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The Rudolf Steiner Archive

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The Christ Impulse
and the Development of Self-Awareness
GA 116

9 March 1910, Berlin

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Fünfter Vortrag

Fünfter Vortrag

[ 1 ] Mit dem heutigen Vortrag soll eine Art Zusammenfassung dessen gegeben werden, was wir in den verschiedenen Wintervorträgen gehört haben, was wir anschließen konnten an die Betrachtungen im Hinblick auf das Lukas-Evangelium und das Matthäus-Evangelium, und was hier referierend mitgeteilt worden ist in Anknüpfung an die Vorträge über das Johannes-Evangelium, wie sie zuletzt in Stockholm gehalten worden sind. So wie diese Vorträge gehalten worden sind, wird es Ihnen klar geworden sein, daß alles in ihnen so angelegt worden ist, daß man nicht etwa im eingeschränkten Sinne eine Evangelien-Erklärung hat, sondern daß aus den Wahrheiten, die nun erstens schon einmal Wahrheiten sind und zweitens sich bei einem richtigen Verständnis der christlichen Urkunden in den Evangelien finden, sich immer herausstellt, daß uns auch die anderen Rätsel des Lebens in der mannigfaltigsten Weise von ihnen aus gedeutet und erleuchtet werden können.

[ 1 ] Mit dem heutigen Vortrag soll eine Art Zusammenfassung dessen gegeben werden, was wir in den verschiedenen Wintervorträgen gehört haben, was wir anschließen konnten an die Betrachtungen im Hinblick auf das Lukas-Evangelium und das Matthäus-Evangelium, und was hier referierend mitgeteilt worden ist in Anknüpfung an die Vorträge über das Johannes-Evangelium, wie sie zuletzt in Stockholm gehalten worden sind. So wie diese Vorträge gehalten worden sind, wird es Ihnen klar geworden sein, daß alles in ihnen so angelegt worden ist, daß man nicht etwa im eingeschränkten Sinne eine Evangelien-Erklärung hat, sondern daß aus den Wahrheiten, die nun erstens schon einmal Wahrheiten sind und zweitens sich bei einem richtigen Verständnis der christlichen Urkunden in den Evangelien finden, sich immer herausstellt, daß uns auch die anderen Rätsel des Lebens in der mannigfaltigsten Weise von ihnen aus gedeutet und erleuchtet werden können.

[ 2 ] Wenn wir zurückgehen hinter die Begründung des Christentums, finden wir zwei Arten, zwei Formen der Initiation: die Initiation des Nordens, die in jenen in Stockholm gehaltenen Vorträgen näher charakterisiert worden ist, und die Initiation des Südens, die besonders dadurch charakterisiert worden ist, daß angeknüpft worden ist an die Initiationsvorgänge der altägyptischen Kultur. Von zwei Seiten her haben sich für den Menschen der alten Welt die Möglichkeiten ergeben, in die geistige Welt einzudringen. Wenn der zu Initiierende im alten Ägypterlande die geistige Welt hat erreichen wollen, so stieg er herunter in die Untergründe der eigenen Seele, stieg herunter hinter all das, was im gewöhnlichen Seelenleben als Gedanke, Gefühl, Wollen und so weiter vorhanden ist. Dort fand er das, woraus die Seele selbst hervorgegangen ist: das göttlich-geistige Dasein der Welt. Also ein Heruntersteigen unter diejenigen Regionen der Seele, die vom Ich durchglänzt und durchdrungen sind, war das Wesentliche der ägyptischen oder der südlichen Initiation überhaupt. Dagegen war ein Heraustreten des Menschen, ein Aufgehen in den Erscheinungen der Welt in ekstatischer Art dasjenige, worauf es in der nördlichen Initiation, vor allem in den germanischen Druiden- und Trottenmysterien, ankam. Dann wurde auch schon charakterisiert, wie in dem, was wir die christliche Initiation nennen, diese zwei Arten der Initiation zusammengeflossen sind, und wie gleichsam die christliche Initiation die höhere Einheit darstellt der ekstatischen Initiation des Nordens und der mystischen Versenkung bei der Initiation des Südens. Damit aber ist auf einen tiefen Grund der Weltengeheimnisse hingewiesen, der durch alles Dasein geht. Im Grunde ist alles Besprechen, selbst einer so großen gewaltigen Tatsache wie das Zusammenfließen der beiden Initiationsformen des Altertums in die christliche Initiation, ein Beispiel für ein noch umfassenderes großes Gesetz, das alles Dasein der Menschen durchdringt und zu gleicher Zeit alles Dasein der äußeren Welterscheinungen, soweit es der Mensch erkennen kann, durchwebt. Das findet sich nämlich überall, daß uns entgegentreten wie Gegensätze die Glieder einer Zweiheit. Diese Glieder einer Zweiheit sehen wir wie Gegensätze sich gegenübertreten in der nördlichen und in der südlichen Initiation. Das ist nur ein Beispiel dafür, wie Gegensätze, man könnte auch sagen Polaritäten, uns im Weltendasein entgegentreten. Und das andere, wie diese beiden Initiationsformen zusammenströmen und gleichsam eine geistige Ehe eingehen in der christlichen Initiation, ist ein Beispiel dafür, wie Gegensätze, überhaupt Zweiheiten in der Welt, sich vereinigen. Das geschieht unaufhörlich, daß sich Einheiten in Zweiheiten teilen, um die Entwickelung weiterzufördern, und daß sich Zweiheiten wiederum zur Einheit vereinigen. In äußerlicher Weise konnten wir hindeuten zunächst auf eine große, gewaltige, gleichsam über die Menschheitsentwickelung hin reichende Tatsache, die diese Spaltung einer Einheit in die Zweiheit und der Wiederzusammenströmung der Zweiheit in die Einheit darstellt.

[ 2 ] Wenn wir zurückgehen hinter die Begründung des Christentums, finden wir zwei Arten, zwei Formen der Initiation: die Initiation des Nordens, die in jenen in Stockholm gehaltenen Vorträgen näher charakterisiert worden ist, und die Initiation des Südens, die besonders dadurch charakterisiert worden ist, daß angeknüpft worden ist an die Initiationsvorgänge der altägyptischen Kultur. Von zwei Seiten her haben sich für den Menschen der alten Welt die Möglichkeiten ergeben, in die geistige Welt einzudringen. Wenn der zu Initiierende im alten Ägypterlande die geistige Welt hat erreichen wollen, so stieg er herunter in die Untergründe der eigenen Seele, stieg herunter hinter all das, was im gewöhnlichen Seelenleben als Gedanke, Gefühl, Wollen und so weiter vorhanden ist. Dort fand er das, woraus die Seele selbst hervorgegangen ist: das göttlich-geistige Dasein der Welt. Also ein Heruntersteigen unter diejenigen Regionen der Seele, die vom Ich durchglänzt und durchdrungen sind, war das Wesentliche der ägyptischen oder der südlichen Initiation überhaupt. Dagegen war ein Heraustreten des Menschen, ein Aufgehen in den Erscheinungen der Welt in ekstatischer Art dasjenige, worauf es in der nördlichen Initiation, vor allem in den germanischen Druiden- und Trottenmysterien, ankam. Dann wurde auch schon charakterisiert, wie in dem, was wir die christliche Initiation nennen, diese zwei Arten der Initiation zusammengeflossen sind, und wie gleichsam die christliche Initiation die höhere Einheit darstellt der ekstatischen Initiation des Nordens und der mystischen Versenkung bei der Initiation des Südens. Damit aber ist auf einen tiefen Grund der Weltengeheimnisse hingewiesen, der durch alles Dasein geht. Im Grunde ist alles Besprechen, selbst einer so großen gewaltigen Tatsache wie das Zusammenfließen der beiden Initiationsformen des Altertums in die christliche Initiation, ein Beispiel für ein noch umfassenderes großes Gesetz, das alles Dasein der Menschen durchdringt und zu gleicher Zeit alles Dasein der äußeren Welterscheinungen, soweit es der Mensch erkennen kann, durchwebt. Das findet sich nämlich überall, daß uns entgegentreten wie Gegensätze die Glieder einer Zweiheit. Diese Glieder einer Zweiheit sehen wir wie Gegensätze sich gegenübertreten in der nördlichen und in der südlichen Initiation. Das ist nur ein Beispiel dafür, wie Gegensätze, man könnte auch sagen Polaritäten, uns im Weltendasein entgegentreten. Und das andere, wie diese beiden Initiationsformen zusammenströmen und gleichsam eine geistige Ehe eingehen in der christlichen Initiation, ist ein Beispiel dafür, wie Gegensätze, überhaupt Zweiheiten in der Welt, sich vereinigen. Das geschieht unaufhörlich, daß sich Einheiten in Zweiheiten teilen, um die Entwickelung weiterzufördern, und daß sich Zweiheiten wiederum zur Einheit vereinigen. In äußerlicher Weise konnten wir hindeuten zunächst auf eine große, gewaltige, gleichsam über die Menschheitsentwickelung hin reichende Tatsache, die diese Spaltung einer Einheit in die Zweiheit und der Wiederzusammenströmung der Zweiheit in die Einheit darstellt.

[ 3 ] Wir haben öfter hineingeleuchtet in das lemurische Zeitalter, das unter anderem auch die große Tatsache der Weltenentwickelung gesehen hat, da der Mond sich aus unserer Erde herausspaltete. Aber es sah dieses Zeitalter auch noch die ersten Anfänge dessen, was wir im heutigen Sinne der Menschheitsentwickelung den Gegensatz von Mann und Weib nennen; während wir in den der lemurischen Zeit vorangehenden Weltenaltern eine Einheit der Geschlechter finden würden. So haben wir eine ursprüngliche Einheit auseinandertretend in Mann und Weib. Wir haben aber auch schon darauf hingedeutet, daß in der Zukunft diese Zweiheit sich wiederum in der Einheit vereinigen werde, daß wiederum eine Einheit aus dieser Zweiheit entstehen werde. Das ist in äußerlicher Weise die Andeutung von umfassenden Tatsachenreihen, die in dieser Beziehung der Zwei zur Fins oder der Eins zur Zwei liegen.

[ 3 ] Wir haben öfter hineingeleuchtet in das lemurische Zeitalter, das unter anderem auch die große Tatsache der Weltenentwickelung gesehen hat, da der Mond sich aus unserer Erde herausspaltete. Aber es sah dieses Zeitalter auch noch die ersten Anfänge dessen, was wir im heutigen Sinne der Menschheitsentwickelung den Gegensatz von Mann und Weib nennen; während wir in den der lemurischen Zeit vorangehenden Weltenaltern eine Einheit der Geschlechter finden würden. So haben wir eine ursprüngliche Einheit auseinandertretend in Mann und Weib. Wir haben aber auch schon darauf hingedeutet, daß in der Zukunft diese Zweiheit sich wiederum in der Einheit vereinigen werde, daß wiederum eine Einheit aus dieser Zweiheit entstehen werde. Das ist in äußerlicher Weise die Andeutung von umfassenden Tatsachenreihen, die in dieser Beziehung der Zwei zur Fins oder der Eins zur Zwei liegen.

[ 4 ] Was uns so in der Menschheitsentwickelung entgegentritt, ist aber im Grunde der Ausdruck, die Abbildung eines noch größeren kosmischen Gegensatzes, der in einer Einheit wurzelt, als Zwei uns im heutigen Weltenleben entgegentritt und in einer fernen Zukunft sich wieder in eine Einheit auflösen wird. Es ist notwendig, daß wir jeden Gedanken, der uns durch Geisteswissenschaft heute gegeben wird, in seiner vollen Tiefe nehmen, daß wir uns nicht angewöhnen, die anthroposophischen Gedanken in derselben oberflächlichen Art hinzunehmen, wie andere Gedanken und Begriffe, die heute durch die Welt schwirren und die durch das Hastende und OberflächlichBanale unserer gegenwärtigen Kultur hingenommen werden. Die anthroposophischen Gedanken müssen so tief wie möglich genommen werden. Daher darf auch ein solcher Gedanke, wie er öfter ausgesprochen wird und gleichsam verborgen liegt in allen unseren Lehren: daß der Mensch als eine kleine Welt, als Mikrokosmos herausgeboren ist aus dem Makrokosmos, aus der großen Welt, nicht bloß als ein abstrakter Gedanke leicht hingenommen werden, sondern dieser Gedanke hat unendlich vielen, hundert- und hundertfachen Inhalt. Vor allem muß man sich darüber klar sein, daß die Welt tiefer ist, als man gewöhnlich glaubt, und daß, wenn man einen Gegensatz oder eine Wahrheit einmal in einer Richtung begriffen hat, man keineswegs die letzte Wahrheit über diese Beziehung oder diesen Gegensatz begriffen hat, sondern man muß geduldig überall Umschau halten, um, wenn etwas nach der einen Seite gilt, es auch kennenzulernen nach der anderen Seite.

[ 4 ] Was uns so in der Menschheitsentwickelung entgegentritt, ist aber im Grunde der Ausdruck, die Abbildung eines noch größeren kosmischen Gegensatzes, der in einer Einheit wurzelt, als Zwei uns im heutigen Weltenleben entgegentritt und in einer fernen Zukunft sich wieder in eine Einheit auflösen wird. Es ist notwendig, daß wir jeden Gedanken, der uns durch Geisteswissenschaft heute gegeben wird, in seiner vollen Tiefe nehmen, daß wir uns nicht angewöhnen, die anthroposophischen Gedanken in derselben oberflächlichen Art hinzunehmen, wie andere Gedanken und Begriffe, die heute durch die Welt schwirren und die durch das Hastende und OberflächlichBanale unserer gegenwärtigen Kultur hingenommen werden. Die anthroposophischen Gedanken müssen so tief wie möglich genommen werden. Daher darf auch ein solcher Gedanke, wie er öfter ausgesprochen wird und gleichsam verborgen liegt in allen unseren Lehren: daß der Mensch als eine kleine Welt, als Mikrokosmos herausgeboren ist aus dem Makrokosmos, aus der großen Welt, nicht bloß als ein abstrakter Gedanke leicht hingenommen werden, sondern dieser Gedanke hat unendlich vielen, hundert- und hundertfachen Inhalt. Vor allem muß man sich darüber klar sein, daß die Welt tiefer ist, als man gewöhnlich glaubt, und daß, wenn man einen Gegensatz oder eine Wahrheit einmal in einer Richtung begriffen hat, man keineswegs die letzte Wahrheit über diese Beziehung oder diesen Gegensatz begriffen hat, sondern man muß geduldig überall Umschau halten, um, wenn etwas nach der einen Seite gilt, es auch kennenzulernen nach der anderen Seite.

[ 5 ] Der Mensch ist aus dem ganzen Kosmos herausgeboren und muß aufschauen zu dem Kosmos wie zu seinem Mutter-Vaterwesen, von dem er selbst ein Abbild darstellt. Ja, der Mensch ist ein Abbild der ganzen Welt, die ihm bekannt sein kann; und es ist nichts im Menschenwesen, was nicht in irgendeiner Art ein Verhältnis zum Ausdruck bringen würde, das sich nicht auch irgendwie im großen Kosmos findet. Wenn wir den Menschen, wie er uns heute entgegentritt — und zwar geisteswissenschaftlich gesehen entgegentritt -, vergleichen könnten mit Menschengestaltungen in einer verhältnismäßig sehr frühen Zeit, dann fänden wir an diesem heutigen Menschen ein Merkmal von ungeheurer Bedeutung, neben anderen natürlich, zur Aufklärung über das Wesen des Menschen. Dieses Merkmal kann jeden von uns lehren, daß es bei dem, was wir über die Welt wissen, nicht nur darauf ankommt, daß die Dinge wahr sind, sondern noch auf etwas ganz anderes. Damit, daß uns jemand bewiesen hat, daß etwas wahr ist, hat er uns noch nicht das allerwichtigste Moment dieser Wahrheit enthüllt. Es ist zum Beispiel vieles wahr von dem, was eine triviale Naturwissenschaft sagt über den Vergleich des Menschen mit den höheren Säugetieren. Daß der Mensch dieselbe Anzahl Knochen und Muskeln hat und dergleichen Dinge mehr, sind wahr, unbestreitbar wahr. Aber wenn man von irgendeiner Sache bewiesen hat, daß sie wahr ist, hat man noch nicht alles getan. Es muß gerade der Mensch durch geisteswissenschaftliche Vertiefung und Verinnerlichung sich klarmachen, daß es darauf ankommt, sich bei jeder Wahrheit ein Gefühl dafür zu erwerben, wie schwer die Wahrheit wiegt, ob sie wichtig oder unwichtig, wesentlich oder unwesentlich ist zur Erklärung einer Sache. Daher kann es heute Leute geben, die kommen und uns aus ihrem trivialen Bewußtsein heraus immer wieder beweisen, daß es ja wahr ist, was sie sagen. Das soll auch nicht bestritten werden. Aber ob etwas für die Welterklärung in seinem richtigen Gewichte erkannt wird, darauf kommt es an!

[ 5 ] Der Mensch ist aus dem ganzen Kosmos herausgeboren und muß aufschauen zu dem Kosmos wie zu seinem Mutter-Vaterwesen, von dem er selbst ein Abbild darstellt. Ja, der Mensch ist ein Abbild der ganzen Welt, die ihm bekannt sein kann; und es ist nichts im Menschenwesen, was nicht in irgendeiner Art ein Verhältnis zum Ausdruck bringen würde, das sich nicht auch irgendwie im großen Kosmos findet. Wenn wir den Menschen, wie er uns heute entgegentritt — und zwar geisteswissenschaftlich gesehen entgegentritt -, vergleichen könnten mit Menschengestaltungen in einer verhältnismäßig sehr frühen Zeit, dann fänden wir an diesem heutigen Menschen ein Merkmal von ungeheurer Bedeutung, neben anderen natürlich, zur Aufklärung über das Wesen des Menschen. Dieses Merkmal kann jeden von uns lehren, daß es bei dem, was wir über die Welt wissen, nicht nur darauf ankommt, daß die Dinge wahr sind, sondern noch auf etwas ganz anderes. Damit, daß uns jemand bewiesen hat, daß etwas wahr ist, hat er uns noch nicht das allerwichtigste Moment dieser Wahrheit enthüllt. Es ist zum Beispiel vieles wahr von dem, was eine triviale Naturwissenschaft sagt über den Vergleich des Menschen mit den höheren Säugetieren. Daß der Mensch dieselbe Anzahl Knochen und Muskeln hat und dergleichen Dinge mehr, sind wahr, unbestreitbar wahr. Aber wenn man von irgendeiner Sache bewiesen hat, daß sie wahr ist, hat man noch nicht alles getan. Es muß gerade der Mensch durch geisteswissenschaftliche Vertiefung und Verinnerlichung sich klarmachen, daß es darauf ankommt, sich bei jeder Wahrheit ein Gefühl dafür zu erwerben, wie schwer die Wahrheit wiegt, ob sie wichtig oder unwichtig, wesentlich oder unwesentlich ist zur Erklärung einer Sache. Daher kann es heute Leute geben, die kommen und uns aus ihrem trivialen Bewußtsein heraus immer wieder beweisen, daß es ja wahr ist, was sie sagen. Das soll auch nicht bestritten werden. Aber ob etwas für die Welterklärung in seinem richtigen Gewichte erkannt wird, darauf kommt es an!

[ 6 ] Nun gibt es eine gewisse Tatsache, die unzweifelhaft wahr ist und die jeder kennt, weil sie jedem täglich unzählige Male begegnet, und die wir, wenn wir ihre Bedeutung und Wichtigkeit für den Menschen, ihr Gewicht fassen wollen, nur in der richtigen Weise fühlen müssen, nämlich die Tatsache, daß der Mensch ein aufrechtstehendes und aufrechtgehendes Wesen ist und mit seinem Antlitz in den Weltenraum hinaufschauen kann. Das kann nur der Mensch! Denn selbst von dem Affen müssen wir sagen, er sieht so aus, als wenn er sich um diese Möglichkeit bemüht hätte, aber er hat die Geschichte verpfuscht. Er kann es nicht. Der Mensch ist die einzige Wesenheit, die in bezug auf diese Absicht zu Ende gekommen ist, das Antlitz frei in den Weltenraum hinaufheben zu können. Diese Tatsache ist unendlich viel wichtiger als alles, was uns durch eine triviale Naturwissenschaft über die Stellung des Menschen in der Tierreihe gesagt werden kann. Alles andere ist ja wahr, aber dieses ist unendlich viel wichtiger. Wer etwas von dieser Tatsache fühlen will, muß sich damit bekanntmachen, wo die Veranlassung liegt, daß der Mensch ein aufrechtgehendes Wesen ist, ein Wesen, das zwar an die Erde gebunden ist, sich aber im Geiste durch seine Anschauung, schon durch seine sinnliche Wahrnehmung hinauserhebt in den Weltenraum.

[ 6 ] Nun gibt es eine gewisse Tatsache, die unzweifelhaft wahr ist und die jeder kennt, weil sie jedem täglich unzählige Male begegnet, und die wir, wenn wir ihre Bedeutung und Wichtigkeit für den Menschen, ihr Gewicht fassen wollen, nur in der richtigen Weise fühlen müssen, nämlich die Tatsache, daß der Mensch ein aufrechtstehendes und aufrechtgehendes Wesen ist und mit seinem Antlitz in den Weltenraum hinaufschauen kann. Das kann nur der Mensch! Denn selbst von dem Affen müssen wir sagen, er sieht so aus, als wenn er sich um diese Möglichkeit bemüht hätte, aber er hat die Geschichte verpfuscht. Er kann es nicht. Der Mensch ist die einzige Wesenheit, die in bezug auf diese Absicht zu Ende gekommen ist, das Antlitz frei in den Weltenraum hinaufheben zu können. Diese Tatsache ist unendlich viel wichtiger als alles, was uns durch eine triviale Naturwissenschaft über die Stellung des Menschen in der Tierreihe gesagt werden kann. Alles andere ist ja wahr, aber dieses ist unendlich viel wichtiger. Wer etwas von dieser Tatsache fühlen will, muß sich damit bekanntmachen, wo die Veranlassung liegt, daß der Mensch ein aufrechtgehendes Wesen ist, ein Wesen, das zwar an die Erde gebunden ist, sich aber im Geiste durch seine Anschauung, schon durch seine sinnliche Wahrnehmung hinauserhebt in den Weltenraum.

[ 7 ] Diese Veranlassung liegt darin, daß es einen gewissen Gegensatz gibt, eine Zweiheit, die sich im Kosmos so verhält wie eine andere Zweiheit im Menschen. Wir können hinweisen auf eine Zweiheit im Weltall und eine Zweiheit im Menschen wie auf zwei Gegensätze, die sich im Mikrokosmos und Makrokosmos entsprechen. Der Gegensatz, der im Makrokosmos, in der großen Welt gemeint ist, ist der Gegensatz von Sonne und Erde; und derselbe Gegensatz, der zwischen Sonne und Erde im Weltall besteht, besteht auch im Menschen: es ist der Gegensatz zwischen Kopf und Händen und Füßen, zwischen Kopf und Gliedmaßen. Diese Dinge werden im Laufe der Zeit immer mehr und mehr ausgeführt werden, aber Sie müssen sich damit zunächst einmal andeutungsweise bekanntmachen und fühlen lernen, daß in gewisser Beziehung Kopf und Gliedmaßen als eine Zweiheit im Menschen sich so verhalten, wie sich Sonne und Erde in unserem Sonnensystem selber verhalten. Denn in der Tat ruhen in unserer Erde die Kräfte, welche sich im Laufe der Zeit herausgebildet haben, geheimnisvolle Kräfte, die den Menschen auf der Erde befestigen und die gegenwärtige Konfiguration und Bewegungsmöglichkeit unserer Hände und Füße bewirkt haben, während die Kräfte, die sein Antlitz in den Weltenraum hinausgehoben haben, die ihn von einem Wesen, das die Erde anschaut, zu einem solchen gemacht haben, das in die unendlichen Weltenfernen hinausblicken kann, in der Sonne ihren Sitz haben. Und wer fühlen und empfinden kann, der fühlt und empfindet, wenn er die beim Menschen auftretende Gegensätzlichkeit von Kopf und Gliedmaßen anblickt, dasselbe, als wenn er auf seine Empfindung wirken läßt den Gegensatz. von Sonne und Erde. Das ist ein solcher Gegensatz, der sich später einmal im Menschenleben vereinigen wird, wie er sich im Kosmos vereinigen wird. Wie einst die Sonne und die Erde ein Wesen waren und sich getrennt haben, eine Zweiheit geworden sind, ebenso werden sie sich wieder vereinigen. Ebenso wird, was im Menschen Gegensatz ist zwischen Kopf und Gliedmaßen, wiederum einmal eine Einheit werden, so schwer das vielleicht auch für den heutigen Menschen, der solcher Begriffe ungewohnt ist, vorzustellen ist.

[ 7 ] Diese Veranlassung liegt darin, daß es einen gewissen Gegensatz gibt, eine Zweiheit, die sich im Kosmos so verhält wie eine andere Zweiheit im Menschen. Wir können hinweisen auf eine Zweiheit im Weltall und eine Zweiheit im Menschen wie auf zwei Gegensätze, die sich im Mikrokosmos und Makrokosmos entsprechen. Der Gegensatz, der im Makrokosmos, in der großen Welt gemeint ist, ist der Gegensatz von Sonne und Erde; und derselbe Gegensatz, der zwischen Sonne und Erde im Weltall besteht, besteht auch im Menschen: es ist der Gegensatz zwischen Kopf und Händen und Füßen, zwischen Kopf und Gliedmaßen. Diese Dinge werden im Laufe der Zeit immer mehr und mehr ausgeführt werden, aber Sie müssen sich damit zunächst einmal andeutungsweise bekanntmachen und fühlen lernen, daß in gewisser Beziehung Kopf und Gliedmaßen als eine Zweiheit im Menschen sich so verhalten, wie sich Sonne und Erde in unserem Sonnensystem selber verhalten. Denn in der Tat ruhen in unserer Erde die Kräfte, welche sich im Laufe der Zeit herausgebildet haben, geheimnisvolle Kräfte, die den Menschen auf der Erde befestigen und die gegenwärtige Konfiguration und Bewegungsmöglichkeit unserer Hände und Füße bewirkt haben, während die Kräfte, die sein Antlitz in den Weltenraum hinausgehoben haben, die ihn von einem Wesen, das die Erde anschaut, zu einem solchen gemacht haben, das in die unendlichen Weltenfernen hinausblicken kann, in der Sonne ihren Sitz haben. Und wer fühlen und empfinden kann, der fühlt und empfindet, wenn er die beim Menschen auftretende Gegensätzlichkeit von Kopf und Gliedmaßen anblickt, dasselbe, als wenn er auf seine Empfindung wirken läßt den Gegensatz. von Sonne und Erde. Das ist ein solcher Gegensatz, der sich später einmal im Menschenleben vereinigen wird, wie er sich im Kosmos vereinigen wird. Wie einst die Sonne und die Erde ein Wesen waren und sich getrennt haben, eine Zweiheit geworden sind, ebenso werden sie sich wieder vereinigen. Ebenso wird, was im Menschen Gegensatz ist zwischen Kopf und Gliedmaßen, wiederum einmal eine Einheit werden, so schwer das vielleicht auch für den heutigen Menschen, der solcher Begriffe ungewohnt ist, vorzustellen ist.

[ 8 ] So haben wir im Menschen hingedeutet auf einen Gegensatz und den entsprechenden Gegensatz im Weltall angeführt. Aber im Menschen finden sich noch andere Gegensätze, die auch ihre entsprechenden Gegenbilder im Weltall haben. In bezug auf den Gegensatz zwischen Kopf und Gliedmaßen sind auf unserer Erde sozusagen alle Menschen gleich. Mann und Frau haben diesen Gegensatz in gleicher Weise. Darin gibt es keinen Unterschied zwischen Mann und Frau, denn alles, was sonst als Gegensatz auftritt, zum Beispiel in der Seelenkonfiguration wird nicht durch diesen Gegensatz bewirkt. Wenn bloß dieser Gegensatz im Mikrokosmos und Makrokosmos bestände, würden Mann und Frau überhaupt gleich sein. Aber Mann und Frau sind ein anderer Gegensatz im Menschenwesen. Und nun können wir uns fragen: Können wir im Weltall auch einen Gegensatz finden, der im Menschenleben entspricht dem Gegensatz von Mann und Frau? Ist dieser Gegensatz, der im Erdendasein als Mann und Frau auftritt, auch herausgeboren aus dem Weltall? — Auch das gibt es. Und um diesen Gegensatz aufzusuchen, müssen wir uns jetzt ein wenig bekanntmachen im okkulten Sinne mit dem Gegensatz von Mann und Frau. Wir werden dabei nicht in den Fehler verfallen, in den unser materialistisches Zeitalter verfällt, das darauf ausgeht, den Gegensatz des Männlichen und Weiblichen, wie er einfach als Geschlechtsgegensatz in der physischen Welt auftritt, auch auf das ganze Weltall anzuwenden. Das ist nicht nur eine Trivialität, sondern eine Ungezogenheit unserer Gelehrsamkeit, wenn sie das, was uns auf einem Gebiete entgegentritt, hinauserstreckt auf alle anderen Gebiete.

[ 8 ] So haben wir im Menschen hingedeutet auf einen Gegensatz und den entsprechenden Gegensatz im Weltall angeführt. Aber im Menschen finden sich noch andere Gegensätze, die auch ihre entsprechenden Gegenbilder im Weltall haben. In bezug auf den Gegensatz zwischen Kopf und Gliedmaßen sind auf unserer Erde sozusagen alle Menschen gleich. Mann und Frau haben diesen Gegensatz in gleicher Weise. Darin gibt es keinen Unterschied zwischen Mann und Frau, denn alles, was sonst als Gegensatz auftritt, zum Beispiel in der Seelenkonfiguration wird nicht durch diesen Gegensatz bewirkt. Wenn bloß dieser Gegensatz im Mikrokosmos und Makrokosmos bestände, würden Mann und Frau überhaupt gleich sein. Aber Mann und Frau sind ein anderer Gegensatz im Menschenwesen. Und nun können wir uns fragen: Können wir im Weltall auch einen Gegensatz finden, der im Menschenleben entspricht dem Gegensatz von Mann und Frau? Ist dieser Gegensatz, der im Erdendasein als Mann und Frau auftritt, auch herausgeboren aus dem Weltall? — Auch das gibt es. Und um diesen Gegensatz aufzusuchen, müssen wir uns jetzt ein wenig bekanntmachen im okkulten Sinne mit dem Gegensatz von Mann und Frau. Wir werden dabei nicht in den Fehler verfallen, in den unser materialistisches Zeitalter verfällt, das darauf ausgeht, den Gegensatz des Männlichen und Weiblichen, wie er einfach als Geschlechtsgegensatz in der physischen Welt auftritt, auch auf das ganze Weltall anzuwenden. Das ist nicht nur eine Trivialität, sondern eine Ungezogenheit unserer Gelehrsamkeit, wenn sie das, was uns auf einem Gebiete entgegentritt, hinauserstreckt auf alle anderen Gebiete.

[ 9 ] Was sich auf unserer Erde als der Gegensatz von Mann und Frau manifestiert, dem entspricht im Weltall ein anderer Gegensatz, den wir nicht männlich und weiblich nennen können. Das wäre ein Unding. Aber wir müssen doch diesen Gegensatz einmal gerade in bezug auf seine okkulte Grundlage vor unser Auge treten lassen. Dieser Gegensatz des Männlichen und des Weiblichen in unserer Erdenentwickelung hat natürlich, wohlgemerkt, nichts zu tun mit dem «Menschen», der Mensch ist in Mann und Frau derselbe. Wenn man also von Mann und Frau spricht, bleibt man bei der Konfiguration von physischem Leib und Ätherleib stehen, das hat nichts zu tun mit dem Innern des Menschen, so daß man nicht im okkulten Sinne so sprechen darf, wie heute in unserer materialistischen Zeit gesprochen wird. Denn Mann und Frau haben auch einen astralischen Leib und ein Ich, während die gewöhnliche Anschauung überhaupt nichts kennt von dem, was den Menschen zum Menschen macht, und daher auch nur von Mann und Frau sprechen kann. Also wir sprechen jetzt nicht vom Menschen als solchem in Mann und Frau, sondern von dem, was den Menschen zum Mann oder zur Frau macht, und das ist nur die äußere Hülle. Das muß wohl verstanden werden. Wird von Mensch auf Mensch das angewendet, was in den nächsten Sätzen gesprochen wird, dann ist alles falsch. Der Gegensatz von Mann und Frau, in diesen Grenzen, liegt in folgendem.

[ 9 ] Was sich auf unserer Erde als der Gegensatz von Mann und Frau manifestiert, dem entspricht im Weltall ein anderer Gegensatz, den wir nicht männlich und weiblich nennen können. Das wäre ein Unding. Aber wir müssen doch diesen Gegensatz einmal gerade in bezug auf seine okkulte Grundlage vor unser Auge treten lassen. Dieser Gegensatz des Männlichen und des Weiblichen in unserer Erdenentwickelung hat natürlich, wohlgemerkt, nichts zu tun mit dem «Menschen», der Mensch ist in Mann und Frau derselbe. Wenn man also von Mann und Frau spricht, bleibt man bei der Konfiguration von physischem Leib und Ätherleib stehen, das hat nichts zu tun mit dem Innern des Menschen, so daß man nicht im okkulten Sinne so sprechen darf, wie heute in unserer materialistischen Zeit gesprochen wird. Denn Mann und Frau haben auch einen astralischen Leib und ein Ich, während die gewöhnliche Anschauung überhaupt nichts kennt von dem, was den Menschen zum Menschen macht, und daher auch nur von Mann und Frau sprechen kann. Also wir sprechen jetzt nicht vom Menschen als solchem in Mann und Frau, sondern von dem, was den Menschen zum Mann oder zur Frau macht, und das ist nur die äußere Hülle. Das muß wohl verstanden werden. Wird von Mensch auf Mensch das angewendet, was in den nächsten Sätzen gesprochen wird, dann ist alles falsch. Der Gegensatz von Mann und Frau, in diesen Grenzen, liegt in folgendem.

[ 10 ] Die äußere menschliche Gestalt war ja ganz anders in den Urzeiten der Menschheit. Die gegenwärtige Menschengestalt, also auch die gegenwärtige männliche beziehungsweise weibliche Gestalt haben sich erst herausgebildet aus einer früheren einheitlichen Gestalt, die noch nicht in den Gegensatz von Mann und Frau auseinandergefallen war. So haben wir also eine frühere Einheit und den heutigen Gegensatz von Mann und Frau. Nun wissen wir auch, daß die frühere Einheit eine feinere, geistigere war. Der Mensch hat sich zu der dichten materiellen Gestalt erst im Laufe der Zeit herausgearbeitet. Wir gehen also nicht bloß zurück zu einer Einheit der Gestaltung, sondern auch zu einer Einheit, die gegen die heutige Gestalt eine geistigere war. Wir haben also einen Urmenschen, der sich weder als Mann noch als Weib darstellt, sondern als die noch nicht eingetretene Trennung dieses Gegensatzes, als die Finheit, und der feiner, ätherischer, geistiger ist als der spätere materiellere Mensch, der sich in dem Gegensatz von Mann und Frau auslebt. Worauf beruht es nun, daß aus der ursprünglichen Einheit später Mann und Frau entstanden ist? Das beruht darauf, daß die Frau, als die Einheit in die Zweiheit trat, einen physischen Leib sich herausgebildet hat, der nicht vollständig aus der früheren Gestalt in die, wenn wir so sagen können, normale materielle Gestalt übergegangen ist. Der Frauenleib ist auf einer geistigeren Stufe stehengeblieben, ist nicht bis zum vollen Maße des Materiellen heruntergestiegen. Er ist zwar materiell, dicht geworden, aber er hat in dieser Materialität eine frühere, geistigere Gestalt festgehalten. Es ist also eine geistige Stufe materiell geworden. Der Frauenleib hat gleichsam zurückgehalten eine frühere geistige Gestalt, ist nicht vollständig in die Materie heruntergestiegen. Das ist er zwar in bezug auf das Materielle, aber nicht in bezug auf die Form. Er hat sich die Form, die der Mensch früher gehabt hat, bewahrt. Daher können wir sagen: Die Frau stellt sich dar als die Offenbarung einer früheren Gestaltung, die eigentlich geistig sein sollte und so, wie sie sich heute darstellt, eigentlich falsch ist, eine Maja, eine Illusion ist. Wenn wir einen gewissen springenden Punkt in der Entwickelung annehmen würden, auf dem sich das Materielle kristallisiert, so können wir sagen: Die Frau ist nicht bis zu diesem springenden Punkt vorgedrungen, sie hat eine frühere Gestalt kristallisiert. Daher ist für den, der die Tatsachen des Lebens wirklich empfindet, oder imaginativ erkennen kann, der menschliche Frauenleib nur in bezug auf Kopf und Gliedmaßen einigermaßen eine wahre Gestalt, ein Ausdruck seines ihm zugrunde liegenden Geistigen, das heißt nur in Kopf und Gliedmaßen drückt sich etwas aus, was als materielle Erscheinung dem dahinterliegenden Geistigen ähnlich ist. Daher ist das dahinterliegende Geistige unähnlich der übrigen materiellen Gestalt, denn diese ist eine falsche Gestalt.

[ 10 ] Die äußere menschliche Gestalt war ja ganz anders in den Urzeiten der Menschheit. Die gegenwärtige Menschengestalt, also auch die gegenwärtige männliche beziehungsweise weibliche Gestalt haben sich erst herausgebildet aus einer früheren einheitlichen Gestalt, die noch nicht in den Gegensatz von Mann und Frau auseinandergefallen war. So haben wir also eine frühere Einheit und den heutigen Gegensatz von Mann und Frau. Nun wissen wir auch, daß die frühere Einheit eine feinere, geistigere war. Der Mensch hat sich zu der dichten materiellen Gestalt erst im Laufe der Zeit herausgearbeitet. Wir gehen also nicht bloß zurück zu einer Einheit der Gestaltung, sondern auch zu einer Einheit, die gegen die heutige Gestalt eine geistigere war. Wir haben also einen Urmenschen, der sich weder als Mann noch als Weib darstellt, sondern als die noch nicht eingetretene Trennung dieses Gegensatzes, als die Finheit, und der feiner, ätherischer, geistiger ist als der spätere materiellere Mensch, der sich in dem Gegensatz von Mann und Frau auslebt. Worauf beruht es nun, daß aus der ursprünglichen Einheit später Mann und Frau entstanden ist? Das beruht darauf, daß die Frau, als die Einheit in die Zweiheit trat, einen physischen Leib sich herausgebildet hat, der nicht vollständig aus der früheren Gestalt in die, wenn wir so sagen können, normale materielle Gestalt übergegangen ist. Der Frauenleib ist auf einer geistigeren Stufe stehengeblieben, ist nicht bis zum vollen Maße des Materiellen heruntergestiegen. Er ist zwar materiell, dicht geworden, aber er hat in dieser Materialität eine frühere, geistigere Gestalt festgehalten. Es ist also eine geistige Stufe materiell geworden. Der Frauenleib hat gleichsam zurückgehalten eine frühere geistige Gestalt, ist nicht vollständig in die Materie heruntergestiegen. Das ist er zwar in bezug auf das Materielle, aber nicht in bezug auf die Form. Er hat sich die Form, die der Mensch früher gehabt hat, bewahrt. Daher können wir sagen: Die Frau stellt sich dar als die Offenbarung einer früheren Gestaltung, die eigentlich geistig sein sollte und so, wie sie sich heute darstellt, eigentlich falsch ist, eine Maja, eine Illusion ist. Wenn wir einen gewissen springenden Punkt in der Entwickelung annehmen würden, auf dem sich das Materielle kristallisiert, so können wir sagen: Die Frau ist nicht bis zu diesem springenden Punkt vorgedrungen, sie hat eine frühere Gestalt kristallisiert. Daher ist für den, der die Tatsachen des Lebens wirklich empfindet, oder imaginativ erkennen kann, der menschliche Frauenleib nur in bezug auf Kopf und Gliedmaßen einigermaßen eine wahre Gestalt, ein Ausdruck seines ihm zugrunde liegenden Geistigen, das heißt nur in Kopf und Gliedmaßen drückt sich etwas aus, was als materielle Erscheinung dem dahinterliegenden Geistigen ähnlich ist. Daher ist das dahinterliegende Geistige unähnlich der übrigen materiellen Gestalt, denn diese ist eine falsche Gestalt.

[ 11 ] So also gilt der Satz, daß die Welt Maja ist, bis in alle Regionen hinein. Man muß ihn wirklich ernst nehmen. In abstracto zu denken, die Welt ist Maja, ist bequem. Derjenige hat erst diesen Satz begriffen, der damit Ernst macht und fragt: Inwiefern sind nun diese Gestalten Illusion? — Die einen sind es mehr, die anderen weniger. Es gibt Gestalten, die wenigstens annähernd, im äußeren Gleichnis, das dahinterliegende Geistige ausdrücken: das sind Kopf und Gliedmaßen; aber es gibt Gestalten, welche direkt falsch sind, die verzeichnet sind, und dazu gehört die übrige Leiblichkeit des Menschen. Die ist direkt verzeichnet. Und wenn einmal die Welt dies verstehen wird, wird man nicht mehr so töricht reden wie heute, sondern man wird sehen, daß es ein gewisses tieferes, feineres künstlerisches Empfinden gibt, das sich selber sagt, daß die Frauengestalt verzeichnet ist, wenn man von Kopf und Gliedmaßen absieht, und daß man sie korrigieren muß, wenn man sie künstlerisch wiedergeben will. In besseren künstlerischen Zeiten hat man das auch wirklich durchgeführt, denn keiner, der wirklich Formen betrachten kann, kann sich der Einsicht verschließen, daß bis zu einem gewissen Grade die Formen korrigiert sind an der Venus von Milo. Das sehen nur gewöhnlich die Menschen nicht.

[ 11 ] So also gilt der Satz, daß die Welt Maja ist, bis in alle Regionen hinein. Man muß ihn wirklich ernst nehmen. In abstracto zu denken, die Welt ist Maja, ist bequem. Derjenige hat erst diesen Satz begriffen, der damit Ernst macht und fragt: Inwiefern sind nun diese Gestalten Illusion? — Die einen sind es mehr, die anderen weniger. Es gibt Gestalten, die wenigstens annähernd, im äußeren Gleichnis, das dahinterliegende Geistige ausdrücken: das sind Kopf und Gliedmaßen; aber es gibt Gestalten, welche direkt falsch sind, die verzeichnet sind, und dazu gehört die übrige Leiblichkeit des Menschen. Die ist direkt verzeichnet. Und wenn einmal die Welt dies verstehen wird, wird man nicht mehr so töricht reden wie heute, sondern man wird sehen, daß es ein gewisses tieferes, feineres künstlerisches Empfinden gibt, das sich selber sagt, daß die Frauengestalt verzeichnet ist, wenn man von Kopf und Gliedmaßen absieht, und daß man sie korrigieren muß, wenn man sie künstlerisch wiedergeben will. In besseren künstlerischen Zeiten hat man das auch wirklich durchgeführt, denn keiner, der wirklich Formen betrachten kann, kann sich der Einsicht verschließen, daß bis zu einem gewissen Grade die Formen korrigiert sind an der Venus von Milo. Das sehen nur gewöhnlich die Menschen nicht.

[ 12 ] Also wir haben hier den Menschen zerteilt in Glieder, die wahrer sind, weniger Illusion sind, und in solche, die mehr Illusion sind, die ganz verzeichnet sind. Aber das gilt nicht nur von der Frau. Für den Mann ist die Sache nur umgekehrt. Es ist der Gegensatz. Wie die Frauenform nicht bis zu dem normalen Punkt heruntergestiegen ist, um den entsprechenden Geist in der Materie auszudrücken, sondern sich auf einer früheren Stufe kristallisiert hat, so hat der männliche Leib den normalen Punkt übersprungen und ist gerade so weit darüber hinausgegangen, als die Frauenform davor stehengeblieben ist. Daher ist der männliche Leib tiefer heruntergestiegen in die Materialität, als es das normale Verhältnis gewesen wäre, und stellt das auch schon in seiner äußeren Gestalt dar. Er würde ganz anders aussehen, wenn er nicht den mittleren Punkt übersprungen hätte. Der menschliche Leib ist überhaupt nur in bezug auf Kopf und Gliedmaßen wenigstens annähernd eine Wahrheit. In bezug auf die übrige Gestalt aber müssen wir sagen, daß der Frauenleib auf einem gewissen Punkte stehen geblieben ist, sich verfestigt hat, bevor er sich in die Wellen des materiellen Daseins hineingestürzt hat, und uns daher eine ganz andere Gestalt zeigt, als diejenige wäre, wenn er sich kristallisiert hätte, als ihn die Wellen des materiellen Daseins berührt haben; der männliche Leib aber ist noch weiter untergetaucht und stellt in demselben Maße eine falsche, verzeichnete Gestalt dar wie der Frauenleib. So stellt der Frauenleib eine ins Geistige, der männliche Leib dagegen eine ins Materielle verzeichnete Gestalt dar. Die wahre Gestalt würde in der Mitte liegen, würde eine Durchschnittsgestalt von beiden sein.

[ 12 ] Also wir haben hier den Menschen zerteilt in Glieder, die wahrer sind, weniger Illusion sind, und in solche, die mehr Illusion sind, die ganz verzeichnet sind. Aber das gilt nicht nur von der Frau. Für den Mann ist die Sache nur umgekehrt. Es ist der Gegensatz. Wie die Frauenform nicht bis zu dem normalen Punkt heruntergestiegen ist, um den entsprechenden Geist in der Materie auszudrücken, sondern sich auf einer früheren Stufe kristallisiert hat, so hat der männliche Leib den normalen Punkt übersprungen und ist gerade so weit darüber hinausgegangen, als die Frauenform davor stehengeblieben ist. Daher ist der männliche Leib tiefer heruntergestiegen in die Materialität, als es das normale Verhältnis gewesen wäre, und stellt das auch schon in seiner äußeren Gestalt dar. Er würde ganz anders aussehen, wenn er nicht den mittleren Punkt übersprungen hätte. Der menschliche Leib ist überhaupt nur in bezug auf Kopf und Gliedmaßen wenigstens annähernd eine Wahrheit. In bezug auf die übrige Gestalt aber müssen wir sagen, daß der Frauenleib auf einem gewissen Punkte stehen geblieben ist, sich verfestigt hat, bevor er sich in die Wellen des materiellen Daseins hineingestürzt hat, und uns daher eine ganz andere Gestalt zeigt, als diejenige wäre, wenn er sich kristallisiert hätte, als ihn die Wellen des materiellen Daseins berührt haben; der männliche Leib aber ist noch weiter untergetaucht und stellt in demselben Maße eine falsche, verzeichnete Gestalt dar wie der Frauenleib. So stellt der Frauenleib eine ins Geistige, der männliche Leib dagegen eine ins Materielle verzeichnete Gestalt dar. Die wahre Gestalt würde in der Mitte liegen, würde eine Durchschnittsgestalt von beiden sein.

[ 13 ] Das beeinflußt natürlich in seinem Erdendasein den ganzen Menschen, insofern er eine physische Hülle hat. Mit dem Gegensatz zwischen Kopf und Gliedmaßen hat das nichts zu tun, aber es überträgt sich das, was jetzt gesagt worden ist, auf den ganzen Menschen in der einzelnen Inkarnation zwischen Geburt und Tod. Man inkarniert sich ja als Mann oder als Frau. Dadurch hat man mit dem zu rechnen, was sich als verzeichnet bei Mann oder Frau auslebt. Aber das erstreckt sich auf den ganzen Menschen, und die Folge davon ist, wenn man in einer Inkarnation einen weiblichen Leib hat, daß dieser ganze weibliche Leib durchbeeinflußt ist von diesem mehr Zurückgebliebensein in einem ursprünglicheren, weicheren Formzustand. Und in einer männlichen Inkarnation ist dieser ganze männliche Leib durchfiltriert von einem Zu-stark-untergetaucht-Sein in die grobe, feste Materie. Wenn man nur einmal im kleinsten Maße den Begriff davon bekommen hat, was es heißt, im Geiste denken, im Geiste leben und den physischen Leib als ein bloßes Werkzeug benutzen, wenn man sich nicht so darinnen stecken fühlt, daß man sich mit ihm identifiziert, dann kann man ein Lied singen gerade von der Misere, einen männlichen Leib, der natürlich auch sein Gehirn infiltriert, in einer Inkarnation benutzen zu müssen. Denn man merkt, daß auch die Formen des Gehirns, weil sie derber in die Materie hineingegangen sind, schwerer zu handhaben sind als die weicheren, nicht so stark in die Materie hineingegangenen Formen des weiblichen Gehirns. Es ist in der Tat eine schwierigere Sache, wenn man in die höheren Welten hinaufsteigen muß, sich ein männliches Gehirn zu trainieren, um die Wahrheiten in Gedanken umzusetzen, als ein weibliches Gehirn. Daher ist es nicht zu verwundern für die Leute, die denken können, wenn eine Weltanschauung, die als Neues in die Welt tritt, wie die geisteswissenschaftliche, leichter verstanden werden kann mit dem bequemer zu trainierenden weiblichen Gehirn als mit dem männlichen Gehirn, dem es schwerer ist, von gewissen Gedanken loszukommen, die es heute aufgenommen hat, weil das männliche Gehirn schwerer zu bearbeiten, schwerer zu handhaben ist. Deshalb wird Geisteswissenschaft auch so schwer Eingang finden bei den Männern, die heute in der Welt Kulturträger sind und mit den gewöhnlichen Kulturvorstellungen unseres heutigen Lebens behaftet sind. Wir müssen es durchaus verstehen, was für ein ungelenkes Ding das Gehirn eines Gelehrten ist, nicht nur, um Geisteswissenschaft aufzunehmen, sondern um mit dem, was es aus der Geisteswissenschaft aufnehmen kann, zu denken. Wir dürfen aber die Sache nicht auf den Kopf stellen und daraus irgendwelche Schlüsse ziehen, oder höchstens den, daß wir es nun doch als etwas um so Bedeutungsvolleres empfinden müssen, wenn nun recht viele Männer ihr Gehirn so handhaben, daß sie recht intim und nahe an die Geisteswissenschaft herankommen. Diese Dinge können ja zunächst nur angedeutet werden, aber wenn Sie dieselben auf sich so wirken lassen und darüber nachdenken, werden Sie ungeheure Perspektiven für das Menschenleben darinnen finden.

[ 13 ] Das beeinflußt natürlich in seinem Erdendasein den ganzen Menschen, insofern er eine physische Hülle hat. Mit dem Gegensatz zwischen Kopf und Gliedmaßen hat das nichts zu tun, aber es überträgt sich das, was jetzt gesagt worden ist, auf den ganzen Menschen in der einzelnen Inkarnation zwischen Geburt und Tod. Man inkarniert sich ja als Mann oder als Frau. Dadurch hat man mit dem zu rechnen, was sich als verzeichnet bei Mann oder Frau auslebt. Aber das erstreckt sich auf den ganzen Menschen, und die Folge davon ist, wenn man in einer Inkarnation einen weiblichen Leib hat, daß dieser ganze weibliche Leib durchbeeinflußt ist von diesem mehr Zurückgebliebensein in einem ursprünglicheren, weicheren Formzustand. Und in einer männlichen Inkarnation ist dieser ganze männliche Leib durchfiltriert von einem Zu-stark-untergetaucht-Sein in die grobe, feste Materie. Wenn man nur einmal im kleinsten Maße den Begriff davon bekommen hat, was es heißt, im Geiste denken, im Geiste leben und den physischen Leib als ein bloßes Werkzeug benutzen, wenn man sich nicht so darinnen stecken fühlt, daß man sich mit ihm identifiziert, dann kann man ein Lied singen gerade von der Misere, einen männlichen Leib, der natürlich auch sein Gehirn infiltriert, in einer Inkarnation benutzen zu müssen. Denn man merkt, daß auch die Formen des Gehirns, weil sie derber in die Materie hineingegangen sind, schwerer zu handhaben sind als die weicheren, nicht so stark in die Materie hineingegangenen Formen des weiblichen Gehirns. Es ist in der Tat eine schwierigere Sache, wenn man in die höheren Welten hinaufsteigen muß, sich ein männliches Gehirn zu trainieren, um die Wahrheiten in Gedanken umzusetzen, als ein weibliches Gehirn. Daher ist es nicht zu verwundern für die Leute, die denken können, wenn eine Weltanschauung, die als Neues in die Welt tritt, wie die geisteswissenschaftliche, leichter verstanden werden kann mit dem bequemer zu trainierenden weiblichen Gehirn als mit dem männlichen Gehirn, dem es schwerer ist, von gewissen Gedanken loszukommen, die es heute aufgenommen hat, weil das männliche Gehirn schwerer zu bearbeiten, schwerer zu handhaben ist. Deshalb wird Geisteswissenschaft auch so schwer Eingang finden bei den Männern, die heute in der Welt Kulturträger sind und mit den gewöhnlichen Kulturvorstellungen unseres heutigen Lebens behaftet sind. Wir müssen es durchaus verstehen, was für ein ungelenkes Ding das Gehirn eines Gelehrten ist, nicht nur, um Geisteswissenschaft aufzunehmen, sondern um mit dem, was es aus der Geisteswissenschaft aufnehmen kann, zu denken. Wir dürfen aber die Sache nicht auf den Kopf stellen und daraus irgendwelche Schlüsse ziehen, oder höchstens den, daß wir es nun doch als etwas um so Bedeutungsvolleres empfinden müssen, wenn nun recht viele Männer ihr Gehirn so handhaben, daß sie recht intim und nahe an die Geisteswissenschaft herankommen. Diese Dinge können ja zunächst nur angedeutet werden, aber wenn Sie dieselben auf sich so wirken lassen und darüber nachdenken, werden Sie ungeheure Perspektiven für das Menschenleben darinnen finden.

[ 14 ] Wenn wir das Menschenleben in seinem Gegensatz von Mann und Frau vor uns hinstellen, dann haben wir etwas, was wir ein auf einer früheren Stufe Stehengebliebenes nennen können, und etwas, was eigentlich über eine gewisse Stufe der Gegenwart hinausgeschritten ist, was in einem gewissen karikierten Zustand eine zukünftige Form in die Gegenwart hereinnimmt, die eben daher karikiert erscheint. Eine frühere Gestalt des Leibes hat konserviert das Weibliche und eine spätere Gestalt hat hereingenommen das Männliche und sie so ausgebildet, wie sie in der Zukunft nicht sein darf. Daher ist der männliche Leib falsch geworden, weil er spätere Lebensbedingungen in einen früheren Lebenszeitraum hineingestellt hat.

[ 14 ] Wenn wir das Menschenleben in seinem Gegensatz von Mann und Frau vor uns hinstellen, dann haben wir etwas, was wir ein auf einer früheren Stufe Stehengebliebenes nennen können, und etwas, was eigentlich über eine gewisse Stufe der Gegenwart hinausgeschritten ist, was in einem gewissen karikierten Zustand eine zukünftige Form in die Gegenwart hereinnimmt, die eben daher karikiert erscheint. Eine frühere Gestalt des Leibes hat konserviert das Weibliche und eine spätere Gestalt hat hereingenommen das Männliche und sie so ausgebildet, wie sie in der Zukunft nicht sein darf. Daher ist der männliche Leib falsch geworden, weil er spätere Lebensbedingungen in einen früheren Lebenszeitraum hineingestellt hat.

[ 15 ] Gibt es nun für diesen Gegensatz des Männlichen und Weiblichen auch eine Entsprechung im Kosmos? Gibt es im Kosmos etwas, was uns auf der einen Seite ein Dasein zeigt, eine Entwickelungsstufe, die gleichsam frühere Formen festgehalten hat und hineingetragen hat in ein späteres Dasein? Und gibt es auf der anderen Seite Formen, die eine gewisse Stufe überschritten haben, also in karikierter Form einen Zukunftszustand darstellen? Wenn wir die konkrete Entwikkelung, wie wir sie aus der Akasha-Chronik kennen, uns vor Augen stellen, können wir etwa fragen: Gibt es im Kosmos draußen etwas wie ein altes Mondendasein, das nicht herein wollte zum Erdendasein, sondern das aus dem alten Monddasein etwas zurückbehalten hat wie ein Weibliches im Kosmos? Gibt es etwas, was wie ein altes Mondendasein eine frühere Stufe hereinträgt in die Gegenwart? Und gibt es im Kosmos etwas, was eine gewisse Stufe überschritten hat, sich verdickt und verdichtet hat, so daß es einen späteren Zustand, einen Jupiterzustand darstellt?

[ 15 ] Gibt es nun für diesen Gegensatz des Männlichen und Weiblichen auch eine Entsprechung im Kosmos? Gibt es im Kosmos etwas, was uns auf der einen Seite ein Dasein zeigt, eine Entwickelungsstufe, die gleichsam frühere Formen festgehalten hat und hineingetragen hat in ein späteres Dasein? Und gibt es auf der anderen Seite Formen, die eine gewisse Stufe überschritten haben, also in karikierter Form einen Zukunftszustand darstellen? Wenn wir die konkrete Entwikkelung, wie wir sie aus der Akasha-Chronik kennen, uns vor Augen stellen, können wir etwa fragen: Gibt es im Kosmos draußen etwas wie ein altes Mondendasein, das nicht herein wollte zum Erdendasein, sondern das aus dem alten Monddasein etwas zurückbehalten hat wie ein Weibliches im Kosmos? Gibt es etwas, was wie ein altes Mondendasein eine frühere Stufe hereinträgt in die Gegenwart? Und gibt es im Kosmos etwas, was eine gewisse Stufe überschritten hat, sich verdickt und verdichtet hat, so daß es einen späteren Zustand, einen Jupiterzustand darstellt?

[ 16 ] Das gibt es. Denselben Gegensatz wie männlich und weiblich im charakterisierten Sinne beim Menschen gibt es draußen im Kosmos: Es ist der Gegensatz von Kometarischem und Lunarischem, von Komet und Mond. Wenn wir den Komet in bezug auf sein Wesen verstehen wollen, wie er heute, gleichsam durchbrechend die anderen Gesetze des Sonnensystems, im Weltenraum herumwandelt, dann müssen wir uns klarmachen, daß es eigentlich die Gesetze des alten Mondendaseins sind, welche der Komet in unser Dasein hineinträgt. Das hat er sich bewahrt und ist damit in unser Dasein hineingegangen. Er hat die gegenwärtige Materie des Sonnen-Erdensystems angenommen, ist aber stehengeblieben in bezug auf Bewegung und sein Wesen auf der Stufe der Narurgesetzlichkeit, die unser Sonnensystem hatte, als die Erde noch Mond war. Er hat einen früheren Zustand hereingetragen in einen späteren, in die Gegenwart, wie der weibliche Leib einen früheren Zustand in das gegenwärtige Dasein hereinträgt. Das Kometarische ist der eine Teil eines solchen Gegensatzes, das Mondendasein als sein Gegensatz stellt die andere Seite dar. Als der Mond in der lemurischen Zeit sich aus der Erde heraus entwickelte, hat er gewisse Teile mitgenommen, die herausgenommen werden mußten aus der Erde, damit sich der Mensch überhaupt als Mensch entwickeln konnte. Die Erde durfte nicht so dicht werden, wie sie geworden wäre, wenn sie den Mond in sich behalten hätte. Der Mond stellt in der Tat einen karikierten Jupiterzustand dar. Wie sich eine frische, reife Frucht darstellt gegenüber einer, die, ganz verrunzelt, sich in die Materie hinein versteinert hat, so ist der Mond in seiner Konfiguration über eine gewisse mittlere Gestalt hinausgeschritten, wie das Männliche im Menschen in seiner Form bei der Gestaltung diese Mitte überschritten hat. Ganz denselben Gegensatz, den wir im Menschenleben haben als den Gegensatz des Männlichen und Weiblichen, haben wir im Kosmos zwischen Lunarischem und Kometarischem.

[ 16 ] Das gibt es. Denselben Gegensatz wie männlich und weiblich im charakterisierten Sinne beim Menschen gibt es draußen im Kosmos: Es ist der Gegensatz von Kometarischem und Lunarischem, von Komet und Mond. Wenn wir den Komet in bezug auf sein Wesen verstehen wollen, wie er heute, gleichsam durchbrechend die anderen Gesetze des Sonnensystems, im Weltenraum herumwandelt, dann müssen wir uns klarmachen, daß es eigentlich die Gesetze des alten Mondendaseins sind, welche der Komet in unser Dasein hineinträgt. Das hat er sich bewahrt und ist damit in unser Dasein hineingegangen. Er hat die gegenwärtige Materie des Sonnen-Erdensystems angenommen, ist aber stehengeblieben in bezug auf Bewegung und sein Wesen auf der Stufe der Narurgesetzlichkeit, die unser Sonnensystem hatte, als die Erde noch Mond war. Er hat einen früheren Zustand hereingetragen in einen späteren, in die Gegenwart, wie der weibliche Leib einen früheren Zustand in das gegenwärtige Dasein hereinträgt. Das Kometarische ist der eine Teil eines solchen Gegensatzes, das Mondendasein als sein Gegensatz stellt die andere Seite dar. Als der Mond in der lemurischen Zeit sich aus der Erde heraus entwickelte, hat er gewisse Teile mitgenommen, die herausgenommen werden mußten aus der Erde, damit sich der Mensch überhaupt als Mensch entwickeln konnte. Die Erde durfte nicht so dicht werden, wie sie geworden wäre, wenn sie den Mond in sich behalten hätte. Der Mond stellt in der Tat einen karikierten Jupiterzustand dar. Wie sich eine frische, reife Frucht darstellt gegenüber einer, die, ganz verrunzelt, sich in die Materie hinein versteinert hat, so ist der Mond in seiner Konfiguration über eine gewisse mittlere Gestalt hinausgeschritten, wie das Männliche im Menschen in seiner Form bei der Gestaltung diese Mitte überschritten hat. Ganz denselben Gegensatz, den wir im Menschenleben haben als den Gegensatz des Männlichen und Weiblichen, haben wir im Kosmos zwischen Lunarischem und Kometarischem.

[ 17 ] So gehören die Dinge zusammen: wie Sonne und Erde, so Kopf und Gliedmaßen, wie Mond und Komet, so Mann und Frau im Menschen. Nur dürfen wir damit nicht wieder nach Hause gehen und sagen: Nun, da haben wir ja wieder etwas, was wir uns so hübsch als einen Gegensatz merken können! — Wir müssen die Dinge tief ernst nehmen und uns klar sein, daß zu anderen Zeiten noch etwas anderes gesagt worden ist. Wir müssen in Betracht ziehen, daß der Mann nur in bezug auf seinen physischen Leib männlich ist, in bezug auf seinen Ätherleib dagegen weiblich, und daß umgekehrt die Frau nur in bezug auf ihren physischen Leib weiblich ist. Was für das Weibliche des Weibes gilt für den physischen Leib, das gilt auch für den Ätherleib des Mannes, so daß auch der Ätherleib des Mannes zum Ätherleib der Frau sich verhält wie Komet zum Mond. Wenn Sie nun wollen, können Sie sagen: Dadurch verschwimmt ja wiederum alles! — Aber so sind die Dinge. In jeder Kultur, die ihre Begriffe geschaffen hat mit einem verdickten Gehirn, gehen ja die Begriffe darauf hinaus, möglichst dicke Konturen zu schaffen, an denen gar nicht gerüttelt werden kann, so daß man, wenn man solche Begriffe hat, ganz daran festhalten muß. Das läßt sich aber der Geist nicht gefallen. Der Geist ist etwas Bewegliches, und wenn wir uns Begriffe gebildet haben, müssen wir sie beweglich erhalten. Daher müssen wir auch für das Männliche in der Frau und für das Weibliche im Manne durchaus das anwenden, was eben von Mond und Komet in bezug auf Mann und Frau gesagt worden ist. Es gilt eben das, was gesagt worden ist, in bezug auf das Männliche und Weibliche, wie es uns im Menschenleben entgegentritt, und nicht für Mann und Frau, wie sie uns äußerlich entgegentreten.

[ 17 ] So gehören die Dinge zusammen: wie Sonne und Erde, so Kopf und Gliedmaßen, wie Mond und Komet, so Mann und Frau im Menschen. Nur dürfen wir damit nicht wieder nach Hause gehen und sagen: Nun, da haben wir ja wieder etwas, was wir uns so hübsch als einen Gegensatz merken können! — Wir müssen die Dinge tief ernst nehmen und uns klar sein, daß zu anderen Zeiten noch etwas anderes gesagt worden ist. Wir müssen in Betracht ziehen, daß der Mann nur in bezug auf seinen physischen Leib männlich ist, in bezug auf seinen Ätherleib dagegen weiblich, und daß umgekehrt die Frau nur in bezug auf ihren physischen Leib weiblich ist. Was für das Weibliche des Weibes gilt für den physischen Leib, das gilt auch für den Ätherleib des Mannes, so daß auch der Ätherleib des Mannes zum Ätherleib der Frau sich verhält wie Komet zum Mond. Wenn Sie nun wollen, können Sie sagen: Dadurch verschwimmt ja wiederum alles! — Aber so sind die Dinge. In jeder Kultur, die ihre Begriffe geschaffen hat mit einem verdickten Gehirn, gehen ja die Begriffe darauf hinaus, möglichst dicke Konturen zu schaffen, an denen gar nicht gerüttelt werden kann, so daß man, wenn man solche Begriffe hat, ganz daran festhalten muß. Das läßt sich aber der Geist nicht gefallen. Der Geist ist etwas Bewegliches, und wenn wir uns Begriffe gebildet haben, müssen wir sie beweglich erhalten. Daher müssen wir auch für das Männliche in der Frau und für das Weibliche im Manne durchaus das anwenden, was eben von Mond und Komet in bezug auf Mann und Frau gesagt worden ist. Es gilt eben das, was gesagt worden ist, in bezug auf das Männliche und Weibliche, wie es uns im Menschenleben entgegentritt, und nicht für Mann und Frau, wie sie uns äußerlich entgegentreten.

[ 18 ] So haben wir im eminenten Sinne interessante Zusammenhänge zwischen Menschenentwickelung und Weltenentwickelung gefunden. Ganz gewiß wird — ich habe auch schon darauf aufmerksam gemacht — derjenige, der heute auf dem kurulischen Stuhl der wahren wissenschaftlichen Weltanschauung sitzt, solche Dinge über Komet und Mond höchst verrückt und närrisch finden. Er mag es tun. Er hat eben nicht den Willen, auf die Wahrheit wirklich einzugehen. Wir auf dem Boden der Geisteswissenschaft können die Brücke ziehen zwischen dem, was aus dem Geistigen kommt, und dem, was auf dem physischen Plan sich uns darstellt. Die anderen wollen es nicht.

[ 18 ] So haben wir im eminenten Sinne interessante Zusammenhänge zwischen Menschenentwickelung und Weltenentwickelung gefunden. Ganz gewiß wird — ich habe auch schon darauf aufmerksam gemacht — derjenige, der heute auf dem kurulischen Stuhl der wahren wissenschaftlichen Weltanschauung sitzt, solche Dinge über Komet und Mond höchst verrückt und närrisch finden. Er mag es tun. Er hat eben nicht den Willen, auf die Wahrheit wirklich einzugehen. Wir auf dem Boden der Geisteswissenschaft können die Brücke ziehen zwischen dem, was aus dem Geistigen kommt, und dem, was auf dem physischen Plan sich uns darstellt. Die anderen wollen es nicht.

[ 19 ] Im Jahre 1906 während des Kongresses in Paris habe ich darauf aufmerksam gemacht, daß die Geistesforschung aus ihrer Erkenntnis der kometarischen Natur sagen kann: Weil auf der Erde Verbindungen von Kohlenstoff und Sauerstoff dieselbe Rolle spielen, welche während des alten Mondendaseins die Verbindungen von Kohlenstoff und Stickstoff gespielt haben, das heißt Zyanverbindungen, so muß das kometarische Dasein blausäureartige Verbindungen enthalten, Zyanverbindungen, die sich aus Kohlenstoff und Stickstoff zusammensetzen. Diejenigen, die diese Dinge aufmerksam verfolgt haben, werden sich das bewahrt haben. So ist also aus der Geisteswissenschaft heraus längst gesagt worden, daß unsere Kometennaturen irgendwelche zyanartige Verbindungen enthalten. In den letzten Wochen ist diese Tatsache als eine äußere spektralanalytische Tatsache durch die Zeitungen gegangen. Es ist das nur ein Fall, hundert andere könnten ebenso angeführt werden, wie die Geistesforschung ihre Brücke ziehen kann zu den Tatsachen der äußeren Forschung. Spektralanalyse hat in diesem Falle nach Jahren das konstatiert, was aus der Geisteswissenschaft heraus bereits vor Jahren gesagt worden ist. Nirgends widersprechen die Tatsachen der äußeren materialistischen Forschung den Tatsachen der Geistesforschung! Auf so etwas, wie das eben Gesagte, darf man sich berufen, wenn diejenigen, die auf dem kurulischen Stuhl der wahren Wissenschaft sitzen, immer wieder kommen und auf die äußeren Tatsachen hinweisen. Wir dürfen die äußeren Tatsachen nur nicht verwechseln mit den engbegrenzten Begriffen, welche die Menschen sich selber ziehen. Wenn das alles Tatsachen wären, was heute Naturwissenschaft ist, dann würde die Naturwissenschaft sehr der Geisteswissenschaft widersprechen; aber das sind gar nicht Tatsachen, sondern nur korrupte Begriffe derjenigen, die durch unsere heutigen Zeitverhältnisse eben berufen sind, mit den Dingen zu hantieren.

[ 19 ] Im Jahre 1906 während des Kongresses in Paris habe ich darauf aufmerksam gemacht, daß die Geistesforschung aus ihrer Erkenntnis der kometarischen Natur sagen kann: Weil auf der Erde Verbindungen von Kohlenstoff und Sauerstoff dieselbe Rolle spielen, welche während des alten Mondendaseins die Verbindungen von Kohlenstoff und Stickstoff gespielt haben, das heißt Zyanverbindungen, so muß das kometarische Dasein blausäureartige Verbindungen enthalten, Zyanverbindungen, die sich aus Kohlenstoff und Stickstoff zusammensetzen. Diejenigen, die diese Dinge aufmerksam verfolgt haben, werden sich das bewahrt haben. So ist also aus der Geisteswissenschaft heraus längst gesagt worden, daß unsere Kometennaturen irgendwelche zyanartige Verbindungen enthalten. In den letzten Wochen ist diese Tatsache als eine äußere spektralanalytische Tatsache durch die Zeitungen gegangen. Es ist das nur ein Fall, hundert andere könnten ebenso angeführt werden, wie die Geistesforschung ihre Brücke ziehen kann zu den Tatsachen der äußeren Forschung. Spektralanalyse hat in diesem Falle nach Jahren das konstatiert, was aus der Geisteswissenschaft heraus bereits vor Jahren gesagt worden ist. Nirgends widersprechen die Tatsachen der äußeren materialistischen Forschung den Tatsachen der Geistesforschung! Auf so etwas, wie das eben Gesagte, darf man sich berufen, wenn diejenigen, die auf dem kurulischen Stuhl der wahren Wissenschaft sitzen, immer wieder kommen und auf die äußeren Tatsachen hinweisen. Wir dürfen die äußeren Tatsachen nur nicht verwechseln mit den engbegrenzten Begriffen, welche die Menschen sich selber ziehen. Wenn das alles Tatsachen wären, was heute Naturwissenschaft ist, dann würde die Naturwissenschaft sehr der Geisteswissenschaft widersprechen; aber das sind gar nicht Tatsachen, sondern nur korrupte Begriffe derjenigen, die durch unsere heutigen Zeitverhältnisse eben berufen sind, mit den Dingen zu hantieren.

[ 20 ] Nun können wir uns noch das Folgende fragen, nachdem wir uns diesen Gegensatz vor Augen gerückt haben, der sich im Menschenleben ebenso wie im Kosmos findet: Was wird denn damit eigentlich herausgeboren aus dem Weltall, wenn wir diesen ganzen Gegensatz des Kometarischen und Lunarischen ins Auge fassen?

[ 20 ] Nun können wir uns noch das Folgende fragen, nachdem wir uns diesen Gegensatz vor Augen gerückt haben, der sich im Menschenleben ebenso wie im Kosmos findet: Was wird denn damit eigentlich herausgeboren aus dem Weltall, wenn wir diesen ganzen Gegensatz des Kometarischen und Lunarischen ins Auge fassen?

[ 21 ] Es ist etwas schwer, das ganz Gewaltige, was dieser Tatsache zugrunde liegt, in einer verhältnismäßig kurzen Zeit zu charakterisieren. Daher gestatten Sie einmal, daß ich davon ausgehe, vergleichsweise das Menschenleben zu charakterisieren, wie es verfließt, wenn wir es in seinem äußeren Verlauf betrachten. Da gibt es zunächst etwas, von dem man sagen könnte, es verläuft im guten Sinne bürgerlich von Tag zu Tag. Man steht des Morgens auf, nimmt das erste Frühstück, dann geht es weiter nach dem, was eben jeder Tag bringt nach den gewöhnlichen Gesetzen des Tages. Aber es gibt auch in diesem Leben des Menschen Ereignisse, die hineinschlagen und mit einem Schlage Veränderungen in den Verlauf des Alltags bringen. Nehmen wir einmal an, ein Mann und eine Frau leben so recht gutbürgerlich eine Zeitlang dahin mit dem gewöhnlichen, nur wenig variierten Tagesprogramm. Aber etwas anderes kommt, was tatsächlich eine Art Ruck bildet im gewöhnlichen äußeren Leben derjenigen Menschen, die unter solchen Verhältnissen stehen. Ein solcher äußerer Ruck ist es, wenn ein neuer Mensch sich verkörpert, als Erdenbürger ins Dasein hineintritt. Das unterscheidet sich gewaltig von dem gewöhnlichen Gang des alltäglichen Lebens. Wenn aber ein neuer Weltenbürger hereintritt in den Horizont von Mann und Frau, so fällt damit tatsächlich etwas hinein, was dem ganzen Familienzusammenhang ein neues Gepräge gibt. Das wollte ich zum Vergleich heranziehen, weil wir dadurch den tiefen okkulten Hintergrund des Kometendaseins ein wenig zum Verständnis bringen können. Es verläuft sozusagen auch im Kosmos das Leben von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr «gut-bürgerlich». Es geht da jeden Tag dasselbe vor: Die Sonne geht auf und unter, die Pflanzen blühen im Frühling, im Herbst dorren sie ab; und wenn es einmal Regen oder Sonnenschein gibt, oder Hagelschlag oder dergleichen eintritt, so entspricht das den Ereignissen, die auch sonst im gewöhnlichen Leben geschehen, wenn zum Beispiel statt des gewöhnlichen Tees einmal ein festliches Kaffeekränzchen veranstaltet wird. Solche Dinge sehen wir durchaus im gewöhnlichen Trott fortgehen. Das alles hängt zusammen mit den Gesetzen, die einmal den Bewegungen von Sonne, Erde und so weiter zugrunde liegen, und wie sie sich Jahr für Jahr, Tag für Tag vollziehen. Aber in diesen Gang ragen in merkwürdiger Weise herein die selteneren, aber sich doch wiederum in gewisser Beziehung wiederholenden Erscheinungen der Kometen. Sie ragen ebenso herein in den Gang der kosmischen Geschehnisse wie ein neuer Erdenbürger, der in den Horizont von Mann und Frau hereinrritt. Durch das Erscheinen des Kometen im Kosmos wird tatsächlich in das Menschheitsdasein etwas hineingeführt, was nicht auf dem gewöhnlichen Gang des Lebens gegeben werden könnte. Es muß, wenn die Entwickelung fortgehen soll, nicht bloß das geben, was sich von Tag zu Tag wiederholt, sondern es muß Neues hineingefügt werden in diesen Zusammenhang. Wie in das einzelne Familienleben mit einem neuen Erdenbürger etwas ganz Besonderes hineinkommt, so kommt in den Fortschritt des Menschengeschlechtes auf der Erde durch diese, den gewöhnlichen Fortgang des Weltendaseins durchbrechende Erscheinung des Kometen etwas ganz anderes hinein. Es wird tatsächlich gleichsam etwas Neues geboren, wenn der Komet in die Welt tritt.

[ 21 ] Es ist etwas schwer, das ganz Gewaltige, was dieser Tatsache zugrunde liegt, in einer verhältnismäßig kurzen Zeit zu charakterisieren. Daher gestatten Sie einmal, daß ich davon ausgehe, vergleichsweise das Menschenleben zu charakterisieren, wie es verfließt, wenn wir es in seinem äußeren Verlauf betrachten. Da gibt es zunächst etwas, von dem man sagen könnte, es verläuft im guten Sinne bürgerlich von Tag zu Tag. Man steht des Morgens auf, nimmt das erste Frühstück, dann geht es weiter nach dem, was eben jeder Tag bringt nach den gewöhnlichen Gesetzen des Tages. Aber es gibt auch in diesem Leben des Menschen Ereignisse, die hineinschlagen und mit einem Schlage Veränderungen in den Verlauf des Alltags bringen. Nehmen wir einmal an, ein Mann und eine Frau leben so recht gutbürgerlich eine Zeitlang dahin mit dem gewöhnlichen, nur wenig variierten Tagesprogramm. Aber etwas anderes kommt, was tatsächlich eine Art Ruck bildet im gewöhnlichen äußeren Leben derjenigen Menschen, die unter solchen Verhältnissen stehen. Ein solcher äußerer Ruck ist es, wenn ein neuer Mensch sich verkörpert, als Erdenbürger ins Dasein hineintritt. Das unterscheidet sich gewaltig von dem gewöhnlichen Gang des alltäglichen Lebens. Wenn aber ein neuer Weltenbürger hereintritt in den Horizont von Mann und Frau, so fällt damit tatsächlich etwas hinein, was dem ganzen Familienzusammenhang ein neues Gepräge gibt. Das wollte ich zum Vergleich heranziehen, weil wir dadurch den tiefen okkulten Hintergrund des Kometendaseins ein wenig zum Verständnis bringen können. Es verläuft sozusagen auch im Kosmos das Leben von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr «gut-bürgerlich». Es geht da jeden Tag dasselbe vor: Die Sonne geht auf und unter, die Pflanzen blühen im Frühling, im Herbst dorren sie ab; und wenn es einmal Regen oder Sonnenschein gibt, oder Hagelschlag oder dergleichen eintritt, so entspricht das den Ereignissen, die auch sonst im gewöhnlichen Leben geschehen, wenn zum Beispiel statt des gewöhnlichen Tees einmal ein festliches Kaffeekränzchen veranstaltet wird. Solche Dinge sehen wir durchaus im gewöhnlichen Trott fortgehen. Das alles hängt zusammen mit den Gesetzen, die einmal den Bewegungen von Sonne, Erde und so weiter zugrunde liegen, und wie sie sich Jahr für Jahr, Tag für Tag vollziehen. Aber in diesen Gang ragen in merkwürdiger Weise herein die selteneren, aber sich doch wiederum in gewisser Beziehung wiederholenden Erscheinungen der Kometen. Sie ragen ebenso herein in den Gang der kosmischen Geschehnisse wie ein neuer Erdenbürger, der in den Horizont von Mann und Frau hereinrritt. Durch das Erscheinen des Kometen im Kosmos wird tatsächlich in das Menschheitsdasein etwas hineingeführt, was nicht auf dem gewöhnlichen Gang des Lebens gegeben werden könnte. Es muß, wenn die Entwickelung fortgehen soll, nicht bloß das geben, was sich von Tag zu Tag wiederholt, sondern es muß Neues hineingefügt werden in diesen Zusammenhang. Wie in das einzelne Familienleben mit einem neuen Erdenbürger etwas ganz Besonderes hineinkommt, so kommt in den Fortschritt des Menschengeschlechtes auf der Erde durch diese, den gewöhnlichen Fortgang des Weltendaseins durchbrechende Erscheinung des Kometen etwas ganz anderes hinein. Es wird tatsächlich gleichsam etwas Neues geboren, wenn der Komet in die Welt tritt.

[ 22 ] Für den, der geistig diese Dinge untersuchen kann, gibt es dabei die Möglichkeit, ganz genau darauf hinzuweisen, wie die einzelnen Kometen ihre Funktionen haben, dieses oder jenes geistig Neue hineinzuführen in die Welt. So ist der Halleysche Komet einer von denjenigen, der so, wie er periodisch erscheint, immer wieder etwas ganz bestimmtes Neues gebiert im Menschenleben. Während sich sonst die Dinge in der gewöhnlichen Weise wiederholen, bringt der Komet eine seelisch-kulturelle Neugeburt hervor. Was damit gemeint ist, kann ich Ihnen charakterisieren, wenn ich nur die drei letzten Erscheinungen des Halleyschen Kometen anführe von den Jahren 1759, 1835 und diejenige, vor der wir gegenwärtig stehen. Was für eine Aufgabe — andere Kometen haben andere Aufgaben kommt diesen drei letzten Erscheinungen zu?

[ 22 ] Für den, der geistig diese Dinge untersuchen kann, gibt es dabei die Möglichkeit, ganz genau darauf hinzuweisen, wie die einzelnen Kometen ihre Funktionen haben, dieses oder jenes geistig Neue hineinzuführen in die Welt. So ist der Halleysche Komet einer von denjenigen, der so, wie er periodisch erscheint, immer wieder etwas ganz bestimmtes Neues gebiert im Menschenleben. Während sich sonst die Dinge in der gewöhnlichen Weise wiederholen, bringt der Komet eine seelisch-kulturelle Neugeburt hervor. Was damit gemeint ist, kann ich Ihnen charakterisieren, wenn ich nur die drei letzten Erscheinungen des Halleyschen Kometen anführe von den Jahren 1759, 1835 und diejenige, vor der wir gegenwärtig stehen. Was für eine Aufgabe — andere Kometen haben andere Aufgaben kommt diesen drei letzten Erscheinungen zu?

[ 23 ] Neugeburten im Weltall sind nicht bloß solche, welche wir mit derselben Freude begrüßen wie einen jungen Erdenbürger, der in eine Familie hineintritt. Im Weltall wird alles geboren, was die Menschheit vorwärts- oder aber auch zurückbringt. Nun hängt das Erscheinen des Halleyschen Kometen, das heißt also, was er geistig bedeutet für die Fortentwickelung der Menschheit, mit demjenigen zusammen, was die Menschheit aufnehmen mußte aus dem Kosmos in den verschiedenen Zeiten des Kali Yuga, um immer mehr in bezug auf das Denken in die Materialität hineinzusteigen. Mit jedem neuen Erscheinen wurde für die Menschheit ein neuer Impuls geboren, um aus einer spirituellen Weltanschauung das Ich herunterzutreiben, um die Welt materialistischer aufzufassen. Nicht ein Heruntersteigen in die Materie ist gemeint, sondern dasjenige, was das menschliche Ich aus dem Weltall aufnehmen muß an geistiger Substanz, um von einem spirituellen Dasein hinunterzutreiben in die Sphäre der materialistischen Anschauungen. Alle diejenigen Anschauungen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die man die «seichte Aufklärung» nennt, und die Goethe so verspottet hat in «Dichtung und Wahrheit» als jene Anschauungen, wie sie zum Beispiel in Holbachs «Systeme de la Nature» ihren Vertreter gefunden haben, sie begreift man kosmisch durch die Erscheinung des Halleyschen Kometen vom Jahre 1759. Der banalen maternalistischen Literatur vom zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts ging voran die Erscheinung des Halleyschen Kometen vom Jahre 1835. Die Dinge, die auf der Erde geschehen mikrokosmisch, hängen makrokosmisch zusammen mit den Dingen in der großen Welt. Mit der Erscheinung des Halleyschen Kometen vom Jahre 1835 war wiederum geboren ein neuer Impuls in den Materialismus herunter. Und Büchner, Vogt und Moleschott sind diejenigen, die auf der Erde ausleben, was aus dem Kosmos herunter wie ein gewaltiges Zeichen mit dem Halleyschen Kometen erschienen ist. Und jetzt stehen wir davor — weil die Menschheit eben geprüft werden muß, sich aus sich selber emporringen muß, die Widerstände der Spiritualität fühlen muß, um dann um so mehr Kräfte zu ihrem Aufstieg zu entfalten -, jetzt stehen wir davor, daß wir mit dem neuen Erscheinen des Halleyschen Kometen aus dem Weltall zugesendet erhalten die Kräfte, welche die Menschheit in einen noch flacheren, in einen noch abscheulicheren Materialismus herunterführen können. Geboren werden kann etwas, was sich vielleicht selbst die flachsten Flachlinge des Büchnerianismus nicht denken können. Diese Möglichkeit muß gegeben sein. Denn nur, wenn der Mensch die ihm widerstrebenden Mächte überwindet, kann er sich die hinaufführenden starken Kräfte aus dem Weltall aneignen.

[ 23 ] Neugeburten im Weltall sind nicht bloß solche, welche wir mit derselben Freude begrüßen wie einen jungen Erdenbürger, der in eine Familie hineintritt. Im Weltall wird alles geboren, was die Menschheit vorwärts- oder aber auch zurückbringt. Nun hängt das Erscheinen des Halleyschen Kometen, das heißt also, was er geistig bedeutet für die Fortentwickelung der Menschheit, mit demjenigen zusammen, was die Menschheit aufnehmen mußte aus dem Kosmos in den verschiedenen Zeiten des Kali Yuga, um immer mehr in bezug auf das Denken in die Materialität hineinzusteigen. Mit jedem neuen Erscheinen wurde für die Menschheit ein neuer Impuls geboren, um aus einer spirituellen Weltanschauung das Ich herunterzutreiben, um die Welt materialistischer aufzufassen. Nicht ein Heruntersteigen in die Materie ist gemeint, sondern dasjenige, was das menschliche Ich aus dem Weltall aufnehmen muß an geistiger Substanz, um von einem spirituellen Dasein hinunterzutreiben in die Sphäre der materialistischen Anschauungen. Alle diejenigen Anschauungen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die man die «seichte Aufklärung» nennt, und die Goethe so verspottet hat in «Dichtung und Wahrheit» als jene Anschauungen, wie sie zum Beispiel in Holbachs «Systeme de la Nature» ihren Vertreter gefunden haben, sie begreift man kosmisch durch die Erscheinung des Halleyschen Kometen vom Jahre 1759. Der banalen maternalistischen Literatur vom zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts ging voran die Erscheinung des Halleyschen Kometen vom Jahre 1835. Die Dinge, die auf der Erde geschehen mikrokosmisch, hängen makrokosmisch zusammen mit den Dingen in der großen Welt. Mit der Erscheinung des Halleyschen Kometen vom Jahre 1835 war wiederum geboren ein neuer Impuls in den Materialismus herunter. Und Büchner, Vogt und Moleschott sind diejenigen, die auf der Erde ausleben, was aus dem Kosmos herunter wie ein gewaltiges Zeichen mit dem Halleyschen Kometen erschienen ist. Und jetzt stehen wir davor — weil die Menschheit eben geprüft werden muß, sich aus sich selber emporringen muß, die Widerstände der Spiritualität fühlen muß, um dann um so mehr Kräfte zu ihrem Aufstieg zu entfalten -, jetzt stehen wir davor, daß wir mit dem neuen Erscheinen des Halleyschen Kometen aus dem Weltall zugesendet erhalten die Kräfte, welche die Menschheit in einen noch flacheren, in einen noch abscheulicheren Materialismus herunterführen können. Geboren werden kann etwas, was sich vielleicht selbst die flachsten Flachlinge des Büchnerianismus nicht denken können. Diese Möglichkeit muß gegeben sein. Denn nur, wenn der Mensch die ihm widerstrebenden Mächte überwindet, kann er sich die hinaufführenden starken Kräfte aus dem Weltall aneignen.

[ 24 ] Wenn wir das ins Auge fassun, werden wir in der richtigen Weise dem gegenüberstehen, was wir Zeichen des Himmels nennen können. Es ist durchaus der Fall, wenn es nur nicht abergläubisch aufgefaßt wird, sondern im Sinne der großen Weltengesetze: Es steckt der Herrgott wieder einmal die Himmelsrute heraus, um den Menschen zu zeigen, was sie zu tun haben. Und die gegenwärtige Erscheinung des Halleyschen Kometen ist eine solche, die beachtet werden muß. Denn es muß ein gewaltiger Impuls zum Aufstieg erfolgen, um herauszukommen aus dem Versunkensein in eine materialistische Weltanschauung zur Spiritualität. Wie uns die Möglichkeit gegeben ist, in den Materialismus hinein zu versumpfen, so ist uns auf der anderen Seite die Möglichkeit gegeben, hinaufzusteigen zu helleren, geistigeren Höhen.

[ 24 ] Wenn wir das ins Auge fassun, werden wir in der richtigen Weise dem gegenüberstehen, was wir Zeichen des Himmels nennen können. Es ist durchaus der Fall, wenn es nur nicht abergläubisch aufgefaßt wird, sondern im Sinne der großen Weltengesetze: Es steckt der Herrgott wieder einmal die Himmelsrute heraus, um den Menschen zu zeigen, was sie zu tun haben. Und die gegenwärtige Erscheinung des Halleyschen Kometen ist eine solche, die beachtet werden muß. Denn es muß ein gewaltiger Impuls zum Aufstieg erfolgen, um herauszukommen aus dem Versunkensein in eine materialistische Weltanschauung zur Spiritualität. Wie uns die Möglichkeit gegeben ist, in den Materialismus hinein zu versumpfen, so ist uns auf der anderen Seite die Möglichkeit gegeben, hinaufzusteigen zu helleren, geistigeren Höhen.

[ 25 ] In den letzten Vorträgen ist klar und deutlich erwähnt worden, daß sich noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als natürliche Eigenschaft bei einzelnen Menschen ein ätherisches Hellsehen ausbilden kann. Damit der Mensch nicht weiter herunterzusinken braucht in den Materialismus, was ihm durch ein Zeichen jetzt, 1910, angedeutet wird, kann heute schon für denjenigen, der Verständnis für Geisteswissenschaft hat, das vor Augen stehen, daß sich im Schoße der menschlichen Seele die Kräfte entwickeln, die den Menschen über allen Materialismus hinüberführen können. Wenn der Mensch diese Kräfte versteht, werden sie ihn lehren können, selber die ätherische Natur des Christus zu sehen. Wir leben an einem wichtigen Kreuzungspunkt, wo selbst durch Zeichen vom Himmel dem Menschen gelehrt wird, daß der Weg nach der einen Seite noch weiter in den materialistischen Sumpf gehen kann, nach der anderen Seite jedoch dahin, wo sich die Kräfte beim Menschen entwickeln müssen, die nach dem Ablauf des Kali Yuga zum ätherischen Hellsehen führen. Es steht wahrhaftig so mit uns, daß der Ruf Johannes des Täufers: Ändert die Seelenverfassung! — auch für unsere Zeit gilt. Das kann durchaus betont werden. Wie uns auf der einen Seite die Möglichkeit gegeben ist, in dem materialistischen Sumpf zu verkommen, ist uns auf der anderen Seite die Möglichkeit gegeben dadurch, daß die Sonne im Frühlingspunkt einen gewissen Punkt im Sternbild der Fische erreicht, das zu gewinnen, was ein gewisses ätherisches Hellsehen ist. Auch für den spirituellen Aufstieg sind die Zeichen im Kosmos da, die uns anzeigen, wie die Kräfte aus dem Kosmos kommen. Der Mensch muß dadurch, daß er sich in die Geisteswissenschaft hineinfindet, sich ein Verständnis aneignen für diese Entscheidung. Und erst der versteht Geisteswissenschaft recht, der sich für diese Entscheidung das Verständnis aneignet. Hindurchschreiten müssen wir durch die Prüfung, die uns auferlegt wird durch Zeichen des Himmels, und die wir jetzt erkannt haben zum Beispiel in dem Erscheinen des Halleyschen Kometen.

[ 25 ] In den letzten Vorträgen ist klar und deutlich erwähnt worden, daß sich noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als natürliche Eigenschaft bei einzelnen Menschen ein ätherisches Hellsehen ausbilden kann. Damit der Mensch nicht weiter herunterzusinken braucht in den Materialismus, was ihm durch ein Zeichen jetzt, 1910, angedeutet wird, kann heute schon für denjenigen, der Verständnis für Geisteswissenschaft hat, das vor Augen stehen, daß sich im Schoße der menschlichen Seele die Kräfte entwickeln, die den Menschen über allen Materialismus hinüberführen können. Wenn der Mensch diese Kräfte versteht, werden sie ihn lehren können, selber die ätherische Natur des Christus zu sehen. Wir leben an einem wichtigen Kreuzungspunkt, wo selbst durch Zeichen vom Himmel dem Menschen gelehrt wird, daß der Weg nach der einen Seite noch weiter in den materialistischen Sumpf gehen kann, nach der anderen Seite jedoch dahin, wo sich die Kräfte beim Menschen entwickeln müssen, die nach dem Ablauf des Kali Yuga zum ätherischen Hellsehen führen. Es steht wahrhaftig so mit uns, daß der Ruf Johannes des Täufers: Ändert die Seelenverfassung! — auch für unsere Zeit gilt. Das kann durchaus betont werden. Wie uns auf der einen Seite die Möglichkeit gegeben ist, in dem materialistischen Sumpf zu verkommen, ist uns auf der anderen Seite die Möglichkeit gegeben dadurch, daß die Sonne im Frühlingspunkt einen gewissen Punkt im Sternbild der Fische erreicht, das zu gewinnen, was ein gewisses ätherisches Hellsehen ist. Auch für den spirituellen Aufstieg sind die Zeichen im Kosmos da, die uns anzeigen, wie die Kräfte aus dem Kosmos kommen. Der Mensch muß dadurch, daß er sich in die Geisteswissenschaft hineinfindet, sich ein Verständnis aneignen für diese Entscheidung. Und erst der versteht Geisteswissenschaft recht, der sich für diese Entscheidung das Verständnis aneignet. Hindurchschreiten müssen wir durch die Prüfung, die uns auferlegt wird durch Zeichen des Himmels, und die wir jetzt erkannt haben zum Beispiel in dem Erscheinen des Halleyschen Kometen.

[ 26 ] Stellen wir uns nun die Christus-Erscheinung vor, wie sie für die ersten Vorzügler in den nächsten 2500 Jahren auftreten wird, wie es für den Paulus vor Damaskus der Fall war. Der Mensch wird aufsteigen zur Erkenntnis der spirituellen Welt, wird durchsetzt sehen die physische Welt mit einem neuen Lande, mit einem neuen Reich. Verändert wird in den nächsten 2500 Jahren der Anblick der physischen Umgebung für den Menschen sein, indem hineintreten wird für ihn ein ätherisches Gebiet, das da ist, das aber der Mensch erst wird sehen lernen müssen. Dieses ätherische Gebiet liegt jetzt schon vor demjenigen ausgebreitet, der seine esoterische Schulung bis zur Erleuchtung gebracht hat, auch vor dem Eingeweihten des Kali Yuga. So ist das, was in Zukunft die Menschen immer mehr und mehr sehen werden, für den Eingeweihten bis in hohe Höhen hinauf da. Und der Eingeweihte holt sich immer wieder nach einer bestimmten Zeit, wenn er es braucht, Kräfte aus diesem Gebiet. Er holt sich seine Kräfte, wenn er etwas auszuführen hat, aus jenem Gebiete des für den Eingeweihten sichtbaren Erdenkreises, der da ist, aber nur für den Menschen, der hineinschauen kann. Das kann uns ein Verständnis dafür geben, daß wir wissen, daß ein Teil jenes Landes, aus dem der Eingeweihte immer wieder während des Kali Yuga seine Kräfte geschöpft hat, für einen großen Teil der Menschheit während der nächsten 2500 Jahre ausgebreitet sein wird.

[ 26 ] Stellen wir uns nun die Christus-Erscheinung vor, wie sie für die ersten Vorzügler in den nächsten 2500 Jahren auftreten wird, wie es für den Paulus vor Damaskus der Fall war. Der Mensch wird aufsteigen zur Erkenntnis der spirituellen Welt, wird durchsetzt sehen die physische Welt mit einem neuen Lande, mit einem neuen Reich. Verändert wird in den nächsten 2500 Jahren der Anblick der physischen Umgebung für den Menschen sein, indem hineintreten wird für ihn ein ätherisches Gebiet, das da ist, das aber der Mensch erst wird sehen lernen müssen. Dieses ätherische Gebiet liegt jetzt schon vor demjenigen ausgebreitet, der seine esoterische Schulung bis zur Erleuchtung gebracht hat, auch vor dem Eingeweihten des Kali Yuga. So ist das, was in Zukunft die Menschen immer mehr und mehr sehen werden, für den Eingeweihten bis in hohe Höhen hinauf da. Und der Eingeweihte holt sich immer wieder nach einer bestimmten Zeit, wenn er es braucht, Kräfte aus diesem Gebiet. Er holt sich seine Kräfte, wenn er etwas auszuführen hat, aus jenem Gebiete des für den Eingeweihten sichtbaren Erdenkreises, der da ist, aber nur für den Menschen, der hineinschauen kann. Das kann uns ein Verständnis dafür geben, daß wir wissen, daß ein Teil jenes Landes, aus dem der Eingeweihte immer wieder während des Kali Yuga seine Kräfte geschöpft hat, für einen großen Teil der Menschheit während der nächsten 2500 Jahre ausgebreitet sein wird.

[ 27 ] Früher, in den Zeiten eines uralten Hellsehens, konnte der Mensch ohne das starke Ich-Bewußtsein hineinschauen in die geistige Welt, so daß er damals schon in gewisser Weise das gesehen hat, was er jetzt wieder sehen wird, aber jetzt so, daß er hineintreten wird mit seinem neuen Selbstbewußtsein. Damals sah er es in traumhaft ekstatischen Zuständen, oder beim Hineinschauen in die eigene Seele. Damals war diese Welt vorhanden vor dem Blick, der während des Kali Yuga nur ein physischer Blick geworden ist. Daher erzählen uns die Traditionen, welche sich ein Andenken an das alte Hellsehen bewahrt haben, von einem unbekannten Märchenlande, das dem Blick des heutigen Menschen entschwunden ist. Und es gibt in der morgenländischen Literatur wunderbare Schriften mit einem eigenartigen tragischen Zauber in ihrem Inhalt, der etwa sagt: Es hat einmal im Menschenreich die Möglichkeit gegeben, hinzupilgern zu einem Lande, wo herausgeflossen ist alles Geistige in ein physisch Sinnliches. Es ist das Land, aus dem in entsprechenden Zeiten die Eingeweihten, und aus dem die Bodhisattvas immer wieder ihre Kraft schöpfen. Mit tiefer Wehmut wird von diesem Lande in den orientalischen Schriften gesprochen, wo es in einigen etwa heißt: Wo ist es? Es wird uns gesagt, wie die Orte heißen, Wege werden genannt, aber selbst vor den angesehensten Lamas des tibetanischen Gebietes hat es sich verborgen. Nur den Eingeweihten ist es zugänglich! Aber es wird davon erzählt, daß dieses Land wieder zur Erde kommen werde. Und das ist wahr: Es wird zur Erde kommen! Und der Führer dazu wird derjenige sein, den die Menschen sehen werden, wenn sie durch das Ereignis von Damaskus hineingelangen werden in das Land «Schamballa». Schamballa, so heißt das Land, hat sich zurückgezogen vor dem Blick der Menschen. Es ist heute nur zu betreten für die, welche sich als Eingeweihte nach bestimmten Zeiten ihre Kräftigung von dort zu holen haben. Die alten Kräfte führen nicht mehr in das Land Schamballa. Daher sprechen die orientalischen Schriften mit so tragischer Wehmut von dem untergegangenen Lande Schamballa. Aber es wird das Christus-Ereignis, das durch die erwachten neuen Fähigkeiten in diesem Jahrhundert den Menschen beschert sein wird, wiederbringen das Märchenland Schamballa, das während des Kali Yuga im Grunde nur der Eingeweihte kennen konnte.

[ 27 ] Früher, in den Zeiten eines uralten Hellsehens, konnte der Mensch ohne das starke Ich-Bewußtsein hineinschauen in die geistige Welt, so daß er damals schon in gewisser Weise das gesehen hat, was er jetzt wieder sehen wird, aber jetzt so, daß er hineintreten wird mit seinem neuen Selbstbewußtsein. Damals sah er es in traumhaft ekstatischen Zuständen, oder beim Hineinschauen in die eigene Seele. Damals war diese Welt vorhanden vor dem Blick, der während des Kali Yuga nur ein physischer Blick geworden ist. Daher erzählen uns die Traditionen, welche sich ein Andenken an das alte Hellsehen bewahrt haben, von einem unbekannten Märchenlande, das dem Blick des heutigen Menschen entschwunden ist. Und es gibt in der morgenländischen Literatur wunderbare Schriften mit einem eigenartigen tragischen Zauber in ihrem Inhalt, der etwa sagt: Es hat einmal im Menschenreich die Möglichkeit gegeben, hinzupilgern zu einem Lande, wo herausgeflossen ist alles Geistige in ein physisch Sinnliches. Es ist das Land, aus dem in entsprechenden Zeiten die Eingeweihten, und aus dem die Bodhisattvas immer wieder ihre Kraft schöpfen. Mit tiefer Wehmut wird von diesem Lande in den orientalischen Schriften gesprochen, wo es in einigen etwa heißt: Wo ist es? Es wird uns gesagt, wie die Orte heißen, Wege werden genannt, aber selbst vor den angesehensten Lamas des tibetanischen Gebietes hat es sich verborgen. Nur den Eingeweihten ist es zugänglich! Aber es wird davon erzählt, daß dieses Land wieder zur Erde kommen werde. Und das ist wahr: Es wird zur Erde kommen! Und der Führer dazu wird derjenige sein, den die Menschen sehen werden, wenn sie durch das Ereignis von Damaskus hineingelangen werden in das Land «Schamballa». Schamballa, so heißt das Land, hat sich zurückgezogen vor dem Blick der Menschen. Es ist heute nur zu betreten für die, welche sich als Eingeweihte nach bestimmten Zeiten ihre Kräftigung von dort zu holen haben. Die alten Kräfte führen nicht mehr in das Land Schamballa. Daher sprechen die orientalischen Schriften mit so tragischer Wehmut von dem untergegangenen Lande Schamballa. Aber es wird das Christus-Ereignis, das durch die erwachten neuen Fähigkeiten in diesem Jahrhundert den Menschen beschert sein wird, wiederbringen das Märchenland Schamballa, das während des Kali Yuga im Grunde nur der Eingeweihte kennen konnte.

[ 28 ] So also steht die Menschheit vor der Entscheidung: Entweder mit dem, was durch den Halleyschen Kometen kommt, heruntergeführt zu werden in eine Finsternis, die noch unter dem Kali Yuga liegt, oder durch anthroposophisches Verständnis nicht zu übersehen dasjenige, was veranlagt ist an neuen Fähigkeiten, um die Wege zu finden nach dem Lande, das heute gemäß der orientalischen Literatur verschwunden ist, das aber der Christus der Menschheit wieder zeigen wird: nach dem Lande Schamballa. Das ist der große Punkt am Scheidewege: Entweder hinunter oder hinauf; entweder in etwas, was als ein Welten-Kamaloka noch unter dem Kali Yuga liegt, oder in das, was dem Menschen möglich macht jenes Gebiet zu betreten, was in Wahrheit gemeint ist mit der Bezeichnung Schamballa.

[ 28 ] So also steht die Menschheit vor der Entscheidung: Entweder mit dem, was durch den Halleyschen Kometen kommt, heruntergeführt zu werden in eine Finsternis, die noch unter dem Kali Yuga liegt, oder durch anthroposophisches Verständnis nicht zu übersehen dasjenige, was veranlagt ist an neuen Fähigkeiten, um die Wege zu finden nach dem Lande, das heute gemäß der orientalischen Literatur verschwunden ist, das aber der Christus der Menschheit wieder zeigen wird: nach dem Lande Schamballa. Das ist der große Punkt am Scheidewege: Entweder hinunter oder hinauf; entweder in etwas, was als ein Welten-Kamaloka noch unter dem Kali Yuga liegt, oder in das, was dem Menschen möglich macht jenes Gebiet zu betreten, was in Wahrheit gemeint ist mit der Bezeichnung Schamballa.