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The Rudolf Steiner Archive

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Spiritual-Scientific Anthropology
GA 107

19 October 1908, Berlin

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Erster Vortrag

1. The Astral World

[ 1 ] Manchen Winter haben wir uns hier zur Betrachtung geisteswissenschaftlicher Gegenstände zusammengefunden, und für eine kleinere Gruppe von Ihnen ist es nun schon eine ziemliche Anzahl von Wintern, die uns zu solchen Betrachtungen zusammengeführt haben. Wir dürfen aus Gründen, die wir vielleicht gerade anläßlich der demnächst stattfindenden Generalversammlung besprechen werden, in diesem Augenblick in unserer Seele ein wenig zurückblicken auf die verflossene Zeit unseres anthroposophischen Zusammenlebens. Es sind einige noch unter Ihnen, die in gewisser Beziehung eine Art von Kern dieser Versammlung hier bilden und die sich ihre spirituelle Grundüberzeugung herübergebracht haben aus früheren Zeiten, die sich dann vor sechs oder sieben Jahren mit uns vereinigt haben und den Kern gebildet haben, um den sich dann nach und nach alle die übrigen suchenden Freunde, wenn man das Wort gebrauchen darf, herumkristallisiert haben. Und wir dürfen sagen, daß im Laufe dieser Zeit nicht nur die Zunahme dieser Versammlungen an Zahl uns einiges sagen darf, sondern daß es uns nach einer andern Richtung hin mit Hilfe derjenigen geistigen Mächte, die bei einer im rechten Sinne geleisteten geisteswissenschaftlichen Arbeit immer anwesend sind, gelungen ist, bei unserer Arbeit eine gewisse innere Systematik einzuhalten. Bedenken Sie - namentlich diejenigen, die ganz von Anfang an unsere Zweigversammlungen mitgemacht haben -, wie wir als ein kleiner Kreis vor sechs bis sieben Jahren begonnen haben und wie wir uns ganz langsam und allmählich, auch innerlich, inhaltlich, den Boden geschaffen haben, auf dem wir heute stehen. Wir haben so begonnen, daß wir in gewisser Beziehung mit den einfachsten geisteswissenschaftlichen Grundbegriffen zuerst versuchten, uns eine Grundlage zu schaffen, und wir sind nach und nach dahin gekommen, daß wir im letzten Winter immerhin hier die Möglichkeit hatten — wenigstens in unsern Zweigversammlungen -, von Dingen der verschiedenen Gebiete der höheren Welten so zu sprechen, wie man spricht von Ereignissen und Erfahrungen der gewöhnlichen physischen Welt. Wir konnten uns unterrichten von den verschiedenen geistigen Wesenheiten und denjenigen Welten, welche gegenüber unserer sinnlichen Welt eben übersinnliche sind. Und nicht nur, daß wir so in einer gewissen Beziehung eine innere Systematik in unserer Zweigarbeit eintreten lassen konnten, es konnten auch im letzten Winter hier zwei Kurse gehalten werden, in welchen denjenigen, die sich nach und nach an den Kern angegliedert hatten, die Möglichkeit geboten wurde, sozusagen den Anschluß an unsere Betrachtungen zu finden.

[ 1 ] We have come together for the study of anthroposophical truths for many winters, and for a little group of you, it is now quite a good number of winter seasons that have found us united for such studies. For reasons which we will perhaps discuss in our next General Meeting, we may look back just at this time at our common anthroposophical life of the past. There are still among you a few who, in a certain respect, form a kind of nucleus for this gathering together here. They have brought over from earlier times their fundamental spiritual conviction, have united with us six or seven years ago, and have formed the nucleus around which those others who were seeking have gradually, so to speak, crystallized. We may say that in the course of these years, not only the increased number of these meetings may tell us something, but that in another direction, and with the help of those spiritual Powers, who are always present when the work of spiritual science is carried out in the right sense, we have succeeded in following a certain inner system in our work.Remember how six or seven years ago, we began as a small circle and how quite slowly and gradually, as well as in inner contents, we have created the ground on which we stand today. We began, with the aid of the simplest basic concepts of spiritual science, to seek first to create a fundamental feeling, and we have gradually reached the point that last winter—at least in our Group-meetings—we could speak of things of the various regions of the higher worlds as one speaks of events and experiences of the ordinary physical world. We have been able to learn about the various spiritual beings and those worlds, which are, in fact, supersensible in regard to our sense-world. And not only could we introduce an inner system into our Group-work, but we could also hold two Courses last winter and enable those who had gradually joined the nucleus to find the definite link with our studies.

[ 2 ] Diejenigen unserer Mitglieder, welche sich zurückerinnern an die Anfänge unseres gegenwärtigen Zweiges, werden ja auch auf manche Fährlichkeiten und Hemmnisse dieser Arbeit zurückblicken können. Es sind einige unter Ihnen, welche es verstanden haben, durch alle diese Fährlichkeiten hindurch treu zu dem zu halten, was wir die geisteswissenschaftliche Arbeit nennen. Es darf wohl gesagt werden, daß die, welche verstehen, treu und geduldig und energisch auszuhalten, gewiß auch über kurz oder lang sehen werden, daß es gewisse Resultate einer solchen Treue und Energie wohl gibt.

[ 2 ] Not translated

[ 3 ] Es ist schon gesagt worden und öfter wurde es hier betont, daß wir es endlich dahin gebracht haben, über höhere Welten zu sprechen wie über etwas, wir dürfen sagen, Selbstverständliches, und wir haben hervorgehoben, daß diejenigen, die längere Zeit unsere Zweigversammlungen innerlich mitgemacht haben, sich dadurch eine gewisse anthroposophische Reife angeeignet haben. Diese anthroposophische Reife liegt nicht in Theorien, nicht in irgendeinem begrifflichen Verständnis, sondern sie liegt in einer inneren Stimmung, die man sich im Laufe der Zeit aneignet. Wer eine Zeitlang das, was die Geisteswissenschaft zu geben vermag, wirklich innerlich aufnimmt, der wird allmählich fühlen, daß er Dinge anhören kann als wirkliche Tatsachen, als etwas Selbstverständliches, die ihn vorher ganz anders berührt hätten.

[ 3 ] It has already been said here, and often emphasized, that we have now come to the point of speaking about the higher worlds as about something—one might say—self-evident, and those who have joined inwardly in our Group meetings have in this way reached a certain anthroposophical maturity. This maturity does not lie in theories or in some conceptual grasp, but in an inner attitude of mind, which one acquires in the course of time. One who has really absorbed inwardly for a length of time what spiritual science has to give, will feel that he can listen to things as actual facts, as self-evident facts that would have affected him earlier quite differently.

[ 4 ] So wollen wir denn auch gleich heute in diesem einleitenden Vortrag damit beginnen, rückhaltlos, wir dürfen sogar sagen, rücksichtslos über ein gewisses Kapitel der höheren Welten zu sprechen, welches uns tiefer hineinführen soll in das Verständnis des menschlichen Charakters und der menschlichen Persönlichkeit. Denn im Grunde genommen, wozu dienen sie denn, alle die Betrachtungen der höheren Welten, die wir anstellen? Wenn wir reden über die astralische Welt, über die devachanische Welt, in welchem Sinne reden wir zunächst darüber als Angehörige der physischen Welt? Wir reden über diese höheren Welten gar nicht von dem Bewußtsein aus, als ob sie uns ganz fremde Welten wären, die in gar keinem Zusammenhang stünden mit der physischen Welt, sondern wir sind uns bewußt, daß das, was wir höhere Welten nennen, um uns herum ist, daß wir darin leben und daß diese höheren Welten in unsere physische Welt hineinragen, daß in den höheren Welten die Ursachen und Urgründe liegen für Tatsachen, die sich hier vor unseren physischen Augen, vor unseren physischen Sinnen abspielen. So lernen wir dieses Leben, so wie es um uns herum ist, in bezug auf den Menschen und die Naturereignisse erst kennen, wenn wir das, was unsichtbar ist, aber sich offenbart im Sichtbaren, wenn wir dieses andern Welten Angehörige ansehen, um es beurteilen zu können da, wo es in unsere physische Welt hineinspielt. Normale und abnorme Erscheinungen des gewöhnlichen physischen Lebens werden uns erst klar, wenn wir das geistige Leben, das hinter dem physischen ist, kennenlernen, dieses geistige Leben, das viel reicher und umfänglicher ist als das physische Leben, das nur einen kleinen Ausschnitt davon bildet.

[ 4 ] And so in this introductory lecture today, we will begin straight-away and without hesitation to speak on a certain chapter of the higher worlds that will lead us to a deeper understanding of man's character and personality. For after all, what purpose is served by all our studies of the higher worlds? We talk about the astral world, about the devachanic world. In what sense do we members of the physical world talk about them in the first place? We talk of these higher worlds not at all with the consciousness that they are quite foreign to us and stand in no kind of connection with the physical world. Rather are we conscious that the higher worlds, as we call them, lie all around us, that we live in them, that they project into our physical world, and that in these higher worlds lie the causes and grounds for facts that take place before our physical eyes and senses. And so we learn to know this life around us with its human beings and nature-events, only when we look at what is invisible but reveals itself in the visible; that is, when we look at what belongs to other worlds in order to be able to form a judgment as to where it plays into our physical world. Normal and abnormal phenomena of ordinary physical life first become clear to us when we learn to know the spiritual life lying behind it—the spiritual life that is far richer and more extensive than the physical life, which forms only a small section of it.

[ 5 ] Der Mensch steht - und muß stehen für alle unsere Betrachtungen - im Mittelpunkte. Den Menschen verstehen, heißt eigentlich, einen großen Teil der Welt überhaupt verstehen. Aber er ist schwierig zu verstehen, und wir werden ein kleines Stück Menschenverständnis uns aneignen, wenn wir heute von einigen Tatsachen - denn die Zahl der Tatsachen ist eine ungeheure -, nur von einigen wenigen Tatsachen der sogenannten astralischen Welt sprechen. Der Mensch hat, wie Sie wissen, einen Seeleninhalt, der sehr mannigfaltig ist. Wir wollen uns heute einmal einen Teil dieses Seeleninhaltes vergegenwärtigen. Gewisse Eigenschaften der Seele wollen wir vor unsere Anschauung hinstellen.

[ 5 ] The human being stands, and must stand for all our studies, is the central point. Understanding human nature means, really, to understand a great part of the world. But human nature is difficult to understand, and we shall gain a small piece of this understanding of the human being, if we speak today of a few facts, only a few facts of the astral world. The contents of the human soul are very manifold. We will learn about a part of this soul-content today. To begin with, we will set before us certain characteristics of the soul.

[ 6 ] Wir leben in unserem Seelenleben in den mannigfaltigsten Gefühlen und Empfindungen, in Gedanken und Vorstellungen, in Ideen und Willensimpulsen. Das alles läuft ab in unserem Seelenleben vom Morgen bis zum Abend. Wenn wir den Menschen oberflächlich betrachten, so erscheint uns ja dieses Seelenleben mit Recht als etwas in sich Geschlossenes, wie etwas in sich Zusammengehöriges. Betrachten Sie, wie Ihr Leben verfließt, wenn Sie des Morgens den ersten Gedanken hegen, wenn die erste Empfindung durch Ihre Seele zuckt, der erste Willensimpuls von Ihnen ausgeht; und betrachten Sie, wie bis zum Abend, wo das Bewußtsein in Schlaf versinkt, Vorstellung an Vorstellung, Gefühl an Gefühl sich angliedert, Willensimpuls an Willensimpuls. Das alles sieht aus wie ein fortlaufender Strom. Im tieferen Sinne betrachtet, ist das aber kein so fortlaufender Strom, denn durch das, was wir denken, fühlen und empfinden, stehen wir in einer fortwährenden Beziehung - die allerdings den meisten Menschen ganz unbewußt bleibt - zu den höheren Welten. Betrachten wir nun heute die Beziehung, in der wir stehen, in bezug auf die astralische Welt.

[ 6 ] We live in our soul-life in the most manifold feelings, perceptions, ideas, concepts, and impulses of will. These all take their course in our soul-life from morning to evening. If we observe man superficially, this soul-life appears to us to be something self-contained, enclosed in itself, and this view is justifiable. Observe how your life flows along with the first thoughts formed in the morning, the first feelings moving through you, the first will-impulses arising. Observe how feeling is linked to feeling, will-impulse to will-impulse, until the evening when the consciousness sinks in sleep. That all looks like a progressing stream. Observed in a deeper sense, however, it is by no means just a progressing stream, for through our thoughts, feelings and perceptions, we stand in a continual relation—to most people quite unconsciously—to higher worlds. Today let us consider this relation as regards the astral world.

[ 7 ] Wenn wir irgendein Gefühl haben, wenn Freude oder Schreck durch unsere Seele zuckt, so ist das zunächst ein Ereignis in unserer Seele. Aber nicht bloß das. Wenn ein Mensch das hellseherisch prüfen kann, so kann er bemerken, daß in dem Augenblicke des Schrecks oder der Freude von ihm etwas ausgeht wie eine leuchtende Strömung, die hineingeht in die astralische Welt. Aber sie geht nicht sinn- und richtungslos hinein, sondern nimmt ihren Weg zu einer Wesenheit der astralischen Welt, so daß dadurch, daß in uns eine Empfindung aufglänzt, wir in eine Verbindung kommen mit einem Wesen der astralischen Welt. Nehmen wir an, irgendein Gedanke greift Platz in unserer Seele; sagen wir, wir denken nach über die Natur eines Tisches. Indem der Gedanke unsere Seele durchzittert, kann der Hellseher wiederum nachweisen, wie von diesem Gedanken eine Strömung ausgeht hin zu einem Wesen der astralischen Welt. Und so ist es für jeden Gedanken, jede Vorstellung, jede Empfindung. Von dem ganzen Strom des Lebens, der abfließt von der Seele, gehen fortwährend Strömungen nach den verschiedensten Wesen der astralischen Welt. Es wäre eine ganz irrtümliche Vorstellung zu glauben, daß diese Strömungen, die da ausgehen, etwa alle zu einem Wesen der astralischen Welt gingen. Das ist nicht der Fall. Sondern von all diesen einzelnen Gedanken, einzelnen Empfindungen und Gefühlen gehen die verschiedensten Strömungen aus, und sie gehen zu den verschiedensten Wesen der astralischen Welt. Das ist das Eigenartige dieser Tatsache, daß wir als einzelne Menschen nicht nur mit einem solchen Wesen in Verbindung stehen, sondern daß wir die verschiedensten Fäden spinnen zu den verschiedensten Wesen der astralischen Welt. Die astralische Welt ist von einer großen Anzahl von Wesenheiten bevölkert, ebenso wie die physische Welt, und diese Wesen stehen mit uns in der mannigfaltigsten Weise in Verbindung.

[ 7 ] When we have some kind of feeling, when joy or terror flashes through our soul, that, to begin with, is an event in our soul-life, but it is not merely that. If someone can test that clairvoyantly, it will be seen that something goes out of the soul like a current, like a shining current, which goes into the astral world. It does not go in casually, however, and without direction, but it takes its way to a being of the astral world. Let us suppose a thought arises in our soul; let us say we ponder on the nature of a table. Inasmuch as the thought shimmers through our soul, the clairvoyant can observe how a current proceeds from this thought to a being of the astral world. And so it is for every thought, every concept, every feeling. From the whole stream that flows away before the soul, currents continually go towards the most diverse beings of the astral world. It would be quite an erroneous idea if you thought that all these currents went to one single being of the astral world. That is not the case. From all these different thoughts, feelings and sensations proceed the most diverse currents, and they go to the most diverse beings of the astral world. That is the peculiarity of this fact: as individuals, we stand in connection, not with one such being, but we spin the most diverse threads towards the most diverse beings of the astral world. The astral world is peopled by a great number of beings just as the physical world, and they stand in connection with us. If, however, we want to realize the whole complexity, we must take something else into consideration.

[ 8 ] Wenn wir aber das ganz Komplizierte dieser Sache einsehen wollen, müssen wir noch etwas anderes in Erwägung ziehen. Nehmen wir an, zwei Menschen sehen einen Blitzstrahl und haben dem gegenüber eine ganz ähnliche Empfindung. Dann geht von jedem der beiden Menschen eine Strömung aus; aber beide Strömungen gehen jetzt zu ein und demselben Wesen der astralischen Welt. So daß wir sagen können: Es gibt ein Wesen, einen Bewohner der astralischen Welt, mit dem setzen sich die beiden Wesen der physischen Welt in Verbindung. Es kann sein, daß nicht nur ein Wesen, sondern fünfzig, hundert oder tausend Menschen, die eine ähnliche Empfindung haben, Strömungen aussenden zu einem einzigen Wesen der astralischen Welt. Indem diese tausend Menschen nur in dem einen Punkte übereinstimmen, stehen sie in Verbindung mit dem gleichen Wesen der astralischen Welt. Aber denken Sie, was diese Menschen, die in dem einen Falle eine gleiche Empfindung haben, sonst an verschiedenen Empfindungen, Gefühlen und Gedanken in sich tragen! Dadurch stehen sie mit anderen Wesenheiten der astralischen Welt in Verbindung; dadurch gehen die verschiedensten Verbindungsstränge von der astralischen Welt hinein in die physische Welt.

[ 8 ] Let us suppose that two individuals see a flash of lightning and have a quite similar sensation. Then a current goes out from each, and now both currents go to one and the same being of the astral world. We can say, therefore, that there is a being, an inhabitant of the astral world, with whom both beings of the physical world put themselves in connection. And it can happen that not only one person, but 50, 100, 1000 human beings, having a similar sensation, send out currents to one single being of the astral world. In so far as these 1000 beings people agree on one point, they stand in connection with the same being of the astral world. But think what other and differing sensations, feelings, thoughts are possessed by the individuals who, in the one case, have the same sensation! Through these, they stand in connection with other beings of the astral world, and in this way the most diverse connecting threads pass from the astral world into the physical world.

[ 9 ] Nun gibt es die Möglichkeit, gewisse Klassen von Wesenheiten in der astralischen Welt zu unterscheiden. Wir gewinnen am leichtesten eine Vorstellung von diesen Klassen, wenn wir ein Beispiel ins Auge fassen. Nehmen Sie eine große Anzahl von Menschen der europäischen Welt, und nehmen wir einmal von den Seeleninhalten dieser Menschen den Begriff, die Idee des Rechtes. Sonst mögen die Menschen die mannigfaltigsten Erlebnisse haben und dadurch mit den verschiedensten Wesen der astralischen Welt in der verwickeltsten Weise in Verbindung stehen. Dadurch aber, daß diese Menschen über den Begriff des Rechtes in gleicher Art denken, in der gleichen Weise diesen Begriff sich angeeignet haben, stehen sie alle mit einem Wesen der astralischen Welt in Verbindung, und dieses Wesen der astralischen Welt können wir geradezu wie ein Zentrum, wie einen Mittelpunkt ansehen, von welchem nach all den Menschen, die da in Betracht kommen, Strahlen ausgehen. Und sooft diese Menschen sich vergegenwärtigen den Begriff des Rechtes, sooft stehen sie in Verbindung mit diesem einzigen Wesen. Genau so, wie die Menschen Fleisch und Blut haben und sich daraus zusammensetzen, so besteht dieses Wesen in dem Begriff des Rechtes; es lebt darinnen. Ebenso gibt es eine astralische Wesenheit für den Begriff des Mutes, des Wohlwollens, der Tapferkeit, der Rache und so weiter. Also für das, was im Menschen Eigenschaften sind, Seeleninhalte, gibt es Wesenheiten in der astralischen Welt. Dadurch ist über eine größere Anzahl von Menschen etwas ausgebreitet wie ein astralisches Netz. Wir alle, die wir gleiche Rechtsbegriffe haben, sind eingebettet in einen Körper einer astralischen Wesenheit, die wir geradezu nennen können das Rechtswesen. Wir alle, die wir die gleichen Begriffe haben von Mut, Tapferkeit und so weiter, stehen mit einem und demselben astralischen Wesen in Verbindung, das als seine Substantialität Recht, Mut oder Tapferkeit hat. Dadurch ist aber auch jeder einzelne von uns eine Art Konglomerat von Strömungen, denn wir können jeden Menschen so ansehen, wie wenn von allen Seiten die astralischen Wesen Strömungen in seinen Körper hineinsenden. Wir alle sind ein Zusammenfluß von Strömungen, die aus der astralischen Welt herauskommen.

[ 9 ] Now, it is possible to distinguish certain classes of beings in the astral world, and it will be easier to form an idea of these classes if we take an example. Imagine a large number of people of the European world, and let us take from the soul-contents of these people the concept of justice. These people may otherwise have the most varied experiences and thereby stand in connection in the most complex way with the most differing beings of the astral world. But since these people think similarly about the idea of justice, have acquired this idea in the same way, they therefore all stand in connection with the same being of the astral world. We can look on this being exactly like a center, a middle point, from which rays go out to all the people concerned. As often as they bring to mind the concept of justice, they stand in connection with this one being. Just as human beings have flesh and blood and are composed of them, so does this being consist of the concept of justice: it lives in it. In the same way there is an astral being for the concept of courage, of goodwill, of bravery, of revenge, etc. Thus beings exist in the astral world for our human qualities, the contents of our souls. And in this way a sort of astral net is spread out over a considerable number of persons. All of us who have the same idea of justice, for example, are embedded in a body of an astral being, whom we can actually call the “Justice-being”. If we have a concept of courage, valor, we stand in connection with another being. Thus in everyone, there is a kind of conglomeration, for we can regard everyone as receiving currents from astral beings on all sides. We are all a confluence of currents that come out of the astral world.

[ 10 ] Nun werden wir im Verlaufe der Wintervorträge immer mehr und mehr darauf hinweisen können, wie der Mensch, der im Grunde genommen auf diese Art ein Zusammenfluß ist von solchen Strömungen, diese Strömungen in sich selber, um seinen Ich-Mittelpunkt konzentriert. Denn das ist das Wichtigste für des Menschen Seelenleben, daß er alle diese Strömungen zusammenfaßt um einen Mittelpunkt, der in seinem Selbstbewußtsein liegt. Dieses Selbstbewußtsein ist deshalb etwas so Wichtiges im Menschen, weil es wie ein Beherrscher sein muß in der inneren menschlichen Wesenheit, der die verschiedenen Strömungen, die von allen Seiten in uns einfließen, zusammenfaßt und in sich verbindet. Denn in dem Augenblicke, wo das Selbstbewußtsein nachlassen würde, könnte es eintreten, daß der Mensch sich nicht mehr als eine Einheit fühlte; es könnte eintreten, daß alle die verschiedenen Begriffe des Mutes, der Tapferkeit und so weiter, auseinanderfallen würden. Der Mensch würde dann kein Bewußtsein mehr davon haben, daß er eine Einheit ist, sondern er würde sich fühlen, als ob er aufgeteilt wäre in alle die verschiedenen Strömungen. Es gibt eine Möglichkeit - und da zeigt sich uns, wie wir durch Kenntnis des wahren Sachverhaltes auch wirklich in das Verständnis der geistigen Welt eindringen können -, daß der Mensch sozusagen die dirigierende Herrschaft verlieren kann über das, was da in ihn hineinströmt. Denken Sie sich, Sie haben als einzelner Mensch ein gewisses Leben hinter sich, Sie haben mancherlei erlebt, haben von Jugend auf eine Anzahl Ideale gehabt, die sich nach und nach in Ihnen entwickelt haben. Ein jedes solches Ideal kann von dem andern verschieden sein. Sie haben das Ideal des Mutes, der Tapferkeit, des Wohlwollens gehabt und so weiter. Dadurch sind Sie in die Strömungen der verschiedensten astralischen Wesen hineingekommen. Es kann auch auf eine andere Weise der Mensch in eine solche verschiedene Aufeinanderfolge von Strömungen der astralischen Wesen hineinkommen. Nehmen wir an, der Mensch habe im Verlaufe seines Lebens eine Anzahl Freundschaften gehabt. Ganz bestimmte Gefühle und Empfindungen haben sich unter dem Einfluß dieser Freundschaften, ganz besonders in der Jugend, entwickelt. Dadurch gingen Strömungen zu einem ganz bestimmten Wesen der astralischen Welt. Dann trat eine neue Freundschaft in das Leben des Menschen ein; dadurch wurde er wieder mit einem andern Wesen der astralischen Welt verbunden, und so das ganze Leben hindurch. Nun nehmen wir an, durch eine Erkrankung der Seele träte das ein, daß das Ich die Herrschaft über die verschiedenen Strömungen verlöre, daß es sie nicht mehr gruppieren könnte. Da würde der Mensch dahin kommen, daß er sich nicht mehr als ein Ich fühlte, als geschlossene Wesenheit, als eine Einheit in seinem Selbstbewußtsein. Wenn er sein Ich durch einen Krankheitsprozeß der Seele verlieren würde, so würde er diese Strömungen so empfinden, als wenn er nicht sich wahrnehmen würde, sondern diese einzelnen Strömungen, als wenn er in sie ausflösse. Bestimmte Irrsinnsfälle sind nur darauf zurückzuführen. Ein besonders tragischer Irrsinnsfall wird Ihnen erklärlich werden, wenn wir ihn von diesem Gesichtspunkt aus, von der astralischen Welt aus betrachten: Friedrich Nietzsche.

[ 10 ] Now we shall be able to show more particularly how human beings, who are individually in this way a confluence of these currents, concentrate them in themselves round their ego-centers. For that is the most important thing for our soul-life; we must collect all these currents round a center that lies in our self-consciousness. This self-consciousness is so important, because the self must act as a controller in our individual inner being, collecting the different currents flowing into us from all sides and uniting them in itself. For the moment the self-consciousness would slacken and give up, it could come about that a person would cease to feel its self to be a unity, and that all the different concepts of courage, valor, etc, would fall apart. People would then no longer be conscious of the self as a unity; they would feel as if they were distributed in all the different currents. There is a possibility—and there it shows us how we can penetrate into the understanding of the spiritual world through knowledge of the true, the right—there is a possibility that we can lose the directing control over what streams into us. As an individual person, you have a certain life behind you, have experienced many things, have had a number of ideals from youth on that have gradually evolved. Each ideal can differ from the others, you have had the ideal of courage, valor, etc. In this way you have come into the currents of most diverse astral beings. One can also come in another way into such a varied succession of astral beings. Let us suppose that in the course of life an individual man has had a number of friendships. Under the influence of these friendships, quite definite feelings and sensations have developed, especially in youth. In this way, currents passed to a definite being of the astral world. Then the man formed a new friendship, and he was then united with another being of the astral world, and so on for the whole of life. Now let us suppose that through a sickness of the soul, it came about that the ego lost control over the different currents; it could no longer group them. Then the man would reach the state of no longer feeling himself as ego, as enclosed entity, a self-conscious unity. If he should lose his ego through a process of soul-sickness, he would then perceive these currents as if he were not aware of himself, but of the separate currents, as if he flowed into them. You will be able to understand an especially tragic case if we consider it from this point of view, from the aspect of the astral world—Friedrich Nietzsche.

[ 11 ] Viele von Ihnen werden wohl davon gehört haben: Im Winter 1888 auf 1889 brach bei Friedrich Nietzsche der Wahnsinn aus. Es ist interessant für den Leser seiner letzten Briefe zu beobachten, wie Friedrich Nietzsche sich aufteilte, in verschiedene Strömungen zerteilte in dem Augenblick, wo er sein Ich verlor. Da schreibt er an diesen oder jenen Freund oder an sich selber auch: «Da lebt ein Gott in Turin, der einmal ein Professor der Philosophie in Basel gewesen ist; aber er war nicht egoistisch genug, das geblieben zu sein.» Also er hatte sein Ich verloren, und das kleidete er in solche Worte. «Und es schreitet der Gott Dionysos am Po.» Und er schaut herab auf alle seine Ideale und Freundschaften, die unter ihm hinwandeln. Er kommt sich vor bald als der König Carlo Alberto, bald als ein anderer, bald sogar als einer der Verbrecher, von denen er in den letzten Tagen seines Lebens damals gelesen hatte. Zu dieser Zeit gab es zwei aufschenerregende Fälle von Morden, und in den Augenblicken seiner Krankheit identifizierte er sich mit den betreffenden Frauenmördern. Da empfand er nicht sein Ich, sondern eine Strömung, die in die astralische Welt hineinging. So tritt in abnormen Fällen an die Oberfläche des Lebens, was sonst durch das Zentrum des Selbstbewußtseins zusammengehalten wird.

[ 11 ] Many of you will certainly know how Friedrich Nietzsche became insane in the winter of 1888–89. It is interesting to read in his last letters how he became divided, split up in different currents in the moment when he lost his ego. He writes to this or that friend—or to himself: “There lives a person in Turin who was once a professor of philosophy in Basle, but he is not egotistic enough to have remained one.” (Thus he had lost his ego and clothed the fact in such words). “And the god Dionysos strides to the River Po and looks down at all his ideals and friendships, which are wandering below him.” He appears to himself now as King Humbert, now as someone else, now even as one of the criminals about whom he had read at that time, during the last days of his life. There were two notorious cases of murder just then, and in the moments of his illness he identified himself with these women-murderers. For he did not experience his ego but, rather, a current that went into the astral world. Thus in abnormal cases, what is otherwise held together through the center of self-consciousness rises to the surface.

[ 12 ] Es wird immer mehr und mehr für die Menschen nötig sein zu wissen, was auf dem Grunde der Seele ist. Denn der Mensch wäre ein unendlich armes Wesen, wenn er nicht imstande wäre, viele solcher Strömungen zu bilden in die astralische Welt hinein; und er wäre doch auch ein sehr begrenztes Wesen, wenn er nicht durch die spirituelle Vertiefung seines Lebens die Möglichkeit gewinnen könnte, allmählich Herr zu werden über alle diese Strömungen. So daß wir uns wirklich sagen müssen: Wir sind nicht innerhalb unserer Haut begrenzt, sondern wir ragen überall hinein in die andern Welten, und andere Wesen ragen in unsere Welt herein. Ein ganzes Netz von Wesenheiten ist ausgesponnen über die astralische Welt.

[ 12 ] It will become more and more necessary for people to know what is at the base of the soul. For we would be infinitely poor beings if we were not able to form many such currents into the astral world, and we would also be very limited beings if we were not able gradually to become master over all these currents through the deepening of our spiritual life. We must realize that we are not confined within our skin, but project everywhere into other worlds and that other beings project into our world. A whole web of beings is spun out over the astral world.

[ 13 ] Nun wollen wir gerade einige dieser Wesenheiten ein wenig genauer betrachten, die in dieser Art mit uns in Beziehung stehen. Das sind Wesen, die sich uns vergleichsweise etwa so darstellen: Die astralische Welt umgibt uns. Denken wir uns hier eine solche Wesenheit, meinetwillen die, welche mit dem Begriff und der Empfindung des Mutes etwas zu tun hat. Sie erstreckt ihre Fangarme nach allen Seiten, und diese Fangarme gehen in die menschlichen Seelen hinein; und indem die Menschen Mut entwickeln, ist eine Verbindung zwischen diesem Wesen des Mutes und der menschlichen Seele hergestellt. Andere Menschen sind anders. Alle zum Beispiel, welche eine bestimmte Form des Angst- oder des Liebesgefühls entwickeln, stehen ja mit einem Wesen der astralischen Welt in Verbindung. Wenn wir uns auf diese Wesen einlassen, kommen wir zu dem, was wir nennen können die Verfassung, das soziale Leben in der astralischen Welt. Die Menschen, wie sie hier auf dem physischen Plan leben, sind nicht bloß einzelne Wesen; auch auf dem physischen Plan stehen wir in hundertfältigen und tausendfältigen Verbindungen. Wir stehen in Rechtsverbindung, in Freundschaften zueinander und so weiter. Es regeln sich unsere Verbindungen auf dem physischen Plan nach unseren Ideen, Begriffen, Vorstellungen und so weiter. In einer gewissen Weise müssen sich auch die sozialen Verbindungen derjenigen Wesen auf dem Astralplan, die wir jetzt eben vor unsere Seele hingestellt haben, in irgendeiner Art regeln. Wie leben denn diese Wesen miteinander? Diese Wesen haben keinen so dichten physischen Körper aus Fleisch und Blut wie wir Menschen; sie haben astralische Körper, sind höchstens ätherischer Substanz. Sie strecken ihre Fühlhörner aus in unsere Welt hinein. Aber wie leben sie nun zusammen? Wenn diese Wesen nicht zusammenwirken würden, wäre auch unser menschliches Leben ein ganz anderes. Im Grunde genommen ist ja unsere physische Welt nur der äußere Ausdruck dessen, was auf dem astralischen Plan geschieht. Wenn also ein Wesen in der Astralwelt ist, welches das Rechtswesen ist und zu dem alle Gedanken hingehen, die sich auf Recht beziehen, und ein anderes Wesen, zu dem alle Gedanken hingehen, die sich auf Schenken beziehen, und dann in unserer Seele der Gedanke entsteht: Schenken ist Recht - dann geht eine Strömung von beiden Wesen aus und in unsere Seele hinein. Wir stehen mit beiden in Verbindung. Wie vertragen sich nun diese Wesen untereinander?

[ 13 ] Now we will observe a little more closely the beings standing in connection with us in this way. They are beings, who by way of comparison, present themselves to us somewhat like this: The astral world surrounds us. Let us think that here is such a being—one, if you like, that has to do with the concept and feeling of courage. It stretches its tentacles towards all sides and they go into human souls; and inasmuch as men develop courage, the connection is established. Other men are different. All those, for instance, who develop a definite form of anxiety or a feeling of love are connected with another being of the astral world. If we make a study of these beings, we come to what we can call the constitution, the social life in the astral world. People, as they live here on the physical plane, are not merely individuals. Here, too, we are all connected in a hundred, a thousand different ways. We are connected by the law, in friendships, and so on. Our connections on the physical plane are regulated by our ideas, concepts, representations, etc. In a certain way, the social connections of those beings on the astral plane, of whom we have been speaking, must also be regulated. Now then, do these beings live with one another? They have no such dense physical bodies of flesh and blood as we humans have; they have astral bodies, are at most of etheric substance. They stretch out their feelers into our world; but how do they live together? If these beings were not to work together, our human life, too, would be quite different. In fact, our physical world is only the external expression of what takes place on the astral plane. Now, do these beings arrange things among themselves?

[ 14 ] Man könnte leicht versucht sein zu glauben, daß das soziale Leben auf dem astralen Plan ähnlich sei dem Leben auf dem physischen Plan. Aber es unterscheidet sich das Zusammenleben auf dem astralischen Plan ganz wesentlich von dem Zusammenwirken auf dem physischen Plan. Die Menschen, welche die einzelnen Plane nur so übereinander gruppieren und die höheren Welten so charakterisieren, als wenn es dort ganz ähnlich zuginge wie in der physischen Welt, beschreiben die höheren Welten nicht richtig. Es ist ein gewaltiger Unterschied zwischen der physischen Welt und den höheren Welten, und dieser Unterschied wird immer größer, je höher wir hinauf kommen. Es ist vor allen Dingen in der astralischen Welt eine bestimmte Eigentümlichkeit vorhanden, die gar nicht auf dem physischen Plan zu finden ist. Das ist die Durchlässigkeit, die Durchdringlichkeit der Materie des astralischen Plans. Es ist in der physischen Welt unmöglich, daß Sie sich hinstellen auf denselben Platz, wo schon ein anderer steht; es ist die Undurchdringlichkeit ein Gesetz der physischen Welt. In der astralischen Welt ist es nicht so, da besteht das Gesetz der Durchlässigkeit. Und durchaus möglich ist es, es ist sogar die Regel, daß sich die Wesen durchdringen und in den Raum, wo schon ein Wesen ist, ein anderes hineindringt. Es können zwei, vier, hundert Wesen an einem und demselben Ort der astralischen Welt sein. Das hat aber nun etwas anderes zur Folge, nämlich, daß auf dem astralen Plan die Logik des Zusammenlebens eine ganz andere ist als auf dem physischen Plan. Sie werden am besten begreifen, wie die Logik des Astralplans ganz verschieden ist von der Logik des physischen Plans - nicht etwa die Logik des Denkens, sondern die Logik der Tat, des Zusammenlebens -, wenn Sie das folgende Beispiel nehmen.

[ 14 ] One could easily be tempted to think that the social life on the astral plane is similar to the life on the physical plane. But the joint life on the astral plane differs essentially from a working together on the physical plane. People who group the different planes above one another and characterize the higher worlds as if things were just the same there as here in the physical world, do not give a right description of the higher worlds. There is an immense difference between the physical world and the higher worlds, and this difference increases the higher up we come. Above all, a definite peculiarity exists in the astral world, which is not to be found at all on the physical plane. That is the penetrability of the substance of the astral plane. It is impossible here to place yourself on the spot where someone else is already standing; impenetrability is a law of the physical world. In the astral world it is not; there, the law is penetrability. And it is absolutely possible—it is even the rule—for beings to penetrate each other, and where already one being is, another presses in. Two, four, hundreds of beings can be on one and the same spot in the astral world. But that results in something else, namely, that the logic of common life on the astral plane is quite different. You will best understand how the logic of the astral plane is quite different from the logic of the physical plane—though not, perhaps, the logic of the act, of the common life—if you take the following example.

[ 15 ] Denken Sie sich einmal, eine Stadt hätte beschlossen, eine Kirche zu bauen auf einem bestimmten Platz. Dann muß notwendigerweise der weise Rat dieser Stadt erstens sich beraten, wie diese Kirche zu bauen ist, was für Anstalten dafür zu treffen sind und so weiter. Nehmen wir nun an, es bildeten sich in der Stadt zwei Parteien. Die eine Partei will auf diesem einen Platze eine Kirche bauen in einer bestimmten Gestalt, mit einem gewissen Baumeister und so weiter, die andere Partei will eine andere Kirche bauen mit einem andern Baumeister. Da werden auf dem physischen Plan die beiden Parteien ihre Absicht nicht ausführen können. Also es ist notwendig, bevor man überhaupt an etwas geht, daß eine Partei siegt, daß eine Partei die Oberhand gewinnt und daß es ausgemacht ist, welche Gestalt die Kirche haben soll. Sie wissen ja, daß tatsächlich der weitaus größte Teil des menschlichen sozialen Lebens abfließt in solchen Beratungen und solchen gegenseitigen Verhandlungen, bevor man irgend etwas ausführt; daß man sich einigt über das, was eigentlich zu geschehen hat. Es würde ja nichts geschehen, wenn nicht in den meisten Fällen doch irgendeine Partei die Oberhand gewänne und in der Majorität bliebe. Aber die Partei, die in der Minorität bleibt, wird nicht ohne weiteres sagen: Ich habe unrecht gehabt -, sondern wird weiter glauben, sie habe recht gehabt. Es handelt sich in der physischen Welt um die Diskussion über die Vorstellungen, die rein innerhalb der physischen Welt entschieden werden müssen, weil es unmöglich ist, daß man an einem und demselben Ort zwei Pläne ausführen kann.

[ 15 ] Suppose that a town had decided to build a church on a definite site. Then, of course, the wise council of the town must first consider how the church is to be built, what arrangements must be made, and so on. Now let us suppose that two parties arise in the town. The one party wants to build a church on this site in a definite style and with a certain architect, etc. The other party wishes to build a different church with a different architect. On the physical plane, the two parties will not be able to carry out their intention. Before anything at all is begun, it will be necessary for one of the parties to be victorious and gain the upper hand, and that the style of the church is decided on. You know, of course, that actually far the greater part of mankind's social life is passed in such consultations and mutual arguments before something is carried out, before people come to an agreement about what is to be done. Nothing indeed would be done unless in most cases one or other party gains the upper hand and remains in the majority. But the party in the minority will not straightaway say: “We have been wrong,” but will go on believing they have been right. In the physical world it is a matter of discussing the proposals, which must be decided purely within the physical world, because it is impossible for two plans to be carried out on one and the same spot.

[ 16 ] Ganz anders ist es in der astralischen Welt. Da wäre es durchaus möglich, daß an einem und demselben Orte, sagen wir, zwei Kirchen gebaut würden. Solches geschieht tatsächlich in der astralischen Welt fortwährend, und es ist das einzig Richtige in der astralischen Welt. Dort streitet man sich nicht so wie in der physischen Welt. Man hält dort nicht solche Versammlungen ab und sucht eine Majorität für dieses oder jenes herauszubringen; es ist das dort auch gar nicht einmal nötig. Wenn sich hier der Rat einer Stadt zusammensetzt und von fünfundvierzig Menschen vierzig eine Meinung haben und die andern eine andere, da mögen sich die beiden Parteien, wie sie so dasitzen, in Gedanken morden wollen wegen ihrer verschiedenen Meinung, so ist es doch nicht so schlimm, weil sich äußerlich die Dinge gleich stoßen. Es sucht nicht gleich jede Partei ohne Rücksicht auf die andere ihre Kirche dahin zu bauen, weil auf dem physischen Plan der Gedanke Seelengut bleiben kann; er kann da drinnen bleiben. Auf dem astralischen Plan ist es nicht so einfach. Da ist es so: Wenn der Gedanke gefaßt ist, steht er in einer gewissen Beziehung auch schon da. So daß also, wenn eine solche astralische Wesenheit wie die, von denen ich eben gesprochen habe, einen Gedanken hat, diese Wesenheit gleich die entsprechenden Fühlfäden ausstreckt, welche die Form dieses Gedankens haben, und ein anderes Wesen streckt von sich die Fühlfäden aus; beides durchdringt sich nun gegenseitig und ist im selben Raum als neugebildete Wesenheit drinnen.

[ 16 ] In the astral world, it is quite different. It is perfectly possible there to build—let us say—two churches on one and the same spot. Such actually happens continually in the astral world, and it is the only right thing there. One does not argue as in the physical world. One does not hold meetings and try to get a majority for this or that. In fact, it is not at all necessary there. When a city council holds a meeting here and 40 out of 45 people are of one opinion and the others of another, then the two parties may inwardly want to murder each other on account of their different opinions. That is not so bad, however, because externally the things are at once dealt with. Neither party tries without consideration of the other party to build their church immediately, because on the physical plane thought can remain a possession of the soul, it can remain in the soul. On the astral plane, that is not so; it is like this: When the thought has been formed, it also stands in a certain respect already there. So that if such an astral being as the one I have just spoken about has a thought, it immediately stretches out the corresponding “feelers” that have the form of this thought, and another being stretches out from itself the substance. Both now mutually interpenetrate each other and are in the same space as a newly-formed being.

[ 17 ] So durchdringen sich fortwährend die verschiedensten Meinungen, Gedanken und Empfindungen. Das Allerentgegengesetzteste kann sich durchdringen in der astralischen Welt. Und wir müssen sagen: Wenn in der physischen Welt über die Punkte, die wir besprochen haben, Widerspruch herrscht, in der astralischen Welt herrscht sogleich Widerstreit. Denn als Wesen der astralischen Welt kann man nicht die Gedanken in sich zurückhalten, die Gedanken werden sogleich Tat, die Gegenstände sind gleich da. Nun werden dort zwar nicht solche Kirchen gebaut, wie wir sie auf dem physischen Plan haben; aber nehmen wir einmal an, ein Wesen der astralischen Welt wollte etwas realisieren, und ein anderes Wesen wollte das durchkreuzen. Diskutieren kann man da nicht, sondern da gilt der Grundsatz: Eine Sache muß sich bewähren! Wenn nun die beiden Fühlhörner wirklich in demselben Raume sind, dann fangen sie an, sich zu bekämpfen, und dann wird die Idee, welche die fruchtbarere ist, die also recht hat - das ist die, die bestehen kann -, die andere vernichten und wird sich geltend machen. So daß wir da fortwährend den Widerstreit haben der verschiedensten Meinungen, Gedanken und Empfindungen. Auf dem astralischen Plan muß eine jede Meinung zur Tat werden. Da streitet man sich nicht, da läßt man die Meinungen kämpfen, und diejenige, welche die fruchtbarere ist, schlägt die andere aus dem Felde. Es ist sozusagen die astralische Welt die viel gefährlichere, und manches von dem, was über die Gefährlichkeit der astralischen Welt gesagt wird, hängt mit dem zusammen, was eben ausgesprochen worden ist. Also dort wird alles zur Tat. Und die Meinungen, die da sind, müssen miteinander kämpfen, nicht diskutieren.

[ 17 ] In this way, there is a continual interpenetration of the most varying opinions, thoughts, and feelings. In the astral world, the most completely opposite ideas can interpenetrate each other. It must be said that when things are discussed in the physical world, contradiction prevails, but in the astral world what prevails at once is conflict. For, as a being of the astral world, one cannot keep back one's thoughts to oneself, they become deeds immediately; the objects are there at once. Now, to be sure, churches such as we have on the physical plane are not built there, but let us suppose that a being of the astral plane wanted to realize something and another being wanted to cross it. Discussion is not possible there, but the principle holds good that a thing must be preserved! So when the two "feelers" are really in the same space, they begin to fight each other; and the idea that is the more fruitful, which is therefore right (i.e., the one that can endure), will annihilate the other and vindicate itself. So that there we have a continual conflict of the most varying opinions, thoughts, feelings. On the astral plane each opinion must become deed. There, one does not oneself fight; one lets the opinions fight, and the one that is the most fruitful routs the other from the field. The astral world is, so to say, the much more dangerous, and a great deal of what is said about its danger is connected with what has just been stated. Thus, everything there becomes deed, and all opinions must fight with each other, not discuss and argue.

[ 18 ] Jetzt werde ich eine Sache berühren, die zwar für die heutige materialistische Zeit schockierend ist, die aber doch wahr ist. Wir haben ‚oft betont, daß unsere Zeit sich ja heute immer mehr einlebt in das bloße Bewußtsein der physischen Welt, also auch in die Charaktereigenschaften und Charaktereigentümlichkeiten der physischen Welt; wo also, wenn die Diskussion angeschlagen wird, jeder den andern, der nicht seiner Meinung ist, vernichten möchte oder ihn für einen Toren hält. So ist es in der astralischen Welt nicht. Da wird ein Wesen sagen: Ich kümmere mich nicht um andere Meinungen! - Da herrscht absoluteste Toleranz. Ist eine Meinung die fruchtbarere, so wird sie die andern aus dem Felde schlagen. Man läßt die andern Meinungen ebenso bestehen wie die eigene, weil sich die Dinge schon zurecht richten müssen durch den Kampf. Wer sich nach und nach in die spirituelle Welt einlebt, muß sich nach den Gewohnheiten der spirituellen Welt richten lernen; und der erste Teil der spirituellen Welt ist einmal die astralische Welt, wo solche Usancen herrschen, wie sie eben charakterisiert wurden, so daß in einem Menschen, der sich einlebt in die geistige Welt, in einer gewissen Beziehung auch die Gewohnheiten der Wesen der geistigen Welt Platz greifen müssen. Und das ist auch richtig. Immer mehr soll unsere physische Welt ein Abbild der geistigen Welt werden, und wir werden dadurch in unsere Welt immer mehr Harmonie bringen, daß wir uns eines vornehmen: Das Leben in der physischen Welt soll sich abspielen wie das Leben in der astralischen Welt. Wir können zwar nicht an einem Orte zwei Kirchen bauen, aber wo die Meinungen verschieden sind, läßt man sie sich gegenseitig in bezug auf ihre Fruchtbarkeit in der Welt durchdringen. Die Meinungen, welche die fruchtbarsten sind, werden schon den Sieg davontragen, wie das auch in der astralischen Welt ist.

[ 18 ] I will now touch upon a matter that is doubtless shocking to the modern materialistic age, but which nevertheless is fact. I have often emphasized that our present age grows more and more accustomed to the mere consciousness of the physical world, to the characteristics and peculiarities of the physical world. So that when discussions arise, everyone would like to annihilate the one who is not of his or her opinion, or else takes him for a fool. That is not how it is in the astral world. There a being will say, “I do not concern myself with other opinions.” The most complete tolerance obtains. If one opinion is more fruitful than the others, it will drive them out of the field. One lets other opinions stand just as one's own, because things have to right themselves through conflict. One who gradually becomes familiar with the spiritual world must learn to adjust oneself to the customs of the spiritual world. The first part of the spiritual world is the astral world, where such usages prevail as have just been described, so that in a person who becomes familiar, with the spiritual world, the customs, too, of the beings of that world in a certain respect take root. And that is also right. Our physical world should become more and more an image of the spiritual world, and we shall bring more harmony into our world if we make it our purpose that life in the physical world should resemble life in the astral world. We cannot, of course, build two churches on the same spot, but where opinions differ, one lets them mutually prevail as regards their fruitfulness in the world. The opinions that are the most fruitful will assuredly carry off the victory, as it is in the astral world.

[ 19 ] So können innerhalb einer spirituellen Weltenströmung die Charaktereigentümlichkeiten der astralischen Welt geradezu hineinreichen in die physische Welt. Das wird ein großes Feld der Erziehung sein, welches die geisteswissenschaftliche Bewegung zu bebauen haben wird: immer mehr auf dem physischen Plan ein Abbild zu schaffen der astralischen Welt. So sehr es den Menschen schockiert, der nur den physischen Plan kennt und sich danach nur vorstellen kann, daß nur eine Meinung vertreten werden könne und daß alle, die andere Meinungen haben, Dummköpfe sein müssen, so wird es doch immer mehr und mehr selbstverständlich sein für die Angehörigen einer spirituellen Weltanschauung, daß eine absolute innerliche Toleranz der Meinungen herrscht, eine Toleranz, die sich nicht darstellt wie die Konsequenz einer Predigt, sondern wie etwas, was in unserer Seele Platz greifen wird, weil wir uns immer mehr und mehr naturgemäß die Usancen der höheren Welten aneignen.

[ 19 ] So, the characteristic qualities of the astral world can extend into the physical world precisely within a spiritual movement. That will be a great field of education, which the spiritual-scientific movement will have to cultivate—to create on the physical plane an image of the astral world. However much it shocks the person who only knows the physical plane and accordingly believes that only one opinion can be advocated and that all who hold other opinions must be blockheads, yet it will become increasingly obvious to the adherents of a spiritual world-conception that an absolute tolerance of opinions must prevail, not a tolerance consequent on a sermon, but one which takes root in our soul.

[ 20 ] Was jetzt geschildert worden ist, diese Durchdringlichkeit, ist eine sehr wichtige und wesentliche Eigentümlichkeit der astralischen Welt. Kein Wesen der astralischen Welt wird einen solchen Wahrheitsbegriff entwickeln, wie wir ihn auf der physischen Welt kennen. Die Wesen der astralischen Welt finden das, was im Physischen Diskussion und so weiter ist, ganz unfruchtbar. Für sie gilt auch der Ausspruch Goethes: «Was fruchtbar ist, allein ist wahr!» Die Wahrheit muß man nicht durch theoretische Erwägungen kennenlernen, sondern durch ihre Fruchtbarkeit, durch die Art, wie sie sich geltend machen kann. Es wird also ein Wesen der astralischen Welt mit einem andern Wesen niemals streiten, wie die Menschen es tun, sondern ein solches Wesen wird zu dem andern sagen: Schön, tu du das Deine, ich tue das Meine. Es wird sich schon herausstellen, welches die fruchtbarere Idee ist, welche Idee die andern aus dem Felde schlagen wird.

[ 20 ] This penetrability that has been described is a very important and essential quality of the astral world. And no being of the astral world will develop such a concept of truth as we know in the physical world. The beings of the astral world look upon discussion, etc., in the physical world as quite unfruitful. Goethe's words, “What fruitful is, alone is true!” hold good for them, too. We must learn to know truth not through theories, but through its fruitfulness, through the way in which it vindicates itself. Thus, a being of the astral world will never contend with another as human beings do. It will say to the other, “Fine; you do as you think, I will do as I think!” It will soon be shown which idea is the more fruitful, which idea will drive the other from the field.

[ 21 ] Wenn wir uns in eine solche Denkweise hineinversetzen, haben wir auch schon an praktischem Wissen etwas gewonnen. Man darf nicht glauben, daß die Entwicklung des Menschen in die geistige Welt hinein sich in tumultuarischer Weise vollzieht, denn sie geschieht innerlich, in intimer Weise. Und können wir darauf achtgeben und uns so etwas aneignen, was jetzt als Eigentümlichkeit der astralischen Welt charakterisiert wurde, dann werden wir immer mehr dahin kommen, solche Gefühle, wie die astralen Wesen sie haben, als Mustergefühle für unsere eigenen zu betrachten. Wenn wir uns nach dem Charakter der astralischen Welt richten, können wir hoffen, uns hinaufzuleben zu den geistigen Wesenheiten, deren Leben uns auf diese Weise immer mehr und mehr aufgeht. Das ist es, was sich dabei als das Fruchtbare für die Menschen erweist.

[ 21 ] If we transpose ourselves into such a way of thinking, we have also gained something of practical knowledge. One must not imagine that the growth of human beings into the spiritual world occurs in some tumultuous way; it happens inwardly, intimately. If we can pay attention to it and make our own what has just been described as the peculiarity of the astral world, then we shall increasingly come to regard such feelings as the astral beings possess as model feelings for ourselves. And if we take as our guide the character of the astral world, we shall have a hope of gradually living into the spiritual world. The spiritual worlds gradually dawn for us in this way. This is what proves to be the more fruitful for mankind in the matter.

[ 22 ] Es soll das heute Besprochene in vieler Beziehung wie eine Art von Vorbereitung sein für das, was wir in den nächsten Vorträgen behandeln werden. Wenn wir über Wesen der astralischen Welt und ihre Charaktereigentümlichkeit jetzt gesprochen haben, so müssen wir doch schon heute darauf aufmerksam machen, daß diese astralische Welt sich doch in einer viel schärferen Weise unterscheidet von den höheren Welten, sagen wir von der devachanischen Welt, als man leicht zu glauben geneigt sein könnte. Es ist ja wahr, die astralische Welt ist. da, wo unsere physische Welt auch ist. Sie durchdringt unsere physische Welt, und alles, wovon wir schon manchmal gesprochen haben, ist immer um uns herum in demselben Raum, wo auch die physischen Tatsachen und die physischen Wesenheiten sind. Da ist aber auch die devachanische Welt. Sie unterscheidet sich dadurch, daß wir in einem andern Bewußtseinszustand die devachanische Welt erleben als die astrale.

[ 22 ] What has been said today is in many respects to be considered a kind of preparation for what we shall deal with in the next lectures. If we have now spoken of the beings of the astral world and their particular character, yet we must already point out that the astral world differs much more sharply from the higher worlds—let us say from the devachanic world—than one would be inclined to believe. It is true that the astral world is there where our physical world is, too; it interpenetrates our physical world, and all that we have often spoken about is always around us in the same space as physical facts and physical beings are. But there is also the devachanic world. It differs through the fact that we experience it in a different state of consciousness from that in which we experience the astral.

[ 23 ] Nun könnten Sie leicht glauben: Hier ist die physische Welt, sie wird durchdrungen von der astralischen Welt, der devachanischen und so weiter. - Das ist nicht so ganz einfach. Wenn wir die höheren Welten genauer, als wir das früher getan haben, beschreiben wollen, so müssen wir uns klar werden, daß doch noch ein anderer Unterschied besteht zwischen der astralischen Welt und der devachanischen Welt. Unsere astralische Welt nämlich, wie wir in ihr leben und wie sie unseren physischen Raum durchdringt, ist in einer gewissen Beziehung eine Doppelwelt, während die devachanische Welt in einer gewissen Weise eine einfache ist. Das ist etwas, was wir als eine Vorbereitung heute schon erwähnen wollen. Es gibt gewissermaßen zwei astrale Welten, und die beiden unterscheiden sich in der Weise, daß die eine sozusagen die astralische Welt des Guten, die andere

[ 23 ] Now you could easily think: Here is the physical world and it is penetrated by the astral world, the devachanic, etc., but it is not quite so simple. In order to describe the higher worlds more exactly than we have done earlier, we must realize that there is yet another difference between the astral and devachanic worlds. Our astral world, in fact, as we live in it and as it permeates our physical space, is in a certain respect a double world, whereas in a certain way the devachanic is a single one. That is something we will mention today as a preparation.

[ 24 ] die astralische Welt des Bösen ist, während es bei der devachanischen Welt noch unrichtig wäre, diesen Unterschied in so schroffer Weise hinzustellen. Wir müssen also sagen, wenn wir die Welten von oben nach unten betrachten: zuerst das höhere Devachan, dann die niedere devachanische Welt, dann die astralische Welt und dann die physische Welt. Dann betrachten wir noch nicht die Gesamtheit unserer Welten, sondern wir müssen noch tiefere Welten betrachten als die physische. Es gibt noch eine unter unserer physischen Welt liegende untere astralische Welt. Diejenige, die die gute ist, liegt über dem physischen Plan, diejenige, die die böse ist, darunter, und auch diese durchdringt die physische Welt praktisch. Nun gehen die verschiedensten Strömungen hinüber zu den Wesen der astralischen Welt. Dabei müssen wir unterscheiden, daß Strömungen von guten und schlechten Eigenschaften von den Menschen ausgehen zu den astralen Wesenheiten. Die, welche gute Strömungen sind, gehen auch zu einer guten Wesenheit hin, und die schlechten Strömungen gehen zu einem entsprechenden schlechten Wesen der astralischen Welt hin. Und wenn wir die Summe aller guten und bösen Wesen der astralischen Welt nehmen, haben wir in einer gewissen Weise zwei astralische Welten. Wenn wir die devachanische Welt betrachten, werden wir sehen, daß das bei ihr in einem gleichen Maße nicht der Fall ist. Es stecken also in der astralischen Welt zwei Welten drinnen, die sich gegenseitig durchdringen und die in gleicher Weise zum Menschen eine Beziehung haben. Diese zwei Welten sind in bezug auf ihre Entstehungsweise vor allen Dingen voneinander zu unterscheiden. Wenn wir zurückschauen in die Erdenentwicklung, kommen wir zu einer Zeit, wo die Erde mit Sonne und Mond noch zusammenhängend war. In einer späteren Zeit war die Erde selbst Mond und war ein Körper, der außerhalb der Sonne war in der alten Mondenzeit. Damals gab es schon eine astralische Welt, bevor unsere Erde die jetzige Erde geworden ist. Aber diese astralische Welt wäre, wenn sie sich hätte ohne Hindernisse gerade fortentwickeln können, die gute astralische Welt geworden. Dadurch aber, daß sich der Mond getrennt hat von der Erde, ist in die allgemeine astralische Welt eingegliedert worden die böse astralische Welt. Wir sind auf der Erde in bezug auf die astralische Welt erst so weit, daß wir eine böse astralische Welt eingegliedert bekommen haben. In der Zukunft wird auch der devachanischen Welt eine böse eingegliedert werden. Vorläufig wollen wir uns durchaus vor die Seele halten, daß es nicht eine, sondern im Grunde genommen zwei astralische Welten gibt: eine, in die hineingehen alle die Strömungen, die für den menschlichen Fortschritt und die Fortentwicklung fruchtbar sind, und in die andere astralische Welt, der zugleich auch das Kamaloka angehört, gehen alle die Strömungen, welche die menschliche Entwicklung hemmen. In beiden astralischen Welten sind Wesenheiten, von denen wir in mehr abstrakter Art heute kennengelernt haben, wie sie auf uns Einfluß haben, wie sie selbst miteinander leben. Von dieser Bevölkerung der höheren Welten, von ihrer Verfassung, ihrer Konstitution werden wir das nächstemal Genaueres kennenlernen.

[ 24 ] There are, as it were, two astral worlds and their difference lies in the fact that one is, so to say, the astral world of the good, the other the astral world of evil. It would be incorrect to make such an abrupt difference in the devachanic world. If we consider the worlds from above downwards, we must say: devachanic world, astral world, physical world. Even so, we do not consider the totality of our worlds; we must consider worlds still deeper than the physical. There is a lower astral world lying below our physical world. In practice, these two interpenetrate, the good astral above, the evil below. Now the most diverse currents pass over to the beings of the astral world, and amongst them are currents from the good and evil qualities of humanity. Those that are good pass to a good being and the evil currents to a corresponding evil being of the astral world. If we take the totality of all the good and the bad beings of the astral world, we have, in a certain way, two astral worlds. When we consider the devachanic world, we shall see that there, that is not the case in the same degree. Thus, there are two worlds in the astral world, mutually interpenetrating and having in the same way a relation to humanity. Above all, these two worlds are to be distinguished from each other in regard to their origin. If we look back in the earth's evolution, we come to a time when the earth was still connected with the sun and moon. In a still earlier time, the earth was itself moon and was a body that was outside the sun in the Moon-evolution. At that time, before the earth had become our present earth, there was already an astral world. This astral world would have become the good astral world if it could simply have developed further without hindrance. Through the fact, however, that the moon had separated itself from the earth, the evil astral world has been incorporated into the general astral world, and today we are still at this stage. In the future, an evil part will be incorporated into the devachanic world, as well. Provisionally, we must clearly keep in mind that there is not one astral world but two, one into which pass all the currents fruitful for human progress and further evolution, and one into which pass all the currents that hinder man's evolution—to which, at the same time, Kamaloca belongs. In both these worlds are beings whom we have learnt to know today in a more abstract way, how they exercise an influence on us, how they live with one another. In our next lecture, we will gain more exact knowledge of the inhabitants of the higher worlds, of their condition and constitution.