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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

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The Gospel of St. John
in comparison with the other three Gospels,
particularly the Gospel of Luke
GA 112

5 July 1909, Kassel

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Zwölfter Vortrag

Zwölfter Vortrag

[ 1 ] An einem wichtigen Punkt unserer Betrachtungen stehen wir nunmehr, gewissermaßen an einem Höhepunkt derselben. Daß wir dabei allerlei schwierige Partien in der Erklärung der Evangelien zu übersteigen haben, ist wohl selbstverständlich. Daher darf ich wohl heute im Beginne dieser Auseinandersetzungen, bevor wir das Gestrige weiter fortsetzen, mit wenigen kurzen Strichen einen Überblick geben über das, was gestern in bezug auf das Prinzipielle gesagt worden ist.

[ 1 ] An einem wichtigen Punkt unserer Betrachtungen stehen wir nunmehr, gewissermaßen an einem Höhepunkt derselben. Daß wir dabei allerlei schwierige Partien in der Erklärung der Evangelien zu übersteigen haben, ist wohl selbstverständlich. Daher darf ich wohl heute im Beginne dieser Auseinandersetzungen, bevor wir das Gestrige weiter fortsetzen, mit wenigen kurzen Strichen einen Überblick geben über das, was gestern in bezug auf das Prinzipielle gesagt worden ist.

[ 2 ] Wir wissen ja, daß die Menschheitsentwickelung in uralten Zeiten eine wesentlich andere Gestalt hatte als heute. Und wir wissen, daß das, was « Mensch » ist, uns immer eine andere Form zeigt, je weiter wir im Rückblick zurückkommen auf frühere Zustände. Wir haben bereits berührt, daß wir zurückgehen können aus unserer Zeit,welche wir nennen können die mitteleuropäische Kulturzeit, in die griechisch-lateinische Zeit, daß wir weiter zurückgehen können in die ägyptisch-chaldäische Zeit, dann in die Zeit, wo das urpersische Volk geführt worden ist von Zarathustra. Dann gelangen wir in jener uralten Vergangenheit zu der von der unsrigen sehr verschiedenen indischen Kultur, und damit kommen wir schon in eine Zeit der Kulturentwickelung, die auf eine große, gewaltige Katastrophe folgte. Und diese Katastrophe, die sich in stürmischen Vorgängen im Luft- und Wasserelement vollzog, hat dazu geführt, daß jenes Land, das die Menschheit vor der indischen Kultur bewohnt hatte, die alte Atlantis, die zwischen Europa, Afrika und Amerika gelegen war, verschwand, daß die Menschen nach Westen und Osten auswanderten, auf der einen Seite Amerika besiedelten und auf der anderen Seite die Länder Europas, Asiens und Afrikas, die allmählich ihre heutige Gestalt angenommen hatten. Diese atlantische Zeit hat eine Menschheit gesehen, die in bezug auf die Seele, namentlich in älteren Zeiten, ganz anders war als die heutige Menschheit. Und uns interessiert ja zunächst das Seelische in der Menschheitsentwickelung, denn wir wissen, daß alles Körperliche eine Folge der seelisch-geistigen Entwickelung ist. Wie war nun das Leben der Seele in der alten atlantischen Zeit?

[ 2 ] Wir wissen ja, daß die Menschheitsentwickelung in uralten Zeiten eine wesentlich andere Gestalt hatte als heute. Und wir wissen, daß das, was « Mensch » ist, uns immer eine andere Form zeigt, je weiter wir im Rückblick zurückkommen auf frühere Zustände. Wir haben bereits berührt, daß wir zurückgehen können aus unserer Zeit,welche wir nennen können die mitteleuropäische Kulturzeit, in die griechisch-lateinische Zeit, daß wir weiter zurückgehen können in die ägyptisch-chaldäische Zeit, dann in die Zeit, wo das urpersische Volk geführt worden ist von Zarathustra. Dann gelangen wir in jener uralten Vergangenheit zu der von der unsrigen sehr verschiedenen indischen Kultur, und damit kommen wir schon in eine Zeit der Kulturentwickelung, die auf eine große, gewaltige Katastrophe folgte. Und diese Katastrophe, die sich in stürmischen Vorgängen im Luft- und Wasserelement vollzog, hat dazu geführt, daß jenes Land, das die Menschheit vor der indischen Kultur bewohnt hatte, die alte Atlantis, die zwischen Europa, Afrika und Amerika gelegen war, verschwand, daß die Menschen nach Westen und Osten auswanderten, auf der einen Seite Amerika besiedelten und auf der anderen Seite die Länder Europas, Asiens und Afrikas, die allmählich ihre heutige Gestalt angenommen hatten. Diese atlantische Zeit hat eine Menschheit gesehen, die in bezug auf die Seele, namentlich in älteren Zeiten, ganz anders war als die heutige Menschheit. Und uns interessiert ja zunächst das Seelische in der Menschheitsentwickelung, denn wir wissen, daß alles Körperliche eine Folge der seelisch-geistigen Entwickelung ist. Wie war nun das Leben der Seele in der alten atlantischen Zeit?

[ 3 ] Wir wissen, daß in der atlantischen Zeit der Mensch ein ganz anderes Bewußtsein hatte als später, daß der Mensch in gewisser Beziehung damals ein altes Hellsehen hatte, aber noch nicht die Fähigkeit besaß, ein deutlich ausgesprochenes Selbstbewußtsein, ein Ichbewußtsein zu haben. Denn dieses Ichbewußtsein erobert man sich nur dadurch, daß man sich von den äußeren Gegenständen unterscheiden lernt. Der Mensch konnte sich aber dazumal nicht vollständig von äußeren Gegenständen unterscheiden. Stellen wir uns einmal vor, wie die Dinge in unserer heutigen Zeit sich abspielen würden, wenn der Mensch unter den heutigen Verhältnissen sich nicht von seiner Umgebung unterscheiden könnte.

[ 3 ] Wir wissen, daß in der atlantischen Zeit der Mensch ein ganz anderes Bewußtsein hatte als später, daß der Mensch in gewisser Beziehung damals ein altes Hellsehen hatte, aber noch nicht die Fähigkeit besaß, ein deutlich ausgesprochenes Selbstbewußtsein, ein Ichbewußtsein zu haben. Denn dieses Ichbewußtsein erobert man sich nur dadurch, daß man sich von den äußeren Gegenständen unterscheiden lernt. Der Mensch konnte sich aber dazumal nicht vollständig von äußeren Gegenständen unterscheiden. Stellen wir uns einmal vor, wie die Dinge in unserer heutigen Zeit sich abspielen würden, wenn der Mensch unter den heutigen Verhältnissen sich nicht von seiner Umgebung unterscheiden könnte.

[ 4 ] Der Mensch fragt heute - lassen wir uns das einmal in einem Überblick vor unsere Seele führen -: Wo ist die Grenze meiner Wesenheit? Und er sagt mit einem gewissen Recht von seinem heutigen Standpunkt aus: Die Grenze meiner menschlichen Wesenheit ist da, wo meine Haut mich von meiner Außenwelt abgrenzt. -— Der Mensch glaubt, daß nur das zu ihm gehöre, was innerhalb seiner Haut liegt, und daß alles andere äußere Gegenstände sind, die ihm gegenüberstehen, von denen er sich unterscheidet. Er sagt so aus dem Grunde, weil er weiß, daß er nicht mehr ein ganzer Mensch ist und sein kann, wenn man ihm ein Stück wegnimmt von dem, was innerhalb seiner Haut liegt. Daß er, wenn man ihm ein Stück Fleisch abschneidet, kein ganzer Mensch mehr ist, das ist von einem gewissen Standpunkt aus richtig gesprochen. Aber wir wissen auch, daß der Mensch mit jedem Atemzug die Luft einatmet. Und wenn wir fragen: Wo ist diese Luft? - so müssen wir sagen: Sie ist um uns herum, sie ist überall da, wo unsere Umgebung an uns angrenzt; da ist die Luft, die im nächsten Augenblick in uns sein wird. Jetzt ist sie draußen, im nächsten Augenblick ist sie in uns. — Schneiden Sie diese Luft ab, entfernen Sie diese Luft, und Sie können nicht mehr leben! Sie sind weniger ein ganzer Mensch, als wenn Ihnen eine Hand abgeschnitten wird, die innerhalb Ihrer Haut liegt!

[ 4 ] Der Mensch fragt heute - lassen wir uns das einmal in einem Überblick vor unsere Seele führen -: Wo ist die Grenze meiner Wesenheit? Und er sagt mit einem gewissen Recht von seinem heutigen Standpunkt aus: Die Grenze meiner menschlichen Wesenheit ist da, wo meine Haut mich von meiner Außenwelt abgrenzt. -— Der Mensch glaubt, daß nur das zu ihm gehöre, was innerhalb seiner Haut liegt, und daß alles andere äußere Gegenstände sind, die ihm gegenüberstehen, von denen er sich unterscheidet. Er sagt so aus dem Grunde, weil er weiß, daß er nicht mehr ein ganzer Mensch ist und sein kann, wenn man ihm ein Stück wegnimmt von dem, was innerhalb seiner Haut liegt. Daß er, wenn man ihm ein Stück Fleisch abschneidet, kein ganzer Mensch mehr ist, das ist von einem gewissen Standpunkt aus richtig gesprochen. Aber wir wissen auch, daß der Mensch mit jedem Atemzug die Luft einatmet. Und wenn wir fragen: Wo ist diese Luft? - so müssen wir sagen: Sie ist um uns herum, sie ist überall da, wo unsere Umgebung an uns angrenzt; da ist die Luft, die im nächsten Augenblick in uns sein wird. Jetzt ist sie draußen, im nächsten Augenblick ist sie in uns. — Schneiden Sie diese Luft ab, entfernen Sie diese Luft, und Sie können nicht mehr leben! Sie sind weniger ein ganzer Mensch, als wenn Ihnen eine Hand abgeschnitten wird, die innerhalb Ihrer Haut liegt!

[ 5 ] Richtig gesprochen würde es also sein, daß wir sagen: Das ist ja gar nicht wahr, daß wir unsere Grenze da haben, wo unsere Haut aufhört! Die Luft, die uns umgrenzt, gehört dazu — das geht immerfort aus und ein, und wir dürfen gar nicht die willkürliche Grenze setzen, die in unserer Haut besteht. - Wenn sich der Mensch das klarmachen wollteer müßte es theoretisch tun, denn die Wahrnehmung liefert ihm nicht diese Beobachtung -, dann müßte er nachdenken gegenüber demjenigen, was sich ihm nicht aufdrängt durch die Außenwelt selber. In dem Augenblick, wo der Mensch jederzeit sehen würde den Luftstrom, der in ihn einfließt, wie er sich in ihm ausbreitet, in ihm sich verändert und ihn wieder verläßt, wenn ihm das in jedem Augenblick vor Augen stände, so würde es ihm gar nicht einfallen zu sagen: Diese Hand gehört zu mir mehr als der Luftstrom, der in mich hineingeht. Er würde die Luft zu sich hinzurechnen, und er würde sich als einer, der Halluzinationen hat, ansehen, wenn er sich sagen würde: Ich bin eine selbständige Wesenheit, die auch ohne die Umgebung bestehen könnte.

[ 5 ] Richtig gesprochen würde es also sein, daß wir sagen: Das ist ja gar nicht wahr, daß wir unsere Grenze da haben, wo unsere Haut aufhört! Die Luft, die uns umgrenzt, gehört dazu — das geht immerfort aus und ein, und wir dürfen gar nicht die willkürliche Grenze setzen, die in unserer Haut besteht. - Wenn sich der Mensch das klarmachen wollteer müßte es theoretisch tun, denn die Wahrnehmung liefert ihm nicht diese Beobachtung -, dann müßte er nachdenken gegenüber demjenigen, was sich ihm nicht aufdrängt durch die Außenwelt selber. In dem Augenblick, wo der Mensch jederzeit sehen würde den Luftstrom, der in ihn einfließt, wie er sich in ihm ausbreitet, in ihm sich verändert und ihn wieder verläßt, wenn ihm das in jedem Augenblick vor Augen stände, so würde es ihm gar nicht einfallen zu sagen: Diese Hand gehört zu mir mehr als der Luftstrom, der in mich hineingeht. Er würde die Luft zu sich hinzurechnen, und er würde sich als einer, der Halluzinationen hat, ansehen, wenn er sich sagen würde: Ich bin eine selbständige Wesenheit, die auch ohne die Umgebung bestehen könnte.

[ 6 ] Der Atlantier konnte sich dieser Illusion nicht hingeben, denn seine Beobachtung zeigte ihm recht klar etwas anderes: Er sah nicht die Gegenstände seiner Umgebung in festen Konturen, sondern er sah sie umgeben von farbigen Auren. Eine solche Pflanze, wie wir sie sehen, sah er nicht, sondern ähnlich wie wir an einem nebligen Herbstabend die Laternen auf der Straße sehen, so sah er alles wie mit einer großen farbigen Aura umgeben. Das war deshalb so, weil zwischen allen Dingen, die in der Außenwelt sind, Geist ist, geistige Wesenheiten sind, die er mit seinem damaligen dumpfen Hellsehen noch wahrnehmen konnte. Wie der Nebel zwischen den Laternenlichtern ist, so sind auch überall im Raume geistige Wesenheiten. Der Atlantier sah diese geistigen Wesenheiten, wie Sie den Nebel sehen. Daher bildeten ihm die geistigen Wesenheiten etwas wie eine Nebel-Aura, die sich über die äußeren Gegenstände herüberlegte. Die äußeren Gegenstände selbst waren ihm unklar. Weil er aber den Geist sah, so sah er auch alles Geistige, das in ihn aus- und einströmte. Er sah sich dafür aber auch selber als ein Glied in seiner ganzen Umwelt. Er sah überall Strömungen in seinen Leib hineingehen, die Sie heute nicht sehen können. Die Luft ist ja das gröbste, es gehen viel feinere Strömungen in den Menschen hinein. Der Mensch hat verlernt, das Geistige zu schauen, weil er nicht mehr das alte dämmerhafte Hellsehen hat. Der Mensch in der Atlantis sah die geistigen Strömungen aus- und einziehen, wie der Finger an Ihnen, wenn er bewußt wäre, sehen würde, daß das Blut ein- und ausströmt, und daß er verdorren müßte, wenn Sie ihn abreißen. So wie sich der Finger fühlen würde, so fühlte sich der Atlantier als Glied an einem Organismus. Er fühlte: Da fließen die Strömungen ein durch meine Augen und meine Ohren und so weiter. Und wenn ich mich aus ihnen herausdränge, so kann ich kein Mensch mehr sein. — Er fühlte sich hingegossen in die ganze äußere Welt. Der Mensch sah die geistige Welt, aber er konnte sich nicht unterscheiden von ihr, er hatte nicht das starke Ichgefühl, das Selbstbewußtsein im heutigen Sinne. Das zu entwickeln, wurde ihm dadurch möglich, daß sich dasjenige zurückzog vor seiner Beobachtung, was ihm die Abhängigkeit von seiner Umwelt vor sein geistiges Auge gestellt hatte. Dadurch, daß das unsichtbar geworden war, dadurch entstand für ihn die Möglichkeit, Selbstbewußtsein, Ichheit zu entwickeln.

[ 6 ] Der Atlantier konnte sich dieser Illusion nicht hingeben, denn seine Beobachtung zeigte ihm recht klar etwas anderes: Er sah nicht die Gegenstände seiner Umgebung in festen Konturen, sondern er sah sie umgeben von farbigen Auren. Eine solche Pflanze, wie wir sie sehen, sah er nicht, sondern ähnlich wie wir an einem nebligen Herbstabend die Laternen auf der Straße sehen, so sah er alles wie mit einer großen farbigen Aura umgeben. Das war deshalb so, weil zwischen allen Dingen, die in der Außenwelt sind, Geist ist, geistige Wesenheiten sind, die er mit seinem damaligen dumpfen Hellsehen noch wahrnehmen konnte. Wie der Nebel zwischen den Laternenlichtern ist, so sind auch überall im Raume geistige Wesenheiten. Der Atlantier sah diese geistigen Wesenheiten, wie Sie den Nebel sehen. Daher bildeten ihm die geistigen Wesenheiten etwas wie eine Nebel-Aura, die sich über die äußeren Gegenstände herüberlegte. Die äußeren Gegenstände selbst waren ihm unklar. Weil er aber den Geist sah, so sah er auch alles Geistige, das in ihn aus- und einströmte. Er sah sich dafür aber auch selber als ein Glied in seiner ganzen Umwelt. Er sah überall Strömungen in seinen Leib hineingehen, die Sie heute nicht sehen können. Die Luft ist ja das gröbste, es gehen viel feinere Strömungen in den Menschen hinein. Der Mensch hat verlernt, das Geistige zu schauen, weil er nicht mehr das alte dämmerhafte Hellsehen hat. Der Mensch in der Atlantis sah die geistigen Strömungen aus- und einziehen, wie der Finger an Ihnen, wenn er bewußt wäre, sehen würde, daß das Blut ein- und ausströmt, und daß er verdorren müßte, wenn Sie ihn abreißen. So wie sich der Finger fühlen würde, so fühlte sich der Atlantier als Glied an einem Organismus. Er fühlte: Da fließen die Strömungen ein durch meine Augen und meine Ohren und so weiter. Und wenn ich mich aus ihnen herausdränge, so kann ich kein Mensch mehr sein. — Er fühlte sich hingegossen in die ganze äußere Welt. Der Mensch sah die geistige Welt, aber er konnte sich nicht unterscheiden von ihr, er hatte nicht das starke Ichgefühl, das Selbstbewußtsein im heutigen Sinne. Das zu entwickeln, wurde ihm dadurch möglich, daß sich dasjenige zurückzog vor seiner Beobachtung, was ihm die Abhängigkeit von seiner Umwelt vor sein geistiges Auge gestellt hatte. Dadurch, daß das unsichtbar geworden war, dadurch entstand für ihn die Möglichkeit, Selbstbewußtsein, Ichheit zu entwickeln.

[ 7 ] Diese Aufgabe: Selbstbewußtsein, Ichheit zu entwickeln, hatte der Mensch der nachatlantischen Zeit. Nach der großen atlantischen Katastrophe waren die Völker der nachatlantischen Zeit so organisiert, daß sich die geistige Welt aus ihrem Bewußtsein zurückzog, und daß sie allmählich die äußere physisch-sinnliche Welt immer klarer und immer deutlicher schauen lernten. Aber alles, was sich in der Welt entwickelt, geht nicht auf einmal vor sich, sondern nach und nach; langsam und allmählich vollzieht es sich. Und so hat sich denn auch das alte dämmerhafte Hellsehen langsam und allmählich verloren. Ja, es ist bei gewissen Menschen, die es als alte Erbschaft haben, und bei medialen Naturen unter gewissen Voraussetzungen auch heute noch vorhanden. Langsam und allmählich erstirbt das, was in einer gewissen Zeit seinen Höhepunkt erreicht hat. |

[ 7 ] Diese Aufgabe: Selbstbewußtsein, Ichheit zu entwickeln, hatte der Mensch der nachatlantischen Zeit. Nach der großen atlantischen Katastrophe waren die Völker der nachatlantischen Zeit so organisiert, daß sich die geistige Welt aus ihrem Bewußtsein zurückzog, und daß sie allmählich die äußere physisch-sinnliche Welt immer klarer und immer deutlicher schauen lernten. Aber alles, was sich in der Welt entwickelt, geht nicht auf einmal vor sich, sondern nach und nach; langsam und allmählich vollzieht es sich. Und so hat sich denn auch das alte dämmerhafte Hellsehen langsam und allmählich verloren. Ja, es ist bei gewissen Menschen, die es als alte Erbschaft haben, und bei medialen Naturen unter gewissen Voraussetzungen auch heute noch vorhanden. Langsam und allmählich erstirbt das, was in einer gewissen Zeit seinen Höhepunkt erreicht hat. |

[ 8 ] Die gewöhnlichen Menschen haben in den ältesten Zeiten der nachatlantischen Zeit noch viel, viel von der Hellsehergabe gehabt. Und was diese Menschen sahen in der geistigen Welt, das wurde immerfort ergänzt, erweitert und angefeuert durch die Eingeweihten, welche auf die Ihnen beschriebene Art durch besondere Methoden in die geistige Welt hineingeführt wurden und so zu Boten wurden dessen, was früher in einer gewissen Weise alle Menschen gesehen hatten. Die Sagen, die Mythen bewahren uns besser auf, was wahr ist für die alten Zeiten, als irgendeine äußere Geschichtsforschung - vor allen Dingen alle die Sagen und Mythen, die sich anknüpfen an die Orakelstätten. Da war es so, daß besondere Menschen in abnorme Zustände — wie man etwa sagen könnte: in Traumzustand, Medialzustand — dadurch geführt wurden, daß man sie in einen Bewußtseinszustand versetzte, der dumpfer, dunkler war als der gewöhnliche helle Tageszustand. Sie waren in einem herabgeminderten Bewußtsein, wo sie zwar innerhalb der Gegenstände der Außenwelt waren, aber diese selbst nicht sahen. Das war auch nicht der alte Hellseherzustand, sondern ein Zwischenzustand, halb traumhaft, halb hellseherischer Art. Wenn man nun etwas wissen wollte über gewisse Zusammenhänge der Welt, wie man sich in dieser oder jener Angelegenheit zu benehmen hatte, dann fragte man an bei den Orakeln, also da, wo alte dämmerhafte Hellseherzustände vorhanden waren als ein Erbgut der alten Art.

[ 8 ] Die gewöhnlichen Menschen haben in den ältesten Zeiten der nachatlantischen Zeit noch viel, viel von der Hellsehergabe gehabt. Und was diese Menschen sahen in der geistigen Welt, das wurde immerfort ergänzt, erweitert und angefeuert durch die Eingeweihten, welche auf die Ihnen beschriebene Art durch besondere Methoden in die geistige Welt hineingeführt wurden und so zu Boten wurden dessen, was früher in einer gewissen Weise alle Menschen gesehen hatten. Die Sagen, die Mythen bewahren uns besser auf, was wahr ist für die alten Zeiten, als irgendeine äußere Geschichtsforschung - vor allen Dingen alle die Sagen und Mythen, die sich anknüpfen an die Orakelstätten. Da war es so, daß besondere Menschen in abnorme Zustände — wie man etwa sagen könnte: in Traumzustand, Medialzustand — dadurch geführt wurden, daß man sie in einen Bewußtseinszustand versetzte, der dumpfer, dunkler war als der gewöhnliche helle Tageszustand. Sie waren in einem herabgeminderten Bewußtsein, wo sie zwar innerhalb der Gegenstände der Außenwelt waren, aber diese selbst nicht sahen. Das war auch nicht der alte Hellseherzustand, sondern ein Zwischenzustand, halb traumhaft, halb hellseherischer Art. Wenn man nun etwas wissen wollte über gewisse Zusammenhänge der Welt, wie man sich in dieser oder jener Angelegenheit zu benehmen hatte, dann fragte man an bei den Orakeln, also da, wo alte dämmerhafte Hellseherzustände vorhanden waren als ein Erbgut der alten Art.

[ 9 ] Dem Menschen ward also im Beginne seiner Entwickelung Weisheit mitgegeben. Weisheit floß in ihn ein. Aber die Weisheit versiegte allmählich. Und selbst die Eingeweihten in ihrem auch abnormen Zustand — denn sie mußten durch Herausheben des Ätherleibes hineingeführt werden in die geistige Welt -, auch sie konnten nach und nach nur mehr zu unsicheren Beobachtungen in der geistigen Welt kommen. Das aber hatte bei denen, die nicht nur im alten Sinne eingeweiht waren, sondern die mit ihrer Zeit fortschritten, die zu gleicher Zeit Propheten waren für die Zukunft, die Erkenntnis hervorgerufen, daß ein neuer Impuls in der Menschheit notwendig war. Ein altes Weisheitsgut war der Menschheit mitgegeben worden, als sie heruntergestiegen war aus göttlich-geistigen Höhen; aber immer dunkler und dunkler ist es geworden. Früher haben es alle Menschen besessen, dann nur wenige, die in den Orakeln in besondere Zustände geführt wurden, dann nur die Eingeweihten.

[ 9 ] Dem Menschen ward also im Beginne seiner Entwickelung Weisheit mitgegeben. Weisheit floß in ihn ein. Aber die Weisheit versiegte allmählich. Und selbst die Eingeweihten in ihrem auch abnormen Zustand — denn sie mußten durch Herausheben des Ätherleibes hineingeführt werden in die geistige Welt -, auch sie konnten nach und nach nur mehr zu unsicheren Beobachtungen in der geistigen Welt kommen. Das aber hatte bei denen, die nicht nur im alten Sinne eingeweiht waren, sondern die mit ihrer Zeit fortschritten, die zu gleicher Zeit Propheten waren für die Zukunft, die Erkenntnis hervorgerufen, daß ein neuer Impuls in der Menschheit notwendig war. Ein altes Weisheitsgut war der Menschheit mitgegeben worden, als sie heruntergestiegen war aus göttlich-geistigen Höhen; aber immer dunkler und dunkler ist es geworden. Früher haben es alle Menschen besessen, dann nur wenige, die in den Orakeln in besondere Zustände geführt wurden, dann nur die Eingeweihten.

[ 10 ] Es muß eine Zeit kommen - so sagten sich die Eingeweihten, welche die Zeichen der Zeit kannten -, wo dieses alte Weisheitsgut so versiegt sein wird innerhalb der Menschheit, daß diese Weisheit den Menschen nicht mehr führen und lenken kann. Dann aber würde der Mensch in der Welt in Unsicherheit fallen. Das würde sich ausdrücken in seinem Wollen, in seinem Handeln und seinem Fühlen. Und indem nach und nach die Weisheit ersterben würde, würden die Menschen unweise sich selbst führen. Ihr Ich würde immer mehr und mehr zunehmen, so daß, wenn die Weisheit sich zurückzöge, ein jeder anfinge, in seinem eigenen Ich nach der Wahrheit zu suchen, seine eigenen Gefühle zu entwickeln, seinen Willen zu entwickeln, ein jeder für sich, und die Menschen würden immer mehr und mehr gesondert, immer fremder einander, und immer weniger würden sie sich verstehen. Weil ein jeder seine eigenen Gedanken haben will, die ihm nicht zufließen von der einheitlichen Weisheit, so kann der eine nicht die Gedanken des anderen verstehen. Und weil seine Gefühle nicht geleitet werden von der einheitlichen Weisheit, so wird es dahin kommen, daß sich widerstreben die Gefühle der Menschen. Und ebenso würde es sein mit ihren Handlungen. Die Menschen würden alle gegeneinander handeln, denken und fühlen, und es würde die Menschheit zersplittert werden zuletzt in lauter gegeneinander in Streit stehende Individuen.

[ 10 ] Es muß eine Zeit kommen - so sagten sich die Eingeweihten, welche die Zeichen der Zeit kannten -, wo dieses alte Weisheitsgut so versiegt sein wird innerhalb der Menschheit, daß diese Weisheit den Menschen nicht mehr führen und lenken kann. Dann aber würde der Mensch in der Welt in Unsicherheit fallen. Das würde sich ausdrücken in seinem Wollen, in seinem Handeln und seinem Fühlen. Und indem nach und nach die Weisheit ersterben würde, würden die Menschen unweise sich selbst führen. Ihr Ich würde immer mehr und mehr zunehmen, so daß, wenn die Weisheit sich zurückzöge, ein jeder anfinge, in seinem eigenen Ich nach der Wahrheit zu suchen, seine eigenen Gefühle zu entwickeln, seinen Willen zu entwickeln, ein jeder für sich, und die Menschen würden immer mehr und mehr gesondert, immer fremder einander, und immer weniger würden sie sich verstehen. Weil ein jeder seine eigenen Gedanken haben will, die ihm nicht zufließen von der einheitlichen Weisheit, so kann der eine nicht die Gedanken des anderen verstehen. Und weil seine Gefühle nicht geleitet werden von der einheitlichen Weisheit, so wird es dahin kommen, daß sich widerstreben die Gefühle der Menschen. Und ebenso würde es sein mit ihren Handlungen. Die Menschen würden alle gegeneinander handeln, denken und fühlen, und es würde die Menschheit zersplittert werden zuletzt in lauter gegeneinander in Streit stehende Individuen.

[ 11 ] Und was war das äußere physische Zeichen, das uns als der Ausdruck dieser Entwickelung erschien? Das war die Veränderung, welche die Menschheit in ihrem Blute erlebte. In den ganz alten Zeiten bestand die nahe Ehe, wie wir wissen. Die Menschen heirateten nur innerhalb des blutsverwandten Stammes. Aber immer mehr und mehr trat an die Stelle der nahen Ehe die ferne Ehe. Es mischte sich fremdes Blut mit fremdem Blut, und daher kam es, daß die Erbstücke der alten Zeit immer geringer, immer weniger wurden. Erinnern wir uns noch einmal an Goethes Worte, die wir gestern ausgesprochen haben:

[ 11 ] Und was war das äußere physische Zeichen, das uns als der Ausdruck dieser Entwickelung erschien? Das war die Veränderung, welche die Menschheit in ihrem Blute erlebte. In den ganz alten Zeiten bestand die nahe Ehe, wie wir wissen. Die Menschen heirateten nur innerhalb des blutsverwandten Stammes. Aber immer mehr und mehr trat an die Stelle der nahen Ehe die ferne Ehe. Es mischte sich fremdes Blut mit fremdem Blut, und daher kam es, daß die Erbstücke der alten Zeit immer geringer, immer weniger wurden. Erinnern wir uns noch einmal an Goethes Worte, die wir gestern ausgesprochen haben:

«Vom Vater hab’ ich die Statur,
Des Lebens ernstes Führen,
Vom Mütterchen die Frohnatur
Und Lust zu fabulieren.»

«Vom Vater hab’ ich die Statur,
Des Lebens ernstes Führen,
Vom Mütterchen die Frohnatur
Und Lust zu fabulieren.»

[ 12 ] Wir haben das gestern darauf zurückgeführt, daß von dem mütterlichen Element, wie es sich vererbt von Generation zu Generation, dasjenige herrührt, was im Ätherleibe des Menschen ist, so daß jeder Mensch in seinem eigenen Ätherleibe das Erbstück des mütterlichen Elementes trägt, wie er in seinem physischen Leibe das Erbstück des väterlichen Elementes hat. Indem nun Blutsverwandtschaft da war, war die Vererbung, die sich fortsetzt von Ätherleib zu Ätherleib, eine große, und die alte Fähigkeit des Hellsehens hing an dieser Vererbung. Die Menschen, die herstammten aus den nahen Ehen, erbten mit dem Blute, mit dem verwandten Blute in ihrem Ätherleib die alte Weisheitsfähigkeit. Als nun das Blut sich immer mehr mischte, immer mehr fremde Stämme sich ineinander mischten in der fernen Ehe, da wurde auch die Möglichkeit, die alte Weisheit zu vererben, immer geringer. Denn wie wir gestern schon sagten: Das Blut der Menschen änderte sich, es wurde durch die Blutmischung so, daß die Menschen die alte Weisheit mehr und mehr verdunkelten. Mit anderen Worten: Das Blut, der Träger vererbter mütterlicher Eigenschaften, wurde immer weniger geeignet, die alte Hellsehergabe zu vererben. Das Blut entwickelte sich eben so, daß die Menschen immer unfähiger wurden, in die geistige Welt hineinzublicken. Physisch also müssen wir sagen: Das Blut der Menschen entwickelte sich in der Weise, daß es immer weniger fähig wurde, die alte, den Menschen sicher leitende Weisheit zu tragen, und immer mehr in das andere Extrem verfiel, der Träger des Egoismus zu sein, das heißt dessen, was die Menschen als Iche gegeneinander und nebeneinander stellt. Und damit wurde es auch immer weniger fähig, die Menschen in Liebe zusammenzubringen.

[ 12 ] Wir haben das gestern darauf zurückgeführt, daß von dem mütterlichen Element, wie es sich vererbt von Generation zu Generation, dasjenige herrührt, was im Ätherleibe des Menschen ist, so daß jeder Mensch in seinem eigenen Ätherleibe das Erbstück des mütterlichen Elementes trägt, wie er in seinem physischen Leibe das Erbstück des väterlichen Elementes hat. Indem nun Blutsverwandtschaft da war, war die Vererbung, die sich fortsetzt von Ätherleib zu Ätherleib, eine große, und die alte Fähigkeit des Hellsehens hing an dieser Vererbung. Die Menschen, die herstammten aus den nahen Ehen, erbten mit dem Blute, mit dem verwandten Blute in ihrem Ätherleib die alte Weisheitsfähigkeit. Als nun das Blut sich immer mehr mischte, immer mehr fremde Stämme sich ineinander mischten in der fernen Ehe, da wurde auch die Möglichkeit, die alte Weisheit zu vererben, immer geringer. Denn wie wir gestern schon sagten: Das Blut der Menschen änderte sich, es wurde durch die Blutmischung so, daß die Menschen die alte Weisheit mehr und mehr verdunkelten. Mit anderen Worten: Das Blut, der Träger vererbter mütterlicher Eigenschaften, wurde immer weniger geeignet, die alte Hellsehergabe zu vererben. Das Blut entwickelte sich eben so, daß die Menschen immer unfähiger wurden, in die geistige Welt hineinzublicken. Physisch also müssen wir sagen: Das Blut der Menschen entwickelte sich in der Weise, daß es immer weniger fähig wurde, die alte, den Menschen sicher leitende Weisheit zu tragen, und immer mehr in das andere Extrem verfiel, der Träger des Egoismus zu sein, das heißt dessen, was die Menschen als Iche gegeneinander und nebeneinander stellt. Und damit wurde es auch immer weniger fähig, die Menschen in Liebe zusammenzubringen.

[ 13 ] In diesem Prozesse der Blutsverschlechterung des Menschen sind wir natürlich noch drinnen. Denn dieser Prozeß, insofern diese Blutsverschlechterung aus alten Zeiten herrührt, geht langsam seinen Gang bis zum Ende der Erdenzeit. Daher mußte ein Impuls in die Menschheit kommen, der in der Lage war, dasjenige wieder zu verbessern, was durch das Blut schlechter geworden war. In bezug auf ihre Blutsverwandtschaft würden die Menschen in Irrtum und Elend geführt werden. Das sagen uns die alten Weisen durch ihre Sagen und Mythen. Die Menschen konnten sich nicht mehr verlassen auf das, was ihnen als Erbstück alter Weisheit überlassen worden war: Wenn du auch nach dem Orakel schickst und fragst: Was soll geschehen?—so sagt das Orakel nur solches, was dich erst recht in den wildesten Streit und Hader hineinführt. - Das Orakel hat zum Beispiel vorausgesagt, daß Laios und lokaste einen Sohn bekommen würden, welcher den Vater tötet und die Mutter heiratet. Aber dennoch, trotzdem dieses Erbstück alter Weisheit, die Orakelweisheit, vorhanden war, konnte es in dieser Zeit nicht mehr verhindert werden, daß immer mehr das Blut dem Irrtum anheimfiel: Oedipus tötet doch seinen Vater und heiratet seine Mutter, begeht Vatermord und Blutschande.

[ 13 ] In diesem Prozesse der Blutsverschlechterung des Menschen sind wir natürlich noch drinnen. Denn dieser Prozeß, insofern diese Blutsverschlechterung aus alten Zeiten herrührt, geht langsam seinen Gang bis zum Ende der Erdenzeit. Daher mußte ein Impuls in die Menschheit kommen, der in der Lage war, dasjenige wieder zu verbessern, was durch das Blut schlechter geworden war. In bezug auf ihre Blutsverwandtschaft würden die Menschen in Irrtum und Elend geführt werden. Das sagen uns die alten Weisen durch ihre Sagen und Mythen. Die Menschen konnten sich nicht mehr verlassen auf das, was ihnen als Erbstück alter Weisheit überlassen worden war: Wenn du auch nach dem Orakel schickst und fragst: Was soll geschehen?—so sagt das Orakel nur solches, was dich erst recht in den wildesten Streit und Hader hineinführt. - Das Orakel hat zum Beispiel vorausgesagt, daß Laios und lokaste einen Sohn bekommen würden, welcher den Vater tötet und die Mutter heiratet. Aber dennoch, trotzdem dieses Erbstück alter Weisheit, die Orakelweisheit, vorhanden war, konnte es in dieser Zeit nicht mehr verhindert werden, daß immer mehr das Blut dem Irrtum anheimfiel: Oedipus tötet doch seinen Vater und heiratet seine Mutter, begeht Vatermord und Blutschande.

[ 14 ] Der alte Weise wollte sagen: Weisheit hatten die Menschen einst. Aber selbst wenn sie erhalten geblieben wäre, so hätten die Menschen doch fortfahren müssen in der Entwickelung ihres Ich, und es würde sich der Egoismus so stark entwickeln, daß Blut gegen Blut wüten würde. Es ist das Blut nicht mehr geeignet, die Menschen höher hinaufzuführen, wenn nur die alte Weisheit es führt. - So wollte derjenige, der als hellseherischer Initiierter das ursprüngliche Bild der Oedipus-Sage gegeben hatte, ein warnendes Bild hinstellen vor die Menschen und sagen: So würde es mit euch einmal werden, wenn nichts anderes käme als die alte Orakelweisheit! - Und in der Judas-Sage ist uns deutlicher noch erhalten, was aus der alten Orakelweisheit geworden wäre. Auch der Mutter des Judas wurde vorhergesagt, der Sohn werde den Vater töten und die Mutter heiraten, wodurch unsägliches Elend heraufbeschworen würde. Und alles erfüllte sich doch! Das heißt, die uralte Erbweisheit ist nicht imstande, den Menschen zu bewahren vor dem, wohinein er verfallen muß, wenn nicht ein neuer Impuls an die Menschheit herankommt.

[ 14 ] Der alte Weise wollte sagen: Weisheit hatten die Menschen einst. Aber selbst wenn sie erhalten geblieben wäre, so hätten die Menschen doch fortfahren müssen in der Entwickelung ihres Ich, und es würde sich der Egoismus so stark entwickeln, daß Blut gegen Blut wüten würde. Es ist das Blut nicht mehr geeignet, die Menschen höher hinaufzuführen, wenn nur die alte Weisheit es führt. - So wollte derjenige, der als hellseherischer Initiierter das ursprüngliche Bild der Oedipus-Sage gegeben hatte, ein warnendes Bild hinstellen vor die Menschen und sagen: So würde es mit euch einmal werden, wenn nichts anderes käme als die alte Orakelweisheit! - Und in der Judas-Sage ist uns deutlicher noch erhalten, was aus der alten Orakelweisheit geworden wäre. Auch der Mutter des Judas wurde vorhergesagt, der Sohn werde den Vater töten und die Mutter heiraten, wodurch unsägliches Elend heraufbeschworen würde. Und alles erfüllte sich doch! Das heißt, die uralte Erbweisheit ist nicht imstande, den Menschen zu bewahren vor dem, wohinein er verfallen muß, wenn nicht ein neuer Impuls an die Menschheit herankommt.

[ 15 ] Nun fragen wir einmal nach den genaueren Gründen, warum das so gekommen ist. Fragen wir uns: Warum mußte die uralte Weisheit nach und nach untauglich werden in bezug auf die Beherrschung der Menschheit? Wir können eine Antwort auf diese Frage erhalten, wenn wir die Herkunft der uralten Weisheit im bezug auf die Menschheit näher betrachten.

[ 15 ] Nun fragen wir einmal nach den genaueren Gründen, warum das so gekommen ist. Fragen wir uns: Warum mußte die uralte Weisheit nach und nach untauglich werden in bezug auf die Beherrschung der Menschheit? Wir können eine Antwort auf diese Frage erhalten, wenn wir die Herkunft der uralten Weisheit im bezug auf die Menschheit näher betrachten.

[ 16 ] Ich habe Ihnen ja schon angedeutet, daß in der alten atlantischen Zeit ein ganz anderer Zusammenhang war zwischen dem menschlichen physischen Leibe und dem menschlichen Ätherleibe als später. Von den vier Gliedern der Menschennatur gilt heute, daß der physische Leib und Ätherleib so miteinander verbunden sind, daß sie sich ungefähr decken, und besonders ist das bei dem Kopfteil des Menschen der Fall. So ist es aber nur für die heutige Zeit. Wenn wir zurückgehen in die atlantische Zeit, so haben wir da einen solchen Zusammenhang, daß der menschliche Ätherleib in bezug auf den Kopfteil überall weit hinausragte. Der Mensch hatte seinen Ätherleib, besonders in bezug auf den Kopf, in der atlantischen Zeit weit aus dem physischen Leib heraußen. Nun ist die atlantische Entwickelung eben so, daß immer mehr und mehr der Ätherleib zur Deckung kam mit dem physischen Leibe, insbesondere in bezug auf den Kopf. Immer mehr zieht der Ätherleib sich in den physischen Leib hinein und verändert natürlich auch dadurch dieses Glied der menschlichen Wesenheit. Also das ist das Wesentliche in bezug auf diese Seite der menschlichen Entwickelung, daß der Ätherteil des menschlichen Kopfes immer weiter sich hineinzieht in den physischen Teil des Kopfes und daß beide zur Deckung kommen. Nun war der Ätherleib, solange er außerhalb des physischen Kopfes war, in einer ganz anderen Lage als nachher. Es war so, daß er von allen Seiten mit Strömungen verbunden war, mit anderen geistigen Wesenheiten; und was da aus- und einströmte, das gab diesem menschlichen Ätherleib in den atlantischen Zeiten die Fähigkeit des Hellsehens. Also diese Fähigkeit des Hellsehens rührt davon her, daß der Ätherleib noch nicht ganz im physischen Leibe drinnen war in bezug auf den Kopf, und daß von allen Seiten Ströme hineingingen in den Kopf und diesem Ätherleib die Fähigkeit des Hellsehens gaben.

[ 16 ] Ich habe Ihnen ja schon angedeutet, daß in der alten atlantischen Zeit ein ganz anderer Zusammenhang war zwischen dem menschlichen physischen Leibe und dem menschlichen Ätherleibe als später. Von den vier Gliedern der Menschennatur gilt heute, daß der physische Leib und Ätherleib so miteinander verbunden sind, daß sie sich ungefähr decken, und besonders ist das bei dem Kopfteil des Menschen der Fall. So ist es aber nur für die heutige Zeit. Wenn wir zurückgehen in die atlantische Zeit, so haben wir da einen solchen Zusammenhang, daß der menschliche Ätherleib in bezug auf den Kopfteil überall weit hinausragte. Der Mensch hatte seinen Ätherleib, besonders in bezug auf den Kopf, in der atlantischen Zeit weit aus dem physischen Leib heraußen. Nun ist die atlantische Entwickelung eben so, daß immer mehr und mehr der Ätherleib zur Deckung kam mit dem physischen Leibe, insbesondere in bezug auf den Kopf. Immer mehr zieht der Ätherleib sich in den physischen Leib hinein und verändert natürlich auch dadurch dieses Glied der menschlichen Wesenheit. Also das ist das Wesentliche in bezug auf diese Seite der menschlichen Entwickelung, daß der Ätherteil des menschlichen Kopfes immer weiter sich hineinzieht in den physischen Teil des Kopfes und daß beide zur Deckung kommen. Nun war der Ätherleib, solange er außerhalb des physischen Kopfes war, in einer ganz anderen Lage als nachher. Es war so, daß er von allen Seiten mit Strömungen verbunden war, mit anderen geistigen Wesenheiten; und was da aus- und einströmte, das gab diesem menschlichen Ätherleib in den atlantischen Zeiten die Fähigkeit des Hellsehens. Also diese Fähigkeit des Hellsehens rührt davon her, daß der Ätherleib noch nicht ganz im physischen Leibe drinnen war in bezug auf den Kopf, und daß von allen Seiten Ströme hineingingen in den Kopf und diesem Ätherleib die Fähigkeit des Hellsehens gaben.

[ 17 ] Nun kam die Zeit, da sich der Ätherleib hineinzog in den physischen Leib. Da riß sich der Ätherleib in einer gewissen Weise - nicht ganz — von diesen Strömungen los. Er fing also an sich abzuschneiden von den Zuflüssen, die ihm die Fähigkeit des Hellsehens gegeben hatten, um in die Weisheit der Welt hineinzuschauen. Wenn umgekehrt jemand eingeweiht wurde in den alten Zeiten und sein Ätherleib herausgehoben war, dann wurde sein Ätherkopf wiederum eingeschaltet in die umliegenden Strömungen, und dadurch wurde er wiederum hellsehend. Wäre nun mit einem Schlage das geschehen um die Mitte der atlantischen Zeit, daß der Ätherleib plötzlich ganz abgeschnitten worden wäre von der Berührung mit der Außenwelt, dann würde der Mensch viel schneller alles alte Hellsehen verloren haben. Es wären auch dann keine Reste dieses alten Hellsehens für die nachatlantische Zeit zurückgeblieben, und der Mensch wäre in die spätere Zeit gekommen ohne Erinnerung an das Hellsehen. Der Mensch ist jedoch in gewisser Beziehung noch verbunden geblieben mit den äußeren Strömungen, und es trat noch etwas anderes ein. Dieser Ätherleib des Menschen, der sich losgerissen hatte aus den Strömungen seiner Umgebung, der behielt in sich Reste der alten Weisheitsfähigkeit. Nun merken Sie wohl: Am Ende der atlantischen Zeit, nachdem der Mensch seinen Ätherleib in sich aufgenommen hatte, war in diesem Ätherleib noch ein Fonds, ein Rest dessen, was der Ätherleib draußen einmal gehabt hatte, ein «Sparpfennig », wenn ich so sagen darf. Es ist so, wie wenn ein Sohn einen Vater hat. Der Vater verdient, und der Sohn bezieht immerfort von seinem Vater dieses oder jenes, was er braucht. So bezog der Mensch Weisheit, soviel er brauchte, aus seiner Umgebung bis zum Losreißen seines Ätherleibes. Nun nehmen wir aber an, um bei unserem Vergleich zu bleiben: Der Sohn verliert den Vater, es bleibt ihm nur irgendein bestimmter Teil übrig, und der Sohn verdient nichts hinzu; dann wird er einmal damit fertig sein und nichts mehr haben. In dieser Lage war der Mensch. Er hatte sich losgerissen von seiner Vater-Weisheit, hatte nichts hinzugewirtschaftet, hatte davon gelebt bis in die christliche Zeit hinein. Ja bis in unsere Zeit hinein lebt er noch immer von dem, was er ererbt hat, nicht von dem, was er erworben hat. Er lebt sozusagen vom Kapital. In den ältesten Zeiten der nachatlantischen Entwickelung hatte der Mensch noch etwas vom Kapital, zwar ohne daß er die Weisheit selbst erarbeitet hatte; er lebte sozusagen von den Zinsen und hat sich manchmal eine Zulage geben lassen von den Eingeweihten. Aber zuletzt wurde die Münze der alten Weisheit nicht mehr gangbar. Und als man diese alte Münze dem Oedipus auszahlte, da galt sie nicht mehr. Diese alte Weisheit bewahrte ihn nicht vor dem furchtbarsten Irrtum, und sie bewahrte auch nicht den Judas davor.

[ 17 ] Nun kam die Zeit, da sich der Ätherleib hineinzog in den physischen Leib. Da riß sich der Ätherleib in einer gewissen Weise - nicht ganz — von diesen Strömungen los. Er fing also an sich abzuschneiden von den Zuflüssen, die ihm die Fähigkeit des Hellsehens gegeben hatten, um in die Weisheit der Welt hineinzuschauen. Wenn umgekehrt jemand eingeweiht wurde in den alten Zeiten und sein Ätherleib herausgehoben war, dann wurde sein Ätherkopf wiederum eingeschaltet in die umliegenden Strömungen, und dadurch wurde er wiederum hellsehend. Wäre nun mit einem Schlage das geschehen um die Mitte der atlantischen Zeit, daß der Ätherleib plötzlich ganz abgeschnitten worden wäre von der Berührung mit der Außenwelt, dann würde der Mensch viel schneller alles alte Hellsehen verloren haben. Es wären auch dann keine Reste dieses alten Hellsehens für die nachatlantische Zeit zurückgeblieben, und der Mensch wäre in die spätere Zeit gekommen ohne Erinnerung an das Hellsehen. Der Mensch ist jedoch in gewisser Beziehung noch verbunden geblieben mit den äußeren Strömungen, und es trat noch etwas anderes ein. Dieser Ätherleib des Menschen, der sich losgerissen hatte aus den Strömungen seiner Umgebung, der behielt in sich Reste der alten Weisheitsfähigkeit. Nun merken Sie wohl: Am Ende der atlantischen Zeit, nachdem der Mensch seinen Ätherleib in sich aufgenommen hatte, war in diesem Ätherleib noch ein Fonds, ein Rest dessen, was der Ätherleib draußen einmal gehabt hatte, ein «Sparpfennig », wenn ich so sagen darf. Es ist so, wie wenn ein Sohn einen Vater hat. Der Vater verdient, und der Sohn bezieht immerfort von seinem Vater dieses oder jenes, was er braucht. So bezog der Mensch Weisheit, soviel er brauchte, aus seiner Umgebung bis zum Losreißen seines Ätherleibes. Nun nehmen wir aber an, um bei unserem Vergleich zu bleiben: Der Sohn verliert den Vater, es bleibt ihm nur irgendein bestimmter Teil übrig, und der Sohn verdient nichts hinzu; dann wird er einmal damit fertig sein und nichts mehr haben. In dieser Lage war der Mensch. Er hatte sich losgerissen von seiner Vater-Weisheit, hatte nichts hinzugewirtschaftet, hatte davon gelebt bis in die christliche Zeit hinein. Ja bis in unsere Zeit hinein lebt er noch immer von dem, was er ererbt hat, nicht von dem, was er erworben hat. Er lebt sozusagen vom Kapital. In den ältesten Zeiten der nachatlantischen Entwickelung hatte der Mensch noch etwas vom Kapital, zwar ohne daß er die Weisheit selbst erarbeitet hatte; er lebte sozusagen von den Zinsen und hat sich manchmal eine Zulage geben lassen von den Eingeweihten. Aber zuletzt wurde die Münze der alten Weisheit nicht mehr gangbar. Und als man diese alte Münze dem Oedipus auszahlte, da galt sie nicht mehr. Diese alte Weisheit bewahrte ihn nicht vor dem furchtbarsten Irrtum, und sie bewahrte auch nicht den Judas davor.

[ 18 ] So weit war es mit dem Gange der Menschheitsentwickelung gekommen. Woher kam es denn eigentlich, daß der Mensch allmählich sein Weisheitskapital aufzehrte? Es kam daher, weil er früher schon zwei Arten von geistigen Wesenheiten in sich aufgenommen hatte: zuerst die luziferischen Wesenheiten, und dann infolge der luziferischen Wesenheiten die ahrimanischen oder mephistophelischen Wesenheiten. Die hinderten ihn daran, zu der alten Weisheit etwas hinzuzuerwerben. Denn die wirkten in seiner Wesenheit in der Art: mehr die Leidenschaften verderbend, die Gefühle verderbend die luziferischen Wesenheiten äußerlich verderbend unsere Anschauung über die Welt, unsere Beobachtung die ahrimanischen, die mephistophelischen Wesenheiten. Würden nicht die luziferischen Wesenheiten in die Erdentwickelung eingegriffen haben, so würde der Mensch nicht das Interesse gewonnen haben für die physische Welt, das ihn herabzieht unter seinen Stand. Würden nicht als Folge der luziferischen Wesenheiten die mephistophelischen, die ahrimanischen oder satanischen Wesenheiten eingegriffen haben, so würde der Mensch wissen und immer gewußt haben: Hinter jedem äußeren Sinnesding ist ein Geistiges. Und er würde durchschauen durch die Oberfläche der äußeren Sinneswelt auf das Geistige. Aber Ahriman hat ihm hineingemischt in seine Anschauung etwas wie einen dunklen Rauch, und so kann der Mensch nicht durchschauen auf das Geistige. Durch Ahriman wird der Mensch in die Lüge hineinverstrickt; dadurch wird er in die Maja, in die Illusion hineinverstrickt. Diese zwei Wesensarten hindern ihn, sich etwas hinzuzuerwerben zu dem alten Weisheitsgut, das der Mensch einmal empfangen hat. Und so versiegte es und verlor nach und nach völlig seine Brauchbarkeit.

[ 18 ] So weit war es mit dem Gange der Menschheitsentwickelung gekommen. Woher kam es denn eigentlich, daß der Mensch allmählich sein Weisheitskapital aufzehrte? Es kam daher, weil er früher schon zwei Arten von geistigen Wesenheiten in sich aufgenommen hatte: zuerst die luziferischen Wesenheiten, und dann infolge der luziferischen Wesenheiten die ahrimanischen oder mephistophelischen Wesenheiten. Die hinderten ihn daran, zu der alten Weisheit etwas hinzuzuerwerben. Denn die wirkten in seiner Wesenheit in der Art: mehr die Leidenschaften verderbend, die Gefühle verderbend die luziferischen Wesenheiten äußerlich verderbend unsere Anschauung über die Welt, unsere Beobachtung die ahrimanischen, die mephistophelischen Wesenheiten. Würden nicht die luziferischen Wesenheiten in die Erdentwickelung eingegriffen haben, so würde der Mensch nicht das Interesse gewonnen haben für die physische Welt, das ihn herabzieht unter seinen Stand. Würden nicht als Folge der luziferischen Wesenheiten die mephistophelischen, die ahrimanischen oder satanischen Wesenheiten eingegriffen haben, so würde der Mensch wissen und immer gewußt haben: Hinter jedem äußeren Sinnesding ist ein Geistiges. Und er würde durchschauen durch die Oberfläche der äußeren Sinneswelt auf das Geistige. Aber Ahriman hat ihm hineingemischt in seine Anschauung etwas wie einen dunklen Rauch, und so kann der Mensch nicht durchschauen auf das Geistige. Durch Ahriman wird der Mensch in die Lüge hineinverstrickt; dadurch wird er in die Maja, in die Illusion hineinverstrickt. Diese zwei Wesensarten hindern ihn, sich etwas hinzuzuerwerben zu dem alten Weisheitsgut, das der Mensch einmal empfangen hat. Und so versiegte es und verlor nach und nach völlig seine Brauchbarkeit.

[ 19 ] Aber in gewisser anderer Beziehung geht dann die Entwickelung doch ihren Gang weiter. Der Mensch ist in der atlantischen Zeit untergetaucht mit dem Ätherleib in den physischen Leib. Das war sozusagen sein Unglück, als er in gewisser Beziehung gottverlassen war, daß er da in dieser physischen Welt innerhalb des physischen Leibes die Einflüsse Luzifers und Ahrimans erlebte. Es war sein Verhängnis. Und die Folge davon war, daß gerade durch den Einfluß des physischen Leibes, durch das Leben im physischen Leibe das alte Weisheitsgut unbrauchbar wurde. Wie geschah das? Früher hat der Mensch nicht im physischen Leibe gelebt. Da hat er sozusagen aus der Kasse seines Vaters, der alten Weisheitsgüter heraus die Weisheit genommen, das heißt, er hatte seine Kasse außerhalb seines physischen Leibes, weil er eben mit seinem Ätherleib draußen war. Diese Kasse war allmählich versiegt. Der Mensch hätte müssen in seinem eigenen Leib eine Kasse haben, um sein Weisheitsgut zu vermehren. Die hatte er aber nicht. Und so kam es denn, weil der Mensch in seinem eigenen Leib keinen Quell hatte zur Erneuerung der Weisheit, daß jedesmal, wenn er herausstieg nach dem Tode aus seinem physischen Leib, in seinem Ätherleib weniger Weisheit drinnen war. Jedesmal nach dem Tode, nach einer jeden Verkörperung, war in seinem Ätherleib weniger Weisheit drinnen. Immer ärmer an Weisheit wurde der Ätherleib.

[ 19 ] Aber in gewisser anderer Beziehung geht dann die Entwickelung doch ihren Gang weiter. Der Mensch ist in der atlantischen Zeit untergetaucht mit dem Ätherleib in den physischen Leib. Das war sozusagen sein Unglück, als er in gewisser Beziehung gottverlassen war, daß er da in dieser physischen Welt innerhalb des physischen Leibes die Einflüsse Luzifers und Ahrimans erlebte. Es war sein Verhängnis. Und die Folge davon war, daß gerade durch den Einfluß des physischen Leibes, durch das Leben im physischen Leibe das alte Weisheitsgut unbrauchbar wurde. Wie geschah das? Früher hat der Mensch nicht im physischen Leibe gelebt. Da hat er sozusagen aus der Kasse seines Vaters, der alten Weisheitsgüter heraus die Weisheit genommen, das heißt, er hatte seine Kasse außerhalb seines physischen Leibes, weil er eben mit seinem Ätherleib draußen war. Diese Kasse war allmählich versiegt. Der Mensch hätte müssen in seinem eigenen Leib eine Kasse haben, um sein Weisheitsgut zu vermehren. Die hatte er aber nicht. Und so kam es denn, weil der Mensch in seinem eigenen Leib keinen Quell hatte zur Erneuerung der Weisheit, daß jedesmal, wenn er herausstieg nach dem Tode aus seinem physischen Leib, in seinem Ätherleib weniger Weisheit drinnen war. Jedesmal nach dem Tode, nach einer jeden Verkörperung, war in seinem Ätherleib weniger Weisheit drinnen. Immer ärmer an Weisheit wurde der Ätherleib.

[ 20 ] Aber der Gang der Entwickelung geht fort, und genau so, wie einstmals in der atlantischen Zeit der Mensch sich so entwickelt hat, daß sein Ätherleib untertauchte in seinen physischen Leib, so vollzieht sich die Entwickelung, indem wir in die Zukunft hineingehen, so, daß der Mensch allmählich wieder herausrückt aus seinem physischen Leib. Während der Ätherleib vorher hineingezogen ist und bis zum Erscheinen des Christus immer noch ein Stück weiter hineingegangen ist, kam jetzt die Zeit, wo der Gang der Entwickelung sich änderte. In dem Moment, wo der Christus erschien, da fing der Ätherleib wieder an herauszugehen, und heute ist er schon bereits weniger mit dem physischen Leibe verbunden als zur Zeit der Anwesenheit des Christus. Der physische Leib ist dadurch noch gröber geworden.

[ 20 ] Aber der Gang der Entwickelung geht fort, und genau so, wie einstmals in der atlantischen Zeit der Mensch sich so entwickelt hat, daß sein Ätherleib untertauchte in seinen physischen Leib, so vollzieht sich die Entwickelung, indem wir in die Zukunft hineingehen, so, daß der Mensch allmählich wieder herausrückt aus seinem physischen Leib. Während der Ätherleib vorher hineingezogen ist und bis zum Erscheinen des Christus immer noch ein Stück weiter hineingegangen ist, kam jetzt die Zeit, wo der Gang der Entwickelung sich änderte. In dem Moment, wo der Christus erschien, da fing der Ätherleib wieder an herauszugehen, und heute ist er schon bereits weniger mit dem physischen Leibe verbunden als zur Zeit der Anwesenheit des Christus. Der physische Leib ist dadurch noch gröber geworden.

[ 21 ] Der Mensch geht also einer Zukunft entgegen, in der immer mehr und mehr sein Ätherleib sich wieder heraushebt, und er wird allmählich wieder einmal an einem Punkte ankommen, wo wieder sein Ätherleib ganz so weit draußen ist wie in der atlantischen Zeit. Wir werden unseren Vergleich noch ein Stück weiter fortsetzen können.

[ 21 ] Der Mensch geht also einer Zukunft entgegen, in der immer mehr und mehr sein Ätherleib sich wieder heraushebt, und er wird allmählich wieder einmal an einem Punkte ankommen, wo wieder sein Ätherleib ganz so weit draußen ist wie in der atlantischen Zeit. Wir werden unseren Vergleich noch ein Stück weiter fortsetzen können.

[ 22 ] Wenn der Sohn, der früher aus der Kasse seines Vaters gelebt hat, alles ausgibt und nichts hinzuerwirbt, so wird es bei ihm immer trübseliger ausschauen. Aber wenn er nun auch einen Sohn hat, so wird dieser Sohn, also der Enkel, nicht in der gleichen Lage sein wie sein Vater. Der Vater hat wenigstens etwas geerbt und konnte immerfort noch ausgeben. Der Enkel hat nun gar nichts mehr, er erbt auch nichts, er steht ohne etwas da zunächst. So war in einer gewissen Beziehung der Gang der Menschheitsentwickelung. Der Ätherleib, als er hereinkam und ‘ sich aus den Kassen der Gottheit die göttliche Weisheitssumme. mitnahm, da brachte er seinem physischen Leibe noch Weisheit mit. Aber im physischen Leibe hinderten die luziferischen und die ahrimanischen Geister, daß sich die Weisheit vermehrte, daß etwas hinzukam. Wenn jetzt der Ätherleib wieder herausrückt, dann nimmt er aus dem physischen Leibe nichts mit heraus. Und die Folge würde sein, wenn nichts anderes eingetreten wäre, daß der Mensch einer Zukunft entgegenginge, in welcher sein ätherischer Leib zwar ihm gehört, aber gar nichts von Weisheit, gar nichts von Wissen hätte. Und während der physische Leib völlig vertrocknet, würde der Ätherleib auch nichts haben, denn er kann ja von dem vertrocknenden physischen Leib nichts gewinnen. Wenn also der physische Leib nicht vertrocknen soll in jener Zukunft, dann muß dem Ätherleibe Kraft, Kraft der Weisheit gegeben werden. Es müßte dieser Ätherleib, indem er herausgeht aus dem physischen Leib, im physischen Leibe Kraft der Weisheit erhalten haben. Da drinnen müßte er etwas erhalten haben, was er mit hinausträgt. Wenn er dann draußen ist, und er hat diese Weisheit erhalten, dann wirkt er wieder zurück auf den physischen Leib und gibt ihm Leben, läßt ihn nicht vertrocknen.

[ 22 ] Wenn der Sohn, der früher aus der Kasse seines Vaters gelebt hat, alles ausgibt und nichts hinzuerwirbt, so wird es bei ihm immer trübseliger ausschauen. Aber wenn er nun auch einen Sohn hat, so wird dieser Sohn, also der Enkel, nicht in der gleichen Lage sein wie sein Vater. Der Vater hat wenigstens etwas geerbt und konnte immerfort noch ausgeben. Der Enkel hat nun gar nichts mehr, er erbt auch nichts, er steht ohne etwas da zunächst. So war in einer gewissen Beziehung der Gang der Menschheitsentwickelung. Der Ätherleib, als er hereinkam und ‘ sich aus den Kassen der Gottheit die göttliche Weisheitssumme. mitnahm, da brachte er seinem physischen Leibe noch Weisheit mit. Aber im physischen Leibe hinderten die luziferischen und die ahrimanischen Geister, daß sich die Weisheit vermehrte, daß etwas hinzukam. Wenn jetzt der Ätherleib wieder herausrückt, dann nimmt er aus dem physischen Leibe nichts mit heraus. Und die Folge würde sein, wenn nichts anderes eingetreten wäre, daß der Mensch einer Zukunft entgegenginge, in welcher sein ätherischer Leib zwar ihm gehört, aber gar nichts von Weisheit, gar nichts von Wissen hätte. Und während der physische Leib völlig vertrocknet, würde der Ätherleib auch nichts haben, denn er kann ja von dem vertrocknenden physischen Leib nichts gewinnen. Wenn also der physische Leib nicht vertrocknen soll in jener Zukunft, dann muß dem Ätherleibe Kraft, Kraft der Weisheit gegeben werden. Es müßte dieser Ätherleib, indem er herausgeht aus dem physischen Leib, im physischen Leibe Kraft der Weisheit erhalten haben. Da drinnen müßte er etwas erhalten haben, was er mit hinausträgt. Wenn er dann draußen ist, und er hat diese Weisheit erhalten, dann wirkt er wieder zurück auf den physischen Leib und gibt ihm Leben, läßt ihn nicht vertrocknen.

[ 23 ] Zwei Möglichkeiten liegen vor für diese Menschheitsentwickelung. Die eine Möglichkeit ist diese:

[ 23 ] Zwei Möglichkeiten liegen vor für diese Menschheitsentwickelung. Die eine Möglichkeit ist diese:

[ 24 ] Der Mensch entwickelt sich ohne den Christus. In diesem Falle könnte der Ätherleib nichts mitbringen aus dem physischen Leib, denn er hat dort nichts erhalten, er geht leer heraus. Da aber der Ätherleib nichts hat, kann er auch nicht den physischen Leib beleben, er kann ihn nicht vor seiner Zermürbung, nicht vor seiner Vertrocknung bewahren. Der Mensch würde allmählich alle Früchte des physischen Lebens verlieren, sie würden ihm nichts aus dem physischen Leibe geben können, und er müßte den physischen Leib zurücklassen. Nun haben sich die Menschen aber gerade auf die Erde begeben, damit sie einen physischen Leib zu den früheren Anlagen dazu bekommen. Die Anlage zum physischen Leib ist früher gekommen. Aber ohne die Gestaltung des physischen Leibes würde der Mensch niemals die Erdenmission erreichen. Nun sind auf der Erde die Einflüsse von Luzifer und Ahriman gekommen. Gewinnt der Mensch nichts in seinem physischen Leibe, geht sein Ätherleib wieder heraus aus dem physischen Leibe, ohne daß er etwas Neues mitnehmen kann, daß er sogar noch dazu verbraucht hat das alte Weisheitsgut, so ist es um die Erdenmission geschehen. Dann ist die Sendung der Erde verloren für das Weltenall. Nichts bringt der Mensch in die Zukunft mit. Den leeren Ätherschädel würde er mitbringen, den er gefüllt in die Erdentwickelung hineingebracht hat!

[ 24 ] Der Mensch entwickelt sich ohne den Christus. In diesem Falle könnte der Ätherleib nichts mitbringen aus dem physischen Leib, denn er hat dort nichts erhalten, er geht leer heraus. Da aber der Ätherleib nichts hat, kann er auch nicht den physischen Leib beleben, er kann ihn nicht vor seiner Zermürbung, nicht vor seiner Vertrocknung bewahren. Der Mensch würde allmählich alle Früchte des physischen Lebens verlieren, sie würden ihm nichts aus dem physischen Leibe geben können, und er müßte den physischen Leib zurücklassen. Nun haben sich die Menschen aber gerade auf die Erde begeben, damit sie einen physischen Leib zu den früheren Anlagen dazu bekommen. Die Anlage zum physischen Leib ist früher gekommen. Aber ohne die Gestaltung des physischen Leibes würde der Mensch niemals die Erdenmission erreichen. Nun sind auf der Erde die Einflüsse von Luzifer und Ahriman gekommen. Gewinnt der Mensch nichts in seinem physischen Leibe, geht sein Ätherleib wieder heraus aus dem physischen Leibe, ohne daß er etwas Neues mitnehmen kann, daß er sogar noch dazu verbraucht hat das alte Weisheitsgut, so ist es um die Erdenmission geschehen. Dann ist die Sendung der Erde verloren für das Weltenall. Nichts bringt der Mensch in die Zukunft mit. Den leeren Ätherschädel würde er mitbringen, den er gefüllt in die Erdentwickelung hineingebracht hat!

[ 25 ] Nehmen wir aber nun an, es geschähe etwas zur rechten Zeit, wodurch der Mensch beim Wiederhinausrücken seines Ätherleibes aus dem physischen Leib fähig würde, diesem Ätherleib etwas zu geben, ihn wieder zu beleben, ihn wieder mit Weisheit zu durchdringen. Dann würde auch gegen die Zukunft hin der Ätherleib herausgehen, aber er hätte jetzt neues Leben, neue Kraft. Die könnte er dann wieder zur Belebung des physischen Leibes verwenden. Er könnte jetzt zurücksenden in den physischen Leib hinein Kraft und Leben. Aber er müßte es selbst erst haben; er müßte selbst erst Kraft und Leben erhalten. Wenn er aber Kraft und Leben erhalten kann, dann ist des Menschen Erdenfrucht gerettet. Dann verfault der physische Leib nicht bloß, sondern der physische Leib, das Verwesliche, das nimmt an die Gestalt des Ätherleibes, des Unverweslichen! Und des Menschen Auferstehung mit den Errungenschaften im physischen Leibe ist gerettet.

[ 25 ] Nehmen wir aber nun an, es geschähe etwas zur rechten Zeit, wodurch der Mensch beim Wiederhinausrücken seines Ätherleibes aus dem physischen Leib fähig würde, diesem Ätherleib etwas zu geben, ihn wieder zu beleben, ihn wieder mit Weisheit zu durchdringen. Dann würde auch gegen die Zukunft hin der Ätherleib herausgehen, aber er hätte jetzt neues Leben, neue Kraft. Die könnte er dann wieder zur Belebung des physischen Leibes verwenden. Er könnte jetzt zurücksenden in den physischen Leib hinein Kraft und Leben. Aber er müßte es selbst erst haben; er müßte selbst erst Kraft und Leben erhalten. Wenn er aber Kraft und Leben erhalten kann, dann ist des Menschen Erdenfrucht gerettet. Dann verfault der physische Leib nicht bloß, sondern der physische Leib, das Verwesliche, das nimmt an die Gestalt des Ätherleibes, des Unverweslichen! Und des Menschen Auferstehung mit den Errungenschaften im physischen Leibe ist gerettet.

[ 26 ] Ein Impuls also mußte auf die Erde kommen, durch welchen das, was aufgebraucht war an altem Weisheitsgut, wieder erneuert wurde, wodurch dem Ätherleibe wieder neues Leben eingepflanzt wurde, so daß das sonst zum Verwesen bestimmte Physische anziehen kann das Unverwesliche und sich erfüllen kann mit einem Ätherleib, der es unverweslich macht, der es hinausrettet aus der Erdentwickelung. Dies aber, dieses Leben in den Ätherleib hinein, das hat der Christus gebracht. Es hängt also mit dem Christus zusammen, daß dasjenige, was sonst dem Tode geweiht wäre, des Menschen physischer Leib, umgewandelt werde, vor der Verwesung bewahrt werde, daß es die Fähigkeit erhält, das Unverwesliche anzuziehen. Leben gegossen hat der Christus-Impuls in des Menschen Ätherleib, neues Leben, nachdem das Leben verbraucht war! Und der Mensch, wenn er in die Zukunft hineinschaut, muß sich sagen: Wenn einst mein Ätherleib heraus sein wird aus dem physischen Leib, dann werde ich mich so entwickelt haben müssen, daß der Ätherleib ganz durchsetzt ist von dem Christus. Der Christus muß in mir leben. Ich muß nach und nach im Laufe meiner Erdenentwickelung mich ganz durchdringen in bezug auf meinen Ätherleib mit dem Christus!

[ 26 ] Ein Impuls also mußte auf die Erde kommen, durch welchen das, was aufgebraucht war an altem Weisheitsgut, wieder erneuert wurde, wodurch dem Ätherleibe wieder neues Leben eingepflanzt wurde, so daß das sonst zum Verwesen bestimmte Physische anziehen kann das Unverwesliche und sich erfüllen kann mit einem Ätherleib, der es unverweslich macht, der es hinausrettet aus der Erdentwickelung. Dies aber, dieses Leben in den Ätherleib hinein, das hat der Christus gebracht. Es hängt also mit dem Christus zusammen, daß dasjenige, was sonst dem Tode geweiht wäre, des Menschen physischer Leib, umgewandelt werde, vor der Verwesung bewahrt werde, daß es die Fähigkeit erhält, das Unverwesliche anzuziehen. Leben gegossen hat der Christus-Impuls in des Menschen Ätherleib, neues Leben, nachdem das Leben verbraucht war! Und der Mensch, wenn er in die Zukunft hineinschaut, muß sich sagen: Wenn einst mein Ätherleib heraus sein wird aus dem physischen Leib, dann werde ich mich so entwickelt haben müssen, daß der Ätherleib ganz durchsetzt ist von dem Christus. Der Christus muß in mir leben. Ich muß nach und nach im Laufe meiner Erdenentwickelung mich ganz durchdringen in bezug auf meinen Ätherleib mit dem Christus!

[ 27 ] Was ich Ihnen jetzt beschrieben habe, das sind die tieferen Vorgänge, die sich dem äußeren Auge entziehen. Sie sind das Geistige hinter der physischen Entwickelung der Welt. Was aber mußte die äußere Gestalt sein?

[ 27 ] Was ich Ihnen jetzt beschrieben habe, das sind die tieferen Vorgänge, die sich dem äußeren Auge entziehen. Sie sind das Geistige hinter der physischen Entwickelung der Welt. Was aber mußte die äußere Gestalt sein?

[ 28 ] Was war es denn, was in den physischen Leib hineingetreten ist durch die luziferischen, durch die ahrimanischen Wesenheiten? Hineingekommen war in den physischen Leib die Anlage zur Verwesung, die Anlage zur Auflösung, die Anlage zum Sterben, mit anderen Worten. In den physischen Leib war der Todeskeim gekommen. Dieser Todeskeim würde erst vollständig zum Ausdruck kommen am Ende der Erdentwickelung, wenn kein Christus gekommen wäre. Denn dann würde der Ätherleib in alle Zukunft hinein unfähig sein, den Menschen wieder zu beleben. Und wenn die Erdentwickelung fertig wäre, dann würde alles, was als physischer Menschenleib entstanden ist, der Verwesung anheimfallen, und die Erdenmission selber würde dem Tode verfallen. Jederzeit ist, wenn wir heute den Tod erblicken, dieser jetzige Tod ein Wahrzeichen für das, was als der allgemeine Tod am Ende der Erdentwickelung stehen würde. Langsam und allmählich nur versiegt das, was der Menschheit einmal mitgegeben worden ist. Daß der Mensch immer wieder und wieder geboren wird, von Verkörperung zu Verkörperung gehen kann, das ist nur dadurch möglich geworden, daß dem Menschen ein Lebensfonds mitgegeben wurde. Für das rein äußere Leben in aufeinanderfolgenden Inkarnationen würde eben erst am Ende der Erdentwickelung ersterben alle Lebensmöglichkeit. Aber nach und nach würde sich schon zeigen, daß die Menschen absterben. Langsam würde sich das vollziehen von Teil zu Teil, und der physische Leib würde immer mehr vertrocknen. Wäre nicht der Christus-Impuls gekommen, so würde der Mensch gliedweise gegen das Ende der Erdentwickelung hin absterben. Nun steht der Christus-Impuls erst im Anfange seiner Entwickelung. Er wird erst nach und nach sich in die Menschheit hineinleben, und was der Christus für die Menschheit sein wird, das werden erst künftige Zeiten vollständig zeigen - bis an das Ende der Erdenentwickelung hin.

[ 28 ] Was war es denn, was in den physischen Leib hineingetreten ist durch die luziferischen, durch die ahrimanischen Wesenheiten? Hineingekommen war in den physischen Leib die Anlage zur Verwesung, die Anlage zur Auflösung, die Anlage zum Sterben, mit anderen Worten. In den physischen Leib war der Todeskeim gekommen. Dieser Todeskeim würde erst vollständig zum Ausdruck kommen am Ende der Erdentwickelung, wenn kein Christus gekommen wäre. Denn dann würde der Ätherleib in alle Zukunft hinein unfähig sein, den Menschen wieder zu beleben. Und wenn die Erdentwickelung fertig wäre, dann würde alles, was als physischer Menschenleib entstanden ist, der Verwesung anheimfallen, und die Erdenmission selber würde dem Tode verfallen. Jederzeit ist, wenn wir heute den Tod erblicken, dieser jetzige Tod ein Wahrzeichen für das, was als der allgemeine Tod am Ende der Erdentwickelung stehen würde. Langsam und allmählich nur versiegt das, was der Menschheit einmal mitgegeben worden ist. Daß der Mensch immer wieder und wieder geboren wird, von Verkörperung zu Verkörperung gehen kann, das ist nur dadurch möglich geworden, daß dem Menschen ein Lebensfonds mitgegeben wurde. Für das rein äußere Leben in aufeinanderfolgenden Inkarnationen würde eben erst am Ende der Erdentwickelung ersterben alle Lebensmöglichkeit. Aber nach und nach würde sich schon zeigen, daß die Menschen absterben. Langsam würde sich das vollziehen von Teil zu Teil, und der physische Leib würde immer mehr vertrocknen. Wäre nicht der Christus-Impuls gekommen, so würde der Mensch gliedweise gegen das Ende der Erdentwickelung hin absterben. Nun steht der Christus-Impuls erst im Anfange seiner Entwickelung. Er wird erst nach und nach sich in die Menschheit hineinleben, und was der Christus für die Menschheit sein wird, das werden erst künftige Zeiten vollständig zeigen - bis an das Ende der Erdenentwickelung hin.

[ 29 ] Aber nicht in gleicher Weise sind die verschiedenen menschlichen Verrichtungen und Dinge von dem Christus-Impuls ergriffen worden. Es gibt heute sehr viele Dinge, die von dem Christus-Impuls ganz und gar nicht ergriffen sind, die erst in der Zukunft werden von dem Christus-Impuls ergriffen werden müssen. Ich will Ihnen dafür ein schlagendes Beispiel anführen, wie es in unserer Zeit ein ganzes Gebiet menschlicher Tätigkeit gibt, das gegenwärtig von dem Christus-Impuls nicht ergriffen worden ist.

[ 29 ] Aber nicht in gleicher Weise sind die verschiedenen menschlichen Verrichtungen und Dinge von dem Christus-Impuls ergriffen worden. Es gibt heute sehr viele Dinge, die von dem Christus-Impuls ganz und gar nicht ergriffen sind, die erst in der Zukunft werden von dem Christus-Impuls ergriffen werden müssen. Ich will Ihnen dafür ein schlagendes Beispiel anführen, wie es in unserer Zeit ein ganzes Gebiet menschlicher Tätigkeit gibt, das gegenwärtig von dem Christus-Impuls nicht ergriffen worden ist.

[ 30 ] Als die vorchristliche Zeit zu Ende ging, etwa im siebenten, sechsten Jahrhundert der vorchristlichen Zeitrechnung, da ging in bezug auf menschliches Wissen die uralte Weisheit und die uralte Kraft zur Neige. In bezug auf andere Lebenserscheinungen hatte sie noch lange eine junge, frische Kraft, aber namentlich in bezug auf das Wissen ging sie zur Neige. Von dem achten, siebenten, sechsten Jahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung blieb zurück etwas, was man als einen Rest wiederum des Restes bezeichnen kann. Wenn Sie noch zur ägyptisch-chaldäischen Weisheit gegangen wären oder zur urpersischen und indischen Weisheit, da würden Sie diese Weisheit überall durchdrungen gefunden haben mit wirklichen geistigen Anschauungen, mit Ergebnissen uralten Hellsehens. Diejenigen, welche nicht sehr hellseherisch waren, die hatten die Berichte der Hellseher. Wissenschaft etwa ohne Grundlage des Hellsehens gab es nicht und hat es nicht gegeben, in der indischen und persischen Zeit nicht und in den späteren Zeiten nicht. Auch in der ersten Zeit des Griechentums hat es keine Wissenschaft gegeben ohne zugrunde liegende hellseherische Forschung. Dann aber kam die Zeit heran, wo für die menschliche Wissenschaft die hellsehetische Forschung versiegte. Und nun sehen wir eine menschliche Wissenschaft zuerst auftauchen, aus der das Hellsehen heraus ist, oder wenigstens nach und nach herausgeworfen wird.

[ 30 ] Als die vorchristliche Zeit zu Ende ging, etwa im siebenten, sechsten Jahrhundert der vorchristlichen Zeitrechnung, da ging in bezug auf menschliches Wissen die uralte Weisheit und die uralte Kraft zur Neige. In bezug auf andere Lebenserscheinungen hatte sie noch lange eine junge, frische Kraft, aber namentlich in bezug auf das Wissen ging sie zur Neige. Von dem achten, siebenten, sechsten Jahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung blieb zurück etwas, was man als einen Rest wiederum des Restes bezeichnen kann. Wenn Sie noch zur ägyptisch-chaldäischen Weisheit gegangen wären oder zur urpersischen und indischen Weisheit, da würden Sie diese Weisheit überall durchdrungen gefunden haben mit wirklichen geistigen Anschauungen, mit Ergebnissen uralten Hellsehens. Diejenigen, welche nicht sehr hellseherisch waren, die hatten die Berichte der Hellseher. Wissenschaft etwa ohne Grundlage des Hellsehens gab es nicht und hat es nicht gegeben, in der indischen und persischen Zeit nicht und in den späteren Zeiten nicht. Auch in der ersten Zeit des Griechentums hat es keine Wissenschaft gegeben ohne zugrunde liegende hellseherische Forschung. Dann aber kam die Zeit heran, wo für die menschliche Wissenschaft die hellsehetische Forschung versiegte. Und nun sehen wir eine menschliche Wissenschaft zuerst auftauchen, aus der das Hellsehen heraus ist, oder wenigstens nach und nach herausgeworfen wird.

[ 31 ] Warum verschwindet das Helisehen? Weil jetzt bereits oben anfängt der Ätherleib wieder herauszutreten. Da zeigen sich schon die ersten Vorzeichen. Das Hellsehen versiegt, der Glaube an die Mitteilungen der Hellseher versiegt, und dasjenige wird begründet in der Zeit des siebenten, sechsten Jahrhunderts vor dem Erscheinen des Christus, was man nennen kann eine menschliche Wissenschaft, aus der immer mehr und mehr die Ergebnisse der geistigen Forschung herausgetrieben werden. Und das geht immer weiter und weiter. Bei Parmenides, Heraklit, bei Plato und noch bis zu Aristoteles hin, da können Sie überall nachweisen in den Schriften der Naturforscher, bei den alten Ärzten, daß dasjenige, was man Wissenschaft nennt, ursprünglich durchdrungen war von den Ergebnissen der geistigen Forschung. Aber immer mehr und mehr versiegte die Geisteswissenschaft, immer weniger wurde sie. In bezug auf unsere Seelenfähigkeit bleibt sie noch vorhanden, in bezug auf Fühlen und Wollen bleibt sie vorhanden; in bezug auf das menschliche Denken versiegt sie nach und nach.

[ 31 ] Warum verschwindet das Helisehen? Weil jetzt bereits oben anfängt der Ätherleib wieder herauszutreten. Da zeigen sich schon die ersten Vorzeichen. Das Hellsehen versiegt, der Glaube an die Mitteilungen der Hellseher versiegt, und dasjenige wird begründet in der Zeit des siebenten, sechsten Jahrhunderts vor dem Erscheinen des Christus, was man nennen kann eine menschliche Wissenschaft, aus der immer mehr und mehr die Ergebnisse der geistigen Forschung herausgetrieben werden. Und das geht immer weiter und weiter. Bei Parmenides, Heraklit, bei Plato und noch bis zu Aristoteles hin, da können Sie überall nachweisen in den Schriften der Naturforscher, bei den alten Ärzten, daß dasjenige, was man Wissenschaft nennt, ursprünglich durchdrungen war von den Ergebnissen der geistigen Forschung. Aber immer mehr und mehr versiegte die Geisteswissenschaft, immer weniger wurde sie. In bezug auf unsere Seelenfähigkeit bleibt sie noch vorhanden, in bezug auf Fühlen und Wollen bleibt sie vorhanden; in bezug auf das menschliche Denken versiegt sie nach und nach.

[ 32 ] So hatte also in bezug auf das menschliche Denken, auf das wissenschaftliche Denken der Einfluß vom Ätherleib auf den physischen Leib schon begonnen sich zu verlieren, als der Christus erschien. Alles geschieht eben nach und nach, allmählich. Da kam der Christus und gab den Impuls. Aber natürlich nahmen nicht alle gleich den Christus-Impuls an, und namentlich für gewisse Gebiete wurde er nicht angenommen. Für verschiedene Gebiete wurde er angenommen, aber geradezu zurückgewiesen wurde er für die wissenschaftlichen Gebiete. Sehen Sie sich selbst die Wissenschaft der römischen Kaiserzeitan. Sehen Sie nach bei Celsas. Da können Sie finden allerlei Zeug, was er geschrieben hat über den Christus. Dieser Celsus, der ein sehr großer Gelehrter war, aber nichts verstand in bezug auf das menschliche Denken vom Christus-Impulse, berichtet: Da soll einmal gelebt haben in Palästina ein Ehepaar unter dem Namen Joseph und Maria, und an diese knüpft sich an die Sekte der Christen. Das aber, was darüber erzählt wird, ist alles Aberglaube. Die Wahrheit ist die, daß die Frau dieses Joseph einmal ihrem Manne untreu geworden ist mit einem römischen Hauptmanne mit Namen Panthera. Der Joseph wußte aber nicht, wer der Vater ihres Kindes war.

[ 32 ] So hatte also in bezug auf das menschliche Denken, auf das wissenschaftliche Denken der Einfluß vom Ätherleib auf den physischen Leib schon begonnen sich zu verlieren, als der Christus erschien. Alles geschieht eben nach und nach, allmählich. Da kam der Christus und gab den Impuls. Aber natürlich nahmen nicht alle gleich den Christus-Impuls an, und namentlich für gewisse Gebiete wurde er nicht angenommen. Für verschiedene Gebiete wurde er angenommen, aber geradezu zurückgewiesen wurde er für die wissenschaftlichen Gebiete. Sehen Sie sich selbst die Wissenschaft der römischen Kaiserzeitan. Sehen Sie nach bei Celsas. Da können Sie finden allerlei Zeug, was er geschrieben hat über den Christus. Dieser Celsus, der ein sehr großer Gelehrter war, aber nichts verstand in bezug auf das menschliche Denken vom Christus-Impulse, berichtet: Da soll einmal gelebt haben in Palästina ein Ehepaar unter dem Namen Joseph und Maria, und an diese knüpft sich an die Sekte der Christen. Das aber, was darüber erzählt wird, ist alles Aberglaube. Die Wahrheit ist die, daß die Frau dieses Joseph einmal ihrem Manne untreu geworden ist mit einem römischen Hauptmanne mit Namen Panthera. Der Joseph wußte aber nicht, wer der Vater ihres Kindes war.

[ 33 ] Das gehört zu den bekanntesten Erzählungen jener Zeit. Wer die zeitgenössische Literatur verfolgt, der wird wissen, daß gewisse Menschen der heutigen Zeit noch nicht über den Celsus hinausgekommen sind. Gewiß, es lebt sich auf manchen Gebieten nur langsam der Christus-Impuls ein, aber in bezug auf diese Gebiete, von denen wir jetzt sprechen, hat er sich bis heute noch gar nicht einleben können. Da sehen wir eines der Glieder, das verdorrt. Da sehen wir, daß im menschlichen Gehirn etwas verdorrt, während, wenn dieses Gehirn beeinflußt wird von dem Christus-Impuls, es die Wissenschaft in einer ganz anderen Gestalt wieder aufleben lassen wird. So sonderbar das klingt in unserer Zweit des wissenschaftlichen Fanatismus, so ist es doch so: der Teil des menschlichen Gehirns, der dazu berufen ist, wissenschaftlich zu denken, verfällt einem langsamen Tode. Daher sehen Sie, wie ganz langsam, stufenweise die alten Erbstücke aus dem wissenschaftlichen Denken verschwinden. Wir sehen, wie Aristoteles verhältnismäßig noch viel davon hat, wie aber nach und nach die Wissenschaft ausgepreßt wird von den alten Erbstücken, und wie die Wissenschaft durch das, was sie später bekommt an äußeren Beobachtungen, gottverlassen wird in bezug auf das Denken, wie sie nichts mehr hat von dem alten Fonds. Und wir sehen, wie es möglich ist, daß, wenn man den Christus noch so stark erlebt, man keinen Zusammenhang mehr finden kann zwischen dem Christus-Impuls und zwischen dem, was die Menschheit an Wissenschaft sich herauferobert hat. Es gibt äußere Beweise dafür.

[ 33 ] Das gehört zu den bekanntesten Erzählungen jener Zeit. Wer die zeitgenössische Literatur verfolgt, der wird wissen, daß gewisse Menschen der heutigen Zeit noch nicht über den Celsus hinausgekommen sind. Gewiß, es lebt sich auf manchen Gebieten nur langsam der Christus-Impuls ein, aber in bezug auf diese Gebiete, von denen wir jetzt sprechen, hat er sich bis heute noch gar nicht einleben können. Da sehen wir eines der Glieder, das verdorrt. Da sehen wir, daß im menschlichen Gehirn etwas verdorrt, während, wenn dieses Gehirn beeinflußt wird von dem Christus-Impuls, es die Wissenschaft in einer ganz anderen Gestalt wieder aufleben lassen wird. So sonderbar das klingt in unserer Zweit des wissenschaftlichen Fanatismus, so ist es doch so: der Teil des menschlichen Gehirns, der dazu berufen ist, wissenschaftlich zu denken, verfällt einem langsamen Tode. Daher sehen Sie, wie ganz langsam, stufenweise die alten Erbstücke aus dem wissenschaftlichen Denken verschwinden. Wir sehen, wie Aristoteles verhältnismäßig noch viel davon hat, wie aber nach und nach die Wissenschaft ausgepreßt wird von den alten Erbstücken, und wie die Wissenschaft durch das, was sie später bekommt an äußeren Beobachtungen, gottverlassen wird in bezug auf das Denken, wie sie nichts mehr hat von dem alten Fonds. Und wir sehen, wie es möglich ist, daß, wenn man den Christus noch so stark erlebt, man keinen Zusammenhang mehr finden kann zwischen dem Christus-Impuls und zwischen dem, was die Menschheit an Wissenschaft sich herauferobert hat. Es gibt äußere Beweise dafür.

[ 34 ] Denken Sie, es wäre ein Mensch gewesen im dreizehnten Jahrhundert, der ganz intensiv von dem Christus-Impuls ergriffen gewesen wäre, und der gesagt hätte: Wir haben den Christus-Impuls. Wie eine Summe von gewaltigen neuen Offenbarungen fließt er uns aus dem Evangelium heraus, und wir können uns damit durchdringen! - Und nehmen wir an, dieser Mensch hätte sich die Aufgabe zugeschrieben, ein Bindeglied zu schaffen zwischen der Wissenschaft und dem Christentum: es war schon im dreizehnten Jahrhundert so, daß er dazu nichts gefunden hätte in der zeitgenössischen Wissenschaft! Er hätte zurückgreifen müssen bis zu Aristoteles. Und mit dem Aristoteles nicht mit der Wissenschaft des dreizehnten Jahrhunderts, sondern nur mit dem Aristoteles hätte er das Christentum interpretieren können. Die Wissenschaft war eben so, daß sie immer unfähiger wurde, mit dem Christus-Prinzip zusammenzukommen. Deshalb mußten die Männer des dreizehnten Jahrhunderts zurückgehen bis zu demalten Aristoteles. Der hatte noch von dem alten Erbgut der Weisheit, und er konnte die Begriffe liefern, durch die man die Wissenschaft mit dem Christentum zusammenbringen konnte. Dann wurde die Wissenschaft immer ärmer und ärmer an Begriffen, gerade indem sie immer reicher wurde an Beobachtungen. Und dann kam die Zeit, wo alle Begriffe der alten Weisheit aus der Wissenschaft schwanden.

[ 34 ] Denken Sie, es wäre ein Mensch gewesen im dreizehnten Jahrhundert, der ganz intensiv von dem Christus-Impuls ergriffen gewesen wäre, und der gesagt hätte: Wir haben den Christus-Impuls. Wie eine Summe von gewaltigen neuen Offenbarungen fließt er uns aus dem Evangelium heraus, und wir können uns damit durchdringen! - Und nehmen wir an, dieser Mensch hätte sich die Aufgabe zugeschrieben, ein Bindeglied zu schaffen zwischen der Wissenschaft und dem Christentum: es war schon im dreizehnten Jahrhundert so, daß er dazu nichts gefunden hätte in der zeitgenössischen Wissenschaft! Er hätte zurückgreifen müssen bis zu Aristoteles. Und mit dem Aristoteles nicht mit der Wissenschaft des dreizehnten Jahrhunderts, sondern nur mit dem Aristoteles hätte er das Christentum interpretieren können. Die Wissenschaft war eben so, daß sie immer unfähiger wurde, mit dem Christus-Prinzip zusammenzukommen. Deshalb mußten die Männer des dreizehnten Jahrhunderts zurückgehen bis zu demalten Aristoteles. Der hatte noch von dem alten Erbgut der Weisheit, und er konnte die Begriffe liefern, durch die man die Wissenschaft mit dem Christentum zusammenbringen konnte. Dann wurde die Wissenschaft immer ärmer und ärmer an Begriffen, gerade indem sie immer reicher wurde an Beobachtungen. Und dann kam die Zeit, wo alle Begriffe der alten Weisheit aus der Wissenschaft schwanden.

[ 35 ] Die größten Menschen sind ja natürlich in bezug auf ihre Wissenschaft auch Kinder ihrer Zeit. Galilei konnte doch nicht aus dem Absoluten heraus denken, er konnte nur im Sinne seiner Zeit denken. Under ist gerade dadurch groß, daß er das rein gottverlassene Denken herstellt, das rein mechanistische Denken. Ein großer Umschwung tritt gerade mit Galilei uns vor Augen. Die gewöhnlichste Erscheinung, wie sie heute in der Physik erklärt wird, wurde vor Galilei anders geschildert als nach ihm. Jemand wirft zum Beispiel einen Stein. Da sagt man heute, der Stein behält durch das Beharrungsvermögen so lange seine Bewegung bei, bis sie unter dem Einfluß einer anderen Kraft aufgehoben wird. Vor Galilei dachte man ganz anders; da war man davon überzeugt, daß, wenn der Stein weiter gehen soll, jemand den Stein fortstoßen muß. Etwas Aktives stand hinter dem fliegenden Stein. Galilei hat vollständig die Menschen umdenken gelehrt, aber so, daß sie gelernt haben, die Welt als einen Mechanismus aufzufassen. Und heute gilt es geradezu als ein Ideal, die Welt mechanisch, mechanistisch zu erklären und allen Geist herauszutreiben. Das rührt eben davon her, daß jene Partien des menschlichen Gehirnes, des Denkinstrumentes, die das Organ des wissenschaftlichen Denkens sind, heute schon so vertrocknet sind, daß sie nicht neues Leben den Begriffen zufließen lassen können, so daß diese Begriffe ärmer und ärmer werden.

[ 35 ] Die größten Menschen sind ja natürlich in bezug auf ihre Wissenschaft auch Kinder ihrer Zeit. Galilei konnte doch nicht aus dem Absoluten heraus denken, er konnte nur im Sinne seiner Zeit denken. Under ist gerade dadurch groß, daß er das rein gottverlassene Denken herstellt, das rein mechanistische Denken. Ein großer Umschwung tritt gerade mit Galilei uns vor Augen. Die gewöhnlichste Erscheinung, wie sie heute in der Physik erklärt wird, wurde vor Galilei anders geschildert als nach ihm. Jemand wirft zum Beispiel einen Stein. Da sagt man heute, der Stein behält durch das Beharrungsvermögen so lange seine Bewegung bei, bis sie unter dem Einfluß einer anderen Kraft aufgehoben wird. Vor Galilei dachte man ganz anders; da war man davon überzeugt, daß, wenn der Stein weiter gehen soll, jemand den Stein fortstoßen muß. Etwas Aktives stand hinter dem fliegenden Stein. Galilei hat vollständig die Menschen umdenken gelehrt, aber so, daß sie gelernt haben, die Welt als einen Mechanismus aufzufassen. Und heute gilt es geradezu als ein Ideal, die Welt mechanisch, mechanistisch zu erklären und allen Geist herauszutreiben. Das rührt eben davon her, daß jene Partien des menschlichen Gehirnes, des Denkinstrumentes, die das Organ des wissenschaftlichen Denkens sind, heute schon so vertrocknet sind, daß sie nicht neues Leben den Begriffen zufließen lassen können, so daß diese Begriffe ärmer und ärmer werden.

[ 36 ] Man könnte leicht nachweisen, daß die Wissenschaft, wenn sie noch so sehr Einzelheit zu Einzelheit häuft, mit keinem einzigen Begriff die Menschheit bereichert hat. Wohlgemerkt: Beobachtungen sind keine Begriffe! Sagen Sie nicht, daß solche Dinge wie Darwinismus und dergleichen die Menschheit mit Begriffen bereichert hätten. Andere haben das getan, nicht die Wissenschafter, sondern Menschen, die ganz andere Quellen hatten. Ein solcher Mensch war Goethe. Er hat die Menschheit mit Begriffen von ganz anderen Quellen her bereichert. Dafür gilt er aber bei den Wissenschaftern auch als Dilettant.

[ 36 ] Man könnte leicht nachweisen, daß die Wissenschaft, wenn sie noch so sehr Einzelheit zu Einzelheit häuft, mit keinem einzigen Begriff die Menschheit bereichert hat. Wohlgemerkt: Beobachtungen sind keine Begriffe! Sagen Sie nicht, daß solche Dinge wie Darwinismus und dergleichen die Menschheit mit Begriffen bereichert hätten. Andere haben das getan, nicht die Wissenschafter, sondern Menschen, die ganz andere Quellen hatten. Ein solcher Mensch war Goethe. Er hat die Menschheit mit Begriffen von ganz anderen Quellen her bereichert. Dafür gilt er aber bei den Wissenschaftern auch als Dilettant.

[ 37 ] Die Dinge liegen so, daß tatsächlich die Wissenschaft nicht bereichert worden ist mit Begriffen. Begriffe finden Sie viel, viel lebensvoller, viel höher und großartiger in uralten Zeiten. Ausgepreßt wie eine Zitrone sind die Begriffe, die der Darwinismus hat. Er hat nur Beobachtungen gesammelt und sie mit den ärmer gemachten Begriffen verbunden. Diese wissenschaftliche Richtung ist etwas, was uns so recht deutlich den Vorgang zeigt des allmählichen Absterbens. Im Gehirn des Menschen ist ein Glied, das im Vertrocknen ist. Das ist das Glied, das heute in der Wissenschaft arbeitet. Und der Grund davon ist, daß der Teil des menschlichen Ätherleibes, der dieses vertrocknende Gehirn beleben sollte, heute noch nicht den Christus-Impuls erlangt hat. Bevor nicht der Christus-Impuls auch einfließt in diesen Teil des menschlichen Gehirns, welcher die Wissenschaft versorgen soll, kommt kein Leben in diese Wissenschaft. Das ist in den großen Weltgesetzen begründet. Wenn die Wissenschaft so fortmacht, wird sie immer ärmer werden an Begriffen, immer mehr werden die Begriffe aussterben. Und solche Menschen werden in der Wissenschaft immer häufiger sein, welche eine Beobachtung neben die andere stellen - und eine heillose Angst haben vor dem, der einmal anfängt zu denken. Schrecklich ist es heute für einen Professor, wenn ihm ein junger Mensch eine Doktor-Dissertation bringt, wo auch nur ein wenig Denken drinnen ist.

[ 37 ] Die Dinge liegen so, daß tatsächlich die Wissenschaft nicht bereichert worden ist mit Begriffen. Begriffe finden Sie viel, viel lebensvoller, viel höher und großartiger in uralten Zeiten. Ausgepreßt wie eine Zitrone sind die Begriffe, die der Darwinismus hat. Er hat nur Beobachtungen gesammelt und sie mit den ärmer gemachten Begriffen verbunden. Diese wissenschaftliche Richtung ist etwas, was uns so recht deutlich den Vorgang zeigt des allmählichen Absterbens. Im Gehirn des Menschen ist ein Glied, das im Vertrocknen ist. Das ist das Glied, das heute in der Wissenschaft arbeitet. Und der Grund davon ist, daß der Teil des menschlichen Ätherleibes, der dieses vertrocknende Gehirn beleben sollte, heute noch nicht den Christus-Impuls erlangt hat. Bevor nicht der Christus-Impuls auch einfließt in diesen Teil des menschlichen Gehirns, welcher die Wissenschaft versorgen soll, kommt kein Leben in diese Wissenschaft. Das ist in den großen Weltgesetzen begründet. Wenn die Wissenschaft so fortmacht, wird sie immer ärmer werden an Begriffen, immer mehr werden die Begriffe aussterben. Und solche Menschen werden in der Wissenschaft immer häufiger sein, welche eine Beobachtung neben die andere stellen - und eine heillose Angst haben vor dem, der einmal anfängt zu denken. Schrecklich ist es heute für einen Professor, wenn ihm ein junger Mensch eine Doktor-Dissertation bringt, wo auch nur ein wenig Denken drinnen ist.

[ 38 ] Aber es gibt heute schon eine Anthroposophie! Und diese Anthroposophie wird immer mehr und mehr den Christus-Impuls der Menschheit verständlich machen und dadurch dem Ätherleib immer mehr Leben zuführen. Und sie wird imstande sein, so viel Leben ihm zuzuführen, daß er auch den vertrocknenden Teil des Gehirns zum Schmelzen bringen wird, der heute unsere wissenschaftliche Denkrichtung zuwege gebracht hat. Das ist ein Beispiel dafür, wie der Christus-Impuls, indem er sich nach und nach einlebt in die Menschheit, die absterbenden Glieder wieder belebt. Gegen die Menschenzukunft hin würden immer mehr und mehr Glieder absterben. Aber gegenüber jedem absterbenden Gliede wird der Christus-Impuls in die Menschheit einfließen, und am Ende der Erdentwickelung wird es so sein, daß alle die Glieder, die sonst abgestorben wären, wieder belebt worden sind von dem ChristusImpuls, der dann den ganzen Ätherleib durchsetzt hat, mit dem der menschliche Ätherleib dann eins geworden ist. Und der erste Impuls zu dieser allmählichen Wiederbelebung der Menschheit, der erste Impuls zur Auferstehung der Menschheit ist eingetreten in einem Moment, den uns das Johannes-Evangelium wunderschön schildert.

[ 38 ] Aber es gibt heute schon eine Anthroposophie! Und diese Anthroposophie wird immer mehr und mehr den Christus-Impuls der Menschheit verständlich machen und dadurch dem Ätherleib immer mehr Leben zuführen. Und sie wird imstande sein, so viel Leben ihm zuzuführen, daß er auch den vertrocknenden Teil des Gehirns zum Schmelzen bringen wird, der heute unsere wissenschaftliche Denkrichtung zuwege gebracht hat. Das ist ein Beispiel dafür, wie der Christus-Impuls, indem er sich nach und nach einlebt in die Menschheit, die absterbenden Glieder wieder belebt. Gegen die Menschenzukunft hin würden immer mehr und mehr Glieder absterben. Aber gegenüber jedem absterbenden Gliede wird der Christus-Impuls in die Menschheit einfließen, und am Ende der Erdentwickelung wird es so sein, daß alle die Glieder, die sonst abgestorben wären, wieder belebt worden sind von dem ChristusImpuls, der dann den ganzen Ätherleib durchsetzt hat, mit dem der menschliche Ätherleib dann eins geworden ist. Und der erste Impuls zu dieser allmählichen Wiederbelebung der Menschheit, der erste Impuls zur Auferstehung der Menschheit ist eingetreten in einem Moment, den uns das Johannes-Evangelium wunderschön schildert.

[ 39 ] Stellen wir uns vor, daß der Christus in die Welt getreten ist völlig universell und zuerst das Große vollbringt aus einem völlig durchchristlichten Ätherleib. Denn das ist es ja gewesen, zu dem der Christus den Ätherleib des Jesus von Nazareth gemacht hat, daß dieser Ätherleib auch den physischen Leib beleben konnte. In dem Augenblick, wo der Ätherleib des Jesus von Nazareth, in dem der Christus jetzt war, ein vollständiger Beleber geworden war des physischen Leibes, da erschien der Ätherleib des Christus verklärt! Und der Schreiber des Johannes Evangeliums schildert uns diesen Augenblick :

[ 39 ] Stellen wir uns vor, daß der Christus in die Welt getreten ist völlig universell und zuerst das Große vollbringt aus einem völlig durchchristlichten Ätherleib. Denn das ist es ja gewesen, zu dem der Christus den Ätherleib des Jesus von Nazareth gemacht hat, daß dieser Ätherleib auch den physischen Leib beleben konnte. In dem Augenblick, wo der Ätherleib des Jesus von Nazareth, in dem der Christus jetzt war, ein vollständiger Beleber geworden war des physischen Leibes, da erschien der Ätherleib des Christus verklärt! Und der Schreiber des Johannes Evangeliums schildert uns diesen Augenblick :

«Vater, verkläre deinen Namen! — Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verkläret, und will ihn abermal verklären. Da sprach das Volk, das dabei stand und zuhörte: Es donnert.»

«Vater, verkläre deinen Namen! — Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verkläret, und will ihn abermal verklären. Da sprach das Volk, das dabei stand und zuhörte: Es donnert.»

[ 40 ] Es wird gesagt: Diejenigen, die dabei standen, hörten donnern. Aber niemals wird gesagt, daß etwa ein Mensch, der nicht dazu vorbereitet gewesen wäre, es auch gehört hätte.

[ 40 ] Es wird gesagt: Diejenigen, die dabei standen, hörten donnern. Aber niemals wird gesagt, daß etwa ein Mensch, der nicht dazu vorbereitet gewesen wäre, es auch gehört hätte.

«Die anderen aber sprachen: Es redete ein Engel mit ihm. Jesus antwortete und sprach: Diese Stimme ist nicht um meinetwillen geschehen, sondern um euretwillen.»

«Die anderen aber sprachen: Es redete ein Engel mit ihm. Jesus antwortete und sprach: Diese Stimme ist nicht um meinetwillen geschehen, sondern um euretwillen.»

[ 41 ] Warum? Damit rings um ihn herum verstanden werde, was geschehen ist. Und der Christus spricht über das, was geschehen ist:

[ 41 ] Warum? Damit rings um ihn herum verstanden werde, was geschehen ist. Und der Christus spricht über das, was geschehen ist:

«Jetzt gehet das Gericht über die Welt; nun wird der Fürst dieser Welt ausgestoßen werden.» (12, 28-31)

«Jetzt gehet das Gericht über die Welt; nun wird der Fürst dieser Welt ausgestoßen werden.» (12, 28-31)

[ 42 ] Luzifer-Ahriman ist in diesem Augenblicke aus dem physischen Leib des Christus ausgestoßen worden! Das große Vorbild steht da, das sich in der Zukunft in der ganzen Menschheit vollziehen muß: Ausgestoßen werden müssen durch den Christus-Impuls die Hemmnisse von LuziferAhriman aus dem physischen Leibe! Und des Menschen Erdenkörper muß so belebt werden durch den Christus-Impuls, daß die Früchte der Erdenmission mit hinübergenommen werden in jene Zeiten, welche die Erdenzeiten ablösen werden.

[ 42 ] Luzifer-Ahriman ist in diesem Augenblicke aus dem physischen Leib des Christus ausgestoßen worden! Das große Vorbild steht da, das sich in der Zukunft in der ganzen Menschheit vollziehen muß: Ausgestoßen werden müssen durch den Christus-Impuls die Hemmnisse von LuziferAhriman aus dem physischen Leibe! Und des Menschen Erdenkörper muß so belebt werden durch den Christus-Impuls, daß die Früchte der Erdenmission mit hinübergenommen werden in jene Zeiten, welche die Erdenzeiten ablösen werden.