Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

Support the Archive

Anthroposophy's Response
to Universal Questions
GA 108

16 December 1908, Nuremberg

Translate the original German text into any language:

20. Okkulte Geschichte I

20. Okkulte Geschichte I

[ 1 ] Wir werden heute ein Kapitel aus dem Gebiete der Theosophie behandeln, das sich auf der einen Seite etwas anschließen wird an allerlei, welches wir bei unserem letzten Kursus hier besprechen konnten, das aber in einer gewissen Beziehung doch wieder ganz selbständig ist. Wir werden in dem Sinn, der schon einmal hier charakterisiert worden ist, heute wiederum etwas besprechen, das für Vorgeschrittenere gilt, nicht in dem Sinne, daß man vorgeschritten sein braucht nach Verstand und Wissen, als vorgeschritten in bezug auf jene Gefühle, die man braucht, um höhere Wahrheiten, die dem materialistischen Sinn sehr häufig als paradox, als sonderbar, als phantastisch erscheinen, in dem Sinn aufzunehmen, nicht wie man alltägliche Ereignisse aufnimmt, sondern als etwas nicht nur Mögliches, sondern eben als Wirkliches.

[ 1 ] Wir werden heute ein Kapitel aus dem Gebiete der Theosophie behandeln, das sich auf der einen Seite etwas anschließen wird an allerlei, welches wir bei unserem letzten Kursus hier besprechen konnten, das aber in einer gewissen Beziehung doch wieder ganz selbständig ist. Wir werden in dem Sinn, der schon einmal hier charakterisiert worden ist, heute wiederum etwas besprechen, das für Vorgeschrittenere gilt, nicht in dem Sinne, daß man vorgeschritten sein braucht nach Verstand und Wissen, als vorgeschritten in bezug auf jene Gefühle, die man braucht, um höhere Wahrheiten, die dem materialistischen Sinn sehr häufig als paradox, als sonderbar, als phantastisch erscheinen, in dem Sinn aufzunehmen, nicht wie man alltägliche Ereignisse aufnimmt, sondern als etwas nicht nur Mögliches, sondern eben als Wirkliches.

[ 2 ] Ein Kapitel aus der okkulten Geschichte wollen wir uns heute vor die Seele führen. Was Geschichte im äußeren Sinne, im physischen Sinne ist, weiß ja jeder von uns. Jeder weiß, daß die Geschichte die aufeinanderfolgenden Tatsachen der äußeren physischen Welt darstellt, so weit sie der Mensch zurückverfolgen kann, entweder an der Hand der Dokumente, Urkunden, Überlieferungen oder auch wir auf geisteswissenschaftlichem Felde gehen ja in dieser äußeren Geschichte noch weiter zurück - nach den geistigen Urkunden, die uns zur Verfügung stehen, zurück bis zur großen atlantischen Flut. Wir beobachten die aufeinanderfolgenden Kulturepochen nach derselben, gehen zurück auch noch hinter diese große Flut, die in den Sintflutsagen der verschiedenen Völker sich erhalten hat als Überlieferung, gehen zurück sogar sehr, sehr weit in der Zeit. Das alles aber ist zwar Geschichte, mit okkulten Mitteln erforscht, aber in gewisser Weise doch äußere, physische oder mehr oder weniger physische Tatsachengeschichte. Aber es gibt auch eine okkulte Geschichte, und inwiefern es eine solche geben kann, das wird Ihnen aufgehen, wenn Sie sich einmal die folgende Frage vorlegen: Ihre Seelen alle haben gelebt, bevor sie in diese Leiber unserer jetzigen Kulturen eingezogen sind, abgesehen von allem Früheren, in altindischen, altpersischen, ägyptisch-chaldäischen, griechisch-römischen Leibern und so weiter. Wenn diese Seelen durch die Geburten eingezogen sind auf den äußeren physischen Plan, dann sahen sie das, was man eben auf dem physischen Plan erleben kann. Es schauten diese Seelen hinaus auf die Werke der altindischen Kultur, sie schauten die gigantischen Pyramiden der Ägypter, die griechischen Tempel und so weiter. Daraus können wir uns alle ein Bild machen, wie fortschreitend die Ereignisse sind, die der Mensch durchmacht eben im Laufe der Geschichte auf dem äußeren physischen Plan im Leben zwischen Geburt und Tod. Nun kann man jedoch die Frage aufwerfen: Wie ist es denn dann, wenn die Seele durchschreitet durch die Pforte des Todes und das Leben durchläuft zwischen Tod und einer neuen Geburt? - Diese Seelen, die jetzt verkörpert sind, sind durch den Tod getreten im alten Indien, alten Persien und so weiter. Hat sich nun da zwischen Tod und einer neuen Geburt immer dasselbe abgespielt? Gibt es vielleicht auf der jenseitigen Seite des Lebens, die wir durchmachen zwischen Tod und einer neuen Geburt, auch so etwas wie eine Geschichte? Erlebten die Seelen etwas anderes, wenn sie durch die Pforte des Todes gingen im alten Indien oder alten Persien und so weiter, und erleben sie etwas anderes heute in unserem gegenwärtigen Zyklus? Spielt sich da drüben etwas ab wie ein aufeinanderfolgender Hergang?

[ 2 ] Ein Kapitel aus der okkulten Geschichte wollen wir uns heute vor die Seele führen. Was Geschichte im äußeren Sinne, im physischen Sinne ist, weiß ja jeder von uns. Jeder weiß, daß die Geschichte die aufeinanderfolgenden Tatsachen der äußeren physischen Welt darstellt, so weit sie der Mensch zurückverfolgen kann, entweder an der Hand der Dokumente, Urkunden, Überlieferungen oder auch wir auf geisteswissenschaftlichem Felde gehen ja in dieser äußeren Geschichte noch weiter zurück - nach den geistigen Urkunden, die uns zur Verfügung stehen, zurück bis zur großen atlantischen Flut. Wir beobachten die aufeinanderfolgenden Kulturepochen nach derselben, gehen zurück auch noch hinter diese große Flut, die in den Sintflutsagen der verschiedenen Völker sich erhalten hat als Überlieferung, gehen zurück sogar sehr, sehr weit in der Zeit. Das alles aber ist zwar Geschichte, mit okkulten Mitteln erforscht, aber in gewisser Weise doch äußere, physische oder mehr oder weniger physische Tatsachengeschichte. Aber es gibt auch eine okkulte Geschichte, und inwiefern es eine solche geben kann, das wird Ihnen aufgehen, wenn Sie sich einmal die folgende Frage vorlegen: Ihre Seelen alle haben gelebt, bevor sie in diese Leiber unserer jetzigen Kulturen eingezogen sind, abgesehen von allem Früheren, in altindischen, altpersischen, ägyptisch-chaldäischen, griechisch-römischen Leibern und so weiter. Wenn diese Seelen durch die Geburten eingezogen sind auf den äußeren physischen Plan, dann sahen sie das, was man eben auf dem physischen Plan erleben kann. Es schauten diese Seelen hinaus auf die Werke der altindischen Kultur, sie schauten die gigantischen Pyramiden der Ägypter, die griechischen Tempel und so weiter. Daraus können wir uns alle ein Bild machen, wie fortschreitend die Ereignisse sind, die der Mensch durchmacht eben im Laufe der Geschichte auf dem äußeren physischen Plan im Leben zwischen Geburt und Tod. Nun kann man jedoch die Frage aufwerfen: Wie ist es denn dann, wenn die Seele durchschreitet durch die Pforte des Todes und das Leben durchläuft zwischen Tod und einer neuen Geburt? - Diese Seelen, die jetzt verkörpert sind, sind durch den Tod getreten im alten Indien, alten Persien und so weiter. Hat sich nun da zwischen Tod und einer neuen Geburt immer dasselbe abgespielt? Gibt es vielleicht auf der jenseitigen Seite des Lebens, die wir durchmachen zwischen Tod und einer neuen Geburt, auch so etwas wie eine Geschichte? Erlebten die Seelen etwas anderes, wenn sie durch die Pforte des Todes gingen im alten Indien oder alten Persien und so weiter, und erleben sie etwas anderes heute in unserem gegenwärtigen Zyklus? Spielt sich da drüben etwas ab wie ein aufeinanderfolgender Hergang?

[ 3 ] Wir besprechen heute das, was geschieht zwischen Tod und einer neuen Geburt, als Erlebnis der Kamalokazeit, der Zeit des Devachan bis zu einer neuen Verkörperung, mit Recht so, wie wir es besprechen. Mancher Anthroposoph wird dabei das Bewußtsein haben, daß das für alle Zeiten gleich sei. Falsch wäre es, das zu glauben. Denn geradeso wie die Seele dann, wenn sie durch die Pforte der Geburt schreitet, in den aufeinanderfolgenden Zeiten verschiedenes erlebt, so sind auch die Ereignisse zwischen Tod und einer neuen Geburt einer Geschichte unterworfen. Wir besprechen heute mit Recht diese Ereignisse, so wie wir sie besprechen, weil sie sich so abspielen. Aber auch da gibt es eine Geschichte, auch da sind die Tatsachen nicht in allen Zeiten dieselben, und wir wollen heute einiges von dem, was die andere Seite des Daseins an Geschichte durchmacht, im wesentlichen in der nachatlantischen Zeit durchmacht, ein wenig betrachten. Dazu ist es gut, wenn wir den Blick werfen auf einiges Bekannte, auf die alte atlantische Zeit.

[ 3 ] Wir besprechen heute das, was geschieht zwischen Tod und einer neuen Geburt, als Erlebnis der Kamalokazeit, der Zeit des Devachan bis zu einer neuen Verkörperung, mit Recht so, wie wir es besprechen. Mancher Anthroposoph wird dabei das Bewußtsein haben, daß das für alle Zeiten gleich sei. Falsch wäre es, das zu glauben. Denn geradeso wie die Seele dann, wenn sie durch die Pforte der Geburt schreitet, in den aufeinanderfolgenden Zeiten verschiedenes erlebt, so sind auch die Ereignisse zwischen Tod und einer neuen Geburt einer Geschichte unterworfen. Wir besprechen heute mit Recht diese Ereignisse, so wie wir sie besprechen, weil sie sich so abspielen. Aber auch da gibt es eine Geschichte, auch da sind die Tatsachen nicht in allen Zeiten dieselben, und wir wollen heute einiges von dem, was die andere Seite des Daseins an Geschichte durchmacht, im wesentlichen in der nachatlantischen Zeit durchmacht, ein wenig betrachten. Dazu ist es gut, wenn wir den Blick werfen auf einiges Bekannte, auf die alte atlantische Zeit.

[ 4 ] Ihr wißt, daß in dieser atlantischen Zeit das Leben ein anderes war als später. Wenn die Seele des alten Atlantiers in der Nacht herausgegangen war aus dem physischen und Ätherleib, sich hinauflebte in die geistigen Welten, dann breiteten sich nicht Dunkel und Finsternis aus wie heute, sondern die Seele war dann in dem nächtlichen Bewußtsein bis zu einem hohen Grade in göttlich-geistigen Welten; göttlich-geistige Wesen waren ihre Genossen. Dieser Wechsel zwischen Tag und Nacht war ja noch ganz anders in der alten atlantischen Zeit. Wenn der Atlantier früh aufwachte, das heißt, wieder hineinstieg mit seinem Astralleib und Ich in den physischen und Ätherleib, dann sah er auch da, in den alten Zeiten der Atlantis, die äußeren Gegenstände nicht mit scharfen Umrissen wie heute, sondern verschwommen, so, wie wenn wir hinausgehen abends, wo ein dichter Novembernebel ist, und wir die Laternen nicht so sehen, daß sie klar und scharf umrissen das Licht zeigen, sondern mit einer Aura umgeben. So undeutlich sah der atlantische Urmensch alles auf dem physischen Plan. Nach und nach bekamen die Gegenstände ihre scharfen Konturen im Tagesbewußtsein. Wenn er des Abends herausstieg mit seinem Astralleib und Ich aus dem physischen und Ätherleib, dann war er nicht in einer Welt der Bewußtlosigkeit; er hatte verschwommene, aber durchaus erlebte Vorstellungen von den göttlich-geistigen Welten. Und das, was sich erhalten hat als die Götternamen und -vorstellungen, sagen wir von Wotan, Tor, Baldur, Zeus, Apollo, das sind nicht bloße Phantsiegebilde, das sind Wesen, die der Mensch selbst erlebt hat in der alten atlantischen Zeit.

[ 4 ] Ihr wißt, daß in dieser atlantischen Zeit das Leben ein anderes war als später. Wenn die Seele des alten Atlantiers in der Nacht herausgegangen war aus dem physischen und Ätherleib, sich hinauflebte in die geistigen Welten, dann breiteten sich nicht Dunkel und Finsternis aus wie heute, sondern die Seele war dann in dem nächtlichen Bewußtsein bis zu einem hohen Grade in göttlich-geistigen Welten; göttlich-geistige Wesen waren ihre Genossen. Dieser Wechsel zwischen Tag und Nacht war ja noch ganz anders in der alten atlantischen Zeit. Wenn der Atlantier früh aufwachte, das heißt, wieder hineinstieg mit seinem Astralleib und Ich in den physischen und Ätherleib, dann sah er auch da, in den alten Zeiten der Atlantis, die äußeren Gegenstände nicht mit scharfen Umrissen wie heute, sondern verschwommen, so, wie wenn wir hinausgehen abends, wo ein dichter Novembernebel ist, und wir die Laternen nicht so sehen, daß sie klar und scharf umrissen das Licht zeigen, sondern mit einer Aura umgeben. So undeutlich sah der atlantische Urmensch alles auf dem physischen Plan. Nach und nach bekamen die Gegenstände ihre scharfen Konturen im Tagesbewußtsein. Wenn er des Abends herausstieg mit seinem Astralleib und Ich aus dem physischen und Ätherleib, dann war er nicht in einer Welt der Bewußtlosigkeit; er hatte verschwommene, aber durchaus erlebte Vorstellungen von den göttlich-geistigen Welten. Und das, was sich erhalten hat als die Götternamen und -vorstellungen, sagen wir von Wotan, Tor, Baldur, Zeus, Apollo, das sind nicht bloße Phantsiegebilde, das sind Wesen, die der Mensch selbst erlebt hat in der alten atlantischen Zeit.

[ 5 ] Nun kam die große Flut. Der vorgeschrittenste Teil der Atlantier ging vom Westen nach Osten, besiedelte die europäischen Lande; er zog nach Asien und gründete in Mittelasien die große Kulturkolonie des Manu, der der Führer war dieses damals so hochentwickelten, vorgeschrittensten Häufleins der Atlantier, das von Mittelasien aus dann die verschiedenen Kulturepochen ins Leben rief. Wir müssen uns dabei vorstellen, daß in Asien und Afrika durch frühere und spätere Wanderungen und durch andere Menschen, Nachkommen früherer Epochen, die Länder besiedelt waren, und eben diese Kolonien sich nach verschiedenen Richtungen bewegten, um neue Kulturströmungen zu verbreiten. Die erste ging von Mittelasien nach Indien. Der Manu, der sich aus bestimmten Gründen in der Zurückgezogenheit befand, schickte seine ersten Schüler nach Indien. Die ersten Schüler des Manu wurden die Lehrer und Führer des ersten nachatlantischen Kulturvolkes, des alten indischen Volkes. Da entstand die erste Kultur unter dem Einfluß der ersten nachatlantischen Lehrer, der alten, heiligen Rishis.

[ 5 ] Nun kam die große Flut. Der vorgeschrittenste Teil der Atlantier ging vom Westen nach Osten, besiedelte die europäischen Lande; er zog nach Asien und gründete in Mittelasien die große Kulturkolonie des Manu, der der Führer war dieses damals so hochentwickelten, vorgeschrittensten Häufleins der Atlantier, das von Mittelasien aus dann die verschiedenen Kulturepochen ins Leben rief. Wir müssen uns dabei vorstellen, daß in Asien und Afrika durch frühere und spätere Wanderungen und durch andere Menschen, Nachkommen früherer Epochen, die Länder besiedelt waren, und eben diese Kolonien sich nach verschiedenen Richtungen bewegten, um neue Kulturströmungen zu verbreiten. Die erste ging von Mittelasien nach Indien. Der Manu, der sich aus bestimmten Gründen in der Zurückgezogenheit befand, schickte seine ersten Schüler nach Indien. Die ersten Schüler des Manu wurden die Lehrer und Führer des ersten nachatlantischen Kulturvolkes, des alten indischen Volkes. Da entstand die erste Kultur unter dem Einfluß der ersten nachatlantischen Lehrer, der alten, heiligen Rishis.

[ 6 ] Welche Grundstimmung diese Kultur hatte, wissen wir schon. Die Schüler der Rishis hatten eine Art von Gedächtnis an alte Zeiten, wie sie drüben in der Atlantis waren, wie sie selbst noch die Genossen und Mitlebenden der Götter waren. Da war die eigentliche Heimat, in der geistigen Welt. Jetzt sind wir in die physische Welt versetzt. Daher finden wir in Indien jene große Sehnsucht nach der geistigen Urheimat der Menschheit. Fremd fühlten sich die Menschen in der physischen Welt. Illusion, Maja, bloßer äußerer Ausdruck des eigentlichen Geistigen war ihnen diese. Daher das Sehnen nach dem Geistigen, daher das Ansehen der physischen Welt als Illusion, Täuschung, Maja. Sie liebten noch nicht die physische Welt, sie sehnten sich noch nach der geistigen Welt. Sie sahen die Sterne, die Flüsse, die Berge, aber das interessierte sie noch nicht. Was sich abspielte zwischen Geburt und Tod, war Illusion, Maja. Sie wußten, daß sie zwischen dem Tod und einer neuen Geburt in der geistigen Heimat lebten. Das war die Grundstimmung der Altinder. Aber sie erlangten fortwährend Kunde und Mitteilung von den geistigen Welten durch die heiligen Rishis, die Schüler des großen Manu. Und es ist gut, wenn wir uns bestimmte Vorstellungen machen von der Natur dieser großen indischen Lehrer. Denjenigen, der eine Ahnung bekommen kann von dem, was geistig vorging damals in dem nördlichen Teil Indiens zwischen den Rishis und ihren Schülern, durchdringt sozusagen ein Gefühl tiefster, heiligster Ehrfurcht, wenn er diesen ersten Ausgangspunkt der nachatlantischen Menschheit beschaut. Es ist kaum möglich, daß sich heute in unserer Zeit, nachdem die Menschen so weit herausgegangen sind auf den physischen Plan und zu einer so materialistischen Denkweise übergegangen sind, daß sich jemand eine gute Vorstellung macht - wenn er nicht immer mehr sich diese Vorstellung durch die Geheimwissenschaft zu erwerben sucht - von der Art des Wissens, wie es der Manu aus der alten atlantischen Zeit von dem Westen nach dem Osten hinüber mitbrachte. Denn wenn es auch vor die Menschen hingelegt würde, das Buch mit den zwölf Kapiteln, in dem der Manu die Urtradition der Erde bewahrt hatte, in dem aufgeschrieben war das, was von Gesetzen verkündet werden konnte in den alten Zeiten, wo die Menschen im Schoß der Götter waren, wenn die Menschen es auch vorgelegt erhalten könnten heute, sie würden nichts verstehen von diesem Buch. Dennoch enthielt es die Anweisungen, die der Manu seinen intimsten Schülern gab, und durch das die sieben heiligen Rishis sich für ihren Beruf vorbereiten konnten.

[ 6 ] Welche Grundstimmung diese Kultur hatte, wissen wir schon. Die Schüler der Rishis hatten eine Art von Gedächtnis an alte Zeiten, wie sie drüben in der Atlantis waren, wie sie selbst noch die Genossen und Mitlebenden der Götter waren. Da war die eigentliche Heimat, in der geistigen Welt. Jetzt sind wir in die physische Welt versetzt. Daher finden wir in Indien jene große Sehnsucht nach der geistigen Urheimat der Menschheit. Fremd fühlten sich die Menschen in der physischen Welt. Illusion, Maja, bloßer äußerer Ausdruck des eigentlichen Geistigen war ihnen diese. Daher das Sehnen nach dem Geistigen, daher das Ansehen der physischen Welt als Illusion, Täuschung, Maja. Sie liebten noch nicht die physische Welt, sie sehnten sich noch nach der geistigen Welt. Sie sahen die Sterne, die Flüsse, die Berge, aber das interessierte sie noch nicht. Was sich abspielte zwischen Geburt und Tod, war Illusion, Maja. Sie wußten, daß sie zwischen dem Tod und einer neuen Geburt in der geistigen Heimat lebten. Das war die Grundstimmung der Altinder. Aber sie erlangten fortwährend Kunde und Mitteilung von den geistigen Welten durch die heiligen Rishis, die Schüler des großen Manu. Und es ist gut, wenn wir uns bestimmte Vorstellungen machen von der Natur dieser großen indischen Lehrer. Denjenigen, der eine Ahnung bekommen kann von dem, was geistig vorging damals in dem nördlichen Teil Indiens zwischen den Rishis und ihren Schülern, durchdringt sozusagen ein Gefühl tiefster, heiligster Ehrfurcht, wenn er diesen ersten Ausgangspunkt der nachatlantischen Menschheit beschaut. Es ist kaum möglich, daß sich heute in unserer Zeit, nachdem die Menschen so weit herausgegangen sind auf den physischen Plan und zu einer so materialistischen Denkweise übergegangen sind, daß sich jemand eine gute Vorstellung macht - wenn er nicht immer mehr sich diese Vorstellung durch die Geheimwissenschaft zu erwerben sucht - von der Art des Wissens, wie es der Manu aus der alten atlantischen Zeit von dem Westen nach dem Osten hinüber mitbrachte. Denn wenn es auch vor die Menschen hingelegt würde, das Buch mit den zwölf Kapiteln, in dem der Manu die Urtradition der Erde bewahrt hatte, in dem aufgeschrieben war das, was von Gesetzen verkündet werden konnte in den alten Zeiten, wo die Menschen im Schoß der Götter waren, wenn die Menschen es auch vorgelegt erhalten könnten heute, sie würden nichts verstehen von diesem Buch. Dennoch enthielt es die Anweisungen, die der Manu seinen intimsten Schülern gab, und durch das die sieben heiligen Rishis sich für ihren Beruf vorbereiten konnten.

[ 7 ] Wenn wir uns eine Vorstellung von den heiligen Rishis machen wollen, so kann dies auf folgende Weise geschehen: Wer sie im Leben gesehen hätte, der würde in ihnen schlichte Leute gesehen haben. Eine große Zeit ihres Lebens waren sie solche schlichten Leute.

[ 7 ] Wenn wir uns eine Vorstellung von den heiligen Rishis machen wollen, so kann dies auf folgende Weise geschehen: Wer sie im Leben gesehen hätte, der würde in ihnen schlichte Leute gesehen haben. Eine große Zeit ihres Lebens waren sie solche schlichten Leute.

[ 8 ] Dann kamen aber über diese Rishis Zeiten, in denen sie etwas ganz anderes waren als gewöhnliche Menschen. Sie waren auch nicht etwa Gelehrte im heutigen Sinne; sie waren in dieser Zeit ein Mundstück und Instrument höherer geistiger Wesenheiten. Höhere geistige Wesenheiten beseelten die Rishis in jenen alten Zeiten und wenn die Rishis damals sprachen, so sprachen sie nicht, was sie wußten, sondern was der Geist sprach, der in sie gefahren war. Bis in ihren physischen Leib hinein durchsetzte die heiligen Rishis das Wesen eines höheren Geistes, und es waren die sieben planetarischen Geister, die damals selbst mit der ersten nachatlantischen Menschheitskultur verbunden waren, die sieben Geister unserer Planetenwelt. Sie sprachen, indem sie sich des Mundes der Rishis bedienten, die nur das Werkzeug waren für die sieben planetarischen Regenten unseres Weltalls, und da sprachen sie große, bedeutsame Zauberworte, die Zauberwirkungen hatten, die nicht bloß Worte der Lehre waren, die Befehle waren für das, was die Menschen damals zu tun hatten, Mitteilungen waren aus dem Kosmos heraus; die sprachen die sieben heiligen Rishis.

[ 8 ] Dann kamen aber über diese Rishis Zeiten, in denen sie etwas ganz anderes waren als gewöhnliche Menschen. Sie waren auch nicht etwa Gelehrte im heutigen Sinne; sie waren in dieser Zeit ein Mundstück und Instrument höherer geistiger Wesenheiten. Höhere geistige Wesenheiten beseelten die Rishis in jenen alten Zeiten und wenn die Rishis damals sprachen, so sprachen sie nicht, was sie wußten, sondern was der Geist sprach, der in sie gefahren war. Bis in ihren physischen Leib hinein durchsetzte die heiligen Rishis das Wesen eines höheren Geistes, und es waren die sieben planetarischen Geister, die damals selbst mit der ersten nachatlantischen Menschheitskultur verbunden waren, die sieben Geister unserer Planetenwelt. Sie sprachen, indem sie sich des Mundes der Rishis bedienten, die nur das Werkzeug waren für die sieben planetarischen Regenten unseres Weltalls, und da sprachen sie große, bedeutsame Zauberworte, die Zauberwirkungen hatten, die nicht bloß Worte der Lehre waren, die Befehle waren für das, was die Menschen damals zu tun hatten, Mitteilungen waren aus dem Kosmos heraus; die sprachen die sieben heiligen Rishis.

[ 9 ] Was später in der Vedenliteratur enthalten ist, ist nur ein schwacher Nachklang des Großen und Gewaltigen, was durch das Instrument der heiligen Rishis aus dem Kosmos selbst damals als die erste Manifestation des nachatlantischen Göttlichen der Menschheit zuströmte. Aber nur zu bestimmten Zeiten waren die Rishis von den planetarischen Geistern inspiriert. Großes und Gewaltiges konnten sie daher den Menschen mitteilen. Viel Größeres und Gewaltigeres wurde durch sie gesprochen zu den Menschen, wenn sie zwischen Geburt und Tod waren in dieser ersten nachatlantischen Zeit, als in der jenseitigen Welt; denn alle die Geheimnisse, zu denen die Menschen nicht mehr hinaufblicken konnten von der physischen Welt aus, konnten die Rishis verkündigen.

[ 9 ] Was später in der Vedenliteratur enthalten ist, ist nur ein schwacher Nachklang des Großen und Gewaltigen, was durch das Instrument der heiligen Rishis aus dem Kosmos selbst damals als die erste Manifestation des nachatlantischen Göttlichen der Menschheit zuströmte. Aber nur zu bestimmten Zeiten waren die Rishis von den planetarischen Geistern inspiriert. Großes und Gewaltiges konnten sie daher den Menschen mitteilen. Viel Größeres und Gewaltigeres wurde durch sie gesprochen zu den Menschen, wenn sie zwischen Geburt und Tod waren in dieser ersten nachatlantischen Zeit, als in der jenseitigen Welt; denn alle die Geheimnisse, zu denen die Menschen nicht mehr hinaufblicken konnten von der physischen Welt aus, konnten die Rishis verkündigen.

[ 10 ] Es ist bei Eingeweihten so, daß sie nicht nur in dieser diesseitigen Welt verkehren können, nicht nur die Lehrer sein können hier, sondern daß sie auch in abwechselnden Bewußtseinszuständen hinübergehen - wenn sie auch im physischen Leibe sind - in die geistige Welt und die Lehrer werden zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Die großen Lehrer lehren hier und dort; sie lehren auch weiter zwischen Tod und neuer Geburt. Die Rishis waren auch die Lehrer von den Menschen im Jenseits. Da konnten sie nun zwar verkünden dieselben großen geistigen Wahrheiten, von denen sie sprechen konnten hier in der physischen Welt, aber sie konnten den Toten nichts besonders Wertvolles sagen über die andere Seite des Daseins, über die physische Welt. In dieser ging nichts vor, was Wert haben konnte für das Leben nach dem Tode. Dieses Leben zwischen Tod und neuer Geburt ersehnte der alte Inder. Er war froh, in diesem Leben drinnen zu sein und hatte keine Neigung zum physischen Leben. Und so stellte sich dieses Leben des alten Inders, wenn er durchging durch das Jenseits, so dar, daß er da nicht nur wissend bis zu einem gewissen Grade war, nicht nur sah die Ereignisse, die vorgingen, bis zu einer gewissen Höhe hinauf. Er konnte auch - weil der Mensch in der anderen Welt etwas tun muß - geschickt dort arbeiten. Die Seelen der alten Inder waren viel geschickter, um drüben zu arbeiten, als hier herüben. Einfach und primitiv waren die Werkzeuge der physischen Welt damals. Die Menschen waren noch ungeschickt auf dem physischen Plan, aber drüben besaßen sie große Geschicklichkeit. Sie war ihnen geblieben aus einer früheren Zeit. Die Menschen entwickelten ein lebendigeres Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, als hier in der physischen Welt. Die Menschen waren drüben tätiger, lebhafter. Tief befriedigte sie die geistige Welt; alles war licht und hell nach dem Tode.

[ 10 ] Es ist bei Eingeweihten so, daß sie nicht nur in dieser diesseitigen Welt verkehren können, nicht nur die Lehrer sein können hier, sondern daß sie auch in abwechselnden Bewußtseinszuständen hinübergehen - wenn sie auch im physischen Leibe sind - in die geistige Welt und die Lehrer werden zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Die großen Lehrer lehren hier und dort; sie lehren auch weiter zwischen Tod und neuer Geburt. Die Rishis waren auch die Lehrer von den Menschen im Jenseits. Da konnten sie nun zwar verkünden dieselben großen geistigen Wahrheiten, von denen sie sprechen konnten hier in der physischen Welt, aber sie konnten den Toten nichts besonders Wertvolles sagen über die andere Seite des Daseins, über die physische Welt. In dieser ging nichts vor, was Wert haben konnte für das Leben nach dem Tode. Dieses Leben zwischen Tod und neuer Geburt ersehnte der alte Inder. Er war froh, in diesem Leben drinnen zu sein und hatte keine Neigung zum physischen Leben. Und so stellte sich dieses Leben des alten Inders, wenn er durchging durch das Jenseits, so dar, daß er da nicht nur wissend bis zu einem gewissen Grade war, nicht nur sah die Ereignisse, die vorgingen, bis zu einer gewissen Höhe hinauf. Er konnte auch - weil der Mensch in der anderen Welt etwas tun muß - geschickt dort arbeiten. Die Seelen der alten Inder waren viel geschickter, um drüben zu arbeiten, als hier herüben. Einfach und primitiv waren die Werkzeuge der physischen Welt damals. Die Menschen waren noch ungeschickt auf dem physischen Plan, aber drüben besaßen sie große Geschicklichkeit. Sie war ihnen geblieben aus einer früheren Zeit. Die Menschen entwickelten ein lebendigeres Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, als hier in der physischen Welt. Die Menschen waren drüben tätiger, lebhafter. Tief befriedigte sie die geistige Welt; alles war licht und hell nach dem Tode.

[ 11 ] Dann ging die Weltgeschichte weiter. Die vorpersische Kultur ging an. Auf dem physischen Plan ist der Mensch insofern ein Stück weitergekommen, als er jetzt den physischen Plan zu lieben begann. Er will schon die Arbeit auf dem physischen Plan verrichten und fühlt, daß er seine geistigen Kräfte verwenden soll, um die Erde zu bearbeiten. Um ein Stück lieber gewonnen haben die Perser die von Manu inspirierte Kultur. Zarathustra wurde jetzt der große Lehrer. Was an Lehren zusammengeflossen war aus den Eingebungen der Rishis, ging jetzt in der zweiten Kulturstufe durch den Zarathustra. Ein großer Lehrer war er, und er mußte sich zur Aufgabe stellen, ein Gegengewicht zu bilden gegen das, was sich von selbst ergab. Die Menschen sollten den physischen Plan, die physische Erde ja immer lieber gewinnen, sollten mehr bewußt werden derselben, sollten die Kulturmittel entdecken, sich einleben in den physischen Plan, ihn nicht nur als Illusion, als Maja empfinden, sondern als Offenbarung der göttlichen Kräfte. Aber Zarathustra sagte ihnen: In dem Materiellen lebt ein dem rein Geistigen Gegenteiliges; es ist dem Materiellen beigemischt die Kraft des Bösen. Aber wenn ihr euch mit den Dienern des guten Geistes verbindet, dann werdet ihr im Verein mit ihnen das überwinden, was dem Materiellen beigemischt ist als das Böse. - Es konnte nicht anders sein, als daß da schon die Gefahr war, das erste Aufleuchten derselben, überhaupt den Zusammenhang mit dem Geistigen zu verlieren. Daher hatten die Lehrer die besondere Aufgabe, neben den Erzählungen über die geistige Welt, die sie gaben, die Leute darauf aufmerksam zu machen, daß in dem Materiellen sich das Geistige offenbare, und diejenigen, die einem übertriebenen Glauben an das Materielle verfallen waren, mußten sie zurückbringen zum Glauben an den Geist, zum Glauben daran, daß sich der Gott im Materiellen offenbart.

[ 11 ] Dann ging die Weltgeschichte weiter. Die vorpersische Kultur ging an. Auf dem physischen Plan ist der Mensch insofern ein Stück weitergekommen, als er jetzt den physischen Plan zu lieben begann. Er will schon die Arbeit auf dem physischen Plan verrichten und fühlt, daß er seine geistigen Kräfte verwenden soll, um die Erde zu bearbeiten. Um ein Stück lieber gewonnen haben die Perser die von Manu inspirierte Kultur. Zarathustra wurde jetzt der große Lehrer. Was an Lehren zusammengeflossen war aus den Eingebungen der Rishis, ging jetzt in der zweiten Kulturstufe durch den Zarathustra. Ein großer Lehrer war er, und er mußte sich zur Aufgabe stellen, ein Gegengewicht zu bilden gegen das, was sich von selbst ergab. Die Menschen sollten den physischen Plan, die physische Erde ja immer lieber gewinnen, sollten mehr bewußt werden derselben, sollten die Kulturmittel entdecken, sich einleben in den physischen Plan, ihn nicht nur als Illusion, als Maja empfinden, sondern als Offenbarung der göttlichen Kräfte. Aber Zarathustra sagte ihnen: In dem Materiellen lebt ein dem rein Geistigen Gegenteiliges; es ist dem Materiellen beigemischt die Kraft des Bösen. Aber wenn ihr euch mit den Dienern des guten Geistes verbindet, dann werdet ihr im Verein mit ihnen das überwinden, was dem Materiellen beigemischt ist als das Böse. - Es konnte nicht anders sein, als daß da schon die Gefahr war, das erste Aufleuchten derselben, überhaupt den Zusammenhang mit dem Geistigen zu verlieren. Daher hatten die Lehrer die besondere Aufgabe, neben den Erzählungen über die geistige Welt, die sie gaben, die Leute darauf aufmerksam zu machen, daß in dem Materiellen sich das Geistige offenbare, und diejenigen, die einem übertriebenen Glauben an das Materielle verfallen waren, mußten sie zurückbringen zum Glauben an den Geist, zum Glauben daran, daß sich der Gott im Materiellen offenbart.

[ 12 ] Das war es, was Zarathustra verkündigen mußte. Gewaltige Worte sprach er. Es ist in den heutigen Sprachen nicht mehr möglich, eine Ahnung von den Feuerworten hervorzurufen, mit denen er verkündigte, was er noch schauen konnte, da er der Nachfolger der Schüler des Manu war. Er schaute noch zum Beispiel in der Sonne nicht bloß die äußere physische Sonne, sondern die geistigen Wesen, welche in der Sonne leben, von denen die physische Sonne nur die Körperlichkeit ist, und er nannte diese geistigen Wesen Ahura Mazda, die große Sonnenaura, die der Ahura Mazda oder Ormuzd geworden ist. Daraus ging die Inspiration aller Lehren hervor, die er der zweiten Kulturepoche einprägen sollte, die schon den Anfechtungen von Ahriman verfallen sollte. Es waren gewaltige Worte, die der Zarathustra der Menschheit verkündete. So sprach er etwa: Ich will reden, nun horcht und hört mir zu, ihr, die ihr von nah und fern danach Verlangen tragt. Merket alles genau. Denn Er ist offenbar; nicht mehr soll der Irrlehrer verderben die Welt, er, der Böse, der schlechten Glauben mit seinem Munde bekannt hat. Ich will reden von dem, was in der Welt das Größte ist, was Er mir offenbart hat, Er, der Mächtige. Wer nicht folgt meinen Worten, wie ich sie meine, der wird Elendes erleben an der Welten Ziel. - Daß Er, der große Geist, der die Welt durchwebt, in dem Äußeren offenbar ist, und daß der, welcher schon glaubte die Menschen verführen zu können, er, der da sagen will: Das Materielle ist das einzige -, daß er nicht siegen soll, wurde in so gewaltigen Worten verkündet, und Zarathustra wies schon hin, daß einer kommen wird, wenn die Zeiten erfüllt sind, der in Menschengestalt sein wird die Verkörperung all der Mächte, die die Welt durchwallen und durchweben, die jetzt nur vorverkündet werden; Saoshyant nennt er ihn, der da sein wird die Macht, die in der Sonne lebt, die man nur durch die äußere Hülle jetzt sehen kann, der da kommen wird in Menschengestalt. Der Zarathustra verkündet den Christus vorher. Zwei Schüler hatte Zarathustra, die er nicht dazu unterrichtete, daß sie hinausgehen sollten, um die Perser zu lehren. Sie gehörten zu denjenigen Schülern, die sich immer bei den großen Eingeweihten finden, die in der Stille sich vorbereiten für ihren künftigen Beruf, die zunächst verzichten darauf, hinauszutreten und zu lehren. Hermes, der große ägyptische Lehrer, und Moses waren in einer früheren Inkarnation diese beiden Schüler.

[ 12 ] Das war es, was Zarathustra verkündigen mußte. Gewaltige Worte sprach er. Es ist in den heutigen Sprachen nicht mehr möglich, eine Ahnung von den Feuerworten hervorzurufen, mit denen er verkündigte, was er noch schauen konnte, da er der Nachfolger der Schüler des Manu war. Er schaute noch zum Beispiel in der Sonne nicht bloß die äußere physische Sonne, sondern die geistigen Wesen, welche in der Sonne leben, von denen die physische Sonne nur die Körperlichkeit ist, und er nannte diese geistigen Wesen Ahura Mazda, die große Sonnenaura, die der Ahura Mazda oder Ormuzd geworden ist. Daraus ging die Inspiration aller Lehren hervor, die er der zweiten Kulturepoche einprägen sollte, die schon den Anfechtungen von Ahriman verfallen sollte. Es waren gewaltige Worte, die der Zarathustra der Menschheit verkündete. So sprach er etwa: Ich will reden, nun horcht und hört mir zu, ihr, die ihr von nah und fern danach Verlangen tragt. Merket alles genau. Denn Er ist offenbar; nicht mehr soll der Irrlehrer verderben die Welt, er, der Böse, der schlechten Glauben mit seinem Munde bekannt hat. Ich will reden von dem, was in der Welt das Größte ist, was Er mir offenbart hat, Er, der Mächtige. Wer nicht folgt meinen Worten, wie ich sie meine, der wird Elendes erleben an der Welten Ziel. - Daß Er, der große Geist, der die Welt durchwebt, in dem Äußeren offenbar ist, und daß der, welcher schon glaubte die Menschen verführen zu können, er, der da sagen will: Das Materielle ist das einzige -, daß er nicht siegen soll, wurde in so gewaltigen Worten verkündet, und Zarathustra wies schon hin, daß einer kommen wird, wenn die Zeiten erfüllt sind, der in Menschengestalt sein wird die Verkörperung all der Mächte, die die Welt durchwallen und durchweben, die jetzt nur vorverkündet werden; Saoshyant nennt er ihn, der da sein wird die Macht, die in der Sonne lebt, die man nur durch die äußere Hülle jetzt sehen kann, der da kommen wird in Menschengestalt. Der Zarathustra verkündet den Christus vorher. Zwei Schüler hatte Zarathustra, die er nicht dazu unterrichtete, daß sie hinausgehen sollten, um die Perser zu lehren. Sie gehörten zu denjenigen Schülern, die sich immer bei den großen Eingeweihten finden, die in der Stille sich vorbereiten für ihren künftigen Beruf, die zunächst verzichten darauf, hinauszutreten und zu lehren. Hermes, der große ägyptische Lehrer, und Moses waren in einer früheren Inkarnation diese beiden Schüler.

[ 13 ] So war es, was da ausstrahlte in der zweiten nachatlantischen Kultur; so mußte es sein, weil ja die Menschheit um eine Stufe vorgeschritten war und die Menschen etwas lieber gewonnen hatten den physischen Plan. Aber durch dieses verdunkelte sich in gewisser Weise dasjenige, was zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erlebt werden konnte. Zwar waren die Menschen noch immer sehend in der geistigen Welt, aber nicht mehr in jener Klarheit wie in der altindischen Kulturepoche. Abgeblaßter und dunkler war es, wenn die Seelen aus den persischen Leibern ins Devachan eintraten, und ungeschickter wurden im Devachan die Menschen zu den Handlungen dort in demselben Maße, als sie geschickter wurden in der Bearbeitung des Äußeren. Haben wir eine aufsteigende Linie außen, so haben wir eine absteigende in der Welt nach dem Tode. Und wenn die Eingeweihten hinüberwanderten - das ist eine geistige Wanderung, die Eingeweihten bleiben dabei mit dem physischen Leib verbunden - in die jenseitige Welt, um die Menschen zu besuchen, die sich zwischen dem Tod und einer neuen Geburt befanden, dann konnten sie vieles sagen über das Wichtige, was früher die Menschen gesehen hatten, und was sich jetzt, im physischen Leben, verdunkelt hatte. Sie konnten Lehrer sein der höheren geistigen Tatsachen und Weisheiten, die allmählich für den Menschen verblaßten zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, aber noch nichts konnten sie mitteilen über das, was in der physischen Welt vorging. Das hatte noch nicht die große Bedeutung für das Jenseits. Hätten sie erzählt, was da die Menschen trieben, so würde das nichts Erhebendes gewesen sein für die Menschen im Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Es ging drüben nur vor sich, was die Folge der geistigen Welt war. Kein Ereignis ging vor sich auf dem physischen Plan, das der Mitteilung wert gewesen wäre für die jenseitige Welt.

[ 13 ] So war es, was da ausstrahlte in der zweiten nachatlantischen Kultur; so mußte es sein, weil ja die Menschheit um eine Stufe vorgeschritten war und die Menschen etwas lieber gewonnen hatten den physischen Plan. Aber durch dieses verdunkelte sich in gewisser Weise dasjenige, was zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erlebt werden konnte. Zwar waren die Menschen noch immer sehend in der geistigen Welt, aber nicht mehr in jener Klarheit wie in der altindischen Kulturepoche. Abgeblaßter und dunkler war es, wenn die Seelen aus den persischen Leibern ins Devachan eintraten, und ungeschickter wurden im Devachan die Menschen zu den Handlungen dort in demselben Maße, als sie geschickter wurden in der Bearbeitung des Äußeren. Haben wir eine aufsteigende Linie außen, so haben wir eine absteigende in der Welt nach dem Tode. Und wenn die Eingeweihten hinüberwanderten - das ist eine geistige Wanderung, die Eingeweihten bleiben dabei mit dem physischen Leib verbunden - in die jenseitige Welt, um die Menschen zu besuchen, die sich zwischen dem Tod und einer neuen Geburt befanden, dann konnten sie vieles sagen über das Wichtige, was früher die Menschen gesehen hatten, und was sich jetzt, im physischen Leben, verdunkelt hatte. Sie konnten Lehrer sein der höheren geistigen Tatsachen und Weisheiten, die allmählich für den Menschen verblaßten zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, aber noch nichts konnten sie mitteilen über das, was in der physischen Welt vorging. Das hatte noch nicht die große Bedeutung für das Jenseits. Hätten sie erzählt, was da die Menschen trieben, so würde das nichts Erhebendes gewesen sein für die Menschen im Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Es ging drüben nur vor sich, was die Folge der geistigen Welt war. Kein Ereignis ging vor sich auf dem physischen Plan, das der Mitteilung wert gewesen wäre für die jenseitige Welt.

[ 14 ] Es kam die ägyptische Zeit. Noch lieber hatten die Menschen den physischen Plan gewonnen, noch geschickter und einflußreicher waren sie darauf geworden. Nicht mehr Maja, Illusion war er ihnen. Hinauf schauten die Menschen zu den Sternen und in den Sternbildern und den Bewegungen der Sterne sahen sie eine Schrift der Götter. Offenbarungen der göttlich-geistigen Wesenheiten sahen sie im Physischen. Und unten bearbeiteten sie die Erde mit dem Wissen, das sie gewinnen konnten mit ihren menschlichen Kräften. Wir brauchen nur an die Bearbeitung des Bodens zu denken. Immer fester schloß sich der Bund zwischen den menschlichen Geisteskräften, die der Mensch mitgebracht hat von der geistigen Welt herein in die physische, und dieser physischen Welt. Jetzt wurde Hermes in seiner neuen Verkörperung der erste wichtige Lehrer Ägyptens. Was er lehren konnte, davon wollen wir uns eine Vorstellung machen. Vor allen Dingen wird uns klar vor die Seele treten, was Hermes seine Ägypter lehren konnte, wenn wir uns die Osiris-Gestalt gerade von der Seite vor Augen führen, in der sie uns heute von Interesse sein kann. .

[ 14 ] Es kam die ägyptische Zeit. Noch lieber hatten die Menschen den physischen Plan gewonnen, noch geschickter und einflußreicher waren sie darauf geworden. Nicht mehr Maja, Illusion war er ihnen. Hinauf schauten die Menschen zu den Sternen und in den Sternbildern und den Bewegungen der Sterne sahen sie eine Schrift der Götter. Offenbarungen der göttlich-geistigen Wesenheiten sahen sie im Physischen. Und unten bearbeiteten sie die Erde mit dem Wissen, das sie gewinnen konnten mit ihren menschlichen Kräften. Wir brauchen nur an die Bearbeitung des Bodens zu denken. Immer fester schloß sich der Bund zwischen den menschlichen Geisteskräften, die der Mensch mitgebracht hat von der geistigen Welt herein in die physische, und dieser physischen Welt. Jetzt wurde Hermes in seiner neuen Verkörperung der erste wichtige Lehrer Ägyptens. Was er lehren konnte, davon wollen wir uns eine Vorstellung machen. Vor allen Dingen wird uns klar vor die Seele treten, was Hermes seine Ägypter lehren konnte, wenn wir uns die Osiris-Gestalt gerade von der Seite vor Augen führen, in der sie uns heute von Interesse sein kann. .

[ 15 ] Osiris ist gewissermaßen der Mittelpunkt Ägyptens, der unter allen Göttern vorzugsweise verehrt wurde. Unter mancherlei Namen wurden die ägyptischen Götter verehrt von Laien, Eingeweihten und Priestern. Ihr kennt die Osiris-Sage. Es wird erzählt, daß Osiris die Menschen beherrscht hat, daß sein böser Bruder Typhon gekommen ist, ihn auf listige Weise in einen Kasten gelegt hat, daß er ihn in diesem in das Meer hinausgeworfen hat, daß zurückgeblieben ist die trauernde Gattin Isis, die den Leichnam gesucht und gefunden hat, den Osiris aber nicht mehr hat hereinholen können in diese Welt, daß vom Jenseits ein Strahl des Osiris hereinfiel auf Isis und sie den Nachfolger des Osiris für diese Erde, den Horus geboren hat. Osiris blieb in der jenseitigen Welt. Und was wurde dem Ägypter gesagt? Es wurde ihm gesagt: Siehe, Osiris ist eine Wesenheit, die nahe steht den Menschen. Er ist eine der letzten Wesenheiten, mit denen die Menschen zusammen waren, als sie oben in der geistigen Welt bewußt lebten. Die Menschen sind heruntergestiegen in die physische Welt, um sich weiter zu entwickeln hier, damit sie wieder hinaufgehen können, bereichert mit den Erfahrungen der physischen Welt. Osiris ist eine von den Gestalten, die es nicht mehr nötig hatten, bis zur physischen Welt herunterzusteigen, weil sie schon früher so hoch gekommen waren, daß sie das nicht brauchten. Sie bewegten sich um eine Stufe höher; sie waren nicht geschaffen, in einem physischen Körper, der der Kasten ist, zu verweilen. Mit ihm konnten sie nur in eine flüchtige Berührung kommen. Osiris kann nur gefunden werden, wenn der Mensch in das andere Leben hinüberschreitet. Er ist die letzte Gestalt, die ihr noch erleben könnt sprach der Eingeweihte zum Ägypter -, wenn ihr euch würdig macht, wenn ihr allen Vorschriften folgt. Da werdet ihr nach dem Tode, wenn ihr gerichtet werdet, zusammensein mit Osiris. Er wird eure Wesenheit sozusagen bilden; ihr werdet euch wie Glieder des Osiris fühlen. - Also hinter den Tod mußten die verwiesen werden, die mit Osiris zusammenkommen wollten. Aber da noch mehr verblaßt war, was die Menschen nach dem Tode erleben konnten, so war es so, daß sie da, wenn sie auch vereint waren mit Osiris, nur matt und schwach dasjenige, was ihre höchste Seligkeit bildete - die Vereinigung mit Osiris -, erleben konnten. Aber sie wußten fest im Diesseits, durch den Glauben, den ihnen die Priester einprägen konnten, sie wußten und hofften es, daß sie vereint sein würden mit Osiris, und in Feieraugenblicken fühlten sie sich drüben auch als Glieder, die zur Osiris-Seele gehörten. Nach und nach mattete sich dieses Bewußtsein der Zusammengehörigkeit ab. Wie die Kultur auf dem physischen Plan höherstieg, so wurde die Kultur in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt immer geringer. Immer schwächer sahen die Menschen in der devachanischen Welt. Und wenn dann die Eingeweihten hinüberkamen in die jenseitige Welt, konnten sie noch immer nichts erzählen, daß etwas vorgegangen wäre in der physischen Welt, das eine besondere Bedeutung hätte für die jenseitige Welt. Was da geschah, war nur die Folge der geistigen Welt. Es konnte die Seelen der Toten nicht viel interessieren, was in der physischen Welt geschah. Was man tun konnte, war die Vorbereitung für die Osiris-Miterlebung, aber das war nur Vorbereitung für das, was sie drüben bekommen in den geistigen Urgründen.

[ 15 ] Osiris ist gewissermaßen der Mittelpunkt Ägyptens, der unter allen Göttern vorzugsweise verehrt wurde. Unter mancherlei Namen wurden die ägyptischen Götter verehrt von Laien, Eingeweihten und Priestern. Ihr kennt die Osiris-Sage. Es wird erzählt, daß Osiris die Menschen beherrscht hat, daß sein böser Bruder Typhon gekommen ist, ihn auf listige Weise in einen Kasten gelegt hat, daß er ihn in diesem in das Meer hinausgeworfen hat, daß zurückgeblieben ist die trauernde Gattin Isis, die den Leichnam gesucht und gefunden hat, den Osiris aber nicht mehr hat hereinholen können in diese Welt, daß vom Jenseits ein Strahl des Osiris hereinfiel auf Isis und sie den Nachfolger des Osiris für diese Erde, den Horus geboren hat. Osiris blieb in der jenseitigen Welt. Und was wurde dem Ägypter gesagt? Es wurde ihm gesagt: Siehe, Osiris ist eine Wesenheit, die nahe steht den Menschen. Er ist eine der letzten Wesenheiten, mit denen die Menschen zusammen waren, als sie oben in der geistigen Welt bewußt lebten. Die Menschen sind heruntergestiegen in die physische Welt, um sich weiter zu entwickeln hier, damit sie wieder hinaufgehen können, bereichert mit den Erfahrungen der physischen Welt. Osiris ist eine von den Gestalten, die es nicht mehr nötig hatten, bis zur physischen Welt herunterzusteigen, weil sie schon früher so hoch gekommen waren, daß sie das nicht brauchten. Sie bewegten sich um eine Stufe höher; sie waren nicht geschaffen, in einem physischen Körper, der der Kasten ist, zu verweilen. Mit ihm konnten sie nur in eine flüchtige Berührung kommen. Osiris kann nur gefunden werden, wenn der Mensch in das andere Leben hinüberschreitet. Er ist die letzte Gestalt, die ihr noch erleben könnt sprach der Eingeweihte zum Ägypter -, wenn ihr euch würdig macht, wenn ihr allen Vorschriften folgt. Da werdet ihr nach dem Tode, wenn ihr gerichtet werdet, zusammensein mit Osiris. Er wird eure Wesenheit sozusagen bilden; ihr werdet euch wie Glieder des Osiris fühlen. - Also hinter den Tod mußten die verwiesen werden, die mit Osiris zusammenkommen wollten. Aber da noch mehr verblaßt war, was die Menschen nach dem Tode erleben konnten, so war es so, daß sie da, wenn sie auch vereint waren mit Osiris, nur matt und schwach dasjenige, was ihre höchste Seligkeit bildete - die Vereinigung mit Osiris -, erleben konnten. Aber sie wußten fest im Diesseits, durch den Glauben, den ihnen die Priester einprägen konnten, sie wußten und hofften es, daß sie vereint sein würden mit Osiris, und in Feieraugenblicken fühlten sie sich drüben auch als Glieder, die zur Osiris-Seele gehörten. Nach und nach mattete sich dieses Bewußtsein der Zusammengehörigkeit ab. Wie die Kultur auf dem physischen Plan höherstieg, so wurde die Kultur in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt immer geringer. Immer schwächer sahen die Menschen in der devachanischen Welt. Und wenn dann die Eingeweihten hinüberkamen in die jenseitige Welt, konnten sie noch immer nichts erzählen, daß etwas vorgegangen wäre in der physischen Welt, das eine besondere Bedeutung hätte für die jenseitige Welt. Was da geschah, war nur die Folge der geistigen Welt. Es konnte die Seelen der Toten nicht viel interessieren, was in der physischen Welt geschah. Was man tun konnte, war die Vorbereitung für die Osiris-Miterlebung, aber das war nur Vorbereitung für das, was sie drüben bekommen in den geistigen Urgründen.

[ 16 ] Dann kam die griechisch-römische Zeit, die vierte nachatlantische Kulturepoche. Da wurde die Ehe zwischen dem Menschengeist und der äußeren Materie noch inniger geschlossen, und auf dieser Ehe zwischen den geistigen Fähigkeiten des Menschen und dem äußeren physischen Leben beruht das Herrliche der griechischen Kultur. Wenn wir den griechischen Tempel in seinen wunderbaren Formen vor uns haben - auch noch in seinen Nachklängen, etwa im Tempel von Paestum -, dann sehen wir, was dieser menschliche Geist in der Besiegung der äußeren Materie erlangt hat. In den Linien und Kräfteverteilungen des griechischen Tempels ist das Höchste in bezug auf Architektur erreicht. Der griechische Tempel stellt dar solch ein Wunderwerk der Architektur und Kunst, weil alles, was da ist, Ausdruck ist des Geistigen. Deshalb ist es so beseligend, in die Harmonie des griechischen Tempels hineinzuschauen. Und ein Eigenartiges muß gesagt werden, was für das hellseherische Bewußtsein gegenüber dem Betrachten eines griechischen Tempels auftritt. Nehmen wir an, das hellseherische Bewußtsein stünde vor den letzten Nachklängen eines griechischen Tempels, wie dem in dorischem Stile erbauten von Paestum in Süditalien, und es könnte noch die Nachwirkungen fühlen, die der Grieche auf dem physischen Plan gefühlt hat, nehmen wir an, es könne an einem solchen Werke das hellseherische Bewußtsein, wenn es im Leibe die physische Form schaut, erleben alle Wonne, die man wirklich erleben kann da, dann ginge es dem hellseherischen Bewußtsein so: Wenn es herausgeht, sich nicht bedient der physischen Organe und geistig schaut, dann ist der griechische Tempel mit all seinen Herrlichkeiten in der geistigen Welt verschwunden. Was so vollkommen, groß, gewaltig, herrlich in der physischen Welt ist, es kann nicht hinübergenommen werden - auch nicht für ein heutiges hellseherisches Bewußtsein - in die geistige Welt. An der Stelle im Raum, wo der herrliche Tempel gesehen worden ist, ist in der geistigen Welt entsprechend nichts! Und so war es mit allen großen Kulturwerken in jener bewunderungswürdigen Zeit, der griechisch-lateinischen. Ja, es war noch in anderer Beziehung so. Es war ja dieser selbe Zeitraum, wo in Rom das Persönlichkeitsbewußtsein des Menschen sich am stärksten hier in der physischen Welt auslebte. Der Römer fühlte sich zuerst als persönlicher Erdenbürger, sich zuerst fest auf dieser Erde stehen. In demselben Maße, in dem der Mensch sich so fest auf der Erde fühlte, fühlte er sich schwach zwischen Tod und einer neuen Geburt, schwach und matt und ungeschickt für das Jenseitige. Noch mehr als früher war das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt abgeblaßt. Von allem, was so herrlich im Diesseits erlebt wurde, konnte nichts hinübergenommen werden in das Jenseits.

[ 16 ] Dann kam die griechisch-römische Zeit, die vierte nachatlantische Kulturepoche. Da wurde die Ehe zwischen dem Menschengeist und der äußeren Materie noch inniger geschlossen, und auf dieser Ehe zwischen den geistigen Fähigkeiten des Menschen und dem äußeren physischen Leben beruht das Herrliche der griechischen Kultur. Wenn wir den griechischen Tempel in seinen wunderbaren Formen vor uns haben - auch noch in seinen Nachklängen, etwa im Tempel von Paestum -, dann sehen wir, was dieser menschliche Geist in der Besiegung der äußeren Materie erlangt hat. In den Linien und Kräfteverteilungen des griechischen Tempels ist das Höchste in bezug auf Architektur erreicht. Der griechische Tempel stellt dar solch ein Wunderwerk der Architektur und Kunst, weil alles, was da ist, Ausdruck ist des Geistigen. Deshalb ist es so beseligend, in die Harmonie des griechischen Tempels hineinzuschauen. Und ein Eigenartiges muß gesagt werden, was für das hellseherische Bewußtsein gegenüber dem Betrachten eines griechischen Tempels auftritt. Nehmen wir an, das hellseherische Bewußtsein stünde vor den letzten Nachklängen eines griechischen Tempels, wie dem in dorischem Stile erbauten von Paestum in Süditalien, und es könnte noch die Nachwirkungen fühlen, die der Grieche auf dem physischen Plan gefühlt hat, nehmen wir an, es könne an einem solchen Werke das hellseherische Bewußtsein, wenn es im Leibe die physische Form schaut, erleben alle Wonne, die man wirklich erleben kann da, dann ginge es dem hellseherischen Bewußtsein so: Wenn es herausgeht, sich nicht bedient der physischen Organe und geistig schaut, dann ist der griechische Tempel mit all seinen Herrlichkeiten in der geistigen Welt verschwunden. Was so vollkommen, groß, gewaltig, herrlich in der physischen Welt ist, es kann nicht hinübergenommen werden - auch nicht für ein heutiges hellseherisches Bewußtsein - in die geistige Welt. An der Stelle im Raum, wo der herrliche Tempel gesehen worden ist, ist in der geistigen Welt entsprechend nichts! Und so war es mit allen großen Kulturwerken in jener bewunderungswürdigen Zeit, der griechisch-lateinischen. Ja, es war noch in anderer Beziehung so. Es war ja dieser selbe Zeitraum, wo in Rom das Persönlichkeitsbewußtsein des Menschen sich am stärksten hier in der physischen Welt auslebte. Der Römer fühlte sich zuerst als persönlicher Erdenbürger, sich zuerst fest auf dieser Erde stehen. In demselben Maße, in dem der Mensch sich so fest auf der Erde fühlte, fühlte er sich schwach zwischen Tod und einer neuen Geburt, schwach und matt und ungeschickt für das Jenseitige. Noch mehr als früher war das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt abgeblaßt. Von allem, was so herrlich im Diesseits erlebt wurde, konnte nichts hinübergenommen werden in das Jenseits.

[ 17 ] Es ist keine Legende, was aus dieser griechischen Zeit überliefert wird, daß einer der herrlichsten Helden, der von einem Eingeweihten in der Unterwelt besucht wurde, im Reiche der Schatten, sagte: Lieber ein Bettler sein in der Oberwelt, als König im Reiche der Schatten -, weil der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt sich wie schattenhaft und verblaßt fühlte und sich mit allem sehnte nach dem Leben zwischen der Geburt und dem Tode, das von solchen Schönheiten und solch Großem angefüllt war. Sozusagen bis zur vollkommensten Ehe zwischen dem menschlichen Geist und der äußeren Form war das Leben herabgestiegen; dafür war hinuntergegangen das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.

[ 17 ] Es ist keine Legende, was aus dieser griechischen Zeit überliefert wird, daß einer der herrlichsten Helden, der von einem Eingeweihten in der Unterwelt besucht wurde, im Reiche der Schatten, sagte: Lieber ein Bettler sein in der Oberwelt, als König im Reiche der Schatten -, weil der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt sich wie schattenhaft und verblaßt fühlte und sich mit allem sehnte nach dem Leben zwischen der Geburt und dem Tode, das von solchen Schönheiten und solch Großem angefüllt war. Sozusagen bis zur vollkommensten Ehe zwischen dem menschlichen Geist und der äußeren Form war das Leben herabgestiegen; dafür war hinuntergegangen das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.

[ 18 ] In diese Zeit hinein fiel das Ereignis, das vorbereitet wurde durch den anderen Eingeweihten, der schon ein Zarathustra-Schüler war, durch Moses. Moses war ausersehen, zuerst in der Form, wie es damals geschehen konnte, einen Gott zu verkünden, der sich in der physischen Welt auch offenbaren kann, der in der physischen Welt auch da ist. Allerdings geschah diese Offenbarung so, daß dasjenige, was mit den Sinnen noch nicht erfaßt werden kann, daß das werden sollte das einzige Abbild des Gottes, der durch die Welt webt. Und als sich Moses ankündigte bei dem Ausgangspunkt seiner Mission das «Ehjeh ascher ehjeh» - Ich bin der Ich-bin -, da war dies die erste Ankündigung des Gottes, der nunmehr nicht bloß in der jenseitigen Welt gefunden wird, der herübergegangen ist in die diesseitige Welt und da erlebt werden soll. Die Jahve-Gestalt kündigte sich an durch diesen zweiten der Zarathustra-Schüler, und vorbereitet wurde durch sie die große Erscheinung des Christus, das Mysterium von Golgatha. Was dieses Mysterium von Golgatha für den physischen Plan bedeutet, das wißt Ihr zum Teil: einen tatsächlichen Beweis, daß das Leben im Geiste den Tod besiegt. Das ist dadurch erreicht worden, daß dasjenige, was die Propheten verkündigt haben, was da war selbst bei der Schöpfung aller Naturreiche, daß das auf der Erde wandelte. Mit Recht benennt man gerade mit einem griechischen Namen dieses Urwesen der Welt, das der Sonne Geist ist; denn es konnte und mußte in der griechischen Zeit erscheinen, als die Menschheit den Impuls nach aufwärts brauchte. Zum ewigen Gedenken daran, daß es in dieser Zeit geschehen mußte, wird das Wesen, das im Jesus von Nazareth sich verkörpert hat, mit dem Christus-Namen benannt. Dieser Name ist dem Zeitalter entnommen, wo Christus erscheinen mußte.

[ 18 ] In diese Zeit hinein fiel das Ereignis, das vorbereitet wurde durch den anderen Eingeweihten, der schon ein Zarathustra-Schüler war, durch Moses. Moses war ausersehen, zuerst in der Form, wie es damals geschehen konnte, einen Gott zu verkünden, der sich in der physischen Welt auch offenbaren kann, der in der physischen Welt auch da ist. Allerdings geschah diese Offenbarung so, daß dasjenige, was mit den Sinnen noch nicht erfaßt werden kann, daß das werden sollte das einzige Abbild des Gottes, der durch die Welt webt. Und als sich Moses ankündigte bei dem Ausgangspunkt seiner Mission das «Ehjeh ascher ehjeh» - Ich bin der Ich-bin -, da war dies die erste Ankündigung des Gottes, der nunmehr nicht bloß in der jenseitigen Welt gefunden wird, der herübergegangen ist in die diesseitige Welt und da erlebt werden soll. Die Jahve-Gestalt kündigte sich an durch diesen zweiten der Zarathustra-Schüler, und vorbereitet wurde durch sie die große Erscheinung des Christus, das Mysterium von Golgatha. Was dieses Mysterium von Golgatha für den physischen Plan bedeutet, das wißt Ihr zum Teil: einen tatsächlichen Beweis, daß das Leben im Geiste den Tod besiegt. Das ist dadurch erreicht worden, daß dasjenige, was die Propheten verkündigt haben, was da war selbst bei der Schöpfung aller Naturreiche, daß das auf der Erde wandelte. Mit Recht benennt man gerade mit einem griechischen Namen dieses Urwesen der Welt, das der Sonne Geist ist; denn es konnte und mußte in der griechischen Zeit erscheinen, als die Menschheit den Impuls nach aufwärts brauchte. Zum ewigen Gedenken daran, daß es in dieser Zeit geschehen mußte, wird das Wesen, das im Jesus von Nazareth sich verkörpert hat, mit dem Christus-Namen benannt. Dieser Name ist dem Zeitalter entnommen, wo Christus erscheinen mußte.

[ 19 ] In demselben Augenblick, wo die Jesus-von-Nazareth-Hülle auf Golgatha starb, da geschah etwas, was nicht etwa bloß eine Legende ist, sondern was heute noch von jedem, der dazu die nötige Vorbereitung hat auf dem Wege der Geisteswissenschaft, nachgeprüft werden kann. In demselben Augenblick, wo der Tod am Kreuze eintrat, da erschien der Christus in der anderen Welt bei den Toten, bei denen, die waren zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und es war wie ein blitzartiger Einschlag in dem Moment auf jener anderen Seite der Welt. Es wirkte wie ein Blitz, wie erhellend das bis zum Schattendasein abgemattete Leben im Jenseits, dieses Erscheinen des Christus. Denn zum ersten Male konnte jetzt etwas verkündet werden in der Welt nach dem Tode, was anders war als dasjenige, was die früheren Eingeweihten verkünden konnten, wenn sie hinübergingen in die jenseitige Welt. Noch ein Eingeweihter der Eleusinischen Mysterien hätte höchstens verkünden können von den Schönheiten der physischen Welt, die der Tote nicht mehr sehen konnte und erst recht hätte er die Sehnsucht erweckt nach dem Physischen. Er würde den Toten nichts besonderes gebracht haben, wenn er ihnen verkündet hätte dasjenige, was in der fleischlichen Welt sich abspielte. Das aber war die erste Verkündigung, die der Christus bei den Toten tun konnte davon, daß in der Welt des Diesseits, zwischen Geburt und Tod, sich etwas abgespielt hat, was nicht nur Bedeutung für das Diesseits hat, sondern hinein sich fortsetzt in das jenseitige Leben. Was drüben in der physischen Welt geschehen war, war ein Ereignis, das hinüberlebte in die geistige Welt. Und das können wir im einzelnen erleben, wie es hinüberwirkt. Wenn wir den schönsten Tempel, das schönste Kulturwerk der alten griechischen Zeit in der diesseitigen Welt betrachten und Seligkeit dadurch erleben - es verblaßt und ist nicht mehr da in der jenseitigen. Wenn wir uns aber in das Johannes-Evangelium vertiefen oder in die Apokalypse, die da verkündigen die Ereignisse, die anknüpfen an das Mysterium von Golgatha, dann erleben wir hier Großes in der diesseitigen Welt. Wir können da wunderbare Erlebnisse haben, wenn wir sie auf uns wirken lassen, wenn das hellseherische Bewußtsein sie auf sich wirken läßt, und wenn wir dann hinüberleben in die geistige Welt, dann blassen die Empfindungen nicht ab, sondern setzen sich fort und werden erst herrlich und verständlich in der geistigen Welt. Dort haben wir es noch herrlicher, was anknüpft an das Ereignis von Golgatha.

[ 19 ] In demselben Augenblick, wo die Jesus-von-Nazareth-Hülle auf Golgatha starb, da geschah etwas, was nicht etwa bloß eine Legende ist, sondern was heute noch von jedem, der dazu die nötige Vorbereitung hat auf dem Wege der Geisteswissenschaft, nachgeprüft werden kann. In demselben Augenblick, wo der Tod am Kreuze eintrat, da erschien der Christus in der anderen Welt bei den Toten, bei denen, die waren zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und es war wie ein blitzartiger Einschlag in dem Moment auf jener anderen Seite der Welt. Es wirkte wie ein Blitz, wie erhellend das bis zum Schattendasein abgemattete Leben im Jenseits, dieses Erscheinen des Christus. Denn zum ersten Male konnte jetzt etwas verkündet werden in der Welt nach dem Tode, was anders war als dasjenige, was die früheren Eingeweihten verkünden konnten, wenn sie hinübergingen in die jenseitige Welt. Noch ein Eingeweihter der Eleusinischen Mysterien hätte höchstens verkünden können von den Schönheiten der physischen Welt, die der Tote nicht mehr sehen konnte und erst recht hätte er die Sehnsucht erweckt nach dem Physischen. Er würde den Toten nichts besonderes gebracht haben, wenn er ihnen verkündet hätte dasjenige, was in der fleischlichen Welt sich abspielte. Das aber war die erste Verkündigung, die der Christus bei den Toten tun konnte davon, daß in der Welt des Diesseits, zwischen Geburt und Tod, sich etwas abgespielt hat, was nicht nur Bedeutung für das Diesseits hat, sondern hinein sich fortsetzt in das jenseitige Leben. Was drüben in der physischen Welt geschehen war, war ein Ereignis, das hinüberlebte in die geistige Welt. Und das können wir im einzelnen erleben, wie es hinüberwirkt. Wenn wir den schönsten Tempel, das schönste Kulturwerk der alten griechischen Zeit in der diesseitigen Welt betrachten und Seligkeit dadurch erleben - es verblaßt und ist nicht mehr da in der jenseitigen. Wenn wir uns aber in das Johannes-Evangelium vertiefen oder in die Apokalypse, die da verkündigen die Ereignisse, die anknüpfen an das Mysterium von Golgatha, dann erleben wir hier Großes in der diesseitigen Welt. Wir können da wunderbare Erlebnisse haben, wenn wir sie auf uns wirken lassen, wenn das hellseherische Bewußtsein sie auf sich wirken läßt, und wenn wir dann hinüberleben in die geistige Welt, dann blassen die Empfindungen nicht ab, sondern setzen sich fort und werden erst herrlich und verständlich in der geistigen Welt. Dort haben wir es noch herrlicher, was anknüpft an das Ereignis von Golgatha.

[ 20 ] So ist es nicht mit allem, was sich daran anknüpft. Mögt Ihr noch so sehr bewundern die Pyramiden, nur ein schwacher Nachklang kann drüben in der jenseitigen Welt empfunden werden; möge man aufgehen in Wonne beim Anblick eines griechischen Tempels oder einer griechischen Tragödie, nichts pflanzt sich hinüber in die jenseitige Welt, weder für einen Eingeweihten noch für den Nichteingeweihten. Steht Ihr aber vor einem Bild des Raffael, in dem die christlichen Wahrheiten verarbeitet sind: Ihr nehmt des Bildes schönsten Teil mit hinüber in die geistige Welt, und drüben gehen Euch auf die Dinge, die Ihr hier noch gar nicht sehen könnt. Drüben werden sie zu einem Licht, das die geistige Welt neu aufhellt, und so war durch das Ereignis von Golgatha das erste Aufleuchten mit der Erscheinung des Christus in der Welt der Schatten. Und immer mehr und mehr, durch alles, was durch das Christentum in die Welt gekommen ist, wird es aufleuchten in der geistigen Welt. In dieser Weise steigt die Kultur herunter von den Höhen der atlantischen Welt bis zur griechisch-lateinischen Zeit, wo die Menschen in bezug auf das Erleben in der geistigen Welt am meisten in der Dekadenz waren, und wo sie am tiefsten in die materielle Welt sanken. Am ödesten empfanden die Menschen der damaligen Zeit das Dasein zwischen Tod und neuer Geburt in der geistigen Welt. Jetzt fiel mit dem Erscheinen des Christus in der «Unterwelt» der große Lichtimpuls hinein; immer heller und heller wird das Dasein zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Nun geht es hinauf; es beginnt die aufsteigende Richtung in der Geschichte des jenseitigen Lebens. Das Christentum ist heute erst im Anfang. Immer mehr und mehr wird es sich zeigen, daß durch dasjenige, was der Mensch hier erleben kann, er immer geistiger und geistiger wird, daß er mitnimmt, was er in Anknüpfung an dieses Ereignis von Golgatha hier erlebt, in die jenseitige Welt, daß es in der geistigen Welt eine aufsteigende Richtung gibt.

[ 20 ] So ist es nicht mit allem, was sich daran anknüpft. Mögt Ihr noch so sehr bewundern die Pyramiden, nur ein schwacher Nachklang kann drüben in der jenseitigen Welt empfunden werden; möge man aufgehen in Wonne beim Anblick eines griechischen Tempels oder einer griechischen Tragödie, nichts pflanzt sich hinüber in die jenseitige Welt, weder für einen Eingeweihten noch für den Nichteingeweihten. Steht Ihr aber vor einem Bild des Raffael, in dem die christlichen Wahrheiten verarbeitet sind: Ihr nehmt des Bildes schönsten Teil mit hinüber in die geistige Welt, und drüben gehen Euch auf die Dinge, die Ihr hier noch gar nicht sehen könnt. Drüben werden sie zu einem Licht, das die geistige Welt neu aufhellt, und so war durch das Ereignis von Golgatha das erste Aufleuchten mit der Erscheinung des Christus in der Welt der Schatten. Und immer mehr und mehr, durch alles, was durch das Christentum in die Welt gekommen ist, wird es aufleuchten in der geistigen Welt. In dieser Weise steigt die Kultur herunter von den Höhen der atlantischen Welt bis zur griechisch-lateinischen Zeit, wo die Menschen in bezug auf das Erleben in der geistigen Welt am meisten in der Dekadenz waren, und wo sie am tiefsten in die materielle Welt sanken. Am ödesten empfanden die Menschen der damaligen Zeit das Dasein zwischen Tod und neuer Geburt in der geistigen Welt. Jetzt fiel mit dem Erscheinen des Christus in der «Unterwelt» der große Lichtimpuls hinein; immer heller und heller wird das Dasein zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Nun geht es hinauf; es beginnt die aufsteigende Richtung in der Geschichte des jenseitigen Lebens. Das Christentum ist heute erst im Anfang. Immer mehr und mehr wird es sich zeigen, daß durch dasjenige, was der Mensch hier erleben kann, er immer geistiger und geistiger wird, daß er mitnimmt, was er in Anknüpfung an dieses Ereignis von Golgatha hier erlebt, in die jenseitige Welt, daß es in der geistigen Welt eine aufsteigende Richtung gibt.

[ 21 ] So geht drüben in der Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt auch eine Geschichte vor, und wenn wir diese Geschichte der verborgenen Seite der Welt betrachten, dann sehen wir, welch unbegrenzt große Bedeutung das Mysterium von Golgatha hat. Denn es hat ja nicht nur Bedeutung in der physischen Welt; es hat Bedeutung für die sogenannten drei Welten, in denen der Mensch lebt. Ja, die Wesenheit, die mit unserer Evolution verbunden ist, die alles, was um uns herum ist, mitgeschaffen hat, die im Jesus von Nazareth lebte, die damals sagte: Wie werdet ihr mir glauben, wenn ihr nicht Moses und den Propheten glaubt, denn die haben von mir gesprochen in alten Zeiten -, deutlich hinweisend darauf, daß Moses gesprochen hat von ihm da, wo er gesprochen hat davon, daß sich ihm angekündigt hat die göttliche Wesenheit in dem «Ich bin der Ich-bin». - Die Wesenheit im Jesus von Nazareth hat etwas vollbracht in unserer Welt, das nicht nur Bedeutung hat für den physischen Plan, sondern das als das erschütterndste Ereignis durchwirkte durch die drei Welten, von der physischen bis in die geistige Welt. So gewaltig steht durch die okkulte Geschichte dieses Ereignis von Golgatha vor unserer Seele.

[ 21 ] So geht drüben in der Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt auch eine Geschichte vor, und wenn wir diese Geschichte der verborgenen Seite der Welt betrachten, dann sehen wir, welch unbegrenzt große Bedeutung das Mysterium von Golgatha hat. Denn es hat ja nicht nur Bedeutung in der physischen Welt; es hat Bedeutung für die sogenannten drei Welten, in denen der Mensch lebt. Ja, die Wesenheit, die mit unserer Evolution verbunden ist, die alles, was um uns herum ist, mitgeschaffen hat, die im Jesus von Nazareth lebte, die damals sagte: Wie werdet ihr mir glauben, wenn ihr nicht Moses und den Propheten glaubt, denn die haben von mir gesprochen in alten Zeiten -, deutlich hinweisend darauf, daß Moses gesprochen hat von ihm da, wo er gesprochen hat davon, daß sich ihm angekündigt hat die göttliche Wesenheit in dem «Ich bin der Ich-bin». - Die Wesenheit im Jesus von Nazareth hat etwas vollbracht in unserer Welt, das nicht nur Bedeutung hat für den physischen Plan, sondern das als das erschütterndste Ereignis durchwirkte durch die drei Welten, von der physischen bis in die geistige Welt. So gewaltig steht durch die okkulte Geschichte dieses Ereignis von Golgatha vor unserer Seele.