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The Rudolf Steiner Archive

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The East in the Light of the West
The Children of Lucifer and the Brothers of Christ
GA 113

26 August 1909, Munich

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Der Orient im Lichte des Okzidents, 5th ed.
  1. The East in the Light of the West, tr. SOL

Vierter Vortrag

Vierter Vortrag

[ 1 ] Es ist in den beiden vorhergehenden Vorträgen dieses Zyklus betont worden, daß die übersinnliche Anschauung hinter den Einzelheiten des Sinnenteppichs, der vor uns ausgebreitet ist, die geistigen Wesenheiten zu schauen vermag, daß sich also von einer bestimmten Stufe der geistigen Entwickelung an oder sagen wir der Initiation, der Einweihung an dasjenige, was man im gewöhnlichen Leben nennt feurige, luftförmige, flüssige Körper und so weiter, verwandelt in Lebendiges, Regsames, in Geistiges. Und gestern haben wir noch im besonderen erwähnt, daß auch hinter den Erscheinungen und Tatsachen unseres eigenen Seelenlebens, insofern sich dieses in der physischen Welt abspielt, geistige Wesenheiten verborgen sind. Sie können sich nun die Frage vorlegen: Ist denn die Sache so, daß das übersinnliche Bewußtsein da, wo die gewöhnliche Sinnesanschauung, sagen wir Wärme, Farbe und dergleichen wahrnimmt, geistige Wesenheiten sieht, so daß wir dann die Welt in zwei Formen vor uns hätten, einmal als äußere Sinneswelt und ein anderes Mal als geistige Welt? Und wiederum in bezug auf das Innere: Ist die Sache so, daß wir in unserem Seelenleben Empfindungen, Gefühle, Gewissenstatsachen, Gedankentatsachen haben und dahinter stehend geistige Wesenheiten? Oder ist es anders? Das heißt: Deckt sich vielleicht nicht vollständig die geistige Welt in ihrem äußeren Ausdruck mit der Sinneswelt? — Wir könnten die Frage auch so stellen: Finden wir alle möglichen geistigen Wesenheiten, wenn wir ausgehen von dem, was der äußere Ausdruck in der physischen Welt ist, oder gibt es noch andere geistige Wesenheiten, die gar keinen Ausdruck haben in der physischen Welt? Diese Frage könnten wir aufwerfen, und sie beantwortet sich nun in der folgenden Weise für das übersinnliche Bewußtsein: Zwar ist das so, daß für jede äußere Wahrnehmung hinter ihr eine geistige Wesenheit oder auch geistige Tatsache steht, daß aber für das übersinnliche Bewußtsein bei seinem Aufsteigen in die höheren Welten es auch geistige Wesenheiten und Tatsachen gibt, die keinen Ausdruck in der physischen Welt haben. Also, es gibt noch andere Erfahrungen für den Eingeweihten, als nur solche, die ihre Projektion, ihr Schattenbild herunterwerfen in die physische Welt. Und ebenso gibt es geistige Wesenheiten und Tatsachen, die nicht in unser Seelenleben hinein ihren Schatten werfen, die also keinen Ausdruck in Gewissenstatsachen, in Gedankentatsachen, in Gefühlen und Empfindungen und so weiter finden. Wollen wir das, was da gesagt worden ist, zusammenfassend ausdrücken, so können wir sagen: Die geistige Welt stellt sich für das höhere Bewußtsein als eine weit reichere Welt dar, als ihr äußerer Ausdruck in der physischen Welt ist. — Das ist ja wahrscheinlich für die meisten von Ihnen keine sonderlich verwunderliche Tatsache, aber sie muß doch einmal klar vor die Seele gerückt werden. Es muß klar sein, daß es nicht nur verhüllte geistige Erscheinungen und Wesenheiten gibt, wie etwa das Feuer die dahinterstehenden Elementengeister des Feuers verhüllt, sondern daß es auch verborgene geistige Wesenheiten und Tatsachen gibt. Und zwischen denen müssen wir unterscheiden, wenn wir jetzt fortfahren wollen in unserer Betrachtung und einiges noch genauer vor unsere Seele rücken wollen, was schon gestern berührt worden ist.

[ 1 ] Es ist in den beiden vorhergehenden Vorträgen dieses Zyklus betont worden, daß die übersinnliche Anschauung hinter den Einzelheiten des Sinnenteppichs, der vor uns ausgebreitet ist, die geistigen Wesenheiten zu schauen vermag, daß sich also von einer bestimmten Stufe der geistigen Entwickelung an oder sagen wir der Initiation, der Einweihung an dasjenige, was man im gewöhnlichen Leben nennt feurige, luftförmige, flüssige Körper und so weiter, verwandelt in Lebendiges, Regsames, in Geistiges. Und gestern haben wir noch im besonderen erwähnt, daß auch hinter den Erscheinungen und Tatsachen unseres eigenen Seelenlebens, insofern sich dieses in der physischen Welt abspielt, geistige Wesenheiten verborgen sind. Sie können sich nun die Frage vorlegen: Ist denn die Sache so, daß das übersinnliche Bewußtsein da, wo die gewöhnliche Sinnesanschauung, sagen wir Wärme, Farbe und dergleichen wahrnimmt, geistige Wesenheiten sieht, so daß wir dann die Welt in zwei Formen vor uns hätten, einmal als äußere Sinneswelt und ein anderes Mal als geistige Welt? Und wiederum in bezug auf das Innere: Ist die Sache so, daß wir in unserem Seelenleben Empfindungen, Gefühle, Gewissenstatsachen, Gedankentatsachen haben und dahinter stehend geistige Wesenheiten? Oder ist es anders? Das heißt: Deckt sich vielleicht nicht vollständig die geistige Welt in ihrem äußeren Ausdruck mit der Sinneswelt? — Wir könnten die Frage auch so stellen: Finden wir alle möglichen geistigen Wesenheiten, wenn wir ausgehen von dem, was der äußere Ausdruck in der physischen Welt ist, oder gibt es noch andere geistige Wesenheiten, die gar keinen Ausdruck haben in der physischen Welt? Diese Frage könnten wir aufwerfen, und sie beantwortet sich nun in der folgenden Weise für das übersinnliche Bewußtsein: Zwar ist das so, daß für jede äußere Wahrnehmung hinter ihr eine geistige Wesenheit oder auch geistige Tatsache steht, daß aber für das übersinnliche Bewußtsein bei seinem Aufsteigen in die höheren Welten es auch geistige Wesenheiten und Tatsachen gibt, die keinen Ausdruck in der physischen Welt haben. Also, es gibt noch andere Erfahrungen für den Eingeweihten, als nur solche, die ihre Projektion, ihr Schattenbild herunterwerfen in die physische Welt. Und ebenso gibt es geistige Wesenheiten und Tatsachen, die nicht in unser Seelenleben hinein ihren Schatten werfen, die also keinen Ausdruck in Gewissenstatsachen, in Gedankentatsachen, in Gefühlen und Empfindungen und so weiter finden. Wollen wir das, was da gesagt worden ist, zusammenfassend ausdrücken, so können wir sagen: Die geistige Welt stellt sich für das höhere Bewußtsein als eine weit reichere Welt dar, als ihr äußerer Ausdruck in der physischen Welt ist. — Das ist ja wahrscheinlich für die meisten von Ihnen keine sonderlich verwunderliche Tatsache, aber sie muß doch einmal klar vor die Seele gerückt werden. Es muß klar sein, daß es nicht nur verhüllte geistige Erscheinungen und Wesenheiten gibt, wie etwa das Feuer die dahinterstehenden Elementengeister des Feuers verhüllt, sondern daß es auch verborgene geistige Wesenheiten und Tatsachen gibt. Und zwischen denen müssen wir unterscheiden, wenn wir jetzt fortfahren wollen in unserer Betrachtung und einiges noch genauer vor unsere Seele rücken wollen, was schon gestern berührt worden ist.

[ 2 ] Wir haben gestern darauf hingewiesen, daß es allerdings geistige Wesenheiten gibt, die dem entsprechen, was man Gewissen nennt. So gibt es für alle inneren Tatsachen geistige Wesenheiten. Und am Schluß des gestrigen Vortrages konnte ich noch bemerken, wie die griechische Mythe eine klare Einsicht darin hatte, daß diejenigen geistigen Wesenheiten, die sich so offenbaren, gleichsam als die Beleber und Erreger unseres inneren Seelenlebens bildlich in den Erinnyen dargestellt werden, und daß diese einem älteren Götter- oder Geistergeschlechte angehören als diejenigen, die hinter den äußeren Sinneserscheinungen uns entgegentreten. Daher sagten diejenigen, die von den Erinnyen sprachen, daß sie einem älteren Göttergeschlecht angehören als die Volksgötter der Griechen, welche die Rache des Orest für richtig befunden haben. Aus einer höheren Einsicht gleichsam wurden die Erinnyen abgeschickt, um das zu korrigieren, was die Volksgötter, die nichts anderes waren als mythische Ausdrücke für Wesenheiten hinter der Sinneswelt, für richtig befanden. Damit haben wir auf eine sehr wichtige Tatsache der gesamten Menschheits- und Weltevolution hingewiesen, und diese Tatsache muß uns heute etwas intimer beschäftigen.

[ 2 ] Wir haben gestern darauf hingewiesen, daß es allerdings geistige Wesenheiten gibt, die dem entsprechen, was man Gewissen nennt. So gibt es für alle inneren Tatsachen geistige Wesenheiten. Und am Schluß des gestrigen Vortrages konnte ich noch bemerken, wie die griechische Mythe eine klare Einsicht darin hatte, daß diejenigen geistigen Wesenheiten, die sich so offenbaren, gleichsam als die Beleber und Erreger unseres inneren Seelenlebens bildlich in den Erinnyen dargestellt werden, und daß diese einem älteren Götter- oder Geistergeschlechte angehören als diejenigen, die hinter den äußeren Sinneserscheinungen uns entgegentreten. Daher sagten diejenigen, die von den Erinnyen sprachen, daß sie einem älteren Göttergeschlecht angehören als die Volksgötter der Griechen, welche die Rache des Orest für richtig befunden haben. Aus einer höheren Einsicht gleichsam wurden die Erinnyen abgeschickt, um das zu korrigieren, was die Volksgötter, die nichts anderes waren als mythische Ausdrücke für Wesenheiten hinter der Sinneswelt, für richtig befanden. Damit haben wir auf eine sehr wichtige Tatsache der gesamten Menschheits- und Weltevolution hingewiesen, und diese Tatsache muß uns heute etwas intimer beschäftigen.

[ 3 ] Werfen Sie noch einmal einen Blick zurück auf all das, was der Entwickelung unserer Erde vorangegangen ist. Sie wissen, unsere Erde war, bevor sie Erde geworden ist, alter Saturn, alte Sonne und alter Mond. Diejenigen von Ihnen, welche früher Auseinandersetzungen über diesen Gegenstand verfolgt haben, werden sich sagen: Beialledem, was im Verlauf unserer Erdenentwickelung in den vier Reichen, im Menschenreich, im Tierreich, im Pflanzen- und Mineralreich geschieht, ist geradezu ein Heer von geistigen Wesenheiten im Spiel, und diese stehen auf den verschiedensten Stufen ihrer Entwickelung. Diejenigen Wesenheiten, welche von der Sonne ihre wohltätigen Wirkungen heruntersenden, stehen auf einer gewissen Stufe der Entwickelung, und hinter der Erdenentwickelung stehen andere Wesenheiten, die den Mond zur rechten Zeit herausgetrennt haben. Alle diese Wesenheiten greifen irgendwo ein ins Gefüge der Erdenentwickelung, ins Gefüge der Reiche, die zur Erdenentwickelung gehören, so daß das, was hinter den Erscheinungen, die uns umgeben, steht, ein reich gegliedertes Geistiges ist. Nun können Sie sich leicht denken, daß es ja ebenso reich gegliederte geistige Reiche gegeben hat während der alten Saturn-, während der Sonnen-, während der Mondenentwickelung. Alle diese Reiche darf man nicht etwa in der Weise verstehen wollen, daß man Namen erfindet, die nun für die eine oder die andere Wesenheit immer gelten sollen. Die Namen, die man gebrauchen kann, sind zumeist nicht Namen, die Individualitäten bezeichnen, sondern Namen, die gleichsam Würden oder Ämter bezeichnen. Wenn man also einen Namen nennt für eine Wesenheit, die während der Sonnenzeit gewirkt hat, so kann man denselben Namen nicht mehr gebrauchen, wenn man diese Wesenheit bezeichnen will in bezug auf ihr Erdenwirken, denn da ist sie weiter fortgeschritten. Sie sehen, daß man sehr genau sprechen muß, wenn man die Wirklichkeit in den geistigen Gebieten treffen will.

[ 3 ] Werfen Sie noch einmal einen Blick zurück auf all das, was der Entwickelung unserer Erde vorangegangen ist. Sie wissen, unsere Erde war, bevor sie Erde geworden ist, alter Saturn, alte Sonne und alter Mond. Diejenigen von Ihnen, welche früher Auseinandersetzungen über diesen Gegenstand verfolgt haben, werden sich sagen: Beialledem, was im Verlauf unserer Erdenentwickelung in den vier Reichen, im Menschenreich, im Tierreich, im Pflanzen- und Mineralreich geschieht, ist geradezu ein Heer von geistigen Wesenheiten im Spiel, und diese stehen auf den verschiedensten Stufen ihrer Entwickelung. Diejenigen Wesenheiten, welche von der Sonne ihre wohltätigen Wirkungen heruntersenden, stehen auf einer gewissen Stufe der Entwickelung, und hinter der Erdenentwickelung stehen andere Wesenheiten, die den Mond zur rechten Zeit herausgetrennt haben. Alle diese Wesenheiten greifen irgendwo ein ins Gefüge der Erdenentwickelung, ins Gefüge der Reiche, die zur Erdenentwickelung gehören, so daß das, was hinter den Erscheinungen, die uns umgeben, steht, ein reich gegliedertes Geistiges ist. Nun können Sie sich leicht denken, daß es ja ebenso reich gegliederte geistige Reiche gegeben hat während der alten Saturn-, während der Sonnen-, während der Mondenentwickelung. Alle diese Reiche darf man nicht etwa in der Weise verstehen wollen, daß man Namen erfindet, die nun für die eine oder die andere Wesenheit immer gelten sollen. Die Namen, die man gebrauchen kann, sind zumeist nicht Namen, die Individualitäten bezeichnen, sondern Namen, die gleichsam Würden oder Ämter bezeichnen. Wenn man also einen Namen nennt für eine Wesenheit, die während der Sonnenzeit gewirkt hat, so kann man denselben Namen nicht mehr gebrauchen, wenn man diese Wesenheit bezeichnen will in bezug auf ihr Erdenwirken, denn da ist sie weiter fortgeschritten. Sie sehen, daß man sehr genau sprechen muß, wenn man die Wirklichkeit in den geistigen Gebieten treffen will.

[ 4 ] So gingen unserer Erdenentwickelung nicht nur voran drei Verkörperungen dieser unserer Erdenkugel, sondern drei geistige Welten, drei mächtige Weltenreiche. Und diese drei mächtigen Weltenreiche unterscheiden sich sehr wesentlich voneinander, wenn man sie mit übersinnlichem Bewußtsein untersucht. Wenn man die alte Saturn-, die alte Sonnen- und die alte Mondenentwickelung untersucht, so stellt sich etwas dar, was sich eigentlich gar nicht vergleichen läßt mit alledem, was wir imstande sind auf unserer Erde mit Namen zu belegen. Wir können da nur vergleichsweise sprechen.

[ 4 ] So gingen unserer Erdenentwickelung nicht nur voran drei Verkörperungen dieser unserer Erdenkugel, sondern drei geistige Welten, drei mächtige Weltenreiche. Und diese drei mächtigen Weltenreiche unterscheiden sich sehr wesentlich voneinander, wenn man sie mit übersinnlichem Bewußtsein untersucht. Wenn man die alte Saturn-, die alte Sonnen- und die alte Mondenentwickelung untersucht, so stellt sich etwas dar, was sich eigentlich gar nicht vergleichen läßt mit alledem, was wir imstande sind auf unserer Erde mit Namen zu belegen. Wir können da nur vergleichsweise sprechen.

[ 5 ] Sie erinnern sich, wie von mir gesagt worden ist, daß die alte Saturnentwickelung im wesentlichen Wärmeentwickelung, Feuerentwickelung war; daß auf der Sonne sich die Wärme zur Luft verdichtet hat, auf dem alten Monde die Luft zum Wasser und auf der Erde erst die «Erde» zum Vorschein kommt. Wenn Sie aber das, was Sie heute mit dem Begriffe Feuer oder Wärme verbinden, unmittelbar anwenden wollten auf die Wärme- oder Feuerentwickelung des alten Saturn, so gäbe das nicht eine ganz richtige Vorstellung, denn jenes Saturnfeuer unterscheidet sich wesentlich von unserem Erdenfeuer. Sie können dieses Saturnfeuer gar nicht vergleichen mit dem Feuer, das Sie erhalten, wenn Sie Holz anzünden, oder mit jenem Feuer, das Sie gebrauchen, wenn Sie Metall schmelzen und dergleichen, sondern es gibt nur ein einziges, womit sich einigermaßen das alte Saturnfeuer heute vergleichen läßt, und das ist jenes Feuer, das als Wärme Ihr eigenes Blut durchströmt. In diesem, man könnte sagen lebendigen Feuer, in dieser Wärme, das zu gleicher Zeit das Belebende in Ihnen ist, haben Sie etwas, was Sie vergleichen können mit der Substanz, aus der der alte Saturn einzig und allein bestanden hat, während das, was heute physisches Feuer ist, schon ein Abkömmling, ein spätes Produkt ist des alten Saturnfeuers, und diese Form, wie Sie sie draußen in dem Raume sehen mit physischen Augen, eigentlich erst auf der Erde entstanden ist. Nur noch unsere Blutwärme erinnert uns physisch an das, was während der physischen Entwickelungszeit auf dem alten Saturn vorhanden war. So also sehen Sie, daß es nur weniges gibt, das sich innerhalb unserer heutigen Erfahrung vergleichen läßt mit den Eigenschaften, die in diesen früheren Entwickelungszuständen vorhanden gewesen sind, so daß wir drei sehr von unserem heutigen Erdenzustand verschiedene Vorfahrenzustände vorfinden: den alten Saturnzustand, den alten Sonnenzustand, den alten Mondenzustand.

[ 5 ] Sie erinnern sich, wie von mir gesagt worden ist, daß die alte Saturnentwickelung im wesentlichen Wärmeentwickelung, Feuerentwickelung war; daß auf der Sonne sich die Wärme zur Luft verdichtet hat, auf dem alten Monde die Luft zum Wasser und auf der Erde erst die «Erde» zum Vorschein kommt. Wenn Sie aber das, was Sie heute mit dem Begriffe Feuer oder Wärme verbinden, unmittelbar anwenden wollten auf die Wärme- oder Feuerentwickelung des alten Saturn, so gäbe das nicht eine ganz richtige Vorstellung, denn jenes Saturnfeuer unterscheidet sich wesentlich von unserem Erdenfeuer. Sie können dieses Saturnfeuer gar nicht vergleichen mit dem Feuer, das Sie erhalten, wenn Sie Holz anzünden, oder mit jenem Feuer, das Sie gebrauchen, wenn Sie Metall schmelzen und dergleichen, sondern es gibt nur ein einziges, womit sich einigermaßen das alte Saturnfeuer heute vergleichen läßt, und das ist jenes Feuer, das als Wärme Ihr eigenes Blut durchströmt. In diesem, man könnte sagen lebendigen Feuer, in dieser Wärme, das zu gleicher Zeit das Belebende in Ihnen ist, haben Sie etwas, was Sie vergleichen können mit der Substanz, aus der der alte Saturn einzig und allein bestanden hat, während das, was heute physisches Feuer ist, schon ein Abkömmling, ein spätes Produkt ist des alten Saturnfeuers, und diese Form, wie Sie sie draußen in dem Raume sehen mit physischen Augen, eigentlich erst auf der Erde entstanden ist. Nur noch unsere Blutwärme erinnert uns physisch an das, was während der physischen Entwickelungszeit auf dem alten Saturn vorhanden war. So also sehen Sie, daß es nur weniges gibt, das sich innerhalb unserer heutigen Erfahrung vergleichen läßt mit den Eigenschaften, die in diesen früheren Entwickelungszuständen vorhanden gewesen sind, so daß wir drei sehr von unserem heutigen Erdenzustand verschiedene Vorfahrenzustände vorfinden: den alten Saturnzustand, den alten Sonnenzustand, den alten Mondenzustand.

[ 6 ] Nun müssen Sie sich aber klar darüber sein, daß im Grunde genommen in unserer Erdenentwickelung alles das wiederum in einer gewissen Weise enthalten ist, was während des alten Saturn-, des Sonnen- und des Mondenzustandes vorhanden war; es hat sich nur verändert. Es steckt gewissermaßen dasjenige, was im alten Saturn zuerst als Keim veranlagt war und sich durch Sonne und Mond weiter entwickelt hat, in unserer Erdenentwickelung drinnen, und wir sehen alles das, was durch diese drei aufeinanderfolgenden Zustände sich entwickelt hat, zwar verändert innerhalb unserer Erdenentwickelung, aber wir können aus den veränderten Zuständen immer angeben, was von den früheren Entwickelungszuständen zugrunde liegt. Es ist gleichsam der alte Saturn, die alte Sonne, der alte Mond in unsere Erde hineingeheimnißt.

[ 6 ] Nun müssen Sie sich aber klar darüber sein, daß im Grunde genommen in unserer Erdenentwickelung alles das wiederum in einer gewissen Weise enthalten ist, was während des alten Saturn-, des Sonnen- und des Mondenzustandes vorhanden war; es hat sich nur verändert. Es steckt gewissermaßen dasjenige, was im alten Saturn zuerst als Keim veranlagt war und sich durch Sonne und Mond weiter entwickelt hat, in unserer Erdenentwickelung drinnen, und wir sehen alles das, was durch diese drei aufeinanderfolgenden Zustände sich entwickelt hat, zwar verändert innerhalb unserer Erdenentwickelung, aber wir können aus den veränderten Zuständen immer angeben, was von den früheren Entwickelungszuständen zugrunde liegt. Es ist gleichsam der alte Saturn, die alte Sonne, der alte Mond in unsere Erde hineingeheimnißt.

[ 7 ] Nun wollen wir uns ein wenig genauer damit beschäftigen, wie diese Dinge in unsere Erdenentwickelung hineingeheimnißt sind. Wenn Sie sich das vor die Seele rücken, was in den vorhergehenden Vorträgen gesagt worden ist, so können Sie sich sagen, daß dieErde mitSonne und Mond zusammen einmal ein Körper war. Damals war in dieser Erde darinnen alles an geistigen Wesenheiten, an physischen Substanzen, was vorhanden war während der alten Saturn-, der alten Sonnen- und der alten Mondenzeit, aber auch alles, was von geistigen Wesenheiten tätig war während dieser Zeiten. Das wohnte im Beginne der Erdenzeit in der Erde zusammen. So daß wir diesen Beginn der Erdenzeit so kennzeichnen können: die Erde beginnt damit, daß sie in sich aufgenommen hat drei vorhergehende Entwickelungszustände mit all den Entwickelungsstufen der geistigen Wesenheiten, die vorangegangen sind. Das alles lebte in unserer Erde darinnen. Wenn Sie sich aber vorstellen, daß diese Wesenheiten verschiedene Entwickelungsstufen haben, so müssen Sie sich sagen: Es muß also jemand, der diese Erde betrachtet, unterscheiden können zwischen diesen drei verschiedenen geistigen Wesenheiten und Substanzen; er muß sich für den Beginn der Erdenentwickelung sagen können: Hier ist etwas, das konnte nur entstehen dadurch, daß eimal die Saturnentwickelung unserer Erdenentwickelung voranging, hier ist etwas, das konnte nur entstehen dadurch, daß einmal die Sonnenentwickelung voranging, und hier etwas, das konnte nur entstehen dadurch, daß einmal die Mondenentwickelung unserer Erdenentwickelung voranging. — So daß also unserer Erdenentwickelung drei Zustände vorangingen, die sich im Beginne der Erdenentwickelung in diesem Erdenkörper wiederfinden.

[ 7 ] Nun wollen wir uns ein wenig genauer damit beschäftigen, wie diese Dinge in unsere Erdenentwickelung hineingeheimnißt sind. Wenn Sie sich das vor die Seele rücken, was in den vorhergehenden Vorträgen gesagt worden ist, so können Sie sich sagen, daß dieErde mitSonne und Mond zusammen einmal ein Körper war. Damals war in dieser Erde darinnen alles an geistigen Wesenheiten, an physischen Substanzen, was vorhanden war während der alten Saturn-, der alten Sonnen- und der alten Mondenzeit, aber auch alles, was von geistigen Wesenheiten tätig war während dieser Zeiten. Das wohnte im Beginne der Erdenzeit in der Erde zusammen. So daß wir diesen Beginn der Erdenzeit so kennzeichnen können: die Erde beginnt damit, daß sie in sich aufgenommen hat drei vorhergehende Entwickelungszustände mit all den Entwickelungsstufen der geistigen Wesenheiten, die vorangegangen sind. Das alles lebte in unserer Erde darinnen. Wenn Sie sich aber vorstellen, daß diese Wesenheiten verschiedene Entwickelungsstufen haben, so müssen Sie sich sagen: Es muß also jemand, der diese Erde betrachtet, unterscheiden können zwischen diesen drei verschiedenen geistigen Wesenheiten und Substanzen; er muß sich für den Beginn der Erdenentwickelung sagen können: Hier ist etwas, das konnte nur entstehen dadurch, daß eimal die Saturnentwickelung unserer Erdenentwickelung voranging, hier ist etwas, das konnte nur entstehen dadurch, daß einmal die Sonnenentwickelung voranging, und hier etwas, das konnte nur entstehen dadurch, daß einmal die Mondenentwickelung unserer Erdenentwickelung voranging. — So daß also unserer Erdenentwickelung drei Zustände vorangingen, die sich im Beginne der Erdenentwickelung in diesem Erdenkörper wiederfinden.

[ 8 ] Die Tatsache, die ich Ihnen eben jetzt vor das geistige Auge gerückt habe, die stand den Menschen, die in einem alten instinktiven Bewußtsein einen Zusammenhang hatten mit den Geheimnissen der geistigen Welt, immer vor Augen. Und wenn die Dreizahl als eine charakteristische Zahl für höhere Welten besonders genannt wird, so stand denjenigen, die das Konkrete, nicht das Abstrakte, die die Sache, nicht die Begriffe im Auge haben, immer vor der Seele die Tatsache, daß unsere Erde in sich enthielt wie in ihrem Schoß, was vom alten Saturn, von der alten Sonne, von dem alten Monde herkam. Das ist die sogenannte höhere, die vorirdische Dreiheit. Zurückgeblickt haben auf uralte Zeiten, wo alles Irdische noch geistig war, die alten Eingeweihten, und haben gesagt: Demjenigen, was erst auf der Erde fest geworden ist, gingen andere elementare Zustände voran. Als die Erde sich noch nicht als vierter hinzugesellt hatte den drei vorhergehenden Zuständen, da gingen voran diese drei Zustände: das Vorirdische, dem alles Irdische sein Dasein verdankt. Eine Dreiheit, die wir in den uns geläufigen Ausdrücken mit Saturn, Sonne und Mond bezeichnen, geht unserer Erde voran. Und wie ist es jetzt mit unserer Erdenentwickelung? Diese Dreiheit hat sich weiter entwickelt, eben zu unserer Erde selber. Spricht man also von der sogenannten höheren Dreiheit, so meint man im Konkreten die drei vorirdischen Zustände; spricht man von der Vierheit, so meint man diese drei Zustände, wie sie sich allmählich verändert haben so, daß sie die Erde selbst noch aufnehmen konnten. Deshalb empfanden alle die Menschen, die mit den Tatsachen der geistigen Welt durch ein instinktives Bewußtsein in Verbindung standen, das Geheimnis des Erdenwerdens in dem Verhältnis von der Drei zur Vier; sie sagten sich: Unsere Erde ist die vierte Verkörperung unserer Weltenentwickelung; sie hat, indem sie die vierte Verkörperung ist, aufgenommen die drei früheren Verkörperungen, die sich hinentwickelt haben bis zu ihrem Erdenzustand, aber drei davon mußten zu immer höheren Stufen schon in der vorirdischen Zeit sich entwickeln. — So blickte man von dem, was die Vier geworden ist, zur Drei hinauf mit heiliger Scheu und sagte: Die Drei — Saturn, Sonne und Mond - liegen zugrunde der Vier, die unsere Erdenentwickelung ausdrückt. Es ist selbstverständlich, daß die Ausdrücke Saturn, Sonne und Mond meine heutigen sind für andere des instinktiven Bewußtseins.

[ 8 ] Die Tatsache, die ich Ihnen eben jetzt vor das geistige Auge gerückt habe, die stand den Menschen, die in einem alten instinktiven Bewußtsein einen Zusammenhang hatten mit den Geheimnissen der geistigen Welt, immer vor Augen. Und wenn die Dreizahl als eine charakteristische Zahl für höhere Welten besonders genannt wird, so stand denjenigen, die das Konkrete, nicht das Abstrakte, die die Sache, nicht die Begriffe im Auge haben, immer vor der Seele die Tatsache, daß unsere Erde in sich enthielt wie in ihrem Schoß, was vom alten Saturn, von der alten Sonne, von dem alten Monde herkam. Das ist die sogenannte höhere, die vorirdische Dreiheit. Zurückgeblickt haben auf uralte Zeiten, wo alles Irdische noch geistig war, die alten Eingeweihten, und haben gesagt: Demjenigen, was erst auf der Erde fest geworden ist, gingen andere elementare Zustände voran. Als die Erde sich noch nicht als vierter hinzugesellt hatte den drei vorhergehenden Zuständen, da gingen voran diese drei Zustände: das Vorirdische, dem alles Irdische sein Dasein verdankt. Eine Dreiheit, die wir in den uns geläufigen Ausdrücken mit Saturn, Sonne und Mond bezeichnen, geht unserer Erde voran. Und wie ist es jetzt mit unserer Erdenentwickelung? Diese Dreiheit hat sich weiter entwickelt, eben zu unserer Erde selber. Spricht man also von der sogenannten höheren Dreiheit, so meint man im Konkreten die drei vorirdischen Zustände; spricht man von der Vierheit, so meint man diese drei Zustände, wie sie sich allmählich verändert haben so, daß sie die Erde selbst noch aufnehmen konnten. Deshalb empfanden alle die Menschen, die mit den Tatsachen der geistigen Welt durch ein instinktives Bewußtsein in Verbindung standen, das Geheimnis des Erdenwerdens in dem Verhältnis von der Drei zur Vier; sie sagten sich: Unsere Erde ist die vierte Verkörperung unserer Weltenentwickelung; sie hat, indem sie die vierte Verkörperung ist, aufgenommen die drei früheren Verkörperungen, die sich hinentwickelt haben bis zu ihrem Erdenzustand, aber drei davon mußten zu immer höheren Stufen schon in der vorirdischen Zeit sich entwickeln. — So blickte man von dem, was die Vier geworden ist, zur Drei hinauf mit heiliger Scheu und sagte: Die Drei — Saturn, Sonne und Mond - liegen zugrunde der Vier, die unsere Erdenentwickelung ausdrückt. Es ist selbstverständlich, daß die Ausdrücke Saturn, Sonne und Mond meine heutigen sind für andere des instinktiven Bewußtseins.

[ 9 ] Wenn wir nun diese unsere Erdenentwickelung selbst verfolgen, dann können wir uns fragen: Wie beteiligen sich denn die einzelnen geistigen Wesenheiten an deren weiterem Fortgang? Dieser Fortgang besteht darin, daß sich die Sonne von der Erde loslöste, und dann der Mond. Bei diesen Vorgängen sind geistige Wesenheiten beteiligt; die leiten diese Vorgänge. Geistige Wesenheiten ziehen die Sonne von der Erde heraus, und ebensolche ziehen den Mond aus der Erde heraus. Wie beteiligen sich denn die einzelnen geistigen Wesenheiten des alten Saturn, die der alten Sonne, die des alten Mondenreiches an den verschiedenen Vorgängen? Sie stehen ja auf verschiedenen Entwickelungsstufen; sie werden sich also in verschiedener Weise daran beteiligen. Da haben wir zunächst eine Gruppe von geistigen Wesenheiten — das sind diejenigen, die vorzugsweise während der alten Sonnenentwickelung eine gewisse Entwickelung durchgemacht haben, eine Entwickelung, die für sie so wichtig war wie für den Menschen die Erdenentwickelung ist —, Wesenheiten also, welche eine solche Entwickelung durchgemacht haben, daß geradezu die alte Sonne ausersehen war, ihnen den Schauplatz zu bieten für sie, die gleichsam angepaßt sind der alten Sonne, die zusammengehören mit ihr. Das sind diejenigen Wesenheiten, die auch während der Erdenentwickelung die Sonne aus der Erde herausgeholt haben, weil sie schon während der alten Sonne so weit waren, daß sie damals so mit dieser verbunden waren wie die Menschheit jetzt mit der Erde verbunden ist. Sie sind so weit, daß sie die Sonne brauchen zu ihrem weiteren Fortkommen. Mit der Abtrennung der Sonne gingen auch die Sonnengeister von der Erde heraus, um von außen auf unsere Erde hereinzuwirken. Nun blieben bei der Erde noch, da die Sonnengeister weggegangen waren, die Saturngeister und die Mondengeister. Von diesen zwei Gruppen von geistigen Wesenheiten sind es nun die Saturngeister, welche so weit waren in ihrer Entwickelung, daß sie leiten und lenken konnten das Hinaustreten des Mondes aus unserer Erde. Diese Geister waren dadurch reif für diese Tat, daß sie in einer gewissen Beziehung vorangegangen waren in ihrer Reife den Sonnengeistern, daß sie schon während der Saturnzeit durchgemacht haben das, was die Sonnengeister während der Sonnenzeit durchgemacht haben. Daher waren sie fähig, den Mond herauszutreiben aus der Erde und die innere Entwickelung des Menschen anzuregen, den Menschen, der sonst verhärtet, mumifiziert wäre, von innen heraus zu beleben. So kann man sagen: Es haben die Tat der Sonnentrennung die Sonnengeister, die Tat der Mondentrennung die Saturngeister bewirkt. -— Die Sonne ist kosmisches Symbolum für die Tat der Sonnengeister, der Mond ist kosmisches Symbolum für die Tat der Saturngeister. Was bleibt der Erde selber? Was eigentlich alte Mondengeister waren, die bleiben der Erde selber.

[ 9 ] Wenn wir nun diese unsere Erdenentwickelung selbst verfolgen, dann können wir uns fragen: Wie beteiligen sich denn die einzelnen geistigen Wesenheiten an deren weiterem Fortgang? Dieser Fortgang besteht darin, daß sich die Sonne von der Erde loslöste, und dann der Mond. Bei diesen Vorgängen sind geistige Wesenheiten beteiligt; die leiten diese Vorgänge. Geistige Wesenheiten ziehen die Sonne von der Erde heraus, und ebensolche ziehen den Mond aus der Erde heraus. Wie beteiligen sich denn die einzelnen geistigen Wesenheiten des alten Saturn, die der alten Sonne, die des alten Mondenreiches an den verschiedenen Vorgängen? Sie stehen ja auf verschiedenen Entwickelungsstufen; sie werden sich also in verschiedener Weise daran beteiligen. Da haben wir zunächst eine Gruppe von geistigen Wesenheiten — das sind diejenigen, die vorzugsweise während der alten Sonnenentwickelung eine gewisse Entwickelung durchgemacht haben, eine Entwickelung, die für sie so wichtig war wie für den Menschen die Erdenentwickelung ist —, Wesenheiten also, welche eine solche Entwickelung durchgemacht haben, daß geradezu die alte Sonne ausersehen war, ihnen den Schauplatz zu bieten für sie, die gleichsam angepaßt sind der alten Sonne, die zusammengehören mit ihr. Das sind diejenigen Wesenheiten, die auch während der Erdenentwickelung die Sonne aus der Erde herausgeholt haben, weil sie schon während der alten Sonne so weit waren, daß sie damals so mit dieser verbunden waren wie die Menschheit jetzt mit der Erde verbunden ist. Sie sind so weit, daß sie die Sonne brauchen zu ihrem weiteren Fortkommen. Mit der Abtrennung der Sonne gingen auch die Sonnengeister von der Erde heraus, um von außen auf unsere Erde hereinzuwirken. Nun blieben bei der Erde noch, da die Sonnengeister weggegangen waren, die Saturngeister und die Mondengeister. Von diesen zwei Gruppen von geistigen Wesenheiten sind es nun die Saturngeister, welche so weit waren in ihrer Entwickelung, daß sie leiten und lenken konnten das Hinaustreten des Mondes aus unserer Erde. Diese Geister waren dadurch reif für diese Tat, daß sie in einer gewissen Beziehung vorangegangen waren in ihrer Reife den Sonnengeistern, daß sie schon während der Saturnzeit durchgemacht haben das, was die Sonnengeister während der Sonnenzeit durchgemacht haben. Daher waren sie fähig, den Mond herauszutreiben aus der Erde und die innere Entwickelung des Menschen anzuregen, den Menschen, der sonst verhärtet, mumifiziert wäre, von innen heraus zu beleben. So kann man sagen: Es haben die Tat der Sonnentrennung die Sonnengeister, die Tat der Mondentrennung die Saturngeister bewirkt. -— Die Sonne ist kosmisches Symbolum für die Tat der Sonnengeister, der Mond ist kosmisches Symbolum für die Tat der Saturngeister. Was bleibt der Erde selber? Was eigentlich alte Mondengeister waren, die bleiben der Erde selber.

[ 10 ] Für die nächsten Tage wird es nützlich sein, einen ganz bestimmten Moment der Erdenentwickelung ins Auge zu fassen. Ich meine den, wo eben gerade der Mond aus der Erde herausgegangen war. Da war die Erde zurückgeblieben. Die Sonne war schon früher fortgegangen. Die Erde ist jetzt in einem ganz bestimmten Zustand, sie ist dazumal noch nicht so wie heute. Wäre die Erde bei der Mondentrennung schon so gewesen wie sie heute ist, dann wäre der ganze Geschichtsverlauf nicht notwendig gewesen. Die Erde war also nicht so; sie war im Verhältnis zu ihrem heutigen Zustand, wo sie bedeckt ist mit einem heutigen mineralischen, mit einem heutigen pflanzlichen, mit einem tierischen und physisch-menschlichen Reiche, in einem unvollkommenen Zustand. Alles das war noch nicht klar hervorgetreten. Es waren noch nicht die einzelnen Kontinente voneinander geschieden. Alles war in einem, man könnte sagen, Wirrwarr. Das spätere mußte sich erst entwickeln. Sie würden vergebens suchen, wenn Sie mit übersinnlichem Schauen den Entwickelungsverlauf überblickten, beim damaligen Erdenzustand etwa eine Pflanzendecke und Mineralien wie die heutigen; vergebens würden Sie suchen solche tierische und menschliche Gestalten, wie die heutigen sind. Wodurch hat sich denn das alles erst gebildet? Dadurch, daß von außen Sonne und Mond gewirkt haben. Die waren ja dazu hinausgegangen, daß sie von auswärts auf die Erde wirken konnten. Hervorgezaubert hat unsere Erde dasjenige, was durch Hereinwirken von Sonne und Mond hat entstehen können: alles das, was wir heute um uns herum auf der Erde sehen. So müssen wir also eine unvollkommene, chaotische Erde uns vor die Seele rücken, wenn wir sprechen von dem Zeitpunkte, wo der Mond hinausgegangen war, und müssen sagen: Nach und nach bedeckte sich die Erde mit denjenigen Gebilden, die wir heute um uns wahrnehmen, mit der Pflanzendecke, mit den verschiedenen Tiergruppen, den Menschenrassen im heutigen physischen Sinne. Das alles sprießt und sproßt durch die Einwirkung der Wesenheiten, die von der Sonne und dem Monde her wirken. Von denjenigen Wesenheiten, die von der Sonne her wirken, sind namentlich die äußeren Gestaltungen hervorgerufen, die Gestaltungen der Mineralien, der Pflanzen, der Tiere und der physischen Menschen; von den Wesenheiten, die vom Monde her wirken, wird insbesondere das seelische Leben angeregt in den Tieren und Menschen. So also schaffen von außen her diese Wesenheiten an unserer Erdenentwickelung. Das, was ich Ihnen jetzt dargestellt habe, ist ungefähr in ganz wenigen Worten das Bild, welches die Erdenentwickelung charakterisiert von der sogenannten lemurischen Zeit an bis in die atlantische hinein. Erst während der atlantischen Zeit stellt sich ganz langsam und allmählich das Bild der Erde so, wie wir es jetzt erblicken in unserer Umgebung. So müssen wir unterscheiden sozusagen im Laufe der Erdenentwickelung seit der Mondentrennung zwischen einer chaotischen und einer geordneten Erde, einer Erde, welche die Wirkungen der geistigen Wesenheiten ihrer Umgebung bereits erfahren hat.

[ 10 ] Für die nächsten Tage wird es nützlich sein, einen ganz bestimmten Moment der Erdenentwickelung ins Auge zu fassen. Ich meine den, wo eben gerade der Mond aus der Erde herausgegangen war. Da war die Erde zurückgeblieben. Die Sonne war schon früher fortgegangen. Die Erde ist jetzt in einem ganz bestimmten Zustand, sie ist dazumal noch nicht so wie heute. Wäre die Erde bei der Mondentrennung schon so gewesen wie sie heute ist, dann wäre der ganze Geschichtsverlauf nicht notwendig gewesen. Die Erde war also nicht so; sie war im Verhältnis zu ihrem heutigen Zustand, wo sie bedeckt ist mit einem heutigen mineralischen, mit einem heutigen pflanzlichen, mit einem tierischen und physisch-menschlichen Reiche, in einem unvollkommenen Zustand. Alles das war noch nicht klar hervorgetreten. Es waren noch nicht die einzelnen Kontinente voneinander geschieden. Alles war in einem, man könnte sagen, Wirrwarr. Das spätere mußte sich erst entwickeln. Sie würden vergebens suchen, wenn Sie mit übersinnlichem Schauen den Entwickelungsverlauf überblickten, beim damaligen Erdenzustand etwa eine Pflanzendecke und Mineralien wie die heutigen; vergebens würden Sie suchen solche tierische und menschliche Gestalten, wie die heutigen sind. Wodurch hat sich denn das alles erst gebildet? Dadurch, daß von außen Sonne und Mond gewirkt haben. Die waren ja dazu hinausgegangen, daß sie von auswärts auf die Erde wirken konnten. Hervorgezaubert hat unsere Erde dasjenige, was durch Hereinwirken von Sonne und Mond hat entstehen können: alles das, was wir heute um uns herum auf der Erde sehen. So müssen wir also eine unvollkommene, chaotische Erde uns vor die Seele rücken, wenn wir sprechen von dem Zeitpunkte, wo der Mond hinausgegangen war, und müssen sagen: Nach und nach bedeckte sich die Erde mit denjenigen Gebilden, die wir heute um uns wahrnehmen, mit der Pflanzendecke, mit den verschiedenen Tiergruppen, den Menschenrassen im heutigen physischen Sinne. Das alles sprießt und sproßt durch die Einwirkung der Wesenheiten, die von der Sonne und dem Monde her wirken. Von denjenigen Wesenheiten, die von der Sonne her wirken, sind namentlich die äußeren Gestaltungen hervorgerufen, die Gestaltungen der Mineralien, der Pflanzen, der Tiere und der physischen Menschen; von den Wesenheiten, die vom Monde her wirken, wird insbesondere das seelische Leben angeregt in den Tieren und Menschen. So also schaffen von außen her diese Wesenheiten an unserer Erdenentwickelung. Das, was ich Ihnen jetzt dargestellt habe, ist ungefähr in ganz wenigen Worten das Bild, welches die Erdenentwickelung charakterisiert von der sogenannten lemurischen Zeit an bis in die atlantische hinein. Erst während der atlantischen Zeit stellt sich ganz langsam und allmählich das Bild der Erde so, wie wir es jetzt erblicken in unserer Umgebung. So müssen wir unterscheiden sozusagen im Laufe der Erdenentwickelung seit der Mondentrennung zwischen einer chaotischen und einer geordneten Erde, einer Erde, welche die Wirkungen der geistigen Wesenheiten ihrer Umgebung bereits erfahren hat.

[ 11 ] Das alles, was ich gesagt habe, ist das Ergebnis, das man nicht zu holen braucht aus dieser oder jener historisch überlieferten Lehre. Nehmen Sie an, durch irgendein Ereignis wäre alles das verlorengegangen, was die Eingeweihten des, sagen wir alten, ehrwürdigen Indiens geschaffen haben; es wären verlorengegangen die Erkenntnisse der persischen Magier, die Erkenntnisse der Chaldäer, der ägyptischen Eingeweihten, die Erkenntnisse der Mysterien Griechenlands, nehmen Sie an, alles bis auf unsere Tage wäre an äußeren Dokumenten verlorengegangen, wir hätten kein Schriftstück, das uns mitteilte, was jemals gelehrt worden ist über die geistigen Grundlagen unserer Erdenentwickelung! Nicht verlorengegangen wäre uns die Möglichkeit, heute selber das übersinnliche Bewußtsein zu entwickeln. So kann alles, was jetzt erzählt worden ist, gefunden werden ohne irgendein historisches Dokument durch übersinnliche Forschung. Wir haben also damit erwas vor uns, was im heutigen Entwickelungsmoment geradeso aus dem Ursprünglichen heraus gelernt werden kann, wie etwa die Mathematik aus dem Ursprünglichen heraus gelernt werden kann.

[ 11 ] Das alles, was ich gesagt habe, ist das Ergebnis, das man nicht zu holen braucht aus dieser oder jener historisch überlieferten Lehre. Nehmen Sie an, durch irgendein Ereignis wäre alles das verlorengegangen, was die Eingeweihten des, sagen wir alten, ehrwürdigen Indiens geschaffen haben; es wären verlorengegangen die Erkenntnisse der persischen Magier, die Erkenntnisse der Chaldäer, der ägyptischen Eingeweihten, die Erkenntnisse der Mysterien Griechenlands, nehmen Sie an, alles bis auf unsere Tage wäre an äußeren Dokumenten verlorengegangen, wir hätten kein Schriftstück, das uns mitteilte, was jemals gelehrt worden ist über die geistigen Grundlagen unserer Erdenentwickelung! Nicht verlorengegangen wäre uns die Möglichkeit, heute selber das übersinnliche Bewußtsein zu entwickeln. So kann alles, was jetzt erzählt worden ist, gefunden werden ohne irgendein historisches Dokument durch übersinnliche Forschung. Wir haben also damit erwas vor uns, was im heutigen Entwickelungsmoment geradeso aus dem Ursprünglichen heraus gelernt werden kann, wie etwa die Mathematik aus dem Ursprünglichen heraus gelernt werden kann.

[ 12 ] Jetzt versuchen wir einmal, nachdem wir sozusagen ein kleines Kapitel der umfassenden Geisteswissenschaft vor uns hingestellt haben, irgendwo anzuknüpfen, um zu sehen, wie das, was wir heute konstatieren können durch die übersinnliche Forschung, gelebt hat in vergangenen Zeiten. Gewiß, es könnte auch eine andere Methode eingeschlagen werden, aber für diesen Zyklus ist einmal als Methode in Aussicht genommen, daß wir dasjenige, was wir ohne historische Urkunden finden können, vergleichen mit dem, was uns durch diese oder jene Urkunde überliefert ist. Da wollen wir nicht einmal besonders weit zurückgehen, wir wollen zurückgehen zu einer historischen Persönlichkeit, welche gelebt hat in verhältnismäßig alten Zeiten der griechischen Geistesentwickelung, zu jener Persönlichkeit, von der äußerlich-geschichtlich sehr wenig, nicht einmal die Jahreszahl ihres Lebens so recht bekanntgeworden ist. Wir wollen zurückgehen zu jener Persönlichkeit, die den anderen griechischen Weisen in gewisser Beziehung vorangegangen ist, zu Pherekydes von Syros. Der hat gelebt in der Zeit der griechischen Geistesentwickelung, die man die Zeit der sieben Weisen nennt, die also vorangeht all dem, was sonst aus der griechischen Philosophie geschichtlich mitgeteilt wird. Es wird nur weniges äußerlich in der Geschichte von diesem Pherekydes von Syros erzählt. Es ist aber genügend interessant, einmal an das heranzutreten, was von ihm erzählt wird. Er wird unter anderem auch genannt als Lehrer des Pythagoras. Auf ihn sind zurückzuführen viele der Lehren, die Sie bei Heraklit, bei Plato, bei späteren Weisen finden. Er gehörte der älteren Zeit der griechischen Entwickelung an, von der man sagt, daß sie sieben Weise hatte, wie man sagt, daß die alten Inder sieben Rishis hatten. Zur Zeit dieser sieben Weisen Griechenlands hat Pherekydes von Syros gelebt. Von ihm wird nun erzählt, daß er gelehrt habe, daß unserer ganzen Entwickelung drei Prinzipien zugrunde liegen, und diese drei Prinzipien nennt er den Zeus, den Chronos und die Chthon. Was sind das für drei Bezeichnungen? Wenn man genauer prüft, was mit diesen drei Bezeichnungen gemeint ist, so ist es das folgende: Erstens werden Sie ohne weiteres wissen, daß ja Chronos nur eine andere Bezeichnung für den alten Saturn ist; das ist ein und dasselbe. So haben wir in dem einen Prinzip bei Pherekydes von Syros in dem Chronos diejenige Summe von görtlich-geistigen Wesenheiten, die wir zum Reiche des Saturn rechnen, Alles dasjenige, was wir zum Reiche des alten Saturn rechnen, alles, was dann wieder in der Erdenentwickelung gewirkt hat als Wesen, die imstande waren den Mond herauszutrennen, die haben wir in Chronos-Saturn. Und weiter, Zeus! Zeus ist ein Wort, ein Name, der schwankend ist, wenn er gebraucht wird in älteren Zeiten. Man gebraucht ihn für geistige Individualitäten auf den verschiedensten Stufen der Entwickelung. Diejenigen aber, die im älteren Griechenland etwas gewußt haben von Einweihung, die haben in Zeus gesehen den ihnen erkennbaren Anführer der Sonnengeister. Zeus ist dasjenige, was lebt in den Wirkungen, die von der Sonne auf die Erde ausgeübt werden. So haben wir das zweite Reich, das Reich der Sonnengeister als das Zeusreich von Pherekydes von Syros bezeichnet. Chthon, was ist das? Das ist nun nichts anderes als eine Bezeichnung für jenen Zustand unserer Erde, in dem diese war in dem Augenblicke, als sich der Mond losgetrennt hatte, nämlich in einer Art chaotischem Zustande, wo noch nicht die Pflanzen, noch nicht die Tier- und Menschenrassengestalten die Erde bedeckten. Und nun finden Sie ein merkwürdiges Wort bei Pherekydes von Syros; er sagte: Es liegen also diese drei Prinzipien, Zeus, Chronos und Chthon unserer Erdenentwickelung zugrunde. Das, was die Erde geworden ist, ist sie erst geworden durch das Zusammenwirken dieser drei Prinzipien, jener heiligen ursprünglichen Dreiheit, die herübergekommen ist von vorirdischen Zuständen. —Die kennt also auch dieser alte griechische Weise und das bezeichnet er mit den ihm geläufigen drei Namen. Nun erzählt er, wie das weitergegangen ist. Es war aber in alten Zeiten nicht üblich, daß man solche Dinge mit solch trockenen, brutalen Begriffen bezeichnete wie heute, sondern da gebrauchte man farbige Vorstellungen für das, was man im Geiste erschaut und erkennt. Und da sagte Pherekydes von Syros: Chthon wurde zur Gäa, zur Erde, zu dem, was man heute Erde nennt, dadurch, daß ihr Zeus das Ehrengeschenk überreicht hatte und sie dadurch mit dem Gewande überzogen wurde. — Ein wunderschönes Wort für diejenige Entwickelung, die ich Ihnen eben in wenigen Worten zusammengefaßt habe. Die Erde stand allein; draußen waren Sonne und Mond, die geistigen Reiche des Zeus und des Chronos. Da fing die ja zuerst hinausgegangene Sonne an, auf die Erde zu wirken. Es war wie eine Befruchtung der Erde in ihrem chaotischen Zustande; also, um mit dem alten griechischen Weisen zu sprechen: es war wie eine Befruchtung der Chthon durch den Zeus. Heruntergesendet wurden im Physischen die Sonnenwärme und das Sonnenlicht, heruntergesendet wurden in der Sonnenwärme und in dem Sonnenlicht die wohltätigen Wirkungen des Zeusreichs, das alles befruchtete. Da wurde der Erde gegeben das Ehrengeschenk. Die Erde bedeckte sich mit dem Gewande, und das Gewand ist nun nichts anderes als der Teppich von Pflanzen- und Tiergestalten und Gestalten der physischen Menschen, mit denen sich jetzt die Erde umspannte. Die Chthon wurde zur Gäa dadurch, daß ihr Zeus das Ehrengeschenk bescherte und sie sich dadurch mit dem Gewande überzog.

[ 12 ] Jetzt versuchen wir einmal, nachdem wir sozusagen ein kleines Kapitel der umfassenden Geisteswissenschaft vor uns hingestellt haben, irgendwo anzuknüpfen, um zu sehen, wie das, was wir heute konstatieren können durch die übersinnliche Forschung, gelebt hat in vergangenen Zeiten. Gewiß, es könnte auch eine andere Methode eingeschlagen werden, aber für diesen Zyklus ist einmal als Methode in Aussicht genommen, daß wir dasjenige, was wir ohne historische Urkunden finden können, vergleichen mit dem, was uns durch diese oder jene Urkunde überliefert ist. Da wollen wir nicht einmal besonders weit zurückgehen, wir wollen zurückgehen zu einer historischen Persönlichkeit, welche gelebt hat in verhältnismäßig alten Zeiten der griechischen Geistesentwickelung, zu jener Persönlichkeit, von der äußerlich-geschichtlich sehr wenig, nicht einmal die Jahreszahl ihres Lebens so recht bekanntgeworden ist. Wir wollen zurückgehen zu jener Persönlichkeit, die den anderen griechischen Weisen in gewisser Beziehung vorangegangen ist, zu Pherekydes von Syros. Der hat gelebt in der Zeit der griechischen Geistesentwickelung, die man die Zeit der sieben Weisen nennt, die also vorangeht all dem, was sonst aus der griechischen Philosophie geschichtlich mitgeteilt wird. Es wird nur weniges äußerlich in der Geschichte von diesem Pherekydes von Syros erzählt. Es ist aber genügend interessant, einmal an das heranzutreten, was von ihm erzählt wird. Er wird unter anderem auch genannt als Lehrer des Pythagoras. Auf ihn sind zurückzuführen viele der Lehren, die Sie bei Heraklit, bei Plato, bei späteren Weisen finden. Er gehörte der älteren Zeit der griechischen Entwickelung an, von der man sagt, daß sie sieben Weise hatte, wie man sagt, daß die alten Inder sieben Rishis hatten. Zur Zeit dieser sieben Weisen Griechenlands hat Pherekydes von Syros gelebt. Von ihm wird nun erzählt, daß er gelehrt habe, daß unserer ganzen Entwickelung drei Prinzipien zugrunde liegen, und diese drei Prinzipien nennt er den Zeus, den Chronos und die Chthon. Was sind das für drei Bezeichnungen? Wenn man genauer prüft, was mit diesen drei Bezeichnungen gemeint ist, so ist es das folgende: Erstens werden Sie ohne weiteres wissen, daß ja Chronos nur eine andere Bezeichnung für den alten Saturn ist; das ist ein und dasselbe. So haben wir in dem einen Prinzip bei Pherekydes von Syros in dem Chronos diejenige Summe von görtlich-geistigen Wesenheiten, die wir zum Reiche des Saturn rechnen, Alles dasjenige, was wir zum Reiche des alten Saturn rechnen, alles, was dann wieder in der Erdenentwickelung gewirkt hat als Wesen, die imstande waren den Mond herauszutrennen, die haben wir in Chronos-Saturn. Und weiter, Zeus! Zeus ist ein Wort, ein Name, der schwankend ist, wenn er gebraucht wird in älteren Zeiten. Man gebraucht ihn für geistige Individualitäten auf den verschiedensten Stufen der Entwickelung. Diejenigen aber, die im älteren Griechenland etwas gewußt haben von Einweihung, die haben in Zeus gesehen den ihnen erkennbaren Anführer der Sonnengeister. Zeus ist dasjenige, was lebt in den Wirkungen, die von der Sonne auf die Erde ausgeübt werden. So haben wir das zweite Reich, das Reich der Sonnengeister als das Zeusreich von Pherekydes von Syros bezeichnet. Chthon, was ist das? Das ist nun nichts anderes als eine Bezeichnung für jenen Zustand unserer Erde, in dem diese war in dem Augenblicke, als sich der Mond losgetrennt hatte, nämlich in einer Art chaotischem Zustande, wo noch nicht die Pflanzen, noch nicht die Tier- und Menschenrassengestalten die Erde bedeckten. Und nun finden Sie ein merkwürdiges Wort bei Pherekydes von Syros; er sagte: Es liegen also diese drei Prinzipien, Zeus, Chronos und Chthon unserer Erdenentwickelung zugrunde. Das, was die Erde geworden ist, ist sie erst geworden durch das Zusammenwirken dieser drei Prinzipien, jener heiligen ursprünglichen Dreiheit, die herübergekommen ist von vorirdischen Zuständen. —Die kennt also auch dieser alte griechische Weise und das bezeichnet er mit den ihm geläufigen drei Namen. Nun erzählt er, wie das weitergegangen ist. Es war aber in alten Zeiten nicht üblich, daß man solche Dinge mit solch trockenen, brutalen Begriffen bezeichnete wie heute, sondern da gebrauchte man farbige Vorstellungen für das, was man im Geiste erschaut und erkennt. Und da sagte Pherekydes von Syros: Chthon wurde zur Gäa, zur Erde, zu dem, was man heute Erde nennt, dadurch, daß ihr Zeus das Ehrengeschenk überreicht hatte und sie dadurch mit dem Gewande überzogen wurde. — Ein wunderschönes Wort für diejenige Entwickelung, die ich Ihnen eben in wenigen Worten zusammengefaßt habe. Die Erde stand allein; draußen waren Sonne und Mond, die geistigen Reiche des Zeus und des Chronos. Da fing die ja zuerst hinausgegangene Sonne an, auf die Erde zu wirken. Es war wie eine Befruchtung der Erde in ihrem chaotischen Zustande; also, um mit dem alten griechischen Weisen zu sprechen: es war wie eine Befruchtung der Chthon durch den Zeus. Heruntergesendet wurden im Physischen die Sonnenwärme und das Sonnenlicht, heruntergesendet wurden in der Sonnenwärme und in dem Sonnenlicht die wohltätigen Wirkungen des Zeusreichs, das alles befruchtete. Da wurde der Erde gegeben das Ehrengeschenk. Die Erde bedeckte sich mit dem Gewande, und das Gewand ist nun nichts anderes als der Teppich von Pflanzen- und Tiergestalten und Gestalten der physischen Menschen, mit denen sich jetzt die Erde umspannte. Die Chthon wurde zur Gäa dadurch, daß ihr Zeus das Ehrengeschenk bescherte und sie sich dadurch mit dem Gewande überzog.

[ 13 ] So sehen wir in merkwürdigen bildlichen Ausdrücken, in einer schönen Sprache wiederum dasjenige, was heute das übersinnliche Bewußtsein finden kann, in der Zeit, als die sieben Weisen Griechenlands lebten, als Pherekydes von Syros wirkte, von dem kaum viel mehr als das Äußerliche erhalten ist, das ich Ihnen jetzt erzählt habe. Derjenige aber, der diese Dinge, die bei diesem Weisen vorkommen, mit jenem Lichte beleuchtet, das uns heute die übersinnliche Forschung geben kann, der wird sich sagen: Man könnte so etwas nicht so treffend ausdrücken, daß es durch die heutige übersinnliche Forschung bestätigt wird, wenn man nicht selber von allen diesen Dingen etwas gewußt hätte. - Und wenn wir uns nun weiter fragen: Woher rührte das Wissen des Pherekydes von Syros? - so kommen wir darauf, daß er sich erfreuen konnte einer sogenannten phönizischen Einweihung. Wir sehen also in ihm einen Menschen, welcher in den Tempeln des alten phönizischen Landes eingeweiht worden ist, und welcher das, was er sagen durfte, aus diesen phönizischen Tempeln nach Griechenland herübergebracht und da gelehrt hat. So ist aus dem Orient herübergeflossen mancherlei von dem, was dort im Einklang mit der übrigen orientalischen Weisheit vorhanden war.

[ 13 ] So sehen wir in merkwürdigen bildlichen Ausdrücken, in einer schönen Sprache wiederum dasjenige, was heute das übersinnliche Bewußtsein finden kann, in der Zeit, als die sieben Weisen Griechenlands lebten, als Pherekydes von Syros wirkte, von dem kaum viel mehr als das Äußerliche erhalten ist, das ich Ihnen jetzt erzählt habe. Derjenige aber, der diese Dinge, die bei diesem Weisen vorkommen, mit jenem Lichte beleuchtet, das uns heute die übersinnliche Forschung geben kann, der wird sich sagen: Man könnte so etwas nicht so treffend ausdrücken, daß es durch die heutige übersinnliche Forschung bestätigt wird, wenn man nicht selber von allen diesen Dingen etwas gewußt hätte. - Und wenn wir uns nun weiter fragen: Woher rührte das Wissen des Pherekydes von Syros? - so kommen wir darauf, daß er sich erfreuen konnte einer sogenannten phönizischen Einweihung. Wir sehen also in ihm einen Menschen, welcher in den Tempeln des alten phönizischen Landes eingeweiht worden ist, und welcher das, was er sagen durfte, aus diesen phönizischen Tempeln nach Griechenland herübergebracht und da gelehrt hat. So ist aus dem Orient herübergeflossen mancherlei von dem, was dort im Einklang mit der übrigen orientalischen Weisheit vorhanden war.

[ 14 ] Ich wollte Ihnen damit nur ein Beispiel geben, und wir könnten viele solche Beispiele anführen, wie wir das, was heute ohne alle historische Tradition gefunden werden kann, wenn wir es richtig zu lesen verstehen, bei den alten Weisen wiederfinden. Wir sind hiermit nicht weit zurückgegangen in der Menschheitsgeschichte. Man kann an vielem sehen, daß man die Lehren, die heute als ursprüngliche gefunden werden können, in entsprechender Weise in alten Zeiten, wenn man nur die Ausdrücke zu entziffern vermag, finden kann. Dennoch dürfen Sie nicht verkennen, daß es ein ganz falsches Prinzip wäre, wenn wir eine Beleuchtung der orientalischen Weisheit durch dasjenige, was auch heute in der westlichen Welt gewonnen werden kann, damit erschöpft glaubten, daß wir einfach sagten: Das oder jenes finden wir im Orient für die Weltenentwickelung als Meinung; und so sprechen wir heute. — Das finden wir aber in derselben Weise auch bei Pherekydes von Syros meinetwegen, das finden wir auch in der ägyptischen Zeit, in der chaldäischen Magierzeit, in der altindischen Zeit. Man könnte dann, wenn man dieses für das einzig Mögliche hielte, sagen: Also finden wir heute eine Weisheit, die in den verschiedensten Formen allüberall, wo die Menschen nach Weisheit gestrebt haben, vorhanden war: Eine und dieselbe Weisheit allüberall! — Nicht das geringste kann gegen diese Behauptung in ihrer abstrakten Form eingewender werden, denn die Tatsache steht einfach so; aber das muß gesagt werden, daß dieses nur ein Teil der Wahrheit ist. So wie die Entwickelung der Pflanze nicht darin besteht, daß die Pflanze von ihrem untersten Wurzelpunkte aus bis zur Frucht immer dieselben Organe hervorbringt, sondern hervorbringt die grünen Pflanzenblätter, die farbigen Blütenblätter, die Staubgefäße, den Stempel und so weiter, so wie die Pflanze also verändert die Gestalt ihrer Hervorbringungen, sie zu immer Höherem und Höherem treibt, so ist es auch mit dem Fortschritt des Menschenlebens auf der Erde. Wenn es ganz richtig ist, daß sozusagen in den verschiedensten Formen dieselben Weistümer immer wieder erscheinen, so gibt es doch eine Entwickelung dieser Weistümer; und es ist einfach nicht richtig, daß etwa schon in der altindischen Zeit dasselbe dagewesen wäre, was heute da ist. Geradesowenig wäre das richtig, wie dasandere, daß an der Pflanze dasselbe ist, wenn die Blüte aufgebaut ist, wie in dem — meinetwillen sagen wir - Wurzelpunkt. Es ist sozusagen dieselbe Kraft darinnen; aber diese kann man nur in ihrer Realität erkennen, wenn man die wirkliche Entwickelung verfolgt, so daß man einen Fortschritt erkennt in den Geheimnissen, welche der Menschheitsentwickelung zugrunde liegen. Dasjenige, was in der ersten Zeit nach der großen atlantischen Katastrophe gelehrt worden ist auf der Erde, kann heute noch gelehrt werden; was Pherekydes von Syros gelehrt hat, kann heute noch gelehrt werden; aber die Erdenentwickelung ist für den Menschen auch bereichert worden, sie hat neue Einschläge bekommen.

[ 14 ] Ich wollte Ihnen damit nur ein Beispiel geben, und wir könnten viele solche Beispiele anführen, wie wir das, was heute ohne alle historische Tradition gefunden werden kann, wenn wir es richtig zu lesen verstehen, bei den alten Weisen wiederfinden. Wir sind hiermit nicht weit zurückgegangen in der Menschheitsgeschichte. Man kann an vielem sehen, daß man die Lehren, die heute als ursprüngliche gefunden werden können, in entsprechender Weise in alten Zeiten, wenn man nur die Ausdrücke zu entziffern vermag, finden kann. Dennoch dürfen Sie nicht verkennen, daß es ein ganz falsches Prinzip wäre, wenn wir eine Beleuchtung der orientalischen Weisheit durch dasjenige, was auch heute in der westlichen Welt gewonnen werden kann, damit erschöpft glaubten, daß wir einfach sagten: Das oder jenes finden wir im Orient für die Weltenentwickelung als Meinung; und so sprechen wir heute. — Das finden wir aber in derselben Weise auch bei Pherekydes von Syros meinetwegen, das finden wir auch in der ägyptischen Zeit, in der chaldäischen Magierzeit, in der altindischen Zeit. Man könnte dann, wenn man dieses für das einzig Mögliche hielte, sagen: Also finden wir heute eine Weisheit, die in den verschiedensten Formen allüberall, wo die Menschen nach Weisheit gestrebt haben, vorhanden war: Eine und dieselbe Weisheit allüberall! — Nicht das geringste kann gegen diese Behauptung in ihrer abstrakten Form eingewender werden, denn die Tatsache steht einfach so; aber das muß gesagt werden, daß dieses nur ein Teil der Wahrheit ist. So wie die Entwickelung der Pflanze nicht darin besteht, daß die Pflanze von ihrem untersten Wurzelpunkte aus bis zur Frucht immer dieselben Organe hervorbringt, sondern hervorbringt die grünen Pflanzenblätter, die farbigen Blütenblätter, die Staubgefäße, den Stempel und so weiter, so wie die Pflanze also verändert die Gestalt ihrer Hervorbringungen, sie zu immer Höherem und Höherem treibt, so ist es auch mit dem Fortschritt des Menschenlebens auf der Erde. Wenn es ganz richtig ist, daß sozusagen in den verschiedensten Formen dieselben Weistümer immer wieder erscheinen, so gibt es doch eine Entwickelung dieser Weistümer; und es ist einfach nicht richtig, daß etwa schon in der altindischen Zeit dasselbe dagewesen wäre, was heute da ist. Geradesowenig wäre das richtig, wie dasandere, daß an der Pflanze dasselbe ist, wenn die Blüte aufgebaut ist, wie in dem — meinetwillen sagen wir - Wurzelpunkt. Es ist sozusagen dieselbe Kraft darinnen; aber diese kann man nur in ihrer Realität erkennen, wenn man die wirkliche Entwickelung verfolgt, so daß man einen Fortschritt erkennt in den Geheimnissen, welche der Menschheitsentwickelung zugrunde liegen. Dasjenige, was in der ersten Zeit nach der großen atlantischen Katastrophe gelehrt worden ist auf der Erde, kann heute noch gelehrt werden; was Pherekydes von Syros gelehrt hat, kann heute noch gelehrt werden; aber die Erdenentwickelung ist für den Menschen auch bereichert worden, sie hat neue Einschläge bekommen.

[ 15 ] Wir haben gestern auf den wichtigen Zeitpunkt des christlichen Einschlags für die Menschheitsentwickelung hingewiesen. Damit ist etwas gekommen, womit sich nichts Ähnliches vergleichen läßt, etwas, was ganz einzig dasteht in der Erdenentwickelung. Es ist mir schon zu Ohren gekommen, daß jemand gesagt hat: Ja, es wäre doch eine Ungerechtigkeit innerhalb der Menschheitsentwickelung, wenn soundsoviele Jahrtausende vor dem Erscheinen des Christus dem Menschen nicht die volle Weisheit hätte mitgeteilt werden können. Wie kamen denn die Menschen der vorchristlichen Zeit dazu, daß ihnen etwas vorenthalten werden konnte? Wir müssen aus der allgemeinen Weltgerechtigkeit heraus annehmen — so sagen manche -, daß sich zwar die Formen der Wahrheit ändern, daß aber nicht neue Wahrheiten zu den alten hinzukommen, sonst müßte man behaupten, daß für die Menschen, die aufbewahrt geblieben sind in ihrem Leben für die nachchristliche Zeit, etwas Höheres zubereitet worden wäre als für die vorchristlichen Menschen. —- Wenn es nicht wirklich zuweilen ausgesprochen würde, so brauchte das hier gar nicht erwähnt zu werden, denn man kann verstehen, daß diese Sache ausgesprochen wird sonst irgendwo, nur nicht unter geisteswissenschaftlich Strebenden. Warum nicht? Nun, weil ja die Menschen, die in der nachchristlichen Zeit verkörpert sind, dieselben sind wie diejenigen, die vorher gelebt haben; weil die Menschen durch die wiederholten Verkörperungen durchgehen und dasjenige, was sie vor dem Erscheinen des Christus auf Erden noch nicht haben lernen können, eben berufen sind, nachher zu lernen. Derjenige, der glaubt, daß der Mensch sich immer und immer wieder verkörpert, damit ihm nur dasselbe aufgetischt werde, der glaubt nicht im Ernste, nicht seinen Gefühle und dem ganzen Seelenleben nach an die Wiederverkörperung; denn im Ernste an sie glauben, heißt ihr Ziel, ihren Sinn einsehen, heißt einsehen, daß es nicht vergeblich ist, immer wieder und wieder zu kommen, sondern daß dies geschieht, damit man immer Neues erfahren könne auf der Erde. Ist dies aber so, dann muß dieser Erde immer neues und neues Leben zufließen; man muß auf der Erde Neues sehen, wenn man wieder auf ihr ankommt. Es ist eine Abstraktion zu sagen: Dieselben Weistümer kehren in den verschiedenen Weltanschauungen immer wieder. — Es ist aber das Konkrete, das Wahre, daß sich die Weistümer entwickeln, daß sie immer höhere und höhere Gestaltungen annehmen, bis dann das erscheinen wird auf der Erde, was reif ist, in einen anderen Zustand überzugehen, wie Saturn-, Sonnen-, Mondzustand in den Erdenzustand übergegangen sind. Keine bloße Wiederholung, ein wirklicher Fortschritt! Das ist das, um was es sich handelt.

[ 15 ] Wir haben gestern auf den wichtigen Zeitpunkt des christlichen Einschlags für die Menschheitsentwickelung hingewiesen. Damit ist etwas gekommen, womit sich nichts Ähnliches vergleichen läßt, etwas, was ganz einzig dasteht in der Erdenentwickelung. Es ist mir schon zu Ohren gekommen, daß jemand gesagt hat: Ja, es wäre doch eine Ungerechtigkeit innerhalb der Menschheitsentwickelung, wenn soundsoviele Jahrtausende vor dem Erscheinen des Christus dem Menschen nicht die volle Weisheit hätte mitgeteilt werden können. Wie kamen denn die Menschen der vorchristlichen Zeit dazu, daß ihnen etwas vorenthalten werden konnte? Wir müssen aus der allgemeinen Weltgerechtigkeit heraus annehmen — so sagen manche -, daß sich zwar die Formen der Wahrheit ändern, daß aber nicht neue Wahrheiten zu den alten hinzukommen, sonst müßte man behaupten, daß für die Menschen, die aufbewahrt geblieben sind in ihrem Leben für die nachchristliche Zeit, etwas Höheres zubereitet worden wäre als für die vorchristlichen Menschen. —- Wenn es nicht wirklich zuweilen ausgesprochen würde, so brauchte das hier gar nicht erwähnt zu werden, denn man kann verstehen, daß diese Sache ausgesprochen wird sonst irgendwo, nur nicht unter geisteswissenschaftlich Strebenden. Warum nicht? Nun, weil ja die Menschen, die in der nachchristlichen Zeit verkörpert sind, dieselben sind wie diejenigen, die vorher gelebt haben; weil die Menschen durch die wiederholten Verkörperungen durchgehen und dasjenige, was sie vor dem Erscheinen des Christus auf Erden noch nicht haben lernen können, eben berufen sind, nachher zu lernen. Derjenige, der glaubt, daß der Mensch sich immer und immer wieder verkörpert, damit ihm nur dasselbe aufgetischt werde, der glaubt nicht im Ernste, nicht seinen Gefühle und dem ganzen Seelenleben nach an die Wiederverkörperung; denn im Ernste an sie glauben, heißt ihr Ziel, ihren Sinn einsehen, heißt einsehen, daß es nicht vergeblich ist, immer wieder und wieder zu kommen, sondern daß dies geschieht, damit man immer Neues erfahren könne auf der Erde. Ist dies aber so, dann muß dieser Erde immer neues und neues Leben zufließen; man muß auf der Erde Neues sehen, wenn man wieder auf ihr ankommt. Es ist eine Abstraktion zu sagen: Dieselben Weistümer kehren in den verschiedenen Weltanschauungen immer wieder. — Es ist aber das Konkrete, das Wahre, daß sich die Weistümer entwickeln, daß sie immer höhere und höhere Gestaltungen annehmen, bis dann das erscheinen wird auf der Erde, was reif ist, in einen anderen Zustand überzugehen, wie Saturn-, Sonnen-, Mondzustand in den Erdenzustand übergegangen sind. Keine bloße Wiederholung, ein wirklicher Fortschritt! Das ist das, um was es sich handelt.

[ 16 ] Und da liegt auch, was den Unterschied zwischen östlicher und westlicher Denkungsweise ausmacht. Die westliche Denkungsweise kann sich der ganzen Aufgabe und Mission des Westens nach niemals trennen von einer wirklich konkreten geschichtlichen Auffassung unserer Erdenentwickelung. Und geschichtliche Auffassung ist nur diejenige, die Fortschritt sieht, nicht Wiederholung des Gleichen. Der Begriff der Geschichte ist der, der erst durch den Westen eingetreten ist in die Menschheitsentwickelung. Man hat da erst gelernt, wirklich die Dinge geschichtlich aufzufassen, nicht bloß eine Wiederholung des Gleichen zu sehen. Und wenn irgendwo unter uns irgend jemand auftritt, der nicht ganz durchdrungen ist von dem Begriffe des geschichtlichen Fortschrittes, und dann sich hingibt in einem besonderen Maße orientalischer Denkungsweise, deren Wahrheit damit nicht im geringsten angezweifelt wird, von der alles unterschrieben wird, trotzdem gesagt wird, daß die geschichtliche Auffassung hinzukommen muß, dann stellt sich leicht ein, daß ihm der Begriff der Geschichte abhanden kommt und daß für ihn eine merkwürdige Frage entstehen kann: Wozu eigentlich diese ewige Wiederholung des Gleichen? Das war zum Beispiel die Frage, die Schopenhauer aufgestellt hat, dem der Begriff der Geschichte im eigentlichen Sinne gemangelt hat, und der innerhalb unseres Geisteslebens einer derer war, die viel für die äußere Exoterik aufgenommen haben aus dem orientalischen Leben. Dadurch, daß irgendeine höhere Wahrheit aufgestellt wird, wird die niedrigere Wahrheit in keinerlei Weise angetastet; es wird zu allem Ja gesagt, was von dem unhistorischen Standpunkte aus behauptet wird; es wird nur eine niedere Denkweise in ein höheres Reich heraufgehoben, das heißt, es wird beleuchtet in unserem Falle die orientalische Denkungsweise mit dem Lichte des Westens.1Diese Darstellung, die an sich etwas weitschweifig erscheint, rechtfertigt sich wohl dadurch, daß sie gegen die in mystischen Weltanschauungen oft auftretende Behauptung gerichtet werden muß, daß im Grunde die verschiedenen aufeinanderfolgenden Religionen und so weiter nur die Umgestaltungen Einer Urweisheit seien.

[ 16 ] Und da liegt auch, was den Unterschied zwischen östlicher und westlicher Denkungsweise ausmacht. Die westliche Denkungsweise kann sich der ganzen Aufgabe und Mission des Westens nach niemals trennen von einer wirklich konkreten geschichtlichen Auffassung unserer Erdenentwickelung. Und geschichtliche Auffassung ist nur diejenige, die Fortschritt sieht, nicht Wiederholung des Gleichen. Der Begriff der Geschichte ist der, der erst durch den Westen eingetreten ist in die Menschheitsentwickelung. Man hat da erst gelernt, wirklich die Dinge geschichtlich aufzufassen, nicht bloß eine Wiederholung des Gleichen zu sehen. Und wenn irgendwo unter uns irgend jemand auftritt, der nicht ganz durchdrungen ist von dem Begriffe des geschichtlichen Fortschrittes, und dann sich hingibt in einem besonderen Maße orientalischer Denkungsweise, deren Wahrheit damit nicht im geringsten angezweifelt wird, von der alles unterschrieben wird, trotzdem gesagt wird, daß die geschichtliche Auffassung hinzukommen muß, dann stellt sich leicht ein, daß ihm der Begriff der Geschichte abhanden kommt und daß für ihn eine merkwürdige Frage entstehen kann: Wozu eigentlich diese ewige Wiederholung des Gleichen? Das war zum Beispiel die Frage, die Schopenhauer aufgestellt hat, dem der Begriff der Geschichte im eigentlichen Sinne gemangelt hat, und der innerhalb unseres Geisteslebens einer derer war, die viel für die äußere Exoterik aufgenommen haben aus dem orientalischen Leben. Dadurch, daß irgendeine höhere Wahrheit aufgestellt wird, wird die niedrigere Wahrheit in keinerlei Weise angetastet; es wird zu allem Ja gesagt, was von dem unhistorischen Standpunkte aus behauptet wird; es wird nur eine niedere Denkweise in ein höheres Reich heraufgehoben, das heißt, es wird beleuchtet in unserem Falle die orientalische Denkungsweise mit dem Lichte des Westens.1Diese Darstellung, die an sich etwas weitschweifig erscheint, rechtfertigt sich wohl dadurch, daß sie gegen die in mystischen Weltanschauungen oft auftretende Behauptung gerichtet werden muß, daß im Grunde die verschiedenen aufeinanderfolgenden Religionen und so weiter nur die Umgestaltungen Einer Urweisheit seien.

[ 17 ] Dasjenige, was ich Ihnen jetzt in abstracto gesagt habe, das möchte ich Ihnen durch ein Beispiel belegen. Sie haben aus dem Gesagten schon herausfühlen können, daß wir die Ergebnisse der übersinnlichen Forschung der Gegenwart in andrer Form in alten Zeiten finden, wenn wir sie suchen. Licht werfen auf die Vorzeit können wir nur dann, wenn wir dieses Licht eben aus der Gegenwart nehmen. Wir knüpfen dabei nochmals an, sagen wir, an eine ganz bestimmte geistige Persönlichkeit, geistige Individualität. Später werden wir aus diesem Gebiete verschiedene Einzelheiten noch zu besprechen haben, heute soll nur noch eines herausgehoben werden. Wenn Sie zurückgehen in die Zeit, in der man in den Veden niedergelegt hat dasjenige, was in einer gewissen Beziehung als Nachklang vorhanden war der hohen, hehren Rishiweisheit, so finden Sie unter mancherlei Benennungen für die göttlichen Wesenheiten die Benennung des /Indra. Wenn ich Ihnen vom Gesichtspunkte der übersinnlichen Forschung der Gegenwart aus auf die Frage antworten soll: Was ist dasfür ein Wesen, zudem man in der Vedenzeit Indra gesagt hat? - so tue ich es am besten, indem ich Ihnen wiederum charakterisiere, wie sich ein heutiger Mensch durch übersinnliche Forschung eine Anschauung von dieser Wesenheit, die wirklich vorhanden ist, verschaffen kann.

[ 17 ] Dasjenige, was ich Ihnen jetzt in abstracto gesagt habe, das möchte ich Ihnen durch ein Beispiel belegen. Sie haben aus dem Gesagten schon herausfühlen können, daß wir die Ergebnisse der übersinnlichen Forschung der Gegenwart in andrer Form in alten Zeiten finden, wenn wir sie suchen. Licht werfen auf die Vorzeit können wir nur dann, wenn wir dieses Licht eben aus der Gegenwart nehmen. Wir knüpfen dabei nochmals an, sagen wir, an eine ganz bestimmte geistige Persönlichkeit, geistige Individualität. Später werden wir aus diesem Gebiete verschiedene Einzelheiten noch zu besprechen haben, heute soll nur noch eines herausgehoben werden. Wenn Sie zurückgehen in die Zeit, in der man in den Veden niedergelegt hat dasjenige, was in einer gewissen Beziehung als Nachklang vorhanden war der hohen, hehren Rishiweisheit, so finden Sie unter mancherlei Benennungen für die göttlichen Wesenheiten die Benennung des /Indra. Wenn ich Ihnen vom Gesichtspunkte der übersinnlichen Forschung der Gegenwart aus auf die Frage antworten soll: Was ist dasfür ein Wesen, zudem man in der Vedenzeit Indra gesagt hat? - so tue ich es am besten, indem ich Ihnen wiederum charakterisiere, wie sich ein heutiger Mensch durch übersinnliche Forschung eine Anschauung von dieser Wesenheit, die wirklich vorhanden ist, verschaffen kann.

[ 18 ] Wir haben ja hervorgehoben, daß hinter allem, was uns äußerlich in der Welt umgibt, hinter dem Feuer, der Luft, dem Wasser, der Erde geistige Wesenheiten sind. Wenn wir das, was Feuer oder Luft ist, auf uns wirken lassen, zunächst auf unsere Sinne, so haben wir den äußeren Ausdruck für geistige Wesenheiten, die hinter dem Feuer oder der Luft stehen. Wir können für das, was wir im gewöhnlichen Leben physisch wahrnehmen, dasjenige suchen, was dahintersteht, indem wir uns durch übersinnliches Schauen erheben von der physischen Welt zur seelischen. Da finden wir für das, was sich äußerlich in der Luft ausdrückt, viele Wesenheiten; das heißt, es arbeiten viele geistige Wesenheiten zusammen in unserer geistigen Umgebung, um dasjenige zustande zu bringen, was sich uns äußerlich in den physischen Lufterscheinungen ausdrückt. Fragen wir uns: Wie stellt sich das geistige Reich hinter der Luft dar, wenn wir es in der seelischen Welt betrachten? Die Antwort ist: Wir kommen zu einer Anzahl von geistigen Wesenheiten, die nicht bis zur physischen Welt heruntersteigen, die sich in dieser durch die Luft ausdrücken und die uns in der Seelenwelt als Individualitäten entgegentreten. Und die mächtigste dieser Wesenheiten ist eine ganz bestimmte. Die finden wir noch heute; die ist diejenige, welche im alten Indien mit dem Worte Indra benannt worden ist. Sie ist zu gleicher Zeit diejenige, die beteiligt ist an der ganzen Einrichtung unseres Atmungsprozesses. Daß wir überhaupt so atmende Wesenheiten geworden sind, wie wir es sind, das verdanken wir der Tätigkeit dieser Wesenheit. Zu dieser Wesenheit kann man beständig emporblicken und sagen: «Dir, o Indra, verdanke ich die Möglichkeit, ein solches Atmungswerkzeug zu haben, wie wir es als Menschen haben.» — Aber die Tätigkeiten wiederum solcher Wesenheiten beschränken sich nicht nur auf eines, sie sind verzweigt. Dieser selben Wesenheit verdankt der Mensch noch manches andere. Darum kann er sagen: «Dir, Gott Indra, dem ich verdanke die Möglichkeit so zu atmen, Dir kann ich auch verdanken die Kraft, die zum Beispiel durch meine Muskeln strömen soll, wenn ich meine Feinde im Kriege besiegen soll.» So kann er zu diesem Indra beten um Kraft, seine Feinde zu besiegen; denn es ist sozusagen die Funktion dieser selben Wesenheit übertragen. Dieser selben Wesenheit, für die wir gar keinen Namen brauchen, wenn wir nur wissen, daß sie da ist, ist es auch zuzuschreiben, daß der Blitz durch die Wolken zuckt, und der Donner rollt, und daß die segnenden Wirkungen entstehen, welche die Gewittererscheinungen begleiten. Auch für diese Erscheinungen kann man sozusagen die Gebete hinaufschicken, wenn man überhaupt an solches Beten zu den Göttern denkt.

[ 18 ] Wir haben ja hervorgehoben, daß hinter allem, was uns äußerlich in der Welt umgibt, hinter dem Feuer, der Luft, dem Wasser, der Erde geistige Wesenheiten sind. Wenn wir das, was Feuer oder Luft ist, auf uns wirken lassen, zunächst auf unsere Sinne, so haben wir den äußeren Ausdruck für geistige Wesenheiten, die hinter dem Feuer oder der Luft stehen. Wir können für das, was wir im gewöhnlichen Leben physisch wahrnehmen, dasjenige suchen, was dahintersteht, indem wir uns durch übersinnliches Schauen erheben von der physischen Welt zur seelischen. Da finden wir für das, was sich äußerlich in der Luft ausdrückt, viele Wesenheiten; das heißt, es arbeiten viele geistige Wesenheiten zusammen in unserer geistigen Umgebung, um dasjenige zustande zu bringen, was sich uns äußerlich in den physischen Lufterscheinungen ausdrückt. Fragen wir uns: Wie stellt sich das geistige Reich hinter der Luft dar, wenn wir es in der seelischen Welt betrachten? Die Antwort ist: Wir kommen zu einer Anzahl von geistigen Wesenheiten, die nicht bis zur physischen Welt heruntersteigen, die sich in dieser durch die Luft ausdrücken und die uns in der Seelenwelt als Individualitäten entgegentreten. Und die mächtigste dieser Wesenheiten ist eine ganz bestimmte. Die finden wir noch heute; die ist diejenige, welche im alten Indien mit dem Worte Indra benannt worden ist. Sie ist zu gleicher Zeit diejenige, die beteiligt ist an der ganzen Einrichtung unseres Atmungsprozesses. Daß wir überhaupt so atmende Wesenheiten geworden sind, wie wir es sind, das verdanken wir der Tätigkeit dieser Wesenheit. Zu dieser Wesenheit kann man beständig emporblicken und sagen: «Dir, o Indra, verdanke ich die Möglichkeit, ein solches Atmungswerkzeug zu haben, wie wir es als Menschen haben.» — Aber die Tätigkeiten wiederum solcher Wesenheiten beschränken sich nicht nur auf eines, sie sind verzweigt. Dieser selben Wesenheit verdankt der Mensch noch manches andere. Darum kann er sagen: «Dir, Gott Indra, dem ich verdanke die Möglichkeit so zu atmen, Dir kann ich auch verdanken die Kraft, die zum Beispiel durch meine Muskeln strömen soll, wenn ich meine Feinde im Kriege besiegen soll.» So kann er zu diesem Indra beten um Kraft, seine Feinde zu besiegen; denn es ist sozusagen die Funktion dieser selben Wesenheit übertragen. Dieser selben Wesenheit, für die wir gar keinen Namen brauchen, wenn wir nur wissen, daß sie da ist, ist es auch zuzuschreiben, daß der Blitz durch die Wolken zuckt, und der Donner rollt, und daß die segnenden Wirkungen entstehen, welche die Gewittererscheinungen begleiten. Auch für diese Erscheinungen kann man sozusagen die Gebete hinaufschicken, wenn man überhaupt an solches Beten zu den Göttern denkt.

[ 19 ] So sehen wir, daß in der Seelenwelt einegewisse Wesenheit vorhanden ist, die einfach in der alten vedischen Zeitmit dem Namen Indra bezeichnet worden ist. Indra ist für uns ebenso da wie für die damalige Zeit.

[ 19 ] So sehen wir, daß in der Seelenwelt einegewisse Wesenheit vorhanden ist, die einfach in der alten vedischen Zeitmit dem Namen Indra bezeichnet worden ist. Indra ist für uns ebenso da wie für die damalige Zeit.

[ 20 ] Und jetzt kommt das andere. Nehmen Sie diese Wesenheit des Indra, nehmen Sie sie so, wie sie der alte indische Eingeweihte wirklich gesehen hat, wenn er das geistige Auge nach der Seelenwelt hingerichtet hat, nehmen Sie das und fragen Sie jetzt: Sieht der heutige Eingeweihte diesen Indra in derselben Weise? — so müssen wir antworten: Er sieht alles dasjenige, was man damals gesehen hat an diesem Indra, alles das, aber er sieht noch etwas anderes an diesem Indra.- Wenn Sie einen Menschen ansehen in seinem vierzigsten Lebensjahre, der Fritz Müller heißt, so können Sie sich sagen: Das ist derselbe Mensch, den ich vor dreißig Jahren als Zehnjährigen gesehen habe, der schon damals so geheißen hat; aber er ist in einer gewissen Weise etwas anderes geworden. Und Sie werden eine schlechte Beschreibung von diesem Fritz Müller geben in seinem vierzigsten Jahre, wenn Sie jemandem sagen, wie er ausgesehen hat in seinem zehnten Jahre. Sie sagen da ganz Richtiges über den Fritz Müller, was Sie in diesem Falle sagen, aber er hat während der dreißig Jahre eine Entwickelung durchgemacht, und Sie müssen das bedenken, wenn Sie über seinen jetzigen Zustand reden. Meinen Sie nun, daß zwar die Menschen auf der Erde in ihren einzelnen Leben und auch von Leben zu Leben sich fortwährend entwickeln, und daß es just den Geisteswesen so gehen sollte, daß sie heute noch auf demselben Standpunkt stehen wie damals, als im alten Indien das schauende Bewußtsein zu ihnen emporgerichtet worden ist? Sollen die Götter bloß diejenigen sein, die durch Tausende von Jahren dasselbe sind? Das sind sie eben nicht. Wir können füglich sagen, daß Indra sich entwickelt hat seit jener Zeit, wo hinaufgesehen haben zu ihm die Hellseher des alten Indiens. Was ist denn nun mit ihm geschehen? Wie stellt sich uns seine Entwickelung dar?

[ 20 ] Und jetzt kommt das andere. Nehmen Sie diese Wesenheit des Indra, nehmen Sie sie so, wie sie der alte indische Eingeweihte wirklich gesehen hat, wenn er das geistige Auge nach der Seelenwelt hingerichtet hat, nehmen Sie das und fragen Sie jetzt: Sieht der heutige Eingeweihte diesen Indra in derselben Weise? — so müssen wir antworten: Er sieht alles dasjenige, was man damals gesehen hat an diesem Indra, alles das, aber er sieht noch etwas anderes an diesem Indra.- Wenn Sie einen Menschen ansehen in seinem vierzigsten Lebensjahre, der Fritz Müller heißt, so können Sie sich sagen: Das ist derselbe Mensch, den ich vor dreißig Jahren als Zehnjährigen gesehen habe, der schon damals so geheißen hat; aber er ist in einer gewissen Weise etwas anderes geworden. Und Sie werden eine schlechte Beschreibung von diesem Fritz Müller geben in seinem vierzigsten Jahre, wenn Sie jemandem sagen, wie er ausgesehen hat in seinem zehnten Jahre. Sie sagen da ganz Richtiges über den Fritz Müller, was Sie in diesem Falle sagen, aber er hat während der dreißig Jahre eine Entwickelung durchgemacht, und Sie müssen das bedenken, wenn Sie über seinen jetzigen Zustand reden. Meinen Sie nun, daß zwar die Menschen auf der Erde in ihren einzelnen Leben und auch von Leben zu Leben sich fortwährend entwickeln, und daß es just den Geisteswesen so gehen sollte, daß sie heute noch auf demselben Standpunkt stehen wie damals, als im alten Indien das schauende Bewußtsein zu ihnen emporgerichtet worden ist? Sollen die Götter bloß diejenigen sein, die durch Tausende von Jahren dasselbe sind? Das sind sie eben nicht. Wir können füglich sagen, daß Indra sich entwickelt hat seit jener Zeit, wo hinaufgesehen haben zu ihm die Hellseher des alten Indiens. Was ist denn nun mit ihm geschehen? Wie stellt sich uns seine Entwickelung dar?

[ 21 ] Wenn wir das schauende Bewußtsein zurückrichten auf die Gestalt des alten Indra, wie stellt sich uns diese Gestalt dar? Da zeigt sich folgendes: Es gibt einen gewissen Zeitpunkt in der Entwickelung, da sieht man etwas Merkwürdiges in bezug auf diesen Indra. Um es recht anschaulich vor uns zu haben, wiederholen wir: wir richten also das schauende Bewußtsein in der Seelenwelt nach dem alten indischen Gotte Indra und verfolgen ihn durch die Jahrtausende herauf. Da finden wir einen Zeitpunkt, wo es so erscheint, als wenn von einem ganz anderen geistigen Wesen Lichtstrahlen hinfielen auf den Indra; und durch dieses Licht, das auf den Indra fällt, wird dieser selbst beleuchtet; er wird dadurch zu einer höheren Stufe seiner Entwickelung emporgehoben. Es ist gerade so, wie wenn Sie in einem bestimmten Lebensalter Ihrer Entwickelung erwas Wichtiges lernen, wodurch Sie ein ganz anderer Mensch werden. So geschah es eines Tages für den Indra: es fiel von einer anderen geistigen Wesenheit das Geisteslicht auf diesen Indra, und seit jener Zeit strahlt dasjenige von dem Indra auf uns, was auch schon im alten Indra da war, aber bereichert noch durch das Geisteslicht einer anderen Wesenheit. Auf den Moment in der geschichtlichen Entwickelung der Menschheit, wo das geschehen ist, was ich jetzt beschrieben habe, auf den können wir genau hinweisen. Der Gott Indra ist da in der Seelenwelt in der Zeit, in der für die Erdenentwickelung noch nicht der Christus wahrnehmbar ist, wo aber doch schon das Licht, das von dem Christus ausgeht, auf den Indra fällt. Das Licht, das geistige Licht, das von dem Christus ausgeht, fällt erst später auf den Indra. Und es kann jemand, der die Fähigkeit dazu hat, hinschauen zu dem Indra und er wird sagen: Dieser Indra offenbart mir jetzt etwas anderes, als er früher geoffenbart hat, denn früher strahlte nicht von ihm das Christus-Licht zurück. — Derjenige, der dazu berufen ist, das der Menschheit zu verkündigen, der sagt: Da gab es den alten Indra, uns interessiert das, was er früher war; jetzt aber interessiert uns auch das, was er uns zurückstrahlt, was von ihm jetzt zu uns herstrahlt. - So wie der Mond das Sonnenlicht zurückwirft, so wirft seit jenem Zeitpunkt der Indra nicht sein eigenes Licht in die geistige Erdenentwickelung herein, sondern strahlt zurück das Christus-Licht. Dieses Licht, das selbst noch nicht auf die Erde fällt, das erst von Indra zurückgestrahlt wird, das also den Christus nicht direkt erkennen läßt, sondern so, wie wir das Sonnenlicht, wenn es vom Mond herstrahlt, erkennen, war dasjenige, was verkündete der Moses seinem Volke; und er nannte das Christus-Licht, das so zurückgestrahlt ist wie das Sonnenlicht von dem Monde, Jahve oder Jehova. Und hier haben Sie das, was ich öfter in den Vorträgen über das Johannes-Evangelium in einer anderen Form betont habe: Der Christus verkündigt sich vor, und Jahve oder Jehova ist der Name für das von einer alten Gottheit zunächst zurückgestrahlte, reflektierte Christus-Licht, der prophetisch vorherverkündete Christus.

[ 21 ] Wenn wir das schauende Bewußtsein zurückrichten auf die Gestalt des alten Indra, wie stellt sich uns diese Gestalt dar? Da zeigt sich folgendes: Es gibt einen gewissen Zeitpunkt in der Entwickelung, da sieht man etwas Merkwürdiges in bezug auf diesen Indra. Um es recht anschaulich vor uns zu haben, wiederholen wir: wir richten also das schauende Bewußtsein in der Seelenwelt nach dem alten indischen Gotte Indra und verfolgen ihn durch die Jahrtausende herauf. Da finden wir einen Zeitpunkt, wo es so erscheint, als wenn von einem ganz anderen geistigen Wesen Lichtstrahlen hinfielen auf den Indra; und durch dieses Licht, das auf den Indra fällt, wird dieser selbst beleuchtet; er wird dadurch zu einer höheren Stufe seiner Entwickelung emporgehoben. Es ist gerade so, wie wenn Sie in einem bestimmten Lebensalter Ihrer Entwickelung erwas Wichtiges lernen, wodurch Sie ein ganz anderer Mensch werden. So geschah es eines Tages für den Indra: es fiel von einer anderen geistigen Wesenheit das Geisteslicht auf diesen Indra, und seit jener Zeit strahlt dasjenige von dem Indra auf uns, was auch schon im alten Indra da war, aber bereichert noch durch das Geisteslicht einer anderen Wesenheit. Auf den Moment in der geschichtlichen Entwickelung der Menschheit, wo das geschehen ist, was ich jetzt beschrieben habe, auf den können wir genau hinweisen. Der Gott Indra ist da in der Seelenwelt in der Zeit, in der für die Erdenentwickelung noch nicht der Christus wahrnehmbar ist, wo aber doch schon das Licht, das von dem Christus ausgeht, auf den Indra fällt. Das Licht, das geistige Licht, das von dem Christus ausgeht, fällt erst später auf den Indra. Und es kann jemand, der die Fähigkeit dazu hat, hinschauen zu dem Indra und er wird sagen: Dieser Indra offenbart mir jetzt etwas anderes, als er früher geoffenbart hat, denn früher strahlte nicht von ihm das Christus-Licht zurück. — Derjenige, der dazu berufen ist, das der Menschheit zu verkündigen, der sagt: Da gab es den alten Indra, uns interessiert das, was er früher war; jetzt aber interessiert uns auch das, was er uns zurückstrahlt, was von ihm jetzt zu uns herstrahlt. - So wie der Mond das Sonnenlicht zurückwirft, so wirft seit jenem Zeitpunkt der Indra nicht sein eigenes Licht in die geistige Erdenentwickelung herein, sondern strahlt zurück das Christus-Licht. Dieses Licht, das selbst noch nicht auf die Erde fällt, das erst von Indra zurückgestrahlt wird, das also den Christus nicht direkt erkennen läßt, sondern so, wie wir das Sonnenlicht, wenn es vom Mond herstrahlt, erkennen, war dasjenige, was verkündete der Moses seinem Volke; und er nannte das Christus-Licht, das so zurückgestrahlt ist wie das Sonnenlicht von dem Monde, Jahve oder Jehova. Und hier haben Sie das, was ich öfter in den Vorträgen über das Johannes-Evangelium in einer anderen Form betont habe: Der Christus verkündigt sich vor, und Jahve oder Jehova ist der Name für das von einer alten Gottheit zunächst zurückgestrahlte, reflektierte Christus-Licht, der prophetisch vorherverkündete Christus.

[ 22 ] So ist es, wie wenn im Laufe der Erdenentwickelung der alte Indra aufgenommen worden wäre von dem Christus-Licht, und nun dieses Christus-Licht von sich auf die Erde zurückstrahlte. Damit, daß er berührt worden ist von diesem Christus-Licht, hat der Gott Indra selber eine Entwickelung durchgemacht. Er ist natürlich nicht zum Jehova geworden. Sie dürfen nicht sagen: Jehova ist Indra. Aber Sie werden es begreiflich finden, daß ebenso wie sich Indra in Blitz und Donner offenbarte, ebenso Jahve oder Jehova sich darinnen offenbarte, weil zurückgestrahlt werden kann nur nach Maßgabe der rückstrahlenden Wesenheit. Daher offenbarte sich Jahve in Blitz und Donner. Hier haben Sie ein Beispiel davon, daß sich sozusagen die geistige Entwickelung in ihrer Welt vollzieht wie die menschliche in der ihrigen, und wie sich nicht derselbe Anblick darbietet, wenn wir nach Jahrtausenden die geistigen Wesenheiten betrachten. Es geht etwas vor in der geistigen Welt, es ist Geschichte darinnen; und dasjenige, was Erdengeschichte ist, ist der äußere Ausdruck der Geschichte in der geistigen Welt. Wahrhaftig, alles was hier auf der Erde geschieht, hat seine Ursachen in Geschehnissen der geistigen Welt; und wir müssen im einzelnen verstehen und begreifen lernen, was für Ereignisse hinter unseren Erdenereignissen als ihre Grundlagen stehen.

[ 22 ] So ist es, wie wenn im Laufe der Erdenentwickelung der alte Indra aufgenommen worden wäre von dem Christus-Licht, und nun dieses Christus-Licht von sich auf die Erde zurückstrahlte. Damit, daß er berührt worden ist von diesem Christus-Licht, hat der Gott Indra selber eine Entwickelung durchgemacht. Er ist natürlich nicht zum Jehova geworden. Sie dürfen nicht sagen: Jehova ist Indra. Aber Sie werden es begreiflich finden, daß ebenso wie sich Indra in Blitz und Donner offenbarte, ebenso Jahve oder Jehova sich darinnen offenbarte, weil zurückgestrahlt werden kann nur nach Maßgabe der rückstrahlenden Wesenheit. Daher offenbarte sich Jahve in Blitz und Donner. Hier haben Sie ein Beispiel davon, daß sich sozusagen die geistige Entwickelung in ihrer Welt vollzieht wie die menschliche in der ihrigen, und wie sich nicht derselbe Anblick darbietet, wenn wir nach Jahrtausenden die geistigen Wesenheiten betrachten. Es geht etwas vor in der geistigen Welt, es ist Geschichte darinnen; und dasjenige, was Erdengeschichte ist, ist der äußere Ausdruck der Geschichte in der geistigen Welt. Wahrhaftig, alles was hier auf der Erde geschieht, hat seine Ursachen in Geschehnissen der geistigen Welt; und wir müssen im einzelnen verstehen und begreifen lernen, was für Ereignisse hinter unseren Erdenereignissen als ihre Grundlagen stehen.

[ 23 ] Damit habe ich Ihnen an einem Beispiele gezeigt, was es heißt, von dem heutigen Gesichtspunkte aus jene alten Welten zu beleuchten. Dazu ist notwendig, daß wir den Begriff der Geschichte ganz im Ernste aufnehmen und uns fragen: Wenn wir dieselbe Wesenheit, die vor Jahrtausenden da war, heute aufsuchen, wie stellt sie sich uns heute verändert dar, und was hat diese Veränderung herbeigeführt? An einem besonderen Beispiele wollte ich Ihnen die Geschichte des geistigen Lebens erläutern. Wenn Sie festhalten daran, daß es Weisheiten gibt, die wir heute finden und die wir wieder finden wenn wir zurückblicken, nur mit anderen Namen und Formen und anderem Ausdruck, und zu gleicher Zeit festhalten, daß eine geschichtliche Entwickelung, ein Fortschritt ist im geistigen Leben, das dem physischen zugrunde liegt, dann haben Sie auch die zwei rechten Prinzipien, die aller Geisteswissenschaft, die in die Menschenzukunft hineinwirken will, die fortschreiten will, zugrunde liegen müssen.

[ 23 ] Damit habe ich Ihnen an einem Beispiele gezeigt, was es heißt, von dem heutigen Gesichtspunkte aus jene alten Welten zu beleuchten. Dazu ist notwendig, daß wir den Begriff der Geschichte ganz im Ernste aufnehmen und uns fragen: Wenn wir dieselbe Wesenheit, die vor Jahrtausenden da war, heute aufsuchen, wie stellt sie sich uns heute verändert dar, und was hat diese Veränderung herbeigeführt? An einem besonderen Beispiele wollte ich Ihnen die Geschichte des geistigen Lebens erläutern. Wenn Sie festhalten daran, daß es Weisheiten gibt, die wir heute finden und die wir wieder finden wenn wir zurückblicken, nur mit anderen Namen und Formen und anderem Ausdruck, und zu gleicher Zeit festhalten, daß eine geschichtliche Entwickelung, ein Fortschritt ist im geistigen Leben, das dem physischen zugrunde liegt, dann haben Sie auch die zwei rechten Prinzipien, die aller Geisteswissenschaft, die in die Menschenzukunft hineinwirken will, die fortschreiten will, zugrunde liegen müssen.

[ 24 ] Von der Offenbarung des einen göttlichen Lebens in seinen verschiedenen Formen, von der Erkenntnis des Fortschreitens des göttlichen Lebens zu immer höheren und höheren Gestaltungen, zum Heranreifen der eigentlichen Früchte des Weltendaseins, davon soll morgen gesprochen werden.

[ 24 ] Von der Offenbarung des einen göttlichen Lebens in seinen verschiedenen Formen, von der Erkenntnis des Fortschreitens des göttlichen Lebens zu immer höheren und höheren Gestaltungen, zum Heranreifen der eigentlichen Früchte des Weltendaseins, davon soll morgen gesprochen werden.