The Gospel of St. John
in comparison with the other three Gospels,
particularly the Gospel of Luke
GA 112
29 June 1909, Kassel
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Das Johannes-Evangelium, 8th ed.
Sechster Vortrag
Sechster Vortrag
[ 1 ] Wir haben gestern davon gesprochen, daß die Menschheit große Führer auch schon in der Zeit hatte, die wir als die atlantische Periode der menschlichen Entwickelung bezeichnet haben. Wir wissen aus der gestrigen Betrachtung, daß diese Periode abgelaufen ist in einem Erdengebiet, das wir die alte Atlantis nennen und das gelegen war zwischen dem heutigen Europa und Afrika einerseits und Amerika andererseits. Und wir haben auch erwähnt, wie andersartig das Menschenleben damals war, besonders in bezug auf den menschlichen Bewußtseinszustand. Wir konnten aus der gestrigen Betrachtung entnehmen, daß sich das Bewußtsein, das der Mensch heute hat, erst allmählich entwickelt hat, daß der Mensch ausgegangen ist von einer Art dämmerhaften Hellsehens. Und wir wissen, daß die Menschen in der atlantischen Zeiteinen Körper hatten, der aus einer wesentlich weicheren, biegsameren, plastischeren Substanz bestand als der des heutigen Menschen. Und wir wissen ferner, wie das hellseherische Bewußtsein uns das lehrt, daß der Mensch damals noch nicht imstande war, zum Beispiel die festen Gegenstände, die heute unser Auge sieht, schon mit so scharfen Konturen wahrzunehmen. Zwar konnte der Atlantier schon die Gegenstände der äußeren Welt, das Mineralreich, Pflanzenreich und Tierreich wahrnehmen, aber undeutlich, verschwommen. So wie man heute an einem recht nebeligen Herbstabend die Lichter auf der Straße farbig umsäumt sieht, so nahm der Mensch um die Gegenstände herum etwas wie farbige Ränder wahr, «Auren», wie man sagt. Das waren die Andeutungen der geistigen Wesenheiten, die zu den Dingen gehörten. Zu gewissen Zeiten des Tageslaufes war allerdings die Wahrnehmung dieser geistigen Wesenheiten recht undeutlich, aber zu anderen Zeiten, namentlich in den Zwischenzuständen zwischen Wachen und Schlafen, war sie sehr deutlich.
[ 1 ] Wir haben gestern davon gesprochen, daß die Menschheit große Führer auch schon in der Zeit hatte, die wir als die atlantische Periode der menschlichen Entwickelung bezeichnet haben. Wir wissen aus der gestrigen Betrachtung, daß diese Periode abgelaufen ist in einem Erdengebiet, das wir die alte Atlantis nennen und das gelegen war zwischen dem heutigen Europa und Afrika einerseits und Amerika andererseits. Und wir haben auch erwähnt, wie andersartig das Menschenleben damals war, besonders in bezug auf den menschlichen Bewußtseinszustand. Wir konnten aus der gestrigen Betrachtung entnehmen, daß sich das Bewußtsein, das der Mensch heute hat, erst allmählich entwickelt hat, daß der Mensch ausgegangen ist von einer Art dämmerhaften Hellsehens. Und wir wissen, daß die Menschen in der atlantischen Zeiteinen Körper hatten, der aus einer wesentlich weicheren, biegsameren, plastischeren Substanz bestand als der des heutigen Menschen. Und wir wissen ferner, wie das hellseherische Bewußtsein uns das lehrt, daß der Mensch damals noch nicht imstande war, zum Beispiel die festen Gegenstände, die heute unser Auge sieht, schon mit so scharfen Konturen wahrzunehmen. Zwar konnte der Atlantier schon die Gegenstände der äußeren Welt, das Mineralreich, Pflanzenreich und Tierreich wahrnehmen, aber undeutlich, verschwommen. So wie man heute an einem recht nebeligen Herbstabend die Lichter auf der Straße farbig umsäumt sieht, so nahm der Mensch um die Gegenstände herum etwas wie farbige Ränder wahr, «Auren», wie man sagt. Das waren die Andeutungen der geistigen Wesenheiten, die zu den Dingen gehörten. Zu gewissen Zeiten des Tageslaufes war allerdings die Wahrnehmung dieser geistigen Wesenheiten recht undeutlich, aber zu anderen Zeiten, namentlich in den Zwischenzuständen zwischen Wachen und Schlafen, war sie sehr deutlich.
[ 2 ] Wenn wir uns das Bewußtsein eines alten Atlantiers recht lebhaft vorstellen wollen, so müssen wir uns sagen: So deutlich, mit so scharfen Konturen wie heute, hat er zum Beispiel eine Rose nicht gesehen. Das war alles verschwommen, ins Neblige verlaufend und mit farbigen Rändern umsäumt. Schon während des Tages war es undeutlich, es wurde aber noch undeutlicher und verschwand ganz in der Zwischenzeit zwischen Wachen und Schlafen. Dafür aber nahm der Mensch ganz deutlich das wahr, was wir als den Rosen-Geist, als die Rosen-Seele ansprechen müssen. Und so war es mit allen Gegenständen der Umwelt.
[ 2 ] Wenn wir uns das Bewußtsein eines alten Atlantiers recht lebhaft vorstellen wollen, so müssen wir uns sagen: So deutlich, mit so scharfen Konturen wie heute, hat er zum Beispiel eine Rose nicht gesehen. Das war alles verschwommen, ins Neblige verlaufend und mit farbigen Rändern umsäumt. Schon während des Tages war es undeutlich, es wurde aber noch undeutlicher und verschwand ganz in der Zwischenzeit zwischen Wachen und Schlafen. Dafür aber nahm der Mensch ganz deutlich das wahr, was wir als den Rosen-Geist, als die Rosen-Seele ansprechen müssen. Und so war es mit allen Gegenständen der Umwelt.
[ 3 ] Die Fortentwickelung bestand darin, daß die äußeren Gegenstände immer deutlicher wurden, und immer undeutlicher die Wahrnehmungen der geistigen Wesenheiten, die zu den Dingen gehörten. Dafür aber bildete der Mensch immer mehr sein Selbstbewußtsein aus, er lernte immer mehr sich fühlen.
[ 3 ] Die Fortentwickelung bestand darin, daß die äußeren Gegenstände immer deutlicher wurden, und immer undeutlicher die Wahrnehmungen der geistigen Wesenheiten, die zu den Dingen gehörten. Dafür aber bildete der Mensch immer mehr sein Selbstbewußtsein aus, er lernte immer mehr sich fühlen.
[ 4 ] Wir haben gestern den Zeitpunkt bezeichnet, in welchem eine deutliche Empfindung vomlIch hervortrat. Wir haben gesagt, daß der Ätherleib in eine Deckung mit dem physischen Leib kam, als das letzte Drittel der atlantischen Zeit herannahte. Sie können sich denken, daß auch die Führerschaft vorher eine ganz andere war. Eine solche Verständigung von Mensch zu Mensch, wo man an das Urteil des anderen appelliert, gab es in den atlantischen Zeiten durchaus nicht. In diesen Zeiten des dämmerhaften Hellsehens beruhte die Verständigung darauf, daß ein unterbewußter Einfluß von Mensch zu Mensch hinüberging. Vor allem war das, was wir heute nur in den letzten, vielfach verkannten und mißverstandenen Erbstücken kennen, damals noch in hohem Grade vorhanden: Das war eine Suggestion, ein unterbewußter Einfluß von Mensch zu Mensch, der nur wenig an die Mittätigkeit der anderen Seele appellierte. Wenn wir in die alten Zeiten der Atlantis zurückschauen, so sehen wir, daß damals eine kräftige Wirkung auf die andere Seele ausgeübt wurde, sobald nur irgendein Bild, eine Empfindung in der Seele des Menschen aufstieg und er seinen Willen auf den anderen Menschen lenkte. Alle Einflüsse waren kräftig, und auch der Wille war kräftig, solchen Einfluß aufzunehmen. Davon sind heute nur noch Reste vorhanden.
[ 4 ] Wir haben gestern den Zeitpunkt bezeichnet, in welchem eine deutliche Empfindung vomlIch hervortrat. Wir haben gesagt, daß der Ätherleib in eine Deckung mit dem physischen Leib kam, als das letzte Drittel der atlantischen Zeit herannahte. Sie können sich denken, daß auch die Führerschaft vorher eine ganz andere war. Eine solche Verständigung von Mensch zu Mensch, wo man an das Urteil des anderen appelliert, gab es in den atlantischen Zeiten durchaus nicht. In diesen Zeiten des dämmerhaften Hellsehens beruhte die Verständigung darauf, daß ein unterbewußter Einfluß von Mensch zu Mensch hinüberging. Vor allem war das, was wir heute nur in den letzten, vielfach verkannten und mißverstandenen Erbstücken kennen, damals noch in hohem Grade vorhanden: Das war eine Suggestion, ein unterbewußter Einfluß von Mensch zu Mensch, der nur wenig an die Mittätigkeit der anderen Seele appellierte. Wenn wir in die alten Zeiten der Atlantis zurückschauen, so sehen wir, daß damals eine kräftige Wirkung auf die andere Seele ausgeübt wurde, sobald nur irgendein Bild, eine Empfindung in der Seele des Menschen aufstieg und er seinen Willen auf den anderen Menschen lenkte. Alle Einflüsse waren kräftig, und auch der Wille war kräftig, solchen Einfluß aufzunehmen. Davon sind heute nur noch Reste vorhanden.
[ 5 ] Denken Sie sich, ein Mensch von damals hätte sich an dem anderen vorüberbewegt und dabei bestimmte Bewegungen ausgeführt. Der andere, der da zugeschaut hätte, der hätte nur ein wenig schwächer zu sein brauchen, dann wäre die Wirkung gewesen, daß er alle Bewegungen hätte nachmachen, nachahmen wollen. Heute ist von dem nur zurückgeblieben wie ein altes Erbstück, daß, wenn der eine gähnt, der andere, der es sieht, auch Neigung zum Gähnen bekommt. Ein viel intimeres Band von Mensch zu Mensch war vorhanden. Das beruhte darauf, daß der Mensch in einer ganz anderen Atmosphäre lebte als heute. Heute leben wir nur dann in einer von Wasser durchdrungenen Luft, wenn es stark regnet. Damals war die Luft fortwährend mit dichten Wasserdämpfen erfüllt. Und der Mensch war in der ersten atlantischen Zeit von keiner dichteren Substanz als etwa der gewisser gallertartiger Tiere, die heute im Meere leben und die kaum von dem umliegenden Wasser zu unterscheiden sind. So war der Mensch und verdichtete sich erst allmählich. Aber wir wissen schon, daß immerhin dieser Mensch Einflüssen ausgesetzt war, nicht nur von den eigentlich leitenden höheren geistigen Wesenheiten, die entweder die Sonne bewohnten oder verteilt waren auf die verschiedenen Planeten unseres Sonnensystems, sondern auch von den luziferischen Geistern, die seinen astralischen Leib beeinflußten. Und wir haben auch charakterisiert, in welcher Richtung sich diese Einflüsse geltend machten. Wir haben aber auch gesagt, daß diejenigen, welche Führer des atlantischen Volkes sein sollten, diese luziferischen Einflüsse in ihrem eigenen astralischen Leib bekämpfen mußten. Weil der Mensch dazumal überhaupt noch im Bewußtsein geistig und hellseherisch war, nahm er auch alles wahr, was in ihm lebte an geistigen Einflüssen.
[ 5 ] Denken Sie sich, ein Mensch von damals hätte sich an dem anderen vorüberbewegt und dabei bestimmte Bewegungen ausgeführt. Der andere, der da zugeschaut hätte, der hätte nur ein wenig schwächer zu sein brauchen, dann wäre die Wirkung gewesen, daß er alle Bewegungen hätte nachmachen, nachahmen wollen. Heute ist von dem nur zurückgeblieben wie ein altes Erbstück, daß, wenn der eine gähnt, der andere, der es sieht, auch Neigung zum Gähnen bekommt. Ein viel intimeres Band von Mensch zu Mensch war vorhanden. Das beruhte darauf, daß der Mensch in einer ganz anderen Atmosphäre lebte als heute. Heute leben wir nur dann in einer von Wasser durchdrungenen Luft, wenn es stark regnet. Damals war die Luft fortwährend mit dichten Wasserdämpfen erfüllt. Und der Mensch war in der ersten atlantischen Zeit von keiner dichteren Substanz als etwa der gewisser gallertartiger Tiere, die heute im Meere leben und die kaum von dem umliegenden Wasser zu unterscheiden sind. So war der Mensch und verdichtete sich erst allmählich. Aber wir wissen schon, daß immerhin dieser Mensch Einflüssen ausgesetzt war, nicht nur von den eigentlich leitenden höheren geistigen Wesenheiten, die entweder die Sonne bewohnten oder verteilt waren auf die verschiedenen Planeten unseres Sonnensystems, sondern auch von den luziferischen Geistern, die seinen astralischen Leib beeinflußten. Und wir haben auch charakterisiert, in welcher Richtung sich diese Einflüsse geltend machten. Wir haben aber auch gesagt, daß diejenigen, welche Führer des atlantischen Volkes sein sollten, diese luziferischen Einflüsse in ihrem eigenen astralischen Leib bekämpfen mußten. Weil der Mensch dazumal überhaupt noch im Bewußtsein geistig und hellseherisch war, nahm er auch alles wahr, was in ihm lebte an geistigen Einflüssen.
[ 6 ] Heute lacht ein Mensch, der nichts weiß von Geisteswissenschaft, wenn man ihm sagt: «In deinem astralischen Leib sitzen Wirkungen der luziferischen Geister.» Er weiß allerdings nicht, daß diese Wesenheiten einen viel stärkeren Einfluß auf ihn haben als dann, wenn er sie beachtet:
[ 6 ] Heute lacht ein Mensch, der nichts weiß von Geisteswissenschaft, wenn man ihm sagt: «In deinem astralischen Leib sitzen Wirkungen der luziferischen Geister.» Er weiß allerdings nicht, daß diese Wesenheiten einen viel stärkeren Einfluß auf ihn haben als dann, wenn er sie beachtet:
«Den Teufel spürt das Völkchen nie,
Und wenn er sie beim Kragen hätte.»
«Den Teufel spürt das Völkchen nie,
Und wenn er sie beim Kragen hätte.»
[ 7 ] Das ist ein sehr tiefer Ausspruch im Goetheschen Faust. Und manche materialistischen Einflüsse würden heute nicht da sein, wenn die Menschen wüßten, daß die luziferischen Einflüsse noch nicht alle aus dem Menschen heraus sind.
[ 7 ] Das ist ein sehr tiefer Ausspruch im Goetheschen Faust. Und manche materialistischen Einflüsse würden heute nicht da sein, wenn die Menschen wüßten, daß die luziferischen Einflüsse noch nicht alle aus dem Menschen heraus sind.
[ 8 ] Damals wurde bei den Führern und deren Schülern streng geachtet auf alles, was Leidenschaften, Triebe und Begierden von der Seite her erregte, die dem Menschen ein tiefergehenderes Interesse an seiner physisch-sinnlichen Umgebung beibrachte, als es für seine Fortentwickelung im Weltenall gut war. So mußte derjenige, welcher sich zum Führer entwickeln wollte, vor allen Dingen diese Selbsterkenntnis üben, scharf auf sich achtgeben, was alles von Luzifers Einfluß kommen konnte. Er mußte diese geistigen Wesenheiten des Luzifer in seinem eigenen astralischen Leibe scharf studieren. Dadurch konnte er sie sich vom Leibe halten. Dadurch sah er die anderen, die höheren, leitenden göttlichgeistigen Wesenheiten, vor allem diejenigen, die ihren eigenen Schauplatz von der Erde zur Sonne oder auf die anderen Planeten verlegt hatten. Und zwar sahen die Menschen, je nachdem sie diese oder jene Abstammung hatten, dieses oder jenes Gebiet. Es gab Menschenseelen, die, sagen wir, vom Mars heruntergekommen waren. Wenn diese sich der Entwickelung überließen, die luziferischen Einflüsse in ihrem eigenen astralischen Leibe bekämpften, dann wurden sie zu einem höheren Grade des Hellsehens, zu einem guten, reinen Hellsehen hinaufgeführt, und sie sahen die höheren geistigen Wesenheiten aus dem Reiche, aus dem sie selber heruntergestiegen waren, also die höheren geistigen Wesenheiten des Mars. Seelen, die aus dem Reiche des Saturn heruntergekommen waren, gelangten dahin, die Wesenheiten des Saturn zu sehen. Die Seelen, die von Jupiter oder Venus gekommen waren, schauten die Jupiter- oder Venuswesenheiten. Ein jeder Mensch sah sein entsprechendes Reich.
[ 8 ] Damals wurde bei den Führern und deren Schülern streng geachtet auf alles, was Leidenschaften, Triebe und Begierden von der Seite her erregte, die dem Menschen ein tiefergehenderes Interesse an seiner physisch-sinnlichen Umgebung beibrachte, als es für seine Fortentwickelung im Weltenall gut war. So mußte derjenige, welcher sich zum Führer entwickeln wollte, vor allen Dingen diese Selbsterkenntnis üben, scharf auf sich achtgeben, was alles von Luzifers Einfluß kommen konnte. Er mußte diese geistigen Wesenheiten des Luzifer in seinem eigenen astralischen Leibe scharf studieren. Dadurch konnte er sie sich vom Leibe halten. Dadurch sah er die anderen, die höheren, leitenden göttlichgeistigen Wesenheiten, vor allem diejenigen, die ihren eigenen Schauplatz von der Erde zur Sonne oder auf die anderen Planeten verlegt hatten. Und zwar sahen die Menschen, je nachdem sie diese oder jene Abstammung hatten, dieses oder jenes Gebiet. Es gab Menschenseelen, die, sagen wir, vom Mars heruntergekommen waren. Wenn diese sich der Entwickelung überließen, die luziferischen Einflüsse in ihrem eigenen astralischen Leibe bekämpften, dann wurden sie zu einem höheren Grade des Hellsehens, zu einem guten, reinen Hellsehen hinaufgeführt, und sie sahen die höheren geistigen Wesenheiten aus dem Reiche, aus dem sie selber heruntergestiegen waren, also die höheren geistigen Wesenheiten des Mars. Seelen, die aus dem Reiche des Saturn heruntergekommen waren, gelangten dahin, die Wesenheiten des Saturn zu sehen. Die Seelen, die von Jupiter oder Venus gekommen waren, schauten die Jupiter- oder Venuswesenheiten. Ein jeder Mensch sah sein entsprechendes Reich.
[ 9 ] Die höchsten Wesenheiten aber unter den Menschen, diejenigen, die über die Mondenkrisis hinübergekommen waren, die konnten sich allmählich dazu vorbereiten, nicht nur die geistigen Wesen von Mars, Jupiter oder Venus zu sehen, sondern die geistigen Wesenheiten der Sonne selber, die hohen Sonnenwesen. Dadurch, daß die Wesen, welche eingeweiht wurden, von den verschiedenen Planeten heruntergestiegen waren, wurden ihnen wieder die Welten dieser Planeten in bezug auf ihre Geistigkeit sichtbar. Daher werden Sie es verstehen, daß es Institutionen oder Anstalten gab in der alten Atlantis, wo zum Beispiel die vom Mars Herstammenden aufgenommen wurden, wenn sie dazu reif waren, um die Marsgeheimnisse zu studieren. Andere Stätten gab es, wo die von der Venus Abstammenden die Geheimnisse der Venus kennenlernten. Wenn wir das mit einem späteren Wort «Orakel» nennen, dann haben wir auf der Atlantis ein Mars-Orakel, wo die Marsgeheimnisse erforscht wurden, ein Saturn-Orakel, ein Jupiter-Orakel, ein Venus-Orakel und so weiter. Das höchste war das Sonnen-Orakel. Und der Höchste der Eingeweihten war der höchste Eingeweihte des Sonnen-Orakels.
[ 9 ] Die höchsten Wesenheiten aber unter den Menschen, diejenigen, die über die Mondenkrisis hinübergekommen waren, die konnten sich allmählich dazu vorbereiten, nicht nur die geistigen Wesen von Mars, Jupiter oder Venus zu sehen, sondern die geistigen Wesenheiten der Sonne selber, die hohen Sonnenwesen. Dadurch, daß die Wesen, welche eingeweiht wurden, von den verschiedenen Planeten heruntergestiegen waren, wurden ihnen wieder die Welten dieser Planeten in bezug auf ihre Geistigkeit sichtbar. Daher werden Sie es verstehen, daß es Institutionen oder Anstalten gab in der alten Atlantis, wo zum Beispiel die vom Mars Herstammenden aufgenommen wurden, wenn sie dazu reif waren, um die Marsgeheimnisse zu studieren. Andere Stätten gab es, wo die von der Venus Abstammenden die Geheimnisse der Venus kennenlernten. Wenn wir das mit einem späteren Wort «Orakel» nennen, dann haben wir auf der Atlantis ein Mars-Orakel, wo die Marsgeheimnisse erforscht wurden, ein Saturn-Orakel, ein Jupiter-Orakel, ein Venus-Orakel und so weiter. Das höchste war das Sonnen-Orakel. Und der Höchste der Eingeweihten war der höchste Eingeweihte des Sonnen-Orakels.
[ 10 ] Weil der Mensch suggestiver Einwirkung unterworfen war und Willenseinflüsse ausgeübt wurden, war auch der ganze Unterricht ein anderer. Versuchen wir es, uns eine Vorstellung davon zu machen, wie sich Lehrer und Schüler unterhielten. Nehmen wir an, es waren geistige Lehrer vorhanden, denen wie durch eine Gnade die Einweihung zuteil geworden war. Wie kamen die Späteren, die Schüler, zur Einweihung in der atlantischen Zeit?
[ 10 ] Weil der Mensch suggestiver Einwirkung unterworfen war und Willenseinflüsse ausgeübt wurden, war auch der ganze Unterricht ein anderer. Versuchen wir es, uns eine Vorstellung davon zu machen, wie sich Lehrer und Schüler unterhielten. Nehmen wir an, es waren geistige Lehrer vorhanden, denen wie durch eine Gnade die Einweihung zuteil geworden war. Wie kamen die Späteren, die Schüler, zur Einweihung in der atlantischen Zeit?
[ 11 ] Da müssen wir uns vorstellen, daß vor allen Dingen die schon Eingeweihten durch ihr ganzes Auftreten, durch ihr einfaches Dasein einen gewaltigen Einfluß ausübten auf diejenigen, die dazu prädestiniert waren, ihre Schüler zu werden. Es konnte kein atlantischer Eingeweihter sich zeigen, ohne daß diejenigen, welche Schüler werden sollten, sogleich in sich die Saiten ihrer Seele erklingen fühlten, die ihnen die Möglichkeit zu solcher Schülerschaft gaben. Es waren dem gegenständlichen, dem Tagesbewußtsein durchaus entzogene Einflüsse, die in der damaligen Zeit von Mensch zu Mensch gingen. Und jene Art von Unterricht, wie wir sie heute kennen, war damals nicht notwendig. Der ganze Umgang mit dem Lehrer, alles, was er tat, wirkte zusammen mit dem Nachahmungsvermögen der Menschen. Vieles ging unbewußt von dem Lehrer zum Schüler hinüber. Daher war es das Wichtigste, daß diejenigen, die reif waren durch ihre vorhergehenden Lebensverhältnisse, nur zunächst hineingeführt wurden in die Orakelstätten und in der Umgebung der Lehrer lebten. Und durch das Sehen dessen, was die Lehrer taten, und durch die Einwirkung der Gefühle und Empfindungen wurden sie vorbereitet - vorbereitet allerdings in einer langen, langen Zeit. Dann kam die Zeit, in welcher ein solcher bedeutsamer Zusammenklang war zwischen der Seele des Lehrers und der Seele des Schülers, daß alles, was der Lehrer in sich hatte an höheren Geheimnissen, sich übertrug auf den Schüler. So war es in den alten Zeiten. Wie war es nun, nachdem sich das Zusammenhalten von Ätherleib und physischem Leib gebildet hatte?
[ 11 ] Da müssen wir uns vorstellen, daß vor allen Dingen die schon Eingeweihten durch ihr ganzes Auftreten, durch ihr einfaches Dasein einen gewaltigen Einfluß ausübten auf diejenigen, die dazu prädestiniert waren, ihre Schüler zu werden. Es konnte kein atlantischer Eingeweihter sich zeigen, ohne daß diejenigen, welche Schüler werden sollten, sogleich in sich die Saiten ihrer Seele erklingen fühlten, die ihnen die Möglichkeit zu solcher Schülerschaft gaben. Es waren dem gegenständlichen, dem Tagesbewußtsein durchaus entzogene Einflüsse, die in der damaligen Zeit von Mensch zu Mensch gingen. Und jene Art von Unterricht, wie wir sie heute kennen, war damals nicht notwendig. Der ganze Umgang mit dem Lehrer, alles, was er tat, wirkte zusammen mit dem Nachahmungsvermögen der Menschen. Vieles ging unbewußt von dem Lehrer zum Schüler hinüber. Daher war es das Wichtigste, daß diejenigen, die reif waren durch ihre vorhergehenden Lebensverhältnisse, nur zunächst hineingeführt wurden in die Orakelstätten und in der Umgebung der Lehrer lebten. Und durch das Sehen dessen, was die Lehrer taten, und durch die Einwirkung der Gefühle und Empfindungen wurden sie vorbereitet - vorbereitet allerdings in einer langen, langen Zeit. Dann kam die Zeit, in welcher ein solcher bedeutsamer Zusammenklang war zwischen der Seele des Lehrers und der Seele des Schülers, daß alles, was der Lehrer in sich hatte an höheren Geheimnissen, sich übertrug auf den Schüler. So war es in den alten Zeiten. Wie war es nun, nachdem sich das Zusammenhalten von Ätherleib und physischem Leib gebildet hatte?
[ 12 ] Obwohl sich in der atlantischen Zeit der Ätherleib und physische Leib völlig zur Deckung gebracht hatten, war der Zusammenhalt zwischen Ätherleib und physischem Leib noch kein sehr starker, und es bedurfte nur einer Willensanstrengung von seiten des Lehrers, um wieder den Ätherleib in einer gewissen Weise herauszuholen. Es war. zwar nicht mehr möglich, wenn der richtige Zeitpunkt auch gekommen war, daß wie von selbst auf den Schüler überging, was in dem Lehrer war, aber der Lehrer konnte doch leicht den Ätherleib des Schülers herausheben, und dann konnte der Schüler dasselbe sehen, was der Lehrer sah. Es war also bei der leichten oder losen Verbindung des Ätherleibes mit dem physischen Leibe möglich, den Ätherleib des Schülers herauszuheben, und dann übertrug sich die Weisheit, die hellseherische Beobachtung des Meisters, auf den Schüler.
[ 12 ] Obwohl sich in der atlantischen Zeit der Ätherleib und physische Leib völlig zur Deckung gebracht hatten, war der Zusammenhalt zwischen Ätherleib und physischem Leib noch kein sehr starker, und es bedurfte nur einer Willensanstrengung von seiten des Lehrers, um wieder den Ätherleib in einer gewissen Weise herauszuholen. Es war. zwar nicht mehr möglich, wenn der richtige Zeitpunkt auch gekommen war, daß wie von selbst auf den Schüler überging, was in dem Lehrer war, aber der Lehrer konnte doch leicht den Ätherleib des Schülers herausheben, und dann konnte der Schüler dasselbe sehen, was der Lehrer sah. Es war also bei der leichten oder losen Verbindung des Ätherleibes mit dem physischen Leibe möglich, den Ätherleib des Schülers herauszuheben, und dann übertrug sich die Weisheit, die hellseherische Beobachtung des Meisters, auf den Schüler.
[ 13 ] Nun kam die große Katastrophe, die den atlantischen Kontinent hinwegfegte. Gewaltige Vorgänge im Luft- und Wassergebiete, gewaltige Erschütterungen der Erde bewirkten, daß nach und nach das ganze Antlitz der Erde sich änderte. Europa, Asien und Afrika, die nur zum kleinsten Teil Land waren, erhoben sich aus dem Wasser, ebenso Amerika. Atlantis verschwand. Es wanderten die Menschen nach Osten und Westen hinüber, und es entstanden die mannigfaltigsten Besiedelungen.
[ 13 ] Nun kam die große Katastrophe, die den atlantischen Kontinent hinwegfegte. Gewaltige Vorgänge im Luft- und Wassergebiete, gewaltige Erschütterungen der Erde bewirkten, daß nach und nach das ganze Antlitz der Erde sich änderte. Europa, Asien und Afrika, die nur zum kleinsten Teil Land waren, erhoben sich aus dem Wasser, ebenso Amerika. Atlantis verschwand. Es wanderten die Menschen nach Osten und Westen hinüber, und es entstanden die mannigfaltigsten Besiedelungen.
[ 14 ] Nach dieser gewaltigen Katastrophe aber war die Menschheit wiederum fortgeschritten. Wieder war in dem Zusammenhang zwischen Ätherleib und physischem Leib eine Änderung eingetreten. Jetzt in der nachatlantischen Zeit war ein viel festerer Zusammenhalt zwischen Ätherleib und physischem Leib im Menschen. Es war jetzt nicht mehr möglich, durch einen Willensimpuls des Meisters den Ätherleib herauszuholen und jede Beobachtung zu übertragen. Daher mußte die Initiation, die zum Hineinschauen in die geistige Welt führte, eine andere Form annehmen, eine Form, die sich etwa in der folgenden Weise schildern läßt.
[ 14 ] Nach dieser gewaltigen Katastrophe aber war die Menschheit wiederum fortgeschritten. Wieder war in dem Zusammenhang zwischen Ätherleib und physischem Leib eine Änderung eingetreten. Jetzt in der nachatlantischen Zeit war ein viel festerer Zusammenhalt zwischen Ätherleib und physischem Leib im Menschen. Es war jetzt nicht mehr möglich, durch einen Willensimpuls des Meisters den Ätherleib herauszuholen und jede Beobachtung zu übertragen. Daher mußte die Initiation, die zum Hineinschauen in die geistige Welt führte, eine andere Form annehmen, eine Form, die sich etwa in der folgenden Weise schildern läßt.
[ 15 ] An die Stelle jenes Unterrichtes, der mehr auf dem unmittelbaren seelischen Einfluß von Lehrer zu Schüler beruhte, mußte nach und nach ein solcher Unterricht treten, der sich langsam dem annäherte, was wir heute darunter verstehen. Und je weiter die nachatlantische Zeit vorwärtsschritt, desto ähnlicher wurde er dem heutigen Unterricht. Wie es in der atlantischen Zeit die Orakel gab, so wurden jetzt von den großen Führern der Menschheit Institute eingerichtet, welche die Nachklänge enthielten der alten atlantischen Orakel. Mysterien, Einweihungsstätten entstanden in der nachatlantischen Zeit. Und wie die geeigneten Menschen in den atlantischen Zeiten in die Orakel aufgenommen wurden, so wurden sie jetzt in die Mysterien hineingenommen. Da mußten die Schüler, weil eben nicht mehr so wie früher auf sie gewirkt werden konnte, sorgfältig vorbereitet werden durch einen strengen Unterricht.
[ 15 ] An die Stelle jenes Unterrichtes, der mehr auf dem unmittelbaren seelischen Einfluß von Lehrer zu Schüler beruhte, mußte nach und nach ein solcher Unterricht treten, der sich langsam dem annäherte, was wir heute darunter verstehen. Und je weiter die nachatlantische Zeit vorwärtsschritt, desto ähnlicher wurde er dem heutigen Unterricht. Wie es in der atlantischen Zeit die Orakel gab, so wurden jetzt von den großen Führern der Menschheit Institute eingerichtet, welche die Nachklänge enthielten der alten atlantischen Orakel. Mysterien, Einweihungsstätten entstanden in der nachatlantischen Zeit. Und wie die geeigneten Menschen in den atlantischen Zeiten in die Orakel aufgenommen wurden, so wurden sie jetzt in die Mysterien hineingenommen. Da mußten die Schüler, weil eben nicht mehr so wie früher auf sie gewirkt werden konnte, sorgfältig vorbereitet werden durch einen strengen Unterricht.
[ 16 ] Wir finden deshalb durch lange Zeiten bei allen Kulturen solche Mysterien.ObSie in die Kultur zurückgehen, die wir als die erste nachatlantische kennen, die sich im alten Indien abspielte, oder ob Sie zu der Kultur des Zarathustra gehen oder zu der der Ägypter, der Chaldäer, überall werden Sie finden, daß die Schüler hineingenommen wurden in Mysterien, die ein Mittelding waren zwischen Kirche und Schule. Und dort wurden sie zuerst streng unterrichtet, damit sie denken und fühlen lernten nicht bloß in bezug auf das, was in der Sinnenwelt war, sondern was in der unsichtbaren, in der geistigen Welt vorging.
[ 16 ] Wir finden deshalb durch lange Zeiten bei allen Kulturen solche Mysterien.ObSie in die Kultur zurückgehen, die wir als die erste nachatlantische kennen, die sich im alten Indien abspielte, oder ob Sie zu der Kultur des Zarathustra gehen oder zu der der Ägypter, der Chaldäer, überall werden Sie finden, daß die Schüler hineingenommen wurden in Mysterien, die ein Mittelding waren zwischen Kirche und Schule. Und dort wurden sie zuerst streng unterrichtet, damit sie denken und fühlen lernten nicht bloß in bezug auf das, was in der Sinnenwelt war, sondern was in der unsichtbaren, in der geistigen Welt vorging.
[ 17 ] Und das, was man lehrte, können wir heute genau bezeichnen: es ist zu einem großen Teil dasselbe, was wir heute als Anthroposophie kennenlernen. Das war der Gegenstand des Lernens in den Mysterien. Nur war es mehr angemessen den Sitten der damaligen Zeit und in strenger Weise geregelt, nicht so wie heute, wo in einer, wenigstens zum Teil, freien Art den Menschen, die in gewisser Beziehung dafür reif sind, die Geheimnisse der höheren Welten in verhältnismäßig rascher Weise mitgeteilt werden.
[ 17 ] Und das, was man lehrte, können wir heute genau bezeichnen: es ist zu einem großen Teil dasselbe, was wir heute als Anthroposophie kennenlernen. Das war der Gegenstand des Lernens in den Mysterien. Nur war es mehr angemessen den Sitten der damaligen Zeit und in strenger Weise geregelt, nicht so wie heute, wo in einer, wenigstens zum Teil, freien Art den Menschen, die in gewisser Beziehung dafür reif sind, die Geheimnisse der höheren Welten in verhältnismäßig rascher Weise mitgeteilt werden.
[ 18 ] Damals wurde der Unterricht streng geregelt. Auf der ersten Stufe wurde zum Beispiel nur eine gewisse Summe von Erkenntnissen mitgeteilt, und alles andere verschwieg man vollständig. Erst wenn der Schüler das verarbeitet hatte, teilte man ihm mit, was einer höheren Stufe angehörte. Dadurch, daß der Schüler so vorbereitet wurde, erhielt er Begriffe, Ideen, Empfindungen und Gefühle in seinen astralischen Leib eingepflanzt, die sich auf die geistige Welt bezogen. Dadurch hatte er auch in einer gewissen Weise die Einflüsse Luzifers bekämpft. Denn alles, was mitgeteilt wird an geisteswissenschaftlichen Begriffen, bezieht sich auf die höheren Welten, nicht auf die Welt, für welche Luzifer ein Interesse bei den Menschen hervorrufen will, nicht auf die Sinnenwelt allein. Dann, nachdem der Schüler so vorbereitet worden war, kam die Zeit heran, wo er zum selbständigen Schauen geführt wurde. Er sollte selber hineinschauen in die geistige Welt. Dazu war notwendig, daß der Mensch alles das, was er in seinem astralischen Leib sich erarbeitet hatte, widerspiegeln konnte im ätherischen Leib. Denn nur dadurch gelangt der Mensch zum Schauen in die geistige Welt, daß er alles, was er in seinen astralischen Leib hineingearbeitet hat mit Lernen, durch ein gewisses Fühlen und Empfinden über das Gelernte so stark in sich erlebt, daß nicht nur sein astralischer Leib, sondern auch der dichtere ätherische Leib davon beeinflußt wird. Wenn der Schüler aufsteigen sollte vom Lernen zum Schauen, so mußte das, was man ihn gelehrt hatte, Wirkungen tragen. Deshalb schloß sich an das Lernen durch die indische, persische, ägyptische, griechische Zeit hindurch ein gewisser Schlußakt, der in folgendem bestand.
[ 18 ] Damals wurde der Unterricht streng geregelt. Auf der ersten Stufe wurde zum Beispiel nur eine gewisse Summe von Erkenntnissen mitgeteilt, und alles andere verschwieg man vollständig. Erst wenn der Schüler das verarbeitet hatte, teilte man ihm mit, was einer höheren Stufe angehörte. Dadurch, daß der Schüler so vorbereitet wurde, erhielt er Begriffe, Ideen, Empfindungen und Gefühle in seinen astralischen Leib eingepflanzt, die sich auf die geistige Welt bezogen. Dadurch hatte er auch in einer gewissen Weise die Einflüsse Luzifers bekämpft. Denn alles, was mitgeteilt wird an geisteswissenschaftlichen Begriffen, bezieht sich auf die höheren Welten, nicht auf die Welt, für welche Luzifer ein Interesse bei den Menschen hervorrufen will, nicht auf die Sinnenwelt allein. Dann, nachdem der Schüler so vorbereitet worden war, kam die Zeit heran, wo er zum selbständigen Schauen geführt wurde. Er sollte selber hineinschauen in die geistige Welt. Dazu war notwendig, daß der Mensch alles das, was er in seinem astralischen Leib sich erarbeitet hatte, widerspiegeln konnte im ätherischen Leib. Denn nur dadurch gelangt der Mensch zum Schauen in die geistige Welt, daß er alles, was er in seinen astralischen Leib hineingearbeitet hat mit Lernen, durch ein gewisses Fühlen und Empfinden über das Gelernte so stark in sich erlebt, daß nicht nur sein astralischer Leib, sondern auch der dichtere ätherische Leib davon beeinflußt wird. Wenn der Schüler aufsteigen sollte vom Lernen zum Schauen, so mußte das, was man ihn gelehrt hatte, Wirkungen tragen. Deshalb schloß sich an das Lernen durch die indische, persische, ägyptische, griechische Zeit hindurch ein gewisser Schlußakt, der in folgendem bestand.
[ 19 ] Der Schüler wurde zunächst wiederum lange vorbereitet, nicht durch Lernen, sondern durch das, was man Meditation nennt, und durch andere Übungen, innere Geschlossenheit, innere Ruhe, innere Gelassenheit zu entwickeln. Er wurde dazu vorbereitet, seinen astralischen Leib ganz und gar zu einem Bürger in den geistigen Welten zu machen. Und in dem rechten Zeitpunkt wurde er dann, als Abschluß dieser Entwickelung, dreieinhalb Tage in einen todähnlichen Zustand gebracht. Während in den atlantischen Zeiten der Ätherleib noch so lose in dem physischen Leib war, daß er auf eine leichtere Art herausgehoben werden konnte, mußte jetzt der Mensch in einen todähnlichen Schlaf gebracht werden in den Mysterien, Er wurde während dieser Zeit entweder in einen sargähnlichen Kasten gelegt oder an eine Art Kreuz angeschnürt oder dergleichen. Und derjenige, den man als den Einweiher, den Hierophanten bezeichnet, hatte die Fähigkeit, auf den astralischen Leib und namentlich auf den Ätherleib zu wirken, denn der Ätherleib ging durch diese Prozedur während dieser Zeit heraus. Das ist etwas anderes als der Schlaf. Im Schlaf bleiben im Bette der physische Leib und der Ätherleib, draußen ist der astralische Leib und das Ich. Jetzt aber, im Schlußakt der Einweihung, bleibt liegen der physische Leib, und es wird, wenigstens für den größten Teil des physischen Leibes, der Ätherleib einfach herausgehoben - nur die unteren Partien bleiben, die oberen Partien werden herausgehoben - und der Betreffende ist dann in einem todähnlichen Zustand. Alles, was früher gelernt wurde durch Meditation und andere Übungen, das wurde jetzt in diesem Zustand hineingedrückt in den Ätherleib. In diesen dreieinhalb Tagen durchwandelte der Mensch wirklich die geistigen Welten, wo die höheren Wesenheiten sind. Und nach diesen dreieinhalb Tagen rief ihn derjenige, der ihn eingeweiht hatte, wiederum zurück, das heißt, er hatte die Macht, ihn wieder erwachen zu machen. Da brachte der Betreffende mit das Wissen der geistigen Welt. Jetzt konnte er hineinschauen in diese geistige Welt, und nun konnte er werden ein Verkünder der Tatsachen der geistigen Welt für seine Mitmenschen, die noch nicht die Reife hatten, um auch hineinzuschauen.
[ 19 ] Der Schüler wurde zunächst wiederum lange vorbereitet, nicht durch Lernen, sondern durch das, was man Meditation nennt, und durch andere Übungen, innere Geschlossenheit, innere Ruhe, innere Gelassenheit zu entwickeln. Er wurde dazu vorbereitet, seinen astralischen Leib ganz und gar zu einem Bürger in den geistigen Welten zu machen. Und in dem rechten Zeitpunkt wurde er dann, als Abschluß dieser Entwickelung, dreieinhalb Tage in einen todähnlichen Zustand gebracht. Während in den atlantischen Zeiten der Ätherleib noch so lose in dem physischen Leib war, daß er auf eine leichtere Art herausgehoben werden konnte, mußte jetzt der Mensch in einen todähnlichen Schlaf gebracht werden in den Mysterien, Er wurde während dieser Zeit entweder in einen sargähnlichen Kasten gelegt oder an eine Art Kreuz angeschnürt oder dergleichen. Und derjenige, den man als den Einweiher, den Hierophanten bezeichnet, hatte die Fähigkeit, auf den astralischen Leib und namentlich auf den Ätherleib zu wirken, denn der Ätherleib ging durch diese Prozedur während dieser Zeit heraus. Das ist etwas anderes als der Schlaf. Im Schlaf bleiben im Bette der physische Leib und der Ätherleib, draußen ist der astralische Leib und das Ich. Jetzt aber, im Schlußakt der Einweihung, bleibt liegen der physische Leib, und es wird, wenigstens für den größten Teil des physischen Leibes, der Ätherleib einfach herausgehoben - nur die unteren Partien bleiben, die oberen Partien werden herausgehoben - und der Betreffende ist dann in einem todähnlichen Zustand. Alles, was früher gelernt wurde durch Meditation und andere Übungen, das wurde jetzt in diesem Zustand hineingedrückt in den Ätherleib. In diesen dreieinhalb Tagen durchwandelte der Mensch wirklich die geistigen Welten, wo die höheren Wesenheiten sind. Und nach diesen dreieinhalb Tagen rief ihn derjenige, der ihn eingeweiht hatte, wiederum zurück, das heißt, er hatte die Macht, ihn wieder erwachen zu machen. Da brachte der Betreffende mit das Wissen der geistigen Welt. Jetzt konnte er hineinschauen in diese geistige Welt, und nun konnte er werden ein Verkünder der Tatsachen der geistigen Welt für seine Mitmenschen, die noch nicht die Reife hatten, um auch hineinzuschauen.
[ 20 ] Also die alten Lehrer in den vorchtistlichen Zeiten waren in die Tiefen der Mysteriengeheimnisse eingeweiht worden. Da waren sie in den dreieinhalb Tagen geführt worden von dem Hierophanten, und waren lebendige Zeugen dessen, daß es ein geistiges Leben gibt, und daß hinter der physischen Welt eine geistige Welt vorhanden ist, welcher der Mensch mit seinen höheren Gliedern angehört und in die er hineinwachsen soll.
[ 20 ] Also die alten Lehrer in den vorchtistlichen Zeiten waren in die Tiefen der Mysteriengeheimnisse eingeweiht worden. Da waren sie in den dreieinhalb Tagen geführt worden von dem Hierophanten, und waren lebendige Zeugen dessen, daß es ein geistiges Leben gibt, und daß hinter der physischen Welt eine geistige Welt vorhanden ist, welcher der Mensch mit seinen höheren Gliedern angehört und in die er hineinwachsen soll.
[ 21 ] Aber die Entwickelung ging weiter. Was ich Ihnen jetzt erzählt habe als eine Einweihung, das war am intensivsten noch vorhanden in der ersten Zeit nach der atlantischen Katastrophe. Immer mehr und mehr jedoch wurde das Band geschlossen zwischen Ätherleib und physischem Leib. Daher wurde diese Prozedur immer gefährlicher, denn die Menschen gewöhnten sich immer mehr und mehr an die physische Sinnenwelt mit dem ganzen Bewußtsein. Das ist ja der Sinn der Menschheitsentwickelung, daß sich die Menschen daran gewöhnten, mit all ihrer Neigung und Sympathie in dieser physischen Welt zu leben.-Es ist der große Fortschritt der Menschheit, daß die Menschen diese Liebe zur physischen Welt wirklich entwickelten.
[ 21 ] Aber die Entwickelung ging weiter. Was ich Ihnen jetzt erzählt habe als eine Einweihung, das war am intensivsten noch vorhanden in der ersten Zeit nach der atlantischen Katastrophe. Immer mehr und mehr jedoch wurde das Band geschlossen zwischen Ätherleib und physischem Leib. Daher wurde diese Prozedur immer gefährlicher, denn die Menschen gewöhnten sich immer mehr und mehr an die physische Sinnenwelt mit dem ganzen Bewußtsein. Das ist ja der Sinn der Menschheitsentwickelung, daß sich die Menschen daran gewöhnten, mit all ihrer Neigung und Sympathie in dieser physischen Welt zu leben.-Es ist der große Fortschritt der Menschheit, daß die Menschen diese Liebe zur physischen Welt wirklich entwickelten.
[ 22 ] In der ersten Zeit der nachatlantischen Kultur war noch ein lebendiges Gedächtnis davon vorhanden, daß es eine geistige Welt gibt. Die Menschen sagten sich: Wir als die Spätgeborenen können noch hineinschauen in die geistige Welt unserer Vorfahren. — Sie hatten noch ihr dumpfes, dämmerhaftes Bewußtsein. Sie wußten, wo die Wahrheit der Welt ist, wo ihre Heimat ist. Was um uns herum ist im Tagesbewußtsein, sagten sie, das ist wie ein Schleier, der sich über die Wahrheit hinüberlegt, das verdeckt uns die geistige Welt, das ist Maja oder Illusion. — Man gewöhnte sich nicht gleich an das, was man jetzt sehen konnte. Man konnte nicht leicht begreifen, daß man das Bewußtsein für die alte geistige Welt verlieren sollte. Das ist das Charakteristikum der ersten nachatlantischen Kultur. Daher war es auch am leichtesten, die Menschen in das Geistige hineinzuführen, denn sie hatten noch einen lebhaften Hang zur geistigen Welt. Natürlich konnte es nicht so bleiben, denn die Erdenmission besteht darin, daß die Menschen die Kräfte der Erde liebgewinnen und den physischen Plan erobern.
[ 22 ] In der ersten Zeit der nachatlantischen Kultur war noch ein lebendiges Gedächtnis davon vorhanden, daß es eine geistige Welt gibt. Die Menschen sagten sich: Wir als die Spätgeborenen können noch hineinschauen in die geistige Welt unserer Vorfahren. — Sie hatten noch ihr dumpfes, dämmerhaftes Bewußtsein. Sie wußten, wo die Wahrheit der Welt ist, wo ihre Heimat ist. Was um uns herum ist im Tagesbewußtsein, sagten sie, das ist wie ein Schleier, der sich über die Wahrheit hinüberlegt, das verdeckt uns die geistige Welt, das ist Maja oder Illusion. — Man gewöhnte sich nicht gleich an das, was man jetzt sehen konnte. Man konnte nicht leicht begreifen, daß man das Bewußtsein für die alte geistige Welt verlieren sollte. Das ist das Charakteristikum der ersten nachatlantischen Kultur. Daher war es auch am leichtesten, die Menschen in das Geistige hineinzuführen, denn sie hatten noch einen lebhaften Hang zur geistigen Welt. Natürlich konnte es nicht so bleiben, denn die Erdenmission besteht darin, daß die Menschen die Kräfte der Erde liebgewinnen und den physischen Plan erobern.
[ 23 ] Wenn Sie in das alte Indien blicken könnten, würden Sie eine Höhe des Geisteslebens finden, die ungeheuer ist. Was die ersten alten Lehrer den Menschen verkünden konnten, dem Menschen der heutigen Zeit zum Verständnis zu bringen, ist ja nur möglich, wenn der Mensch durch ein Studium der Geisteswissenschaft hindurchgegangen ist. Für jeden anderen ist die Lehre der großen heiligen Rischis Unsinn, Narretei, denn er kann sich gar nicht denken, daß irgendein Sinn in dem ist, was man ihm da sagt über die Geheimnisse der geistigen Welt. Er hat von seinem Standpunkt aus selbstverständlich recht, denn ein jeder hat von seinem Standpunkte aus immer recht.
[ 23 ] Wenn Sie in das alte Indien blicken könnten, würden Sie eine Höhe des Geisteslebens finden, die ungeheuer ist. Was die ersten alten Lehrer den Menschen verkünden konnten, dem Menschen der heutigen Zeit zum Verständnis zu bringen, ist ja nur möglich, wenn der Mensch durch ein Studium der Geisteswissenschaft hindurchgegangen ist. Für jeden anderen ist die Lehre der großen heiligen Rischis Unsinn, Narretei, denn er kann sich gar nicht denken, daß irgendein Sinn in dem ist, was man ihm da sagt über die Geheimnisse der geistigen Welt. Er hat von seinem Standpunkt aus selbstverständlich recht, denn ein jeder hat von seinem Standpunkte aus immer recht.
[ 24 ] Die geistige Anschauung war eine ungeheure, aber die Handhabung der einfachsten Geräte war damals nicht vorhanden. In der primitivsten Weise versorgte man sich. Irgendeine Naturwissenschaft oder das, was man heute so nennt, gab es nicht. Denn in allem, was man auf dem physischen Plan schen konnte, erblickte man Maja, die große Täuschung, und allein in der Erhebung zu dem großen Sonnenwesen oder zu ähnlichen Wesenheiten fand man das Wirkliche und das Wahre. Dabei aber konnte es nicht bleiben. Die Menschen mußten nach und nach lernen, diese Erde zu lieben. Es mußte unter den nachatlantischen Menschen auch solche geben, die den Willen hatten, das irdische Reich zu erobern. Der Anfang damit wurde gemacht in der Zeit des Zarathustra. Da ist ein gewaltiger Schritt nach vorwätts, wenn wir den Übergang finden von dem alten Inder zu dem uralten Perser. Für Zarathustra war die äußere Welt nicht mehr nur Maja oder Illusion. Er zeigte den Menschen, daß das, was physisch um uns herum ist, einen Wert hat, daß aber dahinter eben das Geistige steht. Während für die Anschauung des alten Inders die Blume Maja war und er auf den Geist hinter der Blume ging, sagte Zarathustra: Das ist etwas, was man schätzen muß, denn das istein Glied im gesamten Geist des Alls. Es wächst das Materielle aus dem Geistigen heraus. — Und darauf haben wir ja schon aufmerksam gemacht, daß Zarathustra darauf hinwies, daß die physische Sonne derSchauplatz geistiger Wesenheiten ist. Aber die Einweihung war schwierig. Und für diejenigen, welche nicht nur von den Eingeweihten hören wollten, daß es eine geistige Welt gibt, die selber hineinschauen wollten in die große Sonnen-Aura, für die bedurfte es schärferer Einweihungsmaßregeln.
[ 24 ] Die geistige Anschauung war eine ungeheure, aber die Handhabung der einfachsten Geräte war damals nicht vorhanden. In der primitivsten Weise versorgte man sich. Irgendeine Naturwissenschaft oder das, was man heute so nennt, gab es nicht. Denn in allem, was man auf dem physischen Plan schen konnte, erblickte man Maja, die große Täuschung, und allein in der Erhebung zu dem großen Sonnenwesen oder zu ähnlichen Wesenheiten fand man das Wirkliche und das Wahre. Dabei aber konnte es nicht bleiben. Die Menschen mußten nach und nach lernen, diese Erde zu lieben. Es mußte unter den nachatlantischen Menschen auch solche geben, die den Willen hatten, das irdische Reich zu erobern. Der Anfang damit wurde gemacht in der Zeit des Zarathustra. Da ist ein gewaltiger Schritt nach vorwätts, wenn wir den Übergang finden von dem alten Inder zu dem uralten Perser. Für Zarathustra war die äußere Welt nicht mehr nur Maja oder Illusion. Er zeigte den Menschen, daß das, was physisch um uns herum ist, einen Wert hat, daß aber dahinter eben das Geistige steht. Während für die Anschauung des alten Inders die Blume Maja war und er auf den Geist hinter der Blume ging, sagte Zarathustra: Das ist etwas, was man schätzen muß, denn das istein Glied im gesamten Geist des Alls. Es wächst das Materielle aus dem Geistigen heraus. — Und darauf haben wir ja schon aufmerksam gemacht, daß Zarathustra darauf hinwies, daß die physische Sonne derSchauplatz geistiger Wesenheiten ist. Aber die Einweihung war schwierig. Und für diejenigen, welche nicht nur von den Eingeweihten hören wollten, daß es eine geistige Welt gibt, die selber hineinschauen wollten in die große Sonnen-Aura, für die bedurfte es schärferer Einweihungsmaßregeln.
[ 25 ] Das ganze Menschenleben änderte sich auch nach und nach. Und in der nächsten Zeit, der ägyptisch-chaldäischen Kultur, eroberten sich die Menschen noch mehr die physische Welt. Da ist der Mensch nicht mehr bloß auf eine rein geistige Wissenschaft aus, die das, was hinter dem Physischen liegt, erforscht. Er sieht den Lauf der Sterne an und sucht zu erkennen in den Stellungen und Bewegungen der Sterne, in dem äußerlich Sichtbaren, eine Schrift der göttlich-geistigen Wesenheiten. Er erkennt den Willen der Götter in den Schriftzügen, die von Sinnesding zu Sinnesding geführt werden. So studiert er die Dinge in ihren Verhältnissen. In Ägypten sehen wir eine Geometrie erstehen, die auf die äußeren Dinge angewendet wird. So erobert sich der Mensch die äußere Welt.
[ 25 ] Das ganze Menschenleben änderte sich auch nach und nach. Und in der nächsten Zeit, der ägyptisch-chaldäischen Kultur, eroberten sich die Menschen noch mehr die physische Welt. Da ist der Mensch nicht mehr bloß auf eine rein geistige Wissenschaft aus, die das, was hinter dem Physischen liegt, erforscht. Er sieht den Lauf der Sterne an und sucht zu erkennen in den Stellungen und Bewegungen der Sterne, in dem äußerlich Sichtbaren, eine Schrift der göttlich-geistigen Wesenheiten. Er erkennt den Willen der Götter in den Schriftzügen, die von Sinnesding zu Sinnesding geführt werden. So studiert er die Dinge in ihren Verhältnissen. In Ägypten sehen wir eine Geometrie erstehen, die auf die äußeren Dinge angewendet wird. So erobert sich der Mensch die äußere Welt.
[ 26 ] Der Grieche ist dann noch mehr darin fortgeschritten. Da sehen wir, wie jene Ehe zustande kommt zwischen dem, was die Seele erlebt, und der äußeren Materie. Wenn die Pallas Athene oder der Zeus vor uns stehen, so ist da dem Stoff mitgeteilt, was zuerst in der Menschenseele gelebt hat. Da ist gleichsam aus dem Menschen heraus das, was er sich erobert hat, in die Sinnenwelt hineingeflossen.
[ 26 ] Der Grieche ist dann noch mehr darin fortgeschritten. Da sehen wir, wie jene Ehe zustande kommt zwischen dem, was die Seele erlebt, und der äußeren Materie. Wenn die Pallas Athene oder der Zeus vor uns stehen, so ist da dem Stoff mitgeteilt, was zuerst in der Menschenseele gelebt hat. Da ist gleichsam aus dem Menschen heraus das, was er sich erobert hat, in die Sinnenwelt hineingeflossen.
[ 27 ] Aber so wie der Mensch immer mächtiger und mächtiger in der Sinneswelt wurde und sie mit seiner Seele immer lieber gewann, so wurde er auch in der Zeit zwischen dem Tood und der neuen Geburt der geistigen Welt immer mehr entfremdet. Wenn die Seele aus einem alten indischen Leibe herausging und in die geistige Welt hineintrat, um da die Entwickelung durchzumachen bis zur neuen Geburt, da war das Geistige für sie noch lebendig. Denn während des ganzen Lebens sehnte sich der Mensch hinauf zu einer geistigen Welt, und alle seine Empfindungen waren befeuert von dem, was er hörte an Verkündigungen über das Leben in den geistigen Welten, wenn er auch selbst kein Eingeweihter war. Daher lag sozusagen, wenn er durch die Pforte des Todes kam, die geistige Welt offen vor ihm da, - licht und hell wurde es vor ihm. Aber in dem Maße, als der Mensch Sympathie gewann für die physische Weit, als er geschickter wurde für die physische Welt, in demselben Maße verdunkelte sich für ihn die Zeitzwischen Tod und neuer Geburt. Und in der ägyptischen Zeit ist das schon so weit gediehen, daß wir mit dem hellseherischen Bewußtsein feststellen können, daß es für die Seele dunkel und düster wird, wenn sie aus dem Leibe in die geistige Welt heraustritt, daß sich die Seele einsam fühlt und wie abgeschlossen von den anderen Seelen; und wie ein frostiges Gefühl empfindet es die Seele, wenn sie sich einsam fühlt und nicht eine Verständigung mit der anderen Seele findet. Und während die Griechen in einer Zeit lebten, wo die Menschen dutch eine so herrliche äußere Schönheit in der Kultur die Erde zu etwas ganz Besonderem gemacht hatten, war es für die Seelen am finstersten, am düstersten und am frostigsten in der Zeit zwischen dem Tode und der neuen Geburt. Und es ist keine Legende, sondern es entspricht der Wirklichkeit, daß der vornehme Grieche, wenn er gefragt wurde über den Aufenthalt in der Unterwelt, zur Antwort gab: Lieber ein Bettler sein in der Oberwelt als ein König im Reiche der Schatten!
[ 27 ] Aber so wie der Mensch immer mächtiger und mächtiger in der Sinneswelt wurde und sie mit seiner Seele immer lieber gewann, so wurde er auch in der Zeit zwischen dem Tood und der neuen Geburt der geistigen Welt immer mehr entfremdet. Wenn die Seele aus einem alten indischen Leibe herausging und in die geistige Welt hineintrat, um da die Entwickelung durchzumachen bis zur neuen Geburt, da war das Geistige für sie noch lebendig. Denn während des ganzen Lebens sehnte sich der Mensch hinauf zu einer geistigen Welt, und alle seine Empfindungen waren befeuert von dem, was er hörte an Verkündigungen über das Leben in den geistigen Welten, wenn er auch selbst kein Eingeweihter war. Daher lag sozusagen, wenn er durch die Pforte des Todes kam, die geistige Welt offen vor ihm da, - licht und hell wurde es vor ihm. Aber in dem Maße, als der Mensch Sympathie gewann für die physische Weit, als er geschickter wurde für die physische Welt, in demselben Maße verdunkelte sich für ihn die Zeitzwischen Tod und neuer Geburt. Und in der ägyptischen Zeit ist das schon so weit gediehen, daß wir mit dem hellseherischen Bewußtsein feststellen können, daß es für die Seele dunkel und düster wird, wenn sie aus dem Leibe in die geistige Welt heraustritt, daß sich die Seele einsam fühlt und wie abgeschlossen von den anderen Seelen; und wie ein frostiges Gefühl empfindet es die Seele, wenn sie sich einsam fühlt und nicht eine Verständigung mit der anderen Seele findet. Und während die Griechen in einer Zeit lebten, wo die Menschen dutch eine so herrliche äußere Schönheit in der Kultur die Erde zu etwas ganz Besonderem gemacht hatten, war es für die Seelen am finstersten, am düstersten und am frostigsten in der Zeit zwischen dem Tode und der neuen Geburt. Und es ist keine Legende, sondern es entspricht der Wirklichkeit, daß der vornehme Grieche, wenn er gefragt wurde über den Aufenthalt in der Unterwelt, zur Antwort gab: Lieber ein Bettler sein in der Oberwelt als ein König im Reiche der Schatten!
[ 28 ] So können wir sagen, daß die Menschen mit der zunehmenden Kultur immer mehr und mehr der geistigen Welt entfremdet wurden. Die Eingeweihten, die in die höheren Gebiete der geistigen Welt hinaufsahen, wurden immer seltener, denn die Prozedur der Einweihung wurde immer gefährlicher. Immer schwieriger wurde es, dreieinhalb Tage in einem todähnlichen Zustand zuzubringen und den Ätherleib sich trennen zu lassen, ohne daß der Tod eintrat.
[ 28 ] So können wir sagen, daß die Menschen mit der zunehmenden Kultur immer mehr und mehr der geistigen Welt entfremdet wurden. Die Eingeweihten, die in die höheren Gebiete der geistigen Welt hinaufsahen, wurden immer seltener, denn die Prozedur der Einweihung wurde immer gefährlicher. Immer schwieriger wurde es, dreieinhalb Tage in einem todähnlichen Zustand zuzubringen und den Ätherleib sich trennen zu lassen, ohne daß der Tod eintrat.
[ 29 ] Nun trat für das ganze menschliche Leben eine Erneuerung ein durch jenen Impuls, von dem wir schon in den letzten Tagen gesprochen haben: durch den Christus-Impuls. Wir haben ja schon charakterisiert, daß der Christus, der hohe Sonnengeist, sich allmählich der Erde genähert hat. Wir haben gesehen, wie er zu Zarathustras Zeiten noch in der Sonne als «Ahura Mazdao» gesucht werden mußte, und wie ihn Moses bereits im brennenden Dornbusch und im Feuer auf Sinai sehen konnte. Er trat allmählich in die Erdensphäre ein, die da anders werden sollte. Zunächst war es diesem Geist darum zu tun, daß die Menschen ihn erkennen lernten hier auf dieser Erde.
[ 29 ] Nun trat für das ganze menschliche Leben eine Erneuerung ein durch jenen Impuls, von dem wir schon in den letzten Tagen gesprochen haben: durch den Christus-Impuls. Wir haben ja schon charakterisiert, daß der Christus, der hohe Sonnengeist, sich allmählich der Erde genähert hat. Wir haben gesehen, wie er zu Zarathustras Zeiten noch in der Sonne als «Ahura Mazdao» gesucht werden mußte, und wie ihn Moses bereits im brennenden Dornbusch und im Feuer auf Sinai sehen konnte. Er trat allmählich in die Erdensphäre ein, die da anders werden sollte. Zunächst war es diesem Geist darum zu tun, daß die Menschen ihn erkennen lernten hier auf dieser Erde.
[ 30 ] Was war denn im Grunde verbunden mit allen alten Einweihungen? Daß der Ätherleib herausgeholt werden mußte aus dem physischen Leib. Und selbst bei den nachatlantischen Einweihungen mußte der Mensch in einen todähnlichen Schlafzustand gebracht werden, das heißt, für das physische Bewußtsein bewußtlos sein. Dadurch kam der Mensch in die Herrschaft eines anderen Ich. Das war immer damit verbunden. Er war mit seinem Ich ganz und gar unter der Herrschaft dessen, der sein Initiator, sein Einweiher war. Da verließ er seinen physischen Leib ganz, er bewohnte ihn nicht und übte keinen Einfluß von seinem Ich auf seinen physischen Leib aus.
[ 30 ] Was war denn im Grunde verbunden mit allen alten Einweihungen? Daß der Ätherleib herausgeholt werden mußte aus dem physischen Leib. Und selbst bei den nachatlantischen Einweihungen mußte der Mensch in einen todähnlichen Schlafzustand gebracht werden, das heißt, für das physische Bewußtsein bewußtlos sein. Dadurch kam der Mensch in die Herrschaft eines anderen Ich. Das war immer damit verbunden. Er war mit seinem Ich ganz und gar unter der Herrschaft dessen, der sein Initiator, sein Einweiher war. Da verließ er seinen physischen Leib ganz, er bewohnte ihn nicht und übte keinen Einfluß von seinem Ich auf seinen physischen Leib aus.
[ 31 ] Das aber ist das große Ziel des Christus-Impulses, daß der Mensch eine Ich-Entwickelung durchmachen muß, die ganz und gar in sich selber bleibt, wo er nicht, um in die höheren Welten zu kommen, unterzutauchen braucht in einen niedrigeren Zustand, als das Ich ihn hat. Dazu war notwendig, daß zunächst Einer sich hergab zum Opfer, um den Christus-Geist selbst in einem menschlichen Leib aufzunehmen. Darauf haben wir auch schon hingedeutet, daß ein Eingeweihter, der sich durch viele, viele Inkarnationen dazu reif gemacht hatte, fähig geworden ist, von einem bestimmten Zeitpunkte seines Lebens an sein eigenes Ich aus sich heraus zu entfernen und den Christus-Geist in sich aufzunehmen. Das ist im Johannes-Evangelium angedeutet in der JohannesTaufe am Jordan. Was hatte nun diese Taufe eigentlich zu bedeuten?
[ 31 ] Das aber ist das große Ziel des Christus-Impulses, daß der Mensch eine Ich-Entwickelung durchmachen muß, die ganz und gar in sich selber bleibt, wo er nicht, um in die höheren Welten zu kommen, unterzutauchen braucht in einen niedrigeren Zustand, als das Ich ihn hat. Dazu war notwendig, daß zunächst Einer sich hergab zum Opfer, um den Christus-Geist selbst in einem menschlichen Leib aufzunehmen. Darauf haben wir auch schon hingedeutet, daß ein Eingeweihter, der sich durch viele, viele Inkarnationen dazu reif gemacht hatte, fähig geworden ist, von einem bestimmten Zeitpunkte seines Lebens an sein eigenes Ich aus sich heraus zu entfernen und den Christus-Geist in sich aufzunehmen. Das ist im Johannes-Evangelium angedeutet in der JohannesTaufe am Jordan. Was hatte nun diese Taufe eigentlich zu bedeuten?
[ 32 ] Wir wissen, daß diese Taufe von dem Vorläufer, dem Vorverkündiger des Christus Jesus, von dem Täufer Johannes ausgeübt worden ist an denen, die er darauf vorbereitet hat, den Christus in der entsprechenden Weise zu empfangen. Nur wenn wir bedenken, daß Johannes deshalb taufte, um auf den Christus in der entsprechenden Weise vorzubereiten, nur dann werden wir verstehen, was über die Johannes-Taufe im Johannes-Evangelium steht. Wenn Sie sich eine heutige Taufe vorstellen, die nur eine Imitation des ursprünglichen Symbols ist, dann werden Sie nicht zu einem Verständnis kommen. So einfach, daß man den Menschen nur mit Wasser besprengte, war sie nicht, sondern sie bestand darin, daß der Betreffende vollständig untergetaucht worden ist unter das Wasser, daß er eine Zeit - lang oder kurz - unter dem Wasser gelebt hat. Was das bedeutet, wollen wir uns einmal aus dem Mysterium der menschlichen Wesenheit heraus klarmachen.
[ 32 ] Wir wissen, daß diese Taufe von dem Vorläufer, dem Vorverkündiger des Christus Jesus, von dem Täufer Johannes ausgeübt worden ist an denen, die er darauf vorbereitet hat, den Christus in der entsprechenden Weise zu empfangen. Nur wenn wir bedenken, daß Johannes deshalb taufte, um auf den Christus in der entsprechenden Weise vorzubereiten, nur dann werden wir verstehen, was über die Johannes-Taufe im Johannes-Evangelium steht. Wenn Sie sich eine heutige Taufe vorstellen, die nur eine Imitation des ursprünglichen Symbols ist, dann werden Sie nicht zu einem Verständnis kommen. So einfach, daß man den Menschen nur mit Wasser besprengte, war sie nicht, sondern sie bestand darin, daß der Betreffende vollständig untergetaucht worden ist unter das Wasser, daß er eine Zeit - lang oder kurz - unter dem Wasser gelebt hat. Was das bedeutet, wollen wir uns einmal aus dem Mysterium der menschlichen Wesenheit heraus klarmachen.
[ 33 ] Denken Sie einmal daran zurück, daß der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib, astralischem Leib und dem Ich. Beim tagwachenden Zustand hat der Mensch diese vier Glieder fest ineinander gefügt. Im Schlafe liegen im Bett der physische Leib und der Ätherleib, und draußen ist der astralische Leib und das Ich. Im Tode ist es so, daß der physische Leib zurückbleibt als Leichnam, daß der Ätherleib heraustritt und daß dann eine kurze Zeit vereinigt sind Ich, astralischer Leib und Ätherleib. Und für die, welche auch nur einige von meinen Vorträgen gehört haben, ist es auch schon klar, daß in diesem Moment zunächst ein ganz bestimmtes Erlebnis auftritt: der Mensch hat sein vorhergehendes Leben wie ein großartiges Tableau vor sich; wie räumlich nebeneinander stehen die ganzen Lebensverhältnisse um den Menschen herum. Der Ätherleib ist nämlich auch der Träger des Gedächtnisses, und während des Lebens hindert ihn nur der physische Leib daran, daß er alles das auch vor sich hat. Nach dem Tode ist der physische Leib abgelegt; da kann alles ins Bewußtsein treten, was der Mensch in seinem letzten Leben erlebt hat. Nun habe ich auch schon erwähnt, daß eine solche Rückschau auf das Leben auch eintritt, wenn der Mensch in irgendeiner Todesgefahr ist oder sonst irgendein gewaltiger Schreck, ein Schock, auf ihn ausgeübt wird. Sie wissen es ja schon aus Erzählungen, daß der Mensch, wenn er dem Ertrinken oder einem Bergabsturz nahe ist und er das Bewußtsein nicht verliert, wie in einem großen Tableau sein ganzes bisheriges Leben erlebt. Was der Mensch so dutch eine Gefahr erlebt, wenn er zum Beispiel dem Ertrinken nahe ist, das erlebte bei der Johannes-Taufe fast ein jeder. Darin bestand die Taufe, daß der Mensch so lange im Wasser blieb, daß er sein bisheriges Leben erlebte. Aber was er so erlebte, war ja als geistiges Bild erlebt. Und da stellte sich heraus, daß in diesem abnormen Zustand dasjenige, was der Geist erlebte, sich gewissermaßen anschloß an die übrige geistige Welt; und derjenige, der wieder herausgezogen wurde nach der Johannes-Taufe, er wußte: Es gibt eine geistige Welt! In Wahrheit ist das, was ich in mir habe, etwas, was ohne den Körper bestehen kann. — Davon war der Mensch nach der Taufe überzeugt, daß es eine Welt gibt, der er angehört seinem Geiste nach. Was also hatte Johannes der Täufer durch dieses Taufen bewirkt?
[ 33 ] Denken Sie einmal daran zurück, daß der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib, astralischem Leib und dem Ich. Beim tagwachenden Zustand hat der Mensch diese vier Glieder fest ineinander gefügt. Im Schlafe liegen im Bett der physische Leib und der Ätherleib, und draußen ist der astralische Leib und das Ich. Im Tode ist es so, daß der physische Leib zurückbleibt als Leichnam, daß der Ätherleib heraustritt und daß dann eine kurze Zeit vereinigt sind Ich, astralischer Leib und Ätherleib. Und für die, welche auch nur einige von meinen Vorträgen gehört haben, ist es auch schon klar, daß in diesem Moment zunächst ein ganz bestimmtes Erlebnis auftritt: der Mensch hat sein vorhergehendes Leben wie ein großartiges Tableau vor sich; wie räumlich nebeneinander stehen die ganzen Lebensverhältnisse um den Menschen herum. Der Ätherleib ist nämlich auch der Träger des Gedächtnisses, und während des Lebens hindert ihn nur der physische Leib daran, daß er alles das auch vor sich hat. Nach dem Tode ist der physische Leib abgelegt; da kann alles ins Bewußtsein treten, was der Mensch in seinem letzten Leben erlebt hat. Nun habe ich auch schon erwähnt, daß eine solche Rückschau auf das Leben auch eintritt, wenn der Mensch in irgendeiner Todesgefahr ist oder sonst irgendein gewaltiger Schreck, ein Schock, auf ihn ausgeübt wird. Sie wissen es ja schon aus Erzählungen, daß der Mensch, wenn er dem Ertrinken oder einem Bergabsturz nahe ist und er das Bewußtsein nicht verliert, wie in einem großen Tableau sein ganzes bisheriges Leben erlebt. Was der Mensch so dutch eine Gefahr erlebt, wenn er zum Beispiel dem Ertrinken nahe ist, das erlebte bei der Johannes-Taufe fast ein jeder. Darin bestand die Taufe, daß der Mensch so lange im Wasser blieb, daß er sein bisheriges Leben erlebte. Aber was er so erlebte, war ja als geistiges Bild erlebt. Und da stellte sich heraus, daß in diesem abnormen Zustand dasjenige, was der Geist erlebte, sich gewissermaßen anschloß an die übrige geistige Welt; und derjenige, der wieder herausgezogen wurde nach der Johannes-Taufe, er wußte: Es gibt eine geistige Welt! In Wahrheit ist das, was ich in mir habe, etwas, was ohne den Körper bestehen kann. — Davon war der Mensch nach der Taufe überzeugt, daß es eine Welt gibt, der er angehört seinem Geiste nach. Was also hatte Johannes der Täufer durch dieses Taufen bewirkt?
[ 34 ] Die Menschen waren dahin gelangt, immer mehr und mehr die physische Welt liebzugewinnen, immer mehr und mehr sich in der physischen Welt zusammenzufinden, immer mehr und mehr den Glauben zu haben, daß das Physische das eigentlich Wirkliche ist. Die aber, welche zu dem Täufer kamen, erlebten ihr eigenes Leben als ein geistiges. Wenn sie getauft waren, wußten sie: Ich bin noch etwas anderes, als was ich durch meinen physischen Leib bin. Der Sinn der Menschen hatte sich allmählich so herausgebildet, daß er hingelenkt wurde auf die physische Welt. Johannes hatte in seinen Täuflingen das Bewußtsein hervorgerufen: Es gibt eine geistige Welt, ich gehöre mit einem höheren Teile meiner selbst dieser geistigen Welt an. Daher brauchen Sie seine Rede bloß in andere Worte zu kleiden, und Sie haben: Ändert den Sinn, der auf die physische Welt gerichtet ist! Sie änderten den Sinn, wenn sie die Taufe wirklich richtig empfingen. Dann wußten sie: Ich habe ein Geistiges in mir; mein Ich gehört der geistigen Welt an. Der Mensch hatte diese Überzeugung gewonnen im physischen Leibe drinnen. Es war ja nicht eine besondere Prozedur eingetreten wie in der Einweihung. Er hatte das im physischen Leibe erlebt. Und durch die Art und Weise, wie die ganze Lehre, die dazumal seit der Verkündigung des Moses bestanden hatte, aufgenommen wurde und sich mit der Seele vereinigte, bekam das ganze Erlebnis der Johannes-Taufe noch einen besonderen Sinn.
[ 34 ] Die Menschen waren dahin gelangt, immer mehr und mehr die physische Welt liebzugewinnen, immer mehr und mehr sich in der physischen Welt zusammenzufinden, immer mehr und mehr den Glauben zu haben, daß das Physische das eigentlich Wirkliche ist. Die aber, welche zu dem Täufer kamen, erlebten ihr eigenes Leben als ein geistiges. Wenn sie getauft waren, wußten sie: Ich bin noch etwas anderes, als was ich durch meinen physischen Leib bin. Der Sinn der Menschen hatte sich allmählich so herausgebildet, daß er hingelenkt wurde auf die physische Welt. Johannes hatte in seinen Täuflingen das Bewußtsein hervorgerufen: Es gibt eine geistige Welt, ich gehöre mit einem höheren Teile meiner selbst dieser geistigen Welt an. Daher brauchen Sie seine Rede bloß in andere Worte zu kleiden, und Sie haben: Ändert den Sinn, der auf die physische Welt gerichtet ist! Sie änderten den Sinn, wenn sie die Taufe wirklich richtig empfingen. Dann wußten sie: Ich habe ein Geistiges in mir; mein Ich gehört der geistigen Welt an. Der Mensch hatte diese Überzeugung gewonnen im physischen Leibe drinnen. Es war ja nicht eine besondere Prozedur eingetreten wie in der Einweihung. Er hatte das im physischen Leibe erlebt. Und durch die Art und Weise, wie die ganze Lehre, die dazumal seit der Verkündigung des Moses bestanden hatte, aufgenommen wurde und sich mit der Seele vereinigte, bekam das ganze Erlebnis der Johannes-Taufe noch einen besonderen Sinn.
[ 35 ] Der Mensch hatte nach der Taufe nicht nur das Bewußtsein: Ich bin mit der geistigen Welt eins —- sondern er erkannte auch, welche geistige Welt heranzieht zur Erde. Ein solcher Mensch wußte: Was sich dem Moses verkündet hatte als «ehjeh asher chjeh» in dem brennenden Dornbusch und in dem Feuer auf Sinai, das durchzieht die Erde, und mit dem Worte Jahve oder Jehova, oder «ehjeh asher ehjeh » oder «Ich bin der Ich-bin » wird diese geistige Welt in der richtigen Weise ausgesprochen. — Der Mensch wußte also durch die Johannes-Taufe nicht nur, daß er Eins ist mit der geistigen Welt, sondern er wußte auch: In dieser geistigen Welt lebt das Ich-bin, aus dem ich dem Geiste nach herausgeboren bin. — So hatte der Johannes durch die Taufe seine Täuflinge vorbereitet. Dieses Gefühl, diese Empfindung hatte er in ihnen erweckt. Es konnten natürlich nur wenige sein. Die meisten waren ja unreif, beim Untertauchen das zu erleben. Aber einige erkannten, daß der Geist heranrückt, der später der Christus genannt worden ist.
[ 35 ] Der Mensch hatte nach der Taufe nicht nur das Bewußtsein: Ich bin mit der geistigen Welt eins —- sondern er erkannte auch, welche geistige Welt heranzieht zur Erde. Ein solcher Mensch wußte: Was sich dem Moses verkündet hatte als «ehjeh asher chjeh» in dem brennenden Dornbusch und in dem Feuer auf Sinai, das durchzieht die Erde, und mit dem Worte Jahve oder Jehova, oder «ehjeh asher ehjeh » oder «Ich bin der Ich-bin » wird diese geistige Welt in der richtigen Weise ausgesprochen. — Der Mensch wußte also durch die Johannes-Taufe nicht nur, daß er Eins ist mit der geistigen Welt, sondern er wußte auch: In dieser geistigen Welt lebt das Ich-bin, aus dem ich dem Geiste nach herausgeboren bin. — So hatte der Johannes durch die Taufe seine Täuflinge vorbereitet. Dieses Gefühl, diese Empfindung hatte er in ihnen erweckt. Es konnten natürlich nur wenige sein. Die meisten waren ja unreif, beim Untertauchen das zu erleben. Aber einige erkannten, daß der Geist heranrückt, der später der Christus genannt worden ist.
[ 36 ] Nun versuchen Sie das, was wir heute gesagt haben, mit dem Gestrigen zu vergleichen. Was die alten geistigen Wesen bewirkt hatten, war eine auf Blutsbande, auf physische Gemeinschaft begründete Liebe. Aber die luziferischen Geister haben jeden auf seine eigene Persönlichkeit, auf seine eigene Individualität stellen wollen. Luzifer und die hohen geistigen Wesen hatten zusammengewirkt. Allmählich hatten sich die alten Blutsbande gelockert. Das können Sie selbst historisch verfolgen. Schauen Sie das Völkergemisch an in dem großen Römischen Reich. Das war dadurch bewirkt worden, daß die alten Blutsbande gelockert waren und jeder mehr oder weniger auf dem festen Punkt seiner Persönlichkeit stehen wollte. Aber daher hatten sie auch den Zusammenhang mit der geistigen Welt verloren, waren zusammengewachsen mit der physischen Welt, hatten Liebe gewonnen für den physischen Plan. In dem Maße, als das Ich-Bewußtsein durch Luzifer zugenommen hatte, war der Mensch zusammengewachsen mit der physischen Welt, hatte sich verödet sein Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt. Jetzt hatte schon der Täufer etwas Großes und Bedeutsames für den Menschen vorbereitet. Er hatte vorbereitet, daß der Mensch in seiner Persönlichkeit bleiben konnte, und daß er innerhalb seiner Persönlichkeit durch das Untertauchen unter das Wasser das gleiche finden konnte, was er einstmals als «Götter» erlebt hatte, damals, als er selbst noch im Wasser lebte, als Wasserdünste und Wassernebel die Atmosphäre durchdrangen. Dieses Erlebnis in den göttlichen Welten war jetzt wiederholt worden. Der Mensch war, trotzdem er ein Ich war, dazu vorbereitet worden, wieder als Mensch zum Menschen geführt zu werden, wiederum in die jetzt vergeistigte Liebe hineingeführt zu werden.
[ 36 ] Nun versuchen Sie das, was wir heute gesagt haben, mit dem Gestrigen zu vergleichen. Was die alten geistigen Wesen bewirkt hatten, war eine auf Blutsbande, auf physische Gemeinschaft begründete Liebe. Aber die luziferischen Geister haben jeden auf seine eigene Persönlichkeit, auf seine eigene Individualität stellen wollen. Luzifer und die hohen geistigen Wesen hatten zusammengewirkt. Allmählich hatten sich die alten Blutsbande gelockert. Das können Sie selbst historisch verfolgen. Schauen Sie das Völkergemisch an in dem großen Römischen Reich. Das war dadurch bewirkt worden, daß die alten Blutsbande gelockert waren und jeder mehr oder weniger auf dem festen Punkt seiner Persönlichkeit stehen wollte. Aber daher hatten sie auch den Zusammenhang mit der geistigen Welt verloren, waren zusammengewachsen mit der physischen Welt, hatten Liebe gewonnen für den physischen Plan. In dem Maße, als das Ich-Bewußtsein durch Luzifer zugenommen hatte, war der Mensch zusammengewachsen mit der physischen Welt, hatte sich verödet sein Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt. Jetzt hatte schon der Täufer etwas Großes und Bedeutsames für den Menschen vorbereitet. Er hatte vorbereitet, daß der Mensch in seiner Persönlichkeit bleiben konnte, und daß er innerhalb seiner Persönlichkeit durch das Untertauchen unter das Wasser das gleiche finden konnte, was er einstmals als «Götter» erlebt hatte, damals, als er selbst noch im Wasser lebte, als Wasserdünste und Wassernebel die Atmosphäre durchdrangen. Dieses Erlebnis in den göttlichen Welten war jetzt wiederholt worden. Der Mensch war, trotzdem er ein Ich war, dazu vorbereitet worden, wieder als Mensch zum Menschen geführt zu werden, wiederum in die jetzt vergeistigte Liebe hineingeführt zu werden.
[ 37 ] Damit haben Sie von einer anderen Seite her den Nerv des ChristusEreignisses charakterisiert. Der Christus stellt dar das Herabkommen der geistigen Liebeskraft in unsere Erde, die heute erst im Anfange ihres Wirkens steht. Wenn wir diesen Gedanken weiter verfolgen werden an der Hand des Johannes- und des Lukas-Evangeliums, dann werden wir sehen, wie gerade der Nerv des Christus-Impulses die geistige Liebe ist, wie dadurch die Iche, die getrennt worden sind, immer mehr und mehr zusammengeführt werden, aber in bezug auf das Innerste ihrer Seelen. Die Menschen haben von Anfang an nur ahnen können, was der Christus für die Welt geworden ist. Und heute ist noch wenig, wenig davon verwirklicht, denn das Sondernde, die Nachwirkung der luziferischen Gewalten, ist noch immer da, und das Christus-Prinzip hat erst kurze Zeit gewirkt. Und wenn man auch heute auf gewissen äußeren Gebieten des Lebens ein Zusammengehen sucht, für die intimsten, für die wichtigsten Dinge ahnen die Menschen noch gar nicht einmal — höchstens mit dem Gedanken, mit dem Intellekt, und das ist das wenigste —, was Harmonie und Zusammenklingen der Seelen ist. Es ist wirklich so, daß das Christentum erst im Anfange des Wirkens ist. Es wird immer weiter in die Seelen hineindringen und das Ich immer mehr und mehr veredeln. Gerade die, welche heute noch jüngere Nationen sind, merken dies. Sie merken, daß sie sich anschließen müssen an die Christus-Kraft, daß sie sich durchdringen müssen mit der Christus-Kraft, wenn sie weiter kommen wollen.
[ 37 ] Damit haben Sie von einer anderen Seite her den Nerv des ChristusEreignisses charakterisiert. Der Christus stellt dar das Herabkommen der geistigen Liebeskraft in unsere Erde, die heute erst im Anfange ihres Wirkens steht. Wenn wir diesen Gedanken weiter verfolgen werden an der Hand des Johannes- und des Lukas-Evangeliums, dann werden wir sehen, wie gerade der Nerv des Christus-Impulses die geistige Liebe ist, wie dadurch die Iche, die getrennt worden sind, immer mehr und mehr zusammengeführt werden, aber in bezug auf das Innerste ihrer Seelen. Die Menschen haben von Anfang an nur ahnen können, was der Christus für die Welt geworden ist. Und heute ist noch wenig, wenig davon verwirklicht, denn das Sondernde, die Nachwirkung der luziferischen Gewalten, ist noch immer da, und das Christus-Prinzip hat erst kurze Zeit gewirkt. Und wenn man auch heute auf gewissen äußeren Gebieten des Lebens ein Zusammengehen sucht, für die intimsten, für die wichtigsten Dinge ahnen die Menschen noch gar nicht einmal — höchstens mit dem Gedanken, mit dem Intellekt, und das ist das wenigste —, was Harmonie und Zusammenklingen der Seelen ist. Es ist wirklich so, daß das Christentum erst im Anfange des Wirkens ist. Es wird immer weiter in die Seelen hineindringen und das Ich immer mehr und mehr veredeln. Gerade die, welche heute noch jüngere Nationen sind, merken dies. Sie merken, daß sie sich anschließen müssen an die Christus-Kraft, daß sie sich durchdringen müssen mit der Christus-Kraft, wenn sie weiter kommen wollen.
[ 38 ] Einer unserer Zeitgenossen im Osten, der der Testamentsvollstrekker des großen russischen Philosophen Solowjow ist, hat den Ausspruch getan: «Das Christentum muß uns als Volk vereinigen; sonst verlieren wir unser Ich und damit überhaupt die Möglichkeit, ein Volk zusein!» Ein gewaltiges Wort, das wie aus einem instinktiven Interesse für das Christentum hervorgekommen ist. Aber man sieht auch daraus, wie notwendig es ist, daß das Christentum in die Tiefen der Seelen hineindringt. Versuchen Sie einmal eine Erscheinung zu prüfen, die zu den radikalsten gehört, und die uns zeigt, daß gerade für das Innerste des Seelenlebens selbst die Höchsten und Edelsten noch dem ferne stehen, was sie einmal ergreifen wird, wenn sich das Christentum hineinergossen hat in des Menschen innerste Gedanken, innerste Meinungen und Gefühle. Denken Sie an Tolstoi und an dessen Wirken in den letzten Jahrzehnten, das in seiner Art den echten Sinn des Christentums aufzudecken sucht. Ungeheuren Respekt wird man vor einem solchen Denker gerade im Westen haben müssen, wo mit langen philosophischen Zerzausereien sozusagen ganze Bibliotheken vollgeschrieben werden über dasselbe, was ein Tolstoi in einem Buche wie «Über das Leben» groß und gewaltig hinschreibt. Es gibt bei Tolstoi Seiten, wo in elementarer Weise gewisse große Erkenntnisse theosophischer Wahrheiten dargelegt sind, die allerdings der westeuropäische Philosoph nicht so treffen kann, über die er wenigstens eine große Literatur schreiben müßte, weil etwas ganz Gewaltiges damit gesagt ist. Bei Tolstoi, können wir sagen, klingt etwas durch, was man den Christus-Impuls nennen kann. Vertiefen Sie sich in seine Schriften, und Sie werden sehen, daß es der Christus-Impuls ist, der ihn erfüllt. Nehmen Sie jetzt seinen großen Zeitgenossen, der ja schon aus dem Grunde interessant ist, weil er sich aus einer umfassenden philosophischen Weltanschauung hinaufgeschwungen hat bis an die Grenzen eines solchen wahrhaft visionären Lebens, daß er eine Epoche sozusagen perspektivisch, apokalyptisch übersieht. Wenn auch gerade die Gesichte, weil der Unterbau kein richtiger ist, verzerrt werden, so erhebt sich doch Solowjow bis zu einem visionären Schauen der Zukunft. Er stellt solche Zukunftsperspektive für das zwanzigste Jahrhundert hin. Und wenn wir uns auf ihn einlassen, so finden wir Großes und Edles, namentlich in bezug auf das Christentum. Aber er spricht von Tolstoi wie von einem Feinde des Christentums, wie von dem Antichrist! So können heute zwei Menschen in ihren tiefsten Gedanken glauben, ihrer Zeit das Beste zu geben, können aus der tiefsten Tiefe ihrer Seele heraus wirken und dennoch sich ohne Verständnis gegenüberstehen, so daß der eine der «Anti» des anderen ist! Man bedenkt heute gar nicht, daß, wenn äußere Harmonie, in Liebe getauchtes Leben möglich sein soll, der Christus-Impuls bis in das Tiefste gedrungen sein muß, so daß Menschenliebe etwas ganz anderes sein muß, als es heute selbst bei den edelsten Geistern der Fall ist.
[ 38 ] Einer unserer Zeitgenossen im Osten, der der Testamentsvollstrekker des großen russischen Philosophen Solowjow ist, hat den Ausspruch getan: «Das Christentum muß uns als Volk vereinigen; sonst verlieren wir unser Ich und damit überhaupt die Möglichkeit, ein Volk zusein!» Ein gewaltiges Wort, das wie aus einem instinktiven Interesse für das Christentum hervorgekommen ist. Aber man sieht auch daraus, wie notwendig es ist, daß das Christentum in die Tiefen der Seelen hineindringt. Versuchen Sie einmal eine Erscheinung zu prüfen, die zu den radikalsten gehört, und die uns zeigt, daß gerade für das Innerste des Seelenlebens selbst die Höchsten und Edelsten noch dem ferne stehen, was sie einmal ergreifen wird, wenn sich das Christentum hineinergossen hat in des Menschen innerste Gedanken, innerste Meinungen und Gefühle. Denken Sie an Tolstoi und an dessen Wirken in den letzten Jahrzehnten, das in seiner Art den echten Sinn des Christentums aufzudecken sucht. Ungeheuren Respekt wird man vor einem solchen Denker gerade im Westen haben müssen, wo mit langen philosophischen Zerzausereien sozusagen ganze Bibliotheken vollgeschrieben werden über dasselbe, was ein Tolstoi in einem Buche wie «Über das Leben» groß und gewaltig hinschreibt. Es gibt bei Tolstoi Seiten, wo in elementarer Weise gewisse große Erkenntnisse theosophischer Wahrheiten dargelegt sind, die allerdings der westeuropäische Philosoph nicht so treffen kann, über die er wenigstens eine große Literatur schreiben müßte, weil etwas ganz Gewaltiges damit gesagt ist. Bei Tolstoi, können wir sagen, klingt etwas durch, was man den Christus-Impuls nennen kann. Vertiefen Sie sich in seine Schriften, und Sie werden sehen, daß es der Christus-Impuls ist, der ihn erfüllt. Nehmen Sie jetzt seinen großen Zeitgenossen, der ja schon aus dem Grunde interessant ist, weil er sich aus einer umfassenden philosophischen Weltanschauung hinaufgeschwungen hat bis an die Grenzen eines solchen wahrhaft visionären Lebens, daß er eine Epoche sozusagen perspektivisch, apokalyptisch übersieht. Wenn auch gerade die Gesichte, weil der Unterbau kein richtiger ist, verzerrt werden, so erhebt sich doch Solowjow bis zu einem visionären Schauen der Zukunft. Er stellt solche Zukunftsperspektive für das zwanzigste Jahrhundert hin. Und wenn wir uns auf ihn einlassen, so finden wir Großes und Edles, namentlich in bezug auf das Christentum. Aber er spricht von Tolstoi wie von einem Feinde des Christentums, wie von dem Antichrist! So können heute zwei Menschen in ihren tiefsten Gedanken glauben, ihrer Zeit das Beste zu geben, können aus der tiefsten Tiefe ihrer Seele heraus wirken und dennoch sich ohne Verständnis gegenüberstehen, so daß der eine der «Anti» des anderen ist! Man bedenkt heute gar nicht, daß, wenn äußere Harmonie, in Liebe getauchtes Leben möglich sein soll, der Christus-Impuls bis in das Tiefste gedrungen sein muß, so daß Menschenliebe etwas ganz anderes sein muß, als es heute selbst bei den edelsten Geistern der Fall ist.
[ 39 ] Der Impuls, der erst vorherverkündet wurde und dann eintrat in die Welt, ist erst im Anfange seines Wirkens und wird immer besser und besser verstanden werden müssen. Was fehlt denn gerade in unserer Zeit all denen, die nach dem Christentum rufen und es als eine Notwendigkeit erklären, aber es doch nicht herbeirufen können? Anthroposophie, Geisteswissenschaft fehlt ihnen — die heutige Art, den Christus zu begreifen! Denn der Christus ist so groß, daß eine jede Epoche neue Mittel wird finden müssen, um ihn zu erkennen. In früheren Jahrhunderten hat man andere Arten und Formen des Weisheitsstrebens gebraucht. Heute ist Anthroposophie notwendig. Und es wird noch für lange Zeiten gelten, was wir heute in der Anthroposophie haben, um den Christus zu verstehen. Denn Anthroposophie wird sich herausstellen als etwas, was alle menschlichen Erkenntnisfähigkeiten anregt. Der Mensch wird allmählich in das Christus-Verständnis hineinwachsen. Und auch die anthroposophische Vorstellung ist zunächst nur eine vergängliche Vorstellung. Dessen sind wir uns bewußt, und auch dessen, daß wir ein Großes, das in vergängliche Vorstellungen gefaßt ist, in noch größere Vorstellungen werden einfassen müssen.
[ 39 ] Der Impuls, der erst vorherverkündet wurde und dann eintrat in die Welt, ist erst im Anfange seines Wirkens und wird immer besser und besser verstanden werden müssen. Was fehlt denn gerade in unserer Zeit all denen, die nach dem Christentum rufen und es als eine Notwendigkeit erklären, aber es doch nicht herbeirufen können? Anthroposophie, Geisteswissenschaft fehlt ihnen — die heutige Art, den Christus zu begreifen! Denn der Christus ist so groß, daß eine jede Epoche neue Mittel wird finden müssen, um ihn zu erkennen. In früheren Jahrhunderten hat man andere Arten und Formen des Weisheitsstrebens gebraucht. Heute ist Anthroposophie notwendig. Und es wird noch für lange Zeiten gelten, was wir heute in der Anthroposophie haben, um den Christus zu verstehen. Denn Anthroposophie wird sich herausstellen als etwas, was alle menschlichen Erkenntnisfähigkeiten anregt. Der Mensch wird allmählich in das Christus-Verständnis hineinwachsen. Und auch die anthroposophische Vorstellung ist zunächst nur eine vergängliche Vorstellung. Dessen sind wir uns bewußt, und auch dessen, daß wir ein Großes, das in vergängliche Vorstellungen gefaßt ist, in noch größere Vorstellungen werden einfassen müssen.
