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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

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The Gospel of St. John
in comparison with the other three Gospels,
particularly the Gospel of Luke
GA 112

3 July 1909, Kassel

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Zehnter Vortrag

Zehnter Vortrag

[ 1 ] Es ist unter den Tatsachen, die sich in Palästina im Anfange unserer Zeitrechnung zugetragen haben, besonders ein Ereignis, auf das zu wiederholten Malen hingewiesen wurde und welches die JohannesTaufe des Jesus von Nazareth genannt wird. Es ist auch betont worden, daß in bezug auf diese Johannes-Taufe in allem Wesentlichen alle vier Evangelien übereinstimmen. Heute wird es sich zunächst darum handeln, daß wir uns diese Johannes-Taufe noch einmal vor die Seele führen von einem gewissen Gesichtspunkte her.

[ 1 ] Es ist unter den Tatsachen, die sich in Palästina im Anfange unserer Zeitrechnung zugetragen haben, besonders ein Ereignis, auf das zu wiederholten Malen hingewiesen wurde und welches die JohannesTaufe des Jesus von Nazareth genannt wird. Es ist auch betont worden, daß in bezug auf diese Johannes-Taufe in allem Wesentlichen alle vier Evangelien übereinstimmen. Heute wird es sich zunächst darum handeln, daß wir uns diese Johannes-Taufe noch einmal vor die Seele führen von einem gewissen Gesichtspunkte her.

[ 2 ] Aus der Art und Weise, wie in den Evangelien die Johannes-Taufe auftritt, konnten wir ja schon ersehen, daß auf dieses, auch aus der Akasha-Chronik zu erklärende Ereignis wichtigster Art hingewiesen wird, auf jenes Ereignis, das damit charakterisiert werden mußte, daß wir sagten: Ungefähr um das dreißigste Jahr des Lebens des Jesus von Nazareth zog ein in die drei Hüllen dieses Jesus von Nazareth diejenige göttliche Wesenheit, die man als den Christus bezeichnet.

[ 2 ] Aus der Art und Weise, wie in den Evangelien die Johannes-Taufe auftritt, konnten wir ja schon ersehen, daß auf dieses, auch aus der Akasha-Chronik zu erklärende Ereignis wichtigster Art hingewiesen wird, auf jenes Ereignis, das damit charakterisiert werden mußte, daß wir sagten: Ungefähr um das dreißigste Jahr des Lebens des Jesus von Nazareth zog ein in die drei Hüllen dieses Jesus von Nazareth diejenige göttliche Wesenheit, die man als den Christus bezeichnet.

[ 3 ] Wir haben also - und das ist ein Ergebnis der Akasha-Beobachtung in bezug auf das Leben des Stifters des Christentums zwei Teile zu unterscheiden. Wir haben zunächst zu sehen das Leben des großen Eingeweihten, den wir als den Jesus von Nazareth bezeichnen. In diesem Jesus von Nazareth lebt eine Ichheit, von der wir gezeigt haben, daß sie durch viele Inkarnationen vorher durchgegangen ist, wiederholt auf der Erde gelebt hat, in diesen Leben immer höher gestiegen ist und sich allmählich hinaufentwickelt hat zu der Fähigkeit des groBen Opfers. Dieses Opfer bestand darin, daß gegen das dreißigste Jahr das Ich des Jesus von Nazareth den physischen Leib, den Ätherleib und den astralischen Leib, die es bis dahin geläutert, gereinigt und veredelt hatte, verlassen konnte, so daß eine dreifache menschliche Hülle da war, eine reine, beste menschliche Hülle, die da bestand aus physischem Leib, Ätherleib und astralischem Leib. Während der JohannesTaufe nahmen diese Hüllen, als auf der einen Seite die Ichheit des Jesus von Nazareth sie verließ, diejenige Wesenheit auf, die vorher nicht auf der Erde gewesen war, bei der wir nicht davon sprechen können, daß sie durch vorhergehende Inkarnationen durchgegangen ist. Die Christus-Wesenheit ist jene Wesenheit, von der wir sagen können, daß sie vorher nur gefunden werden konnte in der Welt, die außerhalb unserer Erde liegt. Erst in diesem Moment der JohannesTaufe vereinigte sich für die drei Jahre diese Individualität mit einem menschlichen Leibe und wandelte auf der Erde, um in diesen drei Jahren das zu vollbringen, was wir immer mehr und mehr zu charakterisieren haben.

[ 3 ] Wir haben also - und das ist ein Ergebnis der Akasha-Beobachtung in bezug auf das Leben des Stifters des Christentums zwei Teile zu unterscheiden. Wir haben zunächst zu sehen das Leben des großen Eingeweihten, den wir als den Jesus von Nazareth bezeichnen. In diesem Jesus von Nazareth lebt eine Ichheit, von der wir gezeigt haben, daß sie durch viele Inkarnationen vorher durchgegangen ist, wiederholt auf der Erde gelebt hat, in diesen Leben immer höher gestiegen ist und sich allmählich hinaufentwickelt hat zu der Fähigkeit des groBen Opfers. Dieses Opfer bestand darin, daß gegen das dreißigste Jahr das Ich des Jesus von Nazareth den physischen Leib, den Ätherleib und den astralischen Leib, die es bis dahin geläutert, gereinigt und veredelt hatte, verlassen konnte, so daß eine dreifache menschliche Hülle da war, eine reine, beste menschliche Hülle, die da bestand aus physischem Leib, Ätherleib und astralischem Leib. Während der JohannesTaufe nahmen diese Hüllen, als auf der einen Seite die Ichheit des Jesus von Nazareth sie verließ, diejenige Wesenheit auf, die vorher nicht auf der Erde gewesen war, bei der wir nicht davon sprechen können, daß sie durch vorhergehende Inkarnationen durchgegangen ist. Die Christus-Wesenheit ist jene Wesenheit, von der wir sagen können, daß sie vorher nur gefunden werden konnte in der Welt, die außerhalb unserer Erde liegt. Erst in diesem Moment der JohannesTaufe vereinigte sich für die drei Jahre diese Individualität mit einem menschlichen Leibe und wandelte auf der Erde, um in diesen drei Jahren das zu vollbringen, was wir immer mehr und mehr zu charakterisieren haben.

[ 4 ] Was ich jetzt gesagt habe, ist Ergebnis der hellseherischen Beobachtung. Die Evangelisten kleiden diese Tatsache ein in das, was sie als die Johannes-Taufe schildern. Sie wollen damit sagen: Während bei den verschiedenen Menschen, welche die Johannes-Taufe empfingen, dieses oder jenes geschah, trat bei dem Jesus von Nazareth das Ereignis ein, daß sich in die drei Hüllen des Jesus von Nazareth der Christus hineinsenkte. Und ich habe Ihnen schon im ersten Vortrage gesagt, daß dieser Christus dieselbe Wesenheit ist, von der im Alten Testament gesagt wird: «Und der Geist Gottes schwebte, oder ‚brütete‘, über den Wassern.» (1. Mose 1, 2). Dieser selbe Geist, also der göttliche Geist unseres Sonnensystems, begab sich in die dreifache Hülle des Jesus von Nazareth.

[ 4 ] Was ich jetzt gesagt habe, ist Ergebnis der hellseherischen Beobachtung. Die Evangelisten kleiden diese Tatsache ein in das, was sie als die Johannes-Taufe schildern. Sie wollen damit sagen: Während bei den verschiedenen Menschen, welche die Johannes-Taufe empfingen, dieses oder jenes geschah, trat bei dem Jesus von Nazareth das Ereignis ein, daß sich in die drei Hüllen des Jesus von Nazareth der Christus hineinsenkte. Und ich habe Ihnen schon im ersten Vortrage gesagt, daß dieser Christus dieselbe Wesenheit ist, von der im Alten Testament gesagt wird: «Und der Geist Gottes schwebte, oder ‚brütete‘, über den Wassern.» (1. Mose 1, 2). Dieser selbe Geist, also der göttliche Geist unseres Sonnensystems, begab sich in die dreifache Hülle des Jesus von Nazareth.

[ 5 ] Was damals nun geschah, das soll jetzt erörtert werden. Und ich bitte Sie, von vornherein sich klar zu sein darüber, daß es schwierig sein muß zu begreifen, was eigentlich bei der Johannes-Taufe geschah, weil es ja das größte Ereignis der Erdenentwickelung war. Und wer sollte nicht glauben, daß die kleinen Ereignisse der Erdenentwickelung leichter zu begreifen sind als die großen? Wer sollte nicht glauben, daß das Begreifen des größten Ereignisses der Erdenentwickelung auch am meisten Schwierigkeiten bietet! Daher werde ich jetzt zu Ihnen manche Worte sprechen, die den noch Unvorbereiteten in mancher Beziehung schockieren können. Aber auch ein solcher Unvorbeteiteter sollte sich sagen, daß die Menschenseele dazu da ist auf der Erde, immer vollkommener und vollkommener zu werden, auch in bezug auf die Erkenntnis, und daß dasjenige, was anfangs schockierend erscheint, im Laufe der Zeit als etwas durchaus Begreifliches erscheinen muß; denn sonst müßte man verzweifeln an der Entwickelungsmöglichkeit der Menschenseele. So aber können wir uns jeden Tag sagen: Was ich auch schon erkannt habe, meine Seele ist immer vollkommener zu machen, und sie wird immer besser und besser die Sache begreifen.

[ 5 ] Was damals nun geschah, das soll jetzt erörtert werden. Und ich bitte Sie, von vornherein sich klar zu sein darüber, daß es schwierig sein muß zu begreifen, was eigentlich bei der Johannes-Taufe geschah, weil es ja das größte Ereignis der Erdenentwickelung war. Und wer sollte nicht glauben, daß die kleinen Ereignisse der Erdenentwickelung leichter zu begreifen sind als die großen? Wer sollte nicht glauben, daß das Begreifen des größten Ereignisses der Erdenentwickelung auch am meisten Schwierigkeiten bietet! Daher werde ich jetzt zu Ihnen manche Worte sprechen, die den noch Unvorbereiteten in mancher Beziehung schockieren können. Aber auch ein solcher Unvorbeteiteter sollte sich sagen, daß die Menschenseele dazu da ist auf der Erde, immer vollkommener und vollkommener zu werden, auch in bezug auf die Erkenntnis, und daß dasjenige, was anfangs schockierend erscheint, im Laufe der Zeit als etwas durchaus Begreifliches erscheinen muß; denn sonst müßte man verzweifeln an der Entwickelungsmöglichkeit der Menschenseele. So aber können wir uns jeden Tag sagen: Was ich auch schon erkannt habe, meine Seele ist immer vollkommener zu machen, und sie wird immer besser und besser die Sache begreifen.

[ 6 ] Eine dreifache Menschenhülle haben wir also vor uns, einen physischen Leib, Ätherleib und astralischen Leib, und in diese hinein fährt sozusagen der Christus. Das deuten die Worte an, die aus dem Weltenall erklingen: «Dieser ist mein von meiner Liebe erfüllter Sohn, in dem ich mich selber offenbare!» (Matth. 3, 17). Denn so müssen die Worte im Deutschen wiedergegeben werden. Daß in der dreifachen Hülle des Jesus von Nazareth gewaltige Veränderungen vorgehen mußten, da der Gott in ihn einzog, das können Sie sich denken. Nun werden Sie es aber auch schon begreiflich finden, daß bei den alten Einweihungen große Veränderungen vorgegangen sind mit Bezug auf den ganzen Menschen.

[ 6 ] Eine dreifache Menschenhülle haben wir also vor uns, einen physischen Leib, Ätherleib und astralischen Leib, und in diese hinein fährt sozusagen der Christus. Das deuten die Worte an, die aus dem Weltenall erklingen: «Dieser ist mein von meiner Liebe erfüllter Sohn, in dem ich mich selber offenbare!» (Matth. 3, 17). Denn so müssen die Worte im Deutschen wiedergegeben werden. Daß in der dreifachen Hülle des Jesus von Nazareth gewaltige Veränderungen vorgehen mußten, da der Gott in ihn einzog, das können Sie sich denken. Nun werden Sie es aber auch schon begreiflich finden, daß bei den alten Einweihungen große Veränderungen vorgegangen sind mit Bezug auf den ganzen Menschen.

[ 7 ] Ich habe Ihnen ja geschildert, wie der letzte Akt der alten Einweihung war: Nachdem der Schüler, der in die göttlichen Geheimnisse initiiert war, lange vorbereitet worden war durch Lernen und durch Übungen, wurde er dreieinhalb Tage lang in einen todähnlichen Zustand gebracht, so daß sein Ätherleib in diesen dreieinhalb Tagen getrennt war vom physischen Leibe, und da konnten dann in dieser Zeit sich selber in dem Ätherleib die Früchte der Übungen ausdrücken, die in dem astralischen Leib aufgenommen worden waren. Das heißt: Es stieg auf derjenige, der eingeweiht wurde, von einem «Gereinigten», wie man sagt, zu einem «Erleuchteten», der hineinschaut in die geistige Welt. Ein solcher hatte aber auch schon in den alten Zeiten - gerade damals, wo solche Einweihungen noch möglich waren - eine gewisse Gewalt über seine ganze Leiblichkeit. Wenn er nun wiederum zurücktrat in den physischen Leib, dann beherrschte er in bezug auf gewisse feinere Elemente diesen physischen Leib in einer großartigen Weise. Aber vielleicht könnten Sie hier die Frage aufwerfen: Wenn man sich nun einem solchen Eingeweihten genähert hat, der eine ganz besondere Herrschaft über die verschiedenen Hüllen erlangt hatte, auch über seinen physischen Leib sogar, hat man das bemerkt, sah man das an ihm? - Ja, derjenige sah es, der sich eben die Fähigkeit zu solchem Sehen angeeignet hatte. Dem anderen erschien er in der Regel wie ein gewöhnlicher, schlichter Mensch, und er bemerkte nichts Besonderes an ihm. Warum das? Nun, einfach aus dem Grunde, weil der physische Leib, wie er mit physischen Augen angesehen wird, nur der äußere Ausdruck ist für das, was dahinter steht; und die Veränderungen beziehen sich auf das Geistige, das hinter dem physischen Leibe steht.

[ 7 ] Ich habe Ihnen ja geschildert, wie der letzte Akt der alten Einweihung war: Nachdem der Schüler, der in die göttlichen Geheimnisse initiiert war, lange vorbereitet worden war durch Lernen und durch Übungen, wurde er dreieinhalb Tage lang in einen todähnlichen Zustand gebracht, so daß sein Ätherleib in diesen dreieinhalb Tagen getrennt war vom physischen Leibe, und da konnten dann in dieser Zeit sich selber in dem Ätherleib die Früchte der Übungen ausdrücken, die in dem astralischen Leib aufgenommen worden waren. Das heißt: Es stieg auf derjenige, der eingeweiht wurde, von einem «Gereinigten», wie man sagt, zu einem «Erleuchteten», der hineinschaut in die geistige Welt. Ein solcher hatte aber auch schon in den alten Zeiten - gerade damals, wo solche Einweihungen noch möglich waren - eine gewisse Gewalt über seine ganze Leiblichkeit. Wenn er nun wiederum zurücktrat in den physischen Leib, dann beherrschte er in bezug auf gewisse feinere Elemente diesen physischen Leib in einer großartigen Weise. Aber vielleicht könnten Sie hier die Frage aufwerfen: Wenn man sich nun einem solchen Eingeweihten genähert hat, der eine ganz besondere Herrschaft über die verschiedenen Hüllen erlangt hatte, auch über seinen physischen Leib sogar, hat man das bemerkt, sah man das an ihm? - Ja, derjenige sah es, der sich eben die Fähigkeit zu solchem Sehen angeeignet hatte. Dem anderen erschien er in der Regel wie ein gewöhnlicher, schlichter Mensch, und er bemerkte nichts Besonderes an ihm. Warum das? Nun, einfach aus dem Grunde, weil der physische Leib, wie er mit physischen Augen angesehen wird, nur der äußere Ausdruck ist für das, was dahinter steht; und die Veränderungen beziehen sich auf das Geistige, das hinter dem physischen Leibe steht.

[ 8 ] Nun hatten es alle alten Eingeweihten durch die besonderen Prozeduren, die mit ihnen vollzogen wurden, bis zu einem gewissen Grade gebracht in der Beherrschung des physischen Leibes. Nur eines gab es, was durch keine alte Einweihung unter die Herrschaft des Geistes des Menschen hat gebracht werden können. Hier berühren wir gewissermaßen den Rand eines großen Geheimnisses oder Mysteriums. Eines gab es in der menschlichen Natur, bis zu dem die Gewalt eines vorchristlichen Eingeweihten nicht drang. Und das waren die feinen physikalisch-chemischen Vorgänge im Knochensystem, so sonderbar es Ihnen klingt. So ist es aber.

[ 8 ] Nun hatten es alle alten Eingeweihten durch die besonderen Prozeduren, die mit ihnen vollzogen wurden, bis zu einem gewissen Grade gebracht in der Beherrschung des physischen Leibes. Nur eines gab es, was durch keine alte Einweihung unter die Herrschaft des Geistes des Menschen hat gebracht werden können. Hier berühren wir gewissermaßen den Rand eines großen Geheimnisses oder Mysteriums. Eines gab es in der menschlichen Natur, bis zu dem die Gewalt eines vorchristlichen Eingeweihten nicht drang. Und das waren die feinen physikalisch-chemischen Vorgänge im Knochensystem, so sonderbar es Ihnen klingt. So ist es aber.

[ 9 ] Es gab bis zu der Johannes-Taufe des Christus Jesus niemals innerhalb der Erdenentwickelung - unter Eingeweihten nicht und unter Uneingeweihten nicht - eine menschliche Individualität, welche bis in die chemisch-physikalischen Vorgänge des Knochensystems hinein mächtig gewesen wäre. Durch das Hineinfahren des Christus in den Leib des Jesus von Nazareth wurde die jetzige Ichheit des Christus Herrscher bis in das Knochensystem hinein. Und die Folge davon war, daß einmal auf der Erde ein Leib gelebt hat, welcher imstande war, seine Kräfte so zu beherrschen, daß er die Form des Knochensystems, die ‚geistige Form des Knochensystems der Erdenentwickelung einverleiben konnte. Nichts würde von dem, was der Mensch innerhalb der Erdenentwickelung durchmacht, zurückbleiben, wenn der Mensch nicht die edle Form seines Knochensystems als Gesetz der Erdenentwickelung einverleiben könnte, wenn er nicht nach und nach Herr würde über dieses Gesetz des Knochensystems.

[ 9 ] Es gab bis zu der Johannes-Taufe des Christus Jesus niemals innerhalb der Erdenentwickelung - unter Eingeweihten nicht und unter Uneingeweihten nicht - eine menschliche Individualität, welche bis in die chemisch-physikalischen Vorgänge des Knochensystems hinein mächtig gewesen wäre. Durch das Hineinfahren des Christus in den Leib des Jesus von Nazareth wurde die jetzige Ichheit des Christus Herrscher bis in das Knochensystem hinein. Und die Folge davon war, daß einmal auf der Erde ein Leib gelebt hat, welcher imstande war, seine Kräfte so zu beherrschen, daß er die Form des Knochensystems, die ‚geistige Form des Knochensystems der Erdenentwickelung einverleiben konnte. Nichts würde von dem, was der Mensch innerhalb der Erdenentwickelung durchmacht, zurückbleiben, wenn der Mensch nicht die edle Form seines Knochensystems als Gesetz der Erdenentwickelung einverleiben könnte, wenn er nicht nach und nach Herr würde über dieses Gesetz des Knochensystems.

[ 10 ] Es hängt damit etwas zusammen - wie so oft alte Traditionen zusammenhängen mit dem Okkulten -, was Sie aus einem alten Aberglauben des Volkes ersehen können: Gewisse Kreise bilden den Tod ab, indem sie ein Knochensystem abbilden. Das ist die Form dafür, daß, als die Erde im Beginne der Entwickelung war, alle die Gesetze, die sich auf des Menschen übrige Organisationssysteme beziehen, so weit waren, daß sie am Ende der Erdenentwickelung -in einer höheren Form umgestaltet - auch wieder da wären. Aber nichts würde von der Erdenentwickelung in die Zukunft hinübergenommen werden, wenn nicht die Form des Knochensystems hinübergenommen würde. Die Form des Knochensystems besiegt den Tod im physischen Sinne. Daher mußte derjenige, der den Tod auf Erden besiegen sollte, Herrschaft haben über das Knochensystem, und zwar in derselben Weise, wie ich Ihnen diese Herrschaft über gewisse körperliche Eigenschaften auch in bezug auf geringere Fähigkeiten angedeutet habe. Der Mensch hat Herrschaft über sein Blutsystem nur in sehr geringem Maße. Beim Schamgefühl zum Beispiel treibt er sein Blut von innen nach außen; das heißt, die Seele wirkt auf das Blutsystem. Beim Erschrecken, wenn der Mensch erblaßt, treibt er das Blut in sein Zentrum, nach innen zurück. Wenn der Mensch Trauer empfindet, pressen sich die Tränen heraus. Das alles sind gewisse Herrschaften der Seele über das Körperliche. Noch viel mehr Herrschaft über das Körperliche erhält derjenige, der in einem gewissen Grade eingeweiht ist: er erhält die Möglichkeit, in bestimmter Weise die Bewegungen der Teile seines Gehirns willkürlich zu beherrschen und so weiter.

[ 10 ] Es hängt damit etwas zusammen - wie so oft alte Traditionen zusammenhängen mit dem Okkulten -, was Sie aus einem alten Aberglauben des Volkes ersehen können: Gewisse Kreise bilden den Tod ab, indem sie ein Knochensystem abbilden. Das ist die Form dafür, daß, als die Erde im Beginne der Entwickelung war, alle die Gesetze, die sich auf des Menschen übrige Organisationssysteme beziehen, so weit waren, daß sie am Ende der Erdenentwickelung -in einer höheren Form umgestaltet - auch wieder da wären. Aber nichts würde von der Erdenentwickelung in die Zukunft hinübergenommen werden, wenn nicht die Form des Knochensystems hinübergenommen würde. Die Form des Knochensystems besiegt den Tod im physischen Sinne. Daher mußte derjenige, der den Tod auf Erden besiegen sollte, Herrschaft haben über das Knochensystem, und zwar in derselben Weise, wie ich Ihnen diese Herrschaft über gewisse körperliche Eigenschaften auch in bezug auf geringere Fähigkeiten angedeutet habe. Der Mensch hat Herrschaft über sein Blutsystem nur in sehr geringem Maße. Beim Schamgefühl zum Beispiel treibt er sein Blut von innen nach außen; das heißt, die Seele wirkt auf das Blutsystem. Beim Erschrecken, wenn der Mensch erblaßt, treibt er das Blut in sein Zentrum, nach innen zurück. Wenn der Mensch Trauer empfindet, pressen sich die Tränen heraus. Das alles sind gewisse Herrschaften der Seele über das Körperliche. Noch viel mehr Herrschaft über das Körperliche erhält derjenige, der in einem gewissen Grade eingeweiht ist: er erhält die Möglichkeit, in bestimmter Weise die Bewegungen der Teile seines Gehirns willkürlich zu beherrschen und so weiter.

[ 11 ] Diejenige menschliche Wesenheit also, welche die Hülle des Jesus von Nazareth war, sie kam unter die Herrschaft des Christus. Und die Willkür des Christus, sein freier Wille, drang mit seiner Herrschaft hinein bis in das Knochensystem, so daß er sozusagen zum ersten Male hineinwirken konnte in dieses Knochensystem. Die Bedeutung dieser Tatsache aber läßt sich so schildern: Der Mensch hat sich die Form, die er heute durch 'sein Knochensystem hat, auf der Erde erobert, nicht auf einer früheren Verkörperung unseres Planeten. Aber er würde sie verlieren, wenn nicht jene geistige Macht gekommen wäre, die wir den Christus nennen. Der Mensch würde nichts als Ente und Frucht von der Erde mit hinüber in die Zukunft nehmen, wenn nicht jene Herrschaft des Christus über das Knochensystem eingetreten wäre. — Also es war etwas von einer ungeheuren Gewalt, was in dem Augenblicke der Johannes-Taufe bis in das innerste Mark hinein durchdrang die dreifache Hülle des Jesus von Nazareth. Diesen Moment müssen wir uns vor die Seele malen. Denn das ist das eine, was geschah.

[ 11 ] Diejenige menschliche Wesenheit also, welche die Hülle des Jesus von Nazareth war, sie kam unter die Herrschaft des Christus. Und die Willkür des Christus, sein freier Wille, drang mit seiner Herrschaft hinein bis in das Knochensystem, so daß er sozusagen zum ersten Male hineinwirken konnte in dieses Knochensystem. Die Bedeutung dieser Tatsache aber läßt sich so schildern: Der Mensch hat sich die Form, die er heute durch 'sein Knochensystem hat, auf der Erde erobert, nicht auf einer früheren Verkörperung unseres Planeten. Aber er würde sie verlieren, wenn nicht jene geistige Macht gekommen wäre, die wir den Christus nennen. Der Mensch würde nichts als Ente und Frucht von der Erde mit hinüber in die Zukunft nehmen, wenn nicht jene Herrschaft des Christus über das Knochensystem eingetreten wäre. — Also es war etwas von einer ungeheuren Gewalt, was in dem Augenblicke der Johannes-Taufe bis in das innerste Mark hinein durchdrang die dreifache Hülle des Jesus von Nazareth. Diesen Moment müssen wir uns vor die Seele malen. Denn das ist das eine, was geschah.

[ 12 ] Wenn eine gewöhnliche Geburt geschieht, dann vereinigt sich dasjenige, was aus den früheren Verkörperungen des Menschen kommt, mit dem, was der Mensch durch die Vererbung erlangt. Es vereinigt sich die menschliche Individualität, die in früheren Leben da war, mit dem, was er als seine fleischlich-ätherische Hülle erhält. Es, vereinigt sich also etwas, was aus der geistigen Welt kommt, mit dem SinnlichPhysischen. Diejenigen, welche öfters Vorträge von mir gehört haben, wissen, daß in bezug auf die äußere Erscheinung in der geistigen Welt, sobald wir sie nur betreten, alles im Spiegelbild, alles umgekehrt vorhanden ist. Wenn also jemand durch rationelle Methoden hellseherisch gemacht wird, wenn ihm der Blick für die geistige Welt aufgeht, so muß er erst langsam lernen, sich auszukennen in der geistigen Welt, denn da erscheint alles umgekehrt. Wenn ihm eine Zahl entgegentritt, zum Beispiel die Zahl 345, so darf er sie nicht so lesen wie in der physischen Welt, also nicht 345, sondern 543, umgekehrt muß er sie lesen. So müssen Sie lernen, in gewisser Weise alles in der Umkehrung zu betrachten, nicht nur Zahlen, sondern alles andere auch.

[ 12 ] Wenn eine gewöhnliche Geburt geschieht, dann vereinigt sich dasjenige, was aus den früheren Verkörperungen des Menschen kommt, mit dem, was der Mensch durch die Vererbung erlangt. Es vereinigt sich die menschliche Individualität, die in früheren Leben da war, mit dem, was er als seine fleischlich-ätherische Hülle erhält. Es, vereinigt sich also etwas, was aus der geistigen Welt kommt, mit dem SinnlichPhysischen. Diejenigen, welche öfters Vorträge von mir gehört haben, wissen, daß in bezug auf die äußere Erscheinung in der geistigen Welt, sobald wir sie nur betreten, alles im Spiegelbild, alles umgekehrt vorhanden ist. Wenn also jemand durch rationelle Methoden hellseherisch gemacht wird, wenn ihm der Blick für die geistige Welt aufgeht, so muß er erst langsam lernen, sich auszukennen in der geistigen Welt, denn da erscheint alles umgekehrt. Wenn ihm eine Zahl entgegentritt, zum Beispiel die Zahl 345, so darf er sie nicht so lesen wie in der physischen Welt, also nicht 345, sondern 543, umgekehrt muß er sie lesen. So müssen Sie lernen, in gewisser Weise alles in der Umkehrung zu betrachten, nicht nur Zahlen, sondern alles andere auch.

[ 13 ] Indem sich der Christus vereinigte mit der äußeren Hülle des Jesus von Nazareth, zeigt sich dieses Ereignis in seiner äußeren Erscheinung dem, der die geistigen Augen geöffnet hat, auch in einer gegenteiligen Erscheinung. Während bei einer physischen Verkörperung ein Geistiges herunterkommt aus höheren Welten und sich mit dem Physischen vereinigt, erscheint dasjenige, was. in diesem Falle hingeopfert wurde, um den Christus-Geist aufzunehmen, über dem Haupte des Jesus von Nazareth in Form der weißen Taube. Ein Geistiges erscheint, wie es sich loslöst von dem Physischen! Das ist durchaus eine hellsehe. tische Beobachtung. Und sehr wenig richtig ist es, wenn gesagt wird: Das ist bloß allegorisch oder symbolisch gemeint. Es ist eine reale hellseherische geistige Tatsache, die für das hellseherische Vermögen auf dem astralischen Plan wirklich vorhanden ist. So, wie eine physische Geburt ein Heranziehen eines Geistigen ist, so war diese Geburt ein Opfer, ein Hingeben. Damit war die Möglichkeit gegeben, daß der Geist, der «über dem Wasser schwebte» im Beginne unserer Erdentwickelung, sich vereinigte mit der dreifachen Hülle des Jesus von Nazareth und sie so durchkraftete und durchglühte, wie wir das beschrieben haben.

[ 13 ] Indem sich der Christus vereinigte mit der äußeren Hülle des Jesus von Nazareth, zeigt sich dieses Ereignis in seiner äußeren Erscheinung dem, der die geistigen Augen geöffnet hat, auch in einer gegenteiligen Erscheinung. Während bei einer physischen Verkörperung ein Geistiges herunterkommt aus höheren Welten und sich mit dem Physischen vereinigt, erscheint dasjenige, was. in diesem Falle hingeopfert wurde, um den Christus-Geist aufzunehmen, über dem Haupte des Jesus von Nazareth in Form der weißen Taube. Ein Geistiges erscheint, wie es sich loslöst von dem Physischen! Das ist durchaus eine hellsehe. tische Beobachtung. Und sehr wenig richtig ist es, wenn gesagt wird: Das ist bloß allegorisch oder symbolisch gemeint. Es ist eine reale hellseherische geistige Tatsache, die für das hellseherische Vermögen auf dem astralischen Plan wirklich vorhanden ist. So, wie eine physische Geburt ein Heranziehen eines Geistigen ist, so war diese Geburt ein Opfer, ein Hingeben. Damit war die Möglichkeit gegeben, daß der Geist, der «über dem Wasser schwebte» im Beginne unserer Erdentwickelung, sich vereinigte mit der dreifachen Hülle des Jesus von Nazareth und sie so durchkraftete und durchglühte, wie wir das beschrieben haben.

[ 14 ] Nun werden Sie begreifen, daß in dem Moment, als das geschah, nicht allein der kleine Raumesteil beteiligt war, in dem sich die Johannes-Taufe abspielte. Das wäre nur eine Kurzsichtigkeit der Menschen, wenn sie glauben würden, daß etwas, was in betreff irgendeiner Wesenheit geschieht, eingeschlossen wäre in die Grenzen, die das Auge sieht. Das ist die starke Illusion, der sich die Menschen hingeben können, wenn sie nur ihren äußeren Sinnen vertrauen. Wo ist denn für die äußeren Sinne die Grenze des Menschen? Wenn man oberflächlich spräche, würde man diese Grenze sehen in seiner Haut. Da hört der Mensch auf nach allen Seiten. Es könnte sogar jemand sagen: Wenn ich dir die Nase abschneide, die zu dir gehört, so bist du kein ganzer Mensch mehr; daran erkenne ich, daß das alles zu deiner Wesenheit gehört. — Aber es ist das doch eine sehr kurzsichtige Betrachtung. Ein paar Dezimeter vor der Haut des Menschen sucht man schon nicht mehr das, was zum Menschen gehört, wenn man sich auf die physische Betrachtung beschränkt. Aber bedenken Sie, daß Sie mit einem jeden Atemzug Luft einatmen aus dem ganzen Luftkreis Ihrer Umgebung. Wenn man Ihnen die Nase abschneidet, sind Sie kein ganzer Mensch mehr; wenn man Ihnen aber die Luft abschneidet, auch nicht! Es ist nur eine willkürliche Ansicht, wenn Sie sich den Menschen in seiner Haut begrenzt vorstellen. Das gehört alles zum Menschen, was ringsherum ist. Auch schon im physischen Sinne gehört es zum Menschen. So daß, wenn mit dem Menschen irgend etwas geschieht an einem bestimmten Orte, es nicht so ist, daß nur der Platz, den der menschliche Körper einnimmt, daran beteiligt wäre. Würden Sie einmal versuchen, in einer Meile im Umkreise eines Menschen in genügend starker Art die Luft zu verpesten, so daß sich die Dämpfe bis zu dem Menschen hin erstrecken, dann würden Sie sehr bald merken, daß der ganze Raum im Umkreise einer Meile beteiligt ist an den Lebensvorgängen dieses Menschen. Und die ganze Erde ist beteiligt bei jedem Lebensvorgang. Wenn das schon beim physischen Lebensvorgang der Fall ist, so wird es Ihnen nicht unbegreiflich erscheinen, daß bei einem Ereignis wie der Johannes-Taufe die geistige Welt beteiligt war im weitesten Umkreise, und daß vieles, vieles geschah, damit dieses geschehen konnte.

[ 14 ] Nun werden Sie begreifen, daß in dem Moment, als das geschah, nicht allein der kleine Raumesteil beteiligt war, in dem sich die Johannes-Taufe abspielte. Das wäre nur eine Kurzsichtigkeit der Menschen, wenn sie glauben würden, daß etwas, was in betreff irgendeiner Wesenheit geschieht, eingeschlossen wäre in die Grenzen, die das Auge sieht. Das ist die starke Illusion, der sich die Menschen hingeben können, wenn sie nur ihren äußeren Sinnen vertrauen. Wo ist denn für die äußeren Sinne die Grenze des Menschen? Wenn man oberflächlich spräche, würde man diese Grenze sehen in seiner Haut. Da hört der Mensch auf nach allen Seiten. Es könnte sogar jemand sagen: Wenn ich dir die Nase abschneide, die zu dir gehört, so bist du kein ganzer Mensch mehr; daran erkenne ich, daß das alles zu deiner Wesenheit gehört. — Aber es ist das doch eine sehr kurzsichtige Betrachtung. Ein paar Dezimeter vor der Haut des Menschen sucht man schon nicht mehr das, was zum Menschen gehört, wenn man sich auf die physische Betrachtung beschränkt. Aber bedenken Sie, daß Sie mit einem jeden Atemzug Luft einatmen aus dem ganzen Luftkreis Ihrer Umgebung. Wenn man Ihnen die Nase abschneidet, sind Sie kein ganzer Mensch mehr; wenn man Ihnen aber die Luft abschneidet, auch nicht! Es ist nur eine willkürliche Ansicht, wenn Sie sich den Menschen in seiner Haut begrenzt vorstellen. Das gehört alles zum Menschen, was ringsherum ist. Auch schon im physischen Sinne gehört es zum Menschen. So daß, wenn mit dem Menschen irgend etwas geschieht an einem bestimmten Orte, es nicht so ist, daß nur der Platz, den der menschliche Körper einnimmt, daran beteiligt wäre. Würden Sie einmal versuchen, in einer Meile im Umkreise eines Menschen in genügend starker Art die Luft zu verpesten, so daß sich die Dämpfe bis zu dem Menschen hin erstrecken, dann würden Sie sehr bald merken, daß der ganze Raum im Umkreise einer Meile beteiligt ist an den Lebensvorgängen dieses Menschen. Und die ganze Erde ist beteiligt bei jedem Lebensvorgang. Wenn das schon beim physischen Lebensvorgang der Fall ist, so wird es Ihnen nicht unbegreiflich erscheinen, daß bei einem Ereignis wie der Johannes-Taufe die geistige Welt beteiligt war im weitesten Umkreise, und daß vieles, vieles geschah, damit dieses geschehen konnte.

[ 15 ] Wenn Sie aber einen Menschen haben, dem Sie in einer Meile im Umkreis die Luft verderben, so daß seine Lebensvorgänge davon beeinflußt werden, und Sie stellen einen anderen Menschen in seine Nähe, dann wird dieser andere eben auch eine Wirkung erleiden. Vielleicht wird diese Wirkung eine etwas andere sein, je nachdem der andere etwas näher oder weiter dem Bannkreis dieser Meile steht. Wenn er zum Beispiel weit weg ist, wird auch die Wirkung schwächer sein, aber es wird doch eine Wirkung ausgeübt werden. Daher werden Sie es nicht mehr sonderbar finden, wenn heute die Frage aufgeworfen wird, ob es denn nicht noch andere Wirkungen gibt, die mit der Johannes-Taufe verbunden waren. Und hier berühren wir den Rand eines anderen tiefen Geheimnisses, das man nur mit Scheu und Ehrfurcht heute aussprechen kann. Denn nur nach und nach erst wird die Menschheit dazu vorbereitet werden, solche Dinge zu verstehen.

[ 15 ] Wenn Sie aber einen Menschen haben, dem Sie in einer Meile im Umkreis die Luft verderben, so daß seine Lebensvorgänge davon beeinflußt werden, und Sie stellen einen anderen Menschen in seine Nähe, dann wird dieser andere eben auch eine Wirkung erleiden. Vielleicht wird diese Wirkung eine etwas andere sein, je nachdem der andere etwas näher oder weiter dem Bannkreis dieser Meile steht. Wenn er zum Beispiel weit weg ist, wird auch die Wirkung schwächer sein, aber es wird doch eine Wirkung ausgeübt werden. Daher werden Sie es nicht mehr sonderbar finden, wenn heute die Frage aufgeworfen wird, ob es denn nicht noch andere Wirkungen gibt, die mit der Johannes-Taufe verbunden waren. Und hier berühren wir den Rand eines anderen tiefen Geheimnisses, das man nur mit Scheu und Ehrfurcht heute aussprechen kann. Denn nur nach und nach erst wird die Menschheit dazu vorbereitet werden, solche Dinge zu verstehen.

[ 16 ] In demselben Augenblick, als sich der Geist des Christus in den Leib des Jesus von Nazareth hineinsenkte und eine Verwandlung vorging, wie wir sie beschrieben haben, da wurde auch auf die Mutter des Jesus von Nazareth eine Wirkung ausgeübt. Und diese Wirkung besteht darinnen, daß sie in diesem Augenblick der Johannes-Taufe wiederum zurückerhielt ihre Jungfräulichkeit, das heißt, sie wurde in ihrer inneren Organisation so, wie die weibliche Organisation vor der jungfräulichen Reife ist. Die Mutter des Jesus von Nazareth wurde bei der Geburt des Christus Jungfrau.

[ 16 ] In demselben Augenblick, als sich der Geist des Christus in den Leib des Jesus von Nazareth hineinsenkte und eine Verwandlung vorging, wie wir sie beschrieben haben, da wurde auch auf die Mutter des Jesus von Nazareth eine Wirkung ausgeübt. Und diese Wirkung besteht darinnen, daß sie in diesem Augenblick der Johannes-Taufe wiederum zurückerhielt ihre Jungfräulichkeit, das heißt, sie wurde in ihrer inneren Organisation so, wie die weibliche Organisation vor der jungfräulichen Reife ist. Die Mutter des Jesus von Nazareth wurde bei der Geburt des Christus Jungfrau.

[ 17 ] Das sind die beiden bedeutsamsten Tatsachen, jene großen, gewaltigen Wirkungen, die der Schreiber des Johannes-Evangeliums uns, wenn auch verhüllt, andeutet. Aber wenn wir das Johannes-Evangelium richtig lesen können, so steht in einer gewissen Weise das alles da. Um das zu erkennen, müssen wir an mancherlei wieder anknüpfen, was wir gestern schon von verschiedenen Seiten her berührt haben.

[ 17 ] Das sind die beiden bedeutsamsten Tatsachen, jene großen, gewaltigen Wirkungen, die der Schreiber des Johannes-Evangeliums uns, wenn auch verhüllt, andeutet. Aber wenn wir das Johannes-Evangelium richtig lesen können, so steht in einer gewissen Weise das alles da. Um das zu erkennen, müssen wir an mancherlei wieder anknüpfen, was wir gestern schon von verschiedenen Seiten her berührt haben.

[ 18 ] Wir sagten, daß in alten Zeiten die Menschen unter dem Einfluß der «nahen Ehe» lebten. Das bedeutet, daß die Ehe innerhalb der Blutsverwandtschaft, innerhalb desselben Stammes vollzogen wurde. Erst mit dem Vorschreiten der Zeiten heiratete man aus dem Stamm heraus in anderes Stammesblut hinein. Je weiter wir zurückgehen in ältere Zeiten, desto mehr finden wir, daß die Menschen unter dem Einfluß dieser Blutsverwandtschaft stehen. Dadurch, daß Stammesblut floß durch die Adern der Menschen, waren in alten Zeiten jene erhöhten magischen Kräfte möglich. Ein Mensch, der in alten Zeiten lebte, und der lange hinaufschauen konnte in seine Vorfahrenreihe und immer nur hineinschauen konnte in stammverwandtes Blut, der hatte in seinem Blut magische Kräfte wirkend, so daß Wirkungen von Seele zu Seele möglich waren, wie sie gestern beschrieben worden sind. Das wußten aber die Leute früher, die einfachsten Leute wußten das. Nun wäre es aber durchaus falsch, daraus zu schließen, daß, wenn heute blutsverwandte Ehen eingegangen würden, ähnliche Zustände eintreten und magische Kräfte zur Erscheinung kommen würden. Da würden Sie wieder in den Fehler verfallen, in den das Maiglöckchen verfallen würde, wenn es auf einmal sagte: Ich will nicht mehr im Mai blühen, ich blühe von jetzt ab im Oktober! Es kann nicht im Oktober blühen, denn dann sind nicht die nötigen Bedingungen für das Maiglöckchen da. Ebenso ist es mit den magischen Kräften. Es können sich nicht magische Kräfte entwickeln in einer Zeit, wo die Bedingungen dazu nicht mehr vorhanden sind. Jetzt in unserer Zeit müssen sich die magischen Kräfte in einer anderen Weise entwickeln. Das, was geschildert wurde, gilt nur für die alten Zeiten. Natürlich, der grobnaturalistische Gelehrte kann das gar nicht verstehen, daß sich die Gesetze in der Entwickelung verändert haben sollten; er glaubt, was er heute in seinem physikalischen Kabinett erlebt, das müsse sich immer so ereignet haben. Das ist aber Unsinn, denn die Gesetze ändern sich. Und solche Leute, die sich aus der neueren Naturwissenschaft ihren Glauben herholen, würden das, was in Palästina geschehen ist, wovon im Johannes-Evangelium gesprochen wird, als etwas Besonderes angestaunt haben. Aber diejenigen, welche in der Zeit des Christus Jesus lebten, als noch die lebendigen Traditionen von Zeiten vorhanden waren, wo solche Dinge durchaus zu den Möglichkeiten gehörten, sie waren gar nicht besonders darüber erstaunt. Daher konnte ich schon gestern andeuten, daß die Menschen eigentlich gar nicht besonders erstaunt waren über das, was bei der Hochzeit zu Kana als Zeichen geschah. Und warum sollten sie darüber gestaunt haben? Äußerlich war es ja eine Wiederholung von dem, wovon sie wußten, daß es immer und immer beobachtet worden war. Lesen Sie im 2.Buch der Könige, im 4.Kapitel, Vers 42-44:

[ 18 ] Wir sagten, daß in alten Zeiten die Menschen unter dem Einfluß der «nahen Ehe» lebten. Das bedeutet, daß die Ehe innerhalb der Blutsverwandtschaft, innerhalb desselben Stammes vollzogen wurde. Erst mit dem Vorschreiten der Zeiten heiratete man aus dem Stamm heraus in anderes Stammesblut hinein. Je weiter wir zurückgehen in ältere Zeiten, desto mehr finden wir, daß die Menschen unter dem Einfluß dieser Blutsverwandtschaft stehen. Dadurch, daß Stammesblut floß durch die Adern der Menschen, waren in alten Zeiten jene erhöhten magischen Kräfte möglich. Ein Mensch, der in alten Zeiten lebte, und der lange hinaufschauen konnte in seine Vorfahrenreihe und immer nur hineinschauen konnte in stammverwandtes Blut, der hatte in seinem Blut magische Kräfte wirkend, so daß Wirkungen von Seele zu Seele möglich waren, wie sie gestern beschrieben worden sind. Das wußten aber die Leute früher, die einfachsten Leute wußten das. Nun wäre es aber durchaus falsch, daraus zu schließen, daß, wenn heute blutsverwandte Ehen eingegangen würden, ähnliche Zustände eintreten und magische Kräfte zur Erscheinung kommen würden. Da würden Sie wieder in den Fehler verfallen, in den das Maiglöckchen verfallen würde, wenn es auf einmal sagte: Ich will nicht mehr im Mai blühen, ich blühe von jetzt ab im Oktober! Es kann nicht im Oktober blühen, denn dann sind nicht die nötigen Bedingungen für das Maiglöckchen da. Ebenso ist es mit den magischen Kräften. Es können sich nicht magische Kräfte entwickeln in einer Zeit, wo die Bedingungen dazu nicht mehr vorhanden sind. Jetzt in unserer Zeit müssen sich die magischen Kräfte in einer anderen Weise entwickeln. Das, was geschildert wurde, gilt nur für die alten Zeiten. Natürlich, der grobnaturalistische Gelehrte kann das gar nicht verstehen, daß sich die Gesetze in der Entwickelung verändert haben sollten; er glaubt, was er heute in seinem physikalischen Kabinett erlebt, das müsse sich immer so ereignet haben. Das ist aber Unsinn, denn die Gesetze ändern sich. Und solche Leute, die sich aus der neueren Naturwissenschaft ihren Glauben herholen, würden das, was in Palästina geschehen ist, wovon im Johannes-Evangelium gesprochen wird, als etwas Besonderes angestaunt haben. Aber diejenigen, welche in der Zeit des Christus Jesus lebten, als noch die lebendigen Traditionen von Zeiten vorhanden waren, wo solche Dinge durchaus zu den Möglichkeiten gehörten, sie waren gar nicht besonders darüber erstaunt. Daher konnte ich schon gestern andeuten, daß die Menschen eigentlich gar nicht besonders erstaunt waren über das, was bei der Hochzeit zu Kana als Zeichen geschah. Und warum sollten sie darüber gestaunt haben? Äußerlich war es ja eine Wiederholung von dem, wovon sie wußten, daß es immer und immer beobachtet worden war. Lesen Sie im 2.Buch der Könige, im 4.Kapitel, Vers 42-44:

«Es kam aber ein Mann von Baal-Salisa und brachte dem Manne Gottes Erstlingsbrot, nämlich zwanzig Gerstenbrote und neu Getreide in seinem Kleid. Da befahl er: Gib es dem Volke, daß sie essen!

Sein Diener erwiderte: Wie kann ich davon hundert Männern geben? Er aber sprach: Gib es dem Volke, daß sie essen! Denn so spricht der Herr: Man wird essen, und es wird noch übrigbleiben! Und er legte es ihnen vor, daß sie aßen; und blieb noch über nach dem Wort des Herrn.»

«Es kam aber ein Mann von Baal-Salisa und brachte dem Manne Gottes Erstlingsbrot, nämlich zwanzig Gerstenbrote und neu Getreide in seinem Kleid. Da befahl er: Gib es dem Volke, daß sie essen!

Sein Diener erwiderte: Wie kann ich davon hundert Männern geben? Er aber sprach: Gib es dem Volke, daß sie essen! Denn so spricht der Herr: Man wird essen, und es wird noch übrigbleiben! Und er legte es ihnen vor, daß sie aßen; und blieb noch über nach dem Wort des Herrn.»

[ 19 ] Hier haben Sie im Alten Testament für die alten Zeiten die Situation erzählt von der Speisung von fünftausend Menschen. Wie sollten diejenigen über ein solches Zeichen verwundert sein, in deren Urkunden stand, daß das nicht zum ersten Male geschah! Es ist wesentlich, daß wir dieses verstehen.

[ 19 ] Hier haben Sie im Alten Testament für die alten Zeiten die Situation erzählt von der Speisung von fünftausend Menschen. Wie sollten diejenigen über ein solches Zeichen verwundert sein, in deren Urkunden stand, daß das nicht zum ersten Male geschah! Es ist wesentlich, daß wir dieses verstehen.

[ 20 ] Was geschah denn aber bei dem, der im alten Sinne eingeweiht worden war? Er bekam eben den Eintritt in die geistige Welt, ihm wurde das Auge geöffnet für die geistig wirksamen Kräfte, das heißt, er sah hinein in den Zusammenhang von Blut und geistig wirksamen Kräften. Die anderen hatten eine dunkle Ahnung davon. Wer aber eingeweiht war, der sah hinauf bis zu dem ersten der Ahnen, von dem das Blut herunterrollte. Ein solcher konnte sich sagen: So rinnt das Blut herunter durch die Generationen, und in diesem Blut drückt sich ein ganzes Volks-Ich aus, wie sich ausdrückt in dem einzelmenschlichen Blute das Einzel-Ich. - So sah ein solcher Eingeweihter hinauf bis zu dem Anfang des Blutstromes, der durch die Generationen zog, und er fühlte sich mit seiner Seele identisch mit dem ganzen Volksgeist, der seine Physiognomie in dem ganzen Volksblut hatte. Ein solcher, der sich eins fühlte mit dem ganzen Volksblut, der war in gewissem Grade eingeweiht, und er war in gewissem Grade Herr über bestimmte magische Kräfte im alten Sinne.

[ 20 ] Was geschah denn aber bei dem, der im alten Sinne eingeweiht worden war? Er bekam eben den Eintritt in die geistige Welt, ihm wurde das Auge geöffnet für die geistig wirksamen Kräfte, das heißt, er sah hinein in den Zusammenhang von Blut und geistig wirksamen Kräften. Die anderen hatten eine dunkle Ahnung davon. Wer aber eingeweiht war, der sah hinauf bis zu dem ersten der Ahnen, von dem das Blut herunterrollte. Ein solcher konnte sich sagen: So rinnt das Blut herunter durch die Generationen, und in diesem Blut drückt sich ein ganzes Volks-Ich aus, wie sich ausdrückt in dem einzelmenschlichen Blute das Einzel-Ich. - So sah ein solcher Eingeweihter hinauf bis zu dem Anfang des Blutstromes, der durch die Generationen zog, und er fühlte sich mit seiner Seele identisch mit dem ganzen Volksgeist, der seine Physiognomie in dem ganzen Volksblut hatte. Ein solcher, der sich eins fühlte mit dem ganzen Volksblut, der war in gewissem Grade eingeweiht, und er war in gewissem Grade Herr über bestimmte magische Kräfte im alten Sinne.

[ 21 ] Nun müssen wir uns noch eines vor Augen halten. Das Männliche und das Weibliche, sie wirken in der Fortpflanzung der Menschheit in einer Weise zusammen, die wir kurz in folgender Artcharakterisieren können.

[ 21 ] Nun müssen wir uns noch eines vor Augen halten. Das Männliche und das Weibliche, sie wirken in der Fortpflanzung der Menschheit in einer Weise zusammen, die wir kurz in folgender Artcharakterisieren können.

[ 22 ] Würde das Weibliche die alleinige Oberhand haben, so würden sich die Menschen so entwickeln, daß in ihnen die gleichartigen Charaktere immer wieder und wieder zum Vorschein kämen. Es wäre immer das Kind den Eltern, den Großeltern usw. ähnlich. Alles an Kräften, was die Ähnlichkeit bewirkt, das haftet am Weiblichen. Alles, was die Ähnlichkeit verändert, was Unterschiede schafft, das haftet am Männlichen. Haben Sie innerhalb einer Volksgemeinschaft eine Anzahl von Gesichtern, die sich gleichsehen, so haftet das am Weiblichen. Aber in diesen Gesichtern sind doch gewisse Unterschiede vorhanden, so daß Sie die einzelnen Menschen unterscheiden können. Das ist der Einfluß des Männlichen. Wenn nur das Weibliche Einfluß hätte, so würden Sie die einzelnen Menschen nicht voneinander unterscheiden können. Und wenn wiederum nur das Männliche wirken würde, so würden Sie eine Gruppe von Menschen niemals als zu einem Stamm gehörig erkennen können. So wirken Männliches und Weibliches zusammen, daß wir sagen können: Das Männliche wirkt individualisierend, spezialisierend, trennend; das Weibliche dagegen wirkt generalisierend. In welchen Kräften liegt also vorzugsweise das, was dem ganzen Volke angehört? Das, was dem ganzen Volke angehört, haftet vor allen Dingen an dem Weiblichen. Wir können auch sagen: Durch die Kraft der Frau wird von Generation zu Generation getragen dasjenige, was sich in anderer Weise dadurch ausdrückt, daß es durch das Blut rollt von Generation zu Generation. Derjenige, welcher noch näher charakterisieren wollte, woran eigentlich die magischen Kräfte haften, die in den Blutsbanden sind, müßte sagen: Sie haften an dem das ganze Volk durchziehenden, in allen Volksgliedern lebenden Weiblichen. Wenn also einer sich emporgeschwungen hatte durch die Einweihung zu einem Menschen, der sozusagen die Kräfte handhaben konnte, die durch das weibliche Volkselement dem durch die Generationen rinnenden Blute eingeimpft waren, was war das Wesentliche an einem solchen Menschen?

[ 22 ] Würde das Weibliche die alleinige Oberhand haben, so würden sich die Menschen so entwickeln, daß in ihnen die gleichartigen Charaktere immer wieder und wieder zum Vorschein kämen. Es wäre immer das Kind den Eltern, den Großeltern usw. ähnlich. Alles an Kräften, was die Ähnlichkeit bewirkt, das haftet am Weiblichen. Alles, was die Ähnlichkeit verändert, was Unterschiede schafft, das haftet am Männlichen. Haben Sie innerhalb einer Volksgemeinschaft eine Anzahl von Gesichtern, die sich gleichsehen, so haftet das am Weiblichen. Aber in diesen Gesichtern sind doch gewisse Unterschiede vorhanden, so daß Sie die einzelnen Menschen unterscheiden können. Das ist der Einfluß des Männlichen. Wenn nur das Weibliche Einfluß hätte, so würden Sie die einzelnen Menschen nicht voneinander unterscheiden können. Und wenn wiederum nur das Männliche wirken würde, so würden Sie eine Gruppe von Menschen niemals als zu einem Stamm gehörig erkennen können. So wirken Männliches und Weibliches zusammen, daß wir sagen können: Das Männliche wirkt individualisierend, spezialisierend, trennend; das Weibliche dagegen wirkt generalisierend. In welchen Kräften liegt also vorzugsweise das, was dem ganzen Volke angehört? Das, was dem ganzen Volke angehört, haftet vor allen Dingen an dem Weiblichen. Wir können auch sagen: Durch die Kraft der Frau wird von Generation zu Generation getragen dasjenige, was sich in anderer Weise dadurch ausdrückt, daß es durch das Blut rollt von Generation zu Generation. Derjenige, welcher noch näher charakterisieren wollte, woran eigentlich die magischen Kräfte haften, die in den Blutsbanden sind, müßte sagen: Sie haften an dem das ganze Volk durchziehenden, in allen Volksgliedern lebenden Weiblichen. Wenn also einer sich emporgeschwungen hatte durch die Einweihung zu einem Menschen, der sozusagen die Kräfte handhaben konnte, die durch das weibliche Volkselement dem durch die Generationen rinnenden Blute eingeimpft waren, was war das Wesentliche an einem solchen Menschen?

[ 23 ] In der alten Einweihung unterschied man — wenn wir Ausdrücke der persischen Einweihung gebrauchen wollen — gewisse Stufen im Hinaufsteigen zu den geistigen Höhen. Man bezeichnet diese Stufen mit gewissen Namen. Einer dieser Namen wird uns besonders interessieren. Den ersten Grad der persischen Einweihung bezeichnete man mit dem Ausdrucke des «Raben», den zweiten mit dem Ausdrucke des «Okkulten », den dritten Grad nannte man den des «Streiters», den vierten den des «Löwen». Den fünften Grad bezeichnete man bei jedem Volke mit dem Namen des betreffenden Volkes, so daß man von einem Perser sagte, wenn er die fünfte Einweihungsstufe hinaufstieg, er sei ein «Perser».

[ 23 ] In der alten Einweihung unterschied man — wenn wir Ausdrücke der persischen Einweihung gebrauchen wollen — gewisse Stufen im Hinaufsteigen zu den geistigen Höhen. Man bezeichnet diese Stufen mit gewissen Namen. Einer dieser Namen wird uns besonders interessieren. Den ersten Grad der persischen Einweihung bezeichnete man mit dem Ausdrucke des «Raben», den zweiten mit dem Ausdrucke des «Okkulten », den dritten Grad nannte man den des «Streiters», den vierten den des «Löwen». Den fünften Grad bezeichnete man bei jedem Volke mit dem Namen des betreffenden Volkes, so daß man von einem Perser sagte, wenn er die fünfte Einweihungsstufe hinaufstieg, er sei ein «Perser».

[ 24 ] Zunächst wurde der Eingeweihte ein Rabe. Das heißt, er konnte in der Außenwelt seine Beobachtungen anstellen; da war er ein Diener derjenigen, die in der geistigen Welt waren, und trug die Nachrichten der physischen Welt in die geistige Welt hinein. Daher das Symbol des Raben als Vermittler der physischen Welt mit der geistigen Welt, von den Raben des Elias angefangen bis zu den Raben des Barbarossa. Wer den zweiten Grad erreicht hat, der steht schon in der geistigen Welt drinnen. Der im dritten Grade Eingeweihte ist hinausgeschritten über den zweiten, daher bekommt er die Mission, einzutreten für die Wahrheiten des Okkultismus: Er wird ein Streiter. Einem im zweiten Grade Eingeweihten erlaubte man nicht zu streiten für die Wahrheiten der geistigen Welt. Der vierte Grad der Einweihung ist ein solcher, wo bereits eine gewisse Befestigung des Menschen in den Wahrheiten der geistigen Welt eingetreten ist. Und der fünfte Grad ist der, von dem ich gesagt habe, daß der Mensch alles, was durch das Blut der Generationen rann, handhaben lernte in den Kräften, die mit dem weiblichen Element der Fortpflanzung in dem Blut herunterrollen. Wie mußte man also einen Eingeweihten, der innerhalb des israelitischen Volkes seine Einweihung erlebt hatte, nennen? Man nannte ihn einen «Israeliter», wie man ihn in Persien einen «Perser» nannte. Und nun beachten Sie einmal das Folgende.

[ 24 ] Zunächst wurde der Eingeweihte ein Rabe. Das heißt, er konnte in der Außenwelt seine Beobachtungen anstellen; da war er ein Diener derjenigen, die in der geistigen Welt waren, und trug die Nachrichten der physischen Welt in die geistige Welt hinein. Daher das Symbol des Raben als Vermittler der physischen Welt mit der geistigen Welt, von den Raben des Elias angefangen bis zu den Raben des Barbarossa. Wer den zweiten Grad erreicht hat, der steht schon in der geistigen Welt drinnen. Der im dritten Grade Eingeweihte ist hinausgeschritten über den zweiten, daher bekommt er die Mission, einzutreten für die Wahrheiten des Okkultismus: Er wird ein Streiter. Einem im zweiten Grade Eingeweihten erlaubte man nicht zu streiten für die Wahrheiten der geistigen Welt. Der vierte Grad der Einweihung ist ein solcher, wo bereits eine gewisse Befestigung des Menschen in den Wahrheiten der geistigen Welt eingetreten ist. Und der fünfte Grad ist der, von dem ich gesagt habe, daß der Mensch alles, was durch das Blut der Generationen rann, handhaben lernte in den Kräften, die mit dem weiblichen Element der Fortpflanzung in dem Blut herunterrollen. Wie mußte man also einen Eingeweihten, der innerhalb des israelitischen Volkes seine Einweihung erlebt hatte, nennen? Man nannte ihn einen «Israeliter», wie man ihn in Persien einen «Perser» nannte. Und nun beachten Sie einmal das Folgende.

[ 25 ] Einer der ersten, die dem Christus Jesus zugeführt wurden im Sinne des Johannes-Evangeliums, war Nathanael. Die anderen, welche schon Bekenner des Christus Jesus sind, sagen nun dem Nathanael: «Wir haben den Meister gefunden, den, der in Jesus von Nazareth wohnt!», worauf ihnen Nathanael antwortet: «Was kann von Nazareth Gutes kommen?» Als man aber dem Christus den Nathanael entgegenführt, da sagt der Christus zu ihm: «Siehe, ein rechter Israeliter, in welchem kein Falsch ist!»

[ 25 ] Einer der ersten, die dem Christus Jesus zugeführt wurden im Sinne des Johannes-Evangeliums, war Nathanael. Die anderen, welche schon Bekenner des Christus Jesus sind, sagen nun dem Nathanael: «Wir haben den Meister gefunden, den, der in Jesus von Nazareth wohnt!», worauf ihnen Nathanael antwortet: «Was kann von Nazareth Gutes kommen?» Als man aber dem Christus den Nathanael entgegenführt, da sagt der Christus zu ihm: «Siehe, ein rechter Israeliter, in welchem kein Falsch ist!»

[ 26 ] Ein rechter Israeliter, in dem die Wahrheit wohnt! Er sagt es, weil er weiß, in welchem Grade Nathanael eingeweiht ist. Und da erkennt Nathanael, daß er es zu tun hat mit einem, der ebensoviel weiß wie er, ja der ihn überschaut, der mehr weiß als er. Und der Christus sagt ihm, um noch anzudeuten, daß es sich wirklich um die Einweihung handelt: «Ich sah dich nicht erst, als du an mich herankamest, sondern ehe denn dich Philippus rief, da du unter dem Feigenbaume warest, sahe ich dich!» (1, 4ff.)

[ 26 ] Ein rechter Israeliter, in dem die Wahrheit wohnt! Er sagt es, weil er weiß, in welchem Grade Nathanael eingeweiht ist. Und da erkennt Nathanael, daß er es zu tun hat mit einem, der ebensoviel weiß wie er, ja der ihn überschaut, der mehr weiß als er. Und der Christus sagt ihm, um noch anzudeuten, daß es sich wirklich um die Einweihung handelt: «Ich sah dich nicht erst, als du an mich herankamest, sondern ehe denn dich Philippus rief, da du unter dem Feigenbaume warest, sahe ich dich!» (1, 4ff.)

[ 27 ] Und das Wort «Feigenbaum» ist hier ganz in demselben Sinne gebraucht wie bei Buddha: der Feigenbaum ist der Bodhi-Baum. Das ist das Zeichen für die Einweihung. Der Christus sagt ihm: Ich erkenne dich als einen im fünften Grade Eingeweihten! Daraus sehen Sie, wie der Schreiber des Johannes-Evangeliums andeutet, daß der Christus überschaut einen solchen, der bis zum fünften Grade eingeweiht ist. Ganz stufenweise führt uns der Schreiber des JohannesEvangeliums, indem er zeigt, daß in dem Jesus von Nazareth-Leibe einer wohnt, der einen im fünften Grade Eingeweihten überschaut.

[ 27 ] Und das Wort «Feigenbaum» ist hier ganz in demselben Sinne gebraucht wie bei Buddha: der Feigenbaum ist der Bodhi-Baum. Das ist das Zeichen für die Einweihung. Der Christus sagt ihm: Ich erkenne dich als einen im fünften Grade Eingeweihten! Daraus sehen Sie, wie der Schreiber des Johannes-Evangeliums andeutet, daß der Christus überschaut einen solchen, der bis zum fünften Grade eingeweiht ist. Ganz stufenweise führt uns der Schreiber des JohannesEvangeliums, indem er zeigt, daß in dem Jesus von Nazareth-Leibe einer wohnt, der einen im fünften Grade Eingeweihten überschaut.

[ 28 ] Und weiter. Eben haben wir gesehen, daß der im fünften Grade Eingeweihte die okkult-magischen Kräfte beherrscht, die durch das Blut der Generationen hinrollen. Er ist gleichsam eins geworden mit der Volksseele. Und oben haben wir gesehen, daß diese Volksseele sich ausdrückt in den Kräften der Frau. So wird also einer, der im fünften Grade eingeweiht ist, es zu tun haben - in einer alten Weise - mit den Kräften der Frau. Das alles müssen Sie sich geistig vorstellen.

[ 28 ] Und weiter. Eben haben wir gesehen, daß der im fünften Grade Eingeweihte die okkult-magischen Kräfte beherrscht, die durch das Blut der Generationen hinrollen. Er ist gleichsam eins geworden mit der Volksseele. Und oben haben wir gesehen, daß diese Volksseele sich ausdrückt in den Kräften der Frau. So wird also einer, der im fünften Grade eingeweiht ist, es zu tun haben - in einer alten Weise - mit den Kräften der Frau. Das alles müssen Sie sich geistig vorstellen.

[ 29 ] Aber in einer ganz neuen Weise hat der Christus mit der Frau zu tun. Er hat zu tun mit derjenigen Frau, die durch die Johannes-Taufe wieder jungfräulich geworden ist, die wieder die frischen sprossenden Kräfte des Jungfräulichen in sich hat. Das war das Neue, was der Schreiber des Johannes-Evangeliums andeuten wollte, indem er sagt, daß eine gewisse Strömung von dem Sohn zur Mutter geht. Daß der Sohn, wenn er im fünften Grade nur eingeweiht war, die Möglichkeit hatte, die Volkskräfte, die sich im Volkselement der Mutter zum Ausdruck bringen, magisch zu verwenden, das war all denen geläufig, die in jener Zeit okkultes Wissen hatten. Der Christus zeigte aber in geistig höherstehender Weise die Kräfte der Frau, die wieder jungfräulich geworden ist.

[ 29 ] Aber in einer ganz neuen Weise hat der Christus mit der Frau zu tun. Er hat zu tun mit derjenigen Frau, die durch die Johannes-Taufe wieder jungfräulich geworden ist, die wieder die frischen sprossenden Kräfte des Jungfräulichen in sich hat. Das war das Neue, was der Schreiber des Johannes-Evangeliums andeuten wollte, indem er sagt, daß eine gewisse Strömung von dem Sohn zur Mutter geht. Daß der Sohn, wenn er im fünften Grade nur eingeweiht war, die Möglichkeit hatte, die Volkskräfte, die sich im Volkselement der Mutter zum Ausdruck bringen, magisch zu verwenden, das war all denen geläufig, die in jener Zeit okkultes Wissen hatten. Der Christus zeigte aber in geistig höherstehender Weise die Kräfte der Frau, die wieder jungfräulich geworden ist.

[ 30 ] So sehen wir, wie vorbereitet wird die Hochzeit zu Kana. Wir sehen: Was da geschah, mußte eben ein Eingeweihter tun, der den im fünften Grade Eingeweihten überschaute. Es wird uns gezeigt, daß das ebenso etwas zu tun hat mit den an der weiblichen Persönlichkeit hängenden Volkskräften. Wunderbar bereitet der Schreiber des Johannes-Evangeliums vor auf das, was da gezeigt wird. — Wie schon gesagt, auf den Wunderbegriff werden wir in anderer Weise noch eingehen. - Nun können Sie sich aber leicht denken, daß eben frisch geschöpftes Wasser etwas anderes ist als Wasser, das bereits eine Weile gestanden hat, wie die Pflanze, die eben frisch gepflückt ist, eine andere ist als eine, welche schon drei Tage gewelkt hat. Solche Unterscheidungen macht natürlich eine materialistische Anschauung nicht. Das Wasser, das eben noch verbunden war mit den Kräften der Erde, ist etwas anderes. als jenes, das später erst verwendet wird. Anknüpfend an die im eben geschöpften Wasser noch befindlichen Kräfte, kann derjenige, der so eingeweiht ist, durch die Kräfte wirken, die jetzt gebunden sind an das geistige Verhältnis wie das des Christus zu der Mutter, die eben jungfräulich geworden war. Er setzt das, was die Erde kann, fort. Die Erde kann in der Rebe Wasser in Wein verwandeln. Der Christus, der sich der Erde genähert hat, der der Geist der Erde geworden ist, er ist das Geistige, das sonst im ganzen Erdenkörper wirkt. Er muß, wenn er der Christus ist, dasselbe können, was die Erde kann, was die Erde macht in der Rebe: sie verwandelt das Wasserin Wein.

[ 30 ] So sehen wir, wie vorbereitet wird die Hochzeit zu Kana. Wir sehen: Was da geschah, mußte eben ein Eingeweihter tun, der den im fünften Grade Eingeweihten überschaute. Es wird uns gezeigt, daß das ebenso etwas zu tun hat mit den an der weiblichen Persönlichkeit hängenden Volkskräften. Wunderbar bereitet der Schreiber des Johannes-Evangeliums vor auf das, was da gezeigt wird. — Wie schon gesagt, auf den Wunderbegriff werden wir in anderer Weise noch eingehen. - Nun können Sie sich aber leicht denken, daß eben frisch geschöpftes Wasser etwas anderes ist als Wasser, das bereits eine Weile gestanden hat, wie die Pflanze, die eben frisch gepflückt ist, eine andere ist als eine, welche schon drei Tage gewelkt hat. Solche Unterscheidungen macht natürlich eine materialistische Anschauung nicht. Das Wasser, das eben noch verbunden war mit den Kräften der Erde, ist etwas anderes. als jenes, das später erst verwendet wird. Anknüpfend an die im eben geschöpften Wasser noch befindlichen Kräfte, kann derjenige, der so eingeweiht ist, durch die Kräfte wirken, die jetzt gebunden sind an das geistige Verhältnis wie das des Christus zu der Mutter, die eben jungfräulich geworden war. Er setzt das, was die Erde kann, fort. Die Erde kann in der Rebe Wasser in Wein verwandeln. Der Christus, der sich der Erde genähert hat, der der Geist der Erde geworden ist, er ist das Geistige, das sonst im ganzen Erdenkörper wirkt. Er muß, wenn er der Christus ist, dasselbe können, was die Erde kann, was die Erde macht in der Rebe: sie verwandelt das Wasserin Wein.

[ 31 ] So ist das erste Zeichen, das der Christus Jesus tut im Sinne des Johannes-Evangeliums, ein Zeichen, das sozusagen anknüpft an dasjenige, wie Sie eben aus dem Buch der Könige gesehen haben, was in alten Zeiten hat geschehen können von einem Eingeweihten, der die durch die Blutsbande der Generationen sich erstreckenden Kräfte beherrscht hat.

[ 31 ] So ist das erste Zeichen, das der Christus Jesus tut im Sinne des Johannes-Evangeliums, ein Zeichen, das sozusagen anknüpft an dasjenige, wie Sie eben aus dem Buch der Könige gesehen haben, was in alten Zeiten hat geschehen können von einem Eingeweihten, der die durch die Blutsbande der Generationen sich erstreckenden Kräfte beherrscht hat.

[ 32 ] Aber nun geht die Verstärkung derjenigen Kräfte weiter, welche der Christus ausbildet in dem Leibe des Jesus von Nazareth - nicht derjenigen, die der Christus in sich hat! Fragen Sie darum nicht: Braucht sich denn der Christus erst zu entwickeln? Gewiß braucht er es nicht. Aber das, was entwickelt werden mußte durch den Christus, das war, wenn auch schon geläutert und veredelt, der Leib des Jesus von Nazareth. Den mußte er von Stufe zu Stufe führen. In diesen Leib sollten ja hineingegossen werden die Kräfte, die in der nächsten Zeit zur Geltung kommen sollten.

[ 32 ] Aber nun geht die Verstärkung derjenigen Kräfte weiter, welche der Christus ausbildet in dem Leibe des Jesus von Nazareth - nicht derjenigen, die der Christus in sich hat! Fragen Sie darum nicht: Braucht sich denn der Christus erst zu entwickeln? Gewiß braucht er es nicht. Aber das, was entwickelt werden mußte durch den Christus, das war, wenn auch schon geläutert und veredelt, der Leib des Jesus von Nazareth. Den mußte er von Stufe zu Stufe führen. In diesen Leib sollten ja hineingegossen werden die Kräfte, die in der nächsten Zeit zur Geltung kommen sollten.

[ 33 ] Das nächste der Zeichen ist die Heilung des Sohnes des königlichen . Hauptmanns, und das darauffolgende ist die Heilung des achtunddreißig Jahre lang Kranken am Teich Bethesda. Was war da für eine Steigerung in den Kräften, durch die der Christus hier auf dieser Erde “ wirkte, vorhanden? Die Steigerung bestand darin, daß der Christus jetzt nicht nur auf umstehende Menschen, welche er in einer gewissen leiblichen Gegenwart um sich hatte, wirken konnte. Bei den Leuten auf der Hochzeit zu Kana hat er so gewirkt, daß, indem sie das Wasser ‚ tranken, es Wein war. Da hat er also gewirkt auf den Ätherleib der umstehenden Menschen. Denn dadurch, daß er seine Kraft hat hinausströmen lassen in den Ätherleib der umstehenden Menschen, da wurde durch diese Wirkung im Munde derjenigen, die da tranken, das Wasser zu Wein, das heißt, das Wasser wurde als Wein genossen. Nun aber sollte die Wirkung nicht nur auf den Leib gehen, sondern bis in das Tiefste der Seele hinein. Denn nur dadurch konnte er durch die Vermittelung des Vaters auf den Sohn des königlichen Beamten wirken. Und nur dadurch konnte er in die sündige Seele des achtunddreißig Jahre lang Kranken hineinwirken. Hätte er bloß die Kräfte in den Ätherleib hineinströmen lassen, so wäre das.nicht genügend gewesen. Auf den astralischen Leib mußte eingewirkt werden, denn die Sünde begeht der astralische Leib. Man kann durch das Wirken auf den Ätherleib Wasser in Wein verwandeln, aber man muß in das Tieferliegende eingreifen, wenn man weiter wirken will auf die andere Persönlichkeit. Dazu war notwendig, daß der Christus die dreifache Hülle des Jesus von Nazareth weiter behandelte.

[ 33 ] Das nächste der Zeichen ist die Heilung des Sohnes des königlichen . Hauptmanns, und das darauffolgende ist die Heilung des achtunddreißig Jahre lang Kranken am Teich Bethesda. Was war da für eine Steigerung in den Kräften, durch die der Christus hier auf dieser Erde “ wirkte, vorhanden? Die Steigerung bestand darin, daß der Christus jetzt nicht nur auf umstehende Menschen, welche er in einer gewissen leiblichen Gegenwart um sich hatte, wirken konnte. Bei den Leuten auf der Hochzeit zu Kana hat er so gewirkt, daß, indem sie das Wasser ‚ tranken, es Wein war. Da hat er also gewirkt auf den Ätherleib der umstehenden Menschen. Denn dadurch, daß er seine Kraft hat hinausströmen lassen in den Ätherleib der umstehenden Menschen, da wurde durch diese Wirkung im Munde derjenigen, die da tranken, das Wasser zu Wein, das heißt, das Wasser wurde als Wein genossen. Nun aber sollte die Wirkung nicht nur auf den Leib gehen, sondern bis in das Tiefste der Seele hinein. Denn nur dadurch konnte er durch die Vermittelung des Vaters auf den Sohn des königlichen Beamten wirken. Und nur dadurch konnte er in die sündige Seele des achtunddreißig Jahre lang Kranken hineinwirken. Hätte er bloß die Kräfte in den Ätherleib hineinströmen lassen, so wäre das.nicht genügend gewesen. Auf den astralischen Leib mußte eingewirkt werden, denn die Sünde begeht der astralische Leib. Man kann durch das Wirken auf den Ätherleib Wasser in Wein verwandeln, aber man muß in das Tieferliegende eingreifen, wenn man weiter wirken will auf die andere Persönlichkeit. Dazu war notwendig, daß der Christus die dreifache Hülle des Jesus von Nazareth weiter behandelte.

[ 34 ] Merken Sie wohl: der Christus wird dadurch kein anderer - aber er behandelt die dreifache Hülle des Jesus von Nazareth. Und er behandelt sie in der nächsten Zeit so, daß der Ätherleib freier werden kann von dem physischen Leib, als er früher schon war.

[ 34 ] Merken Sie wohl: der Christus wird dadurch kein anderer - aber er behandelt die dreifache Hülle des Jesus von Nazareth. Und er behandelt sie in der nächsten Zeit so, daß der Ätherleib freier werden kann von dem physischen Leib, als er früher schon war.

[ 35 ] Also es kam eine Zeit, wo in der dreifachen Hülle des Jesus von Nazareth der Ätherleib freier, loser gemacht wurde gegenüber dem physischen Leib. Dadurch aber erhielt er eine größere Herrschaft über den physischen Leib. Er konnte sozusagen in diesem physischen Leib noch stärkere Werke verrichten als vorher, das heißt, er konnte wirklich bis in den physischen Leib hinein starke Kräfte gebrauchen. Die Anlage dazu war gegeben mit der Johannes-Taufe. Jetzt sollte diese Anlage noch ganz besonders ausgebildet werden. Das alles sollte aber vom Geistigen aus geschehen. Es sollte der astralische Leib so stark wirken in der dreifachen Hülle des Jesus von Nazareth, daß der Ätherleib über den physischen Leib eine solche Macht erhielt.

[ 35 ] Also es kam eine Zeit, wo in der dreifachen Hülle des Jesus von Nazareth der Ätherleib freier, loser gemacht wurde gegenüber dem physischen Leib. Dadurch aber erhielt er eine größere Herrschaft über den physischen Leib. Er konnte sozusagen in diesem physischen Leib noch stärkere Werke verrichten als vorher, das heißt, er konnte wirklich bis in den physischen Leib hinein starke Kräfte gebrauchen. Die Anlage dazu war gegeben mit der Johannes-Taufe. Jetzt sollte diese Anlage noch ganz besonders ausgebildet werden. Das alles sollte aber vom Geistigen aus geschehen. Es sollte der astralische Leib so stark wirken in der dreifachen Hülle des Jesus von Nazareth, daß der Ätherleib über den physischen Leib eine solche Macht erhielt.

[ 36 ] Wodurch nun kann der astralische Leib so stark wirken? Dadurch, daß er sich richtige Gefühle aneignet, sich richtigen Gefühlen hingibt in bezug auf das, was in unserer Umwelt geschieht, daß er vor allen Dingen sich in ein richtiges Verhältnis bringt zu dem menschlichen Egoismus. Tat das der Christus mit dem Leibe des Jesus von Nazateth? Wirkte er so, daß er in ein richtiges Verhältnis kam zu allem Egoismus in der Umgebung, daß der egoistische Grundzug der Seelen vor Augen trat? Ja, das tat der Christus. Der Schreiber des JohannesEvangeliums erzählt uns, wie er gegenüber denen, die dem Egoismus huldigen und den Tempel schänden, indem sie alles mögliche darin verkaufen, als der Tempelreiniger auftritt. Dadurch gewinnt er die Möglichkeit zu sagen, jetzt habe er den astralischen Leib so mächtig gemacht, daß er imstande wäre, wenn der physische Leib verfiele, ihn in drei Tagen wiederum aufzubauen. Auch das deutet uns der Schreiber des Johannes-Evangeliums an:

[ 36 ] Wodurch nun kann der astralische Leib so stark wirken? Dadurch, daß er sich richtige Gefühle aneignet, sich richtigen Gefühlen hingibt in bezug auf das, was in unserer Umwelt geschieht, daß er vor allen Dingen sich in ein richtiges Verhältnis bringt zu dem menschlichen Egoismus. Tat das der Christus mit dem Leibe des Jesus von Nazateth? Wirkte er so, daß er in ein richtiges Verhältnis kam zu allem Egoismus in der Umgebung, daß der egoistische Grundzug der Seelen vor Augen trat? Ja, das tat der Christus. Der Schreiber des JohannesEvangeliums erzählt uns, wie er gegenüber denen, die dem Egoismus huldigen und den Tempel schänden, indem sie alles mögliche darin verkaufen, als der Tempelreiniger auftritt. Dadurch gewinnt er die Möglichkeit zu sagen, jetzt habe er den astralischen Leib so mächtig gemacht, daß er imstande wäre, wenn der physische Leib verfiele, ihn in drei Tagen wiederum aufzubauen. Auch das deutet uns der Schreiber des Johannes-Evangeliums an:

«Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel, und am dritten Tage will ich ihn aufrichten.

Da sprachen die Juden: Dieser Tempel ist in sechsundvierzig Jahren erbauet; und Du willst ihn in dreien Tagen aufrichten ?

Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.» (2, 19-21)

«Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel, und am dritten Tage will ich ihn aufrichten.

Da sprachen die Juden: Dieser Tempel ist in sechsundvierzig Jahren erbauet; und Du willst ihn in dreien Tagen aufrichten ?

Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.» (2, 19-21)

[ 37 ] Das deutet an, daß jetzt diese Hülle, welche ihm hingeopfert worden ist, die Macht hat, diesen physischen Leib so zu dirigieren, daß sie Herr ist in diesem physischen Leibe. Dann aber kann auch dieser Leib, der nun so freigeworden ist, sich unabhängig von den Gesetzen der physischen Welt überallhin bewegen, dann kann dieser Leib, ungeachtet der sonstigen Gesetze der Raumeswelt, Ereignisse in der geistigen Welt herbeiführen und dirigieren. Tut er das? Ja. Das wird uns angedeutet in dem Kapitel, das da folgt auf das Kapitel über die Tempelreinigung.

[ 37 ] Das deutet an, daß jetzt diese Hülle, welche ihm hingeopfert worden ist, die Macht hat, diesen physischen Leib so zu dirigieren, daß sie Herr ist in diesem physischen Leibe. Dann aber kann auch dieser Leib, der nun so freigeworden ist, sich unabhängig von den Gesetzen der physischen Welt überallhin bewegen, dann kann dieser Leib, ungeachtet der sonstigen Gesetze der Raumeswelt, Ereignisse in der geistigen Welt herbeiführen und dirigieren. Tut er das? Ja. Das wird uns angedeutet in dem Kapitel, das da folgt auf das Kapitel über die Tempelreinigung.

«Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nikodemus, ein Oberster unter den Juden; der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm...» (3, 1 u. 2)

«Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nikodemus, ein Oberster unter den Juden; der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm...» (3, 1 u. 2)

[ 38 ] Warum steht hier «bei der Nacht»? Es ist natürlich die denkbar trivialste Erklärung, wenn gesagt wird, daß sich der Jude nur gefürchtet hat, bei hellichtem Tage zu Jesus zu kommen, und sich bei Nacht durch das Fenster eingeschlichen hat. Solche Erklärung kann natürlich jeder geben. «Bei der Nacht» heißt hier nichts anderes, als daß dieses Zusammentreffen zwischen dem Christus und dem Nikodemus geschah in der astralen Welt, in der geistigen Welt, und nicht in der Umgebung, in der man bei dem gewöhnlichen Tagesbewußtsein ist. Das heißt: Der Christus konnte jetzt verhandeln mit dem Nikodemus außerhalb des physischen Leibes, «bei der Nacht», wenn der physische Leib nicht dabei ist, wenn der astralische Leib außerhalb des physischen Leibes und des Ätherleibes ist.

[ 38 ] Warum steht hier «bei der Nacht»? Es ist natürlich die denkbar trivialste Erklärung, wenn gesagt wird, daß sich der Jude nur gefürchtet hat, bei hellichtem Tage zu Jesus zu kommen, und sich bei Nacht durch das Fenster eingeschlichen hat. Solche Erklärung kann natürlich jeder geben. «Bei der Nacht» heißt hier nichts anderes, als daß dieses Zusammentreffen zwischen dem Christus und dem Nikodemus geschah in der astralen Welt, in der geistigen Welt, und nicht in der Umgebung, in der man bei dem gewöhnlichen Tagesbewußtsein ist. Das heißt: Der Christus konnte jetzt verhandeln mit dem Nikodemus außerhalb des physischen Leibes, «bei der Nacht», wenn der physische Leib nicht dabei ist, wenn der astralische Leib außerhalb des physischen Leibes und des Ätherleibes ist.

[ 39 ] So war die dreifache Hülle des Jesus von Nazareth vorbereitet durch den Christus, der in ihr wohnte, zu den nächsten Taten, zu dem Hineinwirken in die Seelen. Da mußte die Seele in der dreifachen Hülle des Jesus von Nazareth so frei sein, daß sie hinüberwirken konnte in andere Leiber. Aber es ist noch etwas anderes, noch etwas völlig anderes, in eine andere Seele hinüberzuwirken, als so zu wirken, wie wir es gestern gesehen haben. Das ist die nächste Steigerung, die Speisung der fünftausend Mann und das Wandeln über das Meer. Es gehörte noch etwas anderes dazu, daß der Christus, ohne daß er physisch dabei war, leibhaftig gesehen worden ist, und zwar nicht nur von den Jüngern, sondern - so stark war dazumal schon die Kraft in dem Leibe des Jesus von Nazareth - auch von denen, die nicht seine Jünger waren. Nur müssen wir auch wiederum da das Johannes-Evangelium richtig lesen, denn es könnte jemand sagen: Von den Jüngern will ich das gern glauben, aber nicht von anderen.

[ 39 ] So war die dreifache Hülle des Jesus von Nazareth vorbereitet durch den Christus, der in ihr wohnte, zu den nächsten Taten, zu dem Hineinwirken in die Seelen. Da mußte die Seele in der dreifachen Hülle des Jesus von Nazareth so frei sein, daß sie hinüberwirken konnte in andere Leiber. Aber es ist noch etwas anderes, noch etwas völlig anderes, in eine andere Seele hinüberzuwirken, als so zu wirken, wie wir es gestern gesehen haben. Das ist die nächste Steigerung, die Speisung der fünftausend Mann und das Wandeln über das Meer. Es gehörte noch etwas anderes dazu, daß der Christus, ohne daß er physisch dabei war, leibhaftig gesehen worden ist, und zwar nicht nur von den Jüngern, sondern - so stark war dazumal schon die Kraft in dem Leibe des Jesus von Nazareth - auch von denen, die nicht seine Jünger waren. Nur müssen wir auch wiederum da das Johannes-Evangelium richtig lesen, denn es könnte jemand sagen: Von den Jüngern will ich das gern glauben, aber nicht von anderen.

«Des andern Tages sah das Volk, das diesseits des Meeres stand, daß kein ander Schiff daselbst war denn das einige, darein seine Jünger getreten waren, und daß Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Schiff getreten war, sondern allein seine Jünger waren weggefahren. Es kamen aber andere Schiffe von Tiberias nahe zu der Stätte, da sie das Brot gegessen hatten durch des Herrn Erhebung des Gedankens zum Gotte.

Da nun das Volk sah, daß Jesus nicht da war, noch seine Jünger, traten sie auch in die Schiffe und kamen gen Kapernaum und suchten Jesum.»

«Des andern Tages sah das Volk, das diesseits des Meeres stand, daß kein ander Schiff daselbst war denn das einige, darein seine Jünger getreten waren, und daß Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Schiff getreten war, sondern allein seine Jünger waren weggefahren. Es kamen aber andere Schiffe von Tiberias nahe zu der Stätte, da sie das Brot gegessen hatten durch des Herrn Erhebung des Gedankens zum Gotte.

Da nun das Volk sah, daß Jesus nicht da war, noch seine Jünger, traten sie auch in die Schiffe und kamen gen Kapernaum und suchten Jesum.»

[ 40 ] Ich bitte ausdrücklich zu bemerken, das Volk sucht Jesum, und daß dann gesagt wird:

[ 40 ] Ich bitte ausdrücklich zu bemerken, das Volk sucht Jesum, und daß dann gesagt wird:

«Und da sie ihn fanden jenseits des Meers, sprachen sie zu ihm: Rabbi, wann bist du hergekommen?» (6, 22-26)

«Und da sie ihn fanden jenseits des Meers, sprachen sie zu ihm: Rabbi, wann bist du hergekommen?» (6, 22-26)

[ 41 ] Das bedeutet ganz dasselbe, was es bei den Jüngern bedeutet. Da steht nicht, daß ihn jedes gewöhnliche Auge sah, sondern es heißt, daß ihn diejenigen sahen, die ihn suchten, und die ihn fanden durch die Erhöhung ihrer Seelenkraft. Wenn gesagt wird, «jemand sah einen anderen», so ist das eben etwas anderes, als wenn gesagt wird, «der andere stand da als räumliche, fleischliche, für physische Augen sichtbare Gestalt». Das, was man gewöhnlich im äußeren Leben nennt «das Evangelium wörtlich nehmen», das ist am allerwenigsten das Evangelium wörtlich genommen. Und wenn Sie beachten, daß hier im wesentlichen überall wiederum eine Steigerung vorliegt, so werden Sie es begreiflich finden, daß noch etwas anderes dem vorangehen mußte.

[ 41 ] Das bedeutet ganz dasselbe, was es bei den Jüngern bedeutet. Da steht nicht, daß ihn jedes gewöhnliche Auge sah, sondern es heißt, daß ihn diejenigen sahen, die ihn suchten, und die ihn fanden durch die Erhöhung ihrer Seelenkraft. Wenn gesagt wird, «jemand sah einen anderen», so ist das eben etwas anderes, als wenn gesagt wird, «der andere stand da als räumliche, fleischliche, für physische Augen sichtbare Gestalt». Das, was man gewöhnlich im äußeren Leben nennt «das Evangelium wörtlich nehmen», das ist am allerwenigsten das Evangelium wörtlich genommen. Und wenn Sie beachten, daß hier im wesentlichen überall wiederum eine Steigerung vorliegt, so werden Sie es begreiflich finden, daß noch etwas anderes dem vorangehen mußte.

[ 42 ] Wiederum mußte etwas vorangehen, das uns schildert, wie der Christus in der dreifachen Hülle des Jesus von Nazareth dahin gewirkt hat, daß die Kraft dieser dreifachen Hülle immer mächtiger und mächtiger wurde. Heilend hat er gewirkt, das heißt, er konnte seine Kraft in die andere Seele hinübergießen. Das konnte er nur dadurch, wenn er nun noch in der Weise wirkte, wie er es selbst schildert im Gespräch mit der Samariterin am Brunnen: «Ich bin das lebendige Wasser!» Vorher, bei der Hochzeit zu Kana, hat er sich geschildert als einen im fünften Grade Eingeweihten, als einen, der Herrschaft über die Elemente hat. Jetzt schildert er sich als einen, der selber in diesen Elementen darinnen ist, der in diesen Elementen lebt. Und weiter zeigt er, daß er mit den Kräften, die auf der ganzen Erde wirken, eine Einheit ist, eins ist mit den Kräften, die in der ganzen Welt wirken. Das geschieht in dem Kapitel über «Jesus, der Gewalt hat über Leben und Tod» (9. Kap.), über Leben und Tod, indem er die Kräfte, die im physischen Leibe wirken, beherrschen kann. Dieses Kapitel geht daher voran demjenigen Zeichen, bei welchem die Kraft noch mehr verstärkt sein muß.

[ 42 ] Wiederum mußte etwas vorangehen, das uns schildert, wie der Christus in der dreifachen Hülle des Jesus von Nazareth dahin gewirkt hat, daß die Kraft dieser dreifachen Hülle immer mächtiger und mächtiger wurde. Heilend hat er gewirkt, das heißt, er konnte seine Kraft in die andere Seele hinübergießen. Das konnte er nur dadurch, wenn er nun noch in der Weise wirkte, wie er es selbst schildert im Gespräch mit der Samariterin am Brunnen: «Ich bin das lebendige Wasser!» Vorher, bei der Hochzeit zu Kana, hat er sich geschildert als einen im fünften Grade Eingeweihten, als einen, der Herrschaft über die Elemente hat. Jetzt schildert er sich als einen, der selber in diesen Elementen darinnen ist, der in diesen Elementen lebt. Und weiter zeigt er, daß er mit den Kräften, die auf der ganzen Erde wirken, eine Einheit ist, eins ist mit den Kräften, die in der ganzen Welt wirken. Das geschieht in dem Kapitel über «Jesus, der Gewalt hat über Leben und Tod» (9. Kap.), über Leben und Tod, indem er die Kräfte, die im physischen Leibe wirken, beherrschen kann. Dieses Kapitel geht daher voran demjenigen Zeichen, bei welchem die Kraft noch mehr verstärkt sein muß.

[ 43 ] Und dann sehen wir, wie die Kraft sich weiter verstärkt. Wir haben gestern darauf hingewiesen, wie nun weiter in dem Zeichen, das da charakterisiert wird als die Heilung des Blindgeborenen, der Christus nicht nur hineingreift in das, was zwischen Geburt und Tod steht, sondern in das, was als die Individualität der Menschenseele von Leben zu Leben geht. Dadurch, daß die göttliche Individualität in ihren Werken offenbar wurde, ist er blind geboren; sehend soll er werden, indem der Christus eine solche Kraft in ihn hineingießt, daß dasjenige ungeschehen gemacht wird, was nicht durch die Persönlichkeit zwischen Geburt und Tod und auch nicht durch die Vererbung geschehen ist, sondern was er als Individualität bewirkt hat.

[ 43 ] Und dann sehen wir, wie die Kraft sich weiter verstärkt. Wir haben gestern darauf hingewiesen, wie nun weiter in dem Zeichen, das da charakterisiert wird als die Heilung des Blindgeborenen, der Christus nicht nur hineingreift in das, was zwischen Geburt und Tod steht, sondern in das, was als die Individualität der Menschenseele von Leben zu Leben geht. Dadurch, daß die göttliche Individualität in ihren Werken offenbar wurde, ist er blind geboren; sehend soll er werden, indem der Christus eine solche Kraft in ihn hineingießt, daß dasjenige ungeschehen gemacht wird, was nicht durch die Persönlichkeit zwischen Geburt und Tod und auch nicht durch die Vererbung geschehen ist, sondern was er als Individualität bewirkt hat.

[ 44 ] Ich habe es schon öfter ausgeführt, daß das schöne Goethe-Wort, das aus einer tiefen Erkenntnis der Rosenkreuzer-Einweihung her vorgegangen ist, einen tief okkulten Grund hat: Das Auge ist am Lichte für das Licht gebildet. Ich habe darauf hingewiesen, daß es zwar richtig ist, wenn Schopenhauer sagt: Ohne das Auge kein Licht. Aber woher kommt das Auge? Goethe sagt ganz richtig: Wenn kein Licht da wäre, dann würde niemals ein lichtempfindendes Organ, ein Auge, entstanden sein. -— Das Auge ist vom Licht geschaffen. Das sehen Sie aus dem einen Beispiel: Wenn Tiere, die mit Augen begabt sind, in finstere Höhlen einwandern, so verlieren sie bald durch den Mangel des Lichtes das Sehvermögen. Das Licht hat das Auge gebildet.

[ 44 ] Ich habe es schon öfter ausgeführt, daß das schöne Goethe-Wort, das aus einer tiefen Erkenntnis der Rosenkreuzer-Einweihung her vorgegangen ist, einen tief okkulten Grund hat: Das Auge ist am Lichte für das Licht gebildet. Ich habe darauf hingewiesen, daß es zwar richtig ist, wenn Schopenhauer sagt: Ohne das Auge kein Licht. Aber woher kommt das Auge? Goethe sagt ganz richtig: Wenn kein Licht da wäre, dann würde niemals ein lichtempfindendes Organ, ein Auge, entstanden sein. -— Das Auge ist vom Licht geschaffen. Das sehen Sie aus dem einen Beispiel: Wenn Tiere, die mit Augen begabt sind, in finstere Höhlen einwandern, so verlieren sie bald durch den Mangel des Lichtes das Sehvermögen. Das Licht hat das Auge gebildet.

[ 45 ] Soll der Christus eine Kraft in die Individualität des Menschen gieBen, wodurch diese die Fähigkeit erhalten kann, das Auge zu einem lichtempfindlichen Organ zu machen, was es vorher nicht war, dann muß in dem Christus die geistige Kraft sein, die in dem Lichte ist. Das muß uns im Johannes-Evangelium angedeutet sein. Der Heilung des Blindgeborenen geht aber voran im Johannes-Evangelium das Kapitel, wo es heißt:

[ 45 ] Soll der Christus eine Kraft in die Individualität des Menschen gieBen, wodurch diese die Fähigkeit erhalten kann, das Auge zu einem lichtempfindlichen Organ zu machen, was es vorher nicht war, dann muß in dem Christus die geistige Kraft sein, die in dem Lichte ist. Das muß uns im Johannes-Evangelium angedeutet sein. Der Heilung des Blindgeborenen geht aber voran im Johannes-Evangelium das Kapitel, wo es heißt:

«Da redete Jesus abermal zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt.» (8, 12)

«Da redete Jesus abermal zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt.» (8, 12)

[ 46 ] Nicht früher wird von der Heilung des Blindgeborenen gesprochen, als bis das vorausgeschickt ist: «Ich bin das Licht der Welt.» Nun betrachten Sie das letzte Kapitel vor der Auferweckung des Lazarus, und versuchen Sie einmal, einige Worte dieses Kapitels sich vor Augen zu führen. Sie brauchen nichts anderes als die Stelle sich vor Augen zu führen, wo es heißt:

[ 46 ] Nicht früher wird von der Heilung des Blindgeborenen gesprochen, als bis das vorausgeschickt ist: «Ich bin das Licht der Welt.» Nun betrachten Sie das letzte Kapitel vor der Auferweckung des Lazarus, und versuchen Sie einmal, einige Worte dieses Kapitels sich vor Augen zu führen. Sie brauchen nichts anderes als die Stelle sich vor Augen zu führen, wo es heißt:

«Darum liebet mich mein Vater, daß ich mein Leben lasse, auf daß ich es wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selber. Ich habe Macht, es zu lassen, ...

Tue ich nicht die Werke meines Vaters, so glaubet mir nicht;...» (10, 17f. u. 37)

«Darum liebet mich mein Vater, daß ich mein Leben lasse, auf daß ich es wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selber. Ich habe Macht, es zu lassen, ...

Tue ich nicht die Werke meines Vaters, so glaubet mir nicht;...» (10, 17f. u. 37)

[ 47 ] Alles, was da über den «guten Hirten » gesagt wird, soll darauf hindeuten, daß der Christus fühlt: «Ich und der Vater sind eins!»-daß er nicht mehr zu sich anders Ich sagen will, als daß er die Vaterkraft in sich aufnimmt. Hat er vorher gesagt: «Ich bin das Licht der Welt», so sagt er nun: Ich gebe meine Ich-Kraft hin, indem ich den Vater aufnehme in mich, damit der Vater in mir wirkt, daß das Urprinzip in mir fließe und hinausfließen kann in einen anderen Menschen. Ich lasse mein Leben, damit ich es neu empfange. - Das geht der Auferweckung des Lazarus voran.

[ 47 ] Alles, was da über den «guten Hirten » gesagt wird, soll darauf hindeuten, daß der Christus fühlt: «Ich und der Vater sind eins!»-daß er nicht mehr zu sich anders Ich sagen will, als daß er die Vaterkraft in sich aufnimmt. Hat er vorher gesagt: «Ich bin das Licht der Welt», so sagt er nun: Ich gebe meine Ich-Kraft hin, indem ich den Vater aufnehme in mich, damit der Vater in mir wirkt, daß das Urprinzip in mir fließe und hinausfließen kann in einen anderen Menschen. Ich lasse mein Leben, damit ich es neu empfange. - Das geht der Auferweckung des Lazarus voran.

[ 48 ] Und nun, nachdem all diese Betrachtungen angestellt sind, versuchen Sie es einmal, das Johannes-Evangelium in bezug auf seine Komposition zu erfassen. Beachten Sie, wie bis zu der Auferweckung des Lazarus nicht nur eine wunderbare Steigerung angedeutet ist in der Entwickelung der Kräfte in dem Jesus von Nazareth-Leib, sondern wie uns vor jeder Steigerung ausdrücklich auseinandergesetzt wird, was da wirkt in bezug auf den Leib des Jesus von Nazareth. Oh, es ist alles in dem Johannes-Evangelium so fest gefügt, daß man keinen Satz herausnehmen könnte, wenn man es nur versteht. Und es ist deshalb so wunderbar komponiert, weil es von einem geschrieben ist, der, wie wir gesagt haben, von dem Christus Jesus selber eingeweiht war.

[ 48 ] Und nun, nachdem all diese Betrachtungen angestellt sind, versuchen Sie es einmal, das Johannes-Evangelium in bezug auf seine Komposition zu erfassen. Beachten Sie, wie bis zu der Auferweckung des Lazarus nicht nur eine wunderbare Steigerung angedeutet ist in der Entwickelung der Kräfte in dem Jesus von Nazareth-Leib, sondern wie uns vor jeder Steigerung ausdrücklich auseinandergesetzt wird, was da wirkt in bezug auf den Leib des Jesus von Nazareth. Oh, es ist alles in dem Johannes-Evangelium so fest gefügt, daß man keinen Satz herausnehmen könnte, wenn man es nur versteht. Und es ist deshalb so wunderbar komponiert, weil es von einem geschrieben ist, der, wie wir gesagt haben, von dem Christus Jesus selber eingeweiht war.

[ 49 ] Wir sind heute von der Frage ausgegangen: Was geschah bei der Johannes-Taufe? Und wir sahen, wie die Anlage zur Überwindung des Todes mit dem Herabsenken des Christus in die dreifache Hülle des Jesus von Nazareth in die Welt gekommen ist. Wir haben gesehen, wie die Mutter des Jesus von Nazareth beim Herabkommen des Christus etwas anderes geworden ist, wie die Wirkung, welche bei der Johannes-Taufe auf sie ausgeübt worden ist, eine solche war, daß sie wieder jungfräulich wurde. So daß in der Tat das Wort wahr ist, das ausgehen mußte von dem Bekenntnis des Johannes-Evangeliums: Als bei der Johannes-Taufe der Christus geboren wurde in dem Leib des Jesus von Nazareth, da wurde die Mutter des Jesus von Nazareth Jungfrau!

[ 49 ] Wir sind heute von der Frage ausgegangen: Was geschah bei der Johannes-Taufe? Und wir sahen, wie die Anlage zur Überwindung des Todes mit dem Herabsenken des Christus in die dreifache Hülle des Jesus von Nazareth in die Welt gekommen ist. Wir haben gesehen, wie die Mutter des Jesus von Nazareth beim Herabkommen des Christus etwas anderes geworden ist, wie die Wirkung, welche bei der Johannes-Taufe auf sie ausgeübt worden ist, eine solche war, daß sie wieder jungfräulich wurde. So daß in der Tat das Wort wahr ist, das ausgehen mußte von dem Bekenntnis des Johannes-Evangeliums: Als bei der Johannes-Taufe der Christus geboren wurde in dem Leib des Jesus von Nazareth, da wurde die Mutter des Jesus von Nazareth Jungfrau!

[ 50 ] Da haben Sie den Ausgangspunkt des Johannes-Evangeliums. Und wenn Sie ihn mit dem Hinweis auf jene gewaltige kosmische Wirkung begreifen, die sich damals am Jordan abspielte, dann werden Sie auch begreifen, daß einen solchen Vorgang zum ersten Male schildern, sachgemäß schildern, nur derjenige konnte, der von dem Christus selbst eingeweiht worden war, der wiedererstandene Lazarus, den «der Herr lieb hatte», von dem uns fortan immer gesagt wird: «der Jünger, den der Herr lieb hatte». Der auferweckte Lazarus hat das Evangelium auf uns kommen lassen, und er allein war imstande, jede Stelle in dem Evangelium so fest zu fügen, weil er den größten Impuls aufgenommen hatte von dem größten Initiator, von dem Christus. Er nur konnte hinweisen auf das, was dann in einer gewissen Weise der Paulus durch seine eigene Initiation begriffen hat: daß damals aufgenommen worden ist in die Erdentwickelung der Keim zur Überwindung des Todes. Daher das bedeutsame Wort über den, der am Kreuze hing: «Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen!» Warum nicht? Weil sie nicht eingreifen durften in die Form, über welche der Christus die Gewalt behalten mußte. Hätten sie ihm das Bein gebrochen, so hätte eine niedere menschliche Kraft eingegriffen in die Kraft, welche der Christus bis in die Knochen des Jesus von Nazareth hinein ausüben mußte. Keiner sollte eingreifen in diese Form! Denn sie sollte ganz unterstehen der Herrschaft des Christus.

[ 50 ] Da haben Sie den Ausgangspunkt des Johannes-Evangeliums. Und wenn Sie ihn mit dem Hinweis auf jene gewaltige kosmische Wirkung begreifen, die sich damals am Jordan abspielte, dann werden Sie auch begreifen, daß einen solchen Vorgang zum ersten Male schildern, sachgemäß schildern, nur derjenige konnte, der von dem Christus selbst eingeweiht worden war, der wiedererstandene Lazarus, den «der Herr lieb hatte», von dem uns fortan immer gesagt wird: «der Jünger, den der Herr lieb hatte». Der auferweckte Lazarus hat das Evangelium auf uns kommen lassen, und er allein war imstande, jede Stelle in dem Evangelium so fest zu fügen, weil er den größten Impuls aufgenommen hatte von dem größten Initiator, von dem Christus. Er nur konnte hinweisen auf das, was dann in einer gewissen Weise der Paulus durch seine eigene Initiation begriffen hat: daß damals aufgenommen worden ist in die Erdentwickelung der Keim zur Überwindung des Todes. Daher das bedeutsame Wort über den, der am Kreuze hing: «Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen!» Warum nicht? Weil sie nicht eingreifen durften in die Form, über welche der Christus die Gewalt behalten mußte. Hätten sie ihm das Bein gebrochen, so hätte eine niedere menschliche Kraft eingegriffen in die Kraft, welche der Christus bis in die Knochen des Jesus von Nazareth hinein ausüben mußte. Keiner sollte eingreifen in diese Form! Denn sie sollte ganz unterstehen der Herrschaft des Christus.

[ 51 ] Davon können wir nun morgen den Ausgangspunkt nehmen zu der Betrachtung des Christus-Todes.

[ 51 ] Davon können wir nun morgen den Ausgangspunkt nehmen zu der Betrachtung des Christus-Todes.