten war der Stern der Ausdruck für einen Geist. So war der ganze Himmelsraum vergeistigt. Das ist ein großer Unterschied, ob man im Universum nur Körper oder auch Geistiges vermutet. Der damalige Mensch fühlte sich ganz geborgen in einem geistigen Weltenraum. Wir brauchen uns aber nicht nach dieser mittelalterlichen Anschauung zurückzusehnen.
[ ] It is not by chance that we have a theosophical movement. It has to do with the whole of 19th-century development, with the spread of materialism which came to the fore in the 1840s—more or less, also a little before and after that. Materialism had also spread during the four centuries that went before. To understand this we have to go back to the 5th and 6th centuries. People have a completely wrong idea about the way people's minds went in those days. It is the worst of errors to imagine they thought the way we do today. They had quite different ideas about the stars in the 13th, 14th and 15th centuries, for example. Today people see only material things in them. In medieval times every star was seen to be a spirit. Not only uneducated but also educated people saw a star as a spirit. And so the whole space of heaven was filled with spirit. There is a big difference between assuming the universe to consist of bodies only or thinking that there is also spirit. In those times people felt secure in a spiritual cosmos. We have no need, however, to long for those medieval views to come back.
[ 2 ] Kopernikus eroberte den Weltenraum für eine materialistische Anschauung. Die Erforschung der physischen Welt stieg auf den Höhepunkt. Schleiden und andere entdeckten die Zelle. Eisenbahnen und alles dergleichen förderten mächtig den Materialismus. Da fragten sich die großen Führer der Menschheit: Was tun? Auf welche Weise ist es den Menschen beizubringen, daß geistiges Leben vorhanden ist? — Es war nur Sinn für das Materielle vorhanden. Man sagte: Gibt es Geist, so soll er sich auch als Geist beweisen. — So wurde denn tatsächlich ein Versuch unternommen durch den hereinbrechenden Spiritismus. Da von den Eingeweihten immer Belehrung in der den Menschen verständlichen Weise versucht wird, wurde angestrebt, Manifestationen, Offenbarungen aus der jenseitigen Welt hervorzubringen. Wir müssen nun zunächst einmal das Schicksal des Menschen nach dem Tode betrachten. Wenn der Mensch schläft, sind physischer Leib und Ätherleib vereinigt, der Astralleib schwebt über dem physischen Leib. Wenn der Mensch stirbt, trennt sich nicht nur der Astralleib vom physischen Leib, sondern Astralleib und Ätherleib gehen zusammen fort, der physische Körper bleibt zurück. Astralleib und Ätherleib bleiben noch kurze Zeit vereint, es findet eine zwei bis drei Tage dauernde Lebensrückschau statt. Dann trennen auch sie sich, der Ätherleib löst sich als Lebenskraft in der allgemeinen Lebenskraft auf, und der Astralleib kommt in den Zustand, den man Kamaloka nennt. Er ist entkörpert, hat aber noch die Gewohnheiten und Neigungen des physischen Leibes. Hier ein verdeutlichender Fall: Der Feinschmecker hat noch seine Gelüste. Das ist eine seelische Eigenschaft, eine Begierde. Den Gaumen hat er nicht mehr, aber die Gaumenbegierde bleibt ihm als brennendes Durstgefühl. Im Kamaloka findet die Abgewöhnung statt, denn die Begierde verzehrt sich schließlich, und dann wird auch der Astralleib abgelegt, soweit er Träger der Begierden ist.
[ ] Copernicus201Copernicus, Nicolas (1473–1543). De revolutionibus orbium coelestium, Nürnberg 1543. conquered cosmic space for a materialistic approach. Exploration of the physical world reached its greatest height. Schleiden202Schleiden, Matthias Jakob (1804–1881), German botanist. Beiträge zur Phylogenesis, in Archiv für Anatomie, Physiologic und wissenschaftliche Medizin vol. 5, 1838. and others discovered the cell. Railways and everything of that kind gave a tremendous boost to materialism. The great guides of humanity then asked themselves what was to be done. How can we make people understand that there is a life of the spirit? People then only had a feeling for material things and would say: ‘If there is a spirit, let it prove itself to be a spirit.’ Spiritualism broke out and people actually attempted this.203See Rudolf Steiner's public lecture on the history of spiritualism in The History of Spiritism and the History of Hypnotism and Somnambulism (in GA 52, Berlin 30 May 1904. Tr. F. E. Dawson. London & New York: Rudolf Steiner Publishing Co. & Anthroposophic Press 1943; also lectures of 10 and 11 October 1915 in The Occult Movement in the Nineteenth Century (GA 254). Tr. D. Osmond. London: Rudolf Steiner Press 1973. Initiates always seek to teach people in a way they will understand, and efforts were therefore made to produce manifestations, revelations from the other world. Now we must first of all consider human destiny after death. When we are asleep, physical body and ether body are united and the astral body is floating above the physical body. When we die, not only does the astral body separate from the physical body, but both the astral and the ether body go away, leaving the physical body behind. The astral and ether bodies remain together for a short time, a review of life follows that takes two or three days. Then they, too, separate, the ether body dissolves to be part of the power of life in general, and the astral body reaches a state known as kamaloka. It is disembodied but still has the habits and inclinations of the physical body. Let me illustrate this. A gourmet still has his food fancies. He no longer has a palate, but the palate's desire remains as a sensation of burning thirst. In kamaloka such habits are shed, with the desires finally consuming themselves. Then the astral body, too, is shed, in so far as it was the vehicle for desires.
[ 3 ] Nun gibt es eine Möglichkeit, solche abgelegte Astralleichname zu galvanisieren, sie hereinzurufen in die sinnliche Welt. Hierzu stellt ein Medium seinen Ätherleib zur Verfügung. Mit dessen Hilfe kommen sogenannte Materialisationen zustande. Das war die Methode, der materialistischen Menschheit zu zeigen, was übrigbleibt nach dem Tode, und die Eingeweihten hatten gehofft, dadurch die Menschen zu überzeugen.
[ ] There is a way in which such abandoned astral corpses can be galvanized and brought into the world we perceive through the senses. The medium makes his ether body available for this and ‘materializations’, as they are called, are brought about with its help. This was the method used to show materialistic humanity what remains after death, and the initiates had hoped that this would convince people.
[ 4 ] Zwei Mißstände aber zeigten sich. Erstens wurden diejenigen, die durch den Spiritismus überzeugt wurden, nicht moralisch besser mit dieser Auffassung, blieben also ohne sittliche Hebung. Zweitens aber erwies sich diese Art von Anschauung oder Überzeugung sogar als ungünstig - nach dem Tod. Denn solchen, die sie hatten, wurde der Zustand im Kamaloka nicht leichter, sondern schwerer. Zu allem übrigen brachten sie nämlich noch das Verlangen mit, alles Geistige materiell durch die Sinne befriedigt zu sehen, weil eine jede derartige Anschauung als Kamaloka-Eigenschaft auftritt. Es war eine drückende Schwere, die sich bleiern auf die Toten legte. Das war der Grund, daß die Eingeweihten sich sagten: So geht es nicht weiter. - Also irrten sich die Eingeweihten - wird man hier einwenden. Aber auch Eingeweihte müssen ihre Erfahrungen sammeln und erproben. Da beschloß man ziemlich einstimmig in der großen Gemeinschaft der Okkultisten, nachdem sich dieses äußere Mittel nicht bewährt hatte, einen andern Weg einzuschlagen, einen inneren, den theosophischen Weg. Was will dieser? Er will dasjenige, was im Menschen selbst als Geist lebt, kennenlernen. Dieser Geist ist das Ziel. Nun kann man den Geist nur kennenlernen, wenn man sich unbefangen hingibt. Man muß das Gemeinsame der Menschheit verstehen.
[ ] Two problems arose, however. In the first place, people who became convinced because of spiritualism did not improve morally with this, that is they did not reach a higher level ethically. In the second place this way of seeing, or of being convinced, actually proved unfavourable—after death. People who had it did not have it easier in kamaloka but harder. For on top of everything else they now also brought the desire with them to see all things of the spirit satisfied in material terms, through the senses, for any such view will appear as a quality in kamaloka. An oppressive, leaden weight lay upon these dead. The initiates therefore said to themselves: ‘This will not do.’ Ah, you'll say, the initiates got things wrong then. But they, too, have to learn from experience, trial and error. It was then the almost unanimous decision in the great community of occultists that as this external means had not proved effective they would take another route, which was the inner route of theosophy. What are its aims? The aim is to get to know the spirit that lives in the human being himself. This spirit is the goal. But it is only possible to get to know the spirit if one is without prejudice. One has to understand the things that humanity has in common.
[ 5 ] Als Parallelerscheinung des Materialismus hatte sich der Egoismus entwickelt. Hier nur ein Beispiel: Bei allgemeinen Reiseunternehmungen gibt es eine besondere Bedingung zur Teilnahme: Alle religiösen Fragen sind als Gesprächsgegenstand ausgeschlossen. — Man fürchtet den Egosimus der Meinungen, denn wo sieben Menschen beisammen sind, kann man sieben Meinungen finden. Man stellt also die Meinungen über die allgemeine Menschenliebe. Da aber fängt Brüderschaft erst an, wo Menschenliebe über den Meinungen steht.
[ ] Egotism had evolved parallel to materialism. Here's just one example. Participation in group travel is contingent on one particular condition, which is that religious subjects must not be brought up in conversation. People are afraid of the egotism of personal opinion, for if you have seven people you'll also have seven opinions. Opinions are thus put above general love for humanity. But brotherhood only begins where love of humanity ranks above opinions.
[ 6 ] Dazu ist die Theosophie da, um im Ausgleich der Meinungen die eine Wahrheit zu suchen. Die Menschen müssen wieder tolerant werden, nicht nur bis in die Persönlichkeit, sondern bis in die Individualität hinein. Tolerant heißt nicht nur duldsam sein, andere gewähren lassen, sondern heißt hier, sich offen machen, ihre Eigenart zu verstehen. Theosophie soll also kein Dogma sein, sondern Äußerung der Liebe. Man muß den Menschenbrüdern helfen, also die Liebe über die Meinungen stellen, und das bringt den einheitlichen Geist in die Menschenentwickelung. Das ist das Praktische, was in der theosophischen Bewegung herausgebildet werden soll.
[ ] Theosophy exists so that truth may be sought with personal opinions in balance. People have to be tolerant again, not only as regards the person but also with regard to individual nature. To be tolerant is not just to let others be but in this context to open oneself up to understanding their peculiar nature. Theosophy should thus not be a dogma but an expression of love. We must help our brothers, that is, put love above opinions, and this brings a uniform spirit to human evolution. This is the practical approach which should develop in the theosophical movement.
Fragenbeantwortung
Answers to Questions
Welche Schulungsmethode soll man anstelle der Jogaschulung wählen?
Question. What method of training should be chosen instead of yoga training?
[ 7 ] Man darf nicht Okkultismus mit Theosophie verwechseln. Die Theosophie sucht die Lehre von der tiefen Weisheit zu verbreiten. Sie ist an sich nicht da, um die Menschen zum Hellsehen zu führen. Dennoch leitet sie auch zu solcher Ausbildung hin.
[ ] Answer. Do not confuse occultism with theosophy. The aim of theosophy is to teach the profound wisdom. It does not in itself exist to make people clairvoyant, though it does also go towards such training.
[ 8 ] Es gibt okkulte Schulungen. Manche glauben, sie müßten solche in Indien suchen. Das ist ein großer Irrtum. In Europa finden auch solche Schulungen statt. Derjenige, der seinen Lehrer oder Guru sucht, findet ihn in der Welt. Die Theosophen tun unrecht, nur in Indien zu suchen. Der hochstehende Inder Chakravarti sagte auf dem Kongreß in Chicago die bedeutsamen Worte: «Auch mein Volk ist heruntergesunken von der spirituellen Erfassung der Welt, und die Theosophie hat uns geholfen, uns wieder zu erheben.»
[ ] Occult training is available. Some people think they have to look to India for this, but in this they are greatly mistaken. Training of this kind is also available in Europe. Someone looking for a teacher or guru will find him in the world. Theosophists are wrong to look for this only in India. Chacravarti,204Chakravarti, Prof F. N. spoke for Hinduism at the World Religious Congress in Chicago and also for theosophy, being a theosophist himself. an Indian of high repute, significantly said at the Chicago congress: ‘My people, too, have gone downhill when it comes to understanding the world in spiritual terms, and theosophy has helped us to rise up again.’
[ 9 ] Übrigens hat Frau Blavatsky gar nicht, wie so viele annehmen, uns nur indische Anschauungen gebracht. Zunächst war ein Europäer ihr Führer, dann ein Ägypter, damals schrieb sie «Isis unveiled».
[ ] Mrs Blavatsky actually did not only present Indian views, as many people assume. First a European was her guide, and then an Egyptian.205Nothing further is known about these two guides. See Olcott HS Old Diary Leaves 1895. That was when she wrote Isis Unveiled.
[ 10 ] Man darf nicht glauben, daß gleiche Ausbildung für alle sein muß. Der indische Organismus ist so, daß der Ätherleib viel leichter herausgezogen werden kann. Er steht auf einer andern Stufe. Er befindet sich auf der ersten Stufe der fünften Wurzelrasse, also deren erster Stammrasse, während der Europäer sich auf der fünften Stufe der fünften Stammrasse befindet. Es ist verhältnismäßig leicht, den Inder zum Hellsehen zu bringen, den Ätherleib herauszuziehen und ihn in den Zustand zu bringen, den man Lethargie nennt, das heißt Betäubung und Unempfindlichkeit. Der Körper ist dann wie abgestorben. Ein Hellseher würde, wenn man beispielsweise einen Finger mittels eines abschnürenden Fadens absterben ließe, den Ätherfinger neben dem abgebundenen herunterhängen sehen. Beim Hypnotisierten sieht der Hellseher das ätherische Gehirn zu beiden Seiten des Kopfes herunterhängen. Wenn also der Körper wie abgestorben ist, muß der Astralleib benutzt werden, und nun drückt dieser das, was ihm eingeprägt wird, dem Ätherleib ein. Weil es nun für den Europäer außerordentlich schwer ist, solche astralischen Eindrücke zu bekommen, oder sich geben zu lassen, wurde ein Weg gesucht, auf dem es nicht nötig war, den Ätherleib herauszuziehen. Diesen hatten seit dem 14. Jahrhundert die Rosenkreuzer gefunden, und ihre Methode ist für die Europäer die geeignetste. Unser Körper ist dichter geworden als der der Inder; er entwickelte sich hinunterwärts, dem notwendigen Entwickelungsgang gemäß. Dafür aber entsteht dieser Zustand bei uns bewußt, während bei den Indern das Tagesbewußtsein unterdrückt wird.
[ ] You should not think that the training should be the same for all. The nature of the Indian organism is such that the ether body may be drawn out much more easily. It is at a different level, the first level of the Indian root race, i.e. its first root race, whereas Europeans are at the fifth level of the fifth root race. It is relatively easy to get an Indian to be clairvoyant, drawing out the ether body and putting it into the state known as lethargy, i.e. numbness and lack of sensation. It is as if the body has gone dead. If we were to let a finger die by tying it off, a clairvoyant would see the ether finger hang down beside the tied-off finger. When someone has been hypnotized, the clairvoyant sees the etheric brain hanging down on either side of the head. When the body has thus been deadened, the astral body has to be used, and this imprints anything impressed in it into the ether body. It is extremely difficult for a European to get such astral impressions, or to have them given to him, and a way was sought, therefore, where it was not necessary to draw out the ether body. The Rosicrucians found this from the 14th century onwards, and their method is the best for Europeans. Our bodies have grown denser than Indian bodies; they have gone through a downward development, which is in accord with the necessary process of evolution. On the other hand we enter this state in full conscious awareness, whilst daytime consciousness is suppressed with the Indian method.
[ 11 ] Das Hypnotisieren ist im allgemeinen nicht gut. Es ist ein Eingriff, der erstens den Willen des Hypnotisierten schwächt. Und zweitens ist es schwarze Magie, man überwältigt den andern. Bei gesunden Menschen darf er unbedingt nicht angewandt werden. Bei Kranken dürfte es etwas anderes sein.
[ ] Hypnotizing people is not, on the whole, a good thing. Firstly the intervention weakens the subject's will. Secondly it is black magic, with the subject being overcome by the hypnotist. It definitely should not be used with healthy people, though the situation may be a little different in case of sickness.
Was ist mit dem Ausdruck gemeint: Hinunterwärts entwickeln?
What does the term ‘downward development’ mean?
[ 12 ] Nehmen Sie die materialistische Anschauungsweise. Sie sagt: Hier Affe, hier Mensch -, also stammt der Mensch vom Affen ab. — Dem ist nicht so, sondern Affe und Mensch haben gemeinsame Ahnen, das erkennt heute auch die Naturwissenschaftan. Tatsächlich muß sich der eine auf Kosten des andern entwickeln. So gab es zu einem Zeitpunkt der alten Mondentwickelung ein Reich, dessen Wesen zwischen Tier und Pflanze standen. Ein Relikt davon ist die Mistel. Die Pflanze entwickelte sich hinunter, das Tier hinauf. Das gilt nun auch für den Menschen: gewisse Glieder entwickelte der Mensch hinauf, andere hinunter. Tatsache ist zum Beispiel, daß der Mensch einst Knorpel statt Knochen hatte. Grob ausgedrückt: er ist in der Verhärtung begriffen. Indessen ist jede Lockerung oder Loslösung der höheren Wesensglieder, wie sie durch die okkulte Schulung bewirkt wird, eine Vorausnahme späterer allgemeiner Entwickelungszustände.
[ ] Take the materialistic view of things. Here ape, here man—and man is therefore descended from the ape. This is not the case, for ape and man have common ancestors, something modern scientists also accept.206See Poppelbaum H. Man and Animal, chapter on origins The truth is that the one must develop at the cost of the other. Thus there was a realm of life forms during the ancient moon period of evolution that were somewhere between animal and plant. Mistletoe is a relict of this. The plant evolved downwards, the animal upwards. The same applies to man. Human beings developed some parts upwards and others downwards. Thus it is a fact, for instance, that humans once had cartilage instead of bones. To put it crudely: they are progressively hardening. On the other hand any loosening or separation of the higher bodies brought about by occult training is an anticipation of general evolutional stages that will be reached in the future.
Wozu wurde der Mensch im physischen Leib inkarniert?
Why has man been incarnated in his physical body?
[ 13 ] Der Mensch hatte wohl schon früher alle Anlagen, die er auf der Erde zur Entfaltung bringen soll, aber sie waren noch kein eigenes Besitztum. Wenn erst der Mensch nichts mehr auf dieser Welt gewinnen kann, braucht er sich nicht mehr zu inkarnieren. Dann gibt er seinen Leib an den Planeten ab.
[ ] Man already had all the potential in those earlier times which he is to develop on earth, but none of it was his own. When man will no longer gain anything from being in this world he will no longer need to incarnate. He will then give his body to the planet.
Wie verhält es sich mit der Noahschen Flut?
What is the situation with the Flood?
[ 14 ] Diese Flut war das große Weltereignis, das eintrat, als das Festland der Atlantis zum größten Teil versank. Sein eigentlicher Untergang erstreckte sich auf lange Zeiträume. Wie alles, was in der Bibel und den ältesten Schriften von Bedeutung ist — es sind da noch unsägliche Schätze zu heben -, so ist auch der Regenbogen, der zu Noahs Zeiten erstand, etwas ganz Bedeutungsvolles. Er soll, so heißt es, den Bund zwischen Gott und den Menschen symbolisieren. Aber okkult hat er noch eine andere Bedeutung. Auf der Atlantis war eine ganz andere Verteilung von Feuchtigkeit und Luft. Der germanische Mythus spricht von Niflheim, Nebelheim. Die ganze Luft war damals von Wasser erfüllt. Erst nach dem Untergang des atlantischen Festlandes konnte der Mensch der nachatlantischen Zeit leben. Der Regenbogen konnte nur entstehen, als Regen und Sonnenschein zugleich auf der Erde möglich waren.
[ ] This Flood was the great event which came when the greater part of Atlantis went down. The actual end of Atlantis covered vast spaces of time. Like everything important told in the Bible and the oldest records—much treasure trove still waits to be found there—the rainbow which came into being in Noah's day207Genesis 9: 13-17. is something of great significance. We are told it symbolized the covenant between god and humanity. In occult terms it has another meaning as well. On Atlantis, moisture and air were distributed in a very different way. German mythology refers to Niflheim, home of mists. The whole of the air was filled with water then. Human beings of post-Atlantean times were only able to live after the sinking of Atlantis. The rainbow could only develop when both rain and sunshine had become possible on earth.
In Beschreibungen der Atlantis liest man von lenkbaren Luftschiffen. Wie verhält es sich damit?
We read of dirigible airships in records of Atlantis. What was the situation there? 208E.g. in W. Scott-Elliot's The Story of Atlantis, preface by A. P. Sinnet
[ 15 ] Bei den Atlantiern war zunächst das zweite Wesensglied des Menschen, der Ätherleib mit der Lebenskraft, hervorragend entwickelt. Dagegen war der Verstand erst ganz schwach vorhanden. Das Gedächtnis mußte ihn ersetzen. Der Atlantier rechnete zum Beispiel nicht, er kannte nicht den Wert der Zahlen, doch wußte er aus dem Gedächtnis Mengen zu beurteilen. Er wußte, wenn er zu drei Stück noch drei hinzulegte, welche Menge das geben würde; frühere, im Gedächtnis haftende Fälle verhalfen ihm zu dieser Vorstellung. Weil er nun aber das zweite Wesensglied, die Lebenskraft, voll entwickelt hatte, wußte er die Lebenskraft in der ganzen Natur für sich nutzbar zu machen. So kannte er die Keimkraft des Kornes und verstand es, sie herauszuziehen und zu verwenden. Und welche Kraft liegt in einem Samenkorn! Was alles entsteht aus ihm! Auch die Jogis wissen in einer gewissen Weise die Keimkraft aus dem Samenkorn herauszulocken. Denn die Erzählungen vom Stecken eines Samenkornes des Mangobaumes in die Erde und dem alsbaldigen Hervorwachsen erst von einem Trieb, dann von Baum, Blättern, Blüte und endlich Frucht ist keine ausgedachte Erzählung, sondern eine Tatsache. Daß also der Atlantier zu einem lenkbaren Luftschiff wie zu andern Dingen Lebenskräfte zu verwenden verstand, braucht nicht in das Reich der Fabel zu gehören.
[ ] The Atlanteans had developed their second body, the ether body with its vital energies, to a high level. The rational mind was only feeble at that time. Memory had to take its place. Thus Atlanteans would not do sums, now knowing the value of figures, but were able to judge quantities from memory. They knew what amount they would have if they added 3 items to 3. Earlier situations they were able to remember helped them to know this. Having fully developed their vital energies they knew how to make use of the vital energies in the whole natural world. They knew the germinative potential of grain seed, for instance, and how to draw it forth and use it. Just think of the power in a seed grain! Think of everything that may come of it. The yogis also know, in a way, how to lure the germinative power out of the seed. The stories of a mango seed being put in the soil and a shoot arising, then the tree, leaves, flowers and finally fruit is not fiction, it is a fact. Atlanteans who were able to use vital energies for a dirigible as well as for other things therefore need not be mere fable.
Ist ein Verzicht auf den nachtodlichen Durchgang durch das Devachan möglich?
Is it possible to avoid having to go through devachan after death?
[ 16 ] In einem gewissen Stadium der Entwickelung ist der Ätherleib so fest gefügt, daß er sich nach dem Tode nicht auflöst. Es ist das der Fall, wo der Astralleib dem Ätherleib viel Spiritualität eingeprägt hat. Weil der Ätherleib weiterbestehen kann, braucht der Schüler nicht erst ins Devachan überzugehen, den Ort, wo der neue Ätherleib gebildet wird.
[ ] At a particular stage of development the ether body is so firmly put together that it will not dissolve after death. This happens when the astral body has imprinted much spirituality in the ether body. With the ether body able to continue, the pupil need not go into the devachan, which is the place where the new ether body is created.
Hat die Ernährungsweise wirklich eine so große Bedeutung für die Entwickelung okkulter Kräfte?
Does the kind of food we eat really have such great significance for the development of occult powers?
[ 17 ] Unbedingt. Vollständig ausgeschlossen ist die Entwickelung bei Alkoholgenuß. Und das ist wieder das Eigenartige, aber Tiefbegründete, daß gerade jetzt die Abstinenz- und Temperenzfrage lebhaft auftaucht.
[ ] Absolutely. Development is completely impossible if alcohol is taken. And it is strange, but there are deep reasons for this, that the issue of abstinence and temperance is coming alive so much again at this time.
Aber Wein ist doch nur Traubensaft, also Fruchtsaft?
But wine is surely only grape juice, and therefore fruit juice?
[ 18 ] Solange der aus Trauben gewonnene Saft nur Fruchtsaft ist, ist er gut, gegoren aber nachteilig für die Entwickelung. Blicken Sie wieder in die Geschichte zurück. 600 vor Christus fing der Genuß von Wein an, war damals vielleicht schon in voller Blüte, denn da erstanden die Dionysos-Feste, durch die dem Weingott gehuldigt wurde. Aber wie alles seine Zeit hat, auch jede Frucht, so wird auch die Traube von der Erde wieder verschwinden. Denken Sie nur an das Auftreten der Reblaus. Vom Tier ist alles zu genießen, was vom lebenden Tier kommt - Milch, Eier -, von den Pflanzen das, was hinaufstrebt nach dem Licht, der Sonne zu. Deshalb sind Baumfrüchte sehr gut. Knollengewächse, die in der Erde wachsen, wie Kartoffeln, Rüben, sind nicht so günstig. Früher fraßen Menschen andere Menschen, dann genossen sie Tiere. Sie werden zur reinen Pflanzenkost übergehen und schließlich mit dem Mineral enden. Alles, was sich niederschlägt, ist zu meiden, zum Beispiel Salz. Dies bezieht sich alles auf die Entwickelung okkulter Kräfte, aber nicht auf die wissensmäßige Aneignung spiritueller Wahrheiten.
[ ] Juice obtained from grapes is good for development for as long as it is only fruit juice, though when it has fermented it has a detrimental effect. Look back once more in history. Wine began to be taken 600 years before Christ, when the custom was probably already at its height, for the feasts of Dionysus developed at which homage was paid to the god of wine. But just like everything else, so every fruit, too, has its time, and grapes will vanish from the earth again. Just think of the coming of the vine pest. Everything coming from a living animal serves us for food—milk, eggs—and so does every part of a plant that seeks to reach the light, the sun. Because of this, tree fruits are very good. Tubers growing in the soil, such as potatoes, and roots are not so good. In the past, people ate people, then they ate animals. They will gradually change to a pure vegetable diet and finally end with the minerals. Everything that precipitates should be avoided, salt, for instance. All this has to do with the development of occult powers and not with gaining knowledge of spiritual truths.
