Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Introduction to the Basics of Theosophy
GA 111

21 September 1907, Hanover

Translate the original German text into any language:

Versions Available:

Einführung in die Grundlagen der Theosophie, 1st ed.
  1. Introduction to the Basics of Theosophy, tr. SOL

1. Geheimwissenschaft

1. Geheimwissenschaft

[ 1 ] Seit uralten Zeiten wird die Geheimwissenschaft angewandt. Durch sie lassen sich ergründen das Wesen des Menschen und diejenigen Zustände, ohne die man einen eigentlichen Einblick in die Entwicklung der Welten nicht gewinnen könnte. Durch [die Geheimwissenschaft] erfahren wir über Leben und Tod, Karma, Schicksal und alle tieferen Fragen bis in die Zukunft und aus der Vergangenheit. Sie gibt Aufschluss über unseren Wohnplatz, die Erde, und das Weltkörpersystem.

[ 1 ] Seit uralten Zeiten wird die Geheimwissenschaft angewandt. Durch sie lassen sich ergründen das Wesen des Menschen und diejenigen Zustände, ohne die man einen eigentlichen Einblick in die Entwicklung der Welten nicht gewinnen könnte. Durch [die Geheimwissenschaft] erfahren wir über Leben und Tod, Karma, Schicksal und alle tieferen Fragen bis in die Zukunft und aus der Vergangenheit. Sie gibt Aufschluss über unseren Wohnplatz, die Erde, und das Weltkörpersystem.

[ 2 ] So gibt die «Theosophie oder «Geheimwissenschat» die Mittel an, selbst einen Einblick zu gewinnen über alle diese Zustände. Zu diesem Zweck muss der Mensch den Einweihungspfad beschreiten. Zwei Wege führen dahin, der christliche und der der Rosenkreuzer. Der Weg der Rosenkreuzer ist durch Modifikationen dem christlichen angepasst. Das Hellsehen erwirbt sich der Mensch am besten, wenn er den Sehern Vertrauen entgegenbringt, sich von ihnen erzählen lässt. Die Rosenkreuzer hatten die rechte Art, die Wahrheit aufzufassen. Die Wahrheit ist immer dieselbe, doch die Seelenauffassung der Menschen wechselt mit ihrer Entwicklung. So musste sie den Römern, Germanen und so weiter immer auf andere Art verkündet werden. Wir müssen alle Hochachtung empfinden, wie die ägyptischen Priesterweisen über die tiefsten Fragen des Daseins lehrten. Kopernikus stellte durch sein System die Betrachtung der Welten auf den physischen Plan, und man glaubt, durch verfeinerte Instrumente immer mehr von den Dingen zu erkennen, während das Ptolemäische System den Astralplan zu Hilfe nahm. Wir können uns nicht leicht eine Vorstellung machen, wie des Menschen Seele damals dachte. Die Sprache der materialistischen Weltanschauung würde im neunzehnten Jahrhundert ohne die geistigen Einflüsse in einen Sumpf geführt haben. Es wäre bald unmöglich geworden, sich in ihr zu verständigen.

[ 2 ] So gibt die «Theosophie oder «Geheimwissenschat» die Mittel an, selbst einen Einblick zu gewinnen über alle diese Zustände. Zu diesem Zweck muss der Mensch den Einweihungspfad beschreiten. Zwei Wege führen dahin, der christliche und der der Rosenkreuzer. Der Weg der Rosenkreuzer ist durch Modifikationen dem christlichen angepasst. Das Hellsehen erwirbt sich der Mensch am besten, wenn er den Sehern Vertrauen entgegenbringt, sich von ihnen erzählen lässt. Die Rosenkreuzer hatten die rechte Art, die Wahrheit aufzufassen. Die Wahrheit ist immer dieselbe, doch die Seelenauffassung der Menschen wechselt mit ihrer Entwicklung. So musste sie den Römern, Germanen und so weiter immer auf andere Art verkündet werden. Wir müssen alle Hochachtung empfinden, wie die ägyptischen Priesterweisen über die tiefsten Fragen des Daseins lehrten. Kopernikus stellte durch sein System die Betrachtung der Welten auf den physischen Plan, und man glaubt, durch verfeinerte Instrumente immer mehr von den Dingen zu erkennen, während das Ptolemäische System den Astralplan zu Hilfe nahm. Wir können uns nicht leicht eine Vorstellung machen, wie des Menschen Seele damals dachte. Die Sprache der materialistischen Weltanschauung würde im neunzehnten Jahrhundert ohne die geistigen Einflüsse in einen Sumpf geführt haben. Es wäre bald unmöglich geworden, sich in ihr zu verständigen.

[ 3 ] Aus den Geheimschulen gingen immer die geistigen Strömungen aus, welche das Gute stärkten, das Böse dämpften. Es wird dort eine symbolische Sprache angewandt, die von den Eingeweihten aller Geheimschulen verstanden wird. Die alten Weisen betrachteten die Himmelskörper nicht als Leichnam; wie es die jetzige Wissenschaft annimmt, ihnen waren die Sterne nicht materielle Weltenkugeln, sondern Wesen, mit Seele und Geist begabt, und so ist es in Wirklichkeit. Unsere Sonne ist kein seelenloser Feuerball, sie ist der Leib des Christus, und er ist ihr Geist. Wesen, mit Kraft begabt, durcheilen die Räume; es sind Willenskräfte, nicht leere abstrakte Anziehungskräfte. Der Blick dieser Himmelswesen drang wirklich in die Welten ein. Früher goss Geisteswissenschaft ihr Licht über alle Welten aus; es gab infolgedessen auf unserer Erde glanzvolle Kulturen, doch wurden Bauten wie die Pyramiden, die uns noch in Erstaunen versetzen, mit primitiven Mitteln ausgeführt.

[ 3 ] Aus den Geheimschulen gingen immer die geistigen Strömungen aus, welche das Gute stärkten, das Böse dämpften. Es wird dort eine symbolische Sprache angewandt, die von den Eingeweihten aller Geheimschulen verstanden wird. Die alten Weisen betrachteten die Himmelskörper nicht als Leichnam; wie es die jetzige Wissenschaft annimmt, ihnen waren die Sterne nicht materielle Weltenkugeln, sondern Wesen, mit Seele und Geist begabt, und so ist es in Wirklichkeit. Unsere Sonne ist kein seelenloser Feuerball, sie ist der Leib des Christus, und er ist ihr Geist. Wesen, mit Kraft begabt, durcheilen die Räume; es sind Willenskräfte, nicht leere abstrakte Anziehungskräfte. Der Blick dieser Himmelswesen drang wirklich in die Welten ein. Früher goss Geisteswissenschaft ihr Licht über alle Welten aus; es gab infolgedessen auf unserer Erde glanzvolle Kulturen, doch wurden Bauten wie die Pyramiden, die uns noch in Erstaunen versetzen, mit primitiven Mitteln ausgeführt.

[ 4 ] Trotz der Verfinsterung durch den Materialismus sind die Geheimschulen nicht erloschen, die Menschheit braucht sie dringend. Von den Geheimschulen geht die geistige Führung aus. Im fünfzehnten Jahrhundert bildete sich ein kleiner Kreis unter Führung eines großen Menschen, des Christian Rosenkreutz; die Wirkung erstreckt sich bis ins neunzehnte Jahrhundert.

[ 4 ] Trotz der Verfinsterung durch den Materialismus sind die Geheimschulen nicht erloschen, die Menschheit braucht sie dringend. Von den Geheimschulen geht die geistige Führung aus. Im fünfzehnten Jahrhundert bildete sich ein kleiner Kreis unter Führung eines großen Menschen, des Christian Rosenkreutz; die Wirkung erstreckt sich bis ins neunzehnte Jahrhundert.

[ 5 ] Wenn es zur heutigen Gesinnung der Menschen gehört, dass sie nicht schnell genug mitteilen können, was sie für wahr halten, so teilt der Okkultist nur mit, was er für notwendig hält zu verkündigen. Es ist eine tiefe Notwendigkeit für die Darstellung der Geheimwissenschaft vorhanden, als Gegenströmung gegen den Materialismus.

[ 5 ] Wenn es zur heutigen Gesinnung der Menschen gehört, dass sie nicht schnell genug mitteilen können, was sie für wahr halten, so teilt der Okkultist nur mit, was er für notwendig hält zu verkündigen. Es ist eine tiefe Notwendigkeit für die Darstellung der Geheimwissenschaft vorhanden, als Gegenströmung gegen den Materialismus.

[ 6 ] Theosophie ist rosenkreuzerische Wissenschaft. Okkultistische Gesinnung ist ebenso wenig diskutierbar als Mathematik. Es hilft nichts, über ein Heilmittel zu diskutieren, es muss helfen. Theosophie ist inneres Erleben; der Mensch erlebt innerlich, was außen ist, und das Äußere kommt vom Inneren. Ein Zeitalter, in dem die Menschen wissen, dass alles beseelt ist, wird anders handeln als eines des Materialismus. Die Nervosität ist ein Beweis dafür, dass das Geistige nicht des Menschen Mittelpunkt bildet; wären nicht die spirituellen Einflüsse, so würden vielleicht in dreißig Jahren Nervenepidemien ausbrechen wie andere Seuchen, weil sich die Menschen ihrer Umgebung nie ganz entziehen können.

[ 6 ] Theosophie ist rosenkreuzerische Wissenschaft. Okkultistische Gesinnung ist ebenso wenig diskutierbar als Mathematik. Es hilft nichts, über ein Heilmittel zu diskutieren, es muss helfen. Theosophie ist inneres Erleben; der Mensch erlebt innerlich, was außen ist, und das Äußere kommt vom Inneren. Ein Zeitalter, in dem die Menschen wissen, dass alles beseelt ist, wird anders handeln als eines des Materialismus. Die Nervosität ist ein Beweis dafür, dass das Geistige nicht des Menschen Mittelpunkt bildet; wären nicht die spirituellen Einflüsse, so würden vielleicht in dreißig Jahren Nervenepidemien ausbrechen wie andere Seuchen, weil sich die Menschen ihrer Umgebung nie ganz entziehen können.

[ 7 ] Es ist Leben erweckend, die Wahrheit in jeder Zeit in Beziehung auf das unmittelbare Leben darzustellen; lebensfeindlich ist es, nichts von den geistigen Kräften wissen zu wollen.

[ 7 ] Es ist Leben erweckend, die Wahrheit in jeder Zeit in Beziehung auf das unmittelbare Leben darzustellen; lebensfeindlich ist es, nichts von den geistigen Kräften wissen zu wollen.

[ 8 ] Um zum Hellsehen zu gelangen, gehört viel Geduld und Ausdauer dazu; erst muss man hören, aufnehmen, ehe man die Mittel empfängt. Des Menschen Erkenntnisvorgänge sind nicht begrenzt. Keiner hat ein Recht, zu entscheiden über etwas, was er nicht weiß. Wer Mathematik nicht studiert hat, darf sich nicht anmaßen, über die Richtigkeit eines Beweises zu urteilen. In dem Menschen selbst sind die Quellen zum Hineinschauen in höhere Welten.

[ 8 ] Um zum Hellsehen zu gelangen, gehört viel Geduld und Ausdauer dazu; erst muss man hören, aufnehmen, ehe man die Mittel empfängt. Des Menschen Erkenntnisvorgänge sind nicht begrenzt. Keiner hat ein Recht, zu entscheiden über etwas, was er nicht weiß. Wer Mathematik nicht studiert hat, darf sich nicht anmaßen, über die Richtigkeit eines Beweises zu urteilen. In dem Menschen selbst sind die Quellen zum Hineinschauen in höhere Welten.

[ 9 ] Die Okkultisten scheiden sich in drei Arten: Eingeweihte, Hellseher und Adepten. Der Eingeweihte braucht nicht Hellseher zu sein, und der Hellscher ist nicht immer ein Eingeweihter, und beide brauchen die Adeptenschaft nicht zu besitzen. Die Wege sind verschieden. Es ist nötig, die Gesetze zu begreifen bis in die höchsten Gebiete des Daseins — das Geheimnis der Zahlen und Formen -, um ein Eingeweihter zu sein. Es wird den Menschen nichts mitgeteilt, als bis sie moralisch und geistig reif dazu sind, weil es sonst die übelsten Folgen für sie haben könnte. Die Menschheit würde dann sofort in zwei Hälften gespalten sein, in Gute und Böse.

[ 9 ] Die Okkultisten scheiden sich in drei Arten: Eingeweihte, Hellseher und Adepten. Der Eingeweihte braucht nicht Hellseher zu sein, und der Hellscher ist nicht immer ein Eingeweihter, und beide brauchen die Adeptenschaft nicht zu besitzen. Die Wege sind verschieden. Es ist nötig, die Gesetze zu begreifen bis in die höchsten Gebiete des Daseins — das Geheimnis der Zahlen und Formen -, um ein Eingeweihter zu sein. Es wird den Menschen nichts mitgeteilt, als bis sie moralisch und geistig reif dazu sind, weil es sonst die übelsten Folgen für sie haben könnte. Die Menschheit würde dann sofort in zwei Hälften gespalten sein, in Gute und Böse.

[ 10 ] Ein Hellseher ist ein Mensch, dem die geistigen Sinnesorgane entwickelt sind, ihm sind die geistigen Augen und Ohren geöffnet, ohne dass er die geistigen Gesetze zu verstehen braucht. Man macht sich keinen Begriff, welches Vertrauen und welche Liebe bei den Rosenkreuzern zu finden waren, sie ergänzten sich auf eine großartige Weise, indem der eine erklärte, was der andere sah; Schauen und Verständnis des Geschauten wurde ihnen so gemeinsam.

[ 10 ] Ein Hellseher ist ein Mensch, dem die geistigen Sinnesorgane entwickelt sind, ihm sind die geistigen Augen und Ohren geöffnet, ohne dass er die geistigen Gesetze zu verstehen braucht. Man macht sich keinen Begriff, welches Vertrauen und welche Liebe bei den Rosenkreuzern zu finden waren, sie ergänzten sich auf eine großartige Weise, indem der eine erklärte, was der andere sah; Schauen und Verständnis des Geschauten wurde ihnen so gemeinsam.

[ 11 ] Zur Adeptenschaft gehört zum guten Willen und geduldigen Begreifen noch dazu, dass der Mensch Opfer bringen kann und das verschweigt, was anderen Menschen nicht frommt. Der Adept muss die Kräfte anzuwenden wissen, wozu er sich die Befähigung in vielen Inkarnationen erwirbt. Der Adept wirkt im Verborgenen. Unsere Zeit fordert, dass der Eingeweihte Seher wird.

[ 11 ] Zur Adeptenschaft gehört zum guten Willen und geduldigen Begreifen noch dazu, dass der Mensch Opfer bringen kann und das verschweigt, was anderen Menschen nicht frommt. Der Adept muss die Kräfte anzuwenden wissen, wozu er sich die Befähigung in vielen Inkarnationen erwirbt. Der Adept wirkt im Verborgenen. Unsere Zeit fordert, dass der Eingeweihte Seher wird.