The Advent of Christ in the Ethereal World
GA 118
30 January 1910, Pforzheim
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The Advent of Christ in the Ethereal World, tr. SOL
3. Innere Evolution und äußere Entwickelungsmöglichkeiten
3. Inner Evolution and Opportunities for External Development
[ 1 ] In der Entwickelung sowohl des einzelnen Menschen wie der ganzen Menschheit müssen wir stets nicht etwas zu Einfaches, nicht etwas zu Geradliniges suchen, denn wir können sonst die komplizierten Vorgänge des Lebens, wie sie tagtäglich vor unsere Augen treten, nicht eigentlich verstehen. Schon beim einzelnen Menschen müssen wir uns klar sein, daß sozusagen zwei Entwickelungsströmungen ineinanderlaufen. Sie erinnern sich, daß wir — es ist das zum Beispiel ausgeführt in dem kleinen Schriftchen «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» - in dem einzelnen Menschenleben einzelne Perioden unterscheiden, so die Periode von der physischen Geburt bis ungefähr in das 7. Jahr, in die Zeit des Zahnwechsels hinein, dann vom 7. bis ungefähr in das 14. Jahr, dann wieder ungefähr vom 14. bis zum 21. Lebensjahr, Perioden also, welche von sieben zu sieben Jahren ungefähr verlaufen. Das geht ziemlich regelmäßig, diese Einteilung des Menschenlebens in solche einzelne Zeiträume, in der ersten Hälfte eines normalen Lebens. Unregelmäßig wird diese Einteilung, diese Gliederung in siebenjährige Perioden in der zweiten, in der absteigenden Lebenshälfte. Aus dem Grunde wird das so, weil wir in bezug auf die erste Hälfte unseres Lebens eigentlich diejenigen Gesetze und Tatsachen heute ausleben, die eine Art Wiederholung des regelmäßigen Entwickelungsganges der Menschheit seit Urzeiten her sind, während wir in der zweiten Hälfte unseres Lebens noch nicht etwas ausleben, was in der äußeren Welt schon geschehen ist, sondern was erst in der Zukunft geschehen wird. Es wird daher die zweite Hälfte des Lebens in der Zukunft beim Menschen viel regelmäßiger werden, als sie heute schon ist, immer regelmäßiger und regelmäßiger. Doch das sei nur gesagt, um überhaupt darauf hinzuweisen, daß eine solche regelmäßige Entwickelung im menschlichen Leben stattfindet. Wir wissen, daß es sich so ausdrückt, daß wir sagen können: Bis zum 7. Lebensjahre ist der Mensch noch in einer ätherischen, in einer Ätherhülle. Er wird sozusagen in bezug auf seinen Ätherleib erst mit dem 7. Jahre geboren. In bezug auf seinen astralischen Leib wird er ungefähr mit dem 14. Jahre geboren und so weiter. Das, was wir damit angeben, ist eigentlich eine Strömung der Entwickelung des Menschen, es ist die mehr äußerliche Entwickelungsströmung. Es gibt neben dieser Entwickelungsströmung noch eine innere, die in einem gewissen Maße selbständig verläuft gegenüber der äußeren Strömung. Zu der inneren Strömung gehört alles dasjenige, was wiran eigentlich tieferen Vorgängen, Ursachen und Wirkungen in unserem Karma haben, was von Inkarnation zu Inkarnation weitergeht.
[ 1 ] In the development of both the individual human being and humanity as a whole, we must never seek something too simple or too straightforward, for otherwise we cannot truly understand the complex processes of life as they unfold before our eyes day by day. Even in the individual human being, we must be clear that, so to speak, two currents of development converge. You will recall that we—as explained, for example, in the short booklet *The Education of the Child from the Standpoint of Spiritual Science* —distinguish individual periods within a single human life: the period from physical birth until about the age of 7, extending into the time of tooth replacement; then from 7 to about 14; and again from about 14 to 21—periods, in other words, that run roughly from seven to seven years. This division of human life into such individual periods follows a fairly regular pattern in the first half of a normal life. This division, this structuring into seven-year periods, becomes irregular in the second, descending half of life. The reason for this is that, with regard to the first half of our lives, we are actually living out today those laws and facts that are a kind of repetition of the regular course of human development since time immemorial, whereas in the second half of our lives we are not yet living out something that has already happened in the outer world, but rather what will only happen in the future. The second half of human life will therefore become much more regular in the future than it is today, becoming ever more and more regular. But let this be said merely to point out that such a regular development takes place in human life. We know that this can be expressed in such a way that we can say: Until the age of 7, the human being is still in an etheric state, in an etheric sheath. So to speak, in relation to their etheric body, they are not truly born until the age of 7. In relation to their astral body, they are born around the age of 14, and so on. What we are describing here is actually a current of human development; it is the more external current of development. Alongside this developmental current, there is also an inner one that proceeds to a certain extent independently of the outer current. The inner current encompasses all that pertains to the deeper processes, causes, and effects within our karma, which continues from incarnation to incarnation.
[ 2 ] Wenn wir sagen, bis zum 7. Jahre oder bis zum 14. oder 21. Jahre entwickelt sich der Mensch in einer ganz bestimmten Weise, dann müssen wir uns klar sein, daß das mehr oder weniger allerdings durchschnittsgemäß für alle Menschen gilt. Für alle Menschen können wir diese Regeln als richtig betrachten, die zum Beispiel in der genannten kleinen Schrift angegeben sind. Diese Regeln sind richtig für die Erziehung eines Menschen in unserer Zeit, der wenig Talente, wenig Fähigkeiten hat, sie sind aber auch richtig für die Genies, für alle Menschen, weil das ein Gesetz ist, nach dem sich die Hüllen des Menschen entwickeln. Das was in dieser Entwickelungslinie liegt, gilt also mehr oder weniger für alle Menschen, aber es ist doch nicht gleichgültig, was diese Menschen durchgemacht haben etwa in ihren früheren Verkörperungen. Der eine hat viel Gescheites, viel Schönes, viel Gutes erlebt. Darnach gestalten sich seine Fähigkeiten, darnach gestaltet sich sein Schicksal; der eigentliche innere Kern des Menschen gestaltet sich darnach, und das ist nun bei jedem Menschen individuell. Was da wie eine innere Entwickelungsströmung neben der äußeren einherläuft, das ist gewissermaßen wiederum das, was bei jedem Menschen die besondere Schattierung seines Wesens ausmacht. Dadurch kann es geschehen, daß — trotzdem die allgemeine Gliederung nach siebenjährigen Zeitperioden für alle Menschen gilt — doch die Geheimnisse der Entwickelung bei den verschiedenen Menschen wiederum verschieden sind. Es kann jemand mit großen, mit ausgebreiteten Fähigkeiten in die Welt treten, dann wird er zwar auch warten müssen bis zu seinem 7. Jahre mit der vollständigen Ausbildung der Form seines physischen Leibes, er wird auch warten müssen bis zum 14. Jahre mit der vollständigen Ausentwickelung seines ätherischen Leibes, aber das, was da im Innern arbeitet, das ist doch ganz anders als bei einem Menschen, der weniger Fähigkeiten mitbringt.
[ 2 ] When we say that up to the age of 7, or up to the age of 14 or 21, a person develops in a very specific way, we must be clear that this applies, more or less, to the average person. We can regard the rules set forth, for example, in the aforementioned short treatise as correct for all human beings. These rules are correct for the upbringing of a person in our time who has few talents and few abilities, but they are also correct for geniuses, for all human beings, because this is a law according to which the human sheaths develop. What lies within this line of development thus applies more or less to all human beings, but it is by no means irrelevant what these human beings have experienced, for example, in their earlier incarnations. One person has experienced much that is wise, much that is beautiful, much that is good. Their abilities are shaped accordingly, their destiny is shaped accordingly; the actual inner core of the human being is shaped accordingly, and this is now individual to every human being. What runs alongside the outer development as a kind of inner current of development is, in a sense, what constitutes the particular nuance of each person’s being. Consequently, it can happen that—even though the general structure of seven-year periods applies to all human beings—the mysteries of development are, in turn, different for different people. Someone may enter the world with great, expansive abilities; they will indeed have to wait until the age of 7 for the complete formation of their physical body, and they will also have to wait until the age of 14 for the complete development of their etheric body, but what is at work within them is quite different from that in a person who possesses fewer abilities.
[ 3 ] Also zwei Entwickelungslinien laufen nebeneinander, und daraus können wir jetzt auch sehen, wie sozusagen gewisse zwiespältige Seelenverfassungen im Menschen auftreten können. Man kann ja in bezug auf die äußere Entwickelung nicht anders denken, als — das ist durchaus im Sinne der Geisteswissenschaft — daß der Mensch bis zu seinem 14. Jahre, sagen wir, die Fähigkeiten seines Ätherleibes herausentwickelt. Mit seinem 14., 15. Jahre wird sein Astralleib eigentlich frei und geboren. Da nun kann es sein, daß wir es zu tun haben mit einer Individualität, das heißt mit dem, was aus den vorhergehenden Verkörperungen kommt, welche starke, große innere Seelenfähigkeiten hat. Wir setzen also voraus den Fall eines Menschen, der durch sein Karma, durch seine frühere Entwickelung in früheren Leben, starke innere Fähigkeiten hat. Um diese Fähigkeiten in der Welt auszuleben, braucht man die Kräfte, die Organe einer jeden menschlichen Hülle. Nehmen wir nun an, wir vernachlässigen in der Erziehung bei dem Menschen, der solche Fähigkeiten mitbringt, daß er sie insbesondere ausleben kann durch den Astralleib, wir vernachlässigen die Entwickelung seines Astralleibes in der richtigen Zeit. Was wird da eintreten? Um einzusehen, was eintritt, wollen wir uns etwas Konkretes vor Augen stellen.
[ 3 ] So two lines of development run parallel to one another, and from this we can now also see how, so to speak, certain ambivalent states of mind can arise in human beings. When it comes to external development, one cannot help but think—and this is entirely in line with spiritual science—that up until the age of 14, let’s say, a person develops the capacities of their etheric body. By the age of 14 or 15, their astral body actually becomes free and is born. Now it may be that we are dealing with an individuality—that is, with what comes from previous incarnations—that possesses strong, great inner soul capacities. We are thus assuming the case of a person who, through their karma and their earlier development in past lives, possesses strong inner capacities. To live out these capacities in the world, one needs the forces and organs of each human sheath. Let us now suppose that, in the education of a person who possesses such abilities, we neglect to ensure that they can express them specifically through the astral body; we neglect the development of their astral body at the right time. What will happen then? To understand what happens, let us consider a concrete example.
[ 4 ] Wir nehmen an, wir hätten ein solches Kind. Es wächst heran. Wir geben zwar acht, daß es sich bis zum 7. Jahr regelmäßig entwickelt, sehen darauf, daß es recht gut ißt und trinkt, daß es pausbackig wird. Auf dies wird recht gut gesehen. Das Kind sieht wohlgenährt aus. Wir sorgen auch vom 7. Jahre weiterhin, daß das Kind gut genährt wird, aber jetzt beginnen wir die Regeln außer acht zu lassen, durch die in vernünftiger Weise die Erziehung des Kindes vom 7. Jahre an geregelt sein muß. Wir beginnen jetzt außer acht zu lassen diese Regeln, und wir begehen zum Beispiel den Fehler, daß wir bei einem solchen Menschen den materialistischen Vorurteilen erliegen und sagen, wir wollen hauptsächlich darauf sehen, daß das Kind möglichst früh zu einem verstandesmäßigen Urteilen kommt, daß es möglichst früh lernt, ein eigenes Urteil zu haben. Das ist ja heute so Gebrauch aus unserer materialistischen Denkungsweise heraus. Ich habe das Beispiel schon öfters angeführt.
[ 4 ] Let us suppose we have such a child. It is growing up. We do take care to ensure that it develops normally until the age of seven, making sure that it eats and drinks well and develops chubby cheeks. This is viewed quite favorably. The child looks well-nourished. We continue to ensure that the child is well-nourished after the age of seven, but now we begin to disregard the rules that should reasonably govern the child’s upbringing from the age of seven onward. We now begin to disregard these rules, and we make the mistake, for example, of succumbing to materialistic prejudices regarding such a person and saying that we want to focus primarily on ensuring that the child arrives at rational judgments as early as possible, that it learns to form its own judgments as early as possible. This is, after all, common practice today stemming from our materialistic way of thinking. I have cited this example on several occasions.
[ 5 ] Während zwischen dem 7. und 14. Jahre namentlich darauf gesehen werden sollte, daß das Gedächtnis ausgebildet werde, stellt man Rechenmaschinen auf. Während man früher das Kind lernen ließ 2 × 2 = 4 und dergleichen, bevor es die Dinge verstanden hat, sagt man heute, man muß dem Kinde nichts beibringen, was es nur gedächtnismäßig lernt, das Kind soll nur das wissen, worüber es ein Urteil haben kann. Da wird mit roten und weißen Kugeln gearbeitet. Anstatt das Kind zu gewöhnen an Autorität, die für das Kind zwischen dem 7. und 14. Jahr die Quelle der Wahrheit sein soll, bringt man es dazu, das Kind frühreif zu machen im Urteilen. Während das Kind dieses Lebensalters fühlen soll: Ich muß das glauben, was die verehrte Autorität sagt —, vernachlässigt man, daß das Kind nötig hat, Eltern und Lehrer zu haben, zu denen es aufschaut mit inniger Verehrung und von denen es Wahrheit annimmt aus dem Gefühl selbstverständlicher Autorität.
[ 5 ] While between the ages of 7 and 14, particular attention should be paid to developing the child’s memory, calculators are being introduced. Whereas in the past children were taught that 2 × 2 = 4 and similar facts before they understood them, today it is said that one should not teach a child anything that it learns merely by rote; the child should know only what it can form a judgment about. Red and white balls are used for this purpose. Instead of accustoming the child to authority—which should be the source of truth for the child between the ages of 7 and 14—the child is encouraged to become precocious in judgment. While a child of this age should feel: “I must believe what the revered authority says”—one neglects the fact that the child needs to have parents and teachers whom it looks up to with deep reverence and from whom it accepts truth out of a sense of self-evident authority.
[ 6 ] Nehmen wir an, wir lassen dieses außer acht, daß das Wort Autorität ein heiliges sein muß für die Zeit zwischen dem 7. und 14. Jahre. Wenn wir so zwischen dem 7. und 14. Jahr solche wichtigen Gesetze außer acht lassen, dann kann auch nicht vom 14., 15. Jahr an aus einem untichtig entwickelten Ätherleib heraus ein richtig sich entwickelnder Astralleib entstehen. Und nehmen wir nun an, wir haben es mit einem Menschen zu tun, der sich aus früheren Leben besondere Kräfte, gute starke Fähigkeiten mitgebracht hat, Anlagen aber, zu denen er einen Astralleib braucht, der sich entflammen kann für hohe Ideale. Es hängt zum Beispiel am Astralleib, daß man, wenn man eine Ungerechtigkeit sieht in seiner Umgebung, aufflammen kann in gerechtem Zorn, lange bevor man sie beurteilen kann im selbständigen klaren Denken. Solche Eigenschaften eines gesunden Astralleibes müßten nach der Natur des betreffenden Menschen gerade da sein, denn die brauchte er, damit das herauskommen kann, was nach seinen früheren Inkarnationen in ihm lebt. Nehmen wir nun an, wir haben die Grundsätze vernachlässigt, die beachtet werden müssen, damit der Astralleib hingebungsfähig, begeisterungsfähig geboren wird mit dem 14., 15. Jahre, dann fehlt, trotzdem bedeutende Anlagen, große Fähigkeiten, mitgebracht werden von früher, dennoch die Möglichkeit, diese Anlagen zu entwickeln, weil der Astralleib diese Anlagen nicht herauskommen läßt. Er hat jene Kräfte, jene Strömungen nicht, welcher sich jenes Ich, das von Verkörperung zu Verkörperung geht, bedienen muß, um seine Anlagen zu entfalten. Jetzt haben wir ein Ich, das hohe Fähigkeiten entwickeln könnte; die Organe des Astralleibes aber, durch die dieses Ich seine Fähigkeiten äußern könnte, sind verkrüppelt. Diejenige Entwickelungsströmung, welche den Fortgang der Hüllen regelt, ist nicht zu ihrer Geltung gekommen.
[ 6 ] Let us assume that we disregard the fact that the word “authority” must be a sacred one for the period between the ages of 7 and 14. If we disregard such important laws between the ages of 7 and 14, then a properly developing astral body cannot emerge from an inadequately developed etheric body starting at the age of 14 or 15. And let us now assume we are dealing with a person who has brought with them from past lives special powers, good, strong abilities—but talents for which they need an astral body capable of being inspired by high ideals. It depends, for example, on the astral body that when one sees an injustice in one’s surroundings, one can be stirred to righteous anger long before one can judge it through independent, clear thinking. Such qualities of a healthy astral body would have to be present in the nature of the person in question, for he needs them so that what lives within him from his past incarnations can emerge. Now let us assume that we have neglected the principles that must be observed so that the astral body is born capable of devotion and enthusiasm at the age of 14 or 15; then, despite significant aptitudes and great abilities brought over from earlier lives, the possibility of developing these aptitudes is lacking, because the astral body does not allow these aptitudes to emerge. It lacks those forces, those currents, which the I—which passes from incarnation to incarnation—must make use of in order to unfold its aptitudes. Now we have an ego that could develop high abilities; but the organs of the astral body, through which this ego could express its abilities, are crippled. The current of development that governs the progression of the sheaths has not come into its own.
[ 7 ] Wer das Leben betrachtet, wird insbesondere heute in unserer so furchtbar materialistischen Zeit finden, daß der Fall, den ich soeben geschildert habe, unzählige Male im Leben wirklich da ist. Unzählige Male im Leben tritt es ein, daß der, welcher das Leben durchschauen kann — geschult durch okkulte Entwickelung es durchschauen kann —, mit blutendem Herzen sieht: Da steckt etwas in der Individualität, aber es kann nicht heraus, weil die andere Entwickelungsströmung bis zum entsprechenden Zeitpunkt nicht richtig besorgt worden ist. Da treten dann gerade in jenem Zeitpunkte, wo die nicht vorhandenen Organe gebraucht werden würden, die charakteristischen Erscheinungen auf, welche man als das «Jugend-Irresein» — Dementia praecox — bezeichnet. Allerlei böse, schlimme Leidenschaften treten auf, Verirrungen furchtbarster Art. Woher kommen sie, diese Verirrungen? Sie kommen nicht etwa bloß davon her, daß der Betreffende auch Anlagen hat, die zum Schlimmen neigen, sondern daher, daß er in der gegenwärtigen Inkarnation nicht die Organe hat, um gerade seine guten Anlagen zur Entwickelung zu bringen. Da ist es für ihn eine Wohltat vielleicht, daß diese Anlagen des Ich zerstören, zerreißen die Hülle, um sich in einer folgenden Verkörperung eine bessere Möglichkeit zu schaffen für seine Entwickelung. So sonderbar dies erscheint, so muß es doch berücksichtigt werden, weil oftmals die Entwickelung viel zu geradlinig betrachtet wird auch von den Menschen, die zur Geisteswissenschaft hinkommen.
[ 7 ] Anyone who observes life—especially today, in our terribly materialistic age—will find that the situation I have just described actually occurs countless times in life. Countless times in life, it happens that the person who can see through life—who, through occult development, is able to see through it—sees with a bleeding heart: There is something within the individuality, but it cannot come out because the other stream of development has not been properly attended to by the appropriate time. It is precisely at that moment, when the absent organs would be needed, that the characteristic symptoms appear which are referred to as “early-onset insanity”—dementia praecox. All manner of evil, terrible passions arise, aberrations of the most dreadful kind. Where do these aberrations come from? They do not arise merely because the individual in question also has predispositions that lean toward the evil, but because in the present incarnation he lacks the organs necessary to develop his good predispositions. It may therefore be a blessing for them that these tendencies of the ego destroy and tear apart the shell, in order to create a better opportunity for their development in a subsequent incarnation. As strange as this may seem, it must nevertheless be taken into account, because development is often viewed far too simplistically, even by those who come to spiritual science.
[ 8 ] Es müssen zusammenstimmen innere Evolution und äußere Entwickelungsmöglichkeit. Das ist so beim einzelnen Menschen der Fall, wie es auch für die Entwickelung einer ganzen Zeit richtig ist. Ich habe Ihnen nur ein radikales Beispiel hingestellt, um Ihnen daran leichter begreiflich zu machen, was vielfach vorhanden ist. Es wird ja nicht immer in dieser radikalen Weise auftreten, aber es tritt in unserer Zeit noch öfter auf in dem, was heute so häufig ist: in unzufriedenen Seelenstimmungen, in der Hoffnungslosigkeit, in dem Nichtwissen, was man mit sich anfangen soll, insbesondere in den Zeiten vom 14., 15. bis zum 21. Jahre. Dann bleibt es und ist für das Leben nicht mehr gutzumachen. Dann bleibt es eine innere Stimmung von Hoffnungslosigkeit, Ziellosigkeit, Pessimismus und Unbefriedigtheit. Und in dieser gelinderen Form würde es immer mehr und mehr, häufiger und häufiger auftreten, wenn nicht durch eine spirituelle, geisteswissenschaftliche Weltanschauung die Menschheit auf andere Bahnen kommen würde, als sie bis heute gekommen ist dadurch, daß immer mehr und mehr bis in die tiefsten Gedanken und Empfindungen der Menschen hinein sich das materialistische Denken aufgeprägt hat.
[ 8 ] Inner evolution and external opportunities for development must be in harmony. This is true for the individual, just as it is true for the development of an entire era. I have presented you with only a radical example to help you more easily grasp what is present in many forms. It will not always occur in this radical way, but in our time it occurs even more frequently in what is so common today: in discontented moods, in hopelessness, in not knowing what to do with oneself, especially during the years from 14 to 21. Then it remains and can no longer be made up for in life. Then it remains an inner mood of hopelessness, aimlessness, pessimism, and dissatisfaction. And in this milder form, it would occur more and more frequently if humanity were not set on a different course through a spiritual, anthroposophical worldview—a course different from the one it has followed until now, due to the fact that materialistic thinking has increasingly imprinted itself even upon the deepest thoughts and feelings of human beings.
[ 9 ] Wenn man das so hört, was jetzt eben gesagt worden ist, dann muß man sich als Geistesforscher sagen: Geisteswissenschaft, wenn man nur ein wenig von ihr begriffen hat, muß einem erscheinen als etwas, was man nicht betreibt zu seiner Liebhaberei, weil es einem gefällt, weil man durch sie eine subjektive Befriedigung, Beseligung findet, sondern man muß, wenn man ein wenig herangetreten ist an ihre tieferen Seiten, Geisteswissenschaft treiben als Pflicht, als Pflicht gegen die ganze Menschheit. — Denn diejenigen Weltanschauungen, die heute die herrschenden sind, sie führen dazu, das Leben immer weniger und weniger zu verstehen. Man wird das Nichtleben immer besser verstehen. Und um das Nichtleben immer besser zu verstehen, ist ja der Materialismus eine Zeitlang notwendig gewesen. Aus dem bloßen Verständnisse des Lebens heraus würde man niemals Dampfschiffe, Eisenbahnen, Tunnels haben bauen können. Auch unsere äußere, auf das Physische gerichtete Wissenschaft so weit zu führen, als sie heute ist, und weitere Fortschritte auf diesem Gebiete zu machen, würde man nicht haben hoffen können.
[ 9 ] When one hears what has just been said, one must say to oneself as a researcher of the spiritual sciences: Spiritual science, if one has grasped even a little of it, must appear to one not as something one pursues as a hobby because one enjoys it, or because one finds subjective satisfaction or bliss through it, but rather, once one has approached its deeper aspects, one must pursue spiritual science as a duty, as a duty toward all of humanity. — For the worldviews that are dominant today lead to an ever-diminishing understanding of life. One will come to understand non-life ever more clearly. And in order to understand non-life ever more clearly, materialism has, after all, been necessary for a time. Based solely on an understanding of life, one would never have been able to build steamships, railroads, or tunnels. Nor could one have hoped to advance our external, physically oriented science as far as it has come today, or to make further progress in this field.
[ 10 ] Die Menschen mußten so geführt werden, daß sie sozusagen in ihre Seelen solche Weltanschauungen aufnahmen, die alle Arten von Kulturen als besondere Richtungen der Auffassung des Daseins richtig zum Ausdruck bringen konnten.
[ 10 ] People had to be guided in such a way that they would, so to speak, absorb into their souls worldviews capable of accurately expressing all kinds of cultures as distinct perspectives on the nature of existence.
[ 11 ] Niemand darf sagen: War es denn nicht ungerecht, daß durch die verflossenen Jahrhunderte dieMenschen materialistische Auffassungen in sich aufnehmen mußten? Nein, so kann man nicht sprechen. Es sind ja dieselben Seelen, welche, nachdem sie den Einfluß des Materialismus über sich haben ergehen lassen müssen, künftig in andern Inkarnationen zu geistigem Leben wiederum geführt werden.
[ 11 ] No one may say: Was it not unjust that, over the centuries, people had to adopt materialistic views? No, one cannot speak that way. For it is these very souls who, having had to endure the influence of materialism, will in future incarnations be led back to spiritual life.
[ 12 ] Aber ein jegliches Ding muß zu seiner Zeit geschehen, zur richtigen Zeit geschehen. Sie brauchen sich ja nur zu überlegen, daß gewisse Dinge sehr gut, ganz ausgezeichnet sein können, wenn sie bei Tage gemacht werden. Wenn dieselben Sachen bei Nacht gemacht werden sollen, dann sind sie eben schlecht. Ein jedes Ding hat seine Zeit, und so ist es eben auch im großen Entwickelungsgange der Menschheit, in der Menschheitsentwickelung. Was gut war in eben verflossenen Jahrhunderten, würde eine schlimme Sünde wider die Menschheit sein, wenn es aufrechterhalten würde für die nächsten Jahrhunderte. Wir sind heute an dem Zeitpunkt angekommen, wo an Stelle des materialistischen Denkens das Denken und das Schauen treten müssen, die in das Leben im Geiste selber hineinführen. Folgen muß auf das, was in den verflossenen Zeiten nach dem Materialismus getrieben hat, eine geistige Weltanschauung, und Menschen müssen sich finden, die etwas tun, um dieser geistigen Weltanschauung Eingang in das Menschengeschlecht und seine Geschichte zu verschaffen. Sie sollten wissen: Würde nicht heute in diesem Zeitpunkt dasjenige eintreten, was man nennen kann, zu der materialistischen Weltanschauung tritt eine spirituelle hinzu, so würde der richtige Zeitpunkt für die Menschheit versäumt werden. Aber noch in mancher andern Beziehung können wir in unserer Zeit Wichtigstes versäumen. Und wir verstehen, inwiefern wir Wichtigstes versäumen können in unserer Zeit, wenn wir diese zwei vorhin für den einzelnen Menschen angedeuteten Entwickelungsströmungen nun im ganzen Menschheitszusammenhang betrachten.
[ 12 ] But everything must happen in its own time, at the right time. You need only consider that certain things can be very good, even excellent, when done by day. If the same things are to be done by night, then they are simply bad. Everything has its time, and so it is also in the great course of human development, in the evolution of humanity. What was good in the centuries just past would be a grave sin against humanity if it were to be maintained for the coming centuries. We have now reached the point where materialistic thinking must give way to thinking and seeing that lead into life in the spirit itself. What drove humanity toward materialism in past times must be followed by a spiritual worldview, and people must be found who will take action to bring this spiritual worldview into the human race and its history. You should know: If what might be called a spiritual worldview were not to emerge alongside the materialistic one at this very moment, the right moment for humanity would be missed. But in many other respects as well, we may miss out on what is most important in our time. And we understand to what extent we may miss out on what is most important in our time when we now consider these two currents of development—previously indicated for the individual human being—within the broader context of humanity.
[ 13 ] Der Mensch geht von Inkarnation zu Inkarnation, von Verkörperung zu Verkörperung. Er geht aber nicht umsonst von einer Verkörperung zur andern. Warum steigt der Mensch aus geistigen Höhen immer wiederum und wiederum auf die Erde herunter? Warum ist nicht eine Inkarnation auf der Erde genügend? Deshalb nicht, weil die Erde selber im Laufe langer Zeiträume sich verändert, verändert in bezug auf alles, was auf ihr physisch, in bezug auf alles, was auf ihr auch geistig und seelisch ist. Vergleichen Sie nun das äußere Antlitz der Erde, das, was hier gewachsen ist, und das, was hier war schon vor 2000 bis 3000 Jahren. Vergleichen Sie den Boden, wie er damals um Pforzheim herum ausgeschaut, mit dem, wie er heute ausschaut. Es kann schon die gewöhnliche Naturwissenschaft Aufschluß geben, wie der Boden ausgeschaut hat hier vor 2000 Jahren. Vergleichen Sie aber auch, was dazumal ein Mensch gelernt hat in seiner Kindheit, in seiner Jugend, mit dem, was er heute lernt, dann werden Sie sich sagen müssen: Das physische und das geistige Leben verändern sich auf der Erde. Die Erde war ganz anders vor 2000 bis 3000 Jahren und ist immer anders und anders geworden und wird immer anders werden. Die Erde ändert sich fortwährend. Und jedesmal, wenn wir heruntersteigen auf die Erde, treffen wir neue Verhältnisse, können wir Neues lernen, Neues erfahren und Neues erleben, vereinigen es mit unserem Wesen und tragen neue Erfahrungen hinauf in die geistige Welt. Deshalb, weil wir so nach und nach in aufeinanderfolgenden Perioden die Erdenerlebnisse in uns aufnehmen sollen, werden wir in aufeinanderfolgenden Erdenleben geboren. Wir stimmen zusammen das, was das äußere Erdenleben uns geben kann im Verlauf der aufeinanderfolgenden Zeiten und was wir innerhalb dieses Erdenlebens lernen sollen. Das muß zusammenstimmen.
[ 13 ] Human beings pass from incarnation to incarnation, from one embodiment to another. But they do not pass from one embodiment to another in vain. Why does the human being descend again and again from spiritual heights to the Earth? Why is one incarnation on Earth not enough? The reason is that the Earth itself changes over long periods of time—it changes in regard to everything that is physical on it, and in regard to everything that is spiritual and soul-related on it. Now compare the outer face of the Earth—what has grown here—with what was here as long as 2,000 to 3,000 years ago. Compare the landscape around Pforzheim as it looked back then with how it looks today. Even ordinary natural science can provide insight into what the landscape looked like here 2,000 years ago. But also compare what a person learned back then in their childhood and youth with what they learn today, and you will have to admit: physical and spiritual life on Earth are changing. The Earth was quite different 2,000 to 3,000 years ago, and it has become different and different, and will always become different. The Earth is constantly changing. And every time we descend to Earth, we encounter new conditions, we can learn new things, experience new things, and live through new things; we integrate them into our being and carry new experiences back up into the spiritual world. That is why, because we are meant to gradually absorb Earthly experiences within ourselves over successive periods, we are born into successive Earthly lives. We harmonize what external earthly life can offer us over the course of successive eras with what we are meant to learn within that earthly life. These must be in harmony.
[ 14 ] Nehmen wir einmal irgendwelche Seele an, die heute leben würde. Sie hat ja auch schon gelebt in der Zeit des alten Ägyptertums, in der Zeit des alten Indertums. Alle die Seelen, die heute hier sitzen, haben unzählige Male auf der Erde gelebt, haben hier gelebt in andern Lebensverhältnissen und leben heute wieder, weil das, was sie dazumal haben lernen, erfahren können auf der Erde, heute nicht mehr da ist, und heute Neues erlebt und erfahren werden kann. Setzen wir einen Menschen voraus, der zum Beispiel im alten Ägypterland seine Inkarnationen nicht richtig angewendet hat, nicht herausgesaugt hat, was dazumal auf der Erde sich heraussaugen ließ. Nehmen wir an, Menschen, wie sie nach dem Karma der Erde und dem Einzelkarma im alten Ägypten noch vereinzelt waren, hätten es versäumt, mit ihrer Seele dasjenige zu vereinigen, was eben im alten Ägypten erlebt werden konnte. Das würde nicht verhindert haben, daß sie zur entsprechenden Zeit im alten Ägypten gestorben sind. Aber es hätte verhindert, daß sie dann, wenn sie das nächste Mal geboren worden sind, sich das mitgebracht hätten, was sie dann brauchten, um vollwertige Menschen zu sein. Das können sie sich in folgenden Inkarnationen nicht so ohne weiteres erwerben. Man braucht aber in einer späteren Verkörperung, um nicht verkümmerte Seelen zu haben, das, was man sich an Fähigkeiten und Kräften in der vorhergehenden Inkarnation aus den damaligen Erdenverhältnissen heraus hat aneignen können. Es gibt Dinge, die man, wenn man sie versäumt hat, nicht mehr nachholen kann. Vielleicht werden Sie sagen: Nun macht er uns eine schöne Perspektive vor! Wir können ja nicht wissen, ob wir nicht unglaublich Wichtiges in früheren Verkörperungen versäumt haben. Das wäre ja wirklich eine trostlose Perspektive, denn vielleicht haben wir in früheren Inkarnationen Furchtbares versäumt, und was hilft uns auch jetzt alles andere! Was hilft es uns zum Beispiel, wenn wir uns jetzt noch so sehr zur Geisteswissenschaft hinschlagen und noch so gut unsere jetzige Inkarnation verwenden wollen? Wir können es vielleicht nicht einmal, eben gerade weil wir in den früheren Inkarnationen etwas ganz besonders Wichtiges versäumt haben!
[ 14 ] Let us take, for example, any soul that is living today. It has, after all, already lived during the time of ancient Egypt and the time of ancient India. All the souls sitting here today have lived on Earth countless times, have lived here under different circumstances, and are living here again today because what they were able to learn and experience on Earth back then no longer exists, and new things can be experienced and learned today. Let us assume a person who, for example, in ancient Egypt did not make proper use of their incarnations, did not draw out what could be drawn out on Earth at that time. Let us assume that people, such as those who were still isolated in ancient Egypt according to the Earth’s karma and individual karma, had failed to unite their soul with what could be experienced in ancient Egypt. That would not have prevented them from dying at the appropriate time in ancient Egypt. But it would have prevented them from bringing with them, when they were born the next time, what they then needed to be fully developed human beings. They cannot acquire that so easily in subsequent incarnations. However, in a later incarnation, in order to avoid having stunted souls, one needs the abilities and powers that one was able to acquire in the previous incarnation from the earthly conditions of that time. There are things that, once missed, cannot be made up for. Perhaps you will say: Now he’s painting a rosy picture for us! After all, we cannot know whether we have not missed something incredibly important in earlier incarnations. That would indeed be a bleak prospect, for perhaps we have missed something terrible in earlier incarnations, and what good is anything else to us now! What good does it do us, for example, if we now devote ourselves so wholeheartedly to spiritual science and wish to make the best use of our current incarnation? We might not even be able to do it, precisely because we have missed something particularly important in our past incarnations!
[ 15 ] Es scheint also, als ob diese Wahrheit, die ich eben ausgesprochen habe, eine furchtbare Perspektive in Ihre Seele gießen könnte, trostlos für Sie werden könnte. Denn wenn man nicht mehr nachholen kann, was man einmal versäumt hat, dann muß ich sagen, wenn ich auch noch so sehr anfange, an meiner Seele zu arbeiten, so hilft das nichts mehr, denn ich kann ja dann gar nicht mehr nachholen, was ich versäumt habe, was ich in diese Seele nur hätte hereingießen können vielleicht in der altindischen oder in der ägyptischen Zeit.
[ 15 ] It seems, then, that this truth I have just spoken might cast a terrible shadow over your soul, might become a source of despair for you. For if one can no longer make up for what one has once missed, then I must say that no matter how earnestly I begin to work on my soul, it will no longer help, for I can no longer make up for what I have missed—what I might have been able to pour into this soul perhaps in ancient Indian or Egyptian times.
[ 16 ] Diese trostlose Perspektive wäre nur da, wenn dasjenige, was jetzt als Konsequenz gezogen worden ist, die richtige Konsequenz wäre. Aber es ist keine richtige Konsequenz, denn die Sache liegt anders. Es ist durchaus richtig zwar: was unsere Seele sich nicht angeeignet hätte in der alten ägyptischen, indischen, persischen, griechischen Zeit, das könnte sie heute nicht mehr nachholen, das wäre unmöglich. Die Sache ist nur diese, daß gegenwärtig, in unserer Zeit, die ersten Inkarnationen des Menschen überhaupt da sind, in denen man bewußt, durch eigene Schuld etwas nach dieser Richtung versäumen kann. Und das wird noch eine Zeitlang dauern. Und da kann es nun auch eine Erklärung dafür geben, warum jetzt die Geisteswissenschaft anfängt, in die Welt zu kommen: weil jetzt erst die Möglichkeit für die Menschen anfängt, etwas zu versäumen. Jetzt müssen diese Wahrheiten zu den Menschen zu dringen beginnen, denn jetzt beginnen für den Menschen Inkarnationen, bei denen, wenn man diese nicht ordentlich anwenden würde, es schwerer werden würde, aus späteren Erdenverhältnissen heraus das nachzuholen, was da versäumt worden wäre. Und jetzt ist es ja auch so, daß die Menschen, wenn sie nur wollen, herankommen können an die geisteswissenschaftliche Erklärung von Reinkarnation und Karma und von andern Wahrheiten in der Geisteswissenschaft, daß sie also diese Selbstschuld nicht auf sich zu laden brauchen. Geisteswissenschaft wird schon alles tun in den nächsten Jahrhunderten und Jahrtausenden, damit die Menschen die Gelegenheit haben werden, diese Inkarnationen in der richtigen Weise anzuwenden und diese Schuld nicht auf sich zu laden brauchen. Auf eine einzelne Inkarnation kommt es weniger an, aber wenn man in unserem Zeitalter, das eben begonnen hat und 2000 bis 3000 Jahre dauert, zwei bis drei Inkarnationen wird so angewendet haben, daß man nicht das Richtige aus dem, was man auf der Erde gewinnen kann, herausgezogen haben wird, dann wird man in den folgenden Zeiten etwas Wichtiges versäumt haben. Deshalb tritt Geisteswissenschaft jetzt auf und sagt den Menschen, wie wichtig es ist, daß sie ihre Inkarnationen in der richtigen Weise anwenden.
[ 16 ] This bleak prospect would only exist if the conclusion that has now been drawn were the correct one. But it is not the correct conclusion, for the matter is different. It is certainly true, however, that whatever our soul failed to acquire in the ancient Egyptian, Indian, Persian, and Greek eras, it could no longer make up for today; that would be impossible. The point is simply this: that at present, in our time, the very first human incarnations are taking place in which one can consciously, through one’s own fault, fail to achieve something in this direction. And this will continue for some time yet. And this may also explain why spiritual science is now beginning to emerge into the world: because only now is the possibility arising for human beings to fail to achieve something. Now these truths must begin to reach people, for now human beings are entering into incarnations in which, if one were not to apply them properly, it would become more difficult to make up for what has been missed in later earthly conditions. And now it is also the case that people, if they only wish, can come to understand the spiritual scientific explanation of reincarnation and karma and of other truths in spiritual science, so that they need not take this self-inflicted guilt upon themselves. Spiritual science will do everything in the coming centuries and millennia to ensure that people have the opportunity to apply these incarnations in the right way and do not need to take this guilt upon themselves. A single incarnation matters less, but if, in our age—which has just begun and will last 2,000 to 3,000 years—one has used two or three incarnations in such a way that one has not drawn the right lessons from what can be gained on Earth, then one will have missed something important in the times to come. That is why spiritual science is now stepping forward and telling people how important it is that they make proper use of their incarnations.
[ 17 ] Nun fragen wir uns: Warum aber konnten in den früheren Zeiten die Menschen diese Fehler nicht machen? Aus dem Grunde, weil der Mensch sich ja so entwickelt hat von Inkarnation zu Inkarnation, daß er in urferner Vergangenheit selber ein Genosse war der geistigen Welten. Das, was heute unsere Fähigkeiten sind, vor allem die Beschränkung unserer Sinne auf die physische Welt, das war nicht immer da. Der Mensch hatte in früheren Zeiten ein dämmerhaftes Hellsehen, er konnte hineinschauen in die geistigen Welten. Und dieses Hellsehen war immer stärker, je weiter wir zurückgehen. Der Mensch wußte in jenen Zeiten: Ich stamme aus der geistigen Welt. Und er hatte nicht nur dieses abstrakte Wissen, sondern er wußte auch, wie es aussieht in dieser Welt, er kannte die Gesetze der geistigen Welt. Diese Gesetze erfüllte er wie aus einem Instinkt; instinktiv. Weil sie noch mit der geistigen Welt in einem Zusammenhang standen, verwandten unsere Seelen ihre Inkarnationen im wesentlichen ordentlich. Weil die Menschen noch mit den göttlich-geistigen Welten zusammenhingen, deshalb wirkte das Wissen in ihnen nach und sie taten instinktiv unter dem Eindruck des alten Wissens das Richtige. Erst in unserer Zeit leben wir in einem Zeitalter, wo sozusagen die Tore zugeschlossen sind vor der geistigen Welt, wo der Mensch zwischen der Geburt und dem Tode völlig darauf angewiesen ist, in dieser sinnlichphysischen Welt allein wahrzunehmen.
[ 17 ] Now let us ask ourselves: Why, then, were people in earlier times unable to make these mistakes? The reason is that human beings have evolved from incarnation to incarnation in such a way that, in the distant past, they themselves were companions of the spiritual worlds. What we consider our abilities today—especially the limitation of our senses to the physical world—was not always present. In earlier times, human beings possessed a dim form of clairvoyance; they could look into the spiritual worlds. And this clairvoyance grew stronger the further back in time we go. In those days, people knew: I come from the spiritual world. And they did not merely possess this abstract knowledge; they also knew what that world looked like and were familiar with the laws of the spiritual world. They fulfilled these laws as if by instinct; instinctively. Because they were still connected to the spiritual world, our souls essentially lived out their incarnations in an orderly manner. Because human beings were still linked to the divine-spiritual worlds, therefore the knowledge continued to work within them, and under the influence of this ancient knowledge, they instinctively did what was right. Only in our time do we live in an age where, so to speak, the gates to the spiritual world are closed, where between birth and death, human beings are entirely dependent on perceiving solely within this sensory-physical world.
[ 18 ] Dieses Zeitalter, in dem das alte Hellsehen verschwunden ist, durch das die Menschen wie vom Himmel herunter die Erkenntnisse bekamen, dieses Zeitalter hat begonnen — wir können ziemlich genau den Zeitpunkt angeben —, 3101 Jahre bevor der Christus auf Erden wandelte. Früher waren solche Zeitalter, in denen die Menschen wirklich, wenn sie auch nicht das heutige starke Selbstbewußtsein, nicht ein klares Bewußtsein von ihrem Ich hatten, noch dumpf, dämmerhaft hineinschauen konnten, und noch weiter zurück sogar klar hineinschauten in die geistigen Welten. Da kommen wir zu einem Zeitalter vor dem Jahre 3101, in dem die Menschen zwar ein recht getrübtes, aber doch ein Wissen von der geistigen Welt hatten. Dvapara Yuga nennt man dieses Zeitalter. Dieses Dvapara Yuga oder eherne Zeitalter erstreckt sich über die ältere ägyptisch-babylonisch-chaldäische und über die persische Zeit. Dann noch weiter zurück, in noch älteren Zeiten finden wir ein noch tieferes Hineinsehen in die geistige Welt bei den Menschen in dem Treta Yuga oder silbernen Zeitalter. Und dann kommen wir schon hinter die atlantische Katastrophe hinauf, wo diejenigen Menschen, die da inkarniert waren, noch hineingeschaut haben in die geistigen Welten so, daß sie sich als Genossen jener Wesenheiten gefühlt haben, die Sie heute nur erkennen können in dem Zustand zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Das ist dann das Krita Yuga, das da beginnt.
[ 18 ] This age, in which the ancient clairvoyance through which people received insights as if from heaven has disappeared, began—we can pinpoint the exact date—3,101 years before Christ walked the earth. In earlier times, there were such ages in which people—even if they did not possess today’s strong self-awareness or a clear consciousness of their ego—could still glimpse into the spiritual worlds, albeit dimly and hazily, and even further back, they could look into them clearly. This brings us to an age prior to the year 3101, in which people had a rather clouded but nonetheless a knowledge of the spiritual world. This age is called the Dvapara Yuga. This Dvapara Yuga, or Iron Age, spans the ancient Egyptian-Babylonian-Chaldean and Persian periods. Going even further back, to even older times, we find an even deeper insight into the spiritual world among the people of the Treta Yuga, or Silver Age. And then we move beyond the Atlantean catastrophe, where those people who were incarnated there still looked into the spiritual worlds in such a way that they felt themselves to be companions of those beings whom you can only perceive today in the state between death and a new birth. That is then the Krita Yuga, which begins there.
[ 19 ] Im Jahre 3101 vor unserer Zeitrechnung beginnt dasjenige Zeitalter, in dem nach und nach alle Möglichkeit für die Menschen, durch äußere natürliche, durch normale Kräfte hineinzuschauen in die geistige Welt, zunächst aufhört. In diesem Zeitalter — von 3101 vor unserer Zeitrechnung bis in unsere Zeit herein — gab es nur noch alte vererbte Reste von dumpfem, dämmerhaftem Hellsehen bei einigen Menschen. In diesem Zeitalter konnte man nur durch wirkliche esotesische Schulung regulär hinaufkommen in die geistigen Welten. Aber die normalen Fähigkeiten des Menschen entwickelten sich so, daß sie sich nur auf die äußere physische Welt erstreckten. Dieses Zeitalter nennt man mit einem orientalischen Ausdruck das Kali Yuga, das finstere Zeitalter, weil der Mensch jetzt nicht mehr hineinsieht in die geistige Welt durch seine natürlichen Fähigkeiten. Das Kali Yuga ist also dieses Zeitalter, das etwa 3101 vor unserer Zeitrechnung begonnen hat, und das die Menschen immer mehr und mehr auf den physischen Plan herausgeführt hat.
[ 19 ] In the year 3101 B.C., the age began in which, little by little, all possibility for human beings to glimpse into the spiritual world through external natural, normal forces first came to an end. In this age—from 3101 B.C.E. to the present day—only faint, inherited remnants of dim, twilight-like clairvoyance remained in some people. In this age, one could only ascend regularly into the spiritual worlds through genuine esoteric training. But human beings’ normal faculties developed in such a way that they extended only to the outer physical world. This age is called, using an Eastern term, the Kali Yuga, the dark age, because human beings can no longer perceive the spiritual world through their natural faculties. The Kali Yuga is thus this age, which began around 3101 B.C.E. and which has led people more and more out onto the physical plane.
[ 20 ] Die wichtigsten Ereignisse, die sich auf dem geistigen Plan vollziehen, die schen ja die Menschen gewöhnlich nicht, weil sie nicht genügend darauf aufmerksam sind. In unserem Zeitalter gehen wichtige Dinge vor. Das Wichtigste ist, daß das Kali Yuga abgelaufen ist im Jahre 1899. Das heißt, dasjenige Zeitalter der Menschheitsentwickelung ist abgelaufen, das dazu bestimmt war, die menschlichen Fähigkeiten herauszuführen auf die Beobachtung und Wahrnehmung des physischen Planes. Und jetzt, seit dem Jahre 1899 beginnt ein Zeitalter, in dem durch etwa 2500 Jahre hindurch in den Menschenseelen andere Fähigkeiten wiederum als normale Fähigkeiten langsam entwickelt werden. Wir leben also schon in einem Zeitalter, wo andere Fähigkeiten bereits entwickelt werden. Kali Yuga hat seinen Abschluß gefunden, und die Menschen leben einem Zeitalter entgegen, wo — ohne daß sie etwas dafür oder dawider machen können — gewisse neue Fähigkeiten in der Seele sich als natürliche entwickeln werden, anders geartete als die, welche sich während des Kali Yuga entwickelt haben.
[ 20 ] The most important events taking place on the spiritual plane usually go unnoticed by people because they do not pay sufficient attention to them. Important things are happening in our age. The most important thing is that the Kali Yuga came to an end in 1899. This means that the era of human development intended to focus human abilities on the observation and perception of the physical plane has come to an end. And now, since the year 1899, an era has begun in which, over the course of about 2,500 years, other abilities will slowly develop in human souls as normal abilities. We are therefore already living in an age in which other abilities are already being developed. The Kali Yuga has come to an end, and humanity is moving toward an age in which—without being able to do anything to prevent or promote it—certain new abilities will develop naturally in the soul, abilities of a different nature than those that developed during the Kali Yuga.
[ 21 ] Was sind das für Fähigkeiten? Unter dem Einfluß des Kali Yuga wurden immer stärker diejenigen Kräfte des Menschen, welche den Menschen zu einem Erfinder, zu einem Entdecker, zu einem Bearbeiter der physischen Kräfte des physischen Planes machen. Das geht selbstverständlich fort, denn die Fähigkeiten, die einmal errungen worden sind, die werden natürlich nicht wieder verloren. Man darf also nicht sagen, jetzt höre die Fähigkeit auf, mit Naturkräften zu arbeiten. Aber andere Fähigkeiten kommen hinzu. Es kommt hinzu zu dem, was der Mensch sich während des Kali Yuga erworben hat, als besondere Fähigkeit ein natürlich-ätherisches Hellsehen, das heißt es beginnt jetzt das Zeitalter, wo in den Menschenseelen, zuerst in wenigen, dann in immer mehr und mehr Menschenseelen, gewisse hellseherische Fähigkeiten als normale Fähigkeiten erwachen werden. Wir müssen diese also unterscheiden von dem, was sich — allerdings als viel höhere Fähigkeit — derjenige erwirbt, der die Methoden der geistigen Schulung auf sich anwendet. Der wird in jedem Zeitalter mit seinen Fähigkeiten hinausgehen über das, was der Menschheit als das Normale zugedacht ist. Jetzt aber beginnt ein Zeitalter, in welchem als eine normale die Fähigkeit erweckt wird, nicht nur das Physische, sondern auch dasjenige, was als das Ätherische dem Physischen zugrunde liegt, zu sehen. Das heißt, es werden Seelen kommen mit solchen Fähigkeiten, und zwar in einer Zeit, die schon da ist, die schon angefangen hat, nur werden sie immer häufiger kommen. Jetzt sind sie einstweilen noch recht dünn gesät auf der Erde. Aber diese Fähigkeiten werden beginnen, sich immer weiter unter den Menschen auszubreiten. In einem deutlichen Maße werden sie vorhanden sein in den Jahren 1930 bis 1940. Das wird eine wichtige Zeitepoche sein, denn da wird man hervortreten sehen die neuen Fähigkeiten der Menschen. Während heute der Mensch nur den physischen Leib sieht, wird er dann auch die Fähigkeit erlangen, einiges Wesentliche zunächst, dann aber immer mehr und mehr vom Ätherleib zu sehen. Das wird eintreten. So entwickelt sich die Menschheit in der nächsten Zukunft, daß Menschen da sein werden, und immer mehr und mehr, zuletzt eine große Anzahl von Menschen — eigentlich ist es ja der ganzen Menschheit zugedacht —, die nicht nur den physischen Leib des Menschen, sondern diesen physischen Leib wie in einem Ätherischen eingeschlossen sehen werden, wie mit Ätherstrahlen und einer Ätheraura. Das ist das eine, was sie sehen werden. Das andere ist, daß es ihnen ganz sonderbar sein wird: Da werden Bilder vor ihnen stehen, und allerlei wird sich zeigen in diesen Bildern. Zuerst werden die Menschen nicht merken, worauf es ankommt, dann werden sie es für krankhaft halten, dann aber werden immer mehr und mehr Menschen merken, daß solch ein Bild ein Ereignis ist, das sich in zwei bis vier Tagen vollzieht und das sich vorher ätherisch abspiegelt. Diese Fähigkeiten werden sich schon in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts entwickeln.
[ 21 ] What are these abilities? Under the influence of the Kali Yuga, those human faculties that make a person an inventor, an explorer, and a master of the physical forces of the physical plane have become increasingly prominent. This, of course, continues, for abilities that have once been acquired are naturally not lost again. One cannot therefore say that the ability to work with natural forces has now ceased. But other abilities are added to it. Added to what humanity has acquired during the Kali Yuga is a special ability: natural-etheric clairvoyance. That is to say, the age is now beginning in which certain clairvoyant abilities will awaken as normal abilities in human souls—first in a few, then in more and more human souls. We must therefore distinguish this from what is acquired—albeit as a much higher ability—by those who apply the methods of spiritual training to themselves. In every age, such individuals will go beyond what is considered normal for humanity with their abilities. But now an age is beginning in which the ability to see not only the physical but also that which, as the etheric, underlies the physical will be awakened as a normal ability. That is to say, souls will come with such abilities, and indeed in a time that is already here, that has already begun; only they will come ever more frequently. For the time being, they are still quite few and far between on Earth. But these abilities will begin to spread more and more widely among people. They will be present to a significant degree in the years 1930 to 1940. This will be an important epoch, for it is then that the new abilities of human beings will come to the fore. Whereas today human beings see only the physical body, they will then also acquire the ability to see certain essential aspects of the etheric body at first, and then more and more of it. This will come to pass. Humanity will develop in the near future in such a way that there will be people—and more and more of them, eventually a large number of people—who will see not only the human physical body, but this physical body as if enclosed in an etheric body, as if surrounded by etheric rays and an etheric aura. That is one thing they will see. The other thing is that it will seem quite strange to them: images will stand before them, and all manner of things will be revealed in these images. At first, people will not realize what is at stake; then they will regard it as a pathological phenomenon; but then more and more people will realize that such an image is an event that will take place in two to four days and that is reflected etherically beforehand. These abilities will develop as early as the first half of our century.
[ 22 ] Zweierlei Möglichkeiten gibt es. Die eine ist, daß mit ihrem Denken, Fühlen und Empfinden die Menschen heute stehenbleiben bei dem, was sie nun aus dem Kali Yuga erworben haben. Diejenigen, die mit ihrer Weltanschauung, ihrer Philosophie, ihrem Denken und Empfinden bei dem stehenbleiben, was sie eben bis heute lernten, die werden sehr bald fertig sein mit ihren Urteilen über Mitmenschen, die solches schauen. Die werden sagen, das sind Narren, die anfangen wahnsinnig zu werden, die sehen allerlei täuschende Dinge, die es gar nicht gibt. — Andere Menschen wird es aber geben, die werden aus der Geisteswissenschaft gehört haben, daß das Realitäten sind. Und das wird immer und immer wieder betont werden in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten. Die werden gehört haben, daß es so etwas als Realität gibt, und die werden das rechte Verhältnis finden zu diesen neu auftretenden Fähigkeiten.
[ 22 ] There are two possibilities. One is that, in their thinking, feeling, and perception, people today remain stuck at the level they have reached in the Kali Yuga. Those who, with their worldview, their philosophy, their thinking, and their feelings, remain stuck at what they have learned up to now will very soon be done with their judgments of fellow human beings who perceive such things. They will say, “These are fools who are beginning to go mad, who see all sorts of deceptive things that do not even exist.” — But there will be other people who will have heard from spiritual science that these are realities. And this will be emphasized again and again in the coming decades and centuries. They will have heard that such a thing exists as reality, and they will find the right relationship to these newly emerging abilities.
[ 23 ] Was tun wir, indem wir Geisteswissenschaft treiben? Wir tun also nicht etwas, was unsere Neugierde befriedigt und deshalb unsere Lieblingsbeschäftigung ist, sondern wir tun etwas, was die Menschen vorbereitet auf das, was da kommen muß und was da kommen wird. Und dieses, was da kommen wird, das würde man einfach nicht verstehen können, wenn nicht Geisteswissenschaft vorhanden wäre. Die Menschheit würde das verlieren, was gewonnen werden soll. Und das könnte durchaus sein, wenn eintreten sollte, daß Geisteswissenschaft ganz verboten würde auf der Erde, wenn eintreten könnte, daß man alle jene, die für die Geisteswissenschaft wirken, vielleicht verhungern ließe, vielleicht aus ihren Stellungen herausdrängen würde und verhungern ließe. Dann würde die Menschheit ganz die Möglichkeit verlieren, das, was als naturgemäße Entwickelung kommen wird, zu verstehen. Dann, wenn das geschehen sollte, würde die Menschheitsentwickelung veröden und verdorren. Sie müßte ohne diesen Einschlag weitergehen und würde verdorren, veröden. Das ist dasjenige, was Geisteswissenschaft zu einer verantwortungsvollen Pflicht macht.
[ 23 ] What are we doing when we engage in spiritual science? We are not doing something that satisfies our curiosity and is therefore our favorite pastime; rather, we are doing something that prepares people for what must come and what will come. And this thing that is to come—one simply would not be able to understand it if spiritual science did not exist. Humanity would lose what is to be gained. And that could very well happen if it were to come to pass that spiritual science were completely banned on Earth, if it were to happen that all those who work for spiritual science were perhaps left to starve, perhaps forced out of their positions and left to starve. Then humanity would completely lose the ability to understand what is to come as a natural development. If that were to happen, human development would become desolate and wither away. It would have to continue without this influence and would wither and become desolate. This is what makes spiritual science a responsible duty.
[ 24 ] Wenn wir die Sache so ansehen, dann können wir auch noch fragen: Worinnen wird sich denn zum Beispiel das als Wirkung zeigen, was eben geschildert worden ist? Nun, die Seelen, die jetzt hier sitzen, die werden ja wieder verkörpert werden in einem Zeitalter, in dem schon längst bei den Menschenseelen jene Seelenfähigkeiten vorhanden sein werden, die eben geschildert worden sind. Was wird das bewirken? Mit jenen Fähigkeiten wird noch etwas anderes kommen. Es wird kommen, daß der Mensch in die gegenwärtige Inkarnation wird zurückschauen können. Als eine natürliche Fähigkeit wird auftreten mit jenen Fähigkeiten, die eben geschildert worden sind — zugehörig zu ihnen —, eine Erinnerung nicht nur an das Leben zwischen Tod und Geburt, sondern an das vorhergehende Leben, wie eine natürliche Eigenschaft. Aber jetzt wird es sich darum handeln, daß wir in der gegenwärtigen oder folgenden Inkarnation etwas ausbilden, woran man sich erinnern kann. Was wir treiben für den Tag, für das was längst untergegangen sein wird, wenn wir wieder geboren werden, das wird zunächst nicht das sein, woran man sich wird erinnern können. Woran man sich erinnern kann, das wird nur das sein, was in der Zentralgewalt unseres Innern, in unserem Ich vor sich gegangen ist. Erinnern kann man sich dann nicht an das, was als Alltägliches geschehen ist. Das was bleibt von der gegenwärtigen bis zur folgenden Inkarnation, das muß jetzt schon im Ich erfaßt werden, gefühlt werden. Es ist aber wahr, daß die meisten Menschen noch nicht die Neigung haben, so tief in ihr Inneres hineinzudringen, daß sie sich als ein Ich empfinden. Halten sich doch noch immer, nach Fichtes Ausspruch, die meisten Menschen eher für ein Stück Schlacke im Monde als für ein Ich! Wenn man aber dieses Ich nicht pflegt, es nicht erkennen lernt durch die Geisteswissenschaft, es nicht fühlen lernt, dann ist es ja gar nicht da als inneres Seelengut. Erst müssen wir einmal schaffen dasjenige, an das wir uns dann sollen erinnern können in der nächsten Inkarnation.
[ 24 ] If we look at it this way, we might also ask: In what form, for example, will what has just been described manifest as an effect? Well, the souls sitting here now will be reincarnated in an age in which the human soul will already have possessed, for a long time, the soul capacities that have just been described. What will this bring about? Along with those capacities, something else will come. It will come to pass that human beings will be able to look back on their present incarnation. As a natural ability, along with the abilities just described—as an inherent part of them—will arise a memory not only of the life between death and birth, but also of the previous life, as a natural characteristic. But now the point will be that we develop something in the present or following incarnation that can be remembered. What we do each day, for what will long since have passed away by the time we are reborn, will not initially be what we will be able to remember. What we can remember will be only what has taken place in the central power of our inner being, in our I. One cannot then remember what happened as part of everyday life. What remains from the present to the next incarnation must already be grasped and felt within the I. It is true, however, that most people do not yet have the inclination to penetrate so deeply into their inner being that they perceive themselves as an I. After all, as Fichte said, most people still consider themselves more a piece of slag on the moon than an “I”! But if one does not cultivate this “I,” does not learn to recognize it through spiritual science, does not learn to feel it, then it is not even there as an inner spiritual asset. First we must create that which we are then to be able to remember in the next incarnation.
[ 25 ] So schafft die Geisteswissenschaft, indem sie den Menschen erkennen lernt, die Weltelemente, die in seinem Ich den besten Ausdruck finden, schafft als Tatsachen dasjenige, woran er sich erinnern soll in der nächsten Inkarnation. Wendet der Mensch das, was ihm so geboten wird, nicht in der richtigen Weise an, dann hat er in der nächsten Inkarnation die Fähigkeit des Rückerinnerns wohl, aber es kann ihm nichts einfallen als Gegenstand desselben, weil er nichts geschaffen hat, an das er sich erinnern kann.
[ 25 ] Thus, by learning to recognize the human being, spiritual science creates the elements of the world that find their best expression in the human ego; it creates as facts those things that the human being is to remember in the next incarnation. If a person does not apply what is thus offered to him in the right way, then in his next incarnation he will indeed have the ability to recall, but nothing will come to mind as the object of that recall, because he has created nothing that he can remember.
[ 26 ] Es gehört zu den größten Qualen, die der Mensch überhaupt haben kann, eine Fähigkeit zu haben und nichts zu besitzen, an dem sie sich betätigen kann. Zurückschauen wird man wollen in frühere Inkarnationen, da man die Fähigkeit haben wird, es zu tun, aber keinen Gegenstand in sich finden, den man in diese Erinnerungskraft wird hereinnehmen können. Es wird ein furchtbarer Durst sein des Zurückschauens in frühere Inkarnationen. Der wird aber wie eine innere Qual sein, ein inneres Wollen des Zurückschauens, und man wird nichts sehen, weil man nichts geschaffen hat, was man sehen könnte. Wir arbeiten also dasjenige in der gegenwärtigen Inkarnation aus, was als Tatsache, als Gegenstand für die Erinnerung zu schaffen ist, denn die Fähigkeit der Rückerinnerung erlangen wir schon durch den natürlichen Entwickelungsgang der Menschheit.
[ 26 ] One of the greatest torments a human being can experience is to possess an ability yet have nothing upon which to apply it. One will want to look back on past incarnations, since one will have the ability to do so, but will find nothing within oneself that can be brought into this power of remembrance. There will be a terrible thirst to look back on past incarnations. But this will be like an inner torment, an inner desire to look back, and one will see nothing, because one has created nothing that one could see. We therefore work out in the present incarnation that which is to be created as a fact, as an object for memory, for we already attain the ability to recall through the natural course of human development.
[ 27 ] Da haben wir wieder zwei Strömungen. Eine äußere: die Menschen erlangen Fähigkeiten; und eine innere: die Menschen müssen das tun, wozu sie diese Fähigkeiten anwenden können. Überall finden wir diese zwei Strömungen. Dasjenige aber, was wie das Wichtigste bei allem als Kraft, als Impuls wirkt, ist, daß die Menschen, indem sie sich heraufleben in diese Zeit, indem sie die neue Fähigkeit bekommen, Ätherisches zu sehen, im Zusammenhang damit im Laufe der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein großes, ein größtes Erlebnis haben werden.
[ 27 ] Here again we have two currents. An external one: people acquire abilities; and an internal one: people must do what they can apply these abilities to. We find these two currents everywhere. But what acts as the most important force, as the impulse in all of this, is that as people live their way up into this era, as they acquire the new ability to see the etheric, they will, in connection with this, have a great, indeed the greatest, experience in the course of the first half of the 20th century.
[ 28 ] Damals, als das Kali Yuga etwa 3100 Jahre gedauert hatte, da waren die Menschen angekommen bei einem Zustand, daß sie sich sagen mußten: Wir können nicht mehr hinaufschauen in die geistigen Reiche der Himmel. Die Tore sind zugeschlossen gegenüber der geistigen Welt. — Da aber kam zuerst der Täufer Johannes, dann kam der Christus, und sie zeigten den Menschen, daß auf dem physischen Plan durch eine entsprechende innere Entwickelung dasjenige, was Zentralgewalt der Seele, was Ich ist, erweckt werden kann und daß dadurch verstanden werden kann das Geistige. Der Gott stieg als der Christus bis auf den physischen Plan herab, weil die menschlichen Fähigkeiten so geworden waren, daß sie nur auf dem physischen Plane die Dinge verstehen konnten. Der Christus hat dies Opfer gebracht, auf den physischen Plan herunterzusteigen, weil die Götter, die nicht bis dahin heruntergestiegen waren, nicht mehr verständlich waren für die Menschen, die jetzt die Fähigkeit in sich entwickelt hatten, nur auf dem physischen Plan zu stehen.
[ 28 ] Back then, when the Kali Yuga had lasted about 3,100 years, people had reached a state where they had to admit to themselves: We can no longer look up into the spiritual realms of heaven. The gates to the spiritual world are closed. — But then first came John the Baptist, then came the Christ, and they showed people that on the physical plane, through appropriate inner development, that which is the central power of the soul—the I—can be awakened, and that through this the spiritual can be understood. God descended as the Christ down to the physical plane because human capacities had become such that they could understand things only on the physical plane. Christ made this sacrifice of descending to the physical plane because the gods, who had not descended that far, were no longer comprehensible to human beings, who had now developed within themselves the capacity to stand only on the physical plane.
[ 29 ] Jetzt aber entwickeln sich wieder Fähigkeiten, Übersinnliches zu schauen, Ätherisches zu schauen. Das hat dann zur Folge, daß ungefähr in jenem Zeitraum von 1930 bis 1940 eine Anzahl von Menschen, die die ersten Pioniere sein werden dieses ätherischen Hellsehens, dasjenige sehen werden, was der Christus in dieser unserer Zeit ist. In einem physischen Leibe hat der Christus nur einmal gelebt auf unserer Erde. Seit jener Zeit aber hat sich unsere Erde verändert. Wenn jemand in der Zeit vor Christi Geburt hellsehend geworden ist und er hineingeschaut hat in die Welt der geistigen Wesenheiten und Erscheinungen, die unsere Erde unmittelbar umgeben, da hat er etwas nicht gefunden, was er dann fand, als das Ereignis von Golgatha sich vollzogen hatte, da der Christus auf die Erde heruntergestiegen war. Eine Persönlichkeit hat das genau gewußt. Es gab eine Persönlichkeit, die wußte aus ihrer Lehre heraus: Wenn die Menschen hellsehend werden, dann sehen sie etwas noch nicht auf der Erde, was aber in der Zukunft in der geistigen Atmosphäre der Erde sein wird, wenn einmal der Christus von der Sonne heruntergestiegen sein wird. — Diese Persönlichkeit sagte sich: Wir werden auf der Erde erleben den großen Zeitpunkt, wo dem hellsehend werdenden Menschen geistig erscheint der Christus, denn dieser wird dann heruntergestiegen sein auf die Erde und wird auch geistig in ihrer Atmosphäre sichtbar sein. — Das wußte diese Persönlichkeit, aber sie war noch nicht so weit, daß sie aus den Ereignissen von Palästina den Glauben gewinnen konnte, daß in dem Jesus von Nazareth dieses erwartete Wesen, der Christus, eben schon dagewesen sei. Er konnte den Christus Jesus nicht anerkennen, er anerkannte ihn nicht. Dann kam die Zeit, als das Ereignis von Golgatha schon längst vorbei war, in der diese Persönlichkeit hellsichtig wurde: Da sah sie den Christus im Ätherleib. Jetzt konnte sie etwas sehen in der Erdenumgebung! Jetzt wußte diese Persönlichkeit, daß der Christus da war. Die physische Wirklichkeit, das physische Schauen hat ihn nicht überzeugt, diesen Menschen, aber das Hellsehen, das hellseherische Wahrnehmen des Christus im Ätherleib, das hat ihn überzeugt. Diese Persönlichkeit war Paulus. Er hat in dem Ereignis von Damaskus zuerst hellseherisch den Christus gesehen in seinem Ätherleib, wie er seit dem Ereignis von Golgatha immer gesehen wird von denen, die sich zum Hellsehen erheben.
[ 29 ] But now the ability to perceive the supersensible and the etheric is developing once again. As a result, during the period from about 1930 to 1940, a number of people—who will be the first pioneers of this etheric clairvoyance—will see what Christ is in our time. Christ lived in a physical body on our Earth only once. Since that time, however, our Earth has changed. If someone had become clairvoyant in the time before Christ’s birth and had looked into the world of spiritual beings and phenomena that immediately surround our Earth, they would not have found something that they then found once the event of Golgotha had taken place, once Christ had descended to Earth. One individual knew this precisely. There was a person who knew from their teachings: When people become clairvoyant, they do not yet see something on Earth that will, however, be present in the future in the spiritual atmosphere of the Earth once the Christ has descended from the Sun. — This individual said to themselves: We will experience on Earth the great moment when the Christ appears spiritually to those who are becoming clairvoyant, for He will then have descended to Earth and will also be spiritually visible in its atmosphere. — This person knew this, but he was not yet ready to gain the conviction from the events in Palestine that in Jesus of Nazareth this expected being, the Christ, had already been present. He could not acknowledge the Christ Jesus; he did not acknowledge him. Then came the time, long after the event at Golgotha had passed, when this person became clairvoyant: There he saw the Christ in the etheric body. Now he could see something in the earthly environment! Now this person knew that the Christ was there. Physical reality, physical sight, had not convinced him, this man, but clairvoyance, the clairvoyant perception of the Christ in the etheric body, that had convinced him. This individual was Paul. In the Damascus event, he first saw the Christ clairvoyantly in his etheric body, just as he has always been seen since the event at Golgotha by those who rise to the level of clairvoyance.
[ 30 ] Das ist sogar das wichtigste Ereignis, das heute dem hellseherisch Geschulten zuteil wird: daß er den Christus in der geistigen Atmosphäre der Erde sieht. Weil nun diese Fähigkeit in jenem Zeitraum bei einer größeren Anzahl von Menschen auftreten wird, wird dann diese Anzahl von Menschen die unmittelbar durch naturgemäßes Schauen vermittelte Anschauung des Christus haben, des Christus in seinem ätherischen Leibe, mit dem dann die Menschen umgehen werden wie mit einer physischen Persönlichkeit. Nicht bis zu einem physischen Leibe wird der Christus heruntersteigen ein zweites Mal, aber die Menschen werden durch ihre Fähigkeiten hinaufsteigen ins Ätherische, in dem er sich jetzt offenbart. Der Christus wird ihnen wiedergekommen sein in dem Bereich ihres erweiterten Erlebens.
[ 30 ] This is, in fact, the most important event that befalls those trained in clairvoyance today: that they see the Christ in the spiritual atmosphere of the Earth. Since this ability will manifest in a larger number of people during that period, this group of people will then have a direct perception of the Christ—the Christ in his etheric body—conveyed through natural vision, and they will then interact with him as with a physical personality. Christ will not descend a second time into a physical body, but people will, through their abilities, ascend into the etheric realm in which he now reveals himself. Christ will have returned to them within the realm of their expanded experience.
[ 31 ] Das ist die Wiederkunft des Christus, angefangen ungefähr von den Jahren 1930 bis 1940 unseres Zeitalters. Es könnte dieses Ereignis unvermerkt an den Menschen vorbeigehen, wenn sie sich nicht vorbereiten würden, dieses große Ereignis zu verstehen. Vorzubereiten hat die Geisteswissenschaft die Menschheit auf dieses künftige Geschehen. Nicht unbemerkt soll es vorbeigehen an der Menschheit. Wenn es unbemerkt vorbeigehen würde, so würde die Menschheit veröden und verdorren.
[ 31 ] This is the Second Coming of Christ, which began around the years 1930 to 1940 of our era. This event could pass humanity by unnoticed if they did not prepare themselves to understand this great event. Spiritual science has prepared humanity for this future event. It is not meant to pass humanity by unnoticed. If it were to pass unnoticed, humanity would become desolate and wither away.
[ 32 ] Was ich jetzt ausgesprochen habe, wird in den nächsten zwei Jahrzehnten von dieser und jener Stätte verkündet werden, in dieser oder jener Form ausgesprochen werden, denn es ist eine wichtigste Wahrheit, eine Wahrheit, welche die Menschen vorbereiten soll auf wichtigste Ereignisse unserer Zeit. Wieder sind die Zeiten erfüllt, daß Bedeutsamstes geschehen soll. Aber in unserer Zeit lebt ein Materialismus furchtbarster Art, und geschehen kann es, daß selbst diejenigen, welche hören und aufnehmen diese Lehren, versucht werden von der materialistischen Gesinnung und verführt werden von der materialistischen Gesinnung zu dem Glauben, der Christus erscheine nur wieder, wenn er in einem fleischlichen Leibe erscheine. Das wäre ein materialistischer Glaube, das können nur diejenigen glauben, die in Wahrheit sich nicht zu der Anschauung aufgeschwungen haben, daß der Geist ein Realeres ist als das Physische. Nun, der Materialismus könnte die Menschen in diese Versuchung führen, zu verwechseln das Wiederkommen des Christus in dem realen Ätherleib, sichtbar für die höher entwickelten Fähigkeiten der Menschen, mit einem fleischlichen physischen Wiederkommen. Dann aber, wenn das geschehen würde, wäre das ein weiteres großes Unglück für die Menschheit. Aber es gibt in unserer Zeit genug Individuen, genug Persönlichkeiten, die das benützen werden und die, dieses benutzend, entweder indem sie einer Illusion zum Opfer fallen, einer Selbsttäuschung, oder aber, ihren eigenen schlechten Instinkten zum Opfer fallend, sich als falsche Christusse, als Christus im Fleische ausgeben werden.
[ 32 ] What I have just said will be proclaimed from various places over the next two decades, expressed in one form or another, for it is a most important truth—a truth intended to prepare people for the most significant events of our time. Once again, the time has come for the most significant events to take place. But in our time, a materialism of the most dreadful kind prevails, and it may happen that even those who hear and accept these teachings will be tempted by the materialistic mindset and led astray by it into the belief that Christ will only appear again if he appears in a physical body. That would be a materialistic belief; only those who have not truly risen to the realization that the spirit is more real than the physical can believe this. Now, materialism could lead people into this temptation to confuse the return of the Christ in a real etheric body—visible to the higher-developed faculties of human beings—with a physical return in the flesh. But if that were to happen, it would be yet another great misfortune for humanity. Yet there are enough individuals in our time, enough personalities, who will exploit this and who, by doing so—either by falling victim to an illusion, a self-deception, or by succumbing to their own base instincts—will present themselves as false Christs, as Christ in the flesh.
[ 33 ] Falsche Christusse, sie werden erscheinen in diesem Zeitalter, in dem die Menschheit den wahren Christus im Ätherleib sehen soll. Anthroposophen aber sind dazu berufen, unterscheiden zu können zwischen dem Geistigen und dem Materiellen und fest gewappnet zu sein gegen alle Behauptungen, woher sie auch immer kommen werden, daß ein Christus kommen würde im Fleische. Die Anthroposophen sind berufen einzusehen, daß dies Materialismus wäre, der schlimmste Versucher, der auftreten könnte bei einem der wichtigsten Ereignisse der Menschheitsentwickelung, bei dem Ereignis, das wir die Wiederkunft des Christus nennen, und bei dem sich wird bewähren müssen, ob die Menschen schon so weit gekommen sind, nicht bloß vom Geiste zu sprechen, sondern lebendig das Wesen des Geistes als etwas Höheres anerkennen zu können als das Wesen der Materie.
[ 33 ] False Christs will appear in this age, in which humanity is to see the true Christ in his etheric body. Anthroposophists, however, are called upon to be able to distinguish between the spiritual and the material and to be firmly armed against all claims, wherever they may come from, that a Christ would come in the flesh. Anthroposophists are called upon to recognize that this would be materialism, the worst temptation that could arise during one of the most important events in human development—the event we call the Second Coming of the Christ— and in which it will have to be proven whether human beings have already progressed far enough not merely to speak of the spirit, but to be able to recognize the essence of the spirit as something higher than the essence of matter.
[ 34 ] Zeigen wird es sich müssen, ob die Menschen so weit sein werden, den Christus in seiner ganzen Bedeutung wieder zu erkennen, gerade weil er sich ihnen als Geistiges zeigt. Das wird die größte Prüfung und Probe für die Menschen sein, daß sich ihnen der größte Impuls unserer Erde zeigt und ihnen sagen wird: Erkennen könnt ihr mich nur, wenn ihr nicht bloß redet vom Geistigen, sondern wißt, daß das Geistige realer, wirklicher, wertvoller ist als das bloß fleischlich Materielle. — Das gehört zu dem, was wir in unsere Gefühle aufnehmen sollen, um den nächsten Jahrzehnten, denen wir entgegengehen, in der entsprechenden Weise begegnen zu können. Wichtig wird dieses Ereignis aber nicht nur für die sein, welche noch im physischen Leibe sein werden, sondern auch für diejenigen Seelen wird dieses Ereignis wichtig sein, welche dann schon zwischen Tod und neuer Geburt sein werden. Denn das wird ebenso wichtig sein für die sogenannten Toten, wie wichtig war der Tod auf Golgatha nicht nur für die zeitgenössischen Menschen im physischen Leibe, sondern auch für die Seelen, die im Kamaloka oder Devachan waren. Symbolisch ausgedrückt wurde das so gesagt, daß der Christus auch heruntergestiegen ist zu denen, die in der andern Welt waren: «niedergestiegen zur Hölle». Wichtig wird die große Prüfung der Spiritualität in unserem Jahrhundert sein für die auf dem physischen Plan, wie auch für die auf dem geistigen Plan Lebenden, die sogenannten Toten.
[ 34 ] It remains to be seen whether people will be ready to recognize Christ in all his significance, precisely because he reveals himself to them as a spiritual being. This will be the greatest test and trial for humanity: that the greatest impulse of our Earth will reveal itself to them and say: You can only recognize me if you do not merely speak of the spiritual, but know that the spiritual is more real, more genuine, and more valuable than the merely physical and material. — This is part of what we must take to heart in order to face the coming decades in the appropriate manner. This event, however, will be important not only for those who will still be in the physical body, but also for those souls who will then already be between death and new birth. For this will be just as important for the so-called dead as the death on Golgotha was important not only for the contemporary people in the physical body, but also for the souls who were in Kamaloka or Devachan. Symbolically expressed, it was said that Christ also descended to those who were in the other world: “descended into hell.” The great test of spirituality in our century will be important for those living on the physical plane, as well as for those living on the spiritual plane—the so-called dead.
