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The Rudolf Steiner Archive

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Egyptian Myths and Mysteries
in Relation to the Active Spiritual Forces of the Present
GA 106

13 September 1908, Leipzig

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Elfter Vortrag

Eleventh Lecture

[ 1 ] Wir haben an verschiedenen Punkten unseres Vortragszyklus die Tatsachen der nachatlantischen Entwickelung hinzustellen versucht und angedeutet, daß in unserer Zeit eine Art Wiederholung, Wiederauferstehung stattfindet der Erlebnisse, die von der Menschheit durch. gemacht wurden während der ägyptisch-chaldäischen Kultur. Jetzt wollen wir nur schematisch andeuten für diese beiden Zeiträume, was wir für die anderen schon angedeutet haben. Es ist gesagt worden, daß der indische Zeitraum sich wiederholen wird im siebenten Zeitraum, der persische im sechsten Zeitraum, der ägyptische in unserem Zeitraum, und daß der vierte, der griechisch-lateinische Zeitraum sozusagen für sich dasteht. Wir wollen nun schematisch andeuten, indem wir durch eine Linie die ägyptische und unsere Zeit verbinden, wieso eine gewisse Auferstehung von äußeren und inneren Erlebnissen zu sehen ist, indem wir unsere Zeit zur ägyptischen Zeit in Beziehung setzen.

[ 1 ] At various points in this cycle of lectures we have tried to present the facts of post-Atlantean evolution, and we have indicated that in our time there is a kind of repetition or resurrection of the experiences that mankind went through during the Egypto-Chaldean culture. It has been stated that the Indian period will repeat itself in the seventh period, the Persian in the sixth, the Egyptian in our time, and that the fourth, the Greco-Latin, stands by itself, so to say. Now, connecting the Egyptian time and our own, we shall try to indicate how a certain recrudescence of outer and inner experiences is to be seen when we bring our time into connection with the Egyptian.

[ 2 ] Wir haben gesehen, daß geheimnisvolle Kräfte bestehen in den geistigen Welten, denen gewisse andere in der physischen Welt entsprechen, die bewirken, daß diese Wiederholungen eintreffen. So entstehen Auferstehungen von äußeren und inneren Erlebnissen. Zwischendrin, in der Mitte, steht für sich der griechisch-lateinische Zeitraum, in dem der Christus erschien auf der Erde und wo sich das Mysterium von Golgatha vollzog. Es ist auch darauf aufmerksam gemacht worden, daß sich nicht nur die äußeren Entwickelungsverhältnisse auf dem physischen Plan verändert haben, sondern daß auch die Verhältnisse in der geistigen Welt andere geworden sind. Ich habe darauf hingewiesen, wie anders die Seele des Menschen war in der ägyptischen Zeit, als sie auf die gigantischen Pyramiden schaute, und wie anders die Seele war, als sie wiederverkörpert war in der griechisch-lateinischen Zeit, und wie anders die Seele in unserer Zeit empfindet. Wir haben gesehen, daß nicht nur dieses stattfindet, sondern daß auch für den Zeitraum zwischen dem Tod und einer neuen Geburt in dem Kamaloka und dem Devachan eine Art von Fortschritt, von Verwandlung geschieht, so daß die Seele nicht das gleiche erlebt, wenn sie aus einem ägyptischen oder aus einem griechischen oder aus einem jetzigen Leibe in das Kamaloka oder Devachan eingeht. Außen ändert sich die Welt des physischen Planes, aber auch im Geistigen, in der geistigen Welt geschieht ein Fortschritt, auch da erlebt die Seele immer wieder etwas Verschiedenes.

[ 2 ] We have seen that in the spiritual worlds there exist mysterious forces, to which there correspond certain other forces in the physical world which effectuate the appearance of these repetitions. Thus do these resurrections of outer and inner experiences originate. In the middle between these stands the Greco-Latin period, during which the Christ appeared upon the earth and the Mystery of Golgotha took place. It was also pointed out that not only the external evolutionary relationships on the physical plane had changed, but that also the relationships in the spiritual world had become different. I have described how the soul was in the Egyptian time, when it looked upon the gigantic pyramids, how different it was when it reincarnated in the Greco-Latin period, and how different it is in our time. We have seen that not only does this occur, but that also for the period between death and a new birth, in kamaloka and Devachan, there takes place a sort of progress or transformation, so that the soul does not experience the same thing when it enters into kamaloka or Devachan from an Egyptian, a Greek, or a modern body. Externally the world of the physical plane alters, but progress also occurs in the spiritual world so that the soul always experiences something different there.

[ 3 ] Nun werden wir vor allen Dingen auch vom Standpunkte dieses Jenseits — wenn wir es so nennen wollen — einmal die gewaltige Erscheinung des Christus auf unserer Erde heute zu betrachten haben. Wir werden uns heute in einer viel tieferen Weise die Frage vorlegen: Welche Bedeutung hat das Auftreten des Christus auf unserer Erde, welche Bedeutung hat die Erscheinung des Christus für die verstorbenen Seelen, für das Leben auf der anderen Seite, auf der geistigen Seite des Daseins? Dazu müssen wir verschiedenes vorausschicken, was sich diesseits und jenseits des physischen Planes in der ägyptischen Periode für die Seelen abgespielt hat.

[ 3 ] It is primarily from the standpoint of this “beyond” that today we shall consider the mighty event of the Christ's appearance on our earth. We shall approach in a much deeper way the question, What significance has the advent of the Christ on our earth? What significance has the Christ's appearance for the dead souls, for the life on the other side, the spiritual side, of existence? For this purpose we must explore many different things that affected souls in the Egyptian period both within and beyond the physical plane.

[ 4 ] Aus allem, was wir über die früheren großen Epochen der Erdenentwickelung verfolgt haben, können wir entnehmen, daß der ägyptisch-chaldäische Zeitraum eine Erkenntnis- und Erlebnisspiegelung geboten hat dessen, was sich in der lemurischen Zeit abgespielt hat, was sich abspielte auf der Erde während und nach dem Herausgehen des Mondes. Dasjenige, was die Menschen da erlebten, das erlebten sie wie eine Erinnerung in dem, was die ägyptischen Eingeweihten den Menschen gaben. Der ägyptische Eingeweihte selbst erlebte während seiner Initiation Ereignisse, die sonst der Mensch erst erleben kann, wenn er die Pforte des Todes durchschreitet. Allerdings erlebte der ägyptische Eingeweihte das in einer anderen Art als ein gewöhnlicher verstorbener Mensch. Er erlebte das anders und noch viel dazu.

[ 4 ] From our studies of the earlier great epochs of earth evolution we can derive that the Egypto-Chaldean period furnishes a mirroring in knowledge and experience of what happened in the Lemurian time, of what happened on the earth during and after the departure of the moon. What men experienced then, they experienced again as a memory in what the Egyptian initiates gave them. The Egyptian initiate himself experienced during his initiation events that man otherwise experiences only when he passes through the portal of death. To be sure, the Egyptian initiate experienced this in a different way than does the ordinary person who dies. He experienced it differently and in a much fuller way.

[ 5 ] Es ist nun gut, wenn wir als Bausteine dieser Betrachtungen mit wenigen Worten das Wesen der ägyptischen Einweihung bezeichnen. Das Wesen dieser Einweihung unterscheidet sich sehr von dem Wesen der Einweihung in der Zeit nach Christus. Denn durch dessen Erscheinen ist die Einweihung wesentlich verändert worden. Wir haben gesehen, daß die Menschen immer mehr und mehr in die materielle Welt steigen mußten, immer mehr Interesse gewinnen mußten an der physischen Welt. In demselben Maße aber wurden die Erlebnisse zwischen Tod und einer neuen Geburt in der geistigen Welt schattenhafter, blasser. Je lebendiger das Bewußtsein der Menschen in der physischen Welt wurde, je lieber sie da waren, je mehr sie die Gesetze für den physischen Plan entdeckten, desto schattenhafter wurde ihr Bewußtsein in der geistigen Welt. Und seinen Tiefstand hat das Bewußtsein in der geistigen Welt erlebt in der griechisch-lateinischen Zeit. Aber bevor der Mensch ganz heruntergestiegen war in diese materielle Tiefe, war es ihm nicht möglich, innerhalb des physischen Leibes vollständig das zu erleben, was man erleben muß, wenn man innerhalb des Zeitraumes zwischen Geburt und Tod einen Einblick gewinnen will in die geistige Welt.

[ 5 ] It will be well for us now, as a basis for these considerations, to describe the essence of Egyptian initiation in a few words. This initiation is essentially different from that of the time after Christ, for through his advent initiation was fundamentally altered. We have seen that men had to descend further and further into the material world, gaining increasing interest in the physical world. In the same proportion, however, the experience in the spiritual world between death and a new birth became more pale and shadowy. The livelier man's consciousness became in the physical world, the more he enjoyed being there, the, more he discovered the laws of the physical plane, the dimmer his consciousness in the spiritual world became. The consciousness in the spiritual world reached its low point in the Greco-Latin time. But even before man had fully descended into these depths of matter, it had become impossible for him, within the physical body, to experience completely what one must experience if, during the period between birth and death, one seeks to gain insight into the spiritual world.

[ 6 ] Der Einweihungsvorgang läßt sich kurz charakterisieren, und zwar bezieht sich das auf jede, auf die vor- und nachchristliche Einweihung, nur der Schluß ist ein veränderter. Die Einweihung ist nichts anderes, als daß der Mensch die Fähigkeit gewinnt, in seinen höheren Leibern Schauorgane zu entwickeln. Der Mensch sieht heute in der Nacht Finsternis, es ist dunkel um ihn. Das kommt daher, daß der Mensch in seinem Astralleibe keine Wahrnehmungsorgane hat. Es müssen, ebenso wie die Augen und Ohren als physische Wahrnehmungsorgane sich gebildet haben, aus den höheren Wesensgliedern übersinnliche Organe entwickelt und ihnen eingegliedert werden. Das geschieht dadurch, daß dem Schüler gewisse Übungen der Meditation und Konzentration gegeben werden. Diese Übungen macht der Mensch durch, nachdem er zunächst einen Überblick gewonnen hat über dasjenige, was von Eingeweihten als Kunde gegeben werden kann von den geistigen Welten. Das ist immer geschehen, daß die Schüler dasjenige lernen mußten, was wir heute elementare Geisteswissenschaft nennen. Man sah viel strenger darauf, daß in einer regelmäßigen Stufenleiter die Schüler die Wahrheiten kennenlernen konnten. Wenn eine genügende theoretische Vorbereitung vorhanden war, und die Schüler reif dazu waren, wurden ihnen die Übungen gegeben. Diese Übungen haben einen ganz bestimmten Zweck. Wenn der Mensch im Tagesleben die Eindrücke der Sinne auf sich wirken läßt, so sind diese Eindrücke allerdings so, daß sie Früchte bringen für das gewöhnliche Leben auf dem physischen Plan. Diese Eindrücke setzen sich fort in den Astralleib des Menschen, und dieser überträgt sie erst auf das Ich. Aber diese Eindrücke sind nicht solche, daß der Mensch imstande ist, sie festzuhalten, wenn er in der Nacht mit seinem Astralleibe und Ich aus seinem physischen und ätherischen Leibe schlüpft. Was der Mensch so vom physischen Plane bekommt, dringt nicht so stark in ihn ein, daß er es als bleibenden Eindruck behalten kann. Dann aber, wenn der Mensch die Übungen der Meditation und Konzentration macht, dann sind diese so eingerichtet nach jahrtausendealter Erfahrung, daß der Astralleib sie nicht verliert, sondern behält, wenn er nachts aus dem physischen Leibe schlüpft. Dann bekommt der Astralleib dadurch plastische Eindrücke, die ihn gliedern und formen, so wie die physischen Organe gegliedert worden sind. So wird durch gewisse Zeiten hindurch durch diese Übungen an dem Astralleibe gearbeitet. Dadurch prägen sich die übersinnlichen Schauorgane dem Astralleibe ein. Es würde nun der Mensch doch noch lange nicht seine Schauorgane gebrauchen können, wenn sie sich nur dem Astralleibe einprägen würden. Es muß mehr geschehen, damit der Astralleib, wenn er in den Ätherleib zurückkehrt, dasjenige, was in ihm sich gebildet hat, eindrückt dem Ätherleibe wie Siegelabdrücke. Erst in dem Augenblick, wo in dem Ätherleibe sich abdrückt, was in dem Astralleibe sich gebildet hat, erst dann tritt auf die Erleuchtung, die erst möglich macht, daß der Mensch die geistige Welt sieht, wie er heute die physische Welt sieht.

[ 6 ] The initiation event may be briefly described, and it is the same for initiations before and after Christ, although the conclusion is different. Initiation is nothing other than man's gaining the capacity of developing organs of vision in his higher bodies. Today man sees darkness when it is night; he is in the dark. This is because man has no organs of perception in his astral body. As the eyes and ears have formed themselves into physical organs of perception, so super-sensible organs must be developed out of the higher members and assimilated into them. This occurs through certain exercises of concentration and meditation being given to the pupil. These exercises are performed after the pupil has first surveyed the knowledge of the spiritual worlds that can be given by the initiates. It has always been the case that the pupils had to learn what we today would call elementary theosophy. Much more strongly than today it was required that the pupils become acquainted with the truth in a regular progression. When there was enough theoretical preparation, and when the pupils were sufficiently mature, the exercises were given to them. These exercises have a definite purpose. When in his daily life man lets the impressions of the senses work upon him, these impressions bring certain fruits for the ordinary life on the physical plane. These impressions pass over into the astral body, which in turn transmits them to the ego. But these impressions are such that man cannot hold them fast when, with his astral body and ego, he slips out of his physical and etheric bodies during the night. What man receives in this way from the physical plane does not penetrate into him so strongly that he can retain it as a permanent impression. But when a person performs the exercises of meditation and concentration, these are so adjusted, in accordance with thousands of years of experience, that the astral body no longer loses the impressions, but retains them when it slips out of the physical body in the night. Through the exercises the astral body receives plastic impressions, which shape and member it as the physical organs have been membered. Thus the astral body is worked on for certain periods through these exercises. Thereby the super-sensible organs of vision are imprinted on the astral body. It would be a long time, however, before man could use his organs of vision if they were imprinted only into his astral body. Something further must take place so that the astral body, when it returns into the etheric body, may stamp upon that body, like the impression of a seal, what has taken shape within itself. Only when what has taken shape in the astral body imprints itself upon the etheric body, only then does the illumination take place that makes it possible for the person to see the spiritual world as he sees the physical world today.

[ 7 ] Hier beginnt man zu begreifen dasjenige, was wir als einen Impuls bekommen haben durch das Erscheinen Christi auf Erden. In den alten Einweihungen war es so, daß der Astralleib nur die Kraft hatte auf den Ätherleib zu wirken dann, wenn der Ätherleib herausgehoben war aus dem physischen Leibe. Das geschah deswegen, weil in dieser Zeit der Ätherleib, verbunden mit dem physischen Leibe, zu großen Widerstand geleistet hätte, als daß in ihn sich eingeprägt hätte dasjenige, was der Astralleib in sich gebildet hatte. Daher wurde in den alten Einweihungen durch einen Zeitraum von dreieinhalb Tagen der Einzuweihende in einen todähnlichen Zustand versetzt, in dem der physische Leib vom Ätherleib verlassen war, und der Ätherleib, befreit vom physischen Leibe, sich mit dem Astralleib verband. Und dieser prägte nun dem Ätherleibe dasjenige ein, was ihm selbst eingeprägt worden war durch die Übungen. Wenn dann der Hierophant den Einzuweihenden wiedererweckte, dann war dieser ein Erleuchteter, dann wußte er, was in der geistigen Welt vorgeht, denn er hatte während der dreieinhalb Tage einen merkwürdigen Gang getan. Er war durch die Gefilde der geistigen Welt geführt worden, er hatte gesehen, was da vorgeht, er hatte durch die Erfahrung erlebt, was ein anderer Mensch nur durch die Offenbarung erfahren kann. So daß ein solcher, der eingeweiht worden war, aus seinen eigenen Erlebnissen heraus Kunde geben konnte von den Wesen, die in der geistigen Welt, jenseits des physischen Planes waren.

[ 7 ] Here we can begin to grasp what kind of an impulse we have received through the appearance of Christ on earth. In the old initiations the astral body had the strength to work upon the etheric body only when the etheric body had been lifted out of the physical body. This was because at that time the etheric body, had it remained connected with the physical body, would have exerted so much resistance that it could not have received the imprint of what the astral body had formed within itself. In the ancient initiations, therefore, for a period of three and a half days, the candidate was put into a deathlike condition in which the physical body was deserted by the etheric body while this latter, freed from the physical, united itself with the astral body. The astral then stamped into the etheric all that had been built into the astral through the exercises. When the Hierophant again awakened the candidate, the latter was illuminated. He knew what took place in the spiritual world, for he had made a remarkable journey during the three and a half days. He had been led through the fields of the spiritual world. He had seen what went on there, and he knew from direct experience what another person could learn only through revelation. A person thus initiated could, out of his own experiences, give knowledge of the beings who were in the spiritual world, beyond the physical plane.

[ 8 ] So war dem Menschen Kunde geworden von demjenigen, was man erlebte in der geistigen Welt, als der Mensch noch nicht so tief heruntergestiegen war auf den physischen Plan. Da war der Einzuweihende bekanntgeworden mit der wahren Gestalt des Osiris, der Isis und des Horus. Dasjenige, was Mythe war, sah der Eingeweihte während dieses Ganges in die geistige Welt. Das vermochte er den anderen Menschen nun zu sagen, indem er es in die Mythen und Sagen kleidete. Er sah das alles; er sah, wie eigenartig die Wirkungen des Ösiris sich gestaltet hatten, als der Mond von der Erde sich getrennt hatte. Er sah das Hervorgehen des Horus aus Isis und Osiris; er sah die vier Menschentypen, den Stiertypus, den Löwentypus, den Adlertypus und den eigentlichen Menschentypus. Er sah auch die Schicksale des Menschen zwischen Tod und einer neuen Geburt. Die Sphinx war ihm als eine wirkliche Gestalt entgegengetreten, er erlebte sie. Er konnte sagen: Oh, ich habe gesehen die Sphinx, den Menschen, wie er noch eine tierähnliche Gestalt hatte, und sein Ätherleib, menschenähnlich, nur herausragte aus dieser tierähnlichen Gestalt. — Die Sphinx ist ein wirkliches Erlebnis gewesen für den Eingeweihten. Er hörte auch die Frage der Sphinx mit ihrem rätselhaften Inhalt. Er sah, wie sich vorbereitete der Menschenleib aus der Tierheit heraus, in einer Zeit, wo der Kopf nur ätherisch angelegt war, der Ätherkopf der Sphinx. Das war eine Wahrheit für den Eingeweihten, aber ebensogut waren auch eine Wahrheit für ihn die älteren Göttergestalten, die sozusagen einen anderen Entwickelungsweg genommen haben.

[ 8 ] When man had not yet descended so far into the physical plane, he could learn what was experienced in the spiritual world. There the candidate became acquainted with the true form of Osiris, Isis, and Horus. The initiate saw the contents of the myths during this journey into the spiritual world. He could then transmit this to other persons when he had dressed it as myth or saga. He saw all this; he saw in what a special way the Osiris influences had shaped themselves when the moon had withdrawn from the earth; he saw how Horus issued from Isis and Osiris; he saw the four human types, the bull, the lion, the eagle, and the true man. He also saw what happened to man between death and a new birth. The Sphinx appeared to him as a real form; he experienced it. He could say, “Oh, I have seen the Sphinx, man as he was when he still had an animal-like form, and his etheric body—similar to the human—only projected out of this animal-like form!” The Sphinx was a real experience for the initiate. He even heard the question of the Sphinx with its enigmatic content. He saw how the human body prepared itself out of the animality, at a time when the head was only an etheric form, the ether-head of the Sphinx. This was truth for the initiate, as were also the older forms of the gods, who had, so to speak, taken a different course of evolution.

[ 9 ] Es ist in der vorigen Betrachtung gesagt worden, daß gewisse Wesenheiten einen anderen Gang in der Evolution durchmachen. Die Individualität des Wotan geht zum Beispiel einen solch anderen Weg. Sie geht bis zu einer gewissen Stufe mit dem Menschen gemeinsam, dann steigt sie aber nicht so tief herunter. Der Mensch steigt weiter in die Materialität herunter und wird erst später sich wiedervereinigen mit diesen Wesen, die ihre Evolution in der Erdenzeit vollenden. Wir haben gesehen, wie Wotan später nicht mehr in unserer Welt auf der Erde umherwandelte. Solche Wesen waren aber nicht Wesen wie Osiris und Isis. Diese waren Wesen, die noch früher sich abgezweigt hatten, die in einer noch höheren Schicht, in voller Unsichtbarkeit ihre Evolution vollendeten. Diese Gestalten machten ihre besonderen Erlebnisse durch.

[ 9 ] It has recently been said that certain beings pursued a different path in evolution. The individuality of Wotan, for example, takes such a different course. Up to a certain stage it travels together with man, but then it does not descend so deeply. Man descends further into matter and only later will he again join these beings, who are completing their evolution in the earth-time. We have seen that a time came when Wotan no longer walked on our earth. Such beings, however, were not like Osiris and Isis. These latter were beings who had branched off still earlier, who completed their evolution on a higher level in full invisibility. These forms went through their special experiences.

[ 10 ] Blicken wir in das lemurische Zeitalter zurück. Da hat sich das Ätherische nicht menschenähnlich gestaltet; der Mensch ist im Ätherleibe noch tierähnlich, und die Götter, die da herunterstiegen, mußten damals sich bequemen, in derselben tierähnlichen Gestalt zu erscheinen, in welcher der Mensch auf der Erde vorhanden war. Will eine Wesenheit einen bestimmten Plan betreten, so muß sie die Bedingungen für diesen Plan erfüllen. So war es auch hier der Fall. Die göttlichen Wesenheiten, die mit der Erde während des Hinausgehens der Sonne und des Mondes verbunden waren, die auf der Erde waren, die mußten eine Gestalt annehmen, die damals möglich war, eine tierähnliche Gestalt. Und da die ägyptische Religionsanschauung gewissermaßen eine Wiederholung darstellt der lemurischen Zeit, so sah der ägyptische Eingeweihte hinauf zu den Göttern, zum Beispiel Osiris und Isis, wie auf eine tierähnliche Form. Die höheren Gottheiten sah er noch mit tierähnlichem Kopfe. Daher war es nur ganz richtig aus dem okkulten Schauen heraus, wenn solche Gestalten dargestellt wurden nach dem, was die Eingeweihten wußten, mit einem Sperberoder einem Widderkopf. Sie wurden dargestellt, die Götter, wie sie auf Erden wandelten, in der Gestalt, die sie hatten, als sie auf Erden wallten. Die äußeren Abbildungen konnten nur ähnlich sein demjenigen, was der Eingeweihte sah, doch war es sehr getreu wiedergegeben. Diese verschiedenen göttlichen Wesenheiten verwandelten sich gar sehr. Anders waren die Gestalten in Lemurien, anders in der Atlantis. Viel schnellere Verwandlungen machten die Wesen in jenen Zeiten durch als jetzt. Dazumal waren sie auch noch geistvolle Gestalten, und wenn man zurückblickt auf diese Gestalten, dann erblickt man sie in ihren drei Leibern, aber durchleuchtet und durchstrahlt von dem astralischen und ätherischen Lichte. Und das wurde recht genau in den Bildern dargestellt. Die heutigen Menschen haben leicht zu lachen über die Gestalten, die abgebildet wurden, denn sie wissen nicht, wie realistisch sie waren.

[ 10 ] Let us look back into the Lemurian period. At that time the etheric was not yet manlike in its form. In his etheric body man was still similar to the animals, and the gods who descended then had to accommodate themselves to the same animal forms in which man lived on the earth. If a being wishes to enter into a certain plane, it must fulfill the conditions of that plane. This is also the case here. The divine beings who were connected with the earth during the departure of the sun and moon, who were on the earth, had to take on a form that was possible at that time, an animal-like form. And since the Egyptian religious views present in a certain way a recapitulation of the Lemurian time, the Egyptian initiate looked upon the gods, Osiris and Isis for example, as having animal-like forms. He still saw the higher gods with animal heads. Therefore from an occult view it was quite correct when such forms were represented with the head of a hawk or a ram in accordance with what the initiates knew. The gods were portrayed in the forms they had when they walked the earth. The outer images could only resemble what the initiate saw, but they were faithfully reproduced. The various divine beings changed a good deal. The forms in Lemuria were different from those in Atlantis. In those times beings went through much more rapid changes than they do now. In addition, these forms were still filled with spirit. When one looks back on them one sees them in their three bodies, but illuminated and rayed through by the astral and etheric light. This was accurately portrayed in the pictures. Modern men may laugh over the forms that were represented, but they do not know how realistic they were.1Fantastic speculation on the reason why the Egyptians worshipped animal-headed gods began in classical times. See Plutarch, On Isis and Osiris, Sec. 72.

[ 11 ] Es gab eine Gestalt, die insbesondere Dienste leistete in der Zeit der Menschenentwickelung, als durch die kosmisch-tellurischen Mächte der kombinierende Verstand den Menschen eingegliedert wurde. Damals wurde das physische Gehirn so vorbereitet, daß der Mensch später die Intelligenz entwickeln konnte. Diese Fähigkeit wurde dem Menschen eingepflanzt und zu den Taten des Gottes ... gerechnet. Damit hing zusammen dasjenige, was dem Menschen als Intelligenz eingegliedert wurde. Wenn wir heute einen Menschen betrachten, in dem ein scharf ausgebildetes Urteils- und Kombinationsvermögen vorhanden ist, wenn wir ihn heute hellseherisch betrachten, so finden wir einen starken Ausdruck und eine Spiegelung davon in einem grünen Glitzern und Glänzen des Astralleibes, der astralischen Aura. Das Kombinationsvermögen zeigt sich in grünen Farbeneinschlüssen der Aura, besonders bei denen, die einen scharfen, mathematischen Verstand haben. Die alten ägyptischen Eingeweihten haben den Gott, der den Menschen die Fähigkeit der Intelligenz einpflanzte, gesehen, und sie bildeten ihn ab und bemalten ihn grün, weil sie seine leuchtende Astral- und Äthergestalt grün schimmern sahen. Das ist heute noch die glitzernde aurische Farbe, wenn der Mensch in der Intelligenz sich bewegt. Und es könnte viel über diese Zusammenhänge studiert werden, wenn die Menschen diese wunderbare Realistik der ägyptischen Göttergestalten wirklich studieren wollten. Dadurch, daß diese Darstellungen der Göttergestalten so realistisch und keine willkürlichen sind, wirkten sie wie Zaubermittel; und derjenige, der tiefer sehen könnte, würde sehen, wie in den Farben dieser alten Gestalten Geheimnisse in hohem Maße vorhanden sind. Man könnte da tief hineinsehen in das Getriebe der Menschheitsentwickelung.

[ 11 ] There was one being who performed special services in that period of human evolution when, through the cosmic-tellurian powers, the combining intellect was being organized in man. At that time the physical brain was prepared in such a way that man was able to develop intelligence later. This capacity was implanted in man and reckoned as one of the deeds of the god Manu. What was worked into man as intelligence was connected with this. If today we examine a person in whom a well-formed ability for judging and combining is present, if we examine him clairvoyantly, we find a strong expression and reflection of this fact in a green glittering and shining of the astral body, of the astral aura. The capacity for combining shows itself in green colors in the aura, especially in those who have keen mathematical understanding. The ancient Egyptian initiates saw the god who implanted the faculty of intelligence in men, and in portraying him they painted him green2For pictures of the Green Osiris, see the frontispieces in both volumes of Budge, Osiris and the Egyptian Resurrection, and in Volumes II, X, and XII of Maspero and Rappaport, History of Egypt (London, Grolier, 1901). See also text in Budge, Vol. II, p.355. because they saw the green shimmering of his luminous astral and etheric form. Today this is still the color that glitters in the aura when the person's intelligence is stirred. Much time could be devoted to these connections if people really wanted to study this wonderful realism of the forms of the Egyptian gods. These representations of the divine forms, through the fact that they were so realistic and not at all arbitrary, had magical power; and one who could see more deeply would perceive that many mysteries were present in the coloring of these ancient forms. Here one can, see deep into the workings of human evolution.

[ 12 ] Wir haben gesehen, wie in der Sphinx festgehalten ist das, was die Eingeweihten gesehen haben. Zwar ist das nicht photographisch festgehalten, doch realistisch. Aber die Gestalten wandelten sich ja immer wieder. Die Gestalt der Sphinx gibt im Bilde wieder, wie der Mensch einmal war. Der Mensch hat sich seine heutige Gestalt selbst gestaltet. Wir wissen, daß durch die Evolution auf der Erde verschiedene Tiergestalten abgespalten worden sind. Was ist überhaupt eine Tiergestalt? Es ist eine Gestalt, die stehengeblieben ist, während der Mensch in der Evolution weiterschritt. Wir sehen in ihnen stehengebliebene Stufen der Menschheitsentwickelung, insofern diese Stufen physisch geworden sind. Im Spirituellen hat sich etwas ganz anderes abgespielt. Was der Mensch geistig ist, hat mit den physischen Vorfahren gar nichts zu tun. Nur das Physische hat damit zu tun. Aber der Mensch stammt nicht von den Tieren ab, sondern die Tiergestalten sind stehengeblieben. Beim Menschen aber ist die Gestalt umgewandelt zu einer gewissen Höhe. Die Tiere sind in die Dekadenz gekommene frühere physische Menschengestalten.

[ 12 ] We have seen how what the initiates saw was retained in the Sphinx. Of course, this was not retained in a photographic way, yet it was realistic. But the forms were always changing. The form of the Sphinx gives an image of how man once looked. His present form has been shaped by man himself. We know that through evolution on the earth various animal forms have been split off. What is an animal form? It is a form that has remained static, while man proceeded further in evolution. In these forms we see arrested stages of evolution, to the extent that these forms have become physical. In the spiritual something else has taken place. What man is spiritually has nothing to do with his physical forebears. Only the physical is connected with that. Man does not descend from the animals; the animal forms have remained unchanged. In man, however, the shape has been transformed to a certain level. The animals are previous physical human forms fallen into decadence.

[ 13 ] Anders liegt die Sache für ein anderes Evolutionsgebiet. Nicht nur sind die physischen Gestalten der Tiere stehengeblieben, sondern auch die Anlagen zur ätherischen und astralischen Gestalt. Gerade wie der Löwe, damals als er sich abspaltete, anders aussah als jetzt, so werden auch gewisse seelisch-geistige Gestalten, die auf einer gewissen Stufe stehenbleiben, im Laufe der Zeit anders, sie verkommen. Ja, es ist ein Gesetz der geistigen Welt, daß dasjenige, was auf der geistigen oder seelischen Stufe stehenbleibt, immer mehr in die Dekadenz kommt.

[ 13 ] The situation is different in another realm of evolution. Not only have the physical forms of the animals remained unchanged, but also the rudiments of the etheric and astral forms as well. Just as the lion, at the time when it split off, looked quite different than now, so certain soul-spiritual forms degenerate in the course of time when they remain at a particular stage. It is a law of the spiritual world that anything that stands still on the same level of spirit or soul becomes more and more decadent.

[ 14 ] Sagen wir zum Beispiel, daß, wenn die Sphinx stehenbleibt, sie dann verkommt, eine Gestalt bekommt, die etwas wie eine Karikatur ihrer ursprünglichen Gestalt zeigt. Die Sphinx ist daher bis auf unsere Zeit auf dem Astralplan so erhalten geblieben. Den Menschen, der als Eingeweihter oder sonst irgendwie auf eine reguläre Weise hinaufkommt in die höheren Welten, den interessieren diese dekadenten Gestalten wenig, die da sozusagen herabgekommenes Gesindel der geistigen Welt sind. Aber denen, die mit einer niederen Hellsehergabe ausgerüstet herausgeführt werden in Ausnahmefällen in die astrale Welt, denen treten solche dekadente Gestalten entgegen.

[ 14 ] If, for example, the Sphinx stands still, it degenerates and receives a form that is like a caricature of what it originally was. The Sphinx has been preserved in this way on the astral plane up to our own time. To those who, as initiates or in some other lawful manner, penetrate into the higher worlds, these decadent forms have little interest, being only decayed vagabonds in the spiritual world. But when, in exceptional cases, persons equipped with inferior clairvoyant gifts are led into the astral world, such decadent forms approach them.

[ 15 ] Dem Ödipus ist die wahre Sphinx entgegengetreten, aber gestorben ist sie auch heute nicht. Bis heute ist sie noch nicht gestorben, nur tritt sie in anderer, besonderer Gestalt dem Menschen entgegen. Wenn Menschen in der Landbevölkerung, die auf einer gewissen Stufe in der Entwickelung zurückgeblieben sind, im Sommer in der heißen Glut der Sonne mittags auf dem Felde ruhen und einschlafen, und etwas bei ihnen eintritt, was man nennen könnte einen latenten Sonnenstich, und wenn durch diese Einwirkung auf den physischen Leib sich der Astralleib und der Ätherleib aus einem Teil des physischen Leibes loslösen, dann sind solche Menschen auf den Astralplan versetzt, und sie sehen diesen dekadenten letzten Nachkommen der Sphinx. Man benennt diese Erscheinung mit verschiedenen Namen. In einigen Gegenden nennt man sie die Mittagsfrau. Mancher auf dem Lande erzählt, daß ihm die Mittagsfrau begegnet sei. Sie ist überall vorhanden in den verschiedensten Gegenden, unter den verschiedensten Namen. Sie ist ein Nachkomme der alten Sphinx. Und wie die alte Sphinx den Menschen, die sie erlebten, Fragen stellte, so stellt auch die Mittagsfrau Fragen. Man kann erzählen hören, wie die Mittagsfrau an Menschen herangetreten ist und nicht enden wollende Fragen gestellt hat. Diese Fragepein ist selbst ein dekadenter Nachkomme der alten Sphinx. Die Mittagsfrau ist aus der alten Sphinx geworden. Das alles weist darauf hin, wie die Evolution vor sich geht, auch hinter der physischen Welt, wie da ganze Stämme geistiger Wesenheiten herabkommen und zuletzt nur der Schatten sind von dem, was sie ursprünglich waren. Da sehen wir wiederum einen Zug von der Art der Zusammenhänge in der Evolution. Dies ist aus dem Grunde gesagt worden, damit man sieht, wie mannigfaltig die Evolution überhaupt ist.

[ 15 ] The true Sphinx approached Oedipus, but it has not died even yet. Up to today it has not died; it only approaches man in another form. When persons who have remained standing at a certain stage of evolution, among the peasants perhaps, rest in the fields at midday in the hot glow of the summer sun, and fall asleep, they may have what could be called a latent sun-stroke. Through such an impact on the physical body, the astral and etheric are loosened from a part of the physical. Then such persons are translated to the astral plane and they see this last decadent offspring of the Sphinx. This apparition is called by different names. In certain regions it is called the midday woman. Many people in the country will recount that they have met the midday woman. She appears in many regions under many different names. She is a descendent of the ancient Sphinx, and as the ancient Sphinx put questions to the men who experienced her, so this midday woman also asks questions. You may hear it told how the midday woman asks endless questions of the men whom she meets. This torment by questions is a relic of the old Sphinx. The midday woman has grown out of the ancient Sphinx. This indicates how evolution proceeds beyond the physical world, how whole tribes of spiritual beings decline until at last they are mere shadows of what they were originally. Here we see another characteristic of the way in which things are connected in evolution. We have mentioned this so it may be seen how manifold evolution is.

[ 16 ] Nun müssen wir aber, um alles richtig zu verstehen, dessen gedenken, daß der Mensch im Laufe der Zeit demjenigen, was er sich mitgebracht hatte zu Beginn der Erdenentwickelung als seinen physischen Leib, Ätherleib und Astralleib, eingegliedert hat das vierte Glied, das Ich. Ich habe gezeigt, wie dieses Ich den Astralleib durchsetzt, ihn so für sich in Anspruch nimmt, daß es die Herrschaft ausübt, die früher höhere geistige Wesenheiten ausübten. Es ist eine Tat der höheren Wesen, daß dieses Ich eingepflanzt wurde dem Astralleib. Wenn die Evolution dann im Sinne gewisser hoher Wesenheiten weitergegangen wäre, so wäre es zu einer anderen Evolution gekommen als zu der, welche wirklich stattgefunden hat. Es sind aber damals gewisse Wesen stehengeblieben. Sie waren nicht fähig dazu geworden, daran mitzuarbeiten, das Ich in den Astralleib einzupflanzen.

[ 16 ] Now, to understand everything correctly, we must give some thought to the fact that in the course of time man has organized the fourth member, the ego, into what he brought with him at the beginning of earth evolution as his physical, etheric, and astral bodies. I have shown how this ego permeates the astral body, claims it for itself so that it dominates it as higher spiritual beings formerly dominated it. It is a deed of the higher beings that this ego was implanted in the astral body. If evolution had proceeded further in accordance with the views of certain higher beings, it would have been a different evolution from what has actually taken place. However, certain beings remained unchanged. They had not become capable of collaborating in implanting the ego in the astral body.

[ 17 ] Der Mensch bestand, als er die Erde betrat, aus dem physischen Leibe, dem Ätherleibe und dem Astralleib und bildete diese weiter aus. Nun wurde ihm von gewissen erhabenen Wesen, die vorzugsweise auf der Sonne und dem Monde ihren Wohnsitz hatten, von diesen Wesen wurde ihm die Ichheit zuteil. Es wirkten sozusagen diese Wesen an dem Ich mit. Es gab aber gewisse andere Wesen, die während der Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung sich nicht soweit hinaufgeschwungen hatten, daß sie bei dieser Eingliederung des Ichs hätten mitwirken können. Sie konnten nur das, was sie auf dem Monde gelernt hatten. Sie mußten sich darauf beschränken, an dem Astralleib des Menschen zu arbeiten, so daß dem Menschen etwas eingegliedert wurde in den Astralleib, was nicht zu seinem Edelsten gehörte, was nicht von den erhabenen höheren Wesen, sondern von den verspäteten, zurückgebliebenen Eindringlingen gekommen ist. Hätten diese Wesen das auf dem Monde gemacht, so würde das ein Höchstes gewesen sein. Dadurch aber, daß sie es auf der Erde als Nachzügler machten, dadurch gliederten sie dem Astralleib etwas ein, was ihn niedriger stellte, als er sonst hätte werden können. Er wurde mit Instinkten und Leidenschaften und mit dem Egoismus begabt.

[ 17 ] When man appeared on the earth he consisted of the physical, etheric, and astral bodies, all of which he shaped further. Now he was endowed with egohood by certain sublime beings who had their dwellings mainly on the sun and moon. These beings collaborated, so to speak, on the ego. But there were certain other beings who, during the Saturn, Sun, and Moon evolutions, had not raised themselves so far that they could take part in this organizing of the ego. They could do only what they had learned on the moon. They had to limit themselves to working on the astral body, hence there was implanted in man's astral body something that did not belong to his noblest qualities, did not come from the higher sublime beings but from the retarded intruders who had remained behind. Had these beings done this on the moon, it would have been something lofty. But through the fact that they did this on earth as stragglers, they worked into the astral body something that placed it lower than it would have been otherwise. It became endowed with instincts and passions, and with egoism.

[ 18 ] Das müssen wir beachten, daß auf den Menschen von zwei Seiten gewirkt wurde, daß der Mensch auch Einschläge erhielt in den Astralleib, durch welche dieser erniedrigt wurde. So etwas, was auf den Astralleib wirkt, wirkt aber nicht nur bloß auf den Astralleib. Im Erdenmenschen ist es so, daß die Wirkung auf den Astralleib fortgesetzt wird dutch diesen selbst auf den Ätherleib und dieser die Wirkung fortsetzt auf den physischen Leib. Der Astralleib wirkt überall hin, und so wirken jene Geister durch den Astralleib auf den Ätherleib und den physischen Leib. Wenn diese geistigen Wesen nicht solche Wirkung hätten ausüben können, dann würde im Menschenleben das nicht aufgetreten sein, was dazumal in den Menschen kam. Das ist eine gesteigerte Selbstheit des Menschen, ein gesteigertes Ich-Gefühl. Was dies im Ätherleib bewirkte, das ist alles dasjenige, was an Trübung des Urteils, an Irrttumsmöglichkeit entstand. Alles dasjenige, was vom Astralleib im physischen Leibe also bewirkt wurde, das ist die Grundlage von dem, was als Krankheit entstand. Das ist die geistige Ursache der Krankheiten des Menschen; bei den Tieren ist das Krankwerden etwas anderes.

[ 18 ] We must heed this fact that man was influenced from two sides, that he received impacts in his astral body through which the latter became debased. Such a thing does not influence the astral body alone. Man is so constituted that the astral body transmits such an influence to the etheric body, and this again to the physical body. The astral body is active in all parts, hence these spirits work on the etheric and physical through the astral body. Had these spiritual beings not been able to exercise such an influence, something would not have appeared in man at that time. This is an enhanced selfhood in man, an increased ego-feeling. What this caused in the etheric body was all that appeared as darkening of judgment, as the possibility of error. All that the astral body accomplished in the physical body is the basis of what appeared as illness. That is the spiritual cause of illnesses in man; among animals, becoming ill is something different.

[ 19 ] Wir sehen, wie in den Menschen die Krankheit verpflanzt wird. Krankheit hängt zusammen mit den Ursachen, die hier angedeutet worden sind. Und da der physische und der ätherische Leib mit den Vererbungstatsachen zusammenhängen, so geht durch die Vererbungslinie das Prinzip der Krankheit. Es soll hier noch einmal betont werden, daß wir unterscheiden müssen von dem, was innere Krankheiten sind, dasjenige, was äußere Verletzungen sind. Wenn sich ein Mensch überfahren läßt, so hat das damit nichts zu tun. Auch gewisse innere Krankheiten können mit äußerlichen Ursachen zusammenhängen. Wenn der Mensch irgend etwas ißt, das den Magen verstimmt, so ist das natürlich auch etwas Äußerliches. Bevor im Laufe der Entwickelung jene Wesen Einfluß gewannen auf den Menschen, war er so organisiert, daß er in viel stärkerem Maße als heute reagierte auf das Schlechte, was auf ihn von außen einwirkte. In demselben Maße aber, als sie an Einfluß gewannen, verlor er das, was er an Instinkten besaß für das Nichtrichtige. Es war der Mensch vorher in seiner ganzen Organisation noch so, daß er feine Instinkte hatte für dasjenige, was für ihn nicht richtig war, so daß, wenn irgend etwas in den Magen hinein wollte, was heute darinnenbleibt und dann Unheil anrichtet, daß dem einfach durch die Instinkte der Eintritt verweigert wurde. Rückblickend kommen wir immer mehr in Zeiten, in denen der Mensch in einem feinen Zusammenhange stand mit Kräften seiner Umgebung, und wo der Mensch in feiner Weise reagierte auf die Kräfte seiner Umgebung. Aber immer unsicherer und unfähiger wurde der Mensch, das zurückzuweisen, was ihm nicht dienlich ist.

[ 19 ] We see how illness has been transplanted into man; illness is connected with the causes we have indicated here. And since the physical and etheric bodies are connected with the facts of heredity, so the principle of illness proceeds through the hereditary line. Let us again emphasize, however, that we must distinguish between inner illnesses and external injuries. If a man is run over, that is something entirely different. Also, certain internal illnesses can be connected with external causes; for example, if one eats something that upsets the stomach, that is something external. Before the above-mentioned beings gained influence over man in the course of evolution, he was so organized that he reacted far more powerfully than today toward evil pressing upon him from without. But in proportion to the influence that they gained over him, he lost the instincts he had possessed for what was not right. Formerly, man's whole organization was such that he had fine instincts as to what was not right for him. Substances that are taken into the stomach today and there cause illness were then rejected simply through instinct. Gazing backward in time we come to periods when man stood in a delicate relationship to the forces of his environment, reacting sensitively to the forces in his surroundings. In this respect man grew ever less sure, less capable of rejecting what was not serviceable to him.

[ 20 ] Nun hängt das noch mit etwas anderem zusammen. Es hängt zusammen damit, daß, je innerlicher der Mensch wurde, draußen in der Welt auch etwas geschah: daß nach außen dasjenige entstand, was wir als die anderen drei Naturreiche kennen. Die drei Reiche um uns sind erst allmählich entstanden. Zuerst war nur der Mensch vorhanden. Dann gesellte sich dazu das Tierreich, dann das Pflanzenreich und dann erst das Mineralreich. Wenn wir auf die Urerde zurückblicken würden, als die Sonne noch mit ihr vereinigt war, wir würden einen Menschen finden, in dem noch alle Stoffe der physischen Welt einund ausgehen. Da lebte der Mensch noch im Schoße der Götter, da verträgt der Mensch sozusagen noch alles. Dann mußte er zurücklassen dasjenige, was als Tierreich abgesetzt ist. Würde er das mitgenommen haben, dann hätte er sich überhaupt nicht höher entwickeln können. Er mußte das Tierreich und später auch die Pflanzen herausstoßen. Was draußen in den Tieren und Pflanzen ist, ist nichts anderes als Temperamente, Leidenschaften, gewisse Eigenschaften der Menschen, die sie heraussetzen mußten. Und als der Mensch seine Knochen bildete, setzte er heraus die mineralische Welt. Der Mensch konnte nach einiger Zeit schauen auf die Umgebung und sagen: Früher konnte ich euch vertragen, früher zogt ihr in mir ein und aus, wie jetzt die Luft. Als ich noch lebte in der Wassererde, da konnte ich euch vertragen, ich verarbeitete euch. Jetzt seid ihr draußen, ich kann euch nicht mehr vertragen, nicht mehr verarbeiten. — Als den Menschen die Haut umschloß, als er ein abgeschlossenes Sonderwesen wurde, sah er in demselben Maße um sich herum die Reiche.

[ 20 ] This is connected with something else. As man grew more inward, something occurred in the world outside; what we know as the three other kingdoms of nature arose. The three kingdoms around us arose gradually. At first, only man was present. Then the animal kingdom was added; then the plant kingdom, and finally the mineral kingdom. If we were to look back on the primeval earth when the sun was still united with it, we would find a human being in and out of whom all the substances of the physical world moved. Man still lived in the womb of the gods: everything still agreed with him, so to say. Then he had to leave behind what was precipitated as the animal kingdom. Had he carried this with him, he would not have been able to develop further. He had to expel the animal kingdom, and later the plant kingdom. What exists outside in the animals and plants is nothing other than temperaments, passions, certain traits of men that they had to expel. And when man formed his bones he expelled the mineral world. After a certain length of time, man could look upon his environment and say, “Formerly I could endure you; formerly you went in and out of me as air now does. When I still lived in the water-earth I could endure you; I digested you. Now you are outside, and I can no longer endure you, no longer digest you.” As man became enclosed in his skin, as he became a self-contained separate being, he saw, in the same proportion, these kingdoms around him.

[ 21 ] Nehmen wir an, es wäre so weitergegangen, dann hätten diese Wesen nicht an dem Menschen gewirkt, dann wäre etwas anderes nicht gekommen. Solange der Mensch gesund ist, solange wird er in einem normalen Verhältnis zur Außenwelt stehen. Wenn er nun gestörte Kräfte in seinem Inneren hat, dann müssen diese zurückgetrieben werden von den Kräften, die der Mensch hat. Sind dazu seine Kräfte zu schwach, dann muß ihm etwas eingeflößt werden gegen das, wogegen er selbst nicht den Normalwiderstand findet, sondern wogegen er etwas von außen aufnehmen muß. Es muß ihm dann etwas eingepflanzt werden, damit der Widerstand aufgerufen wird, den er leistete, als noch die Kräfte von draußen bei ihm aus- und einzogen. Es kann nötig sein, wenn der Mensch krank ist, daß ihm zum Beispiel Kräfte eines Metalles eingeflößt werden. Darum ist die Berechtigung da, dem Menschen Metalle, Pflanzensäfte und dergleichen einzuflößen, etwas als Heilmittel zu verwenden, mit dem er früher in Zusammenhang war.

[ 21 ] If these beings had not worked on man, something else would not have happened. As long as man is healthy, he will stand in a normal relationship to the outer world. When he has disturbed forces within him, these must be driven back by the powers that man has. If his powers are too weak for this, if he cannot provide the normal resistance, then something must be infused into him from outside. Something must be implanted into him to furnish the resistance that he still had at the time the forces from outside breathed in and out of him. It may be necessary, when a person is ill, that the forces of a metal, for example, should be injected into him. It is because man was in connection with metals earlier, in connection with plant juices and similar things, that we are justified in applying them as medicaments.

[ 22 ] In der Zeit, als die ägyptischen Eingeweihten zurückschauen konnten auf den ganzen Verlauf der Weltentwickelung, da haben sie genau gewußt, wie die einzelnen Organe des menschlichen Körpers mit den Stoffen draußen korrespondierten, welche Pflanzen, welche Metalle dem Kranken eingeflößt werden mußten, und es wird einmal ein gewaltiger Schatz okkulter Weisheit gehoben werden auf dem Gebiete der Medizin, den die Menschheit früher gehabt hat. Heute wird nicht nur viel gepfuscht auf dem Felde der Medizin, sondern auch da sehr viel verfehlt, wo in einseitiger Weise dem oder jenem besondere Heilkräfte zugeschrieben werden. Der wahre Okkultist wird nie einseitig sein. Wie oft kommt es vor, daß man Bestrebungen abschütteln muß, die einen Kompromiß bilden wollen mit der Geisteswissenschaft. Die Geisteswissenschaft kann nicht eine einseitige Methode unterstützen, sie will vielmehr die Allseitigkeit der Forschung begründen. Es ist einseitig zu sagen: Weg mit allen Giften! — Solche, die das sagen, kennen nicht die wahren Heilkräfte. Natürlich wird heute Unfug getrieben, denn die Fachleute können meist nicht die ganzen Zusammenhänge dutchschauen. Und eine gewisse Tyrannis in der medizinischen Wissenschaft schließt das aus, was vom Okkultismus ausgehen kann. Wenn man keine Feldzüge gegen die ältesten Gebiete der Medizin führen würde, gegen die Metalleinlößung, dann könnte eine Reform eintreten. Mit der modernen Experimentiererei wird nichts gefunden, was wirklich standhält gegenüber den altbewährten Heilmitteln, die nur laienhafter Unverstand so schroff bekämpfen kann, wie das oftmals geschieht. Gerade die alten ägyptischen Eingeweihten waren groß in diesen Geheimnissen. Sie konnten einen Einblick bekommen in wirkliche Zusammenhänge der Entwickelung. Und wenn heute gewisse Mediziner in einem gewissen herablassenden Tone von der ägyptischen Heilkunde sprechen, so kann man sehr bald an diesem Tone bemerken, daß sie gerade nichts davon wissen. Hiermit ist einiges angedeutet, was man von der ägyptischen Einweihung wissen muß.

[ 22 ] When the Egyptian initiates could look back over the whole course of world evolution, they knew precisely how the individual organs of the human body corresponded with the substances of the external world. They knew which plants and which metals had to be administered to the patient. A great treasure of occult wisdom in the domain of medicine will be raised to light one day, wisdom that mankind formerly possessed. Not only are many things bungled in medicine today, but often special healing powers are ascribed to this or that in a one-sided way. The true occultist will never be one-sided. How often must we reject efforts that would make a compromise with the science of the spirit! The latter cannot support a one-sided method: on the contrary, it seeks to establish diversified research. It is one-sided to say, “Away with all poisons!” People who say this do not know the true healing forces. Naturally many stupid things are done today, for the professionals in most cases cannot grasp all the relationships, and a certain tyranny in medical science excludes what can proceed from occultism. If there were no campaigns against the oldest methods of medicine, against the injection of metals, there could be a reform. With modern experimentation nothing is discovered that can hold its own against the traditional remedies, which only a lay ignorance can oppose as strongly as is often done. The ancient Egyptian initiates excelled in these secrets. They had an insight into the real relationships of evolution, and if today certain physicians speak in a condescending way of Egyptian medicine, you can soon tell from their tone that they know nothing about it. Here we touch upon something in the Egyptian initiation that should be known.

[ 23 ] Solche Dinge waren es, die übergingen ins Volksbewußtsein. Nun müssen wir bedenken, daß dieselben Seelen, die heute in unseren Leibern sind, auch inkarniert waren in jener alten Zeit. Denken wir, daß dieselben Seelen gesehen haben alle die Abbilder, die die Eingeweihten gemacht hatten von dem, was sie wußten durch Schauen in der geistigen Welt. Wir wissen, daß dasjenige, was die Seele von Inkarnation zu Inkarnation aufnimmt, immer wieder irgendwie Früchte trägt. Wenn auch der Mensch sich nicht erinnern kann, es ist doch so, daß dasjenige, was heute in der Seele lebt, deswegen in ihr lebt, weil es früher hineingelegt worden ist. Die Seele ist geformt worden diesseits und jenseits des physischen Lebens. Wenn sie war zwischen Geburt und Tod, wenn sie war zwischen Tod und einer neuen Geburt, ägyptische Vorstellungen haben gewirkt: daher sind heutige Vorstellungen aus ihnen entstanden. Heute entwickeln sich bestimmte Vorstellungen aus den ägyptischen Vorstellungen heraus. Nicht aus äußeren Gründen ist entstanden dasjenige, was man heute Darwinismus nennt. Dieselben Seelen sind es, die in Ägypten die Bilder der tierischen Gestalten der Vorfahren des Menschen erhalten haben. Alle die Anschauungen sind wieder erwacht, nur ist der Mensch noch tiefer herabgestiegen in die materielle Welt. Er erinnert sich daran, daß ihm gesagt worden ist: Unsere Vorfahren waren Tiergestalten — aber er erinnert sich nicht, daß das Götter waren. Das ist der psychologische Grund, weshalb der Darwinismus auftauchte. Die Göttergestalten treten in materialistischer Form auf. So besteht ein intimer geistiger Zusammenhang zwischen der alten und der neuen, der dritten und der fünften Kulturperiode.

[ 23 ] It was such things as these that went over into the folk-consciousness. Now we must reflect that the same souls that are in our bodies today were also incarnated in that ancient time. Let us remember that these souls saw all the images that the initiates made of what they knew through vision in the spiritual world. We know that what a soul takes into itself from incarnation to incarnation, ever and again bears fruits in one or another way. Even though man cannot remember it, it is still true that what lives in the soul today lives in it because it was deposited there earlier. The soul is formed both within and beyond the physical life. When it was between birth and death, when it was between death and a new birth, Egyptian ideas were influential and modern ideas have proceeded from these. Today certain definite ideas are developing out of the Egyptian ideas. What is called Darwinism today did not arise because of external reasons. We are the same souls who, in Egypt, received the pictures of the animal forms of man's forebears. The old views have awakened again, but man has descended more deeply into the material world. He remembers that it was said to him, “Our ancestors were animal forms.” But he does not remember that these forms were gods. This is the psychological basis for the emergence of Darwinism. The figures of the gods appear in materialistic form. Thus there is an intimate spiritual connection between the old and the new, between the third and the fifth cultural periods.

[ 24 ] Nun ist das nicht etwa das alleinige Schicksal unserer Zeit, daß der Mensch auf materielle Art sieht, was er früher im Geistigen, Spirituellen gesehen hat. Das wäre das Schicksal, wenn nicht in der Zwischenzeit der Christus-Impuls in die Menschheitsentwickelung eingetreten wäre. Dieses hat nicht nur für das Leben auf dem physischen Plan eine Bedeutung gehabt. Wir wollen uns heute vor die Seele führen, was für eine Bedeutung die Ereignisse von Palästina für die andere Seite des Lebens hatten, wo auch nach dem Tode die Seelen der alten Ägypter waren. Hier auf dem physischen Plan hat sich das zugetragen, was schon besprochen worden ist. Aber die drei Jahre der Wirksamkeit des Christus wie das Ereignis von Golgatha und die Taufe im Jordan sind ebenso von Bedeutung gewesen für die Seelen, die auf der Erde verkörpert waren, wie für die, welche sich in dem Zustand zwischen Tod und neuer Geburt befanden.

[ 24 ] Now it is not the whole destiny of our time that man should see in material form what previously he saw in the spiritual. That would have been our fate had not the Christ-impulse entered into human evolution in the meantime. This was not significant only for life on the physical plane. Today we shall see what significance the events of Palestine had for the other side of life, where the souls of the Egyptians sojourned after death. Here on the physical plane occurred the things we have already discussed. But the three years of Christ's activity, like the event of Golgotha and the baptism in Jordan, were of significance equally to the souls incarnated on earth and to those who were in the condition between death and a new birth.

[ 25 ] Wir erinnern uns an die Tatsache, daß der äußere physische Ausdruck für das Ich das Blut ist. Dasjenige, was physisch in den Kräften des Blutes wirkt, das ist der physische Ausdruck des Ich. Nun war im Laufe der Evolution ein zu starkes Maß von Egoismus gekommen, das heißt, daß sich die Ichheit zu stark einprägte dem Blute. Und dieses «Zuviel» an Egoismus, das muß aus der Menschheit wieder heraus, wenn der Menschheit die Spiritualität wiedergegeben werden soll. Auf Golgatha ist der Impuls gegeben worden zu dieser Herausbeförderung des Egoismus. Und in demselben Augenblicke, in welchem das Blut des Erlösers rann auf Golgatha, in demselben Augenblicke gingen noch andere Vorgänge vor sich in der geistigen Welt. Das Blut des Erlösers rann herab in der materiellen Welt, in die geistige Welt aber ging hinüber, was zuviel an überschüssigem Egoismus da war. Der überschüssige Egoismus mußte aus der Welt schwinden, und auf Golgatha wurde dazu der Impuls gegeben. Dazu kommt, daß an Stelle des Egoismus in die jetzige Menschheit tritt die allgemeine Menschenliebe.

[ 25 ] Let us recall the fact that the external physical expression for the ego is the blood. What works physically in the forces of the blood is the physical expression of the ego. In the course of evolution too strong a measure of egoism made its appearance, which means that the egohood impressed the blood too powerfully. This “surplus” of egoism had to be expelled again if spirituality was to be restored to mankind. On Golgotha the impulse was given for this expulsion of egoism. In the same moment when the Redeemer's blood flowed on Golgotha, still other events were taking place in the spiritual world. The Redeemer's blood flowed out in the material world, while the superfluity of egoism passed over into the spiritual world. The superfluous egoism had to vanish from the world, and the impulse for this was given on Golgotha. In place of egoism, universal human love entered into mankind.

[ 26 ] Aber was war dieses Ereignis von Golgatha? Dieses Ereignis eines dreieinhalb Tage dauernden Todes auf dem physischen Plan? Es war dasjenige auf den physischen Plan herausgetragen, was auch in der geistigen Entwickelung erlebt hatte derjenige, der eingeweiht wurde. Dreieinhalb Tage war er da tot. Derjenige, der diesen symbolischen Tod durchgemacht hatte, der konnte der Menschheit sagen: Es gibt eine Besiegung des Todes. Es gibt ein Ewiges in der Welt. — Besiegt war der Tod durch die Eingeweihten, und sie fühlten sich als Besieger des Todes. Das Ereignis von Golgatha bedeutet, daß dasjenige, was sich oft in den Mysterien alter Zeiten abgespielt hat, einmal historisches Ereignis wurde: die Besiegung des Todes durch den Geist, daß das jetzt auf den physischen Plan, hinaus in die Welt getragen war. Wenn wir dies auf die Seele wirken lassen, so verspüren wir das, was mit dem Mysterium von Golgatha geschah, das Neue, als ein Bild der alten Einweihung. Historisch in die Welt getreten verspüren wir das einzigartige Ereignis.

[ 26 ] But what was this event of Golgotha? What was this event of a three-and-a-half-day death on the physical plane? It was the enactment on the physical plane of what also had been experienced in spiritual development by one who was initiated. He was dead for three and a half days. One who had gone through this symbolical death could say to mankind, “There is a conquering of death. There is something eternal in the world.” Death was conquered by the initiates, and they felt themselves to be victors over death. The event of Golgotha signifies that what had often taken place in the mysteries of ancient times became, for once, an historical event: the conquering of death through the spirit. This was taken out into the world on the physical plane. If we let this work upon our souls, we sense what happened with the Mystery of Golgotha as something new, but also as an image of the ancient initiation. We feel this unique event entering into the world historically.

[ 27 ] Und das war die Folge davon? Was vermochte der Eingeweihte? Er vermochte zu seinen Mitmenschen aus seinen Erlebnissen heraus zu sagen: Ich weiß es, daß es eine geistige Welt gibt, daß man in der geistigen Welt leben kann. Ich habe dreieinhalb Tage in ihr gelebt und bringe euch von dort Kunde. Ich bringe euch die Gaben der geistigen Welt. - Nützlich und zum Heile der Menschheit waren diese Gaben. Umgekehrt konnte derjenige, der als ein Einzuweihender in der physischen Welt gelebt hatte, nichts ähnliches den Toten bringen. Er konnte drüben den Toten nur sagen: Alles dasjenige, was auf dem physischen Plan geschieht, ist so, daß der Mensch erlöst werden sollte. - So war es, wenn die alten Eingeweihten in der geistigen Welt mit den Toten verkehrten, denen sie nur die Lehre geben konnten: Leiden ist das Leben, nur die Erlösung ist das Heil.

[ 27 ] What was the consequence of this? What could the initiate do? Out of his own experiences he could say to his fellow men, “I know there is a spiritual world, that man can live in the spiritual world. I have lived in it for three and a half days and bring you tidings thence. I bring you the gifts of the spiritual world.” These gifts were useful and healing to mankind. On the other hand, one who had lived as an initiate in the physical world could bring nothing similar to the dead. To the dead he could only say, “All that happens on the physical plane is so ordered that man ought to be redeemed.” Thus it was when, in the spiritual world, the ancient initiates held converse with the dead, to whom they could give only the teaching that “Life is suffering; only redemption will bring healing.”

[ 28 ] So lehrte noch der Buddha. So lehrte bei den Lebendigen, so lehrte bei den Toten der Eingeweihte. Aber durch das Ereignis von Golgatha ist der Tod besiegt worden in der physischen Welt, und für die Verstorbenen, die in der geistigen Welt sind, bedeutet das etwas. Diejenigen, welche den Christus in ihr Inneres aufnehmen, erhellen wieder das schattenhafte Leben im Devachan. Je mehr der Mensch hier erlebt von dem Christus, desto heller wird es drüben in der geistigen Welt. Nachdem das Blut geflossen ist aus den Wunden des Erlösers — das ist etwas, was zu den Mysterien des Christentums gehört -, ist der Christus-Geist heruntergestiegen zu den Toten. Das ist eines der tiefsten Mysterien der Menschheit. Christus stieg hinunter zu den Toten und sagte ihnen: Drüben ist etwas geschehen, das nicht so ist, daß man von ihm auch sagen müßte: dasjenige, was drüben geschieht, ist nicht soviel wie das, was hüben hier geschieht. Dasjenige, was der Mensch mitbringt in das geistige Reich, in Anlehnung an dieses Ereignis, das ist eine Gabe, die mitgebracht werden kann aus der physischen Welt in die geistige Welt. -— Das ist die Kunde, die Christus den Toten brachte in den dreieinhalb Tagen; er stieg herab zu den Toten, um sie zu erlösen.

[ 28 ] Thus did Buddha still teach. Thus did the initiate teach both the living and the dead. But through the event of Golgotha death was conquered in the physical world, and this signified something for those who had died and were in the spiritual world. Those who take up Christ in their innermost parts illuminate again their shadowy life in Devachan. The more man experiences here of the Christ, the brighter it becomes over there in the spiritual world. After the blood had flowed from the wounds of the Redeemer—this is something that belongs to the mysteries of Christianity—the Christ-spirit descended to the dead. This is one of the deepest mysteries of mankind. Christ descended to the dead and said to them, “Over there something has happened, of which it cannot be said that what happens there is not so important as what happens here. What man brings with him into the spiritual realm as a consequence of this event is a gift that can be brought out of the physical world into the spiritual world.” These are the tidings that Christ brought to the dead in the three and a half days. He descended to the dead in order to redeem them.

[ 29 ] In der alten Einweihung konnte man sagen: Die Früchte des Geistigen ernten wir im Physischen! Jetzt war ein Ereignis eingetreten in der physischen Welt, das seine Früchte brachte und wirkte in der geistigen Welt. Und man kann sagen: Nicht umsonst hat der Mensch den Abstieg vollendet zum physischen Plan. Er hat ihn vollendet, damit hier in der physischen Welt Früchte gezogen werden können für die geistige Welt.

[ 29 ] In the ancient initiation one could say that the fruits of the spiritual were reaped in the physical. Now an event occurred in the physical world that produced its fruits and did its work in the spiritual world. One can say that it was not in vain that man completed his descent to the physical plane. He completed it so that here in the physical world fruits could be produced for the spiritual world.

[ 30 ] Daß die Früchte gezogen werden können, geschah durch Christus, der da war bei den Lebenden und bei den Toten, der einen Impuls gegeben hat, so intensiv und so mächtig, daß er alle Welt erschüttert hat.

[ 30 ] That these fruits could be produced came to pass through Christ, who was present among the living and among the dead, who gave an impulse so intense and so powerful that it shook the whole world.