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The Rudolf Steiner Archive

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Die Apokalypse des Johannes
GA 104

26 Juni 1908, Nürnberg

Neunter Vortrag

[ 1 ] Gestern sind wir in unserer Schilderung von der Entwickelung des Menschen bis zu dem Punkte gelangt, wo nach jener Zeit, die durch die sieben Posaunenstöße charakterisiert wird, die Erde mit all ihren Wesenheiten übergeht in einen anderen Zustand, wo sozusagen das Physische sich auflöst und verwandelt in Geistiges, zunächst in Astralisches. Es entsteht eine astralische Erde, und in diese astralische Erde gehen alle diejenigen Wesenheiten ein, welche dazu reif geworden sind, das heißt, welche fähig geworden sind, selbst ihr Materielles zu überwinden, zu verwenden im Dienste des Geistigen. Dagegen wird alles das, was nicht imstande ist, das Leibliche, das Materielle in Geistiges zu verwandeln, was haftet am Materiellen, ausgeworfen werden und eine Art Nebenerde bilden, deren Betrachtung recht lehrreich ist, um das Schicksal der zukünftigen Menschheit zu erkennen. Dazu ist es aber vor allen Dingen nützlich, daß wir uns einmal klarmachen, was bei dieser Astralisierung unserer Erde aus denjenigen Menschen geworden ist, die den Reifegrad erlangt haben, die das Christus-Prinzip in sich aufgenommen und wirksam haben werden lassen. Was aus dem Menschen werden kann, das soll uns nun einmal beschäftigen.

[ 2 ] Wir werden am besten verstehen, was aus dem Menschen werden kann, wenn wir die Geduld haben, den Menschen nochmals zu betrachten, wie er geworden ist und welche Entwickelungsmöglichkeiten für die Zukunft in ihm sind. Wenn wir den Menschen heute betrachten, so steht er vor uns als ein viergliedriges Wesen. Das erste, was wir am Menschen erkennen, ist der sogenannte physische Leib. Das ist dasjenige Glied, das der Mensch gemeinschaftlich hat mit allen heutigen Geschöpfen des Mineralreiches, das man am Menschen mit Augen sehen, mit Händen greifen kann. Es ist das niederste Glied der menschlichen Wesenheit, dasjenige, was allein zurückbleibt als Leichnam im Tode. Aber dieser physische Leib würde jeden Augenblick das Schicksal haben, das der Leichnam im Tode hat, er würde zerfallen, wenn er nicht durchdrungen wäre von dem, was wir nennen den Äther- oder Lebensleib. Diesen Ätherleib hat der Mensch nicht mehr gemeinschaftlich mit den Geschöpfen des mineralischen Reiches, er hat ihn gemeinschaftlich mit den Wesen des Pflanzenreiches auf der Erde. Der Ätherleib ist in jedem Menschen ein Kämpfer gegen den Tod, der zwischen Geburt und Tod die Teile des physischen Leibes, die sich fortwährend trennen wollen, zusammenhält. Was ist in Wahrheit des Menschen physischer Leib? Das, was er nach einiger Zeit wird, wenn der Tod die Gestalt zerstört hat: Asche, ein Häuflein Asche, das nur so künstlich in seinen Teilen hineingeordnet ist in den Lebensleib, daß das Ganze des Menschen den Eindruck macht, den es heute auf den Beschauer ausübt. Das zweite Glied also ist der Ätheroder Lebensleib. Das dritte, das der Mensch mit allen Tieren gemein hat, ist der sogenannte astralische Leib, der Träger von allen Instinkten, Leidenschaften, Begierden, von allen Gedanken und Vorstellungen und so weiter, das, was man gewöhnlich das Seelische nennt im Menschen. Dann haben wir als viertes jenes Glied der menschlichen Wesenheit, das den Menschen zur Krone der Erdenschöpfung macht, welches verursacht, daß er hinausragt über alle übrigen Wesenheiten der Erdenschöpfung und das den Menschen vorzugsweise dazu befähigt, sich als Ich, als individuelles, selbstbewußtes Wesen des Erdendaseins zu entwickeln.

[ 3 ] In der Zukunft wird die Entwickelung des Menschen so verlaufen, daß der Mensch nach und nach von seinem Ich aus die niederen Teile, die unter dem Ich liegen, bearbeitet, durcharbeitet, daß er das Ich zum Herrn der anderen Teile macht. Wenn das Ich durchgearbeitet, zu seinem Eigentum gemacht hat den astralischen Leib, so daß nichts mehr von unbewußten und unbewachten Trieben, Instinkten und Leidenschaften in diesem Astralleib ist, dann hat es ausgebildet, was wir Geistselbst oder Manas nennen. Das ist nichts anderes, als was der astralische Leib auch ist, nur ist dieser eben vor seiner Umwandlung durch das Ich das dritte Glied. Wenn das Ich dann auch den Ätherleib umwandelt, so entsteht Buddhi oder Lebensgeist, und wenn das Ich einstmals in urferner Zukunft den physischen Leib umwandelt, so daß dieser durch das Ich selbst ganz vergeistigt ist — und das ist die schwierigste Arbeit, weil der physische Körper der dichteste ist —, dann hat sich der physische

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[ 4 ] So haben wir, wenn wir uns diesen Menschen vorstellen in seiner Siebengliedrigkeit, den physischen Leib, den Äther- oder Lebensleib, den astralischen Leib, das Ich, ferner dasjenige, was der Mensch in der Zukunft entwickelt, Geistselbst oder Manas, Lebensgeist oder Buddhi und Geistmensch oder Atma. Das ist der siebengliedrige Mensch. Doch wird der Mensch diese höheren Glieder erst in urferner Zukunft entwickeln. Auf unserer Erde ist es dem Menschen noch nicht beschieden, so weit auf sich zu wirken, daß er alle diese höheren geistigen Teile zur Ausbildung bringt.

[ 5 ] Wenn wir so diesen siebengliedrigen Menschen betrachten, dann haben wir aber den Menschen, der heute vor uns steht, doch noch nicht ganz begriffen. Zwar ist es richtig, daß, wenn wir im großen und ganzen den Menschen überschauen, wir von diesen sieben Gliedern reden können. Aber wir müssen, wenn wir den heutigen Menschen verstehen wollen, noch genauer reden.

[ 6 ] Sie werden sich erinnern, daß der physische Leib auf dem Saturn entwickelt worden ist, der Ätherleib auf der Sonne, der astralische Leib auf dem Monde, und daß das Ich auf der Erde sich ausbilden soll und sich bis zu einem bestimmten hohen Grad schon ausgebildet hat. Nun aber müssen wir diese Erdenentwickelung des Menschen noch etwas genauer ins Auge fassen. Dasjenige, was man Geistselbst, umgewandelten Astralleib nennt, daß der Mensch ganz vollkommen bewußt innerhalb dieses Geistselbstes, seines astralischen Leibes, wirkt und arbeitet, das wird für die große Zahl der Menschen erst am Ende der Erdenentwickelung erreicht sein. Dagegen mußte der Mensch während unserer Erdenentwickelung eine Art Vorbereitung durchmachen, die es schon im Laufe der Erdenentwickelung möglich machte, sozusagen halb bewußt und halb unbewußt an seinen drei niedrigen Gliedern zu arbeiten.

[ 7 ] Dieses halb bewußte und halb unbewußte Arbeiten begann in der lemurischen Zeit, auf die wir ja schon hingewiesen haben. Damals fing das Ich im ganz dumpfen Bewußtsein an zu arbeiten, und zwar zunächst an dem astralischen Leib. Wenn Sie also die Erdenentwickelung verfolgen von der lemurischen Zeit aus in die erste atlantische herein, dann werden Sie finden, daß das Ich zuerst halb unbewußt, nur dämmerhaft bewußt, an seinem astralischen Leib arbeitete. Was damals zuerst auf der Erde als Umwandlungsprodukt des astralischen Leibes erschienen ist, nennen wir Empfindungsseele. Dann arbeitete während der atlantischen Zeit, während dem die Luft durchzogen war von Nebelwassermassen, das Ich im dumpfen Bewußtsein am Ätherleib und arbeitete dasjenige aus, was man Verstandes- oder Gemütsseele nennt. Und von dem Zeitpunkte an, wo von der Gegend in der Nähe des heutigen Irlands aus der große Impuls gekommen ist, der die Völker vom Westen nach dem Osten getrieben und herübergeführt hat über die große atlantische Flut zu unserer neuen Kultur, von dem Beginn des letzten Drittels der atlantischen Zeit an arbeitete das Ich unbewußt am physischen Leib, und es arbeitete dasjenige hinein, was man die Bewußtseinsseele nennt, was dem Menschen die Anlage gab, ein mehr oder weniger selbstbewußtes Ich aus der Gruppenseelenhaftigkeit herauszuarbeiten, das erst mit der Erscheinung des Christus Jesus den großen Impuls der völligen Individualität erlangte. Da wurde der Mensch eigentlich erst fähig zu dem, was man Arbeiten im astralischen Leib mit mehr oder weniger Bewußtsein nennen kann. Wir haben eigentlich erst seit der Einprägung des Christentums auf der Erde damit begonnen, bewußt an unserem astralischen Leibe zu arbeiten. So daß, wenn wir heute vom Menschen sprechen, wir sagen müssen: Der Mensch hat entwickelt physischen Leib, Ätherleib, Astralleib, dann Empfindungsseele, den einstmals im dämmerhaften Bewußtsein umgewandelten Astralleib, die Verstandesseele, den in der atlantischen Urzeit dämmerhaft umgewandelten Ätherleib, und die Bewußtseinsseele, den in der letzten atlantischen Zeit dämmerhaft umgewandelten physischen Leib, so daß er sich allmählich heranbildete, um nach und nach Manas so weit zu entwickeln, wie es heute im Menschen zu beobachten ist.

[ 8 ] Es ist heute im Menschen überall der Anfang von Manas da. Der eine hat es mehr, der andere weniger. Manche müssen noch durch viele Verkörperungen hindurchgehen, um Manas so weit ausgebildet zu haben, daß sie sich bewußt werden dessen, woran sie innerhalb ihrer menschlichen Wesenheit arbeiten. Aber wenn die Erde an ihrem Ziel angelangt sein wird, wenn also die siebente Posaune zu klingen beginnt, dann wird folgendes eintreten: Das, was vom physischen Leib vorhanden ist, wird aufgelöst wie Salz von warmem Wasser. Das menschliche Manas, Geistselbst, wird in hohem Grade entwickelt sein, so daß der Mensch sich immer wieder die Worte des Paulus sagen wird: Nicht ich, sondern Christus in mir tut alles. — So wird der Mensch leben. Dadurch wird er das Physische an seinem Wesen auflösen und das ätherisch Veredelte zu einem Wesen machen, welches innerhalb der astralisierten Erde leben kann. So wird der Mensch als ein neues Wesen hinüberleben in diese geistig gewordene Erde.

[ 9 ] Wir dürfen sagen, daß dieser große Moment des Hinüberlebens in die geistig gewordene Erde uns in der Bibel in einer wunderbaren Weise ausgedrückt wird, indem uns gesagt wird, daß alles, was der Mensch jetzt während der Erdenzeit im physischen Leib sich erarbeitet, wie eine Saat ist, die aufgehen wird als Frucht, wenn die Erde geistig geworden sein wird. 1. Korinther 15, 37: «Und das du säest, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloß Korn, nämlich Weizen oder der anderen eins. Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, und einem jeglichen von den Samen seinen eigenen Leib», das heißt den Leib, welcher der Ausdruck ist des Seelischen, der Individualität. «Und es sind himmlische Körper und irdische Körper. Aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen und eine andere die irdischen.» Die irdischen Körper werden aufgelöst, die himmlischen erscheinen als der lichtvolle Ausdruck dessen, was die Seele ist. «Es wird gesäet verweslich und wird auferstehen unverweslich.» Der unverwesliche Leib, der wird dann auferstehen. «Es wird gesäet ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistiger Leib.» «Geistiger Leib» nennt Paulus den Äther- oder Lebensleib, nachdem das Physische sich aufgelöst hat und der Ätherleib sich in die astralische Erde hineinbewegt. Da sieht Paulus voraus den unverweslichen, geistigen Leib, wie er ihn nennt.

[ 10 ] Und jetzt betrachten wir dasjenige, was der Mensch hineinlegt als Ausdruck seiner eigenen Christus-Fähigkeit. Es ist dasselbe, was Paulus im Geiste vorschwebt und was er nennt den «letzten Adam», während er den ersten Menschen, der in einem physisch sichtbaren Leibe ins Dasein getreten ist, den «ersten Adam» nennt. In der lemurischen Zeit, an der Grenze des lemurischen Zeitalters, finden wir unten schon verschiedene Tiere, der Mensch aber ist noch nicht für äußere Augen sichtbar, er ist noch ätherisch. Er verdichtet sich, nimmt mineralische Bestandteile auf, er erscheint in seiner ersten Gestalt. Wie wenn Wasser sich verdichtet zu Eis, so kommt der physische Mensch heraus. Dann geht die physische Entwickelung so weit, daß sich auflösen kann, was irdisch ist, und da entschwindet das Irdische. Daher erscheint der Mensch, der den ätherischen Leib hat, als der «letzte Adam». Der «erste Adam» hat die Fähigkeit, im physischen Leib durch die physischen Sinne auf die Erde zu sehen, der letzte Adam, der einen geistigen Leib annimmt, ist eine Physiognomie der inneren Christus-Fähigkeit. Christus wird daher auch von Paulus der «letzte Adam» genannt. So schließt sich dasjenige, was die Menschwerdung enthält, zusammen. Wir sehen im Geiste aufleuchten, was aus dem Menschen einst werden wird, während wir vorher gesehen haben, wie der Mensch herunterstieg auf unsere Erde.

[ 11 ] Um nun das Folgende zu verstehen, müssen wir noch ein wenig tiefer in die Mysterien der Menschwerdung hineinschauen. Wenn Sie den Menschen verfolgen könnten bis vor seiner physischen Leibwerdung, also bis in die Zeit, wo er noch nicht für physische Augen sichtbar gewesen wäre, wo er sozusagen aus dem Ätherischen erst herunterstieg, indem er erst ein luftförmig-wässeriges Gebilde wurde, dann ein knorpeliges, wenn Sie ihn so verfolgen könnten, dann würden Sie sehen, wie auch unsere Erde noch ganz anders war. In jener Zeit, bevor der Mensch heruntergestiegen ist, gab es eigentlich noch kein Mineralreich. Die Erde hatte erst die Erbschaft des Mondes angetreten. Das niederste Reich war das Pflanzenreich sozusagen. Die Erde war viel weicher. Alle Verteilung der flüssigen, der gasförmigen Stoffe war eine ganz andere. Wenn Sie die Erde also geschaut hätten in jener Zeit, bevor der Mensch aus ihrem atmosphärischen Umkreis zum festen Grund heruntergestiegen war, so würde sie Ihnen nicht vorgekommen sein wie das, was in der heutigen Geologie und so weiter abstrakt beschrieben wird, sondern unsere Erde als Ganzes war dazumal viel näher, man möchte sagen, einem Organismus.

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[ 12 ] Es war diese Erde durchzogen von allerlei regelmäßigen Strömungen. Die Erde glich eher einem lebendigen Wesen als dem, was sie heute ist. Und der Mensch, der mehr als geistig-ätherisches Wesen in jener alten Zeit vorhanden war, wurde damals nicht so geboren wie heute, sondern er wurde sozusagen herausgeboren aus der Mutter Erde selber. Die Mutter Erde selber war es, die diesen Menschen, diesen noch geistig-ätherischen Menschen, werden ließ, und der Mensch war, bevor er sich absonderte von der ganzen Erde, ein Wesen, das wirklich mit der ganzen Erde verbunden war. Denken Sie sich einmal, wie in irgendeinem Körper, der weich ist, verhärtete Stellen entstehen, dann würden Sie ein Bild haben, wie dazumal aus der Mutter Erde selber die Menschen herausgeboren wurden. Ja, die Menschen waren durch allerlei Strömungen mit der Erde verbunden, blieben mit ihr verbunden. Es war also ein ganz anderes Leben der Menschen. Dasjenige, was Sie heute zum Beispiel als Blutkreislauf im Menschen drinnen haben, abgeschlossen im Innern von seiner Haut, das hatte seine Fortsetzung — es war in Form natürlicher Kräfte vorhanden — überall hinaus in die umliegende Erde. Wollten wir uns ein Bild davon entwerfen, wie es damals war, so müßten wir sagen: Nicht für das physische Auge, aber dem hellseherischen Blick fühlbar, entstand innerhalb der Erde eine Stelle, welche sich abhob und sich unterscheiden ließ von der übrigen Umgebung; aber dasjenige, was da als Kräfte drinnen waltete, hing an zahlreichen Fäden zusammen mit der ganzen übrigen Erde. — Das war der Anfang eines physischen Menschen.

[ 13 ] Es gab eine Zeit, in der so die Menschen mit Fäden zusammenhingen mit der übrigen Erde. Wir berühren, wie gesagt, da ein bedeutsames und ernstes Mysterium, das Mysterium, welches seine letzten Spuren hinterlassen hat dadurch, daß der Mensch, wenn er heute in die Welt tritt, den Zusammenhang mit dem mütterlichen Organismus in der Nabelschnur gelöst erhält. Dieser Zusammenhang mit dem mütterlichen Organismus ist der letzte Rest jenes Zusammenhanges, den der Mensch hatte mit der Mutter Erde. Und wie der Mensch heute ein Menschensohn ist, vom Menschen geboren, so ist der Mensch einstmals ein Erdensohn gewesen, von der Erde geboren, da die Erde noch ein lebendiges Wesen war. Und damit wurde der Mensch selbständig, daß die Nabelschnur, an der er zusammenhing mit der ganzen Erde, sozusagen für ihn abgeschnitten wurde. Dadurch wurde er ein Wesen, das von seinesgleichen geboren wurde.

[ 14 ] Klar müssen wir uns sein darüber, daß die Blutsbahnen, die heute im Menschen sind, nichts anderes sind als die Fortsetzungen von Strömungen, die in dem alten Erdenzustand die ganze Erde durchdrangen. Ebenso die Nervenbahnen: alles, was Sie als Nerven haben, erhielt seine Fortsetzung hinaus in die Mutter Erde. Das ist gleichsam jetzt herausgeschnitten von dem, was die ganze Erde als Nerven durchströmte. Und ebenso die anderen Glieder der menschlichen Wesenheit. Herausgeboren aus der Mutter Erde ist der Mensch. Was heute abgeschlossen ist im Menschen durch seine Haut, ist hineingezogen in ihn aus der ganzen Erde. Aus der Erde ist des Menschen Wesenheit genommen und hineingezogen in ihn. Der Mensch war, bevor er Menschensohn wurde, ein Erdensohn. Und «Erdensohn» heißt eigentlich «Adam». Alle diese alten Namen weisen auf bedeutsame Geheimnisse hin. Wenn wir uns aber dessen bewußt sind, so werden wir begreifen, daß die Erde, bevor auf ihr der sichtbare Mensch entstand, schon alle Kräfte dieses sichtbaren Menschen in sich enthielt. Bevor der Mensch ein Mensch wurde, war die Erde die Trägerin aller menschlichen Kräfte. Die Erde ist also die Gebärerin des Menschengeschlechtes. Ebensowenig wie Sie sich denken können, daß aus der heutigen steinernen Erde jemals der Mensch entspringt, ebensosehr konnte der Mensch entspringen aus der Erde, als sie noch ein Lebewesen war. In der lemurischen Zeit ist das vor sich gegangen, was wir mit wenigen Worten andeuten konnten.

[ 15 ] Wenn Sie sich nun fragen: Hatte denn nun nicht diese Erde eine ungeheure Wichtigkeit für den Menschen? — so müssen wir sagen: Ja, denn sie enthielt in ihrer Uranlage alles, was der Mensch später in sich aufgenommen hat. Irgendwo war das Herz vorgebildet, irgendwo das Gehirn, jeder Nervenstrang war vorbereitet in unserer Erde. Ebenso aber wie vorbereitet war unsere Innerlichkeit in der Erde, ebenso tragen wir in dem, was wir als unsere neue Leiblichkeit ausgebildet haben werden, wenn die Erde an ihrem Ziele ist, die Gestalt in uns, welche der künftige Planet, die künftige Verkörperung unserer Erde annehmen muß. Heute arbeitet der Mensch an seiner Seele; dadurch macht er sich seinen Leib immer ähnlicher und ähnlicher der Seele. Er wird, wenn die Erde am Ende ihrer Bahn, ihrer Mission angelangt sein wird, seinen Leib so gestaltet haben, daß er ein äußeres Abbild der Seele ist, die den Christus in sich aufgenommen hat. Dieser Mensch wird hinüberleben und wird seine so gebildeten Kräfte der nächsten Verkörperung unserer Erde einpflanzen. Der Jupiter wird so ausschauen, wie der Mensch ihn machen kann, indem er ihn aus seinen eigenen Leibern zusammensetzt. Dieser Jupiter wird zunächst seine Gestalt von dem erhalten, was der Mensch aus sich selbst gemacht hat. Denken Sie sich, daß all die Leiber, die sich so gebildet haben, sich zusammenfügen zu einer einzigen Weltenkugel: das wird der Jupiter sein. Sie haben als Anlage in Ihrer Seele dasjenige, was die Gestalt des Jupiters sein wird, was er an Kräften in sich enthalten wird. Und aus dem Jupiter werden herausgeboren werden die Jupiter-Wesen. So arbeitet der Mensch heute vor für die Geburt der Jupiter-Körper.

[ 16 ] Was muß der Mensch also tun, damit er der künftigen Verkörperung unserer Erde eine würdige Gestalt gibt? Er muß dafür sorgen, daß die Arbeit, die er jetzt bewußt leisten kann, in der Christus-gemäßen Weise vor sich geht, damit der ätherische Leib, der ein Abbild dieser Arbeit sein wird, in würdiger Weise sich hineinlebt in die vergeistigte Erde. Alle Teile dieses Leibes werden so sein, wie der Mensch sie gemacht hat. Was der Mensch gemacht haben wird aus seinem physischen Leibe, das wird er in diese geistige Erde hineinbringen, und dasjenige, was daraus sich gestalten wird, das wird die Grundlage sein für seine Weiterentwickelung. Wie sich Ihre heutige Seele in Ihrem heutigen Leibe, den Sie vom Monde ererbt haben, entwickelt, so wird sich die künftige Seele in demjenigen entwickeln, was Sie selber aus ihrem Leibe machen. Daher bezeichnet man den Leib, dasjenige, was die Seele, das Ich umkleidet, umhüllt, was von diesem Ich bewohnt wird, als den Tempel der im Innern befindlichen Ichheit, den Tempel der im Menschen lebendigen Göttlichkeit, den Tempel Gottes. Indem Sie also diesen Leib gestalten, bauen Sie einen künftigen Tempel, das heißt die neue Verkörperung der Erde,.auf. Sie bauen in den richtigen Maßen den Jupiter auf, indem Sie den menschlichen Leib in der richtigen Weise ausgestalten. Was muß daher zum Vorschein kommen, wenn die Erde am Ziel angekommen sein wird? Ein in allen Maßen stimmender Tempel der Seele. Daher wird dem Eingeweihten der Auftrag gegeben, diesen Tempel, den der Mensch dann gebaut haben wird, zu untersuchen. Daß die Seele das Richtige gemacht hat, wird dadurch zum Vorschein kommen, daß er gemessen wird, dieser Tempel Gottes. «Und es ward mir ein Rohr gegeben, einem Stecken gleich, und er sprach: Stehe auf und miß den Tempel Gottes und den Altar und die darinnen anbeten. Aber den Vorhof außerhalb des Tempels wirf hinaus!» (Kapitel 11, 1.) Das heißt: Alles dasjenige muß hinausgeworfen werden aus dem Tempel, was zur Vorbereitung da war. Der Mensch mußte erst physischen Leib und Ätherleib haben, bevor er drinnen arbeiten konnte. Dieser physische Leib und der Ätherleib, die sind der Vorhof: die müssen abfallen, die wirf hinaus. — Dasjenige, was der Mensch allein gemacht hat, das behält er. Das ist der Tempel, in dem wohnen sollen neue Wesen zur Zeit des Jupiter-Daseins.

[ 17 ] Also wir leben da innerhalb einer geistig gewordenen Erde. Wir sehen, wie sich schon vorbereitet vorbildlich diese Jupiter-Zeit. Wie die Menschen mitbringen die Früchte des Erdendaseins, das alles sehen wir vorgebildet. Und jetzt müssen wir uns klar sein darüber, daß innerhalb dieses geistigen Zustandes der Erde auf einer höheren Entwickelungsstufe alles das wiedererscheint, was früher da war. Vor allen Dingen erscheinen die Träger der geistigen Strömungen wieder, auf denen die Erde feststeht, aus denen sie hervorgegangen ist. Die Träger dieser Strömungen erscheinen lebendig wieder. Es werden in Elias und Moses, wenn wir der christlichen Tradition folgen, die persönlichen Vertreter dessen gesehen, was uns gestern in den zwei Säulen erschienen ist. Die, welche die Lehren der zwei Säulen geben, werden in der christlichen Esoterik angeschen als Elias und Moses. Elias war derjenige, der dem Menschen die Kundschaft und Botschaft brachte von der einen Säule, der Säule der Stärke, Moses derjenige, der sie brachte von der Säule der Weisheit. «Moses» heißt: Weisheit oder Wahrheit, und «Elias» heißt — ja es ist schwer, das Wort im Deutschen auszudrücken — die weisende Kraft, das, was die Richtung, den Impuls gibt. So sehen wir diese beiden in der geistig gewordenen Welt auftreten, und zwar auf der Entwickelungsstufe, zu der sie es dann gebracht haben werden. Denn wie bei der «Verklärung» nach der christlichen Tradition der Christus erschienen ist zwischen Moses und Elias, so erscheint der ganze Vorgang am Ende der Erdenentwickelung so, daß die Sonne, die geistige Sonne der Liebe, die Offenbarung der Erdenmission der Liebe erscheint, gestützt durch Sonne-Mars und MondMerkur, durch Elias und Moses. Wie wir gestern gesehen haben die beiden Säulen, die zunächst vor dem Eingeweihten erscheinen als die Symbole von Stärke und Weisheit, und darüber die Sonne der Liebe, so können wir uns jetzt ein Stück weiter die Erdenentwickelung vorstellen, und in seiner Lebendigkeit, in seinem Persönlichen wird uns dasjenige, was die eine Säule ist, als Elias erscheinen, und die andere als Moses, und was darüber ist, als das eigentliche Christus-Prinzip.

[ 18 ] Wenn wir nunmehr den Blick ein wenig hinwegwenden von der Erde selber, von dem, was auf ihr ist, und sie im Zusammenhang mit dem ganzen Himmelsraum betrachten, so sind wir gerade in dem Zeitpunkt, den wir jetzt besprechen, bei einer sehr wichtigen Sache angelangt. Erde und Sonne waren ein Körper. Die Erde hat sich aus der Sonne herausentwickelt und der Mond hat sich abgespalten. Wir haben gesagt, daß das hat geschehen müssen wegen des richtigen Maßes der Entwickelung. Nun aber, wo der Mensch diese Entwickelungsstufen durchgemacht hat, nachdem er sich vergeistigt hat, ist er reif, sich wiederum mit den Kräfteverhältnissen zu vereinigen, welche auf der Sonne sind. Er kann das Tempo der Sonne mitmachen. Es findet nun ein wichtiger Weltenvorgang statt: die Erde vereinigt sich wiederum mit der Sonne. Während dasjenige vorgeht, was wir besprochen haben, vereinigt sich die Erde mit der Sonne. Wir haben gesagt, daß die Sonnengeister auf die Erde herabgestiegen sind bei dem Ereignis von Golgatha. Wir haben gesagt, daß dieses Christus-Prinzip es so weit bringen wird, wie wir es haben beschreiben können. Jetzt wird die Erde reif, sich mit der Sonne zu vereinigen. Und das, was notwendig war, damit die Entwickelung nicht zu schnell vor sich geht, der Mond, der wird überwunden sein, den braucht der Mensch nicht mehr. Der Mond wird in seinen Kräften überwunden werden. Der Mensch kann sich in dieser Zeit mit der Sonne vereinigen. Er wird in der vergeistigten Erde drinnen leben und zu gleicher Zeit verbunden sein mit der Kraft der Sonne, und er wird der Überwinder des Mondes sein. Das wird, indem es geschaut wird, dargestellt durch diese symbolische Figur des fünften Siegels: das Weib, das die Sonne in sich trägt und den Mond zu ihren Füßen hat. Wir sind an dem Zeitpunkt angekommen, da der Mensch vergeistigt ist, da der Mensch sich wiederum mit den Kräften der Sonne verbindet, da Erde und Sonne ein Körper ist und die Mondenkräfte überwunden sein werden. (Siehe das fünfte Siegelbild.)

[ 19 ] Und nunmehr müssen wir uns erinnern, daß nur der fortgeschrittenere Teil der Wesenheiten, der vom Prinzip des Christus imprägnierte Teil, diese Entwickelung durchgemacht hat. Der ist so weit gekommen; diejenigen aber, die in der Materie verhärtet sind, sind herausgefallen, haben sozusagen eine Art Nebenplaneten von verhärteter, verfleischlichter Materie gebildet. Nun erinnern wir uns einmal, wie, astralisch gesehen, für den Hellseher der Mensch hervortrat, bevor er auf die Erde herunterstieg als physisches Wesen. Erinnern wir uns, daß wir genau hingewiesen haben darauf, daß der Mensch in den vier Typen seiner Gruppenseele erschien, in der Gestalt des Löwen, des Adlers, des Ochsen und des Menschen. Diese vier Typen der Gruppenseele treten uns sozusagen entgegen, bevor der Mensch heruntersteigt ins Physische, bevor er individualisiert wird. Diese vier typischen Gestalten, die der Mensch gehabt hat, bevor er in den physischen Leib hereingetreten ist, sind am heutigen physischen Menschen nicht sichtbar; die sind in der Gewalt der Seele. Wie Kautschuk ist es hereingepreßt in die menschliche Form. In der Tat ist es so: Wenn der Mensch sich nicht in seiner Gewalt hat, wenn seine Seele schweigt, entweder dadurch, daß er schläft oder sonst in einem mehr oder weniger bewußtlosen Zustand ist, dann sieht man heute noch, wie der entsprechende Tiertypus herauskommt. Aber der Mensch hat im Grunde genommen dadurch, daß er heruntergestiegen ist auf den physischen Plan, diesen Tiertypus überwunden. Wann ist dem Menschen die Fähigkeit gegeben worden, im Astralischen den Tiertypus zu überwinden?

[ 20 ] Erinnern wir uns, daß wir gesprochen haben von den sieben Zeiträumen der atlantischen Entwickelung. Diese sieben Zeiträume umfassen vier erste und drei letzte. Die vier ersten waren so, daß der Mensch noch durchaus Gruppenseele war. Dann, im fünften Zeitraum, ist der erste Impuls zur Ich-Seele entstanden. Wir haben also vier Entwickelungsstufen in der Atlantis, in denen der Mensch erst als Gruppenseele aufrückt, und jeder der vier ersten atlantischen Rassen entspricht eine der typischen Tiergestalten, Löwe, Adler, Kalb oder Stier, und Mensch. Das geht in den Menschen über im fünften Zeitraum, da verlieren sich diese typischen Gestalten. Denken Sie sich nun einmal, daß der Mensch in seiner jetzigen Zeit sich durchdringt mit dem Christus-Prinzip und dadurch immer mehr und mehr überwindet das Tierische. Wenn er sich aber nicht durchdringt mit dem Christus-Prinzip, dann überwindet er das Tierische nicht. Die vier typischen Köpfe, Löwe, Adler, Stier und Mensch, die bleiben sozusagen als etwas, was seine Gestalt wiederum annimmt, wenn es nun wiederum hervortreten kann, und dazu kommen noch drei andere, die von den drei letzten Rassen der atlantischen Entwickelung, wo der Mensch schon angefangen hatte, Mensch zu sein. Diese drei bleiben auch, wenn der Mensch nicht durch seine Seele daran arbeitet, daß dieses Tierische verschwindet. Wie wird also der Mensch, der während unserer Zeit das ChristusPrinzip nicht aufgenommen hat, auf der vergeistigten Erde erscheinen? Er wird in der Materialität erscheinen; in den Gestalten, aus denen er gekommen ist, wird er sich wieder zeigen. Er hat diese Tiergestalten gehabt und hat noch drei dazu durchgemacht. Das, was die Tierheit hätte überwinden können, ist nun von ihm unbenützt gelassen worden. Die Tierheit springt wieder hervor, und zwar in sieben Gestalten. Wie einst in Atlantis die vier Köpfe auftauchten, der Tier-Mensch, so werden auftauchen aus der verwandelten Erde, aus der astralisierten Erde sieben solche typische Köpfe, und es wird sich das Schauspiel wiederholen, welches sich dazumal abgespielt hat. Der geistige Mensch war in seiner Anlage vorhanden, aber er konnte noch nicht eine individuelle Gestalt ausbilden, er bildete die vier Tierköpfe aus. Der geistige Mensch in seiner Anlage wird dargestellt auch für die damalige Zeit durch das Weib, das den Menschen gebiert. Es wird auch der Mensch der Zukunft dargestellt durch das Weib, das den geistigen Menschen gebiert. Aber dasjenige, was im Fleisch geblieben ist, wird auf der Nebenerde dargestellt durch das Tier mit den sieben Köpfen. Wie damals vier Köpfe da waren, bevor der Mensch die Möglichkeit hatte, die Tierheit zu überwinden, so erscheinen diejenigen, die in der Tierheit geblieben sind, als eine Gesamtheit, als das Tier mit den sieben Köpfen.

[ 21 ] So also tritt tatsächlich in der Zukunft einmal, nachdem sich die Erde mit der Sonne vereinigt hat, während oben die vergeistigte Erde ist, unten alles dasjenige auf, was nicht in sich aufgenommen hat das geistige Prinzip, und es erscheinen wiederum die Tierköpfe, die einstmals da waren, nur daß sie jetzt außer ihrer Zeit sind. Jetzt sind sie die Widersacher; vorher, in der Zeit der Vorbereitung, waren sie in der richtigen Zeit. So sehen wir, daß, wie damals aus dem physischen, jetzt aus dem astralischen Meer aufsteigt — die Sonne ist auch astralisiert — das Ungeheuer mit den sieben Köpfen, das siebenköpfige Tier. Alles dasjenige, was im Menschen veranlagt wird durch den ätherischen Leib — bitte das zu beachten -, das nennt man in der Mysteriensprache, der sich auch der Apokalyptiker bedient, einen «Kopf» oder ein Haupt, weil es eine solche typische Hauptgestalt wie den Löwenkopf hervorruft, wenn man es hellseherisch sieht. Daran müssen wirken die ätherischen Kräfte. Wenn wir die atlantische Entwickelung verfolgen, so war da der Ätherleib noch außerhalb des Kopfes. Das, was vom Ätherischen aus im Menschen veranlagt wird, nennt man in der Sprache der apokalyptischen Mysterien «Kopf». Damit meint man also das, was dem hellseherischen Blick vorzugsweise als Kopf erscheint. Dasjenige aber, was physisch im Menschen bewirkt wird durch irgendein Glied des Ätherleibes, das nennt man ein «Horn». Ein «Horn» ist in der Sprache der Mysterien also eine sehr geheimnisvolle Sache. Dasjenige, was zum Beispiel im Menschen physisch bewirkt worden ist dadurch, daß er einmal durchgegangen ist durch diejenige Rasse der atlantischen Zeit, in welcher typisch der Löwe als Gruppenseele da war, das nennt man ein Horn. Also das Physische, das von irgendeinem Glied des Ätherleibes herkommt, nennt man ein «Horn». Ein Horn ist zum Beispiel das Organ, welches der äußere physische Ausdruck für irgend etwas Ätherisches ist.

[ 22 ] Nun will ich Ihnen konkret sprechen. Alle physischen Organe des Menschen sind eigentlich verdichtete Ätherorgane, sind aus dem verdichteten Ätherleib hervorgegangen. Betrachten wir das menschliche Herz. Es ist heute ein physisches Organ, aber es ist aus einem Ätherorgan heraus verdichtet. Dieses heutige menschliche Herz hat seine Anlage erhalten damals, als der Mensch durch die Gruppenseelenhaftigkeit hindurchgegangen ist, die mit dem Löwen bezeichnet wird. Also ist das Herz das «Horn» des Löwenkopfes, denn als der Ätherleib so weit war, daß der Mensch erschien mit der Gruppenseele, die im Löwenkopf symbolisiert wird, da hat sich die Anlage gebildet, die später das physische Herz wurde. Aus dieser Anlage des Löwenmenschen entstand die heutige menschliche physische Herzanlage. Während wir also den Ätherleib zurückführen in seiner Entstehung auf die Verwandlung eines «Kopfes» in den anderen, auf das Hinzufügen des einen Kopfes zum anderen, fassen wir den menschlich physischen Leib auf als das Hinzufügen eines «Hornes» zum andern. Tatsächlich besteht der menschliche Ätherleib aus «Köpfen», der menschliche physische Leib aus «Hörnern». Das ist die Sprache der Mysterien. Alle Organe des Menschen sind aus dem Ätherleib herausgebildet, sind also lauter «Hörner».

[ 23 ] Und nun haben wir alles das, was wir gehört haben, einmal zu überdenken, denn das ist etwas, wozu selbst der Apokalyptiker sagt: Hier ist Weisheit. — Wir werden erst verstehen diese Weisheit, die der Apokalyptiker hineingelegt hat in die Erscheinung des siebenköpfigen Tieres, das aber zehn Hörner hat, wenn wir uns genau überlegen, was eigentlich «Horn» in bezug auf «Kopf» in der Mysteriensprache ist. Wir werden sehen, daß diejenigen Wesenheiten, welche sich diese sieben Köpfe bewahrt haben, weil sie stehengeblieben sind in der Entwickelung, daß die in der Tat im Abgrund einen physischen Leib angenommen haben, der aus zehn verhärteten physischen Leibesgliedern besteht.