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The Rudolf Steiner Archive

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Spiritual-Scientific Anthropology
GA 107

2 November 1908, Berlin

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Siebenter Vortrag

1. Forgetting

[ 1 ] Wir wollen heute eine derjenigen geisteswissenschaftlichen Betrachtungen anstellen, die uns zeigen, wie das Wissen, das wir durch die anthroposophische Weltanschauung erlangen, geeignet ist, uns Aufschlüsse zu geben über das Leben im weitesten Sinne. Nicht nur das Leben der alltäglichen Wirklichkeit wird uns verständlich durch solches Wissen, wir erhalten auch Aufschlüsse über das Leben in jenem großen, weiten Umfange, den wir dann ins Auge fassen, wenn wir es hinausverfolgen über den Tod bis in die Zeiten hinein, die zwischen dem Tod und einer neuen Geburt für den Menschen verfließen. Gerade aber für das tägliche Leben kann uns die Geisteswissenschaft großen Nutzen bringen, sie kann uns manches Rätsel lösen, sie kann uns zeigen, wie wir sozusagen mit dem Leben fertigwerden können. Denn für den Menschen, der nicht hineinzuschauen vermag in die Untergründe des Daseins, bleibt eben vieles unverständlich von dem, was ihm im Leben täglich, ja stündlich begegnet. Es türmen sich ihm viele Fragen auf, die aus der Sinneserfahrung nicht beantwortet werden können und die, wenn sie unbeantwortet bleiben, Rätsel bleiben und störend in das Leben eingreifen, indem sie Unbefriedigung hervorrufen. Unbefriedigtsein im Leben kann aber niemals zur Entwicklung und zum wahren Heile der Menschheit dienen. Wir könnten Hunderte solcher Lebensrätsel hinstellen, die viel tiefer in das Leben hineinleuchten, als man gewöhnlich nur ahnt.

[ 1 ] Today let us look at one of those aspects of spiritual science that show us how well qualified anthroposophy is to throw light on life in the widest sense. Not only does this knowledge help us understand everyday life, it also throws light on the great span of human existence that includes the time between death and a new birth. Spiritual science can be of great help to us just where daily life is concerned; it can help us solve many problems and show us how to cope with life. Those people who cannot see into the depths of existence fail to understand many things they are encountering every moment of the day. The questions that cannot be answered out of sense experience mount up, and, being unanswered, remain problems that have a disturbing effect on life, breeding discontent. Being discontented in life, however, can never serve man's evolution nor his true welfare. We could enumerate hundreds of such life problems that are far more deeply illuminating than people usually imagine.

[ 2 ] Ein solches Wort, welches viele Rätsel birgt, ist das Wort «Vergessen». Sie alle kennen es als das Wort, welches das Gegenteil von dem anzeigt, was wir das Behalten einer gewissen Vorstellung, eines gewissen Gedankens, eines Eindruckes nennen. Sie alle haben gewiß mit dem, was sich hinter dem Worte Vergessen verbirgt, allerlei trübe Erfahrungen gemacht. Sie alle haben wohl das Quälende durchgemacht, das oftmals dadurch entsteht, daß diese oder jene Vorstellung, dieser oder jener Eindruck, wie wir sagen, aus dem Gedächtnisse entschwunden ist. Vielleicht haben Sie dann auch nachgedacht: Wozu muß so etwas wie das Vergessen zu den Erscheinungen des Lebens gehören?

[ 2 ] A word that contains many such problems is the word ‘forgetting’. You all know it as the word indicating the opposite of what we call the retaining of a mental image or a thought or impression. Certainly you will all have had some distressing experiences with what is conveyed by the word forgetting. You will all know the annoying experience you often have if one or another idea or impression has, as we say, slipped your memory. You may then have wondered why such a thing as forgetting has to belong to the phenomena of life.

[ 3 ] Nun kann man Aufschluß, und zwar Aufschluß in fruchtbarer Art über eine solche Sache doch nur gewinnen aus den Tatsachen des okkulten Lebens heraus. Sie wissen ja, daß das Gedächtnis, die Erinnerung, etwas zu tun hat mit dem, was wir den menschlichen Ätherleib nennen. So dürfen wir auch voraussetzen, daß sozusagen das Gegenteil des Gedächtnisses, der Erinnerung, das Vergessen, etwas zu tun haben wird mit dem Ätherleib. Die Frage ist vielleicht berechtigt: Hat es einen Sinn im Leben, daß der Mensch die Dinge, die er einmal in seinem Vorstellungsleben gehabt hat, auch vergessen kann? Oder müssen wir uns damit begnügen, was ja hinsichtlich dieser Vorstellung so häufig geschieht, daß sozusagen das Vergessen nur negativ charakterisiert wird, daß man sagt: Es ist eben ein Mangel der menschlichen Seele, daß sie nicht alles in jedem Augenblick gegenwärtig haben kann. - Wir werden nur einen Aufschluß gewinnen über das Vergessen, wenn wir uns die Bedeutung seines Gegenteils vor die Seele führen, die Bedeutung und das Wesen des Gedächtnisses.

[ 3 ] Now it is only with the help of the facts of occult life that you can get answers to a thing like this, that is, answers that are of any value. You know, of course, that memory or remembering has something to do with what we call man's etheric body. So we can also assume that the opposite of memory, namely forgetting, will have something to do with the etheric body. Perhaps we are justified in asking if there is any significance in the fact that the things a human being has had at some time in his life of thought can also be forgotten? Or do we have to be satisfied with characterising forgetting in a purely negative way, as so often happens, and say that it is a defect of the human soul not to be able to remember everything all the time? We shall only throw light on forgetting by turning our attention to its opposite and considering the nature and significance of memory.

[ 4 ] Wenn wir sagen, daß das Gedächtnis etwas zu tun hat mit dem Ätherleib, so müssen wir uns wohl fragen: Wie kommt es, daß beim Menschen der Ätherleib diese Aufgabe erhält, die Eindrücke und Vorstellungen zu behalten, da doch der Ätherleib schon bei der Pflanze vorhanden ist und da eigentlich eine wesentlich andere Aufgabe hat? Wir haben öfter davon gesprochen, daß ein Pflanzenwesen, das wir vor uns haben, im Gegensatz zu dem bloßen Stein seine ganze Materialität durchdrungen hat von dem Ätherleib. Und der Ätherleib ist in der Pflanze das Prinzip des Lebens im engeren Sinne, dann das Prinzip der Wiederholung. Wenn die Pflanze nur der Tätigkeit des Ätherleibes unterworfen wäre, so würde, von der Wurzel der Pflanze angefangen, immerfort das Prinzip des Blattes sich wiederholen. Daß sich in einem Lebewesen Glieder immer von neuem wiederholen, daran ist der Ätherleib schuld, denn er will immer wieder dasselbe hervorbringen. Deshalb gibt es ja auch so etwas im Leben, was wir Fortpflanzung nennen, die Hervorbringung seinesgleichen. Sie beruht im wesentlichen auf einer Tätigkeit des Ätherleibes. Alles, was beim Menschen und auch beim Tier auf Wiederholung beruht, ist auf das ätherische Prinzip zurückzuführen. Daß sich beim Rückgrat Ringknochen um Ringknochen wiederholt, rührt von dieser Tätigkeit des Ätherleibes her. Daß die Pflanze in ihrem Wachstum oben abschließt, daß uns in der Blüte eine Zusammenfassung des ganzen Wachstums erscheint, das rührt davon her, daß sich von außen die Astralität der Erde in das Wachstum der Pflanze hineinsenkt. Daß sich beim Menschen die Ringknochen des Rückgrates nach oben erweitern zur Gehirnkapsel und da Hohlknochen werden, das hat seinen Ursprung in der Tätigkeit des Astralleibes des Menschen. So können wir sagen, daß alles, was Abschlüsse hervorbringt, dem Astralischen unterliegt und alle Wiederholung vom Ätherprinzip herrührt. Die Pflanze hat diesen Ätherleib und der Mensch hat ihn auch. Bei der Pflanze kann natürlich von einem Gedächtnis nicht die Rede sein. Denn etwa gar zu behaupten, daß die Pflanze durch ein gewisses unbewußtes Gedächtnis sich merkt, wie das Blatt war, das sie hervorgebracht hat, und nun ein Stückchen weiter wächst und dann nach dem Muster des ersten Blattes das nächste hervorbringt, das führt zu den Phantastereien, zu denen heute eine neuerliche Naturwissenschaft hinneigt. Da spricht man zum Beispiel auch davon, daß die Vererbung herrühre von einer Art unbewußten Gedächtnisses. Das bildet jetzt einen gewissen, man möchte fast sagen, Unfug in der naturwissenschaftlichen Literatur, denn bei der Pflanze von Gedächtnis zu reden, ist eigentlich bloßer Dilettantismus in höherem Sinne.

[ 4 ] If we say that memory has something to do with the etheric body, we ought to ask ourselves how it happens that the etheric body acquires this task of retaining the impressions and thoughts in man, when the etheric body is present in plants where it has an essentially different task? We have often spoken of the fact that in contrast to the stone a plant has its whole material nature permeated by an etheric body. And this etheric body in the plant is the principle of life in a restricted sense, and also the principle of repetition. If the plant were only subject to the activity of the etheric body, then, beginning from the root of the plant, the leaf principle would repeat indefinitely. It is due to the etheric body that the parts of a living entity repeat again and again, for it is the etheric body that wants to keep on reproducing the same thing. That is why life has such a thing as so-called propagation, the bringing forth of its own kind, for this is due fundamentally to an activity of the etheric body. Everything depending on repetition in man or animal is attributable to the etheric principle. The repetition of one vertebra after another in the spine comes from this activity of the etheric body. The termination of the plant's growth at the top, and the gathering up of its whole growth in the blossom is due to the astrality of the earth descending from without into the growth of the plant. The fact that in man the vertebrae of the spine widen and become the hollow bones of the cranium arises through the activity of man's astral body. So we can say that everything which brings things to a conclusion is subject to the astral principle and all repetition to the etheric principle. The plant has this etheric body, and man has it too. Of course there can be no question of memory in the plant. For to assert that the plant has a kind of unconscious memory with which it notes what the leaf it produced was like, grows a little further and then produces the next leaf on the pattern of the first, this kind of assertion leads to the strange illusions seen today in a recent trend of natural science. Some people even say that heredity is due to a kind of unconscious memory. We could almost call this bringing nonsense into natural scientific literature, for to speak of memory in the plant is actually sheer dilettantism on a higher level.

[ 5 ] Wir haben es zu tun mit dem Ätherleib, der das Prinzip der Wiederholung ist. Um den Unterschied fassen zu können zwischen dem pflanzlichen Ätherleibe und dem menschlichen, der neben den Eigenschaften des pflanzlichen Ätherleibes auch noch die Fähigkeit hat, das Gedächtnis auszubilden, müssen wir uns klarmachen, worinnen sich denn überhaupt Pflanze und Mensch unterscheiden. Denken Sie einmal, Sie senken einen Pflanzensamen in die Erde; dann entsteht aus diesem Pflanzensamen eine ganz bestimmte Pflanze. Aus einem Weizensamen wird Weizenhalm und Weizenähre entstehen, aus einem Bohnensamen die Bohnenpflanze. Und Sie werden sich sagen müssen: Es ist in einer gewissen Weise unabänderlich bestimmt durch die Natur des Samens, wie diese Pflanze sich entwickeln wird. Es ist ja wahr, daß der Gärtner hinzukommen mag und durch allerlei Gartenkünste die Pflanze veredelt, in einer gewissen Weise umgestaltet. Aber das ist im Grunde genommen doch etwas Ausnahmsweises und hat außerdem doch nur einen geringen Umfang gegen das, was wir vorhin damit bezeichneten, daß wir sagten: Es wird sich aus dem Samen eine Pflanze entwickeln, die eine ganz bestimmte Gestalt, ein ganz bestimmtes Wachstum und so weiter hat. Ist das nun beim Menschen auch so? Gewiß, bis zu einem gewissen Grade ist das der Fall, aber nur bis zu einem gewissen Grade. Wir sehen, wenn ein Mensch entsteht aus dem Menschenkeim, daß auch er an einer gewissen Grenze der Entwicklung sich abschließt. Wir sehen, daß von Negereltern ein Neger entsteht, von Weißen ein Weißer, und so könnten wir mancherlei anführen, was uns zeigen würde, daß ebenso wie bei der Pflanze auch beim Menschen die Entwicklung innerhalb gewisser Grenzen eingeschlossen ist. Aber das geht nur bis zu einer gewissen Grenze, bis zur Grenze der physischen, der ätherischen, auch noch der astralischen Natur. Es wird manches nachweisbar sein in den Gewohnheiten und Leidenschaften eines Kindes, das durch das ganze Leben bleibend ist, das sozusagen ähnlich ist den Leidenschaften, den Instinkten der Vorfahren. Aber wenn der Mensch ebenso eingeschlossen wäre in den Grenzen eines gewissen Wachstumes wie die Pflanze, dann gäbe es gar nicht so etwas wie die Erziehung, wie die Entwicklung der seelischen und geistigen Eigenschaften. Wenn Sie sich zwei Kinder verschiedener Elternpaare denken, die aber in bezug auf Anlagen und auf äußere Eigenschaften sehr verwandt sind, und sich nun vorstellen, das eine Kind werde verwahrlost, man wende nicht viel an auf seine Erziehung, das andere aber werde sorgfältig erzogen, in eine gute Schule geschickt, daß es eine inhaltsvolle Entwicklung durchmacht, dann können Sie unmöglich sagen, daß diese inhaltsvolle Entwicklung schon so im Keim beim Kinde enthalten gewesen wäre wie etwa bei der Bohne. Die Bohne wächst auf jeden Fall aus dem Keim hervor, Sie brauchen sie nicht besonders zu erziehen. Das gehört zu ihrer Natur. Wir können nicht die Pflanzen erziehen, den Menschen aber können wir erziehen. Wir können dem Menschen etwas überliefern, in ihn etwas hineinbringen, während wir ähnliches in die Pflanze nicht hineinbringen können. Woher rührt das? Das hat seinen Grund darin, daß der Ätherleib der Pflanze in jedem Falle eine bestimmte innere Gesetzmäßigkeit hat, die abgeschlossen ist, die sich von Samen zu Samen hindurchentwickelt und die einen bestimmten Kreis hat, über den nicht hinausgegangen werden kann. Anders ist es beim Ätherleib des Menschen. Da ist es so, daß außer demjenigen Teil des Ätherleibes, der verwendet wird auf das Wachstum, auf dieselbe Entwicklung, die der Mensch auch in gewissen Grenzen eingeschlossen hat wie die Pflanze, daß außer diesem Teil sozusagen noch ein anderer Teil im Ätherleibe ist, der frei auftritt, der von vornherein keine Verwendung hat, wenn wir nicht dem Menschen in der Erziehung allerlei beibringen, der menschlichen Seele allerlei einfügen, was dann dieser freie Teil des Ätherleibes verarbeitet. So also ist wirklich ein durch die Natur selbst nicht verbrauchter Teil des Ätherleibes im Menschen vorhanden. Diesen Teil des Ätherleibes bewahrt sich der Mensch; er verwendet ihn nicht zum Wachstum, nicht zu seiner natürlichen organischen Entwicklung, sondern behält ihn als etwas Freies in sich, durch das er die Vorstellungen, die durch die Erziehung in ihn hineinkommen, aufnehmen kann.

[ 5 ] It is with the etheric body, which is the principle of repetition, that we are concerned. To be able to grasp the difference between the plant's etheric body and man's, which, in addition to the qualities of the plant's etheric body also has the capacity to develop memory, we shall have to become clear about the fundamental difference between a plant and a human being. Imagine planting a seed in the earth; out of it a quite definite plant will arise. From a grain of wheat a wheat stalk and ears will grow, and out of a bean will come a bean plant. You will have to admit that the plant's development is in a certain way irrevocably determined by the nature of the seed. It is true that the gardener may bring his influence to bear on it and alter and improve the plant by means of all sorts of horticultural methods. But that is really an exception to the rule, and is only of minor significance compared with the fact that a particular seed will produce a plant of a definite shape and growth. Is this also the case with man? Up to a point this is certainly so, but only up to a certain point. When a human being arises out of the embryo we see that his development is also enclosed within certain limits. Negroes come from negro parents, white children from white parents, and we could add various other examples to show that human development, just like the plant's, is also enclosed within certain limits. This limit, however, only extends as far as the physical, etheric and astral nature. Certain things can be traced in the permanent habits and temperamental nature of a child that show similarities with the temperament and instincts of his ancestors. But if the human being were just as enclosed within the limits of a certain form of growth as the plant is, then there would be no such thing as education, as the development of soul and spiritual qualities. If you imagine two children who have different parents but who are very similar with regard to ability and external characteristics, and then imagine that one of these children is neglected and does not have much education, while the other is carefully brought up and sent to a good school where his capacities are properly developed, you could not possibly say that this development of the child's capacities was already there in embryonic form as with a bean. The bean grows from the seed in any case without our needing to educate it. That belongs to its nature. Plants cannot be educated, but human beings can. We can pass something on to the human being and put something into him, whereas we cannot put anything of the kind into a plant. Why is this? Because the etheric body of the plant always has a certain finite number of inner laws which unfold from one seed to the next and have a definite round beyond which they cannot go. Man's etheric body is different. Besides the part that is used for growth, which is that part of his being that is also enclosed within certain limits like the plant, man's etheric body has as it were another part too, a free part, which does not have a natural use unless the human being is taught all kinds of things through his education, and things are thereby put into his soul which this free part of the etheric body deals with. So there is actually a part of man's etheric body that is not used by his organic nature. Man keeps this part of the etheric body for his own use; he uses it neither for growth nor for his natural organic development, but keeps it as a free organ with which he can take in the ideas of education.

[ 6 ] Nun aber geschieht ja dieses Aufnehmen von Vorstellungen so, daß der Mensch zunächst die Eindrücke empfängt. Eindrücke muß der Mensch immer empfangen, denn auch die ganze Erziehung beruht auf Eindrücken und auf dem Zusammenwirken zwischen Ätherleib und astralischem Leib. Denn um Eindrücke zu empfangen, dazu gehört der astralische Leib. Daß Sie diesen Eindruck behalten, daß er nicht wieder verschwindet, dazu ist der Ätherleib notwendig. Auch zu der kleinsten, scheinbar unbedeutendsten Erinnerung ist schon die Tätigkeit des Ätherleibes notwendig. Wenn Sie zum Beispiel einen Gegenstand anschauen, so ist dazu der Astralleib nötig. Daß Sie ihn aber behalten, wenn Sie den Kopf wegwenden, dazu brauchen Sie schon den Ätherleib. Zum Anschauen gehört der astralische Leib; um die Vorstellung zu haben, dazu brauchen Sie schon den Ätherleib. Also wenn auch diese Tätigkeit des Ätherleibes für ein solches Behalten der Vorstellungen noch eine sehr geringe ist, wenn sie auch eigentlich erst dann in Betracht kommt, wenn sich bleibende Gewohnheiten, bleibende Neigungen, Temperamentsveränderungen und so weiter ergeben, man braucht hierzu doch schon den Ätherleib. Er muß da sein, schon wenn man eine einfache Vorstellung in der Erinnerung behalten will. Denn alles Behalten von Vorstellungen beruht in gewisser Weise auf Erinnerung.

[ 6 ] Now the first thing that happens in this process of acquiring ideas is that man receives impressions. Man always has to receive impressions, for the whole of education is based on impressions and on the co-operation between etheric body and astral body. To receive impressions we need the astral body, but in order to retain these impressions, so that they do not disappear again, we need the etheric body. Even the minutest, apparently most trivial memory-picture needs the activity of the etheric body. To perceive an object you need the astral body, but to remember it when you turn your head away you have to have the etheric body. The astral body is necessary for perception, but to have an idea, a mental image, you need the etheric body. Even though very little activity of the etheric body is necessary for the retaining of ideas, so little that it hardly need be taken into account until it comes to permanent habits, inclinations, changes of temperament and so on, you still need the etheric body for remembering. It must be there for you to so much as remember one single mental image. For all retaining of mental images is based in a certain sense on memory.

[ 7 ] Nun haben wir also durch die Erziehungseindrücke, durch die geistige Entwicklung des Menschen seinem freien Äthergliede allerlei eingefügt, und wir können uns nun fragen: Bleibt nun dieses freie Ätherglied ganz ohne Bedeutung für Wachstum und Entwicklung des Menschen? Nein, das ist nicht der Fall. Es beteiligt sich nach und nach, je älter der Mensch wird - nicht so sehr in den Jugendjahren -, dasjenige, was so seinem Ätherleib durch die Eindrücke der Erziehung einverleibt worden ist, an dem ganzen Leben des menschlichen Leibes, auch innerlich. Und Sie können sich am besten eine Vorstellung davon machen, wie sich das beteiligt, wenn Sie sich eine Tatsache mitteilen lassen, die gewöhnlich im Leben nicht in Betracht gezogen wird. Man meint ja, Seelisches hätte für das Leben des Menschen im allgemeinen keine sehr große Bedeutung. Dennoch kann folgendes vorkommen: Denken Sie sich einmal, ein Mensch bekomme eine Krankheit, einfach aus dem Grunde, weil er irgendwelchen ungeeigneten Verhältnissen eines Klimas ausgesetzt war. Nun müssen wir uns einmal hypothetisch vorstellen, daß dieser Mensch unter zweierlei Bedingungen krank sein kann: zum Beispiel so, daß er in dem freien Glied des Ätherleibes nicht viel zu verarbeiten hat. Nehmen wir an, er sei ein indolenter Mensch, auf den die Außenwelt wenig Eindruck machte, der der Erziehung große Schwierigkeiten entgegengesetzt hat, bei dem die Dinge zu dem einen Ohr hinein und aus dem anderen wieder herausgegangen sind. Ein solcher Mensch wird als Mittel des Gesundwerdens etwas nicht haben, was zum Beispiel ein anderer hat, dem ein reger, lebhafter Sinn eigen ist, der viel in der Jugend aufgenommen, der viel verarbeitet hat und daher für sein freies Glied des Ätherleibes sehr gut gesorgt hat. Das wird natürlich für die äußere Medizin erst noch festzustellen sein, warum sich bei dem einen größere Schwierigkeiten dem Heilungsprozeß entgegenstellen als bei dem anderen. Dieses freie Glied des Ätherleibes, das energisch geworden ist durch mannigfaltige Eindrücke, das macht sich eben hier geltend, das beteiligt sich durch seine innerliche Beweglichkeit am Heilungsprozeß. In zahlreichen Fällen verdanken die Menschen ihre schnelle Gesundung oder ihre schmerzlose Gesundung dem Umstande, daß sie in reger geistiger Beteiligung in der Jugend fleißig die Eindrücke, die sich ihnen darboten, aufgenommen haben. Da sehen Sie die Einflüsse des Geistes auf den Leib! Mit etwas ganz anderem hat man es in der Heilung bei einem Menschen zu tun, der stumpfsinnig durch das Leben geht, als bei einem, der dieses freie Glied des Ätherleibes nicht schwer und lethargisch hat, sondern bei dem es regsam geblieben ist. Sie können sich ja schon äußerlich von dieser Tatsache überzeugen, wenn Sie die Welt mit offenen Augen betrachten, wenn Sie beobachten, wie sich bei Erkrankungen geistig indolente und geistig regsame Menschen verhalten.

[ 7 ] Now through the impressions of education, through man's spiritual development, we have put all sorts of things into this free etheric organ, and we can now ask ourselves whether this free etheric organ has any significance at all for a person's growth and development. Yes it has! The older a man becomes—not so much in his youth—all that has been incorporated into the etheric body through the impressions of education gradually begins to participate in the whole life of the human body, also in an inward way. And the best way of forming an idea of this participation is to get to know a fact that is not usually taken into account. People think that what is of a soul nature is not of much importance for man's life in general. Yet the following can happen: Suppose a man gets ill simply because he has been exposed to an unsuitable climate. Now let us imagine that this man could be ill in two different situations. One might be that he does not have much to work upon in the free part of his etheric body. Let us assume that he is a lazy fellow, on whom the outside world does not make much impression, and whose education has presented great difficulties, because things go in through one ear and out through the other. A person like this will not have so much to help him recover as another person who has an alert, lively mind, and who in his youth took in a great deal and worked well, and has therefore provided well for the free part of his etheric body. It will, of course, still have to be proved by external medicine why the process of recovery meets with greater difficulties in the one than in the other. This free part of the etheric body that has grown energetic through many impressions asserts itself, and its inner mobility contributes to the healing process. In innumerable cases people owe their rapid or painless recovery to the fact that when they were young they received impressions with lively interest. There you see the influence the mind has on the body! In the case of recovery from an illness, it makes the world of difference if we have to deal with a man who goes through life with a dull mind, or with a man whose free etheric body, instead of being heavy and lethargic has remained alive. You can see this for yourself if you look at the world with your eyes open and notice how mentally lazy and mentally active people behave when they are ill.

[ 8 ] So sehen Sie, daß beim Menschen der Ätherleib doch noch etwas ganz anderes ist als bei der bloßen Pflanze. Der Pflanze fehlt dieses freie Glied des Ätherleibes, das den Menschen weiterentwickelt, und daß der Mensch ein solches freies Glied des Ätherleibes hat, darauf beruht im Grunde genommen die ganze Entwicklung des Menschen. Wenn Sie vergleichen die Bohnen von vor tausend Jahren mit den heutigen Bohnen, so werden Sie zwar einen gewissen Unterschied wahrnehmen, doch ist er im wesentlichen sehr klein; die Bohnen sind im wesentlichen in derselben Gestalt geblieben. Aber vergleichen Sie einmal die Menschen Europas im Zeitalter Karls des Großen mit den Menschen von heute: Warum haben die Menschen heute ganz andere Vorstellungen und ganz andere Empfindungen? Weil sie immer ein freies Glied des Ätherleibes gehabt haben, wodurch sie etwas aufnehmen und ihre Natur umwandeln konnten. Das alles gilt im allgemeinen. Jetzt müssen wir aber einmal betrachten, wie sich im einzelnen diese ganze Wirkungsweise ausnimmt, die wir da charakterisiert haben.

[ 8 ] You see then that man's etheric body is something quite different from a mere plant's. The plant lacks this free part of the etheric body which furthers the development of man, in fact man's whole development depends on his having this free part of the etheric body. If you compare the beans of thousands of years ago with the beans of today, you will notice a certain difference, of course, but beans have basically retained the same form. If, however, you compare the people of Europe in the time of Charlemagne with people today: why do present day people have such different thoughts and feelings? It is because they have always had a free part of their etheric body with which they could take something in and transform their nature. All this holds good in general. Now we must look at the way all that we have been describing works in particular instances.

[ 9 ] Setzen wir den Fall, es könnte ein Mensch, wenn er einen Eindruck empfangen hat, diesen Eindruck nicht wieder aus seiner Erinnerung verwischen, sondern es bliebe dieser Eindruck da. Es wäre eine kuriose Sache zunächst, wenn Sie denken müßten, daß alles, was seit Ihrer Jugend auf Sie Eindruck gemacht hat, an jedem Tag des Lebens, von morgens bis abends, immer gegenwärtig wäre. Sie wissen ja, daß das nur eine gewisse Zeit nach dem Tode gegenwärtig ist. Da hat es seinen guten Zweck. Aber im Leben vergißt es der Mensch. Sie alle haben nicht nur Unzähliges vergessen, was Sie in Ihrer Kindheit erlebt haben, sondern auch vieles, was im vorigen Jahr — und auch gewiß einiges von dem, was gestern an Sie herangetreten ist. Eine Vorstellung, die aus dem Gedächtnis entschwunden ist, die Sie «vergessen» haben, ist nun keineswegs etwa aus Ihrer ganzen Wesenheit, aus Ihrem ganzen geistigen Organismus verschwunden. Das ist durchaus nicht der Fall. Wenn Sie gestern eine Rose gesehen und es nun vergessen haben, so ist doch das Bild der Rose noch in Ihnen vorhanden, und ebenso die anderen Eindrücke, die Sie aufgenommen haben, wenn sie auch für Ihr unmittelbares Bewußtsein vergessen sind.

[ 9 ] Let us take the case of a man who cannot obliterate from his memory an impression he receives, and so the impression just stays there. It would be a strange thing if you had to think that everything that had made an impression on you since your childhood, every day of your life, from morning till night, were always in your mind. You know of course that it is only present after death for a certain time. And there is a good reason for it then. But man forgets it during life. All of you have not only forgotten innumerable things that happened to you when you were little, but also a lot of things that happened last year, and even a certain amount that happened yesterday. A mental image that has gone from your memory, that you have “forgotten”, has by no means disappeared from your whole being, your whole spiritual organism. Far from it. If you saw a rose yesterday and have now forgotten it, the picture of the rose is still in you, as well as all the other impressions you have received, even though they have been forgotten by your immediate consciousness.

[ 10 ] Nun ist ein großer, gewaltiger Unterschied zwischen einer Vorstellung, während wir sie in unserer Erinnerung haben, und derselben Vorstellung, wenn sie aus unserer Erinnerung verschwunden ist. Also wir fassen ins Auge eine Vorstellung, die wir uns durch einen äußeren Eindruck gebildet haben und die jetzt in unserem Bewußtsein lebt. Dann blicken wir seelisch hin, wie sie nach und nach verschwindet, nach und nach vergessen wird. Aber sie ist da, sie bleibt im ganzen geistigen Organismus. Was tut sie da? Womit beschäftigt sich diese sozusagen vergessene Vorstellung? Sie hat ihr ganz bedeutungsvolles Amt. Sie fängt nämlich erst dann an, in der richtigen Weise an diesem Ihnen geschilderten freien Glied des Ätherleibes zu arbeiten und dieses freie Glied des Ätherleibes für den Menschen brauchbar zu machen, wenn sie vergessen ist. Es ist, als wenn sie erst dann verdaut wäre. Solange sie der Mensch verwendet, um durch sie etwas zu wissen, so lange arbeitet sie nicht innerlich an der freien Beweglichkeit, an der Organisation des freien Gliedes des Ätherleibes. In dem Augenblick, wo sie in die Vergessenheit hinuntersinkt, fängt sie an zu arbeiten. So daß wir sagen können: Es wird in dem freien Gliede des menschlichen Ätherleibes fortwährend gearbeitet, fortwährend an ihm geschafft. Und was ist es, was da schafft? Das sind die vergessenen Vorstellungen. Das ist der große Segen des Vergessens! Solange eine Vorstellung in Ihrem Gedächtnis haftet, solange beziehen Sie diese Vorstellung auf einen Gegenstand. Wenn Sie eine Rose betrachten und die Vorstellung davon im Gedächtnis haben, beziehen Sie die Rosen-Vorstellung auf den äußeren Gegenstand. Dadurch ist die Vorstellung an den äußeren Gegenstand gefesselt und muß zu ihm ihre innere Kraft senden. In dem Augenblick aber, wo die Vorstellung von Ihnen vergessen wird, ist sie innerlich entfesselt. Da fängt sie an, Keimkräfte zu entwickeln, die innerlich an dem Ätherleib des Menschen arbeiten. So haben unsere vergessenen Vorstellungen für uns eine ganz wesentliche Bedeutung. Eine Pflanze kann nicht vergessen. Sie kann natürlich auch nicht Eindrücke empfangen. Sie könnte aber schon deshalb nicht vergessen, weil ihr ganzer Ätherleib zu ihrem Wachstum aufgebraucht wird, weil kein unverbrauchter Rest da ist. Sie hätte nichts, wenn Vorstellungen in sie hinein könnten, was da zu entwickeln wäre.

[ 10 ] Now there is a tremendous difference between a mental image whilst it is in our memory and after we have forgotten it. So let us imagine a mental picture we have formed of an external impression, and now have in our consciousness. Then let us see with our soul's eye how it gradually disappears and is forgotten. It is there nevertheless, and remains within the whole spiritual organism. What does it do there? What does this so-called forgotten image do? It has a very important function. From the moment of being forgotten it begins to work in the right way on the free part of the etheric body we have been speaking about, and make it serviceable for man. It is as though it were not digested until then. As long as the human being uses it for acquiring knowledge it does not yet work inwardly to bring life into the free etheric organ. The moment it sinks into oblivion it begins to work. So it can be said that work is continually in progress in and upon the free part of the etheric body. And what is it that does the work? It is the forgotten ideas! That is the great blessing of forgetting! As long as a mental image remains in your memory you connect it with an object. If you observe a rose and carry the mental image of it in your memory, you connect the image of the rose with the outer object. The image is thus chained to the external object and has to send it its inner force. The moment you forget the image, however, you set it free. Then it begins to develop germinal forces which work inwardly on man's etheric body. So our forgotten memories have great significance for us. A plant cannot forget. It cannot receive impressions either, of course. It would not be able to forget, anyway, because its whole etheric body is used for growth, and there is nothing left over. If mental pictures could enter into the plant, it would still have nothing there to be developed.

[ 11 ] Aber alles, was geschieht, geschieht aus der gesetzmäßigen Notwendigkeit heraus. Überall, wo etwas vorhanden ist, was sich entwickeln soll und nicht in seiner Entwicklung unterstützt wird, da wird für die Entwicklung ein Hindernis geschaffen. Alles, was in einem Organismus nicht in die Entwicklung eingefügt wird, das wird zu einem Hindernis für die Entwicklung. Nehmen Sie an, im Innern des Auges sonderten sich allerlei Einschlüsse ab, Substanzen, die nicht in die allgemeine Wässerigkeit des Auges aufgenommen werden könnten; da würde das Auge gestört werden in seinem Sehen. Es darf nichts bleiben, was nicht hineinverwoben wird, was nicht aufgenommen werden kann. So ist es auch mit den geistigen Eindrücken. Ein Mensch, der zum Beispiel Eindrücke empfangen könnte und diese Eindrücke ständig in seinem Bewußtsein behalten würde, der könnte sehr leicht dahin kommen, daß das Glied, das sich von den vergessenen Vorstellungen nähren soll, zu wenig von diesen vergessenen Vorstellungen erhielte und wie ein lahmes Glied die Entwicklung stören würde, anstatt sie zu fördern. Da haben Sie zugleich den Grund, warum es schädlich ist, wenn ein Mensch in der Nacht daliegt, und, weil er an gewissen Sorgen leidet, die Eindrücke durchaus nicht aus seinem Bewußtsein herausschaffen kann. Würde er sie vergessen können, so würden sie zu wohltätigen Bearbeitern seines Ätherleibes werden. Hier haben Sie handgreiflich den Segen des Vergessens, und hier haben Sie zugleich einen Hinweis auf die Notwendigkeit, daß Sie nicht zwangsmäßig diese oder jene Vorstellung festhalten, sondern vielmehr lernen sollen, dieses oder jenes zu vergessen. Es ist für die innere Gesundheit eines Menschen im höchsten Grade schädlich, wenn er gewisse Dinge durchaus nicht vergessen kann.

[ 11 ] Everything that happens, however, happens in conformity to law. Everything that is meant to develop and yet is not helped in its development creates a hindrance to development. Everything in an organism that is not included in its development becomes a hindrance to development. If, for instance, all kinds of substances were secreted inside the eye and could not be absorbed by the general fluid of the eye, then sight would be impaired. Nothing must be allowed to remain that cannot be taken in and absorbed. It is the same with mental impressions. If, for instance, a man could receive impressions and never get them out of his consciousness, it could easily happen that the free part of the etheric body would be undernourished and would consequently be more of a handicap than a help to a man's development. There you have the reason why it is bad for a person to lie awake at night and not be able to get certain impressions out of his mind because he is worried about something. If he could forget them they would work beneficially on his etheric body. In this case it is obvious what a blessing it would be to forget, and at the same time you have an indication of the necessity not to force yourself to remember something, but rather learn to forget it. It is the worst thing possible for a man's inner health if there are certain things he just cannot forget.

[ 12 ] Was wir hier für die alltäglichsten Dinge des Augenblickes sagen können, das hat auch seine Anwendung auf ethisch-moralische Verhältnisse. Etwas, was wir die wohltätige Wirkung eines Charakters nennen können, der nichts nachträgt, beruht wirklich auch darauf. Es zehrt an der Gesundheit eines Menschen, wenn wir nachträgerisch sind. Wenn uns jemand einen Schaden zugefügt hat und wir den Eindruck dessen, was er uns getan hat, in uns aufgenommen haben und immer wieder darauf zurückkommen, sobald wir ihn sehen, dann beziehen wir diese Vorstellung des Schadens auf den Menschen, wir lassen sie dann nach außen strömen. Nehmen wir aber an, wir hätten es dahin gebracht, dem Menschen, der uns einen Schaden zugefügt hat, so die Hand zu drücken, wenn wir ihm wieder begegnen, als ob nichts geschehen wäre: Dann ist das in Wahrheit heilsam. Und es ist kein Bild, sondern eine Tatsache, daß es heilsam wirkt. Eine solche Vorstellung, die sich als stumpf und unwirksam nach außen erweist, wenn uns ein Mensch etwas getan hat, die ergießt sich in demselben Augenblick nach innen wie lindernder Balsam für gar mancherlei, was im Menschen ist. Diese Dinge sind Tatsachen, und daraus können wir in einem noch weiteren Sinne den Segen des Vergessens sehen. Das Vergessen ist kein bloßer Mangel für den Menschen, sondern etwas, was zu den wohltuendsten Dingen im Menschenleben gehört. Würde der Mensch nur das Gedächtnis entwickeln und würde alles in dem Gedächtnis bleiben, was auf ihn einen Eindruck macht, dann würde ja sein Ätherleib immer mehr zu tragen haben, würde immer reicheren Inhalt bekommen, aber er würde gleichzeitig innerlich immer mehr und mehr verdorren. Daß er entwicklungsfähig wird, das verdankt er dem Vergessen. Ohnedies ist es ja so, daß keine Vorstellung ganz aus dem Menschen verschwunden ist. Das zeigt sich am besten bei jener großen Rückerinnerung, die wir unmittelbar nach dem Tode vor uns haben. Da zeigt es sich, daß kein Eindruck vollständig verlorengegangen ist.

[ 12 ] What we can say about everyday things of the moment also applies to things of an ethical-moral nature. A warm-hearted disposition that does not bear grudges is really based on this, too. Bearing resentment preys on a person's health. If someone has done us a wrong and we remember the impression it made on us every time we see him, then we relate this image to him and let it stream outwards. But if we could manage to greet him warmly next time we meet him, just as though nothing had happened, that would really do some good. It is a fact and not a fantasy that it does some good. A resentful thought like this is dull and ineffective when turned outwards, but no sooner is it turned inwards than it becomes soothing balm for many a thing in man. These things are facts, and they help us see even more meaning in the blessing of forgetting. Forgetting is not a mere defect in man but one of the most salutary things in human life. If man were only to develop his memory, and if everything that makes an impression on him were to remain in his memory, his etheric body would have more to carry, and its contents would become more and more extensive, but at the same time it would become more and more dried up. It is thanks to forgetting that man is capable of developing. Besides, no mental image is completely lost to man. This is seen best in that mighty memory picture we have immediately after death. There it becomes apparent that no impression is entirely lost.

[ 13 ] Nachdem wir so den Segen des Vergessens für das alltägliche Leben in den neutralen und auch in den moralischen Gebieten ein wenig gestreift haben, können wir dieses Vergessen in seiner Wirksamkeit für das Leben in seinem großen Umfange während der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in Erwägung ziehen. Was ist denn im Grunde genommen Kamaloka, jene Durchgangszeit des Menschen, die da liegt vor seinem Eintritt in das Devachan, in die eigentliche geistige Welt? Dieses Kamaloka ist da, weil der Mensch unmittelbar nach dem Tode nicht vergessen kann seine Neigungen, seine Begierden, seine Genüsse, die er im Leben gehabt hat. Der Mensch verläßt im Tode zunächst seinen physischen Leib. Dann steht jenes Ihnen oft geschilderte große Erinnerungstableau vor der Seele. Das hört nach zwei, drei, spätestens vier Tagen vollständig auf. Dann bleibt eine Art Extrakt des Ätherleibes. Während der eigentliche umfängliche Teil des Ätherleibes sich herauszieht und sich auflöst im allgemeinen Weltenäther, bleibt eine Art von Essenz, von Gerippe, von Gerüst des Ätherleibes zurück, aber zusammengezogen. Der astralische Leib ist der Träger aller Instinkte, Triebe, Begierden, Leidenschaften, der Gefühle, Empfindungen und Genüsse. Nun würde ja der astralische Leib in Kamaloka nicht zu dem Bewußtsein der quälenden Entbehrung kommen können, wenn er nicht dadurch, daß er noch mit den Resten des Ätherleibes verbunden ist, fortwährend die Möglichkeit hätte, sich zu erinnern an das, was er im Leben genossen und begehrt hat. Und das Abgewöhnen ist ja im Grunde nichts anderes als ein allmähliches Vergessen dessen, was den Menschen an die physische Welt kettet. So also muß der Mensch, wenn er in das Devachan eintreten will, erst das Vergessen dessen lernen, was ihn an die physische Welt kettet. Also auch da sehen wir, daß der Mensch gequält wird dadurch, daß er noch eine Erinnerung hat an die physische Welt. So wie Sorgen für den Menschen quälend werden können, wenn sie nicht fort wollen aus dem Gedächtnis, so quälend werden auch die Neigungen und Instinkte, die nach dem Tode bleiben, und diese quälende Erinnerung an den Zusammenhang mit dem Leben drückt sich aus in alledem, was der Mensch durchzumachen hat während seiner Kamaloka-Zeit. Und in dem Augenblick, wo es ihm gelungen ist, alles das zu vergessen, was von Wünschen und Begierden gegenüber der physischen Welt vorhanden war, da treten erst die Errungenschaften und die Früchte des vorherigen Lebens so heraus, wie sie im Devachan wirksam sein müssen. Da werden sie Bildner und Werkmeister an der Gestaltung des neuen Lebens. Denn im Grunde ist es ja so, daß der Mensch im Devachan arbeitet an der neuen Gestalt, die er haben soll, wenn er wieder ins Leben tritt. Dieses Arbeiten, dieses Vorbereiten seiner späteren Wesenheit, das gibt ihm die Seligkeit, die er während des Devachans hindurch empfindet. Wenn der Mensch durch das Kamaloka durchgegangen ist, dann beginnt er schon mit der Vorarbeit für seine künftige Gestaltung. Das Leben im Devachan ist immer damit ausgefüllt, daß er jenen Extrakt, den er mitbekommen hat, dazu verwendet, um seine nächste Gestalt in ihrem Urbild auszubauen. Dieses Urbild formt er so, daß er da hineinarbeitet die Früchte des verflossenen Lebens. Das kann er aber nur dadurch, daß er vergißt, was ihm das Kamaloka so schwer gemacht hat.

[ 13 ] Having touched shortly on the blessing of forgetting both in the neutral and the moral sphere of daily life, let us now consider how forgetting works in the large span of life between death and a new birth. What actually is Kamaloca, that period of transition human beings go through before entering Devachan, the spiritual world proper? Kamaloca exists because immediately after death the human being cannot forget the inclinations, desires and pleasures he had in life. At death man first of all leaves his physical body behind him. Then the mighty memory tableau I have often described stands before his soul. After two, three or at the most four days this has completely finished. Then a kind of extract of the etheric body remains. Whilst the greater part of the etheric body withdraws and dissolves in the general ether, a kind of essence or framework of the etheric body remains behind, but in a concentrated form. The astral body is the bearer of all the instincts, desires, passions, feelings, sensations and pleasures. Now the astral body would not be able to be conscious of the tormenting privations in Kamaloca if it were not for the fact that it is still connected with the remainder of the etheric body, which gives it the continued possibility of remembering what it enjoyed and desired in life. And the breaking of habit is really nothing else but a gradual forgetting of all that chains the human being to the physical world. So if man wants to enter Devachan, he must first learn to forget all that binds him to the physical world. Thus we see that man is tormented here, too, because he still has memories of the physical world. Just as worries can torment man when they refuse to leave his memory, so likewise can the inclinations and instincts that remain after death torment him, and this tormenting memory of the connections with life expresses itself in all that the human being has to pass through during his Kamaloca period. Not until he has succeeded in forgetting all his wishes and desires for things of the physical world do the achievements and fruits of his previous life appear, in readiness for the work of Devachan. There they become sculptors and overseers working on the form of the life to come. For man largely spends his time in Devachan working on the new form he is to have when he re-enters earthly life. This work of preparing his future being gives the feeling of bliss which he has throughout Devachan. When man has passed through Kamaloca he begins the groundwork for his future form. The life in Devachan is always spent in using that extract he has brought with him for constructing the prototype of his next form. He forms this prototype by working into it the fruits of the past life. He can only do this, however, by forgetting the things that made Kamaloca so difficult for him.

[ 14 ] Wenn wir also sprechen von einem Leiden und Entbehren im Kamaloka, so sehen wir, daß das davon herrührt, daß der Mensch nicht imstande ist, gewisse Zusammenhänge mit der physischen Welt zu vergessen, daß die physische Welt wie eine Erinnerung vor seiner Seele schwebt. Dann aber, wenn er durchgegangen ist durch «Lethes Flut», wenn er durch den Fluß des Vergessens geschritten ist, wenn er dieses Vergessen gelernt hat, dann werden die Errungenschaften und Erlebnisse der vorherigen Inkarnation dazu verwendet, um das Urbild, den Prototyp des nachfolgenden Lebens Stück für Stück heranzubilden. Und dann beginnt an die Stelle des Leidens die selige Lust des Devachans zu treten. Geradeso wie wir im gewöhnlichen Leben, wenn uns Sorgen quälen, wenn gewisse Vorstellungen aus unserem Gedächtnisse nicht herauswollen, wie wir da unserem Ätherleibe ein verholzendes Stück, ein verdorrendes Stück einschieben, das zu unserer Ungesundung beiträgt, geradeso haben wir in unserer Wesenheit ein Stück nach dem Tode, das zu unseren Leiden und Entbehrungen so lange beiträgt, als wir uns nicht durch das Vergessen alle Zusammenhänge mit der physischen Welt hinweggeschafft haben. So wie diese vergessenen Vorstellungen für den Menschen zu einem Keim von Gesundung werden können, so werden alle Erfahrungen des vorhergehenden Lebens zu einem Quell von Lust im Devachan, wenn der Strom des Vergessens durchschritten ist, wenn der Mensch alles das vergessen hat, was ihn an das Leben in der sinnlichen Welt bindet.

[ 14 ] We have seen that the suffering and privation in Kamaloca is caused by the human being's inability to forget certain connections with the physical world, and then the physical world hovers in front of him like a memory. However, when he has passed through the waters of ‘Lethe’, the River of Forgetfulness, and has learnt to forget, the achievements and experiences of his past incarnation can be put to work to build up bit by bit the prototype of the coming life. Now the joyful bliss of Devachan begins to take the place of suffering. When worries torment us in ordinary life, and particular images remain stuck in our memory, we introduce something hard and lifeless into our etheric body which undermines our health. Similarly, after death we have something in our being which contributes to our sufferings and privations, until, through forgetting, we have rid ourselves of all connection with the physical world. Just as these forgotten memories can become a source of health in man, so can all the experiences of the past life become a source of bliss in Devachan when the human being has passed through the River of Forgetfulness and has forgotten everything that binds him to life in the world of the senses.

[ 15 ] So also sehen wir, wie auch für den großen Umfang des Lebens diese Gesetze von Vergessen und Erinnerung durchaus gelten.

[ 15 ] So we see then that these laws of forgetting and remembering are also absolutely valid for life in its broadest sense.

[ 16 ] Nun könnten Sie vielleicht die Frage aufwerfen: Wie kann denn überhaupt der Mensch nach dem Tode Vorstellungen von dem haben, was im verflossenen Leben geschehen ist, wenn er dieses Leben vergessen muß? Es könnte jemand sagen: Könnt ihr denn überhaupt von Vergessen sprechen, da doch der Mensch den Ätherleib abgelegt hat und Erinnerung und Vergessen doch etwas mit dem Ätherleib zu tun haben? Es bekommen natürlich Erinnerung und Vergessen nach dem Tode eine gewisse andere Gestalt. Sie wandeln sich so, daß dann an die Stelle des gewöhnlichen Erinnerns das Lesen in der Akasha-Chronik tritt. Was in der Welt geschehen ist, ist ja nicht verschwunden, es ist objektiv da. Indem im Kamaloka hinschwindet die Erinnerung an den Zusammenhang mit dem physischen Leben, tauchen diese Ereignisse auf in einer ganz anderen Weise, indem sie sich dem Menschen in der Akasha-Chronik entgegenstellen. Er braucht also dann nicht den Zusammenhang mit dem Leben, der sich ihm aus der gewöhnlichen Erinnerung ergibt. Es werden sich uns alle solche Fragen, die aufgeworfen werden können, lösen. Dazu gehört aber, daß wir uns Zeit lassen, daß wir nach und nach diese Dinge erledigen, denn es ist nicht möglich, gleich alles zur Hand zu haben, was eine Sache begreiflich machen kann.

[ 16 ] Now you might ask: How can a man after death have any memory pictures at all of what happened in his past life, if he must forget this life? Someone might say: Can you talk about forgetting at all, seeing that man has laid aside the etheric body with which remembering and forgetting are connected? After death, of course, remembering and forgetting assume a slightly different form. They change in such a way that a reading of the Akashic Record takes the place of ordinary remembering. The happenings of the world have not disappeared, of course, they just appear objectively. When the memory of connections with physical life vanishes in Kamaloca, these events appear in quite another form, and arise before man in the Akashic Record. Then he does not need the connection with life which comes from ordinary memory. Every question of this kind that might be asked will find an answer. But we must leave ourselves time to do this gradually, for it is impossible to have all the answers straight away at our finger tips.

[ 17 ] Es erklärt sich uns auch vieles im alltäglichen Leben, wenn wir diese Dinge, wie sie jetzt besprochen worden sind, wissen. Da zeigt sich uns vieles, was zum menschlichen Ätherleib gehört, in der eigenartigen Zurückwirkung der Temperamente auf den Menschen, Wir haben ja gesagt, daß diese bleibende Charaktereigentümlichkeit, die wir als Temperament bezeichnen, auch ihren Ursprung im Ätherleib hat. Nehmen wir einen Menschen mit einem melancholischen Temperament, der gar nicht hinauskommt über gewisse Vorstellungen, über die er immer nachsinnen muß. Das ist ganz anders als bei einem sanguinischen oder bei einem phlegmatischen Temperament, wo die Vorstellungen nur so hinschwinden. Ein melancholisches Temperament wird gerade in dem Sinn, wie wir es eben gesehen haben, der Gesundheit des Menschen abträglich sein, während ein sanguinisches Temperament der Gesundheit des Menschen in einem gewissen Sinne außerordentlich zuträglich sein kann. Natürlich dürfen diese Dinge nicht so genommen werden, daß man sagt: Der Mensch muß sich bemühen, alles zu vergessen. Aber Sie sehen, daß gerade aus diesen Dingen, wie wir sie kennengelernt haben, das Gesunde und Zuträgliche eines sanguinischen oder phlegmatischen Temperamentes sich erklärt und das Ungesunde eines melancholischen Temperamentes. Natürlich ist die Frage, ob dann ein solches phlegmatisches Temperament auch in der richtigen Weise wirkt. Ein Phlegmatiker, der nur triviale Vorstellungen aufnimmt, wird sie leicht vergessen. Das kann ihn nur gesund machen. Aber wenn er nur solche Vorstellungen aufnimmt, kann es wiederum durchaus nicht für ihn gut sein. Da wirken verschiedene Dinge durcheinander.

[ 17 ] Now we shall understand many a thing in everyday life, if we know about the things just discussed. Much of what belongs to the human etheric body is shown in the way the temperaments react upon man. We have said that this enduring characteristic that we call temperament also has its origin in the etheric body. Let us imagine a person who has a melancholic temperament and who never gets away from certain mental images that he is always thinking about. This is something quite different from a sanguine or a phlegmatic temperament, where the images just disappear. A melancholic temperament works detrimentally on a man's health, in the sense we have been considering, whilst a sanguine temperament can in a certain way be extremely beneficial. Of course these things must not be taken in such a way that you come to the conclusion the human being must try to forget everything. But you can see that the healthy and beneficial side of a sanguine or phlegmatic temperament and the unhealthy side of a melancholic temperament can be explained by these very things we have just learnt. It is natural to ask whether a phlegmatic temperament is also working in the right way. A phlegmatic who only takes in trivial thoughts will easily forget them. That will be good for his health. But if, on the other hand, he takes in no other thoughts than these, it will not be good for him at all. This gets rather complicated.

[ 18 ] Die Frage: Ist das Vergessen nur ein Mangel der Menschennatur oder doch vielleicht etwas Nützliches? - Diese Frage wird uns durch die geisteswissenschaftliche Erkenntnis beantwortet. Und wir sehen auf der anderen Seite, wie auch starke moralische Impulse folgen können aus der Erkenntnis solcher Dinge. Wenn der Mensch glaubt, daß es für sein Heil - das ganz objektiv zu betrachten ist - zuträglich ist, wenn er zugefügte Beleidigungen und Verletzungen vergessen kann, so wird ein ganz anderer Impuls da sein. Solange er aber glaubt, daß das keine Bedeutung hat, wird kein Moralpredigen etwas nützen. Wenn er aber weiß, daß er vergessen soll und daß sein Heil davon abhängt, dann wird er wohl ganz anders diesen Impuls auf sich wirken lassen. Man braucht das nicht gleich egoistisch nennen, sondern wir dürfen sagen: Bin ich krank und siech, verderbe ich mein geistiges und seelisches und leibliches Innere, so bin ich auch für die Welt nichts nütze. Man kann auch die Frage des Wohlbefindens von einem ganz anderen Standpunkte aus betrachten. Wer ein ausgesprochener Egoist ist, bei dem werden ja auch solche Betrachtungen nicht viel nützen. Aber wer der Menschheit Heil im Auge hat und deshalb auch darauf bedacht ist, daß er mitwirken kann, also in der mittelbaren Art auch sein eigenes Heil im Auge hat - wenn der Mensch imstande ist, das zu bedenken, dann wird er aus solchen Betrachtungen auch moralische Früchte ziehen können. Und es wird sich eben zeigen, wenn Geisteswissenschaft eingreift in des Menschen Leben, indem sie ihm über gewisse geistige Verhältnisse die Wahrheit zeigt, daß sie ihm die größten ethisch-moralischen Impulse liefern wird, wie sie keine andere Erkenntnis und keine bloß äußerlichen Moralgebote ihm bieten können. Tatsachenerkenntnis der geistigen Welt, wie Geisteswissenschaft sie vermittelt, ist daher ein starker Impuls, der auch in bezug auf die Moral die größten Fortschritte im Menschenleben hervorbringen kann.

[ 18 ] The question as to whether forgetting is just a defect in human nature or something useful is answered by spiritual science. And we see, too, that strong moral impulses can follow from the knowledge of such things. If a man believes it is for his good—and this has to be taken quite objectively—to be able to forget insults and injuries done to him, then quite a different impulse will work in him. But as long as he believes that it does not make any difference, then no amount of preaching will help. When he knows, however, that he ought to forget for the sake of his well-being, he will let this impulse work on him in quite a different way. You need not immediately call it egoistic; it would be better to express it this way: If I am ill and feeble, and if I ruin my health spiritually, psychologically and physically, I am of no use to the world. We can also consider the question of well-being from an entirely different point of view. If a man is a thoroughgoing egoist he will not profit much from such considerations. But whoever has the good of humanity at heart and is therefore intent on working for it—and also, indirectly, has his own good at heart—if he is in a position to think about this, he will also draw moral fruits from such considerations. And we shall see that if spiritual science works into human life by showing man the truth about specific spiritual circumstances, it will give man the greatest ethical-moral impulses, such as no other knowledge and no merely external moral commands can do. Knowledge of the facts of the spiritual world, as imparted by spiritual science is, therefore, a powerful impulse which also in regard to the moral realm can bring about the greatest progress in human life.