The East in the Light of the West
The Children of Lucifer and the Brothers of Christ
GA 113
30 August 1909, Munich
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Der Orient im Lichte des Okzidents, 5th ed.
Achter Vortrag
Achter Vortrag
[ 1 ] Wir haben bisher bei der Besprechung derjenigen Wesenheiten, die wir zu dem Reich des Christus oder zu dem Reich des Luzifer zählen, vorzugsweise Rücksicht darauf genommen, wie der Mensch im Verlauf seiner Entwickelung durch seine eigene Seele an diese Wesenheiten herandringt, wie er sie erlebt. Wir haben also zum Beispiel hervorgehoben, wie der Weg des Menschen zu jenen kosmischen Wesenheiten, in deren Mitte der Christus in der vorchristlichen Zeit war, von dem Menschen aus erkennend nach außen ging, wie aber der Weg in Luzifers Reich nach der anderen Seite in die Seele hineinging, um den Schleier, der die eigene Seele verhüllt, selbst zu durchdringen. Und wir haben hervorgehoben, wie sich das durch die Erscheinung des Christus auf der Erde so geändert hat, daß die beiden Reiche übereinander getreten sind und die Menschheit einer Zeit zueilt, in der der Christus im Innern, Luzifer außen zu suchen sein wird. Wir müssen heute, um mit mancherlei von demjenigen, was ja die meisten von Ihnen schon gehört haben über die luziferischen Wesenheiten, einen Einklang zu schaffen, noch einmal mit ein paar Worten auf das Wesen des luziferischen Prinzips zurückkommen. Die Dinge der Welt sind ja kompliziert, und man kann alles von den verschiedensten Gesichtspunkten aus betrachten. Dadurch wird es manchmal scheinen, weil man eine Sache einmal von der einen, das andere Mal von der anderen Seite beleuchten muß, daß die Dinge nicht ganz im Einklang stehen. Sie stehen aber doch miteinander im Einklang. Wie derjenige ein Blatt richtig beschreibt, der es einmal von der vorderen und einmal von der hinteren Seite beschreibt, und es ist doch ganz dasselbe Blatt, so beschreibt derjenige das luziferische Prinzip richtig, der, wie wir es in den verflossenen Stunden getan haben, es beschreibt, indem er die Wege verfolgt, welche die Seele einzuschlagen hat zu diesem luziferischen Prinzip. Aber man kann natürlich.auch sozusagen mehr von einem außerirdischen Standpunkt aus die Entwickelung unserer Erde und der Welt überhaupt betrachten und dann die Stellung der luziferischen Wesenheiten im Weltfortgang von einem anderen Gesichtspunkt aus charakterisieren. Das wollen wir mit ein paar Worten tun.
[ 1 ] Wir haben bisher bei der Besprechung derjenigen Wesenheiten, die wir zu dem Reich des Christus oder zu dem Reich des Luzifer zählen, vorzugsweise Rücksicht darauf genommen, wie der Mensch im Verlauf seiner Entwickelung durch seine eigene Seele an diese Wesenheiten herandringt, wie er sie erlebt. Wir haben also zum Beispiel hervorgehoben, wie der Weg des Menschen zu jenen kosmischen Wesenheiten, in deren Mitte der Christus in der vorchristlichen Zeit war, von dem Menschen aus erkennend nach außen ging, wie aber der Weg in Luzifers Reich nach der anderen Seite in die Seele hineinging, um den Schleier, der die eigene Seele verhüllt, selbst zu durchdringen. Und wir haben hervorgehoben, wie sich das durch die Erscheinung des Christus auf der Erde so geändert hat, daß die beiden Reiche übereinander getreten sind und die Menschheit einer Zeit zueilt, in der der Christus im Innern, Luzifer außen zu suchen sein wird. Wir müssen heute, um mit mancherlei von demjenigen, was ja die meisten von Ihnen schon gehört haben über die luziferischen Wesenheiten, einen Einklang zu schaffen, noch einmal mit ein paar Worten auf das Wesen des luziferischen Prinzips zurückkommen. Die Dinge der Welt sind ja kompliziert, und man kann alles von den verschiedensten Gesichtspunkten aus betrachten. Dadurch wird es manchmal scheinen, weil man eine Sache einmal von der einen, das andere Mal von der anderen Seite beleuchten muß, daß die Dinge nicht ganz im Einklang stehen. Sie stehen aber doch miteinander im Einklang. Wie derjenige ein Blatt richtig beschreibt, der es einmal von der vorderen und einmal von der hinteren Seite beschreibt, und es ist doch ganz dasselbe Blatt, so beschreibt derjenige das luziferische Prinzip richtig, der, wie wir es in den verflossenen Stunden getan haben, es beschreibt, indem er die Wege verfolgt, welche die Seele einzuschlagen hat zu diesem luziferischen Prinzip. Aber man kann natürlich.auch sozusagen mehr von einem außerirdischen Standpunkt aus die Entwickelung unserer Erde und der Welt überhaupt betrachten und dann die Stellung der luziferischen Wesenheiten im Weltfortgang von einem anderen Gesichtspunkt aus charakterisieren. Das wollen wir mit ein paar Worten tun.
[ 2 ] Wenn Sie sich noch einmal erinnern, daß unsere Erde mit Sonne und Mond einstmals eine Wesenheit war, daß die Sonne sich aus der Erde herausgetrennt hat, um eine Wohnstätte zu sein für höher entwickelte Wesenheiten, die dann von außen auf unsere Erde hereinwirken sollten, und daß noch höhere Wesenheiten nach der Sonnentrennung mit der Erde vereinigt geblieben sind, um den Mond herauszuführen, und wenn Sie daran denken, daß diese Wesenheiten, die den Mond herausgetrennt haben, dieselben waren, welche von innen heraus ein neues Leben, ein seelisches Leben in dem Menschen nun angeregt und ihn bewahrt haben vor der Mumifizierung, dann werden Sie bald einen Einklang finden können zwischen dem, was Sie da und dort in den Vorträgen und dem, was Sie in den verflossenen Stunden gehört haben. Sie werden sich dann sagen: Von denjenigen Wesenheiten, welche sich mit der Sonne von der Erde getrennt haben, ist es natürlich, daß der Mensch sie auch bei seiner weiteren Entwickelung zunächst finden mußte, indem er den Blick dahin richtete, wo diese Wesenheiten mit der Sonne hingegangen sind. Die Sonnenwesen in ihrer Tätigkeit und in ihrem Reich mit all ihren Unterwesenheiten wird also der Mensch zu suchen gehabt haben auf dem Wege von sich aus hinaus in die Welt hinter dem Teppich der Sinnenwelt. Diejenigen Wesenheiten aber, welche in einer gewissen Beziehung höhere Wohltäter der Menschheit noch waren, die durch die Mondentrennung sein inneres Seelenleben angeregt haben, die wird er zu suchen gehabt haben, indem er zunächst in sein eigenes Inneres hineinstieg, indem er sich vertiefte in eine unterirdische Seelenregion, um dasjenige zu finden, was sich vor dem äußeren Blick verborgen hat, die unterirdischen Götter, die diejenigen sind, welche den Mond von der Erde getrennt und das Seelenleben angeregt haben. Innerhalb des Seelenlebens waren die Wege zu suchen zu denjenigen Göttern, die mit diesem wohltätigen Vorgang der Mondentrennung verknüpft waren. Wenn wir zunächst bloß auf diese zwei Reiche sehen, sozusagen auf die Reiche der Sonnengötter und Mondengötter, so haben wir einen Unterschied, den wir bezeichnen können als: draußen in den Himmeln befindliche Götter und unterhalb der Seele befindliche Götter; und wir bezeichnen den Weg hinaus als den Sonnenweg und den Weg hinein in die Seele — zunächst um einen Namen zu haben - als den luziferischen Weg. Und Luzifers Wesenheiten sind uns dann diejenigen, welche nicht mitgemacht haben die Sonnentrennung von der Erde dazumal, als die Sonne sich von der Erde trennte. Und gewisse andere Wesenheiten, die höchste Wohltäter der Menschheit sind, aber zunächst verborgen bleiben mußten und diese Sonnentrennung nicht mitgemacht haben, gehörten zu keinem dieser Reiche so recht hinzu. Das waren jene Wesenheiten, welche während der alten Mondenentwickelung zurückgeblieben waren und nicht diejenige Stufe erreicht hatten, die sie als geistige Wesenheiten, die damals viel höher standen als die Menschen auf dem Monde, hätten erreichen können. Was haben diese Wesenheiten damals versäumt? Sie haben die Möglichkeit versäumt, während der folgenden Erdenentwickelung die Sonnentrennung mitzumachen. Sie wären in gewisser Weise berufen gewesen, wie die Sonnengeister von der Erde hinauszugehen und von der Sonne herunterzuwirken. Das haben sie versäumt. Das kam für diese Wesenheiten so, daß sie wohl in einer gewissen Weise den Versuch machten, mit der Sonne sich zu trennen von der Erde, aber dann die Entwickelungsbedingungen der Sonne nicht aushalten konnten und auf die Erde wieder zurückfielen. Diese Wesenheiten waren also solche, welche nicht. von Anfang an zurückgeblieben waren mit der Erde zusammen, als die Sonne sich getrennt hat, welche dann aber nicht mitkommen konnten mit der Sonnenentwickelung und zurückgefallen waren; sie waren nun mit der Erdenentwickelung weiterhin verbunden. Was taten nun diese Wesenheiten weiter im Laufe der Erdenentwickelung? Sie, die also in einer ganz besonderen Lage waren, versuchten nun, mit Hilfe der Menschheitsentwickelung auf der Erde ihre eigene Entwickelung fortzusetzen. Sie konnten an das menschliche Ich nicht heran; dazu hatten sie sich nicht aufgeschwungen während der alten Mondenentwickelung. An das menschliche Ich konnten diejenigen Wesenheiten heran, die aus der Erde herausgezogen waren mit der Sonne. Und es konnten auch diejenigen Wesenheiten heran, welche den Mond abgetrennt hatten, von innen her. Die Wesenheiten, die von der Sonne zurückgefallen waren, die waren es, welche an die menschliche Seele herantraten, als diese noch nicht reif war, die Offenbarung jener höheren Wohltäter zu empfangen, welche den Mond herausgetrennt hatten. Zu früh traten diese Wesenheiten an die menschliche Seele heran. Hätte sozusagen der Mensch völlig abgewartet die wohltätige Wirkung derjenigen geistigen Wesenheiten, die vom Monde, das heißt in das Innere seiner Seele hereinwirkten, so würde später eingetreten sein, was so früher eingetreten ist. Diese Mondengötter hätten die Seele des Menschen langsam herangereift, bis eine entsprechende Ich-Entwickelung möglich geworden wäre. So aber traten die anderen Wesenheiten an den Menschen heran und ergossen ihre Wirkungen, statt in das Ich, in den menschlichen Astralleib, von innen hinein, gerade so wie es die Mondengötter machen, so daß diese Wesenheiten denselben Weg suchten durch das Innere der Seele, auf dem die eigentlichen Mondengötter später auch wirkten; das heißt, diese Wesenheiten gesellten sich hinein in das luziferische Reich. Und sie sind es, die in der biblischen Urkunde durch die Schlange symbolisiert werden. Es sind diejenigen Wesen, welche an den menschlichen Astralleib zu früh herangetreten sind, und die ganz so wirkten wie alle anderen Wesenheiten, die von innen wirken. Und wenn wir die von innen wirkenden Wesenheiten als luziferische Wesenheiten bezeichnen, müssen wir auch diese so zurückgebliebenen Wesenheiten so bezeichnen. Sie sind aber diejenigen, die an den Menschen herangetreten sind, als er noch unreif für solche Einflüsse war, diejenigen, die seine Verführer wurden auf der einen Seite, allerdings ihm aber auch die Freiheit verschafften, die Möglichkeit, im astralischen Leibe unabhängig zu werden von jenen göttlichen Wesenheiten, die seine Ichheit in ihren Schutz genommen hätten, die von vornherein in ihn hineingegossen hätten, was von göttlichen Sphären in die Ichheit hineingegossen werden kann. So aber machten sich diese luziferischen Wesenheiten heran an den astralischen Leib des Menschen, durchsetzten diesen mit alledem, was ihn für alles Höhere, Spirituelle enthusiasmieren kann, wirkten also auf seine Seele und wurden als höherstehende Wesenheiten in gewisser Weise des Menschen Verführer. Und wir müssen diese Art der luziferischen Wesenheiten als des Menschen Verführer ansprechen, müssen also sagen: Dasjenige, was im Laufe der Erdenentwickelung an den Menschen herangetreten ist und ihm auf der einen Seite die Freiheit gebracht hat, auf der anderen Seite die Möglichkeit des Bösen, das kam von innen heraus, das kam aus Luzifers Reich. Denn diese Wesenheiten konnten sich nicht von außen ankündigen, sie mußten sich ins Innere der Seele hereinschleichen; von außen kann an den Menschen herankommen, was an sein Ich herankommt, nicht bloß an seinen astralischen Leib. So sehen Sie, daß es im weiten Reiche der Lichtträger, der luziferischen Wesenheiten, Untergattungen gibt, von denen wir sehr wohl verstehen können, daß sie die Verführer des Menschen werden konnten. Wir können aber auch sehr wohl verstehen, daß gerade wegen dieser Wesenheiten strenge Maßregeln ergriffen wurden da, wo die Menschen eingeführt werden konnten in die Reiche jenseits des Schleiers der Seelenwelt; denn diejenigen Menschen, die diesen Weg geführt wurden in das Innere der Seele, trafen dort nicht nur die guten luziferischen Wesenheiten, die von innen heraus den Menschen erleuchtet haben, sondern sie trafen zunächst diese luziferischen Wesenheiten, die dann al; seine Verführer wirkten, die namentlich den Hochmut, den Ehrgeiz, die Eitelkeit in der Seele aufstachelten.
[ 2 ] Wenn Sie sich noch einmal erinnern, daß unsere Erde mit Sonne und Mond einstmals eine Wesenheit war, daß die Sonne sich aus der Erde herausgetrennt hat, um eine Wohnstätte zu sein für höher entwickelte Wesenheiten, die dann von außen auf unsere Erde hereinwirken sollten, und daß noch höhere Wesenheiten nach der Sonnentrennung mit der Erde vereinigt geblieben sind, um den Mond herauszuführen, und wenn Sie daran denken, daß diese Wesenheiten, die den Mond herausgetrennt haben, dieselben waren, welche von innen heraus ein neues Leben, ein seelisches Leben in dem Menschen nun angeregt und ihn bewahrt haben vor der Mumifizierung, dann werden Sie bald einen Einklang finden können zwischen dem, was Sie da und dort in den Vorträgen und dem, was Sie in den verflossenen Stunden gehört haben. Sie werden sich dann sagen: Von denjenigen Wesenheiten, welche sich mit der Sonne von der Erde getrennt haben, ist es natürlich, daß der Mensch sie auch bei seiner weiteren Entwickelung zunächst finden mußte, indem er den Blick dahin richtete, wo diese Wesenheiten mit der Sonne hingegangen sind. Die Sonnenwesen in ihrer Tätigkeit und in ihrem Reich mit all ihren Unterwesenheiten wird also der Mensch zu suchen gehabt haben auf dem Wege von sich aus hinaus in die Welt hinter dem Teppich der Sinnenwelt. Diejenigen Wesenheiten aber, welche in einer gewissen Beziehung höhere Wohltäter der Menschheit noch waren, die durch die Mondentrennung sein inneres Seelenleben angeregt haben, die wird er zu suchen gehabt haben, indem er zunächst in sein eigenes Inneres hineinstieg, indem er sich vertiefte in eine unterirdische Seelenregion, um dasjenige zu finden, was sich vor dem äußeren Blick verborgen hat, die unterirdischen Götter, die diejenigen sind, welche den Mond von der Erde getrennt und das Seelenleben angeregt haben. Innerhalb des Seelenlebens waren die Wege zu suchen zu denjenigen Göttern, die mit diesem wohltätigen Vorgang der Mondentrennung verknüpft waren. Wenn wir zunächst bloß auf diese zwei Reiche sehen, sozusagen auf die Reiche der Sonnengötter und Mondengötter, so haben wir einen Unterschied, den wir bezeichnen können als: draußen in den Himmeln befindliche Götter und unterhalb der Seele befindliche Götter; und wir bezeichnen den Weg hinaus als den Sonnenweg und den Weg hinein in die Seele — zunächst um einen Namen zu haben - als den luziferischen Weg. Und Luzifers Wesenheiten sind uns dann diejenigen, welche nicht mitgemacht haben die Sonnentrennung von der Erde dazumal, als die Sonne sich von der Erde trennte. Und gewisse andere Wesenheiten, die höchste Wohltäter der Menschheit sind, aber zunächst verborgen bleiben mußten und diese Sonnentrennung nicht mitgemacht haben, gehörten zu keinem dieser Reiche so recht hinzu. Das waren jene Wesenheiten, welche während der alten Mondenentwickelung zurückgeblieben waren und nicht diejenige Stufe erreicht hatten, die sie als geistige Wesenheiten, die damals viel höher standen als die Menschen auf dem Monde, hätten erreichen können. Was haben diese Wesenheiten damals versäumt? Sie haben die Möglichkeit versäumt, während der folgenden Erdenentwickelung die Sonnentrennung mitzumachen. Sie wären in gewisser Weise berufen gewesen, wie die Sonnengeister von der Erde hinauszugehen und von der Sonne herunterzuwirken. Das haben sie versäumt. Das kam für diese Wesenheiten so, daß sie wohl in einer gewissen Weise den Versuch machten, mit der Sonne sich zu trennen von der Erde, aber dann die Entwickelungsbedingungen der Sonne nicht aushalten konnten und auf die Erde wieder zurückfielen. Diese Wesenheiten waren also solche, welche nicht. von Anfang an zurückgeblieben waren mit der Erde zusammen, als die Sonne sich getrennt hat, welche dann aber nicht mitkommen konnten mit der Sonnenentwickelung und zurückgefallen waren; sie waren nun mit der Erdenentwickelung weiterhin verbunden. Was taten nun diese Wesenheiten weiter im Laufe der Erdenentwickelung? Sie, die also in einer ganz besonderen Lage waren, versuchten nun, mit Hilfe der Menschheitsentwickelung auf der Erde ihre eigene Entwickelung fortzusetzen. Sie konnten an das menschliche Ich nicht heran; dazu hatten sie sich nicht aufgeschwungen während der alten Mondenentwickelung. An das menschliche Ich konnten diejenigen Wesenheiten heran, die aus der Erde herausgezogen waren mit der Sonne. Und es konnten auch diejenigen Wesenheiten heran, welche den Mond abgetrennt hatten, von innen her. Die Wesenheiten, die von der Sonne zurückgefallen waren, die waren es, welche an die menschliche Seele herantraten, als diese noch nicht reif war, die Offenbarung jener höheren Wohltäter zu empfangen, welche den Mond herausgetrennt hatten. Zu früh traten diese Wesenheiten an die menschliche Seele heran. Hätte sozusagen der Mensch völlig abgewartet die wohltätige Wirkung derjenigen geistigen Wesenheiten, die vom Monde, das heißt in das Innere seiner Seele hereinwirkten, so würde später eingetreten sein, was so früher eingetreten ist. Diese Mondengötter hätten die Seele des Menschen langsam herangereift, bis eine entsprechende Ich-Entwickelung möglich geworden wäre. So aber traten die anderen Wesenheiten an den Menschen heran und ergossen ihre Wirkungen, statt in das Ich, in den menschlichen Astralleib, von innen hinein, gerade so wie es die Mondengötter machen, so daß diese Wesenheiten denselben Weg suchten durch das Innere der Seele, auf dem die eigentlichen Mondengötter später auch wirkten; das heißt, diese Wesenheiten gesellten sich hinein in das luziferische Reich. Und sie sind es, die in der biblischen Urkunde durch die Schlange symbolisiert werden. Es sind diejenigen Wesen, welche an den menschlichen Astralleib zu früh herangetreten sind, und die ganz so wirkten wie alle anderen Wesenheiten, die von innen wirken. Und wenn wir die von innen wirkenden Wesenheiten als luziferische Wesenheiten bezeichnen, müssen wir auch diese so zurückgebliebenen Wesenheiten so bezeichnen. Sie sind aber diejenigen, die an den Menschen herangetreten sind, als er noch unreif für solche Einflüsse war, diejenigen, die seine Verführer wurden auf der einen Seite, allerdings ihm aber auch die Freiheit verschafften, die Möglichkeit, im astralischen Leibe unabhängig zu werden von jenen göttlichen Wesenheiten, die seine Ichheit in ihren Schutz genommen hätten, die von vornherein in ihn hineingegossen hätten, was von göttlichen Sphären in die Ichheit hineingegossen werden kann. So aber machten sich diese luziferischen Wesenheiten heran an den astralischen Leib des Menschen, durchsetzten diesen mit alledem, was ihn für alles Höhere, Spirituelle enthusiasmieren kann, wirkten also auf seine Seele und wurden als höherstehende Wesenheiten in gewisser Weise des Menschen Verführer. Und wir müssen diese Art der luziferischen Wesenheiten als des Menschen Verführer ansprechen, müssen also sagen: Dasjenige, was im Laufe der Erdenentwickelung an den Menschen herangetreten ist und ihm auf der einen Seite die Freiheit gebracht hat, auf der anderen Seite die Möglichkeit des Bösen, das kam von innen heraus, das kam aus Luzifers Reich. Denn diese Wesenheiten konnten sich nicht von außen ankündigen, sie mußten sich ins Innere der Seele hereinschleichen; von außen kann an den Menschen herankommen, was an sein Ich herankommt, nicht bloß an seinen astralischen Leib. So sehen Sie, daß es im weiten Reiche der Lichtträger, der luziferischen Wesenheiten, Untergattungen gibt, von denen wir sehr wohl verstehen können, daß sie die Verführer des Menschen werden konnten. Wir können aber auch sehr wohl verstehen, daß gerade wegen dieser Wesenheiten strenge Maßregeln ergriffen wurden da, wo die Menschen eingeführt werden konnten in die Reiche jenseits des Schleiers der Seelenwelt; denn diejenigen Menschen, die diesen Weg geführt wurden in das Innere der Seele, trafen dort nicht nur die guten luziferischen Wesenheiten, die von innen heraus den Menschen erleuchtet haben, sondern sie trafen zunächst diese luziferischen Wesenheiten, die dann al; seine Verführer wirkten, die namentlich den Hochmut, den Ehrgeiz, die Eitelkeit in der Seele aufstachelten.
[ 3 ] Ja, wir müssen uns durchaus bekannt machen damit, daß wir niemals versuchen sollen, die Welten, die hinter der sinnlichen Welt und hinter der Seelenwelt liegen, umspannen zu können mit den durch unsere heutige Kultur zubereiteten Verstandesbegriffen.
[ 3 ] Ja, wir müssen uns durchaus bekannt machen damit, daß wir niemals versuchen sollen, die Welten, die hinter der sinnlichen Welt und hinter der Seelenwelt liegen, umspannen zu können mit den durch unsere heutige Kultur zubereiteten Verstandesbegriffen.
[ 4 ] Wenn wir von luziferischen Wesenheiten sprechen, so müßten wir den ganzen Umfang des Reiches dieser Wesenheiten kennenlernen, alle ihre Gattungen, Sorten und Arten. Dann würden wir sehen, daß nicht überall da, wo von der Gefährlichkeit einer gewissen Art von luziferischen Wesenheiten gesprochen wird, ein Bewußtsein vorhanden ist von dem ganzen Umfang des entsprechenden Reiches; daß man recht haben kann, wenn man von gewissen Gattungen des luziferischen Reiches so spricht, wie diese oder jene Urkunde spricht; daß man aber zugleich in Betracht ziehen muß, daß die Realität weiter ist, unendlich viel weiter, als die Menschen gewöhnlich wissen können. In einer Zeit, in welcher der Blick nach außen und der Blick nach innen für die Angehörigen einer gewissen Kulturepoche noch sehr scharf war, empfand der Mensch dann, wenn er den Weg nach außen ging zu dem: Das bist du, und nach innen zu dem: Ich bin das All, daß der Weg nach außen und der Weg nach innen zu demselben, zu dem einheitlichen Ich führten. In dieser ersten Kulturepoche der nachatlantischen Zeit hat man allerdings über dasjenige vielfach anders denken, anders fühlen können, was den geistigen Reichen zugrunde lag, als später. Daher ist es ungeheuer schwierig für das gewöhnliche Bewußtsein, in jene wunderbare erste nachatlantische Kulturepoche sich hineinzuversetzen und sich zu identifizieren mit einer Seele, die dazumal lebte.
[ 4 ] Wenn wir von luziferischen Wesenheiten sprechen, so müßten wir den ganzen Umfang des Reiches dieser Wesenheiten kennenlernen, alle ihre Gattungen, Sorten und Arten. Dann würden wir sehen, daß nicht überall da, wo von der Gefährlichkeit einer gewissen Art von luziferischen Wesenheiten gesprochen wird, ein Bewußtsein vorhanden ist von dem ganzen Umfang des entsprechenden Reiches; daß man recht haben kann, wenn man von gewissen Gattungen des luziferischen Reiches so spricht, wie diese oder jene Urkunde spricht; daß man aber zugleich in Betracht ziehen muß, daß die Realität weiter ist, unendlich viel weiter, als die Menschen gewöhnlich wissen können. In einer Zeit, in welcher der Blick nach außen und der Blick nach innen für die Angehörigen einer gewissen Kulturepoche noch sehr scharf war, empfand der Mensch dann, wenn er den Weg nach außen ging zu dem: Das bist du, und nach innen zu dem: Ich bin das All, daß der Weg nach außen und der Weg nach innen zu demselben, zu dem einheitlichen Ich führten. In dieser ersten Kulturepoche der nachatlantischen Zeit hat man allerdings über dasjenige vielfach anders denken, anders fühlen können, was den geistigen Reichen zugrunde lag, als später. Daher ist es ungeheuer schwierig für das gewöhnliche Bewußtsein, in jene wunderbare erste nachatlantische Kulturepoche sich hineinzuversetzen und sich zu identifizieren mit einer Seele, die dazumal lebte.
[ 5 ] Wir haben gestern gesehen, wie das Gefühl dazumal ganz anders geartet war, wie die Menschen die Seele des Lichtes wie durch ihre Haut von allen Seiten einströmen gefühlt haben, und damit haben Erfahrung sammeln können aus der Umgebung, die heute dem Menschen verschlossen ist. Aber mit alledem ist noch etwas anderes verknüpft gewesen.
[ 5 ] Wir haben gestern gesehen, wie das Gefühl dazumal ganz anders geartet war, wie die Menschen die Seele des Lichtes wie durch ihre Haut von allen Seiten einströmen gefühlt haben, und damit haben Erfahrung sammeln können aus der Umgebung, die heute dem Menschen verschlossen ist. Aber mit alledem ist noch etwas anderes verknüpft gewesen.
[ 6 ] Es ist aus meiner «Geheimwissenschaft» bekannt, daß in dem Gang der Menschheitsentwickelung in der nachatlantischen Zeit die folgenden Epochen unterschieden werden können: die altindische Kultur, die urpersische Kultur, die chaldäisch-ägyptische Kultur, die griechischlateinische Kultur, in welche das Christus-Ereignis hineinfiel; dann unsere Kultur. Auf sie wird eine weitere und auf diese wird dann die letzte folgen, und dann wird die Erde wiederum von einer solchen Umwandlung getroffen werden, wie sie getroffen wurde zur Zeit der atlantischen Katastrophe. So haben wir also sieben Kulturepochen. In diesen sieben Kulturepochen haben wir eine mittlere Kulturepoche, die steht für sich, die griechisch-lateinische mit dem Christus-Ereignis. Die anderen Kulturepochen stehen aber in einem gewissen Verhältnisse zueinander. Die chaldäisch-ägyptische Kulturepoche wiederholt sich in gewissen Erscheinungen der fünften Epoche, das heißt in unserer eigenen, so daß in unserer Zeit gewisse Erscheinungen, gewisse Tatsachen, gewisse Anschauungen wiederum aufleben müssen, die in der alten chaldäisch-ägyptischen Kultur gelebt haben. Nur leben sie auf in einer anderen Form, nämlich so, daß sie durchtränkt sind von demjenigen, was geschehen ist durch den Christus-Impuls. Nicht etwa eine einfache Wiederholung der chaldäisch-ägyptischen Kultur haben wir, sondern wir haben in unserer Zeit eine solche Wiederholung dieser Kulturepoche, daß alles getaucht ist in das, was der Christus auf die Erde gebracht hat. Das ist eine Wiederholung und doch wieder nicht eine solche. Diejenigen Menschen, welche sich tiefer eingefühlt haben in den Gang der Menschheitsentwickelung und teilgenommen haben an diesem mit ihrer Seele, die haben immer so etwas gefühlt. Bei solchen Menschen ist, wenn sie auch noch nicht zu einem okkulten Wissen vorgerückt waren, doch etwas aufgetaucht wie eine Erinnerung an alte ägyptische Erlebnisse. Dasjenige, was die ägyptischen Weisen in ihrer wunderbaren Erkenntnis der Himmelsvorgänge auf ihre Art in ihrer Hermes-Wissenschaft durchdrungen haben, das lebt in unserer fünften Kulturepoche, in unserer eigenen Zeit in einer materialistischeren Form wieder auf. So gefühlt haben das Aufleben dieser Erscheinungen besonders diejenigen, die an ihm beteiligt waren. Nur ein Beispiel sei angeführt.
[ 6 ] Es ist aus meiner «Geheimwissenschaft» bekannt, daß in dem Gang der Menschheitsentwickelung in der nachatlantischen Zeit die folgenden Epochen unterschieden werden können: die altindische Kultur, die urpersische Kultur, die chaldäisch-ägyptische Kultur, die griechischlateinische Kultur, in welche das Christus-Ereignis hineinfiel; dann unsere Kultur. Auf sie wird eine weitere und auf diese wird dann die letzte folgen, und dann wird die Erde wiederum von einer solchen Umwandlung getroffen werden, wie sie getroffen wurde zur Zeit der atlantischen Katastrophe. So haben wir also sieben Kulturepochen. In diesen sieben Kulturepochen haben wir eine mittlere Kulturepoche, die steht für sich, die griechisch-lateinische mit dem Christus-Ereignis. Die anderen Kulturepochen stehen aber in einem gewissen Verhältnisse zueinander. Die chaldäisch-ägyptische Kulturepoche wiederholt sich in gewissen Erscheinungen der fünften Epoche, das heißt in unserer eigenen, so daß in unserer Zeit gewisse Erscheinungen, gewisse Tatsachen, gewisse Anschauungen wiederum aufleben müssen, die in der alten chaldäisch-ägyptischen Kultur gelebt haben. Nur leben sie auf in einer anderen Form, nämlich so, daß sie durchtränkt sind von demjenigen, was geschehen ist durch den Christus-Impuls. Nicht etwa eine einfache Wiederholung der chaldäisch-ägyptischen Kultur haben wir, sondern wir haben in unserer Zeit eine solche Wiederholung dieser Kulturepoche, daß alles getaucht ist in das, was der Christus auf die Erde gebracht hat. Das ist eine Wiederholung und doch wieder nicht eine solche. Diejenigen Menschen, welche sich tiefer eingefühlt haben in den Gang der Menschheitsentwickelung und teilgenommen haben an diesem mit ihrer Seele, die haben immer so etwas gefühlt. Bei solchen Menschen ist, wenn sie auch noch nicht zu einem okkulten Wissen vorgerückt waren, doch etwas aufgetaucht wie eine Erinnerung an alte ägyptische Erlebnisse. Dasjenige, was die ägyptischen Weisen in ihrer wunderbaren Erkenntnis der Himmelsvorgänge auf ihre Art in ihrer Hermes-Wissenschaft durchdrungen haben, das lebt in unserer fünften Kulturepoche, in unserer eigenen Zeit in einer materialistischeren Form wieder auf. So gefühlt haben das Aufleben dieser Erscheinungen besonders diejenigen, die an ihm beteiligt waren. Nur ein Beispiel sei angeführt.
[ 7 ] Als diejenige Individualität im fünften Zeitraum wieder erschien, die einstmals in den Geheimstätten Ägyptens den Seelenblick hinaufgerichtet hatte zu den Sternen und ihre Geheimnisse im Weltenraume in der damaligen Art zu ergründen suchte unter der Herrschaft der ägyptischen Weisen, und dann Kepler wurde, da trat dasjenige, was in der ägyptischen Seele in anderer Form da war, wiederum in einer neuen, in den großen Keplerschen Gesetzen auf, die heute ein so wichtiger Bestandteil unserer Astrophysik sind. So kam es auch, daß in der Seele dieser Individualität auftauchte etwas, was aus ihr dann herauspreßte die Worte — Sie können sie in den Keplerschen Schriften lesen -: Ich bin hingegangen und habe die heiligen Gefäße aus den heiligen Stätten Ägyptens geholt und sie hereingestellt in die Gegenwart, damit die Leute jetzt etwas verstehen können, was noch in ferne Zukünfte hinein wirken kann. — Das ist ein Beispiel; wir könnten viele von solchen Beispielen anführen, an denen es Ihnen klar werden könnte, wie in einer neuen Form wieder auflebt, was da war in der chaldäischägyptischen Kulturepoche.
[ 7 ] Als diejenige Individualität im fünften Zeitraum wieder erschien, die einstmals in den Geheimstätten Ägyptens den Seelenblick hinaufgerichtet hatte zu den Sternen und ihre Geheimnisse im Weltenraume in der damaligen Art zu ergründen suchte unter der Herrschaft der ägyptischen Weisen, und dann Kepler wurde, da trat dasjenige, was in der ägyptischen Seele in anderer Form da war, wiederum in einer neuen, in den großen Keplerschen Gesetzen auf, die heute ein so wichtiger Bestandteil unserer Astrophysik sind. So kam es auch, daß in der Seele dieser Individualität auftauchte etwas, was aus ihr dann herauspreßte die Worte — Sie können sie in den Keplerschen Schriften lesen -: Ich bin hingegangen und habe die heiligen Gefäße aus den heiligen Stätten Ägyptens geholt und sie hereingestellt in die Gegenwart, damit die Leute jetzt etwas verstehen können, was noch in ferne Zukünfte hinein wirken kann. — Das ist ein Beispiel; wir könnten viele von solchen Beispielen anführen, an denen es Ihnen klar werden könnte, wie in einer neuen Form wieder auflebt, was da war in der chaldäischägyptischen Kulturepoche.
[ 8 ] Wir sind in der fünften Kulturperiode der nachatlantischen Zeit. Sie wird abgelöst werden von der sechsten, die eine wichtige sein wird. Diese sechste Kulturperiode wird eine Wiederholung sein und zu gleicher Zeit eine Erhöhung der urpersischen Zarathustrakultur. Zarathustra hat hinaufgeschaut zur Sonne, um hinter dem physischen Sonnenlichte den Christus-Geist, den er Ahura Mazdao genannt hat, zu sehen und die Menschen aufmerksam zu machen auf ihn. Dieser Christus ist mittlerweile auf die Erde niedergestiegen; dieser Christus muß in denjenigen Seelen, die sich dafür reif machen im Laufe der sechsten Kuiturepoche, so weit in das Innere eindringen, daß dann durch den Blick in das eigene Innere der Seele einer Anzahl von Menschen jene gewaltigen Empfindungen entstehen können, dieZarathustra erregen konnte, als er auf den Ahura Mazdao hinwies. Denn in der sechsten Periode soll bei einer großen Anzahl von Menschen durch den Blick in das eigene Innere, durch die Wiedererkennung der Sonnenweisheit, dessen, was im Urpersischen sich offenbarte, etwas wie eine Wiederholung auf viel höherer, verinnerlichter, vergeistigter Stufe entstehen. Ich habe Ihnen schon erwähnt, daß die Griechen, wenn sie in ihrer Art und in ihrem Sinne von dem Ahura Mazdao gesprochen haben, ihn Apollo genannt haben. In ihren Mysterien haben sie den Menschen erkennen lassen die tiefere Wesenheit dieses Apollo. Vor allen Dingen haben sie in Apollo denjenigen Geist gesehen, welcher nicht nur die physischen Sonnenkräfte dirigierte, sondern auch die geistigen Sonnenkräfte lenkte und sie auf die Erde leitete, Und wenn die Lehrer in den apollinischen Mysterien ihren Schülern haben reden wollen von den geistig-moralischen Einflüssen Apollons, dann haben sie davon gesprochen, daß Apollon die ganze Erde durchklingt mit der heiligen Sphärenmusik, das heißt aus der geistigen Welt herunter die Strahlen schickt. Und eine Wesenheit haben sie in Apollon gesehen, die begleitet ist von den Musen, von seinen Helferinnen. Eine wunderbar tiefe Weisheit liegt in diesem Apollon, der begleitet ist von den neun Musen. Wenn Sie sich daran erinnern, daß der Mensch aus verschiedenen Gliedern seiner Wesenheit besteht, aus physischem Leib, Atherleib, Empfindungsleib, Empfindungsseele, Verstandesseele, Bewußtseinsseele und so weiter, so können Sie sagen: Der Mensch ist ein IchMittelpunkt und dieser vereinigt um sich sieben oder neun Glieder, die seine Wesensteile sind. Steigen wir von der menschlichen Wesenheit zu einer göttlichen Wesenheit hinauf, dann müssen wir uns dasjenige, was das Ich ist, als diese geistige Wesenheit denken, und was die Glieder sind, ist für die göttliche Wesenheit das, was ihre Helfer sind: einzelne Individualitäten. Wie den Menschen seine einzelnen Glieder, der physische Leib, der Atherleib, der astralische Leib und so weiter zusammensetzen, sich um sein Ich gruppieren, so gruppierten die Musen sich um Apollo. Und auch dasjenige, was im Zusammenhange mit einer solchen Sache den Einzuweihenden des apollinischen Mysterienkreises gesagt wurde, das ist von einer tiefen Bedeutung. Ihnen wurde ein Geheimnis anvertraut, wie man sagt, daß der Gott wiederum auf eine besondere Weise im sechsten Zeitraume zu den Menschen sprechen soll, der im zweiten Zeitraume zu Zarathustra in so besonderer Weise gesprochen hat. Das suchte man zum Verständnis zu bringen, indem man sagte: Im sechsten Zeitraume wird ApollosLied auf der Erde an seinem Ziele angekommen sein. — In diesem Satze, der gang und gäbe war bei den apollinischen Mysterienschülern, daß im sechsten Zeitraume Apollons Lied an seinem Ziele angekommen sein werde, war ausgedrückt die Wiederholung des zweiten Zeitraumes der Erdenentwickelung im sechsten auf einer höheren Stufe.
[ 8 ] Wir sind in der fünften Kulturperiode der nachatlantischen Zeit. Sie wird abgelöst werden von der sechsten, die eine wichtige sein wird. Diese sechste Kulturperiode wird eine Wiederholung sein und zu gleicher Zeit eine Erhöhung der urpersischen Zarathustrakultur. Zarathustra hat hinaufgeschaut zur Sonne, um hinter dem physischen Sonnenlichte den Christus-Geist, den er Ahura Mazdao genannt hat, zu sehen und die Menschen aufmerksam zu machen auf ihn. Dieser Christus ist mittlerweile auf die Erde niedergestiegen; dieser Christus muß in denjenigen Seelen, die sich dafür reif machen im Laufe der sechsten Kuiturepoche, so weit in das Innere eindringen, daß dann durch den Blick in das eigene Innere der Seele einer Anzahl von Menschen jene gewaltigen Empfindungen entstehen können, dieZarathustra erregen konnte, als er auf den Ahura Mazdao hinwies. Denn in der sechsten Periode soll bei einer großen Anzahl von Menschen durch den Blick in das eigene Innere, durch die Wiedererkennung der Sonnenweisheit, dessen, was im Urpersischen sich offenbarte, etwas wie eine Wiederholung auf viel höherer, verinnerlichter, vergeistigter Stufe entstehen. Ich habe Ihnen schon erwähnt, daß die Griechen, wenn sie in ihrer Art und in ihrem Sinne von dem Ahura Mazdao gesprochen haben, ihn Apollo genannt haben. In ihren Mysterien haben sie den Menschen erkennen lassen die tiefere Wesenheit dieses Apollo. Vor allen Dingen haben sie in Apollo denjenigen Geist gesehen, welcher nicht nur die physischen Sonnenkräfte dirigierte, sondern auch die geistigen Sonnenkräfte lenkte und sie auf die Erde leitete, Und wenn die Lehrer in den apollinischen Mysterien ihren Schülern haben reden wollen von den geistig-moralischen Einflüssen Apollons, dann haben sie davon gesprochen, daß Apollon die ganze Erde durchklingt mit der heiligen Sphärenmusik, das heißt aus der geistigen Welt herunter die Strahlen schickt. Und eine Wesenheit haben sie in Apollon gesehen, die begleitet ist von den Musen, von seinen Helferinnen. Eine wunderbar tiefe Weisheit liegt in diesem Apollon, der begleitet ist von den neun Musen. Wenn Sie sich daran erinnern, daß der Mensch aus verschiedenen Gliedern seiner Wesenheit besteht, aus physischem Leib, Atherleib, Empfindungsleib, Empfindungsseele, Verstandesseele, Bewußtseinsseele und so weiter, so können Sie sagen: Der Mensch ist ein IchMittelpunkt und dieser vereinigt um sich sieben oder neun Glieder, die seine Wesensteile sind. Steigen wir von der menschlichen Wesenheit zu einer göttlichen Wesenheit hinauf, dann müssen wir uns dasjenige, was das Ich ist, als diese geistige Wesenheit denken, und was die Glieder sind, ist für die göttliche Wesenheit das, was ihre Helfer sind: einzelne Individualitäten. Wie den Menschen seine einzelnen Glieder, der physische Leib, der Atherleib, der astralische Leib und so weiter zusammensetzen, sich um sein Ich gruppieren, so gruppierten die Musen sich um Apollo. Und auch dasjenige, was im Zusammenhange mit einer solchen Sache den Einzuweihenden des apollinischen Mysterienkreises gesagt wurde, das ist von einer tiefen Bedeutung. Ihnen wurde ein Geheimnis anvertraut, wie man sagt, daß der Gott wiederum auf eine besondere Weise im sechsten Zeitraume zu den Menschen sprechen soll, der im zweiten Zeitraume zu Zarathustra in so besonderer Weise gesprochen hat. Das suchte man zum Verständnis zu bringen, indem man sagte: Im sechsten Zeitraume wird ApollosLied auf der Erde an seinem Ziele angekommen sein. — In diesem Satze, der gang und gäbe war bei den apollinischen Mysterienschülern, daß im sechsten Zeitraume Apollons Lied an seinem Ziele angekommen sein werde, war ausgedrückt die Wiederholung des zweiten Zeitraumes der Erdenentwickelung im sechsten auf einer höheren Stufe.
[ 9 ] Der erste Zeitraum wird auf einer höheren Stufe wiedererscheinen im siebenten.
[ 9 ] Der erste Zeitraum wird auf einer höheren Stufe wiedererscheinen im siebenten.
[ 10 ] Das durchchristete Erkennen des ersten nachatlantischen Zeitraumes, das steht den gegenwärtigen Menschen als ein hohes Ideal vor; zu einer solchen Empfindungsweise, zu einer solchen Anschauungsweise wieder zu kommen, wie sie vorhanden war auf einer niedrigeren Stufe in der ersten nachatlantischen Zeit. Wiederum soll am Schlusse unserer nachatlantischen Zeit in einer gewissen Weise der Mensch, wenn er den Weg hinausgeht in die äußere Sinnenwelt und das Geoffenbarte hineinarbeitet in die eigene Seelenwelt, erkennen, daß ihn diese beiden Wege zu einer Einheit führen. Deshalb ist es gut, wenn man sich ein wenig hineinversetzt in dieses für heutige — wir stehen ja in der Zwischenepoche — Gefühle ziemlich fernliegende altindische Fühlen und Denken. Selbst wenn man nur einige Züge herausgreift, so merkt man etwas von dem ganz anders gearteten Fühlen und Denken, von der ganz andersartigen Stellung zur Weisheit und zum Leben, die dazumal bei einem nicht so zum Ich-Bewußtsein geweckten Menschenwesen vorhanden waren. Dasjenige, was dann in den Veden niedergeschrieben worden ist, das ist die Lehre der ersten großen Lehrer des alten Indien, der heiligen Rishis. Es muß hier auf die Tatsache hingewiesen werden, daß die heiligen Rishis ihre Anregung empfingen von jener hohen Individualität, welche die Völker der alten Atlantis hinübergeführt hat durch das heutige Europa nach Asien hinein. In gewisser Beziehung waren die heiligen Rishis die Schüler dieser hohen Individualität, des Manu. Und was hat ihnen der Manu vermittelt? Vermittelt hat er ihnen die Art und Weise, wie sie dazumal zu der ersten nachatlantischen Weisheit und Erkenntnis gekommen sind. Zur Erkenntnis kommen, wie das heute der Fall ist, dadurch, daß man die äußere Natur beobachtet, daß man sich in das Innere seiner Seele versenkt, wie sie heute erst möglich geworden ist, das alles hätte dazumal keinen Sinn gehabt.
[ 10 ] Das durchchristete Erkennen des ersten nachatlantischen Zeitraumes, das steht den gegenwärtigen Menschen als ein hohes Ideal vor; zu einer solchen Empfindungsweise, zu einer solchen Anschauungsweise wieder zu kommen, wie sie vorhanden war auf einer niedrigeren Stufe in der ersten nachatlantischen Zeit. Wiederum soll am Schlusse unserer nachatlantischen Zeit in einer gewissen Weise der Mensch, wenn er den Weg hinausgeht in die äußere Sinnenwelt und das Geoffenbarte hineinarbeitet in die eigene Seelenwelt, erkennen, daß ihn diese beiden Wege zu einer Einheit führen. Deshalb ist es gut, wenn man sich ein wenig hineinversetzt in dieses für heutige — wir stehen ja in der Zwischenepoche — Gefühle ziemlich fernliegende altindische Fühlen und Denken. Selbst wenn man nur einige Züge herausgreift, so merkt man etwas von dem ganz anders gearteten Fühlen und Denken, von der ganz andersartigen Stellung zur Weisheit und zum Leben, die dazumal bei einem nicht so zum Ich-Bewußtsein geweckten Menschenwesen vorhanden waren. Dasjenige, was dann in den Veden niedergeschrieben worden ist, das ist die Lehre der ersten großen Lehrer des alten Indien, der heiligen Rishis. Es muß hier auf die Tatsache hingewiesen werden, daß die heiligen Rishis ihre Anregung empfingen von jener hohen Individualität, welche die Völker der alten Atlantis hinübergeführt hat durch das heutige Europa nach Asien hinein. In gewisser Beziehung waren die heiligen Rishis die Schüler dieser hohen Individualität, des Manu. Und was hat ihnen der Manu vermittelt? Vermittelt hat er ihnen die Art und Weise, wie sie dazumal zu der ersten nachatlantischen Weisheit und Erkenntnis gekommen sind. Zur Erkenntnis kommen, wie das heute der Fall ist, dadurch, daß man die äußere Natur beobachtet, daß man sich in das Innere seiner Seele versenkt, wie sie heute erst möglich geworden ist, das alles hätte dazumal keinen Sinn gehabt.
[ 11 ] In der ersten Kulturepoche der nachatlantischen Zeit, im altindischen Volk, war der Ätherleib noch weit mehr außerhalb des physischen Leibes als heute. Der alte Inder konnte sich dieses Atherleibes und der damaligen Organe dieses Ätherleibes noch bedienen, wenn er nicht aufging im Leben des physischen Leibes, sondern sich hingab dem Ätherleib, wenn er sozusagen vergaß, daß er im physischen Leibe steckte. Wenn er dies tat, dann spürte er, wie wenn er herausgehoben wäre aus sich selbst; wie wenn er sozusagen wie das Schwert aus der Scheide herausgehoben wäre. Indem er das verspürte, empfand er auch etwas von dem, was man so schildern kann: man sieht nicht durch Augen, man hört nicht durch Ohren, man denkt nicht durch den physischen Verstandesapparat, man bedient sich der Organe des Ätherleibes. Das tat er. Dann aber trat vor ihm die lebendige Weisheit auf; nicht Gedanken, die Menschen denken können oder gedacht haben, sondern die Gedanken, nach denen die Götter draußen die Welt geformt haben. Dasjenige, was wir heute Gedanken nennen, was wir fabrizieren mit dem Instrument des Gehirns als Gedanken, das kannte überhaupt der wirklich im geistigen Leben stehende Inder nicht. Spintisiert, ausgedacht, verstandesmäßig überlegt hat der eben gar nicht, sondern bei ihm war es so,daß er herausstieg aus dem physischen Leib und in dem Ätherleib schaute. Um ihn herum war, wie eine momentane Gabe der göttlichen Welt, die ganze kosmische Summe der Gottesgedanken, aus denen hervorgesprossen ist die Welt. Wie die Götter gedacht haben in den Musterbildern für alle Dinge, das stand vor seinem Äthersinnesorgan, das schaute er. Er brauchte nicht logisch zu denken. Warum müssen wir logisch denken? Wir müssen das aus dem Grunde, weil wir durch das logische Denken die Wahrheit erst finden sollen, weil wir uns irren können, wenn wir unsere Gedanken in Verbindung bringen. Wären wir so organisiert, daß sich der richtigeGedanke an den richtigen Gedanken im unmittelbaren Erfühlen reihte, dann brauchten wir keine Logik. Der alte Inder brauchte keine Logik, er schaute die Gedanken der Götter, und die waren schon von selbst richtig. So hatte er um sich gewoben ein ätherisch-kosmisches Netz, gewoben aus den Gedanken der Götter. Er schaute zu gleicher Zeit in diesem Gedankengewebe, das ihm wie ein die Welt durchwebendes Seelenlicht schien, die urewige Weisheit. So, in dieser höchsten Vollendung, wie ich es Ihnen eben geschildert habe, konnten es allerdings nur die heiligen Rishis, und sie konnten aus diesem Schauen heraus verkünden die großen Weltenwesenheiten. Was hatten sie dann also für eine Empfindung? Sie hatten die Empfindung, daß mit diesem Weltengewebe von Weisheit, in dem alles eingeschrieben war in lebendigen Vorbildern, das Ganze durchwoben und durchströmt von der Seele des Lichtes, in sie einströmte die Wahrheit, die Erkenntnis. So wie der spätere Mensch das Gefühl hat, daß etwas in ihn einströmt, wenn er die Atemluft einsaugt, so hatte der alte Inder das Gefühl, daß ihm die Götter entgegenschickten die Weisheit, und er sie einsaugt, so wie uns die Atemluft entgegengeschickt wird, die wir dann einsaugen. Seelenlicht, und dieses Seelenlicht durchgeistigt von Weisheit, sogen die alten heiligen Rishis ein, und sie konnten das, was sie so einsogen, lehren denjenigen, die ihre Bekenner wurden. Dafür konnten sie aber auch sagen: alles dasjenige, was sie verkünden, ist ausgehaucht von Brahman selber. Das ist sogar der tiefe, wörtlich richtige Ausdruck: «Ausgehaucht ist es von Brahman und eingeatmet von den Menschen.» Dies war die Stellung der heiligen Rishis zu der Weisheit der Welt, zu dem, was sie verkündeten, was dann in den verschiedenen Partien der Veden, man könnte sagen, nur in schwachen Bildern niedergeschrieben ist. Denn dasjenige, was die heiligen Rishis lehrten, ist eben nur in schwachen Nachbildern in den Veden niedergeschrieben. Und wenn die Veden heute gelesen werden, so sollten sich die Menschen bewußt sein, daß das schwache Nachbilder sind der ursprünglichen heiligen Weisheit der Rishis. Dennoch aber müssen wir in den Veden etwas anderes sehen, als was wir sonst in Schriftwerken finden. Wir können in der Welt die mannigfaltigsten Schriftwerke finden, wir können auf diesem oder jenem Standpunkte stehen, wir können sagen: Ein inneres, seelisches, durchchristetes Leben tritt uns zum Beispiel im Johannes-Evangelium entgegen; wenn wir aber den Ausdruck nehmen, der uns darinnen gegeben ist, den äußeren Ausdruck des Johannes-Evangeliums, so steht er seinem Inhalte ferner als das, was in den Veden steht, zu seinem Inhalte. Es ist ein innigerer Zusammenhang zwischen dem Ausdrucke und dem Inhalte der Veden, weil unmittelbar sozusagen eingeflossen und wiedergegeben worden ist im Vedenworte das, was eingeatmet worden ist; während der Schreiber des Johannes-Evangeliums die tiefen Weistümer so geschrieben hat, daß er sie empfangen und sie hinterher niedergeschrieben hat, und der Ausdruck weiter absteht von dem, was der Inhalt ist.
[ 11 ] In der ersten Kulturepoche der nachatlantischen Zeit, im altindischen Volk, war der Ätherleib noch weit mehr außerhalb des physischen Leibes als heute. Der alte Inder konnte sich dieses Atherleibes und der damaligen Organe dieses Ätherleibes noch bedienen, wenn er nicht aufging im Leben des physischen Leibes, sondern sich hingab dem Ätherleib, wenn er sozusagen vergaß, daß er im physischen Leibe steckte. Wenn er dies tat, dann spürte er, wie wenn er herausgehoben wäre aus sich selbst; wie wenn er sozusagen wie das Schwert aus der Scheide herausgehoben wäre. Indem er das verspürte, empfand er auch etwas von dem, was man so schildern kann: man sieht nicht durch Augen, man hört nicht durch Ohren, man denkt nicht durch den physischen Verstandesapparat, man bedient sich der Organe des Ätherleibes. Das tat er. Dann aber trat vor ihm die lebendige Weisheit auf; nicht Gedanken, die Menschen denken können oder gedacht haben, sondern die Gedanken, nach denen die Götter draußen die Welt geformt haben. Dasjenige, was wir heute Gedanken nennen, was wir fabrizieren mit dem Instrument des Gehirns als Gedanken, das kannte überhaupt der wirklich im geistigen Leben stehende Inder nicht. Spintisiert, ausgedacht, verstandesmäßig überlegt hat der eben gar nicht, sondern bei ihm war es so,daß er herausstieg aus dem physischen Leib und in dem Ätherleib schaute. Um ihn herum war, wie eine momentane Gabe der göttlichen Welt, die ganze kosmische Summe der Gottesgedanken, aus denen hervorgesprossen ist die Welt. Wie die Götter gedacht haben in den Musterbildern für alle Dinge, das stand vor seinem Äthersinnesorgan, das schaute er. Er brauchte nicht logisch zu denken. Warum müssen wir logisch denken? Wir müssen das aus dem Grunde, weil wir durch das logische Denken die Wahrheit erst finden sollen, weil wir uns irren können, wenn wir unsere Gedanken in Verbindung bringen. Wären wir so organisiert, daß sich der richtigeGedanke an den richtigen Gedanken im unmittelbaren Erfühlen reihte, dann brauchten wir keine Logik. Der alte Inder brauchte keine Logik, er schaute die Gedanken der Götter, und die waren schon von selbst richtig. So hatte er um sich gewoben ein ätherisch-kosmisches Netz, gewoben aus den Gedanken der Götter. Er schaute zu gleicher Zeit in diesem Gedankengewebe, das ihm wie ein die Welt durchwebendes Seelenlicht schien, die urewige Weisheit. So, in dieser höchsten Vollendung, wie ich es Ihnen eben geschildert habe, konnten es allerdings nur die heiligen Rishis, und sie konnten aus diesem Schauen heraus verkünden die großen Weltenwesenheiten. Was hatten sie dann also für eine Empfindung? Sie hatten die Empfindung, daß mit diesem Weltengewebe von Weisheit, in dem alles eingeschrieben war in lebendigen Vorbildern, das Ganze durchwoben und durchströmt von der Seele des Lichtes, in sie einströmte die Wahrheit, die Erkenntnis. So wie der spätere Mensch das Gefühl hat, daß etwas in ihn einströmt, wenn er die Atemluft einsaugt, so hatte der alte Inder das Gefühl, daß ihm die Götter entgegenschickten die Weisheit, und er sie einsaugt, so wie uns die Atemluft entgegengeschickt wird, die wir dann einsaugen. Seelenlicht, und dieses Seelenlicht durchgeistigt von Weisheit, sogen die alten heiligen Rishis ein, und sie konnten das, was sie so einsogen, lehren denjenigen, die ihre Bekenner wurden. Dafür konnten sie aber auch sagen: alles dasjenige, was sie verkünden, ist ausgehaucht von Brahman selber. Das ist sogar der tiefe, wörtlich richtige Ausdruck: «Ausgehaucht ist es von Brahman und eingeatmet von den Menschen.» Dies war die Stellung der heiligen Rishis zu der Weisheit der Welt, zu dem, was sie verkündeten, was dann in den verschiedenen Partien der Veden, man könnte sagen, nur in schwachen Bildern niedergeschrieben ist. Denn dasjenige, was die heiligen Rishis lehrten, ist eben nur in schwachen Nachbildern in den Veden niedergeschrieben. Und wenn die Veden heute gelesen werden, so sollten sich die Menschen bewußt sein, daß das schwache Nachbilder sind der ursprünglichen heiligen Weisheit der Rishis. Dennoch aber müssen wir in den Veden etwas anderes sehen, als was wir sonst in Schriftwerken finden. Wir können in der Welt die mannigfaltigsten Schriftwerke finden, wir können auf diesem oder jenem Standpunkte stehen, wir können sagen: Ein inneres, seelisches, durchchristetes Leben tritt uns zum Beispiel im Johannes-Evangelium entgegen; wenn wir aber den Ausdruck nehmen, der uns darinnen gegeben ist, den äußeren Ausdruck des Johannes-Evangeliums, so steht er seinem Inhalte ferner als das, was in den Veden steht, zu seinem Inhalte. Es ist ein innigerer Zusammenhang zwischen dem Ausdrucke und dem Inhalte der Veden, weil unmittelbar sozusagen eingeflossen und wiedergegeben worden ist im Vedenworte das, was eingeatmet worden ist; während der Schreiber des Johannes-Evangeliums die tiefen Weistümer so geschrieben hat, daß er sie empfangen und sie hinterher niedergeschrieben hat, und der Ausdruck weiter absteht von dem, was der Inhalt ist.
[ 12 ] Diese Dinge müssen uns klar sein, wenn wir die Weltenentwickelung wirklich verstehen wollen. Daher müssen wir empfinden, daß es ein natürliches Gefühl ist, wenn der Christ sagt: «Ich schätze das JohannesEvangelium über alles», wenn der Christ aber auch das Bedürfnis hat, nicht bei dem Worte dieses Evangeliums stehenzubleiben, sondern durchzudringen, wie es die Geist-Erkenntnis tut, zu dem spirituellen Gehalt dieses Johannes-Evangeliums, wenn er sagt: «Mir wird es erst dadurch, was es sein soll, daß ich durchdringe zu demjenigen, was da im äußeren Ausdrucke gegeben ist.» Derjenige aber, der sich in der richtigen Weise zu den Veden stellen will, der muß sich wie der alte Inder dazu stellen, das heißt er muß sagen: «Dasjenige, was in den Veden selbst steht, hat kein Mensch hinterher bloß nachgeschrieben als Ausdruck der göttlichen Weisheit, sondern das ist unmittelbar eine Nachbildung dessen, was eingeatmete Weisheit ist.» Daher ist das Vedawort, daher sind die Teile der Veden, namentlich der Rig-Veda, nicht nur Urkunden über Heiliges, sondern selbst ein Heiliges für diejenigen, die empfanden, wie der Zusammenhang ist. Und dadurch die unendliche Verehrung des Veda selber wie eines göttlichen Wesens in alten Zeiten. Das müssen wir nur verstehen. Und wir müssen es verstehen aus der Seele des alten Inders heraus. Und wir müssen mancherlei lernen, weil wir ja einem Ideale entgegengehen, dem Ideale, die erste Kulturepoche in Erhöhung wiederzufinden, das heißt wieder zu begründen. Wir müssen etwas von dem lernen, was zum Beispiel gesagt wird in bezug auf das Vedawort, daß Baravadscha durch drei Jahrhunderte hindurch den Veda studiert hat. Der heutige Mensch wird glauben, wenn er drei Jahrhunderte den Veda studierte, daß er ungeheuer vieles wüßte; er wird verhältnismäßig schon, wenn er viel kürzere Zeit ihn studiert hat, glauben, daß er vieles weiß. Da kam, so wird uns erzählt, eines Tages zu Baravadscha der Gott Indra und sagte zu ihm: «Du hast jetzt durch drei Jahrhunderte den Veda studiert; siehe einmal, drei hohe Berge sind da, mächtig hohe Berge! Der eine bedeutet den ersten Teil des Veda, den Rig-Veda, der zweite Berg bedeutet den zweiten Teil des Veda, den Sama-Veda, und der dritte Berg bedeutet den dritten Teil des Veda, den Yagur-Veda. Du hast sie studiert, diese drei Vedenteile, durch drei Jahrhunderte.» Dann nahm der Indra drei kleine Klumpen von Erde, gerade so viel als man in einer Hand halten kann, aus diesen Bergen heraus und sagte: «Sieh dir diese Klumpen an! Soviel weißt du jetzt von den Veden, wie sich diese Klumpen verhalten zu den großen, mächtigen Bergen.» Verwandeln Sie einmal dies, was da ausgesprochen wurde, in ein Gefühl, dann heißt es: treten Sie an die höchste Weisheit heran, sei es in dieser oder jener Form, auch in der Form, wie sie uns heute entgegentritt, wo wir berufen sind, nicht aus Büchern, sondern aus dem, was in der Welt steht, durch die Botschaft des Rosenkreuzes wiederum die Weisheit zu suchen, und wenden Sie das an auf dasjenige, was uns als Geistes-Erkenntnis gegeben wird, und fühlen Sie so und stellen Sie sich in der richtigen Weise dazu, so werden Sie kaum sagen können von sich, daß Sie soviel von GeistErkenntnis gehört haben wie Baravadscha damals von den Veden; aber es sollte sich dieses Gleichnis von Baravadscha ein jeder gesagt sein lassen, dann wird er gefühlsmäßig in das richtige Verhältnis sich setzen zur umfassenden Weisheit der Welt. Und von solcher Art wird dieses Gefühl sein, daß ein Unendliches empfunden wird, von dem wir immer nur einen kleinen Klumpen haben können. Dadurch bekommen wir auch die richtige Sehnsucht, in der richtigen Weise vorzuschreiten und Geduld zu haben, bis sich wieder ein kleines Klümpchen anserzt. Die Ahnung gehört zu den allerwohltätigsten Gefühlen der Menschenseele. Vieles kann gelernt werden aus der uralten Weisheit des Orients; zu dem Wertvollsten, was gelernt werden kann aus diesem Lichte, gehören solche Dinge, die sich auf unser Gefühl und unsere Empfindung beziehen; und das ist etwas von demjenigen, was der Gott Indra dem Baravadscha als eine Art von Anleitung gab, sich in der richtigen Weise zu den Veden zu stellen. Solche Gefühle von heiliger Scheu, von Ehrfurcht müssen wir uns wieder erringen, wenn wir entgegengehen wollen einem Zeitraume, wo wir hineinschauen dürfen in das, was die Verkündigung der neueren Mysterien ist, wo wir wiederum hineinschauen in jenen Weisheitsteppich, der aus den göttlichen Gedanken gewoben ist und nicht aus den Menschengedanken. Das ist auch das allerbeste, was wir an Gefühlen lernen. Aber wir wollen nicht glauben, . daß wir diese Gefühle im gewöhnlichen Bewußtsein schon haben, sondern wir müssen uns klar sein, daß zu den höchsten Gefühlen der Weg eben durch das Wissen geht. Und wenn man den Gedanken umgehen will, wenn man zu bequem ist, so durch die Atherhöhe der Gedanken die Gefühle zu suchen, so wird man bei den gewöhnlichen trivialen Gefühlen bleiben und sie nur verwechseln mit dem, was innere Versenkung der Seele in die Göttlichkeit ist. Solche Gefühle, wie sie im alten Indien zu finden waren, gehörten als ein Grundzug der ganzen Weisheit im ersten nachatlantischen Zeitraume dazu, um in der richtigen Weise sich damals zur Welt zu stellen und eine Einheit zu empfinden in den geistigen Welten, die man findet, wenn man den Weg nach auswärts oder einwärts sucht. Bei allen folgenden Kulturen muß sich ein anderes zeigen.
[ 12 ] Diese Dinge müssen uns klar sein, wenn wir die Weltenentwickelung wirklich verstehen wollen. Daher müssen wir empfinden, daß es ein natürliches Gefühl ist, wenn der Christ sagt: «Ich schätze das JohannesEvangelium über alles», wenn der Christ aber auch das Bedürfnis hat, nicht bei dem Worte dieses Evangeliums stehenzubleiben, sondern durchzudringen, wie es die Geist-Erkenntnis tut, zu dem spirituellen Gehalt dieses Johannes-Evangeliums, wenn er sagt: «Mir wird es erst dadurch, was es sein soll, daß ich durchdringe zu demjenigen, was da im äußeren Ausdrucke gegeben ist.» Derjenige aber, der sich in der richtigen Weise zu den Veden stellen will, der muß sich wie der alte Inder dazu stellen, das heißt er muß sagen: «Dasjenige, was in den Veden selbst steht, hat kein Mensch hinterher bloß nachgeschrieben als Ausdruck der göttlichen Weisheit, sondern das ist unmittelbar eine Nachbildung dessen, was eingeatmete Weisheit ist.» Daher ist das Vedawort, daher sind die Teile der Veden, namentlich der Rig-Veda, nicht nur Urkunden über Heiliges, sondern selbst ein Heiliges für diejenigen, die empfanden, wie der Zusammenhang ist. Und dadurch die unendliche Verehrung des Veda selber wie eines göttlichen Wesens in alten Zeiten. Das müssen wir nur verstehen. Und wir müssen es verstehen aus der Seele des alten Inders heraus. Und wir müssen mancherlei lernen, weil wir ja einem Ideale entgegengehen, dem Ideale, die erste Kulturepoche in Erhöhung wiederzufinden, das heißt wieder zu begründen. Wir müssen etwas von dem lernen, was zum Beispiel gesagt wird in bezug auf das Vedawort, daß Baravadscha durch drei Jahrhunderte hindurch den Veda studiert hat. Der heutige Mensch wird glauben, wenn er drei Jahrhunderte den Veda studierte, daß er ungeheuer vieles wüßte; er wird verhältnismäßig schon, wenn er viel kürzere Zeit ihn studiert hat, glauben, daß er vieles weiß. Da kam, so wird uns erzählt, eines Tages zu Baravadscha der Gott Indra und sagte zu ihm: «Du hast jetzt durch drei Jahrhunderte den Veda studiert; siehe einmal, drei hohe Berge sind da, mächtig hohe Berge! Der eine bedeutet den ersten Teil des Veda, den Rig-Veda, der zweite Berg bedeutet den zweiten Teil des Veda, den Sama-Veda, und der dritte Berg bedeutet den dritten Teil des Veda, den Yagur-Veda. Du hast sie studiert, diese drei Vedenteile, durch drei Jahrhunderte.» Dann nahm der Indra drei kleine Klumpen von Erde, gerade so viel als man in einer Hand halten kann, aus diesen Bergen heraus und sagte: «Sieh dir diese Klumpen an! Soviel weißt du jetzt von den Veden, wie sich diese Klumpen verhalten zu den großen, mächtigen Bergen.» Verwandeln Sie einmal dies, was da ausgesprochen wurde, in ein Gefühl, dann heißt es: treten Sie an die höchste Weisheit heran, sei es in dieser oder jener Form, auch in der Form, wie sie uns heute entgegentritt, wo wir berufen sind, nicht aus Büchern, sondern aus dem, was in der Welt steht, durch die Botschaft des Rosenkreuzes wiederum die Weisheit zu suchen, und wenden Sie das an auf dasjenige, was uns als Geistes-Erkenntnis gegeben wird, und fühlen Sie so und stellen Sie sich in der richtigen Weise dazu, so werden Sie kaum sagen können von sich, daß Sie soviel von GeistErkenntnis gehört haben wie Baravadscha damals von den Veden; aber es sollte sich dieses Gleichnis von Baravadscha ein jeder gesagt sein lassen, dann wird er gefühlsmäßig in das richtige Verhältnis sich setzen zur umfassenden Weisheit der Welt. Und von solcher Art wird dieses Gefühl sein, daß ein Unendliches empfunden wird, von dem wir immer nur einen kleinen Klumpen haben können. Dadurch bekommen wir auch die richtige Sehnsucht, in der richtigen Weise vorzuschreiten und Geduld zu haben, bis sich wieder ein kleines Klümpchen anserzt. Die Ahnung gehört zu den allerwohltätigsten Gefühlen der Menschenseele. Vieles kann gelernt werden aus der uralten Weisheit des Orients; zu dem Wertvollsten, was gelernt werden kann aus diesem Lichte, gehören solche Dinge, die sich auf unser Gefühl und unsere Empfindung beziehen; und das ist etwas von demjenigen, was der Gott Indra dem Baravadscha als eine Art von Anleitung gab, sich in der richtigen Weise zu den Veden zu stellen. Solche Gefühle von heiliger Scheu, von Ehrfurcht müssen wir uns wieder erringen, wenn wir entgegengehen wollen einem Zeitraume, wo wir hineinschauen dürfen in das, was die Verkündigung der neueren Mysterien ist, wo wir wiederum hineinschauen in jenen Weisheitsteppich, der aus den göttlichen Gedanken gewoben ist und nicht aus den Menschengedanken. Das ist auch das allerbeste, was wir an Gefühlen lernen. Aber wir wollen nicht glauben, . daß wir diese Gefühle im gewöhnlichen Bewußtsein schon haben, sondern wir müssen uns klar sein, daß zu den höchsten Gefühlen der Weg eben durch das Wissen geht. Und wenn man den Gedanken umgehen will, wenn man zu bequem ist, so durch die Atherhöhe der Gedanken die Gefühle zu suchen, so wird man bei den gewöhnlichen trivialen Gefühlen bleiben und sie nur verwechseln mit dem, was innere Versenkung der Seele in die Göttlichkeit ist. Solche Gefühle, wie sie im alten Indien zu finden waren, gehörten als ein Grundzug der ganzen Weisheit im ersten nachatlantischen Zeitraume dazu, um in der richtigen Weise sich damals zur Welt zu stellen und eine Einheit zu empfinden in den geistigen Welten, die man findet, wenn man den Weg nach auswärts oder einwärts sucht. Bei allen folgenden Kulturen muß sich ein anderes zeigen.
[ 13 ] Während in dem alten Indien eine Vereinigung ist der beiden Wege, gehen die folgenden Zeiträume, der urpersische Zeitraum, der chaldäisch-ägyptische Zeitraum, der griechisch-lateinische Zeitraum in bezug auf die beiden Offenbarungen von innen und außen die Wege, die wir als eine Gabelung bezeichnen können. Auf der einen Seite haben wir die Offenbarung von außen, auf der anderen Seite die Offenbarung von innen. So ist es schon in dem zweiten Zeitraum der nachatlantischen Kulturen. Da haben wir auf der einen Seite nicht nur den Weg des Volkes, sondern auch den Weg der Mysterien, sowohl nach außen in das Reich des Ahura Mazdao, als nach innen, Was man innerhalb der altindischen Denkweise noch lebendig erschaut hat, das einheitlich hinter den beiden Geisteswelten Dahinterstehende, das war für den zweiten nachatlantischen Zeitraum etwas, was gleichsam schon dem Blicke entschwunden war, was schon in einem undurchdringlichen Untergrunde des Daseins war, wovon man noch eine Ahnung hatte, was aber nicht mehr in der Seele leben konnte. Der alte Inder fühlte: «Da gehe ich hinaus, auf der anderen Seite gehe ich hinein und komme zur Einheit.» Der Perser ging den Weg nach außen und sagte, wenn er sich an die Lehre des Zarathustra hielt: «Ich komme zu Ormuzd!» und wenn er den Weg nach innen ging: «Ich komme zu der Wesenheit des Mithras!» Aber es schlossen sich ihm diese zwei Wege nicht mehr zusammen. Er ahnte nur noch, daß sie sich zusammenfinden müssen irgendwo. Daher sprach er von dem Wesen als dem Unbekannten im Dunkel, das man nur ahnen kann, dem unbekannten Urgotte, Das war nur noch ein urgeistiges Wesen, von dem man wußte, daß es dasein muß, das man aber nicht mehr finden konnte. Zaruana akarana, das war der Name für diesen im Dunkel wesenden, aber nicht mehr auf den beiden Wegen erreichbaren persischen Gott. Was man erreichen konnte, war das, was hinter dem Teppich der äußeren Sinneswelt lag. Da war zunächst dasjenige, auf was Zarathustra hinwies. Also etwas, was schon ein Abkömmling war des Zaruana akarana. Es war der Gott Ahura Mazdao, der Herrscher im Reiche der Sonnengeister, in dem Reiche, aus dem die wohltätigen Wirkungen herunterkamen, die im Gegensatz zu den physischen Sonnenwirkungen als die geistigen zu bezeichnen sind, der Geist, von dem zum Beispiel der alte Perser das ableitete, was an Sittenregeln und an Gesetzen vorhanden war, was der Eingeweihte — der war es, der sich durch die Einweihung zu den Sittenregeln und Gesetzen hinaufschwang - herunterholte als Sittengesetze, als Gesetze des menschlichen Handelns, der menschlichen Verrichtungen und so weiter. Das also war der eine Weg; und man sah sozusagen in höchster Region diesen Geist, der der Geist der Sonne ist, walten; da sah man seine Diener, die Amshaspands, diejenigen, die sich gleichsam um seinen Thron herumstellten, die seine Boten waren. Während er das gesamte Reich regierte, lenkten diese die einzelnen Teile. Untergeordnetere Wesenheiten, welche wiederum unter den Amshaspands stehen, sind diejenigen, die man gewöhnlich dieIzets oder Izarats nennt. So daß der alte Perser hinausblickte in das Reich hinter den Teppich der Sinnenwelt, und eine höchste geistige Wesenheit sah: Ahura Mazdao und unter ihm ein Korps von Amshaspands; dann wiederum untergeordnetere Wesenheiten, die Izets oder Izarats; und es gab noch Wesenheiten, von denen wir sagen können, daß sie dasjenige sind in der geistigen Welt, was die Gedanken der Menschen in der Seele sind. Diese Gedanken in der menschlichen Seele sind ja nur Schattenbilder ihrer Wirklichkeiten; draußen in der spirituellen Welt entsprechen unseren Gedanken gewisse geistige Wesenheiten. Für die altpersische Auffassung waren diese Wesenheiten, die man Fravashis nannte, diejenigen, die sozusagen unmittelbar über dem Menschen standen. So also dachte man sich innerhalb der persischen Entwickelung das Reich hinter dem Teppich der Sinnenwelt mit einer Stufenfolge von geistigen Wesenheiten bis hinauf zu Ormuzd. In dem Augenblick aber, wo man nicht den völligen Einklang sieht zwischen dem geistigen Reiche, das man findet auf dem Wege nach außen, und dem geistigen Reiche, das man findet auf dem Wege nach innen, da hängt es schon im hohen Grade von dem Menschen ab, wie er namentlich das Reich im Innern sieht. Nun war aber auch die ganze Natur den persischen Menschen eine andere geworden, als es die Natur den altindischen war. Diese Eigentümlichkeit, den Atherleib noch so weit draußen zu haben, die hatte der Angehörige der altpersischen Menschheit nicht mehr; da war schon der Atherleib viel weiter in den physischen Leib hineingeschlüpft. Daher konnten sich die Angehörigen des altpersischen Volkes nicht mehr der Organe des Ätherleibes bedienen, wie die Angehörigen des altindischen Volkes das konnten. Die Organe, deren sich die Angehörigen des altpersischen Volkes bedienten, waren diejenigen Organe, die ursprünglich dem Menschen eingegliedert waren in dasjenige, was wir heute den Empfindungsleib nennen. Sie wissen ja, daß wir am vollständigen Menschen zu unterscheiden haben den physischen Leib, den Ätherleib, den Empfindungsleib, die Empfindungsseele, die Verstandesseele, die Bewußtseinsseele, dann dasjenige, was man Geistselbst nennt, dann den Lebensgeist, und schließlich den eigentlichen Geistmenschen.
[ 13 ] Während in dem alten Indien eine Vereinigung ist der beiden Wege, gehen die folgenden Zeiträume, der urpersische Zeitraum, der chaldäisch-ägyptische Zeitraum, der griechisch-lateinische Zeitraum in bezug auf die beiden Offenbarungen von innen und außen die Wege, die wir als eine Gabelung bezeichnen können. Auf der einen Seite haben wir die Offenbarung von außen, auf der anderen Seite die Offenbarung von innen. So ist es schon in dem zweiten Zeitraum der nachatlantischen Kulturen. Da haben wir auf der einen Seite nicht nur den Weg des Volkes, sondern auch den Weg der Mysterien, sowohl nach außen in das Reich des Ahura Mazdao, als nach innen, Was man innerhalb der altindischen Denkweise noch lebendig erschaut hat, das einheitlich hinter den beiden Geisteswelten Dahinterstehende, das war für den zweiten nachatlantischen Zeitraum etwas, was gleichsam schon dem Blicke entschwunden war, was schon in einem undurchdringlichen Untergrunde des Daseins war, wovon man noch eine Ahnung hatte, was aber nicht mehr in der Seele leben konnte. Der alte Inder fühlte: «Da gehe ich hinaus, auf der anderen Seite gehe ich hinein und komme zur Einheit.» Der Perser ging den Weg nach außen und sagte, wenn er sich an die Lehre des Zarathustra hielt: «Ich komme zu Ormuzd!» und wenn er den Weg nach innen ging: «Ich komme zu der Wesenheit des Mithras!» Aber es schlossen sich ihm diese zwei Wege nicht mehr zusammen. Er ahnte nur noch, daß sie sich zusammenfinden müssen irgendwo. Daher sprach er von dem Wesen als dem Unbekannten im Dunkel, das man nur ahnen kann, dem unbekannten Urgotte, Das war nur noch ein urgeistiges Wesen, von dem man wußte, daß es dasein muß, das man aber nicht mehr finden konnte. Zaruana akarana, das war der Name für diesen im Dunkel wesenden, aber nicht mehr auf den beiden Wegen erreichbaren persischen Gott. Was man erreichen konnte, war das, was hinter dem Teppich der äußeren Sinneswelt lag. Da war zunächst dasjenige, auf was Zarathustra hinwies. Also etwas, was schon ein Abkömmling war des Zaruana akarana. Es war der Gott Ahura Mazdao, der Herrscher im Reiche der Sonnengeister, in dem Reiche, aus dem die wohltätigen Wirkungen herunterkamen, die im Gegensatz zu den physischen Sonnenwirkungen als die geistigen zu bezeichnen sind, der Geist, von dem zum Beispiel der alte Perser das ableitete, was an Sittenregeln und an Gesetzen vorhanden war, was der Eingeweihte — der war es, der sich durch die Einweihung zu den Sittenregeln und Gesetzen hinaufschwang - herunterholte als Sittengesetze, als Gesetze des menschlichen Handelns, der menschlichen Verrichtungen und so weiter. Das also war der eine Weg; und man sah sozusagen in höchster Region diesen Geist, der der Geist der Sonne ist, walten; da sah man seine Diener, die Amshaspands, diejenigen, die sich gleichsam um seinen Thron herumstellten, die seine Boten waren. Während er das gesamte Reich regierte, lenkten diese die einzelnen Teile. Untergeordnetere Wesenheiten, welche wiederum unter den Amshaspands stehen, sind diejenigen, die man gewöhnlich dieIzets oder Izarats nennt. So daß der alte Perser hinausblickte in das Reich hinter den Teppich der Sinnenwelt, und eine höchste geistige Wesenheit sah: Ahura Mazdao und unter ihm ein Korps von Amshaspands; dann wiederum untergeordnetere Wesenheiten, die Izets oder Izarats; und es gab noch Wesenheiten, von denen wir sagen können, daß sie dasjenige sind in der geistigen Welt, was die Gedanken der Menschen in der Seele sind. Diese Gedanken in der menschlichen Seele sind ja nur Schattenbilder ihrer Wirklichkeiten; draußen in der spirituellen Welt entsprechen unseren Gedanken gewisse geistige Wesenheiten. Für die altpersische Auffassung waren diese Wesenheiten, die man Fravashis nannte, diejenigen, die sozusagen unmittelbar über dem Menschen standen. So also dachte man sich innerhalb der persischen Entwickelung das Reich hinter dem Teppich der Sinnenwelt mit einer Stufenfolge von geistigen Wesenheiten bis hinauf zu Ormuzd. In dem Augenblick aber, wo man nicht den völligen Einklang sieht zwischen dem geistigen Reiche, das man findet auf dem Wege nach außen, und dem geistigen Reiche, das man findet auf dem Wege nach innen, da hängt es schon im hohen Grade von dem Menschen ab, wie er namentlich das Reich im Innern sieht. Nun war aber auch die ganze Natur den persischen Menschen eine andere geworden, als es die Natur den altindischen war. Diese Eigentümlichkeit, den Atherleib noch so weit draußen zu haben, die hatte der Angehörige der altpersischen Menschheit nicht mehr; da war schon der Atherleib viel weiter in den physischen Leib hineingeschlüpft. Daher konnten sich die Angehörigen des altpersischen Volkes nicht mehr der Organe des Ätherleibes bedienen, wie die Angehörigen des altindischen Volkes das konnten. Die Organe, deren sich die Angehörigen des altpersischen Volkes bedienten, waren diejenigen Organe, die ursprünglich dem Menschen eingegliedert waren in dasjenige, was wir heute den Empfindungsleib nennen. Sie wissen ja, daß wir am vollständigen Menschen zu unterscheiden haben den physischen Leib, den Ätherleib, den Empfindungsleib, die Empfindungsseele, die Verstandesseele, die Bewußtseinsseele, dann dasjenige, was man Geistselbst nennt, dann den Lebensgeist, und schließlich den eigentlichen Geistmenschen.
[ 14 ] Geistmensch
[ 15 ] Lebensgeist
[ 16 ] Geistselbst
[ 14 ] Geistmensch
[ 15 ] Lebensgeist
[ 16 ] Geistselbst
[ 17 ] Bewußtseinsseele
[ 18 ] Verstandesseele
[ 19 ] Empfindungsseele
[ 17 ] Bewußtseinsseele
[ 18 ] Verstandesseele
[ 19 ] Empfindungsseele
[ 20 ] Empfindungsleib
[ 21 ] Ätherleib
[ 22 ] Physischer Leib
[ 20 ] Empfindungsleib
[ 21 ] Ätherleib
[ 22 ] Physischer Leib
[ 23 ] Der altindische Mensch bediente sich also sozusagen in der Weise, wie sie charakterisiert worden ist, seines Ätherleibes, wenn er sich zu den höchsten Erkenntnissen emporschwingen wollte. Der Perser konnte das nicht mehr; er konnte sich aber des Empfindungsleibes bedienen. Er also erhob sich zu seinen höchsten Erkenntnissen durch den Empfindungsleib. Weil er nicht mehr mit dem Atherleib schauen konnte, so verhüllte sich die höchste Einheit vor ihm. Mit dem Empfindungsleib konnte er noch hinausblicken und in gewisser Weise astralisch sehen. Das war bei vielen Mitgliedern des persischen Volkes noch der Fall: astralisch zu sehen den Ahura Mazdao und seine Diener, weil man sich des Empfindungsleibes noch bedienen konnte. Nun wissen Sie aus der Darstellung in meiner «Theosophie», daß der Empfindungsleib gebunden ist an die Empfindungsseele. In dem Augenblick, wo also der Angehörige des altpersischen Volkes sich des Empfindungsleibes bediente, war sozusagen die Empfindungsseele dabei; aber er war noch nicht dahin gelangt, sich dieser zu bedienen, denn sie war noch nicht ausgebildet, sie mußte erst ausgebildet werden. Daher war der Angehörige des altpersischen Volkes in einer ganz besonderen Lage. Er bediente sich seines Empfindungsleibes. Da spielt immer die Empfindungsseele hinein. Die mußte er aber erst hinnehmen so, wie sie damals war. Daher mußte er empfinden: Wenn der Empfindungsleib, der jetzt schon ausgebildet ist, sich erhebt zu Ahura Mazdao, dann ist die Empfindungsseele dabei. Die ist aber in einer gewissen Gefahr, und sie wird, wenn sie ihre Empfindungen offenbart, sie geradeso in den Empfindungsleib hineinschicken; sie wird dasjenige, was von alten luziferischen Verführungen da ist, zwar nicht als solche äußern, denn dazu hat sie noch keine Fähigkeiten, aber sie wird ihre Wirkungen in den Empfindungsleib hineinschicken. — So nahm man im alten Persien Hereinwirkungen der Empfindungsseele auf den Empfindungsleib wahr, die gleichsam ein von der Außenwelt hereinleuchtendes Spiegelbild dessen darstellten, was in der Empfindungsseele von alten Zeiten her wirkte. Das ist, von innen gesehen dasjenige, was man die Wirkungen Ahrimans, die Wirkungen des Mephistopheles nennt. Daher fühlte man, man steht zwei Mächten gegenüber. Blickt man auf dasjenige, was der Mensch erlangen kann, wenn er den Blick nach außen richtet, so schaut man zu den Mysterien des Ahura Mazdao, läßt man den Blick in das Innere fallen, dann steht man mit Hilfe des Empfindungsleibes durch dasjenige, was Luzifer bewirkt hatte, vor dem Gegner des Ahura Mazdao, vor Ahriman. Es gab nur eines, welches schützte vor den Anfechtungen der Ahrimangestalt, und das trat zu Tage: wenn man durch die Einweihung der Menschheit voraneilte, wenn man die Empfindungsseele ausbildete. Wenn man diese ausbildete und reinigte, und so der Menschheit vorausschritt, dann ging man den Weg nach innen, einen Weg, der zu etwas anderem führte als zu Ahura Mazdao; dann ging man den Weg zu den lichtvollen Luziferreichen. Und dasjenige, was da die Menschenseele durchdrang auf dem Wege nach innen, das nannte man später den Gott Mithras. Daher sind die persischen Mysterien, die das Innenleben pflegten, die Mithrasmysterien. So haben wir auf der einen Seite den Gott Mithras, wenn der Mensch den Weg nach innen ging; und dasjenige, was er auf dem Wege nach außen traf, waren die Reiche des Ahura Mazdao.
[ 23 ] Der altindische Mensch bediente sich also sozusagen in der Weise, wie sie charakterisiert worden ist, seines Ätherleibes, wenn er sich zu den höchsten Erkenntnissen emporschwingen wollte. Der Perser konnte das nicht mehr; er konnte sich aber des Empfindungsleibes bedienen. Er also erhob sich zu seinen höchsten Erkenntnissen durch den Empfindungsleib. Weil er nicht mehr mit dem Atherleib schauen konnte, so verhüllte sich die höchste Einheit vor ihm. Mit dem Empfindungsleib konnte er noch hinausblicken und in gewisser Weise astralisch sehen. Das war bei vielen Mitgliedern des persischen Volkes noch der Fall: astralisch zu sehen den Ahura Mazdao und seine Diener, weil man sich des Empfindungsleibes noch bedienen konnte. Nun wissen Sie aus der Darstellung in meiner «Theosophie», daß der Empfindungsleib gebunden ist an die Empfindungsseele. In dem Augenblick, wo also der Angehörige des altpersischen Volkes sich des Empfindungsleibes bediente, war sozusagen die Empfindungsseele dabei; aber er war noch nicht dahin gelangt, sich dieser zu bedienen, denn sie war noch nicht ausgebildet, sie mußte erst ausgebildet werden. Daher war der Angehörige des altpersischen Volkes in einer ganz besonderen Lage. Er bediente sich seines Empfindungsleibes. Da spielt immer die Empfindungsseele hinein. Die mußte er aber erst hinnehmen so, wie sie damals war. Daher mußte er empfinden: Wenn der Empfindungsleib, der jetzt schon ausgebildet ist, sich erhebt zu Ahura Mazdao, dann ist die Empfindungsseele dabei. Die ist aber in einer gewissen Gefahr, und sie wird, wenn sie ihre Empfindungen offenbart, sie geradeso in den Empfindungsleib hineinschicken; sie wird dasjenige, was von alten luziferischen Verführungen da ist, zwar nicht als solche äußern, denn dazu hat sie noch keine Fähigkeiten, aber sie wird ihre Wirkungen in den Empfindungsleib hineinschicken. — So nahm man im alten Persien Hereinwirkungen der Empfindungsseele auf den Empfindungsleib wahr, die gleichsam ein von der Außenwelt hereinleuchtendes Spiegelbild dessen darstellten, was in der Empfindungsseele von alten Zeiten her wirkte. Das ist, von innen gesehen dasjenige, was man die Wirkungen Ahrimans, die Wirkungen des Mephistopheles nennt. Daher fühlte man, man steht zwei Mächten gegenüber. Blickt man auf dasjenige, was der Mensch erlangen kann, wenn er den Blick nach außen richtet, so schaut man zu den Mysterien des Ahura Mazdao, läßt man den Blick in das Innere fallen, dann steht man mit Hilfe des Empfindungsleibes durch dasjenige, was Luzifer bewirkt hatte, vor dem Gegner des Ahura Mazdao, vor Ahriman. Es gab nur eines, welches schützte vor den Anfechtungen der Ahrimangestalt, und das trat zu Tage: wenn man durch die Einweihung der Menschheit voraneilte, wenn man die Empfindungsseele ausbildete. Wenn man diese ausbildete und reinigte, und so der Menschheit vorausschritt, dann ging man den Weg nach innen, einen Weg, der zu etwas anderem führte als zu Ahura Mazdao; dann ging man den Weg zu den lichtvollen Luziferreichen. Und dasjenige, was da die Menschenseele durchdrang auf dem Wege nach innen, das nannte man später den Gott Mithras. Daher sind die persischen Mysterien, die das Innenleben pflegten, die Mithrasmysterien. So haben wir auf der einen Seite den Gott Mithras, wenn der Mensch den Weg nach innen ging; und dasjenige, was er auf dem Wege nach außen traf, waren die Reiche des Ahura Mazdao.
[ 24 ] Und jetzt schreiten wir heraus in die nächste nachatlantische Kulturepoche, in die chaldäisch-ägyptische Zeit. Da haben wir eine merkwürdige Erscheinung in dieser chaldäisch-ägyptischen Zeit. Nicht umsonst benennen wir sie mit zwei Namen. Wir haben nämlich auf der einen Seite während dieser Kulturepoche drüben in Asien Angehörige der nördlichen Völkerströmung, das ist das chaldäische Element; und _ der anderen Strömung gehört das ägyptische Element an, der Völkerströmung, die auf dem südlichen Wege gezogen ist. Da haben wir eine Epoche, wo zwei Völkerströmungen zusammenstoßen. Und wenn Sie sich erinnern, daß die nördliche Strömung vorzugsweise den Blick nach außen entwickelte, das Suchen nach jenen Wesenheiten, die hinter dem Teppich der Sinnenwelt standen, und daß das ägyptische Volk diejenigen Geister suchte, die man auf dem Weg nach innen findet, so werden Sie begreifen, wie hier zwei Strömungen zusammenwirkten. Also da stoßen der Weg nach außen bei den Chaldäern und der Weg nach innen bei den Ägyptern zusammen. Das empfanden die Griechen auch in einer ganz richtigen Weise, wenn sie die chaldäischen Götter verglichen mit ihrem apollinischen Reiche. Sie suchten dasjenige, was ihnen von den Chaldäern’zukam, in ihren apollinischen Mysterien auf ihre Art. Wenn sie aber von Osiris sprachen und von demjenigen, was dazu gehörte, dann suchten sie das in entsprechender Weise bei sich in ihren dionysischen Mysterien. Man hatte dazumal ein ahnendes Bewußtsein davon, wie die geistigen Zusammenhänge wirklich sind.
[ 24 ] Und jetzt schreiten wir heraus in die nächste nachatlantische Kulturepoche, in die chaldäisch-ägyptische Zeit. Da haben wir eine merkwürdige Erscheinung in dieser chaldäisch-ägyptischen Zeit. Nicht umsonst benennen wir sie mit zwei Namen. Wir haben nämlich auf der einen Seite während dieser Kulturepoche drüben in Asien Angehörige der nördlichen Völkerströmung, das ist das chaldäische Element; und _ der anderen Strömung gehört das ägyptische Element an, der Völkerströmung, die auf dem südlichen Wege gezogen ist. Da haben wir eine Epoche, wo zwei Völkerströmungen zusammenstoßen. Und wenn Sie sich erinnern, daß die nördliche Strömung vorzugsweise den Blick nach außen entwickelte, das Suchen nach jenen Wesenheiten, die hinter dem Teppich der Sinnenwelt standen, und daß das ägyptische Volk diejenigen Geister suchte, die man auf dem Weg nach innen findet, so werden Sie begreifen, wie hier zwei Strömungen zusammenwirkten. Also da stoßen der Weg nach außen bei den Chaldäern und der Weg nach innen bei den Ägyptern zusammen. Das empfanden die Griechen auch in einer ganz richtigen Weise, wenn sie die chaldäischen Götter verglichen mit ihrem apollinischen Reiche. Sie suchten dasjenige, was ihnen von den Chaldäern’zukam, in ihren apollinischen Mysterien auf ihre Art. Wenn sie aber von Osiris sprachen und von demjenigen, was dazu gehörte, dann suchten sie das in entsprechender Weise bei sich in ihren dionysischen Mysterien. Man hatte dazumal ein ahnendes Bewußtsein davon, wie die geistigen Zusammenhänge wirklich sind.
[ 25 ] Nun schreitet die Menschheit aber vor in der Zeit; sie kommt immer weiter, bildet neue Glieder aus. In der altindischen Periode hat man den Ätherleib und seine Organe ausgebildet; in der urpersischen Periode bediente man sich des Empfindungsleibes und bildete diesen aus, und in der chaldäisch-ägyptischen Periode bildete man nun die Empfindungsseele, das heißt ein vorzugsweise inneres Glied aus, Während der Empfindungsleib noch nach außen gerichtet ist, ist die Empfindungsseele schon nach innen gerichtet. Man entfernt sich also von demjenigen noch mehr als früher, was göttlich-geistige Welten sind. Man lebt ein inneres Leben in der Seele und muß dies Leben gegenüber dem, was nicht im Menschen ist, beschränken auf das, was dieSinne wahrnehmen. So ist auf der einen Seite immer mehr und mehr das Reich der Sinnenwelt dagewesen, und auf der anderen Seite hat sich das Seelenleben immer mehr und mehr verselbständigt. Die Kultur der Empfindungsseele ist die Kultur des dritten Zeitraums. Dasjenige aber, was die Empfindungsseele ausbildet, das sind jetzt nicht mehr geschaute Weisheiten, die wie aus einem Teppich der Umwelt abgelesen werden. Das ähnelt schon dem, was der heutige Mensch ausdenkt, obwohl es, weil der heutige Mensch schon bis zur Bewußtseinsseele vorgedrungen ist, damals noch viel lebendiger ist. Es sind sozusagen die Gedanken noch vollsaftiger; sie sind lebendigere Gedanken als heute, Gedanken, die so lebendig sind, wie heute für uns die Empfindung «rot» ist. Der Mensch empfindet heute seine Gedanken nicht mehr mit derselben Intensität, wie er einen Geschmack oder Geruch empfindet. Damals, als in der ägyptischen Zeit die Empfindungsseele vorzugsweise ausgebildet wurde, waren die Gedanken so, daß sie so lebendig in der Seele lebten wie heute die Empfindung der roten Farbe, eines Geruchs oder eines Geschmacks. Heute sind die Gedanken abgeblaßt, abstrakt geworden. Konkret waren sie damals. Sie waren noch mehr geschaute Gedanken, wenn auch nicht solche Gedanken, die man draußen ausgespannt erblickte in der physischen Welt, so doch Gedanken, von denen man fühlte: man hat sie nicht ausgeklügelt, sondern es sind Gedanken, die aufsteigen in der Seele wie Eingebungen, die auffluteten und da waren. Man sagte nicht mehr: man atmet die Weisheit ein — aber man ist von den Gedanken lebendig durchdrungen, sie sprießen herauf in der Seele, sie sind von der spirituellen Welt in unsere Seele heraufgetrieben.
[ 25 ] Nun schreitet die Menschheit aber vor in der Zeit; sie kommt immer weiter, bildet neue Glieder aus. In der altindischen Periode hat man den Ätherleib und seine Organe ausgebildet; in der urpersischen Periode bediente man sich des Empfindungsleibes und bildete diesen aus, und in der chaldäisch-ägyptischen Periode bildete man nun die Empfindungsseele, das heißt ein vorzugsweise inneres Glied aus, Während der Empfindungsleib noch nach außen gerichtet ist, ist die Empfindungsseele schon nach innen gerichtet. Man entfernt sich also von demjenigen noch mehr als früher, was göttlich-geistige Welten sind. Man lebt ein inneres Leben in der Seele und muß dies Leben gegenüber dem, was nicht im Menschen ist, beschränken auf das, was dieSinne wahrnehmen. So ist auf der einen Seite immer mehr und mehr das Reich der Sinnenwelt dagewesen, und auf der anderen Seite hat sich das Seelenleben immer mehr und mehr verselbständigt. Die Kultur der Empfindungsseele ist die Kultur des dritten Zeitraums. Dasjenige aber, was die Empfindungsseele ausbildet, das sind jetzt nicht mehr geschaute Weisheiten, die wie aus einem Teppich der Umwelt abgelesen werden. Das ähnelt schon dem, was der heutige Mensch ausdenkt, obwohl es, weil der heutige Mensch schon bis zur Bewußtseinsseele vorgedrungen ist, damals noch viel lebendiger ist. Es sind sozusagen die Gedanken noch vollsaftiger; sie sind lebendigere Gedanken als heute, Gedanken, die so lebendig sind, wie heute für uns die Empfindung «rot» ist. Der Mensch empfindet heute seine Gedanken nicht mehr mit derselben Intensität, wie er einen Geschmack oder Geruch empfindet. Damals, als in der ägyptischen Zeit die Empfindungsseele vorzugsweise ausgebildet wurde, waren die Gedanken so, daß sie so lebendig in der Seele lebten wie heute die Empfindung der roten Farbe, eines Geruchs oder eines Geschmacks. Heute sind die Gedanken abgeblaßt, abstrakt geworden. Konkret waren sie damals. Sie waren noch mehr geschaute Gedanken, wenn auch nicht solche Gedanken, die man draußen ausgespannt erblickte in der physischen Welt, so doch Gedanken, von denen man fühlte: man hat sie nicht ausgeklügelt, sondern es sind Gedanken, die aufsteigen in der Seele wie Eingebungen, die auffluteten und da waren. Man sagte nicht mehr: man atmet die Weisheit ein — aber man ist von den Gedanken lebendig durchdrungen, sie sprießen herauf in der Seele, sie sind von der spirituellen Welt in unsere Seele heraufgetrieben.
[ 26 ] So ändert sich im Laufe der Zeit alles. Daher hatte der Angehörige der chaldäisch-ägyptischen Epoche nicht mehr das Bewußtsein von der Weisheit der Welt als wie einer ausgebreiteten Lichtwelt, die er einatmet, sondern er hatte das Bewußtsein, daß er Gedanken hatte, allerdings solche Gedanken, die als Inspiration aufstiegen. Und der Inhalt einer solchen in ihm aufsteigenden Wissenschaft, das ist die chaldäische Astrotheologie und das ist die ägyptische hermetische Weisheit. Auf diesem Wege sind sie zustandegekommen. Dasjenige, was in den Sternen lebte und sie bewegte, was in den Dingen pulste, das konnte der Mensch nicht mehr ablesen, aber es kündigte sich in seinem Innern als die alte Weisheit der chaldäisch-ägyptischen Periode an. Dabei ist es bei den Chaldäern so, daß die Menschen das Bewußtsein hatten: Dasjenige, was wir da wissen, ist nicht bloß unser Inneres; das ist ein Spiegelbild dessen, was draußen vorgeht. Bei den Ägyptern war es so, daß sie das Bewußtsein hatten: Was da aufsteigt, ist ein Spiegelbild der verborgenen Götter, die der Mensch trifft nicht zwischen Geburt und Tod, sondern zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. — So waren die Ägypter und Chaldäer voneinander unterschieden, daß in ihrer Weisheit die einen wahrnehmen dasjenige, was hinter der Welt ist, in der wir leben zwischen Geburt und Tod, und die anderen, die Ägypter, in ihrer inspirierten Weisheit dasjenige, was lebt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Notwendigerweise waren aber, wie Sie aus dem ganzen Sinne dieser Entwickelung sehen können, diese Eingebungen des Innern, diese aufsteigenden inspirierten Gedankenmassen fern dem eigentlichen Urwesen in seiner Einheit. Man drang sozusagen nicht mehr so weit, als man noch im Empfindungsleib hat dringen können in der urpersischen Zeit. Es war schon alles mehr abgeblaßt, es war nicht mehr so viel von der Außenwelt darinnen; die hatte sich schon mehr zurückgezogen. Man hatte also eine Weisheit der Außenwelt in sich erlebt, nicht mehr die Weisheit in der Außenwelt selber. Dennoch hatten diejenigen, die sie kennenlernten mit den rechten Gefühlen, vor den Weisheiten der urpersischen Periode den denkbar größten Respekt. Wenn man in einem Wort die paradigmatischen Weisheiten ausdrücken will, welche die Chaldäer geschaut haben über die der physischen Welt zugrunde liegende geistige Welt, so kann man sagen: das sind die chaldäischen Wahrsprüche; und die Sammlung der chaldäischen Wahrsprüche, sie hat einen hochgeachteten Weisheitsschatz gebildet in den alten Zeiten. Unendlich Wichtiges von den Geheimnissen der Welt steckt in diesen Wahrsprüchen. Man schätzte sie ebenso, wie man die Offenbarungen, die man erlebte zwischen dem 'Tode und einer neuen Geburt schätzte; als ägyptische Weisheitsquellen schätzte man diese.
[ 26 ] So ändert sich im Laufe der Zeit alles. Daher hatte der Angehörige der chaldäisch-ägyptischen Epoche nicht mehr das Bewußtsein von der Weisheit der Welt als wie einer ausgebreiteten Lichtwelt, die er einatmet, sondern er hatte das Bewußtsein, daß er Gedanken hatte, allerdings solche Gedanken, die als Inspiration aufstiegen. Und der Inhalt einer solchen in ihm aufsteigenden Wissenschaft, das ist die chaldäische Astrotheologie und das ist die ägyptische hermetische Weisheit. Auf diesem Wege sind sie zustandegekommen. Dasjenige, was in den Sternen lebte und sie bewegte, was in den Dingen pulste, das konnte der Mensch nicht mehr ablesen, aber es kündigte sich in seinem Innern als die alte Weisheit der chaldäisch-ägyptischen Periode an. Dabei ist es bei den Chaldäern so, daß die Menschen das Bewußtsein hatten: Dasjenige, was wir da wissen, ist nicht bloß unser Inneres; das ist ein Spiegelbild dessen, was draußen vorgeht. Bei den Ägyptern war es so, daß sie das Bewußtsein hatten: Was da aufsteigt, ist ein Spiegelbild der verborgenen Götter, die der Mensch trifft nicht zwischen Geburt und Tod, sondern zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. — So waren die Ägypter und Chaldäer voneinander unterschieden, daß in ihrer Weisheit die einen wahrnehmen dasjenige, was hinter der Welt ist, in der wir leben zwischen Geburt und Tod, und die anderen, die Ägypter, in ihrer inspirierten Weisheit dasjenige, was lebt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Notwendigerweise waren aber, wie Sie aus dem ganzen Sinne dieser Entwickelung sehen können, diese Eingebungen des Innern, diese aufsteigenden inspirierten Gedankenmassen fern dem eigentlichen Urwesen in seiner Einheit. Man drang sozusagen nicht mehr so weit, als man noch im Empfindungsleib hat dringen können in der urpersischen Zeit. Es war schon alles mehr abgeblaßt, es war nicht mehr so viel von der Außenwelt darinnen; die hatte sich schon mehr zurückgezogen. Man hatte also eine Weisheit der Außenwelt in sich erlebt, nicht mehr die Weisheit in der Außenwelt selber. Dennoch hatten diejenigen, die sie kennenlernten mit den rechten Gefühlen, vor den Weisheiten der urpersischen Periode den denkbar größten Respekt. Wenn man in einem Wort die paradigmatischen Weisheiten ausdrücken will, welche die Chaldäer geschaut haben über die der physischen Welt zugrunde liegende geistige Welt, so kann man sagen: das sind die chaldäischen Wahrsprüche; und die Sammlung der chaldäischen Wahrsprüche, sie hat einen hochgeachteten Weisheitsschatz gebildet in den alten Zeiten. Unendlich Wichtiges von den Geheimnissen der Welt steckt in diesen Wahrsprüchen. Man schätzte sie ebenso, wie man die Offenbarungen, die man erlebte zwischen dem 'Tode und einer neuen Geburt schätzte; als ägyptische Weisheitsquellen schätzte man diese.
[ 27 ] Aber noch dunkler und schattenhafter war dasjenige Wesen geworden, das noch in voller Gegenwart des Erkennens in der altindischen Kulturepoche war und sich nun seiner tieferen Wesenheit nach zurückgezogen hatte vor dem Blicke. Noch schattenhafter als Zaruana akarana ist dieses höchste einheitliche Wesen der chaldäisch-ägyptischen Weisheit. Die Chaldäer nennen es Anu, und es bezeichnet etwas, was die Einheit ist der beiden Welten, was aber weit,weit über demjenigen, was man erkennen kann, erhaben liegt. Und auch in diejenigen Regionen, in die noch der Zarathustramensch hinaufgeschaut hat, wagen die Chaldäer nicht mehr hinaufzuschauen, sondern sie schauen hinauf in diejenigen Regionen, die schon sehr nahe stehen dem menschlichen Gedanken. Da, sagen sie, findet sich zwar alles, denn das Höchste findet sich im Niedrigsten auch, aber da finden sie etwas, was sie als ein Wesen bezeichnen, das eine Abschattierung ist von dem Höchsten. Sie nannten das Apason. Dann sahen sie etwas, was ihnen erschien wie eine Abschattung dessen, was wir etwa heute substantiell unter dem Geistesmenschen stehend denken würden, was wir aus dem Lebensgeist geformt denken würden. Das nannten sie etwa so, daß wir ihr Wort nachbilden können, wenn wir sprechen Tauthe. Dann hatten sie ein Wesen, das nannten sie Moymis. Moymis war ungefähr dasjenige, was die Geist-Erkenntnis heute gewohnt ist einen Weltgeist zu nennen, was ein Wesen ist, bei dem das unterste Glied das Geistselbst ist. So erblickten sie eine Dreiheit, die über ihnen stand. Sie waren sich aber bewußt, daß diese Dreiheit nur in bezug auf ihre untersten Glieder ihnen ihre wahre Gestalt zeigte, daß die höheren Glieder Abschattungen des Höheren sind, das sich zurückgezogen hatte vor ihnen. Und wie ein Abkömmling dieser Wesenheit, die etwa Moymis zu nennen ist, in der Region der Ichheit oder des Feuerwesens, muß dann Bel, derjenige Gott, der als der Weltenbildner auch der Volksgott war, angesehen werden.
[ 27 ] Aber noch dunkler und schattenhafter war dasjenige Wesen geworden, das noch in voller Gegenwart des Erkennens in der altindischen Kulturepoche war und sich nun seiner tieferen Wesenheit nach zurückgezogen hatte vor dem Blicke. Noch schattenhafter als Zaruana akarana ist dieses höchste einheitliche Wesen der chaldäisch-ägyptischen Weisheit. Die Chaldäer nennen es Anu, und es bezeichnet etwas, was die Einheit ist der beiden Welten, was aber weit,weit über demjenigen, was man erkennen kann, erhaben liegt. Und auch in diejenigen Regionen, in die noch der Zarathustramensch hinaufgeschaut hat, wagen die Chaldäer nicht mehr hinaufzuschauen, sondern sie schauen hinauf in diejenigen Regionen, die schon sehr nahe stehen dem menschlichen Gedanken. Da, sagen sie, findet sich zwar alles, denn das Höchste findet sich im Niedrigsten auch, aber da finden sie etwas, was sie als ein Wesen bezeichnen, das eine Abschattierung ist von dem Höchsten. Sie nannten das Apason. Dann sahen sie etwas, was ihnen erschien wie eine Abschattung dessen, was wir etwa heute substantiell unter dem Geistesmenschen stehend denken würden, was wir aus dem Lebensgeist geformt denken würden. Das nannten sie etwa so, daß wir ihr Wort nachbilden können, wenn wir sprechen Tauthe. Dann hatten sie ein Wesen, das nannten sie Moymis. Moymis war ungefähr dasjenige, was die Geist-Erkenntnis heute gewohnt ist einen Weltgeist zu nennen, was ein Wesen ist, bei dem das unterste Glied das Geistselbst ist. So erblickten sie eine Dreiheit, die über ihnen stand. Sie waren sich aber bewußt, daß diese Dreiheit nur in bezug auf ihre untersten Glieder ihnen ihre wahre Gestalt zeigte, daß die höheren Glieder Abschattungen des Höheren sind, das sich zurückgezogen hatte vor ihnen. Und wie ein Abkömmling dieser Wesenheit, die etwa Moymis zu nennen ist, in der Region der Ichheit oder des Feuerwesens, muß dann Bel, derjenige Gott, der als der Weltenbildner auch der Volksgott war, angesehen werden.
[ 28 ] So sehen wir, wie auch in der Benennung der Götter sich ausdrückt das, was sich herangebildet hat im ganzen Volkswesen. Wenn der Angehörige dieser chaldäischen Welt dann den Weg nach innen antrat, so sagte er, er komme durch den Schleier des Seelenlebens in eine Welt untermenschlicher oder unterirdischer Götter. Adonis ist etwa ein späterer Name für diejenigen Wesenheiten, die sie gefunden haben auf dem Wege nach innen. Nur für die Eingeweihten war dieser Weg der gangbare, denn mit großen Gefahren war er verbunden für die Uneingeweihten. Aber der Eingeweihte erlebte dafür auch, wenn er diesen Weg ging, wenn er sich so entwickelte, daß er hinausgelangte in die Welt, die unter dem Schleier des Seelenlebens liegt — er erkannte etwas, was sich vergleichen läßt mit Erlebnissen der Einweihung von heute. Denn wir nähern uns schon den Eigentümlichkeiten, die immer mehr und mehr zu den Eigentümlichkeiten unserer Zeit sich herausbilden. Derjenige, der im alten Chaldäertume eingeweiht wurde, der machte zwei Erlebnisse durch, und man sorgte dafür, daß er diese zwei Erlebnisse möglichst so machte, daß sie zusammenfielen, daß er also den Weg betrat nach außen in die geistige Welt hinein und nach innen in die geistige Welt hinein, so daß er wenigstens ein Gefühl erhielt von einem gemeinschaftlichen Weben und Leben des Geistigen draußen und drinnen. Und dann erlebte er auf dem Wege nach innen die Begegnung mit jenem geistigen Wesen, das man innerhalb des Chaldäertums Istar nannte und von dem man wußte, daß es zu den wohltätigen Mondgottheiten gehörte. Istar stand da an der Schwelle, die sonst den Menschen verschließt, was hinter dem Seelenleben an Geistigkeit steht. Und auf der anderen Seite, wo man das Tor findet in die geistige Welt durch den Teppich der äußeren Sinneswelt, da stand der andere Hüter: Merodach oder Marduk. Merodach, er stand mit Istar da. Merodach, den wir mit dem Hüter der Schwelle, mit dem Michael vergleichen können, Merodach und Istar waren es, welche das Innere der Seele hellsehend machten und den Menschen nach den beiden Seiten hin in die geistige Welt einführten. Daher erlebte der Mensch durch diese Begegnung das, was man symbolisch auch heute noch so empfindet: Es wird dem Menschen der leuchtende Kelch gereicht, das heißt der Mensch lernt den allerersten Gebrauch seiner Lotusblumen noch tastend kennen. — Dann schreitet er allmählich weiter. So sehen Sie, wie schon _ das Überschreiten einer gewissen Schwelle in dieser Epoche notwendig ist. In Ägypten ist es etwas anders, aber doch ähnlich.
[ 28 ] So sehen wir, wie auch in der Benennung der Götter sich ausdrückt das, was sich herangebildet hat im ganzen Volkswesen. Wenn der Angehörige dieser chaldäischen Welt dann den Weg nach innen antrat, so sagte er, er komme durch den Schleier des Seelenlebens in eine Welt untermenschlicher oder unterirdischer Götter. Adonis ist etwa ein späterer Name für diejenigen Wesenheiten, die sie gefunden haben auf dem Wege nach innen. Nur für die Eingeweihten war dieser Weg der gangbare, denn mit großen Gefahren war er verbunden für die Uneingeweihten. Aber der Eingeweihte erlebte dafür auch, wenn er diesen Weg ging, wenn er sich so entwickelte, daß er hinausgelangte in die Welt, die unter dem Schleier des Seelenlebens liegt — er erkannte etwas, was sich vergleichen läßt mit Erlebnissen der Einweihung von heute. Denn wir nähern uns schon den Eigentümlichkeiten, die immer mehr und mehr zu den Eigentümlichkeiten unserer Zeit sich herausbilden. Derjenige, der im alten Chaldäertume eingeweiht wurde, der machte zwei Erlebnisse durch, und man sorgte dafür, daß er diese zwei Erlebnisse möglichst so machte, daß sie zusammenfielen, daß er also den Weg betrat nach außen in die geistige Welt hinein und nach innen in die geistige Welt hinein, so daß er wenigstens ein Gefühl erhielt von einem gemeinschaftlichen Weben und Leben des Geistigen draußen und drinnen. Und dann erlebte er auf dem Wege nach innen die Begegnung mit jenem geistigen Wesen, das man innerhalb des Chaldäertums Istar nannte und von dem man wußte, daß es zu den wohltätigen Mondgottheiten gehörte. Istar stand da an der Schwelle, die sonst den Menschen verschließt, was hinter dem Seelenleben an Geistigkeit steht. Und auf der anderen Seite, wo man das Tor findet in die geistige Welt durch den Teppich der äußeren Sinneswelt, da stand der andere Hüter: Merodach oder Marduk. Merodach, er stand mit Istar da. Merodach, den wir mit dem Hüter der Schwelle, mit dem Michael vergleichen können, Merodach und Istar waren es, welche das Innere der Seele hellsehend machten und den Menschen nach den beiden Seiten hin in die geistige Welt einführten. Daher erlebte der Mensch durch diese Begegnung das, was man symbolisch auch heute noch so empfindet: Es wird dem Menschen der leuchtende Kelch gereicht, das heißt der Mensch lernt den allerersten Gebrauch seiner Lotusblumen noch tastend kennen. — Dann schreitet er allmählich weiter. So sehen Sie, wie schon _ das Überschreiten einer gewissen Schwelle in dieser Epoche notwendig ist. In Ägypten ist es etwas anders, aber doch ähnlich.
[ 29 ] So schritt die Menschheit weiter auf ihrem Wege zur Entwickelung in unsere Zeit hinein. Dann aber rückte der Zeitpunkt heran, der vorbereiten sollte das Herabkommen des kosmischen Sonnengeistes auf die Erde. Der Geist, der vorher äußerlich war, sollte nun hineintreten in die menschliche Seele, daß er im Innern zu finden ist; wie früher die luziferischen Gottheiten zu finden waren, wie Osiris im Innern zu finden war. Die beiden Wege, die sich deutlich im Gegensatze bei den Chaldäern und Ägyptern zeigten, sollten sich gegenseitig befruchten. Das mußte geschehen. Wie konnte das geschehen? Es konnte dadurch geschehen, daß ein Bindeglied geschaffen wurde. Dieses Bindeglied geht aus von Ur in Chaldäa, wie richtig die Bibel vom hebräischen Volk erzählt. Da nimmt es jene Offenbarungen mit, die von außen kommen. Dann geht es nach Ägypten, nimmt auf, was von innen kommt, und vereinigt beides, so daß zum erstenmal in Jahve eine Wesenheit voranleuchtend auftritt für Christus, welche die beiden Wege vereinigt. Was frühere Götter waren, das wird jetzt von zwei Seiten her dem Menschen kund. Wie später der Christus innerlich beleuchtet wird, so wird wenigstens von außen beleuchtet dasjenige, was früher als gewisse Götter in der Dunkelheit erscheint. So sehen wir, daß in Jahve oder Jehova eine Gottheit auftritt, die auf dem Wege nach innen gefunden wird, aber noch nicht durch sich selbst sichtbar wird, die nur sichtbar wird, wenn sie von außen beleuchtet wird. Das zurückgeworfene Christus-Licht ist bei Jehova. Da sehen wir deutlich nebeneinandertreten und sich gegenseitig befruchten diese beiden Richtungen, die uns jetzt so viel beschäftigt haben. Damit aber beginnt überhaupt etwas ganz besonders Neues im Entwickelungsgange der Menschheit. Jetzt beginnt, daß sich Äußeres und Inneres befruchten; jetzt beginnt das, wo das Innere zum Äußeren wird, wo in den Raum hinausdringt, um nebeneinander zu sein, dasjenige, was früher nur innerlich in der Zeit gelebt hat. Durchsuchen Sie Ihr Seelenleben einmal. Dieses ist nicht im Raume ausgebreitet, das verläuft in der Zeit. Die einzelnen Gedanken und Empfindungen sind hintereinander. Was draußen ist, das ist im Raume ausgebreitet, das ist nebeneinander. Daher muß jetzt das eintreten, was man nennt: das Hinausfließen von etwas, was bisher nur in der Zeit gelebt hat, in den Raum zum Nebeneinander. Das geschieht auch, daß etwas, was nur in der Zeit gelebt hat, im Raume nunmehr nebeneinanderlebt. Damit geschieht ein Wichtiges, und dieses drückt sich in ganz besonders tiefer Weise aus.
[ 29 ] So schritt die Menschheit weiter auf ihrem Wege zur Entwickelung in unsere Zeit hinein. Dann aber rückte der Zeitpunkt heran, der vorbereiten sollte das Herabkommen des kosmischen Sonnengeistes auf die Erde. Der Geist, der vorher äußerlich war, sollte nun hineintreten in die menschliche Seele, daß er im Innern zu finden ist; wie früher die luziferischen Gottheiten zu finden waren, wie Osiris im Innern zu finden war. Die beiden Wege, die sich deutlich im Gegensatze bei den Chaldäern und Ägyptern zeigten, sollten sich gegenseitig befruchten. Das mußte geschehen. Wie konnte das geschehen? Es konnte dadurch geschehen, daß ein Bindeglied geschaffen wurde. Dieses Bindeglied geht aus von Ur in Chaldäa, wie richtig die Bibel vom hebräischen Volk erzählt. Da nimmt es jene Offenbarungen mit, die von außen kommen. Dann geht es nach Ägypten, nimmt auf, was von innen kommt, und vereinigt beides, so daß zum erstenmal in Jahve eine Wesenheit voranleuchtend auftritt für Christus, welche die beiden Wege vereinigt. Was frühere Götter waren, das wird jetzt von zwei Seiten her dem Menschen kund. Wie später der Christus innerlich beleuchtet wird, so wird wenigstens von außen beleuchtet dasjenige, was früher als gewisse Götter in der Dunkelheit erscheint. So sehen wir, daß in Jahve oder Jehova eine Gottheit auftritt, die auf dem Wege nach innen gefunden wird, aber noch nicht durch sich selbst sichtbar wird, die nur sichtbar wird, wenn sie von außen beleuchtet wird. Das zurückgeworfene Christus-Licht ist bei Jehova. Da sehen wir deutlich nebeneinandertreten und sich gegenseitig befruchten diese beiden Richtungen, die uns jetzt so viel beschäftigt haben. Damit aber beginnt überhaupt etwas ganz besonders Neues im Entwickelungsgange der Menschheit. Jetzt beginnt, daß sich Äußeres und Inneres befruchten; jetzt beginnt das, wo das Innere zum Äußeren wird, wo in den Raum hinausdringt, um nebeneinander zu sein, dasjenige, was früher nur innerlich in der Zeit gelebt hat. Durchsuchen Sie Ihr Seelenleben einmal. Dieses ist nicht im Raume ausgebreitet, das verläuft in der Zeit. Die einzelnen Gedanken und Empfindungen sind hintereinander. Was draußen ist, das ist im Raume ausgebreitet, das ist nebeneinander. Daher muß jetzt das eintreten, was man nennt: das Hinausfließen von etwas, was bisher nur in der Zeit gelebt hat, in den Raum zum Nebeneinander. Das geschieht auch, daß etwas, was nur in der Zeit gelebt hat, im Raume nunmehr nebeneinanderlebt. Damit geschieht ein Wichtiges, und dieses drückt sich in ganz besonders tiefer Weise aus.
[ 30 ] Alles dasjenige, was früher menschliche Geistesentwickelung war, was hinausführte über die äußere Raumeswelt, führte auch äußerlich in die Zeit hinein. Nun - alles, was zeitlich angeordnet ist, das ist nach dem Maße und nach der Natur der Siebenzahl angeordnet. Wir beherrschen den Weltenwerdegang, wenn wir die Zahl Sieben zugrunde legen, indem wir sagen: Saturn, Sonne, Mond, Erde- Mars, Merkur — Jupiter, Venus und Vulkan, indem wir zum Beispiel hier sieben Zeiträume haben. In allem, was der Zeit unterliegt, finden wir uns zurecht, wenn wir die Zahl Sieben anwenden. Daher werden wir überall da, wo wir in die Zeit hineingeführt werden, zur Siebenzahl geführt werden. Alle die Kollegien und Logen, welche aus dem Raume hinaus in das Zeitliche hineinführen, wenn sie zum Überweltlichen führen, unterliegen eben der Siebenzahl. Der Siebenzahl unterliegen die heiligen Rishis, der Siebenzahl unterliegen die anderen heiligen Lehrer der Völker bis herein zu den sieben Weisen Griechenlands. Die Grundzahl des Raumes ist die Zwölf. Und indem die Zeit herausfließt in den Raum, wird sie zur Offenbarung durch Zwölf. Daher herrscht die Zwölf da, wo die Zeit ausfließt in den Raum. Zwölf Stämme haben wir in Israel, zwölf Apostel in dem Augenblick, wo der Christus, der sich vorher in der Zeit geoffenbart hatte, herausfließt in den Raum. Was in der Zeit ist, ist hintereinander. Was daher von dem Raume in die Zeit hinführt zu den Göttern des luziferischen Reiches, führt in die Siebenzahl hinein. Wollen wir etwas charakterisieren seiner Wesenheit nach in diesem Reiche, so finden wir diese Wesenheit, wenn wir das zu Erforschende auf seine Vaterschaft zurückführen. Wir erkennen dasjenige, was in der Zeit sich entwickelt, wenn wir von dem Späteren zu dem Früheren wie vom Kind zum Vater aufsteigen. Indem wir in die Zeitenwelt, die von der Siebenzahl beherrscht ist, hineingehen, sprechen wir von den Kindern und ihrem Ursprunge, von den Kindern der geistigen Wesenheiten, von den Kindern des Luzifer. Wenn wir die Zeit herausführen in den Raum, sprechen wir von denjenigen Wesenheiten, die nebeneinanderstehen, bei denen das Stehen nebeneinander und damit auch das Fließen der Seelenimpulse von dem einen zum anderen im Raume in Betracht kommt. Wo die Siebenzahl sich dadurch, daß die Zeit in den Raum herausfließt, in die Zwölf verwandelt, hört auf der Begriff des Kindes denselben übersinnlichen Sinn zu haben; da tritt der Begriff der Bruderschaft auf; die nebeneinander leben, das sind Brüder. So steigen wir auf in der Menschheitsentwickelung, indem wir den wichtigen Begriff der Göttersöhne verwandeln in den Begriff der Brüder, die nebeneinander leben. Brüder, Geschwister leben nebeneinander. Was voneinander abstammt, lebt nacheinander. Wir sehen hier in einem wichtigen Zeitpunkt den Übergang von den Söhnen oder Kindern des luziferischen Reiches und seiner Wesenheit zu den Brüdern Christi, einen Übergang, von dem wir morgen noch weiter sprechen werden.
[ 30 ] Alles dasjenige, was früher menschliche Geistesentwickelung war, was hinausführte über die äußere Raumeswelt, führte auch äußerlich in die Zeit hinein. Nun - alles, was zeitlich angeordnet ist, das ist nach dem Maße und nach der Natur der Siebenzahl angeordnet. Wir beherrschen den Weltenwerdegang, wenn wir die Zahl Sieben zugrunde legen, indem wir sagen: Saturn, Sonne, Mond, Erde- Mars, Merkur — Jupiter, Venus und Vulkan, indem wir zum Beispiel hier sieben Zeiträume haben. In allem, was der Zeit unterliegt, finden wir uns zurecht, wenn wir die Zahl Sieben anwenden. Daher werden wir überall da, wo wir in die Zeit hineingeführt werden, zur Siebenzahl geführt werden. Alle die Kollegien und Logen, welche aus dem Raume hinaus in das Zeitliche hineinführen, wenn sie zum Überweltlichen führen, unterliegen eben der Siebenzahl. Der Siebenzahl unterliegen die heiligen Rishis, der Siebenzahl unterliegen die anderen heiligen Lehrer der Völker bis herein zu den sieben Weisen Griechenlands. Die Grundzahl des Raumes ist die Zwölf. Und indem die Zeit herausfließt in den Raum, wird sie zur Offenbarung durch Zwölf. Daher herrscht die Zwölf da, wo die Zeit ausfließt in den Raum. Zwölf Stämme haben wir in Israel, zwölf Apostel in dem Augenblick, wo der Christus, der sich vorher in der Zeit geoffenbart hatte, herausfließt in den Raum. Was in der Zeit ist, ist hintereinander. Was daher von dem Raume in die Zeit hinführt zu den Göttern des luziferischen Reiches, führt in die Siebenzahl hinein. Wollen wir etwas charakterisieren seiner Wesenheit nach in diesem Reiche, so finden wir diese Wesenheit, wenn wir das zu Erforschende auf seine Vaterschaft zurückführen. Wir erkennen dasjenige, was in der Zeit sich entwickelt, wenn wir von dem Späteren zu dem Früheren wie vom Kind zum Vater aufsteigen. Indem wir in die Zeitenwelt, die von der Siebenzahl beherrscht ist, hineingehen, sprechen wir von den Kindern und ihrem Ursprunge, von den Kindern der geistigen Wesenheiten, von den Kindern des Luzifer. Wenn wir die Zeit herausführen in den Raum, sprechen wir von denjenigen Wesenheiten, die nebeneinanderstehen, bei denen das Stehen nebeneinander und damit auch das Fließen der Seelenimpulse von dem einen zum anderen im Raume in Betracht kommt. Wo die Siebenzahl sich dadurch, daß die Zeit in den Raum herausfließt, in die Zwölf verwandelt, hört auf der Begriff des Kindes denselben übersinnlichen Sinn zu haben; da tritt der Begriff der Bruderschaft auf; die nebeneinander leben, das sind Brüder. So steigen wir auf in der Menschheitsentwickelung, indem wir den wichtigen Begriff der Göttersöhne verwandeln in den Begriff der Brüder, die nebeneinander leben. Brüder, Geschwister leben nebeneinander. Was voneinander abstammt, lebt nacheinander. Wir sehen hier in einem wichtigen Zeitpunkt den Übergang von den Söhnen oder Kindern des luziferischen Reiches und seiner Wesenheit zu den Brüdern Christi, einen Übergang, von dem wir morgen noch weiter sprechen werden.
