An Occult Physiology
GA 128
21 March 1911, Prague
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An Occult Physiology, tr. SOL
Zweiter Vortrag
Second Lecture
[ 1 ] Wir werden zwar innerhalb dieser Betrachtungen immer wieder in die Schwierigkeit versetzt werden, den äußeren menschlichen Organismus genauer ins Auge zu fassen, um sozusagen das Vergängliche, das Zerbrechliche zu erkennen. Aber wir werden auch sehen, daß gerade dieser Weg uns führen wird zu einer Erkenntnis des Bleibenden, des Unvergänglichen, des Ewigen in der menschlichen Natur. Allerdings ist es notwendig, wenn unsere Betrachtungen dieses Ziel haben sollen, daß wir das streng einhalten, was gestern schon in der Einleitung bemerkt worden ist: den Gesichtspunkt, den äußeren physischen Organismus in aller Ehrfurcht als eine Offenbarung aus geistigen Welten zu betrachten.
[ 1 ] In the course of these reflections, we will repeatedly be confronted with the challenge of examining the external human organism more closely in order to recognize, so to speak, the transitory and the fragile. But we will also see that it is precisely this path that will lead us to an understanding of the enduring, the imperishable, and the eternal in human nature. However, if our reflections are to achieve this goal, it is necessary that we strictly adhere to what was already noted yesterday in the introduction: the perspective of viewing the external physical organism with all reverence as a revelation from spiritual worlds.
[ 2 ] Wenn wir uns schon einigermaßen mit geisteswissenschaftlichen Begriffen und Empfindungen durchdrungen haben, können wir uns ja sehr leicht in den Gedanken hineinfinden, daß der menschliche Organismus in seiner ungeheuren Kompliziertheit der bedeutsamste Ausdruck, die größte und bedeutendste Offenbarung der Kräfte sein muß, die als geistige Kräfte die Welt durchweben und durchleben. Wir werden allerdings sozusagen vom Äußeren immer mehr und mehr in das Innere aufzusteigen haben.
[ 2 ] Once we have become reasonably familiar with concepts and sensations from the humanities, we can very easily come to see that the human organism, in its immense complexity, must be the most significant expression, the greatest and most significant revelation of the forces that, as spiritual forces, interweave and permeate the world. We will, however, have to ascend, so to speak, more and more from the external to the internal.
[ 3 ] Wir haben gestern schon gesehen, wie uns die äußerliche Betrachtung sowohl des Laien als auch der Wissenschaft dazu führen muß, den Menschen gewissermaßen als eine Zweiheit anzusehen. Wir haben diese Zweiheit der menschlichen Wesenheit gestern schon flüchtig charakterisiert - wir werden darauf noch genauer einzugehen haben -, und wir haben dasjenige an der menschlichen Wesenheit genauer betrachtet, was eingeschlossen ist in die schützende Knochenhülle des Schädels und der Rückenwirbel. Dabei haben wir gesehen, wie wir, wenn wir ausgehen von der äußeren Gestaltung und Form dieses Teils des Menschen, schon einen vorläufigen Ausblick gewinnen können in den Zusammenhang desjenigen Lebens, das wir unser waches Tagesleben nennen, mit jenem anderen, zunächst für uns natürlich sehr von Zweifeln durchwobenen Leben, das wir das Traumleben nennen. Wir haben gesehen, daß schon die äußeren Formen des charakterisierten Teiles der Menschennatur eine Art Abbild geben, eine Art Offenbarung bedeuten: auf der einen Seite des Traumlebens, dieses chaotischen Bilderlebens, und auf der anderen Seite des mit scharf umrissener Beobachtung ausgestatteten wachen Tageslebens. Heute werden wir zunächst einen flüchtigen Blick zu werfen haben auf das andere Glied der menschlichen Zweiheit, das sich gewissermaßen außerhalb des Bereiches befindet, den wir gestern ins Auge gefaßt haben. Schon der alleroberflächlichste Blick auf diesen zweiten Teil der menschlichen Wesenheit kann uns darüber belehren, daß dieser in gewisser Beziehung das entgegengesetzte Bild dessen zeigt, was wir bei Gehirn und Rückenmark ins Auge gefaßt haben. Gehirn und Rückenmark sind von Knochenbildungen als schützender Hülle umschlossen. Betrachten wir den anderen Teil der menschlichen Natur, so müssen wir entschieden sagen, daß wir hier die Knochenbildung mehr in den Organismus hineingegliedert finden. Doch das wäre nur eine ganz oberflächliche Betrachtung. Tiefer hinein in das Gefüge dieses anderen Teiles der Menschennatur werden wir schon geführt, wenn wir die bedeutendsten Organsysteme auseinanderhalten und sie zunächst äußerlich vergleichen mit dem, was wir gestern kennengelernt haben.
[ 3 ] Yesterday we saw how an external examination of the human being—whether by the layperson or by science—necessarily leads us to view the human being, so to speak, as a duality. We already briefly characterized this duality of the human being yesterday—we will have to go into this in more detail later—and we examined more closely that aspect of the human being which is enclosed within the protective bony shell of the skull and the vertebrae. In doing so, we saw how, if we start from the external structure and form of this part of the human being, we can already gain a preliminary insight into the connection between the life we call our waking daily life and that other life—which is, of course, initially fraught with doubts for us—that we call the dream life. We have seen that even the external forms of this particular aspect of human nature provide a kind of reflection, a kind of revelation: on the one hand, of the dream life, this chaotic life of images, and on the other hand, of waking daily life, endowed with sharply defined observation. Today we will first take a brief look at the other aspect of human duality, which lies, so to speak, outside the realm we considered yesterday. Even the most superficial glance at this second part of the human being can teach us that, in a certain respect, it presents the opposite picture of what we considered in the case of the brain and spinal cord. The brain and spinal cord are enclosed by bony structures as a protective shell. If we consider the other part of human nature, we must definitely say that here we find the bony structure more integrated into the organism. But that would be only a very superficial observation. We are already led deeper into the structure of this other part of human nature when we distinguish the most significant organ systems and first compare them externally with what we learned about yesterday.
[ 4 ] Diejenigen Organsysteme, Werkzeugsysteme des menschlichen Organismus, welche dabei zuerst in Betracht kommen werden, sollen sein der Ernährungsapparat und alles das, was zwischen dem Ernährungsapparat und jenem wunderbaren Gebilde liegt, das wir unschwer wie eine Art Mittelpunkt der ganzen menschlichen Organisation empfinden können, dem Herzen. Da zeigt uns gleich der oberflächliche Blick, daß der Ernährungsapparat — wie man ihn im populären Sinne nennen kann — dazu bestimmt ist, die Stoffe unserer äußeren irdischen Umwelt aufzunehmen und für die weitere Verarbeitung im physischen Organismus des Menschen vorzubereiten. Wir wissen, daß dieser Verdauungsapparat zunächst von unserem Munde aus röhrenförmig zu dem Organ sich erstreckt, das jeder als den Magen kennt. Und schon eine oberflächliche Betrachtung lehrt uns, daß von jenen Nahrungsmitteln, die durch diesen Kanal in den Magen eingeführt werden, gewissermaßen unverwendete Teile einfach abgesondert werden, während andere Teile von den weiteren Verdauungsorganen in den menschlichen Leibesorganismus übergeführt werden. Es ist ja auch wohl bekannt, daß an den eigentlichen Verdauungsapparat im engeren Sinne sich das anschließt, was wir das Lymphsystem nennen - ich will jetzt zunächst nur schematisch sprechen -, um die vom Verdauungsapparat hineingelieferten Nahrungsstoffe in verwandeltem Zustande aufzunehmen. So daß wir sagen können, daß an den Verdauungsapparat, soweit er sich an den Magen angliedert, ein Organsystem sich anschließt, das Lymphsystem, als eine Summe von Kanälen, die durch den ganzen Körper gehen, ein System, welches das übernimmt, was durch den Verdauungsapparat verarbeitet ist, und die umgewandelten Stoffe abliefert an das Blut. Und dann haben wir das dritte Glied der Menschennatur, das Blutgefäßsystem selber mit seinen weiteren oder engeren Röhren, wie es sich durch den ganzen menschlichen Organismus zieht und das zum Mittelpunkte seines ganzen Wirkens das Herz hat. Wir wissen ja, daß vom Herzen diejenigen bluterfüllten Gefäße ausgehen, die wir die Arterien nennen, und daß diese nach allen Teilen unseres Organismus das sogenannte rote Blut hinführen. Das Blut macht einen gewissen Prozeß in den einzelnen Gliedern des menschlichen Organismus durch, wird dann wiederum zurückgeführt durch andere Gefäße, die Venen, die es aber jetzt in verändertem, verwandeltem Zustande als sogenanntes blaues Blut zu dem Herzen zurückbringen. Wir wissen auch, daß dieses verwandelte, unbrauchbar gewordene Blut von dem Herzen in die Lunge geleitet wird, daß es dort in Berührung kommt mit dem von außen aufgenommenen Sauerstoff der Luft, daß es dadurch erneuert und dann wiederum in Venen zum Herzen zurückgeleitet wird, um von neuem den Umlauf durch den ganzen menschlichen Organismus zu beginnen.
[ 4 ] The organ systems—the functional systems of the human organism—that will be considered first are the digestive system and everything that lies between the digestive system and that marvelous structure which we can easily perceive as a kind of center of the entire human organism: the heart. Even a cursory glance shows us that the digestive system—as it is commonly called—is designed to take in the substances of our external earthly environment and prepare them for further processing within the human physical organism. We know that this digestive system extends in a tubular fashion from our mouth to the organ that everyone knows as the stomach. And even a superficial observation teaches us that, of those foods introduced into the stomach through this channel, unused portions are simply excreted, while other portions are transferred by the subsequent digestive organs into the human body. It is, after all, well known that what we call the lymphatic system—I will speak only schematically for now—is connected to the actual digestive system in the narrower sense, in order to receive the nutrients delivered by the digestive system in a transformed state. So that we can say that connected to the digestive system, insofar as it is linked to the stomach, is an organ system, the lymphatic system, as a network of channels running through the entire body, a system that takes over what has been processed by the digestive system and delivers the transformed substances to the blood. And then we have the third component of human nature, the circulatory system itself with its wider or narrower vessels, as it runs through the entire human organism and has the heart as the center of its entire activity. We know, of course, that the blood-filled vessels we call arteries originate from the heart, and that these carry the so-called red blood to all parts of our organism. The blood undergoes a certain process in the individual parts of the human organism, is then led back through other vessels, the veins, which, however, now return it to the heart in an altered, transformed state as so-called blue blood. We also know that this transformed, now unusable blood is directed from the heart to the lungs, that there it comes into contact with the oxygen from the air taken in from outside, that it is thereby renewed and then returned to the heart via the veins to begin its circulation through the entire human organism anew.
[ 5 ] Um diese komplizierten Systeme zu betrachten, wollen wir uns, damit wir in der äußeren Betrachtungsweise gleich eine Grundlage haben für die okkulte Betrachtungsweise, zunächst an dasjenige System halten, das von vornherein jedem als das eigentliche Mittelpunktsystem des ganzen menschlichen Organismus erscheinen muß: das Blut-Herzsystem. Wir wollen dabei zunächst ins Auge fassen, wie das Blut, nachdem es als verbrauchtes Blut in der Lunge aufgefrischt ist, also aus dem sogenannten blauen Blut wieder in rotes Blut verwandelt worden ist, wieder zum Herzen zurückkehrt und dann vom Herzen als rotes Blut wiederum ausströmt in den Organismus, um hier verwendet zu werden. (Es wird an die Tafel gezeichnet.) Beachten Sie, daß alles, was ich hier zeichne, nur ganz schematisch ist. Rufen wir uns kurz ins Gedächtnis, daß das menschliche Herz ein Organ ist, das eigentlich aus vier Gliedern zunächst besteht, aus vier Kammern, die durch Innenwände so abgegrenzt sind, daß man unterscheiden kann zwei größere Räume nach unten gelegen und zwei kleinere nach oben gelegen, die beiden unteren die beiden Herzkammern, wie man sie gewöhnlich nennt, während die oberen die Vorkammern genannt werden. Ich will heute noch nicht von den Herzklappen sprechen, sondern den Gang der wichtigsten Organtätigkeiten ganz schematisch ins Auge fassen. Da zeigt sich zunächst, daß das Blut, nachdem es aus der linken Vorkammer in die linke Herzkammer geströmt ist, durch eine große Schlagader abfließt und von da aus in den ganzen Organismus geleitet wird. Nun wollen wir ins Auge fassen, daß dieses Blut zunächst in alle einzelnen Organe des Organismus sich verteilt, daß es dann im Organismus verbraucht wird, wodurch es in das sogenannte blaue Blut verwandelt wird und als solches wieder zum Herzen in die rechte Vorkammer zurückkehrt, von dort in die rechte Herzkammer fließt, um von hier aus wieder in die Lunge zu gehen, wieder erneuert zu werden und den Gang durch den Organismus von neuem zu machen.
[ 5 ] To examine these complex systems, and so that we may immediately establish a foundation for the occult perspective within the external perspective, let us first focus on the system that must appear to everyone from the outset as the true central system of the entire human organism: the blood-heart system. Let us first consider how the blood, after being refreshed in the lungs as spent blood—that is, after being transformed from so-called blue blood back into red blood—returns to the heart and then flows out from the heart as red blood into the organism to be utilized there. (A diagram is drawn on the board.) Please note that everything I am drawing here is only very schematic. Let us briefly recall that the human heart is an organ that actually consists of four parts, four chambers, which are separated by internal walls in such a way that one can distinguish two larger chambers located below and two smaller ones located above; the two lower ones are the two ventricles, as they are commonly called, while the upper ones are called the atria. I do not wish to speak of the heart valves today, but rather to outline the course of the most important organ functions in a very schematic way. It is evident, first of all, that after the blood has flowed from the left atrium into the left ventricle, it flows out through a large artery and is carried from there throughout the entire organism. Now let us consider that this blood is first distributed to all the individual organs of the body, that it is then utilized by the body, whereby it is transformed into what is known as deoxygenated blood and, as such, returns to the heart into the right atrium, flows from there into the right ventricle, and from there goes back to the lungs to be renewed and to make the journey through the body once more.


[ 6 ] Wenn wir uns dies vorstellen, so ist es zur Grundlage einer okkulten Betrachtungsweise wichtig zu bedenken, daß sehr früh von der Hauptschlagader eine Nebenströmung abgeht, welche ins Gehirn führt, die oberen Organe des Menschen versorgt und von dort als verbrauchtes Blut wieder zurückfließt in die rechte Vorkammer, und daß es als das Gehirn passiert habendes Blut ebenso verwandelt wird wie das Blut, das aus den übrigen Gliedern des Organismus kommt. Wir haben also einen kleineren Nebenkreislauf des Blutes, in welchen Sinnesorgane das Gehirn eingeschaltet ist, abgetrennt von dem anderen, großen Kreislauf, der den ganzen übrigen Organismus versorgt. Nun ist es außerordentlich wichtig, daß wir gerade diese Tatsache ins Auge fassen. Denn wir bekommen eine richtige Vorstellung, die uns eine Grundlage geben kann für alles, was uns möglich machen wird, in die okkulten Höhen hinaufzusteigen, nur dann, wenn wir uns die Frage stellen: Ist denn - in ähnlicher Weise, wie in den kleinen Blutkreislauf die oberen Organe eingeschaltet sind, namentlich das Gehirn - in den großen Blutkreislauf, der den übrigen Organismus versorgt, etwas ähnliches eingeschaltet? — Da kommen wir in der Tat zu dem Ergebnis, das schon die äußere oberflächliche Betrachtungsweise liefern kann, daß in den großen Blutkreislauf zunächst das Organ eingeschaltet ist, welches wir die Milz nennen, daß weiter darin eingeschaltet ist die Leber und jenes Organ, welches die von der Leber zubereitete Galle enthält. Diese Organe sind alle in den großen Blutkreislauf eingeschaltet.
[ 6 ] When we consider this, it is important to bear in mind—as a basis for an occult perspective—that a collateral flow branches off from the aorta very early on, leading into the brain, supplying the upper organs of the human body, and flowing back from there as spent blood into the right atrium, and that this blood, having passed through the brain, is transformed in the same way as the blood coming from the rest of the organism. We thus have a smaller collateral circulation of the blood, in which the brain is involved as a sensory organ, separate from the other, larger circulation that supplies the rest of the organism. Now it is extremely important that we take precisely this fact into account. For we can only gain a true understanding—one that can provide a foundation for everything that will enable us to ascend into the occult realms—if we ask ourselves: Is there—in a manner similar to how the upper organs, namely the brain, are connected to the small circulatory system—something similar connected to the large circulatory system that supplies the rest of the organism? — Here we indeed arrive at the conclusion that even a superficial, external observation can provide: that the organ we call the spleen is initially connected to the systemic circulation, that the liver is also connected to it, and that the organ containing the bile prepared by the liver is likewise connected. All these organs are connected to the systemic circulation.
[ 7 ] Wenn wir jetzt nach der Aufgabe dieser Organe fragen, so gibt uns die äußere Wissenschaft darauf die Antwort, daß die Leber die Galle bereitet, daß die Galle über die Gallenwege abfließt in den Verdauungskanal und an der Verarbeitung der Nahrungsmittel so mitwirkt, daß diese dann aufgenommen werden können vom Lymphsystem und übergeleitet werden können in das Blut. Weniger Genaues sagt die äußere Wissenschaft über die Milz. Wenn wir diese Organe betrachten, haben wir nun zunächst den Blick darauf zu richten, daß dieselben sich sozusagen zu beschäftigen haben mit der Umwandlung der Nahrung für den menschlichen Organismus, daß aber auf der anderen Seite alle drei Organe eingeschaltet sind in den großen Blutkreislauf. In diesen sind sie nun nicht umsonst eingeschaltet. Denn insofern die Nahrungsstoffe aufgenommen werden in das Blut, um durch das Blut dem menschlichen Organismus zugeführt zu werden und demselben die Baustoffe fortwährend zu ersetzen, da beteiligen sich diese drei Organe an der notwendigen Verarbeitung der Nahrungsstoffe. Es ist nun die Frage: Können wir aus einer äußeren Beobachtung schon entnehmen, wie sich diese drei Organe an der Gesamttätigkeit des menschlichen Organismus beteiligen? — Richten wir dazu den Blick zunächst auf eine Äußerlichkeit, darauf, daß diese Organe so eingeschaltet sind in den unteren Blutkreislauf, wie das Gehirn in den oberen Kreislauf eingeschaltet ist; und fragen wir einmal - wenn wir uns zunächst wirklich an diese äußerliche Betrachtungsweise halten, die später vertieft werden soll —, ob diese Organe möglicherweise eine ähnliche, eine verwandte Aufgabe haben könnten wie das Gehirn oder überhaupt wie die höhergelegenen Teile des menschlichen Organismus. Worin könnte diese Aufgabe bestehen?
[ 7 ] If we now ask about the function of these organs, conventional science tells us that the liver produces bile, that the bile flows through the bile ducts into the digestive tract, and that it assists in the processing of food so that it can then be absorbed by the lymphatic system and transported into the blood. Conventional science says less precisely about the spleen. When we consider these organs, we must first focus on the fact that they are, so to speak, involved in the transformation of food for the human organism, but that, on the other hand, all three organs are integrated into the systemic circulation. They are not involved in this for no reason. For insofar as nutrients are absorbed into the blood to be carried by the blood to the human organism and to continuously replenish its building materials, these three organs participate in the necessary processing of the nutrients. The question now is: Can we already deduce from an external observation how these three organs participate in the overall activity of the human organism? — Let us first turn our gaze to an external aspect, namely that these organs are involved in the lower circulatory system just as the brain is involved in the upper circulatory system; and let us ask—if we initially stick to this external perspective, which will be explored in greater depth later—whether these organs might possibly have a similar, related task to that of the brain or, indeed, to the higher parts of the human organism. What might this task consist of?
[ 8 ] Betrachten wir einmal diese höheren Teile des menschlichen Organismus; es sind ja die Organe, welche die äußeren Sinneseindrücke aufnehmen und das Material unserer Sinneswahrnehmung verarbeiten. Daher können wir sagen: Was im menschlichen Haupt, in den oberen Partien des menschlichen Organismus geschieht, das ist Verarbeitung der Außenwelt, Verarbeitung jener Eindrücke, die von außen durch die Sinnesorgane einfließen. Die wesentlichen Ursachen für das, was in den oberen Partien des Menschen geschieht, haben wir zu sehen in den äußeren Impressionen, in den äußeren Eindrücken. Indem diese äußeren Eindrücke ihre Wirkungen hineinsenden in die oberen Organe des menschlichen Organismus, verändern sie das Blut oder tragen jedenfalls dazu bei und senden dieses Blut ebenso verändert zum Herzen zurück, wie aus dem übrigen Organismus das Blut verändert zum Herzen zurückgesandt wird. Liegt es nun nicht nahe, daran zu denken, daß das, was durch das Tor der Sinnesorgane von der Außenwelt in den oberen Teil des menschlichen Organismus hereinwirkt, in gewisser Weise demjenigen entspricht, was aus den im Innern gelegenen Organen — Milz, Leber, Galle — heraus wirkt? Der obere Teil des menschlichen Organismus schließt sich nach außen auf, um die Wirkungen der Außenwelt zu empfangen, und während das Blut nach oben strömt, um diese Eindrücke der Außenwelt aufzunehmen, strömt es nach unten, um dasjenige aufzunehmen, was von den unteren Organen kommt. Wie wir gesagt haben, werden von der Umwelt durch die Sinne Wirkungen auf unsere obere Organisation ausgeübt. Denken wir uns dies einmal zusammengezogen, zusammengepreßt in einem Zentrum, so können wir darin etwas Analoges sehen zu dem, was durch Leber, Galle und Milz bewirkt wird: Umwandlung von Stoffen, die der Außenwelt entnommen sind. Wenn wir näher darauf eingehen, werden Sie sehen, daß das keine so ganz absonderliche Betrachtungsweise ist.
[ 8 ] Let us consider these higher parts of the human organism; they are, after all, the organs that receive external sensory impressions and process the material of our sensory perception. Therefore, we can say: What happens in the human head, in the upper parts of the human organism, is the processing of the external world, the processing of those impressions that flow in from the outside through the sense organs. We must see the essential causes of what happens in the upper parts of the human being in the external impressions, in the external stimuli. As these external impressions send their effects into the upper organs of the human organism, they alter the blood—or at least contribute to this—and send this blood back to the heart in an altered state, just as blood is sent back to the heart from the rest of the organism in an altered state. Is it not reasonable, then, to consider that what enters the upper part of the human organism from the external world through the gateway of the sense organs corresponds in a certain way to what emanates from the internal organs—the spleen, liver, and gallbladder? The upper part of the human organism opens outward to receive the influences of the external world, and while the blood flows upward to take in these impressions from the external world, it flows downward to take in what comes from the lower organs. As we have said, influences from the environment are exerted on our upper organism through the senses. If we imagine this condensed, compressed into a single center, we can see in it something analogous to what is effected by the liver, gallbladder, and spleen: the transformation of substances taken from the external world. If we examine this more closely, you will see that this is not such a strange way of looking at things.
[ 9 ] Denken Sie sich die verschiedenen hereinfließenden Sinneseindrücke der Außenwelt wie zusammengezogen, gleichsam zu Organen verdichtet, ins Innere des Menschen verlegt und eingeschaltet in das Blut, so bietet sich der obere Teil des menschlichen Organismus dem Blute ebenso dar, wie sich von innen die Organe Leber, Galle, Milz dem Blute darbieten. Also wir haben die Außenwelt, die oben unsere Sinne umgibt, gleichsam in Organe zusammengedrängt und ins Innere des Menschen verlegt, so daß wir sagen können: Einmal berührt uns die Welt von außen, sie strömt durch die Sinnesorgane in unseren oberen Organismus ein und wirkt auf unser Blut, und einmal wirkt auf geheimnisvolle Weise die Welt von innen in Organen, in die sich erst zusammengezogen hat, was draußen im Makrokosmos vorgeht, und wirkt da entgegen unserem Blut, das sich ihm ebenso darbietet. Wenn wir das schematisch zeichnen wollten, könnten wir also sagen: Denken wir uns auf der einen Seite die Welt, von allen Seiten wirkend auf die Sinne, und das Blut, wie eine Tafel den Eindrücken der Außenwelt sich darbietend, so haben wir unsere obere Organisation. Denken wir uns jetzt, wir könnten diese ganze Welt zusammenziehen, in einzelne Organe zusammenziehen, einen Extrakt dieser Welt bilden, und könnten ihn in das Innere herein verlegen, so daß gewissermaßen die ganze Welt auf die andere Seite des Blutes wirkt, dann hätten wir ein schematisches Bild des Außen und des Innen des menschlichen Organismus in einer ganz sonderbaren Weise geformt. So könnten wir in einer gewissen Weise schon sagen: Es entspricht das Gehirn eigentlich unserer Innenorganisation; insoweit sie Brust- und Bauchhöhle ausfüllt, ist gleichsam die Außenwelt in unser Inneres verlegt.
[ 9 ] Imagine the various sensory impressions flowing in from the external world as if condensed, so to speak, into organs, transferred into the inner being of the human being, and integrated into the blood; thus the upper part of the human organism presents itself to the blood just as the internal organs—the liver, gallbladder, and spleen—present themselves to the blood from within. So we have the external world, which surrounds our senses above, compressed, as it were, into organs and transferred into the inner being of the human being, so that we can say: On the one hand, the world touches us from the outside; it flows through the sense organs into our upper organism and acts upon our blood; and on the other hand, the world acts in a mysterious way from within, in organs into which what takes place outside in the macrocosm has first been condensed, and there it acts in opposition to our blood, which presents itself to it in the same way. If we were to draw this schematically, we could say: Let us imagine, on the one hand, the world, acting on the senses from all sides, and the blood, presenting itself like a tablet to the impressions of the external world; this is our upper organism. Now, if we imagine that we could condense this entire world, condense it into individual organs, form an extract of this world, and transfer it into the interior, so that, in a sense, the whole world acts upon the other side of the blood, then we would have formed a schematic picture of the exterior and interior of the human organism in a very peculiar way. Thus, in a certain sense, we could already say: The brain actually corresponds to our internal organization; insofar as it fills the chest and abdominal cavities, the external world is, as it were, transferred into our interior.


[ 10 ] Schon in dieser Organisation, die wir ja als eine untergeordnete erkennen, die hauptsächlich der Fortführung des Ernährungsprozesses dient, haben wir etwas so Geheimnisvolles wie eine Zusammenfügung der ganzen Außenwelt in eine Summe von inneren Organen, von inneren Werkzeugen. Und wenn wir nun diese Organe Leber, Galle, Milz einmal näher betrachten, können wir sagen: Zunächst ist es die Milz, die sich der Blutströmung darbietet. Die Milz ist ein sonderbares Organ, in der in blutreiche Gewebe eingebettet ist eine ganze Summe von kleinen Körnchen, die sich gegenüber der übrigen Gewebemasse weiß ausnehmen. Wenn wir das Blut im Verhältnis zur Milz betrachten, erscheint uns die Milz wie ein Sieb, durch welches das Blut hindurchgeht, um sich einem solchen Organ darzubieten, das in gewisser Weise ein zusammengeschrumpfter Teil des Makrokosmos ist. Als nächste Stufe sehen wir dann, wie sich das Blut der Leber darbietet und wie die Leber ihrerseits die Galle absondert, die in einem besonderen Organ aufbewahrt wird, dann in die Nahrungsstoffe übergeht und von dort aus mit den verwandelten Nahrungsstoffen in das Blut gelangt.
[ 10 ] Even in this system—which we recognize as a subordinate one, serving primarily to sustain the process of nutrition—we find something as mysterious as the integration of the entire external world into a system of internal organs, of internal instruments. And if we now take a closer look at these organs—the liver, gallbladder, and spleen—we can say: First of all, it is the spleen that presents itself to the flow of blood. The spleen is a peculiar organ; embedded within its blood-rich tissue is a whole collection of small granules that appear white in contrast to the rest of the tissue mass. When we consider the blood in relation to the spleen, the spleen appears to us like a sieve through which the blood passes to present itself to such an organ, which is in a certain sense a shrunken part of the macrocosm. At the next stage, we then see how the blood presents itself to the liver and how the liver, in turn, secretes bile, which is stored in a special organ, then passes into the nutrients, and from there enters the blood along with the transformed nutrients.
[ 11 ] Dieses innere Sichdarbieten des Blutes an die drei Organe können wir uns nicht anders als in folgender Weise vorstellen: Das erste Organ, das sich dem Blut entgegenstellt, ist die Milz, das zweite die Leber, und das dritte, das eigentlich ein sehr kompliziertes Verhältnis schon zum gesamten Blutsystem hat, ist die Galle. Weil die Galle den Nahrungsstoffen dargeboten wird und an der Verarbeitung derselben beteiligt ist, wird sie als besonderes Organ gezählt. Aus bestimmten Gründen haben die Okkultisten aller Zeiten diesen Organen gewisse Namen gegeben. Ich bitte Sie nun recht sehr, vorläufig bei diesen Namen, die diesen Organen gegeben sind, an nichts Besonderes zu denken und davon abzusehen, daß diese Namen noch etwas anderes in der großen Welt bedeuten. Wir werden später noch sehen, warum gerade diese Namen genommen wurden. Weil die Milz sich dem Blut zuerst darbietet - so können wir rein äußerlich vergleichsweise sagen -, erschien sie den alten Okkultisten am besten mit jenem Namen bezeichnet, der dem Stern zukommt, der sich im Weltenraum zuerst im Sonnensystem darbietet; deshalb nannten sie die Milz Saturnus oder einen inneren Saturn im Menschen. In ähnlicher Weise nannten sie die Leber einen inneren Jupiter und die Galle einen inneren Mars. Wollen wir zunächst bei diesen Namen uns gar nichts anderes denken, als daß wir sie aus dem Grunde wählen, weil wir die Anschauung gewonnen haben, zunächst hypothetisch, daß die äußeren Welten, die sonst unseren Sinnen zugänglich sind, zusammengezogen sind in diesen Organen und uns gleichsam als innere Welten entgegentreten, wie uns äußerliche Welten in den Planeten entgegentreten. Wir würden aber jetzt schon sagen können: Wie die äußeren Welten unseren Sinnen erscheinen, indem sie von außen eindringen und auf das Blut wirken, so erscheinen uns die Innenwelten wirksam auf das Blut, indem sie dasselbe ebenfalls beeinflussen.
[ 11 ] We can only conceive of this internal presentation of the blood to the three organs in the following way: The first organ to which the blood is presented is the spleen, the second is the liver, and the third—which actually has a very complex relationship with the entire circulatory system—is the gallbladder. Because the gallbladder is presented with nutrients and is involved in their processing, it is counted as a special organ. For certain reasons, occultists of all ages have given these organs specific names. I would now ask you very much not to think of anything in particular when considering these names given to these organs, and to refrain from assuming that these names signify anything else in the wider world. We will see later why these particular names were chosen. Because the spleen is the first to present itself to the blood—so we can say, purely from an external perspective—it seemed to the ancient occultists best to designate it with the name given to the star that first appears in the solar system within the cosmos; therefore, they called the spleen Saturn or an inner Saturn within the human being. In a similar way, they called the liver an inner Jupiter and the gallbladder an inner Mars. Let us initially think of these names as nothing other than a choice we make because we have arrived at the view—at first hypothetically—that the outer worlds, which are otherwise accessible to our senses, are condensed within these organs and confront us, as it were, as inner worlds, just as the outer worlds confront us in the planets. But we could already say: Just as the outer worlds appear to our senses by penetrating from the outside and acting upon the blood, so do the inner worlds appear to us as acting upon the blood by likewise influencing it.
[ 12 ] Wir werden nun allerdings einen bedeutungsvollen Unterschied finden zwischen dem, was wir gestern besprochen haben als Eigentümlichkeiten des menschlichen Gehirns, und dem, was wie eine Art inneres Weltensystem auf unser Blut wirkt. Dieser Unterschied liegt einfach darin, daß der Mensch zunächst nichts von dem weiß, was sich innerhalb seines unteren Organismus abspielt; das heißt, er weiß nichts von den Eindrücken, welche die innere Welt — gleichsam die inneren Planeten — auf ihn machen, wogegen es ja gerade charakteristisch ist, daß die äußeren Welten auf sein Bewußtsein ihre Eindrücke machen. In einer gewissen Beziehung dürfen wir also diese innere Welt als die Welt des Unbewußten bezeichnen gegenüber der bewußten Welt, welche wir im Gehirnleben kennengelernt haben.
[ 12 ] We will now, however, find a significant difference between what we discussed yesterday as peculiarities of the human brain and what acts upon our blood like a kind of inner world system. This difference lies simply in the fact that human beings are initially unaware of what is taking place within their lower organism; that is, they know nothing of the impressions that the inner world—the inner planets, as it were—makes upon them, whereas it is precisely characteristic that the outer worlds make their impressions upon their consciousness. In a certain sense, therefore, we may describe this inner world as the world of the unconscious, in contrast to the conscious world we have come to know in the life of the brain.
[ 13 ] Nun wird sich uns gerade das, was in diesem Bewußten und Unbewußten liegt, dadurch näher aufklären, daß wir etwas anderes zu Hilfe nehmen. Sie wissen alle, daß die äußere Wissenschaft davon spricht, daß das Nervensystem das Organ des Bewußtseins ist mit allem, was dazugehört. Nun müssen wir als Grundlage für unsere okkulten Betrachtungen eine gewisse Beziehung ins Auge fassen, die das Nervensystem zum Blutsystem hat, das heißt zu dem, was wir ja heute schematisch ins Auge gefaßt haben. Da sehen wir, daß unser Nervensystem überall in gewisse Beziehungen tritt zu unserem Blutsystem, daß das Blut überall an unser Nervensystem herandringt. Dabei müssen wir nun zunächst auf das Rücksicht nehmen, was die äußere Wissenschaft diesbezüglich für etwas Ausgemachtes hält. Sie ‚hält das für ausgemacht, daß im Nervensystem der gesamte Regulator liege aller Bewußtseinstätigkeit, alles dessen, was wir als bewußtes Seelenleben bezeichnen. Wir können nicht umhin — zunächst auch nur andeutungsweise, um es später zu belegen -, uns zum Bewußtsein zu bringen, daß das Nervensystem für den Okkultisten nur wie eine Art von Grundlage des Bewußtseins dasteht. Denn gerade so, wie sich in unseren Organismus eingliedert das Nervensystem und berührt wird oder wenigstens in einem gewissen Verhältnis steht zum Blutsystem, so gliedert sich in die Gesamtwesenheit des Menschen dasjenige ein, was wir nennen des Menschen astralischen Leib und des Menschen Ich. Und schon eine äußerliche Betrachtung kann uns zeigen — und ich habe ja öfter in meinen Vorträgen darüber gesprochen -, daß das Nervensystem in einer gewissen Weise eine Offenbarung des Astralleibes ist und das Blut eine Offenbarung des Ich. Wenn wir in die unbelebte Natur gehen, so sehen wir ja, wie wir den Gesteinen, Mineralien und so weiter nur einen physischen Leib zuzuschreiben haben in den Teilen, die sie uns darbieten. Wenn wir dann von den unbelebten, unorganischen Naturkörpern zu den belebten Naturkörpern aufsteigen zu den Organismen, so müssen wir uns denken, daß diese Organismen durchsetzt sind von dem sogenannten Ätherleib oder Lebensleib, der in sich die Ursachen der Lebenserscheinungen enthält. Wir werden später schon sehen, daß die Geisteswissenschaft von diesem Ather- oder Lebensleib nicht so spricht, wie die äußere Wissenschaft von einer spekulativen Lebenskraft gesprochen hat. Wenn die Geisteswissenschaft vom Ätherleibe spricht, spricht sie von etwas, was das geistige Auge wirklich sieht, also von einem Realen, das dem äußeren, physischen Leibe zugrundeliegt. Wenn wir die Pflanzen betrachten, müssen wir ihnen einen Ätherleib zuschreiben. Steigen wir hinauf von den Pflanzen zu den empfindenden Wesen, den Tieren, so ist es das Element des Empfindens, des inneren Erlebens, welches das Tier von der Pflanze unterscheidet. Wenn wir uns nun fragen, was muß sich eingliedern dem tierischen Organismus, damit er hinaufgehoben werden kann von den bloßen Lebensvorgängen zu Empfindungen, die die Pflanzen noch nicht haben, so ist die Antwort: Soll die bloße Lebenstätigkeit, die sich noch nicht verinnerlichen kann, noch nicht zur Empfindung entzünden kann, sich zur Empfindung, zum innerlichen Erleben entzünden können, so muß sich in den tierischen Organismus eingliedern der Astralleib. Und in dem Nervensystem, das die Pflanzen noch nicht haben, müssen wir den äußeren Ausdruck, das Werkzeug des Astralleibes sehen. Der Astralleib ist das geistige Urbild des Nervensystems. Wie das Urbild zu seiner Offenbarung, zu seinem Abbild, so verhält sich der Astralleib zu dem Nervensystem.
[ 13 ] Now, precisely what lies within this conscious and unconscious will become clearer to us as we draw upon another source of information. You all know that conventional science speaks of the nervous system as the organ of consciousness, along with everything associated with it. Now, as a basis for our occult considerations, we must take into account a certain relationship that the nervous system has to the circulatory system—that is, to what we have schematically considered today. There we see that our nervous system enters into certain relationships with our circulatory system everywhere, that the blood reaches our nervous system everywhere. In doing so, we must first take into account what external science considers a given in this regard. It ‘considers it a given that the entire regulator of all conscious activity lies in the nervous system—everything we call conscious soul life. We cannot help but—at first only in a suggestive way, to be substantiated later—bring to our awareness that for the occultist, the nervous system stands merely as a kind of foundation of consciousness. For just as the nervous system is integrated into our organism and is connected to, or at least stands in a certain relationship to, the circulatory system, so too is that which we call the human astral body and the human ego integrated into the total being of the human being. And even a superficial observation can show us—and I have often spoken of this in my lectures—that the nervous system is, in a certain sense, a manifestation of the astral body, and the blood a manifestation of the ego. When we turn to inanimate nature, we see that we can attribute only a physical body to rocks, minerals, and so on, in the parts they present to us. When we then ascend from the inanimate, inorganic bodies of nature to the animate bodies of nature—to organisms—we must conceive that these organisms are permeated by the so-called etheric body or life body, which contains within itself the causes of life phenomena. We shall see later that spiritual science does not speak of this etheric or life body in the same way that external science has spoken of a speculative life force. When spiritual science speaks of the etheric body, it speaks of something that the spiritual eye truly sees—that is, of a reality that underlies the external, physical body. When we consider plants, we must attribute an etheric body to them. If we ascend from plants to sentient beings, the animals, it is the element of sensation, of inner experience, that distinguishes the animal from the plant. If we now ask ourselves what must be integrated into the animal organism so that it can be raised from mere life processes to sensations that plants do not yet possess, the answer is: If mere life activity, which cannot yet internalize itself, cannot yet ignite into sensation, is to be able to ignite into sensation, into inner experience, then the astral body must be incorporated into the animal organism. And in the nervous system, which plants do not yet possess, we must see the outward expression, the instrument of the astral body. The astral body is the spiritual archetype of the nervous system. Just as the archetype relates to its manifestation, to its image, so does the astral body relate to the nervous system.
[ 14 ] Wenn wir nun mit unserer Betrachtung beim Menschen einsetzen — und ich habe schon gestern gesagt, daß wir es im Okkultismus nicht so gut haben wie die äußere wissenschaftliche Betrachtungsweise, daß wir nicht sozusagen alles durcheinanderwerfen können -, dann müssen wir, wenn wir die menschlichen Organe betrachten, uns immer bewußt sein, daß diese Organe oder Organsysteme zu etwas gebraucht werden können, wozu die analogen Organsysteme im tierischen Organismus, wenn sie auch ähnlich ausschauen, nicht gebraucht werden können. Beim Menschen müssen wir das Blut als äußeres Werkzeug für das Ich ansehen, für alles, was wir als unser innerstes Seelenzentrum, das Ich, bezeichnen. So haben wir im Nervensystem ein äußeres Werkzeug des Astralleibes und in unserem Blut ein äußeres Werkzeug des Ich. Geradeso wie das Nervensystem im Organismus in gewisse Beziehungen tritt zum Blut, so treten diejenigen inneren Seelengebilde, die wir als unsere Vorstellungen, Wahrnehmungen, Empfindungen und so weiter erleben, in eine Beziehung zu unserem Ich. Das Nervensystem ist in der mannigfaltigsten Weise im menschlichen Organismus differenziert. Es zeigt sich uns als die inneren Nervenstränge, da, wo es sich aufschließt zum Beispiel zu Gehörnerven, Gesichtsnerven und so weiter. Das Nervensystem ist also etwas, was sich durch den Organismus so hinerstreckt, daß es in der mannigfaltigsten Weise differenziert ist, innere Mannigfaltigkeiten enthält. Wenn wir das Blut, durch den Organismus durchströmend, betrachten, so zeigt es sich uns — wenn wir absehen wollen von der Veränderung von rotem in blaues Blut im ganzen Organismus doch als einheitliches Blut. Als ein solches Einheitliches tritt es dem differenzierten Nervensystem entgegen, wie das Ich dem Seelenleben entgegentritt, das sich gliedert in Vorstellungen, Empfindungen, Willensimpulse, Gefühle und dergleichen. Je weiter Sie diesen Vergleich verfolgen werden - und das soll ja zunächst auch nur vergleichsweise gesagt sein —, desto mehr wird sich Ihnen zeigen, daß eine weitgehende Ähnlichkeit besteht in der Beziehung der beiden Urbilder Ich und Astralleib zu ihren Abbildern, ihren Werkzeugen: Blutsystem und Nervensystem. Nun können wir allerdings sagen: Blut ist überall Blut, aber indem es durch den Organismus strömt, verändert es sich. Wir können diese Veränderungen des Blutes in Parallele bringen mit den Veränderungen, die das Ich durch die verschiedenen Seelenerlebnisse erfährt. Auch unser Ich ist ein Einheitliches. So weit wir zurückdenken können im Leben zwischen Geburt und Tod, können wir von uns sagen: Ich war da! In unserem fünften Jahr wie in unserem sechsten Jahr, gestern wie heute ist es dasselbe Ich. -— Aber wenn wir jetzt auf den Inhalt eingehen, auf das, was dieses Ich enthält, so werden wir finden, daß dieses Ich, wie es in mir lebt, angefüllt ist mit einer größeren oder kleineren Summe von Vorstellungen, Empfindungen, Gefühlen und so weiter, die dem Astralleibe zuzuschreiben sind und mit dem Ich in Berührung kommen. Vor einem Jahre war unser Ich mit einem anderen Inhalt erfüllt, gestern hatte es einen anderen Inhalt und heute wieder einen anderen. Das Ich kommt also mit dem gesamten Seeleninhalt in Berührung, durchströmt diesen gesamten Seeleninhalt. Geradeso wie das Blut den ganzen Organismus durchströmt und überall mit dem differenzierten Nervensystem in Berührung kommt, so kommt das Ich zusammen mit dem differenzierten Leben der Seele, mit Vorstellungen, Gefühlen, Willensimpulsen und dergleichen. So also zeigt uns schon diese nur vergleichsweise Betrachtung, daß eine gewisse Berechtigung existiert, in dem Blutsystem ein Abbild des Ich zu sehen und in dem Nervensystem ein Abbild des Astralleibes, dieser beiden höheren, übersinnlichen Glieder der menschlichen Natur, während der Ätherleib sich mehr an den physischen Leib anschließt.
[ 14 ] Now, if we begin our examination with human beings—and as I said yesterday, in occultism we are not as fortunate as the external scientific approach, in that we cannot, so to speak, mix everything together— then, when we examine the human organs, we must always be aware that these organs or organ systems can be used for purposes for which the analogous organ systems in the animal organism, even if they look similar, cannot be used. In humans, we must regard the blood as an external instrument of the ego, of everything we designate as our innermost soul center, the ego. Thus, in the nervous system we have an external instrument of the astral body, and in our blood an external instrument of the ego. Just as the nervous system enters into certain relationships with the blood within the organism, so do those inner soul formations that we experience as our ideas, perceptions, sensations, and so on, enter into a relationship with our ego. The nervous system is differentiated in the most manifold ways within the human organism. It appears to us as the inner nerve tracts, where it branches out, for example, into auditory nerves, facial nerves, and so on. The nervous system is thus something that extends through the organism in such a way that it is differentiated in the most manifold ways, containing inner diversities. When we observe the blood flowing through the organism, it appears to us—if we disregard the transformation of red blood into blue blood throughout the organism—as a unified blood. As such a unified entity, it stands opposite the differentiated nervous system, just as the ego stands opposite the life of the soul, which is structured into ideas, sensations, volitional impulses, feelings, and the like. The further you pursue this comparison—and this is, of course, meant only in a comparative sense—the more you will see that there is a striking similarity in the relationship between the two archetypes, the ego and the astral body, and their counterparts, their instruments: the blood system and the nervous system. Now, we can certainly say: blood is blood everywhere, but as it flows through the organism, it changes. We can draw a parallel between these changes in the blood and the changes the ego undergoes through various soul experiences. Our ego, too, is a unified entity. As far back as we can think in the life between birth and death, we can say of ourselves: I was there! In our fifth year as in our sixth year, yesterday as today, it is the same ego. — But if we now turn to the content, to what this “I” contains, we will find that this “I,” as it lives within me, is filled with a greater or lesser sum of ideas, sensations, feelings, and so on, which are attributable to the astral body and come into contact with the “I.” A year ago, our “I” was filled with a different content; yesterday it had a different content, and today yet another. The ego thus comes into contact with the entire content of the soul, flowing through this entire content of the soul. Just as the blood flows through the entire organism and comes into contact everywhere with the differentiated nervous system, so the ego comes into contact with the differentiated life of the soul, with ideas, feelings, impulses of will, and the like. Thus, even this merely comparative observation shows us that there is a certain justification for seeing in the blood system a reflection of the ego and in the nervous system a reflection of the astral body—these two higher, supersensory members of human nature—while the etheric body is more closely connected to the physical body.
[ 15 ] Nun ist es notwendig, uns zu erinnern, daß das Blut, welches in der angedeuteten Weise durch den Organismus strömt, auf der einen Seite sich darbietet der Außenwelt, vergleichsweise wie eine Tafel den Eindrücken der Außenwelt entgegentritt, auf der anderen Seite sich dem entgegenhält, was wir die innere Welt genannt haben. Ja, so ist es auch mit unserem Ich. Wir richten unser Ich zunächst auf die Außenwelt, nehmen die äußeren Eindrücke auf. Da ergibt sich ein mannigfaltiger Inhalt in unserem Ich; es wird erfüllt von den Impressionen, die von außen kommen. Dann gibt es auch diejenigen Augenblicke, wo das Ich sozusagen in sich selber bleibt, wo es hingegeben ist seinem Schmerz, seinem Leid, an Lust und Freude, an die inneren Gefühle und so weiter, wo es sogar aus dem Gedächtnis aufsteigen läßt, was es jetzt nicht unmittelbar durch die Berührung mit der Außenwelt empfängt, sondern das, was es in sich trägt. Also auch in dieser Beziehung ist das Ich zu parallelisieren mit dem Blut, daß es sich wie eine Tafel darbietet einmal der äußeren Welt und einmal der inneren Welt; und wir könnten dieses Ich genauso schematisch darstellen, wie wir das Blut schematisch dargestellt haben (siehe Zeichnung Seite 42). Wir können die äußeren Eindrücke, die das Ich bekommt, indem es sie als Vorstellungen, als Seelengebilde faßt, in dieselbe Beziehung bringen zum Ich, wie wir die realen, durch die Sinne zu uns kommenden äußeren Vorgänge zum Blut in Beziehung gebracht haben; wir können also die Seelenereignisse, genauso wie beim körperlichen Leben, auf der einen Seite zum Blut, auf der anderen Seite zum Ich in Beziehung bringen.
[ 15 ] Now it is necessary to remember that the blood, which flows through the organism in the manner described, presents itself to the external world on the one hand—much as a tablet faces the impressions of the external world—and on the other hand stands in opposition to what we have called the inner world. Yes, it is the same with our ego. We first direct our ego toward the external world, taking in external impressions. This results in a manifold content within our ego; it becomes filled with the impressions coming from outside. Then there are also those moments when the ego, so to speak, remains within itself, when it is given over to its pain, its suffering, to pleasure and joy, to inner feelings and so on, when it even allows to rise from memory not what it now receives directly through contact with the external world, but what it carries within itself. Thus, in this respect as well, the ego can be likened to blood, in that it presents itself like a screen—at times to the external world and at times to the inner world; and we could represent this ego just as schematically as we have represented blood (see drawing on page 42). We can relate the external impressions that the ego receives—by grasping them as ideas, as mental formations—to the ego in the same way that we have related the real external processes coming to us through the senses to the blood; we can thus relate the mental events, just as in physical life, on the one hand to the blood and on the other hand to the ego.
[ 16 ] Betrachten wir von diesem Gesichtspunkt aus das Zusammenwirken und das Einander-Entgegenwirken von Blut und Nerven. Wenn wir zum Beispiel unser Auge auf die Außenwelt hinwenden, so wirken die äußeren Impressionen — Farben, Lichteindrücke und so weiter — auf die Sehnerven. Solange wir die Augen auf die Außenwelt richten, so lange können wir auch davon sprechen, daß die Eindrücke der Außenwelt auf unsere Sehnerven, also das Werkzeug des Astralleibes, eine Wirkung haben. In dem Augenblick, wo ein Verhältnis eintritt zwischen Nerven und Blut, können wir davon sprechen, daß der parallele Seelenvorgang der ist, daß die mannigfaltigen Vorstellungen des Seelenlebens zu dem Ich in Beziehung treten. Wir müssen also, wenn wir das schematisch zeichnen wollen, uns das Verhältnis von Nerven und Blut so denken, wie wenn das, was durch die Nerven von außen einströmt, in Beziehung tritt zu den Blutläufen, die in die Nähe der Sehnerven kommen.
[ 16 ] Let us consider, from this perspective, the interaction and counteraction between blood and nerves. When we turn our eyes toward the external world, for example, external impressions—colors, light, and so on—act upon the optic nerves. As long as we direct our eyes toward the external world, we can also speak of the impressions of the external world having an effect on our optic nerves, that is, the instrument of the astral body. At the moment when a relationship arises between nerves and blood, we can speak of the parallel soul process being that the manifold images of soul life enter into a relationship with the I. So, if we want to sketch this schematically, we must conceive of the relationship between nerves and blood as if what flows in from the outside through the nerves enters into a relationship with the blood vessels that come into the vicinity of the optic nerves.


[ 17 ] Diese Beziehung ist nun etwas außerordentlich Wichtiges, wenn man den menschlichen Organismus so betrachten will, daß die Betrachtung eine Grundlage für die okkulte Anschauung der menschlichen Natur ergeben kann. Dann müssen wir uns sagen: Beim gewöhnlichen Leben, wie es im allgemeinen verfließt, geschieht der Vorgang so, daß eine Wirkung, die durch den Nerv sich fortpflanzt, in das Blut sich einschreibt wie in eine Tafel und dadurch in das Werkzeug des Ich sich eingeschrieben hat. Nehmen wir aber einmal an, wir würden die Beziehung zwischen Blutlauf und Nerv künstlich unterbrechen, das heißt, wir würden also künstlich den Menschen in eine solche Lage bringen, daß gleichsam der Nerv in seiner Wirksamkeit von dem Blutlauf entfernt wird, so daß sie nicht mehr aufeinander wirken können. Das kann man schematisch in der Weise zeichnen, daß man die beiden Glieder weiter auseinander zeichnet, so daß eine Wechselwirkung zwischen Nerv und Blut nicht mehr stattfinden kann. Da kann die Sache so liegen, daß zunächst auf den Nerven kein Eindruck gemacht wird. So etwas kann man ja erreichen, indem man zum Beispiel den Nerv durchschneidet. Wenn es auf irgendeine Weise zustande kommt, daß ein Nerv durchschnitten ist, daß also auf den Nerv kein Eindruck gemacht wird, dann ist es ja nicht weiter wunderbar, daß der Mensch auch nichts Besonderes durch diesen Nerv erleben kann. Nehmen wir aber an, es werde — trotzdem die Beziehung zwischen Nerv und Blut unterbrochen ist — ein gewisser Eindruck gemacht. Im äußeren Experiment kann das ja dadurch herbeigeführt werden, daß man zum Beispiel durch einen elektrischen Strom den Nerv reizt. Diese äußere Beeinflussung des Nervs geht uns hier aber nichts an. Es gibt aber noch eine andere Beeinflussung des Nervs, die zu einem Zustande führt, wo er auf die Blutbahn nicht wirken kann. Dieser Zustand kann für den menschlichen Organismus herbeigeführt werden — und er wird auch herbeigeführt — durch gewisse Vorstellungen, gewisse Ideen, Empfindungen und Gefühle, die der Mensch erlebt und sich angeeignet hat und die, damit ein solches Experiment gelinge, höhere moralische oder intellektuelle Vorstellungen sein sollten. Wenn der Mensch sich solche Vorstellungen macht, zum Beispiel von Sinnbildern, und sich in scharfer innerer Konzentration der Seele übt, dann bewirkt das, daß er gleichsam den Nerv voll in Anspruch nimmt und ihn dadurch zurückzieht vom Blutlaufe. Wenn der Mensch im wachen Bewußtsein sich den normalen äußeren Eindrücken überläßt, wie sie gerade kommen, dann ist die natürliche Verbindung zwischen Nerv und Blutlauf da. Wenn der Mensch aber sich durch scharfe innere Konzentration von der Wirkung der äußeren Eindrücke abzieht, dann hat er ja das in der Seele, was erst im Bewußtsein entsteht; was Inhalt des Bewußstseins ist, nimmt den Nerv vorzugsweise in Anspruch und trennt dadurch die Nerventätigkeit ab von der Bluttätigkeit. Die Folge einer solchen inneren Konzentration, die — wenn sie stark genug ist— wirklich die Leitung zwischen Nerv und Blut unterbricht, ist, daß der Nerv in einer gewissen Weise befreit wird von dem Zusammenhang mit dem Blutsystem, ja auch befreit wird von dem, wofür das Blutsystem das äußere Werkzeug ist, das heißt also befreit wird von den gewöhnlichen Erlebnissen des Ich. Und es ist in der Tat so — und das kann vollständig experimentell belegt werden -, daß durch die Erlebnisse der geistigen Schulung, die in die höheren Welten hinaufführen soll, durch die anhaltende scharfe Konzentration das gesamte Nervensystem zeitweise dem gewöhnlichen Zusammenhang mit dem Blutsystem und dessen Aufgaben für das Ich entrückt wird. Da tritt nun eine gewisse Folge ein, nämlich die, daß das Nervensystem, das früher seine Wirkung auf die Tafel des Blutes geschrieben hat, nunmehr das, was es als Wirkung in sich enthält, in sich selbst zurücklaufen läßt, in sich zurückniimmt und diese Wirkung nicht bis zum Blut hinkommen läßt. Es ist also möglich, rein durch Vorgänge innerer Konzentration, sein Blutsystem von dem Nervensystem gleichsam abzutrennen und dadurch dasjenige, was sonst in das Ich - bildlich gesprochen — hineingeflossen wäre, zum Zurücklaufen in das Nervensystem zu bringen.
[ 17 ] This relationship is of extraordinary importance if one wishes to view the human organism in such a way that this perspective can serve as a foundation for the occult view of human nature. Then we must say to ourselves: In ordinary life, as it generally unfolds, the process occurs in such a way that an effect transmitted through the nerve is inscribed in the blood as if on a tablet and thereby inscribed in the instrument of the ego. But let us suppose we were to artificially interrupt the relationship between blood circulation and the nerve—that is, we would artificially place the human being in such a situation that, as it were, the nerve is removed from the blood circulation in its effectiveness, so that they can no longer interact with one another. This can be schematically illustrated by drawing the two components further apart, so that an interaction between the nerve and the blood can no longer take place. In this case, the situation may be such that no impression is initially made on the nerve. One can achieve this, for example, by severing the nerve. If, for whatever reason, a nerve is severed—meaning no impression is made on the nerve—then it is hardly surprising that the person cannot experience anything special through that nerve. But let us suppose that—despite the relationship between the nerve and the blood being interrupted—a certain impression is made. In an external experiment, this can be brought about, for example, by stimulating the nerve with an electric current. But this external influence on the nerve is not our concern here. There is, however, another influence on the nerve that leads to a state in which it cannot act on the bloodstream. This state can be brought about in the human organism—and indeed is brought about—by certain mental images, certain ideas, sensations, and feelings that a person has experienced and internalized; and for such an experiment to succeed, these should be higher moral or intellectual concepts. When a person forms such concepts—for example, of symbols—and exercises the soul in intense inner concentration, this causes them to, as it were, fully engage the nerve and thereby withdraw it from the blood circulation. When a person, in waking consciousness, surrenders to normal external impressions as they come, the natural connection between the nerve and the blood circulation is present. But when a person withdraws from the effects of external impressions through intense inner concentration, they have within their soul what first arises in consciousness; what is the content of consciousness primarily engages the nerve and thereby separates nervous activity from blood activity. The consequence of such inner concentration, which—if it is strong enough—truly interrupts the connection between the nervous system and the blood, is that the nervous system is, in a certain sense, freed from its connection with the blood system, and indeed freed from that for which the blood system is the external instrument; that is to say, it is freed from the ordinary experiences of the ego. And it is indeed the case—and this can be fully demonstrated experimentally—that through the experiences of spiritual training intended to lead upward into the higher worlds, through sustained, intense concentration, the entire nervous system is temporarily removed from its ordinary connection with the blood system and the tasks the latter performs for the ego. A certain consequence now sets in, namely that the nervous system, which previously inscribed its effect upon the tablet of the blood, now allows what it contains as an effect to flow back into itself, takes it back into itself, and does not allow this effect to reach the blood. It is thus possible, purely through processes of inner concentration, to separate one’s blood system from the nervous system, as it were, and thereby cause that which would otherwise have flowed into the ego—figuratively speaking—to flow back into the nervous system.


[ 18 ] Nun ist das Eigentümliche, daß der Mensch, wenn er durch innere Seelentätigkeit wirklich so etwas bewirkt, dann eine ganz andere Art des inneren Erlebens hat und damit vor einem vollständig veränderten Bewußtseinshorizont steht. Wir können sagen: Wenn Nerven und Blut in der gewöhnlichen Weise miteinander in Wechselwirkung stehen, wie es im normalen Leben der Fall ist, dann bezieht der Mensch die Eindrücke, die von außen kommen, auf sein Ich. Wenn er aber durch innere Konzentration, durch innere Seelentätigkeit sein Nervensystem heraushebt aus der Wirkung auf sein Blutsystem, dann lebt er auch nicht in seinem bisherigen gewöhnlichen Ich; er kann dann nicht in demselben Sinne zu dem, was er jetzt als sein Selbst hat, «Ich» sagen. Der Mensch erscheint sich dann so, wie wenn er einen Teil seiner Wesenheit ganz bewußt aus sich herausgehoben hätte, abgesondert von seinem Blutsystem; es ist so, wie wenn etwas, was man sonst nicht sieht, ein Übersinnliches, in unsere Nerven hereinwirkt, das sich nicht auf unsere Bluttafel abdruckt und auf unser gewöhnliches Ich keinen Eindruck macht. Der Mensch fühlt sich hinweggehoben von dem ganzen Blutsystem, gleichsam herausgehoben aus dem Organismus. Es ist ein bewußtes Herausheben des Ich aus dem Wirkungsbereich des Astralleibes. Während nun früher die Nerventätigkeit im Blutsystem abgebildet wurde, wird sie jetzt in sich selbst zurückreflektiert; jetzt lebt der Mensch in etwas anderem, da empfindet er sich in einem anderen Ich, in einem [makrokosmischen] Ich, das früher nur geahnt werden konnte: Er fühlt das Hereinragen einer übersinnlichen Welt.
[ 18 ] Now, the peculiar thing is that when a person truly brings about such a thing through inner spiritual activity, they experience a completely different kind of inner experience and thus find themselves facing a completely transformed horizon of consciousness. We can say: When nerves and blood interact with one another in the usual way, as is the case in normal life, then the human being relates the impressions coming from the outside to his ego. But when, through inner concentration, through inner soul activity, he lifts his nervous system out of its interaction with his circulatory system, then he no longer lives in his previous, ordinary ego; he can no longer say “I” in the same sense to what he now has as his self. The human being then appears to himself as if he had quite consciously lifted a part of his being out of himself, separated from his blood system; it is as if something that is otherwise unseen, a supersensible force, were acting upon our nerves, which does not leave an imprint on our blood table and makes no impression on our ordinary “I.” The human being feels lifted away from the entire blood system, as it were, lifted out of the organism. It is a conscious lifting of the “I” out of the sphere of influence of the astral body. Whereas previously nervous activity was reflected in the blood system, it is now reflected back into itself; now the human being lives in something else, perceiving themselves in a different ego, in a [macrocosmic] ego that could previously only be sensed: they feel the intrusion of a supersensible world.
[ 19 ] Wenn wir noch einmal die Beziehung zwischen dem Nerv oder dem gesamten Nervensystem, wie es die Eindrücke einer äußeren Welt in sich hereinnimmt, zum Blut genauer schematisch zeichnen wollen, so kann es in folgender Weise geschehen:
[ 19 ] If we wish to draw a more precise schematic diagram of the relationship between the nerve—or the entire nervous system—as it takes in impressions from the external world, and the blood, we can do so as follows:


[ 20 ] Würden äußere Eindrücke, äußere Erlebnisse einfließen, dann würden sie sich abdrücken im Blutsystem. Haben wir aber das Nervensystem herausgehoben aus dem Blutsystem, dann fließt alles innerhalb des Nervensystems zurück, dann ergießt sich eine Welt, von der wir früher keine Ahnung hatten, gleichsam bis an die Enden unseres Nervensystems, und das fühlen wir als Rückstoß. Während es beim gewöhnlichen Bewußtsein so ist, daß man eine Welt aufnimmt, die hineingeht bis zum Blutsystem, dem Blutsystem wie auf einer Tafel eingeschrieben wird, geht man nunmehr mit den Eindrükken nur bis dahin, wo die Nerven endigen und in sich selbst einen Widerstand finden. An diesen Nervenendungen prallt man gleichsam zurück und lebt sich hinaus in die übersinnliche Welt. Wenn wir einen Farbeneindruck haben, den wir durch das Auge empfangen, so geht er in unseren Sehnerv hinein, drückt sich ab auf der Tafel des Blutes, und wir fühlen das, was wir mit den Worten ausdrücken: Ich sehe rot. - Nehmen wir aber an, wir gehen mit unseren Eindrücken nicht bis zum Blut hin, sondern nur bis zur Endung des Nervs, prallen da zurück, so leben wir im Grunde genommen bis zu unserem Sehnerv hin. Wir prallen vor dem körperlichen Ausdruck unseres Blutes zurück, leben außerhalb unserer selbst; wir sind eigentlich in den Strahlen des Lichtes, die sonst den Eindruck «rot» in uns hervorriefen, darinnen. Wir sind also wirklich aus uns herausgekommen, und zwar dadurch, daß wir nicht so tief in unser Inneres hereindringen, wie wir es sonst tun, sondern daß wir nur bis zu den Nervenenden gehen. Das bewirkt aber ein solches Seelenleben, das den physischen Menschen wie etwas Äußerliches empfindet und sich nicht länger mit ihm identifiziert. Das normale Bewußtsein geht bis zum Blute hin. Wenn wir aber die Seele so entwickelt haben, daß wir gleichsam an den Nervenenden kehrtmachen, dann haben wir das Blut ausgeschaltet von dem, was wir den höheren Menschen nennen, zu dem wir kommen können, wenn wir von uns selber loskommen.
[ 20 ] If external impressions and experiences were to flow in, they would leave their mark on the circulatory system. But once we have separated the nervous system from the blood system, everything flows back within the nervous system; a world of which we previously had no inkling pours forth, as it were, to the very ends of our nervous system, and we feel this as a recoil. Whereas in ordinary consciousness one takes in a world that penetrates as far as the blood system, inscribing itself upon the blood system as if on a tablet, one now proceeds with the impressions only as far as where the nerves terminate and encounter resistance within themselves. At these nerve endings, one is, as it were, repelled and lives out into the supersensible world. When we have a color impression that we receive through the eye, it enters our optic nerve, imprints itself on the tablet of the blood, and we feel what we express with the words: I see red. - But let us suppose that we do not take our impressions all the way to the blood, but only as far as the end of the nerve, where we bounce back; then, in essence, we live only as far as our optic nerve. We recoil from the physical expression of our blood, living outside ourselves; we are actually within the rays of light that would otherwise evoke the impression of “red” within us. We have thus truly stepped outside of ourselves, precisely because we do not penetrate as deeply into our inner being as we otherwise do, but go only as far as the nerve endings. This, however, brings about a soul life that perceives the physical human being as something external and no longer identifies with it. Normal consciousness extends as far as the blood. But when we have developed the soul to the point where we, as it were, turn back at the nerve endings, then we have excluded the blood from what we call the higher human being, to whom we can come when we detach ourselves from our own selves.


[ 21 ] Durch diese Betrachtungen haben wir zunächst eine Anschauung von den Vorgängen gewonnen, die eintreten, wenn wir das Blutsystem, welches wir betrachtet haben wie eine Art Tafel, die sich auf der einen Seite den äußeren, auf der anderen Seite den inneren Eindrücken darbietet, ausgeschaltet haben von dem, was wir nennen können den höheren Menschen, zu dem wir uns entwickeln können, wenn wir von uns selber loskommen und frei werden von den Einwirkungen des gewöhnlichen Ich. Wir werden nun am besten die ganze innere Natur dieses Blutsystems studieren können, wenn wir uns nicht in allgemeinen Phrasen bewegen, sondern das am Menschen betrachten, was real ist, den übersinnlichen, unsichtbaren Menschen, zu dem wir uns selber aufschwingen können. Wenn wir diesen übersinnlichen Menschen so betrachten, wie er sich hineinbegibt bis zum Blute hin, dann werden wir zu dem Gedanken vorrücken können, daß der Mensch in der Außenwelt leben kann, daß er sich ergießen kann über die ganze Außenwelt, aufgehen kann in dieser Außenwelt und daß er gleichsam den umgekehrten Standpunkt einnehmen kann zu seinem inneren Wesen. Kurz, wir werden die Funktionen des Blutes und der Organe, die in den Blutkreislauf eingeschaltet sind, dadurch kennenlernen, daß wir die Frage beantworten: Wie muß nun diese höhere Welt, zu der sich der Mensch aufschwingen kann, die er genau kennenlernen kann, sich auf die Tafel des Blutes abmalen? — Da wird sich uns das ganze differenzierte Blutleben als der Mittelpunkt des Menschen ergeben, wenn wir unmittelbar die Beziehungen dieses wunderbaren Systems zu einer höheren Welt betrachten. Denn das wird ja unsere Aufgabe sein, daß wir den Menschen ansehen können als eine Offenbarung des Übersinnlichen, daß wir den äußeren Menschen ansehen können als ein Abbild desjenigen Menschen, der in der geistigen Welt wurzelt. Dadurch werden wir den menschlichen Organismus erkennen können als ein getreues Abbild des Geistes.
[ 21 ] Through these considerations, we have first gained an understanding of the processes that occur when we have separated the blood system—which we have regarded as a kind of tablet that presents itself on one side to external impressions and on the other to internal ones—from what we might call the higher human being, toward whom we can evolve if we detach ourselves from our own selves and become free from the influences of the ordinary ego. We will now be best able to study the entire inner nature of this blood system if we do not move in general phrases, but rather observe in the human being what is real—the supersensible, invisible human being toward whom we ourselves can aspire. If we observe this supersensible human being as he penetrates down to the blood, then we will be able to advance to the idea that the human being can live in the outer world, that he can pour himself out over the entire outer world, merge with this outer world, and that he can, as it were, take the opposite standpoint to his inner being. In short, we will come to know the functions of the blood and the organs involved in the circulatory system by answering the question: How must this higher world, to which the human being can ascend and which he can come to know precisely, be reflected in the realm of the blood? — The entire differentiated life of the blood will then reveal itself to us as the center of the human being when we directly observe the relationships of this marvelous system to a higher world. For that will indeed be our task: to be able to view the human being as a revelation of the supersensible, to be able to view the outer human being as an image of that human being who is rooted in the spiritual world. Through this, we will be able to recognize the human organism as a faithful image of the spirit.
