The Gospel of Luke
GA 114
26 September 1909, Basel
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Das Lukas-Evangelium, 10th ed.
Zehnter Vortrag
Zehnter Vortrag
[ 1 ] Was uns heute beschäftigen soll, ist die Hinführung der verschiedenen Erkenntnisse, die wir in den letzten Tagen gewonnen haben, zu dem Gipfelpunkte des Ganzen, wie es uns gerade an der Hand des LukasEvangeliums aus der Geistesforschung heraus erscheinen kann, zu jenem Gipfelpunkte, den wir das Mysterium von Golgatha nennen.
[ 1 ] Was uns heute beschäftigen soll, ist die Hinführung der verschiedenen Erkenntnisse, die wir in den letzten Tagen gewonnen haben, zu dem Gipfelpunkte des Ganzen, wie es uns gerade an der Hand des LukasEvangeliums aus der Geistesforschung heraus erscheinen kann, zu jenem Gipfelpunkte, den wir das Mysterium von Golgatha nennen.
[ 2 ] Wir haben gestern versucht, in eindringlicher Weise zu schildern, was eigentlich an jenem Zeitpunkte der Menschheitsentwickelung geschehen ist, als der Christus durch drei Jahre hindurch auf der Erde wandelte, und wir haben in den vorhergehenden Vorträgen zu charakterisieren versucht, wie dieses Ereignis überhaupt durch den Zusammenfluß jener Geistesströmungen, die wir betrachtet haben, zustandekommen konnte. Gerade der Schreiber des Lukas-Evangeliums charakterisiert uns die ganze Mission des Christus Jesus auf der Erde in einer wunderbaren Weise, wenn wir nur das, was er schildert, im Lichte jener Erkenntnisse zu sehen vermögen, die aus der Akasha-Chronik gewonnen sind.
[ 2 ] Wir haben gestern versucht, in eindringlicher Weise zu schildern, was eigentlich an jenem Zeitpunkte der Menschheitsentwickelung geschehen ist, als der Christus durch drei Jahre hindurch auf der Erde wandelte, und wir haben in den vorhergehenden Vorträgen zu charakterisieren versucht, wie dieses Ereignis überhaupt durch den Zusammenfluß jener Geistesströmungen, die wir betrachtet haben, zustandekommen konnte. Gerade der Schreiber des Lukas-Evangeliums charakterisiert uns die ganze Mission des Christus Jesus auf der Erde in einer wunderbaren Weise, wenn wir nur das, was er schildert, im Lichte jener Erkenntnisse zu sehen vermögen, die aus der Akasha-Chronik gewonnen sind.
[ 3 ] Es könnte jemand nun die Frage aufwerfen: Wie kommt es denn, da sich doch die buddhistische Geistesströmung ganz organisch in die christliche Lehre hineinverwebt, daß innerhalb der christlichen Lehre keine Andeutungen geschehen von dem großen Gesetze des Karma, von jener Ausgleichung, die im Verlaufe der einzelnen Inkarnationen des Menschen geschieht? Es wäre aber nur ein Mißverständnis, wenn man glauben wollte, daß das, was wir durch das Gesetz des Karma erkennen sollen, nicht auch in der Verkündigung des Lukas-Evangeliums liege. Es liegt darin. Nur müssen wir uns klar sein, wenn wir so etwas richtig verstehen wollen, daß die Bedürfnisse der Seelen der Menschen zu den verschiedenen Zeiten eben verschiedene sind und daß die großen Missionare der Weltentwickelung nicht immer die Aufgabe haben, die absolute Wahrheit in abstrakter Gestalt den Menschen zu geben. Denn die würden die Menschen auf den verschiedenen Reifestufen gar nicht verstehen, sondern die großen Missionare müssen so zu den Menschen sprechen, daß diese das Richtige in einer entsprechenden Epoche erhalten. In dem, was die Menschheit durch den Einschlag des großen Buddha erhalten hat, ist alles das als Weisheit enthalten, was in Verbindung mit der Lehre vom Mitleid und von der Liebe und der Umschreibung dieser Lehre in dem achtgliedrigen Pfade zu einem weisheitsvollen Verständnis der Lehre vom Karma führen kann. Und es heißt: nicht alles in der Menschenseele suchen, was zu der Lehre vom Karma und der damit verbundenen Lehre von der Reinkarnation führt, wenn man, von diesem ausgehend, nicht zu dieser Lehre kommt.
[ 3 ] Es könnte jemand nun die Frage aufwerfen: Wie kommt es denn, da sich doch die buddhistische Geistesströmung ganz organisch in die christliche Lehre hineinverwebt, daß innerhalb der christlichen Lehre keine Andeutungen geschehen von dem großen Gesetze des Karma, von jener Ausgleichung, die im Verlaufe der einzelnen Inkarnationen des Menschen geschieht? Es wäre aber nur ein Mißverständnis, wenn man glauben wollte, daß das, was wir durch das Gesetz des Karma erkennen sollen, nicht auch in der Verkündigung des Lukas-Evangeliums liege. Es liegt darin. Nur müssen wir uns klar sein, wenn wir so etwas richtig verstehen wollen, daß die Bedürfnisse der Seelen der Menschen zu den verschiedenen Zeiten eben verschiedene sind und daß die großen Missionare der Weltentwickelung nicht immer die Aufgabe haben, die absolute Wahrheit in abstrakter Gestalt den Menschen zu geben. Denn die würden die Menschen auf den verschiedenen Reifestufen gar nicht verstehen, sondern die großen Missionare müssen so zu den Menschen sprechen, daß diese das Richtige in einer entsprechenden Epoche erhalten. In dem, was die Menschheit durch den Einschlag des großen Buddha erhalten hat, ist alles das als Weisheit enthalten, was in Verbindung mit der Lehre vom Mitleid und von der Liebe und der Umschreibung dieser Lehre in dem achtgliedrigen Pfade zu einem weisheitsvollen Verständnis der Lehre vom Karma führen kann. Und es heißt: nicht alles in der Menschenseele suchen, was zu der Lehre vom Karma und der damit verbundenen Lehre von der Reinkarnation führt, wenn man, von diesem ausgehend, nicht zu dieser Lehre kommt.
[ 4 ] Gestern ist geschildert worden, wie dreitausend Jahre nach unserer eigenen Zeit ein großer Teil der Menschheit so weit sein wird, daß er die Lehre vom achtgliedrigen Pfade und damit — wie wir heute hinzufügen können -— auch die Lehre von Karma und Reinkarnation aus sich selbst heraus gewinnen kann. Dies muß aber nach und nach geschehen, muß ganz allmählich geschehen. Denn ebensowenig, wie bei der Pflanze, unmittelbar nachdem wir den Keim in die Erde gesenkt haben, sich gleich die Blüte entwickeln kann, sondern wie sich nach notwendigen Gesetzen erst Blatt für Blatt entwickeln muß, ebenso ist notwendig, daß die geistige Entwickelung, die sich durch die Menschheit hindurchzieht, von Stufe zu Stufe geht und daß zur richtigen Zeit das Richtige erscheint. Wer, durchströmt von den Fähigkeiten, welche ihm die Geisteswissenschaft geben kann, sich heute in die eigene Seele versenkt, findet die Lehre von Karma und Reinkarnation als eine notwendige Lehre. Aber beachten Sie, daß die Entwickelung nicht umsonst ist, daß es wirklich so ist, daß erst in unserer Zeit die Seelen wieder reif geworden sind, um in sich zu finden, was man die Lehre von Karma und Reinkarnation nennt. Es wäre nicht gut gewesen, wenn etwa einige Jahrhunderte vorher diese Lehre exoterisch verkündet worden wäre, und es wäre für die Menschheitsentwickelung nicht gut gewesen, wenn das, was heute Inhalt der Geisteswissenschaft ist, wonach die Menschenseelen lechzen, und womit die Erforschung der Untergründe der Evangelien verbunden ist, schon vor ein paar Jahrhunderten der Menschheit in offener Gestalt verkündet worden wäre. Denn dazu war notwendig, daß diese Seelen der Menschheit danach lechzten und Fähigkeiten entwickelten, um die Lehre von Karma und Reinkarnation aufzunehmen. Dazu war notwendig, daß diese Seelen durch frühere Inkarnationen, auch der nachchristlichen Zeit, schon durchgegangen sind und das erlebt haben, was man erlebt, bevor man eben reif ist, um die Lehre von Karma und Reinkarnation zu empfangen. Hätte man in den ersten Jahrhunderten des Christentums die Lehre von Karma und Reinkarnation so offen verkündet, wie dies heute geschieht, so würde das geheißen haben, von der Menschheitsentwickelung dasselbe zu verlangen, was man verlangen würde, wenn aus der Pflanze statt des grünen Blattes gleich unmittelbar die Blüte herauswachsen sollte.
[ 4 ] Gestern ist geschildert worden, wie dreitausend Jahre nach unserer eigenen Zeit ein großer Teil der Menschheit so weit sein wird, daß er die Lehre vom achtgliedrigen Pfade und damit — wie wir heute hinzufügen können -— auch die Lehre von Karma und Reinkarnation aus sich selbst heraus gewinnen kann. Dies muß aber nach und nach geschehen, muß ganz allmählich geschehen. Denn ebensowenig, wie bei der Pflanze, unmittelbar nachdem wir den Keim in die Erde gesenkt haben, sich gleich die Blüte entwickeln kann, sondern wie sich nach notwendigen Gesetzen erst Blatt für Blatt entwickeln muß, ebenso ist notwendig, daß die geistige Entwickelung, die sich durch die Menschheit hindurchzieht, von Stufe zu Stufe geht und daß zur richtigen Zeit das Richtige erscheint. Wer, durchströmt von den Fähigkeiten, welche ihm die Geisteswissenschaft geben kann, sich heute in die eigene Seele versenkt, findet die Lehre von Karma und Reinkarnation als eine notwendige Lehre. Aber beachten Sie, daß die Entwickelung nicht umsonst ist, daß es wirklich so ist, daß erst in unserer Zeit die Seelen wieder reif geworden sind, um in sich zu finden, was man die Lehre von Karma und Reinkarnation nennt. Es wäre nicht gut gewesen, wenn etwa einige Jahrhunderte vorher diese Lehre exoterisch verkündet worden wäre, und es wäre für die Menschheitsentwickelung nicht gut gewesen, wenn das, was heute Inhalt der Geisteswissenschaft ist, wonach die Menschenseelen lechzen, und womit die Erforschung der Untergründe der Evangelien verbunden ist, schon vor ein paar Jahrhunderten der Menschheit in offener Gestalt verkündet worden wäre. Denn dazu war notwendig, daß diese Seelen der Menschheit danach lechzten und Fähigkeiten entwickelten, um die Lehre von Karma und Reinkarnation aufzunehmen. Dazu war notwendig, daß diese Seelen durch frühere Inkarnationen, auch der nachchristlichen Zeit, schon durchgegangen sind und das erlebt haben, was man erlebt, bevor man eben reif ist, um die Lehre von Karma und Reinkarnation zu empfangen. Hätte man in den ersten Jahrhunderten des Christentums die Lehre von Karma und Reinkarnation so offen verkündet, wie dies heute geschieht, so würde das geheißen haben, von der Menschheitsentwickelung dasselbe zu verlangen, was man verlangen würde, wenn aus der Pflanze statt des grünen Blattes gleich unmittelbar die Blüte herauswachsen sollte.
[ 5 ] So ist die Menschheit erst heute dazu herangereift, die Lehre von Karma und Reinkarnation ihrem geistigen Inhalt nach in sich aufzunehmen. Es ist daher durchaus nicht zu verwundern, daß in dem, was der Menschheit seit Jahrhunderten aus den Evangelien übergeben worden ist, manches steht, was eigentlich ein ganz falsches Bild vom Christentum gibt. Es ist das Evangelium den Menschen sozusagen in einer gewissen Beziehung verfrüht übergeben worden, und erst heute reift die Menschheit heran, in der Seele alle Fähigkeiten zu entwickeln, welche zu einem Verständnisse dessen führen können, was in den Evangelien eigentlich enthalten ist. Es war durchaus notwendig, daß das, was als Verkündigung des Christus Jesus erfolgte, auf den damaligen Zustand, auf die damalige Verfassung der Menschenseelen Rücksicht nahm; so daß man damals nicht in abstrakten Lehren Reinkarnation und Karma lehrte, sondern daß man solche Gefühle in die Menschenseele einströmen ließ, durch welche die Seelen erst nach und nach reif wurden, die Lehre von Reinkarnation und Karma aufzunehmen. Das heißt, man mußte in der damaligen Zeit das sagen, was nach und nach zum Verständnis der Lehre von Karma und Reinkarnation führen konnte, und nicht die Lehre selber.
[ 5 ] So ist die Menschheit erst heute dazu herangereift, die Lehre von Karma und Reinkarnation ihrem geistigen Inhalt nach in sich aufzunehmen. Es ist daher durchaus nicht zu verwundern, daß in dem, was der Menschheit seit Jahrhunderten aus den Evangelien übergeben worden ist, manches steht, was eigentlich ein ganz falsches Bild vom Christentum gibt. Es ist das Evangelium den Menschen sozusagen in einer gewissen Beziehung verfrüht übergeben worden, und erst heute reift die Menschheit heran, in der Seele alle Fähigkeiten zu entwickeln, welche zu einem Verständnisse dessen führen können, was in den Evangelien eigentlich enthalten ist. Es war durchaus notwendig, daß das, was als Verkündigung des Christus Jesus erfolgte, auf den damaligen Zustand, auf die damalige Verfassung der Menschenseelen Rücksicht nahm; so daß man damals nicht in abstrakten Lehren Reinkarnation und Karma lehrte, sondern daß man solche Gefühle in die Menschenseele einströmen ließ, durch welche die Seelen erst nach und nach reif wurden, die Lehre von Reinkarnation und Karma aufzunehmen. Das heißt, man mußte in der damaligen Zeit das sagen, was nach und nach zum Verständnis der Lehre von Karma und Reinkarnation führen konnte, und nicht die Lehre selber.
[ 6 ] Sagten das der Christus Jesus und die, welche um ihn waren? Um das zu verstehen, müssen wir das Lukas-Evangelium aufschlagen und es in richtiger Weise vor unsere Seele treten lassen. Und wenn wir es mit dem Verständnis für diese Dinge richtig vor unsere Seelen treten lassen, so werden wir schon lesen, wie damals gerade das Karmagesetz den Menschen verkündet werden konnte.
[ 6 ] Sagten das der Christus Jesus und die, welche um ihn waren? Um das zu verstehen, müssen wir das Lukas-Evangelium aufschlagen und es in richtiger Weise vor unsere Seele treten lassen. Und wenn wir es mit dem Verständnis für diese Dinge richtig vor unsere Seelen treten lassen, so werden wir schon lesen, wie damals gerade das Karmagesetz den Menschen verkündet werden konnte.
«Selig seid ihr, die ihr arm seid, denn euch wird das Reich der Himmel werden.
Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet gesättigt werden. Selig seid ihr, die ihr jetzt weinet, denn ihr werdet lachen.
Selig seid ihr, wenn euch die Leute hassen, wenn sie euch ausschließen und beschimpfen und euren Namen ausstoßen als einen bösen wegen des Sohnes des Menschen.
Freuet euch an diesem Tage und jubelt, denn siehe euer Lohn ist groß in den geistigen Welten» (Lukas 6, 20-23).
«Selig seid ihr, die ihr arm seid, denn euch wird das Reich der Himmel werden.
Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet gesättigt werden. Selig seid ihr, die ihr jetzt weinet, denn ihr werdet lachen.
Selig seid ihr, wenn euch die Leute hassen, wenn sie euch ausschließen und beschimpfen und euren Namen ausstoßen als einen bösen wegen des Sohnes des Menschen.
Freuet euch an diesem Tage und jubelt, denn siehe euer Lohn ist groß in den geistigen Welten» (Lukas 6, 20-23).
[ 7 ] Hier haben wir die Lehre von der Ausgleichung, welche, ohne auf die Lehre von Karma und Reinkarnation in abstrakter Weise einzugehen, bemüht ist, die gefühlsmäßige Gewißheit in die Seelen fließen zu lassen, daß der, welcher auf irgendeinem Gebiete noch eine Zeit hungert, den Ausgleich erfahren wird. Diese Gefühle mußten in die Menschenseelen einfließen. Und die Seelen, die damals lebten, und in die sich diese Lehre damals in dieser Form hineingegossen hat, sie waren erst, als sie wieder verkörpert waren, reif, um als Weisheit die Lehre von Karma und Reinkarnation aufzunehmen.
[ 7 ] Hier haben wir die Lehre von der Ausgleichung, welche, ohne auf die Lehre von Karma und Reinkarnation in abstrakter Weise einzugehen, bemüht ist, die gefühlsmäßige Gewißheit in die Seelen fließen zu lassen, daß der, welcher auf irgendeinem Gebiete noch eine Zeit hungert, den Ausgleich erfahren wird. Diese Gefühle mußten in die Menschenseelen einfließen. Und die Seelen, die damals lebten, und in die sich diese Lehre damals in dieser Form hineingegossen hat, sie waren erst, als sie wieder verkörpert waren, reif, um als Weisheit die Lehre von Karma und Reinkarnation aufzunehmen.
[ 8 ] So mußte zu jener Zeit in die Seelen hinüberfließen, was in den Seelen heranreifen sollte. Denn es war eine vollständig neue Zeit gekommen, eine Zeit, in welcher sich die Menschen in völliger Reife anschickten, ihr Ich, ihr Selbstbewußtsein, zu entwickeln. Während früher die Menschen die Offenbarungen empfingen und deren Wirkungen im Astralleibe, Ätherleibe und physischen Leibe hatten, sollte jetzt das Ich vollbewußt werden. Aber es sollte sich erst nach und nach mit den Kräften anfüllen, die es erhalten sollte. Nur das eine Ich, das damals auf der Erde wandelte und in seiner Leiblichkeit dazu vorbereitet war, das als nathanischer Jesus die Individualität des Zarathustra in sich verkörpert hatte, nur dieses Ich konnte das allumfassende ChristusPrinzip in sich verwirklichen. Die anderen Menschen müssen nun nach und nach in der Nachfolge des Christus das entwickeln, was damals in der einen Persönlichkeit drei Jahre hindurch auf der Erde war. Nur die Anregung sozusagen, den Keim, konnte damals der Christus Jesus in die Menschheit hineinverpflanzen, und dieser Keim muß nun nach und nach wachsen und sich entfalten. Auch dafür wurde vorgesorgt, daß immer in entsprechend richtigen Zeiten diejenigen Menschen innerhalb der Erdenentwickelung erscheinen können, die nun das bringen können, wofür die Menschheit in einer späteren Zeit reif wird. Der, welcher damals auf der Erde als der Christus erschienen ist, mußte dafür sorgen, daß die Menschheit unmittelbar nach seinem Erscheinen die Verkündigung hatte, so wie sie dieselbe verstehen konnte; und er mußte auch Vorsorge treffen, daß später Individualitäten erschienen, die in dem Maße für die Seelen in spiritueller Beziehung sorgten, als diese später reifer geworden sind.
[ 8 ] So mußte zu jener Zeit in die Seelen hinüberfließen, was in den Seelen heranreifen sollte. Denn es war eine vollständig neue Zeit gekommen, eine Zeit, in welcher sich die Menschen in völliger Reife anschickten, ihr Ich, ihr Selbstbewußtsein, zu entwickeln. Während früher die Menschen die Offenbarungen empfingen und deren Wirkungen im Astralleibe, Ätherleibe und physischen Leibe hatten, sollte jetzt das Ich vollbewußt werden. Aber es sollte sich erst nach und nach mit den Kräften anfüllen, die es erhalten sollte. Nur das eine Ich, das damals auf der Erde wandelte und in seiner Leiblichkeit dazu vorbereitet war, das als nathanischer Jesus die Individualität des Zarathustra in sich verkörpert hatte, nur dieses Ich konnte das allumfassende ChristusPrinzip in sich verwirklichen. Die anderen Menschen müssen nun nach und nach in der Nachfolge des Christus das entwickeln, was damals in der einen Persönlichkeit drei Jahre hindurch auf der Erde war. Nur die Anregung sozusagen, den Keim, konnte damals der Christus Jesus in die Menschheit hineinverpflanzen, und dieser Keim muß nun nach und nach wachsen und sich entfalten. Auch dafür wurde vorgesorgt, daß immer in entsprechend richtigen Zeiten diejenigen Menschen innerhalb der Erdenentwickelung erscheinen können, die nun das bringen können, wofür die Menschheit in einer späteren Zeit reif wird. Der, welcher damals auf der Erde als der Christus erschienen ist, mußte dafür sorgen, daß die Menschheit unmittelbar nach seinem Erscheinen die Verkündigung hatte, so wie sie dieselbe verstehen konnte; und er mußte auch Vorsorge treffen, daß später Individualitäten erschienen, die in dem Maße für die Seelen in spiritueller Beziehung sorgten, als diese später reifer geworden sind.
[ 9 ] Die Art und Weise nun, wie der Christus für die Zeiten vorgesorgt hat, die auf das Ereignis von Golgatha folgten, schildert uns der Schreiber des Johannes-Evangeliums. Er zeigt uns, wie der Christus selber in Lazarus jene Individualität auferweckte, die dann als Johannes weiterwirkte, und von der die Lehre in der Form ausging, wie sie in den Vorträgen über das Johannes-Evangelium beschrieben worden ist. Aber der Christus mußte auch dafür vorsorgen, daß in späteren Zeiten jene Individualität kommen konnte, welche ganz sachgemaß im Sinne der weiteren Entwickelung das in die Menschheit hineinbringen konnte, wofür die Menschen später reif sein konnten. Dazu mußte der Christus aber eine andere Individualität auferwecken Wie das geschah, schildert uns treulich der Schreiber des Lukas-Evangeliums. Während er sagt, daß er schildern will, was damals die imaginativen und inspirierten Hellseher über das Ereignis von Palästina sagen konnten, weist er zugleich darauf hin, was einmal gelehrt werden wird von einem anderen; aber erst in der Zukunft wird es gelehrt werden. Und um uns diesen geheimnisvollen Vorgang zu schildern, hat der Schreiber des Lukas-Evangeliums in sein Dokument auch eine Auferweckung hineinverwoben (Lukas 7, 11-17). Was wir über die «Auferweckung des Jünglings zu Nain» lesen, enthält das Geheimnis von dem fortwirkenden Christentum. Während bei der Heilung der Tochter des Jairus, die ich Ihnen vorgestern wenigstens andeutungsweise erklären konnte, die damit verknüpften Geheimnisse so tiefe sind, daß der Christus Jesus nur einige der Menschen mitnimmt, die den Heilungsvorgang ansehen konnten, und ihnen dann den Auftrag gibt, daß es nicht erzählt werden solle, sehen wir eine andere Auferweckung sich so abspielen, daß sie dann gleich erzählt wird. Das eine war ein Heilungsvorgang, der voraussetzte, daß der, der ihn vollzog, tief hineinschaute in die Vorgänge des physischen Leibes. Das andere war eine Auferweckung, eine Initiation. Diejenige Individualität, die in dem Leibe des Jünglings zu Nain enthalten ist, sollte eine Initiation ganz besonderer Art erfahren.
[ 9 ] Die Art und Weise nun, wie der Christus für die Zeiten vorgesorgt hat, die auf das Ereignis von Golgatha folgten, schildert uns der Schreiber des Johannes-Evangeliums. Er zeigt uns, wie der Christus selber in Lazarus jene Individualität auferweckte, die dann als Johannes weiterwirkte, und von der die Lehre in der Form ausging, wie sie in den Vorträgen über das Johannes-Evangelium beschrieben worden ist. Aber der Christus mußte auch dafür vorsorgen, daß in späteren Zeiten jene Individualität kommen konnte, welche ganz sachgemaß im Sinne der weiteren Entwickelung das in die Menschheit hineinbringen konnte, wofür die Menschen später reif sein konnten. Dazu mußte der Christus aber eine andere Individualität auferwecken Wie das geschah, schildert uns treulich der Schreiber des Lukas-Evangeliums. Während er sagt, daß er schildern will, was damals die imaginativen und inspirierten Hellseher über das Ereignis von Palästina sagen konnten, weist er zugleich darauf hin, was einmal gelehrt werden wird von einem anderen; aber erst in der Zukunft wird es gelehrt werden. Und um uns diesen geheimnisvollen Vorgang zu schildern, hat der Schreiber des Lukas-Evangeliums in sein Dokument auch eine Auferweckung hineinverwoben (Lukas 7, 11-17). Was wir über die «Auferweckung des Jünglings zu Nain» lesen, enthält das Geheimnis von dem fortwirkenden Christentum. Während bei der Heilung der Tochter des Jairus, die ich Ihnen vorgestern wenigstens andeutungsweise erklären konnte, die damit verknüpften Geheimnisse so tiefe sind, daß der Christus Jesus nur einige der Menschen mitnimmt, die den Heilungsvorgang ansehen konnten, und ihnen dann den Auftrag gibt, daß es nicht erzählt werden solle, sehen wir eine andere Auferweckung sich so abspielen, daß sie dann gleich erzählt wird. Das eine war ein Heilungsvorgang, der voraussetzte, daß der, der ihn vollzog, tief hineinschaute in die Vorgänge des physischen Leibes. Das andere war eine Auferweckung, eine Initiation. Diejenige Individualität, die in dem Leibe des Jünglings zu Nain enthalten ist, sollte eine Initiation ganz besonderer Art erfahren.
[ 10 ] Es gibt verschiedene Arten von Initiation oder Einweihung. Die eine Art besteht darin, daß der Betreffende, der eingeweiht worden ist, unmittelbar nach dem Einweihungsvorgange in sich aufleuchten sieht die Erkenntnisse der höheren Welten, daß er hineinschauen kann in die Vorgänge und Gesetze der geistigen Welten. Eine andere Art der Initiation kann aber so stattfinden, daß zunächst in die betreffende Seele nur der Keim hineinversenkt wird, so daß sie dann noch eine Inkarnation abzuwarten hat; dann tritt dieser Keim heraus, und es wird dann in der späteren Inkarnation der Betreffende ein Initiierter im ausdrücklichen Sinne.
[ 10 ] Es gibt verschiedene Arten von Initiation oder Einweihung. Die eine Art besteht darin, daß der Betreffende, der eingeweiht worden ist, unmittelbar nach dem Einweihungsvorgange in sich aufleuchten sieht die Erkenntnisse der höheren Welten, daß er hineinschauen kann in die Vorgänge und Gesetze der geistigen Welten. Eine andere Art der Initiation kann aber so stattfinden, daß zunächst in die betreffende Seele nur der Keim hineinversenkt wird, so daß sie dann noch eine Inkarnation abzuwarten hat; dann tritt dieser Keim heraus, und es wird dann in der späteren Inkarnation der Betreffende ein Initiierter im ausdrücklichen Sinne.
[ 11 ] Eine solche Initiation wurde mit dem Jüngling zu Nain vollzogen. Damals wurde seine Seele bei dem Ereignis von Palästina umgewandelt; da hatte sie noch nicht das Bewußtsein, hinaufgestiegen zu sein in die höheren Welten. Erst in der nächsten Inkarnation keimten die Kräfte heraus, die damals in diese Seele gelegt waren. — Es können hier in einem exoterischen Vortrage nicht die Namen genannt werden, welche damals in Betracht kamen, es kann nur darauf hingewiesen werden, daß später in einem gewaltigen Religionslehrer diejenige Individualität erwachte, welche der Christus Jesus in dem Jüngling zu Nain auferweckt hatte, und daß auf diese Weise in späterer Zeit ein neuer Lehrer des Christentums erstehen konnte mit den Kräften, die damals in seine Seele versenkt worden waren.
[ 11 ] Eine solche Initiation wurde mit dem Jüngling zu Nain vollzogen. Damals wurde seine Seele bei dem Ereignis von Palästina umgewandelt; da hatte sie noch nicht das Bewußtsein, hinaufgestiegen zu sein in die höheren Welten. Erst in der nächsten Inkarnation keimten die Kräfte heraus, die damals in diese Seele gelegt waren. — Es können hier in einem exoterischen Vortrage nicht die Namen genannt werden, welche damals in Betracht kamen, es kann nur darauf hingewiesen werden, daß später in einem gewaltigen Religionslehrer diejenige Individualität erwachte, welche der Christus Jesus in dem Jüngling zu Nain auferweckt hatte, und daß auf diese Weise in späterer Zeit ein neuer Lehrer des Christentums erstehen konnte mit den Kräften, die damals in seine Seele versenkt worden waren.
[ 12 ] So hat der Christus dafür gesorgt, daß auch später eine Individualität erscheinen konnte, die das Christentum weiterbrachte. Und diese Individualität, diein dem Jüngling zu Nain auferweckt wurde, ist dazu berufen, später immer mehr und mehr das Christentum mit den Lehren von Reinkarnation und Karma zu durchdringen, jene Lehren mit dem Christentum zu verbinden, welche damals, als der Christus selber auf der Erde wandelte, noch nicht ausdrücklich als Weisheitslehren verkündet werden konnten, weil sie damals erst gefühlsmäßig in die Menschenseelen hineinversenkt werden mußten.
[ 12 ] So hat der Christus dafür gesorgt, daß auch später eine Individualität erscheinen konnte, die das Christentum weiterbrachte. Und diese Individualität, diein dem Jüngling zu Nain auferweckt wurde, ist dazu berufen, später immer mehr und mehr das Christentum mit den Lehren von Reinkarnation und Karma zu durchdringen, jene Lehren mit dem Christentum zu verbinden, welche damals, als der Christus selber auf der Erde wandelte, noch nicht ausdrücklich als Weisheitslehren verkündet werden konnten, weil sie damals erst gefühlsmäßig in die Menschenseelen hineinversenkt werden mußten.
[ 13 ] Der Christus Jesus weist in der Tat, auch im Sinne des Lukas-Evangeliums, genügend darauf hin, wie etwas ganz Neues, das Bewußtwerden des Ich, in die Menschheitsentwickelung eingetreten ist; er weist darauf hin, und man muß es nur lesen können, daß die Menschen früher die geistige Welt nicht in ihr selbstbewußtes Ich einströmend gesehen haben, sondern daß sie dieses Geistige in sich einströmend hatten durch ihren physischen Leib, Ätherleib und Astralleib und daß immer ein Grad von Unbewußtheit dabei war, wenn früher göttlich-geistige Kräfte in den Menschen einströmten. Das sollte jetzt anders werden. Früher mußten die Menschen in der Strömung, in die der Christus Jesus unmittelbar hineinversetzt war, das Gesetz vom Sinai empfangen, das nur zum menschlichen Astralleib sprechen konnte. Es war dem Menschen so gegeben, daß es zwar in ihm wirkte, aber nicht unmittelbar aus den Kräften seines Ich heraus wirkte. Diese Kräfte waren erst in den Zeiten des Christus Jesus möglich, weil erst da die Menschen überhaupt zu einem Bewußtsein ihres Ich kamen. Das deutet der Christus Jesus auch im Lukas-Evangelium an da, wo er davon spricht, daß die Menschen allerdings zur Aufnahme eines ganz neuen Prinzips in ihre Seele erst völlig reif werden müssen; das deutet er an, wo er von seinem Vorläufer Johannes dem Täufer spricht (Lukas 7, 18-35).
[ 13 ] Der Christus Jesus weist in der Tat, auch im Sinne des Lukas-Evangeliums, genügend darauf hin, wie etwas ganz Neues, das Bewußtwerden des Ich, in die Menschheitsentwickelung eingetreten ist; er weist darauf hin, und man muß es nur lesen können, daß die Menschen früher die geistige Welt nicht in ihr selbstbewußtes Ich einströmend gesehen haben, sondern daß sie dieses Geistige in sich einströmend hatten durch ihren physischen Leib, Ätherleib und Astralleib und daß immer ein Grad von Unbewußtheit dabei war, wenn früher göttlich-geistige Kräfte in den Menschen einströmten. Das sollte jetzt anders werden. Früher mußten die Menschen in der Strömung, in die der Christus Jesus unmittelbar hineinversetzt war, das Gesetz vom Sinai empfangen, das nur zum menschlichen Astralleib sprechen konnte. Es war dem Menschen so gegeben, daß es zwar in ihm wirkte, aber nicht unmittelbar aus den Kräften seines Ich heraus wirkte. Diese Kräfte waren erst in den Zeiten des Christus Jesus möglich, weil erst da die Menschen überhaupt zu einem Bewußtsein ihres Ich kamen. Das deutet der Christus Jesus auch im Lukas-Evangelium an da, wo er davon spricht, daß die Menschen allerdings zur Aufnahme eines ganz neuen Prinzips in ihre Seele erst völlig reif werden müssen; das deutet er an, wo er von seinem Vorläufer Johannes dem Täufer spricht (Lukas 7, 18-35).
[ 14 ] Wie sah der Christus selbst diese Individualität des Johannes an? Er sagte: Johannes war dazu berufen, vor dem Erscheinen des Christus selbst den Menschen in der reinsten, edelsten Form das zu charakterisieren, was alte Prophetenlehre war, was rein und edel von alten Zeiten heraufströmte, Er sah den Johannes sozusagen als denjenigen an, der als der letzte in reinster, edelster Form brachte, was den alten Zeiten angehörte. Das «Gesetz und die Propheten» gehen bis zu Johannes. Er sollte noch einmal vor die Menschen hinstellen, was alte Lehre und alter Seeleninhalt den Menschen bringen konnte. Denn wie mußte dieser alte Seeleninhalt in den Zeiten vor dem Eintritt des ChristusPrinzips wirken?
[ 14 ] Wie sah der Christus selbst diese Individualität des Johannes an? Er sagte: Johannes war dazu berufen, vor dem Erscheinen des Christus selbst den Menschen in der reinsten, edelsten Form das zu charakterisieren, was alte Prophetenlehre war, was rein und edel von alten Zeiten heraufströmte, Er sah den Johannes sozusagen als denjenigen an, der als der letzte in reinster, edelster Form brachte, was den alten Zeiten angehörte. Das «Gesetz und die Propheten» gehen bis zu Johannes. Er sollte noch einmal vor die Menschen hinstellen, was alte Lehre und alter Seeleninhalt den Menschen bringen konnte. Denn wie mußte dieser alte Seeleninhalt in den Zeiten vor dem Eintritt des ChristusPrinzips wirken?
[ 15 ] Hier haben wir etwas, was auch einmal Lehre der modernen Naturwissenschaft werden wird, wenn diese sich ein wenig inspirieren lassen wird von dem, was Geisteswissenschaft oder Theosophie ist, wenn es ihr auch heute noch ganz sonderbar vorkommen würde. Ich muß hier auf etwas eingehen, was ich allerdings nur streifen kann, was Ihnen aber zeigen wird, in welche Tiefen Geisteswissenschaft gerade in bezug auf die Naturwissenschaft hineinzuleuchten berufen ist. Wenn Sie sich heute auf den Gebieten der Naturwissenschaft umsehen und sehen, wie diese durch die eingeschränkten Fähigkeiten des menschlichen Gedankens in die Geheimnisse des Menschendaseins eindringen will, so können Sie dargestellt finden, daß das Zusammenwirken des männlichen und weiblichen Fruchtkeims den ganzen Menschen zustande bringe. Das ist gerade ein Grundbestreben der modernen Naturwissenschaft, daß sie darstellen will, wie aus dem Zusammenwirken des männlichen und des weiblichen Keims der ganze Mensch wird. Sorgfältig sucht die Mikroskopie in den Substanzen festzustellen, was von den Eigenschaften aus dem männlichen und was aus dem weiblichen Keim herrühren kann, und sie ist befriedigt, wenn sie beweisen zu können glaubt, wie der Mensch wird aus einer Zusammenwirkung von männlichem und weiblichem Keim. Aber die Naturwissenschaft wird durch sich selber gedrängt werden, anzuerkennen, daß nur ein Teil der menschlichen Wesenheit durch das Zusammenwirken von männlichem und weiblichem Keim bestimmt wird und daß es für den heutigen Menschen in dem gegenwärtigen Entwickelungszyklus in der Tat so ist, daß man, selbst wenn man noch so genau weiß, was von dem einen und was von dem anderen Keim kommt, in der Regel nicht den ganzen Menschen erklärt hat.
[ 15 ] Hier haben wir etwas, was auch einmal Lehre der modernen Naturwissenschaft werden wird, wenn diese sich ein wenig inspirieren lassen wird von dem, was Geisteswissenschaft oder Theosophie ist, wenn es ihr auch heute noch ganz sonderbar vorkommen würde. Ich muß hier auf etwas eingehen, was ich allerdings nur streifen kann, was Ihnen aber zeigen wird, in welche Tiefen Geisteswissenschaft gerade in bezug auf die Naturwissenschaft hineinzuleuchten berufen ist. Wenn Sie sich heute auf den Gebieten der Naturwissenschaft umsehen und sehen, wie diese durch die eingeschränkten Fähigkeiten des menschlichen Gedankens in die Geheimnisse des Menschendaseins eindringen will, so können Sie dargestellt finden, daß das Zusammenwirken des männlichen und weiblichen Fruchtkeims den ganzen Menschen zustande bringe. Das ist gerade ein Grundbestreben der modernen Naturwissenschaft, daß sie darstellen will, wie aus dem Zusammenwirken des männlichen und des weiblichen Keims der ganze Mensch wird. Sorgfältig sucht die Mikroskopie in den Substanzen festzustellen, was von den Eigenschaften aus dem männlichen und was aus dem weiblichen Keim herrühren kann, und sie ist befriedigt, wenn sie beweisen zu können glaubt, wie der Mensch wird aus einer Zusammenwirkung von männlichem und weiblichem Keim. Aber die Naturwissenschaft wird durch sich selber gedrängt werden, anzuerkennen, daß nur ein Teil der menschlichen Wesenheit durch das Zusammenwirken von männlichem und weiblichem Keim bestimmt wird und daß es für den heutigen Menschen in dem gegenwärtigen Entwickelungszyklus in der Tat so ist, daß man, selbst wenn man noch so genau weiß, was von dem einen und was von dem anderen Keim kommt, in der Regel nicht den ganzen Menschen erklärt hat.
[ 16 ] Es gibt in jedem Menschen etwas, was nicht durch den Keim angeregt wird, sondern was sozusagen jungfräulicher Geburt ist, was sich von ganz anderen Gebieten her in die Keimung ergießt. Es verbindet sich mit dem Keime des Menschen etwas, was nicht von Vater und Mutter abstammt und was doch zu ihm gehört, was doch für ihn bestimmt ist, was sich hineinergießt in sein Ich und was veredelt werden kann, wenn es das Christus-Prinzip aufnimmt. Dasjenige ist im Menschen jungfräulich geboren, was sich im Laufe der Menschheitsentwickelung mit dem Christus verbindet. Und das hängt zusammen das wird einmal die Naturwissenschaft mit ihren eigenen Mitteln erkennen — mit jenem bedeutsamen Übergange, der sich in der Zeit des Christus Jesus abgespielt hat. Vorher konnte nichts in des Menschen Innern sein, was nicht auf dem Wege des Keimes in die Menschen gekommen ist. Es geschieht wirklich etwas zur Veränderung der IchEntwickelung im Laufe der Zeit. Die Menschheit ist seit jener Zeit. anders geworden; nur muß sie das, was ihr seit jener Zeit zu den Bestandteilen des bloßen Keimes hinzugefügt wird, nach und nach entwickeln und veredeln durch die Aufnahme des Christus-Prinzips.
[ 16 ] Es gibt in jedem Menschen etwas, was nicht durch den Keim angeregt wird, sondern was sozusagen jungfräulicher Geburt ist, was sich von ganz anderen Gebieten her in die Keimung ergießt. Es verbindet sich mit dem Keime des Menschen etwas, was nicht von Vater und Mutter abstammt und was doch zu ihm gehört, was doch für ihn bestimmt ist, was sich hineinergießt in sein Ich und was veredelt werden kann, wenn es das Christus-Prinzip aufnimmt. Dasjenige ist im Menschen jungfräulich geboren, was sich im Laufe der Menschheitsentwickelung mit dem Christus verbindet. Und das hängt zusammen das wird einmal die Naturwissenschaft mit ihren eigenen Mitteln erkennen — mit jenem bedeutsamen Übergange, der sich in der Zeit des Christus Jesus abgespielt hat. Vorher konnte nichts in des Menschen Innern sein, was nicht auf dem Wege des Keimes in die Menschen gekommen ist. Es geschieht wirklich etwas zur Veränderung der IchEntwickelung im Laufe der Zeit. Die Menschheit ist seit jener Zeit. anders geworden; nur muß sie das, was ihr seit jener Zeit zu den Bestandteilen des bloßen Keimes hinzugefügt wird, nach und nach entwickeln und veredeln durch die Aufnahme des Christus-Prinzips.
[ 17 ] Wir nähern uns damit einer sehr subtilen Wahrheit. Und für den, der die moderne Naturwissenschaft kennt, ist es merkwürdig und interessant, wie es heute schon Gebiete gibt, wo die Naturforscher sozusagen mit der Nase darauf hingestoßen werden, daß etwas im Menschen nicht aus dem Keime stammt. Es sind die Vorbedingungen dafür schon da, nur ist der Intellekt der Forscher nicht weit genug, um das, was er selbst in seinen Experimenten, in seinen Beobachtungen gegeben hat, richtig zu erkennen. Denn in dem, was objektiv in den Experimenten vorgeht, wirkt mehr, als die heutige Naturwissenschaft erkennt. Die Naturwissenschaft käme wenig weit, wenn sie nur der Geschicklichkeit der Forscher überlassen wäre. Während dieser oder jener im Laboratorium steht, in der Klinik oder im Kabinette arbeitet, stehen hinter ihm die die Welt lenkenden und leitenden Mächte und lassen an die Oberfläche kommen, was der Forscher nicht versteht, und wozu er nur Werkzeug ist. Es ist daher durchaus auch richtig, daß sogar die objektive Forschung von den «Meistern», das heißt von den höheren Individualitäten geleitet wird. Nur werden die Dinge, auf die jetzt hingewiesen ist, gewöhnlich nicht beobachtet. Aber sie werden beobachtet werden, wenn die bewußten Fähigkeiten der Forscher mit dem durchdrungen sein werden, was die spirituelle Lehre der Anthroposophie ist.
[ 17 ] Wir nähern uns damit einer sehr subtilen Wahrheit. Und für den, der die moderne Naturwissenschaft kennt, ist es merkwürdig und interessant, wie es heute schon Gebiete gibt, wo die Naturforscher sozusagen mit der Nase darauf hingestoßen werden, daß etwas im Menschen nicht aus dem Keime stammt. Es sind die Vorbedingungen dafür schon da, nur ist der Intellekt der Forscher nicht weit genug, um das, was er selbst in seinen Experimenten, in seinen Beobachtungen gegeben hat, richtig zu erkennen. Denn in dem, was objektiv in den Experimenten vorgeht, wirkt mehr, als die heutige Naturwissenschaft erkennt. Die Naturwissenschaft käme wenig weit, wenn sie nur der Geschicklichkeit der Forscher überlassen wäre. Während dieser oder jener im Laboratorium steht, in der Klinik oder im Kabinette arbeitet, stehen hinter ihm die die Welt lenkenden und leitenden Mächte und lassen an die Oberfläche kommen, was der Forscher nicht versteht, und wozu er nur Werkzeug ist. Es ist daher durchaus auch richtig, daß sogar die objektive Forschung von den «Meistern», das heißt von den höheren Individualitäten geleitet wird. Nur werden die Dinge, auf die jetzt hingewiesen ist, gewöhnlich nicht beobachtet. Aber sie werden beobachtet werden, wenn die bewußten Fähigkeiten der Forscher mit dem durchdrungen sein werden, was die spirituelle Lehre der Anthroposophie ist.
[ 18 ] Dadurch, daß das stattgefunden hat, was ich jetzt geschildert habe, ist mit den Fähigkeiten des Menschen seit dem Erscheinen des Christus auf der Erde eine große Veränderung vorgegangen. Vorher hat der Mensch nur jene Fähigkeiten benutzen können, die ihm aus dem väterlichen und mütterlichen Keime zugeflossen sind; denn nur diese sind so, daß sie sich in dem Menschen ausgestalten. Wenn wir zwischen Geburt und Tod stehen, entwickeln wir das an Fähigkeiten, was wir aus dem physischen Leibe, Atherleibe und Astralleibe sind. Vor der Zeit des Christus Jesus waren die Werkzeuge, die der Mensch für sich verwendete, allein zu präparieren aus dem bloßen Keim; nachher kam das hinzu, was jungfräulicher Geburt ist, was gar nicht durch den Keim angeregt ist. Das kann natürlich sehr verdorben werden, wenn der Mensch der bloßen materiellen Anschauung hingegeben ist. Wenn er sich aber der Wärme hingibt, die von dem Christus-Prinzip ausgeht, dann kann es veredelt werden, und er bringt es dann in die folgenden Inkarnationen in einer immer höheren und höheren Art hinein.
[ 18 ] Dadurch, daß das stattgefunden hat, was ich jetzt geschildert habe, ist mit den Fähigkeiten des Menschen seit dem Erscheinen des Christus auf der Erde eine große Veränderung vorgegangen. Vorher hat der Mensch nur jene Fähigkeiten benutzen können, die ihm aus dem väterlichen und mütterlichen Keime zugeflossen sind; denn nur diese sind so, daß sie sich in dem Menschen ausgestalten. Wenn wir zwischen Geburt und Tod stehen, entwickeln wir das an Fähigkeiten, was wir aus dem physischen Leibe, Atherleibe und Astralleibe sind. Vor der Zeit des Christus Jesus waren die Werkzeuge, die der Mensch für sich verwendete, allein zu präparieren aus dem bloßen Keim; nachher kam das hinzu, was jungfräulicher Geburt ist, was gar nicht durch den Keim angeregt ist. Das kann natürlich sehr verdorben werden, wenn der Mensch der bloßen materiellen Anschauung hingegeben ist. Wenn er sich aber der Wärme hingibt, die von dem Christus-Prinzip ausgeht, dann kann es veredelt werden, und er bringt es dann in die folgenden Inkarnationen in einer immer höheren und höheren Art hinein.
[ 19 ] Was aber jetzt gesagt worden ist, das setzt voraus, daß wir verstehen, daß in allen jenen Verkündigungen, welche der Christus-Verkündigung vorausgingen, etwas steckte, was an die Fähigkeiten gebunden war, die aus der Abstammung herrührten, welche der Mensch mit dem Keim empfing; und es setzt weiter voraus, daß wir uns bewußt werden müssen, daß der Christus Jesus zu den Fähigkeiten sprechen mußte, die nichts mit dem Keime aus der Erde zu tun haben, sondern die sich verbinden mit dem Keim aus den göttlichen Welten heraus. Alle die, welche vor dem Christus Jesus auftraten, konnten sich, um zu den Menschen zu sprechen, nur jener Fähigkeiten bedienen, die ihnen in ihrer irdischen Wesenheit durch die Keimanlagen übertragen worden sind. Alle die Propheten und Verkünder, so hoch sie waren, selbst wenn sie als Bodhisattvas herunterstiegen, sie mußten sich, um zu verkündigen, der Fähigkeiten bedienen, die durch den Keim gegangen sind. Der Christus Jesus aber sprach zu demjenigen im Menschen, was nicht durch den Keim geht, sondern was aus dem Reiche des Göttlichen ist. Darauf weist er im Sinne des Lukas-Evangeliums hin, wenn er zu seinen Jüngern über das Wesen Johannes des Täufers spricht:
[ 19 ] Was aber jetzt gesagt worden ist, das setzt voraus, daß wir verstehen, daß in allen jenen Verkündigungen, welche der Christus-Verkündigung vorausgingen, etwas steckte, was an die Fähigkeiten gebunden war, die aus der Abstammung herrührten, welche der Mensch mit dem Keim empfing; und es setzt weiter voraus, daß wir uns bewußt werden müssen, daß der Christus Jesus zu den Fähigkeiten sprechen mußte, die nichts mit dem Keime aus der Erde zu tun haben, sondern die sich verbinden mit dem Keim aus den göttlichen Welten heraus. Alle die, welche vor dem Christus Jesus auftraten, konnten sich, um zu den Menschen zu sprechen, nur jener Fähigkeiten bedienen, die ihnen in ihrer irdischen Wesenheit durch die Keimanlagen übertragen worden sind. Alle die Propheten und Verkünder, so hoch sie waren, selbst wenn sie als Bodhisattvas herunterstiegen, sie mußten sich, um zu verkündigen, der Fähigkeiten bedienen, die durch den Keim gegangen sind. Der Christus Jesus aber sprach zu demjenigen im Menschen, was nicht durch den Keim geht, sondern was aus dem Reiche des Göttlichen ist. Darauf weist er im Sinne des Lukas-Evangeliums hin, wenn er zu seinen Jüngern über das Wesen Johannes des Täufers spricht:
«Ich sage euch, einen größeren Propheten als Johannes gibt es nicht unter denen, die vom Weibe geboren sind»
«Ich sage euch, einen größeren Propheten als Johannes gibt es nicht unter denen, die vom Weibe geboren sind»
[ 20 ] das heißt, die in ihrer Wesenheit, wie sie vor uns stehen, erklärt werden dadurch, daß diese Wesenheit durch die physische Geburt aus dem männlichen und weiblichen Keim entstanden ist. Aber er sagt weiter:
[ 20 ] das heißt, die in ihrer Wesenheit, wie sie vor uns stehen, erklärt werden dadurch, daß diese Wesenheit durch die physische Geburt aus dem männlichen und weiblichen Keim entstanden ist. Aber er sagt weiter:
«Der kleinste Teil desjenigen, was nicht aus dem Weibe geboren ist, der sich mit dem Menschen aus dem Reich Gottes verbindet, ist größer als Johannes» (Lukas 7, 28).
«Der kleinste Teil desjenigen, was nicht aus dem Weibe geboren ist, der sich mit dem Menschen aus dem Reich Gottes verbindet, ist größer als Johannes» (Lukas 7, 28).
[ 21 ] So Tiefes verbirgt sich hinter solchen Worten. Wenn die Menschen einmal die Bibel studieren werden, durchleuchtet von dem Wesen der Geisteswissenschaft, dann werden sie sehen, daß in ihr physiologische Wahrheiten enthalten sind, die größer sind als alles, was neues, stümperhaftes physiologisches Denken zutage fördern kann. In einem solchen Worte wie dem eben angeführten liegt der Antrieb zur Erkenntnis einer der größten physiologischen Wahrheiten. So tief ist die Bibel, wenn wir siein Wahrheit auffassen.
[ 21 ] So Tiefes verbirgt sich hinter solchen Worten. Wenn die Menschen einmal die Bibel studieren werden, durchleuchtet von dem Wesen der Geisteswissenschaft, dann werden sie sehen, daß in ihr physiologische Wahrheiten enthalten sind, die größer sind als alles, was neues, stümperhaftes physiologisches Denken zutage fördern kann. In einem solchen Worte wie dem eben angeführten liegt der Antrieb zur Erkenntnis einer der größten physiologischen Wahrheiten. So tief ist die Bibel, wenn wir siein Wahrheit auffassen.
[ 22 ] Was ich Ihnen jetzt gesagt habe, erläutert der Christus Jesus in mannigfaltiger Weise auch in anderer Form. Er will darauf hinweisen, wie das, was sich durch ihn in die Welt einleben soll, ein ganz Neues ist, ein ganz anderes, als was jemals früher verkündet worden ist, weil es mit den Fähigkeiten verkündet wird, die herausgeboren sind aus den Reichen der Himmel, die wir nicht vererbt haben. Er weist darauf hin, wie schwierig es für die Menschen ist, sich nach und nach zum Verständnis einer solchen Lehre, eines solchen Evangeliums aufzuschwingen, wie die Menschen verlangen werden, so überzeugt zu werden, wie sie früher überzeugt worden sind. Aber er sagt ihnen zugleich: Von dem Neuen, was da gekommen ist, von der neuen Wahrheit könnt ihr nicht in derselben Art überzeugt werden; denn was als Zeugnis von der alten Form kommen konnte, das könnte euch an der neuen Form nicht überzeugen. Art und Form im Sinne der alten Wahrheit stellen sich am höchsten dar, so wie es der Mensch fassen kann, in der Weise, wie es symbolisiert wird in dem Zeichen des Jonas. In diesem wird durch die alte Art symbolisiert, wie der Mensch allmählich zur Erkenntnis hinaufwächst und in die geistigen Welten eindringt, oder wie er, um biblisch zu sprechen, Prophet wird (Lukas 11, 29-32).
[ 22 ] Was ich Ihnen jetzt gesagt habe, erläutert der Christus Jesus in mannigfaltiger Weise auch in anderer Form. Er will darauf hinweisen, wie das, was sich durch ihn in die Welt einleben soll, ein ganz Neues ist, ein ganz anderes, als was jemals früher verkündet worden ist, weil es mit den Fähigkeiten verkündet wird, die herausgeboren sind aus den Reichen der Himmel, die wir nicht vererbt haben. Er weist darauf hin, wie schwierig es für die Menschen ist, sich nach und nach zum Verständnis einer solchen Lehre, eines solchen Evangeliums aufzuschwingen, wie die Menschen verlangen werden, so überzeugt zu werden, wie sie früher überzeugt worden sind. Aber er sagt ihnen zugleich: Von dem Neuen, was da gekommen ist, von der neuen Wahrheit könnt ihr nicht in derselben Art überzeugt werden; denn was als Zeugnis von der alten Form kommen konnte, das könnte euch an der neuen Form nicht überzeugen. Art und Form im Sinne der alten Wahrheit stellen sich am höchsten dar, so wie es der Mensch fassen kann, in der Weise, wie es symbolisiert wird in dem Zeichen des Jonas. In diesem wird durch die alte Art symbolisiert, wie der Mensch allmählich zur Erkenntnis hinaufwächst und in die geistigen Welten eindringt, oder wie er, um biblisch zu sprechen, Prophet wird (Lukas 11, 29-32).
[ 23 ] Das ist die alte Art, zur Initiation zu kommen, zuerst seine Seele reif zu machen, alles vorzubereiten, was die Seele reif machen kann, dann durch dreieinhalb Tage hindurch in einen Zustand gebracht zu werden, in welchem man völlig der äußeren Welt entrückt ist und auch den Werkzeugen, mit denen man die äußere Welt wahrnimmt. Daher wurden die, welche in die geistige Welt hinaufgeführt werden sollten, zuerst sorgfältig vorbereitet; ihre Seele wurde zum Erkennen des geistigen Lebens präpariert. Dann wurden sie durch dreieinhalb Tage der Welt entrückt und dazu an einen Ort gebracht, wo sie auch durch ihre äußeren Sinne nichts wahrnehmen konnten, wo ihr Körper in einem todähnlichen Zustande war, und nach dreieinhalb Tagen wurden sie wieder auferweckt; da wurde ihre Seele wieder in den Körper zurückgerufen. Dann waren solche Menschen fähig, sich an das, was sie als Anschauung der höheren Welten empfangen hatten, zu erinnern und selber von den geistigen Welten zu künden. Das war das große Geheimnis der Initiation, daß die lange vorbereitete Seele durch dreieinhalb Tage aus ihrem Körper herausgeführt wurde in eine ganz andere Welt; da war sie abgeschlossen von der äußeren Welt und drang in die geistige Welt ein. Immer gingen unter den Völkern solche Menschen herum, die Verkünder der geistigen Welt sein konnten; sie waren es, die das durchgemacht hatten, was in der Bibel angedeutet wird als das Ruhen des Jonas im Walfisch (Jona 2, 1). Dazu wurde ein solcher vorbereitet, und er trug dann als alter Initiierter, wenn er vor dem Volke erschien, das Zeichen an sich, das die an sich trugen, die selbst die geistige Welt erleben konnten, das Zeichen des Jonas.
[ 23 ] Das ist die alte Art, zur Initiation zu kommen, zuerst seine Seele reif zu machen, alles vorzubereiten, was die Seele reif machen kann, dann durch dreieinhalb Tage hindurch in einen Zustand gebracht zu werden, in welchem man völlig der äußeren Welt entrückt ist und auch den Werkzeugen, mit denen man die äußere Welt wahrnimmt. Daher wurden die, welche in die geistige Welt hinaufgeführt werden sollten, zuerst sorgfältig vorbereitet; ihre Seele wurde zum Erkennen des geistigen Lebens präpariert. Dann wurden sie durch dreieinhalb Tage der Welt entrückt und dazu an einen Ort gebracht, wo sie auch durch ihre äußeren Sinne nichts wahrnehmen konnten, wo ihr Körper in einem todähnlichen Zustande war, und nach dreieinhalb Tagen wurden sie wieder auferweckt; da wurde ihre Seele wieder in den Körper zurückgerufen. Dann waren solche Menschen fähig, sich an das, was sie als Anschauung der höheren Welten empfangen hatten, zu erinnern und selber von den geistigen Welten zu künden. Das war das große Geheimnis der Initiation, daß die lange vorbereitete Seele durch dreieinhalb Tage aus ihrem Körper herausgeführt wurde in eine ganz andere Welt; da war sie abgeschlossen von der äußeren Welt und drang in die geistige Welt ein. Immer gingen unter den Völkern solche Menschen herum, die Verkünder der geistigen Welt sein konnten; sie waren es, die das durchgemacht hatten, was in der Bibel angedeutet wird als das Ruhen des Jonas im Walfisch (Jona 2, 1). Dazu wurde ein solcher vorbereitet, und er trug dann als alter Initiierter, wenn er vor dem Volke erschien, das Zeichen an sich, das die an sich trugen, die selbst die geistige Welt erleben konnten, das Zeichen des Jonas.
[ 24 ] Dies war die eine Art der Einweihung. Es gibt - so sagte der Christus — im alten Sinn kein anderes Zeichen denn das Zeichen des Jonas (Lukas 11, 29). Und noch deutlicher drückt er sich aus im Sinne des Lukas-Evangeliums: Es gibt allerdings als eine Erbschaft der alten Zeiten noch dieses, daß man ohne sein Zutun, ohne Initiation dumpf, dämmerhaft hellsehend werden kann und durch Offenbarung von oben in die geistige Welt hinaufgeführt werden könnte. — Er wollte darauf hinweisen, daß es neben der eben geschilderten jene zweite Art von Eingeweihten in die geistige Welt gäbe, daß es solche Menschen gäbe, die herumgingen unter den anderen Menschen und dadurch, daß sie eine entsprechende Abstammung hinter sich hatten, fähig waren, ohne eine besondere Initiation durchgemacht zu haben, in einer Art erhöhten Trancezustandes Offenbarungen von oben zu bekommen. Und der Christus wies darauf hin, daß diese zweifache Art, sich in die geistige Welt zu versetzen, von den alten Zeiten überkommen ist. Er sagte: Sehet hin und erinnert euch an den König Salomo. - In diesem wollte er eine Individualität jener Art hinstellen, welche ohne ihr Zutun, durch Offenbarung von oben, in die geistige Welt hineinschauen konnte. Daher ist auch die Königin von Saba, die zu dem König Salomo kommt, die Trägerin der Weisheit von oben, die Repräsentantin derjenigen, die dazu prädestiniert sind, alle die Erbstücke dumpfen, dämmerhaften Hellsehens zu haben, wie es in der atlantischen Zeit alle Menschen gehabt haben (Lukas 11, 31).
[ 24 ] Dies war die eine Art der Einweihung. Es gibt - so sagte der Christus — im alten Sinn kein anderes Zeichen denn das Zeichen des Jonas (Lukas 11, 29). Und noch deutlicher drückt er sich aus im Sinne des Lukas-Evangeliums: Es gibt allerdings als eine Erbschaft der alten Zeiten noch dieses, daß man ohne sein Zutun, ohne Initiation dumpf, dämmerhaft hellsehend werden kann und durch Offenbarung von oben in die geistige Welt hinaufgeführt werden könnte. — Er wollte darauf hinweisen, daß es neben der eben geschilderten jene zweite Art von Eingeweihten in die geistige Welt gäbe, daß es solche Menschen gäbe, die herumgingen unter den anderen Menschen und dadurch, daß sie eine entsprechende Abstammung hinter sich hatten, fähig waren, ohne eine besondere Initiation durchgemacht zu haben, in einer Art erhöhten Trancezustandes Offenbarungen von oben zu bekommen. Und der Christus wies darauf hin, daß diese zweifache Art, sich in die geistige Welt zu versetzen, von den alten Zeiten überkommen ist. Er sagte: Sehet hin und erinnert euch an den König Salomo. - In diesem wollte er eine Individualität jener Art hinstellen, welche ohne ihr Zutun, durch Offenbarung von oben, in die geistige Welt hineinschauen konnte. Daher ist auch die Königin von Saba, die zu dem König Salomo kommt, die Trägerin der Weisheit von oben, die Repräsentantin derjenigen, die dazu prädestiniert sind, alle die Erbstücke dumpfen, dämmerhaften Hellsehens zu haben, wie es in der atlantischen Zeit alle Menschen gehabt haben (Lukas 11, 31).
[ 25 ] Diese zwei Arten von Eingeweihten gab es: die eine Art, dargestellt durch Salomo und in dem bildhaften Hingehen der Königin von Saba, der Königin des Südens, zu ihm; die andere Art war die, welche im Zeichen des Jonas erfolgte, das heißt die alte Initiation, bei der man in vollem Abgeschlossensein von der Außenwelt während dreieinhalb Tagen durch die geistige Welt durchgeht. Nun fügt der Christus hinzu: «Hier ist mehr denn Salomo ..... hier ist mehr denn Jonas» (Lukas 11, 31 und 32), und weist damit darauf hin, daß etwas Neues in die Welt eingetreten ist, daß nicht bloß zu den Ätherleibern von außen durch Offenbarungen gesprochen wird wie bei Salomo und daß nicht gesprochen wird zu den Ätherleibern von innen durch Offenbarungen, die der dazu vorbereitete Astralleib dem Ätherleib mitteilen kann, wie bei denen, die symbolisiert sind durch das Zeichen des Jonas. Der Christus will sagen: Hier ist etwas, wo der Mensch, wenn er sich in seinem Ich dazu reif macht, sich mit dem verbindet, was den Reichen der Himmel angehört, weil die Kräfte aus den Reichen der Himmel sich mit dem jungfräulichen Teil in der Menschenseele verbinden, der den Reichen der Himmel angehört, und den die Menschen verderben können, indem sie sich von dem Christus-Prinzip abwenden, den sie aber auch hegen und pflegen können, wenn sie sich mit dem durchdringen, was von dem Christus-Prinzip ausströmt.
[ 25 ] Diese zwei Arten von Eingeweihten gab es: die eine Art, dargestellt durch Salomo und in dem bildhaften Hingehen der Königin von Saba, der Königin des Südens, zu ihm; die andere Art war die, welche im Zeichen des Jonas erfolgte, das heißt die alte Initiation, bei der man in vollem Abgeschlossensein von der Außenwelt während dreieinhalb Tagen durch die geistige Welt durchgeht. Nun fügt der Christus hinzu: «Hier ist mehr denn Salomo ..... hier ist mehr denn Jonas» (Lukas 11, 31 und 32), und weist damit darauf hin, daß etwas Neues in die Welt eingetreten ist, daß nicht bloß zu den Ätherleibern von außen durch Offenbarungen gesprochen wird wie bei Salomo und daß nicht gesprochen wird zu den Ätherleibern von innen durch Offenbarungen, die der dazu vorbereitete Astralleib dem Ätherleib mitteilen kann, wie bei denen, die symbolisiert sind durch das Zeichen des Jonas. Der Christus will sagen: Hier ist etwas, wo der Mensch, wenn er sich in seinem Ich dazu reif macht, sich mit dem verbindet, was den Reichen der Himmel angehört, weil die Kräfte aus den Reichen der Himmel sich mit dem jungfräulichen Teil in der Menschenseele verbinden, der den Reichen der Himmel angehört, und den die Menschen verderben können, indem sie sich von dem Christus-Prinzip abwenden, den sie aber auch hegen und pflegen können, wenn sie sich mit dem durchdringen, was von dem Christus-Prinzip ausströmt.
[ 26 ] So fügt der Christus Jesus — im Sinne des Lukas-Evangeliums — dasjenige seiner Lehre ein, was als ein neues Element damals auf die Erde gekommen ist, und wir sehen, wie sich alle alten Arten der Verkündigung des Gottesreiches durch das Ereignis von Palästina geändert haben. Daher sagt er zu denen, von welchen er voraussetzen konnte, daß sie ihn durch ihre Präparation ein wenig verstehen können: Wahrhaftig, es sind solche unter euch, die nicht nur in der Weise wie Salomo durch Offenbarung oder durch Initiation im Zeichen des Jonas das Reich Gottes sehen können; würden solche unter euch nichts anderes erlangen, so würden sie in dieser Inkarnation niemals das Reich Gottes sehen, sie würden eher sterben. — Das heißt, vor ihrem Tode würden sie das Reich Gottes nicht sehen, wenn sie nicht etwa initiiert würden; dann aber müßten sie auch einen todähnlichen Zustand durchmachen.
[ 26 ] So fügt der Christus Jesus — im Sinne des Lukas-Evangeliums — dasjenige seiner Lehre ein, was als ein neues Element damals auf die Erde gekommen ist, und wir sehen, wie sich alle alten Arten der Verkündigung des Gottesreiches durch das Ereignis von Palästina geändert haben. Daher sagt er zu denen, von welchen er voraussetzen konnte, daß sie ihn durch ihre Präparation ein wenig verstehen können: Wahrhaftig, es sind solche unter euch, die nicht nur in der Weise wie Salomo durch Offenbarung oder durch Initiation im Zeichen des Jonas das Reich Gottes sehen können; würden solche unter euch nichts anderes erlangen, so würden sie in dieser Inkarnation niemals das Reich Gottes sehen, sie würden eher sterben. — Das heißt, vor ihrem Tode würden sie das Reich Gottes nicht sehen, wenn sie nicht etwa initiiert würden; dann aber müßten sie auch einen todähnlichen Zustand durchmachen.
[ 27 ] Nun aber wollte der Christus zeigen, daß es auch solche Menschen geben kann, die, ehe sie sterben, durch das, was jetzt als neues Element in die Welt gekommen ist, die Reiche der Himmel zu sehen vermögen. Die Jünger verstanden zunächst nicht, um was es sich handelte. Doch wollte er ihnen zeigen, daß sie es sein sollten, die, ehe sie eines natürlichen Todes stürben oder jenes Todes, den man früher bei der Initiation gestorben ist, die Geheimnisse der Reiche der Himmel erfahren würden. Das ist jene wunderbare Stelle im Lukas-Evangelium, wo der Christus von einer höheren Offenbarung spricht und sagt:
[ 27 ] Nun aber wollte der Christus zeigen, daß es auch solche Menschen geben kann, die, ehe sie sterben, durch das, was jetzt als neues Element in die Welt gekommen ist, die Reiche der Himmel zu sehen vermögen. Die Jünger verstanden zunächst nicht, um was es sich handelte. Doch wollte er ihnen zeigen, daß sie es sein sollten, die, ehe sie eines natürlichen Todes stürben oder jenes Todes, den man früher bei der Initiation gestorben ist, die Geheimnisse der Reiche der Himmel erfahren würden. Das ist jene wunderbare Stelle im Lukas-Evangelium, wo der Christus von einer höheren Offenbarung spricht und sagt:
«Ich sage euch aber wahrhaftig: es sind einige unter denen, die hier stehen, welche den Tod nicht kosten werden, bis sie die Reiche der Himmel sehen» (Lukas 9, 27).
«Ich sage euch aber wahrhaftig: es sind einige unter denen, die hier stehen, welche den Tod nicht kosten werden, bis sie die Reiche der Himmel sehen» (Lukas 9, 27).
[ 28 ] Das verstanden sie nicht, daß sie, die um ihn herum waren, dazu ausersehen waren, jene starke Wirkung von jenem Ich, von dem ChristusPrinzip, zu erfahren, durch die sie unmittelbar in die geistige Welt hinaufdringen sollten. Die geistige Welt sollte ihnen offenbar werden ohne das Zeichen des Salomo und ohne das Zeichen des Jonas. Ist das geschehen?
[ 28 ] Das verstanden sie nicht, daß sie, die um ihn herum waren, dazu ausersehen waren, jene starke Wirkung von jenem Ich, von dem ChristusPrinzip, zu erfahren, durch die sie unmittelbar in die geistige Welt hinaufdringen sollten. Die geistige Welt sollte ihnen offenbar werden ohne das Zeichen des Salomo und ohne das Zeichen des Jonas. Ist das geschehen?
[ 29 ] Unmittelbar an diese Worte schließt sich die Szene der Verklärung an, wo drei Jünger, Petrus, Jakobus und Johannes, in die geistige Welt hinaufgeführt werden und ihnen entgegentritt, was in der geistigen Welt als Moses und Elias vorhanden ist, und zugleich das Geistige selbst, was in dem Christus Jesus lebt (Lukas 9, 28-36). Sie schauen für einen Moment in die geistige Welt hinein, um ein Zeugnis dafür zu bekommen, daß man ohne das Zeichen des Salomo und ohne das Zeichen des Jonas in die geistige Welt Einblick erhält. Aber zugleich zeigt sich, daß sie noch Anfänger sind: Sie schlafen gleich ein, nachdem sie durch die Gewalt dessen, was geschieht, aus ihren physischen und Ätherleibern herausgerissen sind. Daher findet der Christus sie schlafend. Daran sollte gezeigt werden, welches die dritte Art, in die geistige Welt hineinzukommen, ist, außer der unter dem Zeichen des Salomo und der unter dem Zeichen des Jonas. Das wußte eben derjenige, der für die damalige Zeit die Zeichen der Zeit zu deuten verstand, daß das Ich sich entwickeln mußte, daß es jetzt unmittelbar inspiriert werden mußte, daß die göttlichen Kräfte unmittelbar in das Ich hineinwirken mußten.
[ 29 ] Unmittelbar an diese Worte schließt sich die Szene der Verklärung an, wo drei Jünger, Petrus, Jakobus und Johannes, in die geistige Welt hinaufgeführt werden und ihnen entgegentritt, was in der geistigen Welt als Moses und Elias vorhanden ist, und zugleich das Geistige selbst, was in dem Christus Jesus lebt (Lukas 9, 28-36). Sie schauen für einen Moment in die geistige Welt hinein, um ein Zeugnis dafür zu bekommen, daß man ohne das Zeichen des Salomo und ohne das Zeichen des Jonas in die geistige Welt Einblick erhält. Aber zugleich zeigt sich, daß sie noch Anfänger sind: Sie schlafen gleich ein, nachdem sie durch die Gewalt dessen, was geschieht, aus ihren physischen und Ätherleibern herausgerissen sind. Daher findet der Christus sie schlafend. Daran sollte gezeigt werden, welches die dritte Art, in die geistige Welt hineinzukommen, ist, außer der unter dem Zeichen des Salomo und der unter dem Zeichen des Jonas. Das wußte eben derjenige, der für die damalige Zeit die Zeichen der Zeit zu deuten verstand, daß das Ich sich entwickeln mußte, daß es jetzt unmittelbar inspiriert werden mußte, daß die göttlichen Kräfte unmittelbar in das Ich hineinwirken mußten.
[ 30 ] Es sollte aber zu gleicher Zeit gezeigt werden, wie die damaligen Menschen, wenn sie auch Exemplare höchster Art waren, nicht fähig waren, das Christus-Prinzip in sich aufzunehmen. Ein Anfang sollte in dieser Beziehung in der Verklärung gemacht werden, aber zugleich gezeigt werden, daß die Jünger zunächst nicht fähig waren, das ChristusPrinzipganz aufzunehmen. Daher versagen gleich hinterher ihreKräfte, als sie das Christus-Prinzip anwenden und einen Menschen heilen wollen, der von einem bösen Geiste gepackt ist; sie können es aber nicht. Da weist der Christus darauf hin, daß sie erst an einem Anfange stehen, indem er sagt: Ich werde noch lange bei euch bleiben müssen, bis eure Kräfte auch in die anderen Menschen einströmen können (Lukas 9, 41). Und er heilt dann den, den die Jünger nicht heilen konnten. Dann aber sagt er, sie noch einmal auf alles hinweisend, was sich als Geheimnis dahinter verbarg: «Jetzt ist die Zeit gekommen, daß der Sohn des Menschen ausgeliefert werden soll in Menschenhände», das heißt, wo das, was die Menschen in ihrer Erdenmission aus sich heraus entwickeln sollen, nach und nach in die Menschen einströmen soll, wo das menschliche Ich dem Menschen übergeben werden soll, das sie in der höchsten Gestalt, in dem Christus, erkennen sollen.
[ 30 ] Es sollte aber zu gleicher Zeit gezeigt werden, wie die damaligen Menschen, wenn sie auch Exemplare höchster Art waren, nicht fähig waren, das Christus-Prinzip in sich aufzunehmen. Ein Anfang sollte in dieser Beziehung in der Verklärung gemacht werden, aber zugleich gezeigt werden, daß die Jünger zunächst nicht fähig waren, das ChristusPrinzipganz aufzunehmen. Daher versagen gleich hinterher ihreKräfte, als sie das Christus-Prinzip anwenden und einen Menschen heilen wollen, der von einem bösen Geiste gepackt ist; sie können es aber nicht. Da weist der Christus darauf hin, daß sie erst an einem Anfange stehen, indem er sagt: Ich werde noch lange bei euch bleiben müssen, bis eure Kräfte auch in die anderen Menschen einströmen können (Lukas 9, 41). Und er heilt dann den, den die Jünger nicht heilen konnten. Dann aber sagt er, sie noch einmal auf alles hinweisend, was sich als Geheimnis dahinter verbarg: «Jetzt ist die Zeit gekommen, daß der Sohn des Menschen ausgeliefert werden soll in Menschenhände», das heißt, wo das, was die Menschen in ihrer Erdenmission aus sich heraus entwickeln sollen, nach und nach in die Menschen einströmen soll, wo das menschliche Ich dem Menschen übergeben werden soll, das sie in der höchsten Gestalt, in dem Christus, erkennen sollen.
«Nehmt euch diese Worte zu Ohren: es ist an der Zeit, daß der Sohn des Menschen ausgeliefert wird in Menschenhände.
Sie aber verstanden dieses Wort nicht, und es war vor ihnen verborgen, daß sie es nicht begriffen» (Lukas 9, 44-45).
«Nehmt euch diese Worte zu Ohren: es ist an der Zeit, daß der Sohn des Menschen ausgeliefert wird in Menschenhände.
Sie aber verstanden dieses Wort nicht, und es war vor ihnen verborgen, daß sie es nicht begriffen» (Lukas 9, 44-45).
[ 31 ] Nun, wieviel Menschen haben bis heute dieses Wort verstanden? Aber immer mehr und mehr Menschen werden dieses Wort verstehen, daß damals das Ich, der Menschensohn, an die Menschen hat ausgeliefert werden sollen. Was für die damalige Zeit als Erklärung beigefügt werden konnte, das fügt der Christus Jesus nun auch bei. Er sagt: So, wie der heutige Mensch vor uns steht, ist er ein Produkt, das entstanden ist aus jenen alten Kräften, die wirksam waren, als noch keine luziferischen Wesenheiten in den Menschen eingegriffen hatten; dann sind die luziferischen Kräfte gekommen und haben den Menschen heruntergezogen. Das alles hat sich in die Fähigkeiten hineinversenkt, welche heute dem Menschen zu eigen sind. In alles das, was aus dem Keime ist, hat sich in des Menschen Bewußtsein dasjenige hineingemischt, was Ihn in eine niedere Sphäre herunterzog.
[ 31 ] Nun, wieviel Menschen haben bis heute dieses Wort verstanden? Aber immer mehr und mehr Menschen werden dieses Wort verstehen, daß damals das Ich, der Menschensohn, an die Menschen hat ausgeliefert werden sollen. Was für die damalige Zeit als Erklärung beigefügt werden konnte, das fügt der Christus Jesus nun auch bei. Er sagt: So, wie der heutige Mensch vor uns steht, ist er ein Produkt, das entstanden ist aus jenen alten Kräften, die wirksam waren, als noch keine luziferischen Wesenheiten in den Menschen eingegriffen hatten; dann sind die luziferischen Kräfte gekommen und haben den Menschen heruntergezogen. Das alles hat sich in die Fähigkeiten hineinversenkt, welche heute dem Menschen zu eigen sind. In alles das, was aus dem Keime ist, hat sich in des Menschen Bewußtsein dasjenige hineingemischt, was Ihn in eine niedere Sphäre herunterzog.
[ 32 ] Der Mensch ist ein zweifaches Wesen. Was er bisher aber an Bewußtsein entwickelt hat, das ist ganz von dem Früheren durchdrungen, von den luziferischen Kräften. Nur das, worinnen Unbewußtes im Menschen waltet, ist dasjenige, was sozusagen wie ein letzter Rest aus der Entwickelung durch Saturn, Sonne und Mond, als noch keine luziferischen Kräfte vorhanden waren, heute als jungfräuliches Teil in den Menschen hineinströmt; aber das kann sich nicht mit dem Menschen verbinden ohne das, was der Mensch durch das Christus-Prinzip in sich ausbilden kann. So wie der Mensch heute vor uns steht, ist er zunächst ein Ergebnis der Vererbung, ein Zusammenfluß dessen, was aus den Keimen heraus stammt. Indem er so heranwächst, ist er von vornherein eine Zweiheit. Nur ist diese Zweiheit schon von luziferischen Kräften durchdrungen. Solange aber der Mensch noch nicht von Selbstbewußtsein durchleuchtet ist, solange er aus seinem eigenen Ich heraus noch nicht zwischen Gut und Böse voll unterscheiden kann, solange zeigt er uns durch den Schleier des Späteren hindurch seine frühere, seine ursprüngliche Natur. Nur das, was an dem heutigen Menschen kindlich ist, hat noch einen letzten Rest jener Wesenheit, die der Mensch gehabt hat, bevor er dem Einfluß der luziferischen Wesenheiten unterlegen ist.
[ 32 ] Der Mensch ist ein zweifaches Wesen. Was er bisher aber an Bewußtsein entwickelt hat, das ist ganz von dem Früheren durchdrungen, von den luziferischen Kräften. Nur das, worinnen Unbewußtes im Menschen waltet, ist dasjenige, was sozusagen wie ein letzter Rest aus der Entwickelung durch Saturn, Sonne und Mond, als noch keine luziferischen Kräfte vorhanden waren, heute als jungfräuliches Teil in den Menschen hineinströmt; aber das kann sich nicht mit dem Menschen verbinden ohne das, was der Mensch durch das Christus-Prinzip in sich ausbilden kann. So wie der Mensch heute vor uns steht, ist er zunächst ein Ergebnis der Vererbung, ein Zusammenfluß dessen, was aus den Keimen heraus stammt. Indem er so heranwächst, ist er von vornherein eine Zweiheit. Nur ist diese Zweiheit schon von luziferischen Kräften durchdrungen. Solange aber der Mensch noch nicht von Selbstbewußtsein durchleuchtet ist, solange er aus seinem eigenen Ich heraus noch nicht zwischen Gut und Böse voll unterscheiden kann, solange zeigt er uns durch den Schleier des Späteren hindurch seine frühere, seine ursprüngliche Natur. Nur das, was an dem heutigen Menschen kindlich ist, hat noch einen letzten Rest jener Wesenheit, die der Mensch gehabt hat, bevor er dem Einfluß der luziferischen Wesenheiten unterlegen ist.
[ 33 ] Daher haben wir jetzt den Menschen so vor uns, daß wir einen «kindlichen» Teil und einen «erwachsenen» Teil haben. Der erwachsene Teil ist der von den luziferischen Kräften durchdrungene, aber er macht seinen Einfluß geltend von der allerersten Keimanlage an. Die luziferischen Kräfte durchdringen auch schon das Kind, so daß im gewöhnlichen Leben nicht das zum Vorschein kommen kann, was schon früher, vor dem luziferischen Einfluß, in den Menschen hineinversenkt worden ist. Dasmuß dieChristus-Kraft wieder aufwecken. Die ChristusKraft muß sich mit dem verbinden, was die besten Kräfte der kindlichen Natur im Menschen sind. Sie darf nicht an die Fähigkeiten anknüpfen, die der Mensch verdorben hat, an das, was aus der aus dem bloßen Intellekt geborenen Weisheit herstammt, sondern sie muß an das anknüpfen, was aus den alten Zeiten der kindlichen Natur geblieben ist. Das ist das Beste; das muß sie wieder regenerieren und von da ausgehend das andere befruchten.
[ 33 ] Daher haben wir jetzt den Menschen so vor uns, daß wir einen «kindlichen» Teil und einen «erwachsenen» Teil haben. Der erwachsene Teil ist der von den luziferischen Kräften durchdrungene, aber er macht seinen Einfluß geltend von der allerersten Keimanlage an. Die luziferischen Kräfte durchdringen auch schon das Kind, so daß im gewöhnlichen Leben nicht das zum Vorschein kommen kann, was schon früher, vor dem luziferischen Einfluß, in den Menschen hineinversenkt worden ist. Dasmuß dieChristus-Kraft wieder aufwecken. Die ChristusKraft muß sich mit dem verbinden, was die besten Kräfte der kindlichen Natur im Menschen sind. Sie darf nicht an die Fähigkeiten anknüpfen, die der Mensch verdorben hat, an das, was aus der aus dem bloßen Intellekt geborenen Weisheit herstammt, sondern sie muß an das anknüpfen, was aus den alten Zeiten der kindlichen Natur geblieben ist. Das ist das Beste; das muß sie wieder regenerieren und von da ausgehend das andere befruchten.
«Es fuhr aber der Gedanke unter sie, wer von ihnen der größte sei»
«Es fuhr aber der Gedanke unter sie, wer von ihnen der größte sei»
[ 34 ] das heißt, wer am meisten geeignet sei, das Christus-Prinzip in sich aufzunehmen.
[ 34 ] das heißt, wer am meisten geeignet sei, das Christus-Prinzip in sich aufzunehmen.
«Da aber Jesus ihres Herzens Gedanken wußte, nahm er ein Kind, stellte es neben sich und sagte: Wer dieses Kind aufnimmt in meinem Namen,»
«Da aber Jesus ihres Herzens Gedanken wußte, nahm er ein Kind, stellte es neben sich und sagte: Wer dieses Kind aufnimmt in meinem Namen,»
[ 35 ] das heißt, wer sich im Namen des Christus mit dem verbindet, was aus den vorluziferischen Zeiten geblieben ist -,
[ 35 ] das heißt, wer sich im Namen des Christus mit dem verbindet, was aus den vorluziferischen Zeiten geblieben ist -,
«der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat» (Lukas 9, 46-48),
«der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat» (Lukas 9, 46-48),
[ 36 ] das heißt, der diesen Teil des Menschen auf die Erde gesandt hat. Da haben Sie die große Bedeutung dessen betont, was im Menschen kindlich geblieben ist und was gehegt und gepflegt werden soll in der menschlichen Natur.
[ 36 ] das heißt, der diesen Teil des Menschen auf die Erde gesandt hat. Da haben Sie die große Bedeutung dessen betont, was im Menschen kindlich geblieben ist und was gehegt und gepflegt werden soll in der menschlichen Natur.
[ 37 ] Man kann sagen: Der Mensch, welcher da vor mir steht, hat eigentlich ganz gute Anlagen. Man kann sich alle Mühe geben, diese Anlagen zu entwickeln, wie der Mensch im gewöhnlichen Leben ja auch gute Fortschritte macht. Wie man es heute macht, so wird man nicht auf das in den Untergründen des Menschen Vorhandene Rücksicht nehmen. Man sollte aber auf das im Menschen kindlich Gebliebene schauen, denn auf dem Umwege über dieses kindlich Gebliebene sollen durch die Christus-Fähigkeit erst wieder die anderen Fahigkeiten erwärmt werden. Das Kindliche soll er wir gescheit machen, damit von da aus die anderen Fähigkeiten wieder gescheit werden. Jeder trägt in dieser Beziehunz die kindliche Natur in sich, und diese wird, wenn sie rege ist, auch eine Empfänglichkeit haben für die Verbindung mit dem Christus-Prinzip. Die Kräfte aber, die unter dem luziferischen Einfluß stehen, wenn sie auch noch so hoch sind, sie werden heute nur, wenn sie allein im Menschen wirken, dasjenige, was als Christus-Kraft auf der Erde leben kann, ablehnen und verspotten, wie es der Christus selber vorausgesagt hat.
[ 37 ] Man kann sagen: Der Mensch, welcher da vor mir steht, hat eigentlich ganz gute Anlagen. Man kann sich alle Mühe geben, diese Anlagen zu entwickeln, wie der Mensch im gewöhnlichen Leben ja auch gute Fortschritte macht. Wie man es heute macht, so wird man nicht auf das in den Untergründen des Menschen Vorhandene Rücksicht nehmen. Man sollte aber auf das im Menschen kindlich Gebliebene schauen, denn auf dem Umwege über dieses kindlich Gebliebene sollen durch die Christus-Fähigkeit erst wieder die anderen Fahigkeiten erwärmt werden. Das Kindliche soll er wir gescheit machen, damit von da aus die anderen Fähigkeiten wieder gescheit werden. Jeder trägt in dieser Beziehunz die kindliche Natur in sich, und diese wird, wenn sie rege ist, auch eine Empfänglichkeit haben für die Verbindung mit dem Christus-Prinzip. Die Kräfte aber, die unter dem luziferischen Einfluß stehen, wenn sie auch noch so hoch sind, sie werden heute nur, wenn sie allein im Menschen wirken, dasjenige, was als Christus-Kraft auf der Erde leben kann, ablehnen und verspotten, wie es der Christus selber vorausgesagt hat.
[ 38 ] So wird uns gerade im Sinne des Lukas-Evangeliums klar vor die Seele gestellt, welches der Sinn der neuen Verkündigung ist. Wenn einer, der das Zeichen des Jonas an der Stirne trug, ein alter Initiierter, durch die Menschen schritt, so erkannte man ihn als einen solchen, der von den geistigen Welten zu verkünden hatte. Aber nur diejenigen wußten es, wie ein solcher aussieht, die darüber unterrichtet worden waren; es gehört eine besondere Vorbereitung dazu, um das Zeichen des Jonas zu verstehen. Eine neue Vorbereitung aber sollte dazu gehören, um — mehr als das Zeichen des Salomo und mehr als das Zeichen des Jonas — eine neue Art des Verstehens, eine neue Art, die Seele reif zu machen, hervorzubringen. Die Zeitgenossen des Christus Jesus konnten zunächst nur die alte Art verstehen, und eine den meisten bekannte Art war noch das, was Johannes der Täufer brachte. Daß aber jetzt der Christus Jesus etwas vollständig Neues brachte, daß er Seelen unter denen suchte, die gar nicht so aussahen, wie man sich früher solche Menschen vorgestellt hatte, das war den Leuten etwas ganz Fremdes. Sie hatten vorausgesetzt, daß er bei denen sitzen werde, welche Übungen der alten Art durchmachten, und ihnen seine Lehre verkünden werde. Daher konnten sie nicht verstehen, daß er bei denen sitzt, welche sie als Sünder ansahen. Aber er sagte ihnen: Würde ich das, was ich als ganz Neues der Menschheit zu geben habe, in der alten Art verkünden, würde nicht auch eine ganz neue Form an die Stelle der alten treten, so würde ich dasselbe machen, wie wenn ich einen neuen Flicken auf ein altes Kleid nähen würde oder wenn ich neuen Wein nehmen und ihn in alte Schläuche geben würde. Was jetzt der Menschheit gegeben werden soll und was mehr ist als das Zeichen des Salomo oder das des Jonas, das muß in neue Schläuche, in neue Formen gegossen werden. Und ihr müßt euch dazu aufraffen, um in einer neuen Form auch die neue Verkündigung zu verstehen (Lukas 5, 36-37).
[ 38 ] So wird uns gerade im Sinne des Lukas-Evangeliums klar vor die Seele gestellt, welches der Sinn der neuen Verkündigung ist. Wenn einer, der das Zeichen des Jonas an der Stirne trug, ein alter Initiierter, durch die Menschen schritt, so erkannte man ihn als einen solchen, der von den geistigen Welten zu verkünden hatte. Aber nur diejenigen wußten es, wie ein solcher aussieht, die darüber unterrichtet worden waren; es gehört eine besondere Vorbereitung dazu, um das Zeichen des Jonas zu verstehen. Eine neue Vorbereitung aber sollte dazu gehören, um — mehr als das Zeichen des Salomo und mehr als das Zeichen des Jonas — eine neue Art des Verstehens, eine neue Art, die Seele reif zu machen, hervorzubringen. Die Zeitgenossen des Christus Jesus konnten zunächst nur die alte Art verstehen, und eine den meisten bekannte Art war noch das, was Johannes der Täufer brachte. Daß aber jetzt der Christus Jesus etwas vollständig Neues brachte, daß er Seelen unter denen suchte, die gar nicht so aussahen, wie man sich früher solche Menschen vorgestellt hatte, das war den Leuten etwas ganz Fremdes. Sie hatten vorausgesetzt, daß er bei denen sitzen werde, welche Übungen der alten Art durchmachten, und ihnen seine Lehre verkünden werde. Daher konnten sie nicht verstehen, daß er bei denen sitzt, welche sie als Sünder ansahen. Aber er sagte ihnen: Würde ich das, was ich als ganz Neues der Menschheit zu geben habe, in der alten Art verkünden, würde nicht auch eine ganz neue Form an die Stelle der alten treten, so würde ich dasselbe machen, wie wenn ich einen neuen Flicken auf ein altes Kleid nähen würde oder wenn ich neuen Wein nehmen und ihn in alte Schläuche geben würde. Was jetzt der Menschheit gegeben werden soll und was mehr ist als das Zeichen des Salomo oder das des Jonas, das muß in neue Schläuche, in neue Formen gegossen werden. Und ihr müßt euch dazu aufraffen, um in einer neuen Form auch die neue Verkündigung zu verstehen (Lukas 5, 36-37).
[ 39 ] Die, welche verstehen sollten, sie mußten verstehen durch den gewaltigen Einfluß des Ich, nicht durch das, was sie gelernt hatten, sondern durch das, was übergeströmt war aus der spirituellen Wesenheit des Christus in sie. Dazu aber waren nicht diejenigen ausersehen, die im Sinne der alten Lehren vorbereitet waren, sondern die, welche durch Inkarnationen und Inkarnationen durchgegangen waren und sich trotzdem als einfache Leute zeigten, die durch die in sie übergeströmte Glaubenskraft verstehen konnten. Daher mußte auch vor sie ein Zeichen hingestellt werden, das vor aller Augen sich abspielte. Was sich durch Jahrhunderte und Jahrtausende in den Mysterientempeln abgespielt hatte als das Hindurchgehen durch den «mystischen Tod», das mußte sich auf dem großen Schauplatze der Weltgeschichte abspielen. Alles, was sich geheimnisvoll in den großen Initiationstempeln zugetragen hatte, das trat jetzt heraus und stand da als ein einzelnes Ereignis auf Golgatha. In intensiver Weise trat vor die Menschheit hin, was sonst nur vor die Eingeweihten in den dreieinhalb Tagen getreten war, wo eine alte Initiation vollzogen worden war. Daher mußte der, welcher die Tatsachen kannte, den Vorgang von Golgatha als das schildern, was er war, als die in Historie umgewandelte, auf den äußeren Platz der Weltgeschichte gebrachte alte Initiation.
[ 39 ] Die, welche verstehen sollten, sie mußten verstehen durch den gewaltigen Einfluß des Ich, nicht durch das, was sie gelernt hatten, sondern durch das, was übergeströmt war aus der spirituellen Wesenheit des Christus in sie. Dazu aber waren nicht diejenigen ausersehen, die im Sinne der alten Lehren vorbereitet waren, sondern die, welche durch Inkarnationen und Inkarnationen durchgegangen waren und sich trotzdem als einfache Leute zeigten, die durch die in sie übergeströmte Glaubenskraft verstehen konnten. Daher mußte auch vor sie ein Zeichen hingestellt werden, das vor aller Augen sich abspielte. Was sich durch Jahrhunderte und Jahrtausende in den Mysterientempeln abgespielt hatte als das Hindurchgehen durch den «mystischen Tod», das mußte sich auf dem großen Schauplatze der Weltgeschichte abspielen. Alles, was sich geheimnisvoll in den großen Initiationstempeln zugetragen hatte, das trat jetzt heraus und stand da als ein einzelnes Ereignis auf Golgatha. In intensiver Weise trat vor die Menschheit hin, was sonst nur vor die Eingeweihten in den dreieinhalb Tagen getreten war, wo eine alte Initiation vollzogen worden war. Daher mußte der, welcher die Tatsachen kannte, den Vorgang von Golgatha als das schildern, was er war, als die in Historie umgewandelte, auf den äußeren Platz der Weltgeschichte gebrachte alte Initiation.
[ 40 ] Das ist es, was sich auf Golgatha zugetragen hat. Was die wenigen Eingeweihten früher in den Initiationstempeln gesehen hatten, das Ruhen während dreieinhalb Tagen in einem todähnlichen Zustande, wodurch sie die Überzeugung gewonnen hatten, daß das Geistige immer das Leibliche überwinden wird, daß das Seelisch-Geistige des Menschen einer geistigen Welt angehört, das sollte sich jetzt einmal vor aller Augen abspielen. Eine Initiation, hinausgetragen auf den Plan der Weltgeschichte, ist das Ereignis von Golgatha. Damit ist diese Initiation aber nicht bloß für diejenigen vollzogen, welche damals um dieses Ereignis herumstanden, sondern für die ganze Menschheit. Und was vom Tode am Kreuz ausgeflossen ist, das strömt von da aus in die ganze Menschheit ein. Ein Strom geistigen Lebens geht von den Blutstropfen aus, die auf Golgatha aus den Wunden des Christus Jesus geflossen sind, ausströmend von da in die ganze Menschheit hinein. Denn als Kraft sollte in die Menschheit gehen, was als Weisheit von anderen Verkündigern ausgeflossen ist. Das ist der große Unterschied zwischen dem Ereignis von Golgatha und der Lehre der anderen Religionsstifter.
[ 40 ] Das ist es, was sich auf Golgatha zugetragen hat. Was die wenigen Eingeweihten früher in den Initiationstempeln gesehen hatten, das Ruhen während dreieinhalb Tagen in einem todähnlichen Zustande, wodurch sie die Überzeugung gewonnen hatten, daß das Geistige immer das Leibliche überwinden wird, daß das Seelisch-Geistige des Menschen einer geistigen Welt angehört, das sollte sich jetzt einmal vor aller Augen abspielen. Eine Initiation, hinausgetragen auf den Plan der Weltgeschichte, ist das Ereignis von Golgatha. Damit ist diese Initiation aber nicht bloß für diejenigen vollzogen, welche damals um dieses Ereignis herumstanden, sondern für die ganze Menschheit. Und was vom Tode am Kreuz ausgeflossen ist, das strömt von da aus in die ganze Menschheit ein. Ein Strom geistigen Lebens geht von den Blutstropfen aus, die auf Golgatha aus den Wunden des Christus Jesus geflossen sind, ausströmend von da in die ganze Menschheit hinein. Denn als Kraft sollte in die Menschheit gehen, was als Weisheit von anderen Verkündigern ausgeflossen ist. Das ist der große Unterschied zwischen dem Ereignis von Golgatha und der Lehre der anderen Religionsstifter.
[ 41 ] Es gehört ein tieferes Verständnis dazu, als es heute vorhanden ist, um richtig aufzufassen, was damals auf Golgatha geschehen ist. Dasjenige, woran das menschliche Ich physisch gehängt wurde, als die Erdenentwickelung begann, das ist das Blut. Das Blut ist der äußere Ausdruck des menschlichen Ich. Die Menschen würden ihr Ich immer stärker und stärker gemacht haben und ohne die Erscheinung des Christus in eine Entwickelung des Egoismus hineingekommen sein. Davor wurden sie bewahrt durch das Ereignis von Golgatha. Was mußte fließen? Dasjenige, was das überschüssige Substantielle des Ich ist, das Blut mußte ausfließen. Was damit begonnen hat, als auf dem Ölberge die Schweißtropfen von dem Erlöser wie Blutstropfen herunterrannen, das mußte fortgesetzt werden, indem aus den Wunden des Christus Jesus auf Golgatha das Blut floß. Was damals als Blut geflossen ist, das ist das Zeichen für das, was als das Überschüssige des Egoismus in der Menschennatur hingeopfert werden mußte. Daher müssen wir tiefer eindringen in die spirituelle Bedeutung des Opfers auf Golgatha. Was auf Golgatha geschah, das ist nicht für den Chemiker - als den Menschen mit dem nur äußeren intellektuellen Blick - durchsichtig. Wenn jemand das Blut, das auf Golgatha geflossen ist, chemisch untersucht haben würde, so würde er dasselbe an Stoffen gefunden haben, was er in dem Blute von anderen Menschen finden würde. Wer aber dieses Blut mit den Mitteln der okkulten Forschung untersucht, der findet, daß es in der Tat ein anderes Blut ist. Es ist das überschüssige Blut der Menschheit, durch welches die Menschen in Egoismus hätten verkommen müssen, wenn nicht die unendliche Liebe gekommen wäre und dieses Blut hätte fließen können. Die unendliche Liebe ist beigemischt dem Blute, das auf Golgatha geflossen ist, und der okkulte Forscher findet diese unendliche Liebe, wie sie das Blut auf Golgatha ganz durchdringt. Und weil der Schreiber des Lukas-Evangeliums insbesondere schildern wollte, wie die unendliche Liebe durch den Christus in die Welt gekommen ist, die den Egoismus allmählich herauszutreiben hat, so bleibt er in dieser Rolle. Ein jeder Evangelist schildert das, was er nach seiner besonderen Rolle gerade schildern muß.
[ 41 ] Es gehört ein tieferes Verständnis dazu, als es heute vorhanden ist, um richtig aufzufassen, was damals auf Golgatha geschehen ist. Dasjenige, woran das menschliche Ich physisch gehängt wurde, als die Erdenentwickelung begann, das ist das Blut. Das Blut ist der äußere Ausdruck des menschlichen Ich. Die Menschen würden ihr Ich immer stärker und stärker gemacht haben und ohne die Erscheinung des Christus in eine Entwickelung des Egoismus hineingekommen sein. Davor wurden sie bewahrt durch das Ereignis von Golgatha. Was mußte fließen? Dasjenige, was das überschüssige Substantielle des Ich ist, das Blut mußte ausfließen. Was damit begonnen hat, als auf dem Ölberge die Schweißtropfen von dem Erlöser wie Blutstropfen herunterrannen, das mußte fortgesetzt werden, indem aus den Wunden des Christus Jesus auf Golgatha das Blut floß. Was damals als Blut geflossen ist, das ist das Zeichen für das, was als das Überschüssige des Egoismus in der Menschennatur hingeopfert werden mußte. Daher müssen wir tiefer eindringen in die spirituelle Bedeutung des Opfers auf Golgatha. Was auf Golgatha geschah, das ist nicht für den Chemiker - als den Menschen mit dem nur äußeren intellektuellen Blick - durchsichtig. Wenn jemand das Blut, das auf Golgatha geflossen ist, chemisch untersucht haben würde, so würde er dasselbe an Stoffen gefunden haben, was er in dem Blute von anderen Menschen finden würde. Wer aber dieses Blut mit den Mitteln der okkulten Forschung untersucht, der findet, daß es in der Tat ein anderes Blut ist. Es ist das überschüssige Blut der Menschheit, durch welches die Menschen in Egoismus hätten verkommen müssen, wenn nicht die unendliche Liebe gekommen wäre und dieses Blut hätte fließen können. Die unendliche Liebe ist beigemischt dem Blute, das auf Golgatha geflossen ist, und der okkulte Forscher findet diese unendliche Liebe, wie sie das Blut auf Golgatha ganz durchdringt. Und weil der Schreiber des Lukas-Evangeliums insbesondere schildern wollte, wie die unendliche Liebe durch den Christus in die Welt gekommen ist, die den Egoismus allmählich herauszutreiben hat, so bleibt er in dieser Rolle. Ein jeder Evangelist schildert das, was er nach seiner besonderen Rolle gerade schildern muß.
[ 42 ] Wenn wir noch tiefer in diese Zusammenhänge hineinleuchten könnten, so würden wir finden, daß alle Widersprüche fortfallen, welche die materialistische Forschung etwa finden könnte, wie die Widersprüche in der Vorgeschichte des Jesus von Nazareth dadurch weggefallen sind, daß wir gesehen haben, wie es sich mit dieser Jugendgeschichte verhält. Jeder der Evangelienschreiber schildert das, was nach seinem Gesichtspunkte ihm besonders nahelag; daher schildert Lukas das, was seine Berichterstatter, die «Selbstseher» und «Diener des Wortes», nach ihrer besonderen Präparation haben wahrnehmen können. Die anderen Evangelisten nehmen anderes wahr, der Schreiber des Lukas-Evangeliums nimmt das wahr, was die ausströmende Liebe ist, die auch da verzeiht, wo ihr das für die physische Welt Furchtbarste angetan ist, so daß noch vollständig zu Recht von dem Kreuze von Golgatha die Worte heruntertönen, die der Ausdruck dieses Liebeideals sind — Verzeihung auch dann, wenn einem das Ärgste angetan ist —: «Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun» (Lukas 23, 34). Verzeihung erfleht der, der da an dem Kreuze von Golgatha das Unendliche vollzieht, aus seiner unendlichen Liebe für die, welche ihn gekreuzigt haben.
[ 42 ] Wenn wir noch tiefer in diese Zusammenhänge hineinleuchten könnten, so würden wir finden, daß alle Widersprüche fortfallen, welche die materialistische Forschung etwa finden könnte, wie die Widersprüche in der Vorgeschichte des Jesus von Nazareth dadurch weggefallen sind, daß wir gesehen haben, wie es sich mit dieser Jugendgeschichte verhält. Jeder der Evangelienschreiber schildert das, was nach seinem Gesichtspunkte ihm besonders nahelag; daher schildert Lukas das, was seine Berichterstatter, die «Selbstseher» und «Diener des Wortes», nach ihrer besonderen Präparation haben wahrnehmen können. Die anderen Evangelisten nehmen anderes wahr, der Schreiber des Lukas-Evangeliums nimmt das wahr, was die ausströmende Liebe ist, die auch da verzeiht, wo ihr das für die physische Welt Furchtbarste angetan ist, so daß noch vollständig zu Recht von dem Kreuze von Golgatha die Worte heruntertönen, die der Ausdruck dieses Liebeideals sind — Verzeihung auch dann, wenn einem das Ärgste angetan ist —: «Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun» (Lukas 23, 34). Verzeihung erfleht der, der da an dem Kreuze von Golgatha das Unendliche vollzieht, aus seiner unendlichen Liebe für die, welche ihn gekreuzigt haben.
[ 43 ] Und noch einmal das Evangelium von der Macht des Glaubens. Bekräftigt werden sollte, daß es in der menschlichen Natur etwas gibt, was aus ihr ausströmen kann, was nur vorhanden zu sein braucht, um den Menschen der Sinneswelt zu entreißen, wenn er auch noch so sehr mit ihr verknüpft ist. Denken wir uns einen Menschen, der durch alle möglichen Verbrechen mit der Sinneswelt verwachsen ist, so daß das Gericht der Sinneswelt die Strafe vollzieht; denken wir uns aber, er habe sich das gerettet, was die Kraft des Glaubens in ihm aufkeimen lassen kann; dann wird er sich von einem anderen, der das nicht in sich aufkeimen lassen kann, so unterscheiden, wie der eine der beiden Verbrecher sich von dem anderen unterschied. Der eine hat den Glauben nicht; an ihm hat sich das Strafgericht vollzogen. Der andere aber hat diesen Glauben wie ein schwaches Licht, das hineinscheint in die geistige Welt, daher kann er den Zusammenhang mit dem Geistigen nicht verlieren. Darum muß ihm gesagt werden: Heute noch — wo du weißt, daß du verbunden bist mit der geistigen Welt — wirst du mit mir in dem sein, was im Paradiese ist (Lukas 23, 43).
[ 43 ] Und noch einmal das Evangelium von der Macht des Glaubens. Bekräftigt werden sollte, daß es in der menschlichen Natur etwas gibt, was aus ihr ausströmen kann, was nur vorhanden zu sein braucht, um den Menschen der Sinneswelt zu entreißen, wenn er auch noch so sehr mit ihr verknüpft ist. Denken wir uns einen Menschen, der durch alle möglichen Verbrechen mit der Sinneswelt verwachsen ist, so daß das Gericht der Sinneswelt die Strafe vollzieht; denken wir uns aber, er habe sich das gerettet, was die Kraft des Glaubens in ihm aufkeimen lassen kann; dann wird er sich von einem anderen, der das nicht in sich aufkeimen lassen kann, so unterscheiden, wie der eine der beiden Verbrecher sich von dem anderen unterschied. Der eine hat den Glauben nicht; an ihm hat sich das Strafgericht vollzogen. Der andere aber hat diesen Glauben wie ein schwaches Licht, das hineinscheint in die geistige Welt, daher kann er den Zusammenhang mit dem Geistigen nicht verlieren. Darum muß ihm gesagt werden: Heute noch — wo du weißt, daß du verbunden bist mit der geistigen Welt — wirst du mit mir in dem sein, was im Paradiese ist (Lukas 23, 43).
[ 44 ] So ertönen auch die Wahrheiten vom Glauben und der Hoffnung zu der Wahrheit von der Liebe hinzu aus dem Lukas-Evangelium vom Kreuze herab.
[ 44 ] So ertönen auch die Wahrheiten vom Glauben und der Hoffnung zu der Wahrheit von der Liebe hinzu aus dem Lukas-Evangelium vom Kreuze herab.
[ 45 ] Und dann ist noch eines zu erfüllen aus jenem Seelengebiete heraus, das uns insbesondere der Schreiber des Lukas-Evangeliums schildern will. Der Mensch kann, wenn er von jener Liebe durchdrungen ist, die von dem Kreuz auf Golgatha herunterströmte, in die Zukunft hineinsehen und sagen: Auf der Erde muß allmählich die Entwickelung so stattfinden, daß dasjenige, was als Geist in mir lebt, nach und nach das ganze physische Erdendasein umgestaltet. Was vor dem luziferischen Einfluß da war, das Vater-Prinzip, der Geist, den wir empfangen, wir werden ihn allmählich dem Vater-Prinzip wiedergeben; aber wir werden unseren ganzen Geist durchströmt sein lassen von dem ChristusPrinzip, und unsere Hände werden zum Ausdruck bringen, was in unseren Seelen lebt als ein klares, deutliches Bild. Wie unsere Hände nicht von uns, sondern von dem Vater-Prinzip geschaffen sind, so werden sie durchströmt werden von dem Christus-Prinzip. Und indem die Menschen durch Inkarnationen und Inkarnationen durchgehen, wird nach und nach in das, was die Menschen in ihren äußeren Leibern verrichten, das einströmen, was als Geistiges herunterströmt von dem Mysterium von Golgatha bis in das Vater-Prinzip, so daß die äußere Welt durchdrungen werden wird von dem Christus-Prinzip. Nachleben werden die Menschen jene Gelassenheit, die vom Kreuz von Golgatha heruntertönte und die zur höchsten Hoffnung für die Zukunft führt, zu dem Ideal: Ich lasse in mir aufkeimen den Glauben, lasse in mir aufkeimen die Liebe; dann werden Glaube und Liebe in mir leben, und ich weiß dann, daß sie, wenn sie stark genug sind, alles Äußere durchdringen werden. Dann weiß ich auch, daß das Vater-Prinzip in mir von ihnen durchdrungen sein wird. -— Die Hoffnung von der Menschheitszukunft wird hinzukommen zu Glaube und Liebe, und verstehen werden die Menschen, daß sie sich nach der Zukunft hin jene Gelassenheit aneignen müssen: Habe ich nur den Glauben, habe ich nur die Liebe, so darf ich mich der Hoffnung hingeben, daß das, was von dem Christus Jesus in mir ist, nach und nach hinübergehen wird nach außen. Dann werden die Menschen die Worte verstehen, die als hohes Ideal von dem Kreuze heruntertönen:
[ 45 ] Und dann ist noch eines zu erfüllen aus jenem Seelengebiete heraus, das uns insbesondere der Schreiber des Lukas-Evangeliums schildern will. Der Mensch kann, wenn er von jener Liebe durchdrungen ist, die von dem Kreuz auf Golgatha herunterströmte, in die Zukunft hineinsehen und sagen: Auf der Erde muß allmählich die Entwickelung so stattfinden, daß dasjenige, was als Geist in mir lebt, nach und nach das ganze physische Erdendasein umgestaltet. Was vor dem luziferischen Einfluß da war, das Vater-Prinzip, der Geist, den wir empfangen, wir werden ihn allmählich dem Vater-Prinzip wiedergeben; aber wir werden unseren ganzen Geist durchströmt sein lassen von dem ChristusPrinzip, und unsere Hände werden zum Ausdruck bringen, was in unseren Seelen lebt als ein klares, deutliches Bild. Wie unsere Hände nicht von uns, sondern von dem Vater-Prinzip geschaffen sind, so werden sie durchströmt werden von dem Christus-Prinzip. Und indem die Menschen durch Inkarnationen und Inkarnationen durchgehen, wird nach und nach in das, was die Menschen in ihren äußeren Leibern verrichten, das einströmen, was als Geistiges herunterströmt von dem Mysterium von Golgatha bis in das Vater-Prinzip, so daß die äußere Welt durchdrungen werden wird von dem Christus-Prinzip. Nachleben werden die Menschen jene Gelassenheit, die vom Kreuz von Golgatha heruntertönte und die zur höchsten Hoffnung für die Zukunft führt, zu dem Ideal: Ich lasse in mir aufkeimen den Glauben, lasse in mir aufkeimen die Liebe; dann werden Glaube und Liebe in mir leben, und ich weiß dann, daß sie, wenn sie stark genug sind, alles Äußere durchdringen werden. Dann weiß ich auch, daß das Vater-Prinzip in mir von ihnen durchdrungen sein wird. -— Die Hoffnung von der Menschheitszukunft wird hinzukommen zu Glaube und Liebe, und verstehen werden die Menschen, daß sie sich nach der Zukunft hin jene Gelassenheit aneignen müssen: Habe ich nur den Glauben, habe ich nur die Liebe, so darf ich mich der Hoffnung hingeben, daß das, was von dem Christus Jesus in mir ist, nach und nach hinübergehen wird nach außen. Dann werden die Menschen die Worte verstehen, die als hohes Ideal von dem Kreuze heruntertönen:
«Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist» (Lukas 23, 46).
«Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist» (Lukas 23, 46).
[ 46 ] So tönen Worte der Liebe, so tönen Worte des Glaubens und der Hoffnung vom Kreuze herunter in dem Evangelium, wo geschildert wird, wie in der Seele des Jesus von Nazareth die früher getrennten Geistesströmungen zusarnmengeflossen sind. Was ehedem der Menschheit als Weisheit geworden war, das ist als Seelenkraft, als das hohe Ideal des Christus in sie eingeströmt. Und es ist die Aufgabe der Menschenseele, das, was uns durch eine solche Urkunde wie das LukasEvangelium verkündet wird, immer besser zu verstehen, damit lebendiger und immer lebendiger in den Menschenseelen die tief eindringenden Töne werden, die in den drei Worten liegen, die von dem Kreuze heruntertönen. Wenn die Menschen mit den Fähigkeiten, die sich durch die spirituellen Wahrheiten, die uns die Geisteswissenschaft geben kann, in ihnen entwickeln werden, so fühlen werden, daß ihnen nicht mehr eine tote Mitteilung, sondern ein lebendiges Wort von dem Kreuze herunterströmt, dann werden sie sagen: Wir beginnen zu begreifen, daß ein lebendiges Wort in einer solchen religiösen Urkunde enthalten ist, wie sie Lukas geschrieben hat. So muß die Geisteswissenschaft allmählich enthüllen, was in den religiösen Urkunden verborgen liegt.
[ 46 ] So tönen Worte der Liebe, so tönen Worte des Glaubens und der Hoffnung vom Kreuze herunter in dem Evangelium, wo geschildert wird, wie in der Seele des Jesus von Nazareth die früher getrennten Geistesströmungen zusarnmengeflossen sind. Was ehedem der Menschheit als Weisheit geworden war, das ist als Seelenkraft, als das hohe Ideal des Christus in sie eingeströmt. Und es ist die Aufgabe der Menschenseele, das, was uns durch eine solche Urkunde wie das LukasEvangelium verkündet wird, immer besser zu verstehen, damit lebendiger und immer lebendiger in den Menschenseelen die tief eindringenden Töne werden, die in den drei Worten liegen, die von dem Kreuze heruntertönen. Wenn die Menschen mit den Fähigkeiten, die sich durch die spirituellen Wahrheiten, die uns die Geisteswissenschaft geben kann, in ihnen entwickeln werden, so fühlen werden, daß ihnen nicht mehr eine tote Mitteilung, sondern ein lebendiges Wort von dem Kreuze herunterströmt, dann werden sie sagen: Wir beginnen zu begreifen, daß ein lebendiges Wort in einer solchen religiösen Urkunde enthalten ist, wie sie Lukas geschrieben hat. So muß die Geisteswissenschaft allmählich enthüllen, was in den religiösen Urkunden verborgen liegt.
[ 47 ] Durch die Reihe dieser Vorträge suchten wir soviel als möglich von dem tiefen Sinn des Lukas-Evangeliums zu ergründen. Es ist natürlich auch diesem Evangelium gegenüber so, daß ein Vortragszyklus nicht ausreichend ist, um alles zu enthüllen. Daher werden Sie begreifen, daß vieles unerklärt geblieben ist, ohne daß wir besonders betonen, daß vieles unerklärt bleiben muß in einem Dokument mit einem solchen universellen Inhalt. Aber wenn Sie sich auf den Weg begeben, der einmal mit einem solchen Vortragszyklus angedeutet ist, so werden Sie auch immer tiefer und tiefer in solche Wahrheiten hineindringen können, und Ihre Seelen werden immer mehr zu dem Empfangen eines solchen lebendigen Wortes heranreifen, das unter dem äußeren Worte verborgen ist. Die Geisteswissenschaft oder Theosophie ist keine neue Lehre. Sie ist ein Instrument, um das zu begreifen, was der Menschheit zunächst gegeben ist. Und so ist uns Geisteswissenschaft ein Instrument, um die religiösen Urkunden der christlichen Offenbarung zu begreifen. Verstehen Sie Geisteswissenschaft in diesem Sinne, so werden Sie nicht mehr sagen: Da ist eine christliche Theosophie, da ist eine andere Theosophie. — Es gibt nur eine einzige Theosophie oder Geisteswissenschaft, nur ein einziges Instrument zur Verkündigung der Wahrheit. Und wir wenden es an, um die Schätze des Geisteslebens der Menschheit zu heben. Dieselbe Geisteswissenschaft ist es, die wir anwenden, um einmal die Bhagavad Gita, ein anderes Mal das LukasEvangelium zu erklären. Das ist das Große an der geisteswissenschaftlichen Strömung, daß sie in jeglichen Schatz eindringen kann, der auf geistigem Gebiete der Menschheit gegeben ist, aber wir würden sie falsch verstehen, wenn wir uns verschließen wollten gegen irgendeine der Verkündigungen, die der Menschheit gegeben worden sind.
[ 47 ] Durch die Reihe dieser Vorträge suchten wir soviel als möglich von dem tiefen Sinn des Lukas-Evangeliums zu ergründen. Es ist natürlich auch diesem Evangelium gegenüber so, daß ein Vortragszyklus nicht ausreichend ist, um alles zu enthüllen. Daher werden Sie begreifen, daß vieles unerklärt geblieben ist, ohne daß wir besonders betonen, daß vieles unerklärt bleiben muß in einem Dokument mit einem solchen universellen Inhalt. Aber wenn Sie sich auf den Weg begeben, der einmal mit einem solchen Vortragszyklus angedeutet ist, so werden Sie auch immer tiefer und tiefer in solche Wahrheiten hineindringen können, und Ihre Seelen werden immer mehr zu dem Empfangen eines solchen lebendigen Wortes heranreifen, das unter dem äußeren Worte verborgen ist. Die Geisteswissenschaft oder Theosophie ist keine neue Lehre. Sie ist ein Instrument, um das zu begreifen, was der Menschheit zunächst gegeben ist. Und so ist uns Geisteswissenschaft ein Instrument, um die religiösen Urkunden der christlichen Offenbarung zu begreifen. Verstehen Sie Geisteswissenschaft in diesem Sinne, so werden Sie nicht mehr sagen: Da ist eine christliche Theosophie, da ist eine andere Theosophie. — Es gibt nur eine einzige Theosophie oder Geisteswissenschaft, nur ein einziges Instrument zur Verkündigung der Wahrheit. Und wir wenden es an, um die Schätze des Geisteslebens der Menschheit zu heben. Dieselbe Geisteswissenschaft ist es, die wir anwenden, um einmal die Bhagavad Gita, ein anderes Mal das LukasEvangelium zu erklären. Das ist das Große an der geisteswissenschaftlichen Strömung, daß sie in jeglichen Schatz eindringen kann, der auf geistigem Gebiete der Menschheit gegeben ist, aber wir würden sie falsch verstehen, wenn wir uns verschließen wollten gegen irgendeine der Verkündigungen, die der Menschheit gegeben worden sind.
[ 48 ] Nehmen Sie gerade in dieser Gesinnung die Verkündigung des Lukas-Evangeliums auf und verstehen Sie, wie es ganz durchströmt ist von der Inspiration der Liebe. Dann wird das, was Sie am Lukas-Evangelium durch Geisteswissenschaft immer besser erkennen lernen, in Ihre Seele fließen und dazu beitragen können, nicht nur zu durchschauen, was die Geheimnisse des Umkreises sind, was uns die geistigen Untergründe des Daseins offenbart, sondern es wird Ihnen aus einem solchen Verständnis der Geisteswissenschaft, die auch das Lukas-Evangelium durchdringen kann, das strömen, was die eindringlichen Grundworte besagen: «Und Frieden in den Seelen der Menschen, in denen ein guter Wille lebt.» Denn mehr als irgendeine Urkunde ist gerade das Lukas-Evangelium geeignet, wenn wir es ganz verstehen, jene warme Liebe in die Menschenseele hineinzugießen, durch welche der Friede auf der Erde lebt, das schönste der Spiegelbilder, das erscheinen kann, wenn sich die göttlichen Geheimnisse auf der Erde offenbaren können. Was sich offenbaren kann, das muß sich auf der Erde spiegeln und im Spiegelbilde wieder hinaufdringen in die geistigen Höhen. Lernen wir in diesem Sinne die Geisteswissenschaft erkennen, dann wird sie uns die Geheimnisse der göttlich-geistigen Wesenheiten und des geistigen Daseins offenbaren können, und das Spiegelbild dieser Offenbarungen wird in unseren Seelen leben, Liebe und Friede, das schönste Spiegelbild, das auf der Erde wiedergibt, was ihr aus den Höhen zuströmt.
[ 48 ] Nehmen Sie gerade in dieser Gesinnung die Verkündigung des Lukas-Evangeliums auf und verstehen Sie, wie es ganz durchströmt ist von der Inspiration der Liebe. Dann wird das, was Sie am Lukas-Evangelium durch Geisteswissenschaft immer besser erkennen lernen, in Ihre Seele fließen und dazu beitragen können, nicht nur zu durchschauen, was die Geheimnisse des Umkreises sind, was uns die geistigen Untergründe des Daseins offenbart, sondern es wird Ihnen aus einem solchen Verständnis der Geisteswissenschaft, die auch das Lukas-Evangelium durchdringen kann, das strömen, was die eindringlichen Grundworte besagen: «Und Frieden in den Seelen der Menschen, in denen ein guter Wille lebt.» Denn mehr als irgendeine Urkunde ist gerade das Lukas-Evangelium geeignet, wenn wir es ganz verstehen, jene warme Liebe in die Menschenseele hineinzugießen, durch welche der Friede auf der Erde lebt, das schönste der Spiegelbilder, das erscheinen kann, wenn sich die göttlichen Geheimnisse auf der Erde offenbaren können. Was sich offenbaren kann, das muß sich auf der Erde spiegeln und im Spiegelbilde wieder hinaufdringen in die geistigen Höhen. Lernen wir in diesem Sinne die Geisteswissenschaft erkennen, dann wird sie uns die Geheimnisse der göttlich-geistigen Wesenheiten und des geistigen Daseins offenbaren können, und das Spiegelbild dieser Offenbarungen wird in unseren Seelen leben, Liebe und Friede, das schönste Spiegelbild, das auf der Erde wiedergibt, was ihr aus den Höhen zuströmt.
[ 49 ] So können wir uns die Worte des Lukas-Evangeliums zu eigen machen, die ertönen, als der Nirmanakaya des Buddha seine Kraft herunterströmt auf das nathanische Jesuskindlein. Die Offenbarungen ergießen sich aus den geistigen Welten auf die Erde herunter, und die Offenbarungen spiegeln sich aus den Menschenherzen heraus als Liebe und Friede in dem Maße, als die Menschen sich zu dem entfalten, was das Christus-Prinzip wahrhaftig als den aus dem menschlichen Zentrum, aus dem menschlichen Ich herausfließenden guten Willen zur Entfaltung bringt. Das klingt hell, und das strömt zugleich warm aus diesen Worten heraus, wenn wir das Lukas-Evangelium begreifen:
[ 49 ] So können wir uns die Worte des Lukas-Evangeliums zu eigen machen, die ertönen, als der Nirmanakaya des Buddha seine Kraft herunterströmt auf das nathanische Jesuskindlein. Die Offenbarungen ergießen sich aus den geistigen Welten auf die Erde herunter, und die Offenbarungen spiegeln sich aus den Menschenherzen heraus als Liebe und Friede in dem Maße, als die Menschen sich zu dem entfalten, was das Christus-Prinzip wahrhaftig als den aus dem menschlichen Zentrum, aus dem menschlichen Ich herausfließenden guten Willen zur Entfaltung bringt. Das klingt hell, und das strömt zugleich warm aus diesen Worten heraus, wenn wir das Lukas-Evangelium begreifen:
«Die Offenbarung der geistigen Welten aus den Höhen und ihr Spiegelbild aus den Menschenherzen heraus bringt den Menschen Frieden, die auf der Erde aus sich heraus den wahrhaft guten Willen im Laufe der Erdenentwickelung entfalten wollen.»
«Die Offenbarung der geistigen Welten aus den Höhen und ihr Spiegelbild aus den Menschenherzen heraus bringt den Menschen Frieden, die auf der Erde aus sich heraus den wahrhaft guten Willen im Laufe der Erdenentwickelung entfalten wollen.»
